Nr. ,5l KrirbansgabL 183. Jahrgang Samstag, l.juli ,933 Er,ch«lnl tflgltd),außa Sonntags und Feiertag« Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im BUd Die Scholl, Monatr-vezngrpretL: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sianffart am Blain 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrilik und Verlag: vrühl'jche Universttärs-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristlettung und Sefchäftrstelle: 5chulfttatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» hlameanyigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20", mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil tD.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen Vereinfachung der hessischen Staatsverwaltung. Durchgreifende Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung. Auf Grund des Beschlusses des Ministerrats vom 21. Juni 1933, an dem der Reichssiatthaller in Hessen teilgenommen hat, wird die folgende Verordnung erlassen. Verordnung über die Neuorganisation der Hessischen Obersten Landesvcrwaltung. Auf Grund des Art. 45 der hessischen Verfassung wird folgendes verordnet: 8 1. Die bisher noch bestehenden ZTlinifterien des Innern, für Kultus und Vildungswefen, der Justiz und der Jinanzen werden unter der Bezeichnung „hessisches Staatsministerium" zu einem einzigen Ministerium zusammengefaht. Die Leitung des Staatsministeriums hat der Ministerpräsident und Staatsminister, sein Vertreter ist der Staatssekretär. 8 2. Das Staatsministerium gliedert sich in drei Ministerialabteilungen: 1. die Ministerialabteilung für Polizei, Innere Verwaltung, Justiz, Jinanzen und Landwirtschaft: II. die Ministerialabteilung für Vildungswefen, Kultus, Kunst, Volkstum und III. die Ministerialabteilung für Arbeit und Wirtschaft- 8 3. Die Ministerialabteilungen können in Abteilungen gegliedert werden: I. Die Mmisterialabteilung I besieht aus den Abteilungen la (Polizei), Ib (Innere Verwaltung), Ic (Justiz), Id (Jinanzen), le (Landwirtschaft). t II. Die Ministerialabteilung II besteht aus den Abteilungen: Ila (Bildungswesen), Ilb (Kultus, Kunst und Volkstum). 8 4. Jür die Personalangelegenheiten wird ein Person a l a m t errichtet. Ls untersteht unmittelbar dem Staatssekretär. 8 5. Die nähere Verteilung der Verwaltungsgeschäfte auf die Ministerialabteilungen und die Abteilungen regelt der Staatssekretär im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten. Er kann nach Bedarf bei den Abteilungen für geschlossene Arbeitsgebiete Abschnitte oder Gruppen bilden. Der Staatssekretär übernimmt die Leitung der Ministerialabteilung I. 8 6. Die Ministerialabteilungen werden von geschäftsleitenden Ministerialräten geführt. Ihnen wird die erforderliche Anzahl von Sachbearbeitern beigegeben. 8 7. Die entgegensetzenden Bestimmungen der Verordnung, die Organisation der obersten Staatsbehörde betreffend, vom 15. Mär; 1879 werden aufgehoben. 8 8. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Juli 1933 in Kraft. Darmstadt, den 22. Juni 1933. Ter Hessische Ministerpräsident. Dr. TB et ne t. Ministerpräsident AbteU^ung Innere Verwaltung! Abteilung 1? Landwirtschaft Abteilung | Bildungswesen | Abteilung | Justiz | Abteilung iKuttus, Kunst, WKstum Abteilung Polizei s Abteilung Finanzen Arbeit u. Wirtschaft Ministerialabteilung Ministerialabteilung Staatssekretär Personalamt Ministerialabteilung Dazu schreibt d i e Staatspresse- st e I 1 e: Durch die umfassende Neugliederung und Vereinfachung der hessischen Staatsverwaltung ist diese so klar und übersichtlich geworden, daß jedermann ihre Organisation leicht übersehen kann, wie es das obige Scheina beweist. Soweit bis jetzt bekannt ist, ist eine s o weitgehende Vereinfachung noch in keiner Staatsverwaltung in Deutschland durchgeführt worden. Hessen wird also hierin vorbildlich sein. In diesem Zusammenhang darf auch noch einmal darauf hingewiesen werden, daß Hessen nach dem Umsturz unter Führung des Gauleiters Sprenger die erste legal zu- stande gekommene nationalsozialisti- sche Regierung erhielt. Auch in den oben geschilderten Maßnahmen ist die f e st e und sichere Hand des Reichs st att Halters und der von ihm betrauten Männer zu spüren. Die Vereinfachung wurde bereits vor 10 Fahren von dem heutigen Minister- präsidenten in der obigen Form gefordert. Es ist ganz selbstverständlich, daß sich aus dieser starken Vereinfachung auch bedeutende Ersparnisse ergeben werden. Dies entspricht sowohl dem nationalsozialistischen Programm als auch den berechtigten Wünschen der Steuerzahler. Begrüßenswert ist auch, daß durch das Ausscheiden verschiedener älterer Persönlichkeiten jüngeren Kräften Wirkungsmäglichkeiten g e - geben werden. Eine wichtige Neuerung ist auch die Gründung des unmittelbar dem Staatssekretär unterstellten Personalamtes. Das Personalamt wird die Personalangelegenheiten innerhalb der Staatsverwaltung zu bearbeiten haben. Die oben genannten Maßnahmen sind natürlich nur ein erfter, wenn auch großer Schritt auf dem Wege zu einer organisch gewachsenen Staatsverwaltung. So wie das deutsche Volk nun die seiner Art ent- sprechende Staatsführung hat, wird es auch die ihm entsprechende Staatsverwaltung erhalten. Während sich allerdings die Revolution auf geistigem Gebiet mehr sprunghaft vollzogen hat, kann natürlich auf staatlichem Gebiet nur schrittweise vorgegangen werden. Zurückbildung aufgeblähter Teile auf ein gesundes Maß und Neu- bzw. Fortbildung lebens- notwendiger Teile sind das Gebot der Stunde. Das Ziel aber heißt unverrückt: Schaffung einer Staatsverwaltung, die bei größter Einfachheit undAnspruchs- lofigkeit dem Wohle des Volkes am meisten dient. Das umgebildete Reichskabinett. Oer Reichskanzler begrüßt die neuen Minister und berichtet über seine 2Rcife nach Neudeck JDte Mmzsterbechrechungen Berlin, 30. Juni. (WTB.) Amtlich. In der heutigen Ministerbesprechung begrüßte der Reichskanzler Adolf Hitler zunächst den neuen Reichswirtschastsminister Schmitt und den neuen Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walter Da r r ö, sowie den stelloertretenden Jührer der NSDAP., Rudolf Heß, der ebenfalls zum erstenmal an der Kabinettssihung teilnahm. Der Reichskanzler sprach sodann sein Bedauern über den Rücktritt des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und Reichswirt- schaftsminister Dr. hugenberg aus, dessen verdienstvolles Wirken in der deutschen Politik und im Reichskabinett er noch in einem Schreiben zum Ausdruck bringen werde. Der Reichskanzler Adolf hit- t e r berichtete dann überfeinen Befuchbeim Reichspräsidenten in Reudeck und hob hervor, daß er besonders erfreut über die Irische und das gute Befinden des Reichspräsidenten gewesen wäre, der dem Reichskabinett die besten Grüße und Wünsche übermitteln lieh. Ministerpräsident Göring teilte dann mit, dah auf seinen Vorschlag vom Reichskanzler als Reichsstatthalter für Preußen der Reichswirtschaftsminister Schmitt zum preußischen Minister für wirtschaft und Arbeit und der Reichsmini- sier für Ernährung und Landwirtschaft R. Walter D a r r £ zum preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen un d I o r st e n ernannt worden sei. Das Reichskabinett genehmigte sodann die Ernennung des Abg. Jeder zum Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium und es erklärte sein Einverständnis damit, daß der Ministerialdirektor im Reichswirt- schajlsminisierium Dr. Posse zum zweiten Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium vorgeschlagen wird. Der Reichsbankpräsident Schacht berichtete über die morgen in Kraft tretende Regelung des Transfers der Zinsen und Amortisation der ausländischen Anleihen, wie sie auf Grund der Londoner Verhandlungen mit den Auslandgläubigern nunmehr stattsindet. Das Kabinett billigte die Vorschläge, und Reichskanzler Adolf Hitler dankteDr. Schacht im Ramen des Reichskabinetts für feine unermüdlichen Bemühungen, der vorhandenen Schwierigkeiten Herr zu werden- Die Bedeutung des Kanzlerbesuches in Neudeck Berlin, 30. Juni. (TU.) Die nationalsozialistische Parteikorresoondenz schreibt zum Besuch des Reichskanzlers Adolf Hitler in Neudeck: Der Besuch des Reichskanzlers Adolf Hitler beim Reichspräsidenten in Neudeck ist nicht nur bedeut- inm wegen der notwendigen politischen Entscheidungen, die dort getroffen bzw. bestätigt wurden, sondern zumindesten ebenso bemerkenswert im Hinblick auf den freundschaftlichen Geist und die Einmütigkeit der Auffassungen, von denen diese Zusammenkunft im Hause des Reichspräsidenten im besonderen Maße beherrscht war. Wer von den innerpolitischen Faktoren, die die Wende zur neuen Zeit noch übrig gelassen hat, etwa geglaubt hatte, seine Hoffnung auf etwas anderes als die Uebereinftimmung des Reichspräsidenten mit dem Kanzler stellen zu können, der muß begreiflicherweise enttäuscht sein von der Harmonie und dem politischen Gleichklang der beiden Männer, der in diesen Taaen in Neudeck einen geradezu symbolischen Ausdruck gefunden hat. Der Bund von Potsdam ist in Neudeck mitten im Zeichen der klaren und folae- richtigen Entwicklung, die unser innerpolitisches Leben seitdem genommen hat und nehmen müßte, f ü r immer besiegelt worden. Den oom Reichs- Präsidenten berufenen Männern des jungen Deutschlands wird das vertrauensvolle Einvernehmen, das bei diesem ersten Besuche des Kanzlers beim Reichspräsidenten in Neudeck so hinfällig seinen Ausdruck gefunden hat, aufs neue den Willen stählen, mit ihrer ganzen Kraft an die noch bevorstehenden großen Aufgaben heranzutreten und die Entwicklung zur einheitlichen Neugestaltung des Staates auf dem eingeschlagenen Wege zu vollenden. Des Reichspräsidenten Dank an Hugenberg. Berlin, 30.3uni. fporf=(3omtnerfeff in Aßlar. In biefen Tagen hielt ber Gau Lahn im Bunb Deutscher Rabfahrer sein biesjähriges Sommer- fest, oerbunben mit bem 20jährigen Stiftungsfest bes Rabfahrervereins „Schwalbe" Aßlar in Aßlar ab. Am Samstagabenb fanb ein Kommers statt. Nach ber Begrüßungsansprache bes Vorsitzenben Wenzel vom dortigen Verein ergriff Gauvorfit- zküder Bellinaer (Alsfeld) das Wort zu einer längeren Rede. Anschließend erfolgte die Uebergabe bes ©aubannersjoroie bie Ueberreidjnng von Ehrengaben zum Jubiläum. Den übrigen Teil des Abenbr füllten rabfportliche unb turnerische Darbietungen sowie Gesangsvorträge der ansässigen Vereine aus. Der Sonntag galt den Wettbewerben im Saal- fahren. Die Konkurrenzen zeitigten folgendes Ergebnis: Jugendradball: 1. RV. „Schwalbe" Aßlar; 2. RV. 1900 Wiesest; 3. RV. „Germania" Gießen. 2er-Radball B: 1. RV. „Schwalbe" Aßlar; 2. RV. „Germania" Gießen. 2er-Radball A: 1. RV. „Germania" Gießen; 2. RV. 1885 Gießen; 3. RV. 1885 Gießen. 3er-Radball: 1. RV. „Germania" Gießen; 2. RV. 1885 Gießen. ler-Kun ft fahren: 1. Walter Gödel, Niedergirmes; 2. K. Haas, „Germania" Gießen. 2 e r - K u n st f a h r e n : 1. Deibel-Von-Eiff, 1885 Gießen; 2. Haas-Nohl, „Germania" Gießen. 6 e r - K u n st f a h r e n : 1. RV. 1885 Gießen. 6er-Schulreigen: 1 RV. 1885 Gießen; 2. RV. 1900 Wiesest; 3. RV. Niedergirmes. 6er-Jugendreigen: 1. RV. Wiesest; 2. RV. Wiesest. Korso Kl. A: RV. 1885 Gießen; Kl. B: RV. 1890 Alsfeld; Jugend: RV. Weilburg. Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Vroduktenmarkt. Der Gesteidemarkt wies in der abgelaufenen Berichtszeit eine ruhigere Gesamttendenz auf. Kurz vor der neuen Ernte wird erfahrungsgemäß wenig altes Getreide umgesetzt, zumal wenn bie Bebarfsnach- frage an unb für sich nur spärlich fließt unb bie allgemeine Versorgungslage als hinreichenb angesehen wirb. Der Hanbel mit neuer Ernte ist vorläufig untersagt. In Weizen herrschte in ben letzten Tagen außer- orbentliche Geschäftsstille, bie ben Preis um nahezu 2 Mark zurückgehen ließ. Anregungen vorn Mehlmarkt fehlen weiterhin, boch boten anbererfeits bie gut behaupteten Futterweizenpreise unb bie erneute Befestigung ber Weizenexportscheine eine gewisse Stütze. Die Woche schloß mit 205 Mark per Tonne. Soweit Interesse bei ben Mühlen für Roggen noch bestaub, erstreckte sich biefes auf greifbare Partien. Roggen zog um 1,50 Mark auf 175 Mark per Tonne an. Im Meh 1 geschäft blieb es sehr ruhig. Roggenmehl florierte etwas besser, währenb bas Weizenmehlgeschäft fast völlig stockte. Die Preise für Weizenmehl gaben um 30 Pf. per 100 Kilogramm nach, bagegen konnte Roggenmehl feinen Preisstanb anfangs ber Woche gut halten. Die Befestigung ber Brotgetreibepreife veranlaßten auch bie sübbeutschen Mühlen zu einer Erhöhung ber Preise um je 25 Pf. per 100 Kilogramm. Weizenmehl fübb. Spezial 0 mit Austauschweizen unb bito nieberrhein. notierte 30 bis 31,25 Mark, unb Roggenmehl 23,75 bis 25,25 Mark. Das Haferangebot vom Lande hat nachgelassen, der Konsum deckt sich auch nur mit geringen Mengen ein. Der Preis blieb mit 152,50 bis 155 Mark unverändert. Am Gerftenmarkt war das Geschäft sehr stell. Mit Interesse erwartete man bie Aufnahme ber Notierung für Wintergerste. Am Futtermittelmarkt hat bie freunblidje Stimmung angehalten, boch würbe bas Geschäft ruhiger. Die Preisbewegung hat, abgesehen von einzelnen Artikeln, bie noch um etwa 25 Pf. je 100 Kilogramm angezogen, keine weitere Fortschritte gemacht. Weizenkleie 8,50, Roggenkleie 9 bis 9,10, Soyaschrot 13,40 Brief, Treber 12 bis 12,25 Mark per 100 Kilogramm. In Weizen- und Roggen st roh, gebündelt sowie drahtgepreßt, war das Geschäft äußerst ruhig, nur Heu konnte im Zusammenhang mit der Ernteverzögerung durch die anhaltenden Regenschauer um 50 Pf. anziehen. Die Woche schloß mit folgenden Notierungen: Weizen- und Roggenstroh drahtgepreht 2,60 bis 2,80, bito gebünbelt 2,20 Mark unb Heu 5 Mark per 100 Kilogramm. / Wochenbericht vom frankfurter Gchlacktviebmarkt. Arn Frankfurter Schlachtviehmarkt herrschte in dieser Woche ruhiges Geschäft. In den einzelnen Viehgattungen, in denen bie Zufuhren verschiebent- lich geringer als in ber Vorwoche waren, ergab sich etwas besseres Geschäft bei allerbings nicht nennenswerten Preisveränberungen. Die große Zurückhaltung bes Konsums, bie in ben Sommermonaten stärker zu beobachten ist, ist auf ben Mehrverbrauch van neuem Gemüse zurückzuführen. Der Rinbermarkt war mit 1452 Stück gegenüber 1554 Stück in der Vorwoche schwächer beschickt. Die Preise bewegten sich auf der Höhe der poran- gegangenen Berichtszeit. Bei schleppendem Handel wurde ber Markt nahezu ausverkauft. Es notierten: Ochsen al) 29 bis 32, a2) 25 bis 28, bl) 22 bis 24. Bullen a) 26 bis 30, b) 21 bis 25. Kühe a) 24 bis 27, b) 20 bis 23, c) 16 bis 19, d) 12 bis 15. Färsen a) 29 bis 32, b) 25 bis 28, c) 22 bis 24. Am Kälbermarkt verlief bas Geschäft schlecht, bie erhöhten Auftriebsziffern mit 1526 Stück gegen 1419 Stück veranlaßten bie Käufer sich nur mit bem Notwenbigsten einzubecken; Die Preise gaben von 1 bis 2 Reichsmark nach. Der Markt würbe bei ruhigem Geschäft geräumt. Kälber a) 37 bis 40, b) 33 bis 36, c) 26 bis 32. Die Beschickung bes Schafmarktes war mit 186 Stück um 29 Stück größer unb bei weichenden Preisen wurde auch hier ber Markt geräumt. Die Preise stellten sich wie folgt: Schafe al) Weidemaft 25 bis 28, a2) Stallmast gestrichen, b) mittlere 20 bis 24. Der Schweine markt war annähernd gleist; stark wie ber vorwöchentliche beschickt. (4746 Stück gegen 4701 Stück in be*r oorangegangenen HLoche.) Bei ruhigem, später sogar abflauenbem unb schlep- penbem Handel würbe ber Markt nahezu ausverkauft. Die Preise senkten sich um 1 bis 2 Reichsmark. Die Wache schloß zu folgenden Notierungen: Schweine a) gestrichen, b) 33 bis 35, c) 33 bis 36, d) 32 bis 35, e, f, g) gestrichen. * * Der Reichsbund ber Bücherrevisoren unb Wirtschaftsprüfer e. V., Sitz Lübeck, hielt am 23. unb 24. Juni 1933 seine bies- jährige Reichstagung in Köln ab, bie aus allen Teilen Deutschlanbs überaus zahlreich besucht war. Aus ber Fülle ber einzelnen Programmpunkte oerbient hervorgehoben zu werben: Die Aenberung der Bunbesftaluten nach ben Richtlinien ber Regierung sowie bie Schaffung einer Gebührenorbnung. Auch nahm bie Versammlung zu bem von ber vorigen Regierung ins Leben gerufenen Stand ber „öffentlich bestellten Wirtschaftsprüfer" Stellung. Diese Institution würbe als ein Ueberbleibfel ber gewesenen Regierung bezeichnet, bie eine Diffamierung fast ber gesamten Kollegenschaft barfteüe und bah er schleunigst beseitigt werben müsse. An bie zuständigen Regierungsstellen wurden entsprechende Telegramme abgefanbt. frankfurter Abendbörse geschästslos. Frankfurt a. M.. 30. Juni. Die Abendbörse war fast geschäfb wobei die Erwartung eines Vorgehens der EwlSstandardländer mitgewirkt haben mag. Am Aktien- wie am Renten- markt zeigte sich gegen den Berliner Schluß nur geringe Veränderungen, IG.-Farben waren 0,13 Prozent niedriger, dagegen Aku auf höhere Amsterdamer Votierung mit plus 1,5 Proz. recht- fest. Am Rentenmarkt wurden Altbesih 0,5Proz. schwächer notiert, Veubesih und Schutzgebiete nannte man im freien Markt etwa 0,10 Proz. niedriger. Aeubesih 10,75, Altbesitz 73,50, Bank für Vrauindustrie 90, Gelsenkirchen 57,50, Buderus 73,25, Harpener 96, Mannesmann 64, Rheinstahl 91,50, Aku 40,25, AEG. 23,25, Conti Gummi 156, Deutsche Linoleum 47, JG7-Farben 128,63, Siemens 159,25, Hapag 15,25 bis 15. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Diehlnter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o H. Franksuri a. Dl. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. Mittag» börse Oatum 29-6. 30.6 29.6. 30.6. 6% Deutsche Retch-anielhe v. 1921 84,25 84,25 84,13 84,4 6% c^em.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 90,15 90,13 90 90 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutiche Anl.-Ablös.-Schuld mi1 77,75 77 78 77,5 74,9 11.05 73,5 10,75 75,13 11,15 74 10,8 Tesgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem. 8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ _ 74 74 74 Lberheften Provinz > Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............ 6% Heft. Landesbank Darm stad! — 65,25 — — Gold R. 12........ y 80,75 67i% Heft. Landes Hypotheken, bank Darmstadt Ciqul . 84 83,75 _ Deutsche Komm. Sammelab l.An leche Eeriei mit «uslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Ban! 68 67,5 68,25 67 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Bam — 80,75 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 _ _ 67i% ehem. V/i% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandoriefe ..... 82,75 83,75 67i% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.^oldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. LandeLVsand 83 83,65 - — briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand 82 82 — 82 briesanstalt. Pfandbriefe R. 1< Verrechnungskurs 82,25 86 82 86 86 86 4% Oesterretchlsche Goldrente... 16.7, ^es'erreichllche Silberrente 4% Ungarische Goldrente .. 6,13 5,6 6 5,6 1,13 6,25 5 9 1,1 6,1 5,7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 47i% desgl. von 1913..... 5,5 11,25 5,5 12 5,65 11,3 6 6% (Wßell. Goldmcxikaner von 99 4% Duritlkbe Zollanleihe von 1911 Bagdadbahn-Anleih- 6,1 6,15 6^ 6,05 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 29-6 30.6. 29-6. 30.6. 4% desgl. Gerte 11............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 1% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Pakel .....i Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........0 Norddeutscher Llohd .........0 A.G. für Verkehrswesen Aki. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................( Dresdner Bank..............0 Reichsbank .................i A.E.G.................... , Elektr. LicferungSgesellfchaft ... f> Licht und Kraft .............e Felten & Guilleaume ........( Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen............... < Rheinische Elektrizität ........6 Schuckert & (So..............o Siemens & Halske...........- Lahmeper L Co..............io Buderus ...................> Deutsche Erdöl .............s Gelsenkirchener..............o Harpener...................o Hoesch Eisen—Köln-Neueften.. o Ilse Bergbau ............... 7 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 ManneSmann-Röhre»........k> 6,05 5,65 4,55 27,8 16 17,25 44,5 91 50,25 57 46 143,25 23,75 87 104,5 54 89,5 98 106,5 122,5 115 58,5 96 159 115,5 64.75 6,15 5,65 9,75 4,6 15 16,5 43 90,75 50,25 57 46 143,75 23,25 86,5 106,5 89,5 97,5 107 159,25 123 73,25 115 57,5 96 159 115 54,5 64 6,13 9,9 4,6 28 16,25 22,5 17,25 45 91 50,75 57 46 144 24 87,5 105,5 53,13 90 106,75 159,5 123,25 73,75 115,25 58,5 96,75 65,75 159 114,25 53,13 65 6,3 9,9 4,6 27,1 15,4 22,25 16,9 42,5 91 50,75 57 46 144,9 23,25 87 107,5 53 89,5 106,9 159,75 123,5 72,75 113,5 57,25 96 64,75 158 113,5 54,75 63.9 Frantsuri a. Dl. Berlin Gchluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schluß« kurs Schlußk. Mmag» börfe Oatum 29.6. 30.6. 29.6. 30.6. Mansselder Bergbau..... ... 0 23 22,5 22 21,65 Kokswerke ............. ... 0 79,25 79.5 Phönix Bergbau......... ... 0 35,5 35 35,75 34.75 Rheinische Braunkohlen .. ...10 209,5 209 209,5 207.75 Rhetnstahl............ ... n 91,5 91,5 91,5 91,75 Bereinigte Stahlwerke.... ... 0 35,5 34'5 35,13 34,5 Otavi Minen ........... ... 0 17 16.5 16,9 16,5 Kaliwerke Aschersleben.... ... 6 128 128,75 128,5 129 Kaliwerke Westeregeln.... ... 6 '29,5 130 129,5 129 Kaliwerke Salzdetfurth ... ... f 171 171 170,65 I ®. ffarben-Industrte ... ... ? 129 128,65 130 128,75 Scheideansiakt........... ...10 170 172 Goldschmidt ............ ... 0 48,25 48 48,4 47,75 RülgerSwerke........... ... 0 60,5 60,25 60,5 60,25 Metällgesellschast......... 59,25 59 60 Philivv Holzmann....... Zementwerk Heidelberg .. Cementwerk Karlstadt..... ... 0 57,25 57 57,25 56,5 :::i 80,5 79 - - Schultheis Patzenhofer.... ... 0 _ _ 118,75 118,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 39,5 40,25 40 38,75 Bemberg............... ... 0 51,25 51,25 51 51,25 Zellstoff Waldhof ......... ... 0 44,25 43 43,5 43 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 20,5 20,4 21 21,25 Dessauer GaS ............ ... 7 —- — 112,5 110,5 Daimler Motoren......... ... 0 9,75 29,5 29,75 29,75 Deutsche Linoleum ....... ... 0 47 47,75 47 Orenstein & Koppel ....... ... 0 — 44,25 43,25 Leonhard Tietz........... ... c 18 18 18,25 18 Cha de................... ...12 182,5 183,5 182,5 183,25 Grttzner................. ... Ol 25 23,75 - 1 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 41 62,25 63,5 - __ Süddeutscher Zucker ...... ... J 152,5 150,4 1 15? J 151 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 29-Juni 30-Juni Amtliche Dotierung Amtliche Dotierung (Selb | Brie, Geld Briet Hclsingsor». 6,324 6,336 - 6,304 6,316 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... 12,54 12,56 12,54 12,56 Budapest .. — — — — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 169,33 169,67 169,33 169,67 OSIo...... 71,83 71,97 71,53 71,67 Kopenhagen. 63,84 63,96 63,54 63,66 Stockholm.. 73,63 73,77 73.28 73,42 London..... 14,305 14,345 14,235 14,275 Buenos Atre 0,928 0,932 0,928 0,932 Neuyork.... 3,262 3,268 3,322 3,328 Brüssel .... 58,94 59,06 58,94 59,06 Italien..... 22,23 22,27 22,23 22,27 Paris..... 16,59 16,63 16,58 16.62 Schweiz ... 81,32 81,48 81,32 81,48 Spanten.... 35,36 35,44 35,26 35,34 Danzig.... 82,22 82,38 82,22 82,38 Japan..... 0,894 0,896 0,894 0,896 Rio de Ian. 0,229 0,231 0,229 0,231 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon... 13,03 13,05 12,99 13,01 Banknoten. Berlin, 30.Juni Neid Bries Amerikanische Noten.............. 3,285 3,305 Belgische Noten.................. 58,78 59,02 Dänische Noten ................. 63,22 63,48 Englische Noten ................. 14,195 14,255 Französische Noten............... 16,54 168,96 16,60 169,64 Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 22,11 71,36 22,19 71,64 Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... Schweizer Noten 73,10 81,14 35,13 73,40 81,46 35,27 Spanische Noten..........„i,.,. Ungarische Note» ................