Nr. 256 Drittes Blatt Glehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheften) Mittwoch,!. November 1953 —■■■ " ■■g Oie Regierung Hitler und die Kommunalpolitik. Von Or. Julius Lippert, <5taat0fommiflar in der Hauptstadt Berlin. Innerhalb der bisherigen Arbeiten hat die Regierung unseres Reichskanzlers Adolf Hiller gerade auf kommunalpolitischem Gebiet außerordentlich tiefgreifende und das persönliche Leben eines jeden Einzelnen betreffende Erfolge aufzuweisen. Das vergangene System hatte, um seine Erfüllungspolitik durchführen zu können, die Finanzen des Reichs und der Länder bis zum Rande der Erschöpfung geschwächt und es verstanden, einen großen Teil der Lasten dieser Politik unmittelbar auf die Gemeinden abzuwälzen. Rur so ist es zu erklären, daß in ständig wachsendem Umfange die Sorge für den Unterhalt der Erwerbslosen auf die Gemeinden übertragen wurde, deren gesamte Finanzgebarung dadurch in einen unheilvollen Wirrwarr geriet. Die Reichshauptstadt hatte im Jahre 1932 einen Etat, der aus der Ausgaben- und auf der Einnahmenseite mit je rund einer Milliarde angesetzt war. Fast ein Drittel dieser Beträge betraf zwingende Ausgaben, die dazu dienten, die riesigen Scharen der Erwerbslosen wenigstens vor dem Verhungern zu schützen. Hinter dieser auferlegten Pflicht mußten alle kulturellen Ausgaben in steigendem Maße zurücktreten. Es war zu Anfang des Jahres 1933 kaum noch möglich, zahlreiche städtische Schulen und andere öffentliche Gebäude vor dem offensichtlichen Verfall zu bewahren. Irgendwelche tatsächlichen kulturellen Leistungen wagte man angesichts dieser Sachlage überhaupt nicht mehr in Angriff zu nehmen. Die Reichshauptstadt hatte es in früheren Zeiten dffs eine Ehrenpflicht angesehen, gemeinnützige Vereinigungen wissenschaftlicher oder volkserzieherischer Art laufend zu unterstützen und darüber hinaus Künstler oder künstlerische Verbände durch Erteilung entsprechender Aufträge in ihrem Schaffen zu ermuntern. In den letzten beiden Jahren vor der nationalen Umwälzung mußten alle diese Tätigkeitsgebiete vollkommen eingestellt werden. Die Stadt war froh, wenn sie, ohne allzu starke Inanspruchnahme von Krediten, außer den Erwerbslosen- Unterstützungen die Gehälter und Löhne für ihre Beamten, Angestellten und Arbeiter einigermaßen pünktlich zu den Zahltagen aufzubringen vermochte. Hier ist nun insofern ein ungemein erfreulicher Wandel dadurch eingetreten, daß das Reich einen erheblichen Teil der Fürsorge für die Erwerbslosen wieder von den Gemeinden weggenommen und auf sich selber übertragen hat. Ueberaus günstig wirkte sich ferner die vor wenigen Wochen erfolgte große kommunale Umschuldungsaktion aus. Die Großstädte hatten unter der Mißwirtschaft des verflossenen Systems sehr viele kurzfristiae Schulden ausgenommen, die teilweise sehr erhebliche Zinsverpflich- tungen mit sich brachten. Reichskanzler Adolf Hitler hatte mit genialem Weitblick sofort erkannt, daß eine Gesundung der gemeindlichen Finanzen ohne Erleichterung auch dieser Lasten nicht möglich sei. Das Reich bot den großen Gemeinden insofern seine Hilfe, als bestimmt wurde, daß eine Umwandlung der kurzfristigen Schulden in langfristige unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden könne, wobei der Zinsfuß auf den Durchschnittsbetrag von vier von Hundert jährlich herabgesetzt wurde. Durch alle diese Maßnahmen haben die Gemeinden nun endlich wieder insofern eine feste finanzielle Grundlage erhalten, als sie nun genau wissen, wie groß ihre Verpflichtungen in naher Zukunft sein werden und sie diese in vollem Umfange übersehen können. Es ist nicht mehr so wie früher dasi alle paar Wochen die Fälligkeit einer kurzfristigen Schuld die gesamte Kassenlage einer Stadt über den Haufen wirft und diese zu den verzweifeltsten Maßregeln, die meist auf eine mehr ober weniger verstärkte Steuer- ober Abgabenerhöhung hinausliefen, zwingt. Die Gemeinben finb, schon beshalb, weil ihre Verwaltung sich am innigsten mit bem persönlichen Leben bes einzelnen Staatsbürgers befaßt, bie Keimzelle bes Staatslebens. Das zugrunbeaegan- gene System hat biefe Keimzellen systematisch zum Verkümmern gebracht. Die Reaieruna Hitler hat auch auf biefem kommunalpolitischem Gebiet grunb- süßlichen Wandel geschaffen unb neue Wege auf- gezeiat, burch bie auch bie Verwaltunaen ber beut» schon Gemeinben bie begrünbete Hoffnung hegen können, wieder zu freierer Entfaltung zu gefanaen und zur Erfüllung berieniaen Kulturaufaaben inftanbqefeht zu fein, bie feit über 100 fahren als eine vornehme unb eble Pflicht ieber Sfabfverwal- tuna angesehen worben finb. Noch niemals hat eine Reichsregieruna in b?n fehten 15 fahren für bas verantwortungsbewußte Wollen und Schaffen d»r Gemeinden so viel Verständnis gezeigt, wie es die Regierung Adolf Hitler in den wenigen Monaten ihrer Amtsführung getan hat. Es muß daher nicht nur aus allgemeinpolitifchen Gründen jeder Deutsche dazu beitragen, daß am 12. November die Regierung Hitler vom Volk ein über- roältigenbes Vertrauensvotum erhält, sondern es muh dies auch der feste Wille jedes deutschen Menschen sein, der von der Tradition unb ben hohen Ausgaben ber gemeindlichen Selbstverwaltung im Sinne bes Reichsfreiherrn vom Stein burdjbrungen und überzeugt ist. Große (Straffammer Gießen In ber gestrigen Sitzung hatte sich bie Kammer wieber mit einer Betrugsgeschichte zu befassen. Angeklagt waren ber 38jährige Reichsbahnbetriebsassistent Karl G., Nieber-Weisel, und ber Bahnarbeiter Otto Sch., Wieseck, zusammen mit bem Bahnarbeiter Sch., ber sich jetzt m der Heil- und Pflegeanstalt befindet und daher nicht mehr zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden kann, in den Jahren 1930/31 falsche Aufstellungen bei der Gedingverrechnung gemacht und dadurch die Reichsbahn empfindlich geschädigt, sich selbst rechtswidrig bereichert zu haben. Ihre in der Voruntersuchung gemachten Geständnisse widerriefen die Angeklagten gestern. Nach längerer Beweisaufnahme, bei der 17 Zeugen vernommen und als Sachverständiger ein Reichsbahnoberinspektor fungierte, stellte der Staatsanwalt folgende Anträge: Gegen G. vier Monate Gefängnis, wobei erschwerend bewertet wurde, daß der Angeklagte als Beamter sich eines derartigen Vertrauensbruches schuldig machte, gegen Sch. drei Monate Gefängnis. Mangels Beweises sprach das Gericht beide Angeklagten frei. Wirtschaft. Oie deutschenGparkaffen iniGeptember Die Einlageentwicklung der deutschen Sparkassen zeigt im September eine auswärts gerichtete Bewegung. Die Einzahlungen waren um 13,2 Millionen Mark größer, als die Auszahlungen. Einschließlich der Zins- (0,8 Mill. Mk.) und der Aufwertungsgutschriften (4,7 Mill. Mk.) haben sich die Spareinlagen ber deutschen Sparkassen im September um 18,7 Millionen Mark auf 10 561,1 Millionen Mark erhöht. Gegenüber dem Vormonat hat sich bas Tempo der Aufwärtsbewegung aus jahreszeitlichen Gründen etwas verlangsamt, insbesondere scheinen die in diesem Jahre zum 1. Oktober erfolgten außerordentlich zahlreichen Wohnungsumzüge Rückgriffe auf die Spareinlagen notwendig gemacht zu haben. Dies ergibt sich daraus, daß — wie vielfach beobachtet — die Auszahlungen im letzten Monatsdrittel größer waren als die Einzahlungen und sich im Oktober die Aufwärtsentwicklung der Spareinlagen bereits fortgesetzt hat. Eine gegenüber bem Vorjahre besonders günstige Bewegung weisen im September bie Giroeinlagen auf, bie (einschließlich sächsisches Gironstz) insgesamt um 5,4 Millionen auf 1 433,1 Millionen Mark zugenommen haben. * * D i e R e i ch s i n d e x z i f f e r für bie Lebenshaltungskosten im Oktober. Die Reichsinbexziffer für bie Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Beklei- bung unb „sonstiger Bedarf") beläuft sich für den Durchschnitt des Monat Oktober auf 119,8; sie ist Etwas höher lagen Aku (plus 0,75 v. H.) und Aschaffenburger Zellstoff mit plus 0,65 o. H. Der Verlauf war außerordentlich still bei fast unveränderten Kursen. JG.-Farben schwankten zwischen 116,50 bis 117 o. H., etwas fester lagen Rheinstahl (plus 1 v. H.), während Gelsenkirchen 0,75 v. H. verloren. Niedriger zur Notiz kamen noch u. a. Rhein. Braunkohlen (minus 2,25 v. H), Contigummi (minus 1,75 v. H.). Reichsbank gaben um 1 v. H. nach, lagen am Schluß aber wieder bei 158 o. H. Deutsche Anleihen bröckelten eher geringfügig ab, späte Reichsschuldbuchforderungen lagen aber weiterhin behauptet. Am Pfandbriefmarkt lagen Goldpfandbriefe ziemlich unverändert, Liquidati- Goldpfandbriefe ziemlich unverändert, Liquida- tionspfanbbriefe uneinheitlich unb Kommunalobligationen übermiegenb von 0,50 bis 1 v. H. fester. Staats- unb Länderanleihen lagen geschäftslos, Stabtanleihen im großen unb ganzen unverändert, teils auch etwas niedriger. Steuergutscheine von 1935 plus .0,25 v. H., dito von 1937 plus 0,13 o. H., Durchschnittskurs 87,70 v. H. Am Auslandrenten- marft blieben Rumänen und Ungarn behauptet, Türken unb Mexikaner lagen etwas fester. — Tagesgelb war zum Ultimo gefragt unb würbe auf 4,5 v. H. erhöht. Exportvaluta 24,90 v. H. Abendborse: still. Die Abenbbörse verzeichnete infolge ber allgemeinen Zurückhaltung von Kulisse und Kundschaft nur minimales Geschäft. Die Kursveränderungen gegenüber dem Berliner Schluß hielten sich in engen Grenzen. IG. Farben eröffneten um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Andererseits waren ein» aelne Montanwerte und Reichsbahn-BA. bis zu 0,25 v. H. höher. Im Verlaufe hielt bie Geschäfts» stille an. IG. Farben waren wieber auf Berliner Schlußniveau erholt. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage nach späten Reichsschuldbuchsorberungen zu 88,40 (plus 0,25 v. H.), Altbesitz- und Neubesitzanleihe lagen unverändert. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 12,70, Altbesitzanleihe 79, Schutzgebietsanleihe 7,90, Gelsenkirchen 44, Harpener 75, Klöckner 50,50, Phö» nix 34,50, Stahlverein 29,25, Aku 29,90 bis 29,65, Bekula 108,50, Daimler 27, IG. Farben 116,40 bis 116,50, Lahmeyer 115,25, Rütgerswerke 45,75, Reichsbahn-VA. 101,75, Hapag 9,65. Allgäuer Butter- und .^äsebärse. Kempten, 31. Ott. Für Butter und Käse blieben die Preise bei sehr stillem Geschäft unverändert. Die Preise sind Erzeugerverkaufspreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund. Molkereibutter 1. Qualität 125 (zuletzt 125), 2. Qualität 123 (123), Landbutter 118 (116), Rahmeinkauf bei 43 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123 (123), Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware 22 bis 25 (22 bis 25). Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Kölner Buttermarkt. Köln, 31. Ott. An ber heutigen Kölner Waren» börse würben bei stillem Geschäft leicht abbröckelnde Preise erziell. Es notierten für 100 Pfund ab Versandstation einschließlich Faß in RM.: Deutsche Mar» tenbutter 133 bis 136 (135 bis 138), deutsche Mol» tereibutter 1. Sorte 132 (134), 2. Sorte 127. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 31. Olt. Auftrieb: 24 Ochsen, 16 Bullen, 589 Kühe ober Färsen und 277 Kälber. Es wurden notiert pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 28 bis 30, b2) 23 bis 25; Bullen c) 24 bis 27; Kühe a) 24 bis 26, b) 19 bis 22, c) 14 bis 17; Färsen a) 28 bis 30; Kälber c) 28 bis 35, d) 25 bis 28. — Marktverlauf: Großvieh belebt, kleiner lieber« stand; Kälber lebhaft, ausverkauft. — Schweinemarkt fand bereits gestern statt. Wetterauer Obftmarkt in Butzbach. Butzbach, 31. Oft. Der Markt war gering be» schickt. Nachfrage und Angebot ausgeglichen. Es wurden bezahll pro Zentner für Tafelobst: Aepsel 10 bis 16 Mark, Birnen 5 bis 6,50; Wirtschaftsobst: Aepsel 4 bis 10, Birnen 3 bis 5 Mark. — Tendenz: mäßig. Ausbau von MandsetzunMenoffenschasten. somit um 0,7 v. H. höher als im Vormonat (119,1). * Elektrizitäts- Aktien-Gesellschaft vorm. W. Lahmeyer & C o., Frankfurt. Die GB. der Elektrizitäts-AG. norm. W. Lahmeyer & Co., Frankfurt a. M., genehmigte die Regularien für das Geschäftsjahr 1932/33 und beschloß einstimmig die Verteilung von 8 (10) Prozent Dividende. Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben 10 Prozent ihrer Tantieme als Spende zur Förderung der nationalen Arbeit und die Vorstandsmitglieder entsprechende Beträge für den gleichen Zweck überwiesen. frankfurter Börse. THiffagsbörfe: behauptet. ! gra n f fir r-t-cr. M., 3h Oft. Die Börse zeigte bas gleiche stille Aussehen wie in den letzten Tagen, doch war die Stimmung nicht unfreundlich und die Kurse lagen im allgemeinen behauptet. Indessen war die Ilmsatztätigkeit infolge des Ordermangels seitens der Kundschaft sehr gering, da auch die Zurückhal^ tung der Kulisse fortbestand. Von gewisser Anregung war aber, daß zum Ultimo keine nennenswerten Glattstellungen mehr erfolgten. Nach den ersten Kursen zeigte sich verschiedentlich etwas Deckungsbedürfnis, ohne daß aber die Kurse stärkeren Auftrieb erhalten hätten oder die Umsätze nennenswert größer geworden wären. Am Rentenmarkt war die Grundstimmung ebenfalls freundlich, das Geschäft aber ruhig. Neu- Ir efitz eröffneten zunächst 10 Pfennig niedriger, waren aber bald wieder auf 12,75 erhöht. Altbesitz gewannen 0,25, späte Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahn-VA. waren gut behauptet. Am A k - t i e n m a r f t lagen die ersten Kurse überwiegend um Bruchteile eines Prozentes niedriger, besonders Montanaktien bröckelten von 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Elektropapiere lagen meist im selben Ausmaß höher, Siemens gewannen 0,75 v. H. JG.-Farben eröffneten etwas niedriger (minus 0.25 v H.), waren aber später auf 116.75 v. H. erhöht. Reichsbankanteile laaen behauptet. AG. für Verkehrswesen gaben um 0,65 v. H. unb Norbb. Lloyb 0,13 v. H. nach. Der Deutsche Genossenschastsverbanb teilt mit: Die Bereitstellung bes 500-Millionen-Mark-Zu- schusses für Jnstanbsetzungsarbeiten unb Teilen von Wohnungen burch bie Reichsregierung hat ben Gebauten ber Jnstanbfetzungsgenoffen- schäften in ben Vorbergrunb gerückt. Bekanntlich trägt bei bieser Aktion ber Hausbesitz selbst. 80 Prozent bzw. 50 Prozent ber Jnstanosetzungssumme, je nachdem ob es sich um Instandsetzungen oder um Teilungen handelt. Um die Finanzierung des vom Hausbesitz, zu tragenden Kostenanteils sicherzustellen, sollen die Jnstandsetzungsgenossenschasten eingeschaltet werden, da eben der Hausbesitzer selbst vielfach nicht die eigenen Mittel bzw. bie für einen Krebit erfvrberlichen Unterlagen besitzt. 2Hit ben Instandsehungsgenossenschaften soll ein neuer Garant geschaffen werben, ber sich als besondere Rechts- unb Organisationsform unmittelbar in bas Kreditgenossenschaftssystem einschalten läßt. Die einzelne Genossenschaft würde sich demnach aus den an der Instandsetzung beteiligten Unternehmerkreisen, vor allem aus Dem Handwerk, zusammensetzen und für die Gemeinden und regionalen Bezirke individuell z u gründen sein. Dabei soll nicht nur mit den Hand- Werkskammern und Innungen eng zusammengearbeitet werden, sondern auch mit den Hausbesitzervereinigungen, damit die Durchführung der Jnstanbsetzungsarbeiten systematisch für bestimmte Straßenzüge ober Wohnviertel erfolgen kann. Die Zusammenarbeit mit den Hausbesitzeroerbänden ist auch deshalb notwendig, weil diese die finanzielle Lage ihrer Mitglieder durchweg individuell zu beurteilen vermögen. Daher soll ein maßgebendes Mitglied der Hausbesitzervrganisativn jeweils auch dem Vorstand der Jnstandsetzungsgenossenschaft angehören. Die Finanzierung der'restlichen 80 ober 50 Prozent wäre folgenbe: Neben bem Reich mit feinen Zinsbeihilfen unb neben bem Hausbesitzer mit feinen eigenen Mitteln tritt bie Genossenschaft in unmittelbarer Anlehnung an eine Kreditbank als Finanzierungsinstrument mit ein. Die Jnstandsehungsfirmen schließen sich durch Zeichnung von Genossenschaftsanteilen in höhe von 50 bis 100 Mark zu solchen Genossenschaften zusammen unb treten bei der Dechselbege- bung gegenüber der Genossenschaft als Aussteller auf, mit deren Giro dann der Wechsel der Kreditbank als Kreditunterlage weitergeleitet wird. Da bie Zinsvergütungsscheine heute bereits realt« fierbar finb unb einen Realwert von etwa 16 Prozent darstellen, bleiben äußerstenfalls 64 bzw. 34 Prozent zu finanzieren. Dabei ist von ber Erwägung auszugehen, baß bie Hauszinssteuer enb- gültig bis zum 1. April 1940 abgebaut fein wird und baß bie inzwischen eintretenden Senkungsquoten bem Hausbesitzer nun tatsächlich auch zufließen. Damit wäre ein bestimmter Betrag ber Finanzierung sichergestellt, weil am 1. April 1935 weitere 25 Prozent der Hauszinssteuer und am 1. April 1937 ebenfalls 25 Prozent gesenkt werden. Die Restquote von 30 Prozent wird bann vom 1. April 1940 ab nicht mehr erhoben. Diese Senkungsbetrage könnten zur Senkung der Kredite verwendet werden. Dabei ist zu beachten, daß durch Wegfall dieser Steuer sich der Häuserwert um etwa 40 bis 50 Prozent erhöht. Schließlich verbleiben zur Tilgung noch die sonstigen Einkommen bes Hausbesitzers. Wenn biefes ganze Finanzierungswerk richtig organisiert wirb, so kann unb muß bie Instand» setzungsaktion auf bem Wege über eine solche gemeinsame Selbsthilfe kräftig vorangehen. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe Der zuletzt beichlosjenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. ^raw'w ... JJI Ser. «Schlufl» kurS Schluß! Abend- bdr|i Schluß» fure Schluß! Diltaq» böric Datum 30 10. 1 31 -1 30-10- 31-1 6% Deutsche Reichsanleihe v 1927 89.5 89,9 90 89.75 6% ebem.7% Ti. Reichsanl. v. 1929 99.13 99,4 99,25 99.4 b!4% Doung-Änleihe uon 193«) Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 86 79 85 86 85 Auslos.-Rechten 79 79 79 Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ebem.8% Hess. Bolksliaat 1929 12.75 12.7 12,7 12.7 (rückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt 85,5 87 85.5 85 85,5 Gold R. 12 6%% Hess Landes-Hypotheken» bank Darmstadt tiiaui 87 86.5 - 87 86,75 - • Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslol. Rechten 71 71 — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks Hyp.-Bank 75.13 75,65 — 75 Goldpse 15 unfür obar bis 1935 6% ehern 7% Krauls. Hyp.>'.'-anl 87,65 87-65 — - Goldvfe 16 unkündbar bie )36 G1/,0/» ehem 414% Franks Hyp.» Bank.Liqu.-Psandbrtese 87,65 87.65 — 86,5 86 — 6*4% ehem. 4!4% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse. 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand- 88 88.4 - - briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% eben« 7% Pr Landespfand- 88,25 88 88 88 bctefanftall, Pfandbriefe R. 10 88 88 88 88 Sieuerautsch. Verrechnungskurs 87.65 87,7 87.65 87,7 «% Veiterreichische Goldrenre 4,20% Oesterreichische Silberrente 13,25 0.625 13 9,65 0.70 -- 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 3,75 3,8 3,8 3,8 3,8 3,8 3,7 — iVi% desgl. von 1913 3,7 3,7 3,7 6,75 6% äbgefL Goldmexikaner von 99 5,75 6^. . 6,13 <% lürkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbohn-Anleihe — 4,8 Serie 1 .................... 4,5 4,6 4,6 — branffun a. Dl Berlin Schluß- lurs «Schluß.. Abend- b5n Schluß» tu re <-miuöf. Ms lag» börie Datum 30-10. 31-10. 30.10. 31-1 - 4% Desai. Serie II 4.8 4.7 — — 6% Rumän. vereint). Rente o. 1903 3.55 3.5 - 3,75 4!4%Ru man.vereint).Ren teo. 1913 5,5 5.7 s 5,75 6 4% Rumänische vereinb Rente 3,3 3.25 3,4 3,3 8y4°o Anatolier 23,75 23,25 — 23,5 Vamvurg-Amenka-Paiet 0 [',65 9,65 9,65 9,5 öauiburg-Südam. Dampfschiff 0 — — —— 20 Hansa-Damvitchifs 0 — — 14.75 13 Norddeutscher Lloyd 0 «0,25 10,13 10 9.9 A.G. für Verkehrswesen Akt. 0 45 45.75 45,5 45.5 Berliner Handelsgesellschaft 4 81 HO.25 80,5 80 Lommerz- und Prioat-Bank 0 41 40,75 41 41 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschast............ 0 42 42 42 42 Dresdner Bank............. 0 0.5 50,5 50,5 50,5 Reichsbant .............. 12 158 158 157,5 157 A.E.G................... 0 15,5 16,13 16 re,4 Bekula ............ 0 108 108,5 108,13 108.4 Elekn. Lieferungsgesellschaft ... 6 76 75.5 75,25 75,6b Licht unb Kraft 6 88 88.25 87,5 88 Felten & Guilleaume . O 41 41 41 40,5 Gesellsch.s.EIektr.Unternehmuna. 5 72,5 72,5 73,25 72,25 Rheinische Elektrizität ....... 6 77 77,25 77 77,13 Schuckeri S(£o............. 6 86 85 85,4 85,25 Siemens L Halske............ 7 131 132.75 131 131,5 Lahmeyer «Eo............. 10 117 115,25 115 — Buderus .................. 0 62,25 62,5 62.25 62,65 Deutsche Erdöl .............. 4 90.75 90.75 91 90,5 Gelsenkirchener ............. 0 44,25 44 44t 4 43,75 Harpener ............... 0 75,5 75 75,W 75 Huesch Eisen—Köln-Neuellen .. 0 51,5 Ilse Bergbau 6 — — 126,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 94,25 93,75 93,5 94 Klocknerwerke ............... O 50 50.5 49,75 49,5 ManneSmann-Rödren........ O 50 49.9 49.9 49,75 $rannur a. 1’1 Sern Schluß» für» Ächlupt. Abend- böri Schluß- iure Gchiußk Mittag- börse Saturn 30-10. I 31-10. 30.10. 31-10. Mansselder Bergbau .. ....... o 22,5 22,75 22.65 22,75 itokstverke ... ....... 0 — — 67 66.13 Phonir Bergbau ...... 0 <4.75 34,5 34,5 34,13 Rheinische Braunkohlen ..... 10 180 — 181,75 Rbeinitabl ........ O 74 75-25 74.13 75.25 Bereinigte Stahlwerke. ....... 0 ,9.5 29.25 29.9 29,25 Liaoi Minen ....... 0 10 9,75 9,75 9,65 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 106 106,5 — —- Kaliwerke Westeregeln . ....... 6 107 107 107,5 —— Kaliwerke Salzdetfurth .... 7% — — g. G. Karben-Invusme ....... 7 116.25 116,5 116 116,5 (5rf)i4beflnftiilt ...... ....... 9 172,75 39,5 45,75 173 39.25 45.75 — $ulbfrf)mibt ...... .......0 39,5 45.9 38,25 15,5 RütgerSwerke ........ ....... O MeiaUgeiellschafi...... ...... 0 52.5 52,5 — — Philipp Holzmann ....... 0 55,25 71,5 55,5 72 55,75 56 Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt ......0 ...... 0 80 80 — Schultheis Panenhofei ..... 0 85.5 85,5 Aku (Mgemeine Kunstseide) . O 28.75 29,65 28,75 29.75 Lemberg ... 0 38 38 — — Zellstoff Waldhof ... ...... 0 33 32,5 33 32,25 Zellstoff Aschaffenburg 0 17,65 18,25 18 — Dessauer Gas ...... 7 — — 101 100,13 Daimler Motoren..... O 26,65 27 26.5 26,9 Deutsche Linoleum .... ... O 42 42 41.75 41,75 Orenstein & Koppel ... ... 0 — —1 25 25 Leonhard Tieh ..... ...... 0 14 14 —- 14,25 Lbade ........... ......10 145,25 — 145 — Ukrnmulaioren-FabrU. ...... 0 162,5 163 162 164 Lonti-Gurnmt ....... ...... 0 129 127.25 128.75 127 Grlyner............. .......0 15 15 - - Mainkiafiwerke Höchst a.M.... 4 60 60 - - Süddeutscher Zucker .. 171 170,5 170 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 30-Oktober 31 .Oktober Amtlich^ Jloheruna OfK | Srir Amtliche Jlohcrunü Geld | ^rir Helsingfor».. 5.844 5.856 5.854 5.866 Wien 48.05 48.15 48.05 48.15 Prag Budape« ... Sofia...... 12.405 12,425 12.42 12.44 — — — — 3,047 3,053 3,047 3.053 Holland .... 169.23 169,57 169.23 169.57 Oslo ...... 66.38 66.52 66,68 66.82 Kopenhagen. 58.99 59.11 59,24 59.36 Stockholm 68.08 68,22 68.38 68.52 London . . 13.20 13.24 13.26 13,30 Buenos Aires 0.963 0.967 0.963 0,967 Reu york 2,757 2,763 2,787 2.793 Brüssel..... 58.49 58.61 58.49 58.61 Italien..... Paris ...... 22,10 22.14 22,09 22,13 16.41 16.45 16.41 16,45 Schwetz .... 81.17 81,33 81,17 81.33 Spanien.... 35.11 35,19 35,11 35,19 Danzig .... 81.70 81,86 81.70 81.86 Japan ...... 0,795 0,797 0,799 0.801 Rio be Ian. . 0,227 0,229 0,227 0.229 Jugoslawien. Lissabon .... 5,295 5,305 5,295 5,305 12.66 12.68 Banknoten 12,67 12,69 Serlin. 31-Oktober Geld Sriei Amerikanische Roten.............. 2,74 2,76 Belgische Noten.................. 58,33 58.57 Dänische Noten ................. 58,98 59,22 Englische Noten ................. 13,22 13.28 französische Noten............... 16,37 16.43 Holländische Noten............... 168,81 119.49 Italienische Noten............... 21,97 22,05 Norwegische Noten .............. 66,52 66,78 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling — —- Rumänische Noten........... • Schwedische Noten............... 68,21 68,49 Schweizer Noten................. 80.99 81,31 Spanische Noten................. 34,98 35,12 Ungarische Wate«................ ■WiMneleto Aus Naiur und Technik Oer Durch über die verkehr» erkennen Sowohl bei der Fernschreibmaschine, wie beim Siemens-Hell-Fernschreiber kann man auch mit vorher vorbereiteten Lochstreifen senden und dadurch größere Sendegeschwindigkeiten erzielen. Man kann auch solche Streifen außer der Schrift empfangen und sie zum Weitergeben benutzen, so daß man nicht von Hand umzuschreiben braucht. So kann man z. B. auch auf einer Fernschreibmoschine weitergeben, was man mit einem Siemens-Hell- Fernschreiber empfängt, und umgekehrt, ohne daß man es abschreiben muß. gen will. Das Ziel: Volksfluazeu 2000 Mark. Der Start: Die eins"' Das Kleinauto der Lust. Sin Besuch beim Schöpfer des deutschen Dolksflugzeugs Don Heinz zur Linde. neue Kernschreibverkehr. Don Mar Fischer. die Zeitungen ist kürzlich eine Nachricht Einrichtung eine» neuartigen Fernschreib- gegangen, die vielleicht nicht jedermann ließ, daß es sich dabei um eine Neuerung Druckbuchstaben wird vielmehr gewissermaßen gemalt: Beim H 3. B. der erste senkrechte «trich aus mei senkrechten Strichen, dann der Querbalken au» vielen kurzen ohne Zwischenraum neben ein- and» liegenden senkrechten «tr.chen. dann der rechte senkrechte Strich aus zwei strichen. Dabei kann nie ein falscher Buchstabe kommen, es kann höchstens ein Buchstabe in sich verstümmelt wer- den den kann man aber immer noch erkennen, im schlimmsten Fall aber leicht erraten. Uebrigens kommen alle Buchstaben immer zweimal übereinander auf dem Papierslreifen an. Das hat sehr große Borteile, namentlich deshalb, weil die Zeilen bergauf oder bergab laufen, wenn sich der Sender und der Empfänger nicht genau gleich schnell drehen. Das macht nun gar nichts, denn wenn z B die unter Zeile unten nur mit ihrer oberen Hälfte erscheint und mit der unteren oben, so steht dazwischen eine voll lesbare Seile. Diese Lösung gebt auf diese einfache Weise den ungeheuren Schwierigkeiten aus dem Wege, die die Notwendigkeit des Gleichlaufs bisher verursachte. Es ist eine geradezu verblüffend einfache Lösung, die die bisherigen verwickelten und sehr teuren Gleichlaufvorrichtungen überflüssig macht. Nicht nur auf Idee und Erfindung, viel mehr noch auf Organisation kommt es an. Als es schon lange Zeit Autos gab, kam Henry Ford und zeigte der Welt, wie man es anstellen müsse, nicht Hunderte, sondern Millionen zu Herren ihrer eigenen Zeit zu machen. Nachdem Deutschland ein paar hundert verschiedene Autotypen geboren hatte, brachten die Brüder Opel den ersten deutschen, in Mas- sen hergestellten Wagen heraus, dessen Preis sich in ein paar Jahren ebenso rasch senkte, wie seine Absatzzisfern hochschnellten. Also vor zwölf Jahren, als die Motorräder schon zu Rudeln die deutschen Straßen bevölkerten, kam der Deutsch-Däne Rasmussen mit etwas erspartem Geld ins Erzgebirge, kaufte billig eine stillgelegte Fabrik und ergoß über das Land einen Strom der ersten in großen Mengen hergestellten Klein-Motorräder. Die Händler standen Schlange, um sich die Maschinen abzuholen, und aus der kleinen, an den Derghang gelehnten Quetsche wurde bald das Riesenwerk „DKWmit neunstöckigen Gebäuden. dafür, daß bas, was beim großen Auto, dem Kleinwagen und dem Motorrad glückte, auch beim Flugzeug gelingt. Rasmussen, den der Interviewer im Büro seiner Fabrik aufsuchte, ist optimistisch. Der erfolgreiche Industrielle mit den angegrauten Haaren ist ein prachtvoller Menschentyp, ein echter Germane aus der Nordseegegend. „Mein Flugzeug", erzählt er, „ist schon heute das weitaus billigste der Welt. Trotzdem ist es noch zu teuer, um wirklich ebenso ins Volk zu bringen, wie unsere Kleinautos unb Motorräber es getan haben. Aber bas ist nur eine Organisationsfrage. Das einzig wirklich Teure am ganzen Flugzeug ist ber Motor. Der Flugmotor ist beshalb so kostspielig, weil er bes geringen Bebarfs halber nur in sehr kleinen Serien, nicht aber in Massenherstellung gebaut werben kann. Der Bebarf roieberum ist bes- halb so gering, weil ber Preis zu hoch ist — eine Schlange, bie sich in ben Schwanz beißt. Keine, auch nicht bie kapitalstärkste Fabrik vermochte es, bie Jahre burchzuhalten, bie es erforbern mürbe, um selbst bei einem billigen Flugmotor auf so hohe Berkaufsziffern zu gelangen, daß er sich bezahlt machen würbe. , , . m Sie fragen, wie ich es angestellt habe, bas Volks- flugzeug schon jetzt für billiges Gelb herauszubrm- gen. Nun, ich habe da tatsächlich einen ganz beson- beren Kniff. In ber Maschine sitzt nämlich g a r kein richtiger Flugmotor, sondern ber — mit ganz geringfügigen Aenberunaen — gleiche Motor, wie wir ihn in unsere Kleinwagen ein- bauen. Kein anderer Automolor der Welt laßt sich für Flugzwecke verwenden außer diesem einen. Er ist nämlich ein Zweitakter unb darum im Verhalt- nis zu seiner Leistung ganz besonders leicht, außerdem hält er einen Dauertrieb mit voller Belastung | gut aus. Da wir diesen Motor am lausenden Band in den für unsere Autos benötigten großen Stückzahlen Herstellen, kostet er uns nur einen Bruchteil dessen, was ein eigens konstruierter und fabrizierter Flugmotor erforbern wurde. Das i st bas ganze Geheimnis." „Sind Sie selbst auf diese ebenso einfache wie praktische Idee gekommen?" „fieiber nein. Es ist eine etwas abenteuerliche Geschichte, wie ich zur Eröffnung der Flugzeugsabrik kam. Sie erinnert ein wenig an jene Art von Geschichten, die es gewöhnlich nur im Film oder in schlechten Romanen gibt. Eines Morgens, als ich gerade beim Frühstack saß, klingelte es in meiner Villa, zwei junge Leute standen vor der Tür unb baten mich, eben einmal herauszukommen. Ein wenig erstaunt folgte ich und fand draußen einen eigenartigen .Lug" vor: an einen Heinen Wagen war em Flugzeug angehangl, dessen Flügel an den Rumpf geklappt waren, und bas so, zusammengeschlappt wie ein Taschenmejier. bequem auf ber Landstraße transportiert werden konnte. Die jungen Leute schleppten ihre Maschine auf eine nahe gelegene Wiese, montierten eins, zwei, drei die Tragflächen an und starteten Die Maschine flog viele Stunden Kurven und Spiralen über meiner Billa und dem Werk, um mir bie Sicherheit unb Ausbauer von Pilot und Maschine oorzufuhren. Am Abend habe ich mit den beiden jungen Leuten bie Angelegenheit besprochen. Zum Schluß war es beschlossene Sache, daß ich unserem Eisenwerk im Erzgebirge eine neue Halle angliedern wurde, in dem Flugzeuge, unb zwar bas Mobell der beiden jungen Draufgänger, hergestellt werden sollten. Ich stellte die beiden sofort ein, unb heute sind sie bereits in Amt unb Würden. Der eine von ihnen hat daraufhin heiraten können — ganz wie im Film beim happy end." „Das Flugzeug, das Sie bauen, hat abeG doch nur einen Platz. Ein richtiges Verkehrsmittel da- gegen müßte doch mindestens zwei Plätze auf- weisen!" „Da haben Sie völlig recht. Wie sehr da» stimmt, habe ich bei unseren Motorrädern gesehen. Die Einführung des Soziussitzes hat unseren Absatz vervielfacht. Auch beim Flugzeug ist das zweisitzige Modell unser Ziel. Die Konstruktion einer zweisitzigen Maschine ist sogar schon fast sertiggestelll. Allerdings erfordert eine Maschine mit höherer Zuladung einen wesentlich stärkeren Motor, und damit würde der Dorteil, unseren billigen Motor vom lausenden Band unseres Kleinautowerks zu verwen- den, fortfallen. Ich verfolge freilich schon besondere Pläne, um auch einen für den ,LuftZweisitzer" ausreichend starken Motor billig herzu- stellen, aber darüber darf ich Ihnen heute noch nichts sagen. Das ist Geschäftsgeheimnis! Außerdem möchte ich Ihnen einen Satz entgegen- halten, den mein Kollege Ford — wenn ich so sagen darf — geprägt hat: Feine Fabrik der Welt ist groß genug, um mehr als ein Modell darin zu bauen.’ Wenn Henry Ford auch in der Folgerung etwas zu weit geht, so hat er doch recht Damit, daß es für den industriellen Unternehmer nichts Gefährlicheres gibt als die Zersplitterung. Darum befasse ich mich zuerst mit der einsitzigen Maschine und warte ihren Erfolg ab. Dann kommt ber Zweisitzer dran. Die ersten zehn Maschinen verlassen in einigen Wochen schon die Fabrik. Sie sollen erst einmal eine gründliche Erprobungszeit hinter sich bringen. Schon jetzt ist bas Interesse in Deutschlanb wie auch im Auslanbe außerordentlich rege. Aus Belgien, Holland unb Italien liegen schon die ersten Anfragen unb Einladung n zu Vorführungen vor, und die deutschen Sportklubs überschütten mich mit Briefen, wann cs nun end- lich so weit wäre. Wenn, wie das rege Interesse schon jetzt hoffen läßt, sich eine Fabrikation in größeren Serien lohnt, dann kommen wir sehr bald auf einen Preis von 3000 Mark herunter, und auch die Zweitausendmarkgrenze ist durchaus nicht mehr märchenhaft. Aber jetzt müssen Sie mich entschuldigen, denn in zwölf Stunden läuft die „Bremen" mit Kurs auf Newyork in Bremerhaven aus, und ich muß unbedingt an Bord. In Amerika warten wichtige Verhandlungen auf mich!" num txginnl. nicht nur mit °ch, ->>- I-in-rz-i, brr Fernsprecher. e Nun kommt aber noch ein fiterer FortschriA ffiir haben gesehen, baQ das Fernschreiben doch eine recht teure Angelegenheit ist. schuld daran sind nicht die Fernschreibmaschinen, sondern die Leitungen. Es kann sich ja jeder leicht oorstellen, bah zwei Drähte — eine Hin- unb eine Ruckleitung — etwa von Berlin nach Paris mehr Bau- unb In- ftanbhaltungskosten verursachen als die Kosten ,e einer Femschreibmaschine an beiden Enden betragen. Freilich braucht man nicht für jede pern- scherst eine besondere Leitung, man kann vielmehr auf einer Dopeileitung zwölf verschiedene Fernschriften geben, ohne daß sie durcheinanderkommen, oder man kann eine auf einer Fernsprechleituna geben, während darauf gesprochen wird, ohne batz die Sprechenden etwas davon merken. Trotzdem bleibt das teuer. Man möchte also drahtlos fernschreiben. Aber alle dahingehenden Versuche sind gescheitert- Das liegt an den Luftstörungen, die alsche Buchstaben erzeugen und dadurch die Fern chriften oft vollkommen verstümmeln. Man hat zwar ganz witzige Sachen gemacht, z. B. indem die endende Maschine jeden Buchstaben dreimal sandte und sich die empfangende den besten selbsttätig aussuchte — eine ganz fabelhafte Sache —, aber wenn sie alle Drei so verstümmelt sind, nützt das halt auch nichts. Da bringt nun die Firma Siemens und Halske eine neue Fernschreibmaschine heraus, den besonders für drahtlose Fernschreiberei gebauten Siemens- Hell-Fernschreiber. Bei ihm werden die Buchstaben nicht mit Hebeln geschlagen, wie dies bei feder Schreibmaschine und auch bei der Fernschreib- maschine geschieht; jeder der großen lateinischen Flügelschraube dreht. Die Räder stehen, um den Wagen breiter machen zu können und um in den Kurven einen größeren Widerstand gegen die dort auftretenden Druckkräfte zu erhalten, unter einem Winkel und zwar mit ihrem oberen Rand nach außen zu gegen die Schienen. Mit diesem Wagen hofft man eine Geschwindigkeit von 358 Kilometer (') ni der Stunde zu erreichen. Wenn sich diese Hoff- nungen erfüllen, wird er also alle bisherigen Rekorde schlagen. Oer Pflug wird leichter. Eine neue Erfindung, die einer Leipziger Firma geglückt ist, läuft darauf hinaus, bei Pflügen das Gewicht der Konstruktionsteile, das zur Erzielung einer genügenden Festigkeit notwendig ist, wesentlich herabzusetzen, ohne daß hierdurch die Lcistungs- fähigteit beeinträchtigt wird. Die Erfindung wird besonders deshalb wertvoll, weil beim Arbeiten auf dem Felde eine um so größere Zugkraft aufgewandt werden muß, je schwerer der Pflug ist- Durch die Gewichtsverminderung ergibt sich also eine langst erwünschte Erleichterung. Zugleich hiermit wird natürlich auch die Handhabung wesentlich vereinfacht. Schließlich bringt also das niedrigere Gewicht auch beachtliche Borteile für den Transport. Dom Teck^ niker ist das Problem dadurch gelost worden, bah er dem Pslugrahmen besondere Konstruktionsformen gab, die sowohl den Biegungsbeanspruchungen als auch den Berwindebeanspruchungen Rechnung tragen. Ein Gerät, das Kartoffeln sortiert. Der kleinbäuerliche Betrieb erhält in Einer neuen, sehr praktischen Erfindung Ein Gerat, da» die Arbeit des Kartoffelsortierens aller Umständlichkeit entkleidet. Die „Seele" des Gerätes ,st em Kar- toffelfortierroft, der das Sortieren uberrafcheno schnell besorgt. Der Sortierrost kann bis zu einem halben Zentner Rartoffeln aufnehmen. Das Hus|or- tieren läßt sich in aufrechter Rorperftellung vornehmen. Mit Rücksicht auf einen glatten Auslauf ist Der Rost an einem Ende mit einer Abschrägung versehen. Für größere landwirtschastliche Betriebe ist außerdem eine Sortiervorrichtung geschaffen worben, welche die Sortierung vollkommen mechanisch vornimmt und zwar mit Hilfe eines Plan- oder Zylindersiebes. Die Vorteile dieser einheitlichen Größensortierung wirken sich auch wirtschaftlich recht fühlbar aus, denn einheitlich sortierte Kartoffeln bringen einen höheren Verkaufserlös. Dieser Deutsch-Däne Rasmussen ist jetzt am Werk, eine neue Fabrikation in Gang zu bringen, die ber breiten Masse ein ßuftbeförberungsmittel brin- " ajeuoe für lsitzige Maschine für 3875 Mark, ab morgen lieferbar. Nicht nur die Idee der Hineintragung eines bisher wenigen Aus- erwählten vorbehaltenen Verkehrsmittels in die Masse, auch die Zahlenwerte der Preise zwingen dazu, die Parallele zu ziehen: Ford fing 1904 mit etwa 1000 Dollars für das erste Mastenauto an unb verkauft es heute für etwa bie Hälfte. Für ben gleichen Preis von 4000 Mark konnte man 1923 bei Opel bas erste beutsche Kleinauto kaufen. Heute kostet es, ebenso wie ähnliche Typen ber anberen Autowerke, weniger als 2000 Mark. Den gleichen Weg will Rasmussen zurücklegen. Es spricht alles Wirkung bes bei der schnellen Fahrt entstehenden Gegenwinds am besten abzuschwächen. Diesem Zweck bient auch eine „Stromlinie" am Derberen Teil bes Wagens. Dieser ist etwas erhöht. Die Stirnseite weist eine gewisse Aehnlichkeit mit ber bes „Jliegenben Hamburgers" auf, steigt jeboch höher unb steiler an unb wölbt sich bann zu einer Rüpel, bie flach gegen das lange Wagenrohr zu verläuft, lieber diese flache Kuppel hinweg, soll der Wind mit möglichst geringem Widerstand nach hinten zu obstreichen. Mit einem Rohr von solcher Länge kommt man natürlich nicht ohne weiteres durch Krümmungen hindurch, auch können sich am Beginn und Ende von Steigungen, wie sie auf der erwähnten Strecke vorkommen, gewisie Schwierigkeiten ergeben. Deshalb wurde dem Zug eine schlangenartige Gelenkigkeit gegeben. Er setzt sich eigentlich aus Drei Wagen zusammen, die durch Zwischenglieder miteinander verbunden sind. Das ganze ruht auf vier je zweiachsigen Drehgestellen auf. Bon den drei Wagen enthält der vorderste den Führerstand ober vielmehr Führersitz, übt doch ber Führer, genau wie beim deutschen Wogen, seine Tätigkeit im Sitzen aus. Dahinter folgt die Ma- schinenanlage, bestehend aus Dieselmotor und Stromerzeuger. Daran schließen sich ein Postamt und ein Gepäckraum an. Es folgen die beiden für die Fahrgaste bestimmten Wagen, die zusammen 112 Sitzplatze enthalten, also zehn mehr als der „Fliegende Hamburger". Im hintersten Teil des dort ziemlich spitz zulaufcnden Wogens sind Küche unb Büfett eingebaut. Mit biesem Zug hofft man auf eine ^eschwinbigkeit von 17 6 Kilometer in ber Stunde zu kommen. Der französische mit einem für Benzol- und Aiko- holbctrieb bestimmten Motor ausgerüstete Triebwagen weist als besonderes Merkmal die nur schwach gewölbte, fast eine reine schiese Ebene bar- fteUenbe Stirnseite auf, die sich ziemlich scharfkantig an die Seitenwände anschlieht. Im übrigen bietet sein Aeußere» keine besonderen Kennzeichen. Um so eigenartiger muß ein von einem Schweizer Ingenieur entworfener Wagen nach seiner Fertigstellung wirken. Man denke sich eine niedrige Plattform, auf der der Ballonkörper eines Zeppelin aufruht. Dann hat man eine ungefähre Vorstellung von der Form. Hinten trennen sich ber aus Leichtmetall hergestellte Ballonkörper unb bie Platt- form. Diese läuft flach aus. Darüber liegt durch einen fchwalbenschwonzförmigen Zwischenraum getrennt. die rückwärtige, scharfe Spitze des Ballon- körpers, an ber sich Die zum Antrieb dienende große handelt. Die in ihrer Bedeutung an Die Errichtung Der ersten Fernsprechvermittlung Durch den Generalpostmeister von Stephan heranreicht. Damals, am 12. Januar 1881, wurde in Berlin die erste öffentliche Femsprechanlage Deutschlands in Betrieb genommen. Es gelang unter ziemlichen Schwierigkeiten, einige Berliner Bankhäuser und Unternehmen zu bewegen, einen Fernsprechanschluh zu bestellen. Am Tage Der Inbetriebnahme des ersten Fernsprechamtes umfaßte es ganze a ch t Teilnehmer! Nun aber setzte eine Entwicklung ein. Die alle (Erwartungen weit übertraf. Bereits ein Jahr später waren 13 Stadtsernsprecheinrichtungen mit 2277 Teilnehmern im Betrieb, unb letzt, nach etwa 50 Jahren, gibt es bereits über zwei Millionen Fernsprechteilnehmer in Deutschland. Nun wirb von ber Reichspost ein öffentliches Fernschreibnetz, zunächst für Den Verkehr zwischen Berlin unb Hamburg, in Betrieb genommen Deutschland ist Damit bas erste Land auf Der Welt mit öffentlichem Selbstanschluß-Femschreibverkehr über eigene Vermittlungen. Genau wie beim Fernsprecher kann sich ein jeber mit einer Fernschreib, maschine als Teilnehmer an dieses Netz anschließen lassen Er wählt mit einer Fingerscheibe, genau wie beim Selbstanschluhfemsprecher, ben Empfänger, unb zwar ohne Bemühung ber Fernämter, von Berlin aus ben in Hamburg ober von Homburg aus den in Berlin. Er kann bann sofort mit bem Schreiben auf seiner Fernschreibmaschine loslegen, nachdem er durch Druck auf bie Taste „Ein" bie ferne Schreibmaschine zum Laufen gebracht hat. Vorsichtshalber wirb er dann aber noch die „Wer- da"-Taste brücken. Daraufhin melbet sich bie empfangende Fernschreibmaschine mit bem Nomen unb der Anschlußnummer ihres Besitzers, auch wenn niemand zu ihrer Bebienung anwesend ist. Der Be- sitzer findet dann die Fernschrift fein säuberlich auf einen Bogen Papier geschrieben, denn seine Maschine macht alles hübsch artig mit, was die sendende Maschine macht-, sie verstellt die Zeilen und schiebt ben Wagen zurück, wenn dies bie fenbenbe Maschine tut, unb sie schreibt leben Buchstaben genau an dieselbe Stelle wie die sendende Mofchine. Ist ber Empfänger nicht bei seiner Maschine, so kann man ihn burch Drücken einer bestimmten Taste heranklingeln, was aber nur nötig ist, wenn bie Nachricht sehr eilt ober wenn man gleich Antwort haben will. Ein Zahler zählt bie Minuten bes Verkehrs. Die ersten sechs Minuten zwischen Berlin unb Hamburg kosten 1,80 Mark, iebe weiteren zwei Minuten 60 Pfennig mit Ermäßigung auf 1,20 Mark unb 40 Pfennig zwischen 19 unb 8 Uhr. Das ist bie Hälfte der Fernsprechgebühren. » Das ist aber noch nicht alles. Man wird künftig auch über die Fernsprechleitunaen fernfchreiben können. Dazu stellt man neben seinen Fernsprecher eine Fernschreibmaschine, ruft den gewünschten Empfänger durch ben Fernsprecher über bas Fernamt an unb sagt ihm, er solle seine Fernschreibmaschine einichasten, romn er es noch nicht — z. B. beim Verlassen seines Geschäfts — getan hat. Unb bann schreibt man auf seiner Fernschreibmaschine. Auch In diesem Fall kann man sich durch Drücken der „Wer-ba"-Taste überzeugen, ob bie Fernschreibmoschine bes Empfängers eingeschaltet ist, unb ob man nicht falsch verbunden ist. Das kann man am Schluß nochmals tun, um zu sehen, ob man nicht etwa während des Schreibens getrennt worden ist. Freilich muß man bei dieser Art des Verkehrs die vollen Fernsprechgebühren bezahlen. Aber mit der Zeit werben ja nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland besondere Fernschreibver- binbungen und Fernschreibvermittlungen eingerichtet werden, wie seht in Berlin und Hamburg. Das Ist ja nur ein Anfang, ber gleich mit 30 Teilneh- Oer „fliegende Hamburger". Und die modernsten V-Zug-Typen. Don Or. Helmut Tkomasius. Aus manchen Gebieten der Technik vollzieht sich die Entwicklung nicht in Form einer ständig unb in regelmäßigem Verlauf anfteigenben Linie, sonbern stufenweise. Ruhepausen unb Beharrungszustänbe treten ein, bis irgenbein Fortschritt eine neue aus- sichtsreiche Richtung weist. Dann folgt ein mehr ober minber senkrecht verlaufender Aufstieg, bem je nach seiner Natur roieber ein Beharungszustanb folgen kann. Derartiges erleben wir eben bei der Eisenbahn. Jahre lang herrschte ein Lehar- rungszustanb, gekennzeichnet durch Geschwindigkeiten, Die sich um hundert Kilometer in Der Stunde herum bewegten. Der eine Zug fuhr etwas schneller, der andere etwas langsamer, aber Entscheidendes, Durchgreifendes, Umwälzendes erfolgte nicht. Das dauerte, bis ber „Fliegende gamburger“ mit seinen 160 Kilometern tundengeschwindigkeit einen neuen Anstoß gab. Nicht allmählich, nicht in langsamem Anwachsen, sondern in plötzlichem senkrechten Ausstieg hotte sich die Schnelligkeit um ein beträchtliche» Maß erhöbt. Eine ganz neue Art von Fahrzeug war entstanden. Dos muhte onregenb wirken, mußte dazu führen, baß man auch anderwärts Aehnliche» zu erreichen suchte. In der Tat sehen wir gegenwärtig überall Die Ingenieure an Der Arbeit. Das Bestreben ist erkennbar, Züge zu bauen, die bem „Fliegenden Homburger" an Geschwindigkeit gleichkommen ober ihn vielleicht noch übertreffen. Es muh babei nicht durchaus bie Form be» Triebwagens beibehalten werden, bie Dem „FliegenDen Homburger" zu eigen ist. E» wirb vielmehr versucht, auch anbere Zuge auf Die gleiche Schnelligkeitsstufe zu bringen. Wie mit seinem „Fliegenden Homburger" ist Deutschland auch auf diesem Gebiete bahnbrechend oorangegangen. Im Sommer dieses Jahre» wunde mit einem elektrischen Zug, bestehend aus Lokomotive und sieben v-Zugwogen, also mit einem regel- regten v Zug, eine Geschwindigkeit von 153,5 Kilometern In ber Stunde erreicht. Man Ist also ber bes »wischen Berlin unb Hamburg verkehrenden Schnelltriebwagens ziemlich nahe gekommen, Es Dürfte vielleicht berechtigt fein, barm Den Beginn eines Wettbewerbs zwischen Triebwagen unD D-3ug älterer Bauart zu erblicken, bei bem nicht nur Die Leistungen vom Dieselmotor und elektrischem Strom ober Dampf eine Rolle spielen, | onbern bei bem auch wirtschaftliche Gesichtspunkte mitsprechen werden. Wer sich schließlich behaupten I ober ob alle brei Arten des Schienenverkehrs, der I motorische, der elektrische oder der mit Dampf ne- beneinanber bestehen werben, läßt sich heute noch nicht erkennen. Jedenfalls ist es interessant, zu vcr- olgen, auf welchen Wegen man den Sieg zu erringen hofft. Bei dieser Betrachtung wird es ausfallen, unter den Bewerbern auch die Dampflokomotive angeführt zu sehen, ist doch die Ansicht weit verbreitet, daß sie einer Steigerung ihrer Cciftunns- fähigfeit unb Wirtschaftlichkeit nicht mehr fähig sei. Das ist grundfalsch Auch mit Dampflokomotiven sind, und zwar schon vor Jahren, Geschwindigkeits- rekorde erzielt worben, bie bas Eintreten in Den Wettbewerb gerechtfertigt rscheinen lassen. Der Steigerung ber Wirtschaftlichkeit bient bie Erzen- Sung höherer unb sogar sehr hoher Drucke in ben !e(jcln sowie eine Reihe sonstiger Maßnahmen. Was in Dieser Beziehung vor sich geht, kommt im Aeußeren ber Dampflokomotive nicht immer zum Ausdruck. Sie kann im großen unb ganzen so aus- leben wie wir es gewohnt sinb, unb boch ganz anbere» leisten als ähnliche Typen. Anderseits sind aber auch wahre Kolosse entstanden, die schon durch ihr Aeußercs als Sinnbilder ber Kraft unb Ge- fchwinbigkeit wirken. Aehnlich liegen die Verhält- niste bei den elektrischen Lokomotiven. Bei ihnen ist gleichfalls von außen kaum eine Veränderung zu bemerken. Auch bie schnellsten fallen gegenüber ben älteren kaum auf. Der Triebwagen dagegen tritt uns in sehr mannigfachen Formen entgegen Fast jede» Land bat einen eigenen Typ entwickelt ober steht im Begriff, einen solchen zu schassen. Es ist eben aerobe hier noch alles im Werben, an (Bebauten und Ideen ist kein Mangel. Wie eine lange geschmeidige Schlange wirb ber Triebwagen aussehen, ber sich gegenwar. tig für eine der größten amerikanischen Eisenbahn- gefellschasten im Bau befindet Er soll im Laufe bes Dezember in Dienst gestellt werben unb Die Strecke zwischen Ebikago unb Los Angele», Die bisher von Den schnellsten Zügen in 61 StunDen Durch- fahren würbe, in 21 zurücklegen. Die Gesamtlänge bes Wagens beträgt 71 Meter wozu zum Vergleich bemerkt sei. Daß ber „Fliegende Hamburger" runb 42 Meter lang ist. In seinem Aeußeren ähnelt er einem Bohr, besten Seiten etwas eingequetlcht sind Durch Dielen Querschnitt, Der von ber Kreisform nicht allzu sehr abweicht, hofft man Die bremsende