Nr. 292 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zreitag.l. Dezember *<953 Aus dem Film vom Nürnberger Parteitag. MM ©er Führer und der Stabschef der SA., eine Aufnahme von lebenswahrer Eindruckskraft aus dem ynl“P 5 es Glauben s", der von der Filmschauspielerin Leni Riefenstahl aus dem Parteitag 1933 in Nürnberg ausgenommen wurde. Die Operateure hatten hier wie nie zuvor Gelegenheit, den Führer und seine Getreuen aus nächster Nähe aufzunehmen und so allen denjenigen, die beim Parteitag in Nürnberg nicht dabei sein konnten, die großen Tage von damals zum Erlebnis werden zu lassen. Volk und Buch. Zu den Tagen der deutschen Buchmesse. Von Dr. Eberhard Meckel Unter der Protektion des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda findet in der Zeit vom 27. November bis 6. Dezember in Berlin eine Deutsche Buchmesse statt, die von der Fichte- Gesellschaft in Verbindung mit der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums und dem Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltet wird und wo zum ersten Male im neuen Staat der Oef- fentlichkeit die Leistungen unseres Schrifttums, unserer Verleger und unseres Buchhandels gezeigt werden. Neben den großen deutschen Verlagen wie dem Insel-Verlag, (Leipzig), L. Staackmann (Leipzig), Diederichs (Jena), der Deutschen Verlagsanstalt (Stuttgart), Philipp Reclam (Leipzig), Alb. Sangen- Georg Müller (München), Piper (München), Stal- ling (Oldenburg), S)effe & Becker (Leipzig), Paul List (Leipzig), Franz Eher (München), neben Verlagen wie Engelhorn (Stuttgart), Lehmanns Verlag (München), Voigtländer (Leipzig), dem Brunnen-Verlag Willi Bischoff (Berlin), Scherl (Berlin), Herder (Freiburg), Schünemann (Bremen) und vielen anderen ähnlichen, ine namentlich nich. alle aufgefllhrt werden können, werden es vor allem auch die kleineren und kleinsten Verlage sein, die sich an dieser Buchschau beteiligen. Was will nun eine solche Buchschau, was will diese Buchschau? Bei früheren Veranstaltungen ähnlicher Art stand das Geschäftliche stets im Vordergrund, hinter dem eine zusammenfassende Idee, wenn überhaupt an eine solche bei dem Ganzen gedacht war, zurücktrat. Das ist jetzt bei der obigen Buchmesse ganz anders und eigentH* * gerade u m - gekehrt. Selbstverständlich wo' - Verleger und anderen Aussteller auch ihre nd Schriften verkaufen, über allem al groß und jenseits des Materiellen die eine v. das geistige Leben Deutschlands, soweit es sich im Buch offenbart, zu zeigen, eine einzige mächtige Kundgebung zu sein für den geistigen Willen und die geistige Arbeitsleistung unserer Nation, wie es sich im Literarischen kundtut. Und da — denn dafür bieten die Namen der Veranstalterin und der ihr beim Aufbau der Messe angeschlossenen Stellen und Organisationen unbedingte Gewähr — nichts auf der Ausstellung anzutreffen ist, was nicht so oder so repräsentativ für das neue Deutschland gelten kann, wird in der Tat mit diesen zehn Tagen Deutsche Buchmesse ziemlich eindeutig und bestimmt sich die geistige Kurve unserer deutschen Gegenwart von selbst aufzeichnen. Denn es ist nun einmal so, daß im Schrifttum einer Nation sich ihre inneren Kräfte, Möglichkeiten und Gegebenheiten spiegeln. So wird also diese Buchmesse in wirklich einzigartiger Weise und wie bisher noch nie vom hohen, für die Welt so bedeutungsvollen Rang unseres Wollens, Schaffens und Wirkens künden. An wen wendet sich nun diese Buchmesse? Sie wendet sich einmal an die ganze geistig interessierte Welt, an die, die uns kennt und anerkennt, an die, die uns, ohne uns überhaupt zu kennen und von uns etwas zu wissen, noch immer verleumdet. Vor allem aber wendet sie sich an das ganze deutsche Volk, nicht an einzelne, fast zufällig am Buch interessierte Kreise. Sie wendet sich an alle, an den Arbeiter, an alle Werktätigen, an die Jugend zumal. In seinem Schrifttum liegt eines der wesentlichsten Stücke der Kultur eines Volkes beschlossen: Deshalb soll das ganze Volk, soll jeder einzelne aus der Gemeinschaft des Volkes sich zum Schrifttum bekennen: das ist das ideale Ziel. Freilich müssen wir uns darüber klar sein, daß wir noch weit davon entfernt sind. Ein neues Thea- terpublikum zum Beispiel ist, nachdem das alte sich verflüchtigt hat, so ziemlich wieder da, ein neues Lesepublikum aber hat sich, nachdem das alle sich zu einem nicht geringen Teil verlor, bis jetzt noch nicht recht wieder einstellen wollen. Ein durchschnittliches Buch, von dem etwa zweitausend Stück insgesamt verkauft wurden, nannte man früher Lustschuh tut Not! schlechtgehend: heute würde man es gutgehend nennen, denn so haben sich die Begriffe im Buchhandel und im Verlagswesen geändert, die beide infolgedessen schwerstens zu kämpfen haben, wollen sie gerade heute ihre notwendige Kulturmission erfüllen. Allerdings, daß es soweit kommen mußte, hat seine ganz natürlichen Gründe: Das Volk mußte erst ein- mal seinen politischen Haushalt in Ordnung bringen, ehe der genügende Raum und die sichere Grundlage für alles Kulturelle, das damit keineswegs unwichtiger geworden war, geschaffen werden konnte. Nun aber sind wir soweit. Und die Möglichkeiten, die wir da haben, sind so günstig wie noch nie, gerade auch für das literarische Leben der Nation. Handelte es sich bei dem ausgefallenen Lesepublikum zum größten Teil um solche Leute, die heute jenseits der Grenze sitzen und die auf Grund ihrer ganzen Einstellung doch so ober so für den neuen Staat und das geistige Leben des neuen Staates verloren gewesen wären, so sind es auf der anderen Seite Hunderttausende und Millionen Volksgenossen, die, frisch und unverbraucht, intellektuell unbelastet und besonders aufnahmefähig, ja nur darauf warten, teilnehmen zu können an der geistigen Arbeit der Nation. Darum ist der Gedanke einer solchen Bücher- schau, rote die „Zehn Tage Deutsche Buchmesse" es sind, so besonders begrüßenswert und glücklich, weil er wirklich das Volk ans Buch heranzuführen berufen ist. Jeder kann sehen und prüfen, wie es in dem Aufruf der Reichsschrifttumskammer heißt, „was der deutsche Dichter, der deutsche Schriftsteller, das deutsche Verlegertum und der deutsche Buchhandel dem Volke zu geben hat, Notwendiges und Schönes, Belehrendes und Erhabenes, Stilles und Großes, Vertiefendes und Begeisterndes." Eine solche Buchmesse müßte eigentlich in jeder Stadt, in jedem Städtchen und Flecken zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst abgehalten werden. Bisher hatten wir nur den „Tag des Buches" am 22. März, aber, eine so schöne und alljährliche wiederkehrende Ehrung von Goethes Todes- t a g damit auch gleichzeitig gedacht war, es liegt dieser Tag zur Werbung für das Buch nach den Erfahrungen der Buchhändler und Verleger reichlich ungünstig. Und dann ist es ja guch nur e i n Tag. Eine ganze Woche, zehn Tage müssen es sein, und zwar, wie gesagt, zweimal im Jahr. Eine ständige deutsche Einrichtung sollte das werden, damit immer mehr und mehr Menschen sehen, lernen und begreifen, was das heißt, wenn sie Bücher in ihr Leben einbeziehen: daß bas heißt, sich selbst aktiv zum Mitträger beutscher Kultur, beut- schen geistigen Wollens zu machen. Wer wollte da zurückstehen? Muß da nicht jeder mithelfen und gleichsam mitverantwortlich sein? Denn Volk und Buch, bas muß genau wie alles anbere eine Einheit werben. Das ist Aufgabe unb Ziel. K; ■ < , - MM z.- * - «E f. W Pietro Mascagni, der volkstümlichste der italienischen Opernkomponisten der Gegenwart, begeht am 7. Dezember seinen 70. Geburtstag. Seine Erstlingsoper „Cavalleria rusticana“ wurde zu einem der größten Opernerfolge aller Zeiten. Protest der Marburger Studentenschaft Marburg, 29. Noo. (WSN.t Mittwoch vormittag fand sich die Studentenschaft der hiesigen Universität zu einer spontanen Kundgebung gegen Professor Manigk auf dem Marktplatz ein. Prof. Manigk hatte in seiner letzten Vorlesung den Nationalsozialismus angegriffen und sich dahin geäußert, daß die Idee Adolf Hitlers nicht auf beut» fchem Boben entstanden unb eine Importware fei. Daraufhin stellten ihn heute einige Stubenten zur Rebe unb ersuchten ihn, bazu Stellung zu nehmen. Da er keine befriebigenbe Antwort erteilte, verließen die Studenten die Kollegs unb zogen auf ben Marktplatz. Hier ergriff ber Leiter bes Stubenten» werks Marburg, Sturmführer Müller, das Wort und verlangte im Verlauf feiner Ausführungen, daß Professor Manigk von seinem Lehr- stuhl verschwinde. Die Studenten würden keine Kollegs und keine Seminare dieses Staatsfein- des besuchen, bis er von der nationalsozialistischen Universität Marburg verschwunden sei. Zwei Frankfurter Bankiers wegen Unterschlagung verurteilt. Frankfurt a. M., 29. Nov. (WSN.) Das Bankhaus Schlesinger, Trier 6- Co. in Frankfurt a. M. hatte infolge wiederholter Kurseinbrüche schwere Verluste erlitten, so daß es schließ- lich einen gerichtlichen Vergleich eingehen mußte. Hierbei stellte sich heraus, daß zahlreiche Effekten, die ein Schweizer Bankinstitut ins Depot gegeben hatte, zur Abwendung der finanziellen Schwierigkeiten lombardiert worden waren. Dieses wertvolle Depot ging zum größten Teil verloren, da die Schweizer Bank sich mit einer üuote von 30 v. H. begnügen mußte. Die beiden verantwortlichen Leiter des Frankfurter Hauses, die Kaufleute Dr. Paul Schlesinger (Trier) und Hugo von Neuf- ville, wurden vom Landgericht Frankfurt a. M. am 7. Juni wegen gemeinschaftlicher Untreue unb Unterschlagung zu vier Monaten bzw. sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Die von den Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegten Revi- fionen wurden vom Reichsgericht verworfen, so daß bie Gefängnisstrafen rechtskräftig geworden find. Kmderiräume, gemalt. Eine neuartige Ausstellung in Berlin In die Räume einer kleinen Bücherstube in Berlin ist eine Ausstellung eingezogen, die sich ein ebenso interessantes wie wichtiges Thema auf dem Gebiete der Kindererziehung gestellt hat. Tami Oelfken, die Leiterin der gleichnamigen Kindererziehungsschule, hat es unternommen, ihre kleinen Schützlinge einmal dazu anzuhalten, die erlebten Traumgefichte im Bild wiederzugeben. Das Ganze ist ein — übrigens nicht neues — Experiment, über dessen Nutzen man zu sprechen haben wird. Die ausgestellte Sammlung von Zeichnungen und Tuschbildern, die von Kindern im Alter von 4 bis 14 Jahren stammen, ist unter den Gesichtspunkten entstanden und mit dem Ziel unternommen worden, einmal aus den Ergebnissen wesentliche Anregungen für die Anlage der ganzen Erziehungsarbeit gewinnen zu können, zum anderen aber das Kind selbst von den meist belastend wirkenden Traumbildern durch diese eine bildhafte Darstellung zu befreien. Die Nutzanwendung der Experimente ist wohl für den gereiften und selbst bestimmenden Menschen zu bestreiten. Für das Kind und seine Erziehung aber können diese kleinen, manchmal sehr versteckten Hinweise, wie sie sich in eine Niederlegung traumhafter Erlebnisse finden lassen, zweifellos von großem Wert sein. Sicherlich lassen diese primitiven Zeichnungen und Bilder, abgesehen von ben kleinen Fingerzeigen auf technische Fertigkeit oder künstlerische Beranlagung, manchen Schluß auf den Grad der Empfindlichkeit des Kindes, auf seine Widerstandskraft gegenüber mehr ober minber erfdjrcdenben Traumgestchten unb schließlich die Lebendigkeit ober Trägheit seines Erlebnisvermögens zu, bie ben Erzieher unb Lehrer auf einen anderen Weg in de Erziehungsarbeit hinleiten können. Wie die Ausstellung zeigt, schöpft bas Kinb ben Stoff für seine Träume, wenn man so sagen barf, zumeist aus seiner Phantasie, aber auch babei spürt ber Betrachter bie Beeinflussung burch bas tatsächliche Erlebnis unb burch rein sinnliche Wahrnehmungen Das „Mäbchen mit bunfler Gestalt", eine unklare, schon in ber Farbgebung aus bem Unter- bemußtsein ftammenbe Darstellung eines vor bem „Bösen" fliehenben Mäbchens, mag aus ber Phantasie entsprungen fein, vielleicht aus ber Angst vor Verfolgung heraus. Ebenso wirb eine Tuschmalerei „Das Klavier in ber Küche" hierhin zu rechnen fein, in ber ebenfalls bie Angst eines Knaben zum Ausdruck kommt, ber sich in ber Küche am Klavier finbet unb von einem Gespenst in ber Gestalt bes Kückenschrankes bebroht wird. Vielleicht hatte das Kind für feine Klavierstunde zu wenig geübt und wurde nun von ben Mahnungen feines Lehrers im Traum verfolgt, wobei bie Phantasie bas Küchenschrankgespenst fchuf. Ganz bezeichnenb ist hier auch eine Darstellung ber „Hanb bes Direktors", eine Hanb mit langen Fingern unb spitzen Nägeln, auf bem einen bas ganze kleine Kerlchen aufgespießt. Aber auch bie freuboolle Phantasie hilft sich burch. „Mutti unb ich am Sonntag", zwei Gestalten in einem Wirbel von bunten unb lustig-warmen Far- ben, zeigen bie ganze herzhafte ßebensfreube, bie bas kleine Mäbchen mit in bas Lanb feiner Träume genommen hat. Die Gestalten aus ber Märchenwelt ber Kinberbücher finben auch noch vielfach eine traumhafte Fortsetzung in ben Bettchen ber Kleinen. Die Geschichte von bem Löwen, ber ein kleines Mäbchen verfolgt, durch ben Wald, bis eine Zauberin kommt unb bas Mäbchen in einen Stein verwanbelt, der Löwe dann aber sogar den Stein auffrißt, das alles ist offensichtlich die geträumte Geschichte vom Rotkäppchen unb bem Wolf. Auch bie „Königstochter unb bie Hexe" bürste ihr Vorbilb in einem Mär- chen haben. Am wenigsten finb bie eigentlichen Darstellungen ber Traumbilber vertreten, bie bas Erlebnis bes Tages, etwa bei einer Autofahrt, einem Besuch bes Funkturmes, ober bes Wellenbabes, ober in bem rührenben Bildchen „ich denke abends Mutti und Kind" in einer entsprechenden erträumten Umgestaltung Niederschlagen So kann die Ausstellung ihren Wert haben, um bie Erziehungsarbeit an bem Kinbe, bem höchsten Gut, bas uns bas Leben geben kann, zu befruchten —pf. Lustige Praxis. Spässe von Aerzten und Patienten. Von Peter Purzelbaum. Mitscherlich (1805 bis 1871), ber hochange- scheue Chemiker unb Lehrer ber Arzneikunbe — fein Denkmal steht im Kastanienwäldchen an der Berliner Universität — prüfte einen Mediziner. Da er ihm wohl wollte, legte er ihm eine leichte Frage vor und bat um die Darstellung der Schwefelsäure. Ohne sich einen Augenblick zu besinnen, schmetterte der Jünger Aeskulaps los: „Man nimmt Schwefel und gießt Essig darüber." Mitscherlich sah ben Kanbibaten ganz verbutzt an. Die fabelhafte Einfachheit ber Darstellung verblüffte ihn. Schließlich gewann er roieber Worte und sagte: „Wissen Sie was, junger Freund? Es wäre für Sie entschieden vorteilhafter, sie gäben das Studium der Medizin auf und errichteten nach Ihrem Verfahren eine Schwefelsäure-Fabrik." Professor v. L. stellte in der Klinik seinen Hörern einen „Fall" vor. „Meine Herren — hier haben Sie einen Patienten, der am Delirium tremens leidet — was sind Sie übrigens von Beruf?" „Musiker, Herr Geheimrat." „Meine Herren — bas dachte ich mir. Es ist eine Erfahrungstatsache, baß die Betätigung von Blasinstrumenten die Luftwege austrocknet. Der dadurch veranlaßte Flüfstgkeitskonsum soll dies beseitigen und führt dann zu Krankheiten, wie Sie eine solche hier vor sich haben — welches Instrument spielen Sie denn?" „Die Violine, Herr Geheimrat" * Die Wiener Aerzte haben ein berühmtes Orchester, bas im Laufe bes Winters eine Reihe von Konzerten gibt. Eines Tages ist wieder einmal ein solches ange- fünbigt, unb Anilino — wer kennt in Oesterreichs Hauptstabt biefen großen Bankier nicht? — wirb gefragt: „Gehen Sie hin?" „Naaa. .!", war die Antwort. „Sie sollten aber hingehen, es wird doch glänzend musiziert." „Das will ich schon glauben .. „Unb trotzdem gehen Sie nicht hin? „Naa — ich laß mir doch auch net von den Philharmonikern den Blinddarm rausnehmen." Fräulein Minchen rauscht in die Elefanten-Apo- theke und beklagt sich beim Provisor: „Das Fleckwasser, das Sie mir in ber vergangenen Woche verkauft haben, taugt aber rein gar nichts..." „Das kann bvch nicht fein", versucht der Apotheker einzulenken. „Wenn ich Ihnen sage! Der Fleck geht und geht nicht fort und ist immer noch da!" „Darf ich biten, mir zu erklären, um was für einen Fleck es sich handelt?" „Das ist doch egal und im übrigen handelt es sich um einen Leberfleck " Man wird es gewiß verstehen, daß Kniesenack nach einer schwierigen, doch geglückten Operation seinem Arzte die Hand schüttelte unb stammelte: „Ach Herr Sanitätsrat — ich bin Ihnen sooo dankbar — Sie haben mir bas Leben gerettet — auf welche Weise kann ich mich je Ihnen erkenntlich erweisen?" „Sehr einfach: mit Postscheck, Banküberweisung ober auch bar." Bei Dr. Zangerl rasselt in rauher Winternacht das Telephon. „Hier Dr. Zangerl!" „Gott sei Dank, daß Sie zu Hause sind, Herr Doktor!" ertönte am anderen Ende eine reichlich alkoholisierte Stimme. „Es ist nämlich ein schreckliches Mallör passiert!" „Erzählen Sie!" „Wir haben nämlich Punsch getrunken, unb wie der alle war, da haben wir unserem Freund Kannebäcker die Punschterrine aufgesetzt, und nu kamt der Kannebäcker mit fein' Wasserkopp da nich wieder raus..." ,Und deshalb rufen Sie mich morgens um vier Uhr an und wecken mich tius dem Schlaf! Unerhört! Versuchen Sie gefälligst selbst diesen Unfug wieder in Ordnung zu bringen!" „Na gewiß doch, Herr Doktor, woll'n wir ja auch. Zerkloppen werden wir die Terrine schon selber — Sie soll'n bloß Kannebäckern hinterher verbinden." „Oer Schuß am Nebelhorn." Ein Hochgebirgsfilm, spielend in der Welt, die wir etwa aus den Romanen und Geschichten von Ganghofer kennen. Jagdleidenschaft und Liebe, Eifersucht und tödliche Feindschaft zwischen Jäger und Wilderer bilden die einfachen, aber dramatisch wirksamen Motive der Handlung, die nach einer Idee von Dr. Franz W e i ch e n m a y r von Han/-.s Beck-Gaden für den Film bearbeitet und in Szene gesetzt wurde. Die Stärke ber Regie üegt nicht eben in einer energischen, zusammengedräng- ten Auswertung ber motivisch sich anbietenben Konflikte: bas Tempo ist ein wenig bedächtig und schleppend, was freilich den idyllischen Bildern, der Landschaftsszenerie und den stimmunggebenden Episoden zugute kommt. Wald und Berg, Wolken und Wasser: bas Vieh unb bas Wilb: die jodelnde Sennerin und Tanz und Rauferei im Dorfwirtshaus: bas gibt klare unb großzügige Bilder, vor denen sich die derben und wortkargen Gestalten der Haupt- Handlung in kräftigen Umrissen abheben. Fritz R a s p, den man lange nicht gesehen hat, und der freilich in dieser Rolle und dieser Umgebung auch nicht die faszinierende Entfaltung findet, deren wir uns aus dem Karamasow-Film erinnern; Hanns Beck-Gaden, Maria B y k, Josef E i ch h e i m. Rolf Pin egg er und Erna Fentsch sind von den übrigen zu erwähnen. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus; im Beiprogramm sieht man u. a. bie neue Wochenschau, hübsche Auf- nahmen aus dem Münchener Zoo und einen Vorspann zu bem neuen Ufa-Film „Heideschulmeifter Uwe Karsten", der in ben nächsten Tagen hier erscheinen wirb. Wirtschaff. Gute Beschäftigung der Eisengießereien tm Layn-Oiilgetnet. Die Eisengießereien im Handelskammerbezirk Dillenburg. umsassend die großen Werke im oberen Lahn- und Dillgebiet, wo in normalen Zeiten etwa 8000 Arbeiter beschäftigt werden, sind nach wie vor out beschäftigt und konnten die seitherige Belegschaft palten. Einige Werke verfügen über eine Belegschaftsziffer, die sich der Vorkriegszeit nähert. Ganz besonders wurde das Geschäft durch die Ehestandü- darleben günstig beeinflußt. Haushaltsherde, Zimmeröfen, sowie Gußkochgeschirre werden stark gefragt Da die Fachgeschäfte gerade in Herden und Liefen kein größeres Laaer halten, so setzte bald eine recht erhebliche Nachfrage bei den Werken ein, die zeitweise bis an die Höchstgrenze der Leistungs- fähigkeit beschäftigt waren. Jetzt kann wieder von einem normalen Geschästsverlauf gesprochen werden. Die weitere günstige Entwicklung des Ver- kaufsgeschäfts hängt jetzt auch von dem Einsehen und Anhalten der Frostperiode ab. Die weiteren Aussichten werden als recht günstig beurteilt, zumal auch durch die Housinstandsetzungsarbeiten Bedarf an Herden und Oefen entsteht • • D i e Reichsindexziffer für die Le- benshaltungskosten imNooember. Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf) beläuft sich für den Durchschnitt des Monats November 1933 auf 120,4; sie Ist somit um 0,5 v. H. höher als im Vormonat (119,8). • Aenderung der Börsenordnung für den Frankfurter Getreidegroß- markt. Durch eine Verordnung hat der Preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit die Börsenordnung am Frankfurter Großmarkt für Getreide und Futtermittel abgeändert. Mit dem 31. Dezember 1933 erlischt die Zulassung sämtlicher bisheriger Be- facher. Anträge für Wiederzulassung sind bis zum 10. Dezember 19d3 einzureichen. Dl« Entscheidung über die Anträge erfolgt durch den Aufnahmeaus- fchuh endgültig und ohne Angaben von Gründen. Als Voraussetzungen für die Wiederaufnahme gelten Ehrenhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit, min- bestens fünfjährige Tätigkeit bei einem geeigneten Unternehmen des Landesproduktenhandels oder der Getreide verarbeitenden Industrie, unbedenkliche, finanzielle Lage. Frontkämpfer, Kriegsbeschädigte und Kämpfer für die nationale Bewegung sind bevorzugt zu berücksichtigen. Dagegen sind ausgeschlos- sen: Personen, die sich in komunistischem Sinne betätigt haben, staatenlose Personen, soweit sie nicht deutschstämmig sind; Personen, die ein anderes Gewerbe betreiben ober Pension beziehen, sollen nicht wieder zugelassen werden. Die bisherigen Mitglie- der des Vorstandes bleiben bis zum Ablauf der Wahlperiode im Amt. Frankfurter Börse. Nlillagsbörse: Schwächer. Im verlaufe erholt Frankfurt a. M., 30. Nov. Die Börse beschäftigte sich auch heute wieder vorwiegend mit der Neubesitzanleihe. Obwohl Glattstellungen in diesem Papier in größerem Maße vorgenommen wurden, trafen doch reichlich neue Aufträge ein, die per Saldo eine Aufwärtsbewegung des Kurses verursachten. Allerdings waren verschiedentlich« Schwankungen zu beobachten. Um 12.30 Uhr notierten Neubesitz mit 16,50 Geld na* gestern abend 16,40 o. H. Dagegen kümmerte man sich wenig um Altbesitz und spate Reichsschuldbuchforderungen, die 0,38 o. H. bzw. 0,25 v. H. nachgaben. Reichsbahn-VA. bröckelten auch 0,25 v. H. ab. Der Aktienmarkt stand offensichtlich noch unter dem Einfluß verspäteter Gewinnmitnahmen und hatte außerdem unter der Konzentration des Interesses auf Neubesitz zu leiden. Daneben lagen zum Monatsende nur wenig Kauforders der Kundschaft vor. Unter diesen Umständen konnten die sich onbahnenden deutsch - französischen Verhandlungen keine volle Wirkung haben. Montanwerte gaben dis zu 0,75 o. Sy, Deutsche Erdöl 2 v. H. und Rhein- vraunkohle sogar 3,75 v. H. nach. Auch auf dem Elektromarkt hatten einzelne Standardwerte besonders große Rückgänge zu verzeichnen, so Chabe um 4,50 Mark, Siemens um 3,50 o. H., Dekula um 2 v H. unb Lahrncyer um 1,50 v. H. IG.-Farben eröffneten mit 125,50 o. Sy unoeränbert, Zellstoff Aschaffenburg gaben nach 0,25 d. Sy höherer Eröffnung 0,50 v. S). nach Dagegen waren Sübb. Zucker unb AG. für Verkehrswesen je 1 d. Sy gebessert. Aku konnten einen Ansangsoerlust von 0,50 v. Sy zur Hälfte wieber aufholen. Schiffahrtsaktien lagen neuerdings wieber um zirka 0,25 bis 0,38 v. Sy aebrürft. Einen etwas größeren Verlust hatten auch Reichsbankantelle (—2,25 v. H.) zu verzeichnen. 3m Verlaufe ocuninbcrte sich ber Abgabedruck an den Aktienmärkten etwas, unb bei kleinem Ge- schäft machten sich mehrfach Erholungen bemerkbar, die allerdings nicht immer zum Dortagsnioeau führten. AG. für Verkehrswesen lagen erneut um 2,25 o. H. fester, ferner konnten sich IG.-Farben bis auf 128 o. H. erhöhen. Recht schwach unb um zirka 3 bis 4 d. Sy niedriger lagen dagegen Kaliaktien. Am Rentenmarkt wurde es auch in Neubesitzanleihe still, nachdem in diesem Papier mehrere Millionen umgegangen waren. 3n der zweiten Börsenstunde galten Altbesitz 90,50 nach 90,25, Neubesitz 16,85 bis 16,75 nach 16,50 v. Sy, während späte Schuldbücher eher weiter abbröckelten und zirka 92 vis 92,13 v. Sy notierten. Die übrigen Festverzinslichen zeigten bei sehr stillem Geschäft nur wenige unb geringfügige Veränderungen. Steuer- autscheine tendierten heute unverändert. Durch- schnittskurs 95,13 o. Sy Don Auslandsrenten blieben Türken und Rumänen auf dem erhöhten Niveau gut gehalten. Tagesgeld war zum Ultimo auf 4 d. Sy erhöht und blieb gesucht. Abendbörse: freundlich. Die Dividendenwerte lagen an der Abendbörse meist fest, ohne daß allerdings größere Abschlüsse zu bemerken gewesen wären. Am Montanmarkt zogen Mannesmann 0,50 d. Sy, Gelsenkirchen 0,13 v. Sy an, während Phönix 0,25 o. Sy nachgaben. Auch IG.-Farben hatten einen kleinen Gewinn von 0,25 d. Sy zu verzeichnen, Ehade-Aktien konnten sich sogar um fast 2 Mark auf 141 verbessern. Am Rentenmarkt lagen Altbesitz- und Neubesitzanleihe behauptet, ebenso späte Reichsschuld- buchforderungen 0,13 v. Sy höher. Schutzgebietsanleihe hatten auf die Bildung eines Vereins zur Führung des Prozesses gegen die Mandatsgebiete einen Gewinn von zunächst 10 Pfennig, wiesen alleribngs keine großen Umsätze auf. Von Industrie- Obligationen verbesserten sich Reichsbahn-VA. um 0,25 v. Sy, während 6 o. Sy Stahloerein, ihren um 3 o. Sy erhöhten Mittagskurs nur knapp behaupteten. Im Verlaufe war die Haltung für Aktien weiter freundlich, die Umsätze blieben allerdings weiterhin klein. IG.-Farben zogen um 0,75 o. Sy an, auch Phönix waren um 0,25 v. Sy erholt und Reichsbank kamen 1 d.Sy über Berliner Schluß zur Notiz. Schutzgebietsanleche gingen zwischen 8,65 dis 8,70 v. Sy um, wogegen Alt- und Neubesitz später kaum behauptet waren. Don fremden Werten zogen 4 v. Sy Schweizer Bundesbahn- Anleihe von 1912 um 1 v. Sy auf 121 v. H. an. U. a. notierten: Neubefitzanleihe 16,75, Altbesitz- anleche 90,50, Schutzgebietsanleihe 8,65, 6proz. Stahloerein 56,50, Reichsbahn-DA. 107,38, Reichs- dank 170, Gelsenkirchen 55,65 bis 55,50, Harpener 86, Klöckner 58,75, Mannesmann 64 bis 64,25, Phönix 42,75 bis 43, Stahloerein 36, Aku 38.90, Schade 141, Daimler 31,75 bis 32,25, Licht und Kraft 100,50, IG.-Farben 127,75 bis 128,50, Lah- merjer 114,50, Siemens 141, Zellstoff Waldhof 50 dis 50,50, AG. für Verkehrswesen 5925, Hapag 10,90, Norddeutscher Lloyd 11,25. Frankfurter Lcstlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Noo. Austrieb: Rinder 69 (gegen 77 am letzten Donnerstagsmarkt), Kälber 1093 (666), Schafe 607 (211) und Schweine 602 (764). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber: Sonderklasse 0, andere Kälber a) 36 bis 39, b) 31 bis 35, c) 26 bis 30, d) 20 bis 25. Lämmer nicht notiert. Hümmel: Weidemast 26 bis 27, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 23 bis 25, geringe Hammel 20 bis 22. Schafe e) 22 bis 24, f) 19 bis 21, g) 15 bis 18. Schweine a) 48 bis 50, b) 46 bis 50, c) 46 bis 50, d) 44 bis 48, e) und f) 0, g) Sauen 38 bis 44. Im Preisvergleich zum letzten Donners- taasmarft blieben Kälber und Schafe unverändert, Schweine zogen um 2 Mark an. Marktverkauf: Kälber langsam, geräumt. Schafe mittelmäßig, geringer Uerberftanb. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 744 Viertel Rindfleisch, 102 aanze Kälber, 72 ganze Schale unb 375 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- unb Rindfleisch I 46 bis 52, II 44 bis 50. Buäensteisch 44 bis 50. Kub- fleisch n 32 bis 38, III 23 bis 28. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 50 bis 60. Hammelfleisch 55 bis 60. Schweinefleisch I 64 bis 70. Geschäftsgang schleppend. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 30. Noo. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,75 Mark, per November Bezirk 9 18,90, Bezirk 10 19.10, Bezirk 11 19 40; Sommerweizen (80 kg) 20,25; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg) 16 75 bis 17, per November Bezirk 9 15,60. Bezirk 8 15,90; Hafer (inländischer) 14.25; Sommergerste (inländische. Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Futtergerste 16,75; Mais (im Sack) 19,25 bis 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16,50 bis 16,75; Sojaschrot (prompt) 14,75 bis 15; Rapskuchen 13,2$ bis 13,75; Palmkuchen 15 bis 15,25; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17; Biertreber (mit Sack) 16,75; Trockenschnigel (ab Fabrik) 9; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6 bis 6,20; Rotkleeheu 6 20 bis 6,60; Luzernekleeheu 7 bis 7,20; Stroh, Preßstroh Roggen-Weizen 2,30, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per November 29,40, per Dezember 29,55, per Januar 29,70; Weizenmehl (epe- zial 0, aus Inlandweizen) per November 27,90, per Dezember 28,05, per Januar 28,20; Roggenmehl (70 60 o. H., norddeutsches, prompt) 22.50 bis 23 75; Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25 (Mühlenprodukte fest). Mannheimer Viehmarkt. Mannheim, 30. Nov. Auftrieb: 55 Schafe, 545 Ferkel, 272 Läufer. Es kosteten das Stück Ferkel, bis sechs Wochen alt 6 bis 8 Mark, über sechs Wochen alt 12 bis 18 Mark, Läufer 18 bis 20 Mark. Marktoerlauf für Ferkel und Läufer ruhig. Buntes Allerlei. Oasf ,(5d>tt>olbenneff * — die italienische Fliegerschule. In einer Villa an einem ber stillsten Teile des Garda-Sees in der Nähe von Dejenzano ist der Sitz einer Schule, der Italien einen großen Teil des Ruhmes verdankt, den es im heutigen Flug- wesen besitzt. Die Villa heißt allgemein im Volks- mund „Das Schwalbennest". Nur auserwähite Piloten, die sich bereits vorher ausgezeichnet haben, werden in diese Gemeinschaft aufgenommen, die aus nicht mehr als 40 Mann bestehen soll. Wird eine Stelle frei, bann ist stets ein großer Andrang von Bewerbern, die hier den „letzten Schliff" im Fliegen erhalten möchten. Aufnahmebedingung ist, daß der Schüler wenigstens eine dreijährige Erfahrung in der Fliegerei besitzt. Die „Schwalben" dieses „Nestes" müssen sich ber strengsten Diszi- plin unterwerfen, viel Ruhe unb eine bestimmte Nahrung ist ihnen vorgeschrieben; sie erhalten keinen Alkohol und nur wenig Tabak. Diese Meister- flieger lernen allmählich, Wasserflugzeuge von Immer schnelleren Typen zu handhaben unb erst wenn sie als mindeste Durchschnittsschnelligkeit etwa 4.50 Kilometer in der Stunde erreicht haben, werden sie als „Schnell-Flieger" anerkannt und erhalten den viel ersehnten roten Knopf mit dem Buchstaben „V“, der „velocitä“ d. h. Schnelligkeit bedeutet. Frauen haben zu dieser Schule keinen Zutritt, mögen es nun Schwestern, Gattinnen ober Freundinnen der Flie- ger sein. Die Zöglinge sollen möglichst durch nichts von ihrem hohen Ziel abgelenkt werden. Aus dieser Unterrichtsanstalt sind die berühmten Flieger hervorgegangen, bit in diesem Jahre bie Schnelligkeitsrekorde mit bem Flugzeug erobert haben, so Francesco A g e 11 o, der in diesem April ben Geschwin- digkeitsrekorb für Italien erwarb unb Oberstleutnant C a s s i n e l l i, ber die höchste Geschwindigkeit über 100 Kilometer mit einem Wasserflugzeug erreichte. Der jüngste Sproß dieser Schule, der internationale Luftlorbeeren eroberte, ist Hauptmann Pietro Scapinelli, der am 21. Oktober den Bleriot-Pokal eroberte; diese Trophäe sollte dem ersten Flieger zufallen, der die durchschnittliche Ge- schwindigkeit von 600 Kilometern in ber Stunde wenigstens eine halbe Stunde durchhielte. Was alles im Leihamt ruht. Das städtische Leihhaus In Paris, im Volksmund „Meine Tante" genannt, ist mit der Zeit fortgeschritten, die immer größere Anforderungen an dieses Institut stellt. So hat man ein großes neues Gebäude errichtet, das als eine Riesen-Garage dient. Hier sind 2000 Kraftwagen untergestellt, deren (Eigentümer notwendig Geld brauchten ober auch nur nicht wußten, wohin sie mit ihren Wagen im Winter sollten. Es hat sich nämlich herumgesprochen, daß die billigste Autogarage, die es in Paris gibt, die von „meiner Tante" ist. Aber bas Pariser Leihhaus birgt noch andere Pfandobjekte, die man hier eigentlich nicht suchen sollte. So wurde kürzlich eine Beleihung auf einen großen Luftballon oorgenommen, der jetzt in ben Magazinen ruht. Ein Flugzeug ist Arnar noch nicht ver- pfändet worben, aber bafür schon mehrere Flugzeug-Motoren, unb auch ein großes Boot nimmt in ben Lagern einen ungebührlichen Platz ein, ber au seinem Wert in keinem Verhältnis steht. Nach dem Bericht eines der Beamten ber Pfandleihe gibt es dort eine Menge von Fernrohren, (Grammophonen und Nähmaschinen. Ja sogar viele Kinder mußten es dulden, daß ihre kostbarsten Spielsachen, die elekrtischen Eisenbahnen usw., zur „Tante" getragen wurden. Das Leihamt hat eine prachtvolle Sammlung von Wertpapieren ber verschiedensten Art, bie aber gegenwärtig wenig ober nichts wert Wucht tutd-Ut/äme, sind; sie wurden von Leuten verpfändet, die sie wieder einlösen wollen, wenn sie sich erholt haben. In einer Nische steht ein menschliches Skelett, bas ein Mebizin-Stubent hingab, um bafür eine Kleinigkeit zu erhallen. Bemerkenswert ist, daß während der letzten Jahre bie Menge ber verpfändeten Schmucksachen auherorbentlich gestiegen Ist. Obwohl bie Beleihung nur zu einem kleinen Bruchteil bcs Marktwertes erfolgt, trennt man sich boch von diesen Kostbarkeiten, wenn man dringend Geld braucht. Uebrigens ist „meine Tante" nicht habgierig und zeigt sich auch von ihrer freundlicheren Seite. Es besteht der allgemeine Brauch, daß ein Psandgegen- stand, der 15 Jahre aufbewahrt wird unb für ben Die Zinsen regelmäßig bezahlt worben sind, nach Ablauf dieser Zell dem Eigentümer kostenlos zurück- gegeben wird. Bekanntmachungen des personaiamts. 3n ben Ruhestand verfehl wurden: Arn 15. November 1933 ber Verwaltungssekrekär bei dem Hessischen Gewerbeaufsichtsamt Darmstadt, Johann Konrad Rühl zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Februar 19.34 an; am 21. November 1933 ber Direktor der Mlnlsterial- Registratur bei der Mlnisterlalabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft), Karl Z ö l l e r zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 an. Ueberlragen wurde: Am 16. November 1933 dem Lehrer Otto Reidel zu Schlechtenwegen, Kreis Lauterbach, eine Leh- rerftelle an der Volksschule zu Södel, Kreis Friedberg, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; am 18. November dem Berufsschullehrer Wilhelm I o st, zur Zeit kommissarisch an der Volksschule au Lampertheim, Kreis Bensheim, eine Berufs- schullehrersteNe an der Berufsschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim, mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 an. Aus dem hessischen Staatsdienst entlasten wurden auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit sofortiger Wirkung: Polizei-Hauptwachtmeister Heinrich Ihrig unb Vollzei-Wachtmeister Albert Brehm, beide in Darmstadt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern get n Die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuh 5 o H vrant-ui . i)i ytrt 6d)luß- furt Schloßt. Abente bffrft SchlvS- turt Hchlußt miftaa- bfrfe Datum 29.11 30.11. 29.11. 30.11 •% ifrutlrtr Reiihaanlelte o IM7 93 93 93,13 93 6% e6fm.70oTt OiddHanl o 1929 100.25 100,25 100 100.5 SH% Soung.'jlnlrtbc oon 1930 91 91 91 91 Teutfdje flnl.-at>lfii..Sd>ul6 mü fluilol.-tRediten 0,75 90.5 80,75 90.65 ohne iHu#lo|..Ri-d)tr 16.4 16.75 16.7 16.75 <% rbfm.9% (xfl SolMflaat 1929 (rudjühlb iot%) 91,5 91.5 91,5 91.5 •% Hell tianbeeban! 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Paket 0 - 10.9 10.9 109 pamburg-eü6ani Dampflchiff 0 - - 24.4 24.25 ban|a-$amvhdHff 0 - - Rorddeutlcher Lloyd . 0 11.9 11.25 11,75 11.13 A.G für ?efen Mi 0 55 59.25 58.75 59.25 Berliner Hai-.del»geiellI<1>aU 4 16.25 86 86 86 ilommer». und tnoai-itianl 0 16.25 46,5 44.5 46.5 Teurufte Bani und T-Jront» «ÄeleHldiah ........... 0 Dresdner Bant ........ o Reich« bant ....... 12 55 59 171.25 55 58.5 170 55 59 170,25 55 58.5 169 8.0.».................. 0 — 21,13 22 21 5 Betula ....... 0 122,13 120 75 122.4 120.75 ®e!n Liefern»g^rikMchall 6 93,5 92 93,5 92.5 Lichi und ftrafi s 100 100.5 9.25 100 •reiten S »uUlraume 0 49 50,5 19.25 50 eanftaU ............. 1 179 178.5 — fllolBldimlbt .............. 0 48 48 9 48.75 48,75 flutoeriroerfe ............... 0 13.5 53.75 53,25 53.65 «ctaUaekUIcbaft............ 0 63 62 63.5 - ■Khilinn ^tnljmann ......... 0 65,75 64.5 65,5 64,13 ÄtmentiDeti Mbelberg ..... lemeenpet# Karl Habt ...... 0 • 81 85 M.5 87 5(Hallten «anenteter 0 - 91,9 93,5 21 tu (ÄUgetnrtnr 8unit)elbe) 0 48.25 38,9 37.75 38.5 Bemterg ... 0 <3.75 45.25 44.5 44.9 ...... 0 19.75 50.5 50 50,5 Heuiioli fticbailenburg ...... 0 6.75 37 38 37 5 tetiauer »a» 7 E» — 113.75 >10 9 taimier dototen ......... 0 11,5 32.25 31,5 32 teuridw Hlitltou ......... 0 4.5 43.75 44.5 43 75 Creniteln S Kepoei .......... 0 32 32,25 Leundard Hetz ........ 0 16.5 16.25 16 16 Ibübf ...... 10 45.5 141 <45.5 139.13 Üccjn-uiaroren-Ratetf....... 0 174 174,5 174 174.75 io-h^Mumr.i ...... 0 <44.5 143 5 143.75 143.75 • n#ner .................. 0 - 22,5 22.25 Rci-iftaftwerfe Höch» a.DL... 4 - £9.25 euobeuiicber Zucker ......... 9 174,5 175.5 175 174,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 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