Nr. 282 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für lvberhessen) Zreitag, 1. Dezember (955 Einfachheit und Sparsamkeit. I Me Sicherung der SA. auf Aachtmärschen Vor wenigen Tagen hat bekanntlich der Stellvertreter des Führers, Rubolf Heß, eine hoch- bedeutsame Anordnung herausgehen lassen, die mit Rücksicht auf die ungeheure Not, die noch im deutschen Volke herrscht, und im Hinblick auf die Not- Wendigkeit, alle Kräfte in den Dienst des Aufbau- Werkes zu stellen, dringend nahegelegt, jede unnütze Feier zu unterlassen und in allen Dingen größte Einfachheit und Schlichtheit im Auftreten und in der Lebensführung walten zu lassen. Diese knappen Worte von berufener Seite unterstreichen, daß sich jedermann lediglich von dem großen Ziel des W i e- deraufbaues der deutschen Wirtschaft und der Eingliederung der arbeitslosen Volksgenossen in das Heer der Arbeit leiten lassen soll Wem kommt beim Lesen dieses kurzen aber eindringlichen Erlasses nicht die Erinnerung an die berühmten Worte, nach denen Preußen durch Sparsamkeit groß geworden, sich gleichsam groß gehungert hat. Nichts anderes als diese Wahrheit wünscht die Anordnung von Rudolf Heß den dafür verantwortlichen Männern in allen deutschen Gauen erneut vor Augen zu führen. Ein , Denkt daran! Bereitet jetzt schon alles für den Lintopfsonntag vor! Denkt dran, daß es der erste Advent ist, daß Weihnachten nahtk In keinem deutschen Haus soll hunger oder Kälte die welhnachtvfreude trüben. Denkt an Eure Brüder in Not! GM Dos Bild links zeigt die weißen Lichter der Spitze der Marschkolonne. Am Arm die Lichter der Seiten leute. Das Bild rechts zeigt die Anbringung der roten Schlußbeleuchtung. Volk, das den Sinn unermüdlicher treuer und zukunftsweisender Arbeit unter Verzicht auf nutzlose Aufwendungen nicht erkannt hat, ist in der Weltgeschichte seit jeher zugrunde gegangen und Stärkeren zum Opfer gefallen. Was Rudolf Heß will, ist nur dies, daß niemand feine Kräfte vertun soll für Dinge, die im Endergebnis kein psychische Bereicherung des Volksganzen oder tatsächliche Förderung der Wohlfahrt Aller darstellen. Die Werbung für den gesunden, aufbauenden S p a r g e d a n k e n, wie sie z. B. mit so großem Erfolg von den Sparkassen betrieben wurde, ist, wie die Anordnung des Stellvertreters des Führers erneut zeigt, wahrhafter Dienst am deutschen Volk. Der von den Sparkassen seit nunmehr anderthalb Jahrhunderten vertretene und der Bevölkerung immer wieder vor Augen gestellte Grundsatz läuft im Grunde auf dasselbe hinaus: Einfachheit und Schlichtheit in allen Dingen des äußeren Lebens, Verzicht auf überflüssigen Aufwand. Alle diese Dinge dienen, wenn im Uebermaß betrieben, nur dazu, soziale Gegensätze zu schaffen, die Abhängig, feit des einzelnen bei Schicksalsschlägen um so schärfer heroortreten zu lassen und nicht zuletzt die heimische Kapilalbildung zu erschweren. Heute, da der Gesichtspunkt der E n t p r o l e t a r j s i e r u n g, der Befreiung des deutschen Arbeitsmenschen vom Fluch der Besitz- und Heimatlosigkeit im Vordergrund steht, gelten die Anordnungen von Rudolf Heß doppelt. Ueberall muß daran mitgewirkt werden, das große Ziel des Führers zu verwirklichen: ein freies deutsches Volk auf freien: Boden! Das Los deines Vaterlandes! Haft du schon einmal darüber nachgedacht, daß ein kleines Los, das vielleicht der Zufall dir in die Hände spielt, dein Los, also dein Schicksal, grundlegend ändern kann? Ist es dir je bewußt geworden, daß für ein kleines Los der Lotterie derselbe Ausdruck gebraucht wird, wie für das schicksalsharte eines ganzen Menschenlebens, ja, einer Nation! Unsere herrliche Muttersprache hat diese Wortbildung gefühlsmäßig sich entwickeln lassen und gab damit gedanklich den schelmischen Hinweis, daß eigentlich jeder durch ein Los sein Los verbessern könne. So im kleinen Maßstab. Im großen, genialen Sinne erfaßte es die NSDAP. Mit der Schaffung einer Arbeitsbeschaffungs - Lotterie hatte sie das Los unseres Vaterlandes im Auge. Um unseres Führers gewaltiger, volksbeglückender Absicht, allen Deutschen Arbeit und Brot zu geben, tatkräftig zur Seite zu stehen, entstand diese vaterländische, soziale Geld-Lotterie, die mit 1-Mark- Losen es jedem möglich macht, sich an diesem Werk zu beteiligen und sein Los und das Los seiner arbeitslosen Brüder, somit das Los seines Vaterlandes, das schließlich das Schicksal aller birgt, glückbringend zu wenden. Am 2 9. und 30. Dezember ist schon Ziehung! Die Lotterie gehört dem Deutschen Volke, jeder Deutsche soll sich daher ein Los erwerben. Vielleicht ist es einer der fast 300 000 Gewinne, vielleicht der Doppel - Los - Gewinn van 200 000 Mark! Zn gleichem Schritt und Tritt! Am 3. Dezember ist der erste Adventssonntag, auch der Eintopfsonntag An diesem Tage wird zum dritten Male in der Winterschlacht für unsere bedürftigen Volksgenossen in jedem deutschen s)ausc und an jedem Mittagstisch freiwilliger Verzicht geleistet werden müssen. Das deutsche Volk muß sich besinnen, daß sein „Ja" nicht nur für einen Tag gegeben ist, sondern für das ganze Volk, dem Führer für eine neue Zukunft. Es darf nicht der beschämende Eindruck entstehen, daß nach 17 Uhr die Gaststätten gepreßt voll sind von denen, die die B Dürftigkeit der Volksgenossen nicht als ihre Sache empfinden. Deshalb haltet Zucht und Ordnung! Jeder, der Soldat war, weiß aus Erfahrung, daß der einfache Tritt eines einzelnen den Gleichschritt der ganzen Kompanie umwerfen kann. Das deutsche Volk marschiert in dem Kampf gegen Hunger und Kälte. Jeder achte auf seinen Nebenmann! Keiner darf heraus aus der Front! Deutsche Volksgenossen! Tritt gefaßt! Das Vermögen der ehemaligen SPD. Die Staatspressestelle teilt mit: Nach den gemachten Feststellungen ist das Vermögen der ehemaligen SPD., sowie der ihr angeschlossenen Organisationen, soweit es sich um Bargeld und Wertpapiere handelt, zu einem großen Teil auf den Namen von Gewerkschaftsführern, Sekretären oder anderen Funktiona- ren der Partei angelegt worden. Um die Verwen- Senkung der Grundsteuer für Neuhausbesih in Hessen. Der Hessische Staatsminister hat eine Verordnung über die Senkung der Grundsteuer für Neuhausbesitz vom 29. November 1933 erlassen, die am 30. November in der „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht wird. Für die in den Rechnungsjahren 1924 bis 1930 bezugsfertig gewordenen Wohngebäude wird die Grundsteuer der Gemeinden und Gemeindeverbände für die Zeit vom 1. Oktober 1933 bi» 31. INärz 1935 nicht erhoben. Die Gemeinden und Gemeindeverbände werden für den Steuerausfall, den sie hierdurch erleiden, entschädigt. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 in Kraft. Hierzu teilt das Staatspresseamt mit: Die Reichsregierung hat in Ausführung des Abschnittes 5 des Zweiten Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 21. September 1933 auch dem Lande Hessen einen Betrag zur Senkung der Grundsteuer solcher Wohngebäude zur Verfügung gestellt, die in den Rechnungsjahren 1924 bis 1930 bezugsfertig geworden find (sog. älterer Neuhausbesitz). Nach § 1 der Durchführungsverordnung des Reichsministers der Finanzen vom 11. Oktober 1933 ist der Betrag in erster Linie zur Senkung der Grundsteuer der Gemeinden und Gemeindeoerbände für diesen Nauhausbesitz zu verwenden, und zwar für die Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 31. März 1935 (also für die zweite Hälfte des laufenden Rechnungsjahres und das Rechnungsjahr 1934). In Hessen haben sich die Gemeinden und Gemeindeoerbände seither schon zum weitaus überwiegenden Teil dem Vorgehen des Staates angefchlosfen, d. h., sie haben für Wohnungsneubauten, die in den Kalenderjahren 1924 bis 1930 begonnen worden find, für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und für die nächstfolgenden acht Rechnungsjahre auf Antrag Frei- slellung von der kommunalen Grundsteuer und für das neunte und zehnte Rechnungsjahr Ermäßigung der kommunalen Grundsteuer um die Hälfte zugeslanden mit der Maßgabe, daß da» bebaute Grundstück während der Dauer der Steuerfreiheit de» Neubaues zur kommunalen Grundsteuer so herangezogen wird, als ob es unbebaut geblieben wäre. Da die dem Lande zur Verfügung gestellte Summe in erster Linie für die Grundsteuersenkung verwendet werden muß, so kann dies nach Lage der Der- hältnisse nur in der Weise geschehen, daß die frag- lichen Wohnungsneubauten für die Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 31. März 1935 von der kommunalen Grundsteuer völlig (also auch bezüglich des Hof- reitegrundes und der damit zusammenhängenden Grab- und Grasgärten) befreit werden. Der Herr Staatsminister hat demzufolge am 29. November eine Verordnung über die Senkung der Grundsteuer für Neuhausbesitz erlassen, die gestern in der „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht wurde. Nach ihr ist der fragliche Neuhausbesitz für die Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 31. März 1935 von jeglicher kommunalen Grundsteuer befreit. Ab l. April 1935 gelten wieder die seitherigen Bestimmungen. Die Befreiung wird von amlswegen gewährt. Eines Antrages durch den Steuerpflichtigen bedarf es nicht. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) werden für die ihnen hierdurch entstehenden Steuerausfälle entschädigt. Soweit der dem Lande zur Verfügung stehende Betrag für die Entschädigung der Gemeinden (Ge- meindeverbände) nicht benötigt wird, soll er zur weiteren Entlastung des älteren Neuhausbesitzes verwendet werden. Hierüber werden demnächst weitere Anordnungen ergehen. düng dieser Gelder zu staatsfeindlichen Zwecken zu verhindern und die beschlagnahmten Vermögen ihrem Beftimmungszweck zuzuführen, werden alle hessischen Kreditinstitute und deren Zweigstellen ersucht, verdächtige Konten ehemaliger Parteigrößen der Ministerialabteilung la (Polizei) bekanntzu- geben. Die Zivilbevölkerung ist aufgefordert, durch Anzeige verborgengehaltener Werte die Erfassung staatsfeindlicher Vermögen weitgehend zu unterstützen. Oie Beisitzer zu den Anerbengerichien. Das Staatspresseamt teilt mit: Der Landes- bauernführer läßt daraus Hinweisen, daß nunmehr die bei ihm vorliegenden Vorschlagslisten der Krei;- bauernführer für die Ernennung der bäuerlichen Beisitzer zu den Anerbengerichten den zuständigen Amtsgerichten zugegangen sind, so daß nach der vorgeschriebenen Prüfung dieser Listen die Beitel- lung der Beisitzer durch den Oberlandesgerichtspräsidenten erfolgen kann und die Anerbengerichte ihre Tätigkeit aufnehmen können. Gebührenänderungen im Postverkehr. Vom 1. Dezember an beträgt die Brief gebühr im Ortsverkehr zweite Gewichtsftufe (20 bis 250 Gramm) 16 Pf., im Fernverkehr zweite Gewichtsftufe (20 bis 250 Gramm) 24 Pf-, die D r u ck- f adie n gebühr bis 20 Gramm 3 Pf., die Gebühr für Druckfachen-Wurfsendungen bis 20 Gramm 1 Pfennig. Gau-Suchhundprüfung in Gießen. Der Rhein-Main-Landesverband für Polizei- und Schutzhunde vereine (Gau Oberhessen) hat—so schreibt man uns—dem P o l i- z e i. und S ch u tz h u n b e o e r e tn 1914 ® i e• ßen die diesjährige Gau-Suchhundeprufung übertragen. An der Prüfung nehmen acht Hunde aus dem Gaugebiet teil. Don den Tieren wird das Aus- arbeiten einer am Vortage derPrüfung gelegten Spur im Alter von etwa 12 Stunden und einer Lange von etwa 2000 Metern verlangt. Die Spurleger legen auf der Spur Gegenstände ab, wie sie Täter gebrauchen, z. B. Messer, Dietriche usw. Diese Gegenstände hat der zu prüfende Hund durch Aufheben oder Verbellen zu bezeichnen. Um Interessenten und Sportfreunden die Ausbildungsfähigkeit, den Nutzen und die Verwendungsmöglichkeit des Suchhundes zu zeigen, wird zu dieser interessanten Veranstal- tung herzlich eingeladen. Die Prüfung findet am kommenden Sonntag, 3. Dezember, 8 Uhr, statt. Das Suchgelände befindet sich zwischen Erdkrauter- und Leihgesterner Weg. Die Führer mit den Hunden treffen sich zur genannten Zeit an der Heyligstädtschen Fabrik. Der Verein, der sich mit der Ausbildung von Schutz-. Polizei- und Wehrhunden befaßt, hält regelmäßig an Sonntagvormittagen feine Dresfurstunde auf dem Uedungsplatz, Erdkauterweg 20, ab. Bornottze». — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Der Traum der Silina Kelemen". — Vortrags-Vereinigung Goethe-Bund, Kaufm. Verein, Gewerbeverein, 20 Uhr, Neue Aula, Deutscher Heimatabend. — Turmhaus am Brand, 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schuß am Nebelhorn". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Höllentempo". — VHC., 20.30 Uhr, Monatsversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Mitte, Zelle 3, 20.30 Uhr, Gewerkschaftshaus, Zellenversammlung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr 9. Vorstellung im Freitag-Abonnement die Gesellschaftskomödie: „Der Traum der Vilma Kelemen" von Franz Molnar. Spielleitung: Intendant Hanns König. Gewöhnliche Preise. Ende: 22.15 Uhr. — Morgen, Samstag, 2 Dezember, Deutsche Bühne Reihe 2: Gerade Mitgliedsnummer (1. Dezember-Vorstellung der Samstag-Abonnenten) das Volksstück: „Wenn der Hahn kräht" von August Hinrichs. Spielleitung: Anton Neuhaus. Spielbauer von 20 bis 22 Uhr. — Sonntag, 3. Dezember, 19.30 Uhr: Außer Abonnement bas Volksstück: „Wenn der Hahn kräht" von August Hinrichs. Spielleitung: Anton Neu- haus. Kleine Preise von 0,30 bis 1,50 Mk. Ende 21.30 Uhr. — Montag, 4. Dezember, 20 Uhr, Einmaliges Gastspiel des bekannten Tanzpaares Mathilde B u h r und Joachim von Seewitz. Das Programm des Abends bringt „Phantastische Tänze" Das Tanzgaftspiel findet statt unter Mitwirkung des Stadttheater-Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Fritz C u j 6. Das Gastspiel ist außer Abon- nemcnt und zu Preisen von 0,30 bis 1,50 Mk. Ende 22 Uhr. — „Daswahre G e s i ch t A f r i k a s". Afrika- Filme find zwar nichts Neues mehr, immer aber etwas Interessantes. Es scheint, als könne verdunkle Erdteil nie an Rätselhaftem und nie seinen Reiz für den Europäer verlieren. So wird auch der Bildstreifen, der am kommenden Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße als Kulturfilm Laßt das Feiern! Anter dieser Aeberschrift ist eine Verlautbarung der „Landesstelle Hessen-Nassau im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" veröffentlicht worden, die verschiedentlich zu TNihver- ständnissen geführt hat. Der Inhalt findet im allgemeinen meine Billigung. Ls ist jetzt nicht an der Zeit, dauernd Festlichkeiten und Festtage zu veranstalten. Die Verbindung von veransialtunger. mit dem Dinterhilsswerk ist nur dann gestattet, wenn die Veranstalter mit dem Winterhilfswerk eine feste Vereinbarung getroffen haben. Im übrigen muh erwartet werden, daß jede stattfindende Veranstaltung einen würdigen Verlauf nimmt. Frankfurt a. 7N., den 21. November 1933. Der Gauleiter: gez. Sprenger. gezeigt wird, viele Freunde finden, die der Natur ein offenes Auge schenken, die das Tier gerne in freier Wildbahn sehen und beobachten, was die Mitglieder der Expedition in mühevoller Arbeit mit der Kamera erjagen konnten. Der Film ist keineswegs auf Sensationen abgeftellt, sondern er ist das sachliche Ergebnis der Expedition des Barons Gour- g a u b, ber ben Geheimnissen Afrikas in ber Steppe, im Urwald, an den Seen und im Busch nachging. So wird man im Bilde viele schöne, freie Tiere sehen, man wird im Geiste bei den wilden Negerstämmen, bei dem kriegerischen Volk der Massai, bei ben Pygmäen zu Gast sein unb ihre so merkwürbig erscheinenben Gebräuche kennenlernen. Den Abschluß bildet ein Abstecher nach ber Felseninsel St. Helena. Der Film ist reich an sehenswerten, zum Teil neuen Einbrücken ber Lanbschafts- unb Dolkskunbe. Der Film wirb außerbem burch bas gesprochene Wort in vollem Ausmaß aufgeschlossen unb vertieft. Auf die gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. — DieDortrags-Vereinigung (Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Gewerbeverein) bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf den heute Abend ftattfinbenben deutschen Heimatabend, an dem Emma Kottmann einen Lichtdildervortrag über Deutsche Ruhmesstätten in Württemberg halten wird, empfehlend hinzuweisen. (Siehe heutige — ine Mitglieder-Versammlung der NS. - Hago und der GHG. wird am kommenden Montag, 20 Uhr, im Saale des Cafä Leib ftattfinden. — Monatsversammlung des Techniker-Verbandes. Arn morgigen Samstag, 2. Dezember, findet im Gewerkschaftshaus im Rahmen der Monatsversammlung der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Techniker-Verbandes (DTV.) ein Licht- bildervortrag von Dr. G erster über das Thema „Luftschutz und Luftrüstung" statt. Das Thema dürste besonders die Techniker stark interessieren. Gäste sind willkommen. — Gemeindeabend der Matthäusge- m e i n d e. Am nächsten Sonntag, 1. Advent, veranstaltet — so schreibt man uns — die Männer- und Frauenvereinigung der Mathäusgerneinde 19.30 Uhr im Cafä Leib einen Gerneindeabend, der durch sein reichhaltiges Programm für sich selber spricht. Es wirken mit: Frl. v. d. Heydt (Sopran), Frl. Möl- l e r (Klavier): die Herren Studienrat Dr. Hillen- b r a n b t (Cello), stuck. Rabenau (Violine), Studienreferendar Zoll (Klavier). Die Choralvereinigung ber Stabtkirche eröffnet ben Abenb mit zwei Choralsätzen. Die Spielschar der Matthäusge- meinbe führt Herwigs „Abventspiel" (Bühnenvolksbund) auf. Die Ansprache übernimmt Stuben- tenpfarrer Surfer. Die Gemeinde ist herzlich eingeladen. Eintritt frei. (Siehe gestrige Anzeige.) — Der Obst- und Gartenbauverein Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag, 3. Dezember, 15.30 Uhr, im Hotel Hopfeld eine außerordentliche Hauptversammlung. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. e •* Andacht für evangelische Stuben- t e n. Am heutigen Freitag, 20.15 Uhr, finbet in ber Kapelle auf bem Alten Friebhof eine Andacht für evangelische Studenten statt. Die Ansprache hält Studentenpfarrer Surfer. ** Ehrung eines Jubilars. Bei dem gestrigen 40jährigen Arbeitsjubiläum des Herrn Karl Müller aus Gießen bei der Firma Tribus & Sundheim, Kolonialwaren-Großhandlung, wurde dem Jubilar nach ber Ansprache bes Herrn Wilhelm T r i b u s vor versammeltem Personal von Herrn G o l d h o r n, dem Vertreter bes erkrankten Verbands-Kreisleiters. als Ehrengabe bas Buch unseres Führers Adolf Hitler „Mein Kampf" mit herzlichen Worten überreicht, wobei er auf das vorbildliche gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinwies. Ferner wurde Herr Müller geehrt durch Glückwunschschreiben vom Hessischen Staats-Ministerium, sowie vom Kreisamt Gießen und ber 93üraermeifterei Gießen. ** Der NS.-Lehrerbund Kreis Gie- tz e n hat am morgigen Samstag, 15.30 Uhr, auf der Liebigshöhe Pflichtoersammlung. ** Eine Saarkundgebung der NSDAP, wird am 12. Dezember im Cafä Leib stattfinden. Dabei wird eine NS.-Spiekschar aus dem Saarland mit der Aufführung des Dramas „Der Kumpel" mitwirken. ** Vortrag im Schulfunk. Das Landesarbeitsamt Hessen teilt uns mit: 3m Nahmen des Schulfunks findet am Samstag, 2. Dezember, van 10.10 Uhr bis 10.40 Uhr ein Vortrag statt über das Thema: „Aller Anfang ist schwer — der erste Tag im Berufsleben" (Gespräch eines Berufsberaters mit 3 Lehrlingen). ** Eine Warnung a n Wintersport- 1 e r. Mit dem Beginn der Wintermonate und der Skilaufzeit verdienen die Warnungen Beachtung, die immer wieder von einsichtigen Kreisen an Neulinge und solche gerichtet werden, die aus Unkenntnis, Leichtfertigkeit und unangebrachter Waghalug- feit den Skisport in Mißkredit bringen. Es ist leider nicht zu leugnen, daß manche Unfälle im Skigelände nur durch Uebertreibungen von wilden unb rücksichtslosen Läufern heraufbeschworen werden, die häufig ohne genügende technische Schulung Abfahrten auf begangenen Wegen unternehmen, die Her,-, schäft über die Skier verlieren und nicht nur stch, sondern auch andere gefährden. Vorfälle solcher Art Ifinb natürlich leicht geeignet, bie Arbeit ber Winter» sportverbänbe unb ihrer Mitglieber zu gefährben. Es ist baher begrüßenswert, wenn gegen jeben Skiunfug, der zu einer Gefahr für die Allgemeinheit wird, mit rücksichtsloser Strenge einge sch ritten wird. •• Kleinseuer im Lagerra um. Bei einer Firma in der Bahnhofstraße entstand gestern gegen 19 Uhr im Lagerraum Feuer. Ein Büroschrank, ein Schreibtisch und Packmaterial wurden von den Flammen ersaßt. Die sofort herbeigerufene Feuerwache konnte den Brand mit Hilfe eines Minimar- Feuerlöschgerätes ersticken, bevor er größere Ausdehnung annehmen konnte. •• Oeffentliche Bücherhalle. 9m November wurden 1186 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 822, Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 22, Gedichte und Dramen 3, Iugendschriften 91, Länder- und Völkerkunde 68, Kulturgeschichte 14, Geschichte und Biographien 87, Kunstgeschichte 8, Naturwissenschaft und Technologie 19, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirt- schäft 1, Gesundheitslehrc 4, Religion und Philo- sophie 10, Staatsanssenfchast 25, Sport 2, Fremd- sprachliches 4 Bände. Nach auswärts kamen acht Bände. Kein deutscher Weihnachtstisch ohne Arbeitsbeschaffungs-Lose! Oie Not -er Kolonial-eutschen. Katastrophale Lage der deutschen Farmer in Südtvest. Die Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Kolomalgesellschaft hatte — wie man uns berichtet — zu einer Nachmittagsunterhaltung im Hotel Hindenburg eingeladen, die dadurch ihr besonderes Gepräge erhielt, daß im Mittelpunkt des Programms der Vortrag von Nora von Steinmeister, der Geschäftsführerin des Frauenbun- des, über „Meine Afrikareise 1932" stand. 9n war- mer, eindringlicher Weise schilderte die Vortragende die Not der Kolonialdeutschen, besonders derjenigen in Süd-Westafrika, die wir uns gar nicht kraß ge- nug vorstellen können. Sie führte aus: Deutschland hätte schon vor dem Kriege Millionen seiner Bevölkerung an das Ausland verlieren müssen (an Amerika allein elf Millionen) und sich im Uebrigen nicht groß um das Schicksal dieser Auswanderer gekümmert. Nur so konnte es geschehen, daß sich dieses versprengte Stück Deutsch- land vollkommen vom Mutterlande löste, in der fremden Umgebung unterging und in keiner Weise den Einfluß des Deutschtums in der Welt stärken half. Wir wissen heute, zu welchen Katastrophen Las im Wellkriege geführt hat. Und wir dürfen nicht vergessen, daß gerade der Auswanderer ein Vertreter der besten Volkskraft ist, in seiner Tatkraft, feiner Zähigkeit und seinem Fleiß. Es waren nur wenige, die nichts als Abenteurcrlust in die Fremde füyrte, sondern die Not des übervölkerten Raumes zwang sie dazu. Unter den Auswanderern nehmen die Kolonialdeutschen einen besonderen Raum ein, denn ihre Auswanderung geschah ja nicht in der Absicht, sich außerhalb des Vaterlandes unter eine Fremdherrschaft zu stellen, sondern eben diesem Vaterlande neuen Kulturboden zu erobern. Wie schmerzlich mußt« gerade diese Pioniere die gänzlich veränderte Lage nach Friedensschluß treffen. Süb-IDefl stehl heute mitten drin in einer un- geheuren Katastrophe doppelter Art. einer, wenn man so sagen darf, klimatischen und einer wirtschaftlichen. Es dürfte bekannt sein, daß Süd-West von der Küste durch einen 120 Kilometer breiten Wüstenstreifen obgeschnitten ist. Dieser Wüstenstreifen ist dadurch entstanden, daß ein arktischer Strom, der vom Süd- vol kommend, an der Küste entlang fließt, die Luft so wesentlich abkühll, daß alle Wolken, die von Westen herankommen, sich schon über dem Meere ergießen, und aller Regen in den Ozean fällt. Die Regenwolken kommen also nur von Osten über das Land, nach dem sie sich schon über Ost- und Zentral- asrika ergossen haben. Wenn trockene Jahre auftreten, herrscht in Süd-West vollständige Dürre. Und diese Katastrophe bedroht das Land schon seit über einem Iayre. Der Viehbestand ist bis auf nicht nennenswerte Reste vollständig eingegangen. Wir müssen hier auf die besonderen Verhältnisse des Landes verweisen. Um 500 Stück Vieh auf den Weiden erhalten zu können, braucht Ler Farmer einen Raum von 20 000 Morgen. Unsere Regierung vor dem Kriege hatte nun in der Voraussicht der > dürren Jahre zwischen den Farmen weite Strecken nicht aufgctcilt, es war Niemandsland, auf das die I Herden in der Dürre getrieben werden konnten. J Dieses Land ist heute von der Mandatsregierung an Angolaburen verteill, um die Mehrheit der deutschen Stimmen im Lande zu brechen. Aus Mangel an Reserven müssen also die Herden unweigerlich zugrunde gehen. UnL damit ist der Ruin des Far- mers besiegelt. Anderseits hat die allgemeine Wirtschaftslage zur Stillegung der Kupferminen und Diamantfelder ge- führt und alle Angestellten brotlos gemacht. Der Farmer hat fein letztes Absatz- und Tausch- geblet verloren. Ls ist nichts mehr vorhanden. Die Not ist so brennend, daß wir vor ihr die Augen nicht verschließen dürfen. Ein einziges Beispiel. In der vollkommen wasserarmen, ehemals aber durch die Diamantfelder reichen Stadt Lüderitzbucht kostet ein Quadratliter Wasser etwa 15 Mark. Und das Wasser muß gekauft werden. Man kann immer wie- der nur bewundern, daß es unseren Kolonialdeutschen unter diesen Verhältnissen, allerdings unter Aufbietung ungeheurer Energien, gelungen ist, das Land fast vollständig deutsch zu erhallen, und sie wollen auch weiter auf ihrem Vorposten verharren, denn sie sind, so bezeichnete es Fräulein von Stein- meister, „von einer erschütternden deutschen Treue". Nun aber wächst eine neue deutsche Generation unter Fremdherrschaft auf, und sie ist nur deutsch zu erhalten, wenn die Schulen deutsch bleiben. Die furchtbare Existenznot macht es den Ettern unmöglich, ihre Kinder in die deutschen Schulen zu schicken. Da greift die große Arbeit des Kolonialen Frauen- bundes ein, der so viel Freistellen errichtet, als es die Kräfte nur immer erlauben. Wir müssen es uns begreiflich machen, daß Eltern ihre Kinder fünf bis sechs Tagereisen weit im Ochsenkarrcn zur Schule schicken müssen, da zu Auto und Benzin kein Geld mehr vorhanden ist, um zu erkennen, wie ungeheuer wichtig auch die Erhaltung der vorhandenen Schü- lerheime ist, in denen die Kinder deutsches Wesen wie eine Selbstverständlichkeit in sich aufnehmen. Gerade wir, die wir heute das Glück haben, eine einheitliche Führung und Dolksgemein- schäft zu besitzen, müssen in engster verbunden- heil mit unseren Volksgenossen in den Kolonien bleiben und sie in unsere geistige Gemeinschaft hineinbeziehen. Denn gerade dieses rassisch hervorragende TNenschenmatecial darf uns nicht verloren gehen, indem es andere Völker bereichert, die diesen Zuwachs wohl zu schätzen wissen. Wenn unsere Not auch groß ist, die drüben ist tausendmal größer, denn da ist kein Staat, der vor dem äußersten schützt, keine Wohlfahrtspflege, keine öffentliche Hand. Und gerade im Dritten Reich, wo die Verbundenheit aller Deutschen besonders stark gefühlt wird, müssen wir uns unserer Pflichten gegenüber unseren Landsleuten, die das Unglück haben, außerhalb dieser Verbundenheit gestellt zu sein, erinnern. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren großen Führer klang die eindrucksvolle, sehr gut besuchte Veranstaltung aus, die hoffentlich der Ab- teilung manche neue Freunde zugeführt hat. Erziehungsfragen des Grenz- und Auslan-s-eutschtum. 9n der jüngsten Versammlung, die der Gau Aus- land im NS.-Lehrerbund des Kreises Gießen veranstaltete, sprach am Mittwoch nachmittag in der Pestolozzifchule der Qauobmann, Kreisschulrat Dr. Henß, über das Thema „Erziehungsfragen des Grenz- und Auslandsdeutschtums". Den Ausführungen des Redners fei folgendes entnommen: Durch die stetigen Bestrebungen zur Erhaltung des Delllfchtums im Ausland sei eine Reihe von {fragen grundsätzlicher Bedeutung auch auf dem Gebiete der Erziehung aufgeworfen worden. Sprache und Volkstum, Staat und Heimat, diese Begriffe standen immer im Vordergrund. Eine bedeutsame in den mannigfachen Erörterungen fei aber nod) nicht genügend in Betracht gezogen worden: das pädagogische Moment. Eine ungeheure Problematik der Form der Erziehung der Ausländsdeutschen liege schon in den Grundlagen der Erziehung selbst, denn es handle sich doch jeweils um die Erziehung unter völlig anderen Umständen als in der Heimat, im Mutterland — um die Erziehung unter einer fremden Kultur. Volkstum, Staat, Sprache, Heimat ufw. würden hier zu einem Problem, das das Mutterland kaum kenne. Hier müsse man sich zunächst schon einmal fragen, wie die Zweisprachigkeit auf die Entwick- lung des Kindes wirke? Wie wirke die Doppelgerichtetheit im völkischen Leben? Es gelte hier von vornherein zwei Unterscheidun- gen zu machen: Deutsche Erziehung — Deutsche Schule. Weiter müsse man unterscheiden: fluktuierendes Deutschtum und bodenständiges Deutschtum. Die Frage Erziehung und Schule habe man Immer und meist vom Standpunkt des Reichsdeutschen aus betrachtet. Manche falsche Vorstellung sei hier lebendig gewesen in der Betrachtung und her Beurteilung des Auslonddeutschtums. Die gegebene Doppelfeitigkeit des Heimatbodens bedeute Kriterium, wenn man bedenke, daß sich das geistige Bild des Kindes doch nur aus der Umwelt aufbaue. Die Entwicklung des intellektuellen Lebens vollziehe sich am besten bann, wenn es sich an die Um- pebuna anpaffen könne. Aus der Umwelt erst könne dem Kinde auch die deutsche Heimat begristt'ch nahegebracht werden. Die Umwelt gestalte auch an der Persönlichkeit. Es gelte deshalb die vielseitig, teit der Problematik, die Voraussetzungen und Be- dingthellen für die pädagogische Arbeit klar zu erkennen. Das Deutschtum in geschlossenen Siedlungen hafte am Boden, habe Geschichte, schöpfe Kraft aus dem Zusammenleben. Das fluktuierende Deutschtum habe keinerlei feste Bindung. Jeder Deutsche stehe hier mehr für sich. Deshalb sei hier eine Erziehung im völkischen Sinne weitaus schwieriger. Dem Kinde aus diesem Deutschtum fehle das Gefühl für die Gemeinschaft. Gemeinschaft aber bilde auch seinerseits das Wesen eines Menschen aus. Die Begriffe Heimat, Volkstum, Nation, Kultur leien durchaus nichts selbstverständliches für das Auslondsdeutfchtum. Daraus resultiere auch ein großer Teil der Unbefriedigtheit der aus dem Ausland zurückkehrenden deutschen Lehrer. Von großer Bedeutung sei das Problem der Zweisprachigkeit. Das fluktuierende Deutschtum verändere sich in seinem Bestand ständig. Die Schulen sowohl des bodenständigen, wie auch des fluktuierenden Auslanddeutschtums feien meist zweisprachig. Dieses Nebeneinander erfordere völlig andere Unter- richtsformen, als sie im Mutterlande üblich feien. Wichtig fei hier die pädagogische Frage: die Einwirkung der Zweisprachigkeit auf das Kind. Die Zweisprachigkeit habe, wie feftge- stellt sei, erhebliche Schädigungen der geistigen Entwicklung im Gefolge. Dieser Einfluß könne selbst körperliche Schädigungen Hervorrufen. Diesen Folge- erscheinungen der Zweisprachigkeit sei man besonders in Wales nachgegangen, um entscheidenden Einfluß zu gewinnen auf die Einführung der Heimatsprache Walisisch gegen die englische Sprache. Der Kampf sei mit Erfolg geführt worden, obwohl es sich bei der englischen Sprache um eine Weltsprache handelte. Für die Minderheitenfrage könne die walisische These sehr wohl von ausschlaggebender Bedeutung fein. Die Meinung, daß die Muttersprache als Schulfprache Ira Vordergrund stehen müsse, habe in letzter Zeit mehr an Boden gewonnen. Die Waliser These sei auch für das Auslandsdeutschtum von großer Bedeutung. Allerdings fei w berücksichtigen, daß sich aus der Konsequenz dieser These auch oolkspolitische Schwierigkeiten ergeben könnten. Richt überall könne diese These un- besehen übernommen werden. Im Elsaß und in Südtirol lege man großen Wert auf eine Ser- welschung der deutschen Kinder schon in den Kinder- schulen. Das sei eine schwere Versündigung an natürlichsten Menschenrechten. Es wirke sich aum Schaden an der Seele des Kindes aus. Das Kind habe ein sittliches Recht auf feine Muttersprache. Man müfic sich in der Pädagogik lediglich von echischen Prinzipien und nicht von politischen Doroder Nachteilen leiten lasten. 3n feinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner den Fragen der kulturellen Eruehungs- arbeit zu. Kulturgut fei stets nationales Gut. Kulturgut könne aber nur bann Dildungsgut werden, wenn es der Struktur der Seele besten entspreche, an ben es herangetragen werben solle. Für den beutschen Menschen sei eben nur bas deutsche Kulturgut bas Gegebene. Das beutsche Kulturgut allein könne nur eine Derbinbung ber Auslands- beutschen mit bem Mutterlanbe Herstellen Die Doppelgerichtetheit auf kulturellem Gebiet habe bie Spaltung ber Persönlichkeit und Zwiespältigkeit in sittlichen Anschauungen zur Folge. Durch die Schule solle auch zu Volk und Staat erzogen werden, denn die Erziehung zum Staat sei mit ein Bilbnngsjiel einer jeden Schule. Lin Staat müsse aber der Ausdruck ber Lebensform eines Volkes fein. Die Schwierigkeiten für das Deutschtum im Ausland in dieser hlusicht lägen klar auf der Hand. Die bisherigen Ausführungen hätten gezeigt, daß die Bearbeitung ber Erziehungsfragen des Aus- landsdeutschtums nicht nur aus politischen, sondern auck aus oolkspolitischen Gründen notwendig erscheinen müßten. lieber Minderheitenschulen werde sehr häufig geklagt. Dabei liege es gar nicht immer an der Sprache, wenn unbefriedigende Verhältnisse herrsch- ten, vielmehr fehle es manchmal an ber notwendi- gen Deutschsten Bei bobenftänbiqem Volkstum erhebe man mit Recht gegen eine Zweisprachigkeit in ben Schulen energischen Einspruch. Unbebingtt Voraussetzung fei aber, daß ber Lehrer Deutscher fei, benn nur bie Unmittelbarfeit beutschen Wesens wirke auf bie Kinder im erwünschten Sinne. Dts Äugend solle durch ihn ein emheitliche- deutsche» Volk erleben. Das Kind solle durch den Lestrer von deutschem Wesen durchdrungen werden. Der Weg zu wahrem Menschentum führe nur über Volkstum und Heimatgefühl. Leider gebe es an deutschen wissenschaftliche« Instituten noch fein Institut für bie Wissenschaft« liche Bearbeitung ber auslandsbeutschen Schul» Probleme, obwohl es sich doch hier um einen Bestandteil unseres Dolfes handle, der nicht weniger denn 40 Millionen Menschen zähle. Hier gehe man ben Dingen viel zu wenig nach. Es sei nötig, auf frieblidjer Orunblage bie Lösung biefer Probleme au erreichen. Die Einbeziehung ber Erziedungs» fragen bcs Auslanbsbeutschtums in bie Päbagogik des Mutterlanbes bebeute ein ffrperiment Man könne bie Derhältniste im Mutterland nie auf bie Derhältniste beziehen, bie für die Ausländsdeutschen gegeben seien. Der Lehrer werde also in praktischer Arbeit in vorderster Linie stehen müssen. Zur Betreuung des Auslandsdeutschtums müßten auch geistige Fäden geschlungen werden. Selbst kleinste ^Ortsgruppen nehmen gerne teil an ber Kultur bes Mutterlanbes. Vor allem aber wüste bie Wissenschaft für die mannigfachen Probleme der Erziehung und der Schule der Ausländsdeutschen interessiert e werden. Nationale Erweiterung dieses Arbeitskreises fei aber ebenfalls ein Erfordernis, benn erst bann könne es erst zu einer internationalen Zusammenarbeit (auf nationaler ©runblage) kommen, und erst bann werbe bie Kulturarbeit auf bie,em Gebiete zu wahrhafter Bebeutung kommen. Der Vortrag würbe mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Eine Aussprache, Die sich anschloß, ge- stattete sich sehr lebhaft. SJl.-^port Schachweillampf GießeN'Marbmg 12:6. Der Wettkampf bes Schachklubs Gießen 1858 gegen ben Schachoerein Marburg enbete mit dem Siege des Gießener Schaklubs 12:6. Es wurde an 18 Brettern gespielt. Es gewannen die Herren Breibecker, Dürft, Gerharb, Grötzfch, Hainer, Niko- laus, Schmibt, Sieger, Stumpf unb Wagner. Es spielten unentschieben (remis) bie Herren Keitzer, Knöll, Körbächer, Urftabt. 25 Jahre Fechiabieiluna des Tv. 1860 Bad'Nauheim Die Fechtriege bes Turnvereins 1860 Bad-Nau- heim, eine ber ältesten unb leistungsfähigsten Fecht- riegen im alten Turngau Hessen, konnte jetzt auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Grünber ber Riege ist Ehrenfechtwari Hugo N i e tz s ch , ber auch längere Zeit bas Amt bes Gaufechtwarts im Heft fenaau erfolgreich befkibete. Das Jubiläum gab Anlaß zu einer schlichten, roürbigen Feier, bei ber Ehrenlechtwart N i e tz s ch bie Festansprache hielt unb Gaufechtwort Kühn (Friedberg) bie Grüße unb Glückwünsche bes Hestengaues überbrachte. CineDr.-ZührervelsammlunginNid-a Der Führer bes Turnfreifes 11 (Wetterau-Vogels- berg) im Turngau 12 Nordhessen, Stubienrat Thierolf (Friebberg), hat bie Dereinsführer ber 92 Vereine bes Turnkreises zu wichtiger Besprechung eingelabcn. Die Dereinsführer ber politischen Kreisgebiete Schotten unb Büdingen treffen sich am Sonntag, 3. Dezember, in Nidda, während bie gleiche Zusammenkunft für ben Kreis Friedberg am 10. Dezember in Friedberg stattfindet. ©er Gießener Eisverein gerüstet. Dem großen Aufschwung, ben der Eislauf im vergangenen Winter in Gießen genommen hat, wurde auch bei ben Vorbereitungen für bie kommende Laufzeit Rechnung getragen. Die große Lauft fläche steht nun bem Besucher roieber in vollem Ausmaß zur Verfügung, da die Sport- plätze insgesamt auf das sogenannte Planschbecken verlegt wurden. Mit einer verstärkten Beleuchtung versehen wird es in Zukunft möglich sein, auch abends Eishockeyspiele und sonstige Wettbewerbe auszutragen. Es ist somit auch bem tagsüber geschäftlich Tätigen bie Möglichkeit gegeben, seinem Sport nachzugeyen unb er muß nicht bis xum Wochenend warten, um sich im Wettkampf messen zu können. Im sportlichen Programm ist vorgesehen, roieber eine Kunstlauflehrerin z u verpflichten, um bie Läufer für bie in Wiesbaden ftattfinbenben Meisterschaften vorzubereiten. Die Schuellaufwettbewerbe werden voraussichtlich wieder in Gießen dnrchqesuhrt. unb zwar wegen der auherorbenttich guten Bahn- Verhältnisse, bie hier gegeben sinb. So werden dem Gießener Publikum auch in diesem Jahre wieder spannende Wettbewerbe geboten werden. Die Eishockeymannschaft hat verschiedene Einladungen nach auswärts erhalten und wird wahrscheinlich an Weihnachten eine Feiertagsreise unternehmen können. Da im kommenden Winter bie Deutschen Winterkampfspiele im Harz ausgetragen werben, hofft man in ben Reihen bes Vereins bort in einer Sportart vertreten zu fein. Die meisten Aussichten haben hierzu die E i s • schützen, die ja schon im vergangenen Winter zu Meisterehren gelangten. Die außerordentlich gute Entwicklung ber Sportabteilung hat dazu beigetragen, daß man sich in Gießen roieber mit größerem Interesse dem Eisläufen widmet, so daß also ihre Tätigkeit im besten Sinne zu bem körperlichen Ausbau unseres Volkes beiträgt. Handball im Gan XII der ©T. Oer Stand der Winterspie^reihe im Turrikreis Gießen. Die Spiele in ben einzelnen Kreisen, bie burch die Um- dzw Neu-Organisation innerhalb ber DT. erst sehr spät beginnen konnten, sinb jetzt allenthalben in vollem Gange. Leider mußten bereits verschiedentlich Spielverlegungen eintreten, so baß naturgemäß noch eine geraume Zeit verstreichen wirb, bis alle Spiele restlos unter Dach und Fach gebracht sind. Der Stand der Kreisklasse in unserem heimischen Turnkreis — bie Spiele werben unter Leitung bes Äreisfpidroartes Lust, Allendorf an ber Lahn, durchgeführt — geht aus nachstehenden Tabellen hervor. (In der ersten Spalte ist jeweils bie Zahl ber bestrittenen Spiele, in ber zweiten bie ber gewonnenen, in der dritten die der unentschieden beendeten und in der vierten Spalte bie Zahl ber verlorenen Spiele vermerkt Die übrigen beiden Spalten geben bie Torziffern unb bie Punktwertung roieber.) 1. Kreisllaffe: Spielbezirk I. Gambach Lützellinden Dornholzhausen Hörnsheim Groß-Rechtenbach 5 4 0 1 3 8 0 0 5 2 0 3 4 112 5 0 14 34:29 25:12 28:30 21:21 23:39 8:2 6:0 4:6 3:5 1:9 Es bürste zu einem scharfen Enbkampf zwischen ben beiben Tabellenersten kommen, bei bem Lützel- linben sicher bie meisten Ehancen hat. Spielbezirk II. Krofdorf I Atzbach Hochelheim I Heuchelheim I Mendorf (Lahn) 2 2 0 0 3 2 0 1 3 2 0 1 2 10 1 4 0 0 4 12:5 15:14 17:11 13:10 7:24 4:0 4:2 2:2 0:4 Der Tabellenerste ist hier kaum oorauszufagen, da bie entscheibenben Spiele noch ausftehen. Ausfällig ist, baß Allendorf nicht die Rolle spielt, bie man erwartet hätte Ausgesprochenes Pech hat die sonst gute Mannschaft bisher ohne Punktgewinn gelassen. S p i e l d e z i r k III. Allenbors (Lda.) 1 1 0 0 9.1 2:0 Lollar 1 0 0 1 1:9 0:2 Roth (Lahn) Die Spiele in biefem Bezirk haben erst begonnen, so daß eine Spielstärke der einzelnen Mannschaften nicht bekannt ist. S p i e l b e z i r k IV. Romrod 3 3 0 0 23:3 6« Burg-Gemünden 3 2 0 1 18:11 4 2 Schotten 2 0 0 2 10:22 0:4 Bernsfeld 2 0 0 2 4:14 0:4 Hier dürste Romrod die Spitze nicht zu nehmen fein, obwohl auch Burg-Gemünden als sehr spielstark angesehen werden muß. Spielbezirk V. Albach 3 3 0 0 21:13 6:0 Garbenteich 3 2 0 1 22:19 4:2 Hausen 1 0 0 1 6:16 0:2 Cid) 3 0 0 3 15:36 0:6 Auch in diesem Spielbezirk dürfte erst ein scharfer Endkampf zwischen Albach und Garbenteich erforderlich werden. Wer die Spitze einnehmen wird, ist ungewiß. 2. Kreiskloffe: Wißmar Ruttershausen Launsbach Krofdorf H Nordeck Spielbezirk I L 3 3 0 0 21:10 4 3 0 1 26:18 4 2 0 2 25:22 4 2 0 2 11:15 5 0 0 5 11:29 6:0 6:2 4:4 4:4 0:10 Wißmar führt die Tabelle an und dürste auch bei einigermaßen Beständigkeit seiner Mannschaft ben Platz behaupten. 6 diesem Spielbezirk dürfte in Dorlar bereits feststehen. 5 5 6 5 2 2 2 1 0 1 1 0 0 IIL 1 1 2 3 5 22:13 11: 9 17:18 14:24 19:19 10:2 5:3 5:5 44 2:10 Dorlar Aßlar Klein-Rechtenbach Waldgirmes Niedergirmes II Der Meister in Spielbezirk (Brüningen Lang-Göns Niederkleen Lützellinden II Cleeberg SpielbezlrkIV. 5 4 10 4 3 10 4 2 0 2 6 2 0 4 5 0 0 5 45:17 56:13 21:26 20:45 14:57 9:1 7:1 4:4 4:8 0:10 Grüningen und Lang-Göns führen die Tabelle an. Die meisten Aussichten, an den Endspielen teilzunehmen, hat wohl Lang-Göns, doch darf auch Grüningen, dessen Mannschaft nach der angeneh- men Seite hin enttäuscht hat, nicht unterschätzt werden. Spielbezirk V. 3 4 2 3 2 0 2 0 2 2 0 0 1 1 0 27:6 25:19 4:4 11:26 4:16 3 2 1 0 0 6:0 4:4 3:1 1:5 0:4 Gieß. Turnersch. II SpV. 1900II OST. Beuern Burkhardsfelden _ ____ Eine Voraussage ist hier nicht zu treffen, da die Stärke der führenden Mannschaften noch nicht genügend bekannt ist. Nach den Leistungen der letzten Spiele zu urteilen, wird man nicht fehlgehen, wenn man der II. Mannschaft der Gießener Turnerschaft die meisten Chancen einräumt. 3. Kreisklasse: Spielbezirk I. 6 4 4 3 5 5 3 2 0 0 50:13 13:12 18:11 5:23 8:33 1 0 1 0 0 11:1 6:2 5:3 0:6 0:10 0 1 1 3 5 Hier ist die II. Mannschaft von Hochelheim ihren Gegnern weil überlegen. Hochelheim II Heuchelheim II Erda Wißmar II Münchholzhausen II H. Buhh wieder als Gluller. Deutschlands bester Skuller Herbert Buhtz, der durch seine hervorragenden Leistungen im Vorjahre auch in Europa zu Den Besten zählte, wird in der kommenden Saison wieder im Einer starten, nachdem er sich 1933 nur im Mannschaftsboot betätigt hatte und hier seinem Verein, dem Berliner RC., Meisterehren im Vierer verschafft hatte. Radländerkampf Frankreich - Deutschland. Am 10. Dezember findet auf der Pariser Winterbahn ein Radländerkampf Frankreich — Deutschland statt, in dem Metze und Möller bei den Stehern, Richter und Engel bei den Fliegern sowie Ehmer und Steffes im Omnium Deutschland vertreten. Außerdem starten noch die beiden Straßenfahker Sieronski und Buse auf deutscher Seite. Kurze Sportnotizen. Im Frankfurter Stadion wird am 14. Januar 1934 der Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Ungarn ausgetragen. Der deutsche Gruß ist vom Führer des Deutschen Radfahrer-Verbandes für alle Radsportler angeordnet worden. Gleichzeitig sind Richtlinien Über die Eröffnung radsportlicher Veranstaltungen ergangen. Einen deutschen Skilehrer^ Louis Sange n m a i e r, hat Der Italienische Wintersportverband verpflichtet. Langenmaier hat sich schon früher als Lehrer italienischer Truppen in den Dolomiten betätigt und ist auch als Mitarbeiter Louis Iren» fers bei dessen Filmen bekannt. Oberhessen. Landkreis Gießen. ED Lollar, 29.Nov. Der Totensonntag wurde hier in würdiger Weise gefeiert Am Vormittag war Gottesdienst in Kirchberg, an dem sämtliche Korporationen geschlossen teilnahmen und das Gotteshaus bis auf den letzten Platz füllten. An- schließend fand ein zweiter Gottesdienst für die übrige Kirchengemeinde statt. Nach diesem war eine kurze Feier am Kriegerdenkmal des Kirchspiels. Nachmittags bewegten sich in langem, feierlichen Zuge SAi-Kapelle, SA., Hitler-Jugend, BdM., Jungvolk, sowie der Veteranen- und Kriegerverein und alle Ortsvereine zum Friedhof, wo eine eindrucksvolle, würdige Feier vor dem Kriegerdenkmal der Gemeinde Lollar stattfand. Nach einem von der SA.-Kapelle (Musikzugführer Deines) oorgetra- genen Choral sang der Turn- und Gesangverein unter Chorleiter Eberle den Chor „Den gefallenen Helden". Hierauf gedachte der Ortsgeistliche, Pfarrassistent Bernbeck, in Worten echt deutschen Empfindens der gefallenen Helden aus großer Zeit und der Toten der Gemeinde. Nach dem Gebet würdigte Bürgermeister Wagner die Verdienste der toten Kämpfer, besonders auch derer, die für das nunmehr erwachte neue Deutschland gefallen sind, und legte unter gesenkten Fahnen namens der Gemeinde einen Kranz am Denkmal nieder. Dasselbe tat für den Veteranen- und Kriegeroerein dessen 1. Führer Beigeordneter T a u b e r L Die Sänger- Vereinigung (Chorleiter happet) sang: „Ein Kreuzlein schwankt im Winde". Bei den Klängen des Liedes vom guten Kameraden, gespielt von der SA.-Kapelle, gedachte die Versammlung schwei- genb der toten Helden. * Lollar, 30. Nov. Der Kaninchenzucht- Verein Lollar und Umgegend veranstaltet am 2. und 3. Dezember die erste ^reisgrup« penschau für Kaninchen im Gasthaus „zur ©er» mania". Die Ausstellung ist mit einer Verlosung für die Winterhilfe verbunden. 5 Steinbach, 28. Nov. Am Totensonntag fand in unserem Gotteshause eine ernebenbe Feier statt. Der Gesangverein „Eintracht", Dirigent Sommer-Watzenborn, bot zwei Chöre dar. Die nationalen Verbände und Vereine beteiligten sich an dem Gottesdienste, der auch sonst eine zahlreiche Gemeinde fand, die unser großes Gotteshaus bis zum letzten Platz füllte. Die Predigt des Pfarrers führte zur Lebensquelle Christus. Bei einer besonderen Ehrung der Opfer des Weltkrieges und der Freiheitsbewegung, zeigte Pfarrer Böll, was die Helden von unserer Zeit zu fordern haben: treueste Pflichterfüllung gegen Volk und Vaterland, wofür sie gestritten und gelitten und ihr Leben als Opfer gaben. — Auch in Albach fand ein Fest- gottesdienst statt, der eine zahlreiche Gemeinde im Gotteshaufe sammelte. oo Langsdorf, 30. Nov. Bei der ersten hiesigen Treibjagd wurden 67 Hasen zur Strecke gebracht. Getrieben wurden das Feld und ein kleines Waldstück. Es ist auffallend, rote gering der Bestand von Hafen geworden ist. Man vermutet, daß dieser Rückgang mit der intensiven Feldwirtschaft zusammenhängt. — DieHolzhauerar- beiten in unserem Gemeinderoald haben begonnen. Es wurde dafür Sorge getragen, daß sämtliche Arbeitslosen bis zum Frühjahr in Brot und Arbeit stehen. Es finden aber auch noch viele Kleinbauern Verdienst, der ihnen bei der gespannten Wirtschaftslage sehr notwendig ist. Kreis Büdingen. X Bingenheim, 30. Nov. Der hiesige Ge- meinderechner Wilh. Fischer, der das Rechner- amt seit 1911 bekleidet, ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Kreis Schotten. : Ober-Schmitten, 28. Nov. Eine eindrucksvolle Totengedenkseier veranstaltete der hiesige Kriegerverein am Abend des Totensonntags im Kirchhoffcken Saale, der feierlichen Schmuck auiwies. SA., Hitlerjugend, Ortsgruppe der NSDAP., Frauenschaft, beteiligten üch geschlossen an der Totenehrung, ebenso die übrige Einwohnerschaft des Dorfes, so daß der geräumige Saal überfüllt war. Der Vorsitzende des Kriegervereins, Lehrer I. Diehl, gedachte in ernsten Worten der Toten des Weltkrieges und der deutschen Erhebung, deren Opfertod nicht umsonst gewesen fei. Ihr Millionengrab sei dem unter Adolf Hitler geeinten deutschen Volke Symbol höchster Opferbereitschaft geworden. Die Blutsaat sei aufgegangen und habe herrliche Früchte gebracht: e i n Reich, e i n Volk, einen Führer. Das Lied vom guten Kameraden beschloß die Totenehrung; anschließend sprach Freiherr v. Münchhausen (Darmstadt) über „Kamps und Tod an der Westfront". Unterstützt durch ausgezeichnete Lichtbilder, an der Kampffront ausgenommen, führte der Redner die Zuhörer an die Zentren der Westfront, an denen sich das Völkerringen am furchtbarsten und verlustreichsten gestaltete. Der Kampf um Verdun, die Sammeschlacht, die Flandernschlacht, die Tankschlacht bei (Eambral und der deutsche Gegenstoß km Cambraibogen wurden in Aufbau, Kampfhandlnng und Auswirkung mit außerordentlicher Sachkenntnis und Anschaulichkeit vor Augen geführt. Der Vortrag wurde für Kriegs- und Nichtkriegsteilnehmer zu einem ergreifenden Erlebnis, was in starkem Beifall zum Ausdruck kam. Die feierliche Abendstunde fand mit dem DeutWand- und Horft-Wes- sel-Lied ihren weihevollen Ausklang. — Am Vormittag nahm der Kriegerverein geschlossen am Gottesdienst in Eichelsdorf teil und legte einen Lorbeerkranz an der Ehrentafel der Gefallenen nieder. <£ Rainrod, 27. Nov. Am Totensonntag fand zu Ehren der Gefallenen unserer Gemeinde am Kriegerdenkmal eine erhebende Gedenkfeier statt. SA., SA.-Reserve, die Hitlerjugend, die Frauenfchaft, die Schüler und sämtliche Vereine der Gemeinde versammelten sich bei der alten Dorf- linde, und marschierten unter den Klängen eines Trauermarsches zum Denkmal. Hier spielte zunächst die Kapelle zwei Choräle. Fräulein Minna Konrad trug zu Ehren der Gefallenen ein Gedicht vor. Bürgermeister D e ch e r t gedachte sodann der gefallenen Helden unserer Gemeinde in einer er- yebenden vaterländischen Ansprache und legte als Zeichen des Dankes im Namen der Gemeinde am Male einen Kranz nieder. Fräulein Paula Bär sprach eine Widmung, die Schützenabteilung des Kriegervereins erwies den Gefallenen die übliche Ehrung. Das Lied vom „guten Kameraden" schloß die eindrucksvolle Feier. l. G e d e r n, 28. Nov. Am Hauptgottesdienst zum Totensonntag nahmen die Untergliederungen der NSDAP., Ortsgruppe Gedern, geschlossen teil. Die Gederner Vereine hatten Fahnenabordnungen entsandt. Pfarrer Saal hielt die Predigt. Nachmittags fand zu Ehren der gefallenen Helden am Kriegerdenkmal eine schlichte Gedenkfeier statt, bei der die SA.-Kapelle, der Gesangverein .Lieder- kranz" und ein Sprechchor der Schulkinder mitroirf- ten. Pfarrer Saal hielt auch hier die Predigt. Der kommissarische Bürgermeister Beyer legte im Auftrage der Stadt am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Auch die NSDAP. Gedern ehrte die gefallenen Helden, indem Ortsgruppenleiter Klein nach einer kurzen Ansprache einen Kranz niederlegte. Gemeindegesang verschönte die Feier. Kreis Alsseld. n Nieder-Ohmen, 28.Nov. Am Sonntag hatte die Mädelgruppe Nieder-Ohmea im Saale von Gastwirt Ziegenhain eine Versarnm» lung. Es waren die Mädelscharen Nieder-Ohmen, Flensungen, Bernsfeld und Wettsaasen erschienen. Die Kreisleiterin und die Ringführerin begrüßten die Mädels und gaben ihrer Freude Ausdruck, daß ie so zahlreich zugegen waren. Die Kreisleiterin prach über die Ziele des BdM. und die bevorstehen» )en Weihnachtsarbeiten. Zum Schluß bekamen die einzelnen Scharführerinnen Schulungsbriefe aus» gehändigt. —o— Ober-Ohmen, 28. Nov. Am Mantua veranstaltete die NSDAP, im Saale der Gast» wirtschaft Krebs einen sehr gut besuchten Film» abend. Zur Vorführung gelangte der Film „Deutschland erwacht!" Im Beiprogramm sah man neben einigen Kulturfilmen noch Bildstreifen von der Treuekundgebung der Osllandfahrer am Tannenberg-Denkmal und der großen Kundgebung der 150 000 Saarländer am Niederwalddenkmal. — Am kommenden Montag beginnen im hiesigen Ge» meinewald die H o l z h a u e r a r b e i t e n , Die nur von Erwerbslosen ausgeführt werden. st. Kirtorf, 29. Nov. Im gesamten Bezirk des Hefigen Fvrstamtes wurde dieser Tage die Holz» Hauerarbeit aufgenommen. Für viele Einwohner der Gemeinde ist damit Arbeitsmöglichkeit geschaffen. ss. Grebenau, 29.Nov. Vor einigen Tagen haben die Holzhauerarbeiten in sämtlichen Förstereien des Fvrstamtes Grebenau begonnen. Da z. Zt. noch drei Maßnahmen mit Notstandsurbeitea in den Förstereien Udenhausen und Schwarz im Gange sind, zählt man jetzt überhaupt keine Arbeitslosen in unserer Gegend. — Am Toten- Sonntag fand auf dem Friedhof am Ehrenmal der gefallenen Helden des Weltkrieges eine G e» dächtnisf eier statt. SA., SAR., Hitlerjugend, sämtliche Vereine mit Fahnen und Schuljugend, sowie zahlreiche Mitglieder der Gemeinde nahmen an der Feier teil. Die Feier wurde durch zwei von der Gesangsriege des Turnvereins üorgetragene Chöre, sowie durch einen Sprechchor des Jungvolks verschönert. — Bei der dieser Tage vom Pächter der hiesigen Gemeindejagd abgehaltenen Treibjagd kamen 3 Rehe, 2 Hasen und 1 Fuchs zur Strecke. Preußen. MittelflandS-xlstenzenftaitGroßbetrieb WSN. Frankfurt a. M., 30. Nov. Bei der im Jahre 1888 hier gegründeten Karl Fröhling AG. wurde in den letzten Wochen die Rückentwicklung eines Grohsilialbetriebs in mittel- ständische Einzelexistenzen auf genossenschaftlicher Grundlage durchgeführt und zum größten Teil bereits beendet. Etwa 100 Filialen sind in selbständige Geschäfte umgewandelt und von den jeweiligen Filialleitern erworben worden, wobei' der Durchschnittspreis der Filialen etwa 5000 bis 6000 Mark beträgt. Dadurch gelang es, die alte Firma restlos zu liquidieren und auf ihrer gefunden Grundlage die neue „Großeinkaufs- und Kreditgenossenschaft der selbständigen Fröhling-Läden e. G. m. b Sy“ aufzubauen. Das Kapital wurde zum größten Teil von den Angestellten und Arbeitern der Karl Fröhling AG., die sämtlich der neuen Genossenschaft angehören, aufgebracht, während der Rest von Banken zur Verfügung gestellt wurde, so daß das jüdische Kapital restlos verdrängt werden konnte. Durch die Wahl der genossenschaftlichen Form des Zusammenschlusses wurde gleichzeitig die nationalsozialistische Gemeinschaftsidee in stärkstem Make b-'tnnt. Vorstand der n"uen Genossenschaft ist Pg. Sieben heim, Vorsitzender des Aufsichtsrats Pg. Bujard, der die gesamte Umstellung leitete. Die Vorteile der Umwandlung des Großfilialbetriebes liegen in erster Linie darin, daß eine große Anzahl selbständiger mittelständischer Einzekeristenzen geschaffen werden, die die Vorzüge des Großbetriebes und die Leistungsfähigkeit des Einzelbandeis in sich vereinigen. Gemeinsamer Großeinkauf, günstige Finanzierung und Kreditgebarung, langjährige Erfahrung der Geschäfts- inbaber ermöglichen es dem einzelnen Geschäft, sich sowohl gegenüber den übrigen Großfilialen, als auch gegenüber dem Kleinhandel zu behaupten. Um aber den übrigen Kleinhändlern die Möglichkeit zu geben, die gleichen Vorteile zu genießen, ist in dem Statut der Genossenschaft vorgesehen, daß jeder Einzelhändler, soweit sein Geschäft gesund ist, und er über die notwendigen fachlichen Kenntnisse verfügt, sich der Genossenschaft anschließen kann. KrctH 'LScvlar (D Ärofborf, 29. Nov. Am Dienstagabend hiett Tierarzt Dr. Helm von Rodheim a.d. B. im Moosschen Saale einen Lichtbildervortrag, an dem zahlreiche Landwirte teilnahmen. Das Thema lautete: „Die Tuberkulose beim Vieh". Red- ner verstand es, in volkstümlich-anschaulicher Weise, unterstützt von guten Lichtbildern, die Bedeutung der Diehtuberkulosensrage zu erläutern. Seine Anregungen, das Uebel allmählich ganz aus den Vieh» ställen zu bannen, dürften starken Anklang gefunden haben. Solche belehrende Abends dürften öfters ftattfinben. — Im Zuge ber Straße von Krofdorf nach Gleiberg wurde kürzlich der sehr löcherige obere Teil von dem Südtor an der Linde in ©lei» berg bis an die letzten Häuser nach Krofdorf durch Walz arbeiten in Ordnung gebracht, ;o daß der Fuhrwerks- und Autoverkehr zum Ort Gleiberg und vor ollem zur Burg eine wesentliche Erleichterung erfährt. Wünschenswert wäre auch eine Instandsetzung Der Wegstrecke zwischen beiden Orten. * Kinzenbach, 29. Nov Die Landessilmst?lle Südwest — Dienststelle Der Reichspropagandaleitung — veranstaltete durch ihren Reichsfilmwart Schmidt hier eine Filmvorführung im Gasthaussaal Peitsch. Am Vormittag wickelte sich ein reichhaltiges Programm vor den Äugen der Schulkinder ab. Die wuchtigen Ereignisse in der Zeit ber erwachenden Nation, die den Schulern aus Unterricht und Rundfunk bekannt sind, wurden durch das lebende Bild ergänzt und in der Dorstellungs- roelt der Kinderseelen befestigt. Der Tag in Pots- HERRENMODEN RICHTER das Spezial - Geschäft für den gutgekleideten Herrn SELTERSWEG 52 234 D ■■■■■■■■■■■■ Betraufe Samstag markt, Brandpl. Schöne roteWeibnachtsiivfei lOVfd.I^iO Große Walnüsse, Haselnüsse und Paranüsse. ... Pfund 0.45 Sthronen . 10 Stück 0.35 üße Mandarinen, Maronen, Feigen und brdnüsse. 06777 Heinr. Oster, Offenbach. Unsere Slntkwaren in Qualität und Pre^ unübertroffen Knaben-Pullover m. u. o. Reißvß., schön. Farb.-Dess., reineWolle 4ßQ u. 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Sprechchöre und Gesänge vaterländischer Lieder verschönten die würdige Feier. Ein kurzes Einleitungs. und Schluß, wort von Lehrer Armb recht umrahmte die nationale Feierstunde. Am Abend hatten sich die Erwachsenen eingefunden, um die historischen Gescheh- nisse im Film auf sich einwirken zu lassen. Auch hier brachten die Schüler der 1. Klosse durch Sprechchöre und Gesänge der passenden Lieder Abwechselung in die Bildoorsührungen. Lehrer A r m b r e ch t wies noch einmal in kurzen Worten aus die vorgeführten Erlebnisse hin, wie sie die Weltgeschichte noch nicht gekannt hat. Ein dreifaches Sieg-Hell auf den Reichspräsidenten und den Volkskanzler, und mit dem Gesang der Nationallieder endete die eindrucksvolle Feier. (D Kinzenbach, 29. Noo. Der Gemeinde- Haushaltsplan für 1933 schließt in Einnahme und in Ausgabe mit 46 374 Mark ab. Die Gemeindesteuern sind wie solat festgeseht: 350 o. H. der Grundvermögenssteuer I und II, 500 o. H. der Gewerbesteuer vom Ertrag, 1000 o. H. von der Lohnsumme, das l'/rfache der Bürgersteuer und das einfache der Biersteuer. Es sind dies die gleichen Steuersätze wie im Vorjahr. p Bieber, 29.Nov. Am Totensonntag begaben sich Abordnungen der NSDAP, und der N^BO., sowie des Kriegervereins nach dem Friedhof, um am Kriegerdenkmal zu Ehren der gefallenen Kameraden Kränze niederzulegen. Nach einer kurzen Ansprache des Zellenleiters der NSBO., Pg. Süß, sowie einer Ansprache des Kriegervereinsvorsitzenden Brück wurden in stillem Gedenken die Toten geehrt. Beide Redner wiesen auf die Bedeutung des Gedenktages in unserem neuen Deutschland hin. Die heutige Staatsführung verlange von jedem Volksgenossen, daß die für das erwachte Deutschland gefallenen Helden nicht oergeffen würden. Mil dem Liede vom guten Kameraden wurde die Feier geschlossen. — Am Montagabend wurde hier im Schulsaal eine Gruppe der Hitler-Fu- g e n d gegründet. Pressewart Peter sagte der Zu- gend eifrigste Unterstützung zu, und so gelang es noch vor Torschluß lab 1. Dezember ist die Aufnahme in die Hitler-Fugend gesperrt), den Wunsch zu erfüllen. 2m Einvernehmen mit dem zuständigen Scharführer P a u s ch - Rodheim wurde die neue Hitlerjugend zu einer Besprechung eingeladen. Pressewart Peter wies auf die Wünsche der einheimischen Fugend hin, die für sich selbst eine Gruppe bilden wolle. Man zeigte alles Verständnis. Scharführer P a u s ch legte Der Fugend die Pflichten und Rechte der Hitler-Jugend dar und erläuterte die sportliche und turnerische Tätigkeit der HF. Es waren 24 Jungmannen erschienen: zwei konnten mit Rücksicht auf ihr Alter nicht aufgenommen wer- den. Don dreien fehlte noch die elterliche Genehmigung. Die übrigen 19 konnten mit Begeisterung ihre Aufnahme unterzeichnen. Nach der Ausstellung der Aufnahmescheine durch den Kassenwart Platt- Rodheim und einem kurzen Schlußwort wurde die Besprechung mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler geschlossen. # Wißmar, 29. Nov. Der Haushaltsplan der Gemeinde für 1933 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 162 705 Mark festgesetzt. An Gemeindesteuern sollen dieselben Sätze wie im Vorjahre zur Erhebung kommen. Es sind dies: 400 v. H. der Grundvermöqenssteuer I, 350 v. H. der Grundvermögenssteuer II (landwirtschaftlich genutzter Besitz), 400 o. H. der Gewerbesteuer vom Ertrag und 400 o. H. derselben Steuer vom Kapital, Bürgersteuer das fünffache, Biersteuer das einfache des Landessatzes. <5 Odenhausen, 29. Noo. In unserer Gemeinde kommen für 1933 an Gemeinde- fteuern zur Erhebung: 440 Prozent der Grund- Dermögensfteuer I und II, 500 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrag und vom Kapital, das fünffache der Bürgersteuer, der einfache Landessatz der Biersteuer. Der Gemeinde-Haushaltsplan lür 1933 schlicht in Einnahme und in Ausgabe mit 32 804 Mark ab. < Dorlar, 29. Nov. Der hiesige Gemeinde- Haushaltsplan für 1 933 ist in Einnahme und Ausgabe auf 74 285 Mk. festgestellt worden. Die Gemeindesteuersätze betragen: 380 Prozent der Grundvermögenssteuer I und II, 400 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrag, 800 Prozent von der Gewerbe-Lohnsumme, Bürgersteuer das Dreifache, Biersteuer das einfache des Landessatzes. $ Groß-Rechtenbach, 29.Noo. Unsere Ge- meinde hatte durch die Sperrung der Provinzial- straße Wetzlar—Groß-Rechtenbach bisher nur noch an den Markttagen Mittwochs und Samstags Kraftpo st Verbindung mit der Kreis- st a d t Wetzlar. Nachdem der Verbindungsweg zwischen der Straße Wetzlar—Weidenhausen und der Siedlung Büblingshausen so instandgesetzt wor- den ist, daß er mit Omnibussen befahren werden kann, wird der Kraftpostverkehr nach Büblingshausen und Groh-Rechtenbach von sofort ab wieder planmäßig ausgeführt. ' *!* Dornholzhausen, 29. Noo. Drtsbürger- meister Anton Jacobi ist vom Landesgerichtsprä- fidenten in Limburg an Stelle des früheren Ge- meindevorstehers Watz zum Ortsgerichtsvorsteher ernannt worden. — Unsere Gemeinde, die bereits eine größere Notstandsarbeit durchgeführt hat, beabsichtigt, sich an den Arbeitsbeschafsungsmaßnahmen der Reichsregierung dadurch weiter zu beteiligen, daß sie nunmehr auch . D r ä n u n g s a r b e i t e n größeren Umfanges ausführen lassen will Es sollen insgesamt 35 Hektar Ackerland und 10 Hektar Wiesen dräniert werden. Die Wiesen, welche im Kleebachtal gelegen sind, haben teils einen hohen Grundwasserstand, teils sind sie durch andrängendes Druckwasser versumpft. Der vom Kulturbauamt in Dillenburg aufgestellte Entwurf sieht eine Gesamt- f kostensumme von 19 500 Mk. vor, wovon 13 500 Mk. auf Arbeitslöhne und 6000 Mk. auf Materialien entfallen. Zur Deckung Der Kosten soll bei der Deutschen Rentenbank Kreditanstalt in Berlin ein Darlehen aus Mitteln des Reinhardtprogrammes in Höhe von 8500 Mk. ausgenommen werden. Den Restbetrag von rund 11 000 Mk. hat die (BemeinDe als Grundforderung aus Mitteln der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung beantragt. Die Gesamlzahl der Arbeitslosentage, werke ist mit rund 3400 veranschlagt. Es werden etwa 25 Arbeitslose auf die Dauer von 5l/i Mo« naten Beschäftigung finden. Die Dränungskosten sind mit 4,33 Mark je Hektar berechnet, sie sollen von den beteiligten Grundbüchern als Beiträge gemäß den Bestimmungen des Kommunalabaabegesetzes eingezogen werden. Mit den Arbeiten soll begonnen werden, sobald die beantragten Mittel durch die zu- ständigen Stellen bereitgestellt sind. = Niederkleen, 29. Noo. 3m Kalenderjahr 1934 finden hier folgende Gerichtstage statt: 31. Januar, 18. April, 6. Juni, 12. September und 14. November. Berliner Frühtörse. Berlin, l.Dez. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr waren noch keine Veränderungen festzustellen. Besondere Anregungen aus der Wirtschaft lagen nicht vor. Da der "Ultimo als solcher aber überwunden fein dürste, könnten bei heute sih. lenden Limiten schon kleine Käufe zu Kursbesserungen führen. Man taxierte daher gestrige Abendkurse Farben 128 (Geld) und Reichsbankanteile 169,75 (Geld). Neuyork war zwar gestern geschlossen, die übrigen Auslandbörsen lagen aber fester. Am Devisenmarkt errechnet sich über Zürich das Pfund gegen Paris mit 84,50, Mailand 62.75, Spanien 40,50, Schweiz 17,09, Amsterdam 8,2175 und Kabel mit 5,1790. Vortrags Vereinigung (Goethe-Bund / Kaufmännischer Verein / Gewerbeverein) HEUTE abend 8 Uhr, Neue Aula, 3. Vortrag Farbiger Heimat-Lichtbildervortrag: Deutsche Ruhmessfalten in Württemberg Mitglieder freien Eintritt / VeibandsmitgHeder 60 Pfennig / Nichtmitglieder Mk. 1.25 72+1D llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Obsi- uni» Gattenbauverein Gießen Sonntag, 3. De,., nachm. 3'/, Uhr, im Saale des Hotel Hovfeld, am Bahnhof Älutzevovdentliche Haupt- Vevsamnikmis mit folgender Tagesordnung: Vorläusiger Jahresbericht und Rechnungsablage; Gleichschaltung: Vortrag über „Obstsorten und ihr Verhalten im Garten" von Gartenmspcktor Rehnelt, Verschiedenes. Unsere Mitglieder werden au zahlreichem Erscheinen herzlich eingeladen. Glicht bekannte Obstsorten können zum Bestimmen mitgebracht werden. 7253 D 91(10 ^rhmoino besonders auch kränkliche, vU)lUvlllvf zurückgebliebene und wiche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL '£■& mengen. 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