Nr.28 Leühaussabe 185. Jahrgang Donnerstag, 2. gebruar 1955 Erlcheini tägltd),außer Sonntags und Feiertag». Fetlagen: *Die 3nuftnerte (Siebener Famdiendlailer Heimat >m Bild Die Scholl, «oaatt'vezogspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kernfprechanschlüsfe enterSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger rietzei». Postscheckkonto: Lronkfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrv6 rmd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Vvch- und 5teindruckerei R. Lange in Sietzen. §christ!eitung und Sefchästrstelle: Zchnlltraße 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Re« Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Fricdr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Hange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Auflösung des Reichstags. - Neuwahl am 5. März. Keine Einigung Hitlers mit dem Zentrum-Oie Regierung des nationalen Zusammenschlusses appelliert an das Volk unlegt in einem vom Reichskanzler im Rundfunk verlesenen Aufruf Ziel und Programm ihrer Arbeit zur Rettung des deutschen Bauern und Arbeiters und zur Gesundung von Staat und Wirtschaft im Nahmen eines Vierjahresplans dar. Oie Auflösungsverordnung. Berlin, 1.Jebr. (OB.) Amtlich. Nachdem der Reichskanzler und der Reichsoizekanzler dem Herrn Reichspräsidenten über d i e Verhandlungen mit dem Zentrum heute vormittag Bericht erstattet haben, hat der Reichspräsident folgende vom heutigen Tage datierte Verordnung über d i e Auflösung des Reichstages erlassen: Nachdem sich die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheit als nicht möglich her- ausgestellt hat, löse ich auf Grund des Artikels 25 der Reichsverfaffung den Reichstag auf, damit da» deutsche Volk durch Wahl eines neuen Reichstags zu der Neubildung der Regierung des nationalen Zusammenschlusses Stellung nimmt. Berlin, den 1. Februar 1933. (Unterschriften.) Gleichzeitig ist durch eine weitere Verordnung vom heutigen Tage vom Herrn Reichspräsidenten a l s wahlterminder ö. März 1933 beflimmf worden. 3n der kafrinettsfihung, die heule abend stattfand, hat der Reichskanzler einen Aufruf an das deutsche Volk vorgetragen, den sämtliche Neichsminister einmütig gebilligt haben. Ser Ausruf der Aeichsregierung. Der Ausruf der Reichsregierung hat folgenden Wortlaut: Lieber 14 Jahre sind vergangen, seit dem unseligen Lage, da von inneren und äußeren Versprechungen verblendet, das deutsche Volk der höchsten Güter unserer Vergangenheit, des Reiches seiner Ehre und seiner Freiheit vergaß und dabei alles verlor. Seit diesem Tage des Verrates hat der Allmächtige unserem Volke seinen Segen entzogen. Zwietracht und Haß hielten ihren Einzug. In tiefster Vekümmernis sehen Millionen bester deutscher Männer und Frauen aus allen Lebensständen die Einheit der Ration dahin- siechen und sich auflösen in ein Gewirr politischegoistischer Meinungen, wirtschaftlicher Interessen und weltanschaulicher Gegensätze. Wie so oft in unserer Geschichte bietet Deutschland seit diesem Tage der Revolution das Vild einer herzzerbrechenden Zerrissenheit. Die versprochene Gleichheit und Brüderlichkeit erhielten wir nicht, aber die Freiheit haben wir verloren. Denn dem Verfall der geistigen und willensmäßigen Einheit unseres Volkes im Innern folgte der Verfall seiner politischen Stellung in der Weit. Heiß durchdrungen von der Lieberzeugung, daß das deutsche Volk im Jahre 1914 in den großen Kampf zog, ohne jeden Gedanken an eine eigene Schuld und nur erfüllt von der Last der Sorge, das angegriffene Reich, die Freiheit und die Existenz des deutschen Menschen verteidigen zu müssen, sehen wir in dem erschütternden Schicksal, das uns seit dem Rovember 1918 verfolgt, nur das Ergebnis unseres inneren Verfalls. Allein auch die übrige Welt wird seitdem nicht minder von großen Krisen durchrüttelt. Das geschichtlich ausgewogene Gleichgewicht der K r ä f t e, das einst nicht wenig beitrug zum Verständnis für die Rotwendigkeit einer inneren Solidarität der Rationen, mit all den daraus resultierenden glücklichen wirtschaftlichen Folgen ist beseitigt. Die Wahnidee von Sieger und Besiegten zerstört das Vertrauen von Ration zu Ration und damit auch die Wirtschaft der Welt. Das Elend unseres Volkes aber ist entsetzlich! Dem arbeitslos gewordenen, hungernden M i l - Honen-Proletariat der Industrie folgt die Verelendung des gef amten Nittel- und Handwerk st andes. wenn sich dieser Zerfall auch im deutschen Bauern endgültig vollendet, stehen wir in einer Katastrophe von unübersehbarem Ausmaße. Denn nicht nur ein Reich zerfällt dann, sondern eine zweitausendjährige Erbmasse an hohen und höchsten Gütern menschlicher» Kultur und Zivilisation. Drohend künden die Erscheinungen um und den j^.lUug dieses Zerfalls. In einem unerhörten Willens- und Gewaltansturm versucht die kommunistische Methode des Wahnsinns das in feinem Innersten erschütterte und entwurzelte Volk endgültig zu vergiften und zu zersetzen, um es einer Zeit entgegenzutreiben, Die nn t?en Versprechungen der kommunistischen Wortführer von heute noch schlimmer verhalten wurde als die Zeit hinter uns zu den Versprechungen derselben Apostel im Rovember 1918. An- gefangen bei der Familie, über alle Begriffe von nrv $r?uc’ Volk und Vaterland, Kultur und Wirtschaft hinweg, bis zum ewigen Fundament unserer Moral und unseres Glaubens, bleibt n l ch t s v e r s ch o n t von dieser nur verneinenden, alleä zerstörenden Idee. 14 Jahre Marxismus hoben Deutschland ruiniert. Ein Jahr Bolschewismus würde Deutschland vernichten. Die heute \ reichsten und schönsten Kulturgebiete der Welt würden in einLhaos und Trümmerfeld verwandelt. Selbst das Leid der letzten anderthalb Jahrzehnte könnte nicht verglichen werden mit dem Jammer eines Europa, in dessen Herzen die rote Fahne der Vernichtung aufgezogen würde. Die Tausende von' Verletzten, die unzähligen Toten, die dieser innere Krieg schon heute kostet, mögen ein Wetterleuchten sein der Warnung vor dem Sturm. In diesen Stunden der übermächtig herein- brechenden Sorgen um das Dasein und die Zukunft der deutschen Nation rief uns Männer nationaler Parteien und verbände b e r g r e i f e Führer des Weltkrieges auf, noch einmal wie einst an den Fronten, nunmehr in der Heimat in Einigkeit und Treue für des Reiches Rettung unter i h m zu kämpfen. Indem der ehrwürdige Herr Reichspräsident uns in diesem großherzigen Sinne d i e Hände 3 u m gemeinsamen Bunde schloß, wollen wir als nationale Führer Gott, unserem Gewissen und unserem Volke geloben, die uns damit übertragene Mission als na- tionaleRegierungentschlossenund beharrlich ju erfüllen. I. Das Erbe, das wir übernehmen, ist ein furchtbares. Die Ausgabe, die wir lösen müssen, ist die schwerste, die seit Menschen- gedenken deutschen Staatsmännern gestellt wurde. Das Vertrauen in uns allen aber ist unbegrenzt, denn wir glauben an unser Volk iun d seine unvergänglichen Werte. Bauern, Arbeiter und Bürger, sie müssen gemeinsam die Bausteine liefern zum neuen Reich. So wird cs die nationale Regierung als ihre oberste und erste Aufgabe ansehen, die geistige und willens mäßige Einheit unseres Volkes wiederherzustellen. Sie wird die Fundamente wahren und verteidigen, auf denen die Kraft unserer Ration beruht. Sie wird das Christentum als Basis unserer gesamten Moral, die Familie als Keimzelle unseres Volks- und Staatskörpers in ihren festen Schuh nehmen. Sie wird über Stände und Klassen hinweg unser Volk wieder zum Bewußtsein seiner volklichen und po - litischen Einheit und der daraus entspringenden Pflichten bringen. Sie will die Ehrfurcht vor unserer großen Vergangenheit, den Stolz auf unsere alten Traditionen zur Grundlage machen für die Erziehung der deutschen Jugend. Sie wird der geistigen, politischen und kulturellen Rihilisierung einen unbarmherzigen Krieg ansagen. Deutschland darf und wird nicht im anarchischen Kommunismus versinken. Sie wird an Stelle turbulenter Instinkte wieder d i e nationale Disziplin zum Regenten unseres Lebens erheben. Sie wird dabei all’ der Einrichtungen in höchster Sorgfalt gedenken, die die wahren Bürgen der Kraft und Stärke unserer Ration sind. II. Die nationale Regierung will das große Werk der Reorganisation der wirtschaft unseres Volkes mit zwei großen Vierjahres- plänen lösen: Rettung des deutschen Bauern zur Erhaltung der Lrnährungs- und damit Lebensgrundlage der Nation; Rettung des deutschen Arbeiters durch einen gewaltigen und umfassenden Angriff gegen die Arbeitslosigkeit. In 14 Jahren haben die Rovemberparteien den deutschen Bauernstand ruiniert. In 14 Jahren haben sie eine Armee von 14 Millionen Arbeitslosen geschaffen. Die nationale Regierung wird mit eiserner Entschlossenheit und zähester Ausdauer folgenden Plan verwirklichen. Binnen vier Jahren muß der deutsche Bauer der Verelendung entrissen sein. Binnen vier Jahren muß die Arbeitslosigkeit endgültig überwunden sein. Gleichlaufend damit ergeben sich die Voraussetzungen für das Aufleben der übrigen Wirtschaft. Mit dieser gigantischen Ausgabe der Sanierung unserer Wirtschaft wird die nationale Regierung verbinden die Aufgabe und Durchführung einer Sanierung des Reiches, der Länder und Kommunen in verwaltungsmäßiger und steuertech- nischer Hinsicht. Damit erst wird der Gedanke der föderativen Erhaltung des Reiches blut- und lebensvolle Wirklichkeit. Zu den Grundpfeilern dieses Programms gehört der Gedanke der Arbeitsdienst pflicht und der Siedlungspolitik. Die Sorge für das tägliche Brot wird aber ebenso die Sorge sein für die Erfüllung der sozialen Pflichten bei Krankheit und Alter. In der Sparsamkeit ihrer Verwaltung, der Förderung der Arbeit, der Erhaltung unseres Bauerntums sowie der Rutzbarmachung der Initiative des Einzelnen liegt zugleich die beste Gewähr für das Vermeiden jedes Experimentes der Gefährdung unserer Währung. III. Auhenpoli lisch wird die nationale Regierung ihre höchste Mission in der Wahrung der Lebensrechte und damit der Wiedererringung der Freiheit unseres Volkes sehen. Indem sie entschlossen ist, den chaotischen Zuständen in Deutschland ein Ende zu bereiten, wird sie mithelfen, in die Gemeinschaft der übrigen Nationen einen Staat gleichen wertes und damit allerdings auch gleicher Rechte einzufügen. Sie ist dabei erfüllt von der Größe der Pflicht, mit diesem freien gleichberechtigten Volk für die Erhaltung und F e st i - gnng des Friedens einzutreten, dessen die Welt heute mehr bedarf als je zuvor. Möge auch das Verständnis all der anderen mithelfen, daß dieser unser ausrichtigster Wunsch zum Wohle Europas, ja der Welt, sich erfüllt. So groß unsere Liebe zu unserem Heere als Träger unserer Waffen und Symbol unserer großen Vergangenheit ist, so wären wir doch beglückt, wenn die Welt durcheineveschränkung ihrer Rü ft ungen eine Vermehrung unserer eigenen Massen niemals mehr erforderlich machen würde. Soll aber Deutschland diesen politischen und wirtschaftlichen Wiederaufstieg erleben und feine Verpflichtungen den anderen Rationen gegenüber gewissenhaft erfüllen, dann seht dies eine entscheidende Tat voraus: die Lieberwindung der kommunistischen Zersetzung Deutschlands. Wir Männer dieser Regierung fühlen uns vor der deutschen Geschichte verantwortlich für die Wiederherstellung eines geordneten Volkskörpers und damit für die endgültige Lleberwindung des Kl assen - wahnfinns und Klaffenkampfes. Richt einen Stand sehen wir, sondern das deutsche Volk, die Millionen feiner Bauern, Bürger und Arbeiter, die entweder gemeinsam die Sorgen dieser Zeit überwinden werden oder ihnen sonst gemeinsam erliegen. Entschlossen und getreu unserem Eide wollen wir damit angesicht der Llnfähigkeit des derzeitigen Reichstages, diese Arbeit zu unterstützen, dem deutschen Volke selbst die Aufgabe stellen, die wir vertreten. Der Reichspräsident Generalseldmarfchall v. Hindenburg hat uns berufen mit dem Befehl, durch unsere Einmütigkeit der Ration die Möglichkeit des Wiederaufstiegs zu bringen. Wir appellieren deshalb nunmehr an das deutsche Volk, diesen Akt der Versöhnung selbst mit zu unterzeichnen. Die Regierung der nationalen Erhebung will arbeiten, und sie wird arbeiten. Sie hat nicht 14 Jahre lang die deutsche Ration zugrunde gerichtet, sonderis sie will sie wieder nach oben führen. Sie ist entschlossen, in vier Jahren die Schuld von 14 Jahren wieder gutzumachen. Allein sie kann nicht die Arbeit des Wiederaufbaues der Genehmigung derer unterstellen, die den Zusammenbruch verschuldeten. Die Parteien des Marxismus und seiner Mitläufer haben 14 Jahre lang Zeit gehabt, ihr Können zu beweisen. Das Ergebnis ist ein Trümmerfeld. Run, deutsches Volk, gib uns die Zeit von vier Jahren und dann urteile und richte uns! (Betreu dem Befehl des Generalfeldmarschalls wollen wir beginnen. Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen, unseren Willen recht gestatten, unsere Einsicht segnen und uns mit dem vertrauen unseres Volkes beglücken. Denn wir wollen nicht kämpsen für uns, sondern für Deutschland! Gez.: Adolf Hitler; von Popen; Freiherr von Neurath; Dr. Frick; Graf Schwerin von Krosigk; Dr. Hugenberg; Seldte; Dr. Gärtner; von Blomberg; Elß von Rübenach; Göring; Dr. Gereke. Wie stellt sich das Zentrum? Oie Kragen des Zentrums. Berlin, 1. Febr. (VDZ.) Eine Antwort der Regierung auf die vom Zentrum gestellten Fragen ist bisher nicht eingegangen. Die dem Reichskanzler Hitler vorgelegten Fragen haben folgenden Wortlaut: 1. Die Zentrumspartei wünscht über das Arbeitsprogramm der neuen Regierung genau unterrichtet zu fein. 2. Besonders wichtig wäre die Klärung folgender Einzelfragen: a) welche Sicherheiten können seitens der Regierung dafür gegeben werden, daß ihre Maßnahmen sich im Rahmen der Verfassung halten? b) Ist die Reichsregierung insbesondere bereit, bindende Zusicherungen zu geben dafür, daß nicht auf Grund des sog. Staatsnot st an- d e s verfassungswidrige Maßnahmen ergriffen werden? c) Ist die Reichsregierung bereit, die baldige Rückkehr zu normalen verfassungsrechtlichen Verhältnissen in Preußen zuzusagen und in welcher Weise will sie diese Normalisierung durchführen? d) Ist die Reichsregierung bereit, im Interesse des bäuerlichen Berufsstandes, wie auch aus votts- und nationalpolitischen Gründen die Wiede r- aufnahme des umfassenden Sied- lungsroertes wieder in Angriff zu nehmen und gegen alle Widerstände vorzunehmen? e) Ist die Reichsregierung bereit, die größten s o - zialen Härten der Notverordnungen zu beseitigen und welche Einzelmaßnah- men in dieser Richtung sind von ihr vorgesehen? f) Ist es richtig, daß bas Arbeitsmini st e- rium abgebaut werden soll und wesentliche Teile seiner Zuständigkeiten dem neu ernannten Krisenminister unterstellt werden sollen? g) Gedenkt die Regierung das Koalitionsrecht aufrechtzuerhalten? h) Wie steht die Reichsregierung zur Erhaltung der deutschen Sozialversicherung und des Tarifvertragsrechtes? i) Wie denkt die Reichsregierung einen gerechten Ausgleich zwischen der Förderung des deutschen Binnenmarktes und der lebensnotwendigen Ausfuhr zu sichern? k) Ist die Reichsregierung bereit, Sicherungen da für zu schaffen, daß jede Form von Inflation unterbleibt und finanzpolitische Experimente, die von gewisser Seite privat propagiert wurden, wirksam abgewehrt werden. Oie Bayerische Volkspariei will freie Hand behalten. Berlin, 1. Febr. (TU.) Zu den letzten Beratungen der Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei wird von der Fraktion heute sest- §estellt, daß der von dem Reichspräsidenten mit er Fühlungnahme mit den Parteien beauftragte Reichskanzler a. D. v. P a p e n zu keinem Zeitpunkt weder an die Parteileitung der Bayerischen Dolkspartei noch an die Reichstagsfraktion herangetreten sei. Auch von feiten des Reichskanzlers Hitler fei keine Einladung an die Reichstagsfraktion zu einer Besprechung ergangen. Es fei bei den Fraktionsberatungen einmütig die Ansicht zum Ausdruck gekommen, daß besonders die wirtschaftliche Rotlage eine Regierung auf breite ft er nationaler und sozia- I e r Grundlage erfordert hätte. Dieser Forderung entspreche ein Kabinett Hitler-Papen- Hugenberg nicht. Dazu schreibt die Parteikorrespondenz ergänzend: Die jetzige Reichsregierung könne nicht als ein Kabinett der nationalen Konzentration angesehen werden. Seiner ganzen Entstehungsgeschichte und seiner Zusammensetzung nach sei es ein Minderheitskabinett. Harzburg bedeute von jeher einen bewußten und provokatorischen Ausschluß wertvoller nationaler Kräfte. Rach diesem Grundsatz sei aber die Bildung der derzeitigen Regierung betrieben worden, und es fei ein Ergebnis erzielt worden, das es nachträglich nicht mehr ermögliche, eine grundlegende Aenderuna herteizuführcn. Einer solchen Regierung gegenüber mui,e sich die 2VP. völlig freie Hand wahren. Das Verhalten der neuen Reichsregierung gegenüber den Ländern und gegenüber all den ernsten Problemen, die sich ausdemVerhältniszwifchenReich und Ländern ergeben, werde mehr denn je ein Maßstab dafür fein, ob man es mit einer starken Reichsregierung zu tun habe, die nach Recht und Gesetz, zu regieren gedenke. Auch Gärtner und Popitz bleiben im Amt. Berlin, 1. Febr. (WTB.) Der Herv Reichspräsident v. Hindenburg empfing heute den Reichskanzler Hitler und den Vizekanzler v. P a p e n zum gemeinsamen Vortrag über die politische Lage. Der Reichs- Präsident hat auf Vorschlag des Reichskanzlers den bisherigen Aeichsminister für Justiz Gärtner in feinem Amte bestätigt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit* rat nd te» <6 in- ift, um ich at er ?lc 'nen Zur ort in- u- 1U- ar. rde ian zen der de- r«g cm cu» fuft >ic- n li- icn. mc. 200 irb. )len aus stier ven- sinken, Arien, »rge den nge sich ften er- liste lief) mit oeit -lUtJ rfe, - um er» freier» ,um seit tat» Je- Lä» der les» dafür zier der wei ms» i r * e n uf - flen Delikt- »ach nd) ngs «ber 3ige chen ab- ruck gern sich ter» >er» und ken. 'ach and lilb, irad jens IUM cm ärj: mm. teilt, hatte Vizekanzler v. Papen heute in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für das Land Preußen eine eingehende Aussprache mit dem Reichsminister Professor Dr. Popitz über die Fortführung seiner Tätigkeit als KommissardesReiches fürdaspreu- ßische Finanzministerium. Herr von Papcn bat Dr. Popih, seine außerordentlich wertvollen Erfahrungen weiterhin dem Lande zur Verfügung zu stellen, und betonte, das; bei der Lösung der zahlreichen finanz- und verwaltungswirtschaftlichen Probleme eine enge Z u - sainmenarbeit zwischen Preußen und dem Peich auch weiterhin unerläßlich sei. Hm diese Zusammenarbeit sicherzustellen, bat er Herrn Reich^minister Dr. Popitz um die Weiterführung seiner Mitarbeit, die dieser z u s a g t e. An die Wehrmacht! Schleichers Abschied. — Blombergs Amtsantritt. Berlin. 1. Febr. (WTB.) Der bisherige Reichskanzler und Reichswehrminister v. Schleicher hat folgende Abschiedskundgebung an die Wehrmacht gerichtet: An die Wehrmacht! Wenn ich heute der Wehrmacht ein herzliches Lebewohl zurufe, so tue ich cs mit tiefem Dank für die Zeit, in der ich kämpfen, arbeiten und mithelfen durfte, um die Wehrmacht zumRück -- grat einer überparteilichen nationalen Staatsführung zu machen und sie von den Fesseln von Versailles zu befreien. So gern ich mein politisches Amt verlasse, so schwer wird mir der Abschied aus einer Gemeinschaft, in der die alten Soldatentugenden der Treue, selbstloser Pflichterfüllung tund echter Kameradschaft noch eine Selbstverständlichkeit sind. Mit den besten Zukunftswünschen für jeden einzelnen verbinde ich die Mahnung: Vergesset nie, daß ihr Helfer und Förderer aller Volksschichten sein sollt, und daß die Wurzeln eurer Kraft im deutschen Volkstum liegen. Das ganze Deutschland soll es sein! Vorwärts mit Gott! Berlin, den 31. Januar 1933. (gez.) v. Schleicher General der Infanterie a. D. Reichswehrminister v. Blomberg hat anläßlich der Hebernahmc seines Amtes folgende Kundgebung an die Wehrmacht gerichtet: An die Wehrmacht! Das Vertrauen unseres Oberbefehlshabers, des Herrn Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, hat mich an die Spitze der Wehrmacht berufen. Ich übernehme das Amt mit dem festen Willen, die Reichswehr nach dem Vermächtnis meiner Amtsvorgänger als überparteiliches Machtmittel des Staates zu erhalten, sie durch Förderung aller auf die Wehr- ertüchtigung des Volkes hinzielenden Bestrebungen zu unterbauen und sie in absehbarer Zeit zu in vollwertigen Bürgen der nationalen Sicherheit des Vaterlandes zu machen. Berlin, den 31. Januar 1933. Der Reichswehrminister: (gez.) v. Blomberg. OberstvonReichenauChesdes Minister- amies im Reichswehrministerium. Berlin, 1. Febr. (CNB.) Oberst o. R e i ch e n a u ist an Stelle des Oberst o. Bredow zum Chef des Ministeramtes im Reichswehrministerium ernannt worden. Zum Kommandeur der 1. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 1 wurde an Stelle des zum Reichswehrminister berufenen Generalleutnants von Blomberg der Generalmajor von Brauchitsch, bisher Inspekteur der Artillerie, ernannt. Gietzener Etadttheater. „Das DrcimädcrlhauS." Wir haben diese Operette — eine der volkstümlichsten und seit ihrem ersten durchschlagenden Erfolg eines der unverwüstlichsten Repertoire-Stücke der deutschen Bühnen — 1928 hier zuletzt gehört: es war ein glücklicher Gedanke, gerade im Schubert- Gedenkjahr sich dieses Werkes wieder zu erinnern. Das Libretto stammt von W i l l n e r und Reichert, die jene bittersüße Liebesgeschichte im Hause des seligen Hofglasermeisters Christian Tschöll zu Wien (nach dem „Schwammerl" von Rudolf Hans Bartsch) mit unleugbarem Geschick zu einer Singspielhandlung im altfränkischen Kostüm des österreichischen Biedermeier ausgesponnen haben, worin sich anmutige Heiterkeit und sanfte Sentimentalität allenthalben die Waage halten. Was die Musik anaeht, so kann man ruhig sagen, daß sie (obgleich er selber nichts davon hat ahnen können und sich träumen lassen) nicht bloß „nach" Schubert, sondern von Schubert ist. Er hat einige der schönsten Stücke aus der blühenden Melodiefülle seiner Liederkompositionen für die Partitur hergeben müssen, und ihm in erster Linie ist es zu danken, daß die Operette seit ihrem Erscheinen durch all die Jahre hindurch nichts von ihrem ursprünglichen musikalischen Reiz, von ihrer Friscye und ihrem Erfindungsreichtum eingebüßt hat. Es ist also für eine Neuinszenierung der Operette (auch ohne den äußeren Anlaß eines Gedenktages) weder notwendig noch aus zwingenden stilistischen Gründen statthaft, das Werk etwa einer Modernisierung zu unterziehen, wie das in vielen anderen Fällen durcb eine dem Publikumsgeschmack entgegenkommende Revue-Aufmachung gerechtfertigt erscheinen mag. Das Einzige, was man tun darf und soll, ist dies: sich über die Bühnenbearbeitung von Heinrich Berte hinaus recht nachdrücklich zu dem zu bekennen, dem das Werk, wenn nicht alles, so doch das Beste zu verdanken hat: das ist Schubert. Und wie die Dinge einmal liegen, geschieht das am besten dadurch, daß man, statt zu streichen, möglichst auf die originale Erfindung des Wiener Meisters zurückgreift, wie man es hier im ersten und letzten Akt getan hat. * Die Aufführung, von Paul Wrede inszeniert, hinterließ einen recht erfreulichen Eindruck: sie war mit Liebe und Sorgfalt einstudiert, stimmungsvoll und beschwingt bei gerechter Verteilung der oben Der Kampf gegen den Kommunismus. Versammlungsverbote. Berlin, 1. Febr. (ERB.) Der Polizeipräsident hat wegen Aufforderung von kommunistischer Seite zum Generalstreik und der dadurch hcrvorgerufenen unmittelbaren Gefahr für die öffentliche Sicherheit bis auf weiteres alle Versammlungen unter freiem Himmel und Hmzüge der KPD. und der ihr angeschlossenen Hilfs- und Rebenorganisationen im Stadtbezirk Berlin verboten. Weitere Verbote ähnlichen Hmfangs sind im oberschlesischen und rheinisch-westfälischen Jndustrie- rcvier erfolgt. Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat ferner die kommunistische Tageszeitung „Ruhr-Echo" in Essen für die Dauer von vier Wochen verboten. Das Verbot umfaßt auch die im gleichen Verlag erscheinenden Kopfblätter „Kämpfer" (Dortmund) und „Riederrheinische Arbeiterzeitung" (Duisburg). Das Verbot ist ergangen wegen der Veröffentlichung im „Ruhrecho", die den p o l i t i s cy e n Generalstreik zwecks Vorbereitung eines gewaltsamen Hmsturzes fordern und in der.Errichtung einer sozialistischen Arbeiter- und Dauern-Republik ihr Endziel sehen. Vier Todesopfer einer Schießerei. Berlin, 1. Febr. (TH.) Amtlich wird aus dem preußischen Ministerium des Innern mitgeteilt: „Vergangene Rächt sind in Homberg, Kreis Moers, Rationalsozialisten bei einer Kundgebung für die Reichsregierung von Kommunisten aus dem Hinterhalt beschossen worden. In Verfolg dieser Vorgänge kam es heute (Mittwoch) vormittag zu erneuten Zusammenstößen, in deren Verlauf drei Ratio- nalfozialistenundein Landjäger getötet wurden. Der Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern, Reichs- minifter Göring, hat sofort strengste Hn- t e r s u ch u n g angeordnet und bis zur Klärung der Angelegenheit den Ortspolizeiverwalter sowie sämtliche Landjäger, die auf Rationalsozialiften geschossen haben, vomDienst suspendieren zu lassen. Schwere Bluttaten in Wernigerode. Wernigerode, 1. Febr. (TU.) Nach Zusammenstößen am Dienstagabend, bei denen ein Nationalsozialist und ein Kommunist schwer verletzt wurden, fanden auch am Mittwoch zahlreiche UeberfäUe auf Nationalsozialisten und Angehörige anderer Verbände statt, schließlich entwickelte sich eine regelrechte Äraßenschlacht, in deren Verlauf der Kriminalassistent Martini, der einem Kommunisten eine Pistole abnehmen wollte, von mehreren Kommunisten überfallen und mit einem Spaten auf den Kopf geschlagen wurde. Mit gespaltenem Schädel und in hoffnungslosem Zustande wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Der Nationalsozialist Wenzel wurde durch einen Stich in öic Lunge schwer verletzt und mußte ebenfalls in lebensgefährlichem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. Auch in Lübeck politische Bluttat. Lübeck, 1. Febr. (TH.) Am Dienstagabend kam es auf der Straße zu einem Zusammenstoß zwischen dem sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten und Bürgerschaftsmitglied Dr. Leber und dem Reifenden S ch w o h m, der der RED AP. nahesteht. Schwohm, der von Leber geschlagen worden war, verständigte einige SA- Leute in einem nationalsozialistischen Lokal und stellte Dr. Leber zur Rede. 2m Verlauf der Auseinandersetzung wurde der dem Marinesturm angehörige Seemann Rudolf Brüggmann von einem Begleiter Dr. Leders, dem Arbeiter Rath durch einen Messerstich in die Milz so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus geftorben ist. Der Täter und Dr. Leber konnten der Polizei übergeben werden. Auf der Wache versuchte Dr. Leber wiederholt auf die Rationalsozialisten einzudringen. Er muhte schließlich in eine Zelle gebracht werden, wo er einen Tobsuchtsanfall erlitt und die Zelleneinrichtung zerschlug. Dr. Leber ist Hauptschriftleiter des „Lübecker Dolks- boten". Gescheiterte Streikversuche. Reutlingen, 1. Febr. (WTB.) In einer Mötzinger Weberei beschloß die Belegschaft auf kommunistisches Betreiben, als Protest gegen die neue Reichsregierung den Streik. Die Streikenden — ungefähr 1000 Personen — zogen bann z u einer anderen Firma, aus der sie aber uon der Arbeiterschaft, die von dem Streik nichts wissen wollte, nach längerem Raufen wieder hinausgedrängt wurde. Die Tochter des Fabrikbesitzers wurde dabei leicht verletzt, der Besitzer schwer beschimpft, auch einige Werkführer erlitten leichtere Verletzungen. Von hier zogen die Demonstranten zu einer weiteren Fabrik/ die sie aber verschlossen fanden und in die sie ebenfalls mit Gewalt einzubringen versuchten. Inzwischen war aber bie Polizei aus Reutlingen eingetroffen, bie ben Zug a u f l ö ft e unb zahlreiche Verhaftungen vornahm. Gustav Lilienlhal f. Gustav Lilienthal, der Bruder des vor 36 Jahren abgeftürzten berühmten Fliegers Otto Lilienthal, ist in Berlin-Adlershof während seiner Arbeit an seinem neuen Schwingenflugzeug einem Herzschlage erlegen. Mit Gustav Lilienthal verliert das deutsche und das internationale Flugtvcsen einen seiner kühnsten Pioniere. Zusammen 'mit seinem Bruder Otto hatte sich von frühester Kindheit an, zu einer Zeit also, wo das Flugwesen noch in den Kinderschuhen steckte, für dieses Gebiet interessiert und dann in unermüdlicher langer Arbeit flugtechnische Forschungen betrieben, denen die Flugzeugkonstruktion unendlich viel verdankt. Gustav Lilienthal ist 83 Jahre alt geworden. Schweizerischer Militärpilol tödlich verunglückt. Der schweizerische Leutnant Walter Meier geriet mit seinem Militärklugzeug beim Heber» fliegen der Weihfluh in eine Telegraphenleitung. Das Flugzeug wurde beschädigt. Der Pilot versuchte, mit dem Fallschirm abzuspringen. Wenig später wurde er beim Hauptergrat, etwa 500 Meter unterhalb der Weihfluh, in einer Lawine tot aufgefunden. Schweres Robclunglütf. Ein mit sechs jungen Burschen unb Mädchen besetzter Rodelschlitten fuhr in der oerganßenen Nacht die vereiste steile Chaussee von Dreißigacker nach Meininaen hinab. Kurz vor dem Ende der Fahrt stieß der Schlitten gegen bie Mauer eines Bergkellers. Der Anprall war so heftig, daß einer der jungen Leute sofort tot war. Vier weitere wurden verletzt. Schwere Bluttat in der Bahnmeisterei fjarbutg- wilhelmsburg. Im Bahnmeistereigebäude an der Parallel- strahe in Wilhelmsburg erschien ein früher dort beschäftigt gewesener Angestellter und gab auf die beiden diensttuenden Beamten Revolverschüsse ab, durch die der eine Beamte sofort getötet, der andere schwer verletzt wurde. Rach der Tat brachte der Eindringling sich einen Kopfschuß bei. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Beweggründe zur Tat sind nicht bekannt. Es scheint sich um einen Racheakt des Täters, der ebenso wie seine Opfer Angestellter der Reichsbahn ist, zu handeln. Bahnbeamte, die zufällig in der Rähe des Tatortes waren, wollen gehört haben, wie der Täter beim Betreten Oer christliche Bergarbeiterverband zur Tarifkündigung im Ruhrbergbau. Essen, 1. Febr. (Fwd., Der Christliche Bergarbeiterverband nimmt in einer längeren Erklärung zu der erfolgten Kündigung des Rahmentarifs und der Lohnordnung Im Ruhrbergbau durch den Zechenverband Stellung. In der Erklärung heißt es u. a.: Aus wirtschaftlichen Rotwendigkeiten ist die Kündigung der Lohnordnung im Ruhrbergbau nicht zu erklären, aus sozialen Gründen ist eine Kürzung der Löhne völlig undiskutabel, denn mit einer „Auflockerung" der Lohnordnung will der Zechenverband im Endzweck ja doch nur eine weitere Senkung der Löhne heHbeisühren. Dieses Vorgehen wird den allerschärf st en Widerstand der Bergarbeiterorganisationen und der öffentlichen Meinung finden. Eine toei'ere Lohnsenkung bedeutet eine unerträgliche Steigerung des Elends und der Rot in den Deraarbeiterfamilien, die vor allem durch d i e zahlreichen Feierschichten bedingt ist. Damit ist jedoch dem Bergbau selbst nicht gedient, die gegenwärtige finanzielle Lage des Ruhrbergbaues ist vielmehr zu einer wesentlichen Kürzung der Arbeitszeit und Steigerung der Löhne und des Gesamteinkommens der Bergarbeiter geeignet. des Bahnmeisterhauses mit lauter Stimme rief: „So, nun wollen wir mal abrechnen!" Der Getötete ist der Bahnbeamte Hans Hasse. Der Rame des Täters ist Alex A st, der des Schwerverletzten Hermann Frank. Beim Fluchtversuch erschossen. Ein etwa 25 Jahre altes Dienstmädchen aus dem Oberamt Tübingen, das wegen Diebstahls zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde auf dem Wege zum Amtsgericht in Cannstatt, wohin es zur Verbüßung seiner Strafe gebracht werden sollte, bei einem Fluchtversuck von dem begleitenden Polizeiwachtmeister erschossen. Der Wachtmeister hatte das Mädchen darauf aufmerksam gemacht, daß er bei einem etwaigen Fluchtversuch von seiner Waffe Gebrauch machen werde. Trotzdem versuchte dos Dienstmädchen zu entkommen. Der Beamte schoß und traf die Flüchtende in den Kopf. Sic war sofort tot. Gegen den Wachtmeister war vor einiger Zeit ein Verfahren wegen fahrlässiger Gefanyenenbefreiung eingeleitet worden, woraus sich vielleicht seine übereilte Handlung erklären lassen dürfte. Professor Cohn stellt seine Borlesungen zunächst ein. Der Rektor der Hniversität Breslau hat an Professor Cohn folgenden Brief gerichtet: „Sehr geeehrter Herr Kollege! Die Lage unserer Hniversität ist zur Zeit leider so, daß der Schuh Ihrer Vorlesungen und die Sicherheit für Leib und Leben Ihrer Zuhörer nicht gewährleistet werden kann. Ich würde es für richtig halten, wenn Sie Ihre Vorlesungen für die nächstenTage aussehen wollten." — Prof. Cohn hat mit Rücksicht auf diesen Brief seine Vorlesungen zunächst eingestellt und die Angelegenheit dem Ministerium unterbreitet. Eisenbahnunglück durch Sabotage in Irland. Von einem schweren Sabotageakt im nordirischen Eisenbahner st reik wird aus Belfast berichtet. Der einzige Schnellzug der Strecke Dublin—Belfast, der am Mittwoch in Gang gesetzt werden konnte, ist bei Castle Bellingham an der Grenze von Rord- und Südirland durch Entfernen einer Schiene zum Entglei ° sen gebracht worden. Die Lokomotive und drei Wagen stürzten vom Damm in einen tiefen Graben. Der Zugführer wurde getötet. Der Lokomotivführer, der Heizer und drei Reisende wurden verletzt. Aus aller Well. angedeuteten wesentlichen Elemente der Singspiel- Handlung. Um die Ausstattung hatte sich Herr Löffler mit Geschick und Geschmack bemüht. Besonders die Szenenbilder der beiden ersten Akte trafen den gemütvoll-bürgerlichen und etwas altväterischen Stil aus dem Wiener Biedermeier vortrefflich. Die musikalische Leitung hatte Walter Macht, der die überaus dankbare Partitur mit eingehendem Verständnis und angeregter Musizierfreudigkeit interpretierte. Die tänzerischen Einlagen betreute Ewald Bä ulke, ocr als Auftakt eine reizende Koftüm- parade seines Kinder-Balletts nach dem berühmten Militärmarsch einstudiert hatte: Anny und Ewald B ä u l k e holten sich mit einer graziös vor- geführten Einlage im Schlußakt (aus den „Deutschen Tänzen") einen Sondererfolg. * Den Schubert fang Herr Fierment mit angenehm warmer und voller Stimme, darstellerisch unaufdringlich charakterisierend, so daß die Gestalt vor dem Abgleiten in eine besonders gegen Ende drohende süßliche Rührseligkeit bewahrt blieb. Liesel Beling führte in Schutenhut und Blümchenkleid das niedliche Mädel-Terzett aus dem Haufe Tschöll mit heiterem Temperament und brachte auch gesanglich die liebenswürdige Partie in bester Form zur Geltung. Wrede gab den Baron Schober als einen lockeren Zeisig unb weltgewandten Kavalier, dem unverhofft das große Glück in den Schoß fällt: besonders das letzte Duett mit Frl. Beling wurde schwungvoll gesungen und getanzt. Mit dem Tschöll hatte sich Herr Bvlck, der bie Partie in aller Eile übernehmen mußte, vortrefflich zurecht gesunden: bie bürgerlidpbiebcre, dennoch mit österreichischer Beweglichkeit und Lebhaftigkeit gegebene Figur gelang ihm recht überzeugend: bie abenblidje Szene im Mittelakt mit ber von Frau Schubert-Jüngling sehr hübsch gesungenen Marie darf besonders erwähnt werden. Die eifersüchtige Sängerin Griß wurde von Frl. Berger mit einem furiosen Kauderwelsch drollig ausgestattet. Zwei ausgearbeitete Chargen boten Bruck als der geheimniskrämerische „Vertraute" Nowotny und Frau Walther-Lederer mit der rabiaten Hausbesorgerin Brametzberger. Die Dartien O t t m e r und Wielander vervollständigten bas Mädel-Terzett. Die lustige Kumpanei der Herren M i ch e l, H a m e l unb Bech stein, die schüchternen Bräutigame Bieten und Eggemann, Kühne als Scharntorff unb Geiger als Bäckermeister Stingl schlossen sich mit sauberen Leistungen an. Der Erfolg war bei gutbesetztem Haus frisch wie vor vielen Jahren. hth. Tonfilm: „Annemarie^. Im Lichtspielhaus ist die Operette „Mamsell Nitouche" von einem Militär-Lustspiel abgelöst worden, das unter dem vielversprechenden Titel „Annemarie, die Braut der Kompanie", von der Albö-Film K. m. b. H. herausgebracht wirb und bei ber hiesigen Erstaufführung ein bantbares unb ver- stänbsnisinnig rnitgehenbes Publikum fand. Dieser Kommiß-Schwank bezieht seine brastischen Situationen unb treffsicheren Pointen aus bem sinnigen Motiv, baß ein Institut für höhere Töchter unmittelbar neben einer Jnsanteriekaserne gelegen ist, in ber ziemlich ibyllische Zustänbe herrschen. Auch sonst haben bie Bearbeiter ihrer Phantasie die Zügel schießen lassen: die Lösung der heftig verwickelten Beziehungen zwischen dem Pensionat unb ber Kompanie ergibt sich aus einem ebenso unvermuteten wie unmilitärischen Zwischenfall bei der Parabe, bie übrigens ganz friebensmäßig unb in großem Stil aufgemacht ^oorben ist. Regie: Carl B oese, ber auf biesem Spezialgebiet bereits gute Erfolge erzielt hat. In ben Hauptrollen: Lucie Englisch unb Paul Hörbiger, deren komische Talente sich schon in größeren Aufgaben glänzend bewährt haben. Vom Ensemble: Paul Heidemann, Fritz-Albert Lieben, Gertrud Wolle, Hugo Fischer- Koppe. Hessische Köpfe. Im Heimatschollcn-Verlag, A. Bernecker, Melsungen. ist kürzlich das zweite Bändchen der „Hessischen Köpfe" von Will Scheller*) erschienen -- zehn Jahre nach dem Erscheinen der ersten Folge dieser Bildnisgalerie. Sinn und Aufgabe der Schrift sind die gleichen geblieben wie beim ersten Bändchen: Scheller will hier „die geistig« Bedeutung Hessens — des ganzen, nicht des widernatürlich zerrissenen — für Deutschland in der Vieisäckiakeit der Charaktere und in ihrer jeweiligen Art sichtbar machen". Hnter den zehn *) Will Scheller: Hessische Köpfe. Lebensbilder vom geistigen Wirken des hessischen Dolksstammes im XX. Jahrhundert. II. Band. Mit 11 Abbildungen. 96 Seiten. Heimatschollen- Dücherei. Heft 14. Kart. 1.50 Mk. Heimatschollen» Verlag, X Bernecker. Melsungen. — (552.) — Ramen, denen die verdienstvolle Schrift gewidmet jst, sind Ludwig von Hofmann, Karl Wolfskehl, Hans Grimm und Adam Karrillon die bedeutendsten und auch über die hessischen Grenzen hinaus bekannt und nach Gebühr gewürdigt worden. Aber auch die'übrigen — Karl Adolf Schimmel - pfeng, Karl Hallwachs, Valentin Traudt, Adolf Müller-Kassel, Karl Graf von Berlepsch und Heinrich Pforr — sind von Scheller mit liebevollem und eindringendem Verständnis für ihre künstlerische und menschliche Wesensart geschildert und vorgestcllt worden. Charakteristische Porträts geben jeweils dem beschreibenden Text die sinnfällig-anschauliche Ergänzung. — Hebrigens befindet sich ein dritter Band der Sammlung in Vorbereitung: hier sollen u. a. Wilhelm Schäfer, Albert H. Rausch, Karl Reurath und Wilhelm Michel behandelt werden. Beduinen als Kohlenbrenner. Die Sinai-Halbinsel. Transjordanien und der nördliche Teil des Hedschas leiden schon int dritten Jahr unter einer fast ununterbrochenen Trockenheit, und diese, zusammen mit der Weltwirtschaftskrise, die selbst vor den arabischen Romaden nicht Halt macht, hat die Lage der Deduinenstämme in diesen Gegenden höchst schwierig gemacht. Infolge des Mangels an Regem ist das Buschwerk der Wüste, von dessen Grün Kamele, Ziegen und Schafe sich nähren, vollständig ausgetrocknet. Die Tiere sterben in großer Anzahl, und die Geierscharen, die hoch in den Lüften kreisen, bezeichnen die zahlreichen Orte, an denen Kamele oder Ziegen infolge Erschöpfung zu ammengebrochen sind und verenden. Die ‘.d.u.iinen selbst, obwohl sie zu den bedürfnislosesten Menschen der Welt gehören und sehr wenig essen, werden in ihrer Rot zu Kohlenbrennern, machen aus dem trockenen Wüsten? gestrüpp Holzkohle und bringen diese nach Suez zum Verkauf. Bisher galt diese Arbeit dem Araber der Wüste für minderwertig, und man überließ sie den ärmsten Mitgliedern der Stämme. Jetzt aber haben sich die Beduinen in großer Anzahl zu diesem von ihnen so verachteten Gewerbe bequemen müssen. Die Regierungen von Aegypten und Transjordanien haben Getreide zur Verfügung gestellt, um der größten Rot zu steuern. Man erwartet auch, daß die ägyptische Regierung, um den Bewohnern der Sinai-Halbinsel Arbeit und Verdienst zu verschaffen, den Bau einer Straße quer durch die Halbinsel in Angriff nehmen wird. Ser Darmstädter Volksbank-Prozeß. WSÄ. D a r m st a d t. 1. Febr. In der geftri- cn Sitzung des Darmstädter Volksbank-Prozesses wurde zunächst das Verfahren gegen Direktor -Neumann von der Landes-Versicherungsanstalt für zwei Tage abgetrennt, da Direktor Neumann zur Zeit von seinem Amt unabkömmlich ist. Dann wurde ausführlich über die innere Organi-- fation der Dolksbank gesprochen, die auch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft tadellos gewesen sein soll. Im übrigen war die heutige Verhandlung ausgefüllt mit Ausführungen über die Höchstkreditgrenze, über die in die Höchstkrcditgrenze einzubezrchen- den einzelnen Vankgeschäfte sowie über die einzelnen Spekulationskreditc. Zu letzterem Punkt Wird von der Anklage behauptet, daß Effekten ohne Sicherung und Einzahlung ;um vollen wert gegeben worden seien. was von dem angeklagten Vorstandsmitglied D e cl e r brstritten wird, der angibt, die Effekten seien nur 60 bis 80 Prozent gewertet worden. Auf einen Vorschlag des Revisors sind die Effektenkredite in gesonderten Liftes geführt worden, dagegen nicht in den Protokvllbüchern, wo sie als Lombardforderungen erschienen. In der Verhandlung des Volksbankprozesses am Mittwoch gab der Vorsitzende an Hand der Revisionsprotokolle einen eingehenden Einblick in die Kreditoperationen der Volks.ank. Er stellte dabei fest, daß auch in früheren Iahren Ueberschrei- tungen der Kreditgrenze vorgekommen waren. Seit dem Jahre 1927 habe eine auffällige Zunahme der Sreditüberschreitungen eingesetzt. Es entspann sich dann eine Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden und dem Angeklagten Direktor Vecker über die Forderungen nach Sicherheit bei der Kredithergabe. Direktor V e ck e r erklärte, dah, was die Hypotheken angehe, ein hervorragender Kenner des Darmstädter Hypothekenmarktes zugezogen worden sei, dah jedoch eine besondere Schätzung des Objektes nicht mehr erfolgte. Zwischen den Aussagen B e ck e r s vor dem Untersuchungsrichter und in der Hauptverhandlung bezüglich der Vewertung der Effekten als Sicherheit für Kredite bleibt ein Widerspruch ungeklärt. Anschließend folgt die Verlesung der sogenannten Spekulationskonten, wobei sich zeitweise eine recht lebhafte Auseinandersetzung bezüglich der Kreditsummen und der Höhe der Sicherheiten zwischen dem Vorsitzenden und Anklagevertreter einerseits und Direktor B e ck e r andererseits ergab. Direktor V e ck e r erklärt die oft fehlenden Genehmigungen damit, dah die Persönlichkeit und das Ansehen der Kreditsuchenden Bedenken oft nicht aufkommen lieh, und Genehmigungen überflüssig gemacht hätte. Auf einzelnen Konten wird festgestellt, dah auf Kredite, die als verloren angesehen werden müssen, seit mehreren Jahren keine Zinsen bezahlt wurden. Das Gericht vertagte dann die Weiterverhandlung auf Donnerstag. Aus -er yroviuzialhaupista-t. Mariä Lichtmeß. Den Reigen der Frühlingsfeste eröffnet der 2. Februar mit Mariä Lichtmeh Diesen Ramcn hat das Fest von der Kerzenweihe in der katholischen Kirche erhalten, die zur Erinnerung an die Darstellung Jesu im Tempel eingeführt worden ist. Von vielen Katholiken werden an diesem Tage Kerzen zur Kirche gebracht, die mit denen zum Gebrauch in der Kirche selbst bestimmten vom Priester geweiht werden. In manchen Gegenden veranstalten Kinder Umzüge mit Lichtern, oder tanzen um ein Feuer im Freien und sagen dabei Sprüche aus, oder singen passende Lieder. Hier und da stellt man am 2. Februar einfach Lichter an die Fenster. Ganz verschieden und mannigfaltig sind die Sitten und Volksbräuche in den einzelnen Ländern an diesem Tage. Wer recht viele Zaubersprüche weih und hersagt, der bleibt nach altem Glauben von Ungeziefer verschont. In Kurhessen wird demjenigen der Flachs vortrefflich gedeihen, der tüchtig Hirsebrei und eine lange Bratwurst dazu verspeist. Der badische Bauernsmann oder seine Kinder ziehen an Mariä Lichtmeß eine Kette dreimal um ihr Wohnhaus nebst dazu gehörigen Gebäuden. Dadurch sollen nach althergebrachter Anschauung Mäuse und etwaige Schlangen verjagt bleiben. In der Provinz Sachsen veranstaltet die Jugend lustige Umzüge und erhält dabei Gaben und Geschenke. In verschiedenen Orten herrscht heute noch die Sitte, daß Dienstboten und Gesinde, nicht wie bei uns üblich an Weihnachten oder Reujahr, sondern an Mariä Lichtmeß ihre Herrschaft wechseln und nach Empfang des Lohnes wandern. In Bayern erhalten sie bei dieser Gelegenheit einige Tage Ferien und verbringen sie entweder bei den Angehörigen, oder in fröhlicher Gesellschaft im Wirtshaus. Für den Bauersmann hat der Tag Mariä Lichtmeß besondere Bedeutung. Für ihn heißt das Sprichwort: „Mariä Lichtmeß Spinn'n vergeß, Bei Tag zu Rächt eß!" Er will gewissermaßen seine Winterruhc ab- sch.i.ßen und die eine oder andere vom Herbst her verolieoene, vielleicht auch schon manche notwendige Arbeiten vorsorglich für das Frühjahr verrichten. Mancher andere möchte aber weiterhin ausruhen und sagt lieber: „Lichtmessen, der Winter halb vergessen!" oder ..Lichtmessen, der Winter bald vergessen!" Der sinnende Bauersmann läßt von nun an seine fleißigen, nimmermüden Hände nicht länger als die Ratur gebietet, untätig im Schoß liegen. Schon „Mit Fabian und Sebastian (20. Januar) fangen die langen Tage an!“ Und wahrlich, in der Tat sind die Tage seit der Wintersonnenwende beträchtlich länger geworden und die Strahlen der immer höher steigenden Sonne haben an Kraft und erweckendem Leben merklich zugenommen. An ganz besonders warmen und geschützten Plätzchen zeigen sich im Garten die ersten Vorboten des Frühlings. Etwas vorwitzig, aber doch vorsichtig, lugen die ersten grünen Spitzen der Schneeglöckchen aus der kalten Erde hervor. Obwohl der Bauersmann sich Anfang Februar nach dem Frühjahr mit seinen mannigfaltigen Arbeiten sehnt, so will er allerdings an Mariä Lichtmeß noch kein warmes Wetter, sondern lieber Schnee, Eis und Sturm. Denn dann hat er die Gewißheit, daß der Frühling zur rechten Zeit einziehen wird, und er nicht durch „scheues“ Wetter die Aussaat verzögert. So besagen die alten Bauernregeln: „Tut sich um Lichtmeß die Sonn' einfinden, Ist noch viel dahinten." „Wenn's an Lichtmeß stürmt und schneit, 2st der Frühling nicht mehr weit.“ Bornotizen. ^2lus dem Etadttheater-Bureau wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr Austausch- ?anspicl des Stadttheaters Koblenz. Unter der vpielleitung von Intendant Bruno Schoen- C das Schauspiel: „Gestern und Heute" y^rifta Winslve, bekannt durch den Film: „Mädchen in Uniform", zur Aufführung. In der des Fräulein von Kesten Hedwig Schlich- te r Berlin, die sowohl im Film, wie auch bei den Berliner Aufführungen diese Rolle mit stärkstem Erfolge spielte. Ende gegen 23 Uhr. Das Gast- splel ist außer Abonnement und zu ermäßigten Operettenpreisen. Abonnenten ermäßigte Schau- splelpreise. Schülerkarten haben keine Gültigkeit. Als 17. Vorstellung im Freitag-Abonnement am Freitag „Hamlet". Trauerspiel von Shakespeare. Spielleitung: Oberspielleiter Peter Fas- sott: in der Titelrolle Karl Bruck. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 23 Uhr. — Eine Dollsvorstellung zu kleinen Preisen findet am Samstag, 4. Februar, 20 Uhr, statt mit einer Aufführung der Komödie: „Politik der Weiber- röckc" (Spielleitung: Wolfgang Kühne). Ende: 22 Uhr. -- Einen Lichtbildervortrag über seine Erlebnisse bei seinem Weltflug hält am Sonntag, 5. Februar, 20 Uhr, der deutsche Weltflieger Wolfgang von Gronau im Stadttheater. Die Veranstaltung ist außer Abonnement. Mitglieder des Luftfahrlvereins, des Oberhessischen Automobilklubs und Studenten erhalten 20 Prozent Ermäßigung auf alle Plätze von 2 Mk. an. — Zu kleinen Preisen wird das deutsche Frontstück: „Die endlose Straße" von Graff und Hintze unter der Spielleitung des Intendanten am Montag, 6. Februar, zum letztenmal zur Aufführung kommen. Spieldauer von 20 bis 23 Uhr. Daten für Donnerstag, 2.Februar. 962: Otto I. wird zum Kaiser gekrönt. Beginn des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Ration": — 1829: der Raturforscher Alfred Brehm in Renthendorf geboren. * * Bataillonsübung. Unser Bataillon rückt morgen unter Führung des stellv. Datail- lonskommandeurs. Hauptmanns von Stockhausen, zu einer Felddienstübung aus. Die Soldaten marschieren in feldmarschmäßiger Ausrüstung um 6 Uhr ab mit dem Ziel Lang-Göns. Im Raume bei Lang-Göns wird sodann die Felddienstübung abgehalten. Gegen 13.30 Uhr sind die Soldaten zurückzuerwarten. Der Weg führt sie über Klein-Linden und die Frankfurter Straße nach Gießen. *• A u f der Eisbahn verunglückt. Beim Vergnügen auf der Eisbahn ereigneten sich in der Umgegend von Gießen zwei Unglücksfälle, deren bedauernswerte Opfer in die hiesige Chirurgische Klinik eingeliefert wurden. In Bieber bei Rodheim stürzte der 13 Jahre alte Schüler Gustav Bremer auf dem Eise so unglücklich, daß er einen Bruch eines Oberarms davontrug. In Rordeck kam der in dem dortigen Knabenpensionat untergebrachte 14 Jahre alte Schüler Otto Gerold T a n h e n aus Oldenburg (ein Sohn des früheren oldenburgischen Ministerpräsidenten^ auf dem Eis unglücklich zu Fall und erlitt dadurch einen Unterschenkelbruch. •* Frauengruppe der Deutschen Volkspartci. Man berichtet uns: In der Versammlung der Frauengruppe der DDP. am 30. Januar hielt Frau Studienrätin Reis- Haus- Frankfurt einen Vortrag über Gustav Stresemann. Cs war ein Erlebnis, eine Feierstunde. In vollendeter Form, unterstützt von großer Sachkenntnis, gab die Rednerin ein Bild des großen Mannes. Sie begann damit, dah sie den Zuhörern die schwere Zeit ins Gedächtnis zurück- rief, in der Gustav Stresemann im August 1923 den Reichskanzlerposten übernahm: der passive Widerstand war am Ende seiner Kraft, die deutsche Mark sank ins Bodenlose, die Separatisten am Rhein und die Kommunisten in Sachsen unterwühlten die Grundmauern des Reichs. Schritt für Schritt lieh Frau Reisbaus die gewallige Arbeit Stresemanns an dem geistigen Auge der Anwesenden vorbeizieheir. Man erlebte den Abbruch des passiven Widerstandes, den Sturz des Kanzlers Stresemann, seine Ernennung zum Außenminister, die Londoner Konferenz, Lo- carno, die Räumung des Ruhrgebiets und der Kölner Zone, Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund, die Unterredung mit Briand in Thoiry, die Unterzeichnung des Kelloggpaktes in Paris, die Haager Konferenz und die dort erkämpfte Zusage der Räumung der Rheinlande bis zum 30. Juni 1930. Sodann führte die Rednerin den Anwesenden Gustav Stresemann als Menschen vor Augen. Sie sprach von seiner reichen Begabung, seinen vielseitigen Interessen, seiner ausgedehnten literarischen Tätigkeit. Mit Erschütterung hörte man von dem Kampf des unermüdlich tätigen Mannes mit der schweren Krankheit, deren erste Anzeichen sich nach der Unterredung mit Briand in Thoiry bemerkbar machten und die in wenigen Jahren seinen Tod herbeiführte. In der Aussprache bedauerte Herr Oberreallehrer Appel, dah die Jugend diesen Vortrag nicht angeyört habe, der ihr in Stresemann das Bild eines in tiefstem Sinne deutschen Mannes gezeigt habe, dessen rastloses und selbstloses Wirken nur das eine Ziel kannte: den Wiederaufstieg Deutschlands. Herr Landgerichtsdirektor S ch u d t betonte, dah ohne die durch Stresemanns Politik erreichte Räumung der Rheinlande alle durch seine Rachfolger erzielten Erfolge in der Außenpolitik unmöglich gewesen wären. (*i.rgesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden 'Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Beschwerde über die Kraftwagenverbindung Gießen—Gambach. Arn Dienstag wurden auf allen Haltestellen dieser Verbindung — außer Gießen kommen 9 Dörfer in Frage — die Autos: Gießen ab 8.15 Uhr, 13.05 Uhr, und Gambach ab 9.17 und 14.05 Uhr von vielen Reiselustigen vergeblich erwartet. Die Reichspost lieh sie wegen des Glatteises nicht fahren. Dafür haben wir Verständnis. Aber es ist unverantwortlich, die Leute stundenlang unter freiem Himmel im Ungewissen z u lassen. Es sei hier einmal auf Kränkliche hingewiesen: zum andern an jugendliche Schüler, die in diesem Falle dem Wetter und somit der Grippegefahr ausgesetzt find. Ratlos flehen sie da, denn die Post kümmert sich nicht um sie. Das wäre bei der Reichsbahn einfach undenlbar! U. C. hätte die Post an den 4 Haltestellen in Gießen je ein P l a - k a t anbringen müssen, das die Leute aufgeklärt hätte. Ferner hätte sie wenigstens die in Betracht kommenden P o st st e I l e n der Strecke telephonisch von ihrer Absicht, daS Auto erst um 17.25 Uhr in Dießen abzulassen, verständigen müssen. Da dies nicht geschah, muhten Reisende und b.'sorgte Eltern durch die Poststellen telephonisch in Gießen nach dem Verbleib des Autos anfra- gen lassen. Aber man höre und staune! Um 14.55 Uhr, nachdem das Auto nahezu 6 Stunden fällig war, gab das Hauptpostamt ungefähr folgende Antwort: „Rusen Sie um 3 Uhr nochmals an. eS ist eben niemand da, der Bescheid weih!" Das ist ein schlechter „Dienst am Kunden". Diele Interessenten. König, Kriegsmann, Herkules... Zum 200.Todestage Augusts des Starken am l.$cbruor. Don Maximilian pallanca. v. Bild einer Persönlichkeit. Wir Heutigen pflegen, taucht uns gelegentlich der Rarne Augusts des Starken auf, uns zunächst einmal zu erinnern: „Aha — der königliche Liebhabe r!" Und wirklich hat dieser deutsche Herkules nicht nur Bärenkräfte, sondern auch ein verblüffend weiches Herz besessen. Es wird nie gelingen, die Zahl der Mädchen und Frauen festzustellen, die er geliebt; schon zu seinen Lebzeiten sagte ihm die Markgräfin zu Bayreuth 354 Kinder nach ... neuere Forschungen beziffern die Abkömmlinge des Kurfürsten-Königs groß- zügig mit rund 1000 ... Von seinen vielen Geliebten ist noch heute am bekanntesten die schon erwähnte, hochgebildete Aurora v. König s m a r ck, die Mutter des Grafen Moritz von Sachsen: abgelöst wurde sie in der Gunst, des Fürsten durch die geschiedene Polin Lubo- m i r f f a, die spätere Fürstin von Teschen: auf sie folgte die Türkin F a t i m e, die August der Starke aus dem Ungarnfeldzug sozusagen als Kriegsbeute mit heimbrachte, ferner die mit einem polnischen Weinschankbesitzer verheiratete Französin Henriette Renard: an diese schlossen sich an die geschiedene Frau des Grafen H o y m, die Holsteinerin v. Brockdorff und vor allem die Gräfin Kofel, die sich sieben Jahre lang in der Gunst des wetterwendischen fürstlichen Liebhabers erhielt, bis August ihrer überdrüssig wurde, sie eines Tages einfach verhaften ließ und Jahrzehnte lang interniert hielt ... August der Starke ist der vornehmste Repräsentant des „galanten Sachsen" gewesen, das wegen eben dieser seiner Galanterie im 18. Jahrhundert Weltruf genoß. Das Wirken dieses Fürsten recht zu erfassen, muh man gestehen, daß er zwar a l s Politiker ein Phantast war und blieb, daß aber seiner ausgesprochenen Künstlernatur Sachsen viel Hervorragendes, einzig Dastehendes zu verdanken hat. Das heutige Gesicht der schönen Residenz- stadt Dresden ist zum großen Teil ein Werk Augusts des Starken. Früh schon regte sich sein Sinn für Architektur und seine Lust am Schaf- fen repräsentativer Baudenkmäler. Während seiner Regierung entstanden ganze neue Stadtteile — nicht nur zu Dresden, sondern vor allem auch zu Leipzig, in dem von ihm geliebten und oft besuchten „Klein-Paris", das noch zu Goethes Zeiten mit Recht als eine der führenden europäischen Mode- und Kunststädte galt. Des Kurfürsten Befehl zauberte allenthalben imposante Schloß- und Museumsbauten herauf, Theater, Kirchen, Drücken, Parks, Vergnügungsstätten, und bei fast jedem Bau war er zumeist beteiligt als planender Architekt. Er verstand es, aus allen Weltgegenden namhafte Künstler an seinen Hof zu ziehen und sie durch fürstliche Besoldung zu wirklichen Taten anzuspornen. Die Dresdener Oper ward unter ihm weltberühmt. So urteilt 1718 der Reisende Baron v. Loen: „Alle Künste und Wissenschaften scheinen sich hier zur bloßen Lust zu vereinigen. Die außerordentlichen Besoldungen, welche der König den Spielenden reichen läßt, haben aus Italien als der hohen Schule der Musik die besten und vortrefflichsten Meister dieser Kunst nach Dresden gelockt. Man hört hier alles, was die Musik Schönes und Zärtliches hat: das ganze Orchester ist dabei mit den besten Instrumenten erfüllet ..." Dem Dresden Augusts des Starken hat noch Herder den Ehrentitel verliehen: „Deutsches Florenz .. Die Museen füllten sich mit Kunstwerken und Seltenheiten aus aller Herren Ländern; August der Starke ist ein schier vorbildlicher Protektor und Förderer sowohl der materiellen als der geistigen Kultur seiner Zeit gewesen. Unter seiner Regierung wurde u. a. endlich das die Europäer seit Jahrzehnten in Atem halten )e Porzellanproblem befriedigend gelöst, und zwar auf einem seltsamen Umweg —: die Umwandlung unedler Metalle in Gold zu vollenden, zog August der Starke den angeblichen Alchemisten Johann Friedrich B ö t t g e r an den Hof, dem zwar die Goldfindung nicht glückte, der aber über seinen Experimenten zufällig das Hartporzellan erfand, dessen kunstvolle Herstellung unter Mitwirkung Augusts des Starken zu einem blühenden sächsischen Fabrikationszweig ward. Der deutsche Herkules hat seiner Zeit und seinem Land Anregung auf Anregung gegeben. Er hat das sächsische Heer noch auf eine Höhe gebracht, die Europa Respekt einflöhte. Gr betrieb planvolle Siedlungspolitik, vor allem in Polen, förderte den Handel und die Manufakturen, sicherte Sachsen und Polen an den Grenzen durch Festungen, ließ die Straßen ordnungsgemäß vermessen, gestaltete das Postwesen geradezu modern aus, ließ Armen- und Waisenhäuser bauen, schuf eine neue Zivilprozeßordnung, bildete das Strafprozehwesen aus, finanzierte wissenschaftliche Expeditionen, die ihm unter anderem das hohe Lob L e i b n i z' einbrachten, ward ein Förderer der Wissenschaften, von denen ihn vor allem die Raturwissenschaften von Jugend auf anzogen, reorganisierte in seinen letzten / Regierungsjahren die Verwaltung, schuf für die Armee neue, zum Teil vorbildliche Dienst- und Exerzier-Reglements, wodurch er eine bedeutsame Fortbildung der methodischen Gesechtstaktik, die er in eingehenden, von ihm geleiteten Ma- növern auf ihren praktischen Wert erproben lieh, erreichte — alles in allem - - eine respektable Lebensleistung, die ihm gerechterweise auch bei uns Rachfahren noch einigen Ruhm sichern muh. Allerdings hat er sich lebenslang weniger als Landesvater denn als albertinischer Wettiner gefühlt, als Haupt der kurfürstlichen Linie seines zu den edelsten Geschlechtern Europas zählenden Hauses, die er enrporgehoben hat zu königlichem Rang, und die der vohn weiter auswärts führen sollte, höher möglichst als alle anderen deutschen Dynastien, zu einer den Bourbonen und den Habsburgern ebenbürtigen Würde. Diesem phantastischen Traum Erfüllung zu schaffen, ist ihm nicht geglückt, obschon ihn ein gütiges Geschick mit Talenten reich ausgestattet hatte ... allzu oft und gern verlor er das Mah der Dinge und urteilte nicht nach Wirklichkeit, sondern nach Phantasien, von denen er sich lustvoll umgaukeln lieh ... Ehrgeiz aber war, neben seiner Vergnügungssucht, die Hauptleidenschaft, die ihn völlig beherrschte: und es gibt schlimmere Eigenschaften als den Raturtrieb, seine Ziele möglichst hoch zu spannen ... Alles in allem —: eine sittliche Gröhe ist August der Starke so wenig gewesen wie ein glücklicher Politiker; aber er gehört zu den markantesten Persönlichkeiten seiner reizvoll- bunten Zeit ... einer Zeit, deren uns heute noch geläufiges Antlitz mitzuschaffen er berufen gewesen ist, und aus der heraus er auch verstanden sein will — mit seinen Hellen wie mit seinen dunklen Seiten. Was bleibt zu sagen? —: er war ein Mensch mit allen Vorzügen und Schwächen dieser König, Kriegsmann und Herkules, der vor nunmehr zwei Jahrhunderten klaglos und tapfer die Augen zur ewigen Ruhe schloß . .. Buntes Oie päpstliche Sternwarte zieht um. In allernächster Zeit wird das romantische Bild der Vatikanstadt, dieses mauerumgürteten Hügels jenseits des Tibers, wieder eine Aenderung erfahren. Wurde es gestern um moderne Funktürme bereichert, die über die Peterskuppel hinausragen, so verliert es morgen die kleine Kuppel der Sternwarte, die so sonderbar von den Zinnen der heiligen Stadt ins Valle dell’ Inferno, ins Höllental hinunterschaute. Das Observatorium zieht nämlich um, nach Castelgandolfo, dem alten Sommersih der Päpste über dem Albanosee, und wird bei dieser Gelegenheit nach den neuesten Erfahrungen der Wissenschaft umgestaltet. Ist doch Pius XI. nicht nur ein leidenschaftlicher Bergsteiger gewesen, sondern heute noch ein Liebhaber der Astronomie, eine Reigung, die er mit Pius IX. teilt. Am 11. Rovember 1932 wurde in der Vatikanstadt zwischen dem Heiligen Stuhl und den Zeihwerken in Jena der Vertrag geschlossen, der die Lieferung der besten Einrichtungen für die neue Spccola Vaticana bestimmt. Zwei Kuppeln, Spiegelteleskop mit Astrograph, Blindkomporator und Keilphotometer und Koordinatenmesser — für Laien schwer begreifliche Dinge. Selbstverständlich braucht sich kein Sternengucker mehr den Hals zu verrenken, die Kuppeln haben ihre neuzeitlichen Schwenkbühnen, die sich nach Belieben orehen, wenn man auf den Knopf brüdt. Dis Ende des nächsten Jahres muß alles an Ort und Stelle sein. Und da auch sonst Tag und Rächt an der Verschönerung des uralten LangobardenAllerlei. schlvsses in Castelgandolfo - Schloß des Gan- dolphus - gearbeitet wird, sogar mächtige Pinien schafft man unter großen Transportschwierigkeiten hin, glaubt man in Rom, daß sich;der Papst im übernächsten Sommer endlich einmal am Al- banosee Hitzeferien gestatten wird. Heuer wird er wegen des heiligen Jahres nicht dazu kommen. G. W. E. Lautarchiv der Schauspielkunst. Eine wichtige Aufgabe hat seit langem das Lautarchiv der Schauspielkunst am Institut für Literatur- und Theaterwissenschaft an der Universität Kiel gefördert. Das Kieler Institut hat schon vor Jahren seinem Theatermuseum ein Archiv eigener Schallplattenausnahmen angegliedert, um so das Wesenszentrum der Theaterkunst, das gesprochene Wort des Schauspielers, für die Zukunft zu erhalten. Die bisherigen Aus. nahmen geben ein lebendiges Dild von der Ent- Wicklung des schauspielerischen Sprechstils seit dem Ausklingen der Meininger Schule bis zur Gegen- wart. Um der wichtigen Aufgabe künftig möglichst umfassend gerecht werden zu können, hat sich das Kieler theaterwissenschaftliche Institut mit der staatlichen Lautabteilung in Berlin zu einer Arbeitsgemeinschaft für das Lautarchiv der Schauspielkunst verbunden. Die Auswahl berücksichtigt ebenso sehr die überragende tünftlmfcbe Persönlichkeitsleistung wie die Besonderheit stilkünstlerischer Auffassung. Die Aufnahmen kommen nicht in den Handel, sondern sind lediglich für wissenschaftliche und museale Zwecke bestimmt. S.J.-fporf (5:2). Wirtschaft Sport im Dienste -erLebensrettung ! Ss-«» Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Bontaoten. 1,45 1,4 1,45 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. 28,5 84,5 97 57 . 5 , 0 , V .10 99,75 91,5 128 120,5 50 89,5 62 84,75 50 89,5 63,25 84,25 55,9 150 103,5 48 64,25 25 72,4 36 195 75,5 26,25 83,5 96 54,75 81,9 100 88,25 125,75 120 6,4 5,1 0 !> 6 0 29 84,5 96,75 56,5 83,75 102 91 127,75 120,5 das Spiel Öüö* am kommenden van Mossel be- 25,25 82,5 94,75 55,5 80 102,25 87,25 125,5 119 WjiJf der 5 nF 18 en6M 48,5 89,5 61,25 81,5 55 150 104,75 46.25 62,75 24,5 71,65 35,5 191 72,75 5,3 7,4 11,13 6,15 24 Die Deutschlandreise der ungarischen Nachwuchs-Wasserballer ist jetzt so gut_ wie abgeschlossen. Die Ungarn werden in 14 Städten, u. a. in München, Augsburg, Nürnberg. Stuttgart und Ludwigsburg starten. • 6 in Wasserball-Länderkampf gegen Oe st erreich soll zu dem ausgedehnten Länderspielprogramm des DSD. noch hinzukommen. Der LD. Ludwigsburg will ihn anläßlich seines 25. Jubiläums durch führen. höchst wertvolle Abwechslung zum Leistungssport. Es gibt auch in Deutschland viele Führer von Turn- und Sportvereinen, die di^se Forderung anerkennen und in diesem Sinn arbeiten. Aber deren Zahl ist noch zu klein. ■Unter der Führung der Deutschen Lebe n s r e 11 u ng s g e s e l l s ch a f t. die feit dem Jahre 1925 wieder besonders stark hervortritt, haben sich Tausende von jungen Menschen als Rettungsschwimmer ausbilden lassen. Sie stellen in ihrer Gesamtheit eine wertvolle Gemeinschaft dar, da sie aus allen Schichten und Kreisen kommen. Ihr stiller Ausbildungsgang, der durch die Ablegung verschiedener Prüfung gesichert ist, wird durch die Teilnahme an Rettungswachen an den Ufern von Seen und Flüssen gekrönt. Wenn Tausende von Menschen in der Hitze des Sommers ein erfrischendes Bad suchen, stehen die Rettungsschwimmer stundenlang an bestimmten Beobachtungspunkten und kontrollieren den Badebetrieb. In sehr vielen Fällen gelingt es. Menschen, die in Wafsernot kamen, schlechten Schwim- mern oder waghalsigen Naturen im letzten Augenblick noch beizustehen. 47,5 64,5 25,5 36,5 193 75,65 So Werden Menschenleben gerettet. Die Berichte aus den Bädern geben im allgemeinen mehr die Unglücksfälle an, wenigstens in der zusammenfassenden Form eines Ueberblicks über eine Badeiacson, die Rettungstaten werden nicht immer bekannt. Biele Retter wollen in der Oeffentlichkeit nicht genannt werden, weil die Rettung eines Menschen auf Grund ihrer persönlichen Einstellung ihnen selbstverständlich erscheint. Immerhin ist es erfreulich, daß die Derleihung der staatlichen Rettungsmedaille und des Ehrenzeichens der Deutschen Lebensrettungs- gesellschaft zahlenmäßi'g immer mehr a n ft e i g t. Man muh die Frage aber auch einmal volkswirtschaftlich betrachten. Die Gemeinden sparen dadurch mancherlei Summen, daß die freiwilligen Rettungsschwimmer, die ehrenamtlich tätig sind, in den Freibädern eine Freiwillige Wasserwacht einrichten. Wäre das nicht der Fall, so würde die Oeffentlichkeit bald stärkere Sicherheitsmaßnahmen verlangen. Die Anstellung von Bade- personal wäre die Folge. Einzelne Gemeinden erkennen diesen Gedankengang an und unterstützen die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft auch in finanzieller Richtung. Anderen Derwaltungen aber kommen diese stillen Wächter so selbstverständlich vor, daß sie sogar selten einen öffentlichen Dank aussprechen. Unter dem Gesichtspunkt, daß der Sport in der heutigen Zeit nicht ein Hauptzweck sei, werden finanzielle Zuschüsse manchmal auch glatt versagt. Das Heer der arbeitslosen jungen Menschen vermehrte besonders im vergangenen Sommer die Zahl der Badegäste erheblich, so daß die Tätigkeit der Rettungsschwimmer umfangreicher und verantwortungsvoller wird. Jeder dieser stillen Wächter steht jedem Menschen in der Ge'ahr zur Seite. Es handelt sich also um eine Organisation von öffentlicher Bedeutung. Neuerdings hat die Deutsche LebensrettungS- gesellschaft auch das Gebiet des z i v i l e n Luftschutzes in ihren Tätigkeitsbereich ausgenommen. Man ist bemüht, die Retter aus Wassersnot auch zu schulen für die Gasgefahr und für die Schutzmaßnahmen gegen Luftangriffe. Hier steht man im allgemeinen fast überall noch in den Anfängen, aber die stillen Retter sind doch schon in den Wiederbelebungsmethoden und in dem Ausbau von Sicherheits- und Hilfsdiensten bewandert. Es sind dies alles passive Schuh- Vevisenmar« Berlin — Frankfurt a. Als Schiedsrichter für deutschland — Zentralungarn Sonntag wurde der Holländer stimmt. > 47,5 90,75 60,25 82 151 104 48,5 61,5 25 34,5 192.5 72 6,5 4,85 5,4 5,4 7,1 IO,5 5,8 24 I 5,05 5,45 5,4 7,25 11 6 24,25 A.E.G...................... Elektr. Lieferungsgesellschast ... Licht und Kraft ............. Felten & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungeu............... Rheinische Elektrizität ........ Gdjudert &(£o.............. Siemens & Halske........... LahmeyerLEo............... 6,7 5,1 5,55 5,5 7,5 10,9 6 24 Die Schwarzwald-Skimeisterschaften in Todtnau wurden wegen ungünstiger Schneeverhältnisse um eine Woche auf den 11. und 12. Februar verschoben. ,/MTeuionia^Waheubom-Gieinberg VfB. Butzbach I — Ivahenborn-Sleinberg I 1:3 (0:1). Mit großer Spannung sah man dem Treffen in Butzbach entgegen. Das Dorspiel in Steinberg endete 1:1. Butzbach führte unbestritten die Tabelle an und verlor auf eigenem Platz noch keinen Punkt. Diesmal aber lieferten die Teutonen ein so hervorragendes Spiel, daß sich die Gastgeber beugen muhten. Watzenborn-Steinberg mußte nach Jahren zum erstenmal ohne den Mittelläufer S ch m a n d t antreten. Der Spielverlauf sah die Gäste während der ersten fünf Minuten unsicher. Butzbach lieferte gute Kombinationsarbeit. Die Angriffe scheiterten aber an der gegnerischen Hintermannschaft. Dann aber kam der Teutonensturm auf. Der Halbrechte rang sich durch und schoß das erste Tor. Kurz vorher hatte der Schiedsrichter Strafstoß entschieden, der dann auch verwandelt wurde. Die Butzbacher bemühten sich in der Folge heftig um den Ausgleich. Es gelang nicht. Bis zur Pause wurde das Spiel gleichwertig geführt. Rach der Pause wurde in verschärftem Tempo gespielt. In der vierten Minute verursachte ein Gästespieler, einen Clfmeterball, der durch eine Glanzleistung des Tormannes aber keinen Erfolg für Butzbach brachte. In der Folge zeigten die Teutonen ein stark überlegenes Spiel. Weite Abschläge beförderten den Ball immer wieder vor das Butzbacher Tor. Der Halbrechte kam wieder zu einer schönen Dorlage, aus der heraus er durch einen unverhofften Schuh aus ziemlicher Entfernung das zweite Tor erzielte. Auf sehr dramatische Weise fiel der dritte Treffer. Steinbergs Mittelläufer wurde schwer zu Fall gebracht, stieh aber in letzter Sekunde den Ball zum Halbrechten, der, schon schwer mitgenommen und verletzt, mit letzter Kraft am herausstürzenden Tormann vorbei den Ball in das Butzbacher Tor beförderte. Dann muhte er das Spielfeld verlassen. Die Gäste spielten nun zeitweise mit nur un Mann. Butzbach kam später durch einen ^lrafstoh zum einzigen Tor. Die Entscheidung des Schiedsrichters erschien hier aber nicht ganz klar, denn der Ball war vom Torwart gehalten worden. Dor diesem Spiel standen sich Butzbachs HI. und Steinbergs II. gegenüber. Butzbach siegte mit 4:3 Toren. (Sportverein 1920 Lollar. Die erste Mannschaft Lollars hatte am Sonntag die Zweite vom VfB. Gießen zu Gast. Mit neun Mann hatten die DfBer während des ganzen Spiels wenig zu bestellen. Gleich zu Beginn erzielt Lollar zwei Treffer. Dann schlossen die Gäste einen guten Durchbruch mit einem Torerfolg ab. Von nun an beherrschte Lollar das gesamte Spielfeld und bei der Pause stand das Spiel für Lollar 8:1. Rach der Pause vergab der Sturm noch manche schöne Gelegenheit, aber trotzdem wurden noch sechs Tore erzielt. Bieber I — Lollar II 0:7. Mit diesem Sieg sicherte sich Lollars Zweite ungeschlagen die Gruppen-Meisterschaft vor der dritten Mannschaft von Lollar. Die zweite Mannschaft hat seit Beginn der Spiele bedeutend an I maßnahmen, die aber heute von allen Kultur?- Völkern der Erde starke Beachtung finden. So wenig die stillen Wächter des Rettungswachdienstes besonderen Dank als einzelne erwarten und wollen, so sehr ist zu wünschen, dahi ihre Bestrebungen Derständnis finden. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit muß um so mehr Anerkennung finden, als diese Form des Hilfsdienstes in den finanziellen Notzeiten der öffentlichen Derwaltungen ganze Kulturgebiete allein weitertragen kann. Kurze Sporirwiizen. Die ungarische Fuhballelf, die ant Sonntag im Frankfurter Stadion gegen Süddeutschland spielt, siegte gegen eine Portugiesischs Auswahlelf in Oporto mit 8:4 " * Der Sport, der immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und durch die Dereine in jeder Weise gefördert und gepflegt wird, ist zum größten Teil Leistungssport. Cs kommt auf die Lechung an. die sich möglichst in der Zahl ausdrücken lassen soll, es kommt aber auch auf die Gesunderhaltung des Sporttreibenden an, und bamit erklärt sich die Existenzberechtigung einer sinnvollen sportlichen Betätigung. Mit diesem Ziel, den Körper gesund zu erhalten und damit auf indirekte Weise der Dolksgemeinschaft zu dienen, müssen sich die meisten Sportarten zufrieden geben, und sie können es auch. Darüber hinaus kann aber auch Sport getrieben werden der sich unmittelbar in den Dienst einer sittlichen <3&ee stellt. Diese ilnmittelbarfeit ist aber nicht für jede sportliche Betätigung gegeben. Hier tritt besonders der Lebensrettungsdienst im Wassersport hervor. 5>cr Rettungsgedanke, also die Ueberjeugung, daß es notwendig ist, sportlich so weit ausge- bildet zu fein, daß man imstande ist, einen Rebenmenschen in Wassersnot zu retten, ist ein Verspiel für eine ergänzende Idee und eine 4% Oesterrelchische Goldrcnte.... 4,20% Oesterrelchische Silberrenle 4% Ungarische Goldrenke....... 4% Ungarische Skaalsrenke v. 1910 desgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahu-Anleihe Serie I.................... 4% deLgl. Serie II ............. 5% Rumün. oerrinh. Rente v. 1903 4y1%Sutnta.Detttni).(flnufD.1913 4% Rumänische mehrt). Renke .. 8%% Mnafolfcr.............. Buderus ......... o Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener............... Sarpener...................0 oesch Eisen—Köln-Neuesten.. O Ilse Bergbau .............? Ilse Bergbau Genüsse........7 Kldcknerwerke ...............0 Mannes m ann-Röhren........0 Mansselder Bergbau.........0 Oberschles. Kokswerke.........0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohle» ......10 Rhetnstahl ..................0 Ae Vertreter Eng ttichs gaben ihrem C RO des Dreierausschi taHuäfad, wobei i ? * Dillen die T glichen Dehg ^"Diaderheit all loh sich SW veranlaßt. 1 ^egiecui HL WLDorschl Die Konjunktur im Zndustrierevier. Die Wirtschaftsentwicklung des rheinisch- westfälischen Jndu st riebe zirks ist, wie im neuesten Bericht der Abteilung „Westen" des Instituts für Konjunkturforschung ausgeführt wird, feit dem Frühherbst vorigen Jahres durch eine Belebung auf der Güterseite gekennzeichnet. Das bedeutet einen Fortschritt gegenüber der vorigen Periode, für die als wichtigste Symptome das Anziehen der Rohftoffpreise und der Aktienkurse, also zunächst nur Vorgänge im Bereich der Wertbe- wegung, herausgestellt worden waren. Besonders ist die Produktion der Großeifenindustrie gestiegen, bei den Verbrauchsgüterindustrien übernahm die Textilindustrie die Führung. Der Kohlenbergbau blieb kaum zurück, während sich in der Mafchinenindustrie leichte Anzeichen einer Belebung vorerst nur in Form vermehrter Anfragen bemerkbar machten. Die Gesamtproduktion des Bezirks stieg von August bis November um etwa 12 v.$)., im Dezember ging sie leicht zurück. Um einem neuen Konjunkturaufschwung den Weg zu bahnen, ist vor allem eine durchgreifende Verflüssigung des Kapitalmarktes notwendig. Daneben begannen sich aber auch schon wichtigeVoraus- setzungen für den Wiederaufstieg herauszubilden: die psychologische Grundlage und besonders die Entlastung von der Kostenseite. Es könnte daher mit einem Fortgang der Konsolidierung gerechnet werden, wenn sie nicht durch außer- wirtschaftliche, insbesondere politische Vorgänge gestört werde. ♦ * Konkurs und Vergleichsverfahren im Januar 1 9 33. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat Januar 1933 durch den Reichsanzeiger 539 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 194 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 521 bzw. 280. * Die Bestellungen Rußlands in Deutschland 1 932. Die Bestellungen der Han- Spielstärke gewonnen und dürste auch ernster Anwärter auf die Gau-Meisterschaft sein. Delegierten-Versammlung des Keglerbund Lahn-Buseckertal. Am Sonntag sand in Krofdorf der diesjährige Delegiertentag statt, zu dem 14 Vereine ihre Vertreter entsandt hatten. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß im vergangenen Jahre lediglich der Wanderpreis ausgekegelt wurde, den der Kegelklub „Alle Neun" (Großen-Linden) mit 313 Holz errang. Die Bundeskasse zeigte einen sehr günstigen Stand. An Stelle des seitherigen 1. Vorsitzenden Schmidt (Wieseck) wurde Karl Mandler (Wißmar) und zum 2. Vorsitzenden Wilhelm Schäfer IV. Wie- seck) gewählt. Sonstige Aenderungen ergaben sich bet der Vorstandswahl nicht. Dem Kegelklub „Bahn Frei" 1908 Wißmar wird anläßlich seines 25jähri- gen Bestehens das Bundesfest für 1933 zugesprochen. Weiter beschloß der Delegiertentag die Anschaffung einer Bundesbahn, die erstmalig auf dem diesjährigen Fest Verwendung finden soll. Es wurde eine Kommission unter dem Vorsitz von W. S ch ä f e r IV. (Wieseck) gewählt, die hierzu die nötigen Vorarbeiten treffen soll. 34 Meldungen zum Davispokal. Beim offiziellen Meldeschluß am Dienstagabend lagen in Paris die Meldungen von 34 Nationen vor. Damit hat der Davispokal-Wettbewerb 1933, wie schon erwartet, eine bessere Beteiligung als im Vorjahre aufzuweisen. Das Organisations- Komitee hat die Nachmeldefrist bis zum 1. Februar verlängert, doch kann man die Teilnehmerliste als abgeschlossen ansehen. Die übliche feierliche Zeremonie der Auslosung findet am Donnerstag, 2. Februar, im Pariser Elhsee-Palast durch Frankreichs Präsidenten A. L e b r u n und in Anwesenheit des gesamten diplomatischen Korps statt. Frankreich als Pokalverteidiger greift bekanntlich erst in der Herausforderungsrunde ein und tritt im Juli gegen den Endsieger aller Ausscheidungen in Paris an. Für die einzelnen Zonen gingen daher 33 Meldungen folgender nationaler Tennisverbände ein. Europazone: Deutschland, Oesterreich, Australien, Südafrika, Belgien, Dänemark, Spanien, Aegypten, Finnland, England, Griechenland, Holland, Ungarn, Italien, Irland, Indien, Japan, Monaco, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweiz, Tschechoslowakei, Jugoslawien (24 Meldungen): Nordamerikazone: Vereinigte Staaten von Nordamerika, Kanada, Kuba, Mexiko (vier Meldungen): Südamerikazone: Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Uruguay (fünf Meldungen). Sonja Henie wieder Europa-Meisterin. Die Europa-Meisterschaften im Eiskunstläufen wurden am Dienstag mit dem Kürlaufen der Damen beepöet. Die Norwegerin Sonja Henie zeigte einmal mehr, daß sie allen Konkurrenten weit überlegen ist und siegte unangefochten mit einer Gesamt- Punktzahl von 1933,9 Punkten vor der überraschend gut laufenden jungen Engländerin Colledge, Fritzi Burger (Berlin) und der Wienerin Hilde H o l o v f k i. ®t&eraufaai ®«ti4 im Sal> ssS“- R&’Ä tW:' Sm 5? koten.' &O »ei ÄÄ i)Qd)hCbo?r'fr9lc bin ''flli hr Mbe Disch M'l »Ä&beitctnß der ,#» »--M- l' (illif »»»««■ D Mlvng der ! Minderheit j üDkgierung geM Haager Gericht Za Mche Auhenir duf, Sie Agrarreform i alle polnischen Staai mit der deutschen ®ir nichts zu hin. Sie P° nicht zuWn, dah der, lediglich p pvllti genutzt Mde und 1 P:ivilegM fit eine bi zu erreichen, von sich. Wiet ».Keiler tranach der Minderheit^ scheu Zweck uiihbrauchl Ne deutsche Aegiminc frei Nlkerbundes ck den Minderheitenschutz und «der den hi den 2 Schien Achten zu wai lresfe keine Schuld an Mangen. Sie wahre Ursache für i M fast in feder der deutschen Motzer niäse, liege eben in unterschiedliche deutschen IHinb linde Die Reichsregii fräßen, wenn die L heit in polen sich so eiteren Klagen ki delsvertretung der UdSSR, in Deutschland erreichten im Jahre 1932 den Betrag von 411,5 Mill. Mk. Zu diesen Bestellungen komnlen noch die Aufträge, die von Moskau aus direkt durch die Jmportver- eimgungen der UdSSR, erteilt wurden, deren Betrag nad) oorläufigen Schätzungen nicht unter 10 bis 12 Millionen liegen dürfte. Bemerkenswert ist, daß von der Summe von 422 Millionen Mark bis Zu dem Rahmenlieferungsabkommen vom Juni 1932 Aufträge im Umfang von 164 Millionen Mark erteilt wurden und auf die Zeit nach dem Abkommen der Betrag von 258 Millionen Mark entfällt. Frankfurter Abendbörse schwach. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die Abendbörfe verkehrte in schwacher Haltung. ^Oie Spekulation nahm in größerem Umfange Mattstellungen vor, und gegen die schon zurückgegangenen Mittagsschluß, kurse ergaben sich erneut Verluste von durchschnittlich 1,5 v. H. Darüber hinaus lagen besonders JG.- Farben mit minus 2 v. H. gedrückt. Die innerpoli» tischen Vorgänge verstimmten, zumal man die weiteren Aussichten für ungünstig erachtet und vor allem, weil der Fortgang der wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt werden müsse. Im Verlause bröckelten die Kurse bei kleinem Geschäft erneut etwas ab. Etwas höher lagen gelten mit plus 0,75 o. H., auch JG.-Farben waren später, anscheinend auf Interventionen, um 0,50 o. H. erholt. Der Rentenmarkt tendierte ebenfalls schwach. Deutsche Anleihen verloren 0,25 bis 0,50 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 1 v. H. Altbesitz gaben später erneut 0,50 o. H. nach. Goldpfanddriefö waren auf Mittagsniveau eher angeboten. Liquidationspfandbriefe gaben bis zu 0,75 o. H. nach, auch einige Kommunal-Obligationen schwächten sich von 0,50 bis 0,75 v.H. ab. Neubesitzanleihe 8,55 bis 8,45 bis 8,50, Altbesitzanleihe 66,75 bis 66,25, Schutzgebietsanleihe 6,30, Dresdner Bank 61,75, Reichsbank 155,50, Gelsenkirchen 61 bis 60 bis 60,25, Mannesmann 61,50, Rheinstahl 72, Stahloerein 34, AEG. 25,25, Conti-Gummi 120, Licht & Kraft 94,75, JG.- Farben 104,50 bis 104,13 bis 104,65, gelten 55,50, Geffürel 80,65 bis 80, Metallgesellschaft 36,75 bis 37, Lahmeyer 119, Siemens 125,50, Hapag 18,25. Die deutschen Teilnehmer an der Viererbob-Weltmeisterschaft in Chamonix haben ihre Teilnahme zurückgezogen, da die dortige Bahn den internationalen Bestimmungen nicht entsprechen soll. • Sn letzter Stunde hat sich Kanada nun doch entschlossen, seinen Titel als Eishockey-Weltmeister bei den am 18. Februar in Prag beginnenden Meisterschaften zu verteidigen. Als Vertreter Kanadas wird die Mannschaft der „Toronto-Nationals" erscheinen. AS 5 ‘Datum 6% Teursche Reichüanleihe v. 1921 6% eljem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 &l/z% Doung-Anlcihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.°Schuld mti Anslos.-Rcchten ............ Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% efiem. 8% Hess. Bvlksstaat 1929 frückzahlb. 102%)............ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Smnmelab L9ln leihe Geriet mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 b'/r% ehem. 4%% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriese ..... b'/-% efjem. 4/2% Rheinische Hhp.-Bank-Ltau.^8oldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. LandcSpfand briesauslalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- bricfanstalt, Pfandbriefe 8t 10 Sraniiun a. Dl. Berlin Schluß« kurs Echlußk. Abend« börft Echluß- turs Echlußk. Miliaa« börse 31 1. 1.2. 31.1. 1.2. 78,25 78,5 78,5 78,75 94.75 94,4 95,25 94.9 82,5 82,25 83 82,25 67,25 66,25 67,4 67,25 8,65 8,5 8,55 8,75 77 76,25 — 76,25 — — — — 61,4 61,5 61,65 61,65 84 83,75 — — 84 83,5 — — 85 85 — — 85 85,25 — — 84,5 84 84,5 — 85 85 — — jramiun ü.jji. Berlin Schluß« furd Echlußk. Abend, börse Schluß« furd Gchlußk. Mittag« börse Datum 31.1. 1.2. 31.1. 1.2. Hamburg-Amerika-Pokel .....l 19 18,25 19 18,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff, c — — 45,5 Hansa Dampfschlss...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 — — 33.5 19,65 18,75 19,5 19 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. C 44 45 44.9 44,5 BerlinerHondelsgesellschast.... d 97 97 97 97 Commerz, und Privat-Bank... 0 53 53 53,5 53,5 Deutsche Banl und Dibconto» Gesellschaft................0 72,75 72,75 72,75 72,75 Dresdner Bank..............0 61,75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank .................i 157,75 155,5 157,75 156,4 Frankfurt a.M. Serlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« furd Echlußk. mittag» börse Datum 31.1. 1-2. 31.1. 1.2. Vereinigte Stahlwerke.... OtavI Minen ............ ... 0 35,75 34 35,9 35,25 ... 0 16,25 16,65 16 16,25 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 116,9 117 118 117,65 Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 6 118,5 120 120 119 ... 9 175 175 175,75 173 ST G. Farben-Jndustrie .... ... 7 — 104,65 107,25 106,25 Scheideanstall............ ...10 155 155,5 Goldschmidt ............. ... 0 39,75 38,5 39.13 40.13 RütgerSwerke............ Sretallgesellschast.......... ... 0 43,9 43 43,9 43,5 ... 0 37,75 37 38,25 37,65 Philipp Holzmann........ ... 0 50 49,5 50 49,5 Zementwerk Heidelberg ... Eementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 52,5 52,75 Wayß & Freytag......... ... 0 5 5,13 4,65 4,9 Schultheis Patzenhofer..... ... 0 105 104,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 38,5 36,5 38,25 37 Bemberg................ ... 0 48 47,5 48 47 Zellstoff Waldhos......... ... 0 53 51 52,5 51.5 Zellstofs Aschaffenburg .... ... 0 28 27,75 28 28 Dessauer GaS............ Daimler Motoren......... ... 7 ... 0 23 22 114,75 22 113,75 Deutsche Linoleum ....... ... 0 39,5 42 39 5 gg 5 Orenstein & Koppel....... ... 0 42,9 43,25 Leonhard Tietz........... ... 6 — 39 39 39 2hade................... 141 139 141 140 Kritzner................. Machkrastwerke Höchst a.M. 29,5 71,25 291 71 29,25 81,75 Süddeuttcher Zucker . ... ... 8| 143 145,65 | 145,75 31.Januar 1 -Februar Amtliche Dotierung Amlliche Votierung »elf» Brie' Geld 1 »rief Helsingsors.. Wien...... 6,304 51,85 12,465 6,316 51,95 12,485 6,304 51,65 12,465 6,316 51.75 12,485 Prag....... Budapest... Sofia...... Holland .... Oslo....... 3,057 169,28 73,08 64,44 3,063 169,62 73,22 64,56 3,057 169,23 73,08 63,94 3,063 169,57 73,22 64,06 Kopenhagen. Stockholm... 77,42 77,58 77,42 77,58 London ..... 14,28 14,32 14.28 14,32 Buenos Aires 0,858 0,862 0,858 0,86» Neuyork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüsjel..... 58,47 58,59 58,48 58,60 Italien..... 21,505 21,545 21,50 21,54 Parts...... 16,425 16,465 81,52 34,51 16,425 16,465 Schweiz.... Spanten.... 81,36 34,45 81,34 34,45 81,50 34,51 Danztg.... 81,90 82,06 81,90 82,06 Japan...... 0,879 0,881 0,879 0,881 Rio de Jan. . 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon.... 5,554 12,97 5,566 12,99 5,554 12,97 5,566 12,99 Äerlin, 1 .Februar Geld ’ Brief '■ Amerikanische Not«.............. 4 70 Belgische Noten.................. 58 97 Dänische Noten ................. 63 57 Englische Roten ................. 14'74 Französische Not«............... Holländifche Roten............... 16,385 16*445 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,46 72,90 21,54 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Not«............... 77 95 Schweizer Rot«................. Spanische Rot«................. Ungarische Rot«................ 34-31 34^45