Nr. 256 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, 1. November 1933 Erschein« t aglttt), außei fconntaqs und Feiertag* Beilagen Vie 3Hu|tnert» (BieRenei Jamiltenblättei Heimal >m Bild Die Scholl« Qlonats-Bezugspreis; Mil 4 ‘Beilagen NM 1.9b Ohne Dlluftrierte . 1.80 Iuslellgedühi . -25 Auch bei Nichterscheinen oun einzelnen Nummern infolge höherei Gewalt «iernfprechanlchlllffe unter Sammelnummer 2251 Anichrist lüi Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvS und Verlag: vrühl'lche Umvelstlais-Vuch- und StetnOnidcrei TL Lange in Gtetzen. Sd)rtftleltung und Geschäftsstelle: Schuf^traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich m (ßie ;e» 9 Stimme oes Lottes. Von Ministerialrat Or. Kaifenberg, Berlin. Reichspräsident und Reichsregierung haben das deutsche Volk aufgerufen, zu den Schicksalsfragen der Ration Stellung zu nehmen und seiner Verbundenheit mit der Reichsregierung feierlichen Ausdruck zu geben. Die A b st i m m u n g am 12. November 1933 wird ein Ereignis werden, wie es in der Weltgeschichte bisher nicht zu verzeichnen ist. Mit der Neuwahl des Reichstages wird zum ersten Male eine Volksab- ft i m m u n g auf Grund des von der Reichsregierung erlassenen Gesetzes über Volksabstimmung vom 14. Juli 1933 verbunden werden. Volksabstimmungen hat auch die Verfassung von Weimar gekannt, vornehmlich in der Form des Volksentscheids bei der Volksgesetzgebung. Doch war dieser Volksentscheid mit dem parlamentarischen Gesetzgebungswege so verzahnt, daß ein praktisches Arbeiten des Mechanismus der Volksgesetzgebung so gut wie ausgeschlossen war. Nach Artikel 75 der Verfassung konnte nämlich durch den Volksentscheid ein Reichstagsbeschluß nur dann außer Kraft gesetzt werden, wenn sich die Mehrheit der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligte, d. h. einen Stimmzettel abgab, mag dieser auch auf Nein gelautet haben oder absichtlich oder unabsichtlich ungültig gemacht worden sein. Durch das Erfordernis der Erreichung der Beteiligungs- Ziffer war ein Volksentscheid nahezu aussichtslos gemacht. Da jeder Volksentscheid nach der Weimarer Verfassung in positiver Richtung sich als ein Volksbeschluh gegen einen Reichstagsbeschluß darstellte, hatte sich in der Praxis die Uebung gebildet, daß die Gegner des Volksentscheides die Parole „Stimmenthaltung" ausgaben und nicht zur Stimmurne gingen. Denn so konnte am wirksamsten das Zustandekommen der Beteiligungsmehrheit bekämpft werden. Nach der Weimarer Verfassung war ferner der Volksentscheid nur für Gesetzgebungsakte eröffnet, d. h. für Angelegenheiten der Gesetzgebungsgewalt, nicht aber für solche der Verwaltung und damit der politischen Führung. Das hat dazu veranlaßt, Fragen politischer Natur in Gesetzesform zu gießen, wie das beim Volksentscheid über das Freiheitsgesetz (1930) mit dem Widerruf des erzwungenen Kriegsschuld- Anerkenntnisses der Fall war. Volksabstimmungen hat es schon bei den alten Griechen gegeben. Bei den germanischen Stämmen war sie die regelmäßige Form der Rechtssetzung. Die Stämme der Germanen waren in Hundertschaften gegliedert, in der die Sippen freier Markgenossen zu einer politischen Einheit, die L a n d s gern e i n d e, zusammengeschlossen waren. Die Lands- gemeinde stellte die Gesamtheit aller wehrfähigen Freien dar und übte die Gesetzgebung aus. Die unmittelbare Mitwirkung des Volkes an der Gesetzgebung findet sich bis in das Mittelalter hinein in den Markgenossenschaften und Reichsdörfern und blieb in den Schweizer Kantonen bis auf heute erhalten. In der französischen Geschichte sind Volksabstimmungen großen Stils wiederholt zu verzeichnen. Napoleon I. hat sich dreimal durch Plebiszit entscheidende staatsrechtliche Akte bestätigen lassen, zuletzt 1804 die Umwandlung der Republik in ein erblichesKaiserreich. AuchNapoleon III. hat sich des Plebiszits bedient Die Frage der Wiederherstellung des erblichen Kaiserreichs hat er am 21. November 1852 zur Volksabstimmung gestellt. In der Schweiz ist das Volksgesetzgebungsverfahren weitgehend ausgebildet, und zwar nicht nur in den Kantonen, sondern auch seit 1848 im Bund. In der Eidgenossenschaft werden Bundesgesetze und allgemein verbindliche Bundesbeschlüsse, oie nicht dringender Natur sind, dem Referendum, der Volksabstimmung, unterstellt, wenn diese von 30 000 Schweizer Bürgern gefordert wird. Im Laufe der Jahrzehnte sind in der Schweiz zahlreiche Fragen unmittelbar durch das Volk entschieden worden. So ist im Referendum die Verhältniswahl 1916 verworfen, 1918 angenommen worden. Angenommen wurde das Schächtoerbot (1893), das Verbot des Absinths (1908), das Verbot der Errichtung von Spielbanken (1920) und die Unterstellung von Staatsverträgen unter das Referendum (1921). Der Bundesbeschluß über den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund wurde am 16. Mai 1920 in der Volksabstimmung mit einer geringen Mehrheit angenommen. Bei dieser Abstimmung wurde die höchste Beteiligung seit Einführung der Volksabstimmung im Bunde mit 77,5 v. H. erreicht. Das neue Reichsgesetz über d i e Volksabstimmung ist anfänglich teilweise mißver- standen worden, insofern, als manche glaubten, es würde dem Gedanken des autoritären Führerstaates widersprechen. Gerade aber das Führer- prinzip verlangt, daß der Führer von Zeit zu Zeit über entscheidende Fragen sich der Stimme Des Volkes versichert und so feftaeftelU wird, daß der Führer vom Willen des Volkes getragen und er der Vollstrecker des Volkswillens ist. Das neue Volk-- ibstimmunasgesetz ermöglicht es der Reichsregierung, das Volk zu befragen, ob es einer von ihr beabsichtigten Maßnahme zu- ftimmt ober nicht Bei der Maßnahme kann es sich auch um ein Gesetz handeln. Die Volksabstimmung in dem Volksbefragungsoerfahren ist eine neue Art der Volksabstimmung, die mit dem Volksentscheid der Verfassung nichts gemein hat. Bei der neuen Volksabstimmung entscheidet d ie Mehrheit der abgegebenen gültig en Stimmen. Indem nur Die gültigen Stimmen gezählt werden und die einfache Mehrheit entscheidet, wird eine Sabotage der Abstimmung, wie sie die Verfassung zuließ, unmöglich gemacht. Jeder Volksgenosse, der auf Achtung und Verantwortungsbewußtsein gegenüber Volk und Staat Wert legt, wird und muß zur Stimmurne gehen. Deutschland und die Kleine Enienie. Der tschechische Außenin.mster zur neuen Lage -Prag wünscht keine Komplikationen — Beneschs Gorgen um das Gchickial des Vö'kerbundee Die dem deutschen Volke von seiner Regierung vorgelegte Frage lautet dahin, ob es die ihm in dem Aufruf der Reichsregierung vom 14. Oktober oorgelegte Politik des Friedens, der Versöhnung und der Verständigung, aber auch der Ehre und Gleichberechtigung billigt und ob es bereit ist, diese Politik als den Ausdruck seiner eigenen Auffassung und seines eigenen Willens zu erklären und f i ch feierlich zu ihr zu bekennen. In dem Stimmzettel, der aus grünem Papier besteht, ist zunächst der Aufruf der Reichsregierung vom 14. Oktober vorgedruckt. Dann folgt die Frage: Billigst du, deutscher Mann, und du, deutsche Frau, die Politik deiner Reichsregierung und bist du bereit, sie als den Ausdruck deiner eigenen Auffassung und deines eigenen Willens zu erklären und dich feierlich zu ihr zu bekennen? Unter den beiden vorgedruckten Worten Ja und Prag, 31. Okt. (TU.) In den Außenausfchüs- sen der beiden Kammern Des Prager Parlaments sprach der tschechoslowakische Außenminister Dr. B e n e s ch am Dienstag ausführlich über dir internationale Lage Er erklärte u. a.: Die Abkehr Deutschlands von der Abrüstungskonferenz und fein Austritt aus Dem Völkerbund ist von so weittragender Bedeutung, daß die Regierung sich verpflichtet fühlte, den gesetzgebenden Körperschaften wenigstens das Notwendigste über die gegenwärtige internationale Lage zu sagen. Die Entscheidung der deutschen Regierung muß als definitive Ablehnung der militärifchen Klauseln Des Versailler Vertrages ausgelegt werden, als A b - lehnung aller Abrüstungsvvrschläge, die Deutschland Die tatsächliche Rüstungsgleichheit gewähren. Das heutige deutsche revolutionäre Deutschland roirD nichts mehr annehmen, was es politisch, militärisch unD moralisch nicht allen a n- Deren Großmächten gleicht eilen mürDe. Die Revolution Des nationalsozialistischen Deutschlands bedeutet zweifellos einerseits eine allmähliche Aenderung Der ganzen europäischen Kontinentalpolitik, anderseits eine neue schwere Krise Des Völkerbundes. Für Deutschland würde es sich jetzt darum handeln, daß man zu Verhandlungen zwischen den Großmäch- t e n übergehe. Erst nach dem Ergebnis dieser Verhandlungen und nach der Vorbereitung eines Abrüstungsvertrages, der für Deutschland die Frage Der Rüstunasgleichheit nach seinem Wunsche lösen roürDe, würde Die Frage Des weiteren Verhältnisses Deutschlands zum Völkerbund gestellt werden. „Ich verhehle mir nicht, daß es, wenn es zu dieser (Einigung nicht kommen sollte, schwere internationale Streitigkeiten geben könnte und daß dabei die Existenz des Völkerbundes schwer bedroht werden würde. Aber wie aus all diesen Erwägungen hervorgeht, sehen wir im heutigen Vorgehen Deutschlands nichts, was in dec nächsten Zeit irgendwelche katastrophalen Krisen Hervorrufen könnte. Wir ändernnichtsan unserembisherigengutenundkor- retten Verhältnis zu unserem deutschen Nachbarn, mögen seine inneren Angelegenheiten welche Entwicklung auch immer nehmen und wir hoffen, daß das auch auf der anderen Seite der Fall sein wird." Dr. Benesch wiederholte dann die Erklärung, daß die tschechoslowakische Politik von der treuen Freundschaft mit der demokratischen französischen Republik geleitet werde Die Kleine Entenie habe auch nicht Die Absicht, irgenDeinen gegen anDere Staaten gerichteten Wirtschaftsblock zu bilDen. Die tschechoslowakische Regierung hege den Wunsch, daß namentlich die Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Oe st erreich verschwinden und keine größere Krise heroorgerufen werde. „Unsere Außenpolitik wird alles tun, um zur Aufrechterhaltung Des FrieDens beizutragen, Denn bei kühler Erwägung sinD alle europäischen Politiker Darin einig, Daß es Wahnsinn wäre, Europa in einen Konflikt hineinzutreiben. Ich bin überzeugt, Daß es möglich ist, Den Völkern Europas Die Zusammenarbeit zu bewahren. Das Jahr 1934, Das ziemlich bewegt sein roirD, roirD uns zeigen, wohin Die Entwicklung geht." E.ndrücke aus Oesterreich. LonDon, 31. Okt. (ERB.) „Morning Post" veröffentlicht einen Stimmungsbericht aus Oesterreich, in Dem gesagt wird, obgleich Bundeskanzler Dr. Dollfuß an persönlicher Beliebtheit seit dem Anschlag auf sein Leben gewonnen habe, verliere sein Regime im großen und ganzen an Boden. Polizei, Heer und die .Kräfte der Ordnung" seien, wie man glaube, fest auf Seiten des Kanzlers. Ueberall herrschten jedoch Intrigen. Die Freunde des Bundeskanzlers hofften vor allem auf die Unterstützung von England, denn sie ürdjteten, daß, wenn Oesterreich nationalsoziali- tisch werde, Ungarnraschfolgen würde, und daß dann auch die Tschechoslowakei nicht mehr lange auf sich warten lassen werde Jules Sauerroein veröffentlicht im „Paris Soir" eine Unterredung mit dem Generaldirektor eines großen österreichischen Werks namens Neubacher wieder, der früher im Anschlußkomitee eine Rolle spielte. Dieser erklärte: Täuschen Sie sich nicht, unsere Partei ist bei weitem die st ä r k st e, obwohl sie keinen Führer, keine Fahne, keine Presse hat und auch nicht die Möglichkeit besitzt, sich öffentlich vernehmen zu lassen. Sie ist Die stärkste, weil sie die einzig logische ist. Welchen Sinn hat es für 6 Millionen deutscher Oester- reicher, gegen Die übrigen 65 Millionen Deutschen eine Fehde zu eröffnen? Man bedient sich gegen uns Nationalsozialisten Der Waffen eines saschisti- , schen Regimes; Das kann nicht anDauern. Man er- I stickt nicht eine so machtvolle Woge Durch Polizei- mittel. Vom Turm Des Wiener Rathauses wehte Dienstag mittag eine mächtige Fahne in Den österreichischen Farben Rotweißrot, Die in Der Mitte ein großes Hakenkreuz zeigte. In Der Umgebung Des Rathauses sammelten sich in kurzer Zeit zahlreiche Menschen an, welche Den Vorfall lebhaft besprachen. Die Feuerwehr holte schließlich Die Fahne vom Turm herunter. Es ist Dies innerhalb kurzer Zeit Der Dritte Fall, Daß bei hellichtem Tage unD zur Zeit Des regsten Ver- kehrs am Wiener Ring eine Fahne mit Dem Hakenkreuz aufgezogen rourDe. SttReichswchmnmstn weist die Mnmgkeii eines denWen Durchmarsches durch die Schweiz nach. Unterredung eines schweizerischen Offiziers mit dem Reichswehrm nister Generaloberst von Blomberg. Basel, 31. Okt. (TU.) Ein höherer schweizerischer Offizier hat sich wegen Der angeblichen Enthüllungen von Deutschen Durchmarschplänen durch die Schweiz an Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg gewandt und um Beantwortung verschiedener genauer Fragen gebeten. In der Erwiderung, die von der „Neuen Baseler Zeitung" wiedergegeben wird, legte der Reichsroehrminister sowohl vom militärischen als auch vom politischen Standpunkt aus die Unsinnig.keit solcher Behauptungen und Gerüchte Dar, Die ja nicht von einem Schweizer, Der um fein LanD besorgt sei, stammten, fonDern aus einer Dunklen Quelle mit beftimmten Absichten. DeutschlanD als Das militärisch schwäch ste LanD Des Kontinents mit seiner entmilitarisierten Zone ringe um Die dürftigsten Vorbedingungen zur Sicherung feiner Grenzen. Ihm gegen Das roaffenffarrenbe von verbündeten im Offen und Südosten umgebene Frankreich einen A n g r i f f s w i l l e n zuzuschreiben, sei absurd. Denn behauptet werde, der Gürtel der französischen Grenzbefestigung im Offen lege Deutschland den Durchbruch durch die Schweiz nahe, so lehre schon ein Blick auf die Karle d as Gegenteil. Selbst, wenn man von der Kampseskrafl der schweizerischen Armee absehe, die nicht unterschätzt werden dürfe, so sei es schon deswegen unmöglich, einen deutschen Sfohfeil unter Umgehung von Belfort zwischen Idstein und dem Bodensee über das schwierige schweizerische Durch- marfchgelände nach Frankreich hineinzubringen, weil die rückwärtigen Verbindungen diese Sfoßtruppe gewissermaßen unter ben fianonen Der französischen Fesfungssront liegen. Französische Teilkräfte genügten hier, um jeben lag bie Falle zuzumachen. 2Han habe den deutschen Offizier bisher doch höher eingeschäht, als daß man ihm eine solche Wahnsinnstat zutrauen könnte. Der Minister erinnert Dann an Die Erfahrungen Des Weltkrieges und stellt bie rethorische Frage, wo Der Schwerpunkt Der schweizerischen Grenzschutzbesetzung gelegen fei, an Der deutschen oDer französischen Grenze unD in welchem General st ad 1918 eine Offensive Durch Die Schweiz erwogen worDen sei. Die Achtung DeutschlanDs vor Dem Schweizer Volk unD seinem altüberlieferten Wehrgeist Dürfte wohl DeutschlanD vor Dem DerDacht bewahren, unter Verletzung Der schweizerischen Souveränität militärische Durchmarschpläne zu hegen. Was Die politische Seite anbelange, so habe ja Der Reichskanzler erst vor kurzem ausDrücklich erklärt. Daß es zwischen DeutschlanD unD Frankreich keinen moralisch oDer vernünftig zu r e ch t f e r t i g e n D e n GrunD für einen Kamps gebe. Marokkanische Truppen als Lückenbüßer im französischen Heer. General Weygand fährt nach Marokko. Paris, 31. Okt. (TU.) Der stelloertretenDe Vor- sitzenDe Des Obersten französischen Kriegsrates, General Weygand, ist auf seiner Reise nach Marokko in Tanger eingetroffen, lieber Die Ursachen für Die Reise Weygands sinD Die verschieDensten Gerüchte verbreitet. Es scheint aber, als ob Drei besonDere GrünDe ihn Dazu veranlaßten: 1. Die Jahre 1934 bis 38 sinD für Die Rekrutierung Der französischen Armee infolge Des Durch Den Weltkrieg hervorgerufenen Geburtenausfalles Die „vier mageren Jahr e". Der Oberste französische Kriegsrat soll Deshalb angeblich in Erwägung gezogen Haden, die Lücke Durch Die Heranziehung von in Marokko stationierten Truppen auszufüllen. Der Ge° neralrefiDent von Marokko unD vor allem Der Oberbefehlshaber Der marokkanischen Truppen sollen je- Doch gegen Diesen Plan sein unD sich Dabei Darauf berufen, Daß eine Schwächung Der Effektivstärke in Marokko mit Der Sicherheit Des Protektoratsgebietes nicht vereinbar fei. General WeyganD beabsichtige Deshalb, sich an Ort und Stelle von Der Möglichkeit einer solchen TruppenverminDerung zu überzeugen. 2. Die sogenannte französische Besriedungs- aktion, Die Den ganzen Sommer hindurch im Atlasgediet Durchgeführt wurde, ist noch nicht beendigt, da sich ein Teil Der noch nicht unterworfenen Eingeborenenstämme in Das süDliche Gebiet zu- rückgezogen hat. General WeyganD soll Daher angeblich mit Dem Oberbefehlshaber in Marokko einen neuen Operationsplan besprechen, Der int Frühjahr zur Durchführung gelangen soll. 3. Die spanisch-französischen Verhandlungen über Das Grenzgebiet von R i o De Oro sind noch zu keinem Abschluß gelangt. Es verlautet aber immer roieDer, Daß ein gemeinsamer spanisch - französischer Operationsplan ausgearbeitet werben soll, um Die Unsicherheit, Die besonDers in Diesem Gebiet Durch NomaDenstämme heroorgerufen roirD, zu beheben. Diese Drei Punkte Dürften HauptgegenstanD Der Besprechungen sein. Die General WeyganD mit Den Militär- und Zivilbehörden in Marokko führen wird. Nein steht je ein quadratisches Viereck, Darin ein freischwebender Kreis. Die Stimmabgabe erfolgt in Der Weise, Daß Der Stimmberechtigte, Der Die Frage bejahen will, unter Dem Worte „Ja", Der Stimmberechtigte, Der sie verneinen will, unter Dem Worte „Nein" in Den Dafür vorgesehenen Kreis ein Kreuz setzt. Ob ein Stimmzettel ungültig roirD, wenn Die vorgeschriebene Form Der Stimmabgabe nicht genau eingehalten roirD, ist nicht besonders geregelt. Es gilt Die allgemeine Vorschrift, wonach Stimmzettel ungültig sinD, aus Deren Inhalt Der Wille Des AbstimmenDen nicht unzweifelhaft zu erkennen ist. Kreuze sind in jeder Form zugelassen. Auck Hakenkreuze sind zulässige Kreuze. Bei Der Entscheidung Der Frage, ob eine gültige Stimmabgabe vorliegt ober nicht, wirb man nicht nach formaljuristischen Erwägungen entscheiben. In Zweifelsfällen wird man den eindeutigen Willen des Stimmberechtigten maßgebend sein lassen. Denn nur damit wird man dem allgemeinen Rechts- bewußtsein gerecht. Um nicht Gefahr zu laufen, daß bie Stimme für ungültig erklärt wirb, empfiehlt es sich jebenfaüs, sich möglichst an die Regel zu halten und das Kreuz so in den Kreis zu setzen, daß der Schnittpunkt innerhalb Des Kreises zu liegen kommt. Mit der Abstimmung verbunden ift bie Neuwahl bes Reichstages. Der Reichstagsstimmzettel auf weißem Papier wirb gleichzeitig mit Dem grünen Stimmzettel für Die Volksabstimmung in einem Wahlumschlag abgegeben. Nach Dem Gesetz gegen Die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 besteht in DeutschlanD als einzige politische Partei Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Nur diese kann Wahlvörschläge einreichen. Das Reichs- schafft Mit Hitler rieben, Ehre e 11 r ü ft u n g — ßes Vertrauen. Ich lernte Tor gier In Hamburg am 21. Oktober 1931 kennen. 3m 3anuar 1932 trat Torgler an mich heran, er halle für mich eine große Arbeit, wenn ich mich dafür opfern wolle, solle ich es sagen. Torgler sagte, man wolle den Jl a l i o - Oie volksmissionarische Aufgabe der evangelischen Kirche. und arbeit gegen die D. dos ist der Ruf der alten Soldaten! Sitzung des Reichswahlausschusscs. Berlin, 31. Oft (TU.) Der Reichswahl, au » schuß hat Dienstag mittag unter Vorsitz des Reichswahlleiter-., Ministerialdirektor Dr. Rei- allgemein gewundert, das, von mir der Zünd- stoss nicht genannt worden ist. Um dem Rätsel- raten ein Ende ju machen, möchte ich mich heute dahin äußern, daß Verbrennung,pro- dukle von elementarem Phosphor und Verbrennungsprodukte von elementarem Schwefel an sieden verschiedenen Stellen festgestellt worden sind und noch feststellbar sind. 3n wel- chem Mittel diese Stoffe Vorgelegen haben, will ich nicht ausführen. 3ch habe nochmal» den Mantel van der Lübbe» untersuch« und einwandfrei feflgestelll. dah an dem Stoff der Tasche phosphorfäure neben Sulfat vorhanden ist. E» steht danach unzweifelhaft fest, daß Lübbe mit dieser Jlü|- sigkeit in Berührung gekommen ist. 3ch habe auch nochmal» versuche angestellt. In welcher 3eit sich diese Flüssigkeit auf 25 Brandstellen In einem Gebiet von 75 Meter Länge verteilen lässt. Ich habe festgestellt, das, da, i n 5 bl» 6 Minuten möglich ist. Die folgenden Zeugen. Gastwirte. Geschäftsführer, Kellner u. a., machen Bekundungen über den Aufenthalt von Torgler und Gen. an, Abend des B ra n d e s. Der Kellner Persicke hat am Abend des Brandtages im Restaurant Alchinger in der Friedrichstraße Torgler und seine Begleiter bedient. Nach seiner Erinnerung hätten noch drei Herren an dem Tisch Torglers gesessen. Die Der. lesung der Aussage des inzwischen verstorbenen Kell- ners Stübling ergibt, daß ftoenen sich gegen 2 0,30 U h r an den Tisch gesetzt und gesagt bat. daß noch mehrere Herren kommen. Dann sei Torgler gekommen und kurz vor 21 Uhr noch drei weitere Herren. Der Geschäftsführer von Aschinger. Hoeft, bekundet. daßnach20Uhr nach seiner Er- innerung vier Herern im Gänsemarsch das Lokal betraten. Als die Nachricht von dem Reichstags- brand verbreitet wurde, seien viele Gäste auf die Straße gegangen. Es sei ihm aufgefallen, daß die vier Herren ruhig sitzen geblieben seien. Nächster Derhandlungstag Mittwoch. Mitgliedern der NSDAP, auch andere national zuverlässige Persönlichkeiten vertreten waren. Der Vorsitzende, Ministerialdirektor Dr. Reichardt, gab zunächst bekannt, daß nur ein Wahloor- schlag e i n g c r e i d) t worden sei, der 685 Na- DerWahlvorschlag der ASSAp. Ä mit UrtttlPtl lllflplnffpn große Propaganda gegen den Nalionalsozialis- 11,11 ♦lUHlVIl 3UyvlU||UU | mu» hervorgerufen werden. Er sagte zu mir, man müßte öffentliche Gebäude in Brand st ecken, u. a. auch denReichs- ta g. Da ich der Polizei und jeder anderen Bewegung unbekannt sei, würde man nicht auf die KPD. kommen. Diese Begegnung mit Torgler war am 25. oder 26. Januar 1932. 3ch habe damals Torgler erklärt, ich müsse mir die Sache überlegen. Torgler sagte, daßderBrand am 6. März 1 932 gelegt werden sollte. 3d) sollte um 14 Ahr am Anhalter Bahnhof fein. Dann wollte Torgler mich mit in den Reichs- tag nehmen und mit zeigen, roie der Branö angelegt werden sollte und Ein Luther-Gedenktag in Koburg Oie Feier des Martin-Luiher-Bundes. Heichsminister Dr. Goebbels dankt für die Gebui-tstagSwünfche. Berlin, 31 Oktober. (TU.) Reichsminifter Dr. Goebbels teilt mit: Für die vielen Glück» wünsche und Geschenke, die mir au» allen Teilen des Volkes anläßlich meines Geburtstages zugegangen sind, bitte ich auf diesem Wege meie n hcrzlichsten Dank aussprechen zu bür? Kn. Leider erlaubt es meine Zeit namentlich in An» betracht des Wahlkampfes nicht, sie selbst im ein» zelnen zu beantworten, wie ich bas gern möchte." den Frieden. Darum stehen wir, in engster Bert bunbenbeit mit Führer und Volk, geschlosten und einmütig hinter dem „Ja", bas allein den Frieden der .Belt verbürgt und uns Ruhe, Arbeit und Brot Wahlgesetz kennt zwar im allgemeinen nicht den Begriff Der Partei, sondern spricht in der Regel nur von „Dahlergruppen". Eine politische Partei ist nichts anderes al» der mehr ober minber lose Zusammenschluß mehrerer an der Staatswillens- blldung mitwirkungsfähiger, also wahlberechtigter Personen zur Erreichung eine» staalspol,tischen Ziele» Eine Wählergruppe ist damit also eine politische Partei, mag sie auch Im übrigen nicht besonders organisiert sein und mag sich ihr Ziel und Zweck nur darauf erstrecken, diesen ober jenen Bewerber zur Wahl zu stellen. Irgend eine a nbere Dähleraruppe als Die in Der NSDAP, organisierte Wählerschaft kann also keine Wahloorichlage einreichen. In jedem Wahlkreise wird also auf Dem chardt, in öffentlicher Sitzung den einzigen für die Reichstagswahlen am 12. November eingereich. ten Wahloorschtag 3 u g e l a f f e n , Der die Bezeichnung „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung)" tragt. Der Reichswahlausschuß besteht aus dem Vorsitzenden und sechs Beisitzern, unter denen neben Oer Kyffbäulerbund jur Volksabstimmung. ..derI in 31.DFL Der Bunöesfübrtr des Deut- if9"bUnftS .^yffhäujer-, (8en,ral der Anillerie a. D. von Horn, erlaßt zur Volksabstimmung am 12. November eine Kundgebung in der es u. a. heiht: "* 1 Ich erwarte von den mir unterstellten drei Mil. Nonen ehemaliger Soldaten des ft ni». 1) ä u i e r b u n b e 5 , ba& fie nicht nur bis zum leL ten Mann am 12. November : h r f e l b ft o e r^ stä nd 1 ichesa' für die Politik der Rcichsregie- rung abgeben, ich erwarte auch, daß jeder von ihnen dafür sorgt, daß es keinen Deutschen gibt der an diesem Tage größter Entscheidung nicht eintritt für Die Gleichberechti- gung, die Ehre und den Frieden der deutschen Nation. Wir Schildhüter der deut- schen Ehre in tausend Schlachten und Kämpfen wünschen keinen Krieg, wir wünschen wie ich laufen sollte. 3ch sollte die Aufmerksam- keit auf mich lenken, so daß ich geschnappt würde und inzwischen sollten die anderen verschwinden. Das waren noch zwei Hamburger, die ich aber nur mit ihrem Spitznamen kenne, „Schwarzer Willi" und „Alrauner". Ich bin aber dann am 6. Mörz nicht hingegangen. Weil ich erfahren hatte, daß eine ganz gemeine Propaganda gegen den Nationalsozialismus damit gemacht werden sollte. Es sollte so erscheinen, als ob die den Brand angelegt hätten. Torgler pat mir große Vorwürfe gemacht, weil ich nicht ge- । kommen bin. Torgler hat auch gesagt, er würde mir bei Gelegenheit einige blaue Bohnen hin - terherjagen. Ich habe mich der Polizei gestellt, um seinen Verfolgungen zu entgehen. Ich wurde wegen Diebstahls gesucht. Vorsitzender: Bei dem Diebstahl, den Sie begangen haben, ist auch Raub angenommen worden. Was haben Sie denn gemacht? Zeuge: Ich habe eine Person in der Toilette eingesperrt, und das hat man als Raub angesehen. Dann habe ich Silberzeug und einen Anzug weg- genommen. Vorsitzender: Wieviel haben Sie dafür bekommen? Zeuge: Ungefähr 25 Mark (Heiterkeit). Vorsitzender: Ich meine natürlich, welche Strafe Sie dafür bekommen haben? Zeuge 10 Monate Gefängnis. Im Mai ist Torgler nochmals dagewesen und wollte mich noch- mals bearbeiten und Dann im Juni. Es wurde nicht mehr über den Reichstagsbrand gesprochen, aber es wurde gesagt, daß ich das ausführcn sollte, was er mir gesagt hatte. Ich habe mich immer ablehnend verhalten. Am 6. Juni war er bei mir in meiner Wohnung in Hamburg-Barm- berf. Er kam mit noch zwei Personen, der eine ist öer Frankfurter Rudi und der andere heißt Emil. Torgler hat alle Schriftstücke und V r l e s e, die ich von ihm hatte, roeggenom- m e n. Rudi und Lmll haben die Schriftstücke hcrausgesucht. 3d) hatte ihnen den Schlussel gegeben und bin bann nicht mehr In meiner Moh- nang gewesen, sondern bin nach ftrefelb gegangen, weil ich von diesen Leuten loskommen wollte. 3a Krefeld ist Torgler bei mir gewesen und Hal mich bedroht. Al» ich sagte, ich wolle nicht» mehr mit ihm zu tun hoben. Hot er gesagt, ich wäre ein gemeiner Lump und Verräter. CEr hat mir einen Aaustschlog vor &en Magen gegeben, so daß ich Magenbluten bekam und In» kranken hau» muhte. Dann Hal er wieder gesagt, er wolle mir ein paar blaue Bohnen nachjagen. Da» war im 3uH 1932 In Krefeld. Im Krankenhaus in Krefeld hat man mich ver- 1,0ich wegen meiner Abreise von Hamburg "och Krefeld als fluchtverdächtig angesehen wurde. »Oberreick)sanwalt: Ich bitte, dem Zeugen Den Angeklagten Torgler gegenüberjufteQen, damit Der vJeu9e sogen kann, ob Eorgier wirklich Der Mann gewesen ist, mit Dem er zu tun gehabt hat. I 0 r g • l e r steht auf, und Der Zeuge Cebermann ruft sofort: 3amoD(, da» Ist Torgler gewesen. Reichsanwalt Parisius: Ist bei Ihrem Gespräch mit Torgler davon die Rede gewesen, daß Sie eI ne bestimmte Geldsumme erhalten sollten für die Beteiligung an dieser Sache? . ; 3an>ol)l, er hat zu mir gesagt, ich würde 14 1KM) Mark bekommen. Denn ich es nicht bekäme, ®uroe es meine Familie bekommen. Angeklagter T 0 r g 1 e r : Ich kann zu dieser Aus- sage nur meinem höchstem Erstaunen Ausdruck geben, daß ein Mensch vor dem höchsten deutschen Gericht soviel Unwahrheiten sagt. Ich erkläre folgendes: Ich habe diesen Mann noch nie in meinem Leben gesehen, ich bin ein ein- 3'965 Mal in Krefeld gewesen, nämlich 1930 zu eitler Kundgebung des Rheinischen Beamtenkartells, sonst nie wieder. Ich bin nie auf Stunden in Hamburg gewesen, sondern habe In Hamburg mehrere Male Tagungen der Reichspostbeamten, des Reichsbundes der Kommunalbeamten und einige Versammlungen besucht. Von allem, was dieser Zeuge hier erklärt hat, ist nicht ein kleines Wörtchen wahr, erlogen von Anfang bis zu Ende. Angeklagter D i m i t r 0 f f : Ich möchte wissen, ob dieser Zeuge ein Zeuge der Anklage ist. Vorsitzender: Dieser Zeuge hat am 13. Oktober an b i e Gefängnisverwaltung 'eine Eingabe gerichtet. Daraufhin wurde er vernommen von der Staatsanwaltschaft, und darauf ist seine Vorladung als Zeuge beantragt worden von der Reichsanwaltschaft. Angeklagter T 0 r a 1 e r : Ist es richtig, daß dieser Zeuge vom Untersuchungsrichter vereidigt wor- den ist? Der Vorsitzende stellt fest, daß das Amtsgericht Lübeck den Zeugen zur Herbeiführung einer wahr- heitsgemäßen Aussage vereidigt hat. Dem Zeugen sind bei seiner Vernehmung auch die verschiedenen Bestimmungen Des Strafgesetzbuches vor- gehalten worben, gegen Die er sich in Diesem Falle vergehen roürDe, wenn er etwas Falsches aussage Angeklagter Torgler mit erhobener Stimme Der Unterschieb zwischen diesem Zeugen und dem Zeugen Sönke gestern ist der, daß Herr Sönke eine kleine Unwahrheit gesagt hat, während dieser Zeuge eine einzige Lüge dem höchsten deutschen Gericht darzubieten gewagt hat. Reichsanwalt Parisius: Was sagen Sie zu den Ausführungen Torglers? Zeuge: Ich sage, daß ich die reine Wahrheit gesagt habe. Ich bin nicht beeinflußt von irgend jemand. Der Zeuge bleibt zunächst unvereidigt. Der Sachverständige Dr. Schah nimmt Dann däs IDort zur Ergänzung seines Gutachten». Er sührt aus: 3n der Oefsentlichkeit hat man sich Christus in Deutschland gepredigt wird", das waren die Abschiedsworte des Reichspräsidenten an Den Führer Der Deutschen Evangelischen Kirche. BesonDers einDringlich unterstrich bann Der Schirmherr Der Glaubenbewegung Die Notwendigkeit, Die gesamte Pfarrerschaft aufzurufen, um sie zu aufrichtiger e i n D c uti ge r Mitarbeit am Werk Des Neubaues Der Kirche zu gewinnen. Der Reichsbischof schilderte dann die rem materiellen Schwierigkeiten, mit denen die Kirche, die eine arme Kirche sei, im armen Deutschland zu kämpfen habe. Die Durchführung Der großzügigen Arbeitspläne werben zum Teil durch diese Tatsache hinausgezögert. Die große Ausgabe der V 0 l k s m i s s i 0 n liege ganz besonder» stark auf den Schultern der Glaubensbewegung. Sie muffe sich überall im Lands immer kraftvoller und Koburg, 31. Oft. (TU ) Posaunenblasen auf den Plätzen der Stadt weckte am Dienstagmorgen die Festgäste der Tagung des M a r t i n - L u t h e r- bundes, die sodann unter dem Läuten aller Kirchenglocken zu der S a n k t - M 0 r i tz k i r ch e ström- ten. Landesbischof D. Meiser hielt die Festpre- digt. Er schloß mit dem Wort, das Luther seiner- zeit auf der Koburg an die Welt schrieb: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Wort verkünden." Im Anschluß an den Feftgottesdienst fand In dem ahnengeschmückten Kongreßsaal der Fest^ Koburg die Begrüßungsoersammlung des Mar- tin-Lutherbundes statt, zu der auch das Herzogs- paar von Sachsen-Koburg sich eingefunden hatte Oberbürgermeister Schwede hieß die Versamm- lung im Namen der Lutherstadt herzlich willkom- men. Dann richtete der Vorsitzende des Martin- Lutherbundes, Unioerfitätsprofeffor Dr. Ulmer gleichfalls herzliche Begrüßungsworte an die aus mer Erdteilen erschienenen Vertreter der lutherischen Kirche. Zugleich überbrachte v. M e i s e r die Glück- wünsche des Reichsbischofs Müller und des evangelischen Kirchenministeriums. Der Rektor der Er- langer Universität, Dr. Reinmüller, über- brache die Gruße der Universität. Unioersitäts- Professor Preu ß-Erlangen überbrachte die Glückwünsche der theologischen Fakultäten Erlangen, Kiel Tübingen, Leipzia Jena, Riga, Dorpat, Sopran in Ungarn und der schwedischen Universität Upsala i %rQU! ,n^en bie Vertreter ber deutschen m h m4' d-s Auslandes das ©ort. Es sprachen Vertreter aus der Steiermark, Serungspräsident. Am 8. November finden in erlin und am 9. November in Köln Versammlungen statt, in Denen Vizekanzler 0. Papen sprechen wird. Oie OeuischeDehrschast cn den Zührer Anläßlich des bedeutungsvollen und verantwor» tungsdewußten „Rein" in Genf hat die Deutsche Wehr schäft (DW-), der nationalsozialistische waffenstudentische Korporationsverband nachstehen- De» Telegramm an ihren Ehrenschirm- Herrn aogesandt: „An den Lchirmberrn der Deutschen Wehrschaft, Reichskanzler Adolf Hitler. Die Deutsche Wehr- men enthalte. Die Einreichung fei f r i st g e m a ß erfolgt. Der Vorschlag sei den Vorschriften gemäß, von mehr als 20 Stimmberechtigten unterzeichnet, für die von der unterzeichneten Gemcindebehörde bescheinigt sei, daß sie in die Wählerliste eingetragen und mit einem Wahlschein versehen worden sind. Die Bewerber seien zum größten Teil bisher Mitglieder des Reichstags ober eine» Landesparlaments gewesen, für die es keiner weiteren Unterlagen bedürfe. Von rund 160 Kan- blbaten, Die bisher keinem Parlament angehörten, lägen Unterlagen bis auf den Kandidaten unter Nummer 534 (Dr. Frauendorfer) vor, der deshalb von der Liste habe g e ft r I d) e n werden müssen. Da aber in der Liste eine Nummer 520a g>skar 61 a e b e l) vorhanden fei, bleibe es bei der esamtzahl von 685 Kandidaten. In dieser Form wurde der Reichswahlvorschlag der NSDAP, vom Reichswahlausschuh z u g e l a s s e n. Die oollstän- blge Liste wird am Msttwocy Im Reichsanzeiger amtlich bekannt gegeben. Sin Wahlaufruf der „Arbeiisge- meinschast katholischer Deutscher" Berlin, 31. Okt. (TU.) Die „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Deutscher" erlaßt einen Aufruf: An die katholischen Deutschen! in dem es unter anderem heißt Zum ersten Male seit der No- Demberreoolution appelliert ein deutscher Reichskanzler, unser Führer ALolf Hitler, mit Recht an die Ehre der deutschen Nation, für bie er sich mit seinem ganzen Können und Wollen, seinem ganzen Leben einsetzt. Dafür gilt es, ihm den Dank abzustatten in rückhaltloser Ge- folgschast bei der kommenden Abstimmung am 12. November. An diesem Tage soll das geeinte deutsche Volk vor der gesamten Welt bekennen, daß es wieder eingedenk feiner im Weltkriege und im Kampfe um die innere Befreiung gefallenen Hel- den wie ein Mann hinter feinem Füh- r e r s ü r E h r e, W ü r d e u n d F r e i h e i t tritt. Das gilt für die Volksabstimmung. Im gleichen Gange erfolgenden Wahl zum Reichstage aber heißt es für die Ge- famlbelt de» katholischen deutschen Volke» zu be- werfen, daß wir nicht nur zu Adolf Hitler stehen sondern une auch zu dem bekennen, was er mit bein (Bebanfengute des Nationalsozialismus unter Mitwirkung aller derer, die guten Willens waren, beute schon aus Dem Chaos der zwischenstaatlichen verlotterten, sittenverfallenden Zustände der letzten 15 Jahre geschaffen hat: Da 9 Dritte Reich der oauber reit, öer Arbeit, der so» zialen Versöhnung, des ständischen Ausbau,», der uunöierung be» Stoa- t« »auf dem christlichen Sittengesetz der Wiederherftellung vertrauensvoller Zu- lammenarbeit zwischen Kirche und Staat durch einen, beide Teile beledigenden Konkordatsabichluß. Allein aus die gewaltigen Er- rungenschakten wollen wir unser Augenmerk richten und unserem Führer und Reichskanzler in rück- hattiosem Vertraiien die lebte Stimme aud) | für Oie Wahl zum Reichstage aus der katholischen I Bevölkerung herausholen Keiner bleibe au» Hein. I hd>er Verstimmung zu Hause, sondern trage durch ferne zweifache Wahl bei jur Ehrenrettung Des Reiches, zur Erhaltung de» äpßeren wie inneren Frieden» und zur Sicherung des weiteren Aufstieas der Nation. Der Aufruf trägt die Unterschriften: v. Pa pen, Vizekanzler, Daufer, Staatssekretär, Hermann! 0. De t ten, Major a. D., zur Bonfen, Re- OF.Vi 1 "n,?. ™ d°r ft e n" trat in diesen Tagen in Berlins eimr^ Ar» djenfübrer und chr Interesse für Die Tn/Js m DeutfdjlanD. BefonDerem Interesie beaeanV Mitteilung Des Reichsbischofs, daß der Nn tenöe Führer Rudolf H e ß in ei» ' ^-lloettre- Rücksprache seinen oielbesproLe^ErlL^^ Gewissensfreiheit so gedeutet hab' Ä ^Zensatz xu dem bekannten ErlaVb7» “ÄU? d'schos» stehe. Auch über seinen B e f u * h * Reichspräsidenten 0 hxnb» „h b e ’ m richtete der Reichsbischof und erwäbntp^ be- lebhafte Interesie. das der Feldmarlchnn ,,um «"->« ”äOmr. „Sorgen 6k. Tschechoslowakei, Siebenbürgen, Südslawien, der italienischen Diaspora, aus dem Elsaß, letztere' Der- treter zugleich für die Lutheraner französischer Sprache, aus der Schweiz und Polen. Es sprachen ferner noch die Vertreter der deutsch-lutherischen Kirchen Australiens, Südafrikas, Brasiliens sowie Vertreter der schwedischen und niederländischen Kirchen. Die Versammlung sandte u. a. an den Reichspräsidenten v. Hindenburgs an Reichskanster Adolf H'ller und Reichsbischof Müller Huldigungstelc» gramme. 21m Nachmittag fand auf dem Platz vor der Moritzkirche eine öffentliche Kundgebung statt, die von Pofaunenmusik eingeleitet wurde. Dann sprach der Rektor ber Erlanger Universität, Professor Dr. med. Rheinmüller. Kultus- Minister S ch e m m überbrachte die Grüße und Glückwünsche der bayerischen Staatsregierung. Luther habe dem deutschen Volk durch die Uebcr» fetzung der Bibel in die deutsche Muttersprache den Schlüssel zum Allerheiligsten gegeben. Unser Volk, das von Gott geschaffen fei, müsse Gott in seiner eigenen Sprache reden hören. Wie Luther im deut» schen Volke aufgeftanben sei mit seinem Appell zur Wahrheit gegen die Lüge, so müsse das deutsche Volk nun unter den Völkern aufstehen und seinen Ruf zur Wahrheit und Gerechtigkeit gegen Lüge und Verleumdung ergehen lassen. Das sei der Sinn des 12. November. Landesbischof Messer wandte sich Dann an Die evangelische Jugend Koburg» und stellte ihr den Reformator Dr. Luther als hei» liges Vorbild in feiner Tapferkeit, Ehrhaftigkeit, I Deutfchheit und Frömmigkeit hin. 'chask begrüßt al» Zeichen unbeugsamen Lebens- Stimmzettel nur ein Wahloorschlag er- I willen» Den Regierungsschritt gegen den Völkerbund scheinen. Damit wird die Wahl am 12 November I und hat für alle Verbandsmitglieder bis zum 14 No- zu einem besonders gearteten staatsrechtlichen Akte. I Dember höchste politische Einsatzbereit- E» handelt sich nicht mehr um eine Wahl im über- I schäft angeordnet. Heil unserem Schirmherrn fommenen technischen Sinne. Denn das Ergebnis Adolf Hitler! Gez.: Dr. S ch m i d t k a m p." ber Wahl steht schon mit der Einreichung und Zu- I -- lassung de» Wahloorschlage» im Wahlkreise insofern fest, al» jedenfalls bie Liste al» solche ge»-- munalraahtfn, kirchknwahkn und ^«n Wahlen zu Sensationelle Enthüllungen eines Geheimkuriers der KPD den Organen der sozialen Bersicherungsttager I r »Ä *rÄ Gin Strafgefangener belastet Torgler im Reichstagsbrandstifierprvzeß. wohl hat aber nicht diese rein technische Bedeutung, diese ober jene Zahl von Abgeordneten für Öen Berit n, 31. Okt. (WTB.) Als erster Zeuge Reichstag festzustellen. Die Reichstagswahl vorn wird am Dienstag der Glaser L e b e r m a n n aus 12. November hat " l > ti f ch e Hamburg vernommen, der wegen Diebstahls Bedeutung «'nes Plebisz.ts Das Volk und Raubes, begangen im Februar 1932, eine hat mcht nur fti der Abstimmung über die Ihm von Gefängnisstrafe bis zum Mai 1934 ber IRegierung oorgelegte «Zrage kund zu tun, ob es verbüßt und aus der Haft vorgeführt wird. Der Ihre Politik billigt Je .starker die Wahl- Vorsitzende macht diesen Zeugen besonders einbring- b e t ej l i g u n g aud, bei der Wahl ist, eine d e st o I ijch auf die Bedeutung feiner Aussage aufmerksam, starke re o t u 6 e erhalt d i e R e g i e rung. worauf der Zeuge erklärt: Ich bin hierhergekommen. Die regste Beteiligung an ber Abstimmung um nur bie Wahrheit zu sagen. Der Zeuge bekun- unb zwar mit einer gü tigen Ia-Stimme bei ber bet: Ich war früher in ber KPD. und habe als Volksabstimmung sowohl wie mit einer gültigen Geheimkurier gearbeitet. Ich genoß sehr gro- Stimme bei ber Reichstagswahl ist baher geboten, 1 - - - - • - - 1 um dem Führer unb ber Reichsregierung eine machtvolle B er t r a u e n s t u n b g e b u n g zu erweisen unb bamit ber ganzen Welt den stärksten unwiderleglichen Beweis zu geben, daß hinter dem Führer unb seiner Regierung bas ganze beutsche Volk steht. n bürg i bas in $ W. MWsfflinr, ' über den ub (9en. am '» $erficfe hat iront Aschinger leine Begleiter itten noch drei ((en. Die Ler- ftorbenen Rett- sich gegen 6 t und gesagt nen. Dann sei . Uhr noch drei von Aichinger, nach (einer Er- rsch bas Lokal m 9täd)5tags‘ Säfte auf die illen, daß die n. b- der Zünd, em Rätsel, mich fjeuft ‘Mspro. 7,"^h°r Don ‘MtHtln u°d. 3n roe[, m haben, ochmalz den nffrfud)f unb em Stoff e neben iehl danach dieser Jlüf. *• ^ch habe in welcher Srandslelten i den ?, und beil 4‘te mir Ä?* ■«S Äm«. "I'.im ein. tn Mochte." lebendiger für ihre Ziele einsetzen. Aus der praktischen Arbeit der Glaubensbewegung müßten die Pfarrer sehen, daß sie wirklich nichts anderes wolle als das Evangelium Chri ft i zeitgemäß zu verkünden. Dann würden auch alle zur Mitarbeit bereit sein. „Mit aller Kraft", so schloß der Reichsbischof, „muß sich die Glaubensbewegung, muß sich jeder Einzelne an die gewaltige Arbeit stellen, die das Volksmissionarische Amt unter Bischof Hossenselder zu leisten hat." Stehen wir treu zusammen, dann werden wir unser Ziel gewiß erreichen." Bischof Hossenselder legte die großen Linien für die kommende volksmissionarische Arbeit der Glaubensbewegung dar. Die Glaubensbewegung hat in der neuen Kirche keine neue, sondern ihre «lte Aufgabe. Keinen Fuß breit werden wir von unserem alten geraden Kurs abweichen. Nur die Methode hat sich geändert. Mußten wir in der Vergangenheit als „Angreifende" scharf und schnell handeln, so ist jetzt dieZeitruhiger, sachlicher, unentwegter opferbereiter Arbeit gekommen. Heute gilt es wahrzumachen, was wir in der Opposition wollten und als unser Ziel hinstellten. Die Stoßkraft der Bewegung muß weiter wachsen. Sie muß auf den ersten Ruf des Reichsbischofs hin zur Stelle fein, um die schwerste Aufgabe zu lösen, die sich in dem einen Wort zusammenfassen läßt: Volksmission. Letztes Ziel dieser Arbeit ist die Verlebendigung der Gemeinde, die die alte Kirche nicht erreichen konnte. „Ich bereite", so erklärte Bischof Hossenfelder, „e i n en großen Aufruf an das evangelische Kirchenvolk, vor allem die Glaubensbewegung vor, in dem die Wege zu diesem Ziel näher aufgezeigt werden. Die alte Art der Volksmission hat ihre Unzulänglichkeit bewiesen. Sie hat überall in der Welt den gleichen Stil. Sie hatte keine Beziehung zu den Weltanschauungskämpfen, die das Volk bewegten, keine Beziehung zu den großen Ereignissen, zu den Kämpfen und Nöten des Menschen. Sie schwebte im luftleeren Raum. Wir aber wissen, daß es eine besondere deutsche evangelische Frömmigkeit gibt. Diese Frömmigkeit, die in den Seelen ruht, gilt es zu wecken. Zu dieser Frömmigkeit gehört die Verbundenheit mit Blut und Boden, mit dem deutschen Volks- t u m. Die Aufgabe der Glaubensbewegung ist es, diese lebendige und fruchtbare Beziehung zu bejahen und zu pflegen." Martm-Lucher-Umversiiät Halle-Wittenberg. In der Aula der Universität Halle-Wittenberg fand eine akademische Reformationsfeier statt, die gleichzeitig dem Gedenken der 4 5 0. Wiederkehr do n Luthers Geburtstag gewidmet war. Rach der Festrede des Rektors Professor Dr. Stieve ergriff als Vertreter des preußischen Kultusministeriums Ministerialdirektor Jäger das Wort. Er gedachte u. a. der engen Verbundenheit der Universität Halle-Wittenberg mit dem Werke Luthers. Wenn man sich in die Geschichte der Universitäten Halle und Wittenberg versenke, io ziehe ein wesentliches Stück Geistesgeschichte vorüoer. Um dieser unmittelbaren Verbindung zwischen Luther und der Universität sichtbaren Ausdruck zu geben, habe das Staatsministerium beschlossen, der Universität Halle-Wittenberg den Namen „M artin-Luther-Unioersität Halle-Wittenberg" zu verleihen. Nach Verlesung dieses vom Ministerpräsidenten Göring unterzeichneten Beschlusses sprach Ministerialdirektor Jäger den Wunsch aus, daß die Universität in Fortführung ihrer glorreichen Tradition unter dem .neuen Namen sich stets der Verantwortung und der geschichtlichen Sendung bewußt sein möge, die ihr durch den Namen Luthers nunmehr eingeprägt sei. Ministerialdirektor Dr. Jäger schloß: Deutschland ist bis zum letzten Mann und in den letzten Winkel aufgerufen, ein Ganzes zu werden Hieran in Forschung und Lehre mitzuwirken, ist auch die Aufgabe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Bibelforscherverelmgung in Hessen verboten unk au'gelöft. -üdslawien, bet iß, letztere Ser- •r ftanÄet n. Ts sprachen M-lutherischen raliliens sowie Modischen Kiran den Reichs- hslonzler Ldolf huldiginigstele- a nor der gebung „leitet wurde. ier Universität, Her. Kultus' e grüße «w taaisregM- r» die lieber- Mik-raches l Unser M ©ott in semet luther im beut« iem Appells u bas deutsche >ben und semen ’cit gegen Luge las sei der SM , eiser wandte end Ng Luther aM > ShrhaMlelt, jabe I ... V W'Ä«' » »er •W* . Airche d-^enen armen sonders KL Darmstadt, 30. Okt. (WSN.) Das Staats- Presseamt teilt mit: Auf Grund des § 1 der . Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 * wird die Internationale Bibelforscherver- I e in i g u n g in Hessen mit sofortiger Wirkung verboten und aufgelöst. Wer sich an der aufgelösten Organisation als Mitglied beteiligt oder sie auf andere Weise unterstützt oder den organisatorischen Zusammenhalt weiter aufrechterhält, wird nach 8 4 der Verordnung des Herrn Reichspräsi- I Lenken zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 bestraft. Das Vermögen der Internationalen Bibelforschervereinigung wird zugunsten des Landes beschlagnahmt und ein- re zogen. Oie deutschen Arbeitslager vorbildlich! Starke Eindrücke eines Engländers. London, 1. Nov. (WTB.-Funkspruch.) Der englische Journalist Ward Price sendet der "Daily Mail" einen langen Artikel aus Lübeck über die deutschen Arbeitslager, aus dem des Verfassers uneingeschränkte Bewunderung für das »on der deutschen Regierung auf diesem Gebiet Geleistete heroorgeht. Eingangs wendet er sich energisch gegen die zum Teil im Ausland aufgestellte Behauptung, daß die Lager Zentren für gemeinsame militärische Ausbildung seien. Der deutsche freiwillige Arbeitsdienst sei nicht mehr als er zu (ein beanspruche, nämlich die Ausbildung j u n- $e r Leute in harter, methodischer, kör - perlicher Arbeit, verbunden mit der P f l e g e ö e s Gei st es, der Kameradschaft und V e r- ^besserung der E r t r a g s f ä h i g k e i t des Landes. Die Leute seien gut genährt, untergebracht und bekleidet. Die Lager würden mit der Gründlichkeit, Sauberkeit und Ordnung geleitet, die dem deutschen Charakter eigen seien. Der Nutzen den die jungen Leute und as Land daraus zögen, fei unverkennbar. Der Korrespondent fordere die Regierung seines eigefien Landes auf, vor Einrichtung der in dem neuen Arbeitslosenversicherungsgefetz vorgesehenen Berufszentren eine Infpek - tionskomission in die deutschen Arbeitslager ßu entsenden, die durch ihre Begeisterung, Leistungs- fäbigfeit und Wirtschaftlichkeit vorbildlich seien. SerMrerderDeuischenArbetts- sront besucht Leverkusen. Leverkusen, 31. Okt. (TU.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Le y , stattete i« Leverkusen feiner alten Wirkungsstätte, dem DiedeMenSauemmderZronldeM.Member Reichsbauernsührer Darrs spricht zu den Bauern Hannovers und Hamburgs. Stade, 31. Okt. (TU.) Auf der Wingst im Lande Hadeln eröffnete Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister D a r r 6 am Dienstag den Wahlkampf in einer gewaltigen Bauernoer- fammlung. Annähernd 6 0 0 0 Bauern aus Nordhannooer hatten sich in den Sälen der Ausflugslokale und in mehreren großen Zelten eingefunden. Der Reichsbauernführer D a r r 6, der von Staatsfekretär Backe begleitet war, wurde beim Erscheinen stürmisch begrüßt. Landesbouern- sührer von Reeden betonte einleitend, daß es ohne den Bauernkanzler Adolf Hitler heute kein deutsches Bauerntum mehr gäbe. Er überreichte dann dem Reichsbauernführer und dem Staatssekretär Backe die große silberne Medaille der Königlichen Landwirtschaftsgesellschaft und als persönlichen Dank des hannoverschen Bauernstandes dem Reichsbauernführer das Symbol des Hannoverlandes, eine große silberne Nachbildung des Hannoverschen Pferdes. Reichsbauernführer Darrä erklärte sodann u. a.: Trotz guter Ernteergebnisse habe das Bauerntum Not gelitten und Millionen von Volksgenossen hätten hungern müssen. Nicht die Frage der Rentabilität des Bauerntums sei akut, sondern die Erkenntnis, daß das Bauerntum im Interesse des ganzen Volkes erhalten werden müsse, koste es, was es wolle. Es fei notwendig gewesen, den deutschen Landstand aus der Abhängigkeit von der Börse zu lösen. Die Friedenssehnsucht des deutschen Landstandes sei durchaus ehrlich. Das deutsche Bauerntum sehe in Adolf Hitler den Garanten dafür, daß die Kräfte der internationalen Ideen nicht wieder zur Herrschaft kämen. Vom Dobrock bei Stade begab sich Reichsbauern- führer Darr6 über Hamburg nach Bergedorf, dem Zentrum des hamburgischen Landgebietes. Der große Saal des „Colosseums" und die anderen großen Säle waren schon stundenlang vor Beginn der Kundgebung gefüllt. Auf den öffentlichen Plätzen stauten sich vor Lautsprechern trotz des schlechten Wetters große Menschenmassen. Als der Reichsernährungsminister um 21 Uhr erschien, begrüßten ihn stürmische Heilrufe. Der Minister richtete die ernste Mahnung an das Bauernvolk, den Führer, in dessen Person sich heute die Durchführung des nationalsozialistischen Denkens personifizierte, in den kommenden schweren Tagen nicht im Stich zu lassen. Arn 12. November fielen die Würfel darüber, ob wir wieder auferstehen und gesunden, oder ob wir einstmals vor I unseren Enkeln erröten müßten. Das Landvolk steht und fällt mit der Person Adolf Hitlers, mit der Entscheidung am 12. November. DmiMnds Anteil an demMelfesi der Türkei. .......popen ars Dolmetsch der freundschaftlichen Gefühle Deutschlands für den Waffenkameraden des Weltkrieges. Berlin, 31. Okt. (TU.) Im Rahmen der Berliner Feierlichkeiten anläßlich des 10jat)rigen Bestehens der neuen Türkei veranstaltete der Bund der Ausländsdeutschen zusammen mit dem Bund der Asienkämpfer und der Landesgruppe Türkei, des Willkommenklubs in den festlich geschmückten Räumen des Hotels „Kaiserhof" einen Tee-Empfang. Die Begrüßungsworte sprach der lübeckische Gesandte Werner Daitz, der ein Bild des türkischen Freiheitskampfes entwickelte. Die Parole Mustafa Kemals: Eintracht drinnen, Frieden draußen, gleiche dem Friedenswillen des deutschen Volkskanzlers. Der türkische Botschafter K c - maleddin Sami Pascha hielt eine Rede in türkischer Sprache. Ich freue mich besonders, sagte er u. a., unser 10. Jahresfest mit den Menschen, mit denen wir Schult er an Schulter gegen die Feinde gekämpft haben, die uns und Deutschland vernichten wollten, zusammenfeiern zu können. Bei dieser Gelegenheit grüße ich herzlichst im Namen des türkischen Volkes den ehrwürdigen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den großen Friedensfreund und hervorragenden geistigen Schöpfer des Nationalsozialismus, den deutschen Volkskanzler Adolf Hitler, feine Mitarbeiter und das ganze deutsche Volk. Insbesondere gedenke ich aber mit großer Ehrfurcht der Helden, die mit uns in denselben Reihen gekämpft haben. Die Taten dieser Männer dürfen wir nie vergessen. Vizekanzler von Popen führte darauf u. a. folgendes aus: An dem Frsu- oentag der türkischen Republik hat das ganze deutsche Volk und an der Spitze die Reichsregierung mit großer innerer Bewegung teilgenommen. W i r, die alten W a f f e n g e f ä h r t e n, wissen am besten, welche ungeheueren Blutopfer das türkische Volk durch Jahrzehnte hindurch für seine Freiheit gebracht hat. Niemand kann daher ehrlicher als wir die Energien bewundern, die der Führer der neuen Türkei für dieses Aufbauwerk aus einem gänzlich zerschlagenen, verarmten, mut- und hoffnungslosen Volke heraus zu entfesseln vermochte. Mich hat ein gütiges Schicksal in die Nähe dieses Mannes der Tat geführt und mit vielen Kameraden gedenke ich heute der Zeiten, wo wir die Ehre hatten, m i t i h m und unter i h m für ein gemeinsames großes Ziel zu kämpfen. Meine letzte Erinnerung an ihn ist eine Unterredung, die ich in den Tagen des Zusammenbruchs hatte. An jenem Oktobertage 1918 sagte er mir: Das Schicksal hat gegen uns entschieden. Jeder von uns muß nach neuen Wegen suchen, sein Volk aus dieser entsetzlichen Lage zu befreien. Der Vorhang ist gefallen. Der 2. Akt beginn t." Der zweite Akt ist nun bereits in das Buch der Geschichte eingetragen. Bewußt der völkischen Kräfte erkennt das türkische Volk seine geschichtliche Rolle als die eines Mittlers zwischen Asien und Europa. Das deutsche Volk, das heute noch den Kampf um feine Freiheit und Gleichberechtigung zu führen hat, nimmt von allen Völkern Europas den wärmsten Anteil an der historischen Entwicklung der Türkei. Das deutsche Volk hat inzwischen gelernt, daß Würde und Ehre eines Landes niemals durch zwangsweise Unterschriften unter Friedensverträge fortgenommen werden können, und es hat gelernt, daß es in der Zukunft niemals mehr etwas unterschreiben wird, was gegen diese Lebensgrundsätze eines jeden souveränen Volkes verstößt. Werk der IG. Farbenindustrie, einen Besuch ab. Vor einem Jahrzehnt legte Dr. Ley dort, wo Sozialdemokraten und Kommunisten die Vormachtstellung inne hatten, die Keimzelle der nationalsozialistischen Bewegung im Rheinland. Bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz hielt Dr. Ley, stürmisch begrüßt, eine kurze Ansprache, in der er u. a. ausführte: Jetzt sehen wir, daß unser langer und schwerer Kampf gewonnen ist. Heute ist der Arbeiter wieder gleichberechtigtes wertvolles Glied innerhalb der großen deutschen Weg- und Schicksalsgemeinschaft. Der Unternehmer ist nicht mehr der Blutsauger, als der er dargestellt wurde, er ist nicht mehr der profitgierige Kapitalist, sondern er wird wissen, daß das Arbeitertum tausendmal wertvoller ist als alle seine Güter unb als alle seine Maschinen. Diese Gemeinschaft von Arbeitern und Unternehmern, die sich einfad) gegenseitig nötig haben, wird den großen deutschen Zukunftsweg gehen, den uns unser großer Führer weist. Unser Führer hat uns wieder zur großen Volksbefragung aufgerufen. Was er tat, hat er in großer Verantwortung und im Höch- ften Pflichtbewußtfein gegenüber seinem Volk getan. Es ist nun unsere Pflicht, i h m geschlossen auf ewige Zeiten die Treue zu halten. Das Ausland soll am 12. November sehen, daß Führer unb Gefolgschaft eine unzertrennbare Einheit bilden. Witt Japan die Llnierseebooie abschaffen? London, 31. Okt. Der Flottenkorrespondent des Daily Telegraph schreibt: Angesichts der Wahrscheinlichkeit, daß Großbritannien auf der nächsten Flottenkonferenz wieder auf die allgemeine Abschaffung der U-Boote bringen wird, kommt folgender aus zuverlässiger Quelle stammender Mitteilung besondere Bedeutung zu: Japan ist, wie verlautet, bereit, alle feine Unterfeeboote z u verschrotten, vorausgesetzt, daß die anderen Mächte dasselbe t u n und daß auch die Flugzeugmutterschiffe abgeschafft werden. Der Korrespondent beton, daß neben Frankreich Japan d i e größte und stärkste moderne Unterseebootflotte besitze, was Japans neue Politik um so bemerkenswerter mache. Zur Verhaftung des englischen Journalisten in München. München, 31.Okt. (TU.) Zur Verhaftung des englischen Journalisten Panter in München erklärte der bayerische Staatsminister des Innern, Adolf Wagner, als Polizeiminifter, der United Preß u. a., es müßte ein Gebot der Höflichkeit und des Anstandes der in Deutschland Gastrecht genießenden ausländischen Journalisten sein, Meldungen so hinauszugeben, wie es sich für einen Gast im fremden Lanb gehöre. Jedtz Meldung über die Bewaffnung der SA. oder SS. fei Lüge. Es fei der SA. nicht einmal gestattet,, Seitengewehre zu tragen. Daß die Leibwache des Führers und SA.-Wachen, die für den persönlichen Schutz prominenter Männer notwendig sind, bewaffnet sein müssen, sei selbstverständlich. Für eine gründliche Prüfung des Falles Panter werde Sorge getragen werden. Ein gerichtliches Verfahren werde unter allen Umständen durchgeführt. Um der Welt zu zeigen, wie unsinnig sie zum Teil von ihren nach Deutschland geschickten Vertretern unterrichtet wird. Kleine politische Nachrichten. Der bisherige Präsident der Deutschen (Ren- tenbant und gleichzeitige Vorsitzende des Verwaltungsrates der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt, Staatsminister Dr. L e n tz e, hat am 31. Oktober d. I. seine Aemter niedergelegt und ist zum Ehrenpräsidenten der Deutschen Rentenbank ernannt worden. Ministerpräsident a. D. Gran- z o w wurde zum Präsidenten der Deutschen Ren- tenbanf und zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Deutschen Rentenbankkreditanstalt gewählt. * Der Reichsminister des Innern hat für die Betätigung der Tecynischen N o t h i l f e im nationalsozialistischen Staat neue Richtlinien erlassen und dabei gleichzeitig den Nothelfern d e n D a n k der Reichsregierung für die in schweren Jahren dem Volk und Staat geleisteten Dienste ausgesprochen. * Der Führer der Akademie für deutsches Recht, Minister Dr. Frank, hat den Reichsarbeits- niinifter Franz Selbte zum Mitglied der Akademie für deutsches Recht berufen. ♦ Reichsarbeitsminister Franz Seldte hat dem Bund Deutscher Mietervereine e.93. in Dresden mitgeteilt, daß er ihn als einzige Spitzenorganisation der deutschen Mieterschaft anerkennt. * Der Versicherungsverein deutscher E i s e n b a h n b e d i e n st e t e r hat 300 000 Mark dem Winterhilsswerk zur Verfügung gestellt. Aus öfter Well Luslschuhübungen in Mailand. In Mailand fanden in einer der letzten Nächte Luftschutzübungen statt. Ein Bombenschlag im Mittelpunkt der Stadt kündigte den feindlichen Angriff an. Einschlagstelle war die alte SDlailänber Börse, aus deren Fenster man kurz nach dem Einschlag dichten Qualm von Brand- und Gasbomben steigen sah. Feuerwehr und Rotekreuz-Wagen — die Besatzungen mit Stahlhelmen und Gasmas- ken ausgerüstet — waren sehr schnell an der Einschlagstelle, wo die Rettungsarbeiten — die Bewohner des Börsenhauses wurden von Jungfafchiften gestellt — oornahmen. Auf das Heulen der Sirenetz wurde von der elektrischen Zentrale aus die gesamte Stadtbeleuchtung abgefteüt. Der Verkehr ruhte gänzlich. Mailand lag in völligem Dunkel. Erst als 3/a Stunden später erneute ©irnenfignale das Abziehen der feindlichen Flugzeuge meldeten, wurde die Hebung, der die Vertreter der Zivil- und Militärbehörden in großer Zahl beiwohnten, beendet. Schwere Stürme übet Nordsee und Ostsee. Wie heimkehrende Fischdampfer berichten, Herr- sichen zur ^eit schwereStürme in derNord» (e e. Die Fischerei nördlich und südljch der Dogger- dank mußte wegen des orkanartigen Sturmes vor- übergehend eingestellt werden. Die Zufuhren an frischen Seefischen haben sich daher erheblich verringert. So standen in den St. Pauli-Fischhallen am letzten Hamburger Fischlage nur etwa 60 000 Pfund Fische zum Verkauf. Die Ware wurde demzufolge flott abgesetzt. * Im nördlichen Teil der Ostsee haben sich bei schwerem Herbstfturm mehrere schwere Schiffsunfälle ereignet. In der Nähe der 'Insel Gotland strandete das finnische Segelschiff „Alice Gaulke"; die aus vier Männern, einer Frau unb einem Knaben bestehende Besatzung befindet sich noch an Bord. Da die Wellen über das Wrack hinwegschlagen, ist die Lage kritisch. Bisher glückte es auch mit dem Raketenapparat nicht, die Schiffsbrüchigen zu befreien. Ebenfalls in der Nähe der Insel Gotland befindet sich ein viermastiges Segelschiff, dessen Namen unb Nationalität nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte, in Seenot. Die Besatzung besteht aus 12 Mann. Man vermutet, daß es sich um den finnischen Dampfer „Sa- lisburry" hanbelt. Schließlich soll ein norwegisches Schiff gestrandet fein; bei Carlsö trieb ein Rettungsring an Land, der den Namen „Homlsdal" führt. Der Mörder des SA.-Mannes Dokter zum Tode verurteilt. Das Breslauer Sondergericht verhandelte in Dels gegen den 23jährigen Arbeiter Kurt Gerber, der am 25. Oktober den SA.-Mann Dokter in dem Dorfe Maliers, Kreis Oels, durch mehrere Mefferftiche getötet hatte. Der Zuhörerraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der nach entsetzlichen Qualen am letzten Samstag gestorbene 23jährige SA.-Mann Dokter hat auf dem Sterbelager feine Aussagen noch unter Cid zu Protokoll gegeben. Danach war er früher mit dem Mörder Gerber eng befreundet, entzweite sich aber mit ihm, als er vor zwei Jahren in die SA. eintrat. Gerber habe ihm seit dieser Zeit nach- gestellt. Am Abend des 25. Oktober hat er Gerber vor den Fenstern der Gastwirtschaft seines Vaters gesehen unb ihn wiederholt aufgeforbert, wegzu- gehen. Plötzlich hat Gerber ihm mit einem Messer einen Stich in den Hinterkopf versetzt, burch den er sofort an allen Gliedern gelähmt wurde. Als Dokter schon am Boden lag, hat der Mörder noch zweimal zuaeftochen. Nach etwa zweistündiger Beratung verhängte das Gericht über Gerber die Todesstrafe, verbunden mit dem dauernden Verlust der Ehrenrechte. Ein Berliner Sfabtrat wegen Bestechlichkeit verhaftet. Der seit 1929 vom Amte suspendierte Berliner Stadtrat Wilhelm Benecke wurde jetzt wieder verhaftet. Gegen ihn hatte die Staatsanwalt- fchaft schon vor etwa zwei Jahren Anklage wegen schwerer passiver Bestechung im Amt erhoben. Er wurde jedoch unbegreiflicherweise außer Verfolgung gesetzt. Benecke wird zur Last gelegt, im April 1929 mit den Gebrüdern Sklarek den berüchtigten Monopolvertrag geschlossen zu haben, nach dem die Firma Sklarek das alleinige Recht zur Belieferung der Stadt Berlin mit Textilwaren hatte. Dazu wurde er durch Bestechung größten Umfanges bewogen, die er von den Brüdern Sklarek in Gestalt von größeren „Renngewinnen", in barem (Selbe und in einer außerordentlich umfangreichen Kleiderbelieferung erhielt. Der Prozeß gegen Benecke wird wahrscheinlich noch im November vor dem Landgericht Berlin statt- finben. Deutsches Schwesternpaar in Frankreich zu je zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Schwurgericht von Aix-en-Provence hat den Hauptangeklagten im Mord- und Betrugsprozeß Sarret zum Tode und feine beiden Helfershelferinnen, das deutsche Schwesternpaar Katharina und Philomene Schmidt zu je zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt. Es handelt sich um eine Mord- unb Betrugsaffäre, die bereits jahrelang zurückliegt und nur durch einen Zufall entdeckt wurde. Hauptangeklagter ist der frühere Rechtsanwalt Sarret. Als feine Helferinnen hatten sich zwei Deutsche, die Schwestern Katharina und Philomene Schmidt, zu verantworten, die lange vor dem Weltkrieg nach Frankreich gekommen waren. Durch ihre Beziehungen zu Sarret, der sie anfänglich in geschäftlichen Angelegenheiten beraten hatte, waren sie in ein gewisses Hörigkeitsverhältnis geraten unb wurden Mitwisserinnen unb Mittäterinnen einer Reihe bunfler Mordtaten, Fälschungen und Betrügereien, die dem Rädelsführer viele Millionen eingetragen haben. Die Schwestern stammen aus einer bayerischen Offiziersfamilie. Gemäldediebstahl in Warschau. Im Krasinski-Museum in Warschau wurde ein schwerer Gemälbebiebstahl verübt. Gestohlen wurden 15 seltene Bilder und ein Gewehr, bas Kaiser Napoleon dem General Krasinski zum Geschenk gemacht hat. Die Diebe sind auf dem Weg durch das Glasdach in bas Museum eingebrungen. Der Gesamtwert ber geraubten Gegenstänbe wird auf eine halbe Million Zloty geschätzt. Die Ermittlungen weisen darauf hin, baß das Verbrechen von einer internationalen Diebesbande begangen worden ist, die zweifellos versuchen wird, die entwendeten Kostbarkeiten im Ausland zu verkaufen. Wettervoraussage. Obwohl sich die nördlichen Störungen nach und nach auffüllen, fließt weiterhin ozeanische Luft nach dem Kontinent. Der Witterungscharakter bleibt daher vorerst noch etwas unsicher, so daß bei wechselhafter Bewölkung einzelne Schauer zu erwarten sind. Da aber von Westen her der Luftdruck kräftig an- steigt, ist späterhin mit nfljigerem Wetter zu rechnen. Aussichten für Donnerstag: Wechselndwolkig mit Aufheiterung, kühl und einzelne Schauer. Aussichten für Freitag: Allmähliche Beruhigung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 31. Oktober: mittags 8,8 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 1. November: morgens 3,4 Grad. Maximum 9,2 Grad, Minimum 3,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Oktober: abends 6,8 Grad; am 1. Novembet- morgens 6 Grad Celsius. — Niederschläge 9,8 mm.-r- Sonnenscheindauer eine Viertelstunde. Wahlgesetz kennt xmnr im — er wurde idk| Vordergrunds Lett geiegl uno es . Sohn oder Schwie- | i Tleuausqabe 4933 erscheint Ende November! Wäödien I I a. ü. Gictz. Anz. Dazu gutes Beiprogramm. Uta-Ton-Woche LLL. Ab 9 Llhr vorm. Wellfleisch mit Kraul WUmWiWI ® Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Schulstraße 7,1L Stock, Eingang von der Kaplaneigasse aus. Seschästszeit von 9-18 Llhr dich!" _ „Nein! — Schämt ihr euch! Immer zurückgesetzt! Immer stand sie im •n" Immer wurde sie bevorzugt? Immer .. " .Lch hätte nie gedacht, daß du so schlecht lern M Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen f. GkfcfmftSbcnitti »um i.T'c».oefu6i 2cbr.9lnfl. u. 67371 q.d.Giesi.An,. erb Zu jedermanns Einsichtnahme liegen am X, 3. und *. November in unserer Geschäftsstelle offen: . Behördenverzeichnis, Alphabetisches Einwohner« u. Ainnenverzeichnis, Straßenverzeichnis, Handels- und Gerperbever-eichms, Dereinsver« zeichnis der Stadt Gießen Einträge der Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen Aerzteverzeichnis der Stadt und des Kreises Gießen Die zuständige Einwohnerschaft, Aerzte und Geschäftsleute Gießens und des Landkreises sowohl wie die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften, Dereinsführer usw. werden um Prüfung der Einträge auf Nichtigkeit und Vollständigkeit hiermit dringend gebeten. 3m Hinblick auf die Schwierigkeiten in der Beschaffung der notwendigen Unterlagen in einer Zeit ununterbrochener Umwandlungen auf allen Gebieten und der damit verbundenen längeren Herstellungsdauer des Adreßbuches kann für Fehler und Unrichtigkeiten keinerlei Haftung übernommen werden. Es empfiehlt sich insbesondere auch Einsichtnahme in die Verzeichnisse durch die Hausbesitzer und durch Mieter, die seit der Hausliftenaufnahme umgezogen sind. gersohn zu Rate ziehe. Die beiden hatten ohnedies alle 39dr.De voll zu tun. Es wäre lächerlich. ®eg?n des kleinen ... ..Schwindel!' hatte er sagen wollen, sich jur eeite gelegt und die Augen nicht mehr geöffnet Nun schritten sie hinter seinem Sarge. Das Haar der Geheimrätin leuchtete weiß unter dem Schwarz des Schleiers hervor. Rolf Wellenberg batte ihr den Arm geboten, auf der anderen Seite führte Madien die Mutter. m , , , Grude ging neben Montrey. Dor sich sah er Madlens knabenhafte Gestatt. Gott, dachte er, senkte das Gesicht und hob es wieder, um den Blick neuerdings auf ihr ruhen zu laßen. Christa war gr.tzer gewesen und zart und frauenhaft. Alles, was an ihr in Erscheinung getreten war. hatte edjnv.cg- samkeit und Weiche verraten. Rte war sie zornig gewesen oder laut. Er sah über die junge Schwägerin hinweg nach den Trauerkränzen, die in der Mittagssonne zu welken begannen. Die Schleifen schaukelten und deren Inschriften glänzten golden aus. Er horte kaum, daß am Grabe gesprochen wurde und erschrak, als Montrey ihm die Hand auf die Schulter legte. „Ich möchte mich verabschieden. Felix!" J Wellenberg brachte die beiden Damen nach Hause. Die Geheimrätin mutzte sich sofort zu Bett legen. Er satz noch eine Weile bei ihr und hielt ihre jin« gcr zwischen den seinen. Mit dem ihm eigenen glc 4- mähigen Tonfall, welchen alle seine Patienten so wohltuend empfanden, sprach er sie in schlaf. Auf dem Gang stand 'l'lablcn und sah ihn aus verweinten Augen an. „Wird das nun immer so fortgehen bei uns?" Sie tat ihm leid. Schließlich war es mit ihren achtzehn Jahren auch nicht so einfach, so viel auf einmal zu ertragen. „Es kommen auch wieder andere Tage", tröstete er. „Du mutzt jetzt der Mama eine Stütze sein, muht immer benten.^roie wurde es, Christa machen, wenn sie da wäre?" „Mein Gott, immer sie", weinte Madien auf. „Wenn ich ertrunken wäre, kein Mensch hätte sich grotz darüber aufgeregt." „Madlen!" warnte er. Sie stich seine Hand, die er unter ihr Slinn ge- schoben hatte, zurück. „Du bist genau wie die an»! deren: Christa! Christa! Und wieder Christa! . J Warum habt ihr sie dann fortgelassen, wenn sie euer Alles war?" Du schweigst!' sagte Wellenberg und umspannte ihr Handgelenk, daß sie zornig aufschrie. ..Scham Restaurant „Zum Andres" Sonnenstrahe 29 lu«u Tonnerötag, den L. November 1933 Metzelsuppe Ab 10 Uhr Wellfleisch mit Kraut Inhaber: L. Wenner Schlecht?' Ihr Gesicht wechselte rasch ick den Farben. „Das kannst du ja noch erleben, dah ich schlecht werde!' . , . . (Fortsetzung folgt.)_______________ Morgen Donnerstag, 2. November: — 6725 D Hotel* Restaurant Bayerischer Hof Bealtaer: Peter G au b Witwe Donnerstag, den 2. November: Metzelsuppe Empfehle gleichzeitig meine Lokalitäten. Saal für 80-100 Personen, sowie Fremdenzimmer mit Zentralheizung und flieh, warmen u. kalten Wasser Gut bürgerlicher Mittagstisch \ im Abonne- und reichhaltige Abendkarte j ment Mo80 Im Ausschank« Pilsener und Export aus dem Gießener Brauhaus A. <4 W. Dennlnghoff und Braunfelser Sdtlobbrlu, sowie la Weine Eintrittskarten zu den ermräßiuten Preisen von Mk.J M 2-25 und 300 bei Ernst Chalher und abends * n dentenkarien 80 Plenmg uegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. Der Beckstein-Flügel ist vom Pianohaus Schönau. Abonnements Ur die 8 Konzerte: 23.11.33 Prof. Günther Ramin (Dr ei) — '<■ 1 34 Das Wendlinp-Quaitett— 4. 2- 34 ke?er- Abend- Prof Fritz Stein, Ludwig Kaiser (Klavier) 11.3.34 Prof. Wilh. Backhaus - 7 12. W Rx^h We±nacht8oratonum und 2 Orchesterkonzerte 1. P atz Mk. 18.00, 2. Platz Mk. 1X.W. Die bes eilten Abonnements können abgeholt werden. mD »Znnt ihr zu gor feinem Gluck kommen. — Soll Ich | vermitteln? — 54 axrbe sofort unter tntt Bugen m.t ihr reden, sobald fte jUtutf ’*t . „34 brauchte wahrhaftig feinen Benrniiler, ’,0!k.“nn.Vrau. bomüf ertöt Bdtenb«*. no4 immer der Meinung w^r. e, Handl« sich um ein Zerwürfnis der beiden. Er schob ihn mtt fester fianb vor sich her, noch dem Ordinationszimmer und drückte ihn dort auf das Ledersofa. Also — Christa ist oermiht , sagte Grude und hob das entfärbte Gesicht zu sich ^„Montrey hat mit ihr die Uebersahrt auf bem »Mollke gemocht und ist fett gestern nacht zurück. Christa sehtt. Wellenberg muhte sich in einen Stuhl setzen, so zitterten chm die Knie. Dann ritz er sich wieder zu- •ammen. „Das hat natürlich aar nichts zu sa^en ich meine, dah Montrey zurück ist und mein« cfljoe« ster nicht." Lr muhte unbedingt seine Nerven de- ruhigen, nahm eine Zigarette aus dem Behälter und reichte auch Grude eine hinüber. Die gelbe Flamme des Streichholzes leuchtete auf und erlosch wieder. „34 habe es gelesen, dah der ,Mollk« gesunken ist. Ls stand auch in den 2J* geschlagen. Aber ich wuhte nicht, dah Christa Pasia- gier darauf war." Er sog behauch der Bosma em und lieh ihn langsam zwischen den festen wttßen Zähnen wieder herausströmen. „Gedulde dich einen Er verlieh da» Zimmer und kam mit einem^e, tungsblatt wieder zurück, ,^'er steht es 9an3 0°S" 7 mein Aller." Er reichte ihm bas Zigaretten- X fi.c Streichholz aufflammen. „Du oer- jXt“f?dir bah du nicht der einzige bist ber sich um Lhrtfb l°rgh ?a sind die Ettern, da ist Madien, ^Gr^be'^nickt'e. „Du muht entschuldigen, wenn ich rnich^ehen lieh. Aber ich liebe sie über die Maßen " Wellenbergs Augen liebkosten ihn. Sie ist es Kelittche!" Diesmal zuckte Grude nicht zu- sommern „Und ihr patzt gut sueinanber. Ihr werdet ehr glücklich sein!" Er str.ch hasttg über bas dunkle fiaar bes Freundes, als schäme er sich dieser Zar:- lichkeit. „Morgen vielleicht schon bist du selig und genau in demselben Grade glücklich wie du heute unglücklich bist. Dir müßen alles nehmen, wie es kommt 34 will heute abend noch zu den Eltern gehen und die Mama trösten. Wenn es um Madien Singe hätte ich weniger Bange." Auf Grudes oer- wunderten Blick gestand er: „Sie ist anders. Wir verstehen uns weniger. Sie ist auch soviel junger als ich. Ader trotzdem schon vollkommen selbständig. Die raust sich durch. — Aber mir liegen nun einmal die burschikosen Frauen nicht. Selbst wenn es die eigene Schwester ist. In Christa war alles weich. Madien aber ist ein Kiesel, ber Funken gibt, wenn man barauf schlägt." Grude nickte nur und preßte Wellenbergs Hand. Fünf Minuten später fuhr sein Wagen der Stadt zu. . An dem gleichen Tage, an weichem von Calais die Nachricht eintraf, daß man infolge ber über- langen Zeit — es waren beinahe sechs Wochen seit dem Untergang des „Mollke" verflossen mtt einer Auffindung der fehlenden Passagiere nicht mehr zu rechnen habe, trug man den Geheimrat Wellenberg zu Grab. Er war am Tag zuvor von Hamburg gekommen und hatte so etwas wie ein scheues Hoffen mitg^ bracht. Auf der Reederei hatte man ihm nämlich gesagt, es sei schon der Fall gewesen, daß von Schift, brüchigen noch nach acht Monaten Nachricht em- traf, wenn das Boot, wie es zum Beispiel beim Untergang ber „Grönland" ber Fall gewesen sei, auf irgenbeine Insel verschlagen würbe, von welcher aus es keine Derbinbung gab. Unb mit biefem winzigen, aber immerhin lebendigen Hoffen hatte ber Geheimrat seine letzte große Reise angetreten. Er war am Morgen ein bißchen unpäßlich gewesen, hatte sich zu Bett gelegt Unb es strengstens verboten, bah man S-h- Doktor Grudes Ehe. Driflinalroman von 3- Gchneider.Foerstl. 2 Fortsetzung Nachdruck verboten! Der Doktor nickte schweigend. „Quäl dich i-tzt nicht mehr so Mama." Er nahm noch einmal ihre Hande (,kniae Rechte. „3n meinen Gedanken LL".chiü ÄwXrcon (oo. --"ich wM lolong, eo überhaupt etroao zu hoffen 0M. Solange mir nicht jenu.nl> ben Betoero brjngt, n, tut ift suche ich sie unter den Lebenden. Aus ßsXrfehen, &-pa ' m- (e«ter reicht, er Montrey die S)cAt und schritt nach der Flurmre. „Felitsche", schmeichelte eine dunkle -stimme aus dem Dämmer zu ihm auf. Madien sah, wie es ihn zusammennß. »Du m“Bl entschuldigen", sagte er, „daß ich veryah mich von dir zu verabschieden. Aber ich bin so in Es herrschte ein ungewisses Halbdunkel in dem Flur. So sah er das Lächeln nicht, das um ihren Mund glitt. Es lag noch auf ihren Lippen, als er bereits die Treppe hinabging. das nicht ein schöner Krebs, S4njefter? , fagte Dr Rolf Wellenberg und besah im Glase die R?esengeschwulst, welche er soeben einem Patienten aus der Bauchhöhle genommen hatte. ,Hch hoffe, daß er sich dÄreißt - Unser Patient meme,tch natürlich. Unglaublich, w.e man Klange warten kann, bis man sich zu einer Operation ent- schließt." Er hielt das Glas gegen das Licht unb Uütlelte ben Kopf. „Man möchte es nicht für mag- lid) halten, das man mit so etwas jahrelang her- "^D?e"^Schwester ftanb neben ihm unb nickte lächelnd. »Haben Sie schon angerufen, Herr Doktor. Gott, das habe ich ganz vergessen. Es wird wohl nicht so dringend sein. Meine Mutter will wahr- scheinllch nur meine Stimme hören, um sich zu überzeugen, dah ich wirklich da bin." Er ging den langen Korridor zuruck unb sah, wie Grude soeben die lauferbelegte Treppe heraufsprang. „Das ist nett, daß du kommst, Felix. Du hast dich lange nicht bei mir sehen lassen." Er faßte ihn an den Achseln und drehte ihn gegen das große Fen- ster, welches ein Licht vom Garten hereinbekam. Ein bißchen verkatert, was? Es wird gut sein, wenn die Christa zurückkommt." Verwundert ah er, wie Grudes Augen überschwammen. „Das ist denn los? Ihr werdet euch doch nicht zuguterletzt zerschla- 0e®rua^enfud)te sich zu beherrschen. Aber es ging nicht mehr. Er drehte das Gesicht nach der Wand und lieh die Stirne dagegen fallen. Wellenberg legte ihm die Hand auf die Schulter Menschenskind, warum nimmst du alles so tra- gisch? Was soll denn das einmal werden, wenn ihr verheiratet eid? Vor lauter Rücksicht auseinander Gießener Konzertverein Generalversammlung Freitag, den 3. November 1933,18 Uhr. im Musikalischen Institut der Univem-ität, Zimmer Nr. 47. 6739 TAGESORDNUNG: 1. Jahresbericht. 2. Jahresabrechnung und Entlastung des Vorstandes. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes^___________ Vinlirt. 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November d. 3., I nachmittags 2 Uhr, versteigere ich zwangs-1 weife gegen Barzahlung In „Cörocn" Neuenweg 28, dahier: 6740D 4 Klaviere, 1 Flügel. 2 Registrierkassen. 9 Diwans, 1 Chaiselongue, 1 Eßzimmer, 1 Schlafzimmer, 7 Vertikos, 2 Büfetts, 2 Bücherschränke, 2 Darenschränke, 2 Registraturschränke, 1 Friseurtollette, 1 Haarlchneidemaichine, 3 SpieaeL 1 Tisch, 6 Stühle. 6 Schreibtische, 3 Nähmaschinen, 3 Glasschranke, 1 Dirtschafisbüfett, 1 Badeofen, 4 Sessel. 1 Teppich. 1 Regulator, 1 Grammophon, 1 Kommode, 2 Kleiberschränke, 2 Labentheken, 1 Der- me(|ungsinftrument, 1 Eiskonservator, 1 Rauchtisch Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe im Versteigernngstokal): 2 Kühlschränke, 1 Kassenschrank, 1 Re- gistraturschrank. 1 Schreibmaschine, 4 Schweine, 2 Stämme Kiefernholz unb 1 Cautsch. mau Gerichtsvollzieher in Gießen Ludw'gftraße 331 — Telephon 3239 Gießener Konzertverein e.V. Sonntag, den B. November 1S33, 17 Uhr, In der Unlversltlts-Änla ERSTES KONZERT Der Führer des Reichskartells der Deutschen Musikerschaft, Prof. Dr. h. c. Gustav Havemann (Violine) aus Beilin Hans Martin THEOPOLD (Klavier) Rach Partita D Moll — Beethoven Sonate C-MoU op.30Nr.2 — Brahms Handel Variation/Klav.-Solo) - Schubert RondoD-Mo U® \V1V*’ Weitere W» HauptroUen: Bee Beter, Jakob Tiedtke Jedem Gießener klingt noch dieser letale Karnevalschlager in den Obren! — l 5tr>önes 3immer mit Sckreibtilch und elektr.Lickt zu verni. Wernerwall ovart. a.ÖswaldSaart. »«1^ Sonn. möbl. Zimmer m. sev.Etna. z. oerm. Zu errraaen: oet»e Bahnhofstratze f>3 I DaS seither von der H-irma S.H. Tond- beim, Warben und Lacke, mnegebabte Lagerhaur ist anderweitig zu vermieten. om« Zu erfragen Wernerwall 11 ü- Laden Seltersweg 71, los. zu vermieten. arrsD Näheres 41. 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