Hr. 127 KrübauSgabe 185. Zahrgang Zreitag, 2. Juni 1935 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: 5r°nisurt am Main II68S. vnick vnd Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Steinörucferei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Seschästzftelle: §chu!Nrahe 7. Annahme von Nnzelaen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärt» 10 Reichspsennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton DrJ).Tbi)riot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlürdenAn- zeigenteil i.B.TH.Ziümmel sämtlich in (ßitßciu Erscheint täglich, autzer ♦ Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monats-Bezngsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, /iernfprechanschlüsfe anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Liehen. Der Generalangriff auf die Arbeitslosigkeit. Der Vierjahresplan der Arbeitsbeschaffung wird in Gang gefetzt. Berlin, 1. Juni. (ERD.- Funkspruch.) Bor Vertretern der Presse äußerte sich Staatssekretär Reinhardt vom Deichsfinanzministerium über den Inhalt des gestern vom Kabinett verabschiedeten Entwurfes eines Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Grundsätzlich unterstrich Staatssekretär Reinhardt, daß eine wesentliche Voraussetzung für die Gesundung von Wirtschaft und Finanzen nicht schon gegeben ist in einer Verminderung der Arbeitslosenziffern, sondern er st in einer Vermehrung der Arbeit, die zu einer Erhöhung des 2o hnkontos und des Umsatzes der deutschen Volkswirtschaft und des Volkseinkommens führt. Die zwangsläufige Folge davon ist eine Verbesserung der Einnahmen in den öffentlichen Haushalten, und auf der anderen Seite die Verminderung des öffentlichen Bedarfs für die Arbeitslosenfürsorge Alle Maßnahmen des Reichs- finanzministeriums werden grundsätzlich von der Basis dieser Gedankengänge aus getroffen. Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffung. Nach den Mitteilungen des Staatssekretärs Reinhardt sieht das Gesek in Abschnitt 2 (Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen) vor, daß Aufwendungen für die Anpassung oder Herstellung von 'Maschinen und Geräten oder ähnlichen Gegenständen des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals im Steuerabschnitt des gewerblichen Ertrages voll vom Einkommen abgezogen werden können, wenn der neue Gegenstand inländisches Erzeugnis ist und nach dem 30. Juni 1933 und vor dem 1. Januar 1935 angeschafft oder hergestellt ist. Spenden zur Förderung der nationalen Arbeit. Abschnitt 3 beschäftigt sich mit den freiwilll- genSpendenzurFörderungdernatio- nalcn Arbeit. Die Spende soll einem Ausgleich hinterzogener Steuerbeträgc dienen. Wenn festgestellt wird, daß der betr. Spender Steuern hinterzogen hat, dann kann er den Spen- denschcin vorlegen und dadurch neben Straffreiheit erreichen, das mindestens 50 Prozent des hinter- zogenen Steuerbetruges ihm auf dem Spendenschein ungerechnet werden. Dus Aufkommen uus diesen Spenden soll ausschließlich der Arbeitsbeschaffung bienen. Eine Ablösungsfähigkeit der Steuerschulden eines Spenders durch Leistung einer freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit besteht nicht, sobald diese Steuerschulden entfallen auf: 1. Vermägensstücke, die s i ch am 1. Juni 1933 im Ausland befinden ober auf zum gleichen Termin anbietungspflichtige Devisen. 2. Auf Zahlungsmittel, die zum Erwerb der unter 1 bezeichneten Werte unmittelbar ober mittelbar verwendet worden sind. 3. Aus Ertrug und Einkommen uus den unter 1 und 2 bezeichneten Werten und uuf Umfuß, der die gleichen Werte betrifft. Mehr weibliche Kruste für die Hauswirtschaft. Der vierte Abschnitt „Tleberführung weiblicher Arbeitskräfte in den Haushalt" geht von der Tatsache aus, daß die 3 pO I der Hausgehilfin ne n in den letzten Ahn Jahren ganz bedeutend zurückgegangen ist. Während sie 1925 noch eine Million betrug, beziffert sie sich heute lediglich auf 100 000. Der Grund dafür sind neben der allgemeinen Verschlechterung der Wirtschaftslage in erster Linie d i e außerordentlich hohen E o z i a l l a st e n. Jetzt sollen Hausgehilfinnen einkommen st euerlich als minderjährige Kinder ungerechnet werden, so büß also ein Arbeitgeber mit einer Frau, zwei Kindern und einer Hausgehilfin in der Berechnung der Einkommensteuer demjenigen mit Frau und drei Kindern gleichgerechnet wird. Ehestandsbeihilfen. Der fünfte Abschnitt „Förderung der Eheschließungen" sieht die Einrichtung einer Ehestandsbeihilfe vor, durch die jungen Menschen bie Beschaffung von Einrichlungs- gegenftänben für eine kleine Wohnung ermöglicht werden soll. Es sind zinslose Ehestandsdarlehen bis zum Betrage von 1000 Mark vorgesehen, deren Tilgungsbetrag monatlich 1 Prozent betragen wird. Weitere .Voraussetzung ist die Verpflichtung der jungen Ehefrau, während der Dauer Der Rückzahlung des Darlehens solange keine Arbeit uufzunehmen, wie der Ehemann ein Einkommen von mindestens 125 Mark monatlich besitzt. Das Darlehen wird nicht in bar gewährt, sondern in Form einesBebarssbeckungs- fdjeins unb berechtigt nur zum Erwerb von Möbeln und Hausgerät. Der bisher bestehende Ledi- o e n z u s ch l u g wird vom 1. Juli d. I. ab in Wegfall kommen. Man rechnet damit, angesichts dieser günstigen Aussichten im ersten Jahre 150 000 Ehen finanzieren zu können. Die zur Hingabe der Ehestandsdarlehen erforderlichen Summen werden durch eine EhestandsHilfe aufgebracht, zu der alle ledigen Personen herangezogen werden, bie Einkünfte im Sinne des (Eintommenfteuerge- I c ö e s beziehen. Diese Eheslandshilfe wird sowohl von Lohn- und Gehaltsempfängern, als auch von Veranlagten erhoben. Als lebig gelten auch verwitwete ober geschiedene Personen, deren Ehe kinderlos ist. Von der Ehestandshilfe sind befreit unverheiratete Frauen, denen Kindermäßigungen zu- stehen, sowie Personen, bie zum Unterhalt ihrer geschiedenen Ehefrau ober eines bedürftigen Elternteiles seit einem Jahre mindestens ein Sechstel ihres Einkommens auswenden, außerdem Personen, die über 55 Jahre alt sind. Die Ehestandshilfe der Lohn - undGehaltsempfänger wird nicht erhoben, wenn der Arbeitslohn 75 Mark im Monat nicht erreicht. Bei monatlicher Zahlung beträgt die Ehestandshilfe der Lohn- und Gehaltsempfänger bei 75 bis 150 Mark 2 v. H., bei 150 bis 300 Mark 3 v. H., bei 300 bis 500 Mark 4 v. H., bei 500 Mark und darüber 5 v. H. Die Ehestandshilfe wird durch Einbehaltung eines Lohn- ober Gehaltsteiles erhoben, wobei der Arbeitgeber dem Reich haftet. Be- meffungsgrunblage der Ehestandshilfe der Veranlagten find die Reineinkünfte, die nicht dem Steuerabzug vom Arbeitslohn unterliegen. Sonder- leiftungen und der steuerfreie Einkommensteil bür- fen nicht abgezogen werben, Werbungskosten, Schuldzinsen, Renten und dauernde Lasten nur insoweit, als dies nicht bereits bei Feststellung der Reineinkünfte geschehen ist. Die Eheslandshilfe der Veranlagten beträgt bei 750 bis 1300 Mark 2 v. H., bei 1300 bis 3100 Mark 3 v. H., bei 3100 bis $500 Mark 4 v. H., bei 5500 und darüber 5 v. H. Die Ehestandshilfe der Veranlagten wird für die im Kalenderjahr 1933 endenden Steueradschlüsse nur in Höhe von 50 o. H. erhoben. Auf die Ehestandshilfe der Veranlagten sind Vorauszahlungen erstmals am 10. September 1933 zu entrichten, dann an den für die Einkommensteuervorauszahlungen jeweils maßgebenden Tagen. Arbeitsbeschaffung durch Znftandsetzungsarbeiten. Abschnitt 6 betrifft die Förderung von I n - standsetzungs-unbErgänzungsarbei- ten an Verwaltungs- und Wohngebäuden, Brücken und sonstigen Baulichkeiten der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbänden und der sonstigen öffentlichen Körperschaften, an Wohn- und Wirtschaftsgebäuden landwirtschaftlicher Betriebe, ferner die Teilung größerer Wohnungen unb Räume zu Kleinwohnungen, ferner die vorstädtische und die landwirtschaftliche Kleinsiedlung, Flußregulierung, die Versorgung der Bevölkerung mit Elektrizität, Gas usw., Tiefbauarbeiten und Sachleistungen an Hilfsbedürftige. Das Reich gibt den Gemeinden und Gemeindever- bänben zinslose Darlehen, dem Hausbesitz einen verlorenen Zuschuß für Haus- reparaturen. Der Entwurf dieses Gesetzes unb besonders sein Absatz 1 ist im Einvernehmen mit dem Reichsbankpräsidenten und dem Reichsbankdirektorium zustandegekommen. Der Reichsfinanzminister ist danach bekanntlich ermächtigt, A r» beitöbienftanroeifungen bis z u einer Milliarde Mark auszugeben. Diese Anweisungen werben ber Gesellschaft für öffentliche Arbeiten in Berlin zur Verfügung gestellt. Anträge auf Mittel sind beim Reichsarbeitsministerium zu stellen. In Kreisen der Reichsregierung rechnet man damit, baß bie Pläne über bie Tiefbau- arbeiten schon in den nächsten Wochen 400 000 Mann an bie Arbeit bringen. Die B e - zahlung dieser Arbeitskräfte regelt sich in folgender Form. 1. erhalten die Beschäftigten bie Arbeitslosenhilfe, bie ihnen bei weiterer Dauer der Arbeitslosigkeit zustehen würde; 2. wird vom Träger der Arbeit eine warme Mahlzeit je Arbeitstag oder ein entsprechender Bar betrag gegeben; 3. werden vom Deich 2 5 Mk. f ü r jeweils vier Wochen in Form von Bedarfs- deckungsscheinen zur Verfügung gestellt, die zur Anschaffung von Kleidung, Wäsche und dergleichen dienen können. Außerdem wird noch eine sehr namhafte Summe in Bedarfsdeckungsscheinen an die Bezirksfürsorgeverbände gegeben, die besonders Bedürftigen zu Anschaffungen zugutekommen sollen. Zusammenfassend unterstrich Staatssekretär Reinhardt, daß durch diese neuen Maßnahmen der Reichsregierung angekurbelt werden sollen die Bauwirtschaft, die Textil-, die Maschincn- und die Möbelindustrie und die damit unmittelbar verbundenen Wirtschaftszweige. Dazu kommt die Tieberführung weiblicher Arbeitskräfte in die Hauswirtschaft unb die Herausnahme weiterer weiblicher Arbeitskräfte aus der Produktion. Die Reorganisation des deutschen Reichsverbands der Industrie. Förderung der Arbeitsbeschaffung. Berlin, l.Juni. (TU.) Der Reichsverband der deutschen Industrie veröffentlicht eine Erklärung in der cs u. a. heißt: .Auf Veranlassung des Vorsitzenden des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Herrn Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, haben Verhandlungen über die Reorganisation des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der ihm angeschlossenen Verbände mit den Bevollmächtigten der einzelnen Fachgruppen und landschaftlichen Verbände stattgefunden. Die Verhandlungen sind für die Mehrzahl der Verbände abgeschlossen. Es darf festgestcllt werden, daß die Reorganisation des Reichsverbandes dazu führen wird, daß die Spihenorganisationen der Industrie in Zukunft wesentlich einfacher und klarer, damit zugleich wirkungsvoller gegliedert sein wird, als dies bisher der Fall Hamburg, 1. Juni. (WTB.) In einer Kundgebung in der Halle des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg wurde heute nachmittag die Gründung der „Ra- tionalsozialistischenFrontdesdeut- schen Rechts" vollzogen. Dach einer Begrüßungsansprache des Präses der Hamburger Justizverwaltung, Senator Dr. Rothenberger, ergriff der Reichsjustizkommissar Dr. Frank das Wort zu einer programmatischen Rede über Arbeit und Zielsetzung der deutschen Dechtsfront. Dr. Frank führte dabei u. a. aus: Es ist nicht wahr, daß das, was anderen Völkern einmal recht war, für uns gut genug wäre. Wir sind ein stolzes großes Herrenvolk und wollen nach unseren eigenen Gesetzen leben. Wir sind stolz. Diener des deutschen Rechts zu sein und wir fordern die Volksgenossen aller Schichten und Stände auf, dieKluftzwischenJustizundVolk auch von sich aus z u s ch l i e ß e n. Mit dem Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz! werden wir dafür zu sorgen haben, daß jeder deutsche Mensch auf deutschem Boden nach deutschem Wesen leben kann. Tlnsere erste Rechts- Berlin, 1. Juni. (WTB. Funkspruch.) Das gestern vom Reichskabinett verabschiedete Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldenverhältnisse soll die Landwirtschaft von den Schuldfesseln lösen, die seit 1924 um sie gelegt sind, und zwar in Verbindung mit der Wiederher st ellung eines Reinertrages der landwirtschaftlichen Betriebe. Die in dem neuen Gesetz vorgesehene Entschuldung soll die Voraussetzungen für eine allmähliche Zurückführung der Verschuldung bis auf die Grenze derMündel- s i ch e r h e i t schaffen. Die Festsetzung der Mün» delsichcrheitsgrcnze, die im allgemeinen zwei Drittel des Grundstückswertes beträgt, ist den Durchführungsvorschriften überlassen. Das Entschuldungsverfahren Das im Gesetz vorgesehene Entschuldungsverfahren verfällt in zwei Abschnitte. Im 1. Abschnitt besteht die Möglichkeit einer Kürzung des Kapitals bzw. der Kapitalforderungen nicht. Ist die Entschuldung so nicht durchführbar, so kann das Verfahren in den 2. Abschnitt übergeleitet werden, in dem die Möglichkeit von K a p i t a l k ü rz un g en im Wege des Zwangsvergleiches besteht und für dessen Dauer ein besonderer Vollstreckungs schütz gilt. Entschuldungsstelle kann eine öffentliche ober unter Staatsaufsicht stehende Krebitanstalt sein. Der Schuldner kann sich unter den Instituten eine Entschuldungs stelle suchen. Die Entschuldungsstelle hat zunächst zu versuchen, ohne einen Zwangsvergleich auszukommen. Dabei müssen sich aber die Gläubiger der nicht durch eine mündelsichere Hypothek gesicherten Forderungen, soweit sie am 13. Juli 1931, dem Tage des deutschen Kreditzusammenbruches, schon bestanden, gewisse Eingriffe gefallen lassen, ohne die Möglichkeit eines Widerspruches zu haben. Diese Eingriffe sind 1. Herabsetzung des Zinssatzes auf 4* Prozent, wobei ber Gläubiger in den ersten drei Jahren ein welkeres Prozent vom Reich erhält. 2. Umwandlung ber Forberung in eine unkündbare Tilgungsforderung, deren jährliche Tilgung zwischen 'A unb 5 Prozent vereinbart werden kann. 3. Zahlung der Tilgungsraten an bie Ent- s ch u l b u n g s st e 1 l e, bie dem Gläubiger das Kapital einschließlich ber aufgelaufenen Ansen aus» Zahlt, fobalb die Tilgung beendet ist. Forderungen, die nach dem 12. Juki 1931 entstanden sind, werden auf Wunsch des Gläubigers von der Entfchuldungsstelle bar ausgezahlt, wobei aber zugunsten des Reiches gewisse Abzüge war. Reben dieser Arbeit wurde das Problem der Eingliederung des Reichsvcrbandes i n d i e berufs ständische Wirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung von Belegschaftsvertretern in Angriff genommen. In dankbarer Anerkennung der Stabilisierung der politischen Verhältnisse und überzeugt davon, daß die Reichsregierung alles in ihren Kräften stehende tun wird, um d i e private 3 n i t i a t i d e 311 fördern, appelliert der Reichsverband der deutschen Industrie an das industrielle Unternehmertum, schon jetzt die Reichsregierung in der Aufgabe der Arbeitsbeschaffung tatkräftig zu unterstützen und dadurch zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Der Reichsverband erwartet zuversichtlich, daß dem Verbot der Reichsregierung gegen Einzelaktionen in der Wirtschaft unbedingt Folge geleistet wird, da es im jetzigen Augenblick der sichtbaren Wiederbelebung ber Wirtschaft vor allem darauf ankommt, die zielbewußte Aufbauarbeit nicht durch S t ö • rungsversuche zu gefährden. Pflicht ist die Erfüllung des Rechts des deutschen Menschen auf Arbeit. Aus diesem Recht auf Arbeit ergibt sich dann die große Schicksalsgemeinschaft des deutschen Rechts zur Rettung des deutschen Bauerntums. Wir glauben an die kulturelle, sprachliche und gesellschaftliche Rot- wendigkeit, der Tlnabhängigkeit des deutschen Richtertums. Diese Tlnabhän- gigkeit allerdings wird nur ihre nationale Aufgabe erfüllen, wenn sie sich einreiht in die Belange der nationalen Gesamtheit. Alles kann erkannt werden als Recht, was dem deutschen Volke dient. Dies muß auch die Voraussetzung der richterlichen Unabhängigkeit sein. Die deutsche studierende Jugend ist besonders berufen, in das neue Rechtswollen hineinzuwach- sen. Hier liegt die Brücke in die Zukunft. Das deutsche Recht muß auch immer ein wertvoller Schuh der nationalen deutschen Wirtschaft sein. Eins ist sicher: der Verbrecher in Deutschland soll wieder zittern, auf daß der brave, ehrlich schaffende Deutsche Freude und Sicherheit in der Arbeit und im Leben finden kann. (Stürmischer Beifall.) (10 bis 20 Prozent) gemacht werden Immer unb ohne Abzug werben bar ausgezahlt bie nach dem 31. März 1932 begründeten Lohn- und ® e - haltsforderungen und die nach diesem Tage, aber vor dem Inkrafttreten des Gesetzes, begründeten Handwerker- und ßieferantenforbc- r u n g e n. Aus Billigkeitsgründen kann die Entfchuldungsstelle auch andere Gläubiger bar aus- zahlen. Läßt sich mit diesen Maßnahmen die Entschuldung durchführen, so hat die Entschuldungsstelle einen Entschuldungsplan aufzustellen, der mit der Bestätigung des Amtsgerichtes verbindlich wirb. Der Zwangsvergleich. Der Zwangsvergleich ist nur mit Ermächtigung des Amtsgerichtes zulässig, für die Dauer des Verfahrens tritt ein allgemeiner Dollstreckungsschuh für den Inhaber des landwirtschaftlichen Betriebes ein. Beim Zwangsvergleich können alle Forderungen, die nicht durch eine mündelsichere Hypothek gesichert sind, bis auf die Hälfte gekürzt werden. Eine Kürzung ist unzulässig, wenn der Gläubiger mit der Hinausschiebung der Verzinsung und Tilgung seiner Forderung bis zur Tilgung anderer Schulden des Betriebes einverstanden ist, ferner bei bestimmten Arten von Forderungen. Rückständige Steuern und öffentliche Abgaben unterliegen dagegen der Kürzung, wenn sie vor dem j. April 1933 fällig geworden sind. Der Dcrgleichsvor- schlag gilt als angenommen, wenn weniger als die Hälfte des betreffenden Kapitals widerspricht; jedoch ist der Cntschuldungsstelle die Möglichkeit gegeben, durch Erwerb von Forderungen die Ablehnung des Vergieichsvorschlages zu verhindern. Wird der Vorschlag abgelehnt, obwohl er nach Lage der Sache nicht unbillig ist, so kann das Amtsgericht auf Antrag der Cntschuldungsstelle gestatten, das Grundstück zur Zwangsversteigerung zu bringen, wenn sie eine Forderung gegen den Schuldner erworben hat. Bleibt dann die Entschuldungsstelle meistbietende, so ist der Zuschlag dem bisherigen Eigentümer zu erteilen. Die Beschaffung der Mittet. Die Entschuldungsstellen erhalten für jedes Entschuldungsverfahren als Linkostenzuschuß aus der Reichskasle eine Pauschalvergütung, die sich nach der Größe des entschuldeten Betriebes richtet, außerdem einen einmaligen Risi-- kozuschlag. Die für Barzahlung erforderlichen Beträge werden in Form von verzinslichen Schah- anweisungen in Höhe von 300 Millionen Reichs- Die Gründung der Nationalsozialistischen Front des deutschen Rechts. Eine Rede des Neichsjustizkommiffars Dr. Frank. Das Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhaltnisse. mar? derRentenbankkreditanstaltzur Verfügung gestellt, die diese Mittel an die Entschuldungsstellen ohne jede Verteuerung weiterzuleiten hat. Die Rückzahlung dieser Kredite erfolgt aus den eingehenden Tilgungsbeträgen. Außerdem ist eine weitgehende Lombardierung für auszugebende Entjchuldungspfandbriefe vorgesehen. Oie Landabgabe. 2leben den geschilderten beiden Möglichkeiten der Entschuldung sieht das neue Gesetz auch die Möglichkeit einer Entschuldung durch Landabgabe seitens des Betriebsinhabers vor, womit gleichzeitig die landwirtschasttlche Siedlung gefördert werden soll. Äeichsmimster Hugenberg erläutert das Entfchuldungsgeseh B e r I i n, 1. Juni. (CNB.) Vor Vertretern der Presse gab Reichsminister Hugenberg einige Erläuterungen zu dem neuen Gesetz zur Neuregelung der landwirtschaftlichen Schuldenveryältnisse. Er betonte die enge Verbundenheit dieses Gesetzes mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik und wies insbesondere auf den Erfolg der Neuordnung der Fettwirtschaft hin, die zu einer Steigerung der Milch- und Butterpreise geführt habe. Eine Milchpreissteigerung um 1 R p f. bedeute so viel wie ein Drittel der Z i n s e n, die die Landwirtschaft heute zu zahlen habe. Der Lösung der Zinsfrage müsse die Behebung der landwirtschaftlichen Absatznöte vorangehen, und so sei dem Fettgesetz gewissermaßen als abschließende Maßnahme das vorliegende Gesetz über die landwirtschaftliche Entschuldung gefolgt. Das Gesetz halte eine Verschuldungsgrenze für diejenigen Güter, die sich dem Entschuldungsoerfahren unterziehen, und die da liege, wo die Mündelsicherheit aufhöre. Das Gesetz bringe ferner, wichtige Bestimmungen zur Frage der Siedlung. Es werde in der nächsten Zeit eine Anzahl großer Güter, die sich als nicht entschuldbar erwiesen hätten, aufdenMarktkommen. Der Vollstreckungsschutz halte augenblicklich diese Güter aufrecht, auch solche, die nicht durch die Entschuldung gerettet werden könnten, und das neue Gesetz laufe darauf hinaus, durch ein beschleunigtes Verfahren den Vollstreckungsschutz zu lösen, um sie d e r S i e d - l u n g zuzuführen. In diesem Zusammenhang teilte Dr. Hugenberg mit, daß der Fonds für dieSiedlungim laufenden Jahr u m 2 5 M i l l. R M. erhöht werden solle. Bezüglich der Eingriffe in die Zinsver - hältnifse durch das neue Gesetz äußerte sich Dr. Hugenberg dahingehend, daß ein Zinssatz für die mündelsicheren Hypotheken von 4 Prozent und für die nichtmündelsicheren von 4,50 Prozent angemeffen und entgegen anderen Auffassungen für die Landwirtschaft auch tragbar sei, zumal sie vor dem Krieg den gleichen Zinssatz getragen habe. Das Reichskabinett habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß man diesen Zinssatz zugrundelegen müsse, und zwar aus der Erwägung, daß der Landwirtschaft auch für die Zukunft die Möglichkeit zur Neuaufnahme von Krediten gegeben werden müsse Vei der Schilderung des Entschuldungsverfahrens hob Dr. Hugenberg wiederum den Grundsatz der Freiwilligkeit hrvor, und wies abschließend darauf hin, daß die Folge des Gesetzes eine Wiederbelebung des ört lichen Kreditwesens sein werde, das durch die falsche Kreditpolitik seit Anfang des Kriegs in Einordnung geraten sei. Mittel zur Förderung des Eigenheimbaues. Berlin, 1. Juni. (ERB.) Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat Mittel zur Förderung des Cigenheimbaues zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt cs sich um D-arlehen in Höhe von 80 0 M k. f ü r jedes Eigenheim. Bei Einbau einer Anliegerwohnung erhöht sich das Darlehen auf 1203 Mk. Die Verzinsung und Til- gung beträgt insgesamt 4 v. H. Mit Rücksicht auf | die geringe Höhe des Darlehens kommen nur I Eigenheime in Frage, die nach Llmfang und Ausstattung sehr bescheiden sind und deren Herstellungskosten in der Regel unter 5000 M k. liegen. Der Bauherr muß mindestens 30 v. H. als Eigenkapital nachweisen. Wenn er ein schuldenfreies Grundstück besitzt, ist neben einer ersten Hypothek nur ein verhältnismäßig geringer Barbetrag erforderlich. Reichsmrmster 0r. Goebbels an Mailand. Mailand, 1. Juni. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels ist am Donnerstagmorgen von Rom kommend in Mailand eingetroffen. Dr. Goebbels nahm an einem Empfang im deutschen Generalkonsulat teil und besuchte die d e u t s ch - i t a l i e n i - sche Kulturvereinigung, wo er von dem Präfekten der Ambrosiana begrüßt wurde. Es folgte eine Besichtigung des größten Mailänder Kulturinstituts, Circolo Filologico. wo Minister Goebbels wiederum Gegenstand herzlicher Ehrungen war. Gegen mittag besichtigte der Minister die große Internationale Kun st- und Architek- turausstellung Triennale und stattete der alten Wirkungsstätte Mussolinis, dem „Popolo d'Jta- l j a " einen Besuch ab. Der Oberkommandierende der faschistischen Milizen, General Preti, überreichte dem Minister im Namen der italienischen Milizen „als sichtbares Zeichen freundschaftlicher Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus das Symbol des Milizsoldaten", einen Ehrendolck. Dr. Goebbels wurde dann in das ehemalige Arbeitszimmer des 1931 verstorbenen Direktors des „Popoli d'Jta- lia", Arnaldo Mussolini, geleitet, das in seinem ursprünglichen Zustand als Gedenkraum erhalten bleibt. Hier verlas Dr. Goebbels eine dem „Popoli d'Jtalia" gewidmete Botschaft. Dr. Goebbels begab sich gegen 16.00 Uhr mit seiner Begleitung im Kraftwagen nach Verona, von wo er am Abend mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Berlin weiterfuhr. Die Mailänder Presse widmet „dem Eroberer des roten Berlins", wie Dr. Goebbels überall genannt wird, herzliche, weit über die üblichen internationalen Höflichkeiten hinausgehende Ausführungen. Die Loccunier Vereinbarungen über die Vischosfrage. Berlin, 1. Juni. (CNB.) Von amtlicher kirchlicher Seite wird — wie der Evangelische P r e s s e d i e n st meldet — mitgeteilt: Durch einige Blätter geht erneut die Behauptung, die ßoccumer Vereinbarung (modus procedendi) sei hinsichtlich der Wahl des Reichsbischofs verletzt worden. Dies ist unrichtig. Es handelt sich bei jener Vereinbarung um eine auch vom Wehrkreispfarrer Müller unterzeichnete Verabredung über ein schrittweises Vorgehen in dem kirchlichen Reformwerk. Darin heißt es (Punkt 2), daß bei der Beratung der Vertreter der Landeskirchen über den Grundplan der Verfassung eine Einigung über di e Person des zukünftigen Reichsbischofs erfolgen sollte, aber es ist mit keinem Wort davon gesprochen worden, daß die Wahl des Reichsbischofs noch irgendeiner weiteren Abstimmung unterstellt werden müßte. Vielmehr waren sich alle Beteiligten darin einig, daß dies unzweckmäßig fei und einen Rückfall in das allseitig bekämpfte parlamentarische System bedeuten würde. Damit fallen alle Vorwürfe, die ßoccumer Vereinbarung sei durch die kirchlichen Bevollmächtigten verletzt worden, in sich zusammen. Aus aller Welt. Große Kundgebung am Rotkreuztag. Am Sonntag, dem 11. Juni, findet im ganzen Reich der Rotkreuztag statt. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, von Winter- f e l d t - M e n k i n, hat an alle Mitgliedsvereine die Aufforderung gerichtet, den Rotkreuztag in diesem Jahre durch öffentliche Kundgebungen und Veranstaltungen besonders eindrucksvoll zu begehen, um damit das Bekenntnis und den einHerr Bim und Grit und Bobby nebenbei. Erne pfingstgefchichte. Von Hans dichter. Herr Bim liegt im Boot und blinzelt mit halben Augen den Flug an, Grit liegt am Ufer im Grase, pat die Arme hinter dem Kopf verschränkt und schaut in den blauen Himmel, lieber all dem brütet die warme Sonne eines Psingstsamstags, eines Tages al|o, dem zwei wundervoll freie Tage folgen werden — eigentlich sogar zweiundeinhalber. Herr Bim ist ein weißer Sealyham, ordnungsgemäß drahthaarig, ordnungsgemäß mit einem Mo- nofel aus grauen und gelben Haaren ums linke Auge, ordnungsgemäß mit einem Stummelschwänzchen. Herr Bim und das Boot — es ist ein Faltboot für zwei Personen — sind das, was die blonde Grit rund als „mein Besitz" bezeichnet. Herr Bim ist schon seit längerer Zeit Hausgenosse, das Boot ist neu. Das Boot ist eigentlich für zwei Personen gedacht — das ist wichtig — es wird zur Zeit aber nur von Herrn Bim bevölkert. Und über diesen zweiten unbesetzten Platz denkt die blonde Grit nach. Sie hat es nicht ganz leicht, sie hat ein Examen gemacht und erteUt nun Gym- nastikunterricht. Kindern und Damen. Kindern am liebsten. Es gibt aber nicht genug Schüler und deshalb gibt es nicht genug Honorar. Trotzdem hat es für das Boot gereicht. Das wurde am Donnerstag festgestellt. Am letzten Donnerstag. Und da hat Bobby gesagt: Natürlich kaufst du einen Einer, das ist sportlich. Und Grit: Ich möchte einen Zweier haben. Und Bobby: Achselzucken. Und Grit: Muckschen. Und nun wiegt sich der Zweier leise auf dem Wasser, und Bobby ist nicht da. Und Grit denkt über das nach, was sie sich oorgespiegell hat, als sie das Boot kaufte. Und das sah so aus: Sonne über einem weiten See, das Boot darauf, und in dem Boot Bobby und Grit. Herr Bim, das ist selbstverständlich. Sie lassen sich treiben, Bobby sitzt hinten und Grit liegt lang ausgestreckt da und hat den Kopf in seinen Armen gebettet. Das kann man stun- denlang tun und Sonne haben. Erzähl mir etwas, sagt Grit. Bobby erzählt, er kann wundervolle ßuft- fchlösser bauen, mit Wänden aus Glas und mit Türmen aus Gold. Oder: Sie haben das Zelt aufgebaut, dicht am Wasser, und es ist Abend. Der Mond wird bald aufgehen, dann wird das ßagerfeuer bunte Reflexe auf Grit und Bobby werfen, und es wird in öer Luft leise klingen. Und Bobby wird Spiegeleier braten — er macht immer Spiegeleier — und Grit wird Kaffee kochen. Und nachher holt Bobby die Zupfgeige und singt — und dann kriechen sie in ihre Schlafsäcke — und am anderen Morgen geht es kopfüber in die Flut — und dann kommt wieder ein langer Tag voll Sonne. Schade, daß sie ihm das nicht gesagt hat. Nun ist es so: Bobby trainiert für irgendein Rennen, Bobby ist eifriger Sportsmann und mächtig ehrgeizig. Und Grit ist allein. Dabei hat er erst vor acht Tagen gewonnen. Er hat einen gewaltigen Schlag, Grit hat auf dem Steg vor dem Klubhaus gestanden und ihr Herz hat geklopft. „Der ist richtig!" hat einer gesagt. „Hieltet Junge!" hat eine gesagt. So eine Pute! Und bann hat Bobby gewonnen. Aber er muß boch nicht immerzu gewinnen. Herr Bim fängt an sich zu langweilen. Mit ihm ist das so: Er liebt Grit abgöttisch, aber er liebt eben auch Bobby. Grit ist zärtlich zu ihm, und Bobby ist roilb. Manchmal tolpatschig, finbet Bim. Aber gerabe das gefällt ihm, weil es feiner Art fo ähnlich ist. „Dumme Töle!" sagt Bobby und lacht jungenhaft. Man muß den Kopf ganz schief legen und sich wundern, wenn er so lacht. Und dann muß man mitlachen. Das tut man mit dem Stummelschwa nz- Aen und zuletzt dehnt man sich und macht einen Katzenbuckel. „Doof!" findet das Bobby. Und Grit findet das von Bobby wieder scheußlich. Lind Bim ist selig über beide. Familienleben! Töeil Bobby nun nicht da ist, und weil Grit fräumt. hat Bim nur das Boot und den Fluh. Das Boot ist ein totes Ding, gerade gut, in ipm zu schlafen weil die Sonne da besonders wärmt. Der Fluh ist schon lustiger. Manchmal ist er ganz ruhig und träge, manchmal hat er vergnügt tanzende Wellen, und manchmal wird er ganz wild. Dann überschlägt er sich und tobt und kollert. Es ist einfach zum totbellen. Jetzt ist er träge, und außerdem ist das Boot festgemacht. Mit einer Leine. Genau so eine Leine hängt manchmal im Garten und man kann sie knautschen. Das darf man eigentlich nicht, aber wenn Grit nicht zusieht. — Ob man vielleicht? Bim hat sich erhoben und schwuhlt zuerst einmal die Leine an, dann Grit. Grit schläft und die Leine pendelt. Lind weiter draußen ist der Fluh mächtig lustig. drucksoollen Einsatz aller Organe und Kräfte des Deutschen RotenKreuzes für den nationalen Staat darzutun. Um für den Erfolg des Rotkreuztages die breiteste Grundlage zu gewinnen, wird der Rotkreuztag auf Anregung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda unter ein einheitliches Motto gestellt, das in der Bezeichnung „Opferdank am Deutschen Rotkreuztag 193 3" zum Ausdruck kommt. Die Hitler-Spende des Reichslandbundes. Der Reichskanzler empfing den geschäfts- führenden Präsidenten des Reichslandbundes Weinberg zur Entgegennahme der Hitler- spende des Reichslandbundes. Danach werden über 5 0 0 0 0 Mitkämpfer von S S-, SA., RSBO. und Stahlhelm aus den Städten zu mehrwöchiger Erholung bei Landbundmitgliedern ausgenommen- Der Reichskanzler sprach seinen Dank und seine besondere Befriedigung darüber aus, daß durch diese Tat des Reichslandbundes die Volksverbundenheit zwischen Stadt und Land in so starker und herzlicher Weise zum Ausdruck komme. Der Deutsche philologen-verband gibt für die Hitler-Spende. Der Vertretertag des Deutschen Philologen- Verbandes beschloß, 10 0 0 Mark für dieOp- fer der Arbeit, und 300 Mark zur Errichtung eines Grab st eines für den ermordeten Kollegen Studienassessor Günther Roh und als Beihilfe für die Hinterbliebenen zu spenden. Huldigung der deutschen Korpsstudenten für Reichspräsident und Reichskanzler. Der Kösener SC., Verband deutscher Korpsstudenten, nahm auf feiner Pfingst- togung als Huldigung für den Reichspräsidenten und den Reichskanzler eine Entschließung an, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß das deutsche Korps- ftubententum keinen größeren Wunsch habe, als sich in die Marschkolonnen der nationalen Erhebung einzureihen. Angesichts der Un° geklärtheit der Lage sollen jedoch entscheidende Beschlüsse einem späteren Kongreß überlassen werden. Die Entschließung, in der die Gründe für die Vertagung der entscheidenden Entschlüsse im einzelnen bargelegt werden, wurde dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler, dem Reichsinnenminister Dr. Frick, der Reichsleitung der NSDAP, und der Reichsleitung des nationalsozialistischen Studentenbundes zu- geleitet. Ein durch Beiträge der Korpsstudenten gesammelter Bettag wurde dem Reichskanzler Hitler zur beliebigen Verwendung für Linderung der N o t der deutschen Volksgenossen zur Verfügung gestellt. Die erste hillerglocke. Eine alte Glocke im West türm der Klosterkirche zu Maulbronn (Württemberg) war während des Krieges geopfert worden. 3n diesen Tagen konnte sie durch eine neue ersetzt werden, die den Ramen Adolf Hitler trägt und die erste Hitlerglocke in Deutschland sein dürfte. Erfolglose Revision im Lübecker Lalmette-Prozetz. Die Revisionsverhandlung im Lübecker Calmette- Prozeß beginnt vordem Reichsgericht unter Vorsitz des Reichsgerichtsrats Schmidt. Der in Lübeck im Februar v. I. wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren Gefängnis oerurteilte Professor Deyke vom Lübecker Krankenhaus und der wegen der gleichen Vergehen zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilte Lübecker Obermedizinalrat Dr. Altstaedt haben gegen das Urteil Revision eingelegt. Die Lübecker Staatsanwaltschaft hat gegen den Freispruch des Angeklagten Professor Dr. K1 o tz Revision eingelegt. Ebenso haben die als Nebenkläger im Lübecker Prozeß zugelassenen Eltern der verstorbenen Säuglinge Einspruch gegen das Urteil des Lübecker Gerichts erhoben. In dem Lübecker Prozeß handelte es sich darum, daß mehr als 70 Säuglinge, an denen das sogenannte Calmette-Schutzimpfoerfah- ren gegen Tuberkulose zur Anwendung gekommen war, nach der Behandlung an Tuberkulose gestorben waren. 168 Säuglinge waren Drrr — macht Herr Bim. Ganz leise. Grit hört nichts. Nrrrrr — Pfote drauf, Zähne hinein. Ordentlich schütteln einmal, das Boot fängt schon recht hübsch an zu wackeln. Noch einmal: Rrrrr — Rrrrr. Spaßig: Jetzt ist überall Fluß — und Grit? — Eben war sie doch noch da? — Jetzt ist viel Wasser zwischen ihr und Herrn Bim. Lustiger, springender Fluß. Herr Bim steht aufrecht, hat beide Pfoten auf bas Waschbord gelegt und freut sich. Das ist beinah so schön als ob man mit Bobby spiele. Der wird manchmal auch tapsig, manchmal sogar sehr tapsig, dann bekommt man genug. Eine Welle schlägt ins Boot und macht Herrn Bim naß. Viel zu tapsig, der Fluh! lind außerdem fehlt Grit. Vorhin war sie noch da, aber jetzt kann man sogar nicht mehr sehen. Nur der Fluß ist da. lind der wird wilder und wilder. Noch freut sich Herr Bim, aber das kleine Hundeherz beginnt doch schon ängstlich zu schlagen. Man mag nicht allein sein. Grit fehlt. Außerdem wird es erst richttg lustig, wenn sie mit dem Holzpaddel so komisch das Wasser schlagt, daß man immerzu die Tropfen fangen pochte. Dieser Fluß wird d'u wild, wenn man allem ist. Noch wilder als Bobby. Herr Bim bellt — schon ein wenig ängstlich. Aber niemand hort ihn, der schäumende Fluh verschlingt jeben Laut. aufwacht ist kein Doot mehr da. „Bim! schreit sie. „Kleiner Bim!" Lieber Him- mel, das Boot muh abgetrieben sein — und ein paar Kilometer weiter unten beginnen die Strom- Fnellm Da liegen Felsen im Fluhbett, und Strudel sind da. Em führerloses Doot muh kentern. Lind Dirn! Sie rast am ^fer entlang, sie denkt fieberhaft nach: Sie wird das Doot einholen, sie wird sich ms Wasser stürzen, sie wird schwimmen! Wenn man letzt nur em Doot hätte. Sie läuft und läuft - biegt um eine Ecke. Da, ein Zelt! Den Wimpel kennt sie doch? Em Doot davor! Ein Mensch' Dobby! Dobbh! Fliegende Worte erklären alles, was notwen- dig ist, dann ist das Doot im Wasser und schießt davon. Dobby hat wirklich einen mächtigen Schlag! Aber so ein führerloses Doot kommt auch weiter. Manchmal dreht es sich ja. aber dann schießt es wieder nach vorn. Herr Dirn steht aufrecht. unter tuberkuloseoerdächtigen Erscheinungen erkrankt. Als Ursache des Unglücks sah bas Gericht in feiner Urteilsbegründung entweder eine Verwechselung oder aber eine Verunreinigung der Jmvfkulturen an, für die es die beiden verurteilten Angeklagten verantwortlich machte, während feiner Auffassung nach gegen den Angeklagten Professor Klotz und die ebenfalls angeklagte Schwester Anna Schütze keine Schuldbeweise beigebracht werden konnten. Zu Beginn der Verhandlungen machte der Vorsitzende die Prozeßbeteiligten darauf aufmerksam, daß der vom Lübecker Gericht festgestellte Sachverhalt nicht angegriffen werden könne und die Verteidigung sich vor dem Revisionsgericht auf die rechtliche Kritik des angefochtenen Urteils zu beschränken habe. Das Reichsgericht verwarf auf Kosten der Beschwerdeführer sämtliche gegen das Lübecker Urteil eingelegten Nechtstitel. Sämtliche Revisionen find erfolglos geblieben, abgesehen von einer formellen Berichtigung, die eine geringfügige Aenderung in der Kostenfrage herbeiführt. Ein Brilkmfenbieb auf offener Straße erschossen. Ein aufregender Vorfall ereignete sich in Dresden. Ein Unbekannter hate einem Mädchen Drillanten zum Kauf angeboten. Das war einem Automobilisten ausgefallen, der sofort einen in der Nähe befindlichen Polizeibeamten auf baä Auffällige dieses Kaufangebotes aufmerksam machte. Als der Polizeibeamte an den Unbekannten herantrat, zog dieser einen Revolver und legte auf den Deamten an. Es gelang dem Polizisten, dem Llnbekannten d i e Waffe aus der Hand zu schlagen, wobei sich ein Schuh löste und den Drillantenverkäufer tödlich in den Kopf traf. Wie sich herausstellte, waren die Drillanten kurz vorher gestöhlen worden. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg ist am Donnerstagnachmittag nach Neudeck abgereist. Reichskanzler Adolf Hiller ist am Donerstag kurz vor Mitternacht vom Flughafen Tempelhof aus nach Köln abgeflogen und dort gegen 2.15 Uhr gelandet. Nach kurzem Aufenthalt setzte der Reichskanzler mit feinem Gefolge die Reife mit dem Kraftwagen nach Bad Godesberg fort, wo inzwischen die Ankunft erfolgt ist. Alle deutschen Sender verbreiten am heutigen Freitag Don-21.30 bis 22.15 ilfjr einen Vortrag des Staatssekretärs Reinhardt über das Arbeitsbefchaffungsprogramm der Regierung. Am Pfingstsonntag um 9 ilfjr hält der Beauftragte des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller mit Reichsleiter Pfarrer Hossen- f e l d e r in der Kirche Wang im Riesengebirge einen Gottesdienst ab, der durch Rundfunk übertragen wird. Nach den der Glaubensbewegung Deutsche Christen zugegangenen Meldungen errang diese bei den Wahlen zur Brandenbur- gischen Provinzialsynade die absolute Mehrheit, nämlich 51,3 o. H. für die Liste Hossen- felber, Kube, Schlange. Das ergibt 77 Abgeordnete der Deutschen Christen gegen 73 aller bisherigen Kirchenparteien. * Wie WTB. meldet, hat Ministerpräsident Göring den Potsdamer Polizeipräsidenten Graf H e l l d o r f ins preußische Innenministerium berufen. Der Reichswirtschaftsminister hat mit Bezug auf die Vorgänge in den Haus- und Grundbesitzerverbänden den Major a. D. Johann Georg Roenneberg, Berlin, bis auf weiteres zu seinem Beauftragten für die Reichsverbände des Haus-- und Grundbesitzes und ihren Zusammenschluß in der bestehenden Führergemeinschaft bestellt. Für das Feuilleton verantwortlich: i. V. Dr. Fr. W. Lang e. drinn und winselt, er hat eine ganz gemeine Hundeangst und möchte nicht mehr mitmachen. Aber dieser tapsige Fluh will es anders. Lind die Stromschnellen kommen immer näher. Bobby spurtet! Dobbh ist nicht umsonst Wild- wassermann und Regattensieger. Das soll doch! Dobby holt gewalttg aus und denkt nicht an die Gefahr. Aber Grit denkt daran. Sie kann Bobby nicht mehr sehen, aber der Fluh neben ihr tobt und nun hat Grit Angst um Bobby und um Bim. Zuerst einmal um Bim, dann um Dobby — und immer mehr um Bobby, während die Stromschnellen näher kommen. \ Dabei findet Dobby, dieser Llnmensch, das ganze nur lustig. Er schafft wie ein Flößer und hält Ausschau. Drüben, wo der Sog in den Kessel zieht, entdeckt er das Boot. Lind Herrn Bim. Das Doot tanzt, weicht geschickt dem Felsen aul aber so ein Doot ist eben ein dummes Ding rüno bis zum Ende wird es nicht gut gehen. Bestimmt nicht. Also vorwärts! Dabei spritzt und sprüht es. Hoho! schreit Bobby. Hoho! Der Renneiner springt über das Wasser, der Renneiner schießt wie eine Rakete. Jetzt hat auch Herr Bim Dobbh entdeckt und jault: Hierher! Hierher! 3eht schießt das Doot dicht hinterher. Jetzt ist es nebenan. Eine Pranke fährt Herrn Dirn zuerst einmal ans Genick und holt ihn herüber. Wirft ihn ins Boot. Man kann nicht einmal „Danke schön!" sagen. Lind dann eine Leine fest- gemacht am Steven, Kunststück das, denn der Sog will nun nicht loslassen. Er muh loslassen — den ganzen Schleppzug. Eine halbe Stunde später liegt ein müder Dobby vor dem Zelt und läßt sich von Grit den Kopf krauen. Lind zwei Doote liegen — nun wirklich fest — am Ufer. „Einer ist doch eine gute Sache", sagt Grit. „Morgen machen wir die Sttomschnellen zu zweien", sagt Dobby. „Lind Herr Bim?" „Herr Bim ist eine Töle!" sagt Dobbh. Dim nimmt ihm das nicht übel, er hat ben Kops auf die Vorderpfoten gelegt und schwuhlt einmal Grit an, und einmal Dobbh. 7?orgen wird es sehr schön werden, nicht nur weil Pfingsten ist, und übermorgen auch. Herr Bim schläft ein. ßin r alt taf w 6üi,en; jl» Aujgob S“sjS Ä'tldne SierW findig zu machen, Iü$(i5 bedeutet t bas Sesamtdeutich land gegen das v heute noch. tdewol land gegen inner lich Schloß und otobt «rundet, die sich ° Schloß Dienbergn her Wiedergewmmn merwaldes, ähnlich Sudsteiermark, die Güssinger Heinze n Die einst wehrhc die Salzstraße von denen ctea" gegen seits des Urwaldes Winterberg - gründete sie im 12 ins Fichtelgebirge der Burgen verjo oder fränkische Rii im 13. Jahrhundei schiebenden deut Schutz zu gewöhi deutscher Macht, n Der deutsche Bc fast genau dort, n gefaßt Hot. Zwar i der hussiten-herrsi der alte Schützen^ 1250 steht auch hi lebendigen und ti an dieser, wie so Front ist aber, da gar nicht zu reden und deswegen glai müssen, die mit ö statt hie wirtliche stützen. Wenn irger klügelt wurde, so h und Wiesen von der Grenze" heißt, wc denselben Verhältn Menschen dess ch e n F a rn i l i e l jemand, nicht eine kundler, einen Uni Das Böhmerwa Aue Mrprd bei Gieße ^Postamt ffiS Huni werd lcheßen-Kroidors— Msührt. Die L S'fe’Woi» S bB 8au' gÄ glichen Tac len^^Hein « Aheim e StS H langes S S M ü’.Mw'r unter en,, Jjjet y »=tn $‘«ü K"N: und - Smte an den eler einen Zeamten an. Rannten big iar?en'to0* ^nllantmier, e sich H«LW. ri dorhrr W- KZ 8*1 ^.ber 80t, -6^ enfn Ur, lW»ir. •Ä Sät ^°gihnäj. ^«idioik S^Nen (MCa Das richten. ^burg ist deck abgereist. toneistog kurz aus naoj 5 uhr gtlanbtl ^ichrkanzln mit aftmagen nach rischen die An. verbreiten am 1-15 Uhr einen lnhardtüber ogramm der ilt der 2eaus- ehrkreispsarrer , er Hassen» | Diesengebirgc Rundfunk 1 sbewegung nen Meldungen ranbenbur» ’ die absolute ic Liste hossen- 77 Abgeordnete Her bisherigen chräsident ®o« identen Graf lenminifte* hat mit Bezug z. und Grund- Johann Georg uf weiteres zu die Reiche' ) Grundbein der bestehen- ivortlich: ge. ? ganz gemeine .hr mitmachen, anders. 1 immer naher. §0s soll doch! :tt nicht an die ■n Bobby nicht it tobt und nun m Bim. Zuerst __und rnrmer tztramschneli^ zimensch. LSI mmes D>ng it gehen- •ffi'S Hel.^/st-rüber. °lt einmal n.n*Lc^ eme A denn Schle-pK ^müdcrBobbV ''ffien Kops sagt .u tot** obbv- jcht n^ rgon Passau und sein deutschböhmisches Vorland. Zur pfingsttagung des VOA. -13on Krih Heinz JReimcfdy. Tin widriges Geschick steht über der diesjährigen Pfingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland, der in Klagenfurt tagen wollte, nun aber in der alt berühmten Dreiftrom » habt Passau zusammentommen wird. Die Gedanken der Teilnehmer werden jetzt nicht so aus» schließlich auf die bedrohte und kampsgewohnte Süd- mark Grobdeutschlands gerichtet fein, gaiu unwillkürlich werden sich die Blicke zum nahen Bayerisch- Löhmischen Walde lenken, in dem dies- und jenseits der Reichsarenzen Deutsche bayerischen Stammes — ganz ebenso wie in der Südmark — hart um ihren wirt,chaftlichen und völkischen Bestand zu ringen haben. Die Gefahren innerhalb des Reichsgebietes zu bannen, ist Aufgabe der Reichs» und Staatsbehörden. Da das Land, als nach ft er und eng st er Heimatbezirk unseres Kanzlers und Führers, feine Röte dem Lenker der Reichspolitik sicher in beredter Weife wird verdolmetschen können, so sei an dieser Stelle von den wirtschaftlichen Gefahren im Dayerifchwald nicht gesprochen. Arbeit des ADA. ist es stets gewesen, die deutsche Not jenseits dertGrenzen zu erforschen und die Wege ausfindig zu machen, aus denen Hilfe gebracht werden kann. Was bedeutet der deutsche Böhmerwaldgau für das Gesamtdeutschtum? Er ist ein wehrhaftes Grenz» land gegen das Slaoentum gewesen und ist es auch heute noch. Gewaltige Schlösser sperren das Wald- land gegen Innerböhmen ab. An der Moldau erhebt sich großartig in fürstlicher Pracht Schloß Krumau. Schloß und Stadt wurden von den Witigonen gegründet, die sich auch die Rosenberge nach ihrem Schloß Rosenberg nennen. Sie waren die Führer in der Wiedergewinnung und Rückdeutschuna des Böh- merwaldes, ähnlich wie die Cillier Grafen in der Südsteiermark, die Auersperae in Krain und die Güssinger Heinde im Burgenland. Die einst wehrhafte Stadt P r a ch a t i tz riegelte die Salzstraße von Passau ab und schützte den „Goldenen Stea" gegen Räuber und Wegelagerer. Jenseits des Urwaldes Kubany steht Schloß und Stadt Winterberg — ein bayerischer Graf Bogen gründete sie im 12. Jahrhundert; und wenn wir bis ins Fichtelgebirge hinein die meist doppelte Kette der Burgen verfolgen: es waren stets bajuoarische oder fränkische Ritter, die sie gründeten, um der sich im 13. Jahrhundert nach dem Innern Böhmens verschiebenden deutschen Volksgrenze militärischen Schutz zu gewähren. Wo sind heute die Grenzen deutscher Macht, wo die Dolkstumsgrenzen? Der deutsche Bauer und Bürger steht heute noch fast genau dort, wo er vor 8 Jahrhunderten Posten gefaßt bat. Zwar war er in den zwei Jahrhunderten Der Hufsiten-Herrschaft in Böhmen unterdrückt, aber der alte Schützengraben des Deutschtums vom Jahre 1250 steht auch heute noch und ist gefüllt mit sehr lebendigen und tapferen Soldaten. Das Tragische an dieser, wie so mancher anderen Volksdeutschen Front ist aber, daß die Etappe — vom Hinterland gar nicht zu reden — meint, die Front sei zermürbt und deswegen glaubt, eine neue Linie aufrichten zu müssen, die mit der Staatsgrenze zusammenfällt, statt die wirkliche Grenze mit allen Mitteln zu stützen. Wenn irgendwo eine Staatsgrenze ausgeklügelt wurde, so hier im Böhmerwold, wo Wald und Wiesen von der Linie durchschnitten werden, die „Grenze" heißt, während hüben und drüben unter denselben Verhältnissen, nach gleichen Gebräuchen Menschen desselben Namens, der gleichen Familie leben, ohne daß auch nur irgendjemand, nicht einmal ein ganz raffinierter Volkskundler, einen Unterschied feststellen könnte. Das Böhmerwaldgebiet besteht auf der tschechoslowakischen Seite aus neun politischen Bezirken mit 883 Ortschaften, die von rund 250 000 Menschen bewohnt werden, von denen nur etwa 20 000 Tschechen sind, und die durch staatliche Maßnahmen erst kürzlich in das geschlossen deutsche Volkstumsgebiet bin- emgepreßt wurden. Der unoufmerl'ame Beobachter wird sagen: Haben diese deutschen Waldbauern 700 und mehr Jahre die Grenze gehalten, ohne sonderlichen Schaden zu nehmen, so werden sie sie auch heute halten können. Wer genauer zu sehen in der Lage ist, sieht Zersetzungserscheinungen, die die Oberfläche verunstalten, der wird aber auch kleine, nicht ungefährliche Risse im Mauerwerk, Senkungen im Fundament erblicken, die uns Sorge bereiten. Das größte Gefahrsmoment sind die sogenannten tschechischen „Minderheiten-Schulen". die auf Seelenfang ausgehen. Es sind rund 400 An» statten, in denen die Kinder nicht nur gespeist und mit allen Lehrmitteln kostenlos versehen werden, sie erhalten auch zu Weihnachten reichliche Geschenke und werden sogar eingekleidet. Bei der außerordentlich großen Arbeitslosigkeit ist es kein Wunder, daß schließlich und endlich deutsche Eltern ihre Kinder in die Tschechisierungsschulen schicken, denn ein gut genährtes und angezogenes Kind ist besser als em verhungerndes. Wer will da den Eltern einen Vorwurf machen, wenn sie tschechische Geschenke annehmen, da die deutschen ausbleiben. Die Armut nimmt überhand, da der Hauptwirtschaftszweig, das Holzgeschäft, völlig darniederliegt. Rund 60 000 Waldarbeiter sind erwerbslos und hungern. Das Bauernland ist karg, Weiden fehlen völlig, so daß der Bauer gezwungen ist, sein Vieh ständig im Stall zu füttern, während auf den verstaatlichten Waldwiesen das Futter verkommt. Es ist erstaunlich, daß der naturgegebene Verdienst dieses großartigen Waldlandes unseres Erbteils, der Fremdenverkehr, von der Bevölkerung noch fast gar nicht in seiner Tragweite erkannt wurde. Es könnten hier alljährlich Zehntausende Erholung finden, ohne daß dadurch der Frieden der Wälder irgendwie gestört würde. Die zaghaften Ansätze, wie etwa in Iosefstal, wo der Deutsche Böhmerwold b u n d eine der 52 eingegangenen Glashütten in eine Sommer -und Winterfrische zu verwandeln verstand, werden vom Reiche her überhaupt nicht beachtet. Die Tschechen aber bemühen sich sehr stark um den Fremdenverkehr und sie verbinden mit ihm eine außerordentlich gefährliche Dolkstumspropa- ganda. Es ist traurig und niederdrückend, daß so herrlich schöne Stellen wie der Plöckensteiner See, über dem das Stifter-Denkmal steht, Stift Hohen- surt, die Ruine Willinghausen, selbstverständlich noch mehr die Grenzstädte Krumau, Prachatitz, Winterberg und wie sie alle heißen, von Tschechen überflutet werden, während der Reichsdeutsche nach Spanien, Frankreich oder Italien fährt. Das Gefährlichste der Lage ist, daß die Böhmerwäldler ihre Vereinsamung fühlen und keinen Ausweg sehen. So wie die Straßen, die nach Oesterreich oder Bayern füh. ren, zwar noch gut im Stande sind, aber kaum befahren werden, so steht es auch in seelischer Beziehung, weil niemand mehr aus dem Reich sie besuchen kommt, sie selbst aber zu arm sind, um ins Mutterland zu reisen. Das muß anders werden! Es wird deshalb eine besondere Ausgabe der nach Passau verlegten VDA.-Tagung sein, die reichsdeutsche Oeffentlichkeit auf die großen Gefahren aufmerksam zu machen und dahin zu wirken, das schöne Waldland eifrigst zu besuchen. Ein schöneres Geschenk könnte dem treuen Eckehart des Waldlandes, dem „Deutschen B ö h m e r w a l d d u n d", der | in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag begeht, gar * nicht geboten werden! Aus der Provinzialhauptstadt. Fahrpreis-Vergünstigungen bei Gießener Krafipostlinien. Dom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Ab 1. Juni werden auch auf der Sraftpoftlinie Gießen—Krofdorf—-Wißmar Rückfahrschein- eingeführt. Die Fahrpreise sind: für die Strecken Gießen Bahnhof oder Neustädter Tor bis Krofdorf 60 Rpf., bis Launsbach 60 Rpf., bis Wißmar 85 Rpf. Vom gleichen Tag ab werden die Fahrpreise für Rückfahrscheine auf der Kraftpostlini^ Gie- ßen—Hochelheim ermäßigt; für die_ Strecke: Gießen—Lützellinden 85 Rpf., Gießen—Hörnsheim 125 Rpf., Gießen—Hochelheim sowie Groß- und Klein-Rechtenbach 135 Rpf. Bornotizen. — Tageskalende für Freitag: Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Ich bei Tag und du bei Nacht". — Astvria- Lichtspiele, Seltersweg: „Die Nacht gehört uns". Sie Benefizvorstellung des Stadttheater-Ensembles. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Alle Theaterfreunde treffen sich heute 2 0.1 5 Uhr im Stadttheatcr Gießen zur Benefizvorstellung der Mitglieder des Ensembles. Es gilt nicht nur. für die Dauer der Sommermonate sich von heb» gewordenen Bekannten zu verabschieden, es gilt euch, sich erkenntlich zu zeigen für manche schöne Stund« der Erbauung und Abwechslung tm Verlaufe langer Winterabende. Um alle Freunde und Gönner nochmals in frohem Kreise um uns zu wissen, führen wir das Lustspiel. „Krieg im Frieden" von Moser und Schönthan auf. Unter Karl Dolcks Spielleitung, in unserer aller Gesellschaft und unter Mitwirkung fast aller Mitglieder des Ensembles wird den Theaterbesuchern ein froher, ausgelassener Abend geboten. Wir woUen alle bei uns wissen, darum gelten gewöhnliche Schauspielpreise und ist der Beginn der Vorstellung erst auf 20.15 Uhr gelegt. Sonderzüge zum Jugendtreffen auf der Burg Münzenberg. Am ersten Pfingstfeiertag verkehren auf der Butzbach—Licher Eisenbahn folgende Sonderzüge: Zwischen Grün- berg und Münzenberg: Grünberg ab 10.40 Uhr. Münzenberg an 12.02 Uhr. Münzenberg ab 22.30 Uhr, Grünberg an 23.43 Uhr. Zwischen Münzenberg und Butzbach West bzw. Bad-Rau» heim: Münzenberg ab 22.30 Uhr. Butzbach West an 22.58 Uhr, Bad-Rauheim Aord an 23.18 Uhr. Die Züge halten auf allen Unterwegsbahnhöfen. Bon allen Bahnhöfen der Butzbach—Licher Eisenbahn werden an diesem Tage verbilligte Rückfahrkarten nach Münzenberg ausgegeben. * Der Dekanatstag des Dekanats Gießen findet Freitag, 16. Juni, vormittags 8.30 Uhr im Johannesfaal statt. Die Eröffnungsandacht hält Pfarrer Steiner, Haufen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. der Bescheid des Landeskirchenamtes zum Dekanatstag 1931, der Bericht des Dekanatsausschusses über die Jahre 1931/32, die Berichte für äußere und innere Mission, Gustao- Adolf-Verein, Evangelischer Bund, Dekanats-, Kir- chengesangoereine und Pofaunenchöre, Besprechung, Voranschlag des Dekanats für 1933 34. Vortrag von Pfarrer Lenz, Gießen, über: „Die Landeskirche und die politischen Weltanschauungen der Gegenwart". Besprechung. ** Die öffentliche Bücherhalle im Mai. Im Mai wurden 1151 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 793, Literaturgeschichte 6, Zeitschriften 26, Gedichte und Dramen 9, Juaendschriften 74, Länder- und Völkerkunde 74, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 73, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 35, Heer» und Seewesen 1, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslebre 14, Religion und Philosophie 10, Slaatswissenfchafl 12, Sprachwissenschaft 2, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kam 1 Band. Amtsgericht Gießen. Die Wegnahme von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern zu nur vorübergehendem Gebrauch gegen den Willen des Gewahrsaminhabers ist keine »Aneignung" und daher als Diebstahl nicht strafbar. Die einschlägigen Fälle häuften sich aber und unter dem 20. Oktober v. 2. erschien eine besondere Verordnung des Herrn Reichspräsidenten gegen den unbefugten Gebrauch von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern, die als Strafe Gefängnis vorsieht. In dem hier fraglichen Fall hat ein hiesiger Kellner den Angeklagten geheißen, ihm aus einem nicht abgeschlossenen Vorkeller ein Fahrrad, mit dessen Eigentümer er gut bekannt war. zu holen, um es vorübergehend zu benutzen. Er kam auch dem Ersuchen nach, gebrauchte es aber zunächst selbst, um auf seinen auswärts gelegenen Acker zu fahren. Dann benutzten beide zusammen das Rad. Der Angeklagte hat mindestens durch seine eigenmächtige Fahrt auf seinen Acker gegen § 1 der genannten Verordnung verstoßen. Das Gericht glaubte, daß hier der Strafzweck schon durch Erkennung einer Geldstrafe erreicht werde unb verurteilte den noch unbestraften Angeklagten an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Tagen zu einer entsprechenden Geldstrafe. Die Benutzung des FußwegS von der Lahnbrücke hinunter zu den Bleichen ist Motorradlern und Radfahrern aus naheliegenden Gründen verboten. Gegen das Verbot wird aber namentlich von letzteren, da die Versuchung, ihren Weg dadurch wesentlich abzukürzen, sehr groß ist, häufig verstoßen. Allein bei dem Angeklagten, der von dem Zcldschühen gesehen und trotz seine- Leugnens bestimmt erkannt worden war. liegt der vierte Fall vor. Er kam aber noch einmal mit einer Geldstrafe davon. Seine Derurteilung erfolgte auf Grund des Feldstrafgesetzbuchs. Ein hiesiger Wirt hatte in einer Rächt eine große Anzahl von Gästen über die Polizeistunde hinaus, bis gegen 3 Ahr. unter erschwerenden ilmftänben in den Wirtsräumen geduldet, und es war ihm deshalb auf Grund deS Gaststättengesetzes vom 28. 4. 30, das weit schwerere Strafen kennt als der früher in diesen Fällen zur Anwendung gekommene § 365 des Reichsstrafgesetzes. ein Strafbefehl über 30 Mk. zugegangen. Dieser wurde auch rechtskräftig, da der Ange- ttagte eS vorzog. den dagegen erhobenen Einspruch kurz vor der Verhandlung wieder zurückzunehmen. Großfeuer in der Chemischen Fabrik E. Merck, Darmstadt. Darmstadt. 1. Juni. Heute nachmittag gegen 5 Uhr nach Zabrikschluß brach im Glaslager der Ehemischen Fabrik ®. Merck. Darmstadt, Großfeuer aus. daS bald diefeS Lager völlig erfaßte. Das Feuer fand an dem Verpackungsmaterial für den großen GlaSvorral reiche Rah- rung und mächtige Rauchsäulen stiegen zum Himmel. Reben der umfangreichen Werksfeuerwehr trat auch die durch .Großfeuer" alarmierte De- rufsfeuerwehr Darmstadt mit 4 Zügen in Aktion, um den Brand niederzurinden. Die an» grenzenden Lager, in denen sich leicht brennbare Materialien und wertvolle Medikamente und Drogen befinden, wurden dauernd unter Wasserbestrahlung gefetzt, um ein Ucbcrgrei- fen des Brandes zu verhindern. Dennoch ist der angerichtete Schaden beträchtlich, wenn et auch durch Versicherung gedeckt ist. Die Ursache des BrandeS dürfte ein Blitzschlag fein. Der Fabrikbetrieb erleidet durch daS Schadenfeuer keinerlei Unterbrechung. 3 Die Raffen im deutschen Volke. Oie fünf Grundstämme. — 50 Prozent nordisches Blut. — Oie Forderungen der Eugenik. — Abwanderung und Geburtenmangel der nordischen Raste. Giedelung als Mittel der Bevölkerungspolitik. Don Or. B. Pausen. Die Rafsenforschung ist eine der jüngsten und um- kärnpftesten Wissenschaften. Ihre besonders innige Verbindung mit der Politik hat ihre Ergebnisse auf den Schauplatz eines leidenschaftlichen Kampfes gestellt, der dieser Wissenschaft den Anschein gab, als fehle ihr der Erkenntnischarakter. Politik und Wis- fenschast stehen aber d u r ch aus nicht in Ge- g e n s a tz zueinander. Die Wissenschaft erkennt Tatsachen und ihre Zusammenhänge, die Politik fordert und formt die Tatsachen nach den von ihr gewollten Zielen. Der Forderung und Formung der Tatsachen muß aber ihre Erkenntnis vorangehen. In- fofern stehen Rasfentheorie und Rassen- politik in einem notwendigen Zusammenhang. Je wichtiger einem nun diese politische Entscheidung erscheint, um so eindringlicher muß man als notwendige Grundlage dazu die wissen- lchastliche Frage nach der Rassenlagerung des beut» fchen Volkes stellen. Selbstoerständlich hängt die Feststellung der in Deutschland varkommenden Rassen urti) ihrer geographischen Verteilung davon ab, was man unter einer Rasse v e r st< h t. Das wesentliche Merkmal dieses Begriffes ist die Gemeinsamkeit von körperlichen und seelischen Eigenschaften, deren Vorhandensein nicht von Umwelteinflüssen abhängt, sondern die im Gegenteil die Einstellung des Menschen zu seiner Umwelt bedingen und als Erbgut den fol» genben Geschlechtern weitergegeben werden. Eine Erkenntnis der Rassenzusammensetzung des beul- schen Volkes muß alfo von den Bevölkerungsgruppen ausgehen, die eine solche ausgeprägte Eigenart körperlicher und seelischer Eigenschaften aufweisen, und daraus das fcharse Bild des betreffenden Rassentyps zu entwickeln. Welche Namen man diesen Rassentypen gibt, ist gleichgültig. Als gebräuchlichste Bezeichnungen dürften sich in Deutschland die von Professor Günther, Jena, gewählten durchge- setzt haben, der in dem umfaßenden Werk „Rasfen- kunde des deutschen Volkes^ die hierhergehörigen Fragegruppen behandelt. Danach seien als die für eine Rassenkunde des deutschen Volkes wesentlichen Rassen die nordische, weslische, dinarische, ostische, ostbaltische und fälische Rasse angeführt. Die körperlichen Merkmale der nordischen Rasse kennzeichnen sich in hohem Wuchs, im Durchschnitt beim Mann ca. 1,75 Meter, schlanker Gestalt, schmalem Gesicht, langem Kopf, betontem Kinn, weichem, Hellem Haar, hellrosiger Haut, hellen Augen, schmaler Nase mit hoher Nasenwurzel. Die Gemeinsamkeit der seelischen Eigenschaften läßt sich natürlich, vor allem was ihre Vollständigkeit betrifft, schwerer erfassen. Besonders kennzeichnend für den nordischen Menschen ist sein Behauptungswille der eigenen Persönlichkeit gegen ihre Umgebung, verbunden mit einer Bereit,chaft zur sachlichen Wertung und Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Der nordische Mensch läßt nicht die ihn umgebenden Dinge in sich Gestalt gewinnen, sondern er prägt ihnen die Gestatt seiner Persönlichkeit auf. Die w e st i s ch e Rasse ist klein und schlank gebaut, im Durchschnitt beim Mann 1,61 Meter, lang» köpfig, schmalnasig mit hoher Nasenwurzel, hat bas Kinn weniger ausgeprägt als die nordische Rasse, braunes ober schwarzes Haar, braungetönte Haut unb zurückliegende bunfle Augen. Die seelische Eigenart bes westischen Menschen läßt sich in einem bedeuten!) rcllcheren Temperament, als es dem nordischen Menschen eignet, erfassen. Der Unterschied zwifchen nordischem und westifchem Menschen läßt sich vielleicht am schärfsten im Unterschied zwischen Willen und Temperament kennzeichnen. Während Wille die planmäßige Gestaltung der Dinge auf lange Sicht bedeutet, ist Temperament die Fähigkeit, auf die Dinge stark und schnell zu reagieren. Beweglichkeit, Leidenschaftlichkeit unb Unbeständigkeit sinb bementfpredjenb bie Hauptkennzeichen ber westischen Seele. Die ostische und ostbaltische Rasse zeich- nen sich burch kurzen, untersetzten Wuchs, Kurzkvp- figkeit unb breites Gesicht aus. Der Unterschied ber beiden Rassen liegt in Kinn, Nase, Unterkiefer, Haar, Augen unb Hautfarbe, bie beim ostischen Menschen dunkel, beim ostbaltischen hell sinb. Der seelische Unterschieb biefer beiden Rassen ist be= beutend Das ostische Wesen zeugt von Setz- Hastigkeit, Verschlossenheit, einem nüchternen Fleiß, bem aber jeber Zug ins Große fehlt: der ostbal- tische Mensch dagegen, von sehr unausgeglichenem Seelenleben, schwankend zwischen schwermütiger Melancholie unb roilber Ausgelassenheit, mit künstlerischer Phantasie ausgestattet, bereu Kennzeichen aber nicht formenbe Gestaltungskraft, son- bern ausschweifende Umbildung ber Wirklichkeit ist, biefer Mensch der seelischen Extreme erinnert stark an die Helden russischer Romane. Die dinarische und fälische Rasse sind von hohem Wuchs, vor allem die fälische Rasse. Der kurzköpfige, schmalgesichtige Dinarier mit steilem Hinterkopf und starker herausspringender Nafe, mit dunllem Haar, Augen und Hautfarbe — wir sehen ihn auf den Silbern bes weitbekannten Malers Defregger — unterscheibet sich vom sälischen Men- schen durch dessen breites Gesicht, helle Haar-, Augen- und Hautfarbe und die Kopfform, die lang bis mittelköpfig ist. Ehr- und beimatiiebenb, tapfer und jähzornig, Stimmungen leicht zugänglich, kaufmännisch nicht unbegabt unb betont musikalisch gibt ber Dinarier das Bild eines nicht formenreichen aber bestimmt ausgeprägten Seelenlebens. Der fälische Mensch ist zuverlässig, schwerblütig und wuchtig, verinnerlicht, ein Philosoph, den bildenden Künsten zugeneigt. Die geographische Verteilung dieser Rassen innerhalb Deutschlands läßt sich deshalb nicht mit ber wünschenswerten Genauigkeit anfüh» ren, weil hier im Gegensatz zu anderen Ländern viel zu wenig eingehende Einzeluntersuchungen rassischer Merkmale in der Bevölkerung durchgeführt worden sind. In Nordwestdeutschland ist der dichteste Stern der nordischen Rasse zu sin- den, nach Osten, Westen unb Sübroeften nimmt die Dichte des nordischen Anteils ab. Der o ft b ü I t i • f ch e B e st a n d ist in Deutschland am stärksten ver treten in O st preußen, tritt in Sachsen bis nach Thüringen hin auf unb erreicht süblich das bayerische Oberfranken. Ein Zunehmen ber ostbaltischen Dichte macht sich in Wien bemerkbar, sich verstärken!) nach Ungarn und auch nach der Tscheche! hin. Bayern und Oe st erreich sind die Hauptgebiete der binar i s ch e n Rasse, bie nach ber beutsch-slowakischen Sprachgrenze sich immer stärker verbichtet, ihre Ausläufer aber z. B. bis an ben Main hinausfchickt, fo daß ber Main sich als eine Raffengrenze kennzeichnet für bie Abnahme ber norbischen Dichte unb bas Aufhören des binanschen Anteils. Der ostische B e ft a n b finbet seine stärkste Vertretung in Oberschlesien, tritt in den Gebirgsgegenden Sachsens, aber auch in denen Mitteldeutschlands bis zum Harz auf, ist in Südwestdeutschland zu finden und in Norddeutschland vor allem in den Moorgebieten und an ber Ober, aber auch die ganze deutfch-franzosische Sprachgrenze entlang. Der westische Anteil, in Deutschland sehr gering, tritt in ber Rheinpfalz, in ber M o » fe l gegenb unb im Rheinlanb etwas mehr hervor. Ä e ft f a l e n unb bie benachbarten holländischen Lanbstriche sinb als Gebiet fälischer Rasse zu erkennen. Zahlenmäßige Angaben über bie Anteils- ftärte dieser Rassen im deutschen Blut lassen sich bei dem Mangel genauer Einzeluntersuchungen nur ungefähr machen. 'Jtadj Professor Günther dürsten diese Zahlenverhättnisse so zu beurteilen sein, daß dem nordischen Blut etwa die Hälfte zu kommt, im Norden mehr und im Süden weniger, dem ostischen Blut etwa 20 v. H., im Süden stärker als im Norden, dem dinartschen 15 v. H., im Süden bedeutend mehr vorhanden als im Norden, der ostbaltischen Rasse 8 v. H., am stärksten im Osten unb Narben, dem sälischen 5 v. H. Im idealen Sinne reinrassige Gebiete gibtes in Deutschland nicht. Vielmehr muß man sich bas Bild der geographischen Verteilung so denken, daß die einzelnen Rassen in bestimmten Gebieten aus der Rassenmischung stärken hervortreten, andere Gebiete eine gleichförmigere Verteilung ber Rasten enthalten. Welche Ursachen fragen nun zur Verschiebung des Anteils dieser einzelnen Rassen an ber beutschen Bevölkerung bei? Das sinb vor allem bie Wan - berungen unb bie Geburtenhäufigkeit. Don biefen beiden Seiten her hat sich in Deutschland eine Zurückdrängun g bes norbischen Anteils entwickelt. Die überaus starke beutsche Auswanberung nach Amerika im vorigen Iahrhunbert erfaßte ben nordischen Anteil besonbers stark, ebenso betrifft ihn ber Geburtenrückgang am stärksten. Die natürliche Entwicklung würbe also dazu führen, baß das nordische Blut in Deutschland einen immer geringeren Raum einnehmen würde. Hier beginnt nun bie Ausgabe ber Politik, sich zu entscheiden, ob sie eine natürliche Entwicklung für wünschenswert hält ober nicht und wie sie in ber Erkenntnis ihrer Ursachen zum gewünschten Verlaus der Rassenlagerung in Deutschland führen kann. Diese Mittel zur Förderung einer bestimmten Rassenentwicklung sind vor allem darin zu sehen, daß man dem zu fordernden Raffenteil die Bedingungen einräumt, unter denen er sich am günstigsten entwickeln kann. Da ber Geburtenrückgang sich vor allem in ben inbuftriellen Gebieten auswirkt, könnte hier also bie Sieb» lungspolitit mit ber rassenpolitischen Aufgabe oerbunben werben, bie Geburtenhäufigkeit durch eine entsprechende Verlagerung der Bevölkerung auf das flache Land zu erhöhen. Andere Mittel zur Förderung der Geburtenzahl sind durch wirtschaftspolitische unb hygienische Maßnahmen gegeben, bie ber materiellen Sortierung wertvollen Erbgutes gelten, lieber allen biefen Bedingungen wirkt bie ideelle Beeinflussung. Es muß immer wieder eingeprägt werden, welche Aufgaben ber Einzelne burch Erhaltung unb Mehrung bes Geschlechts für seine Gemeinschaft zu erfüllen hat. Die Förderung bes wertvollen Erbgutes kann nur Erfolg haben bei gleichzeitiger Z u r ü rf b r ä n gu n g des minderwertigen Erbgutes, das ist die erste Forderung der Eugenik. Die Sterilisierung dürste wohl bald ihre gesetzgeberische Verwirklichung finden. Förderung auf der einen und Zurückdrängung auf der anderen Seite sind bie politischen Mittel zur Beeinflusiung ber Rassenlagerung innerhalb Deutschlands. SJ.-fpor/ Die Zachwarte im WSV. Der Führer des Westdeutschen Spiel- Verbandes, Dr. Josef Klein, benennt in einer neuen „Anordnung" auch die Fachwarte und Vezirkssührer des Verbandes. Während man unter den Fachwarten eine Anzahl der alten Führer des WSB. wiederfindet, entdeckt man bei den De- zirtsführern durchweg neue Gesichter, 11. a. ist auch Jakob -3 ü n d o r f, der langjährige Vorsitzende des Rheinbezirks, nicht mehr wiedergekehrt Ernannt wurden zu Fachwarten: Rechtsanwalt I e r s ch - Vochum (Vertretung des Verbandes nach außen und in den Spihenverbänden); Bankdirektor Paul Klose -Krefeld (Wirtschaftsführung); Oberstudiendirektor Dr. W. Erbach- Krefeld (Jugenderziehung und Verbandsführerschule): W. K n e h e-Duisburg (Fuhball-Aus- schuh); Emil Bedarfs -Düsseldorf (Leichtathletik): Dr. W i s ch n e w s k i-Hagen (Handball): O. S a b e l-Dortmund (Frauensport). Die neuen De- zirksführer heißen: H. Voß Lennep (Berg. Mart): G. Eh le-Mülheim a. d. Ruhr (Rieder- rhein): Schütz-Engers (Mittelrhein, vorläufig): Hans B a cf e-M.-Gladbach (Rhein), R. E. D e k - k e r -Essen (Ruhr); Dr. H. Kuhlmann -Münster (Westfalen). Die Ernennung der Führer von Hessen-Hannover und Südwestfalen erfolgt noch. Bis zur Ernennung bleiben die bisherigen Bezirksvorstände im Amt. Born weißen Sport. Gießener Tennisklub 1922 gegen Marburger Tennisklub 9:10. Ain vergangenen Sonntag wurde das alljährliche Klubwettspiel zwischen Gießen und Marburg aus- getragen. Marburg hatte seine Mannschaft durch drei Studenten verstärkt, die sich als sehr spielstark erwiesen. Marburg siegte mit 10:9 Punkten, 22:22 Sätzen und 221:232 Spielen, ein vollkommen ausgeglichener Kampf, bei dem Gießen, trotzdem es elf Spiele mehr hatte, den Punktsieg Marburg überlassen mußte. Die Ausgeglichenheit kam in harten Dreisatzkämpfen, besonders im ersten und zweiten Herren-Doppel sowie im ersten Gemischten-Doppcl zum Ausdruck. An der Spitze spielte Dr. K i r ch n e r, der Prof. Mommsen 6:0 schlug. Von Grol - man, Dr. Schopper und Kurt Fischer gaben, teilweise nach harten Kämpfen, die Punkte an Marburg ab. H. Müller und Dr. Dönges siegten leicht. Bei den Damen schlug Frl. Berg in überlegenem Spiel Frl. Euler 6:1, 6:2. Ein neues Mitglied, Frl. Hoffmann, gab ihren Einstand mit einem Dreisatzsieg. Die ersten Sporen verdienten sich die Gießener Nachwuchsspielerinnen Frl. Fink und Frl. v. I a s ch k e. Erstere war im Einzel, letztere im Mixed siegreich. Am zweiten Pfingstfeiertag wird das Klubwettspiel zwischen Mainz Rot-Weiß und Gießener Ten- nisfhab 1922 auf den Gießenern Plätzen ausgc- tragen. Ein erfolgreicher Gießener Turnerfechter. Wie im Vorjahre konnte sich ein Fechter der Fechtabteilung des Turnvereins von 18 4 6 Gießen bei den vor kurzer Zeit ausgetragenen Fechtmeisterschasten des Mittelrheinkreises der DT. in Frankfurt a. M. bis in die Endrunde durchkämpfen. Ludwig Gerhardt errang bei diesen Meisterschaften im Säbel den 8. S i e g. Auch im Florett tonnte er sich durch die Vor- und Zwischenrunden kämpfen. Es ist dies für die Fechter des Gaues Hessen und insbesondere für die Fechtabteilung des Turnvereins von 1846 Gießen eine beachtenswerte Leistung, da ihr keine Fechtmeister für Sportfechten von Ruf, wie sie Frankfurt und Offenbach hat, zur Verfügung stehen. Frankfurt und Offenbach, die zum Mittelrheinkreis gehören, sind bekanntlich die Hochburgen der Deutschen Turnerfechter. Handball der Soldaten. Tv. Garbenkeich I — 2. Komp. Inf.-Regis. 15 11 4:11 (2:6). Der Turnverein Garbenteich stellte eine Mannschaft, die ihrem Gegner lange nicht soviel unterlegen war, als das Ergebnis besagt. Lediglich der Sturm der Einheimischen konnte nicht den Elan aufbringen, den die 2. Kompanie bei verblüffend schnellen Durchbrüchen oft unter Beweis stellte. Garbenteich vermochte das Ergebnis bis 10 Minuten nach Halbzeit auf 6:4 zu halten, war aber dann dem Tempo der Soldaten nicht mehr gewachsen und mutzte noch weitere fünf Treffer folgen lassen. Die Zuschauer konnten mit den gezeigten Leistungen der Spieler, sowie des einwandfrei amtierenden Schiedsrichters Mohr, Gießen, vollauf zufrieden sein. T. u. Spo. Buhbach — 2. Komp. I 3:5 (2:3). Das Spiel wurde stark beeinträchtigt durch die Glätte des Platzes und den unaufhörlich niedergehenden Regen. Trotzdem wurden beiderseits recht annehmbare Leistungen gezeigt. Beide Mannschaften waren sich im Feldspiel ziemlich gleichwertig, lediglich die bessere Stürmerreihe der Soldaten konnte das Spiel entscheiden. Die von der 2. Kompanie aufgestellten jungen Kräfte haben sich in diesem Spiel sehr gut bewährt. Der Schiedsrichter Langsdorf, Friedberg, war in seinen Entscheidungen nicht immer sicher. z. Sp. B. 1926 Steinbach. Steinbach I — Lich I 3:1. Die erste Elf konnte dank ihres besseren Spieles einen sicheren Sieg gegen Lichs spielstarke erste Mannschaft erzielen. Lich vergab in der zweiten Hälfte, bei dem Stande von 2:1, die Gelegenheit, durch einen Elfmeter auszugleichen. Beide Mannschaften zeigten ein eifriges Spiel. Ergebnis: 3: 1 für Steinbach. Mit viel Glück konnte Lichs zweite Elf die gleiche Steinbachs — durch zwei Handelfmeter — besiegen. Zum erstenmal trat auch eine Jugendmannschaft auf den Plan, die sich aber von Wiesecks starker Jugend hoch schlagen lassen muhte. Ergebnis: 0 7 für Wieseck. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Für die beiden Pfingstfeiertage wartet die Spielvereinigung Leihgestern mit besonderem Sport auf. Für den ersten Feiertag ist als Gegner der ersten Elf die gleiche Mannschaft des Sportvereins Dad-Rauheim verpflichtet. Der Gegner ist hier noch unbekannt. Die von ihm erzielten Ergebnisse gegen Gießen 1903 und gegen Watzenborn-Steinberg lassen aber erkennen, daß es sich um eine sehr kampfkräftige Mannschaft handeln muß. Die Gastgeber werden sich jedenfalls sehr anstrengen müssen. Die zweite Mannschaft der Spielvereinigung erwartet die gleiche des Sportvereins Rieder-Weisel. Für den zweiten Feiertag erwartet man die erste und zweite Mannschaft von Werdorf bei Wetzlar. Das Spiel der ersten Mannschaften ist Rückspiel, das der zweiten Mannschaften der Vorkampf. Geräie-Mannschastskampf in Watzenborn-Steinberg. Am Sonntag trugen die 6-Mannschaften der Turnvereine Leihgestern, Wieseck und Watzenborn-Steinberg im Saale des Gastwirts Sommer zu Watzenborn-Steinberg einen Gerätemannschaftskampf aus, der Wieseck als glücklichen Sieger sah. Die Ergebnisse. Reck: Leihgestern 167 P., Wieseck 170 P., Watzenborn-Steinberg 169 P. Darren: Leihgestern 178 P., Wieseck 203 P., Watzenborn-Steinberg 176 P. Pferd: Leihgestern 193 P., Wieseck 184 P., Watzenborn-Steinberg 154 P. Freiübung: Leihgestern 47 P., Wieseck 49 P.» Watzenborn-Steinberg 50 P. Gesamt: Wieseck 611 Punkte, Leihgestern 585 Punkte, Watzenborn-Steinberg 549 Punkte. Der Kampf wurde von je vier Zöglingen und vier Schülern bestritten. Wieseck stellte eine kampferprobte Mannschaft, die bessere Durchschnittsleistungen zeigte. Leihgestern hatte im Schlußmann eine starke Stühe. Er erreichte die höchste Punktzahl des Tages. Watzenborn-Steinberg litt sehr unter Wettkampffieber. Kurze Sportnoiizen. Das Endspiel um die deutsche Fußball-Meisterschaft zwischen Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf am 11. Juni in Köln wird mit beiden Halbzeiten vom Westdeutschen Sender übertragen. Auf die Eintrittskarten zum Endspiel um die deutsche Fußball-Meisterschaft hat bereits em wahrer Sturm eingesetzt. Nach Eröffnung des Vorverkaufes am Mittwoch waren die 3000 Sitzplätze innerhalb weniger Stunden vergriffen. Es werden nun auf den Laufbahnen noch Not-Sitzreihen angebracht. Man rechnet heute schon damit, daß eine Besucherzahl von wesentlich über 50 000 erreicht wird. * zeitig beendet wurde das Davis- Pokal-Endspiel der Amerika-Zone zwischen USA. und Argentinien, da nach dem Einzelspiel zwischen Vines und Cataruzza, das Vines 7 5 6'1 5. 7 6:1 gewann, Regen das letzte Spiel zwischen Allison und Zappa verhinderte, so daß der Kamps mit 4:0 zugunsten der USA.-Leute endete. Die deutsche Mannschaft für den vom 9. bis 11. Juni in Berlin stattfindenden Davispokalkampf zwischen Deutschland und Japan besteht aus den Spielern v. Cramm, Kuhlmann, Rourneh und dem jungen Kieler Kaj Lund. * Dr. Kleinschroth schlug im Endspiel bei den französischen Tennismeisterschaften den Engländer Crowford 9:7, 6:3 und holte sich damit den Titel eines Veteranen-Meisters. „2 000 Kilometer durch Deutschland" betitelt sich eine Zuoerlässigkeitsfahrt für Auto und Motorräder, die A. v. D. und NSKK. anläßlich des Baden-Badener Automobilturniers am 22.—23. Juli durchführen. Um die deutsche Kunstflugmeister- schäft bewerben sich am Wochenende in Berlin der Titelverteidiger Fieseler, Gerd Achgelis und Liesl Bach. * Die Spogg. Fürth besiegte in einem „Nachtspiel" die Grashoppers in Zürich knapp mit 1:0 (0:0) Treffern. * Ungarischer Fußballmeister wurde U j p e st B u d a p e st. Den tschechischen Titel holte sich Slaoia Prag. * D i e Targa Florio für Automobile, die in diesem Jahre schwach beschickt war, kam am Sonntag über 501 Kilometer auf der 72 Kilometer langen Rundstrecke in Sizilien zur Durchführung. Sieger wurde der Italiener Brivio (Alfa Romeo) in 6:35 Stunden (76,6 Stundenkilometer). Wirischast. Oie deutschen Sparkaffen im April. Rach dem leichten Rückgang im März haben sich die Spareinlagen im April 1933 wiederum günstig entwickelt. Der Einzahlungsüberschuh betrug 31,5 Millionen Mark, gegenüber dem Vormonat stiegen die Einzahlungen um 11,1 Millionen Mark auf 429,0 Millionen Mark, die Abhebungen fielen um 20,7 Millionen Mark auf 397,5 Millionen Mark. Unter Berücksichtigung von 14,3 Millionen Mark Zins- und 17,3 Millionen Mark Aufwertungsgutschriften ergibt sich für April ein Einlagen-Ueberschuß von 63,1 Millionen Mark, durch den sich der Spareinlagenbestand von 10 395,54 Millionen Mark auf 10 458,6 Millionen Mark erhöht. Damit wurde der Stand von Dezember 1950 erstmalig wieder überschritten. Die Giroeinlagen wiesen nicht in allen Landcsteilen eine einheitliche Entwicklung auf. Insgesamt überwogen jedoch die Zugänge, so daß sich die Giroeinlagen aller deutschen Sparkassen (einschließlich sächs. Gironetz) um 6,9 Millionen Mark auf 1356,6 Millionen Mark erhöhten. * * Konkurse und Vergleichsverfahren im Mai 1 933. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes wurden im Mai d. I. durck) den Reichsanzeiger 394 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 140 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 373 bzw. 144. * Sonder st euer zum Schuhe de s selbständigen und mittel st ändischen Einzelhandels. Die Hauptgemeinschaft hat den Entwurf einer Sondersteuer vom Umsatz zum Schutz des selbständigen und mittelständischen Einzelhandels dem Reichsfinanzminift.r vorgelegt. Rach diesem Entwurf soll ein besonderer Zuschlag auf warenhausähnliche Betriebe (Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte und Kleinpreis- geschäfte, Großfilialunternehmungen und Groß- versandgeschäfte) erhoben werden, wenn diese Betriebe einen Jahresumsatz von mehr als 203 000 Mark erzielen. Der Zuschlag ist gestaffelt und beträgt bei Betrieben zwischen 203 000 s 500 000 Mark vom Umsatz, er steigt bis zu 10 Prozent vom Umsatz für Betriebe mit Umsätzen von mehr als 25 Millionen Mark. Alle Spezialgeschäfte sind von diesem Zuschlag nicht betroffen und sollen auch von der bisherigen erhöhten Umsatzsteuer befreit werden. Als Großfilialbetriebe im Sinne des Vorschlags gelten nur solche Unternehmungen, die mehr als drei Filialen unterhalten und deren Jahresumsatz 203 000 Mk. übersteigt. Für ländliche Gemischtwarengeschäfte ist ferner eine Ausnahme vorgesehen, sie sollen vom Zuschlag erst erfaßt werden, wenn ihr Jahresumsatz 503 000 Mk. übersteigt. Das gleiche gilt für die Großversandgeschäfte. * Belebung in der Westerwälder Steinindustrie. Durch die zahlreichen Straßenausbesserungsarbeiten und Neuanlagen im Wege des Freiwilligen Arbeitsdienstes hat sich für die Wefter- roälber Basaltindustrie in den letzten Wochen eine nicht unerhebliche Belebung eingestellt. In mehreren Betrieben, die jahrelang still lagen, ist wieder neues Leben eingekehrt. Allerdings reichen die Aufträge nicht aus, die großen Maschinenanlagen in Gang zu setzen: es wird daher durchweg im Handschlag gearbeitet. Die Anzeichen deuten darauf hin, daß die gute Entwicklung der Dinge einige Zeit anhalten wird. * Gute Beschäftigung bei der Deutschen Dunlop - Gummi - Kompagnie. Das Wert in Hanau ist infolge der steuerlichen Erleichterungen für den Kraftverkehr in der Lage, in Kraftfahrzeugreifen die volle Werkkapazität auszunutzen. Auch das Fahrradreifengeschäft ist gut. Rach der beträchtlichen Delegschaftserwei- terung zu Ende Januar erfolgen laufend weitere Reueinstellungen. Der Geldeingang ist befriedigend. Sranffurfer Abendbörse fest. Die Abendbörse zeigte bei zeitweise lebhaften Umsätzen eine bemerkenswerte F e st i g k e i t. Von der Kundschaft sollen Orders, allerdings in kleinem Umfange eingegangen fein, daneben zeigte auch die Kulisse eher etwas Kaufinteresse, zumal man mit einer Paraphierung des Viermächte- Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft Berlin W 8, Behrensslrahe 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". Paktes noch vor den Feiertagen rechnet. Die unregelmäßigen Meldungen von den Auslandsbörsen blieben ohne Einfluß. Gegenüber dem Berliner Schluß eröffneten JG.-Farben, Scheideanstalt, Metallgesellschaft, Klöcknerwerke, Rheinstahl und Mannesmann von 0,50 bis 1 Prozent höher, wogegen Deutsche Linoleum 1,25 Prozent nachgaben. 2m Verlaufe wurde es dann stiller, doch waren die Kurse gut behauptet. Scheideanstalt zogen erneut 1 Prozent an. Auch am Renten markt erhielt sich Interesse für deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen: letztere zogen etwa 0,65 Prozent an. Reubesitzanleihe 12,40, Altbesitz 76,50, Schutzgebietsanleihe 7,65, 6proz. Stahlverein 67, Buderus 76,75, Gelsenkirchen 63,50, Harpener 103,50, Klöcknerwerke 61,50, Mannesmann 69 bis 69,50, Aheinstahl 95,50, AEG. 24,75, Bekula 114, Zement Heidelberg 77,50, Scheideanstalt 170 bis 171, Deutsche Linoleum 50,25, JG.-Farben 132,75 bis 132,50 bis 132,75, Lahm eher 126,75, Rütgers- werke 60,50, Siemens 160, Rordd. Lloyd 19,75. pfingstlnarkt in Lich. * Lich, 31. Mai. Am dritten Pfingstfeiertag findet in Lich der sogenannte P f i n g ft m a r f t (Ziegen-, Lämmer- und Schweinemarkt), verbunden mit einer Ziegenschau und Prämiierung, statt. Auf die Bekanntmachung der Bürgermeisterei Lich im heutigen Anzeigenteil wird besonders hingewiesen. Heute Benefiz-Vorstellung der Mitglieder des Stadttheaters Gießen Krieg im Frieden Lustspiel von Moser und Schönthan 20.15 bis 22.45 Uhr — Gewöhnt Preise 3683 D Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. stapteren angeführten Ziffern geben dle Hohe der zuletzl beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankluri a. Ul. Serini Schluß- kurS Schluß!. Abend- bSrse Schluß- kurS Schlußk. Mittag, börse Oatum 31.5 1.6. 31.5. 1-6. 6% DeuncheReichsanleihe d. 192i 82,5 82,5 82,25 82,25 6% efjem.7% Tt.ReichSaill.v. 1929 90,75 90,7 90,9 90,5 5'/2% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld ml 82,75 81,4 82,75 81,4 Auölol.-Rechlen .......... . 74,5 76,5 74,9 76,5 Scefll. ohne AuSlos.-Rechte..... 6% ehern. 8% Hess. Bolkestaat 1929 11,9 12,4 11,9 12,3 (rüdjafilb. 102%)........... Oberhessen Provinz-Anleihe mi 75 74,5 — 75,5 Auslos.-Rechten ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt o67 66 — - Gold R. 12......... 6V2% Hess. Landes Hyvothelen. 81,5 81,25 — 81,25 bank Darmstadt filqui..... Deutsche Komm. Sammelab l.An 84.5 84,25 — - leihe Seriel mit AuSIos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hhp.-Baw 68,25 69,75 68,25 69,25 Goldpse. 15 unkündbar bi» 1935 6% ehern. 7% Franks. Hvp.-Ban 82,5 82,5 — — Goldvse. 16 unkündbar biS 1936 b'/r% ehern. 4'/,% Franks. Hyp. 82,25 82,25 . — — Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 6y;% ehern. 4’4% Rheinische 82 82,5 - — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespsand 85,5 86 — — briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand — 82 83 82,5 brietanktalt. Pfandbriefe R. 1< 84 83,25 83,25 — Verrechnungskurs . . 85.5 85,5 85,5 85,5 4% Oesterretchische Goldrenie... 16 16,5 - — 4,20% Lesterreichische Eiiberrente 1,15 - 4"„ Ungarische Goldrente ....... — - — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 4%% deögl. von 1913.......... _ — * _ 5% abgest. Goldmexikaner von 99 — — 7,9 4% Türkische Zollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih.' 3.45 6,5 6,5 — «eric 1.................... 6,5 6.5 6,5 — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußl. Abend, börse Schlußkurs Schlußk. Mitlag» börle Datum 31.5- 1.6. 31.5. 1.6. 4% vesgl. Serie II ............ 6,5 6,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,9 5,75 6 4’/,%Ruman.vereinh.RenIev.l91S 10,3 10,5 10.4 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier.............. 4,65 28,9 4,7 29,5 4,65 — 29 — Hamburg-Amertka-Paker ..... < 18,9 18.9 Hamburg-Südam. Dampfschiss. o — 31.75 Hansa Dampfschiff........... o — _ Norddeutscher Lloyd .........o 19,25 19,75 19,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o 52,5 52,5 52.75 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 92,75 93,65 93,5 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Diüconto- 50,25 50,25 50 75 — Gesellschast................p Dresdner Bank..............o 53 52 124,5 53 52 124 53 52 125 — Reichsbank .................3 A.C.G............... , 24,5 100,25 116,5 24,75 102 117 24,5 99,75 116 56 Cletti. LieferungSgefellschaft ... b Licht und Kraft .............6 Fellen & Guilleaume ........0 Gesellschaft für Elektrische Unter- 56 57,5 — nehmungen............... 4 91,75 _ 91 5 Rheinische Elektrizität ........6 Schlickert & (So..............0 Siemens & HalSke...........9 Lahmeyer S Co..............10 97 108 158,25 123,5 99 109,75 160 126,75 96^5 107,5 157,65 123 — Buderus ................... 75,25 116,25 76,75 118,5 75,25 116,65 Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener..............0 61 63,5 61,75 63,4 Harpener...................0 98,5 103,5 98,4 103,25 71,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 - 70,4 Ilse Bergbau ............... 7 — —— 150 159 Ilse Bergbau Genüsse.......7 115,5 _ 116 119 Klöcknerwerke ...............0 59 61,5 58,5 60.5 Mannesmann-Röhren........0 66,75 69,5 66.4 68,75 Franliuri a. Dl. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schlub» kurS Schlußk. Mittaa- börse Datum 31.5. 1.6. 31.5. 1.6. Mansrelder Bergbau.........0 KokSwerke ..................0 — 25,5 26,5 85 25,75 87,4 Phönix Bergbau.............0 41 42 40,75 42,25 Rheinische Braunkohlen ......10 Rhetnttahl .................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 199 93,75 40 19 133 134 202 95,5 42 19,25 139 139 184 201 93 40,4 18,75 134,25 136 180 202 94,9 42,25 19 138,5 140 185 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetiurth . ..... p I G. Facben.Jndustrte.......7 -scheideanslalt...............10 130,75 166 51 58,5 34,75 132,75 171 52,75 60,5 37 130,4 131,9 Goldschmidt ................. 50,65 59 34,25 52,9 60,25 36 Rütgerswefte...... 0 Metallgesellschaft.............. Bhllivv Holzmann.......... 0 57 "7? 57,25 Zementwerk Heidelberg ......4 Cemeniwerk Karlstadt.........0 76 56 - 41 49 52,5 24 126,75 41,13 48,5 52 24 113,5 30,65 49,65 48,25 127,75 40,75 48,75 52,5 24 Schultheis Patzenhofer...... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg............ 41 48,75 52,5 Zellstosk Waldhof..........’’ 0 Hellftoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS......... , Daimler Motoren.......... n Deutsche Linoleum ....... ' n 30,75 49,5 31,25 50,25 116 31,4 51,5 49,9 Orenslein L Koppel ...... n Leonhard Tietz........... 19,5 164,5 19 164 Chade................. 19,5 163,5 19 163,5 Grttzner .... , 25,5 156,75 25,75 1 69,75 ! 157,25 26,13 157,75 Matnkrastwerke Höchst a.M. '"4 Süddeutscher Zucker .77.''' p 158,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2fl. 31.Mai I.Juni Amtliche Notierung Seid | Brie Amtliche Notierung Geld | Sriei Heising,ors. Wien...... Prag....... Budapest ... Sofia..... Holland ... Oslo...... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neunork .... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz... Spanien.... Danzig.... Japan ...... Rio de Ian. Jugoslawien Lissabon... 6,264 46,95 12,64 3,047 170,18 71,68 63,14 72,53 14,14 ,868 3,526 58,89 21,96 16,61 81,57 36,11 82,82 0,874 0,239 5,195 12,89 6,276 47,05 12,66 3,053 170,52 71,82 63,26 72,67 14,18 0,872 3,534 59,01 22,00 16,65 81,73 36,19 82,98 0,876 0,241 5,205 12,91 Vanknoten 6,279 46,95 12,64 3,047 170,03 72,08 63,54 73,08 14,245 0,873 3,566 58,74 21,96 16,61 81,52 36,11 82,77 0,874 0,239 5,195 12,94 6,291 47,05 12,66 3,053 170,37 72,22 63,66 73,22 14,285 0,877 3,574 58,86 22,00 16,65 81,68 36,19 82,93 0.876 0,241 5,205 12,96 Berlin, I.Iuni Geld Bries . Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... polländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling »umänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten............... Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 3,53 58,58 63,17 14,205 16,57 169,66 21,84 71,91 2,46 72,90 81,34 35,98 3,55 58,82 63,43 14,265 16,63 170,34 21,92 72,19 2,48 73,20 81,66 36,12