Hr.ioi -eühottssave 185. Zahrgang Dienstag, 2. Mai 1935 Gr)d)eini täglich, außer Sonntags und Feierlags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienbiälter Heimat im Bild Die Scholle monatsBejugsprefs: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. jfernsprechanschlüsse unter Sammelnumm er 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: SranHurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vruck und versag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stehtörudcrei R. Lange in Stehen. Schnftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» hlameanuigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsür denAn» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Ißießen. Der deutschen Arbeit Ehrentag. 3n gewaltigen Kundgebungen aller (Stände bekennt sich das deutsche Volk zum Ginnspruch seiner nationalen Negierung für den 1. Mai: „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter". Oie Neichshauptsiadt im Festschmuck. Ein Meer von Fahnen, einTepPich von Grün. Berlin, l.Mai. (WTB.) 2lm frühen Morgen regt sich noch im Nebelgrau überall das Leben. Singende Scharen durchziehen die Straßen, die über Nacht in ein einziges Meer von Klaggen und Maiengrün verwandelt worden sind. Dabei ist laum ein Unterschied zwischen den Außenbezirken und dem eigentlichen Stadlinnern, zwischen den Ar- f beiteroiertctn, den.Geschäftsstraßen und den vornehmen Stadtvierteln festzustellen. Kein Haus ohne Schmuck. Große Transparente, die auf die Bedeutung des Tages der Arbeit hinwci- fcn oder die Treue zum Reich und zu»- nationalen Regierung bekunden, ziehen sich über die ganze Straßenbreite. Hebet die Plätze sind fahnenbe st eckte Girlanden gespannt, an den S^ren stehen ■ Maibäume. Die Fenster sind mit Grün umrahmt, fast in allen Auslagen sind die Bilder des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers zwischen Grün und Blumen aufgc- baut. 3m eigentlichen Stadtinnern, den Hauptstraßen der Stadtmitte, ist der Schmuck der Häuser so reichlich, daß die zahlreichen Reklametrans- Parente fast vollkommen darunter verschwinden. , Die großen Geschäftshäuser haben Teppiche aus den Fenstern gehängt, die Embleme der nationalen Revolution mit Tausenden von Glühbirnen ausmontieren lassen, die Bilder des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in gewaltiger Größe an den Häuser- fronten, umrahmt von Girlanden und Fahnen, angebracht. Ein überraschendes Bild dielen die Arbeiler- vierlel, in denen noch vor vier Jahren an dem gleichen Tage Barrikaden errichtet waren. 3n Reukölln, am Stettiner Bahnhof, am Wedding, am horsl-wefsel-Plah, dem früheren Bülow- Plah, in THoabit, überall Fahnen über Fahnen und Transparente, die, den klaifenkampf ablehnend, für den deutschen Sozialismus werden. Oft ist unverkennbar, daß die Wohnungsinhaber mit ihren letzten Groschen versucht haben, ihren 1 Häusern einen festlichen Schmuck zu geben. Das H o r st - W e s f e l ° 5) a u s (das ehemalige Lieb- I kncchihaus) trägt zwei große Bilder des Führers. L Girlanden spannen sich von Straße zu Straße. Hier ‘ vor der ehemaligen Hochburg des Kommunismus steht heute leuchtenden Auges £ die Hitler-Jugend, die auf das Zeichen zum Abmarsch zu ihrer ftunbgebunn im Lustgarten wartet. Geradezu überwältigend ist der Eindruck Inder 1 W i l h e l m st r a ß e, die schon in den frühen Morgenstunden polizeilich abgefperrt ist Bon hier über die Linden bis zum Lustgarten sind- alle Häuserfronten in feierliches Grün g e - hüllt, aus dem farbenfreudig das Hakenkreuzbanner, die Reichsfarben und die preußischen ^Farben leuchten. Alle Verkehrsmittel der Sl.idt tragen Wimpel und Zweige, abcr_aud) alle Taxen ' und Privatwagen weisen einen Schmuck auf, als | ob es z u einem B l u m c n t o r j o ginge. Die 1 Leitungsmasten der Straßenbeleuchtung find mit i- @rün umwunden, die Leitungsdräht selbst mit un- k Zähligen kleinen Wimpeln behängt. Auf den Bahnhöfen laufen die Lokomotiven mit Grün und Fahnen besteckt ein. Sonderzüge speien ununterbrochen unzählige Tausende aus, die diesen großen Tag in der Reichshauptstadt mitcrleben wollen. Auf den Straßen begegnet man Lastzügen und Gesellfchastssondcromnibusscn aus allen Teilen des Reiches, mit den I? Landesfarben geschmückt. Man hört die Mundart der Danziger und Ostpreußen, der Oberschlefier, der Saarländer, der Schleswiger, der deutschen ii Brüder aus dem benachbarten Oesterreich und Sudetendeutschland. Die ganze Stadt scheint von einer Woge freudiger Begeisterung übergossen. Hcberall sieht man fröhliche und lachende Gesichter. 3n den Stadtzentren, wo der Aufmarsch der Jugend feinen Anfang nimmt, werden Verkehrsstockungen und die erforderlichen Umleitungen ohne ein böses Wort in Kauf genommen. Der Eindruck, den die ganze Stadt bietet, übertrifft bei weiten» ! den von Potsdam, der schon nicht mehr überbietbar schien. Das Fest der Lugend. Aufmarsch begeisterter Jugend aller Liändc im Berliner Lustgarten. Es ist einer der besten Gedanken des Propaganda- Ministeriums gewesen, die Jugend, die Zukunft Deutschlands, an den großen Feier - lichkeiten des Tages der nationalen Arbeit vollen L Anteil nehmen zu lassen. Drei Stunden vor Be- , ginn ihrer großen Kundgebung im Lustgarten fan- e dcn sich schon die ersten r-charen an den Sammel- [ plätzen ein. Die sämtlichen Schulen der sechs Jnnen- I", bewirte, die eine Aufmarschzeit von etwa einer I Stunde haben, traten an 12 Sammelplätzen im Stadt- 5; itinern, um bann nach dem Lustgarten zu marschieren. Frohsinn und Begeisterung leuchten aus den Augen der Kinder. Singend durchziehen sie die Straßen und schwenken die Hakenkreuz- und schwarzweißrote Fähnchen. Stolz tragen sie die Transparente mit den Gelöbnis der Liebe zur Heimat, zum Reichspräsidenten und zum Dolkskanzler. Auch in ihren Reihen ist eine mustergültige Disziplin zu beobachten. Ein besonders feierliches Bild bieten die Sammelplätze, auf denen die Hitlerjugend in ihren einfachen, aber kleidsamen Trachten Aufstellung genommen hat. Selbst die kleinsten Knirpse tragen mit Stolz ihre braunen Uniformen und die Hitler-Medaille, ihre weißen Blusen, über die sie das braune Jäckchen gezogen haben. Besonders eindrucksvoll und bunt ist der Sammelplatz der ftudenlifchen Korporationen am hegel-Plah. Eine Taxe nach der anderen rollt an und bringt die Chargierten der gesamten studentischen Korporationen aller Hochschulen Berlins in vollem Wichs mit wehenden Bannern heran. 3e näher man dem Lustgarten kommt, um so überwältigender wird das Bild. Kopf an Kopf stehen die Scharen der Kinder, 3ungens und Mädels, der 3ungmänner, der Jungarbeiter, der Jugendorganisationen, der konfessionellen Verbände, der Turn- und Sportvereine, vielfach auch in ihrer Sportkleidung, alle mit Fahnenwimpeln und Transparenten. Reichskanzler Hitler, der, kurz nach acht Ahr vom Anhalter Bahnhof kommend, in der Reichskanzlei eintrifft, wird von den Massen stürmisch begrüßt. Aus allen Straßen strömt die Jugend zum Lustgarten, auf allen Straßen schallen die hellen Stimmen der Kinder, die das Deutschland-Lied. das Horst- Wcssel-Lied und frohe Marsch- und Wanderlieder fingen. Reichsminister die Estrade und richtet einen herzlichen Appell an die deutschen Jungens und Mädels. Es ist kein Zufall, so führte er aus, daß der Feiertag der deutschen Arbeit mit einem Appell an die deutsche Jugend beginnt. Dies geschieht *a u f ausdrücklichen Wunsch des Herrn Reichspräsidenten. Die Jugend ist die i Trägerin der deutschen Zukunft; sie hat einst unser Erbe zu übernehmen. Es ist die wichtigste Aufgabe des jungen Deutschland, die Jugend zur Disziplin zu erziehen, lieber den Trümmern des zu- sammengebrochenen liberal-kapitalistischen Staates erhebt sich der Gedanke der Volksgemeinschaft der geeinten deutschen Ration. Die Regierung, die dem Klafsenkamps ein donnerndes Halt entgegengerufen hat, hat damit eine gewaltige Pflicht und Verantwortung auf sich genommen. Richt deshalb haben wir den Marxismus auf die Knie gezwungen, um dem Arbeiter seine politische und wirtschaftliche Vertretung zu nehmen. Wir haben mit der Riederzwingung des Marxismus die Pflicht des sozialen Friedens, der Gerechtigkeit und der Arbeit übernommen. Die Jugend, die heute hier versammelt ist, legt ein Bekenntnis ab zum Staat und auch zur Arbeit und ihrem Segen. 3m Zeichen der nationalsozialistischen Revolution ist die 3ugcnt> aufmarschiert und bekennt, daß diese Revolution erst dann Halt machen wird, wenn sie denganzen Staat und das ganze Volk erobert hat. Glücklich die 3ugend, die nicht nur Zeuge, sondern M i t g e st a 11 e r und Mitträger des gewaltigen geschichtlichen Geschehens sein kann. Wir, die deutsche 3ugend, wollen mit dem Pessimismus ein Ende Der ganze Lustgarten ist in ein Fardenmecr getaucht. Auf der Estrade des Schlosses, von dessen Front neben dem Balkon gewaltige Flaggen herunterhängen, und dessen Fensterbogen mit Grün umzogen find, stehen neben den Ehrengästen 150 studentische Korporationen in vollem wichs, geführt von den anslandsdeut- fchen Studenten, die erstmalig nach dem neuen Studentenrecht in die Reihen der Deutfchen Studentcnfchaft eingereiht sind. Auf der Terrasse haben 12 00 Sänger des Berliner Sängerbundes Aufstellung genommen. Riesenlautsprecher, bis in die 3nnen- stadt verteilt, übertönen das fröhliche Stimmengewirr der zu Hunderttausenden aufmarschierten Jugend. Flugzeugstaffeln in Fünfer- und Reuner- Formationen kreuzen über dem Platz. Die umliegenden Dächer der Häuser sind von Schaulustigen beseht. Die ganzen Linden hinunter, hinter dem Schloß und in den benachbarten Straßen stehen Kopf an Kopf die Leute, die wenigstens Hörzeugen des gewaltigen Schauspiels sein wollen. llebertoältigcnb das Bild von der EstrcHe aus. Vor der Schlohfront, von schönstem Sonnenlicht übergossen, steht die Hitler-Jugend in ihrem schmucken Braun, jede Gruppe mit ihrem bunten Wimpel, dahinter die Volksschulen und die höheren Schulen mit Standarten, Wimpeln und grün geschmückten Schildern, 3ungmänner und Jungmädchen, Verbände mit ihren Bannern und an der Peripherie die Schaulustigen. Einige haben sich sogar auf die Türme des Doms gewagt. Punkt 9 Uhr feierliche Hymne „Deutschland, du mein Vaterland". Dann betritt, mit stürmischen Heilrufen begrüßt, Or. Goebbels machen. Gläubig, voll trotzigem Optimismus, wollen wir das schwere Schicksal in die Schranken fordern. Die deutsche Jugend hat zu fordern. Sie erhebt vor der ganzen Welt ihre Forderung auf Arbeit» Brot, Ehre und Lebensraum. Aber diese Jugend, geläutert durch das Fegefeuer des Krieges und der Nachkriegszeit, weih auch, daß nur der fordern kann, der die Pflicht zur Leistung auf sich nimmt. Deshalb wollen wir uns vereinigen in dem Gelöbnis, ; u arbeiten und nicht zu verzweifeln und mit ganzer Seele zu Deutschland und seinem Schicksal sichen. In diesem Sinne grüßen wir die Jungen, wir Träger des neuen Staates, das alte ruhmreiche Deutschland, das hinter uns liegt, grüßen wir jenen ehrwürdigen großen Soldaten des Krieges, den GeneralfeldmarschaU und Präsidenten des Deutschen Reiches. Daß er heute mitten unter uns sieht, das bauten wir ihm aus tiefstem herzen. Die Jugend grüßt die arbeitenden Väter und Brüder, sie grüßt das schaffende Deutschland. Jung und alt reichen sich heute die Hand und schließen einen Bund, der für alle Zeiten unlösbar ist. Dr. Goebbels schloß seine Rede mit H e i I r u f c n auf den Dolkskanzler Adolf Hitler, in die die Menge begeistert cinstimmte. Dann klingt das Horst-Wefsel-Lied auf, entblößten Hauptes angc- hört und mitgesungen, die Offiziere salutieren, die Studenten kreuzen die Klingen. Begeisterte Huldigung für Reichspräsident und Reichskanzler. Heil-Rufe schallen von den Linden herauf: i m offenen Wagen erscheint der Herr Reichspräsident in dunkler Kleidung. Neben dem greifen Haupt, das freudestrahlend die ihm zu- jubelnden Massen durch Kopfnicken begrüßt, sitzt der junge Volkskanzler Adolf Hitler, im zweiten Wagen folgen Vizekanzler v. P a p e n , Staatssekretär Meißner, die persönlichen Adjutanten des Reichspräsidenten Oberstleutnant v. Hindenburg und Graf von der Schulenburg, ferner der enge Stab des Reichskanzlers. Nur mit Mühe können sich die Wagen einen Weg durch die begeisterte Jugend bahnen. Endlich halten sie an d e r S ch I o ß- terrasse. Begrüßt von den jubelnden Sängern, die auf der Estrade stehen, und den studentischen Korporationen, verlassen der Reichspräsident und der Kanzler den Wagen und begeben sich auf die Estrade, wo der Reichspräsident die anwesenden Ehrengäste begrüßt. Mit dem Doyen des diplomatischen Korps Nuntius O r fe n i g o haben sich zahlreiche in Berlin akkreditierte Vertreter fremder Mächte eingefunden. Von den Mitgliedernder Regierung bemerkt man Rcichswehrminifter General von Blomberg, Reichsinnenminifter Dr. Frick, den preußischen Justizminister Kcrrl und den preußischen Kultusminister R u st. Als der Reichspräsident nunmehr die Rednertribüne betritt, braust ihm ein Jubelsturm entgegen. Von Hellen Kinderstimmen gesungen klingt es über den Platz „Ich hab' mich ergeben". Wie zum Gelöbnis fliegen die Hände überall hoch. Jetzt fpridjt der Rerchspräsidentr herzlich begrüße ich die deutsche Jugend aus Schute und Hochschule, aus Werkstatt und Schreibstube, die heute hier versammelt ist, um sich zum gemeinsamen Vaterland, zur pflichttreuen Hingabe an die Ration und zur Achtung vor der schaffenden Arbeit zu bekennen. Ihr feid unsere Zukunft! Ihr muht einst das Erbe der Väter auf eure Schultern nehmen, um es zu erhalten, zu festigen und ous- zubauen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muß die Jugend- Ein - und Unterordnung und hierauf gründend verant - wortungssreudigkeit lernen. Rur aus Manneszucht und Opfergeist, wie solche sich stets im Deutschen Heere bewährt haben, kann ein Geschlecht erflehen, das dcn großen Ausgaben, vor welche die Geschichte das deutsche Volk steilen wird, gewachsen ist. Rur wer gehorchen gelernt hat, kann später auch befehlen! Und nur wer Ehrfurcht vor der Vergangenheit unseres vol- k e s hat, kann dessen Zukunft meistern, wenn ihr in eurem täglichen Wirkungskreis rückblickend wieder einmal des heutigen Tages gedenkt, erinnert euch dieser meiner Mahnung! Dieser Tag soll dem Bekennlnis der Verbundenheit aller schaffenden Kräfte des deutschen Volkes mit dem Vaterlande und den großen Ausgaben der Ration dienen und zugleich ein Denkstein des hohen sittlichen werles jeder Arbeit — der der Faust wie der des Kopfes — fein. Aus treuem Herzen gedenke ich daher in dieser Stunde der deutschen Frauen und Männer, die in fleißiger Tagesarbeit ihr Brot verdienen, und in liefern Mitempfinden der großen Zahl all derer, die durch die Wirtschaftsnot unserer Zeit von der Arbeit und ihrem Segen noch ferngehallen sind. Daß Miilel und Wege gefunden werden, um dem Heer der Arbeitskosen wieder Arbeit und Brot zu schaffen, ist mein sehnlichster Wunsch und eine der vornehmsten Ausgaben, die ich der Reichsregierung gestellt habe. Die Zeil, in der wir leben ist ernst und schwer. Aber wenn wir alle Zusammenhalten und in Einigkeit mit festem Mut und unbeirrbarem Glauben zufammenstehen, dann wird Gott uns auch weiterhelfen! In diesem willen laßt uns zusammen rufen: Deutschland, unser geliebtes valerland, Hurra!. Die Menge stimmt das Deutschlandlied an. Während der Reichspräsident die Rednertribüne verläßt, tritt der Kanzler Adolf Hitler einige Schritte vor. Kaum erkennt die unten harrende 3ugend den Führer, so braust wiederum ein nicht endenwollender 3ubel los. Rur mit Mühe kann sich der Reichskanzler Gehör verschaffen. Als auf seinen Winb-Hin endlich Stille eintritt, bringt Adolf Hiller auf den greifen Feldmarschall und Reichspräsidenten, den großen Soldaten und Führer des Weltkrieges ein dreifaches Hoch aus. Donnernd bricht sich der Ruf an den Wänden des alten Schlosses. Während die Jugend Berlins den beiden Führern Deutschlands zujubelt, verabschiedet sich der Reichspräsident von den diplomatischen Vertretern und von der Reichsregicrung uni) fährt unter den Klängen des Präsentiermarsches, getragen von einer Welle der Begeisterung durch das dichte Spalier über die Linden hinweg in sein Palais zurück. Die große Stunde der deutschen Jugend ist vorüber. Heitere Marschlieder hingen überall auf und begleiten den Abmarsch nach den Sammelplätzen, von wo aus die Kinder nach Hause geleitet werden. Oer Aufmarsch zum Tempelhofer Feld. Ilm die Mittagsstunden wurde das Straßenbild immer lebendiger, immer festlicher. Zu den abmarschierenden Jugendlichen kam die Menge der Erwachsenen hinzu, die sich schon seit den Morgenstunden zu den 13 Sammelplätzen begaben, um von dort aus in 10 Heeressäulen den Marsch zum Tempelhofer Feld anzutreten. Mit klingendem Spiel marschiert die Reichswehrwache im Stahlhelm über den Potsdamer Platz. Ungezählte Menschenmassen führen die Eisenbahnen und Kraftwagen nach Berlin. Die Berliner Verkehrsmittel leisten übermenschliches und können doch die Zahl der Fahrlustigen nicht fassen. Die meisten. Menschen marschieren zu Fuß. Die Aufmarschierenden haben in Tornistern, Brotbeuteln und allen möglichen Behältern Lebensmittel und Getränke, manche sogar für 24 Stunden- Die Sammelplätze sind überfüllt, ebenso alle benachbarten Straßen. Man hat den Eindruck, als ob mindestens drei von den vier Millionen Berlinern auf den Straßen sind. Bei alledem herrscht eine bewunderswertc Disziplin- Die Leitung der Kolonnen liegt in dcn Händen der Kreisleiter der RSBO Ihr umfangreicher nachrichtentechnischer Apparat, den die Schupo eingerichtet hat, überwindet alle Stockungen und Schwierigkeiten. Jiun beginnt der Abmarsch. Kolonixen um Kolonnen. Tausende von SA. und Sw., Hitlerjugend, deutsche Mädels, andere Organisationen der Jungen und der Alten. Blaue Blusen der Deutschnationalen, Innungen in bunten historischen Trachten, die Küfer und die Mcker, Schneider und Friseure. Dann wieder Abordnungen der Eisenbahner, der Straßenbahner, der Polizei — das ganze Volk der Vergangenheit und des buntbelebten Mittelalters, der Gegenwart und einer freudigen hoffnungsfrohen Zukunft war aufgebrochen. Gesang aus rauhen Männerkehlen, alte Landsknechtsweisen, die die SA. umgedichtet hat, Volkslider der deutschen Jugendbewegung, friderizianische Weisen, Militärkapellen und Knüppelmusik erfüllen die Luft. Ein unvergeßliches Bild bot der Magdeburger Platz, von dem die Angehörigen der Trachtengemeinschaft deutscher Landsmannschaften anmarschievtcn. Im Gegensatz dazu herrschte auf dem Wittenberg-Platz das einheitliche und geschlossene Feldgrau. Hier war der Summe l- platz der drei Groß-Berliner Stahlhelmregimenter Reinhardt, Lützow und Tempelhof. An der Spitze jeden Regiments die Fahnenkompanie. Die Kapellen spielten lustige Militärweisen. Dom Flugzeug aus dirigiert. Strahlenförmig ziehen die Kolonnen zum Tempelhofer Feld. Tausende umsäumen grüßend und jubelnd die Straßen. Heber den Marschierenden kreist ein Flugzeug der Verkehrszentrale, um die Züge zu beobachten. Sobald Verkehrsstörungen und große Stauungen vom Flugzeug aus beobachtet werden, geht eine Funkdepesche von Vord des Flugzeuges an die Funküberwachungsstellc des Tempelhofer Flugplatzes und von dort telefonisch an die Zentralstelle der RSBO. Kuriere auf Motorrädern leiten die Weisungen an die Führer der Kolonnen weiter. Das Rote Kreuz begleitet jede Kolonne mit 50 Sanitätern. Hnauf- hörlich tönen Musik und Gesang, schallen die Heilrufe, strecken sich die Hände zum Gruß. Die Millionenkundgebung auf dem Tempelhofer Feld. Glänzende Zurüstungen. — Ein Wald von Fahnen. Auf dem Tempelhofer Feld ist das Gedränge schon um 14 Uhr außerordentlich stark. Südlich von der Flughasenstraße sind die großen Tribünen aufgerichtet, auf denen etwa 15 000 Personen Platz finden. Hinter der mittleren Tribüne ein zwölf Meter hoher Fahnenberg für 3000 Fahnenträger, davor die Plätze für die Re- qierungsmitglieder und das 10 Meter hohe Podium fürdenReichskanzler. Zu beiden Seiten der Tribüne ist das Feld in verschiedene Blöcke eingeteilt, für die 8 0 0 0 0 Zuschauer- karten ausgcgeben sind. Vor den Tribünen ist der Platz für die uniformierten Teilnehmer. Auf einem riesigen Podest finden 30 0 Musiker Platz. Ein Wold von 150 Fahnenmasten zieht sich rings um das Feld. Hoch ragen die Kommandotürme, die Funktürme, die Polizeitürme, 10 Filmtürme, die Masten für die Hochspannungsleitungen und 250 Lichtmasten in die Luft. Fahnen, wohin das Auge sieht bis zur Höhe von 25 Meter, dazu Girlanden und Transparente in großer Fülle. Die Sonne dieses herrlichen Moientages beleuchtet das prächtige Bild. In einem großen Feld ist die riesige Verstärkeranlage untergebracht, die 10 0 Lautsprecher zu speisen hat. Vor der Rednertribüne stehen 18 Mikrophone, in den vier Ecken des Tempelhofer Feldes hat das Rote Kreuz Zelte errichtet. Zwei weitere Rote-Kreuz- Zelte stehen hinter der Tribüne und zwischen diesen großen eine Reihe kleinerer Zelte. Auf fünf hohen Türmen stehen Polizei- und Feuerwehrleute in telefonischer Verbindung mit der Feuerschutzleitung. Auf dem Riefenfelde südlich der Flughafen - stratze sind inzwischen die ersten Kolonnen der Arbeiter aufmarschiert. Hm 15 Hhr ist es bereits eine halbe Million Menschen, die auf dem Tempelhofer Feld und um das Feld herumstehen. Die Tribünen- Plätze füllen sich. Die Rasenplätze sind fast vollständig beseht. 3n den Seitenstraßen sind Stationen errichtet, die Reserven an Lebensmitteln und Getränken bereit halten. Aus einem entfernter liegenden Standlager in Tempelhof werden die Vorräte jeweils ergänzt. Etwa 3000 Händler bringen die Lebensmittel und die Erfrischungen unter die Massen. Die Abgabe von alkoholischen Getränken ist verboten. Die Kriegsinvaliden, die mittags durch den Deutschen Touringklub gespeist worden waren, werden von Mitgliedern des Klubs zum Tempelhofer Feld gefahren und vor den Tribünen abgescht. Hm 16 Hhr war, soweit der Blick über den Festplah reichte, alles bereits von Menschen angefüllt, obwohl nur von den wenigsten Kolonnen die Spitzen das Feld erreicht haben. Man vermag sich nicht vorzustellen, daß hier noch weitere Hunderttausende Platz finden sollen, die noch immer im Anmarsch sind. Die Ehrengäste. Gegen 17.30 Hhr trafen die Führer der SA. und des Stahlhelms, SA.-Oberführer Ernst, mit dem Prinzen August Wilhelm und Bundes- Hauptmann Major a. D. v o n S t e p h a n i. auf dem Tempelhofer Feld ein. Gegen 18 Hhr wurde die Zahl der aus dem Felde stehenden Menschenmenge auf etwa 1,3 Millionen geschäht. Sämtliche Fahnen der SA., SS., des Stahlhelms, des deutschnationolcn Kampfringes und der zahllosen übrigen Verbände, Vereine und Innungen wurden auf den Fahnenberg gebracht, den erhöhten Hintergrund der Regierungstribüne. Hier standen dann Kopf an Kopf etwa 3000 Fahnenträger. Gegen 19.15 Uhr trafen der Reihe nach ein der Berliner Polizeipräsident, Ministerpräsident G ö - ring, Reichsaußenminister von Neurath, Staatssekretär Meißner, die Minister Dr. H u - genderg, Seldte, Vizekanzler von P a p c n, Reichsinnenminister Frick, dann in bunter Reihenfolge Wagen auf Wagen mit den übrigen Reichsministern, den preußischen Ministern, den Vertretern des Diplomatischen Korps, das vollzählig erschienen war, den Spitzen der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden. Die italienische K o l o - n i c in Berlin hat eine Abordnung entsandt, die, geführt von dem italienischen Botschafter, i n Schwarzhemden erschienen war. Die uniformierten Verbände nahmen Front zur Regierungs- tribüne. Im prachtvollen Aufzuge marschierten unterdessen vor der Haupttribüne die 11. Kompanie des I n f. - R e g t s. N r. 12 aus Magdeburg auf, ferner 7 Militärkapellen und zwei Spielmannszüge der Reichsmarine. Die Reichswehr wurde mit Hurrarufen und Händeklatschen empfangen. Besonderen Eindruck machte auch der Anmarsch von 120 Mann der Stabswoche in Stahlhelm mit umgehängten Karabinern. Allmählich wird es dunkler. Die Menge auf dem Tempelhofer Feld bietet einen überwältigenden Anblick. Strahlend geht die Sonne im Westen unter. In einem riesigen Quadrat standen jetzt Reichswehr, Polizei, SA., SS. Stahlhelm und Technische Rothilfe. Die Fanfarenmärschs der Deichswehrkapellcn ermunterten die Massen, die nun zum Teil seit fünf bis sechs Stunden auf dem Platze standen und zumeist seit zwölf Stunden auf den Beinen waren. Die Dunkelheit sank allmählich herab. In der Ferne um das Festfeld herum wurden die Lichter angezündet. Die Spannung stieg immer mehr. Die Ankunft des Reichskanzlers. Dr. Goebbels hält die Begrüßungsansprache Während die Menge gemeinsam das Lied „Der Gott, der Eisen wachsen lieh" singt, trifft der Kanzler Adolf Hitler und mit ihm der Reichsminister Dr. Goebbels ein, mit brausenden Heilrufen von der Menge begrüßt. Der Kanzler nimmt den für ihn vorgesehenen Platz ein und begrüßt die SA. und SS. mit kräftigem Heil, das vom ganzen Felde erwidert wird. Dr. Goebbels besteigt die Rednertribüne. Reichsminister Dr. Goebbels begrüßt die Massen und erklärt dann: Leider fiel in den schäumenden Becher der Freude ein Wehrmutstrop- f e n. Gestern verunglückten in Essen auf der Zeche Stinnes sieden brave Bergleute, die ausnahmslos Nationalsozialisten waren. Zur gleichen Zeit wurde in Naumburg und in Kiel je ein SA.-Mann erschossen. (Pfui.) Diese neun Soldaten der Arbeit und der Politik - f i e l e n auf dem Felde der Ehre. Die ganze deutsche Nation erhebt sich in diesem feierlichen Augenblick und ehrt das Andenken dieser neun gefallenen Soldaten durch eine Minute ehrfurchtoofles Schweigen. Deutsche Männer und Frauen! Ihr habt den Toten die Ehre gegeben, die ihnen gebührt, und jetzt hat das Leben wieder sein Recht. Am heutigen Äbend spricht der Kanzler, der Führer des jungen Deutschland zum deutschen Volk, Adolf Hitler, unser Fahnenträger, unser Führer, hat das Wort. (Stürmische Heilrufe.) Adolf Wer spricht zu den Mlionen. Unter minutenlangen nicht endenwollenden Heilrufen und dem Beifall der anderthalb Millionen führte Reichskanzler Adolf Hitler dann aus: Der Mai war viele Jahrhunderte hindurch der fymbo- lifche Tag des Einzugs des Friedens in die Lande, öcr Tag der Freude, der festlichen Stimmung und Gesinnung. Dann kam eine Zeit, die diesen Tag verwandelte in einen Tag der Proklamation der Fehde, des Streites und inneren Kampfes. Eine Lehre versuchte den Tag der erwachenden Natur in einen Tag des Haffes, des Leides, des Zankes, des Bruderkampfes und Brudermordes zu verwandeln. Jahrzehnte find über die deutschen Lande gegangen. Und dann kam nun wieder eine Zeit der Besinnung und des Jnsichkehrens unö damit wieder eine Zeit des neuen Zusammenfindens der deutschen Menschen. Und heute können wir mit dem alten Liede wieder singen: Der Mai ist gekommen, unseres Volkes Erwachen ist nun gekommen. Dos Symbol des Klassenkampfes wird sich nunmehr verwandeln wieder zum Symbol der Erhebung, ;um Symbol der großen Einigung unseres Volkes, und deshalb haben wir diesen Tag der schasfen-i den Arbeit, jener schaffenden Arbeit, die feinet engen Grenzen kennt, die wir überall anerkennen wollen, wo sie in gutem Sinne für Sein und Leben unseres Volkes geleistet wird. Das deutsche Volk hat eine schwere Zeit hinter sich. Millionen Menschen unseres Volkes sind tätig wie früher und andere Millio-- nen wollen tätig sein, können es aber nicht. Alles scheint vergeblich zu fein. Rot, Elend und Jammer und Verzagtheit. Zehntausende finden den leichtesten Weg zum bittersten Entschluß. Sie enden lieber ein Dasein, das für sie nur Kummer und Elend zu bergen scheint. Hnd wenn wir uns fragen, weshalb? Es ist eine politische Rot. Das deutsche Volk ist in sich zer- fallcn. Seine ganze Lebenskraft wird im inneren Mamfcf verbraucht. Wir sehen nun die Ergebnisse Öse es Klafsenkampfes bei uns. Wir wollen aus diesen Ergebnissen lernen und wir haben eines als erste Aufgabe zur Wiedergenesung unseres' Volkes erkannt. Das deutsche Volk muß sich wieder gegenseitig fennenletnen. Die Millionen Menschen, die in künstlichen Klassen auseinandergehalten sind, die vom Standesdünkel und Klassenwahnsinn befallen, einander nicht mehr verstehen lernten, muffen den weg wieder zueinander finden. Eine, ungeheure, wir wissen, gewaltige Aufgabe. Wenn 70 Jahre hindurch der Wahnsinn als politische Idee vertreten und gepredigt wurde, wenn 70 Jahre lang die Zerstörung der Volksgemeinschaft politisches Gebot war, dann ist cs nicht leicht, mit einem Schlage den Sinn der Menschen wieder zu wenden. Hnd trotzdem dürfen wir Ku un eine Der Reichskanzler verkündet das erste Ziel des Vierjahresplanes der deutschen Arbeit gehen zum Arbeiter und zum Bauern, um sie zu belehren, daß eS ohne deutschen Geist auch kein deutsches Leben gibt, daß sie alle zusammen eine Gemeinschaft bilden müssen, Geist, Stirn und Faust, Arbeiter, Dauern und Bürger. Hnd dann soll dieser 1. Mai zugleich eines dem deutschen Volke zum Bewußtsein bringen: Der Fleiß, die Arbeit, sie allein schafft nicht das Leben, wenn sie sich nicht vermählen mit der Kraft und dem Willen eines Volkes Fleiß und Kraft, Arbeit und Wille, sie gehören zusammen. Rur dann, wenn hinter dem Worts der Arbeit die starke Faust der Ration sich erhebt zum Schuh und Schirm, kann aus Fleiß und Arbeit wirklicher Segen erwachsen. Deutsches Volk, Du bist stark, wenn Du eins wirst. Du bist gewaltig, wenn Du den Geist Deines Klassen- kampfes und Deiner Zwietracht aus dem Herzen reiht. wir träumen von einem Staat deutscher Ration, der unserem Volk wieder das tägliche Brot auf Erden zu sichern vermag, und wir wissen, daß dazu die geballte Kraft der ganzen Ration gehört und nötig ist. Und damit kommt eine weitere Aufgabe. Die B e. f e i t i g u n * *■ ' ........ fung: Hier wird ein großes gewaltiges Werk in diesem Jahre in Angriff genommen, ein Werk, das die deutschen Bauten, die Häuser wieder in Ordnung bringen wird und damit für Hun» berttaufenbe Arbeit schaffen wird. Und zweitens: Wir wollen nunmehr in diesem Augenblick und an daran nicht verzagen und nicht verzweifeln. Wir haben den unerschütterlichen Entschluß, diese große Ausgabe vor der deutschen Geschichte zu erfüllen, haben den Entschluß, die deutschen Menschen wieder zueinander zu führen und wenn sie nicht wollen, sie zu einander zu zwingen. Das ist der Sinn des 1. Mai, daß an ihm alle die Menschen, die im großen Räderwerk unserer nationalen Arbeit tätig sind, zueinander finden und gegenseitig sich einmal im Jahre wieder die Hände reichen in der Erkenntnis, daß nichts geschehen könne, wenn nicht alle ihren Teil der Leistung und der Arbeit dabei vollbringen. Und so haben wir als Motto dieses Tages gewählt den Sah: „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter;" Cs ist notwendig, daß man jeden Stand d i e Bedeutung des anderen Standes lehrt. (Bravo.) Hnd so wollen wir dann i n die Städte gehen, um ihnen das Wesen und die Rotwendigkeit des deutschen Bauern zu erklären, und gehen auf das Land und in unsere Intelligenz, um ihnen die Bedeutung des deutschen Arbeiters beizubringen und dieser Stelle zum ersten Male den Apell an bas ganze beutsche Volk richten: Deutsches Volk, glaube nicht, baß bas Problem der Arbeitsbeschaffung in ben Sternen gelöst wirb. Du felbff mußt mithelfen, es zu lösen. Du mußt auf Einsicht unb vertrauen alles tun, was Arbeit schaffen kann. Jeder einzelne hat die Pflicht, von sich aus nicht zu zögern und nicht zu warten mit seinen Anschaffungen. Und vor allem, jeder hat die Pflicht, sich der deutschen Arbeit zu erinnern, wenn heute die Welt die deutsche Arbeit verfehmt, dann nMssen wir erwarten, daß der Deutsche selbst sich seiner Arbeit annimmt. Zweitens: Wir werden große öffentliche Probleme noch in diefem Jahre zu verwirklichen uns bestreben, in erster Linie das Riesenprogramm, das wir nicht der Rachwelt überlassen wollen, sondern daS toir verwirklichen müssen, ein Programm, das volle Milliarden erfordert: das Programm unseres Straßenneu» b a u e s. Damit wird eine Serie öffentlicher Arbeiten eingeleitet, die zusammen mithelfen, die Arbeitslosenzahl immer mehr htrunterzudrücken. Hnd endlich wird ein Angriff strMfinden gegen die Hnerträglichkeit der heutigen Zinssätze. Wir werden auch hier den Entschluß durchführen, der uns Rationalsozialisten seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit ist und damit in Verbindung eine Handelspolitik durchführen, die uns die Stetigkeit der Produktion sichert, ohne die deutsche Landwirtschaft zu vernichten. Es wird uns nichts geschenkt. Die Welt, sie verfolgt uns. Wir wollen den Frieden. Sie wendet sich gegen und. Sie wollen nicht unser Recht zum Leben anerkennen, wollen nicht unser Recht zum Schuhe der Heimat anerkennen. Mein deutsches Volk! Wenn so die Welt gegen uns steht, dann müssen wir um so mehr zu einer Einheit werden. wir wollen uns ben Wiederaufstieg unseres Volkes durch unseren Fleiß, unsere Beharrlichkeit, unseren willen ehrlich verdienen, wir bitten nicht den Allmächtigen, Herr mach du uns frei, wir wollen tätig sein, arbeiten, uns brüderlich vertragen, miteinander ringen, auf daß einmal die Stunde kommt, da wir vor ihn hintreten können und ihn bitten dürfen: Herr, du siehst, wir haben uns geändert, das deutsche Volk ist nicht mehr das Volk der Ehrlosigkeit, der Schande, der Selbstzerfleischung, der Kleinmütigkeit und Kleingläubigkeit. Rein, Herr, das deutsche Volk ist wieder stark geworden in seinem (Seifte, stark in seinem willen, stark in feiner Beharrlichkeit, stark im Ertragen aller Opfer. Herr, wir lassen nicht von dir. Run segne unseren Tag und unsere Freiheit und damit unser deutsches Volk und Vaterland. Dann wollen wir ganz kurz vor Augen führen, was nun unsereZiele sind. Hnverrückbar wollen wir kämpfen, daß die Macht, die der neue Gedanke, die der neue politische Glaube in unserem Volk erobert hat, nimmermehr entschwindet, sondern daß sie sich im Gegenteil immer mehr festigt. Wir wollen kämpfen dafür, daß die neue Idee sich sieghaft über ganz Deutschland erhebt (Heilrufe) und daß sie allmählich dieses ganze deutsche Volk in die Gewalt ihres Bannes zieht. Wir haben vor, das Selbstgefühl und das Selbstbewußtsein in diesem Jahre in unserem Volk zu erwecken und bauernd zu steigern. Sie haben mit Absicht unserem Volke die Vorstellung eingeimpft, als wäre es insge- famt minderwertig in der Welt. Man hat Minderwertigkeitskomplexe künstlich hineinge- züchtet, weil es der Minderwertigkeit der Parteien entsprochen hat, die dieses Volk in diesen langen Jahren verführten. Wir wollen nunmehr unser Volk aus diesem Bann erlösen, wollen unserem Volke unentwegt die Heberzeugung einimpfen, ja einbrennen: deutsches Volk, du bist nicht zweitklassig. Diese Millionen, die heute in Deutschland demonstrieren, sie werden zurückgehen mit dem Gefühl einer neugewonnenen Einheit und daraus wieder mit dem Gefühl einer neugewonnenen inneren Kraft. Ich weiß es, Kameraden, euer Schritt wird morgen wieder stärker sein, als er gestern war. Ihr alle fühlt es, dieIlalion, die kann man heute vielleicht vergewaltigen, kann sie vielleicht in Ketten schlagen, beugen, demütigen kann man uns nicht mehr. Mir wollen bas vertrauen damit aber auch stärken an diesem Tage nicht nur zu dir selbst, deutsches Volk. Rein! Auch das vertrauen zu deiner Regierung, die sich mit dir verbunden fühlt, die ein Stück ist von dir, die zu dir gehört, mit dir ficht, mit dir für dein Leben kämpft (Heil-Rufe!), die kein anderes Ziel besitzt als dich, deutsches Volk, wieder frei und glücklich zu machen. (Bravorufe.) Das Vorurteil, daß Handarbeit schänden könnte, dieses Vorurteil wollen wir in Deutschland ausroden. Wir wollen, daß dieses deutsche Volk durch die Arbeitsdienst- pflicht erzogen wird zur Erkenntnis, daß Handarbeit nicht schändet, daß Handarbeit nicht entehrt, sondern daß Handarbeit genau wie jede andere Tätigkeit dem zur Ehre gereicht, der sie treu und redlich en Sinnes erfüllt. (Bravo.) Hnd deshalb ist es unser unverrückbarer Entschluß, jeden einzelnen Deutschen, er mag sein, wer er will, ob hochgeboren und reich, ob arm oder Sohn von Fabrikarbeitern, einmal in seinem Leben zur Handarbeit zu führen, damit er sie kennenlemt, damit er auch leichter befehlen kann, weil er selbst auch hier schon gehorchen gelernt hat. Wir werden in diesem Jahre zum erstenmal diese großen ethischen Gedanken in die Wirklichkeit überführen und wir wissen, daß, wenn erst einmal vier Jahre vergangen sind, das Wort Arbeit und Handarbeit dann für die Millionen Menschen genau dieselbe Sinneswandlung hervorgerufen haben wird, wie einst Millionen Menschen den Landsknecht vergessen und den deutschen Soldaten an seine Stelle setzten. (Beifall.) Dir werben auch in diesem Jahre als weitere große Aufgabe die Befreiung der schöpferischen Initiative von ben verhängnisvollen Einwirkungen majoritativer Beschlüsse durchführen und sicherstellen nicht nur im Parlament, nein auch in der Wirtschaft. Dir wissen, daß unsere Dirtschast nicht emporkommt, wenn nicht eine Synthese gefunden wird zwischen der Freiheit des schöpferischen Geistes und der Verpflichtung, dem Volksganzen gegenüber. (Stürmischer Beifall.) Unb daher wird es auch unsere Ausgabe fein, ben Verträgen die Bedeutung zu geben, die ihnen zukommt. Der Mensch lebt nicht für Verträge, sondern Verträge sind da, bas Leben bes Menschen zu ermöglichen. Unb endlich werden wir in diesem Jahre uns bemühen, die erste Etappe auf dem Wege einer orgaNische nW i r t s ch a f t s f ü h r u n g zurückzulegen und werden dabei von einer fundamentalen Erkenntnis ausgehen: Es gibt keinen Aufstieg, der nicht beginnt bei der Wurzel des nationalen, völkischen und wirtschaftlichen Lebens, beim Bauern unb von ihm führt ber Weg zum Arbeiter unb weiter endlich zurJntelligenz. Kunst und Wissenschaft. Rationalpreis für Film und Buch. Das Reichsministerium für Volks- aufklärung und Propaganda hat beschlossen, einen jährlich zu verteilenden Rationalpreis für dasjenige Buch- und F i l m w e r k auszufetzen, in dem nach dem Hr- teil Berufener das aufrüttelnde Erlebnis unsererTage denpackendsten und künstlerisch reifsten Ausdruck gesunden hat. Es ist nicht notwendig, daß in diesen Werken im engeren und begrenzten Sinne Zeitgeschichte gestaltet wird. Die Reichsregierung behält sich aber für den Wettbewerb der kommenden Jahre vor, das jeweils zu behandelnde Thema in dem einen oder anderen Sinne genau fest zulegen. Der Nationalpreis ber Literaturklasse besieht in einem Betrage von 12 000 Mark, ber u n • eingeschränkt bein Verfasser zugesprochen wird. Für die Bewerbung um den Buchpreis sind alle deutschen Schriftsteller zugelosse«. Es werben grundsätzlich nur solche ÜBerfe prämiiert, die bereits im Druck erschienen sind. Es bedarf keiner birekten Bewerbung um ben Preis. Es ist ober jebem deutschen Autor freigestellt, auch von sich aus dem Preisgericht zum Bewerb um den Preis sein dafür in Frage kommendes Werk einzureichon. Das Preisgericht schließt die Auswahl der zu be= rückfichtigenden Werke mit dem 1. März jeden Jahres. Tausende hatte! ! M'Plah und au teicinanber ausgt Beihe des Tages icilzunehmen. 3n bis zur Größe vor Hasten in Geniest bätet des Geistes , ten, heranmarschiei bare und unschähk ben. Liuählige ha unb bie lebte Dach jeder Mauerpsvster nutzt Sie 66. ve, den Ordnungsbiens wn in ber Näh sicher Flaggensch - 'onnenschein gaben Zierde. Die Garn >eur Mjor $r&r. Anten Oberleust ; Mtörkopelle uni vertreten. .Wttlid) um 10 Mtesdienst n .. Pf« ®ort der , l- ,3Bo der j | N* ** ! triftig ^3^'4 ■a ii* nQu8em, unsere Veharrllch- dich verdienen, wir tigen, Herr mach bo ,g sein, arbeiten, uns einander ringen, aus imrnt, da wir vor Ihn ! Hillen dürfen: Herr, geändert, da, deulsch« Volk der Shrl-W». ^fleischung. der fW"' gleit. Ileia. he"/" nieder stark 8 - i Seifte, stark '" seiner -eharrliM rpfer. Herr. W ,fl J nserenlagundanst» e deuWi Volk und nd. Zilm und Lach. J ,s,k2olk«' ■ rium tu' ( 1 v-rtclle^ch. und jenrgr üt' in dem na°) «.e,b', - . rüttelnde „ ! rort sagt: .Wenn der Herr nicht das Haus bauet, 1 dendsten ■ [6 arbe^en umsonst, die daran bauen. Wo der mit Recht betont wurde — durch die gewaltige Teil- In ahme aller Bolkskreise an dem Tage der nationalen 'Arbeit und durch die zum Durchbruch gekommene Volksverbundenheit seine Krönung erfahren hat. 3n Gießen wurde dieser Feiertag der nationalen Arbeit z» einem Ereignis von so überwältigender l^röße, daß es schwer ist, mit Worten auch nur am nähernd den tiefen Gehalt und die starken Eindrücke xil schildern, die von diesem Feiertag ausgingen, rchon Tage vor dem nationalen Arbeitsfeiertag herrschte eine solche Begeisterung in allen Streifen der 'Bürgerschaft, wie man sie früher nod) nie gesehen bitt. Mit hingebungsvoller Bereitwilligkeit wurden nlle Vorbereitungen zur Ausschmückung des Tages getroffen. Die Nachfrage nach Fahnen war in allen kinschlägigen Geschäften so gewaltig, daß der Dor- rat von Fahnentuch sehr schnell ausverkauft und 11 neue Sendungen auch immer wieder rasch vergriffen I" waren Gleiches trat hinsichtlich der Fahnenstangen , ui Erscheinung. Unsere Geschäftsleute konnten gar nicht rasch und umfassend genug neue Cieferungen neu werten und ehren wollen. Damit der Tag tzin vollem Sinn das werde, was er sein soll, wird bae Wort Gottes dazu begehrt, was früher un- Sbentbar war. Das Wort Gottes, das Wort der Kirche hat Nach dem Feldgottesdienst nahmen die Gruppen mit den Fahnen neuer nationalsozialistischer Betriebszellen im Halbkreis vor dem Feldaltar Aufstellung, um die Fahnen weihen zu lassen. Kreisteiter der NGBO. Hermann Wagner hielt die Weiherede, in der er u. a. sagte: Der 1 Mcti 1933, der Tag der nationalen Arbeit, ist die Krönung des gewaltigen Werkes, das unser Führer Adolf Hitler in einem Hinterhaus von München mit sechs Getreuen begonnen hat. Dcr 1. Mai 1933 ist die Erfüllung der uralten Sehnsucht nach der deutschen Einheit, Einigkeit und einem ft arten Reiche, getragen von einigen deutschen Stämmen. Ungeheuer war dcr Leidensweg der Nationalsozialisten, bis die Widerstände überwunden waren. Der 1. Mai, bisher ein Tag des Klassenhasses und der Zwietracht, steht heute im Zeichen der geeinten deutschen Volksgemeinschaft. In tief- ftcr seelischer und leiblicher Not hat sich das deutsche Volk die Hände gereicht zu gemeinsamer Arbeit am Wiederaufbau von Volk und Staat. Sieghaft leuch ten heute in allen deutschen Gauen die Hakenkreuzbanner, sie verkünden den Anbruch einer neuen Zeit, in der alles Trennende und Gegensätzliche überwunden ist. Jener Geist des internationalen Marxismus, der undeutschen und unsozialen Gc (Innung, der ganz bewußt den deutschen Arbeiter aus seiner Volksgemeinschaft herausgcrissen und ihn abseits von seiner Nation gestellt bat, ist überwunden. Nun kehrt dieser deutsche Arbeiter wieder zurück in die Gemein s'ch oft seine s V o 1 k e s. Er ist nicht mehr der internationale Prolet, sondern der deutsche Arbeiter. Heute ringt der deutsche Arbeiter um seine Standwcr - t u n g. Erkennt, ihr deutsche Volksgenossen, die Große dieses Augenblicks, da der deutsche Arbeiter wieder in fein Vaterland zurückkehrt Nunmehr wurden die neuen Banner gesenkt, ent hüllt und geweiht, wobei Äreisleiter Wagner die Sirm der Arbeit. Die einen saßen sie an als Mit- Zur Ausbeutung und zur Älnhäufung von ' UV (I e r 3u9c^°iint ^«rchtümern. Mancher faß dabei bis vor nicht langer Zeit die Handarbeit als entehrend um ob" gz welv la Die anderen faßen sie an als ein 3och auf ben. Unzählige hatten die Fenster der Häuser und die letzte Dachluke besetzt, jede Mauer und "U'U' ‘ jeder Mauerpfosten wurde zur Aufstellung bc- cnanmcnnen,w nutzt. Die SS. verfaß in ausgezeichneter Weife »um Schutze Der - - - - - -■ — - Rein deutsches Toll! ns steht, bann müssen r Sinhril totrber. OK| | ’ ’ ly OIUIIUC UIIU ^>tri U|C tfuuuiji i ui ci |ici vet *** M . qi'ofjcn nationalsozialistischen Bewegung und ihrem rll uhrer, dem Dolkskanzler Adolf Hitler, dessen Alinfll 12«rk — wie gestern in der Ansprache des Krels- iritcrs der NSBv. Hermann Wagner in Gießen heranbringen. Expreßsendungen über Exprcßjendun gen waren notwendig, um wenigstens einigermaßen mit der gewaltigen Nachfrage auf gleicher Stufe zu bleiben. Und dennoch mar am Samstag in zahlreichen Fachgeschäften alles Fahnentuch, Wimpel ufw. immer wieder glatt ausverkauft. Unter diesen Umständen war es natürlich nicht verwunderlich, daß der Fahnenschmuck unserer Straßen alles bisher Dagewesene, auch die umfangreichen Schmückungen bei den nationalen Feiern im März, weit übertraf. Ein Fahnenmeer in des Wortes wahrster Bedeutung gab unserer Stadt gestern bas eindrucksvolle, unvergeßliche Gepräge. An vielen Häusern wehten drei bis vier Fahnen, cs war kaum ein Haus, das nicht mindestens mit einer Jahne geschmückt war. Dazu kamen eine Unmenge Wimpel, ferner zum Teil Flaggengirlanden und viele Schmückungen mit frischem Maigrün. Nicht nur in den Hauptverkehrsstraßen, sondern auch in allen Nebenstraßen flatterten die Fahnen und Wimpel, selbst aus den Fenstern der Dachstübchen und aus den Fenstern von Hintergebäuden grüßten die Iah- nen der nationalen Volksgemeinschaft Wenn sonst bas Wort „wie man es noch nicht gesehen hat" vielfach eine leere Phrase war, so war es gestern zur gehaltvollen Wirklichkeit geworben. So etwas wie bas gestrige große Erlebnis ist in Gießen in ber Tat noch nie oageroejen! Dazu kam bie festlich-froh gestimmte Volksmenge, die mit innerer Anteilnahme an der Ehrung der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters beteiligt war. Und weiterhin kam das schöne Frühlingswetter hinzu, das dem Feiertag beschicdcn war. Glockengeläute am frühen Vornuttag gab dem Tag noch eine besondere, schöne Weihe. Der Taa wurde um 7 Uhr durch den Weckruf einer SA.-Kapelle eingeleitet. Zwischen 8 und 9 Uhr versammelten sich in den Betrieben die Be- ieg|d)aftcn mit den Firmeninhabern bzw. Amtsleitern bei den Behörden zur gemeinsamen B e t r I e b s f e i e r , bei der durch Ansprachen auf bie Bebeutung des Tages hingewiesen unb anschlie- ßenb bie Hakenkreu,sahne auf bem Betrlebsgebäude feierlich gehißt würbe. Nach biefen internen Feiern erfolgte in geschlossenen Kolonnen ber Abmarsch zum Jelbgottesbienst auf bem Landgraf-Philipp-PlaY. diesen Wahnsinn gelehrt haben. Da meinen wir nicht nur die neuesten Agitatoren der Gottlosenpropa- ganba, da meinen wir die neuen und bie alten Lehren einer irrenben Wissenschaft. Die geistige Führung hat Ungeheures geleistet, z. B. in ber Technik. Aber sie hat and; Ungeheures verschuldet, indem sie mit klaren Worten ober mit schweigender Selbstverständlichkeit in ihrem Leben Gott und seine Gebote ablehnte. Je mehr diese Lehre unb dieses schlimme Vorbild zur Geltung kam, desto schwerer legte sich ein Bann auf die Gewissen, auf die Familien, auf die Arbeitsfreudigkeit, auf Treue und Rechtschaffenheit unb auf bas gesamte Volksleben. Nun hat die furchtbare Erfahrung ber letzten Zeiten gezeigt, baß wir an unserer Gottlosigkeit zugrunbe gehen. Nun bricht mit Gewalt bie ursprüngliche Gewißheit burch: Es ist ein Gott unb ein Gericht. Nicht was wir uns klug erdenken, sondern was Gott in ben Menschen und bie Völker von Anfang an hin- eingelegt hat, was er uns burch Ehriftus geoffenbart hat, das ist bie Wahrheit. Unb nun bas Steuer herum! Heraus aus bem Irrtum! Heraus aus bem Fluche einer gottlosen Vergangenheit! Und hinein in eine neue gesegnete Zukunft mit Gott! Wir hatten Gott verachtet. Gott hat es uns fühlen lassen, wohin wir ohne ihn kommen. Aber Gott hat uns sein Evangelium von Jesus Christus, {einem Sohn noch nicht entrissen. Er will uns gnädig sein, wenn wir uns zu ihm herumwenden. Darum hin zu ihm! Wir dürfen neue Menschen werden mit geheilten Gewissen. Wir dürfen ein neues, besseres Volk werden. Darum hinein in die Gottesdienste! Wer von euch kennt denn die oielgeschmähten Gottesdienste? Wer kennt das Wort der Schrisf? Nur herzu zu einem Neubau, bei dem Gott selbst Bauherr und Baugrund fein will. Herzu zu Jesus, dcr für uns das Kreuz trug. Herzu zu ihm, du mühseliger Mensch, herzu zu ihm, du ganzes zerschlagenes Volk! Das gibt bann auch ein neues Verstänbnis der Arbeit. Arbeit ist nicht nur Last. Das hat uns doch bie fürchterliche Arbeitslosigkeit gezeigt, wie leer das Leben ohne Arbeit ist. Die Arbeit ist nicht nur Bivt- erwerb, sondern Lebensinhalt, Ehre, Dienst, Dienst für Frau unb Kinb, aber auch gemeinsamer heiliger Dienst an ber ganzen Nation. Das war ja das Unheil, daß fast jeder Mensch nur auf seinen Vorteil sah, statt auf das Ganze. Dabei wurden Volk und Einzelne immer elender. Jesus Christus hat uns durch seine Hingabe an uns gezeigt, was Dienst ist. Er lehrt uns Gott unb unfern Brübern dienen. Arbeit im Dienst des Ganzen, bas ist Arbeit im christlichen unb deutschen Sinn. Hinein in eine solche neue Arbeit! Hinein in eine neue Zukunft mit Gott! Wenn unser Volk sich wieder zu Gott unb zu einem geheiligten Sinn ber Arbeit, zu einem reinen christlichen Leben hindurchringt, bann wirb bas ein geistliches Auferstehen, ja, ein deutsches Ostern sein. Wenn sie dazu gedient hat, dann ist die seitherige Leideuszeit unseres Volkes nicht vergeblich gewesen. Das gebe Gott! Simen. Nachdem die Militärkapelle den Choral „Sic Himmel rühmend es Ewigen Ehre" gespielt hatte, folgte die Predigt des katholischen Geistlichen. Pforrer 0r. Hemmes. Christliche deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen! Mit dem Hochgefühl der Freude begrüßen wir den heutigen Tag, der uns anfeuern und begeistern soll, die Klassengegensätze zu überwinden. den Standesdünkel abzulegen, um ein einträchtiges Volk von sreudigen Arbeitern zu sein. Ob Tagelöhner, Handwerker oder Bauer, ob Gelehrter, Arzt oder Seelsorger, der körperliche, wie geistige Arbeiter gehören zusammen, einer ist auf den andern angewiesen, einer bedingt den andern. Wenn ein Haus gebaut werden soll, muh zuerst ein Plan vorhanden sein. Ein Baumeister, ein Architekt muß die geistige Arbeit, Berechnung nach Mah, Zahl und Gewicht geleistet haben, bevor der Maurer, der Zimmermann oder Schreiner an die Reihe kommen. Welch ungehellre gei- j leit ber gesarntbeutschen Familiengemeinschast. Waren jene Feiern früherer Jahre nieberbrückenb für jeben, ber ben Gebauten ber beutschen Volks- pemeinfchaft zur Richtschnur seines Wirkens unb jirebens gemacht hatte, so war ber gestrige erste Taa einer deutschen Maifeier, ber Tag her rottonalen Arbeit, für bie Vorkämpfer bes Volks- gemeinschaftsgebankens ein Tag der vollsten Freube, ein Tag ber inneren Erhebung unb ein Ansporn, , an bem Ausbau bes gestern zur Geltung getont- inunen Werkes weiterhin mit aller Kraft zu arbeiten. n mit dein ;u M k S. m fei T1 toTlun •teifunfl ® tuna wird als dritter Vertreter des Westens der VfL. Benrath an den Spielen um die Deutsche Fußball-Meisterschaft teilnehmen, denn Benrath konnte das ausschlaggebende Pokalendspiel im Wuppertaler Stadion gegen Schwarz-Weiß Essen mit 3:1 (0:0) gewinnen. Endspielteilnehmer für die „Deutsche" Die folgenden Endspielteilnehmer sind aus den einzelnen Verbänden ermittelt: Süddeutschland: FSV. Frankfurt (Meister), München 1860, Eintracht Frankfurt. Westdeutschland: Schalke 04 (Meister), Fortuna Düsseldorf, VfL. Benrath. N o r d d e u t s chl a n d : Hamburger SV. (Meister), Arminia Hannover. Mitteldeutschland: Dresdner SC. (Meister), Polizei Chemnitz. Brandenburg: Hertha-BSC. (Meister) und Viktoria oder BSV. 92. Südostdeutschland: Beuthen 09 (Meister), Vorwärts Rasensport Gleiwitz. Baltenoerband: Prussia Samland Königsberg (Meister), Hindenburg Allenstein. Man sieht, daß eine Reihe von Neulingen in die Kämpfe um die Bundesmeisterschaft eingreift. Die Vorrunde steigt bereits am kommenden Sonntag, 7. Mai. Fußballsportverein Sronffurf süddeutscher Meister. Fußbollsportverein Frankfurt — 1860 München 1:0 (0:0). Das Endspiel um die süddeutsche Fußballmeisterschaft zwischen Fußballsportverein Frankfurt und 1860 München hatte in Frankfurt größtes Interesse ausgelöst. 15 000 Zuschauer wohnten dem fesselnden Kampf und einem verdienten Erfolg des Frankfurter Fußballsportvereins bei. Verdient deshalb, weil die Frankfurter diesmal die „Münchener Schule" d. h. das genaue Zuspiel, das Mitgehen und Erfassen der Spiellage jedes einzelnen Mannes genau so beherrschten wie die Münchener selbst. Dazu kam noch die so oft gerühmte Durchschlagskraft und Wucht, die schließlich für den Sieg über eine an sich völlig gleichwertige, technisch sogar etwas überlegene Mannschaft den Ausschlag gab. Das einzige und entscheidende Tor der 90 Minuten fiel erst sieben Minuten vor dem Schlußpfiff, als E r t l, der Torwart der Münchener Stadler an der Strafraumgrenze unfair legte und K n ö p f l e im Anschluß Oer Kampf beginnt. „Friedrich der Große" lag auf der Höhe von Esbjerg. S echs kleine Kreuzer und drei Tor- pedobootsflotillen unter Admiral B o e d i k e r dampften voraus. Strahlende Sonne lag jetzt über der See. 3m Westen tauchte die Rauchfahne von englischen leichten Kreuzen: auf. die, als sie die Deutschen erblickten, nach Aorden ausbogen, um dadurch die deutsche Kreuzerflotille in Deatys Fangarme zu locken, denn daß Admiral Scheer mit der gesamten deutschen Hochseeflotte hinter den Kreuzern zur entscheidenden Schlacht bereit stand, wußten die Engländer ja nicht. Admiral von Hipper folgte den Engländern mit Volldampf bis zu dem Augenblick, in welchem Veatths mächtige Schlachtkreuzer sich im Westen zeigten. Vorgefechte und Aufllärungsveriuche hatten bis in die sechste Aa^hmittagsstunde hinein gedauert. Ein Viertel vor sechs Ahr standen sich die Flotten zum Kampfe in geschlossenen Formationen gegenüber. Die Sonne stand schräg hinter den Engländern, so daß sich die mächtigen Leiber der englischen „Grand Fleet“ wie Schattenrisse vom klaren Himmel abhoben. 3n mächtigen Feuerstrahlen schleuderten jetzt die Geschütze an Vord „Friedrichs des Großen" ununterbrochen ihre Geschosse gegen den Feind. Bald lagerten ausgedehnte, fchwarzbraune Rauchwolken über der See. Haushohe Wasserfontänen zischten dort empor, wo die Granaten ihr Ziel verfehlten. Es sah aus, als führten die Fluten der Rordsee einen furchtbaren Todestarrz aus. Rechts voraus von „Friedrich dem Großen" trieb die „Wiesbaden". sie war eines der ersten Opfer der englischen Geschütze. Gewaltige Stichflammen schlugen aus ihrem stählernen Leibe. 3n den Wanten oben hingen — es war ein furchtbarer Anblick — die Matrosen und suchten sich vor dem immer mehr um sich greifenden Feuer zu retten. Jede Hilfe aber war ausgeschlossen, die „Wiesbaden" war endgültig verloren, volle Breitseitenhat- an den Strafstoß durch Kopfball einsenden konnte. Schiedsrichter Glaser (Reckarsulm) leitete in der ersten Halbzeit ganz ausgezeichnet, nach der Pause ließ seine Spielleitung etwas nach, doch hatte er auch dann noch den Kampf fest in seiner Hand. „Eintracht" in der Deutschen Meisterschaft. 3n Saarbrücken schlug Eintracht Frankfurt im Entscheidungsspiel um die dritte süddeutsche.Vertreterstelle Spvgg. Fürth mit 1:0 (0:0). Beide Mannschaften lieferten sich einen Kampf, der an Spannung, Tempo und Abwechslung nichts zu wünschen übrig ließ. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der Frankfurter aus. die nach einer Halbzeit des Defensivspiels ein ausgezeichnetes Angriffsspiel vorführten. Mit 1:0 schlugen sie den Vertreter der bayerischen Bezirksliga, und wären W e n z. Z e i ß und Hagen diesmal nicht um 100 Prozent besser gewesen, als am Dorsonntag im Spiel gegen den „Club", so hätte das Ergebnis leicht höher ausfallen können. Das entscheidende Tor schoß Trumpler nach schönem Alleingang in der 82. Minute des Kampfes. Als Schiedsrichter fungierte Heß, Stuttgart, zur allgemeinen Zufriedenheit. Anfänglich agierten die Spieler beider Mannschaften mit großer Nervosität. Bei Fürth legte sich diese zuerst, der junge Fürther Sturm kam schön in Fahrt und belagerte meist das Tor der Frankfurter. Schmitt im Tor der Frankfurter und Schütz und D i e t r ich in der Verteidigung vereitelten aber alle Torgelegenheiten. Rach der Pause änderte sich das Bild. Jetzt lagen die Frankfurter den größten Teil der Spielzeit in Front und die Fürther Hintermannschaft mußte schwere Arbeit verrichten. Die Läuferreihe Frankfurts kam immer mehr in Fahrt und bediente ihren Sturm mit weiten Vorlagen, die bei guter Verwertung durch die beiden Außen, Trumpler und Lindner, gefährliche Situationen vor dem Tore Wenz' heraufbeschwörten. Trumpler leistete sich dabei allerdings verschiedene Male Fehlschüsse. 3n der 37. Minute machte er jedoch seine vorherigen Fehler wieder gut. An der Außenlinie ging er durch, überspielte alles, was sich ihm in den Weg stellte und schoß schließlich aus beinahe unmöglichem Winkel scharf an Wenz vorbei zum einzigen Tor des Tages ein. Fürth legte nun seine ganze Kraft in den Angriff, die Frankfurter verteidigten aber sehr geschickt, so daß es beim knappen 1:0 für die Eintracht blieb. tcn sie im schwersten Kampfe getroffen. Die englische Schiffahrtsartillcrie vollendete rücksichtslos dieses Werk der Zerstörung. Man sah von „Friedrich dem Großen" aus dem Untergang zu und konnte nicht helfen. Hippers Artillerie aber lieh sich durch solchen Anfangserfolg des Feindes nicht aus der Ruhe bringen, sie feuerte so sicher, als ob sie beim Scheibenschießen wäre. An Bord „Friedrichs des Großen" auch wanderten die Granaten von Hand zu Hand ununterbrochen in die rauchenden Geschützrohre hinein. Eine Rollsalve jagte die andere. Reue Kommandos, neue Ziele, in Sekundenschnelle wurde umgerichtet, und wieder bebten die schweren Panzertürnie unter dem Aufbrüllen der Geschütze. Mächtig ragte der Stolz Englands, die „Inde- fatigable“, aus der Schlachtreihe heraus, sie bot für kurze Zeit ein wundervolles Ziel. Es dauerte auch nur Sekunden, da schlug eine Salve „v. d. Tanns" dieses mächtige feindliche Schlachtschiff buchstäblich in Stücke. Eine Riesenwolke schwarzbraunen Rauches türmte sich über der „In- dctatigable“ zusammen, vielmeterhohe Stichflammen schlugen hindurch, das gewaltige Schiff bäumte sich) wie ein todwundes Untier wild auf, stieg mit dem Kiel aus dem Wasser — ein in seiner Furchtbarkeit erschütternder Anblick — und versank dann in den Fluten. Tausende von Menschenleben zog es mit Geradeaus vor „ Friedrich dem Großen" lag die „Regensburg", das Führerschiff der sichernden Torpedobootsflottille, im Kampfe mit englischen Zerstörern, und wenige hundert Meter weiter tauschte die „Helgoland" mit der „Warespite“ eiserne Grüße. Plötzlich geriet — man konnte es von Bord „Friedrichs des Großen" genau beobachten — die „Warespite“ in eine merkwürdig kreisende Umdrehung. Ein Volltreffer hatte ihr Steuer zerschossen. Die Schlacht am Skagerrak war im vollen Gang. 2luf breitem Felde lagen sich die Flotten gegenüber. Zwischen den Schiffen zogen zu mächtigen Kugeln geballte schwarze Rauchwolken hin. Grelles Mündungsfeuer blitzte durch sie hindurch. Die kleinen Zerstörer huschten mit gefährlicher Geschwindigkeit durch die starren Reihen der schwer kämpfenden Schiffsriesen beider Flotten. Die beweglicheren leichten Kreuzer lagen sich in vorderster Linie dicht gegenüber und erzitterten bis in ihre Grundfesten unter der ununterbrochenen Folge der Salven. Die Geschützrohre waren schon unerträglich heiß geworden. Das gigantische Bild der Schlacht von Skagen und Hornsriff wird dann besonders deutlich, wenn man sich bewußt wird, wieviel Schiffe auf beiden Seiten an ihr teilgenommen haben: Den englischen Admiralen standen zur Verfügung: 28 Linienschiffe, 17 Schlacht- bzw. Panzerkreuzer, 26 kleine Kreuzer, 1 Flugzeugträger, 79 Torpedobootszerstörer, insgesamt also 151 englische Schiffe mit über 60 000 Mann Besatzung. Auf deutscher Seite nahmen teil: 16 Linienschiffe, 6 ältere Linienschiffe, 5 Schlachtkreuzer, 11 kleine Kreuzer und 62 Hochseetorpedoboote. Die deutsche Flotte hatte also in dieser größten aller Seeschlachten 100 Schiffe zur Verfügung. Zu ihnen gehörte eine Besatzung von 45 000 Mann. Oie Schwenkung im Feuer. An wirksamen großen und darum vornehmlich entscheidenden Schiffstypen war uns der Feind um das Doppelte überlegen. Da nach der Schlacht dann die Gesamtoerluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen auf englischer Seite 7000 Mann ausmachten, auf der deutschen aber glücklicherweise nur 3000 betrugen, ist der Sieg der deutschen Flotte in diesem Kampfe mit dem übermächtigen Gegner damit genügend gekennzeichnet. Die englische Flotte legte sich bald nach Beginn der Schlacht, um dem für sie ungünstigen Stand der Sonne auszuweichen, quer zur deutschen Spitze. Sie hatte dadurch alle Vorteile, die die Sicht gab, auf ihrer Seite. Das konzentrierte Feuer der englischen schweren Artillerie lastete, nachdem die Geschütze sich langsam und mühsam eingeschossen hatten, dann mit großer Wirkung auf den deutschen Schlachtkreuzern und unseren vordersten Linienschiffen. Durch die sehr sichtbare Wirkung, die das englische Feuer auf unsere vorderste Kampflinie ausübte, wurde auf den deutschen Schiffseinheiten eine gewisse Beunruhigung ausgelöst. Wenn auch die Panzerung der deutschen Schiffe, wie der Feind selbst Darmstadt, 29. April. (WSN.) In einer mehrstündigen Sitzung verhandelte das Sondergericht unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmidt gegen zahlreiche Verbreiter von Greuel- märchen. Ein jüdischer Kaufmann aus Alzey hatte am 1. April nachts in einer Wirtschaft behauptet, in Dolgesheim hätten die Nationalsozialisten einen Juden aufgehängt und nachher behauptet, der Tote habe Selbstmord begangen. Der Angeklagte verteidigte sich damit, er sei betrunken gewesen und könne sich nicht mehr besinnen auf das, was er gesagt habe. Auch der Gastwirt bestätigt die starke Betrunkenheit des Angeklagten. Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer, daß an diesem Gerücht um den erhängten Dolgesheimer Juden so viel wahr sei, häß Nationalsozialisten den sehr übel beleumundeten Wormser Juden Frank in Schutzhaft genommen hatten, weil für feine Sicherheit Befürchtungen gehegt werden mußten. Es sei Frank jedoch von nationalsozialistischer Seite kein Härchen gekrümmt worden. Die Angelegenheit Frank habe allerdings insbesondere im Rheinland sehr viel Staub .aufgewirbelt und dem deutschen Ansehen im Ausland viel geschadet. Er beantragte daher eine entsprechende Strafe gegen den Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Monaten Gefängnis. Ein junger Metzger aus Partenheim hatte behauptet, in Sprendlingen von Nationalsozialisten ohne jeden Grund mißhandelt worden zu jein. In der Verhandlung gab der Angeklagte zu, daß er einen Motorradunsall erlitten hatte und sich dabei eine Gehirnerschütterung und Kopfverletzungen zuzog. Seine Erzählung über die Mißhandlung sei reine Erfindung gewesen, weil er sich vielleicht ein bißchen damit interessant habe machen anerkannte, besser war als die der englischen, wenn auch der Mut und der rücksichtslose Lcbens- einsah der deutschen Matrosen in jeder Weis« höher eingeschäht werden durste als der der allzu siegessicheren Söhne Albions, so würden doch auf die Dauer weder Material noch Menschen auf den deutschen Schiffen der tiefgreifenden Wirkung des feindlichen vollen Geschüh- feuers schwersten Kalibers standgehalten haben. Gerade von Bord „Friedrichs des Großen" aus konnte man diesen kritischsten Augenblick für die deutsche Flotte während der Schlacht bei Skagen und Hornsriff genau beobachten. Cs gab nur eine Rettung, nur einen Ausweg: d i e Kehrtwendung. Uni) das war das Großartige in diesem historischen Augenblick. Der Befehl wurde gegeben, und genau wie im Manöver blieb die deutsche Flotte im furchtbarsten Kampfe, den sie je zu bestehen hakte, in der Hand ihres Führers. 3n einer Ordnung und Geschlossenheit, die auch später vom Feinde als mustergültig und bewundernswert anerkannt worden war, entzog sie sich dem englischen Feuer. An Bord „Friedrichs des Großen", das Schiff war inzwischen in das Kampfgetümmel der vordersten Linie gezogen worden, wurde durch Rauch und Pulverdampf, durch Welkentürme und sinkende Schiffsriesen hindurch immer deutlicher der Gang der großen Schlacht erkannt. Die Meldungen überstürzten sich. 3n den Mikrophonen der Funkstationen knatterten die Rachrichten wie Ma- schinengewehrfeuer, die Meldungen kamen durch, daß die „Warespite“ zerschossen auf dem Meere treibe, daß „Lion" brenne, daß die „Lützow" nicht mehr feuere, die „Queen Mary" nicht mehr antworten, daß auf „Seydlih" zwei Geschützt türme ausgefallen seien. Vom Kommandoturm „Friedrichs des Großen" wurde beobachtet, wie eines der mächtigsten Schlachtschiffe der „Grand Fleet“, die „Invincible", die an dem Siege an den Falklandsinseln (Graf S p e e) hervorragen- den Anteil hatte, vom deutschen Geschühfeuer plötzlich unerhört scharf und genau erfaßt wurde. Der mächtige Stahlleib geriet ins Schwanken, alle Türme brannten. Die dunklen Wolken der Volltreffer wurden immer wieder sichtbar. Munitionslager krepierten und schleuderten die Panzerung^ Hunderte von Meter weit durch die Lust. Gellende Schreie übertönten den furchtbaren Gesang der Schlacht. Mächtige Rauchwolken und Flammen schlugen aus der „Invincible“. Und in wenigen Minuten 'neigte sie sich zur Seite und versank im Meer. Mit ihr mehr als tausend Menschen. Hoch gingen die Wogen von der Stelle dieses gewaltigen Unterganges aus, sie rollten über das Meer hin und trugen die Kunde vom Tode eines der stolzesten englischen Schlachtschiffe bis zu den Küsten Dänemarks und Rorwegens hinüber. (Fortsetzung folgt.) wollen. Er erhielt für seine Erfindung 5 Monate Gefängnis. Ein 20jähriger Schuhmacher aus Mühlheim am Main hatte bei einem Ausflug kommunistische Agitation getrieben und u. a. erklärt, in den Arbeitslagern würde lediglich Kanonenfutter für einen demnächstigen Krieg mit Rußland großgezogen und außerdem bekämen die Lagerinsassen, die Den ganzen Tag exerzieren müßten, nicht satt zu essen. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von 7 Monaten. Sämtliche Strafen sind rechtskräftig. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 3. Mai. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. Eine Kreisaeschichte und wie sie gemacht wird. Von Lore von Recklinghausen. 12.00: Mittagskonzert des Rundfunk - Orchesters. 15.20: Stunde der Jugend. 16.45: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.00: „Bailila", Vortrag von Dr. Lic. Dr. Hans Hartmann. 18.25: Zeitfunk. 19.00: Stunde der Nation. Die Schwäbische Alp. Die Heimat der Hohenstaufen und Hohenzollern. 20.00: Reformation in Frankfurt. Hörfolge von Hans Heirn- pel. 20.45: Zehn Minuten Deutscher Almanache 21.00: Brahms-Konzert. 22.45: Nachtkonzert. Donnerstag, 4. Mai. 7.15: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker« 10.10 bis 10.50: Schulfunk: „Deutsche Mainacht"« 12.00: Mittagskonzert I. 13.30: Mittaaskonzert II. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskon- I zert des Rundfunkorchesters. 18.00: Zeitfragen. 18.25; I Stunde des Buches. 19.00: Stunde der Nation. Der Harz. Deutsches Land und deutsche Menschen in vier Sendungen. 20.00: Konzert des Rundfunkorchesters« Symphonie Nr. 92 von Josef Haydn. 20.30: Aus Finnland: Europäisches Konzert. Werke von Jean Sibelius. 22.10: Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Die größte Seeschlacht der Weltgeschichte. Die Schlacht von Skagen und Hornsriff. Nach Teilnehmerberichien zusammengesiellt von Walter Falkenau. Urteile des Darmstädter Sondergerichts. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zulegt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frantsuri a. M. Berlin Schluß« für» Schluß!. Abend« börse Schluß» lurs Schluß!. Mittag, börse Datum 28.4. 29.4. 28-4. 29.4. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1921 85 85 85 85,25 6% efjem.7% Di. Retchsanl. v. 1929 97,4 97,4 97 96,9 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutjche Anl..Wlös.«Schuid mit 82,5 81 81,13 80,5 Ausloi.-Nechten ............ 73,25 72,5 73 72,8 Desgl. ohne Ausios..Rechte...... 6% ehern. 8% Hei,'. Volksstaat 1929 13,75 13,8 13,55 13,85 (rückzahlb. 102%) ............ Oberheisen Provinz.Anleihe mit 84 83,75 83,5 83,5 Auölos.-Nechten ............. Deutsche Komm. Sammelab l.An. leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyv.-Baui — 69 - - 67,5 69,25 66,25 68,75 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl 87 88,5 — — Goldpse. 16 unkündbar 613 1936 5y2% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank»LIVi% ehem. 4'/z% Rheinische — 88,25 — — 89,25 88,75 - — Hyp.-Bank-Liqu.^oldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand 69 88,4 - — briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Lmidespsant» briefanktalt. Pfandbriefe R. 10 88,5 88,5 88,5 88,5 88,5 83 4% Oeslerrelchtsche Kolvrenre.... ♦ —- 14,65 14.5 *>20% Oesierreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — *'/*% desgl. von 1913.......... _ _ 5% abgest. Goldmexikaner von 99 7,9 7,75 8,13 8 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche 5,75 6 5,75 5,95 Serie l............. 4% desgl. Serie II............. 5,75 5,75 6 5,9 5,75 5,8 5,95 5,95 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 5,5 5,5 5,25 5,05 4%%Rumän.vereinh.Renlev.l913 9,8 9,75 4% Rumänische veretnh. Rente .. 4,6 4,65 4,6 4,55 B%% «eatoKu............... 27,65 27,75 27,9 28 Frank,url 0.1’1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Datum 28.4. 29.4. 28.4. 29-4. Hamburg.Amerika-Pakel ..... < Hamburg-Südam. Dampfschtsf. Hansa Tampsschiff........... Norddeutscher Lloyd ......... A Ä. für Verkehrswesen Akt. .. 0 BerlinerHandelsgesellschast.... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dtseont» Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Retchsbank ......... ....... i A.E.G....................... Elektr. LteferungSgesellschast... 5 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ............... 4 Rheinische Elektrizität ........b Echuckert & Co..............o Siemens L Halske........ 9 Lahmeyer LEo..............10 20 20,4 51 96,25 52,5 67 61,25 136,5 28,5 93 108 74.25 97,5 95,4 109 166 133 78 120 71,75 109 120 69,75 78 47 209,25 19 19,25 52 97 52,5 67 61,85 137 29,25 93,5 108 74,65 100 97,25 113,5 169 132,25 80 122 72 110,75 124,5 70 80 30 48 211,75 19,4 38 33,5 19,9 50,25 135.75 28,65 92,75 107 74,5 97,25 96 109 165,5 132.5 78,25 119 71,4 108,5 78,75 174,25 120 68,75 78 28,75 83 46,9 209,13 94,9 20 39,5 32,5 20,5 54 52,5 67 61,25 136,9 29,9 94,5 107 74,9 99.4 97.25 112 169 132 79 120,75 73,25 110,75 81,75 126,5 69 79,65 30 85 47,9 211 96,5 Buderus .......... 0 Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener........ 0 varpener...................ö Hoejch Eisen—Sölu-Neuessen.. 0 Ilse Bergbau ...............7 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhreu........0 Mansfelder Bergbau.........0 Oberschics. KokSwerke.........0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Rheinstahl....... v 94,5 96,5 Frankfurt 0.2)1. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Echluß« furd Schluß!. Mittag« börie Datum 28.4. 29.4. 28-4. 29-4. Bereinigte Stahlwerke.... ... u 46,75 47,75 46,5 48 Olavi Minen ........... ... 0 19,5 19,4 19,13 19 Kaliwerke Aschersleben.... ... 6 147,25 150 147,5 149 Kaliwerke Westeregeln .... ... 6 156 151 148 150,75 Kaliwerke Salzdetfur!) ... ... 8 206 209 206,75 210 3 ®. Farben-Jndustrie ... ... 7 146 148,5 145 148,75 Scheidcanstalt............ ...10 174,75 176,25 Goldschmidt ............. ... 0 61 60 60,25 58 Rütgerswerke............ ... 0 53,75 54,4 53,75 54,9 Mctallgesellfchast.......... ... 0 38,25 39 38 38,75 Philipp Holzmann........ ... 0 57 57,75 56,5 58 Zementwerk Heidelberg .. Cementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 74.5 73 75 73 Wayß & Freytag ......... ... 0 — — Schultheis Patzen Hofer.... ... 0 - 138,25 135 ülku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 34,5 34,5 35 35,25 Bemberg................ ... 0 46 47,5 46,5 48 Zellstoft Waldhos ......... ... 0 54,5 54 53,75 54,4 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 '4,65 25 25 24 Dessmier Gas ............ ... 7 — 116 116,9 Daimler Motoren......... Deutsche Linoleum ....... ... 0 33,75 34 34 34,65 ... 0 45,5 49,5 45,75 49. S Orenstein & Koppel ....... ... 0 50 Leonhard Tietz........... ... 6 26 26 26 26,25 Tbade ................... ...12 148 150 148 153 Grktzner................ ... 0 31,5 30,65 32 Mainkraftwerke Höchst a»M. Süddeutscher Zucker ...... :::,* 73,75 170,5 170,5 m3 170,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 28. April 29.ApliI Amtliche Notierung Meld | »riet Amtliche Notierung Geld | Arie! Helsingsors. Wien....... Prag....... Budapest ... Sosia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz... Spanten.... Danzig.... Japan..... Rio de Ian. Jugoslawien Lissabon... 6,344 45,45 12,70 3,047 169,93 72,93 63,74 73,88 14,26 0,853 3,846 58,84 21,88 16,58 81,37 36,06 82,82 0,899 0,239 5,195 12,99 6,356 45,55 12,72 3,053 170,W 73,07 63,86 74,02 14,30 0,857 3,854 58,96 21,92 16,62 81,53 36,14 82,98 0,901 0,241 5,205 13,01 Vanknoten 6,314 45,45 12,70 3,047 169,48 72,88 63,64 73,63 14,24 0,853 3,736 58,79 21,86 16,56 81,37 36,01 82,67 0,889 • 0,239 5,195 12,99 6,326 45,55 12,72 0,053 169,82 73,02 | 63,76 73,77 14,28 0,857 3,744 58,91 21,90 16,60 81,53 36,09 82,83 0,891 0,241 5,205 13,01 Berlin, 29. AprU Geld Bries Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Rote»................. Ungarische Noten................ 3,69 58,63 63,27 14,20 16,52 169,11 21,79 72,70 2,46 73,45 81,19 35,88 3,71 58,87 63,53 14,26 16,58 169,79 21,87 73,00 2,48 73,75 81,51 36,02 ' Eriche"" J Sonnt * . 3 Ä, *** richten: Mlj'-rtan'M- Stürmische S neuerten, W£ Hitlerjugend wi junge Esche pflanzt. D>e R großen Zapfens der Bersamml Sann erlosch & Nienfeld oollti Nun begann ab zigarlig dastehe tiges geuet Metern waren < selbes die Ausbc spiel errichtet wo dehnt, daß die Lersländigung d Hunden werden der größte Rai wegende und ü wand in den roter Flammen einigende ßänl lern „Tag d war. Taufende umrahmten Die bogenfarben sc unter. Ein | Länge der gan Feld in Heller Gold- und Silb zischten herum. Hasler Pracht, Massen heroorr feuer mit jchüttecke die L tcn von Feuert das Riesenseuer Währenddesse. . 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