Hr.izz KrübauSsabe 183. Jahrgang Dienstag, l.August 1935 Erfche'ni tägltd), auß« Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Gießener Familtenblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monals-Bezngrpreis: Mit 4 'Beilagen NM. 1.9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen oun einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter 5ammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnach. richten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Stanffurl am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Universttätr-Vuch- und Steinönufcrei R. Lange in Sietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: ZchuNttatzeT. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20" . mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thynot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undiürdenAn. zeigenterl i. D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Oer U. August. Heute vor 19 Jahren muhte Deutschland die Waffen ergreifen, um in hem von den Ententemächten planmäßig vorbereiteten und dem deutschen Dolle aufgezwungenen Kriege die eint a t gegen d i e feindliche Grobe- rungslust z u verteidigen. Lieber vier Jahre lang leisteten die deutschen Heere in heroischem Ringen gegen eine Welt von Feinden heldenmütigen Widerstand. 3m Felde, zur See und in der Luft unbesiegt, muhte die deutsche Kriegsmacht im Rovember 1918 die Waffen niederlegen, durch Hunger und Entbehrungen geschwächt, von einer durch marxistische Zersetzung vergifteten Heimat im Stich gelassen. An Stelle des dem deutschen Dolle durch Wilsons gleihnerische Derheihungen feierlich zugesagten Rechts friedens zwang ihn ein rache- und hah- ersüllter Gegner den Diktat frieden von Der- sailles auf. Die feindlichen Staaten hatten schon lange vor diesem Kriege die ganze Welt gegen Deutschland einzunehmen versucht. Leider blieben sie damit, wie sich 1914 zeigte, nicht erfolglos. Insbesondere waren es die alten Wirtschaftsvölker, die sich gegen uns wandten, und hier vor allem England. Llrn den gefährlichen deutschen Konkurrenten zu schwächen und aus seinen weltwirtschaftlichen Stellungen zu verdrängen, verbündete es sich mit dem französischen Imperialismus, über dessen Beweggründe gegen Deutschland es keines Wortes weiter bedarf. Deide wieder, und dies war das Sinnlose an jener Koalition, fanden im z a r i st i s ch e n R u h- l a n d ihren mächtigen Helfer. So geriet Deutschland in jenen Zweifrontenkrieg, bei dem die feindliche Seite in jeder Hinsicht von vorneher- ein hoch überlegen war. Welch ein anderes Dolk hätte es angesichts dieser Sachlage überhaupt wagen dürfen, sich zum Kampfe zu stellen? In der Tat, es bedurfte hierzu einer tief verwurzelten Lieberzeugung, dah das Recht unbestreitbar auf unserer Seite lag. Wir meinen jenes Recht, das mit den Völkern geboren ist: ihr Recht auf Leben, ihr Recht auf Dehauptung und ihr Recht auf Wachstum! Wir sind in der abendländischen Welt ein zu spät gekommenes Dolk. Blut und Boden sind das Schicksal der Dölker, und deutsches Schicksal ist, dah deutsches Blut fruchtbarer ist als deutscher Boden (August Winnig). Der wirtschaftliche Ausweg aus der Gefahr unserer Llebervöllerung war die Industrialisierung, und die soziale Behauptung unserer ins Proletariat abgestürzten Bauernsöhne und -Töchter hing davon ab, inwieweit wir auf dem Weltmarkts Fuß faßten. Was man dann deutschen Wirtschaftsimperialismus genannt hat, gegen den sich die alten Wirtschaftsvölker der abendländischen Welt schärfer und schärfer wandten — es war sehr viel weniger ein Ausdruck des natürlichen Profitstrebens des deutschen Llnternehmer- tums: seine eigentliche Antriebskraft war der Lebens- und Wachstumswille unseres Dolkstums, insbesondere seiner Massen der Arbeiter und Angestellten. Anfang 1944. so erzählte einst August Winnig, machte ihm der französische Gewerkschaftsführer Iouhaux in Paris auf einem Kongreh schwere Dorwürfe, dah die deutschen Gewerkschaften den „kaiserlichen Imperialismus" mehr und mehr unterstützten, statt ihn immer entschiedener zu bekämpfen. „Was wollt ihr Deutsche eigentlich, warum stört ihr uns und die anderen Dölker überall in der Welt", so etwa entrüstete sich der Franzosen. „Wir" — antwortete ihm der Deutsche — „unterstützen damit nicht unsere Kapitalistenklasse, wir verfechten die Sache des deutschen Proletariats. Es ist von vornherein ein grundsätzlicher Unterschied zwischen dem Imperialismus Deutschlands und dem der anderen Völker. Die anderen treiben weltwirtschaftlichen Imperialismus, um ihre Lebenshaltung immer höher zu steigern, wir Deutsche hingegen, um nicht in einen Dauerzustand des Entbehrens und des Siechtums zu geraten." Damit war alles gesagt. Und wie der Mensch, der im Ueberflusse lebt, denjenigen bekämpft, der aus feinem Mangel aufbegehrt und am Reichtum dieser Welt wenigstens soviel 'Anteil haben will, dah er auskömmlich leben und bescheiden aufsteigen kann, so auch im Leben der Völker. Deutschland sollte das zu spät gekommene Volk bleiben, es sollte für alle Zeit gleichsam der Proletarier der Welt sein, wie einst durch die Jahrhunderte, ohne politisches Eigenleben sollte es auch wirtschaftlich und sozial wieder in ein Nichts gestoßen werden. Das war der Inhalt des Angriffs, den die feindliche Koalition 1914 offen begann. Es war ein umfassender, vom Vernichtungswil- l e n getragener Anschlag gegen das Leben des deutschen Volkes, insbesondere gegen seine Arbeiter und Angestellten. Begreift 'man, warum diese Massen damals die sozialdemokratische Gedankenwelt verabschiedeten, entschlossen zu den Waffen griffen und sich viereinhalb Jahre hindurch so heldenhaft schlugen, wie es bis dahin ohne Beispiel in der Weltgeschichte gewesen war. Wenn kürzlich in Berlin auf einer großen Kundgebung von dem Bündnis, von der unlöslichen Verbindung zwischen Arbeitern und Studenten gesprochen wurde — nun, sie entstand am 1. August 1914 und sie wuchs zusammen in den Gräben und Trichtern, in den Materialschlachten und Bajonettangriffen. Wir verteidigten in diesem Kriege das, was Deutschland seit der Reichs- gründung politisch und wirtschaftlich Freie Bahn dem deutschen Export! Die Londoner Weltwirtschaftskonferenz hat ihre Aufgabe, die gestörten internationalen Handelsbeziehungen wieder anzuknüp- fen und neue Grundlagen für den Austausch der Güter unter den Rationen zu schaffen, nicht zu lösen vermocht. Rachdem so eine allgemeine Reuordnung der Weltwirtschaft an dem Widerstande derer, die Rutznießer der gegenwärtigen anarchischen weltwirtschaftlichen Zustände zu sein glauben, gescheitert ist, muh Deutschland, das unter den Hemmungen des Warenaustausches am meisten leidet, den Dersuch machen, durch Einzelabmachungen mit anderen Ländern seiner Ausfuhr neue Wege zu bahnen. Das ist möglich, und es können hierdurch sogar recht wertvolle Ergebnisse erzielt werden. Denn es handelt sich ja um Gegenseitigkeitsgeschäfte, die beiden vertragschließenden Parteien Dorteile bringen sollen. Lind Deutschland hat auf Grund seines großen Bedarfs an Rohstoffen und sonstigen Einfuhrwaren seinen Der- tragskontrahenten außerordentlich viel zu bieten. Diejenigen Wirtschaftsverhandlungen sind immer die gesündesten, die auf dem Prinzip „do ut des“ (wenn du mir etwas gibst, gebe ich dir auch etwas» beruhen und darum beiden Seiten ‘Vorteile bringen. Der Reichswirtschaftsminister hat zweifellos die Auffassung der breitesten deutschen Wirtschaftskreise zum Ausdruck gebracht, als er in einer Unterredung mit dem ‘Vertreter des Reuter-Bureaus erklärte: „Deutschland, auf sich selbst besonnen und wirtschastlich gesundet, wird sich nicht von der Welt abschließen, sondern wird immer Wert darauf legen, ein angesehener und wertvoller Beteiligter im Kreise der Völker äu sein." An Mitteln zur Erreichung dieses handelspolitischen Zieles wird es auch nach dem Scheitern der Londoner Konferenz nicht mangeln. Der Hansa- Bund für Gewerbe, Handel und Industrie hat sich nach seiner Umstellung unter seinen neuen Führer Dr. Danielcik die besondere Auf- gabe> gestellt, auf dem Gebiete der Exportförderung neue Wege aufzuzeigen und gangbar zu machen. Auch er fordert vor allem die Aufnahme von Verhandlungen mit ausländischen Wirtschaftsvertretern mit dem Ziele, durch Austauschverträge den deutschen Export systematisch auszuweiten. Der Hansa-Dund hat bereits wertvolle Vorarbeiten für den Abschluß solcher Kompensationsverträge geleistet. Er hat z. V. mit einer ausländischen Firma private Verhandlungen aufgenommen, die, wenn sie zum Ziele führen, der deutschen Maschinenindustrie Exportaufträge im Werte von 40 Millionen Dollar einbringen würden. Man wird sich, wenn man dem deutschen Export neue Absatzwege erschließen will, häufig auf bisher unbegangenen Wegen vorarbeiten müssen. So wäre es z. V. sehr wichtig, wenn es gelänge, für die bisher durch öffentliche Ausfallbürgschaft geförderten Rußlandgeschäfte, die infolge der Verschlechterung der Lage in Rußland kaum eine starke Belebung werden erfahren können, einen Ersatz zu finden. Einen solchen kann vielleicht das Chinageschäft bieten, wenn das Finanzie- rungsproblem auf ähnliche Weise, wie es bisher beim Rußlandgeschäft geschah, gelöst werden würde. 3m letzten Heft der „Ostasiatischen Rundschau" wird in einem beachtenswerten Artikel von F. Hasenöhrl gezeigt, wie ausdehnungsfähig das deutsche Chinageschäft wäre, wenn es anstatt mit Hilfe ausländischer Banken, die natürlich kein 3ntereffe daran haben, den deutschen Handel zu fördern, von deutschen Bankinstituten finanziert werden könnte. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie durch systematische Exportförderung die deutsche Ausfuhr ausgeweitet werden kann. Linier den verschiedenen Mitteln der Arbeitsbeschaffung ist die Steigerung der deutschen Ausfuhr eines der wichtigsten. Rachdem die Hoffnungen auf einen gemeinsamen Wiederaufbau des Welthandels durch die Londoner Weltwirtschaftskonferenz so schwer enttäuscht worden sind, muß Deutschland jetzt allein ans Werk gehen, um feine Stellung im Welthandel wieder zu stärken. Die Voraus- Berlin, 31. Juli. (CNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach gestern im Radio nach den Vereinigten Staaten über die We11wirt- schaftskonserenz, indem er noch einmal das Fazit aus dem Mißerfolg dieser Konferenz zog und die Konsequenzen für Deutschland schilderte. Seine Ausführungen gipfeln in einem Appell an den gesunden Menschen- v e r st a n d , um der bestehenden Schwierigkeiten Herr zu werden. Dr. Schacht ist der Meinung, daß, auch wenn in der Währungsstabilisierung eine Einigung erreicht worden wäre, ein wirklicher Erfolg für die Konferenz ausgeblieben wäre, weil zwei große Probleme, nämlich das der Schulden und das der Arbeitslosigkeit, vor denen die ganze Welt stehe, zu lösen seien. Die internationalen Schulden, soweit sie aus politischen Gründen entstanden sind, können nach seiner Meinung nur durch politische Arrangements geregelt werden. Solche Arrangements liegen aber außerhalb der Sphäre von Wirtschaftskonferenzen. Bezüglich der internen Verschuldung betonte Dr. Schacht, daß sie vorwiegend ein Problem der nationalen Politik sei. (Er halte die Währungsverschlechterung für kein geeignetes Wittel zu einer Lösung, vielmehr gebe es natürlichere Wittel, wie Herabsetzung des Schuldendienstes im Zins und gegebenenfalls im Kapital, Senkung von Steuern für den Schuldner oder ähnliche staatliche Hilfsmaßnahmen. Auf jeden Fall könnte das Schuldenproblem am besten nur in direkten Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien gelöst werden. Bei der Arbeitslosigkeit handelt es sich, wie Dr. Schacht ferner betonte, erst recht um eine rein n a t i o « schung hierfür war eine Belebung der deutschen Binnenwirtfchaft. Aber für einen großen Teil der deutschen Wirtschaft kann die Stärkung des Binnenmarktes allein den Exportverlust nicht ausgleichen. 3n einer Vollversammlung öcc Industrie- und Handelskammer zu Solingen hat der Vorsitzende, Fabrikant Hartkopf, soeben betont, dah sich die bisher ergriffenen ‘Maßnahmen der Ausfuhrförderung noch nicht a.Z ausreichend erwiesen haben, und er hat desha 5 die Errichtung einer besonderen Abteilung für Außenhandelspolitik im Reichswirtschastsministc- rium, sowie eines Exportrats der deutschen Industrie vorgeschlagen. Viag nun die Schaffung neuer Organisationen für die Exportbeförderung^ notwendig sein oder nicht, in jedem Falle wird das Ziel, die Stellung Deutschlands auf den internationalen Märkten zu stärken und den deutschen Export wieder auszuweiten, nur erreicht werden, wenn Staat und Privatwirtschaft gemeinsam diese Aufgabe jetzt in Angriff nehmen und alle Anstrengungen auf sie konzentrieren. nalc Aufgabe. Mit Nachdruck hob Dr. Schacht hervor, daß die deutsche nationalsozialistische Regierung im Gegensatz zu der früheren marxistischen bestrebt sei, sich auf die eigenen Kräfte der Nation zu verlassen. Solange der Welthandel nidjt wieder belebt fei, bedeute dies natürlich in gewisser Hinsicht wirtschaftliche Selbstverleugnung und die Bereitwilligkeit, mit geringeren Luxusausgaben zufrieden zu sein Es bedeute ferner, daß den ärmeren Ständen durch höhere Besteuerung der wohlhabenderen Stände Arbeit verschafft werden müsse. Die hieraus gewonnenen Gelder würden für Ausführung öffentlicher Arbeiten allgemeinen Ruhens verwandt. In diesem Zusammenhang ging Dr. Schacht auf Inhalt und Sinn des großen Arbeitsbeschaffungsprogramms der Regierung ein und wies besonders darauf hin, daß diese gav.e Politik ihren Stützpunkt in dem neuen Hitlerge.st finde, der jeden mit dem Grundsatz erfüllt habe, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehe. Viele in Deutsch- land arbeiteten heute für die Gemeinschaft zu einem freiwilligen niedrigen Entgelt. Gleid)zcitig werde der Versuch gemacht, die V e r w a l t u >, g z u vereinfachen und weniger für den Staat, jedoch mehr für das Volk auszugeben. Da die Weltwirtschaftskonferenz ein so verhängnisvoller Fehlschlag geworden sei, werde Deutschland seine Bemühungen um eine Ausweitung des Welthandels durch zwei - oder mehrseitige Handelsabkommen mit dem Auslande intensiver gestalten. Weiter wies Dr. Schacht in seiner Radioansprache an das amerikanische Volk noch auf die außer- ReichsbaOräßdent Dr. Schacht an Amerika. Eine Radioansprache Über das Fiasko der Weltwirtschastskonferenz. geworden war, wir schlugen uns für das Lebensrecht unseres Volkes. Das verlieh unserem Willen die Härte, - unserer Kraft die Stärke, das befähigte uns, die beispiellose Summe körperlicher und seelischer Belastungen zu tragen. Wir fühlten die tiefe sittliche Rechtfertigung dieses Widerstandes, denn wenn ein Volk elementar in seinem Leben bedroht wird, so fordert das Schicksal, so fordert Gott, daß es sich mit aller Leidenschaft und aufs äußerste wehrt. Das ist nicht nur sein Recht, das ist (eine Pflicht. Seit dem 28. Juni 1919 lastet auf dem deutschen Volke die ganze Schwere des Diktats von Versailles und seiner Folgewirkungen. Das Bestreben der früheren Regierungen, durch eine „Politik der Erfüllung" die Unerfüllbarkeit des Versailler Diktats zu erweisen, ist gescheitert und mußte scheitern. Erschwert und gehemmt wurde der Kamps gegen Versailles durch die innere Uneinigkeit des deutschen Volkes, durch die Quertreibereien jener Kreise und Gruppen, die dem Auslande gegenüber den Eindruck erweckten, als sei es dem deutschen Volke gar nicht ernst um diesen Kampf. Der Kampf um das deutsche Recht tfinn mit Aussicht auf Erfolg nur durchgefochten werden, wenn das Volk in sich einig ist. Im Zeichen der deutschen Erhebung und Wiedergeburt nach den furchtbaren Jahren seit 1919 kann Deutschland den Kampf um sein Recht, seine Ehre unö seine Freiheit nun um so nachhaltiger, zielbewußter und erfolgversprechender führen. Die deutsche Erhebung richtet sich gegen fein anderes Land und gegen kein anderes Volk. Gerade weil sie im Innern eine gewaltige Mission zu erfüllen hat, strebt sie den Frieden auch nach außen, die Verständigung mit allen anderen, auch den durch Versailles und die anderen Pariser Vorortverträge geschaffenen neuen Staaten an. Das neue nationale Deutschland verlangt für sich keine Sonderrechte, aber was es an-- ftrebt, fordert und für sich in Anspruch nimmt, ist Recht und Gleichberechtigung. So gilt der Kampf der Ueberroinbung jener Friedens- oder besser gesagt jener Unfriedensverträge, die nicht nur Deutschland geknechtet und an den Rand des Abgrundes gebracht haben, sondern auch den Frieden der anderen Staaten und Völker be- ; drohen. Der Kampf gegen die „Verträge" muß I nicht nur deshalb geführt werden, weil sie rechtsungültig — sie widersprechen Punkt für Punkt dem Präliminarfriedensvertrage vom 8. November 1918 und den 14 Punkten Wilsons — und schäd - lief» sind, sondern auch deshalb, weil sie „gegen die sittliche Weltordnung, sowie gegen das bestehende Recht verstoßen". Damit wird der Kampf der Deutschen gegen den Rechtsbruch zugleich ein Kampf für eine neue Rechtsordnung. Aus diesen Gründen ist der Kampf gegen Versailles nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht. Eins der wenigen Rechte, die Deutschland im Versailler Diktat zugesprochen werden, ist, daß die deutsche A b r ü ft u n g die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung sein sollte. Deutschland hat läng st „erfüll t", aber das deutsche Recht auf die Abrüstung heran- deren i ft bisher illusorisch geblieben. Seit 1925 arbeitet die Abrüstungskommission in Genf, seit länger als VA Jahre arbeitet die Abrüstungskonferenz selbst. Aber der Erfolg ist gleich Null. Auch Hendersons europäische Rundreise hat, soweit es sich bisher beurteilen läßt, zu Ergebnissen nicht geführt. Wenn auch die amtliche französische Darstellung über Hendersons Besprechungen mit den französischen Staatsmännern gewisse Aussichten auf eine Verständigung eröffnende Fortschritte feststellt, so heißt es auf der anderen Seite: „Große Schwierigkeiten bestehen dagegen weiter zwischen der französischen und der deutschen These, insbesondere darüber, ob die Zeit, während welcher die Gleichberechtigung auf dem Rüstungsgebiete dem Reich tatsächlich zugebilligt werden könnte, in zwei Perioden zu teilen ist, eine Periode der Prüfung der Kontrolle und eine Periode der Verwirklichung ..." Mit anderen Worten: Frankreich ist nach wie vor nicht gewillt, die Deutschland durch das Fünfmächteabkommen theoretisch zugesicherte Gleichberechtigung auf dem rüstungs- und sicherheitspolitischen Gebiete praktisch zu verwirklichen. Wenn die anderen nicht abrüsten, so kommen sie ihren Verpflichtungen nicht nach und verletzen damit ihre eigenen Verträge, von deren Unverletzlichkeit sie immer wieder sprechen. Indem sie aber ihre eigenen Verträge verletzen, verwirken sie gleichzeitig das Recht, an Deutschland irgendwelche Forderungen zu st eilen. Kundgebung des Präsidenten des Kyffbäuserbundes. Berlin, 31. Juli. (TU.) Der Präsident des Deutschen Reichskriegerbundes K y f f- Häuser, General d. Art. a. D. von Horn, erläßt — wie die Hauptpressestelle des Kyffhäuser- bundes mitteilt — zum 19. Jahrestage des Kriegsausbruchs folgende Kundgebung: „Zum 19. Male jährt sich heute der Tag, an dem das deutsche Volk in Waffen den Marsch in den Verteidigungskrieg antrat. Weder Greuelmärchen, noch die völlig enthüllte Lüge von der Schuld Deutschlands an diesem größten aller Kriege, werden vor der Geschichte Bestand haben. Rein in Ehr und Wehr hat die alte deutsche Armee in diesen viereinhalb Jahren gekämpft. Sie ist unsterblich geworden durch den Ruhm ihrer Tapferkeit, ihrer Leistungen und ihrer Disziplin. Das einige, völkische, nationale Deutschland, das der Frontsoldat Adolf Hitler nach heißem Ringen im 14. Jahre nach Beendigung dieses Krieges schuf, ist die Erfüllung aller Frontsoldaten. Der Volkskanzler ist der Vollstrecker unseres Glaubenstestaments. Darum stehen wir in engster Frontverbundenheit zu ihm und seinen Kämpfern, die den Sinn dieses Krieges zum Wohle Deutschlands zu Ende führen. Unter der Führung Adolf Hitlers werden nun die Nöte der Kriegsopfer anders gelindert werden, als bisher. In feiner Regierung herrscht der F r o n t g e i st desPflichtbewuß'- feine und der Kameradschaft. Sie wird den Soldaten wieder an den Ehrenplatz stellen, der ihm gebührt. Unser großer deutscher Soldatenbund, der sich freudig bekannt Hatzum Staate Adolf Hitlers, hofft, daß in künftigen Jahren der 2. August als besonderer Tag des deutschen Soldaten auch äußerlich zum Ausdruck bringt, daß das ganze nationalsozialistische Deutschland durchdrungen ist von dem Worte seines Führers: „Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie vom Heldentum reden, ohne des deutschen Heeres des Weltkrieges zu gedenken!" Ehre dem Soldaten, der Gut und Blut für sein Volk eingesetzt hat!" ordentlichenTransferschwierigkeiten hin, die die Reichsbank seit 1924 ununterbrochen oorausgesagt habe. 3m verlaufe von nur sieben Jahren habe dos hochinduslrialisierle Deutschland eine Auslandverschuldung von mehr als 20 Milliarden Reichsmark aufgetürmt. Wenn man sich ferner überlege, daß der llmsahwert des Welthandels ebenso wie des deutschen Außenhandels vom Höchststand des 3ahres 1929 bis zum Jahre 1933 um rund 60 v. h. zurückgegangen sei, so könne man sich vorstellen, daß es unmöglich sein werde, diese Schulden voll zu tilgen und zu verzinsen, wenn nicht Deutschland ein genügender Export ermöglicht werde. Abschließend betonte Dr. Schacht in konsequenter Haltung der von ihm stets und auch auf der Weltwirtschaftskonferenz vertretenenLinie, daß Deutschland genug von Theorien und schönen Empfehlungen habe, vielmehr den Tatsachen ins Äuge sehen und direkt handeln und verhandeln wolle. Einschränkung her HerbftverbanhS- übungen her Keichsmarine. Berlin, 31. Juli. (WTB.) 3m Anschluß an die Nachricht, daß aus Ersparnisgründen in diesem 3ahre die Manöver d es Ne r ch s - Heeres ausfallen und lediglich Truppenübungen in kleineren Verbänden stattfinden, teilt das Reichswehrministerium mit, daß auch die diesjährigen Herbstverbandsübungen der Reichsmarine aus den gleichen Gründen eingeschränkt sind. Es findet lediglich eine zweitägige Gefechtsübung am T4 und 15. September unter Leitung des Chefs der Marineleitung statt, un Anschluß hieran viertägige Gefechtsübungen unter Leitung des Flottenchefs. Oie Verschiebung der Tagung Ser Krauenfront. Berlin, 31. Juli. (ZDIB.) Auf Anordnung des Reichsinnenministerrums ist die von seilen der Frauenfront geplante Tagung bis auf weiteres verschoben worden. Verbot her (Srünhung neuer Sraueiv Ortsgruppen. Berlin, 31. Juli. (WTB.) viele Frauen- verbände, die sich in der Frauenfront gleichgeschaltet haben, haben geglaubt, sich in einem nationalsozialistischen Deutschland nun mit neuem Eifer auf die Gründung neuer Orts- und Jugendgruppen werfen zu müssen. Das hat vielerorts zu Unstimmigkeiten mit der nationalsozialifti- schen Frauenschaft und der nationalsozialistischen Jugendbewegung geführt. Da mit dem 1. August die Eingliederung der in der Frauenfront gleich- geschalleten verbände in die dem Reichsministerium des Innern unterstellte Reichsarbeitsge- meinfchaft Deutscher Frauenverbände beginnt, ordnet das Reichsministerium des Innern für diese Frauenverbände bis zur endgültigen Regelung an, daß die Gründung neuer Ortsgruppen und Jugendgruppen bis auf weiteres verboten ist. Sie AibeitsbeschaffW im Mein-Mm-Sebiei. Einsetzung eines Ausschusses zur Zusammenarbeit von Wirtschaft unh Behörhen Frankfurt a. M., 31. Juli. (WER.) 3n Anwesenheit des Rcichsstatthalters in Hessen Sprenger wurde ein Ausschuß zur Durchführung und Heberwachung der Arbeits- beschaffungsmah nahmen im Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebiet gebildet. Dem Ausschuß gehören u. a. an: Vertreter der Industrie- und Handelskammern des Dhein- Mainischen Wirtschaftsgebietes, des Hessischen Handelskammertages, der Handwerkskammern, der Landwirtschaftskammern, des Haus- und Grundbesitzes, der Kommunen, der Gauleitung der RSDAP., der hessischen Regierung, ferner ein Vertreter der Deutschen Dau- und Vodenbank, ein Vertreter der Berliner Behörden, sowie der Landesbauernführer Dr. Wagner. Heber die Aufgaben dieses Ausschusses, der e r st e in Deutschland, führte der Treuhänder der Arbeit und Präsident der Preu- ßisck..i Industriss- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet Or. Karl £üer u. a. folgendes aus: Die Bildung eines solchen Ausschusses hat sich als notwendig erwiesen, um eine rasche und erfolgreiche Durchführung der großzügigen, von der nationalen Regierung eingeleiteten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu gewährleisten. Durch die verschiedenen Arbeitsbeschaffungspläne sollen möglichst viele Wirtschaftszweige wieder die Kraft gewinnen, aus eigener Initiative heraus die private Arbeitsbeschaffung zu fördern. Die öffentliche Arbeitsbeschaffung ist nur ein Teil des Gesamtplanes und wird sich nur dann voll auswirken, wenn sie gleichzeitig die Grundlage für eine Ausweitung der privaten Arbeitsbeschaffung bildet. Stellt man diesen leitenden Gesichtspunkt für die Arbeiten der Reichsregierung fest, so wird man erkennen, daß die eng st e Zusammenarbeit zwischen Behörden und Wirtschaft erforderlich ist. Ich habe daher als Treuhänder der Arbeit zur Bildung eines Ausschusses aufgerufen, um den Behörden des Rhein-Maingebietes, denen die Durchführung der Maßnahmen der Reichsregierung obliegt, ein Sachverständigengremium zur Verfügung zu stellen, das sie berät, und damit ein Organ zu schaffen, in dem sich alle an der Arbeitsbeschaffung beteiligten Stellen zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden. Das Reichs- arbeitsministerium hat sich bereit erklärt, durch einen besonderen Erlaß bindende Anweisungen über die Einsetzung eines Arbeitsbeschaffungsausschusses zunächst im rhein-maini- schen Wirtschaftsgebiet zu geben und diesem Ausschuß bestimmte Vollmachten zu erteilen. Die Zuständigkeit des Ausschusses soll sich auf den Freistaat Hessen, den Regierungsbezirk Wiesbaden und diejenigen Teile des Regierungsbezirks Kassel erstrecken, die zum Bezirk der Preußischen Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet gehören. Die Tätigkeit des Ausschusses wird sich nach den am ei großen Aufgabengebieten gliedern, die dem Ausschuß obliegen: Die Förderung der öffentlichen und der privaten Arbeitsbeschaffung. Es gilt bei der öffentlichen Arbeitsbeschaffung insbesondere, die zur Verfügung gestellten Mittel an richtiger Stelle anzufetzen, F e h l- investitionen zu vermeiden und darüber zu wachen, daß tatsächlich eine Entlastung des Arbeitsmarktes durch Neueinstellung von Arbeitskräften eintritt, und daß die Durcbfüh- rung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nicht durch ungerechtfertigte Preissteigerungen beeinträchtigt wird. Wir haben uns oaher dafür eingesetzt, daß keine Massierung der Mittel in Notstandsgebieten, sondern eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf das Reichsgebiet erfolgt. Die erste Aufgabe des Ausschusses wird es sein, in einer sofort anzuberaumenden Sitzung alle bei den Behörden eingegangenen Anmeldungen durchzuprüfen und dabei die besonders förderungsRund um die Sommerfrische. Lon Hans jRiebau. Herr Steinarth aus Bochum kommt in die Pönsion Ludmilla. Herr Steinarth will sich erholen. Als die Koffer oben im Zimmer sind und Steinarth sich gewaschen hat, wird zum Mittagessen geläutet, und als Steinarth endlich im Speisesaal erscheint, ist man schon beim Braten. „Dort", flüstert die Wirtin, „neben dem alten Herrn mit der Brille ist Ihr Platz." Steinarth geht auf den alten Herrn mit der 3x1116 zu, schlägt die Hacken zusammen und verbeugt sich. „Steinarth", sagt er. „Gewiß", nickt der alte Herr und stochert auf seinem Bratenteller herum, „aber gestern war er noch viel härter." * Guzarek ist in Borkum. Guzarek ist noch nie an der See gewesen. Viele Dinge sieht er da, von denen er keine Ahnung gehabt hat, die Leuchttürme, die Schiffbrüchigeu-Rettungsstation, die Bozen, die Buhnen, die Möwen, die er zuerst für Enten gehalten hat, das Meerleuchten, und manches andere noch. Schließlich aber entdeckt er eine Oache, die scheint ihm der Gipfel der Merkwürdigkeit zu sein. Mitten auf dem Strand nämlich sieht er einen Mann, der ein dickes Rohr abdichtet. „Was ist denn das?" fragt Guzarek »Das ist das Saugrohr für die Warmbadeanstalt , sagt der Mann. „Für die heißen Seebäder pumpen wir das Wasser direkt aus dem Meer in die Heizkessel." „Aha", nickt Guzarek. Am nächsten Tage aber ist er erschüttert Er steht vor demselben Rohr, das er gestern gesehen hat: aber es ist tiefste Ebbe und überall da, wo er gestern noch Wasser gesehen hat ist letzt seuchtglihernder Sand. „Aber das ist ja ungeheuerlich!" keucht Guzarek, „wird denn in Borkum so viel heiß gebadet?" Draußen regnet es. Die Kurgäste versammeln sich im Saal. Herr Peterwardein singt. Herr Peterwardein spielt Klavier. Peterwardein macht Kartenkunststücke, und schließlich führt er sogar einen Stepptanz vor. „Sie sind ja ein Universalgenie", applaudieren die Kurgäste, „ist ja geradezu fabelhaft!" „Das ist noch gar nichts", lächelt Peterwardein, „ich habe sogar den Rurmi, als er noch der schnellste Läufer der Welt war, geschlagen, und den Lasker, als er noch der beste Schachspieler der Welt war, auch." „Aber das ist doch nicht möglich", schlagen die Gäste die Hände über dem Kopf zusammen, „da hätte man doch von Ihnen hören müssen!" „Tja", zuckt Peterwardein die Achsel, „erstens ist die Welt eben ungerecht, und zweitens spielt der Rurmi noch viel schlechter Schach, als der Lasker läuft.“ Gregors Urlaub ist zu Ende. Gregor sitzt am Stammtisch und erzählt, wie er im Bayerischen Wald gewandert ist. „Es war furchtbar", seufzt er, „einen ganzen Tag, sechzehn Stunden lang, sind wir herumgelaufen, ohne ein Haus anzu- treffen. Nichts zu essen hatten wir und einen Durst — einen Durst, sage ich euch, daß uns die Zunge aus dem Halse hing." „Wieso?" fragt der Stammtisch, „gab es denn kein Wasser?" „Massenhaft", sagt Gregor und nimmt sein Glas, „aber wir waren wirklich nicht in der Stimmung, uns zu waschen." Herr Ilo, kaum ist er in den bayerischen Alpen, kommt in eine Steinlawine. Vierzehn Tage liegt er, mit gebrochenen Armen, im Bett. Dann trägt er einen Gipsverband, dann nur noch eine Armschlinge, und schließlich ist alles wieder in Ordnung. „Tadellos geheilt", sagt der Arzt. „Wenn Sie wieder in Berlin sind, können Sie Gewicht heben und Tennis spielen, so viel Sie wollen." „Wie?" fragt Herr Ilo, „auch Tennis spielen?" „Natürlich", lächelt der Arzt. „Fabelhaft", Jagt Herr Ilo, „ich habe mir schon immer gewünscht, Tennis spielen zu können." Bassermann, der Schauspieler, fährt nach Helgoland. Der Dampfer ist voll, so voll, daß es keinen Spaß mehr macht. Bassermann also verzieht sein Gesicht in staatsanwaltliche Falten und steigt die Treppe zur Kommandobrücke hinauf. „Hallo", ruft der Kapitän, als er den Eindringling sieht, „das geht aber nicht. Hier dürfen Sie nicht rauf!“ Bassermanns Gesichtsfalten werden scharf wie Messer. „So verweigern Sie also", sagt er, „dem bekanntesten deutschen Schauspieler Len Zutritt zur Kommandobrücke?" Furchtbare Explosion in Brünn. Bisher fünf Tote unh Prag, 31. Juli. (111.) Montag gegen 8 Uhr früh ereignete sich in Brünn im Zentrum der Stadt eine katastrophale Explosion, deren Folgen zur Zeit noch nicht zu übersehen sind. Der gesamte Frontteil des vierstöckigen Hotels „Europa" wurde vom 1. Stockwerk bis zum Dachboden zertrümmert und stürzte mit ungeheurem Getöse auf die Straße. Im Augenblick der Explosion schlugen die Flammen 60 Meter hoch aus dem Gebäude heraus. Das 1. Stockwerk, in dem sich ein LafL befand, wurde vollkommen zerstört. Einige Hotelgäste wurden schwer verletzt. Liner von ihnen ist wäh- renb der Ueberführung ins Krankenhaus gestorben. Bisher wurden aus den Trümmern die verstümmelten Leichen einer Frau und eines Kindes geborgen. Man nimmt an, daß unter den Trümmern noch mehrere verschüttete liegen. Nach den letzten Meldungen hat das Unglück bisher fünf Todesopfer gefordert. Oer Polizeiberichi. Lieber die Explosion in dem Hotel „Europa" meldet der Polizeibericht folgende Einzelheiten: Die Explosion vernichtete vollständig den einen Trakt des Hauses, in dem sich das Hotel befindet. Das Haus ist sozusagen in zwei Teile gespalten worden. Durch das herabstürzende Mauerwerk wurden drei Passanten ve rschüttet. Ein Arbeiter, der im Augenblick der Explosion mit einem Handwagen durch die Straße, in der sich das Hotel befindet, zog, wurde schwer verletzt aus den Trümmern geborgen. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Außer ihm wurden sieben Personen schwer verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Eine von ihnen liegt im Sterben. In den Krankenhäusern befinden sich weitere zahlreiche Verletzte. 32 Leichtverletzte, außerdem 11 verletzte Feuerwehrleute. Die Llnglücksstätte bietet einen trostlosen Anblick. Die Wirkung der Explosion war so stark, daß in den Häusern auch der weiteren Umgebung nicht nur die Fensterscheiben zertrümmert und die Fensterrahmen herausgerissen, sondern auch der Mörtel von den Wänden bis auf die Ziegel heruntergerissen wurde. Die Aufräumungsarbeiten der am Unsallorte eingetroffenen Feuerwehr, Polizei und Militärbereitschaft werden durch die große Einsturzgefahr sehr behindert. Ein Augenzeuge berich.et: Als erstes Opfer wurde die Frau des jetzigen Hotelbesitzers mit leichten Verletzungen aus den Trümmern geborgen. Von Minute zu Minute steigerte sich die Panik bei der Bergung einzelner Menschenteile. Nach und nach wurde unter ungeheurer Erregung der Menschenmenge zuerst ein Frauenkopf und ein Frauenarm, dann der Brustkorb eines Mannes und schließlich die Leiche eines Arbeiters geborgen. Entstehungsursache noch ungeklärt. Lieber die Llrsache der Explosion ließ sich nur feststellen, daß es sich um keine Gas- ofcer Kesselexplosion handelt. Die Explosion erfolgte in dem Hotelzimmer Nr. 7, in dem ein Angestellter Adolf Bauer aus Mährisch-Ostrau mit Frau und Kind wohnte. Es wurde festgestellt, daß es sich offenbar um einen fingierten Namen handelt. Dauer befindet sich weder unter den Verletzten, noch sah ihn jemand das Haus verlassen. Er dürfte sich mit Frau und Kind unter den noch nicht geborgenen Toten befinden. Gerüchtweise verlautet, daß die Frau, deren Leiche man mit ihrem Kind aus dem Schutt gezogen hat, in selbstmörderischer Absicht eine Ekrasitpatrone zur Explosion gebracht habe. würdigen Projekte festzustellen. Der Ausschuß wird sich jedoch nicht nur auf eine Nachprüfung der angemeldeten Arbeiten beschränken dürfen, sondern selbst Anregungen geben müssen. Es gilt insbesondere darauf hinzuwirken, daß möglichst viele Firmen bei der Zuteilung der Aufträge berücksichtigt werden. Der Arbeitsbeschaffungsausschuß wird ferner auf Anfordern der Behörden unparteiische örtliche Sachoer ft änbigenorgane einsetzen, die eine Nachprüfung der Preise vornehmen können: sollte sich dabei Herausstellen, daß es sich um nicht gerechtfertigte Erhöhungen handelt, so wären die betreffenden Firmen von der Beteiligung an öffentlichen Aufträgen auszuschließen. Damit ist jedoch erst das Gebiet der öffentlichen Arbeitsbeschaffung 'umrissen. Hinsichtlich der privaten Arbeitsbeschaffung soll der Ausschuß diejenige Stelle sein, welche Anregunaen der Unter ne hmer auf Förderung der Arbeitsbeschaffung entgegennimmt und sich über etwa vorhandene Schwierigkeiten unterrichten läßt. Die nationale Regierung hat bereits mit Erfolg den Weg beschritten, st e u e r l i ch e Lasten dort zu senken, wo die Gewähr ge- aeben ist, daß die Ausfälle durch vermehrte Beschäftigung und dementsprechend wieder höhere Steuereinnahmen und Ersparnisse an Arbeitslosenunterstützung ausgeglichen werden. Mit der Senkung der Steuern allein ist es jedoch noch nicht getan. von ausschlaggebender Bedeutung für den Erfolg einer erweiterten Auftragsvergebung der privaten Wirtschaft ist auch die Frage der Kreditbeschaffung, und es ist zu untersuchen, ob die einzelnen Banken willens und imstande sind, den kleinen und mittleren Betrieben Kredite zur Verfügung zu stellen. Lim einen Lleberblick über die Kreditverhälr- niffe in unserem Wirtschaftsgebiet zu gewinnen, ist eine Umfrage bei den Banken beab- Der Kapitän stutzt einen Augenblick. „Ach so", sagt er bann, „Herr Liedtke, bann bleiben Sie man ba.“ „Llnter falscher Zlagge.^ Dieser Film, der jetzt im Lichtspielhaus lauft und gleich am ersten Tage eine bemerkenswerte Anziehungskraft ausübte, behandelt eine Spionage-Affäre. Die Handlung fpiell in den ersten Jahren des großen Krieges in Deutschland, in Rußland und an der Front im Osten. Die Hersteller haben mit scharfsinniger Phantasie aus der Fabel die erregenden Spannungen und die von Geheimnis und Abenteuer umwitterten Triebkräfte, welche ja fast jeden derartigen Fall bewegen, geschickt auf den Film übertragen. Der Stoff ist aktuell, er interessiert weite Kreise des Publikums, und da es sich um einen Spielfilm handelt, nicht etwa um eine historische Reportage, so schadet es nichts, wenn die Regie (Johannes M e y e r) sich auch der romanhaften und schon fast romantischen Züge bemächtigt, die sich aus der Aufrollung des Spionagefalles an sich und aus feiner Verbindung mit einer Liebesgeschichte ergeben. Der Film setzt ganz dramatisch mit einem Luftkampf an der Front in Rußland ein, führt dann Zug um Zug an die Schauplätze des Krieges im Dunkel, um mit einer stürmischen Flucht aus dem Lager des Gegners seinen Abschluß zu finden. Ueberaus fesselnd ist die ebenso unheimliche wie raffinierte Technik geschildert, deren sich Spionage und Spionageabwehr im 'Kampfe gegeneinander bedienen. Stellenweise werden Tempo und Spannung der hochdramatischen Handlung durch heitere Episoden flüchtig gelockert. Eine aus- gewählte Besetzung steigert und vertieft den Eindruck dieses interessanten Films. Gustav Fröhlich, den man sonst in einer minder ernsten, meist musikalisch beschwingten Umgebung zu sehen gewöhnt war, findet sich mit männlich gesammelter Haltung sympathisch in das seriöse Rollenfach. Ein- dringlich und überzeugend wie immer die noble Erscheinung Friedrich Kaiß 1 ers. Charlotte Su- s a, die wir seit längerer Zeit nicht gesehen haben, präsentiert sich in einer ganz romanhaft wirkenden zweideutig schillernden Rolle, in der die Fäden von Spiel und Gegenspiel sich bald verwirrend überschneiden. Speelmanns, der selten bei einer so kriminell beschwerten Affäre fehlt und sich immer mehr auf typische, stets gern gesehene Gestal- tcn etnfptelt. Theodor Loos, hier nicht so in vorderster Lime stehend wie in manchen früheren Spionageftlmen, aber auch als Hintergrundsfigur noch voll gesammelter Energie. Von den übrigen sichtigt, wie weit sie im letzten Jahre in der Lage waren, neue Kredite zu bewilligen, und ferner eine Nachprüfung der Klagen über eine zu weitgehende Zurückhaltung der Banken. Es wird nicht zu vermeiden sein, daß seitens des Reichs den Banken gewisse Liquiditätshilfen gegeben werden. Man wird weiterhin dafür sorgen müssen, daß die Deutsche Dank für Industrieobligationen einer größeren Anzahl mittelständischer Betriebe Kredite, und Atoar auch kurzfristige Kredite, zur Verfügung stellen kann, als es gegenwärtig der Fall ist. Ich glaube annehmen zu können, daß hier verhältnismäßig geringe Beträge ausreichen, damit die Deutsche Bank für Industrieobligationen bei den Banken, welche von sich aus eine Kreditsicherung nicht übernehmen können, eine Hilfestellung leistet. Als Vertreter der freien Wirtschaft be^eichneta Dr. Braun vom Verein Mitteldeutscher Industrieller die Bildung dieses Ausschusses als einen Wendepunkt in der Entwicklung der rhein-mainischen Wirtschaft, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen möge, binnen kurzem entscheidende Ergebnisse auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung zu erzielen. Reichsstatthalter Sprenger verzeichnete mit Genugtuung, daß gerade in seinem Gau zuerst diese Idee verwirklicht werden konnte. Kleine politische Nachrichten. Der Magdeburger Magistrat hat den preußischen Ministerpräsidenten Göring zum Ehrenbürger von Magdeburg ernannt. Der bisherige kommissarische Oberbürgermeister von Köln, Dr. Riesen, wurde einstimmig zum Oberbürgermeister von Köln gewählt. Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein. Mitwirkenden seien Ernst D u m ck e, Harry Hardt und Joses Almas hervorgehoben. — Der Film dürste, mit einem abwechslungsreichen Beiprogramm, auch in den nächsten Tagen eines guten Besuches sicher sein. Burgtheater-Museum. Das Wiener Burgtheater, eine der berühmtesten Bühnen des deutschen Kulturkreifes, hat sich aus ihrer 150jährigen Vergangenheit kostbare Schätze in die trübe Gegenwart gerettet, und diese bestehen in ihrem berühmten „Fundus". Nur wenige wissen, daß man nicht nur vom Zuschauerraum aus hier Kunstwerke bewundert, sondern daß es auch noch einen andern Ort gibt, an dem bedeutende Sehenswürdigkeiten des Besuchers harren. Das ist das kleine Burgtheater-Museum, in dem die historischen Kostüme und Reliquien aus der Geschichte des Theaters gezeigt werden. Schließt man an die Besichtigung dieses Museums eine Wanderung durch die Werkstätten, die Waffenkammer, Magazine und Garderoben, so werden in Kleidern und Trachten ganze Epochen der Menschheitsgeschichte lebendig. Ein Aufsatz von Max Hayek in der Leipziger „Jllustrirten Zeitung" führt in diese Wunderwelt „Hinter den Kulissen des Burg- Theaters." Die Echtheit der historischen Kostüme geht bei manchen Aufführungen so weit, daß tatsächlich Requisiten zur Verwendung kommen, die in der Geschichte eine Rolle gespielt haben. So benutzt man beider Aufführung des „Prinzen von Homburg" noch Schwerter, die aus der Schlacht von Fehrbellin herrühren. Die Königin Elisabeth in der „Maria Stuart" trug früher eine weihseidene Toilette mit reichem Goldbesatz, die ursprünglich das Brautkleid der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich gewesen war. Der Darsteller des Kaiser Maximilian von Mexiko in „Iuarez und Maximilian" ist mit dem Originalrock des unglücklichen Herrschers angetan und ebenso mit der goldfarbenen Schärpe, die er bei feierlichen Anlässen anlegte. Natürlich müssen die zahllosen Kostüme und Trachtenstücke, die Waffen, Spangen, Tressen und Orden, Schmuck und Bänder, die sich in den Magazinen dieses Theaters besinden, für alle möglichen Aufführungen benutzt und umgestaltet werden. Die Künstler und Künstlerinnen müssen immer wieder anprobieren, bis alles sitzt und genau so aussieht, wie es die Kostümkunde vorschreibt. Hochschulnackrichten. Der Göttinger Privatdozent Dr. Adolf B u« tenandt hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für anorganische Chemie an der Technischen Hochschule in Danzig erhalten. Brünn. -tMMen. agistrnt hat den preußischen iring zum Ehrenbur- tfl ernannt. Mansche Dbtrbürgir- Dr. Riesen, wurde ein- ermeifter von Soin gewap. itit: 133.: Ernst Blumschm. letzten Jahre in der te zu bewilligen, und ser« einc zu der ^nken. Es wird datz seitens des Reich g ^?-^?shilsenge. rd weiterhin dafür sorgen 16 Dank für Indus,rieodli- n Anzahl mittelstänÄscher itoat auch kurzfristige Kre- len kann, als es gegenwär« glaube annehmen zu tin. lismähig geringe betrüge Deutsche Dank für Indu- n Danken, welche von sich ng nicht übernehmen kön- leistet. eien Wirtschaft bezeichneta erein Mitteldeutscher In- g dieses Ausschusses als in der Entwicklung chen Wirtschaft.und söruck, daß es gelingen entscheidende Ergebnisse rbeitsbeschassmig zu er* ter EMMr igtuung, dah gerade erst diese Idee ver- ^^rdevr h . pS flehte , Ad'°«W K.e’n9eholfo„ailtnun9s. ^örbereitfchg,? 8eue> lrde L nge zuerst ein 8?^ dann L V1??611' ungekläi-i. eH%°i-Dn l'cß Ml Tas. ier Ar? inVlDn «* wa® ULS.-.: s & lr?u’ deren Leiche fÄSffi ist Dumcke, Ham Hardt erooraehoben. .7* g,L; S7S-'- RultuilrcM bal i- dlurtDenigemilJenjM& "ÄSS GZZ ie®ÄS«iw'lie durch dre jD ©er- .IÜustruteno^^^g, niet den geht gen so tpe'1’ 6ic jn Der ®c< )un9?iÜn ßo benutzt.^ ielt h°b^- Homburg sKss ■iS'ÄsSS et»”5Sti iIigrimiduu Ofiginfl^ SW • Kr/di-^mög. jn.L befiu^2tet werds"- « »*< WW DieIagd im August Aus der Provinzi'alhaupistadi eit Kriegsende, zahlreiche Offiziere des alten jener Infanterie-Regiments , K a i - er Iß i( I)e Im" (2. Großh. Hess.) N r. 11 6 des des Di* der Berlin im Zeichen der 10 Funkausstellung. Berlin nationalsozialistischen Jubiläurns- im Zeichen des Rundfunks! die vom 18. bis Mit Wahrnehmung der Dienstgeschäfte Direktors des Gas* und Wasserwerks und Volksbades hat der Oberbürgermeister den rektor der Stadt. Elektrizitätswerke und Straßenbahn S t o l t e beauftragt. Wildtauben, die man in diesem Jahrebei uns viel zu Gesicht bekommt, können in Hessen ge* schossen werden, in Preußen erstreckt sich diese Erlaubnis nur auf die Ringeltaube. Der Ansitz an Stoppelfeldern, unter einzelnen Feldbäumen, an Wasserstellen usw. führt zum Erfolg. Zusammensetzung seines Rehstandes zu machen vermag. Auch zum Erkennen manches Abschuß* 3000 Mark der zuständigen Stelle zur Verfügung gestellt. •• Der stellvertretende Landeslei- ter der „Deutschen Christen" Pfarrer Georg Struckmeier von der Frankfurter Pauls- kirche hat das 2lmt des stellvertretenden Landcslev tcrs der „Glaubensbewegung Deutsche Christen" für Groß-Hessen und Thüringen übernommen. -irvjähngeS Regimentsjubiläum der ehem. 116er. Am 19. und 20. August werden, wie alljähr ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 1. August sind es 30 Jahre, daß Fräulein Berta Seipp im Hause des Geh.-Rat Prof. Dr. ®ep; pert, Gießen, Liebigstraße 34, als Hausangestellte tätig ist. Ein schöner Beweis des guten Einvernehmens zwischen Herrschaft und Angestellte. •* Stiftung für b t e Opfer ber Slrbeit. Unsere heimischen öffentlichen Dersicherungsanstal- ten, die Hessen-Nassauische Lebensversicherungsan- stalt und die Nassauische Landesoerficherungsbank in Wiesbaden, haben als freiwillige Stiftung für die Opfer der Arbeit zusammen den Betrag von A!>s!akiMr10.WiIäliins-IMkanWlmgmVer>m Rundsunkeins/eit und Volksempfänger. — Weitgehende Vergünstigungen für auswärtige Besucher. 3m nationalen Interesse bekundeter Opfersinn. Bon der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Der Oberbürgermeister hat aus ihr Rachsuchen unter Anerkennung ihrer der Stadt geleisteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes mit Wirkung vom 1. August 1 933 die nachstehenden Beamten in den Ruhestand verseht: Baudirektor Adolf Braubach, die Bauoberinspektoren Peter Grode und Heinrich Roß. Verwaltungsinspektor Hermann Peter, Bausekretär Kaspar B e ck e r, Bauoberassistent Karl Weller, Daumwart Heinrich Rocker. Dold'ne Aehre, du mußt fallen", die Sense klingt und die Mähmaschine rattert, die Ernte ist im Gange. Unb wie der Landmann seiner Arbeit Lohn erntet, so beginnt nun auch die Erntezeit für den Jäger und Heger. Seither bot das wogende Aehrenfeld dem Wind soviel Schutz und ruhigen Einstand, daß dem Weidmann nur wenig guter Anblick beschieden war. Die Unruhe auf den Feldern aber treibt es in den Wald zurück. Rot - und Damwild stehen meist in feld- nahen Randhölzern und Dickungen, um von dort auS im Schuhe der Rächt auf reifende Hasersel. der oder Kartosselschläge auszutreten. Die Hirsche fegen. Erst dann, wenn das Geweih blank ist, ist ein Hirsch für den Weidmann jagbar, auch wenn das Gesetz ihn wie in Hessen schon vorher freigibt. Jn Preußen beginnt die Schußzeit erst am 16. August. Das Rotwild steht in der Feistzeit, der starke Hirsch, der nur das Ziel der Iägerwünsche sein kann, ist vorsichtig und empfindlich gegen Störungen wie nie sonst im Jahre, und die Jagd auf ihn stellt an Können und Ausdauer des Weidmannes die höchsten Ansprüche und gilt deswegen als die Krone des Weidwerks. Wo Schwarzwild Standwild ist, geht es aus Hafer- und Kartoffelfeldern stark zu Schaden. Durch Abschuß bei nächtlichem Ansitz oder Dürschgang an der Feldgrenze in der Morgenfrühe wird der Jäger versuchen, ihn erträglich zu gestalten. Bei der Vorsitz und der Sinnen- fchärse der Schwarzkittel wird der Erfolg allerdings gering bleiben. Rur schneereiche Winter gestatten ein wirklich erfolgversprechendes Jagen aus Schwarzwild. Die erste Hälfte des Monats ist gekennzeichnet durch die Jagd auf den R e h b o ck. Das Rehwild steht in der Brunft, die in der ersten Mona tswvche meist auf der Höhe ist, aber sich bis gegen den 20. August hinzieht. Für denjenigen, der die Laute der Rehwildes mit dem natürlichen Blatt der Tuche oder eines anderen Baumes oder auch mit einem künstlichen Lockinstrument nachzuahmen versteht, ist die Blattzeit immer ein besonderes jagdliches Ereignis. Einmal gestattet sie den Abschuß gar manchen Dockes, der sich seither allen Rachstellungen zu entziehen wußte, auch sollte der wirklich gute Bock dem Weidmann erst Freude machen, wenn er noch Gelegenheit hatte, seine guten Anlagen zu vererben. Dann aber kann der Heger, der um diese Zeit viel draußen im Revier ist, „Inventur machen", weil er beim Ansitzen, Pürschen oder Blatten fast jeden Dock seines Reviers einmal zu Gesicht bekommen wird und danach sich ein Bild über die •• Ein Fahrraddieb f e Jt genommen. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Gestern gegen 10 Uhr wurde aus der Hofeinfahrt eines Arztes in Großen-Linden ein Herrenfahrrad entwendet. Ein Junge, ber den Täter wegfahren sah, teilte seine Wahrnehmungen bem Eigentümer mit. Der gerabe mit seinem Kraftwagen angekommene Arzt nahm mit bem Geschäbigten die Verfolgung des Täters in Richtung Gießen auf. Da diese bis Gießen ergebnislos verlief, traten die beiden die Rückfahrt wieder an. In Klein-Linden tarn ihnen der Täter mit bem gestohlenen Rab entgegen. Sie ließen ihn unbehelligt weiterfahren, brehten, fuhren nach Gießen zurück unb oerstänbigten die Polizei, worauf die Festnahme in der Frankfurter Straße durch einen Polizeibeamten erfolgte. Es handelt sich um den 20jährigen Fabrikarbeiter Georg Scholl aus Frankfurt a. M., der sich zur Zeit auf Wanderschaft befindet. Nach der Vernehmung wurde er bem Amtsgericht zugeführt. nalsozialistischen Rundfunks abhängt. Je sozialistischer, d. h. je billiger und damit produktiver Industrie und. Handel arbeiten werden, um so nationaler, d. h. werbender für die Ideen des Rationalsozialismus wird sich in einer möglichst hohen Zahl von Hörern der Erfolg ihrer Arbeit auswirken. Die deutsche Volks- und Schicksalsgemeinschaft kann gar nicht überzeugender repräsentiert werden als durch die auf der 10 Jubiläums-Rundfunkausstellung sichtbar zum Ausdruck kommende deutsche Rundfunkeinheit. Jeder Volksgenosse wird gern die Gelegenheit benutzen, bie deutsche Funkausstellung und damit auch die deutsche Reichshauptstcidt, die Zentrale des nationalsozialistischen Wie» deraufstiegs und der nationalsozialistischen Ordnung, zu besuchen, wenn er hort, daß seitens der Eisenbahn weitgehende Fahrpreiserleichterungen gewahrt werden, die eigentlich jedem Menschen den Besuch der deutschen Zunkausstellung ermöglichen. Don besonders wichtigen Orten werden sogenannte Verwaltungssonderzüge mit mindestens SOprozentiger Fahrpreisermäßigung verkehren. Wenn aus einem Bezirk sehr viele Anfragen nach diesen Sonderzügen einlaufen, wird sich die betreffende Reichsbahnbirektion gern zur Veranstaltung von Sonderzügen entschließen. Deshalb ist es erwünscht, daß recht viele Interessenten an der Funkausstellung sofort wegen der Sonderzüge an ihre zuständige Reichsbahndirektion, schreiben. Größere Organisationen können bei der Reichsbahngesellschasts - Sonderzüge beantragen. Dafür müssen mindestens 303 Fahrkarten 3. Klasse gelöst werden. Die Ermäßigung beträgt 40 Prozent. Bei gemeinsamen Fahrten von Schülern und Studierenden unter Leitung der Lehrer wird, wenn die Fahrt zu wissenschaftlichen und belehrenden Zwecken erfolgt, eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent gewährt, Mindestteilnehmerzahl 1:10 Personen. Reisegesellschaften von mindestens 12 Personen, die in den gleichen Zügen vom gleichen Bahnhof abfahren, bekommen ebenfalls eine Fahrpreisermäßigung. Bei einer Teilnehmerzahl zwischen 12 und 50 Personen beträgt die Ermäßigung 25 Prozent, bei einer Teilnehmer- zcchl von 51 und mehr Personen 33,3 Prozent. Innerhalb eines Kreises von rund 303 Kilometer um Berlin liegen aus Anlaß der Funkausstellung in der Zeit vom 17. bis 27. August in allen Bahnhöfen an allen Tagen Sonntagsrückfahrkarten nach Berlin aus. Diese Karten gelten jeweils vier Tage. Von weiter als 303 Kilometer entfernt liegenden Orten kann diese Vergünstigung erst bei der 300-Kilometer-Grenze in Anspruch genommen werden. Für alle diejenigen, die in Berlin nicht besonders gut Bescheid wissen, fei auf die Einrichtung der Gutscheinhefte für einen dreitägigen Aufenthalt in der Reichshauptstadt verwiesen, die zum Festpreise von 35,50 Mk. Unterkunft in gutbürgerlichen Hotels mit Frühstück, Mittag- und Abendessen enthalten. Ferner wird den Inhabern des Gutscheinhestes für den genannten Preis geboten: eine Rundfahrt durch Berlin, eine Auffahrt auf den Funkturm und ein einmaliger Eintritt in die Funkausstel- lung. Die Reichshauptstadt tut alles, um ihren auswärtigen Gästen den Besuch der nationalsozialistischen Funkausstellung zu erleichtern und den deutschen Volksgenossen aus eigener Anschauung mit der politischen, geistigen und wirtschaftlichen Struktur des Rundfunks bekannt zu machen. Berlin im Zeichen der 10. Jubiläumsfunkausstel* lung. Berlin im Zeichen des nationalsozialistischen Rundfunks! — Mögen viele deutsche Dolksgenoj- sen den Rus vernehmen und ihm begeistert Folge leisten. Denn durch ihr tätiges Interesse am Rundfunk tragen auch sie ihren Teil am deutschen Wiederaufbau im nationalsozialistischen Geiste bei. wähnenSwert. DaS eine ist die Handschrift der für die Kinder des Schumannschen Hauses geschriebenen und ihnen geschenkten Kinberlieder. Zahlreiche Blei- stiftkriheleien und Mefferfchnitte auf dem Einband, die verraten, daß das heute unschätzbare Buch als Unterlage beim Ausschneiden von Bildern benützt wurde, um die Tischplatte zu schonen, zeigt, wie sorglos die kleinen Besitzer mit dem Heiligtum umgegangen sind. Das zweite Manuskript ist das der Drahmsschen Orchesterbearbeitung von drei Liedern Schuberts für den bekannten Sänger Julius Stockhausen. Diese Lieder, .Memnon", .An Schwager Kronos" und .Geheimnis", die kürzlich von der Oxforder Universiläts-Presie in einem Sonderdruck veröffentlicht wurden und deren Entstehung in der Vorrede von Str Henry Hadow in das Frühjahr 1862 versetzt wird, sind bei der geringen Anzahl von Drahmsschen Orchesterwerken aus bet Vorwiener Epoche von besonderem Jntercsie- Die zwei andern Lieder, die ursprünglich zu dieser Sammlung gehörten, .Greifengesang" und .Gruppe aus dem Tartarus". galten bisher als verloren: doch besteht immerhin die Hoffnung, daß, da Stockhausen sie in der Oeffentlichkeit zum Vortrag gebracht hat, sich Vervielfältigungen erhalten haben, die vielleicht noch auffindbar sind. Unter den Driesen, die die Ausstellung birgt, ist besonders einer bemerkenswert, in dem der Meister zu den Angriffen der Preffe heftig Stellung nimmt und der an die leidenschaftlich umkämpfte Rolle im Streit der Parteien gemahnt, die Brahms ssshr gegen seinen Willen Zeit seines Lebens spielte. O. M. Aesuv-Ausflüge mit Gratis-Feuerwerk. Der Vesuv ist jetzt das Ziel für mitternächtliche Ausflüge der Reapeler Gesellschaft geworden, nachdem der italienische Thronerbe, Prinz Umberto, mit viel beachtetem Beispiel vorangegangen ist. Der Kronprinz lud die Ossiziere des 31. Jnsantrie-Re- gimentes zu einem Festesten am Fuß das Vulkans ein. und die Gesellschaft fand ihren großartigen Abschluß durch eine Besteigung des Gipfels. In einem Sonderzug der Vesuv-Bahn wurden die Teilnehmer nach bem Observatorium befördert, und der Direktor führte sie bann an den Fuß des Kraters, wo man ein Gratis-Feuerwerk von so grandiosen Ausmaßen erlebte, wie es auch die größte Kunst nicht fertigbringt. Der Berg betätigt sich bereits seit einem Monat als Feuerwerker, unb bas Beispiel bes Kronprinzen hat nun verschiebene Gesellschaften, veranlaßt, bem Krater um Mitternacht einen Besuch abzustatten, um bas einzigartige Schauspiel ber hoch lobernben Flammen zu genießen. Ansprechen der einzelnen Stücke besonder- zu empfehlen. Junge Jäger oder alte mit der Schuß- Hitze der Jugend seien daran erinnert, daß auch Ricken auf baS Blatt springen. Es ist unangenehm, als .Schürzenjäger" zum Schaden noch den Spott zu ernten. Der Hake bedarf durch Kurzhalten seiner Feinde weiterhin deS Schutzes deS Jägers. Er stellt, wirtschaftlich betrachtet, unser wichtigstes Wild dar, und die Aussichten auf gute Hasen- ftreden scheinen nicht schlecht zu sein. Um so mehr liegt Veranlassung vor, ihn vor Katzen und Hunden nachdrücklich zu schützen. Die Junghäsinnen aus dem ersten Iahressatz setzen im August selbst gen Gesichtspunkten der deutschen Rundfunkeinheit, wie sie in der kürzlich erfolgten Gründung der Rationalsozialistischen Rundfunkkammer verwirklicht worden ist. So wird denn die kommende Funkausstellung keine Messe, sondern tatsächlich eine Ausstellung sein, bei der alle Kräfte der Industrie, des Handels, des Rundfunks und der Horerorganisationen im nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist Zeugnis ablegen für das technische Wunderinstrument Rundfunk, das als ein Instrument der politischen WillenS- blldung unseres Volkes erst durch den Nationalsozialismus zu einem eigentlichen, vorher nie geahnten Wunderwerk geworden ist. Cs ist heute nicht mehr möglich, daß Funkindustrie und Funkhandel ein durch ihre wirtschaftlichen Sonderheiten bedingtes Eigenleben neben den politischen und geistigen Kräften des Rundfunks führen. Vielmehr sind diese beiden Wirtschaftsmächte unmittelbar verbunden mit dem Rundfunk selbst, der auf der Sendeseite von den deutschen Rundfunkgesellschaften und auf der Smpfängerseite von den Hörerorganisationen verkörpert wird. Als Symbol dieser, wie die Erfahrung lehrt, nur unter nationalsozialistischer Führung möglichen Rundfunkeinheit ist ber Volksempfänger zu werten, bas Einheitsgerät, bas breitesten Volksschichten ben Erwerb eines hochwertigen Empfangsapparates ermöglichen soll. Die 28 apparatebauenden Firmen der deutschen Funkindustrie haben sich mit dem Funk- Handel vereint, um ein qualitativ hochwertiges Funkgerät zu schaffen, das durch seine Prelswurdigkeit — es kostet nur 76 Mark — den Rundfunk in jeden deutschen Haushalt tragen soll. Als Typ des Volksempfängers wurde der deS Einkreiseempfängers gewählt, dessen Trennschärfe und Empfindlichkeit durch Verwendung eines guten, möglichst verlustfrei gebauten Eingangskreises gesteigert sind und durch Anwendung der Rückkopplung noch erhöht werden können. Die für den Anschluß an Gleich- und Wechselstromnetze bestimmten Geräte enthalten zwei Röhren: Audion und Endstufe für Riederfrequenz. Der Volksempfänger soll zunächst den Tagesempfang des nächsten Bezirkssenders und nach Möglichkeit den Empfang des Deutschlandsenders sicherstellen. Mit dieser sozialen Tat der Schaffung eines billigen und leistungsfähigen Volksempfängers hatten sich die deutsche Funkindustrie und der deutsche Funk- Handel aktiv an dem nationalpolitischen Aufgabenbereich des Rundfunks beteiligt. Denn alles, was im Rundfunk geschieht, geschieht unter dem Gesichtspunkt der nationalen unb sozialistischen Wirklichkeits- und Weltanschauungsgestaltung. Dabei haben Funkindustrie und Funkhandel erkannt, daß von der Güte und Preiswürdigkeit ihrer Apparate die Hörerzahl des natio» n ber alten Garnison zusammenkommen, um des 22. Augusts 1914, bes Tages von A n l o y, zu gebenten unb bamit zugleich all ber Offiziere, Un» tcroffijiere unb Mannschaften, die im Regiment unb seinen Kriegsformationen für Kaiser unb Reich gefallen finb. Mit biefer Oebentfeier wirb sich in diesem Jahre eine (Erinnerungsfeipr an bie ©rünbung bes Regiments oerbin« ben, besten Geburtstag ber 17. Juni 1813 ist. Die Feier stnbet am 19. August um 18 Uhr am 116er- Denkmal vor ber Zeughauskaserne statt. Eine be- sonbere Weihe wirb sie baburch erhalten, baß neben ben Angehörigen bes alten „weißen Regiments" bie Militär- unb Kriegeroereine ber Stabt, bie Reichswehr mit Musik unb Trabitionskompanie, SA. unb Stahlhelm an ihr teilnehmen werben. Die Gedenkrede wirb Oberst a. D. Koettschau - Bab-Nauheim, ber Vorsitzende bes Verbandes ehemaliger 116er, halten. Im Kreise ber Offiziersoer- einigung unb ihrer Gäste wirb im Laufe bes Abenbs Leutnant b. R. a. D. Dr. Knieriem - Bab-Nauheim einen Vortrag halten über „Das Regiment in ber Sommeschlacht" unb bamit an ber Sitte festhalten, alljährlich durch Darstellung eines Kampfabschnittes bes Regiments durch einen Mitkämpfer die (Erinnerung an das Regiment unb seine Leistungen wachzuhalten. Die Arbeitsgemeinschaft ber Gießener Militär- unb Regimentsvereine wirb am 20. August ihre Mitglieder zu einem Militärkonzert auf ber Liebigshöhe versammeln, um sie, bie vielfach Teilnehmer ber heißen Augustkämpfe unserer hessischen Regimenter finb, in biefen erinnerungsreichen Tagen einmal zusammenzuführen. Voraussichtlich wirb bie SA. -Stanbarte 116 an jenem Tage noch in befonberer Weise des Regimentes gedenken, dessen Nummer sie trägt. Wir werden ber Bedeutung des Tages später noch gerecht werden und dabei nähere Angaben über die einzelnen Veranstaltungen machen können. Oie ZeitverbilligungSscheine. Vom Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen wird uns geschrieben: Die Ausgabe ber Fettoerbilligunqsscheine für ben Monat August-erfolgt ab sofort währenb ber Dienst- ftunben Pockes, der seither sich durchmogelte, ist die Der Dachs wird seist. Wo man ihn kurz hal- Dlattzeit sehr geeignet. Das Blatten von Kan- ten will, empfehlen sich der Ansitz und Abschuß zeln und Leitern ist zum genauen Beobachten und | am Dau. Hubertus. — Das soll die Losung sein, 27. August die deutschen Gaue überschwemmt und die Volksgenossen aufruft zum Besuch der ersten für bie Empfänger von Kleinrente, Sozialrente Funkausstellung, die sich mit Stolz eine deutsche und Vorzugsrente: Wohlfahrtsamts, Gartenstr. 2, und eine nationalsozialistische nennen darf. Ganz Zimmer Nr. 11; anders als in den Vorjahren die Funkausstellun- für bie Empfänger von Zusatzrente nach dem gen des Systems, wird sich diese Funkausstellung Reichsversorgungsgesetz: Wohlfahrtsamt, Lony- im ersten Jahr der deutschen Erhebung der Mit- straße 2 Zimmer Nr. 8; weit zeigen. Waren die früheren Ausstellungen für die Personen, deren Lohn und sonstiges Ein- hauptsächlich Radiomessen, auf denen die Funk- tommen ben Richtsatz ber öffentlichen Fürsorge Industrie an technischen ^Teuerungen des Funk* nicht wesentlich übersteigt, unb für kinberreiche Fa- wesens ausstellte, was der Funkhandel vertreiben misten, Anstalten unb Einrichtungen ber öffentlichen sollte, und auf denen sich zu den Geschäften unb freien Wohlfahrtspflege: Wohlfahrtsamt, Lony- zwischen Industrie und Handel ein paar fünf- strahe 2, Zimmer Nr. 1. I begeisterte Hörer als Schaulustige dazu sanden, so steht diese 10. Jubiläums-Funkausstellung ent- Hapag- UNO ^loyo-^rgenruren scheidend unter den großen politischen und geisti- im Dienste der ASOAP.-Loiiene. Wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, haben sich die Hamburg-Amerika-Linie, Hamburg, und ber Nordbeutsche ßlonb Bremen in den Dienst der NSDAP.-Lotterie gestellt, die den Zweck hat, die Regierung in ihrem energischen iKamps gegen die Arbeitslosigkeit zu unterstützen. Lose sind bei ben Vertretungen ber beiben Schiffahrtsgesellschaften, und zwar in Gießen bei bem Hapag-Redsebüro Kreger, Seltersweg 89, erhältlich. Oie Aufbringungsumlage für das W.1933. In den vom Wirtschaftsprüfer und Volkswirt (RDD.) Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 15) vom 1. August lesen wir: „Unter dem 6. Juli 1933 ist eine Durchführungs- Verordnung zur Aufbringungsumlage 1933 unb gleichzeitig ein Erlaß bes Reichsfinanzministers unter bem Aktenzeichen: S 7400 — 120 III ergangen. Die persönliche Aufbringungspflicht und Bemessungsgrundlage bei ber Aufbringungsumlage 1933 entspricht im wesentlichen ben Bestimmungen für bie Au bringungsumlage 1931/32. Insbesondre weist der Neichsfinanzminister in seinem Erlaß darauf hm, daß alle früheren Billigkeitsmaßnahmen weiter gelten, insbesondere bezüglich der Geschäftshausbesitzer. Von vielen Seiten ist verlangt worden, daß der seit dem 1. Januar 1931 einge'tretene Vermögensruck, gang auch bei ber Einziehung der Aufbringungs- Umlage berücksichtigt werben müsse. Der Reichsfinanzminister weist bazu barauf hin, daß in ber Zwischenzeit eine Ermäßigung bes Umlagesatzes eingetreten sei. Der Umlagesatz betrug für bie Aufbringungsumlage 1931 8 v. T., für bie Aufbringungsumlage 1932 4,5 o. T. unb für bie Aufbringungsumlage 1933 nur noch 4 vT. Selbst barüber hinaus erklärt sich aber der Reichsfinanz- minifter mit einer entsprechenben Anwenbung ber für bie Vermögensteuer 1933 getroffenen Billig- keitsmaßnahmen auch für die aiufbringungsum- läge einverstanden, allerdings nur für Fälle ganz außerordentlichen Derrnögensverfalls." itiornütificn. — lagestalenber für Dienstag. Licht- fpielhaus (Bahnhofstraße): „Unter falscher Flagge . schon. Wenn die Jagd auf den Rehbock zurücktrat, weil gegen Monatsende das Wild kaum um sich geht, dann tritt die Hühnerj agd in den Mittelpunkt des jagdlichen Interesses. Je nach dem Erntestand kann sie schon im August eröffnet werden, sonst beginnt sie allgemein am 1. September. Jeder Inhaber eines Feldreviers tut gut, schon vor Jagderöffnung gelegentlich die Kartoffel- oder Rübenäcker abzusuchen. Er weiß dann einmal, wie die Aussichten für ihn sind, er kann seinen Ab- , _ ,r , „ schuh eher bemessen und dem Wildstand anpassen, "Fahrt ins Blaul Das Hapagreiseburo er gewöhnt aber sich selbst und vor allem seinen Gießen veranstaltete am Sonntag als „ 1. Berlin Frankfurt a.Dl. Berlin Echluß- kurs vchlutzl. Abend» börfc Schluß« furd Schlußk. Mittag, hörte Schluß« kurs Schloßt. Abend- Schluß- lurd Schlußk. Mittag, Oatum 29./. । 31.7 28.7. 31.7. Datum 29.7. 31.7. 28.7. 31.7. 6% Deunche Neidieanieihc o. Ut2i 6% cljem.7% Dl. Retchsanl. v. 1929 &'/i% Doung>AnIe!he von 1930 .. Deutsche AnI.-Ablös.^Lchutd ml> AuSws.-Rechten ............. 83,4 98,5 81,05 78 11,15 75 81 85 68,5 82,25 82 84,75 85,75 85 85 86 11,5 5,1 4,5 7,25 4,95 83,25 98 82,35 77,65 11,05 75,65 81 85 69,25 82 82 85,5 86,25 85 85 86 11,5 5,1 4,75 7,25 5,05 - 83 87,3 80,25 77,65 11.25 73,5 68,5 85 85,75 86 0,95 5 4,55 4,75 7,6 4,9 4,8 83 98,13 82 77,7 11,05 76 80,25 69,75 85,75 86 1,05 4,55 5 4,95 i% desgl. Serie li ............ >% Rumän. verelnh. Rente v. 1903 !4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 1% Rumänische vereinh. Rente . )%% Anatolier.............. lamburg-Amerika-Paket .....c iamburg-Südam. Dampfschiss. 0 >ansa Tampsschisf...........o norddeutscher Lloyd .........0 Ü.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 berliner Handelsgesellschast.... 4 tommerz. und Privat-Bank... o Deutsche Bant und Disronto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............« lieichsbank ................. j 21.6.®............... ( 5 4,25 8,25 4 24 15 15,25 49 49,75 54,5 45,25 152 20 86,25 99,13 49 80 103,25 154,5 124 70,4 112 63,25 102 109 57.5 63 5,05 4,25 8,25 3.9 24,13 14,5 15,13 48,5 88,5 49,75 54,5 45.25 152,25 21 86 58,5 48 81 86,5 101,5 154 124 73 111,5 63 102,5 109.5 59 62,5 4,85 4,5 8,2 4 23,4 14,65 18 19,75 15.75 47 151,25 20,25 84,25 98 48 82 102,75 155 123,75 71,5 113,4 62,65 102,25 64 109,25 56,75 61,75 4,95 8,05 3,9 23,75 14,4 19 15,13 48,25 88 50 55 45,25 152,25 21,5 85 98,5 48 102,25 154 124 73,5 111,9 63,5 102,25 63,13 110,5 59 62,9 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% Ebern. 8% Hell. Bolksstaat 1929 (rüd’,af)lb. 102%) ........... Oberhellen Provinz.Anleihe ml Auslos.-Rechten ............ 6% Hell. Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6y*% Hell. Lande? Hypotheken, banl Darmstadt Liqul...... Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Serie! mltAuölos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bam Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Ht,p.-Ban' Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6y2% ehern. 4Vt% Franks. Hyp. Bauk-Llau.-Psandbriese ..... 6y.% ehern. 4*/2% Rheinische Hvp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand briesanstakt. Pfandbriefe R. U NerrechnungSkurS .......... Ilern. LteserungSgesellschaft... E Licht und Kraft .............6 Felten & Guilleaume ........o seiellschaft für Elektrische Unter- nehmungen................ Rheinische Elektrizität ........6 -chuckert 8 Co.............0 Siemens & Halske...........9 Lahmeyer L Co..............10 SuderuS ..................., Deutsche Erdöl ............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 4% Oesterrelchische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrenie 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 AV.o/ hnn 1O1R 6% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanletbe von 1911 4% Türkische Aagdadbahn-Anleihe (Serie I.................... Hoelch Eisen—KSln-Reuessen.. 0 Ille Bergbau ..............7 Ulte Bergbau Genüsse........7 Klbcknerwerke ...............0 Mannesniann-Röhreu ........ 0 Frankfurt a. 271. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß- kurll Schluß!. Abend- hörte Schluß« kurs Schlußk. Minag- börfe 28.Iuli 31 .Iuli Amtliche Notierung Amliiche Notierung Geld | Brie' Datum 29.7. 31.7. 28.7. 31.7. Geld 25riel Helsingsors. Wien...... 6,164 46,95 12,42 3,047 169,18 70,08 62,29 71,88 13,93 0,928 3,047 58,50 22,09 16,41 81,17 35,02 81,57 0,869 0,234 5,195 12,69 6,176 47,05 12,44 3,053 169,52 70,22 62,41 72,02 13,97 0,932 3,053 58,62 22,13 16,45 81,33 35,10 81,73 0,871 0,236 5,205 12,71 Zauknolen 6,164 46,95 12,42 3,047 169,43 70,27 62,49 72,18 13,98 0,928 3,027 58,50 22,14 16,42 81,17 34,96 81,57 0,864 “ 0,234 5,195 12,71 6,176 47,05 12,44 3,053 169,77 70,41 62,61 72,32 14,02 0,932 3,033 58,62 22,18 16,46 81,33 35,04 81,73 0,866 0,236 5,205 12,73 Manrtelver Bergbau.........0 KokSwerke..................0 Pbönir Bergbau.............0 Rhemilche Braunkohlen ......10 Rheinslohl ..................0 Bereinigte Stahlwerke........0 28 38 90,25 37,5 14,5 172 130,65 170,5 49 57,75 51 52,5 81 77 34 51 42 20,5 29,5 43,13 15,5 163 21,5 63,13 157 27,5 37,5 206 90,5 37,75 14 123 127 172 131^9 48 58,25 50,75 51,5 81,75 34 50 41,5 22 29,5 43 16 161,5 20.4 63 154,5 27,4 78,5 38,75 202,75 89,75 38,75 14 125 125 172,5 131,13 48,75 57,75 51 118 34 49,75 44 112 29 41,5 35,65 16,13 162 - 152 27,75 79,9 37,5 205,75 90,25 37,75 124,5 128 132 48,5 58,65 50,25 ? 117,5 33,75 50 41,5 23 116 29,25 43,5 35,65 16 161 20,75 154,5 Budapest ... Sofia..... Holland .... Otavl Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Welleregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......9 3 G. Farben-Indusirte....... 7 Scheldeanstalt...............10 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ............... 0 ................................ Philipp Hohmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Cememwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhoser........0 Aku lAllgemetne Kunstseide) ... 0 Bemberg...................0 Zellstos« Waldhos ............0 Zellstoss Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS...............7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum ..........0 Orenstein & Koppel ......... 0 Leonhard Tietz .............. e Chade......................12 Gritzner...... ............. Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zuller .........e Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reuyorl.... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schmelz.... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Jan. Jugoslawien Lijsabon.... Berlin, 31.Iuli Geld Bries Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note«................. Ungarische XeXl ................ 2,98 58,34 62,23 13,94 16,38 169,01 22,02 70,10 72,01 80,99 34,83 3,00 58,58 62,47 14,00 16,44 169,69 22,10 70,38 72,29 81,31 34,97