besuch^ m Z: sWZ KW JO 8061 u°«ÄdL SÄi***' heißen Tagen^ ' f"""* rodOnr-gefurti'un^Dt'F , Mundwasser scken m. chein ist jedoch im Tegensah • ?ef», Mais- und Eosinweizen- Rege/ung nicht übertragbar. [billigten Sariofjclfloden er- m Nahmen bet it)r jur Bergen bis auf weiteres $um : k für die Tonne e'Mlleh- DQt)nftation $um LmMger. rpfllchiei, Saxtoffelftoden in inen zu liefern. Da die finr- v beliebigen Händler und jede ift bezogen werden können, iltungen, deren Bezugsberech- >ie Aartoffelflolken durch Ser- ern ober Genossenschaften er' er und Genossenschaften bei verbilligten karlosselslaiken ie RAG. dafür Sorge tragen, ng den Geflügelhaltungen ju- ite komm! S'SSÄi •hittiaten Karlosselslo-ken dürfen LL-- 4« äs-S ifyt. ''Inn : ö®eit ruhig Ü^t unb\feöen ®et= wat ?rmctn^ «ft b4uÄ?erM nus 1 v.h?Z°lge der etw°S wchr Segenö 6 1,5 v. h ^t'che embera mnr»n El°ktro ndert. Deut??. 1 «S8oftf Tchlachtviehmarkt. 160» Auftrieb: M ^.ESchafe, 1002 Schweine. GW 'LN-AbisAÄ -0, Tchwerne: vollklci- ne^aMbisWPÜ » von etwa 200 bis 13-50, von etwa 160 bis M - Marktverlaus-. W- f^afe lege, geräumt und d, germger Ueberstanö. ^sksAk T»ö««®uJc leistere' lDön M ml! dew Qeuartiflen 5S-^ QkrJ09a^fR**Kyl*UUS9 ttr. 204 KrühauSgave 185. Zahrgang Freitag, 1. September 1955 (Er|d)etnt tägltd), autza Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. poftfd)cdfonto: Frankfurt am Dlain 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnl(k und verfüg: vrühl'sche Universttälr-Vuch' und Steinöruderei H. Lange tn Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchusstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil l D.TH.Kümmel sämttich in Dietzen. Die Sondertagungen auf dem Nürnberger Neichsparieiiag. Die ersten Gonderzüge treffen ein. Eine ungeheure Zeltstadt nimmt die "Ankömmlinge auf. Nürnberg, 31. Aug. (TU.) Donnerstag- srüh sind auf dem Nürnberger Hauvtbahnhof die er st en Sonderzüge mit den Amtswaltern der NSDAP, eingetroffen. Bis in die frühen Morgenstunden des Samstags hinein rollen nun in durchschnittlichen Abständen von 20 Minuten die Züge an. Den Anfang machten heute die Westfalen, die Rheinländer und die O st p r e u ß c n. Besonders den Ostpreußen bereitete man nach ihrer weiten Reise ein herzliches Willkommen. Bald werden die Thüringer und Hessen da sein, die Berliner und die von der Wasserkante, die Schlesier, die Pommern usw. Im einzelnen kommen 180 000 politische Amtswalter, 100 000 SA.- und SS.-Männer, 60 000 Angehörige der Hitler-Jugend und 12 000 Mitglieder des Bundes Deutscher Mädchen in Sonderzügen an, und zwar 36 aus dem rechtsrheinischeu Bayern, 34 aus dem Rheinland, je 25 aus Berlin, Nieder- und Obcr- schlcsien, 23 aus Westfalen, 21 aus Hessen- Nassau, 20 aus Hannover, 19 aus dem Freistaat Sachsen, 16 aus der Provinz Sachsen, 15 aus Ostpreußen, 14 aus Württemberg, je 11 ans Pommern und Thüringen, zehn aus Schleswig-Holstein, sieben aus dem Gau Süd- Hannover Braunschweig und weitere Züge aus den übrigen Landesteilen. Auch aus Basel wird ein Sondcrzug erwartet. Auf 110 km Gleis werden die Leerzüge bis zu 130 km von Nürnberg entfernt für den Rücktransport be- rcitgehaltcn. Ter Güterverkehr, der trotzdem keine Verzögerung erleidet, wird in weitem Vogen um die Stadt Nürnberg herumgeleitet. Zn Nürnberg und Fürth und den Vororten dieser beiden Städte sind etwa 253 000 Quartiere bereitgehalten, darunter über 200 000 Lager in Massenguartieren, wie Schulen, Fabriken und Sälen. Nicht gerechnet sind dabei die Lager in den riesigen Zeltstädten. Bald wird hier ein Lagerleben von nie gesehenem Aus maße einsetzen. Die Zelte sind mit Wasserleitung und elektrischem Licht versehen und wohnlich eingerichtet. 40 000 Zentner Stroh sind angesahren worden. Gekocht wird in riesigen Kesseln. Das größte Zeltlager bei Langwasier umfaßt 75 Zelte im Umfang von je 80X100 Meter und einem Fassungsvermögen von je 500 Mann. Allein für dieses Lager wurden 90 000 Quadratmeter Zeltstoff benötigt. Hinzu kommen ungezählte kleinere Zelte. Hohe Kommandotürme sind errichtet worden, von denen die Befehle über daS weite Lager gegeben werden. Die 4000 sächsischen SA.-Männer. die als einzige die Erlaubnis bekommen haben, einen Fußmarsch zum Parteitag anzutreten und sich unter der Führung von Gruppenführer Hayn von Plauen über Hof und Bayreuth mit einem Tag Ruhepause in Bewegung gesetzt haben, werden im Laufe dieses Tages in Gräfenberg, einem Städtchen in der Nähe von Nürnberg, eintreffen, um dann am Freitag ihr Ziel im Zeltlager zu erreichen. Der heutige Tag bringt die Sondertagungen der wichtigsten Gruppen und Unterorganisationen der Partei, die um 17 Uhr mit einer Tagung der Gauleiter im Hotel Deutscher Hof ihren Anfang nehmen. Es tagen außerdem die Amtswalter der PO., die Hitlerjugend, die Partei- presse, die Propagandaleiter, die Kassenwarte, die A e r z t e o r g a n i s a- tion, die Landwirte, die Lehrer, die Kriegsopfer und die Ingenieure, die Amtsleiter des Nationalsozialistischen Deutschen Juristenbundes und die Abteilung für Deutsche im A u s l a n d e, die NSBO. und die nationalsozialistischen Studenten. Der Reichswehrminister zum Parteitag abgereist. Berlin, 31. Aug. (WTB.) Ter Reichs- wehrminister Generaloberst v. Blomberg hat sich heute nachmittag mit seinen Adjutanten Korvettenkapitän von Friedeburg und Hauptmann von der Decken im Flugzeug zum Parteitag nach Nürnberg begeben. In seiner Begleitung befindet sich außerdem der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder, der Chef des Ministeramtes Oberst v. Reichenau, der Cbef der Wehrmachtabteilung Oberst v. V i e t i n g h o f f. Der Chef der Heeresleitung General der Infanterie von H a m m e r st e i n - E q u o r d ist bereits vorher nach Nürnberg abgereist. Baldur von Gchirach vor der Hitlerjugend. Auf der Tagung der Hitler-Jugend würdigte der Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Verdienste der Jugend in den hinter uns liegenden Jahren des Kampfes. Jugend organisieren heiße d i e Träger des neuen Staates erziehen. Das Prinzip der S e l b st f ü h r u n g , der Grundsatz, daß aus der kleinen Einheit der HI. der Führer herauswächst, sei von der HI. nicht mehr zu trennen. Der Führer selbst habe für die Arbeit diesen Grundsatz gegeben: „Jugend soll von Jugend geführt werden." Dem großen Führer, der diese gewaltige Bewegung schuf, dem Sohne des Volkes gelobe die Jugend treueste Gefolgschaft. Sie unterwerfe sich seinem Willen, und zwar bedingungslos und ohne Einschränkung. Anderthalb Millionen junger Menschen hätten sich nicht zusammengeschlossen, um Deutschland um eine weitere große Organisation zu bereichern, sondern um dem großen Führer des deutschen Volkes zu gewährleisten, daß sein gewaltiges Werk für alle Zukunft Bestand hat. Der Beamte im nahonalWWen Sisal. Eins mit seinem Volk und seinem Schicksal. Nürnberg, 31. August. (TU.) Zu der Ve- amteutaguug der NSDAP, waren Vertreter aus allen Gauen Deutschlands herbeigeeilt. Ter Staatsleiter N e u s ch begrüßte insbesondere die Ehrengäste, den bayerischen Kultusminister Schern m und den preußischen Justizminister K e r r l. Eine besondere Freude sei es ihm, auf dieser Tagung auch den Vater der Beamtenabteilung, den Ehrenpräsidenten der Deutschen Beamtenschaft, Ncichs- statthalter in Hessen, Sprenger, begrüßen zu können. Oer Leiter der Beamtenabteilung/Nees sprach dann über „Das Berufsbeamtentum im neuen Reich". Die Grundzüge des neuen Staatsgedankens, die Hingabe an Volk und Vaterland, freiwillige Unterordnung unter den Führer, Disziplin und Gehorsam, seien von jeher die Eigenschaften des vorbildlichen Beamten gewesen. Der Führer habe in seiner Regierungserklärung vom 23. März im Reichstag die Notwendigkeit der hingebenden Treue uud Arbeit des Berufsbeamtentums besonders hervorgehoben. Mit der hierdurch bekundeten Verbundenheit von Staat und Beamtentum habe die Beamtenhetze sofort aufgehört. Den Dank für die Befreiung von dem auf ihr lastenden Truck durch den Führer werde die Beamtenschaft durch treueste und h i n g e b e n d st e Mitarbeit an dem hohen Ziel der nationalen Regierung a b st a 11 c n. Das Aufgabengebiet der Beamten solle in Zukunft völlig geändert werden. Die Beamten und Beamtenoerbände würden sich im Interesse der Allgemeinheit und in ihrem eigenen Interesse in Uebereinftimmung mit dem Reichsminister des Inneren oonjeglidjerlDarenroirf- schäft zurück halten, hierdurch werde die Selbsthilfe auf sozialer und gemeinnütziger Grundlage nicht berührt. Der einheitliche Berufsstand der Beamtenftänbe solle seinen Ausdruck finden in "einer Organisation, der alle Beamten ohne Unterschied und Stellung angehören, hierdurch werde der Gedanke der Volksgemeinschaft auf dem Gebiet der Beamtcnoerbänbe entsprechen!» dem Dillen bes Führers verwirklicht. Zu bem Aufgabengebiet ber Beamtenorganisation gehöre bie tatkräftigste Unterstützung ber Aufbauarbeit ber Reichsregierung, bie Stärkung ber sittlichen Berufs- unb Lebensauffassung bes beut- schen Beamten. Oie Verbreitung bes nationalsozialistischen Gebankengutes innerhalb ber Beamtenschaft sei fach- unb staatspolitische Jortbilbung. Der Beamte müsse im Dienst unb außerhalb bes Dienstes allenvolksgenos- sen ein vorbilb nationalsozialistischen Denkens unb hanbetns sein. Die enge Verbundenheit der Beamten mit der deutschen Volksgemeinschaft finde ihren sinnfälligen Ausdruck in der starken Beteiligung an den vom Führer angeregten Spenden. Zur Spende für die Opfer der Arbeit habe die Beamtenschaft sogar eine halbe Million Mark aufgebracht. Für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit würden die Beamten bis zum 1. April 1934 insgesamt etwa 15 Millionen Mark beisteuern. Hiermit habe die Beamtenschaft am besten alle böswilligen Behauptungen undeutscher und deutschfeindlicher Kreise widerlegt, als ob Beamtenschaft und Regierung in ihrem Wollen und Wirken zweierlei seien. Wir fühlen uns eins mit unserem Volk und seinem Schicksal und geloben feierlich für alle Zeiten, daß keine Macht der Welt uns trennen kann von unserem Führer. Oer Ehrenpräsident der Deutschen Beamtenschaft Reichsstatthalter Sprenger erklärte in einer Ansprache, daß die Entwicklung der Beamtenpolitik in mancher Hinsicht noch nicht abgeschlossen sei, daß sie sich aber in der richtigen Zielrichtung befinde. Es werde Sache des obersten Führers sein, diese so zu bestimmen, daß die Beamtenbewegung allmählich beständig werde. Da der Staat jetzt nur von Nationalsozialisten geführt werde und nur noch eine Partei bestehe, werde der Zeitpunkt kommen, an dem die Beamtenbewegung zur Ruhe geführt werde. Der Beamte müsse in erster Linie dem Führer nach tun und so handeln, wie der Führer es erwartet. Staatetommifiar Dr. Lipperi über bie Sorgen bet ©emeinben. Arbeitslosenhilfe. - Schuldenlast. — Neugliederung des Steuersystems. Auf der kommunalpolitischen Tagung nahm der Staatskommissar der Neichshauptstadt Dr. Julius Lippert zur Frage der Genie in- definanzen Stellung. Seit Beginn der großen Wirtschaftskrise im Jahre 1928 bis 1929 sind die deutschen Gemeinden in immer steigendem Maße die Träger der Arbeitslosenhilfe geworden. In richtiger Erkenntnis des illotwendigen, hat der Führer mehr als einmal ausgesprochen, daß die beste Arbeitslosenhilfe die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit allen Mitteln, vor allem auch durch öffentliche Arbeitsbeschaffung ist. Für alle diejenigen arbeitslosen Volksgenossen aber, die noch nicht die Wohltat der Arbeit wieder genießen können, müssen wir nach wie vor in unseren Gemeinden sorgen. Die Eigenlast der Gemeinden hat in der Aroeitslosenhilfe 1932 über eine Milliarde betragen, sie wird 1933 immer noch rund 620 Millionen RM. betragen. Tie deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände werden im Rechnungsjahr 1933 mindestens 170 b i s 2 00 Millionen RM. neue Fehlbeträge allein aus der Durchführung der Arbeitslosenhilfe in ihrem Haushalt haben. Alles in allem werden die deutschen Gemeinden mit ungedeckten Fehlbeträgen in Höhe von rund 110 0 Millionen Mark in das Rechnungsjahr 1934 hineingehen. Sie machen mehr als ein Sechst e I des gesamten jährlichen Zuschußbedarfs für alle Aufgabengebiete der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände aus. Eine zweite dringliche Gegenwartsaufgabe ist die Schuldenfrage. Die Gesamtverschuldung b.cr deutschen Gemeinden beträgt rund 11,3 Milliarden Mark. Der Z i n s e n d i e n st für diese Schulden beträgt insgesamt rund 2720 Millionen Mark. Die durchschnittliche Zinshöhe für die langfristigen Gemeindeschulden beträgt immer noch rund 6,3 v. H. und für die mittel- und kurzfristigen sogar 7,5 bis 8 v. H. Die die Regierung unseres Führers Adolf Hitler sich entschlossen hat, sür die deutsche Landwirtschaft eine allgemeine Zinssenkung auf 4 o. h. durchzuführen, so sollte sie sich — bas ist unser Dunsch — auch entschließen, für die deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände eine allgemeine Zinssenkung auf durchweg 4 v. h. durchzuführen. Es wird notwendig sein, daß von Neichswegen etwa in ber Form von veräußerlichen ober lom- barbierten Reichsschatzanweisungen benjenigen Kre- bitinftituten geholfen wirb, deren Liquibität ober Rentabilität infolge dieser Zinssenkung tatsächlich gefährdet werden sollte. Herabsetzung des Zinssatzes um nur 1 d. $). würde den Gemeinden eine jährliche Ersparnis von weit über eine Million beschaffen. Dieser Betrag würde in die Hunderte von Millionen emporschnellen, wenn es gelänge, auch bieTilgung derKom - munalanleihen auf eine Reihe von Jahren auszusetzen. Sollte sich die Reichsregierung zu einer allgemeinen Zinssenkung für die Gemeinde- schulden nicht entschließen können, so müssen wir sie bitten, im Wege ber Reichsgesetzgebung ein georb- netes Verfahren bereitzustellen, in dem für die einzelnen notleidenden Gemeinden unb Gemeindever- bänbe Entlastungsmaßnahmen bei ihrem Schuldenbienst durchgeführt werben können, hierbei müßte ein Normalzinsfuß von höchstens 4,5 v.h. einfchl. aller Neben- unb Verwaltungskostenbeiträge für bie langfristigen unb von höchstens 5,5 v. h. für bie mittel- unb kurzfristigen Gemeindeschulben herbeigeführt werben können. Für diejenigen Ge- meinben, die auch diese Zinslasten infolge ihrer Haushaltslage nicht zahlen können, müßte eine vollständige ober teilweise Stunbu ng zum K a - pital — notfalls durch staatlichen Machtspruch —- herbeigeführt werden. Im Rahmen eines solchen individualisierenden Verfahrens auf reichsrechtlicher Grundlage würde bann auch die leidige Umschul- bungsfrage eine Regelung erfahren. Die große finanzpolitische Zukunftsaufgabe ber nationalsozialistischen Staatsführung ist ber Umbau unseres beutschen Finanz- unb Steuersystems. Wir haben den Wunsch, daß die Gemeinden und Gemeindeverbände in Zukunft nicht in ehr in der primitiven Form zu Kostgängern des Reiches und der Länder gemacht werden, wie dies durch die Erzbergersche Finanzrcform geschehen ist. Ich bekenne mich trotz meines Amtes als StaatS- kommissar der Stadt Berlin ausdrücklich zu dem Grundgedanken der nationalsozialistischen Gemcindepolitik, die gerade in einer lebensfähigen, ländlichen Selbstverwaltung eine wesentliche Garantie geordneter staatlicher Verhältnisse gibt. Wir werden deshalb nach wie vor einen weitgehenden Lastenausgleich zu Gunsten der leb stungsschwächeren Gemeinden und Gemeindeverbände benötigen. Wettere Gonderiagungen. Auf der Sondertagung des NS.-Lehrcr- b u n d c s machte Kultusminister S ch e ni m grundsätzliche Ausführungen über die Rcvo- lution der Erziehung, als deren Aufgabe er vor allem erwähnte: körperliche Ertüchtigung, die Erziehung zum Rassenstolz und die Pflege des Opfersinnes. Ausführlich sprach der Redner über die einzelnen Ziele des neuen Er- ziehungswollens im nationalsozialistischen Staat, unter denen er vor allein die Bekämpfung des Intellektualismus behandelte. * Auf ber Sonbertagung bes NS. -Aerztebun- -b e s, bie ben Fragen öer Rassenpflege unb ber G e s u n b h e i t s p o l i t i k galt, erklärte ber Leiter des nationalsozialistischen Aerztebundes, Dr. Wagner (München), ber Bund sei stolz darauf, einen Teil ber Kampsorganisation ber NSDAP, zu bilden. Anschließend sprachen der Ordinarius für Rassenhygiene an der Universität Leipzig, Professor Saemmler, über „Aufgaben und Z:ele ber Rassenpflege", sowie ber Präsident bes Neichsge- fundheitsamtes Professor Reiter über „Nationalsozialistische Revolution in ber Medizin und in der Gesundheitspolitik". Die stark besuchte Tagung ergab fruchtbare Anregungen für bie weitere Arbeit des Nationalsozialistischen Deutschen Aerztebundes. Eine Quriftenfonbertagung befaßt sich vor allem mit ben Aufgaben der Deutschen Rechts- front unb der Rechtsabteilung ber Reichsleitung der NSDAP. Minister Dr. Frank betonte, daß ber Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen seine beiden ursprünglichen Aufgaben, ben Rechtsschutz wie bie Rechtsverwaltung und Rechtspolitik, im bisherigen Sinne fortzuführen habe. Abschließend besprach ber Minister bie notwendige Vereinheitlichung der deutschen Justiz, bie ein Jahrtausend des neuen deutschen Rechts vollziehen müsse. Die Sondertagung der NSBO. fand unter vollzähliger Beteiligung der verantwortlichen Obmänner statt. Nach Begrüßung durch Stabsleiter Klapper nahm der Führer der Deutschen Arbeitsfront Tr. Ley das Wort. Seine Ausführungen gipfelten in dem Gedanken, daß organisieren nicht verwalten heiße, sondern die geistigen Waffen zu schmieden, bis auch der letzte Mann für die nationalsozialistische Weltanschauung gewonnen sei. „Wir müssen uns befreien vom gewerkschaftlichen Denken und den Arbeiter zum Stolz erziehen, ihm das vom Marxismus eingeimpfte Minderwertigkeitsgefühl herausreißen." Auf der Tagung der NT.-Kriegsopfervcr- sorgung erklärte der Reichsführer der NSKOB. Oberlindober u. a.: Den verletzten Frontkämpfern ist das Tragen eines besonderen staatlich geschützten Abzeichens zur Pflicht zu machen. In allen öffentlichen Betrieben und Behörden sind die Träger des Abzeichens bevorzugt abzufertigen. Alle Verkehrsunternchmungen haben den Trägern des Kriegsopfcrabzeichens wesentliche Tarifnachlässe zu gewähren und durch Schaffung von besonderen Plätzen für Kriegsopfer der Öffentlichkeit ihre Verpflichtung für die Kriegsopfer zu zeigen. In allen Theatern, Konzerten und Lichtspielhäu- fern ist für die Träger dieses Abzeichens ein wesentlicher Preisnachlaß und ein besonderer Ehrenplatz sicherzustellen. In allen Behörden, die sich direkt mit der Versorgung der Kriegsopfer befassen, sind im direkten Verkehr mit den Kriegsopfern nur solche Beamte und Aerzte zu verwenden, die selbst Frontsoldaten oder Kriegsopfer sind. Zu allen Ehrenämtern des öffentlichen Lebens, wie zu Schöffen, Laienrichtern, zu Handels- und Handwerkskammern, zu Wohlfahrtsausschüssen und sonstigen Gremien der ehrenamtlichen öffentlichen Betätigung sind in höherem Maße Frontsoldaten und Kriegsopfer hcranzuziehcn. Ten Witwen gefallener Kameraden und ihren Waisen ist ein großer Teil aller öffentlichen Arbeitsstellen freizuhalten; bei Anstellungen im öffentlichen Dienst sind bei gleicher Eignung immer Frontsoldaten und Kriegsopfer vorzuziehen. Den im Kampf um Deutschlands Erneuerung gefallenen oder ver- letzten Kameraden von der SA. und SS. und ihren Hinterbliebenen stehen die gleichen Ehrenrechte zu wie den im Weltkrieg versorgungsberechtigt gewordenen Frontsoldaten oder ihren Hinterbliebenen. Auf der Tagung der N S. - F r a u e n s ch a f t, die die Reichsleiterin des weiblichen Arbeitsdienstes, die Gauleiterin von Hildburghausen, Pgn. Frau Braun, leitete, hielt Parteigenosse Dr. Ley einen Vortrag, in dem er im Hinblick auf die verschiedenen nicht nationalsozialistischen Frauenverbände, die ebenfalls charitativ arbeiteten, die NS.-Frauen- schaft grundsätzlich als das Parteiinstrument und die Dachorganisation jeglicher Frauenarbeit bezeichnete. Unser Ziel sei, die Frau für einen gesunden, rassisch wertvollen Nachwuchs zu erziehen, um wieder Führerin zu sein in der Notzeit. Pgn. M i t s ch m a n n, die Gauleiterin von Ostpreußen, beleuchtete die Arbeit der Franen- schaften im deutschen Osten. In der Aussprache kamen die Schwierigkeiten zur Sprache, mit denen die Frauenschaften auch heute noch zu kämpfen haben. Die vielfachen sozialen Aufgaben wurden einer eingehenden Würdigung unterzogen. Die Abteilung für Deutsche im Aus lande hielt ihre Sondertagung im Prunksaal des Nürnberger Rathauses ab. Zu ihr hatten sich rund 300 Vertreter auslandsdeutscher Ortsgruppen und der Seefahrt aus allen Weltteilen eingcfunden. Der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, nahm hierbei die Weihe von sieben Fahnen dieser Abteilung vor. Der Landesgruppenleiter der NSDAP, in China, Hauptmann a. D. H a s e n o e h r l, sprach über das Verhältnis vom Auslandsdeutschtum zum Nationalsozialismus. Für die Unterabteilung Seefahrt der Ausländsabteilung sprach Pg. Cornelisen über die „Stellung des deutschen Seefahrers im nationalsozialistischen Staat." Mit besonderer Freude wurde von der Versammlung die Mitteilung ausgenommen, daß die Auslandabteilung künftig unmittelbar dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, unterstellt ist. Sie Gelbsthüfeorganisation der NG-HAGO B e r l i n , 31. Aug. (VDZ.) Nach einer Anordnung der Reichs-HAGO-Führung der obersten Leitung der PO. soll die praktische Durchführung des Selbsthilfe- gedankens in folgender Weise vor sich gehen: Ein genau festgesetzter Teil des Beitrages der NS-HAGO- sowie der DHG.-Mitglieder wird bei der Reichsführung für Selb st Hilfezwecke a b - gesondert. Diejenigen Mitglieder, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind, die ihre Existenz zu gefährden droht, können umGewährungeines mit 3 d. S). verzinslichen, dinglich nicht gesicherten Personalkredits einkommen. Diese Kredite werden nur an solche Mitglieder der genannten Verbände gegeben, die winde st ens ein Jahr lang Mitglied der genannten Verbände sind und ihre freudige Mitarbeit an der Durchsetzung der nationalsozialistischen Idee und eine einwandfreie Erfüllung aller sozialen Pflichten gegenüber den in ihrem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmern bewiesen haben. Dabei wird die Mitgliedschaft in dem früheren Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes auf die einjährige Sperrfrist angerechnet. Die aus dem Selbsthilfefonds gewährten Darlehen sind in der bei der Darlehnsgewährung auferlegten Weife zu tilgen, sobald das Einkommen des Darlehnsnehmers einen Betrag übersteigt, der im Einzelfalle unter Berücksichtigung seines Familienstandes und sonstiger besonderer Umstände festzusetzen ist Ueber die Höhe seines Einkommens hat der Darlehnsnehmer jederzeit auf Verlangen durch Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung Aufklärung zu geben. Hat die Tilgung eines Notdarlehns begonnen, und kann diese aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen nicht fortgesetzt werden, so kann ein Stundungsgesuch eingereicht werden, das in der gleichen Weise wie ein neues Darlehnsgesuch behandelt wird. Die Ernennungen in der Reichswehr. Görings Goldatenlaufbahn. Bom Kadetten zum Pour le msrile-Flieger Der vom Reichspräsidenten mit dem Charakter eines Generals der Infanterie ausgezeichnete preußische Ministerpräsident Hermann Göring hat eine interessante militärrsche Vergangenheit. Sein Vater hatte die Kriege 1866 und 1870/71 als Jägeroffizier mitgemacht, später war er Ministerresident in ^eut)^ Südwestafrika. Sein Sohn Hermann, geboren am 12. Januar 1893 in Rosenheim in Bayern, ist nicht weniger der geborene Soldat. Mit 15 Jahren kommt Hermann Göring rns Kadettenkorps, zunächst in Karlsruhe, dann in Lichterfelde. Bei der Entlassung in Lichterfelde fällt sein Lehrer über ihn folgendes Urteil: „Ein famoser Kerl, allerdings schwrerrg, aber der geborene Revolutionär". Das Kadettenkorps verläßt er mit der höchsten Auszeichnung, mit des Kaisers Belobigung. Im Infanterie-Regiment 112 (Prinz Wilhelm) in Mühlhausen erhält er die Achselstücke. Bei der Mobilmachung geht der 21jährige Leutnant sofort ins Feld. In zahlreichen Gefechten bewies er seinen Mut bis zur Tollkühnheit. Einmal läßt Göring Infanteristen aufsitzen und sie mit Lanzen zur Patrouille be- waffnen. Im entscheidenden Augenblick vor dem Feinde weiß das berittene Fußvolk mit den Lanzen nicht umzugehen — da gibt Göring den Befehl, die Lanzen nach alter Germanenart als Speere zu schleudern — und die feindliche Patrouille wendet sich geschlagen in die Flucht. Der „Revolutionär" stieß das Exerzierreglement einfach um. Sein alter Kriegskamerad ist Loerzer, der zu einem Fliegerkursus abkommandiert ist, während Göring im Freiburger Lazarett an heftigem Gelenkrheuma liegt. Loerzer schlägt ihm vor, als sein Beobachter an die Front zu kommen. Der Kommandeur versagt Göring die Genehmigung. Da wird Göring Flieger „von eigenen Gnaden" und fliegt mit einer „besorgten" Maschine an die Front. Das kostet ihm drei Tage Arrest. Aber Göring bleibt Flieger. Bald schon überreicht der Kronprinz Loerzer und seinem tapferen Beobachter das E. K. I. Im Herbst 1915 sitzt Göring in einem neuen Großflugzeug und macht sich außer durch Bomben- und Photographier- flüge bereits als Jagdflieger einen Namen. 1916 wird er bei einem tollkühnen Gefecht schwer verwundet, die Maschine hat 60 Treffer, Göring einen Streifschuß und schweren Hüftenschuß durch Querschläger. Nach der Genesung kommt er zur Jagdstaffel 26, deren Führer sein Freund Loerzer ist. Mai 1917 wird er selbst Führer der Jagdstaffel 27. Im Mai 1918, als er gerade zum Fernflug starten will, erhält der Oberleutnant von seinem Adjutanten die freudige Meldung, daß ihm der Kaiser den Pour le mente verliehen habe, „deshalb brauchen Sie doch nicht so zu schreien", antwortet Göring und donnert mit seinem Motor ab. Am 21. April 1918 fällt der berühmte Führer des nach ihm benannten Geschwaders, Manfred v. Richthofen. Sein Nachfolger Hauptmann Reinhard stirbt im Juni 1918 den Fliegertod. Der kommandierende General der Luftstreitkräfte ernennt Hermann Göring zum Kommandeur des berühmten Geschwaders. Keiner war geeigneter hierfür als er. Niemand konnte mit mehr Berechtigung den berühmten „Richthofen-Stock" tragen. In unzähligen schweren Kämpfen blieb Hermann Göring zwanzigmal Sieger zur Luft. Generaloberst von Blomberg. Der durch den Reichspräsidenten zum Generaloberst beförderte Reichswehrminister Freiherr v. Blomberg ist 1878 in Stargard geboren. Er trat nach der Ausbildung im Kadettenkorps als Leutnant 1897 in das 73. Füsilierregiment ein. Nach rund siebenjähriger Tätigkeit bei der Truppe wurde Herr : 1 v. Blomberg in die Kriegsakademie berufen und 1908 dann in den großen Gene r a l st a b versetzt. Während des Krieges war er in der Hauptsache im Generalstab tätig und erhielt damals den Pour le Merite. Nach dem Kriege wurde Herr v. Blomberg zunächst Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando V in Stuttgart, aber schon 1921 wurde er in das Reichs- wehrministerium berufen, wo er zunächst als Abteilungsleiter und dann als Chef des Truppe namtes tätig war. 1928 wurde Herr v. Blomberg zum Generalmajor befördert, und im folgenden Jahr erhielt er den wichtigen Posten des Befehlshabers für den Wehrkreis I (O st - preußen). Unter gleichzeitiger Ernennung zum General der Infanterie wurde Herr v. Blomberg am 30. Januar ds. Js. zum Reichswehrmini st er bestellt. Weitere Ernennungen Berlin, 31. Aug. (WTB.) Im Reichsheer sind ferner folgende Ernennungen ausgesprochen worden: Mit dem 1. Oktober 1933: die Generalleutnants Adam, Chef des Truppenamtes, zum Kommandeur der 7. Division und Befehlshaber im Wehrkreis VII; Rit - ter v. Leeb, Kommandeur der 7.Division und Befehlshaber im Wehrkreis VII, zum Oberbefehlshaber der Gruppe 2; Beck, Kommandeur der 1. Kavalleriedivision, zum Chef des Truppenamtes; List, Kommandeur der Jnfanterieschule, zum Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkreis IV; die Generalmajore Feige, Chef des Stabes des Gruppenkommandos 1, zum Kommandeur der 1.Kavalleriedivision; v. Kluge, Artillerieführer III, zum Inspekteur der Nachrichtentruppen; der Oberst v. Schw edler, Abteilungsleiter im Neichswchrministerium, zum Chef des Heerespersonalamtes. Mit dem 30. September 1933 scheiden aus : General der Infanterie F r h r. S e u t - ter v. L ö tz e n , Oberbefehlshaber der Gruppe 2; die Generalleutnants Frhr. von dem Busche-Jppenburg, Chef des Heerespersonalamtes; Frhr v. G i e n an th , Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkreis IV; v. Bonin, Inspekteur der Nachrichtentruppen, v. Roques, Jnfan- terieführer 6; der Generalmajor Schellbach, Artillerieführer VI. Eine bayerische Ehrengabe für Göring. Essen, 31.Aug. (CNB.) Wie die „Nationalzeitung" erfährt, hat der bayerische Mini st e r r a t beschlossen, dem preußischen Ministerpräsidenten Göring als Ehrengabe 10 000 Quadratmeter S t a a t s g e l ä n d e zur Errichtung eines Hauses auf dem Obersalzberg zur Verfügung zu stellen, mit dem Wunsche, ihn recht bald in den bayerischen Bergen begrüßen zu können. Ministerpräsident Göring hat die Ehrengabe a n g e - . itommen. Der bayerische Ministerrat hat durch die Ehrengab das Göring im Jahre 1923 in Bayern zugefügte Unrecht wiedergutgemacht. Göring wurde bekanntlich am 9. November 1923 an der Spitze der nationalsozialistischen Freiheitskämpfer von den Maschinengewehrkugeln an der Feld- herrnhalle schwer verwundet. Gegen den Schwerverletzten wurde Haftbefehl erlassen, so daß ihn seine Freunde als todwunden Mann auf nächtlichen Wegen nach Tirol schaffen mußten. In Innsbruck schwebte Göring damals monatelang in Todesgefahr. Auch hier mußte er dem Steckbrief der österreichischen Regierung weichen, die dem deutschen Auslieferungsbegehren zugestimmt hatte. Der Haftbefehl hetzte ihn weiter nach Italien, nahm ihm die Möglichkeit, zur Heimat zurückzukehren, bis endlich im Herbst 1926 die Amnestie ihm den Weg nach Deutschland wieder frei machte, wo er sich sofort mit ungebrochenen Kräften in den Kampf für den Führer und die nationalsozialistische Bewegung stürzte. Gegen grundlose Gerüchte im Getreideverkehr. Berlin, 31. Aug. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt: Aus Kreisen der am Getreideumschlag beteiligten Wirtschaftsgruppen wird von gewissenloser Seite das Gerücht verbreitet, die Reichsregierung wolle, da sie durch organische Maßnahmen eine Gesundung des Getreidemarktes sn» strebe, den Markt im übrigen sich selb st überlassen. Demgegenüber wird mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß es die Reichsregierung in diesem Getreidewirtschaftsjahr an der im Interesse der Landwirtschaft gebotenen Marktpflege keinefalls fehlen lassen wird. Mit dieser Feststellung wird nur eine Erklärung wiederholt, die in den letzten Wochen und lagen mehrfach und in aller Eindeutigkeit von amtlicher Seite abgegeben worden ist. Kleine politische Nachrichten. Zur Durchführung der Abkommen zur Verein- heiilichung des Scheckrechtes hat die Reichsregierung ein neues Scheckgesetz beschlossen, dessen Wortlaut im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird. Gleichzeitig wird das Einführungsgesetz zum Scheckgesetz vom 14. August 1933 bekannt gegeben. Der erste Ferienstrafsenat des Berliner Kammergerichtes verurteilte einen Beamten wegen Verrates militärischer Geheimnisse zu zwölf Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht. Unterwegs nach Nürnberg... Don Or. Alfred Oetig, München. Nürnberg, 30. August. Am frühen Morgen, vor dem ersten Sonnenstrahl, steht der kleine Wagen blank geputzt und strahlend vor Freude, daß er mit zum Parteitag fahren darf, vor meiner Münchner Haustür. Der Tank ist übervoll, die Reifen sind mit frischer oberbayerischer Gebirgsluft aufgefüllt, lustig flattert die Flagge des neuen Deutschland zu beiden Seiten des Kühlers. Nun kann es losgehen. Um fünf Uhr früh liegen wir auf der Landstraße. „Wir woll'n zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren". Die Stadt scheint noch zu schlafen, aber in Schwabing begegnen uns die ersten Gefährten, die dasselbe Ziel haben. Vor den Toren der Stadt, auf der Ingolstädter Landstraße, geht herrlich die Sonne auf. Es ist Hitlerwetter, wie man es sich nicht besser wünschen kann. Nun soll es nur für die nächsten Tage bestehen bleiben. Denn die Zeltlager rings um Nürnberg wissen es doppelt zu schätzen. Nach einer guten Stunde taucht die alte Festung Ingolstadt auf. Hier standen vor dem Kriege Hauptmann Röhm und mit ihm so manche Vorkämpfer des Dritten Reiches beim Regiment „König". Die Stadt hat sich bis heute ihr strenges militärisches Aussehen bewahrt. Wir durchfahren die Festungswälle und engen Tore, vorbei geht es an den roten Backsteinmauern der Käsematten. Dann beginnt die fränkische Lieblichkeit der Landschaft. Wir stoßen auf marschierende Trupps von Jungvolk und Hitlerjugend. Fröhliche Marschlieder verkürzen die Zeit und die Länge des Weges. Alles trägt ein freundliches Gesicht. Auch die Straßenarbeiter hinter ihren rauchenden Teerkesseln erheben die Arme zum Gruß und wünschen uns eine gute Fahrt. Die ersten Hopfenfelder, ernteschwer, begleiten uns, dann kommen wir durch die fränkische Tabakgegend. An langen Zäunen und an den Mauern der Häuser hängen die Blätter, fein säuberlich aufgereiht, zum Trocknen. Kurz vor Eichstätt liegt links am Wege ein idyllisches Waldgasthaus, eine traditionelle Einkehrstätte der Münchener Nationalsozialisten. Auch der Führer nimmt hier gerne Aufenthalt, wenn er im Wagen von München nordwärts unterwegs ist. Nach kurzer Rast fahren wir im Altmühltal unter der wuchtigen Willibaldsburg entlang. In herrlichen Serpentinen zieht sich die Straße durch den fränkischen Jura, zu beiden Seiten flankiert von mächtigen, abgerundeten Kalkfelsen. Das uralte, gemütliche Weißenburg mit seiner berühmten Naturbühne wird passiert, dann sausen wir durch Ellingen, vorbei an dem wundervollen Barockschloß des Fürsten Wrede. Eine knappe Stunde vor Nürnberg stoßen wir auf eine „Autofalle". Ein Häuflein begeisterter SA.-Leute lagert am Wegesrand und sperrt bei unserm Herannahen die Straße. Rasch werden zwei Fahrgäste aufgeladen und zwischen dem Gepäck verstaut. Wir aber passen höllisch auf, daß sich nicht einer aus Versehen auf die kleine Reiseschreibmaschine setzt. Denn das wäre ihr und unser Verderben! Punkt zehn Uhr vormittags fahren wir vor dem Generalpressequartier im Württemberger Hof am Nürnberger Hauptbahnhof vor. Dort herrscht bereits ein gewaltiger Betrieb. Man entdeckt eine Menge Bekannte. Jeder weiß eine andere Neuigkeit zu berichten. Reichstagsabgeordneter Tittmann, der Oberstkommandierende der Pressestelle des Parteitages, der seit vielen Tagen alles aufs beste vorbereitete, erscheint. Ueber ihn führt für die tausend Pressevertreter, die nach Nürnberg kommen, der Weg zu einem Quartierschein. Schräg gegenüber im Grand Hotel am Bahnhofsplatz residiert der Aufmarschsiab unter der Leitung des Obergruppenführers Schneid - Huber. Unter seiner Obhut wachsen augenblicklich die großen Zeltlager rund um die Stadt aus dem Boden, die an den letzten Tagen der Woche die zu dem Herbstaufmarsch nach Nürnberg kommenden SA.- und SS.- Formationen aufnehmen. Am heutigen Tage werden auch die Führerzelte fertig werden. Jedes SA.-Zelt faßt 500 Mann, und wohl das größte Lager steht draußen im Norden der Stadt, unweit des neuen Nürnberger Flugplatzes. Welch gewaltiges und eindrucksvolles Bild bietet sich heute schon auf den Plätzen und in den Straßen der Stadt. Von der Burg, dem Stammschloß der Grafen von Zollern, wehen riesengroße Hakenkreuzfahnen, und die ganze Stadt versinkt in einem Meer von Fahnen. Die Massenquartiere für die politische Organisation in Schulen und Fabriken sind aufs Beste vorbereitet und ausgeschmückt. In Reih und Glied und mit festem Schritt marschiert mit wehenden Fahnen Jungvolk in seine Quartiere. Alles spielt sich in größter Ordnung und Disziplin ab. Heute und auch morgen noch unterliegt der Verkehr keinen Einschränkungen. Denn die Sonderzüge und die Marschabteilungen der SA., die in langen Tage- märschen Nürnberg erreichen, treffen erst von Freitag an am Sitz des Reichsparteitages ein* Heute und morgen noch dürfen sich die Privatwagen in der Stadt bewegen. Dann aber müssen sie hinaus aus der Stadt auf die großen Wiesenparkplätze, damit die Stadt ganz für die großen Kundgebungen und Veranstaltungen des Parteitages frei ist. Nürnberg jedenfalls, das besagt schon der erste Eindruck, ist aufs Beste gerüstet, das neue Deutschland würdig in seinen Mauern aufzunehmen. Zilm-Lustspiel. Das neue Lustspiel der Deutschen Universal, das seit gestern im Lichtspielhaus unter der ungarischen Ueberschrift „P a p r i k a" erscheint, heißt im Untertitel „Das Glück kommt nur einmal im Leben": so beginnt der Refrain zum Text eines englischen Walzers, der entschieden der hübscheste musikalische Einfall des ganzen Stückes ist. Den Inhalt zu erzählen, würde — auf dem zu Gebote stehenden beschränkten Raum — viel zu umständlich sein. Die Handlung lebt von einer Reihe ganz lustspielmäßiger Verwirrungen, Verwechslungen und Verkleidungen, was bei einem Haar zu einem traurigen Ende geführt hätte. Aber so war es nicht gemeint, und der Regisseur Carl B o e s e steuert fein Schiffchen durch allerlei Klippen zuletzt doch in den richtigen Hafen und verabschiedet sich mit der Großaufnahme zweier glücklichen Paare — wie sich das gehört. Außerdem hat er eine neue Entdeckung der Universal herausgestellt: Franziska Gaal, eine junge, temperamentvolle Begabung mit Sinn für Humor und ganz ursprünglichen Ausdrucksmöglichkeiten. Ihr zur Seite Heidemann, Bonvivant vom reinsten Wasser, und Hörbiger, der sich mit der Rolle eines ahnungslosen Sonderlings auf seine Weise abfindet. Hugo Fischer-Köppe und Lieselotte Schaak sind noch zu nennen. Die Musik stammt von Franz Wachsmann. — Dazu die Wochenschau, ein heiterer Kurzfilm und ein Vorspann zum neuen Programm am Montag. Das jugoslawische „Tal der Könige". Eine Entdeckung, die jetzt in Jugoslawien gemacht worden ist, dürfte dazu beitragen, den Schleier von einem archäologischen Geheimnis zu heben, das seit einiger Zeit die Gelehrten beschäftigt. 3m Jahre 1918 wurde bei Trebenischte am Ufer des Ochreda- Sees eine Totenstadt freigelegt, die man in Anlehnung an die berühmte Stätte in Aegypten das „jugoslawische Tal der Könige" genannt hat. Gräber mit außerordentlich reichen Beigaben sanden sich hier; die Leichen trugen zum Teil Goldmasken des mykenischen Typus und sogar goldene Handschuhe; daneben fanden sich sehr viele griechische Bronzen und andere Kunstwerke. Durch die systematischen Grabungen des Belgrader Professors Wulitsch wurden noch viele andre Gräber aufgedeckt, die solche kostbaren Beigaben enthielten. Die Gräber zeigen einen so starken griechischen Einfluß, wie man ihn in so früher Zeit in diesem Gebiet nicht geahnt hatte, und gaben zahlreiche Rätsel auf im Bezug auf die Datierung und die historische Einordnung der Hunde. Aun ist es geglückt, das erste Haus der Stadt auszusinden, zu der dieses große Gräberfeld gehört. Das freigelegte Gebäude ist aus Ziegeln errichtet und enthält eine Bade- stube, die für Dampfbäder eingerichtet war. Man hofft nun durch weitere Grabungen, die bereits in Angriff genommen sind, dem Geheimnis dieser alten Kultur auf die Spur zu kommen. Sochschulnachnchten. Reichsstatthalter Robert Wagner hat den ordentlichen Professor für Mathematik Dr. Alfred Loewy, den planmäßigen außerordentlichen Professor für Pädagogik Dr. Jonas Cohn und den planmäßigen außerordentlichen Professor für römisches und deutsches bürgerliches Recht Dr. Andreas Bertalan Schwarz, sämtlich an der Universität Freiburg i. Br., sowie den ordentlichen Professor der Jngenieurioissenschaft Dr.-Jng. Emil Prob st an der Technischen Hochschule Karlsruhe auf Grund des §3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. Der Münchener Privatdozent Dr. Clemens Bauer hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte am Herder-Institut in Riga erhalten und angenommen* v. flr ZrZL teWts'^töen kOtzp ¥ Chrengabr Oring, e 7 b»yeleifS®»- ! «I™ SS"'*1* i'4:*«'Ä: iu fötinon baue- Uie *ä"ä** »ie Göring rnnrh, l?'ea r 1923 an b?r V^-- ;Ä«»ä wer hpr™, < uUo = -W« »Ä'A?'- 'uf nMir?e ®reun6t a'i RpSB e er 6em Steckbrief die dem M &öe^en gestimmt L* Ä weiter nach ?^w die Möglichkeit, zur brs endlich im Herbst hm den Weg nach Teuisch- %eiro° ersich sofort mit teJ! ln den Zampf für ben ratwnalsozialistische Berne- undlofe Gerüchte ireideverkehr. g. (III.) Amtlich wird mit- der am EetreideMschlag be> Tuppen wird von gewissenloser verbreitet, die Reichsregierung h organische Mahnah- ing des Tetreidemarkies js- ' im übrigen sich selbst gegenüber wird mit Nachdruck daß es die Reichsregiening in wstsjahr an der im 3n« -wirtschaft gebotenen nefatis fehlen lassen 1ellung tvirb nur eine Sr!lä> ben letzten Wochen und Za- aller Eindeutiges ogegeden wvrdeu \\t. 5(bt31ad)ri(bten. der Mommen zur Verein- > Lcheckrechles hat die neues Lcheckgeseh beschlossen, Reichsgesetzblatt verössentlicht ird das Einsührungsgcjeg zum August 1933 bekannt gegeben. ienMenat beä W« tetutkitte einen »amten tes militari*'®e> Awöli Jahren Zucht- ren Ehrverlust und Zulälsig- lfsich^EW^^^S ische^Tal der Könige'. Lk«rZs -sr-s» ^Beigaben sanden M rei*um Solömaslen ch viele n_ es ins Ausland geflüchteten ehemaligen Kai- erlich Persischen Generalkonsuls Karl Mayer, >ie 28jährige Elisabeth C o u st o t aus Tarm- tadt, wegen Verdachts der B e i h i l f e zum K o n k u r s v e r b r e ch e n und zur Devisenschiebung festgenommen. Die Coustot versuchte vor einigen Tagen, sich bei der Paßstelle unter falschen Angaben über den Zweck ihrer Auslandsreise einen Ausreisesichtvermerk nach der Schweiz zu verschaffen, wo der Jude Mayer zur Zeit seinen Wohnsitz aufgeschlagen hat. Wie festgestellt wurde, unterhielt die Coustot mit Mayer bis zu ihrer Festnahme einen regen schriftlichen und ernmü üblichen Verkehr nach Paris und später nach der Schweiz. Es besteht der dringende Verdacht, daß sie Mayer behilflich war, größere Geldbeträge ins Ausland zu verschieben, und daß sie Kenntnis von Geheimkonten des Geflüchteten hat. Die Coustot wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt und ins Landgerichtsgesängnis Tarmstadt eingeliefert. 3-Mllionen-ArbeitSbeschaffungs' Programm der Stadt Mainz. Mainz, 30. August. (WSN.) Unter Vorsitz des kommissarischen Oberbürgermeisters Dr. Barth wurde in knapp halbstündiger Sitzung heute abend die Einführung der Warenhaus- und Filialsteuer, rückwirkend ab 1. April 1933, in Höhe von 2 0 0 Prozent der Gewerbesteuer entsprechend den ministeriellen Anweisungen beschlossen. Ter Stadtrat beschloß weiter einstimmig die Durchführung eines großzügigen Arbeit s b e s ch a f f u n g s p r o g r a m m S. Dis Stadtverwaltung wurde ermächtigt, für eine Reihe von Maßnahmen zur Beschäftigung der Arbeitslosen bis zu 1 Million und weiter die von der Bank für öffentliche Arbeiten (Ocssa) der Stadt zur Verfügung gestellten Mittel bis 2 Millionen hereinzunehmen. Mit diesen Mitteln werden hauptsächlich Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten an Verwaltungs- und Nebengebäuden, Brückenerueuerungen, Verbesserungen in den städtischen Versorgungsbetrieben (Gas-, Elektrizitäts-, Wasserwerke) Kanalisations- und Tiefbauarbeiten ausge- führt werden. Dr. Barth schloß die denkwürdige Sitzung mit dem Wunsch, daß das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Stadtverwaltung zu einer erheblichen H e r a b - setzung der A r b e i t s l o s e n z i f f e r für Groß-Mainz beitragen und damit ein Baustein zum Wiederaufbau der deutschen Wirt- | schäft gelegt werden möge. Rheinland in Ketten. Oiebe/Vaterlandsverräter/Zuchthäusler und Deserteure errichten eine Republik. Urheberrecht: Dammert-Pressedienst, Berlin W35. III. KommtdieRheinlandrepublik? Unterdes ist das Jahr 1923 gekommen. Am Qai d’Orsay beurteilt man die Aussichten der Separatisten sehr richtia: Der bisherige Erfolg ist gleich Rull. Zwar reden die öffentlichen Anschläge noch immer von dem bald nicht mehr zu bändigenden Freiheitsdurst der Rheinländer. Aber merkwürdig: Von diesem Freiheitsdurst wird nur in der französischen Zone gesprochen. Wo die Engländer und Amerikaner das Land besetzt haben, wollen die Einwohner von den Treibereien nichts wissen, man lieft keine Veröffentlichungen, in denen davon geschrieben wird, daß ja nun bald der Tag anbrechen müßte, an dem die armen geknechteten Bürger das preußisch-deutsche Joch abschütteln und sich „selbständig" machen werden. Also wird man vorsichtiger zu Werke gehen! Sind es nicht stets die gebildeten Schichten eines Volkes gewesen, die einen kühnen und neuen Gedanken ins Volk trugen? Gut, man wird sich an diese intellektuellen Kreise wenden. Die Schrift- stellerMaurice Barrss und A. Wetterlö werden zu Missionaren der separatistischen Sendbot- schaft auserkoren und stellen sich, da sie gut honoriert werden, gern zur Verfügung. Diese Beiden wissen andere zu Agenten zu machen, und bald erscheinen schwungvolle Artikel in oft recht mangelhaftem Deutsch, die nur den Rhein als alleinigen Mittelpunkt Europas gelten lassen. Eine geschmackvoll und unschuldig aufgemachte Zeitschrift beginnt zu erscheinen. Die berüchtigte „Revue Rh&iane. Und jetzt beginnt wirklich der Erfolg. Gewissenlose Schriftsteller und solche, in deren Brieftasche 1000- Franc-Noten knistern, helfen mit an dieser schändlichen Arbeit, und plötzlich machen Franzosen und deutsche Verräter einträchtig in rheinländischer Kultur. Sie unterstützen den französischen Professeur Bourget, der im Lande herumreißt und Thea- tervorführungLN, Sportfeste und Nachmittags-Tees veranstaltet. Versteckt arbeitet die französische Propaganda und betont immer wieder den himmel- hoyen Unterschied zwischen den barbarischen Preußen, die nicht einmal richtig mit Messer und Gabel zu essen verständen, und den Rheinländern, die doch mit den Franzosen viel mehr Verwandtes verbände. Don dieser schmachtenden Musik mögen sich wohl ein paar „Intellektuelle" einlullen lassen und in Paris wieder Hoffnung erwecken — das Volk ist und bleibt deutsch, weil es deutsch fühlt — weil es ein Bestandteil Deutschlands ist. Gleichwohl erkennt man in deutschen Kreisen bald, die wachsende Gefahr selbst einer solchen „freundlichen" Propaganda. Aber wie will man sich der Eindringlinge erwehren? Wie soll auch ein Land, dessen Geldumlauf von Franzosen kontrolliert wird, dessen Eisenbahn beschlagnahmt ist, dessen Hochöfen ausgeblasen und dessen Arbeiter hungrig und ohne Arbeit sind, erfolgreichen Widerstand bieten können? Die Regierung hat eine einzige größere Spende für das Rheinland veranlaßt. Mehr zu tun, fühlt sie sich leider außerstande. So ist es dann auch kein Wunder, daß die Separatisten wieder frecher werden. Die einzelnen, harmlos plakatierten Parteien der Separatisten wissen sich langsam und ziemlich unbehelligt in den Vordergrund zu schieben, und eines Tages geschieht der seit langem gefürchtete Schritt: Die „Rheinisch-Republikanische Volkspartei", die „Christliche Volkspartei" und die „Rheinische Volksvereinigung" schließen sich zusammen zum „Rheinsch-Weftfälifchen Volks- bun d". Run darf Poincars befriedigt lächeln: der Gedanke einer kommenden Rheinischen Republik ist keine Phantasie mehr — nur wenige Monate geschickter Propaganda noch und er darf seinem Volk eine neue Kolonie zu Füßen (egen. Die wertvollste Kolonie, die die „Grande Nation“ besitzen wird. Das wissen auch die Separatisten und führen sich dementsprechend auf. Ob sie nun Geschäfte mißliebiger Kaufleute plündern oder andere Unschuldige überfallen, ob sie Frauen schänden ober Kinder bedrohen — was kann ihnen denn schon geschehen? Wahrhaftig! Sie brauchen keine Sorge um ihre Freiheit zu tragen. Fassen die deutschen Behörden wirklich einmal einen dieser Strolche auf frischer Tat, so hat der Staatsanwalt nach spätestens fünf Tagen einen Befehl des französischen Oberkommandos in der Hand. Dieser Befehl ist sehr kurz und sehr eindeutig: „Der auf Ihre Veranlassung am . . in Haft genommene Herr ... ist sofort der nächsten französischen Militärkommandantur ober bem Kreisdelegierten zuzuführen, die die ihm zur Last gelegte Tat genauestens untersuchen wird. Sie werden benachrichtigt werden. Datum. Unterschrift. Muß noch gesagt werden, daß die deutschen Be- Hörden meist vergeblich auf eine Benachrichtigung warten werden? Inzwischen hat die Inflation in Deutschland verheerende Fortschritte gemacht. Der Wert einer deutschen Reichsmark fällt ins Bodenlose. Die Reichsbank macht Ueberstunden, um Geld zu zählen, die Reichsdruckerei muß Hunderte neuer Arbeiter ein- stellen, um Noten Herstellen zu können. Alte Mütterchen kommen mit ihrer vollgepfropften Markttasche voll Geld in ein Geschäft — Geld, das sie sich von ihrer kärglichen Rente zusammenfparten. Sie verlassen leise schluchzend, gebeugt ben Laben, als sie hören, daß all ihr Geld nicht auslangt, ein Pfund Salz zu kaufen. Das ist Deutschland! Trotz der kalten Aprilnächte sind die Parks in den Städten von Obdachlosen übervölkert. Die Polizei kann diese Jammergestalten nicht mehr vertreiben — die Herbergen sind längst überfüllt. Die Vcrbrechenstatistiken erzählen in der Mehrzahl von Mundraubvergehen und Lebensmitteldiebstählen. Gesundheitsstatistiken des Jahres 1923 ergeben, daß 70 Prozent aller untersuchten Jugendlichen starke Dispositionen zu Lungentuberkulose besitzen. Bei 45 Prozent werden Untergewichte festgestellt. Ein todwundes Deutschland . . . Und in München schreit ein Mann auf: „Herrgott im Himmel! Wer wird diesem Elend ein Ende bereiten!" Dieser Mann heißt Hitler. Er hat sieben Menschen um sich, die ihm ergeben sind — und ein Haufen anderer, die sich erst erproben müssen. Diesem Mann geht das Unglück seiner Volksgenossen zu Herzen wie keinem anderen, und ihm reift der Gedanke eines neuen, einigen, g e - festigten Deutschland, das nicht mehr der Willkür der Siegerstaaten preisgegeben fein wird. Er weiß noch nicht, daß erst nach zehn langen Jahren feine wirkliche Stunde gekommen sein wird, sein Land wieder zu dem zu machen, als das es einst galt: dem Deutschland über alles in der Welt! Es finden sich Kämpfer... Es gibt viele, die den Willen haben, dem aufkei- menben separatistischen Spuk ein Ende zu bereiten. Wie aber sollte man kämpfen? Einer konnte kaum bem anderen vertrauen, und nur feiten geschah es, daß sich eine größere Anzahl Gleichgesinnter zusarn- mentun und gemeinsam arbeiten konnte. Geldmittel waren keine vorhanden, ober sie waren entwertet. In Berlin durste man erst recht kein Verständnis für Gewaltmaßnahmen erwarten. Ja, sollte man denn diplomatische Verhandlungen über die Zulässigkeit des Separatismus mit den Franzosen beginnen? Es war schwer für die meist jungen Menschen, allein, vollkommen auf sich selbst gestellt, den Kampf gegen den französischen Moloch durchzuführen. Aber es fanden sich Kämpfer . . . Eines Tages läßt sich ein junger Mann in der behaglichen Villa des Herrn S m e e t s, dem Haupt der mittelrheinischen Separatisten anmelden. Herr Smeets empfängt seinen Besucher. Der sagt, daß seine Mitteilung streng vertraulich wäre. Also verläßt die Sekretärin das Büro. Im gleichen Augenblick knallen einige Schüsse. Panik entsteht, und im allgemeinen Wirrwarr eilt ein junger Mann aus dem Haus, in ein paar langen Sätzen über die Straße und verschwindet in der nächsten Gasse. Herr Smeets hat zwei gute Schüsse im Kopf, und selbst die sofortige Operation kann es nicht verhindern, daß dieser Schuft für die Bewegung unbrauchbar bleibt und zwei Jahre später seinen verdienten Tod stirbt. Aber was bedeutet diese Tat schon im Gesamtergebnis? Die Frsnzosen lächeln höchstens boshaft: iynen kam der Tod dieses Mannes nicht ungelegen. Er brauchte viel Geld und arbeitete wenig. Für ihn wird man Ersatz finben^llnb die Deutschen? Alle Tage können sie keinen Separatisten ermorden — und schließlich gleicht sich das aus. Man nimmt den ersten besten, mißliebigen (Beamten oder Studenten oder sonstwen und verurteilt ihn wegen irgendwelcher Vergehen zum Tode oder — weist ihn aus. Dann kann der Betreffende noch von Glück sagen. Nein — sehr wirksam ist die deutsche Gegenabwehr nicht. Der Feind ist zu mächtig und besitzt alle Hilfsmittel, verfügt über riesige Geldreserven. Die deutschen Männer haben nur ihren Mut. Der Kamps ist zu ungleich — obwohl die separatistischen Strolche allmählich wieder in ihre natürliche Feigheit verfallen und weniger offenkundige Frevel begehen. (Fortsetzung folgt) S.A.-’Svort Oer I^eichssporiführer über Ausbau und Ziele des Deutschen Turn- und Sportverbandes. Reichssportführer von Tschammer-Osten sprach nm Dienstagabend im Rundfunk über die in Aussicht stehende Gründung des Deutschen Turn- und Sportverbandes. Der Reichssportführer macht'e in einem Zwiegespräch mit dem Oberturnwart der Deutschen Turnerschaft, Steding (Bremen), interessante Ausführungen über die Ziele und Aufgaben des neuen Einheits-Verbandes, in dem bekanntlich Deutscher Leichtathletik-Verband, Deutscher Fußball-Verband, Deutscher Schwimmverband und Deutscher Schwerathletik-Verband, also alle Leibesübungen treibenden Verbände, zusammengeschlossen sind. Herr v. Tschammer-Osten betonte eingangs, daß er sich in seiner Eigenschaft als Reichssportführer bei diesem Zusammenschluß von den erzieherischen Aufgaben leiten lasse, die im neuen Staate gestellt seien. Die DT., so fuhr dann der Oberturnwart der DT. fort, habe schon von alters her ihre Arbeit im Sinne der totalen Erfassung des Mensechn betrieben und diese Erkenntnis mache nun auch eine engere Zusammenfassung aller verwandten Organisationen der Leibesübungen notwendig. Auf die Frage des Reichssportführers, wie der neue Aufbau gedacht sei, fuhr Herr Steding weiter fort. Er legte dar, daß jeder Fachverband seine eigene Verwaltung und Wirtschaftsführung habe, aber ge- meinsanr sollten die großen erzieherischen Aufgaben gelöst werden. Alle Mitglieder des neuen Verbandes brauchten nur in einem Fachverband Mitglied zu sein. Bei Veranstaltungen anderer Verbände würden sie das übliche Meldegeld entrichten. Tie Aufsicht und Durchführung der einzelnen Sports liege in der Leichtathletik beim Deutschen Leichtathletik-Verband, im Handball bei der DT., im Fußball beim DFB., und im Schwimmen beim DSV. Führer des Verbandes ist der Neichssportführer, der anschließend der Hoffnung Ausdruck gab, daß die neue Oiemeinschaft besonders im Hinblick auf die Olympischen Spiele besonders erfolgversprechend sei. Die Arbeit im neuen Verband beginne sofort. Ein sichtbares Zeichen der Zusammengehörigkeit soll der große Herbstkursus im Berliner Spo-rtforum sein, der die 500 besten Jungens aus allen Fachverbänden zusammenbringe. Herr Steding schilderte dann noch einmal die gewaltigen Zahlen des Deutschen Turnfestes in Stuttgart und zum Schluß sagte der Reichssportführer, daß das Stuttgarter Feit nicht nur ausschlaggebend für die Weiterentwicklung der DT. gewesen sei, sondern auch ein Erlebnis für die ganze Nation. Er erinnerte dann an die Worte Adolf Hitlers und sagte abschließend: Alle Arbeit ist unter den Gesichtspunkt zu stellen: Deutschland muß stark werden! freundlicher Empfang der Deutschen. Am Vorabend der Studenten-Weltspiele. Der größte Teil der deutschen Studenten, die sich an den akademischen Weltmeisterschaften in Turin beteiligen, war bereits am Mittwoch, dem Vorabend der großen Prüfung, in der norditalienischen Stadt eingetroffen. Die deutschen Schwimmer, Fechter, Fußballer und Tennisspieler erlebten am Mittwoch einen geradezu freundschaftlich-herzlichen Empfang durch die Bevölkerung und die italienischen Studenten. Für die Deutschen ist in rührendster Weise gesorgt. So steht ihnen ein Autobus zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung und auch auf der Straßenbahn haben sie freie Fahrt. Am Donnerstagmittag besichtigen dann die deutschen Sportler, nachdem sie morgens eine Autotour unternommen hatten, das gewaltige Stadion Mussolini, das bekanntlich Schauplatz der Spiele ist. Das architektonisch hervorragend gebaute und glänzend eingerichtete Stadion machte auf die Deutschen den besten Eindruck. Auf den langen Haupttribünen wehen die Flaggen von 31 Nationen. Für die kommenden Meisterschaftstage sind die Auslosungen für das Fußball- und Wasserballturnier bereits erfolgt. Im Fußball ist die Situation für unsere Studenten sehr ungünstig. Schon am 1. September treffen sie auf Ungarn und zwei Tage später ist der große Favorit Italien ihr Gegner. Am 8. September spielen die Deutschen gegen Lettland. Im Wasserball ist am 3. September Belgien zu bezwingen und am 5. und 6. September folgen die Kämpfe gegen Italien und Ungarn. DT. Bezirks-Bolksturnmeisterschast auf dem Waidsporiplah. Wie wir bereits kurz berichteten, kommen am Sonntag, 3. September, auf dem VfB.-Waldsportplatz die 12. Volksturnmeisterschasten des Bezirkes Hessen (früher Gau genannt) zum Austrag. Durch den Zusammenschluß des Deutschen Turnerbundes mit der Deutschen Turnerschaft hat der Bezirk Hessen durch die Vereine des Lahn-Dünsberg-Gaues und des Gaues Wetterau einen starken Zuwachs erhalten. Der Bezirk Hessen hat jetzt nahezu 250 Vereine mit etwa 20 000 Mitgliedern und umfaßt das große Gebiet zwischen Frankenberg (Bezirk Kassel) und Riederwollstadt-Friedberg, sowie zwischen Lauterbach-Alsfeld und Burgsolms. Wie die bereits eingegangenen zahlreichen TXteV dungen vermuten lassen, werden alle Kämpfe hart umstritten sein. Diese leichtathletischen Bezirksmeisterschaften kommen in verschiedenen Stufen sowohl für Turner als auch für Turnerinnen zum Austrag. Für die aktiven Turner (Jahrgang 1914 und älter) find außer- cinem Mehrkampf noch leichtathletische Einzelkonkurrenzen (wie ICO, 200, 400, 1000 und 3000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenwurf, Schleuderball) und Staffelläufe ausgeschrieben. In der Jugend-Oberstufe (Jahrgang 1915 und 1916) und in der Jugend-Unterstufe (Jahrgang 1917 und jünger) wird — neben einigen Einzelkämpfen — in erster Linie dem Dreikampf und den Staffelwettbewerben das größte Interesse cntgegengebracht. Die „Alten Herren" werden in zwei verschiedenen Altersklassen Klasse A (1898 bis 1894) und Klasse B (1893 und älter) ihre Kräfte in einem Dreikampf (75-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen) messen. Recht interessant versprechen auch die Wettkämpfe der Turnerinnen zu werden. Bei den Aktiven (Jahrgang 1915 und älter) sind folgende Kämpfe vorgesehen: 100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwurf, Schlagballweitwurf, eine 4X100-Meter-2taffel und ein Dreikampf. Bei den 16- und 17jährigen Turnerinnen kommt außer einem Dreikampf und einer 4X75-Meter-Stasfel noch Kugelstoßen, Weisprung und 75-Meter-Lauf zum Austrag. Die „Jüngsten" (Jahrgang 1918 und jünger) zeigen in einem Dreikampf und in einer 4X75- Meter-Staffel ihr Können. Die Leitung dieser Ver- anstaltung, die wohl die größte Leichtathletik-Veranstaltung in großem Umkreis zu werden verspricht, liegt in den Händen des Bezirks-Sportwartes L. M a l k o m e s i u s, Gießen, der von etwa 50 erfahrenen Kampfrichtern und Riegenführern unterstützt wird. Kurze Gportnotizen. Im Davispokalkampf gegen Dänemark in Leipzig werden die Spieler Frenz und von Eramm die deutschen Interessen in den Einzelspielen vertreten. Frenz trifft zuerst auf Ullrich, von Eramm auf Jacobsen. * Henry Cochet, der berühmte französische Amateur-Tennisspieler, wird jetzt endgültig zum Professionalismus übertreten. Er wird bereits vom 22. bis 24. September in Paris an dem Bcrufsspieler-Länderkampf zwischen Frankreich und Amerika teilnehmen. * Deutschlands Leichtathleten werden im kommenden Jahre neben den Länder- kämpfcn gegen Frankreich und die Schweiz auch zwei Kämpfe gegen Schweden und Italien austragen und außerdem wird eine kleine deutsche Auswahl im Oktober 1934 wieder zu einem Länderkampf nach Japan fahren. * Ilm Deutschlands Wiedereintritt bemüht sich der Internationale Ruderverband. Der Vorstand der FJSA. hofft, Deutschland bereits im kommenden Jahre bei den Europameisterschaften in der Schweiz als Mitglied begrüßen zu können. * Volkssporttage nach dem Danziger Muster werden am 30. September und 1. Oktober mit dem „Sportfest des Deutschen Ostens" in Breslau veranstaltet. Auch hier werden 70 bis 80 der besten Turner intö Sportler aus dem Reich teilnehmen. Höhepunkt der Veranstaltung ist ein Fußballtrcffen zwischen Südostdeutschland und Süddeutschland. * Das Marathon-Schwimmen der Männer im Oytariosee bei Toronto wurde von dem Amerikaner Marvice Nelson in 7:04,37 Std. (24,140 km) gewonnen. Händlers, der im Jahre 1806 — auf Grund einer bei ihm erschienenen Schrift „Deutschland m seiner tiefsten Erniedrigung" — von den Franzosen inn Braunau erschossen wurde. — Die Elendskerze. Erne Novelle von Johannes Schuck. 32 Seiten Text und 4 Bilder in Kupfertiefdruck. Geschenkband 1,80 Mark. Verlag Josef Müller, München 13. — (9) — Eine alte fränkische Stadt wird im Dreißigjährigen Kriege vom Hexenwahn befallen: Haß bezichtigt ein schuldloses junges Leben. Das Geschehen drängt sich in einer Nacht zusammen. Mit knappen Strichen zeichnet Schuck die nächtliche Verwirrung der Straüt, er- greifend das Schicksal der schönen Dolorosa. Wirtschaft. 10/49 Milliarden Reichsmark Spareinlagen Ende Juli 1933. Die Sparkasseneinlagen bei den deutschen Sparkassen hatten Ende Juli 1933 eine Höhe von 10 489,86 Millionen NM. und haben somit gegenüber Ultimo Juni, wo sie 10 467,27 Millionen NM. betrugen, um 22,59 Millionen Reichsmark zugenommen. Im Vormonat war demgegenüber eine Abnahme der Einlagen um 10,45 Millionen NM. zu verzeichnen. Im einzelnen betrugen die Gutschriften insgesamt 433,31 (381,79) Millionen NM., davon aus Aufwertung 7,07 (3,65) Millionen NM. und aus Zinsgutschriften 1,34 (8,17) Millionen NM., während sich andererseits die Auszahlungen auf 411,68 (393,74) Millionen NM. erhöhten. Die Depositen-, Giro- und Kontokorrcntcin- laqen beliefen sich Ende Juli auf 1108,57 (1109,76) Millionen NM. * Di e Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im August 193 3. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist im Durchschnitt des Monats August 1933 um 0,3 v. H. auf 118,4 (gegenüber 118,7 im Vormonat) zurückgegangen. frankfurter Abendbörse weiter still. Frankfurt a. M., 31. Aug. An der heutigen Abendbörse herrschte auf den Aktienmärkten wieder weitgehendste Geschäftsstille, und auch Renten lagen sehr ruhig. Seitens der Kundschaft lagen keine Orders vor, während die Kulisse, verstimmt durch den weiteren Rückgang der JG.-Farben-Aktie auf 119,75 v. H., Zurückhaltung bekundete. Die übrigen Marktgebiete waren gegenüber dem Berliner Schluß nur knapp gehalten. Im Verlaufe bröckelten JG.-Farbcn um weitere 0,13 v. H. ab. Am R e n t'e n m a r k t lagen Ncubesitz matt, Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderun- gcn waren ebenfalls kaum behauptet, Neichs- bahn-VA. verloren 0,25 v. H. Die Amnestie- Anleihe hörte man unverändert mit 102 v. H. U. a. notierten: Neubcsitz 9,50, Altbesitz 79, Schutzgebiete alle 7 v. H., Neichsbank 147,50, Buderus 66, Harpencr 87, Kali Westeregeln 116, Mannesmann 55,25, Phönix 33,75, Aku 31, Bckula 106,75, Conti Gummi 141, Scheideanstalt 171,25, Licht und Kraft 96, JG.-Farbcn 119,75 bis 119,65, Gesfürel 76, Lahmeyer 115, Südd. Zucker 154, Reichsbahn-VA. 98,90. Schweincmar'kt in Butzbach. pb. Butzbach, 31. Aug. Der heutige Schweinemarkt war mit 442 Ferkeln befahren. Es wurden bezahlt für Ferkel bis sechs Wochen 15 Mark, von sechs bis acht Wochen 15 bis 17 Mark, von acht bis dreizehn Wochen bis 20 Mark. Der Handel war lebhaft, jedoch blieb ein Ueberftand. Äüchefiiscb. — Max von S ch a l s ch a - E h r e n f e l d : Himmelblau. Ein kleiner Roman aus der Vogelwelt. 191 Seiten. Kart. RM. 2,85, geb. RM. 3,80. Wilh. Gottl. Korn, Verlag, Breslau. — (13.) — Es ist viel darüber gestritten worden, ob es nicht für überholt gelten könne, die Tierwelt in anthropomor- phischer Art zu sehen und darzustellen: dagegen spricht allerdings z. B. der Siegeszug der „BienS Maja". Das Buch „Himmelblau" folgt der von Bon- fels bevorzugten Richtung. Sein Autor hat die Tier- fcele hellhörig belauscht und das Motto, das er dem hübsch ausgestatteten Bande voranstellt: „Wer die Natur liebt und mit offenen Augen sucht, dem enthüllt sie die Fülle ihrer Wunder", zu beweisen unternommen. — Geo Hunold: Palm. Leben und Mär- thrertod eines deutschen Buchhändlers. 336 Seiten. Buch» und Kunstverlag Carl Hirsch, Konstanz. Preis 4,50 Mk. — (461) — Eine eindringliche und ausführliche Schilderung vom Leben und Sterben eines deutschen Patrioten, des Nürnberger Buch- Kunst und Wiffenschaft. 15 000 Mark Erzählerpreis der „Neuen Linie" 1934. Das Preisausschreiben, das in den beiden letzten Jahren so manchem jungen Talent den Weg an die Oeffentlichkeit bahnte, wendet sich auch im neuen Deutschland an alle, die sich berufen fühlen, für deutsches Schrifttum schöpferisch tätig zu sein. Die Gesamtpreise für 1934 betragen 3000 Mark — der erste Preis 1000 Mark. Die Eingänge werden ehrenamtlich geprüft von Dr. Paul Fechter, Helene v. N o st i tz , Dr. Wilhelm v. Scholz, Will Vesper und Dr. Bruno E. Werner. Nähere Bedingungen zur Teilnahme am Preisausschreiben enthält das Septemberheft „Die neue Linie". Gewinnauszug 5. Klaffe 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 19. Ziehungstag 30. August 1933 Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 21559 42998 376361 234732 16217 8138 52 Gewinn« zu 2000 M. 120756 157766 171164 222789 252240 269908 48386 5111 6082 7793 12818 85377 89131 89163 94354 94878 103326 10000 M. 5000 M. 109311 156274 49433 95653 129393 204309 224635 238180 272324 330327 390085 65258 150702 203652 114281 130818 156406 178567 192351 208104 227149 253127 288120 316569 345407 374621 115126 133967 157650 181338 192813 210260 231402 262518 288928 319510 355788 385956 111408 170876 218453 231015 261769 312787 365730 397167 119497 195796 223989 237547 269054 322749 388418 399501 108440 128374 155988 172127 190241 206967 224324 246178 285865 305395 340225 363095 100031 155116 206475 107540 168957 214699 226562 258076 298329 342104 393477 500 M. 115744 145251 161815 183564 193090 217326 232152 269016 290952 324822 357411 386612 111773 181115 221522 237061 262793 314134 367593 398225 117600 150559 167552 188835 194852 220358 236157 271638 298520 338670 358522 397958 3000 M. 179111 311337 23450 186794 351110 24956 131162 17190 181900 339151 15287 50890 232801 395466 35482 149613 180986 280326 6 Gewinn« zu 8 Gewinne zu 332955 30 Gewinn« zu 121129 142324 258459 299747 194 Gewinne zu — -. . . ---- - - - - 21254 21950 22993 25332 38791 45780 47249 55992 59498 62624 64672 66862 78416 80129 ---- ----- --------------------- 104615 120247 152654 167612 189870 195008 220784 243786 276987 305251 338679 361720 399472 283539 308998 325751 360972 361242 116 Gewinne zu 1000 M. 35188 35948 ----- ----- 52984 56103 74411 78743 84145 92808 96541 131589 209088 225300 253091 280379 338787 391405 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinn« zu 5000 W. 14 Gewinne zu 3000 M. 84576 199493 325547 46 Gewinne nu 2000 M. 110723 111677 114487 207091 249345 273908 343483 390021 391742 35562 70384 225656 7733 50766 71298 82040 21398 31545 78005 99865 129241 140376 147954 290688 312567 334822 391927 394580 395399 3626 5279 11335 13369 1000 M. 57532 18729 18856 28337 29675 32077 335208 350716 130572 160764 291360 118376 126515 183415 209401 270383 297994 317065 345671 376614 120675 130895 184226 211097 274130 298898 324137 346073 377288 131461 168170 299873 391072 121278 131496 184228 226091 281871 302129 330656 348702 381832 134783 172450 324834 122465 140613 191729 238858 291047 304474 334304 353775 383051 123021 148002 206171 264780 292255 305193 335111 362522 383890 12764 65257 84126 114768 124493 179233 209259 265194 293071 316993 341906 371802 394472 61697 125831 158559 254642 385224 389184 ______ 160 Gewinne zu 500 M. 2972 7659 12100 27380 31224 33468 37251 41063 49377 59764 63457 71393 73049 79442 82125 84892 86050 87808 96587 98147 103331 7213873245 78656 90797 108845 114354 ------ ------ ------ 147005 147717 194899 214214 396382 76 Gewinn« zu 398581 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 minus zu je 500000, 2 zu je 100000, 6 zu je 50000, 16 zu ,e 25000, 86 zu je 10000, 166 zu je 5000, 838 zu je 8000, 980 zu js 2000, 1962 zu je 1000, 8188 zu je 500, 9772 zu je 400 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H ;vranf|un a. M. Berlin Schluß« kurd Echlußk. Abend« börie Schluß» kurd Echlußk. Mittag» börsc Oa% abgest. Goldmexikanr«: von 99 6 6 6,4 6,1 «% Türkische Zollanleihe von 1911 5,2 5,15 5,3 5,25 4% Türkische Bandadbahn-Anleihe Seriel ......... 5.1 5.1 5,05 Frankfurt o. M. Berlin Schluß» furd Schluß«. Abend» börsc Schluß» furd Echlußk. Mittag» börse Datum 30-8. 31-8. 30-8 31.8- 4% deegl. Serie II ........... 5,2 5,1 5,15 5,25 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1902 2,9 3 3 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l912 5,5 5,5 5,5 5,4 4% Rumänische vereinh. Rente 2,6 2,6 2,6 2,5 2’4% Anatolier ............. 24 Hamvurg-Amerika-Paket ..... 0 12,25 12,25 12,5 12,25 Hainburg-Südarn. Dampsschtsf. 0 29,5 28 Hansa-Dampsschiff........... 0 — — 21 20 Norddeutscher Lloyd ......... 0 13,25 12,9 13,5 13 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 44 42,5 43 43 Berliner Handelsgesellschaft ... 1 84,5 84 84 Commerz, und Prlvat-Bank ... 0 48,13 48,13 — 48,13 Deutsche Bank und Disconio» Gesellschast................ 0 51,5 51,5 _ 51,5 Dresdner Bank.............. 0 44 13 Neichsbank ................ 12 148 147,5 148.4 148,25 A.C.G...................... 0 19.65 19 Bekula..................... 0 106.75 106.75 Elektr. Lieserungsgesellschaft... 6 76 77,13 106,9 UM Licht und Kraft ............ 6 96,13 96 95,5 95,75 Reiten & Guilleaume......... 0 43 43 43,5 43,4 Gejellsch.s.Elektr. Unternehmung. 5 77 76 77 76,5 rttyeintsche Elektrizität ........ 6 83,75 83,75 83,75 84 Schuckert L Co............... 5 93 94 93,75 93.5 Siemens L Halske............ 7 145,25 144 145,5 143,75 Lahmeuer L Co............. 10 115 115 117,5 115,13 Buderus ................... 0 65 66 65 5 Deutsche Erdöl .............. 4 100 99 99,13 97 J5 Gelsenkirchener.............. C 52 — 52 51,13 Harpener................... C 88,5 87 89 87,5 Harsch Eisen—Köln-Neuessen .. C — 58 57,75 Ilse Bergbau ............... t — — 135 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 107 107 107,25 107,25 Klücknerwerke ............... C 54,75 54 55 54 Mannesmann-Röbren........ 0 55 65 55,25 56,25 55,75 Jronftur« a. JÜl. Berlin Schluß» kurd Schluß!. Abend» börse Schluß» lurd Echlußk. Mi nag» börsc Datum 30.8. 31.8. 30.8. 3b8. Mansfelder Bergbau....... .. 0 25 23 23,75 23,5 Kokswerke ................ .. c — — 68,9 67,4 Phonlr Bergbau........... .. 0 34.75 33,75 34,9 34 Rheinische Braunkohlen .... . 10 197,5 197 197,5 197,9 Rheinstahl ................ .. 0 80,25 79 79,25 78,4 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 33,5 32,25 33,65 33 Otavi Minen ............. .. 0 13 12,65 12,5 12,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 118,5 119 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 119 116 117 119 Kaliwerke Salzdelsurth..... IVi 160 163 160,5 I. G. Farben-Jndusirie..... .. 7 121,75 119,65 122,5 120,13 ScheideanslaU............. .. 9 171,5 171,25 — Goldschmidt .............. .. 0 43 42 43 47 75 Rütgerswerke............. .. 0 51 50 | 50,9 50,25 Metallgeiellschast........... .. 0 — 55 57,4 Phllipp Holzmann......... .. 0 .. o 44 73.5 ya 5 63 64 ISementroed Karlstadt....... .. 0 77 76 Schultheis Patzenhofer ..... .. 0 — — 102,75 102,5 Aku (Allgemeine Jhinflfeibe) .. 0 32 31 32,4 31 Bemberg................. .. 0 45,5 45,9 46 46 Zclistoss Waldhos .......... .. 0 37,25 36,5 36 36 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 21,75 21,75 22,13 21,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 103 101,65 Daimler Motoren.......... .. 0 26,5 26,5 26,25 26 Deutsche Linoleum......... .. c 42,5 41,25 42,5 41 Orenstein L Koppel........ .. 0 — 30,25 30 Leonhard Tietz............ .. 0 12,5 11,5 12,75 11,75 Chade.................... ..10 157 155 157,5 157,5 Accuniuiatoren-Fabrik...... .. 0 173,5 175,5 176,5 Lonti-Gummt............. .. 0 140,5 141 140 14L5 Gritzner.................. .. 0 - Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 59 58,5 _ Gübbeutidier .Surfer ....... .. 8 155.5 154 155 154.5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 30.August 31. August Amtliche Geld Notierung 1 Brie' Amtliche Geld folltrung Brie Helsingfor».. Wien....... 5,934 47,95 5,946 48,05 5.914 47,95 5,926 48,05 Prag....... 12,42 12,44 12,42 12,44 Budapest ... Sofia...... Holland .... OSlo....... 3,047 169,03 67,53 60,06 3,053 169,37 67,67 60,18 3,047 168,98 67,13 59,69 3,053 169,32 67,27 59,81 Kopenhagen. Stockholm... 69,28 69,42 68,88 69,02 London..... Buenos Aires 13,43 0,928 13,47 0,932 13.35 0,928 13,39 0,932 Neuyod.... 2,957 2,963 2,947 2,953 Brüfsel..... 58,56 58,68 58,52 58,64 Italien..... 22,14 22,18 22,08 22,12 16,445 16,485 16,435 16,475 Schweiz .... 81,00 81,16 81,00 81,16 Spanien.... 35,01 35,09 35,01 35,09 Danzig..... 81,72 81,88 81,72 81.88 Japan...... 0,799 0,801 0,789 0,791 Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... 0,244 5,295 12,71 0,246 5,305 12,73 0,244 5,295 12,71 0,246 5,305 12,73 Banfnoten. Berlin, 31.August Geld Brief " Amerikanische Noten.............. 2,90 2,92 Belgische Noten.................. 58,36 58,60 Dänische Noten ................. 59,43 59,67 Englische Noten ................. 13,31 13,37 Französische Noten............... 16,395 16,455 Holländische Noten............... 168,56 169,24 Italienische Noten................ 21,96 22,04 Norwegische Noten .............. 66,97 67,23 Deutsch Oesterreich, L 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 68,71 80,82 34,88 68,99 Spanische Noten................. 35 (17 Ungarische Noten................