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Taste mehr im Lor- ornomanonsarbeit und drcnd die Slauweißen hW” <«>* Hr. 250 Drittes Blatt ________ Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, TGttober 1955 Die Eröffnung der Braunen Messe in Gießen. Eine lehr reichhaltige und sehenswerte Warenschau und Verkaufsmeffe. — Guter Eindruck bei allen Besuchern. — Reger Besuch schon am ersten Ausstellungstag. Ein Blick in die Ausstellung. — Teilansicht aus dem Parterre der Volkshalle. sollte mich täuschen. Wir verloren die Spur und irrten lange ziellos umher. Es ist wirklich kein Vergnügen, einen verwundeten Elefanten durch ein Urwald-Dickicht zu verfolgen, da man nie weiß, hinter welchem Busch das ergrimmte Tier auf seinen Feind lauert. Ich bekam meine Jagdbeute nicht mehr zu Gesicht. Doch fand ich während der Verfolgung nicht weniger als drei alte Schädel, darunter einen von einem Zwergelefanten. . Sprenger für die „Braune Messe". Sodann betonte er, daß man bei einem solchen großen Werk, das nicht ein Stück Tageswerk sein dürfe, in erster Linie froh und innerlich bewegt d e s Mannes gedenken müsse, der für diese Werke über- Haupt den Boden vorbereitet habe: unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. Dreimalige begeisterte „Sieg-Heil"-Rufe auf den Führer brachten den Gruß der Versammelten dar. Hierauf erklärte Gauführer Schmidt die „Braune Messe" in Gießen für eröffnet. Er gab sodann in seiner Ansprache einen kurzen Rückblick auf die früheren zerrütteten Verhältnisse in der Politik und in der Wirtschaft, die politisch und wirtschaftlich zum Kampf aller gegen alle führten und unser Volk an den Abgrund brachten. Demgegenüber stellte er die hohen Gesichtspunkte des Dritten Reiches heraus, die auf der Geltung des Gemeinschaftsgeistes, auf der Grundlage „Gemeinnutz vor Eigennutz" neue Wege zeigen und alle deutschen Volksgenossen zusammenfuhren sollen, die in der Wirtschaft arbeiten und von der Wirtschaft getragen werden. Dieser Gemeinschafts, geist muß in der gesamten deutschen Ration wieder Einkehr halten, wenn überhaupt — das mögen besonders alle kleinlichen Kritiker bedenken — die große geschichtliche Mission des deutschen Volkes erfüllt werden soll. Das kann aber nur geschehen, wenn jeder Deutsche die Grundsätze in sich auf» nimmt, die von unserem Führer Adolf H i t l e r gegeben sind, und wenn er nach diesen Grundsätzen sein Leben einstellt. Die größte Kraft des Menschen soll nur Lei st ung und Streben aus der Arbeit sein. Es war falsch, zu glauben, daß die privatkapitalistische Wirtschaftsform der alten Art unser Volk zum Nutzen hätte werden können. Profitsucht jüdischer Manier und falsche Anprei- jungen auch auf wirtschaftspolitischem Gebiete hätten unsere Wirtschaft destruktiv beeinflußt und seien mitverantwortlich für den Zustand, den die Regierung Hitler bei der Machtübernahme vorfand. Der Nationalsozialismus habe es als eine feiner wichtigsten Aufgaben erkannt, unter ganz neuen Ge- Die Ausstellungsleitung mit dem Gauführer. Von rechts nach links (sämtliche Herren in Uniform): Landesbeauftragter Steinecker (Dortmund), NS.-Hago-Kreisführer Schimmel (©legen ), NS.-Hago-Gauführer Schmidt (Wiesbaden), Kaufmann H 0 r ft, stellvertretender Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Gießen. zwischen die Gesims- und Reliefnähte schieben konnte. Diese klaffenden Deffnungen ließen sich natürlich schließen — die Ursache des Uebels jedoch, die schwindende Eisenmontage, war nicht zu beseitigen, denn selbst wenn man das Friedrich-Denkmal vollständig auseinandernähme, mit einem rostsicheren Gerüst versähe und wieder zusammenfügte, könnte die Zusammensetzung jetzt nicht mehr vollkommen gelingen, da die Reliefs in sich verbogen sind. Eine Möglichkeit, so zart zisilierte Reliefplatten, wie die des Friedrich-Denkmals, auszurichten, besteht ohne schwere Gefährdung des künstlerischen Wertes nicht. Das große und höchst kompliziert zusammengesetzte Denkmal ist krank in seinem Kerm Oer Schah in der Nähmaschine. Eine Schneiderin, die in San Remo lebt, wollte ihrem 10jährigen Töchterchen zeigen, wie man an der Nähmaschine arbeitet. Da sie ihre eigene Maschine selbst brauchte, so holte sie vom Boden eine alte rostige Maschine, die früher einmal ihrer Mutter gehört hatte. Bei dem Reinigen und (Em» ölen nahm sie die Maschine von dem kleinen Tisch herunter und fand dabei im Innern zusammengerollte alte Papiere. Es zeigte sich, daß es alte italienische Schatzanweisungen waren. Obwohl die Ratten den Schatz bereits stark angenagt hatte,,, erfuhr sie auf der Bank, daß sie noch ihren Werk besäßen — und erhielt dafür mit den m 13 Jahren | angesammelten Zinsen die Summe von 10 000 Mk, Nach gründlicher und umfangreicher organisatorischer Vorarbeit, sowie nach eifrigem Schaffen der Aussteller und Handwerker, das sich nach der Arbeit des Tages auch während vieler Nachtstunden regte konnte am Samstagvormittaa die Braune Messe in Gießen feierlich eröffnet werden. Zu der eindrucksvollen Feier in der Volkshalle hatten sich mit der Ausstellungsleitung und den Ausstellern zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Reicher Schmuck der Volkshalle mit Hakenkreuzfahnen und mit einem großen Blumenbeet auf der Bühne, in dessen Mitte ein großes Bild des Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler aufgefteUt ist, gaben der Feier einen würdigen und schonen Rahmen. SA.-Sturm 11 stellte die Ehrenwache. Der feierliche Einmarsch der Fahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches, gespielt von der SA.-Kapelle der Standarte 116 unter Leitung ton Musikzugführer Nieberga11, leitete die Feier ein. Hierauf begrüßte NS-Hago Kreisführer Schimmel, Gießen 0I5 Vertreter der Ausstellungsleitung die Gäste und Aussteller zur ersten Braunen Messe in Gießen. Seinen besonderen Gruß entbot er dem NS.-Hagv- <3aufüt)rer Schmidt (Wiesbaden), M. d. L., den Vertretern der Handwerkskammer Darmstadt, der Behörden, der Reichswehr, der SA., der SS. der Polizei, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskamme. Kreisführer Schimmel betonte dann u. a.: Nachdem unsere Bewegung Träger des nationalsozialistischen Staates geworden ist, haben wir zunächst zwei Aufgaben zu erfüllen: Arbeitsbeschaffung und Erziehung dös deutschen Volkes zum Nationalsozialismus. Eine dieser großen Erziehungsaufgaben ist diese Braune Messe. Sie soll den deutschen Menschen mahnen: Kauftdeutsche Erzeugniss>e Kreisleiter Or. Harth-Gießen betonte als bpolitijcher Leiter des Kreises Gießen, daß die Kreisleitung der „Braunen Messe" besondere Bedeutung beilege. Dieser Veranstaltung komme nicht nur eine Bedeutung wirtschaftlicher Art, sondern auch politischer Art zu. Die nationalsozialistische Bewegung führe einen zähen Kampf um die Durchdringung aller deutschen Volksgenossen mit der Ideenwelt des Nationalsozialismus. Dem deutschen Handwerker und Gewerbetreibenden wolle der Nationalsozialismus seine historische Bedeutung wiedergeben, dem Kaufmann die Geltung eines königlichen Kaufmanns wieder verschaffen. In der liberaliftifch-marxistischen Zeit war das Standes- bewußtfein verloren gegangen, die Jagd nach dem Geld allein hatte den Menschen die Augen blind gemacht. Die Wirtschaftspartei war das Produkt dieser Gesinnung, der die Wirtschaft alles bedeutete und das Volk nichts. Diese Partei ist tot. Die nationalsozialistische Bewegung hat erkannt, daß die Wirtschaft nur bestehen kann, wenn sie sich in den Rahmen des Volkes einfügt und sich in ihren Dienst stellt. Die „Braune Messe" will Dienst am Volke sein, sie will für den Mittelstand zum Erzieher werden und die Ueberzeugung verbreiten, daß nicht das Geld die Hauptsache ist, sondern nur die Arbeit, die Ewigkeitswerte für das Volksganze hat. Nicht der materielle Vorteil, sondern Stolz und innere Befriedigung auf die Leistung in der Arbeit sind die Hauptsache. Unter diesem Gesichtspunkt wird die „Braune Messe" auch dem Abnehmer ein Erzieher fein. Die jüdischen Warenhäuser werden dann verödet dastehen, das Handwerk wird wieder einen goldenen Boden haben, und auch dem deutschen gewerblichen Mittelstand wird es wieder besser gehen zum Wohle des deutschen Volkes. NS-Hago-Gauführer Schmidt, Wiesbaden, M.d.L. überbrachte zunächst die besten Grüße und Wünsche des Herrn Reichs st atthalters und Gauleiters Bauchs Friedrich-Denkmal in Gefahr. Einen Notruf, der im Herzen jedes Deutschen Widerhall finden wird, stoßt Prof. Kurt Kluge aus, der dieses Heiligtum unseres Volkes und unseres Kunstbesitzes von den Schäden befreit hat, die ihm kommunistischer Irrsinn in den Berliner Revolutionstagen 1918 zufügen durste. Pros. Kluge hat in mühevoller Arbeit getan, was er konnte. Aber dabei hat er eine erschütternde Entdeckung gemacht. Eine der Kugeln hat das oberste Stück der auf dem Kops des Pferdes wehenden Mähne getroffen und zwar derart, daß dieser abstehende Mähnenteil vollständig losgerissen wurde und zwischen den Satteltaschen des Königs lag. Bei der Untersuchung des Loches auf dem Pferdekopf zeigte sich, daß gerade an dieser Stelle die vordere innere Stützstange des Gerüstes endete und nun offen zutage lag. Diese Stütze ist nicht aus Messing oder Bronze, sondern aus Eisen! Und bas Eisen war bereits derart angegriffen, daß Kluge den Rost mit einem Löffel herausschöpfen konnte. Der Gedanke lag nahe, daß auch noch andere Gerüstteile, womöglich sogar das gesamte Gerüst des großen Werkes aus Eisen bestehen könnte. Und wirklich wurde diese Vermutung erschreckende Gewißheit: das Friedrich-Denkmal ist mit Eisen gerüstet. Anders gesagt: den inneren Halt gibt dem aus vielen Teilen bestehenden Bronzegusse lediglich ein eisernes, also der Zerstörung durch Rost preisgegebenes Gerüst. Dieser schwere Werkstattsehler ist, wie Kluge in einem die ganze Herrlichkeit des Denkmals in nie gesehenen Aufnahmen ausbreitenden Aufsatz im Oktoberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften schreibt, nun durch die unglückselige Schießerei nur In deutschen Geschäften! F0rd e r t das deutsche Handwerk! Ich hoffe, daß die Braune Messe einen vollen Erfolg bringen wird. Landesbeauftragter Steinecker, Dortmund betonte einleitend, daß in dieser Braunen Messe sowohl in den einzelnen Ständen, wie auch im Gesamtbild außerordentliches geleistet worden sei. Im ganzen Deutschen Reich würden Aur Zeit und in den nächsten Monaten Braune Messen veranstaltet mit der Aufgabe, den deutschen Käufer zu erziehen, bewußt deutsche Ware in deutschen Geschäften beim deutschen Mittelstand zu kaufen. Die Braunen Messen seien ein lebendiges Zeugnis des neuen Geistes des deutschen Volkes. Messen und Ausstellungen hätten wir früher schon in vielfältiger Zahl über uns ergehen lassen müssen. Aber sie seien nicht getragen gewesen von dem Gedanken des Volkes, dem Nutzen der Nation, sondern man stellte den Gedanken des liberalistisch-marxistischen Geschäftslebens heraus und vergiftete damit die Wurzeln des Schaffens des früheren deutschen Kaufmanns. Heute fei die Ausstellung ein klares Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Das sage schon der Name. Braune Messe. Im Sinne des Nationalsozialismus habe auch die Braune Messe eine riesige Erzichungsaufgabe. Sie wolle Qualitätsarbeit zeigen und Verkäufern und Besuchern vor Augen führen, nicht nur nach dem Preis zu fragen, sondern auch den ideellen Wert der Waren zu beachten. Dieser Wert bestehe vor allem darin, je mehr Handwerksarbeit und Landarbeit an der Ware vollbracht worden sei. Früher warben die großen Geschäfte durch die Billigkeit der Ware, nicht durch die Qualität. Heute werde aber bewußt der Gesichtspunkt der Qualität wieder betont. Jetzt dürfe es nur noch heißen- nur deutsch der Käufer, nur deutsch der Erzeuger, nur deutsch der Geschäftsmann! jenes idiotischen Spartakisten von 1918 zum Verhängnis des Werkes geworden. Das Gerüst auch einer vollständig geschlossenen Bronze wie z. B. eines Reiters soll unter allen Umständen aus nichtrostendem Material bestehen wegen des sich stets bildenden Schwitzwassers im Innern. Wenn aber, wie im Falle des Friedrich-Denkmals, das Innere bloßgelegt ist durch mehr als siebzig Schußlöcher, kann auch der Laie den Grad der Zerstörung er» messen, dem dann ein eisernes Gerüst ausgesetzt ist. Die Hauptstangen des Gerüstes können ja nicht dicker sein als die Fesseln des Pferdes abzüglich der dort etwa acht bis zehn Millimeter starken Gußwände. Und nur zwei Hufe eines schreitenden Pferdes stehen voll auf! Der Halt steht demnach zuletzt auf der Festigkeit und Dauer von zwei, höchstens drei verhältnismäßig schwachen Gerüststützen, die natürlich durch Rost nicht die geringste Schwächung erleiden dürfen. Infolge des Nachlassens der rostenden Gerüststützen und der eisernen Haltebolzen der großen Seitenreliefs hatten die großflächigen Relie^platten den starken Druck der darüberliegen, den Gesimse und Riliefs auszuhalten. Es gibt ©teilen am Denkmal, wo man tatsächlich die Hand daß die Zwergelefanten, die auf die eben be- chriebene Weise seit Generationen gejagt werden, allmählich ein mißtrauisches, wildes und angnffs- luftiges Geschlecht von Urwaldbewohnern geworden sind. Mir wurde von einer gut unterrichteten Persönlichkeit erzählt, daß einer dieser Sumbi einen eingeborenen Jäger, der fehlgeschossen hatte, angegriffen hatte. Sein Gefährte rannte in äußerstem Schrecken davon und kehrte bald mit einem anderen Jäger zurück, um das unglückliche Opfer zu suchen. Man hat aber niemals mehr eine Spur von dem Vermißten gefunden. In der Frühe eines Februarmorgens brachen wir voller Hoffnung zu unserer Suche nach dem Sumbi auf. Wir pirschten uns allmählich und unter großen Schwierigkeiten durch das dichte Unterholz des Urwaldes, jedoch bis zum Nachmittag ohne jeden Erfolg, bis wir plötzlich auf eine frische Spur stießen. In meiner Begleitung waren einige eingeborene Jäger, so daß wir die Verfolgung fortsetzen konnten: ein Europäer allein wäre dazu kaum imstande gewesen denn der Boden war an vielen Stellen vollkommen hart. Die Wilden haben jedoch einen bewunderungswürdigen Instinkt, die kleinsten Veränderungen in der Bodenbeschaffung 3" bemerken und daraus auf den Verlauf der Fährte zu schließen. Die Verfolgung wurde von Minute zu Minute aufregender. Von Zeit zu Zeit blieben die Schwär- zen für zwei oder drei Minuten stehen und lausch- ten mit vorgestrecktem Oberkörper und gespannten Mienen auf das leiseste Geräusch, das sich hinter dem unheimlichen Dunkel der Riesenstämme regen könnte. Plötzlich wurde mir ein Zeichen gegeben, mich vorsichtig niederzulassen. Die Schwarzen verschwanden in äußerster Eile lautlos in verschiedenen Richtungen... Das erinnerte mich an den Ausbruch eines Rudels edler Jagdhunde, die sich zielbewußt und in größter Disziplin auf ihr Opfer stürzen. Meine schwarzen Begleiter waren so gekleidet, daß sie sich kaum von ihrer Umgebung abhoben. Das ist ein Punkt, der bei der Jagd auf den Zwergelefanten sehr wichtig ist, weil dieses Tier neben dem gut ausgebildeten Hörsinn auch ein außerordentlich scharfes Auge hat. Nach einer kurzen Zeit kamen die Jager zuruck. An ihrer Erregung konnte ich erkennen, daß sie ein oder mehrere Tiere gestellt hatten. Sehr bald sah ich einen Sumbi, der etwa ungefähr 30 Meter von mir entfernt vor mir stand, mir schräg zugewendet. Das war ein beklemmender Augenblick: Der erste Zwergelefant! Er schien mir tatsächlich eine Große von 1,50 Metern zu haben, die Hautfarbe war heller als beim gewöhnlichen afrikanischen Elesan- Sumbi, der Zwergelefant. AufregendeLagd in den Urwäldern von Liberia „Schon seit langem war ich begierig, den Schädel eines jener Zwergelefanten zu erlangen, von denen ich soviel vernommen, die ich aber noch niemals selbst zu Gesicht bekommen hatte", so beginnt der Gouverneur von Sierra Leone, Sir Arnold Hodson, eine Schilderung seiner aufregenden Jagd nach den Zwergelefanten an der Grenze von Liberia. Ich befand mich — fährt er fort — in der Gegend des großen Gola-Urwaldes, der sich zwischen Sierra und Liberia hinzieht, also in einem Gebiet, das den Europäern zum größten Teil unbekannt ist. Eingeborene hatten mich davon überzeugt, daß in dem fast undurchdringlichen Dunkel dieser Walder drei Arten von Elefanten lebten, die sich alle von den gewöhnlichen afrikanischen Elefanten unterscheiden, darunter auch der von mir so lang gesuchte Zwergelefant, den die Schwarzen Sumbi nennen. Seine Große wurde in der Schulterhöhe mit ungefähr anderthalb Metern angegeben. Mir wurden ©toßzähne von ausgereiftem Elfenbein gezeigt, die nicht länger als 45 Zentimeter waren und nur zweimal so dick wie eine gewöhnliche Kerze. Auf der Jagd war ich schon einmal auf die Spur eines solchen Sumbi gekommen, der zweifellos ein ausgewachsenes Tier war und dessen Fußspuren von mir mit 30 mal 18 Zentimeter für die Vorderfüße und 25 mal 20 Zentimeter für die Hinterfüße gemessen wurden. Der Sumbi soll ein besonders wildes und schlaues Tier fein, er liebt den Aufenthalt in den dichtesten Teilen der Urwälder, wo es selbst um die Mittagszeit so finster ist, daß man Mühe hat, die nächste Umgebung genauer zu erkennen, geschweige denn sicher zu zielen. Diese .roergelefanten zeichnen sich durch einen hervorragend ausgebildeten Gehörsinn aus während sich der gewöhnliche afrikanische Elefant mehr auf seine Witterung verläßt, eine Folge der andersartigen Umgebung. Die eingeborenen Jäger verfolgen sie mit uralten Flinten, die nicht mit Kugeln geloben werden, sondern mit einem langen Ding, oas einem Ladestock ähnelt, mit einem scharfgeränderten kreisrunden Eisenstück am Ende, sie feuern auf das gestellte Tier aus größter Nähe und verfolgen es, bis der verwundete Sumbi, von Blutverlust erschöpft, zusammenbricht. Die Schwarzen nähern sich dann so schnell wie möglich und geben dem Tier den letzten Schuß. »ur derjenige, der die Jagdverhältnisse im afrikanischen Urwald genau kennt, kann den Mut richtig einschätzen, den die Jagd auf Elefanten unter solchen Bedingungen verlangt. Es ist kein Wunder, die auf die eben be- I ten; im Ganzen eine wunderbare Erscheinung, -nimntm npinnt werden, zierlich und stark zugleich. Ich war in einiger Verwirrung und Ratlosigkeit, denn das Tier bot mir ein schlechtes Ziel. Nach einigen Versuchen hatte ich mich für einen Schuß hinter das Herz entschieden und drückte ab. Der Zwergelefant wendete blitzschnell um und rannte davon, das Unterholz wuchtig durchbrechend. Ein Schwarzer und ich nahmen die Verfolgung auf. Eine Blutspur bezeichnete deutlich den Weg. Ich hoffte, daß wir das verwundete Tier bald erreicht haben würden, aber ich Aus -er Provinzialhauptstadt Crntedankfestfeier in Gießen und gar nicht an denken, das Jesus um Spenden für die NS.-Lolkswohlfahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Dolkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. g'dphieren. Mein Begleite! Wer ist bereit, sich für die ehrenamtliche Tätigkeit auf dem Büro der Kreisleitung der NS.-Dolkswohlfahrt zur Verfügung zu stellen. Parteige- nosse(in) mit guten Kenntnissen in Stenographie und Schreibmaschine bitte ich, sich mit einem Zeugnis ihres Ortsgruppenleiters auf der Geschäftsstelle der NS.-Volkswohlfahrt zu melden. Heil Hitler! K l ö h, Kreiswalter der NSD. Oie Hindenburg-Spende der Stadt. Wie erinnerlich, hat der Stadtrat der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Mark errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1933 ist jetzt wieder an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden 10 Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mark bedacht. Taten für Montag, 2.Oktober. 1839: Der Maler Hans Thoma in Bornau im Schwarzwald geb. (geft. 1924); — 1847: Reichspräsident Paul v. Hindenburg in Posen geboren; — 1869: Der indische Nationalist Mohandas Ka- ramschand Ghandi in Porbandar geb.; — 1927: Der Physiker und Chemiker Svante Arrhenius in Stockholm gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Volks- halle/Liebigshöhe, 10 bis 20 Uhr, Braune Messe. — Möbelfabrik Karl Hahn, Möbel-Sonderschau in den Ausstellungsräumen. — Kriegerverein Gießen, 20.30 Uhr, Caf6 Ebel, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 16, 18 und 20.30 Uhr: „SOS Eisberg", Süddeutsche Uraufführung. MS •sstei ■ tz M •*» 8»' "ti0U£ i» fronff. . «Äps. ,7 freiff. iS* «KT MW Fahrrad im vorderen Teil völlig zusammengeknickt. ** 2 effentliche Bücherhall c. Im September wurden 1165 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Litertur 810, Literaturgeschichte 2 Zeitschriften 21, Gedichte und Dramen 7, Jugendfchriften 104, Länder- und Völkerkunde 81, Kulturgeschichte 11, Geschichte und Biographien 68, Kunstgeschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 25, Heer- und Seewesen 1, Haus- und Landwirtschaft 5, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 19, Sprachwissenschaft 2, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 15 Bände. das geistliche Brot des Lebens en, das Jesus gibt. Auch wir dürfen nicht nur des irdischen Brotes willen Gott bitten und njurf durc W Uotbe- --r d-m 1.* Ueberau 3n Dien erA : erste nicht-A jammen u’ K in Mn Flasch Sie Zauber -u den 2erha)W W t'nem rra bummeln. '^ bir, aber tnfber fehlte Stl'"» IvlfoMschtn Lochen arrh J?rkM l-iN'we rt der Bezeichnm gcnöe überaus J ton seine paar *$5 dämmert vc tr Litsahsäule do Jjpibilbnis ■ senil auf uns he ffropaganbaplalal fjr einen Staats 2>abci findet man ging und dabei einige Personen glücklicherwekse nur leichtere Schnittwunden erlitten. ** Derkehrsunfall am Seltersweg. Am Samstag gegen 17 Uhr ereignete sich am Ein- gang zum Seltersweg in der Nähe von Geisie ein Unfall. Ein aus der Kaplansgasfe kommender Mo- torradiahrer fuhr in dem starken Verkehr, der um diese Zeit dort herrscht, auf einen aus dem Neuen- weg kommenden Radfahrer auf. Während der Radfahrer mit dem Schrecken davonkam, wurde sein JBIens. Ach beschließe, —apAicrcn. unseres Vaterlandes sei unter der Führung Adolf Hitlers errungen. Aus der Einigkeit und Freiheit im Innern werde auch der Weg zur Freiheit nach außen geschaffen werden. Das könne aber nur möglich fein, wenn Brot für das schaffende Deutschland und Zufriedenheit für jeden tätigen deutschen Menschen errungen würden. Unter der Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler fei der Erfolg dieser Bemühungen nicht zu bezweifeln. Gemeinschaftsgeist und Blutsverbundenheit aller deut- scken Menschen werde die Wirtschaftsgemeinschaft scyafsen, in der jedem deutschen Volksgenossen seine Ausgabe zufalle. Der Nationalsozialismus lebe und kämpfe nur für Deutschland. Deshalb müsse auch die Wirtschaft nur leben und kämpfen für den deutschen schassenden Menschen und unser heißgeliebtes deutsches Vaterland. In diesem Sinne begrüße er die arbeitenden deutschen Volksgenossen, die unter der Führung des Dolkskanzlers ein neues Deutschland aufbauen wollen. An die Ansprache schloß sich der gemeinsame Ge- ang des ersten Verses des Deutschland-Liedes und >es Horst-Wessel-Liedes an. Hierauf folgte der eierliche Abmarsch der Fahnen. Ein gemeinsamer Rundgang der Ehrengäste durch die Ausstellung in der Volkshalle und in der ,Liebigshöhe" bildete den Abschluß der Eröffnungsfeier. ihm danken. Das große Zeichen der Gnade, das Gott uns gegeben hat, das ist das Kreuz Jesu. Durch den Tod seines Sohnes hat er uns Der- gebung und neues, heiliges Leben bereitet. Das ist die große Hoffnung für die Zukunft unseres Volkes, daß viele seiner Glieder im Glauben an Jesus aus ihrer Versunkenheit herausgerissen und neue fromme Menschen werden. Und das ist die Hoffnung für unser eigenes Leben, daß wir unter der Herrschaft Jesu Trost wider zeitlichen und ewigen Tod haben. Und niemand darf verachten, was Gott mit dem schweren Opfer seines Sohnes uns an- bietet. Darum rufen wir euch Tausende auf zum Glauben an Jesus Christus, den Heiland. Das gibt wahre Hoffnung. Und schließlich rufen wir: Empor zu Gott mit unserer opferfreudigen Tat? Jesus sagt: „Wirket Speise, die da bleibet ins ewige Leben." Nicht nur für die zeitliche Speise gilt es zu schaffen, sondern auch dafür müssen wir wirken, daß wir ewiglich nickt verschmachten. Aber auch unser Dank an Gott soll ein Dank durch die Tat fein Wem Brot wuchs, der hat es zu verwalten für fein Volk und dem sichtspunkten auch in der Wirtschaft wieder aufzubauen. Klar und deutlich seien die Wege zu diesem Ziel erkannt worden. Das in der nationalsozialistischen Bewegung als richtig erkannte Gedankengut werde man sich auch an der Wirtschaft nicht von Kleinkrämern verfälschen lassen. In der Wirtschaft, die dienendes Objekt des Volksganzen zu sein habe, dürfe nur die Leistung des Einzelnen entscheidend sein. Genau wie der Staat, müsse auch die Wirtschaft vom gesamten deutschen Volk getragen werden. Volk feien aber nicht die Faulenzer und Drohnen, sondern der arbeitende Mensck, der positiv am Volksaufbau mitwirkende deutsche Volksgenossen. Der Redner erinnerte sodann an die Wirksamkeit des von Freiherrn vom Stein verkündeten Geistes einer neuen Staatsgesinnung. Er betonte weiter, daß aus der von Adolf Hiller begründeten Volksgemeinschaft auch eine wahre Wirtschaftsgemeinschaft werden müsse, in der jeder deutsche Volksgenosse Achtung und Wertschätzung genieße nach seiner Arbeit, und daß es ein Verbrechen an dem vom Führer verkündeten Geist sei, wenn einer seinen mitarbeitenden deutschen Volksgenossen nicht achte und respekttere. Die „Braune Messe^ solle ein Mittel und ein Weg zu dem großen Ziele des Führers sein: Freiheit und Brot. Die Freiheit im Innern "GießenerIustizpersanalie. Auf Dor- schlag der hessischen Regierung wurde durch den Herrn Reichsslatthaller der Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen Dr. Brill zum Landgerichtsdirektor beim Landgericht in Gießen und zugleich zum Amtsrichter beim Amtsgericht Gießen ernannt ** Besitzwechsel. Der Inhaber der Firma Jean Dem & (Sie., Herr Ingenieur Out mann, hat fein an der Frankfurter Straße gelegenes ungefähr 13 000 Quadratmeter großes Fabrik- gelände mit Anschlußgleis an die Staatseisenbahn an den hessischen Staat verkauft. Das Gelände dient teilweise zur Erweiterung der Veterinär-Med. In- stitute der Universität Gießen. Gleichzeitig hat die Firma Jean Dern & Cie. einen langjährigen Pacht- vertrag mit dem Staat abgeschlossen, so daß das auf dem Fabrikgelände betriebene Betonwerk tn unveränderter Weise weitergeführt wird. ** Straßenbahn-Zusammen ft oß. Am Samstag gegen 18 Uhr ereignete sich auf dem Ludwigsplatz durch einen unglücklichen Zufall bzw. durch einen Irrtum ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen. Der Wagenführer, der mit seinem Wagen van der Volkshalle kam, hatte den Wagen über das Ueberholgleis hinausgeführt in der Meinung, daß der andere Wagen den Ludwigsplatz schon passiert habe. Das war jedoch nicht der Fall. Als der Wagen sich bereits in Bewegung befand, bog der andere Straßenbahnwagen vom Stadttheater her um die Ecke. Der Zusammenstoß war nicht mehr zu vermeiden, er verlief jedoch in- sofern noch glimpflich, als nur die vordere Scheibe am Führerstand des einen Wagens in Trümmer erfassen, für die diese Vorstellungen gedacht sind. Beginn 20 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr. Oie „Deutsche Bühne" wirbt! Dor einigen Tagen ist die Ortsgruppe Gießen der „Deutschen Bühne e. V." mit Werbeabenden und Werbematerial vor die Oefsent- lichkeit getreten. Hier sei noch einmal zusammenfassend gesagt, unter welchen Bedingungen und auf welchem Wege man Mitglied der Gießener Ortsgruppe wird. Für das kommende erste Vereinsjahr ist als Beschränkung für die Aufnahme ein Höchsteinkommen von monatlich 250 Mark festgesetzt worden; nur nachweisbare besondere Höhe der notwendigen Ausgaben (Kinderreichtum u. a.) berechtigt zu Ausnahmen. Jahresbeitrag und Kartenpreis wurden auf ein Mindestmaß herabgesetzt: Der jährliche Beitrag beträgt in der Regel 1 Mark. Kleinrentner, Kriegshinterbliebene und Wahlfahrtsempfänger zahlen 0,25 Mark, Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren, welche Schüler oder Lehrlinge sind, 0,50 Mark. Jedes Mitglied besucht während der Spielzeit allmonatlich zwei Veranstaltungen. Hierfür zahlt das Mitglied monatlich in der Regel 1,40 Mark, als Unbemittelter 1,20 Mark. Die Mitglieder werden hinsichtlich Güte der Plätze vollkommen gleich behandelt. Das Mitglied hat die Auswahl zwischen der Vorstellung am Donnerstag und am Samstag. Da am kommenden Donnerstag, 5. Oktober, bereits die erste Vorstellung der „Deutschen Bühne" stattfindet, müssen die Anmeldungen in diesen Tagen bis spätestens Mittwoch abend abgegeben werden, und zwar entweder bei der Theaterkasse während der Kassenstunden, ober bei der Geschäftsstelle Goethestraße 30 p.; auch Anmeldungsformulare und genaue Besuchsbedingungen sind an diese» Stellen erhältlich. lieber eine bestimmte Zahl der Mitglieder kann aus platztechnischen Gründen, sowie mit Rücksicht auf den Spielplan nicht hinausgegangen werden; umgehende Anmeldung ist daher dringend anzuraten. Verspätete Aufnahmegesuche für die kommende Spielzeit können unter Umständen nicht berücksichtigt werden. Doppelmitgliedschaft ist nur innerhalb einer Familie möglich. Statt 2 Mark zahlen die beiden Mitglieder 1,50 Mark, wobei die monatliche Zeitschrift „Deutsche Bühne" nur in einem Exemplar geliefert wird. Um den Mitgliedern entgegenzukommen, gibt der Verein auf Wunsch auch Karten zu zwei nebeneinander liegenden Plätzen aus. Ein weiterer Werbeabend wird nicht mehr angesetzt werden. Es ist nunmehr Pflicht eines jeden aus dem Gießener Bezirk, durch Erwerb der Mit- aliedfchaft sich für die deutsche Kunst und unser schönes Stadttheater einzusetzen. NS-VolkswohlfahrtdesKreisesGießen Für die Büraräume der Kreisleitung der NS.- Volkswohlfahrt werden einige Büromöbel gesucht. Welche Volksgenossen können uns solch? kostenlos zur Verfügung stellen? Wer gibt uns eine Schreibmaschine und einen Vervielfältigungsapparat? Mitteilung erbeten an die Geschäftsstelle der NS.- Volkswohlfahrt, Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer 20. Heil Hitler! Klöß, Kreiswalter der NSV. „Es riecht nach Honig!" Die Zwetschenbäume haben im Gegensatz zu den Kernobstbäumen heuer eine reiche Ernte gebracht. Wohin mit dem Segen? Wir auf dem Lande wissen es. Meine Nachbarin sagte gestern: Das Jahr hat 365 Tage, und jeden Tag soll etwas geschmiert werden. Sie hat sieben Kinder, und ich glaube ihr aufs Wort. Butter kann es nicht immer sein, was sie auf das Brot streicht. Da müssen denn nun die Zwetschen daran glauben. Und wenn man durch die Dörfer geht, dann strömt uns aus gar vielen Häusern der Duft van kochendem Zwetschenmus, wir Oberhessen sagen einfach „Honig", entgegen. Freilich wird der Honig noch „lieblicher", wenn wir zuerst noch einige Sack Birnen keltern können. Ist der Most schön im Kochen, bann werden die gesteinten Zwetschen nach- gefüUt. Aber es geht auch ohne Birnenmost. Allerdings verbessert em Zusatz von Zucker und Gewürz den Geschmack. Da können aber keine besonderen Vorschriften gegeben werden. Jede Familie hat gewissermaßen ihre „Richtlinien", die sich vom Urgroßvater vererbt haben. Man glaube ja nicht, das Honigkochen sei so leicht. Es ist eine richtige Kunst, und schon früh wird den Kindern genau auseinandergelegt, wie alles gemacht wird. Da gibt es vor allem die Arbeit des „Zwetfchen- steinens". Sehr schön ist sie gerade nicht. Das weiß jede Hausfrau, wenn sie Zwetschenkuchen bäckt. Hier beim Honigkochen aber sind es oft viele große Körbe voll, die nun entsteint werden müssen. Selten wird dies von einer Familie allein gemacht. Da helfen Verwandte und Nachbarn gern mit. Es ist eine Arbeit, bei der die Hand wohl viel zu tun hat, der Mund aber hat Zeit. Und beim Zwetschen- steinen kann so ziemlich alles durchaehechelt werben, was in einem Dorfe im Laufe des Sommers fgeschehen ist. Die Arbeit brängt nun nicht mehr o. Oft ist die Mitternacht längst vorbei, wenn der saftige Zwetschenkuchen auf dem Tisch erscheint und eine gute Tasse Kaffee den Abschluß bildet. Vor dem Auseinanderaehen Haden schon einige Mädchen einen Eimer mit Zwetschensteinen zurückgestellt. Sie wollen nämlich einem Paar, das heimlich verlobt ist, die Kerne streuen, damit es dem ganzen Dorfe offenbar wird. Freilich werden dabei auch oft Scherze ausgeführt, indem man die Steine zwischen solchen Häusern streut, von deren Bewohnern man weiß, daß sie sich nicht „riechen" können. Das gibt bann Gelächter unb neuen Stoff für ben nächsten Abenb beim Zwetschensteinen, wenn erzählt wirb, wem man ein „Gängelchen" gestreut hätte! Doch manchmal Hilst auch bas schärfste Messer nicht, um ben Stein aus ber Frucht herausau- schreiben. Sie gehen nicht vom Kern, sagen Die Leute. Da wird bann ein Durchschlag aus gutem alten Kupfer bei ber Verwanbtschaft geholt, Die Zwetschen müssen gekocht unb bann mit einem stumpfen Besen burch bie engen Löcher getrieben werben. Die Steine bleiben zurück. Der Honig von solch burchgeschlagenen Zwetschen soll befonbers zart sein. Das Feuern beim Honigkochen überwacht ber Vater. Er allein weiß, wieviel aufgelegt werben muß. Kocht man zu schnell, bann schmeckt ber Honig brenzlig, kocht man zu langsam, dann setzt er sich. Deshalb muß beim Zwetschenhonig gerührt werden. Dabei kann freilich die Nachbarschaft nicht helfen. Da steht jeder für sich allein. In einem Tage kann das nicht erledigt werden. Mindestens eine Nacht muß noch geopfert werden. Unb wehe dem, ber dabei einscklaft! Dann ist der ganze Honig verdorben. An Stelle des zarten Zwetschenhonigs zieht man aus dem Kessel schwarze, verkohlte Klumpen hervor. Auch das Rühren muß verstanden sein. Wer da glaubt, man brauche nur so herumzustochern, der ist im Irrtum. Wir müssen dafür sorgen, daß die gesamte beheizte Fläche des Kessels immer glatt bleibt. Um dies besser feststellen zu können, werden einige Zwetschensteine in den Honig geworfen. Diese reiben bann auf dem Kesselboben, unb wir fühlen genau, ob noch nichts angebrannt ist. Nach ber Fertigstellung, ein Löffel muß fest bar- in stehen bleiben, er barf also „keine Brühe mehr ziehen", wirb ber Honig von ben Nachbarn, 93er- roanbten unb Bekannten versucht. Das ist, wenn er geraten ist, wie ein kleines Fest, ähnlich wie beim Schlachten. Denn auch hier gilt es, Vorrat zu schaffen für bas ganze Jahr, manchmal für noch längere Zeit. O. Oeffentliche Generalprobe zur „Hermannsschlacht". Die Stadttheater-Intendanz beabsichtigt, auch die Generalprobe von Kleists Drama: „Die Hermannsschlacht der Oeffcntlichkeit zugängig zu machen. Zweck dieser öffentlichen Generalproben ist, allen Theaterfreunden, die aus wirtschaftlichen Gründen weder Abonnent, noch Mitglied ber Deutschen Bühne werden können, ben Besuch zu ermöglichen. Es bedarf wohl keines besonderen Hinweises, daß für diese Vergünstigung nur erwerbslose Volksgenossen unb Wohlfahrtsempfänger in Frage kommen. Der Preis ist für alle Plätze auf 20 Pfennig fest- gesetzt. Kartenausgabe am Montag von 9 bis 13 Uhr an ber Theaterkasse gegen Vorzeigung ber Erwerbs- losen- oder Wohlfahrtsempfängerkarte; bie Theater- karte hat zum Besuch der Vorstellung nur in Verbindung mit diesem Ausweis Gültigkeit. Es erfolgt im Theater nochmals Kontrolle, um wirklich alle bie zu Hungernden zu geben. Das soll ein Opfer fein ®ott dargebracht, wie ja auch Jesus sagt: „Was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Also empor zu Gott bringen wir unseren Dank, zu ihm bringen wir unsere Hoffnung, und empor zu ihm bringen wir die opferfreudige Tat. Amen. Nach dem anschließenden Gesang des Choral» „ßobe den Herrn" horte die Gemeinde die predigt von Pfarrer Or. Hemmes. Er führte in seiner Predigt aus: Wie der Apostel Paulus sagt (Kol. 2, 6 f.), soll gerade die Dankbarkeit gegen Gott die christliche Grundstimmung sein: „Ihr habt Christus, den Herrn, überkommen, wandelt in ihm. In ihm faßt Wurzel, auf ihn baut euch auf, festigt euch im Glauben, wie man eclch gelehrt hat, und strömet über von Dankbarkeit." Warum sollen wir besonders am heutigen Tage unsere Dankbarkeit bekunden? Gott ist der Schöpfer und Leiter aller Dinge, er ordnet in seiner gütigen Vorsehung alles zu seiner Ehre und zum Besten der Geschöpfe. Darum ist er es letzlich, dem wir unser Leben, unsere Nahrung und Kleidung zu verdanken haben. „Seht bie Lilien des Feldes", ruft der Heiland aus! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht unb boch finb sie reicher gekleibet als Salomon in seiner Pracht, seht bie Vogel bes Himmels, sie säen nicht, sie sammeln nicht in bie Scheunen, unb boch, euer himmlischer Vater erhält sie, feib ihr nicht mehr als biefe?" Aber nicht blofe für ben Unterhalt bes Leibes bauten wir, fonbern noch viel mehr für die Nah. rung ber Seele, für bie vielen ©naben, inneren Anregungen unb Tröstungen. Vor einiger Zeit ist von hoher Stelle sehr richtig gesagt worden: Nicht bie äußere Not eines Volkes ist bas Schrecklichste, fonbern bie innere Armut, nicht wenn ber Gelbschrank ohne Inhalt ist, fonbern wenn bas Herz leer ist. Ja, wenn bas Herz ohne Glaube, ohne sittlichen Ernst, ohne Kraft unb Trost ist, bann ist Der Mensch wahrhaft bettelarm geworben unb sollte er äußerlich in Samt unb Selbe einhergehen. Dank sei baher Gott, baß er uns bas Leben bes Leibes erhalten hat, aber noch viel mehr für bie Gesund- Helt ber Seele, für ben Schwung, ben Idealismus, ber in uns lebt. Wenn ich so aufforbere zum Dank gegen Gott, so ist es mir, als ob ich aus mancher Seele eine Widerrebe aufsteigen hörte: Wie soll ich Gott banken für all bie Not, in bie geraten bin, für bas Leib, bas Krankheit unb Tob in bie Familie getragen haben? Wir finb schnell zur Anklage bereit, aber säumig in ber Selbstbesinnung. Es sei bie Gegenfrage gestellt: Wie oft hast bu während des Jahres deines Herrn und Schöpfers gedacht? Hast du ihm gedient, oder warst du treulos geworden, hast den Dienst gekündigt? Könnten da nicht Not und Elend zur verdienten Strafe geworden fein? Ferner waren Krankheit und Tod nicht ein Weckruf, der bie Seele aus Schlaf unb religiöser Gleichgültigkeit aufrütteln sollte? Jawohl, ber Sensenmann wanbert von ber Hütte bes Arbeiters burch bie Straßen ber Bürger bie Marmartreppen hinauf in bie Paläste ber Reichen unb ruft Äinbern unb Erwachsenen unb Greisen mit gewaltiger Stimme: Du hast hier keine bleibenbe Stätte. Jenseits des Grabes ist dein Ziel. Meine sehr verehrten Zuhörer, von der Ewigkeit aus müssen wir bie Geschehnisse biefer Welt beurteilen. Dann werden wir aufhören, zu rechten mit Gatt, vielmehr ihm danken für das zahllose Gute, das er uns erwiesen hat. Wie sollen wir ihm danken? Durch Worte, durch Lobpreisung, durch Gebete, bie wir vor unb nach ber Mahlzeit verrichten. Das Tier betet nicht bei ber Nahrungsaufnahme. Das Gebet bleibt bas erhabene Vorrecht ber eblen Menschenseele. — Aber noch mehr. Danken wir burch bie Tat, burch ein wahrhaft christliches Leben, schenken wir uns selber Gott dem Herrn! Unser göttlicher Meister hat ber Welt ein Gastmahl bereitet, wie kein König vor ihm noch nach ihm, er gab fick selber bar. Liebe verlangt Gegenliebe: schenke Jesus bein Herz. Das ist bie vollkommenste Art, ben Dank abzustatten. Ich schließe mit einem ber erhabensten Dank- gebete, bie über Menschenlippen gekommen finb: „Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit, nimm bin mein Gebächtnis, meinen Verstand und Willen! Was ich habe ober besitze, bas hast bu mir verliehen, ich gebe es bir ganz roieber zurück unb übergebe es unbeschränkt beinern Willen zur Leitung. Deine Liebe allein nebst beiner Gnade schenke mir, bann bin ich reich genug unb verlange nichts weiter." v . Der Gesang bes Chorals „Nun banket alle Gott" beschloß ben einbrucksvollen Gottesbienst. Unmittelbar barauf formierten sich bie Kompanien unseres Bataillons zum Abmarsch nach den Kasernen. Anschließend folgte der Marsch ber SA durch die Stadt, wobei ben Stürmen die vor einigen Wochen in Nürnberg vom Führer verliehene St anbar tl Der gestrige Srntebanffcfttag in (Sic- feen fanb feinen überragenden Ausdruck in einem Erntedank - Feldgattesdienst, der am Vormittag um 9.30 bis gegen 11 Uhr unser Gießener Bataillon, bie SA.-Stürme bes Stanborts Gießen, ben Stahlhelm unb eine große Menschenmenge auf bem Trieb vor ber Volkshalle vereinigte. Die SA.-Formationen waren schon auf bem Marsch zu ben Sammelplätzen unb beim feierlichen Abholen ber Standarte, ebenso wie auch der Stahlhelm, bei ihrem Anmarsch zum Trieb Gegenstand herzlicher Sympathiekundgebungen der Bevölkerung. Etwa von 9 Uhr ab bezogen die SA.-Stürme, der Stahlhelm, bie NS.-Amtswalter, ber Bunb beutscher Möbels unb ber Bund Königin Luise ihre Aufstellungsplätze auf dem Trieb. In dieser Zeit rückte auch bas Bataillon unter tlingenbem Spiele an. Unmittelbar vor ber Felbkanzel, bie von ber Stanbarte 116 unb ben Sturmfahnen ber Gießener SA.-Stürme umgeben war, hatte bas Bataillon Aufstellung genommen. Anschließenb folgte bie SA., die Amtswalter, ber Bunb beutscher Mäbels, weiter ber Stahlhelm mit bem Bunb Königin Luise. Nach ber Aufstellung gab bie vorbilblich tätige SS. bie Absperrung bes Platzes etwas freier, so baß auch bie große Bevölkerungsmasse sich enger um ben Gottesbienstplatz gruppieren konnte. Die Militärkapelle unter Leitung von Obermusik- meister Krauße spielte zu Beginn bes Gottes- bienftes ben Choral „Die Himmel rühmen bes Ewigen Ehre". Hierauf folgte bie Predigt von Pfarrer Lenz. Er prebigte über Joh. 6, 26 unb 27: ,Hesus sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr suchet mich nicht darum, baß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot gegessen habt unb seid satt geworden. Wirket Speise, bie nicht vergänglich ist, sondern die da bleibt in bas ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird." Die Hauptgedanken seiner Predigt waren etwa folgende: Vor noch nicht sehr langer Zeit sah der Städter gern etwas hochmütig auf das Dorf und den dummen Bauern herab. Wahre Kultur glaubte man nur in den Städten zu finden. Manche Menschen der Wahrheit und gerade auch rechte, christliche Predigten widersprachen bem, ohne viel Gehör zu finden. Heute ist diese Saat wie durch ein Wunder aufgegangen. Heute dankt ein ganzes Volk und gerade auch der Städter dem Bauernstand als der unversieglichen Quelle unserer Volkskraft, als dem Erzeuger unseres Brotes. Aber im Gottesdienst haben wir nicht nur Menschen zu danken, sondern uns zu Gott bekennen. Darum rufen wir uns zu: Empor zu Gott! mitunserem Dankfür das tägliche Brot, mit unserer Hoff- nung für Volk und eigenes Leben mit unserer opferfreudigen Tat. Gott haben wir zu danken, weil er nicht nach unterer Würdigkeit, sondern traft seiner Zusage uns wieder eine reife Ernte beschert hat. Das Tier macht sich keine Gedanken, woher seine Nahrung kommt. Aber ein Vorrecht des Menschen ist es, an den Geber aller Gaben zu denken, ihn zu bitten und ihm zu danken. Wir danken ihm auch, daß wir als Deutsche auf unserer Heimatflur leben dürfen. Oder möchte einer tauschen mit anderen, die reicher sind an Gold aber keine deutsche Heimat kennen wie rojr? Wir sollen alle von dem seither weitverbreiteten Irrtum loskommen, als brauchten wir keinen Gott. Ohne ihn kann der gelehrteste Geist und bie fleißigste Faust nichts. Kein Hälmlein können Menschen wachsen lassen. Das tut Gott. Darum müssen wir bas Danken wieder lernen. Auch das Hoffen für unser Volk und für uns selbst lernen wir bann erst wirklich, wenn wir unsere Hoffnung empor zu Gott bringen. Jesus tabelt Die Menschen, bie ihm gefolgt sind, nicht weil sie ihm für die leibliche Speisung danken, sondern weil sie nur an das Brot, zu wenig an den Spender gRotftift aus der wisviglichen Rui wn fjatenfreujer heil günstig ist i oder Wachtmann jchrist: Gin !ßi Befriedigt trit unb betrachtet \t „Unsere m lakonisch. Und m merken, hab wir trän uns wieher fteih-it zugestehk.. Die herzersrischer HKlrn die Uniert)’ I bester firnt gelar Gr fitzt an hm I getippte Mtoh I] an die zuvrrW prfes verteilt m „Eine neue R Arrest für das 1 Leute überschlag gibt uns einen' hatten sich mehr lene Parleiabz in das Knop nebst Bürgerme sorderung der b za entfernen, n I lete man sie. D 'Arrest. Mein Begleite j Widerstand gege S — vier W blich, wenn ’ Akt solche Vers. Die Regierung fi nur in ben eiqei recht Jein." Regiere MöurchMen, ,,2-e topitrt-f) wnmunismu Erster gönn, ge irschmusik Wirtschaft djnung, den Realismus, den mir Di- hinter den Papieren nngesührten Aissern geben die Hohe der zuletzt b-ichI°N°n°n Dividende °n. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Jrantfun a. M. | kur- börse 6d?lu6l.| kurs kurs börse börse 29.9- 130-9. 129-9- 30-9- 30.9. 29-9. 30-9. 29.9- 74,13 74,4 Banknoten. 85,5 Gritzner.................. °| Mainkrastwcrke Höchst a.M..„ 4 Süddeutscher Zucker .....8| Schuckert&6o. ... Siemens & Halske. LahmeyerLCo. ., o o 84 84 85 86,5 85,5 85.5 86,75 82,5 85 72 98,5 86 79,75 11,13 81,1 82 24,25 39,5 14,25 160 133,5 85 98,6 85,4 79,65 11,15 85,5 85 86,75 0 o 0 0 0 4 0 0 0 12 rum die 116,5 169 40,5 47,5 52,5 58 73 55,5 156,25 66,92 80 97 34.88 67,18 81 29 35 02 85 98,5 85 79,75 11,2 85 98,25 85,75 79,75 11,2 81,5 o ■i 0 0 0 6 6 0 0 10,25 22,25 18,5 11,5 40,5 84 44 45,5 37 141,4 17,9 113 72,25 90,25 41,5 72^9 88,5 146,75 110 64.5 95,25 45,75 81 53 126 95,5 51,13 61 23,75 33,25 73 12,25 11,25 111 112 f> 7 10 Schluß? Ulinag» börse 58.26 57,88 12 96 16 355 56 21 93 65,22 0,7 । 4,75 5,13 4,25 5,5 5 0,80 4,9 <2 4J> 6,05 86,75 10,13 0,75 4,9 5,15 4,4 5,5 Hamburg-Amertka-Pakel Hamburg-Südam. Dampsschtff. Hansa-Dampfschifs........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast................ Dresdner Bank Reichsbank ................ A.E.T...................... Bekula Die Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland Datum .......0 .......0 0 10 0 0 .......0 6 .......5 .....7H 7 .......e .......o .......0 ....... 0 0,75 5,1 4,5 5,5 4,7 ZbeL'Schluß- Goldschmidt .... RütgerSwerle ... MelallgeleUichast. 29 38,5 32,75 gewogen und follie =#ibe einklgehen. Stint Harpencr................. Hoefch Eisen—Köln-Neuefsen Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klücknerwerke ............. lNannesmann-Rübreu Sie übersieht, und das wind auf die Dauer ihr gro- 3er Rechenfehler sein, daß das Vertrauensverhältnis vom Volk zur Regierung genau umgekehrt wie in Deutschland liegt." Pg. K. läßt sich von mir ein kurzes Stimmungsbild über das neue Deutschland geben. Er will es für fein nächstes Rundschreiben verwenden. Als wir geendet haben, haut er den Verschluß- deckel über die Maschine. „Abwarten!" Grimmig reißt er einen Fensterflügel aus. „Hier sitzt man mitten drin im Dreck und drüben bei Euch..." Wir helfen die vervielfältigten Flug- und Handzettel ordnen, eine Riesenarbeit, die hier ein ein- zelner Mann geleistet hat. 82,5 84,75 72 74,4 84 84 84,5 86,25 85 85 86,75 | ?°'^°h^rt 4t®* 111 Men. (U D i e Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im September Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Be- kleiduna und „sonstiger r'* Durchschnitt des M> Elcktr.LieferungSgelellschaft... 6 Licht und Krast ............. 6 Felten L Guilleaume 0 Geseülch.s.Elektr.Untemehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 „Zu Haus!" .. Und richtig! Der Junge gehorcht verwahrt die Papiere in seiner Brusttasche. Die Leute an Tischen haben das Intermezzo kaum beachtet. Pg. K... kommt zurück. „Nachher geh ich nochmal zu ihm... Laß seine Adresse geben... Vielleicht wird's wieder einer für die SA...." . Es war die seltsamste Werbung, die ich je ge° anzufordern. * * DerJndexder Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 27. 9. rechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 95,3; fie ist gegenüber der Vorwoche (95,2) kaum verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstosfe 91,5 (plus 0,5 v.H.), mbustnelle Rohstoffe und Halbwaren 89,0 (minus 0,2 p. H ) und industrielle Fertigwaren 113,6 (unv.), hiervon Produktionsmittel 114,1 (unv.), Konfumguter 113,3 (er Bedarf") beläuft sich für den — _tonats September auf 119,0 gegenüber 118,4 im Vormonat; fie ist somit um 0,5 v. H. gestiegen. Im einzelnen hat sich die Indexziffer für Ernährung um 0,8 v.H. auf 111,1 erhöht. Dies ist hauptsächlich auf ein — zum Teil jahreszeitlich bedingtes — Anziehen der Preise für Schweinefleisch, Fett, Schmalz, Butter unk'Eierzurückzuführen. Die Preise für Brot und Kartoffeln sind im September gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Die Indexziffer für Bekleidung .st um 0,6 v.H. auf 116,9 und die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung um 0,7 v. H. auf 134,8 (Erhöhung infolge Abbau der Sommerrabatte für Hausbrandkohle') gestiegen. Die Indexziffer für „sonstigen Be- darf" stellte sich auf 159,1 (plus 01 v. H.) und die Indexziffer für Wohnung unverändert auf 121,3. Ein Volk - ein Reich. Tatsachenbericht von einer Fahrt durch das deutsche Oesterreich. Von Udo Wolter. Wir haben uns in eine ruhigere Ecke des Gartens zurückgesetzt. „Machen Sie das oft so?" „Ab und zu —, ja.' Inzwischen kommt mein zweiter Begleiter mit einigen jungen Männern an den Tisch. „Heil Hitler!" Einige Leute auf den Bänken schauen sich um. Irgendein Hanswurst unter den Musikern zieht ihre Gesichter wieder nach vorn. Kurze Vorstellung. Ein Musiker, ein Student, ein Handlungsgehilfe. Die drei anderen sind arbeitslos. Es sind alles SA.-Leute. „Zwei von ihnen waren am Simmering dabei. Sprechen Sie nur mit ihnen darüber. Auch hier bei uns ist allerhand geschehen. Nicht nur bei such in Berlin." Die Straßenschlacht am Simmering ...! Bis zur Mitternacht geht unsere Unterhaltung. Kapelle, Gesang und Lachen..., alles ist darüber vergessen. (Fortsetzung folgt.) Oie Geländespiele des Jungvolks in den Herbstferien. Ferien! Lange hat der Junge darauf gewartet. Nun sind sie wirklich da. Jetzt wird er den Ranzen in die Ecke werfen für vierzehn Tage. Zwei Wochen Frankfurter Wochenschlußbörse: still, freundlich. F r a n k f u r t a. M., 30. Sept. Die Wochenschlußbörse eröffnete in sehr ft i 11 e r Haltung. Der Ultimo hielt sowohl die Kundschaft, als auch die Kulifse vom Eingehen neuer Engagements zuruck. Indessen war die Grundstimmung durchaus freundlich, wenn auch die Kursgestaltung kein einheitliches Bild zeigte. Von einiger Anregung waren der merkliche Zuwachs der Spareinlagen tm Reich, sowie der Umschuldungsplan der Stadt Frankfurt. Letzteres gab dem Rentenmarkt ein festeres Gepräge, infolge der Gefchäftsstille ergaben sich aber auch hier nur kleine Besserungen. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Altbesitz gewannen je 0,25 v. H., Neubesitz und Schutzgebiete waren gut behauptet. Sehr fest lagen neuerdings Stahlverein-Obligationen mit plus 2,13 v. H. (62). An den Aktienmärkten zeigten Elektrowerte überwiegend Erhöhungen um bis zu 1 v. H - Montanpapiere blieben meist unverändert, nur Phönix eröffneten 0,75 v. H. niedriger. IG. Farben waren anfangs etwas angeboten, das herauskommende Material wurde aber zu 116 v. H. (— 0,50 v. H.) ausgenommen. Deutsche Erdöl waren gut behauptet, während Goldschmidt 1 v. H. nachgaben. Von sonstigen Werten sind noch Conti Linoleum Zürich mit plus 1 o. H. zu erwähnen, ferner Hapag mit plus 0,50 v. H. Auf den übrigen Marktgebieten be- , trugen die Abweichungen nach beiden Seiten 0,13 bis 0,50 v. H. Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit sehr klein, und die Kurse zeigten außer IG. Farben, die 0,50 v.H. anzogen, keine Veränderung gegen den Anfang. Auch deutsche Anleihen, späte Reichsschuldbuchforderungen sowie Stahlverein - Bonds lagen unverändert. Im weiteren Verlaufe zeigte sich vermehrtes Interesse für Montanaktien, die von 0 50 bis 1 v. H. anzogen, Gelsenkirchen gewannen sogar 2 v. H. Etwas fester lagen ferner Lahmeyer (plus 1 v. H ). IG. Farben schlossen mit unverändert 116,50 v.H. Auf den übrigen Marktgebieten traten keine Veränderungen ein. Der Kasfa- markt lag sehr still, und die Kurse waren meist behauptet, vereinzelt ergaben sich Abweichungen um bis zu 1 v. H. nach beiden Seiten. Am Pfandbriefmarkt waren die Kurse für Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie Kom- munal-Obligationen auf gestriger Basis behauptet. Stadtanleihen hatten nur sehr geringe Umsätze aufzuweifen. Während Mainzer von 1926 und 1928 um 0,40 v.H. auf 65,65 abbröckelten, lagen die übrigen meist unterändert, teilweise auch etwas fester, so 6proz. Darmstadt von 1926 (plus 0,75 o. H.). Don Staatsanleihen bröckelten 1929er Hilferding um 10 Pf. auf 98,50 v. H. ab. Länderanleihen und Industrie-Obligationen lagen ruhig. Frankfurter Schlachtviehnrarkt. Frankfurt a.M., 20. Dtt. Vorauftrieb: 1691 Rinder (528 Ochsen, 124 Bullen, 530 Kühe, und 437 Färsen),410 Kälber, 152 Schafe, 3524 Schweine Es wurden notiert: Rinder: Ochsen 20 bis 31 Mark, Bullen 22 bis 29, Kühe 12 bis 27, Färsen (Kalbinnen) 20 bis 31, Kälber 24 bis 43, Schafe 22 bis . 27 Schweine 45 bis 54 Mark. — Marktverkauf: Rin- : der schleppend, Kälber und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. 'Urreft Mein Begleiter sieht mich an: „Da haben Sie es. Widerstand gegen die Staatsgewalt illegale Setatu QUng — vier Wochen hinter schwedischen Gardinen. Ergötzlich, wenn man’s so hört, aber auf die Dauer wirkt solche Verfolgung doch erbitternd auf Die Leute. Die Regierung schneidet sich mit solchen Maßnahmen nur in den eigenen Finger. Nun, uns soll es schon recht fein." , , , Die Regierung will also, wie man so jagt, ener- nüd) durchgreifen, um die Partei zu erledigen. „Sie kopiert Hitler. Seine Maßnahmen gegen den Kommunismus wendet man hier, oft in verschärfter Form, gegen den Nationalsozialismus, an. die den braunen Kolonnen ihre aufrichtige Der- bundenheit und Zuneigung in herzlicher Weife bekundeten. Nach dem Vorbeimarsch vor dem Standartenführer rückten die Stürme zu ihren Sturm- lokalen ab, ebenso wurde die Standarte feierlich zur Wohnung des Standartenführers zurückgebracht. Am Nachmittag marschierten die Gießener Stürme, ebenso wie die Parteiorganisation unserer Stadt nach verschiedenen Orten der engeren Umgebung, um dort gemeinsam mit der Landbevölkerung das Erntedankfest zu begehen. Die Feiern nahmen über- all einen schönen und stimmungsvollen Verlauf. Wir werden über diese Feiern noch besonders berichten. Dorbeimarsch der Stürme vor dem Standartenführer Lutter erfolgte. Ueberall in den Marschstraßen, in denen nicht nur die Klänge der an der Spitze marfchie- iniben Standartenkapelle, sondern auch der Gesang itr Marsch- und Kampflieder der SA.-Sturrne er- ihite, besonders aber auf dem Landgraf-Philipp- Potz, hatten sich große Menschenmengen aufgestellt, „Wird überall im Land so gearbeitet wie hier?' „Leider nicht. Es fehlt an Schreibmaschinen und Vervielfältigern. Geldknappheit. Und dann war die Partei auf so rigorose Regierungsmaßnahmen nicht gefaßt. Es ist natürlich schwer, bei vollständigem Verbot wirksame Arbeit zu leisten. Mich hat man bereits auch schon unter Wind. Morgen kommt das Ding" — er weist auf den Vervielfältiger — „zu einem anderen Pg." , , Inzwischen sind wir mit der Arbeit fertig. „Sie als reichsdeutscher Journalist können übrigens auch schon unter Beobachtung stehen. Wir haben hier, gerade in Wien, ein ausgezeichnetes Spitzelsystem. Wenn wir also noch einen kleinen Plausch machen wollen, — hinaus aus der Bude." „Grinzing möchte ich gerne kennenlernen." „In Ordnung. Straßenbahn am Schottenring... Wir fahren hinaus nach Grinzing. Kleine Verschwörersitzung in Grinzing. Die Kapelle beim „Kleinen Rockenbauer" ist vom Podium geklettert. Jetzt sitzt sie am Nebentisch bei einer Gruppe junger „Madln" nebst Begleitern und spielt die gefühlvollen Lieder des Harvey-Filmes. „... doch nicht allein, Wien und der Wein... Die bunten Lampions tanzen leicht im Wind, der sanft durch die kleinen Häuser und schmalen Gassen Grinzings streicht. Lachen und Gesang umspült die kleine Laube. Wir haben schon drei oder vier Schoppen feurigen" getrunken. ,, Unweit von uns sitzt ein Bursche mit zwei Mädels. Achtzehn, neunzehn Jahre mag er sein. Er singt aus Leibeskräften. , . „ , , „Es könnt' halt schon recht gemütlich sein , sagt Pg. K... sarkastisch. Schon seit einiger Zeit starrt er zu den dreien hinüber. Plötzlich steht er auf und geht hinüber. In der | Hand schwenkt er einige feiner „Kri^sbriese", von denen er stets mehrere bei sich führt. Der Buksche schaut auf, als der große Mann vor ihm steht und ihm die Zettel entgegenhalt. „Da! Stopf Dir das in Dein Tascherl! Sieh s zu $Q3ögerni?greift er zu, will sich die Schriften durchschauen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. v - _ Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ffrleF 2.71 58.50 8.12 13.02 16 415 169 24 22 01 65 48 Deutsche Reichsanleihe v. 1927 «% djem.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 t>Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Auslos.-Rechten Desai, ohne Auslos.-Rechte $>'o ?hem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6Y0 Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12............. Wi°/o Hell- Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqut......... cberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp'Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5/2% ehem. 4/,% Franks. HYP-- Bank-Liqu^Psandürtese... .... 6y,% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp^Bank-Liqu^Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landeopsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 679 ehem. 7% Pr. CanbcCpfanb- briefan stall, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutsch. Verrechnungskurs. 4% Oesterreich» che Goldrente... 4,20% Oesterreichifche Silbcrrcntc 47O Ungarische Goldrente....... *% Ungarische Staatsrente v. 1010 4/i% dcSgl. von 1918.......... 57> abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... lang wird er nicht an die Schule denken, setzt wird er yinausziehen mit seinen Kameraden durch Feld und Wald, durch Städte und Fluren. Jetzt werden überall in Oberhessen die Jungen auf Fahrt und Lager ziehen, werden in Zelten schlafen ober in Scheunen oder auch in Privatquartieren, in den Dörfern werden sie ihre Standquartiere aufschlagen und den Kampfplan für den nächsten Tag besprechen. Denn Fehde ist ausgebrochen zwischen den • einzelnen Stämmen und Wald und Feld werden widerhallen von dem Lärm des Kampfes In aller Frühe schon werden sie den Ort verlassen und ihre Aufgabe erhalten. Den Lebensfaden werden sie um den oberen rechten Arm tragen und ihn verteidigen, als ob es um ihr Leben ginge. Jetzt werden sie ihre Kraft messen können. Jetzt wird kein Vater ober Lehrer hinter ihnen stehen unb zu ihnen sagen: „Du sollst bas nicht", unb keine ängstliche Mutter ober Schwester wirb sagen: „Du barfst bas nicht". Frei werben sie sein unb boch ihren Führern aufs Wort gehorchen. Ein anderer Gehorsam ist dies, als der aus Zwang und Furcht vor Strafe. Nicht Jungen sind hier, hier sind die Manner, die in einiger Gemeinschaft stehen, voll verantwortlich fühlen. Vater ist sogar damit einverstanden, baß ber Junge vier ober fünf Tage nicht mit auf bas Felb braucht zum Kartoffellefen ober Apfelabmachen, denn er weiß, daß fein Junge, wenn er In den Tagen nach seiner Ankunft in Wien erhält der deutsche Journalist seine erste Einführung in die politisch-parlamentarische Kampflage des Landes. Er kommt mit einigen SA.-Fuhrern der verbotenen Partei zusammen und lernt den Kleinkrieg kennen, der in Wien gegen das Verbot geführt wird. Flaschenbierkapseln. „Sie glauben gar nicht, wie schnell das hier mit den Verhaftungen geht", sagt Herr N..., mein nationalsozialistischer Begleiter, als wir auf dem Rege zu einem Parteigenossen über den Schottenkina bummeln. „Die Strafen sind meist noch ertrag- fcar, aber trotzdem ist es nicht angenehm, für die kleinste Gesinnungsäußerung im nationalsozialistischen Sinne seine zwei bis vier Wochen 21 r r e ft zu erhalten. Man kann noch zufrieden sein, wenn man damit davonkommt, denn mit ber Bezeichnung „Hochverrat" ist man hier im Laube überaus freigiebig. Und das kostet dann schon feine paar Jahre." v r Es dämmert bereits leicht in den Straßen. An fcer Litfaßsäule vor uns klebt das überlebensgroße fiopfbilbnis bes Bunbeskanzlers Dollfuß, ber lauft auf uns herablächelt. Es konnte ein gutes Rropaganbaplatat für einen Theatermann fein, — für einen Staatsmann ist es herzlich ungeschickt. Mbei finbet man es zu Tausenden in den Straßen Viens. Ich beschließe, es am nächsten Tage zu photographieren. .. Mein Begleiter hat inzwischen einen mächtigen Notstift aus der Tasche geholt und, nach einem vorsorglichen Rundblick, das Plakat mit zwei riesigen Hakenkreuzen verschönert. Und da die Gelegenheit günstig ist und sich noch immer kein Passant oder Wachtmann sehen läßt, setzt er noch die Inschrift: Ein Volk — ein Reich! hinzu. Befriedigt tritt er dann einige Schritte zuruck unb betrachtet fein Werk. „Unsere vorläufige Propaganda , sagt er lakonisch. Und nach einer Weile: „Die Leute sollen merken, daß wir noch munter und tätig sind. Bis man uns wieder unsere Rechte und Gesinnungs- ‘rhir 811) a:, Con eßw. (em * »Was an-ff* Llü. , w|o empor zu n 1 3U bringen Choral, Gemeinde die rDr. Hemme-. Di- ber Apostü oll gerade die Dankbar- X ©ranlijtimmung feint überkommen, man- SJurjel, auf ihn baut plaubcn, wie man euch .'ber von Dankbarkeit." ),rs am heutigen läge i’ Sott ist der Schöpfer irdnet in seiner gütigen hre unb jum Besten ber lrhlich, dem wir unser 1 Reibung zu verdanken - Felde;", rüst der heilt unb spinnen nicht unb l al; Salomon in feiner hiMiels, sie säen nicht, Neunen, unb doch, euer fie, feil) ihr nicht mehr Unterhalt bes ßeibis d mehr für die.’M)» iden Anoden, innerer n. Bor einiger Zeit isi g gesagt worden: Nicht ef in dos Schrecklichste, nicht wenn ber Eeld- nbem wenn bas Herz ohne Glaube, ohne unb Trost ist, dann ist Im Deutschen Reichs- und Preußischen Staats- anzeiger vom 30. September veröffentlicht die 21 n - meldestelle fürAuslands schulden nach- tehende Bekanntmachung betr. die Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland: Gemäß § 3 der Zweiten Verordnung zur Durchfuh- g der Verordnung des Reichspräsidenten über S. 172) fordern wir hiermit im Benehmen mit dem Reichswirtschaftsminister die im § 1 der Verordnung genannten Personen, Firmen und Koroer- chasten auf, ihre am 30. September d. I. bestehenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland und dem Saargebiet nach den Vorschriften dieser Verordnung bis zum 14. Oktober d.J. bei uns anzumelden. Anmeldepf lich 11 g ist: 1. ohne Rücksicht auf die Hohe der Verpflichtungen jeder Schuldner, der von der Anmeldestelle für Auslandsschulden unmittelbar durch Zusendung von Vordrucken zur Anmeldung aufgefordert wird. 2. Im übrigen jeder Schuldner, helfen Gefamt- verpflichtungen gegenüber dem Ausland und dem Saargebiet im Nennwert ober Gegenwert 5000 Mk. (in Worten: fünftausend Mark) oder mehr betragen. Die zur Anmeldung zu verwendenden Vordrucke sind bei uns, Berlin SW 111, Kurstraße 49, oder bei einer Reichsbankanstalt anzufordern. Diejenigen Verpflichteten, die eine Anmeldung nach Dem totanD vom 28. Februar d. I. vorgenommen haben, erhalten die Vordrucke unmittelbar von uns zugesandt. Sollte bis zum 5. Oktober d.J. keine Zusendung erfolgt sein, so sind die Vordrucke von der Anmeldestelle unmittelbar (nicht von einer Reichsbankanstalt) Mansselder Bergbau ... Kolswerke ............ Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth I. G. yarben.Industrie Schcideanstalt........ 4,9 4,5 2,65 25,1 Datum 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. verelnh. Rente b. 1903 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2^% Anatolier ............... Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ■••• • • Deutsch cesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Note» Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Schultheis Pavenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 tzellsloss Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orcnstein L Koppel 0 Leonhard Tietz .............. 0 Chade......................10 Aecumulatoren-Fabrik 0 llonti-Gumuu......... 0 tum M geg" M au- mancher Seele eine 'M soll ich ®ott öan» > geraten bin, für da; :' in Die yamüie fletra- m iUr Anllage bereit, itbefinnung. Es sei die ;t bah du während des -Japsers gedacht' hast II du treulos geworden, - Sonnten da nichtA i eiro'e geworden stw. Te) nicht ein Den 2 religiöser «lech 3awobl der Sensen ... iJs Arbeiters durch Ionen «r- rl'tten ^^'chenve», corangetragen wurde. Der Marsch erfolgte unter - :|e Rührung des Standartenführers Lutter und ging ■ r,e|f r ,e r 8 tt en vom Trieb aus durch die Kaiferallee über Ludwigs- - Ein. Platz, Gartenstraße, Hindenburgwall, Seltersweg, ’9Qiit tom!* Weisse I* Kicuzplatz, Sonnenstraße zum Landgraf-Philipp- lr[in { ,'lnic,iber m n Patz, wo unter den Klängen der schneidigen ?*nen au. t*lr, der Marschmusik der Standartenkapelle em teilen. QDon« der ■Me fein sehen habe ... „Wenn Sie den Jungen nun aufsuchen. >. Unb \ der zeigt sie an?" Pg. K ... schüttelt den Kopf. „Der nicht." '°Vliur6) Worte, durch cn9 unb na» die wir vor ba las T"r ,[.,(){das tx* los wbet bl M i ei"' durch >e N^i-lber , dein erhabensten ;.Tpen V, oanV I’rf‘5ßillen- .n Dersiand^nir ff t ba» ha'-/und über' wieder ßeitunfl- ÄS* I Msd>e.''l^ Spanien । ! „ HÄ durch «lochen ^'^tanbOt lhllipp Holz mann v semcnlwcrk Heidelberg ......0 «mentwerk Karlstadt...... O| freibeit zugesteht..." Die herzerfrischenden Ansichten meines Begleiters halten die Unterhaltung in ständigem Fluß. In dosier Laune gelangen wir bei dem Pg. K... an. Er sitzt an dem Vervielfältiger und zieht selbst- fictippte „Kriegsbriefe" ab, die am nächsten Abend art die zuverlässigen Parteimitglieder seines Bezirkes verteilt werden. „Eine neue Nachricht, Herrschaften. Vier Wochen Arrest für das Tragen von Flaschenbierkapseln.^ Die Leute überschlagen sich in ihren Maßnahmen." Er - l":-'uy‘MUV-k'- gibt uns einen „Kriegsbericht". In Niederösterreich - bas Leben bes Lei Df s j>tten rid) mehrere Nazis, als Ersatz für bas verbo- ; ri'rr tut ht Msunb- Parteiabzeichen, F l a f ch e n d i e r k a p s e l n x— >.°N ^»nlismus. iltöag Knopfloch gesteckt. Als die Gendarmerie nebst Bürgermeister dahinterkam und sie der Aufforderung der bewaffneten Gewalt, die „Abzeichen" U entfernen, nicht sogleich Folge leisteten, verhaftete man sie. Das Urteil lautete auf vier Wochen Sranfiurl o.M. | »erlin '^ranfturi a. JJI. Berlin Schluß- fürs Gchlußk. Abend- börse Schluß- lurd Schlüße, mittag» börse Datum 29.9. 30.9. 29.9. 30-9. 29. September 30.September Amtliche Notierung (SSeth I 23rie' Amtliche Notierung Geld | Brie ÖelsingsorS.. 5,754 48,05 5,766 48,15 5.744 48.0' 5,756 48.1' Prag....... 12,415 12,425 12,415 12 435 Budapest ... Sofia...... 3,047 3,053 .04/ .053 Holland .... 169.08 169.42 168.98 169 32 Oölo....... 65,43 65,57 i:S,38 o5,52 Kopenhagen. 58,14 58,26 8 14 58.26 Stockholin... 67,13 67,27 67.08 67 22 London ..... 13,02 13,06 13,00 13,04 Buenos Aires 0,963 0 967 Ü.9t3 0,967 Neuyork.... 2,747 2,753 2,737 2,743 Brüssel..... 58,42 58,54 58 44 58.56 Italien..... 22,08 22,12 72.05 22.09 Parts...... 16,40 81,17 16 44 16.395 16 435 Schweiz .... 81,33 oL15 81 31 Spanien.... 35,01 35,09 35.01 35,09 Danzig..... 81 62 81.78 '11.62 81,78 Japan...... 0,766 0.768 0,769 0,771 Rio de Ian. 0.230 0,232 0.2.0 0.232 Jugoslawien Lissabon... 5,295 12,68 5,305 12,70 S.991- 12 68 . 305 1270 23.75 23,75 22,25 68,25 67.13 33,25 33,13 31.5 181 182 179.75 73.5 73,13 73 33,25 32,13 31 11-25 11 11 112-5 113 111 112 111 113 158 157 158 116,6 116,4 116,25 169-4 — —— 39,75 40.5 40.25 47 47 46,75 52,5 52,5 52.5 58 58.25 -9,5 73.5 — — _ 91,5 91,5 29 29,25 29 39 38,5 38 33 32,5 32,5 18,75 18,75 20 99,73 100,75 24.25 24,13 24 39,5 39,5 38.5 26,5 27 — 14,13 1 ,25 — 157 154 160 160,5 — 133 133,5 133 I 16,25 — 1 156,25 I156,75 4,9 2,8 4 9 2,8 5 4,5 4,5 4,4 2,5 2,5 2,55 25,25 25 25 10,25 10,75 10,25 — 20.251 11,13 11,9 11,13 40 40 40,13 84.75 42,5 42,5 43 45 45 45 36.5 36,5 36,5 141,25 141,5 140,9 18,5 18,25 18,13 112,5 113,25 113.25 72,5 90,5 90,75 90,25 41,5 41,5 41,75 73,65 73 — 78-5 79 — 89,75 90 144,75 144 75 146,5 112 114 112,25 64.5 64.5 65 96.25 96,5 96 47 49 47,25 82 82,75 82,25 55 — 128.5 129 94.5 95.25 52 62,5 63,5 52,5 53,25 52,65 Berlin, 30.September______ Geld -urückkommen wird, ein strammer Kerl geworden sein wird und diese Arbeit, über die er vorher gemurrt hätte, jetzt ungeheißen und mit Freuden tun wird. Mutter wird jetzt keine Angst davor haben, daß ihr Junge in Zelten oder Scheunen schlafen wird, denn sie weiß, daß sie den Führern des Jungvolks vertrauen kann, daß diese für ihre Jungen sorgen werden, daß diese die Nächte über nicht frieren werden, auch wenn es wider Erwarten kalt werden sollte, daß sie sich auch nicht erkälten werden, und daß sie kein Heimweh bekommen werden, sondern daß sie den ganzen Tag über beschäftigt sind. Müde werden sie sein vom Kampfe und einen großen Hunger werden sie mitbringen in die Dörfer, wo sie dank der Opferfreudigkeit der Einwohner kostenlos verpflegt werden sollen. Auch die Toten werden sich hier um den dampfenden Kessel einfinden und von ihrem Führer einen neuen Lebensfaden erhalten. Und am nächsten Tage werden sie abermals hinausziehen zu wildem Kampfe und zum Sieg. Für Viesen Tag aber ruht der Kampf, und nach dem Essen werden sie ein Laaer beziehen und ihre Zelte bauen und ihr eigenes Leben leben, werden spielen und tollen und jauchzen und jung sein. Abends werden sie dann um ein Feuer sitzen. Hell lodert die Flamme in die dunkle Nacht hinein. Und sie werden ihre Lieder singen und um ihr Feuer werden die Einwohner der Dörfer stehen und werden sich erinnern lassen an ihre eigene Jugendzeit, da man solche Lager noch nicht kannte und eines wird sie alle verbinden und wird sie gegenseitig sich verstehen lassen: die Liebe zu ihrer Heimat und der Glaube an ihre Zukunft und die Treue zum Führer. Kleiner und kleiner werden die Feuer werden, die überall in Oberhessen brennen abends, wo Jungvolk lagert, und sie werden durch diese Feuer pringen und dann werden sie schlafen gehen. Und ie werden sofort schlafen, denn müde werden sie ein, war der Tag doch anstrengend für sie. Aber müde sollten sie werden, denn ein hartes Geschlecht braucht unsere Zeit, und sie werden träumen von den Kämpfen des nächsten Tages ... Appell der NS-Dolkswohlfahrl Gau Hessen-Nassau. 2Reid)$flafff)olfer Gauleiter Sprenger eröffnet die Winterhilföschlachi. Frankfurt a. M., 30. Sept. (WSN.) Die Winterhilfsschlacht im Gou Hessen- Nassau hat begonnen. Daß sie mit aller Energie durchgeführt und siegreich beendet wird, dafür bürgt der Wille des Führers und die Einheitlichkeit, mit der dieser Wille überall zur Geltung kommt. Auch der Gau Hessen-Nassau hat unter der Leitung des Gauleiters Sprenger und des Leiters der NS.- Dolkswohlfahrt Hessen-Nassau, Haug, das große Werk der Nächstenliebe energisch in Angriff genommen. Samstag nachmittag waren im Bürgersaal des Frankfurter Rathauses die Vertreter der staatlichen, Kreis- und Kommunaloerwaltungen, der kirchlichen und militärischen Behörden, der karitativen Verbände, der Industrie- und Handelskammern, der ßandwirtschafts- und Handwerkskammern usw. versammelt, um die Richtlinien für den Kampf gegen die Winternot entgegenzunehmen. Reichsstatthalier Gauleiter Sprenger richtete einen eindringlichen Appell an die Versammlung, mit aller Kraft ans Werk zu gehen, um die unverschuldet in Not Geratenen zu unterstützen und zu fördern, damit auch sie an die Volksverbundenheit zu glauben beginnen. Ein Recht zum Leben hat jeder, so führte der Reichsstatt- halter und Gauleiter u. a. aus, der ein d e u t s ch e s Herz in der Brust trägt, dem deutsches Blut in den Adern rollt. Ls ist das verdienst der NSDAP., daß sie. weil vorausschauend, schon am 1. Mai daraus hin- wies, daß wir dafür sorgen werden, daß im Maker niemand hungert und friert. Die früheren Machthaber hatten auch in dieser Beziehung nichts vermocht, weil nichts hinter ihnen stand als der Wille von Interessenten, in die eigene Tasche zu arbeiten. Heute steht das deutsche D o l k in seiner Mehrheit in unerschütterlichem Willen hinter dem Führer und in dem Willen, sein Wollen in die Tat umzusetzen. Dieser Wille wird wahr werden. Wir wenden uns daher an alle, die in der Lage sind, abzugeben. Zur Durchführung dieses Hilsswerks rft allein d i e NS. - Dolkswohlfahrt berechtigt. Alle Verbände und karitativen Vereine werden ihre Aufträge erhalten durch die NS.-Volkswohlfahrt. Eines allerdings kann nicht erwartet werden, daß einzelne Vereine glauben, irgend eine Sonder- a r b e i t zu leisten. Eigenmächtigkeit kann hier ebensowenig geduldet werden, wie auf irgendeinem andern Gebiet. Riesig ist die Aufgabe, die sich die TlS.-Bolfs- wohlfahri gestellt hat. Ls sollen aufgebracht werden entsprechend der Anbaufläche des Gau- gebietes 820 000 Zentner Kartoffeln. 65 000 Zentner Getreide usw. Garantiert sind heute schon 710 000 Zentner Kartoffeln und 40 000 Zentner Getreide. Davon sind aufgebracht über 113 000 Ztr. Kartoffeln, über 16 000 Ztr. Getreide, über 6000 Zentner Obst, 8000 Zentner Gemüse usw. wenn alle an ihrer Stelle die Triebkraft abgeben, wenn die verbände. Behörden usw. das beste daransehen, dann wird dieses Werk gelingen. Und dieses Werk muß gelingen, damit allen denen, die noch nicht in Arbeit kommen konnten, die Hoffnungsfreudigkeit erhalten bleibt. Dann ist auch der dritten Etappe im nächsten Frühjahr der Boden bereitet. Hierauf umriß der Leiter der NS.-Volkswohlfahrt Hessen-Nassau, Haug, in markigen Worten die Aufgaben, die der NS.-Volkswohlfahrt gestellt sind. von jetzt bis zum 31. Mär; dürften nur Sammlungen für das Winterhilfswerk durchgeführt werden. Jeder verband und jede Einzelpersönlichkeit habe sich hinter das große Werk zu stellen. Wenn alle helfen, dann werde der (Kni Hessen- Nassau mit an der Spitze marschieren. Mit einem Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten, den Führer und das deutsche Volk schloß die Versammlung. Obechessen. Aufruf! Oberhessische Bauern! Der Grünberger Gal- l u s m a r k t steht vor der Tür. Am ersten Tage, Mittwoch, 18. Oktober, findet ein Pferde-, Schweine- und Rindviehmarkt statt. Wir fordern Euch auf, diesen zu beschicken und Euren Viehhandelt dort auf einem alten deutschen Markt zu tätigen, von Berufskollege zu Peru f s k o l l e ge. Ein Wertschätzungsausschuß steht auf Wunsch beim Auftrieb und Handel kostenlos zur Verfügung. Jrn Bedarfsfall erhält der Käufer Kredit und Sicherheit. Kein Bauer darf sich in den kommenden Wochen der Zwischenhändler beim A n - und Verkauf von Vieh bedienen. Der Markt in Grünberg muß ein deutlich sichtbares Zeichen dafür sein, daß die nationalsozialistischen Bauern Oberhessens die Zeichen der Zeit begriffen haben. Beweist, daß Ihr gewillt seid, im Sinne unserer großen Führer zu handeln, die den deutschen Bauernstand durch weitsichtige Maßnahmen retten wollen. Am zweiten Tage, Donnerstag, 19. Oktober, wird unser hessischer Bauernführer, ßanbesbauernpräfi- bent Dr. W a g ne r, M. d. R., zu Euch sprechen, um selbst die von ihm zur Rettung des hessischen Bauernstandes durchgeführten bzw. eingeleiteten Maßnahmen bekannt zu geben. Wir erwarten, daß Ihr zu dieser Kundgebung geschlossen erscheint. Der landwirtschaftliche Fachberater für d e n Bezirk Grünberg : Balser (Göbelnrod). Die Landwirtschaftlichen Kreisfachberater: -Für den Kreis Gießen: Dörrschuck. Für den Kreis Alsfeld: Geiß. Für den Kreis Schotten: Straub. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. Oktober. In der Nacht zum Sonntag wurde das an der Straße nach Lützellinden gelegene Heim der hiesigen evangelischen Jugendvereinigung übel zugerichtet. Fensterläden und Fenster waren erbrochen und demoliert, und im Innern sah es wüst aus. In Küche und Tagraum lagen viele Einrichtungen zerschlagen auf der Erde oder fehlten ganz. Die Polizei wurde rasch alarmiert und scheint auch schon die Spur der Täter gefunden zu haben. Kreis -llsseld st. O b e r • © {e e n, 28. Sept. In einer außer- ordentlichen Generalversammlung im Vereinslokal Ruppert führte der hiesige Kriegerverein die Gleichschaltung durch. Der Vorstand legte seine Aemter nieder. Entsprechend dem Vorschlag des Ortsgruppenleiters der NSDAP. L. Becker wurde der frühere 2. Präsident Heinrich Ruppenthal 3um ersten Führer gewählt. Der neue Führer dankte dem bisherigen Präsidenten für seine Arbeit und ernannte die weiteren Vorstandsmitglieder: 2. Führer: Heinrich K. Schaaf; Schriftführer: Karl W al d;' Rechner: Karl Engel. Nach Bekanntgabe verschiedener Anordnungen der Hassia wurde die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf die Reichsregierung, die Kriegerkameradschaft und das Vaterland geschlossen. st. Kirtorf, 28. Sept. Der hiesige R a d f a h . rerverein hielt dieser Tage in der Gastwirtschaft „Zur grünen Au" eine Mitgliederversammlung ab. Der 1. Vorsitzende Heinrich Geil erläuterte die neuen Richtlinien des Deutschen Rad- fahrerbundes, ferner kam er auf den Tag der Deutschen Radfahrer zu sprechen, der am 30. September im „Deutschen Haus" zu Alsfeld stattfindet. Demnächst soll zum Zwecke der Gleichschaltung eine außerordentliche Generalversammlung stattfinden. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf die Führer des Reiches wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Schotten. i. Gedern, 30. Sept. Dieser Tage wurde hier bei einer Amtswaltersitzung der NSDAP. Ortsgruppe Gedern eine Ortsgruppe der NS.-Volkswohlfahrt gegründet. Ortsgruppenleiter Klein wies in einer größeren Ansprache auf die Bedeutung der von unserem Führer Adolf Hitler kürzlich geschaffenen NS.-Volkswohlfahrt hin. Er betonte, daß nun das gesamte Fürsorgewesen, das Winterhilfswerk gemäß dem Aufruf des Reichs- minifters für Propaganda und Volksaufklärung Dr. Goebbels „Gegen Hunger und Kälte" und andere soziale Einrichtungen von der NS.-Dolkswohl- fahrt geleitet bzw. überwacht würden. Der Ortsgruppenleiter ernannte sodann Pfarrer Saal zum Ortsgruppenwalter, zu dessen Stellvertreter Apo- theker Veesenmeyer, zum Geschäftsführer Willy B r o c a r, zum Kassenwart Bruno Schmöker und verpflichtete sie durch Handschlag. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 29. Sept. Durch den Uebergang des Kreises Wetzlar an den Regierungsbezirk Wiesbaden wurden zwei Berufsgenossenschafts beiträge fällig, und zwar deshalb, weil die Rheinische Berufsgenossenschaft die Beiträge für 1932 nachträglich, die Hessisch-Nassauische Berufsgenossenschaft die Beiträge aber im Voraus erhebt. Diese doppelte Belastung wäre für die Landwirtschaft des Kreises untragbar. Landrat Grillo hat sich deshalb in einer Eingabe für Ent- l a ft u n g der Bauernschaft eingesetzt und ist dabei von der Kreisbauernschaft unterstützt worden. Die Eingaben waren von Erfolg begleitet. Die Rheinische Berufsgenossenschaft beschloßt nur die erste Beitragshälfte einzuziehen; von der Erhebung der zweiten Hälfte wird Abstand genommen. Die Landwirtschaft des Kreises erfährt dadurch eine Entlastung um 38 000 Mark. — Im Hotel Kitterle fand die Hauptversammlung des Ob st- und Gartenbauvereins für den Kreis Wetzlar, von Lehrer Hofmann (Oberndorf) geleitet, statt. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde Landrat G r il l o einstimmig zum Vorsitzenden ernannt. Die Berufung der übrigen Vorstandsmitglieder wurde zurückgestellt, weil Landrat G r i l l o am Erscheinen verhindert war. Nachdem die Versammlung noch einige Satzungsänderungen beschlossen hatte, sprach Kreisobstbaulehrer K i l p über die „Bekämpfung der Krankheiten und Schädlinge im Obstbau". Der Vortrag löste eine rege Aussprache aus. Allgemein ging die Ansicht dahin, daß nunmehr die zwangsweise Durchführung der Schädlingsbekämpfung durchgeführt werden müsse, wenn *ber Obstbau im Kreise Wetzlar nicht noch weiter zurückgehen solle. Kreisobstbauinspektor K i l p wurde beauftragt, bei den Behörden dementsprechende Anträge zu stellen. Werkmeister W r i s e hielt bann noch einen Vortrag über Süß- moftbereitung. <> Lützellinden, 29. Sept. Unsere G e - m e i n d e will nachstehende Arbeiten ausführen lassen: 1. Befestigung von 420 lfd. Meter des „Grünen Weges", 2. desgl. von 500 lfd. Meter des „Pinnweges". Die Arbeiten find von dem Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen als N o t • standsarbeit anerkannt. Es sollen 20 Arbeitslose beschäftigt werden, die vom Arbeitsamt Wetzlar zuaewiesen werden. Bis zu 80 v. H. der Belegschaft dürfen Wohlfahrtsunterstützte beschäftigt werden. Die Arbeiter werden nach dem Tiefbauarbeiter-Tarif — das sind z. Zt. 48 Pf. je Stunde — entlohnt und wöchentlich 40 Stunden beschäftigt. Die Gemeinde erhält für jedes Arbeitslosen-Tage- werk eine Grundförderung (Zuschuß) von 3 Mark aus Mitteln der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Die erforderlichen Fuhren werden von den Grundbesitzern der Gemeinde im Frondienst geleistet. Die Steine werden im Gemeindesteinbruch an der Salzburg" gewonnen. Die Gesamtkosten der Arbeit sind mit über 11 000 Mark und die Zahl der Arbeitslosen- tagewerke mit über 2000 veranschlagt. Die Ausführung wurde dem Bauunternehmer Otto Zörtz übertragen. Die Notstandsarbeit wird Voraussicht- lich schon in der nächsten Woche in Angriff ge. nommen werden. cxd Niederkleen, 29. Sept. Die Gemein, deoertretung hat sich in ihrer jüngsten Sitzung damit einverstanden erklärt, die von dem Kultur, bauamt Dillenburg projektierten Dränagear. beiten im Rahmen des Reinhardt-Programm, durchzuführen, die zu dränierende Fläche beträgt 41 Hektar. Die Kosten sind mit 16 000 Mk. veran. schlagt, wovon etwa 6500 Mk. auf Material entfal. len. Die Zahl der Arbeitslofentagewerke ist mit über 2000 veranschlagt, wofür die Grundförderung (Zu. schuß) von je drei Mark aus Mitteln der Reichsan. stall beantragt ist. Zur Deckung der restlichen Kosten soll ein Darlehen von 9400 Mk. bei der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt ausgenommen werden, das mit 3 v. H. zu verzinse» und nach drei tilgungr. freien Jahren mit 2 v. H. zu tilgen ist. Der jähr- Uche Derwaltungskostenbeitrag beträgt 0,25 o. ch. Die der Gemeinde verbleibenden Kosten sollen von den beteiligten Grundbesitzern durch Erhebung von Beiträgen gemäß dem Kommunal-Abgabengesetz ein- gezogen werden. < Erdhausen, 29. Sept. An der Staats- ftrafje Gladenbach — Weidenhausen wurde dieser Tage das Ob st versteigert. Der Durchschnitts, erlös belief sich auf 4 Mark je Zentner. < Friebertshausen, 29. Sept. Bei den Notstandsarbeiten unserer Gemeinde konnten nicht nur alle Erwerbslosen von hier, sondern auch noch Arbeitslose aus Mornshau- f e n Beschäftigung finden. Hohe Geldstrafen für Zigarettenschmuggel. Mainz, 29. Sept. (WSN.) Die Zweite Große Strafkammer beschäftigte sich mit einer Anklage wegen Zigarettenschmuagels. Bor den Schranken des Gerichts stand der 31 Jahre alte Schiffer ßaufenmaier von hier, der beschuldig» war, in der letzten Zeit über 140 Mille Zigaretten unversteuert und unverzollt a b g e f e tz t zu haben. Bei einer Haussuchung konnten bei ßaufenmaier ungefähr 20 Mille belgischer Zigaretten noch beschlagnahmt werden. Außer ßaufenmaier hatten sich noch fünf weitere Angeklagte wegen Beihilfe a u r Steuer- Hehlerei zu verantworten, da sie bei dem Der- kauf der Zigaretten mitgeholfen hatten. Die Straffammer verurteilte ßaufenmaier wegen Steuerhehlerei zu sechs Monaten Gefängnis, 96116,60 Mark Geldstrafe und 35110 Mark Wert- ersatzftrafe. Die übrigen Angeklagten erhielten- Gefängnisstrafen von z w e i W och enbiszuzwei Monaten und Geld- bzw. Werterfatzftrafen von zirka 6000 bis 40 000 Mark. Sneflasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. TL Auf Grund des §911 BGB. gelten Früchte,^ die von einem Baum oder einem Strauche auf ein Nachbargrundstück hinüberfallen, als Früchte dieses, Grundstücks. Infolgedessen war der Nachbar berechn tigt, die auf fein Grundstück gefallenen Birnen weg-! zunehmen und für sich zu verwerten. Sie können dem aber begegnen, indem Sie die im Auf träum des Nachbargrundstücks hängenden Früchte z. B. mit einem Obstbrecher brechen. Dagegen ist es Ihnen verwehrt, das Nachbargrundstück zu betreten, um die Birnen ernten zu können. Sie machen sich sogar strafbar, wenn Sie gegen den Willen des Nachbars dessen Grundstück betreten, um die darauffallenden Früchte aufzulesen. Der Nachbar kann von Ihnen Schadenersatz verlangen, wenn Sie die auf seinem Grundstück gelegenen Birnen aufgelesen und dabei das Gras zertreten haben. Allerdings wird dem Nachbar ein Schaden durch das Zertreten des Grases nicht entstanden fein, da dieses nach ihrer Angabe sehr kurz war. Berliner Frühbörse. Berlin, 2. Okt. (WTB. Funkspruch) Der erste Frühverkehr der neuen Woche lag noch sehr ruhig und abwartend. Da zum Montagsbeginn die ßimite zu fehlen pflegen, konnten schon kleine Kauforders genügen, um die Kurse etwas zu bessern. Soweit am Samstag im Reiche Börsen abgehalten wurden, lagen diese etwas freundlicher, und beson- ders Montanwcrte wurden 0,25 bis 0,50 Prozent über Freitagschluß genannt. Auch die Neuyorker Samstagbörse schloß in fester Haltung. Heute waren Kurse vorläufig noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man Pfund gegen Paris mit 79,30, Mailand mit 59, Spanien 37,15, Amsterdam 7,70, Schweiz 16,02 und Kabel 4,76 etwa. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bi» 17 Uhr. Sümelofl nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts stelle zu richten. Gießen, den 2. Oktober 1933. 5708 Von der Reise zurück Gießen (Kaiserallee 70), Danzig, den 30. September 1933. Dr.Neumann-Spengel 6073D Die Beerdigung findet statt: Dienstag. 3. Oktober, nachm. 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. | Empfehlungen | SiWWelWsl tänl. jriftß d. Kelter. Schäfer, Bleichsfr. 8 Hühneraugen Warzen, Hornhaut werden infolge der Tielenwirking auch indenhartnäck.Fäll. todsicher u. Garant, i.5-6 Tagen reftl.m. Wurzel beseit, durch Htthneraegen Rapid. » DUII nin Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 69 ________________________________________6076D Wirksame Werbe-Drucksachen liefert die Brühl'sche Druckerei Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am Samstag früh meine liebe Frau. unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Lina Krämer Wwe. und Kinder. In tiefer Trauer: Karl Wehrum nebst allen Angehörigen. Frau Katharina Wehrum geb. Möbus im Alter von 57 Jahren heimgegangen. Wir geben hiermit bekannt, daß Herr Emil Luit bei uns als Inseratenwerber nicht mehr tätig ist und keinerlei Auftrag hat, für uns Geschäfte abzuschließen oder Verhandlungen zu führen. 06716 Hento-Reklamen, Tel. 3335 und 3788. Der erste Ehe-Tag „Sein“ Leibgericht gibt’s. Wenn Sie all' die praktischen Geräte in Ihrer Aussteuer haben, wird’s schon klappen. — Nur das praktische, das solide und doch preiswerte Hausgerät wird man auch fUr Ihre Aussteuer empfehlen bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145/2146 5633 a L c 2 e 2/9 2 U; ■X C ■ <.^(9 R3« 2 C v — 2 “5 - c '.»c: z22=' to» 'S? W ^7^r2° 3 Ä 8 58 s Oft 8 8 8 «ES ’-* 6 entjoii 8 *ö C8 ®.g 2 8 Zo 4J s® « I (9 §“2 ^8' = B 8.2 w« « «£ 8K6LZ-K v 'c-~ (« 2X<» 8 8 — o(9 'S c 8:<= 'n 'S cfö 8 GK «678^67- (9 75 57 S7 (9 57 öS 2 8 = 2(5) 3 o i§S .5(9 8 K s8 8:'S 8-sg ac® •ss (5) vd e © = 8 2 .8© SP 3§® € -rv.77 :c oföve o C? ZG 8 5 2 2 •«Se 3-O(77> 'Sco£ 8^ -'S £ «sß A g(9 Seo «»'S.st© = s. WL ©t: s^s? 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Sie machen fich [ogc den Wen des Nachbar! , um die barauffalknbet Machbar kann von Ihn« wenn Sie die auf (einen men aufgelefen und dabe oen. Merdings wird den rrch das Meten des @ro ■„ to dieses nach ihrer rln E=o 3 o *» -8 -jo 3 «■« 2 8-3 ~ 8*^ Sop E o 5»S'= 3^0 5-, 3«^^ ~(95 83 E (9 2 3 8 o(9 2,3:5 So 2 5©ti «8 U7 §s 'S e (9o -3 OS, g t- <3- 3 3 3 0 toS -o«-3 • — Oft «G>3© sQ » .(^o 3 - ä o - E JröfWrf^ r$. ffuntiprui) Der ersik Sache lag noch sehr »um üRonta^sbegint egen, tonnten schon Nem .1 M » 51“'°tl“ bi w hören. flJ 16,02 und Kabel 4,1t 3 3 3S 5 8 8C 2-2 0 3 3 ■3 E “ *• /-* 'o«>w i- -'M tzrutz 8 E L s«o e"®4' E8Sle B 5Ä E.Bvo^-X 288 o8 3. E j »(9L (9 3^-8 «'Z - £33 Bs» — । »33 g8-: 3 _ 3 I _8 s-§ ie^NtÄ lenschmutz^ •xttas M«! ' “nd unoerjol/,; ®« emer hcwssuchun,' *bj B Ä °>nden J $ ^°ch hinf weiten XJ'J i« Steuer. S bVU 6ei bem^o . itbolren hatten. Die Straf, u'enmaier wegen Steuer Dna,en Gefängnis ''und 35110 Mark Wett Angeklagten erhielten ße Vochenbiszuzwe b)w. 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