Samstag,!. 3ulil955 185. Jahrgang Hr. 15! Lrstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvs nnö Verlag: vrühl'fche Univerfitäls-Vuch> und Steinöruderei H. Lange in Giehen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i.B.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Er I che«n i lagltch, autz« Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift »für Drahtnach» richten Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686. Der neue Bund. Die Entwicklung zum totalen Staat, die wir an dieser Stelle vor acht Tagen bereits vorzeichneten, hat inzwischen so gewaltige Fortschritte gemacht, vaß das Ziel schon ganz, nahe gerückt erscheint. Der 27. Juni, der denkwürdige Tag, an dem Ke Deutschnationale Front den hochherzigen und weitsichtigrn Entschluß faßte, sich selbst aufzu- lößen, bedeutete tatsächlich schon das Ende des parteigebundenen Deutschland, mögen auch die beiden katholischen Parteien Zentrum und Bayrische Volkspartei sich bis zur Stunde noch an eine Scheinexl- stenz klammern, auch ihr Verschwinden kann in jedem Augenblick erwartet werden. Beim Vorgehen der Regierung gegen die deutschnationalen Kampfstaffeln war ausdrücklich erklärt worden, daß sich Arbeit und Brot! Gebt für die Spende zur nationalen Arbeit. Endlich wieder Arbeit und Brot! Das ist die Sehnsucht Millionen Erwerbsloser, der Ruf notleidender, bekümmerter Volksgenossen. Jahrelang waren sie ausgeschaltet. 3n langen Kolonnen standen sie vor den Arbeitsämtern, um kärgliche Unterstützung in Empfang zu nehmen. Immer wieder klopften sie vergeblich an die Tore der Betriebe. Kemer wollte sie haben. So fristeten sie ihr Dasein, trostlos und von Sorgen niedergedrückt. Jetzt endlich leuchtet ihnen das Morgenrot eines neuen Werktages. Lin großzügiger Plan, vom Staatssekretär Reinhardt entworfen, wird durch eine Reihe wirksamer Maßnahmen neue Arbeit schassen. Soll das Ziel erreicht werden, bedarf es jedoch der opferbereiten Mitarbeit des ganzen deutschen Volkes, willst du Helsen, Arbeit zu beschaffen? willst du sehnsüchtig ausge- streckten Händen Arbeit geben? Dann beteilige dich an der Spende zur nationalen Arbeit! wenn du dich noch eines gesicherten Lin- kommens erfreust, ist es deine Pflicht, einen Betrag für die Arbeitsbeschaffung zu opfern. Vergiß es nicht: alle Berufsftände und Lrwerbsfchichten in Deutschland bilden eine (Befahrengernein- schaff. Dein Schicksal und das deiner Familie ist verknüpft mit dem Schicksal des ganzen deut- schen Volkes. Spendest du für die nationale Arbeit, dann nützt du der Volksgesamtheit und damit auch deiner Familie. wer spendet, gibt kein Almosen: er opfert für die Volksgemeinschaft und schafft Arbeit. hilf auch du an der Ueberwindung der Arbeitsnot! Gib auch du einen Baustein für das große Werk des deutschen Aufbaus? Annahme st eilen: Finanzämter, Hauptzollämter, Zollämter. Ueberweisung durch: Post, Banken, Sparkassen usw. Liese durch marxistische Minierarbeit notwendig gewordene Maßnahme keineswegs gegen die deutschnationale Partei richte. Diese hätte also formal sehr wohl die Möglichkeit behalten, ihre Stellung als Koalitionspartner zu behaupten. Aber tatsächlich war für sie neben dem sich mit aller Energie durchsetzenden Totalitätsanspruch des Nationalsozialismus kein Raum mehr. Die Führer der Deutschnationalen Front haben also die Zeichen der Zeit erkannt, als sie von sich aus die Auflösung der Partei beschlossen und in einem Augenblick, wo sie noch etwas zu bieten vermochten und dieser Schritt aus freiem Willen noch beispielhafte und richtunggebende Bedeutung haben konnte, sich und ihre Anhänger der Führung Adolf Hitlers unterstellten. Der Reichskanzler hat die Hochherzigkeit dieses Entschlusses wohl zu würdigen gewußt. Davon zeugt das im Geiste der alten Kampfgemeinschaft gehaltene Freundschaftsabkommen zwischen ihm und den deutschnationalen Führern und die darin freimütig zugestandene Anerkennung der alten, nun in besonderem Sinne eingegliederten Bundesgenossen als volle und gleichberechtigte Mitkämpfer des nationalen Deutschland. Es ist nicht zu verkennen, daß hier sowohl wie bei der Neuordnung des Stahlhelm, die persönlich warmherzige Art, wie der Kanzler die sich seiner Führung freiwillig unterstellenden Kampfgenossen in den Reihen der nationalsozialistischen Bewegung begrüßt und willkommen heißt, den Derschmelzungs- prozeß'erleichtert und auch denen Brücken baut, denen der Entschluß zum Verzicht auf eigene, im harten politischen Kampf ans Herz gewachsene Organisationsformen nicht leicht geworden ist. Der Führer weiß, was es bedeutet, grade diese für sich und seine Staatsidee zu gewinnen, die nicht Gefahr laufen wollen, mit politischen Konjunkturrittern in einen Topf geworfen zu werden, aber in einem starken Gefühl unbedingter Gefolgschaftstreue sich dort vorbehaltlos einfügen, wo sie ihr Führer in die Front stellt. Wie sehr der staatsmännische Instinkt des Kanzlers auf diese seelischen Imponderabilien des Einschmelzungsprozesses eingebt, davon zeugt der ebenso kluge wie warmherzige Appell des Führers an seine SA. und S-s., die in die große Kampfgemeinschaft sich freiwillig eingliedernden Männer des Stahlhelm als Kameraden aufzunehmen. „Wenn es uns gelang", so ruft er ihnen zu, „im Laufe vieler Jahre Millionen ehemaliger Marxisten zu bekehren, zu uns zu führen und in unsere Rechen aufzunehmen, dann muß und wird es uns erst recht möglich sein, nationale Männer, die aus Weg und Zukunst des Faschismus. Reichsminister 0r. Goebbels spricht über die Eindrücke seiner römischen Reise. Berlin, 30 Juni. (WTD.) Reichsminister Dr. G o e b b e l s führte bei Eröffnung der Sondervortragsreihe des Sommersemesters in der Deutschen Hochschule für Politik in einem Bortrag über den Faschismus und seine praktischen Ergebnisse u. a. aus: Der Faschismus ist ein Phänomen, dos mit Mussolini zum ersten Male in die Welt der Er- cheinungen eingetreten ist. Der Faschismus erhielt von Mussolini nicht nur Idee, sondern auch Form, Gestalt und Organisation. IHuffolini ist als ein Phänomen des Willens und der Idee anzusprechen. Mussolini hat zum erstenmal den Marxismus als politische Erscheinung aus der Welt der Tatsachen ausgeräumt und hat zum erstenmal den klassischen Beweis angetreten, daß der Marxismus als Arbeiterbewegung überwunden werden kann, nicht aus reaktionären Motiven heraus, sondern aus ausgesprochen sozialen Motiven heraus. Ich bin der festen Tleberzeugung, daß die politische Richtung, die wir heute in Italien mit dem Titel „Faschismus" und die wir heute in Deutschland mit dem Titel ..Rationalsozialismus" zu belegen pflegen, nach und nach ganz Europa erobern wird. Ich bin ferner der Heberzeugung, daß Europa, wenn es national gegliedert ist, viel besser den Frieden hüten kann als dieses Europa des liberalen Geistes. Rationalisten stehen auf gleichem weltanschaulichem Boden. Sie verfechten nicht nur die Ehre des eigenen Volkes, sie respektieren auch die Ehre des anderen Volkes. Es war vielleicht das größte Verhängnis Europas im Iahre 1914, daß die Rationen von Greisen regiert wurden. Diese Vergreisung hat sich über den Krieg hinausgeschleppt. Das war vielleicht das Beleidigendste und Auf- reizendste für die Jugend der Ration, die aus den Schützengräben zurückkehrte, daß sich trotz des Fegefeuers, das sie durchschritten hatten, an der politischen Gestaltung der Völker nichts geändert hoben sollte. Das große Problem des faschistischen Werdens bestand darin, den Faschismus als Funktion i n d e n Staat ei n z u b a u en . Diese politische Organisation darf nicht neben oder hinter dem Staat stehen, sondern sie muß sich mit dem Staat verschmelzen und ihm die Ueberzeugung einimpfen, daß sie eigentlich der Staat sei. Die Mehrheit mag der Allgemeinheit den Stempel geben, aber die Minderheit macht Geschichte. Nur dann wird ein Regime von Bestand sein, wenn es s e i n e Rückendeckung im Volk selb st findet, nur dann wird aber das Regime die Rückendeckung im Volke finden, wenn es eben d i e Politik des Volkes betreibt, d. h. mit anderen Worten: Der Faschismus ist wie der Rationolsozialismus das stolze Vorrecht einer Minderheit. Diese Minderheit aber stellt nicht eine dünne Oberschicht dar, die in der Hauptstadt sitzend nun das Geschick des Staates bestimmt, sondern diese Minderheit ist hierarchischin dasganze Volk hineingebaut. Der oberste Lhef des Staates ist auch bet oberste Lhef der Faschistischen Partei. Der Faschismus hat das italienische Volk b i s in das letzte Glied durchtränkt. Er hat sich vollkommen der Iugend bemächtigt, und diese Iugend wächst, ohne etwas anderes als den Faschismus zu kennen, in den faschistischen Staat hinein. Der junge Faschist hat das dunkle Empfinden, daß sich in Deutschland ein ähnlicher Prozeß vollzieht. Der Faschismus ist uns zehn Jahre voraus, nicht absolut, denn wir haben in den zwölf Iahten unserer Opposition schon manches getan, was er nach llebernahme der Macht tun mußte. Er hat aber Zeit gehabt, zehn Iahte in den Staat hineinzuwachsen. Das müssen wir nachholen. (Eine Revolution hat die historische Pflicht, ganze Sache zu machen, und dabei nicht sentimentale Hemmungen zu verspüren. Keine Kompromisse, d. h. man hat die Macht entweder ganz oder man hat sie gar nicht. (Beifall.) Wenn die Jugend an die Führung des Staates kommt, dann muh sie arbeiten, mehrarbeitenuls die Alten. Sie darf niemals müde werden. Sie muh dem ganzen Staat das Tempo ausdrücken. Es wird viel zu langsam gearbeitet in den Regierungen. Man muß die Dinge anpacken und auch einmal den Mut haben, Über die Schranken der Bürokratie hinwegzuspringen. Was aber getan wird, das muß für das Volk und das muß mit dem Volke getan sein. Riemals darf sich ein revolutionäres Regiment im Gegensatz zum Volk befinden. So wie Italien an seinen Duce glaubt, so muh Deutschland a n seinen Führer glauben. Wenn ich zum Schluß noch eine Mahnung aussprechen darf: Helfen Sie uns die Parteien zu zerschlagen. Es darf davon nichts übrig bleiben. Es darf in der Ration nur einen Willen und nur eine Entschlossenheit geben, und die kann nur von einer Organisation mobilisiert werden. Wir werden in zehn Jahren ein einiges Deutschland d a r st e l l e n , so wie Italien heute ein einiges Volk ist. Wir werden in diesen zehn Jahren uns zueinander finden und wir werden auch in diesen zehn Jahren wieder die Kraft gewinnen, mit allen Schwierigkeiten fertig zu werden. Wir stehen heute in Deutschland im Anbruch einer ganz großen geschichtlichen Entwicklung. Die größten inneren und äußeren Probleme sind uns zur Meisterung in die Hand gegeben. Wir haben keinen Grund, diese Probleme als unüberwindlich anzusehen, wir müssen sie nur anfassen, müssen den Glauben haben, sie meistern zu können. Adolf Hitler zeigt uns den Weg. Die ersten Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Reichsminister Goebbels auf der Sonnwendfeier im Berliner Stadion. Berlin, 30.Juni. Auf der Sonnenwendfeier im Berliner Stadion, die im strömenden Regen vor sich ging, hielt Reichsminister Dr. Goebbels die Hauptrede. Er führte u. a. aus? Wir stehen in entscheidender Stunde. Wir beginnen jetzt damit, die großen Probleme der deutschen Wirtschaftskrise in Angriff zu nehmen. Der erste Spaten st ich zu einem riesigen Bauwerk der, 5000 Kilometer neuen neuen Autobahn ist getan; seitdem Adolf Hitler die Macht angetreten hat, ist die Erwerbslosigkeit um 1 700 000 g e - funken und das große Reformwerk der deutschen Landwirtschaft hat den Bauern vor den furchtbarsten Verfolgungen geschützt. Die Fabriktore fangen wieder langsam an, sich zu öffnen. Und zum ersten Mal seit vielen Jahren legt die Regierung einen Reichsetat vor, der in sich ausgeglichen und balanziert ist. Wir haben getan, was wir tun konnten und sind auch in Zukunft entschlossen, zu tun, was menschenmöglich ist. Das aber wissen wir, daß diese Regierung nichts vermag, wenn das Volk nicht hinter ihr st e ff t und ihr mit seinem ganzen Vertrauen für ihre schweren Entschlüsse den Weg zu bereiten gewillt ist. Die nationalsozialistische Be- roegung ist das Stahlgerippe des deutschen Volkes. Sie ist so stark, daß sie entschlossen ist, alle Verfolgungen auf sich zu nehmen. Auch dieser Abend ist ein Beweis unserer Unbesiegbarkeit, ein Beweis blinden Glaubens an die Hingabebereitschaft. Es stehe noch in Deutschland irgendeine Organisation auf, die Menschen zu so vielen Tausenden an diesem Regenabend zusammenzurufen in der Lage ist. Das kann nur die nationalsozialistische Bewegung, und das können nur Men- schen, die an ihre Sache glauben. Mit einem dreifachen, Heil auf den Führer schloß Dr. Goebbels seine mit begeisterter Zustimmung aufgenommene Rede. einem andern Lager kommen, um uns die Hand zum Bunde zu reichen, als Freunde und Kameraden aufzunehmen." Diese Worte und die freundschaftliche Geste, mit der dem Stahlhelm und der Deutschnationalen Front sich die Hand des Führers entgegenstreckte, dieser Sieg über die Herzen sind eine gewonnene Schlacht wert. Viele, die ein Jahrzehnt und länger an ihrer Stelle unbeirrt im Kampf gestanden hatten für ein neues und reineres Deutschland, hatte schon das Gefühl beschlichen, als ob ihr Einsatz vergessen sei. Sie alle stimmen jetzt freudig dem Kanzler zu, wenn er über Stahlhelm und SA. hinaus dem ganzen Volke zuruft: „Was immer auch die Vergangenheit an Erinnerungen birgt, für mich und für euch gilt nur die große Zukunft, der wir uns verpflichtet haben!" In diesen Geburtsstunden einer neuen Volksgemeinschaft gilt es, Abschied zu nehmen von einem Manne, dessen Leben mit jedem Atemzuge ein Ringen um Deutschland, der rücksichtslose Einsatz für deu'sche Wiedergeburt und deutsche Freiheit war. Alfred Hugenbergs tragisches Geschick als Staatsmann und Mensch ist es, daß im Morgenrot der nationalen Erhebung, für die er sein Bestes gab und aus der sein Wirken nicht sortzudenken ist, sich sein Abtreten von der politischen Bühne mit erschütternder Folgerichtigkeit vollziehen muhte. Alfred Hugenberg war, das werden auch die gerne und rückhaltlos anerkennen. die nicht in allem und jedem seine politische Meinung geteilt haben, sicher eine der stärksten und geschlossensten Persönlichkeiten des politischen Lebens unserer Zeit. Eine ungewöhnlich vielseittge berufliche Laufbahn brachte den späteren politischen Führer, der sich stets gerne der starken literarischen Reigungen und des freundschaftlichen Verkehrs mit dem Kreise um Otto Erich Hartleben erinnerte, in enge Verbindung mit der preußischen Staatsverwaltung, mit der Landwirtschaft und den Problemen des deutschen Ostens, mit dem Bankwesen und der westdeutschen Großindustrie und schließlich durch das Vertrauen politischer Freunde als grofidu- qiqer Organisator in engste Beziehung zu Presse und Film, die er eigentlich erst in bis dachin ungewöhnlichem Maße zu einem der schärfsten Kampfmittel politischer Propaganda zusammen- schloß. Wenn er auch schon zu den Gründern des Alldeutschen Verbandes gehörte und nach dem Kriege bereits Mitglied der Weimarer Rational- versammlung war, ist er der großen Oeffentlich- keit als Politiker doch erst bekannt geworden, als er unter recht stürmischen Umständen den Vorsitz der Deutschnationalen Partei übernahm und im Kampf gegen den Boung-Plan den Bund mit den Rationaisozialisten schmiedete, der auf der Harzburger Tagung erstmalig seinen sichtbaren Ausdruck fand. Hugenbergs Kampf galt bann neben Zentrum und Sozialdemokratie, deren unerbittlicher Gegner er war und blieb, vor allem den kleineren bürgerlichen Parteien der Mitte und gemäßigten Rechten. Neben der gewaltig anfchwellenden Bewegung des Nationalsozialismus vermochte sich in den Wahlkämpfen der letzten Jahre rechts vom Zentrum nur noch die Deutschnationale Partei zu halten. Am 30. Januar kam unter Papens Aegide der Bund zwischen ihm und Hitler zustande, der dem Kabinett Schleicher ein schnelles Ende bereitete und bie, Regierung ber nationalen Konzentration in ben Sattel hob. Aber bereits am 5. März wurde Hugenberg von Hitler und dem Nationalsozialismus überspielt. Er hatte zwar, wie es fein dringender Wunsch gewesen war, im Kabinett Hitler alle wirtschaftlichen Ressorts in Preußen und im Reich in seiner Hand vereinigt, um eine einheitliche Wirtschaftspolitik sicherzustellen, von ber er sich allein einen Ausgleich ber bislang immer gegeneinanber ausgespielten Interessen von Jnbustrie unb Lanbwirtschast versprach, aber sehr balb sollte sich Herausstellen, baß feine Tätigkeit sich auf bie Organisierung der aktuellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen beschränkte, währenb bie Grunblagen für ben Neubau ber beutschen Wirtschaft im stänbischen Sinne wesentlich ohne seine Mitwirkung, ja in mancher Beziehung gegen seine Absichten von nationalsozialistischen Kommissaren gelegt würben. Ein weiterer schwerwiegenber Irrtum war es, daß er ben Bund vom 30. Januar im Sinne früherer Koalitionen auffaßte und der Meinung war, daß mit dem Ausscheiden eines Koalitionspartners die staatsrechtlichen Grundlagen dieses Bundes und der Regierung Hitler hinfällig würden. Die Dynamik der nationalsozialistischen Revolution ist über diese Auffassung glatt hinweggegangen. Wie Hitler den 30. Januar verstanden wissen wollte als den Beginn des Zusammenfliehens aller nationalen Kräfte und der Unterordnung aller unter einen einzigen politischen Willen, so drängte die Entwicklung der letzten Wochen und Monate immer stürmischer zur Verwirklichung des nationalsozialistischen lotaütätsanfprudfs. Hugenberg räumte den Platz, an dem er in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit für die ihm besonders am Herzen liegende Landwirtschaft Wertvolles leisten konnte, ohne daß er indessen die Grundtendenz künftiger deutscher Wirtschaftspolitik entscheidend zu beeinflussen vermochte. Das wird seinen Nachfolgern Darre unb Schmitt vorbehalten bleiben. Hugenbergs Rücktritt ist ber tragische Abschluß eines Lebens, bas sich im Dienst für das Vaterland verzehrt hat. Sein ausgeprägter Charakterkopf hat sich einen ruhmvollen Platz in der Geschichte der deutschen Erhebung gesichert. Die Wogen ber nationasozialistischen Revolution haben auch bie Evangelische Kirche nicht unberührt gelassen, freilich nicht so, als ob nun ber nationalsozialistische Staat seine Allmacht auch auf bie Kirche auszudehnen strebe und eine Staatskirche schassen wolle. Politische Bewegungen zielen auf irdische und zeitliche Dinge, Religion und Glaube wurzeln im Jenseits und in der Ewigkeit. Aus dieser Erkenntnis heraus hat es auch ber preußische Kultusminister entschieben abgelehnt, die von ihm für notwendig erachteten Maßnahmen als eine Bedrohung der Selbständigkeit der Kirche ober gar als einen Angriff auf Glaube unb Bekenntnis auszulegen. Die Bestellung eines Kirchenkommissars sollte eine Spaltung von Staat unb Kirche verhüten unb bie in Gefahr geratene Einheit von Volk unb Kirche wieberherstellen. Der äußere Gang ber Ereigniße, bie zum Einschreiten ber preußischen Staatsregierung unb infolgebessen zum Verzicht D. von Bodel- schwinghs geführt haben, knüpft an an ben Rücktritt bee Präsibenten bes Oberkirchenrats ber Evangelischen Kirche ber Altpreußischen Union, in ber alle preußischen Kirchen mit Ausnahme Hannovers, Schleswig-Holsteins, Hessens, Nassaus und Frankfurts, also aller vor 1866 bereits preußisch gewesenen Provinzen zusammengefaßt sind. Der Posten D. Kaplers wurde auf einer Eisenacher Zusammenkunft der Kirchenführer kommissarisch mit dem General- fuperintenbenten Stoltenhos besetzt. Daraus erklärte bas Kultusministerium, daß bie Kirchen ber Alt- preußischen Union den Rechtsboden verlassen habe. Die Regierung fußte dabei auf dem Artikel 7 des Staatsvertrages, der lautet: „Zum Vorsitzenden einer Behörde der Kirchenleitung oder einer höheren kirchlichen Verwaltungsbehörde sowie zum Inhaber eines kirchlichen Amts mit dem der Vorsitz oder die Anwartschaft auf den Vorsitz einer solchen Behörde verbunden ist, wird niemand ernannt werden, von dem nicht die zuständige kirchliche Stelle durch Anfrage bei der Preußischen Staatsregierung festgestellt hat, daß Bedenken politischer Art gegen ihn nicht bestehen." Statt dieser „Anfrage", die man bei einer kommissarischen Besetzung anscheinend nicht für erforderlich gehalten hat, wurde von dem Eisenacher Beschluß dem Minister lediglich Mitteilung gemacht, worauf dann der Minister mit der Einsetzung des Kirchenkommissars antwortete. Die angeordnete Neubildung der vom Staatskommissar aufgelösten kirchlichen Vertretungen und die Uebernahme der Leitung des Evangelischen Kirchenbundes durch den Vertrauensmann des Reichskanzlers, Wehrkreis- vfarrer Muller, sollen der schnellen Durchführung des in Angriff genommenen großen kirchlichen Reformwerks dienen. So wenig die Kirche den neuen lebendigen Strömungen, die die nationalsozialistische Revolution freigemacht hat. sich entziehen kann oder darf, so wenig auch die Presse. Daß sie es gar nicht will, sich vielmehr mit dem ganzen Gewicht ihrer auch im Zeitalter des Rundfunks kaum verminderten geistigen Macht entschieden hinter den Führer des neuen Deutschland stellt, dafür war ein erneuter Beweis der kürzliche Besuch des Reichskanzlers im Berliner Heim der deutschen Zeitungsverleger. Der Kanzler kennt Freud und Leid der Zeitungsverleger, Bedürfnisse und Sorgen der Presse auch nach Der wirtschaftlichen Seite hin genau aus seiner langen Zusammenarbeit mit dem Gründer und Leiter des nationalsozialistischen Zentralverloges, Max Amann, dem neuen Bor- sitzenden des Vereins deutscher Zeitungsverleger. So sprachen die Ausführungen des Kanzlers aus einer Sachkenntnis, die weitaus den meisten seiner Vorgänger abging zum Schaden der Presse, nicht minder aber auch zum Schaden des Staates. Denn nur ein auf gesunden wirtschaftlichen Fundamenten ruhendes Zeitungswesen vermag dem leitenden Staatsmann eine schlagkräftige Waffe in die Hand zu geben, wie sie im Kampf um Deutschlands Weltgeltung nach außen und seinen moralischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau im Innern notwendig ist. So sprach sich der Kanzler auch ganz eindeutig für die Erhaltung und Stärkung der privaten Unternehmerinitiative im Zeitungswesen aus und forderte unter starker Betonung des Führerprinzips auch in der Presse, wobei er auf den eigenen, Autoritäten geleiteten Verlag hinwies, das freie Wirken der schöpferischen Persönlichkeit in Verlag und Redaktion, wobei selbstverständliche Voraussetzung sei, daß jeder in der deutschen Presse verantwortlich tätige Verleger und Redakteur im Sinne der großen weltanschaulichen 2inie mitarbeite. Wie die Mehrzahl der mit Volk urti) Boden der Heimat verwurzelten deutschen Provinzblätter, hat auch der Gieße- nerAnzeiger diesen Forderungen des Reichskanzlers freudig entsprochen. Wie seine fast auf zwei Jahrhunderte zurückgehende Geschichte Dienst an Volk und Staat war. so war ihm das Bekenntnis zur nationalen Erhebung eine selbstverständliche, gern erfüllte Pflicht im Sinne der starken nationalen Traditionen seines Hauses. So kann der Gießener Anzeiger es auch nur aus ganzem Herzen begrüßen, wenn der Reichskanzler sich mit aller Entschiedenheit zu den wirtschaftlichen Grundsätzen bekannte, die ein gesundes Zeitungsunternehmen vorausseht, wenn es seine Aufgabe erfüllen soll, und der neue Führer der deutschen Zeitungsverleger, Reichsleiter Max Amann in ebenso eindeutigen Wendungen die Rotwendigkeit eines gesunden, die gemeinsamen Standespflichten nicht verletzenden Wettbewerbs der Zeitungen unterstrich. Die von ihm angekündigte Bildung eines Reichs ll andes der Presse wird zweifellos in oiefer Richtung festigend und klärend wirken und darüber hänaus die deutschen Zeitungen, die sich ihrer hohen Verantwortung bewußt in den Dienst des nationalen Aufbaus gestellt haben, zu einem starken Instrument der deutschen Politik machen können. Einigung in der Wahrungsfrage. Wird Roosevelt der Londoner Formel zustimmen? London. 30. 3uni. (WTB. Reuter.) Die Vertreter der Goldstandardländer auf der Weltwirtschaftskonferenz sind nochmals zu einer Sitzung zusammengetreten, an der auch Macdo- n a l d und der Vertrauensmann Roosevelts Professor M o l e y teilnahmen. Die Goldstandardländer nahmen eine Entschließung an, deren Tenor etwa folgendes besagt: Es ist nofroenbigi daß die Goldwährung in allen Ländern, die augenblicklich noch auf der Goldbasis stehen, aufrechterhalten bleibt. Alle Länder, die die Goldwährung verlassen haben, sollten sich ihr womöglich wieder an- schließen. Der Prozentsatz der Stabilisierung sowie der zur Stabilisierung geeignete Zeitpunkt müssen jedem dieser Länder in voller Unabhängigkeit überlassen bleiben. Die Länder mit Goldwährung sind fest entschlossen, ihre Stellung um jeden Preis zu verteidigen. Die Län- der mit abgewerteter Währung billigen die feste Haltung, die von den Ländern mit Goldwährung eingenommen wird. 21m Freitagabend war eine Zustimmung Roo s e v e l t s zu der einstimmig angenommenen Wahrungsformel noch nicht eingetroffen. Die Antwort wird voraussichtlich erst am Samstag in London eintreffen, worauf erst eine a lisch l i e ß e nd e Zusammenkunft der an den Wahrungsoerhandlungen beteiligten Ländern statt- slndet. Die Aussichten auf eine Annahme der Formel durch Roosevelt werden jedoch optimistisch beurteilt, um so mehr, als sich der vereinbarte Er- klarungsentwurf nicht auf eine Stabilisierung, sondern lediglich auf eine Vereinbarung über eine B e- g r e n g u n g der Währungsschwankun» g e n bezieht. Nach Meldungen von der Insel Cam- vobello in Neubraunschweig, dem gegenwärtigen Aufenthalt des Präsidenten, soll Roosevelt Berichterstattern geantwortet haben, er halte eine zeitweilige Stabilisierung vielmehr für eine Ange - legen^eit der Zentralbanken als für eine Aufgabe der Regierungen. Infolgedessen glaube er, daß das Thema außerhalb des unmittelbaren Bereiches der Weltwirtschaftskonferenz liege. Immerhin soll sich Roosevelt den Berichterstattern gegenüber für eine gemeinsame A b - m a ch u n g in London über die Stabilisierungsfrage günstig ausgesprochen haben. Aus den Goldfeldern von Kakamega Bilder von einer Afrika-Reise. Don Dr. Paul Rohrbach Eldoret (Ostafrika), Juni 1933. Eldoret, Kakamega — seltsame Namen. Aber Eldoret hat nichts mit „Eldorado" zu tun, und Kakamega nichts mit „großen liebeln", wie jemand zu übersetzen versucht sein könnte, wenn ihm griechische Schulerinnerungen kommen. Es sollen Namen aus der Massaisprache oder einem verwandten Idiom sein. Vor der Zeit der europäischen Herrschaft waren die Massais, die nur von Viehhaltung und Raub lebten, überall dort auf dem ostafrikanischen hoch, land die Herren, wo ihre Rinder ohne Gefahr vor der Tsetsefliege weiden konnten. Eldoret ist ein Städtchen an der Bahnlinie von Nairobi zum Viktoriasee. Es hat etwa 400 weiße Einwohner und bildet den Mittelpunkt eines sehr hoch, im Durchschnitt 1800 bis 2000 Meter, gelegenen Farmdistriktes, in dem sich auch viele Deutsche niedergelassen haben: zwischen hundert und zweihundert Seelen, von denen wir einen großen Teil besucht haben. Rund 100 Kilometer west-südwestlich liegt Kakamega, das vor ein paar Jahren nur ein ganz unbedeutendes Eingeborenendorf war, dessen Name aber jetzt in ganz Ostafrika als die Bezeichnung eines hoffnungsvollen Goldgebiets bekannt geworden ist. Auch nach Kakamega hat sich eine Anzahl Deutscher gezogen, namentlich solche, die durch die schlechte Zeit oder eigene erfolglose Wirtschaft sich nicht mehr auf ihren Farmen haben halten können. Gefunden haben das Gold ursprünglich einige Prospektoren aus Südafrika. Der Granit, der hier aus der vulkanischen Umgebung auftaucht, ist von massenhaften Quarzgängen, sogenannten Riffen, durchsetzt, und in diesem Quarz steckt das Gold. Um eine Vorstellung davon zu geben, wie fein es verteilt ist, wiederhole ich die mir auf den Feldern von Kakamega gemachte Angabe, daß eine englische Unze (28 Gramm) auf die Tonne Gestein öfters gewonnen wird, ausnahmsweise auch bedeutend mehr. Eine Tonne Quarz denke man sich als den dritten Teil eines Steinwürfels von je einem Meter Kanten- länge. Zehn Männer hätten daran zu tragen. In dieser Menge Gestein findet man alfo Gold, bas ungefähr soviel wiegt, wie ein Bries von vier bis fünf Bogen! Der Hauptunternehmer in dem Goldgebiet ist ein Amerikaner namens De Ganahl, schon ein älterer Mann. Sein Sohn, der die Arbeiten leitet, sagte mir, daß er vorläufig nur prospektieren lasse und erst in anderthalb bis zwei Jahren imstande sein werde, den tatsächlichen Golsdreichtum der von ihm erworbenen und belegten Felder zu beurteilen. Er holte aus feinem Kassenfchrank einige interessante Proben von Golderz hervor, das zum Teil sichtbare Goldkörnchen von nicht viel mehr als Steck- nadelkopfgröße enthielt: außerdem ein Glas mit einem mehrere Pfund schweren Klumpen von Goldamalgam: durch Quecksilber aus goldhaltigem Schlamm ausgezogenes und mit Quecksilber legiertes Gold. Der Klumpen war einige tausend Mark wert, aber die Gehälter und Löhne, die De Ganahl an seine hundertzwanzig weißen Angestellten und zweitausend farbige Arbeiter zahlt, betragen allein 2000 Pfund Sterling im Monat. Es stecken schon M i l l i o n en in dieser großartigen Untersuchung. Durch senkrecht in die Erde getriebene, etwa 30 Meter tiefe Schächte, von deren Grund radienförmig Suchstollen ausgehen, werden die Quarzgänge verfolgt und der Goldgehalt der einzelnen Felder vermutungsweise festgestellt, lieber bas Ergebnis herrscht vorläufig Stillschweigen, doch kann man wohl annehmen, daß es zum mindesten nicht entmutigend ist. Sonst würde mit den Uoßen Ausgaben kaum fortgefahren werden. Am Witwaters Rand bei Johannesburg wird ein Golb- erz verarbeitet, dessen Gehalt nur die Hälfte und selbst noch weniger im Vergleich zu den bisherigen Ergebnissen von Kakamega beträgt. Am interessantesten war uns der Besuch eines kleineren, einer 0 eutschen Gruppe gehörigen und von den Teilhabern direkt betriebenen Unternehmens. Der eine von ihnen, ein alter Südwester, erzählte uns, wie er sich mit anderthalb Schilling in der Tasche und zerrissenen Schuhen, nachdem ihm alles andere fehlgeschlagen war, mit ein paar Kameraden in ähnlicher Lage zusammentat und in einem Bachbett anfing, Gold zu waschen. Bis an die Knie im Sand und Schlamm, die glühende Aequatorsonne über den Köpfen, schmutzig und abgerissen, eine nach (Eingeborenenart gebaute Hütte als Wohnung, so arbeiteten die Männer wochenlang und gewannen kaum soviel Gold, wie sie zum notdürftigsten Lebensunterhalt brauchten. Dann aber kam das Glück. Sie fanden ein nur mit einer dünnen Erdschicht bedecktes Riff. In irgendwelcher Vorzeit muß fein oberer Teil als eine fuß- dicke, aus dem Granit herausgewitterte Quarzmauer in die Luft geragt haben. Dieser Mauerzug lag um- gebrochen, nur von wenig Schutt und roter Erde bedeckt, da. Und gerade in dem abzuräumenden Trümmerwerk aus Quarzbrocken, Grus und Lehm, von dem noch Tausende von Kubikmeter über dem umgefallenen Stück des Riffes liegen, findet sich ein Goldgehalt von einer Unze pro Tonne. Das Riff selbst geht in einem Winkel von etwa 60 Grad in unbekannte Tiefen hinein. Um es weiter zu verfolgen, und um die im Tagebau aufzudeckende solide Quarzmasse zu zertrümmern, wären große Sprengarbeiten nötig. Vorläufig bedarf es aber ihrer nicht, denn es liegt genug von der Natur selbst aufbereitetes Material umher. Unter einem Schutzdach, das aus Baumstämmen und Gras errichtet ist, stehen zwei, durch einen Dieselmotor angetriebene, Erzstampfer. Diese zer- trümmern das goldhaltige Gestein zu Staubgröße, ein Wasserstrom wird hineingeleitet, und der ganz dünnflüssige goldführende Schlamm wird über zwei geneigte, mit einem Quecksilberbelag versehene lange Platten geleitet. Im Darüberfließen wird das in winziger Korngröße verteilte, mit freiem Auge nur ausnahmsweise sichtbare Gold vom Quecksilber auf- geschluckt. Es verbindet sich mit ihm zu Gold-Oueck- filberamalgam, wird von Zeit zu Zeit von den Platten mit einem breiten Blechspatel abgeschabt und in niedrige breithalsige Gläser gefüllt. In einem halbvollen ehemaligen Pfund-Honigglas zeigte uns unser Südwester für 2000 Schillinge Gold. Die monatliche Ausbeute der Deutschen betrug zuletzt 20 000 Schilling. Sie haben sich jetzt schöne Hütten gebaut, arbeiten aber die ganze Woche noch immer fest im Pochwerk mit, in ununterbrochenen Tag- und Nachtschichten. Nur Sonntags ist Ruhe. Dann ziehen sie sich sauber an, essen etwas Gutes, rauchen ihre Pfeife und fahren unter Menschen, nach Eldoret oder nach dem neuen Stadtplatz Kakamega. Er besteht vorläufig aus einer breiten Straße, die auf beiden Seiten mit Jnderläden, Benzintankstellen und „Refreshment-Rooms" besetzt ist. Man kann jedes Getränk haben, von Tee und Zitronenlimonade, bis zu Sekt und „französischem" Kognak. Whisky und Bier werden aber bevorzugt. Auf den Goldfeldern arbeiten verschiedene Oe- sellschaften und eine Menge kleiner Gruppen, die ihr Glück versuchen, aber es lange nicht immer finden. Mit der Zeit, wenn ein solider und ausgedehnter Gehalt der Quarzriffe bis in größere Tiefen nachgewiesen ist, wird wohl alles dem Großkapital anheimfallen, wie in Johannesburg. Die Chance der kleinen Leute, die fündig geworden sind, besteht darin, daß sie ihre „Claims", ihre Rechte auf den von ihnen erworbenen Feldern vorteilhaft verkaufen können. Goldsuchen, zumal in den Tropen, ist eine Lotterie, in der nur wenige für ihren Einsatz an Leben und Gesundheit etwas gewinnen. Trotzdem sind schon von weither, bis hinunter nach der Kap- kolonie und Südwestafrika, Glücksucher in Kakamega zusammengeströmt. Niemandem aber sei geraten, ihre Zahl zu vermehren! Einschreiten gegen Hilssverbände des Zentrums in Preußen. Berlin, 1. Dull (LNB.Funkspruch.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Dos Geheime Staatspolizeiamt hat im Laufe des heutigen Tages in ganz Preußen die Geschäfts stellen folgender Verbände geschlossen und deren Schriftmaterial und sonstiges Vermögen sichergestellt: Friedensbund Deutscher Katholiken, windthorstbund, Kreuzschar, Sturmschar, Volks- verein für das katholische Deutschland und Volks- verein-Verlag GmbH., Katholischer Zungmänner- verband, sowie Personenvereinigungen, die als Fortsetzung der genannten Organisationen anzusehen sind. Diese Maßnahmen waren notwendig, da sich herausgestellt hat, daß die genannten konfessionellen Hilfsverbände des Zentrums sich staatsfeindlich betätigt haben und durch eine systematische Hetze die natürliche Ein- gliederung großer Teile des katholl- schen Volkes in das nationale Deutschland zu sabotieren suchten. Bei dem Mißbrauch religiöser und kirchlicher Einrichtungen für parteipolitische Zwecke mußte das Verhältnis zwi- schen dem nationalen Staat und der katholischen Kirche ernstlich gefährdet werden. Richt berührt von den Maßnahmen bleiben die christlichen Vereine, die sich von einer parteipolitischen Einmischung sernhielten und lediglich sozialen und karitativen Zwecken dienten. Selbstauslösung des Christlich-sozialen Volksdienstes. Berlin, 1.3uli. (WTB. Funkspruch.) Die Reichsleitung des Christlich-Sozialen Volksdien- stes hat die Auflösung des Volks- dienstes beschlossen. Den Abgeordneten des Christlich-Sozialen Volksdienstes ist, wie der Christlich-Soziale Volksdienst mitteilt, zugesichert, nach vollzogener Auflösung als Hospitanten den Fraktionen der RSDAP. beitreten zu können. Das Staatsbegräbnis für SA-Mann Klein. Berlin, 30. Juni. (CNB.) Unter außerordentlich großer Beteiligung von SA., SS., Hitler- fugend, Stahlhelm, Abordnungen der NSBO. wurde heute das dritte Opfer des marxistischen Ueberfalles in Köpenick SA.-Mann Wilhelm Klein zu Grabe getragen. Unter den vielen Kranzspenden befand sich ein Kranz von lauter Rosen, den der Führer und Kanzler A d o l f H i t l e r dem toten Kämpfer gewidmet hatte. Am Grabe sprach der stellvertretende Gauleiter von Berlin G ö r 1 i tz e r tief empfundene Worte des Gedenkens. Solange Deutschland Söhne habe, die bereit seien, fürs Vaterland ihr Leben dahinzugeben, werde es nicht untergehen. Als dann Erdschollen langsam den Sarg bedeckten, erklang das Horst-Wessel-Lied. Aus aller Welt. Das italienische Augzeuggeschwader zum Transatlantikflug gestartet. O r b e t e 11 o, 1. Juli. (MTB. Funkspruch.) Das italienische Flugzeuggeschwader, bestehend aus acht Staffeln zu je drei Flugzeugen, ist heute früh zu dem großen Transatlantikflug nach Ame- rika gestartet. Sämtliche Flugzeuge hatten guten Start. Das erste Flugzeug flog um 5.39 Uhr ab. bas letzte um 6.02 Uhr. Das Ziel der ersten Etappe ist Amsterdam. Gegen %% Uhr hatte das Geschwader Genua, kurz nach 8 Uhr Mailand erreicht. In Splügen verläßt das Geschwader bas italienische Hoheitsgebiet. 7lad) bem letzten Funkspruch hat ble Spitze bes Geschwabers bei Basel-Lörrach bas beut- jd)e Hoheitsgebiet erreicht. Die Flugzeuge nehmen nörblidjen Kurs, wobei sie zunächst bem Lause bes Rheins folgen. Die Maschinen fliegen in ziemlicher höhe. Dauerregen über Thüringen. — Hilfsmaßnahmen für die Lanbwirtschaft. Seit Donnerstagabenb regnet es in weiten Teilen Thüringens abermals ununterbrochen, so daß nunmehr für die thüringische Landwirtschaft eine außerordentlich ernste Gefahr eingetreten ist. Der Boden ist nicht mehr aufnahmefähig, und selbst da, wo Überschwemmungen größeren Ausmaßes noch nicht zu verzeichnen waren, hat man Sorge um Menge und Qualität der Ernte. Die thüringische Regierung hat für die durch das Unwetter besonders schwer geschädigten Landwirte zunächst einen Vorschuß von 50 000 Mark zur Verfügung geftellt, der zur Linderung der größten Not «nenen soll. Für die preußischen Teile hat der Regierungspräsident von Erfurt die am meisten betroffenen Gebiete des Unstruttales besichtigt und mit der Regelung der Ueberfdjmemmungs- schaden besondere Ausschüsse beauftragt Schrecklicher Tob eines Kinbes. Ein Unfall, der an den Tod der bekannten Tänzerin 3sadora Duncan vor zwei 3ahren in Nizza erinnert, kostete in Paris einem sechsjährigen 3ungen das Leben. Der 3unge spielte auf der Straße mit einem kleinen Auto unter der Aufsicht seines Großvaters. Nachdem sich dieser für einige Augenblicke entfernt hatte, fand er bei der Rückkehr seinen Enkel tot in dem Auto auf. Sein Schal hatte sich, wie damals im Falle Duncan, um eines der Räder gewickelt und dem Kinde die Kehle zugezogen. Kleine politische Nachrichten. 3m ersten Prozeß gegen den vorläufig seines Amtes enthobenen ostpreußischen Generallandschaftsdirektors Dr. v. H i p p e l in .Königsberg wurde der Angeklagte wegen Betruges zu zwei 3ahren Gefängnis, drei 3ahren Ehrverlust und 15 030 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Wie wir hören, steht innerhalb der Bayerischen Volkspartei der Beschluß fest, sich ebenfalls felbft aufzu 1 ösen. Einzelheiten darüber sind in den allernächsten Tagen zu erwarten. * •21m 9. 3uli findet in Koblenz ein großes Treffen der Motor stürme der SA. und der NSKK. des ganzen Westens statt. Zu diesem Treffen, das größte dieser Art in Deutschland, werden viele Tausende von Kraftfahrern in Koblenz erwartet. Der 3ugendführer des Deutschen Reiches, Baidur v. Schirach, hat zum Länderbeauftragten für das Land Hessen Dannführer Heinz D e i n e r t und zum Provinzialbeauftragten für _ Hessen-Nassau und Rheinprovinz Obergebietssührer Hartmann Lauterbacher ernannt. * 3n Warschau wird der Danziger Völkerbundskommissar R o st i n g erwartet. Dieser Besuch steht mit der bevorstehenden Reise des Danziger Senatspräsidenten Dr. Rau sch ning nach Warschau in Verbindung. Aus ver Pwvinzialhauptffavt. unendlich wertvolles Element^. Ausgehend von der Erkenntnis, daß die Wiederbelebung der Wirtschaft für den nationalen Aufbau von entscheidender Bedeutung ist, hat die nationale Regierung ein umfangreiches Arbeitsbeschaffungsprogramm ins Werk gesetzt, das vielen deutschen Volksgenossen die Wiedereingliederung in den Produktionsprozeß ermöglichen soll. Dieses Streben der Regierung mit allen Kräften zu unterstützen, ist Pflicht eines jeden einzelnen wie aller Glieder der Wirtschaft. Die Sparkassen als öffentlich-rechtliche, gemeinnützige Einrichtungen sind sich dabei ihrer besonderen Pflicht bewußt, dem obersten Grundsatz des neuen Staates in seiner Wirtschaftspolitik zum Durchbruch zu verhelfen, daß Gemeinnutz vor Eigennutz zu gehen habe. Die Aufgaben der Sparkassen umriß der bayerische Staatsminister Dr. Wagner kürzlich bei einer Sparkassentagung mit folgenden Worten: „Aufgestapeltes Geld ist aufgestapelte Arbeitslosigkeit. Es muß Sorge dafür getragen werden, daß jeder vorhandene Vermögensstand der Arbeit zugeführt wird. Der Begriff des Sparens muß wieder ins Volk getragen werden. Es bedarf noch einer großen Erziehungsarbeit, damit die Menschen wieder das sind, was sie waren. Der Begriff bes Sparens wurde diskreditiert, weil man den Menschen bie Achtung vor dem Geld genommen hat. Die Achtung vor dem Pfennig muß wieder in die Menschen hineingetragen werden. Es genügt jedoch nicht, Pfennig auf Pfennig zu stapeln, sondern der Begriff des Sparens muß eine natürliche Fortsetzung finden. Die Sparkassen müssen dafür sorgen, daß diese Sparpfennige wieder in Arbeit umgesetzt werden, um so mehr, weil ja tatsächlich in den Sparkassen der Geist der Sorge um b;» nationale Wirtschaft herrscht. Die Sparkassen sin Verwalter wertvollsten deutschen Gutes. Sie tragen daher auch die Verantwortung für einzig deutsches, nicht für internationales Gut und sind daher ein unendlich wertvolles 6 le ment beim Wiederaufbau Deutschlands. Sie verwalten nicht nur Geld, sondern das Vertrauen der Menschen, Derjenige, der ihnen den Sparpfennig bringt, weiß, daß dieser gut aufgehoben ist. Wer dieses Vermögen an Vertrauen angreift, ist nicht wert im neuen Staat zu leben. Mit Gott wird das Hauptbuch geführt werden. Mit Gott für das Volk wird die geleistete Arbeit ihr (Ergebnis zeitigen. Das Werk wird gelingen, wenn alle pflichtgemäß an die Arbeit gehen." Oberhessische Gesellschaft für Aaiur- und Heilkunde. 3n der vorletzten Sitzung der Gesellschaft sprach Studienrat Dr. Heuhel über „Die Erzeugung von Schwingungen mittels der Elektronenröhre". Der Vortragende setzte feine Ausführungen von der 3anuarsihung fort. Cs wurden zunächst Schwingungen gezeigt mit einer Frequenz von 1,2 Hertz, die so langsam verlaufen, daß das Auge ihnen folgen kann. Mit Verkleinerung der Kondensatoren und Spulen steigt die Frequenz, bis ein tiefer Ton entsteht, der immer höher wird und schließlich an der oberen Grenze der Hörbarkeit verschwindet. Es war interessant, festzustellen, wie die jüngeren Zuhörer noch Töne hörten, die für die älteren schon außerhalb des Hörbereichs lagen. Die Frequenz wurde dann weiter erhöht, die Schwingungen wurden mit Hilfe der Resonanz nachgewiesen. Die höchste mit der gleichen sog. Dreipunktschaltung erreichte Frequenz betrug etwa 100 Millionen je Sekunde. Dabei nehmen die Einzelteile des ganzen Versuchsgerätes immer einfachere Form an. Als Resonator diente zrm Schluß noch ein einfacher 1,50 Meter langer Metallstab, in dessen Mitte ein kleines Glüh- lämpchen eingeschaltet war. Rach dem Vortrag fand eine lebhafte Aussprache statt die das 3nteresse der zahlreich erschienenen Zuhörer an dem behandelten Thema erwies. _ Iti^en Sitzung behandelte Herr Prof. Dr. W. 3. Schmidt im Zoologischen 3nftitut der älniversität: Neueres über den Feinbau der tierischen Gewebe". Der Vortragende ging von der Tatsache aus, daß der Auflösungsfähigkeit unserer Mikroskope unüberschreitbare physikalische Grenzen gesetzt sind. Die Erforschung des Baues tierischer Gewebe bedarf also im s u b mikroskopischen Bereich anderer Methoden. Neben der Ancmlhse der Quellungserscheinungen stehen sntramitroflop, Röntgendiagramm und polari» sierteS Licht als Mittel zur ^Beifügung, mit deren Hilfe Schlüsse auf den submikroskopischen CBau der tierischen Substanzen gezogen werden lön- nen. Der Redner gab einen kurzen äleberblick über die physikalischen Grundlagen der Polarisationsmikroskopie und berichtete dann an Hand zahlreicher Lichtbilder über Ergebnisse, die in letzter Zeit mit Hilfe dieser Methode, im wesent- liehen von ihm und seinen Schülern, erarbeitet wurden. Reue Einblicke in den Feinbau tierischer Substanzen und Gewebe wurden erhalten beim Thromatin des Spermienkopfes und der Radio- larien bei den feinen Plasmafortsähen mancher Einzeller, den Wimperplättchen der Rippenquallen, den Fibrillen der glatten und der quergestreiften Muskulatur, beim markhaltigen Rer- den, den Sehstäbchen des Auges, dem Haar der Säugetiere und dem Chitin der Insekten. Don besonderem Interesse waren Ergebnisse über den Dau der leimgebenden Fasern und des Knochens (zu dessen Aufbau leimgebende Fasern und Kalksalze in gesetzmäßiger Weise vereinigt sind), besonders im Zusammenhang mit neuen chemischen Erkenntnissen über die anorganische Knochensubstanz, über die in einer früheren Sitzung der Gesellschaft bereits berichtet wurde (Dgl. Gießener Anzeiger vom 8. März 19331). Lebhafter Beifall der zahlreich erscheinenen Zuhörer dankte dem Redner, der zeigen konnte, wie eine neue Methode nach den verschiedensten Richtungen Dresche schlägt, alte Fragen beantwortet und neue aufwirft. A. Reichsstatthalter Sprenger nimmt an der Lustfahrt-Werbewoche in Gießen teil Der Reichsstatthalter in Hessen Sprenger wird am morgigen Sonntag in Gießen weilen, um im Laufe des Nachmittags an der großen Motorflug- oeranstaltung im Flughafen teilzunehmen. „Arzt und Volk." Der Leiter des neuen Aufklärungsamtes für Be° völkerungspolitik und Rassenpflege bei der deutschen Aerzteschaft Dr. med. W. G r o ß-Berlin wird am kommenden Montag, 3. Juli, in der Reuen Aula der Universität einen Dortrag über das Thema „Arzt und Volk" vor der Gießener Klinikerschaft und der gesamten Aerzteschaft halten. Die Vortrags« Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr. Tödlicher Derkehrsunfall. Die 32jährige Ehefrau Marie Sch e p p von Harbach fiel im Laufe des gestrigen Abend einem schweren Unfall zum Opfer. Als sie sich auf der Heimfahrt von Grünberg nach Harbach befand, geriet sie gegen einen Lastkraftwagen, stürzte vom Rade und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß sie sofort von der Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Die bedauernswerte Frau hatte schwere Verletzungen am Kopf und außerdem innere Verlegungen erlitten, denen sie heute morgen erlag. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht völlig geklärt. ** 100JahreSchreinereiKarlTränk- ner. Am heutigen Tage vor 100 Jahren wurde die Schreinerei Karl Tränkner in der Maigasse 11 gegründet. Der Gründer Georg Philipp Andreas Tränkner, ein im Jahre 1802 gebürtiger Gießener, entwickelte das Geschäft aus kleinsten Anfängen heraus, um es dann seinem Sohne Georg Tränkner, dem Vater des heutigen Besitzers, zu übergeben. Bis vor 30 Jahren wurde das Geschäft als Bau- und Möbelschreinerei geführt, dann aber in ein Bcstattungsgeschäft umgewandelt, das sich weit über die Grenzen der Stadt hinaus des besten Rufs erfreut. Das Geschäft hat einen umfangreichen Kundenkreis und beliefert insbesondere auch verschiedene Bestattungsvereine. Der Sohn des jetzigen Inhabers ist im Geschäft des Vaters tätig, und soll dereinst die Firma übernehmen und die 100jährige Tradition wahren. * * Prooinzialverband derRuhe - und Warte st andsbeamten. Der Provinzialoer« band Hessen-Nassau der Ruhe- und Wartestands, beamten und Hinterbliebenen hielt hier seine Hauptversammlung ab. Die Zahl der Ortsgruppen des Provinzialverbandes hat sich im abgelaufenen Berichtsjahr von 38 auf 41, die Zahl der Mitglieder von 4700 auf 5100 erhöht. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden der 1. Vorsitzende Buder- Kassel und der 2. Vorsitzende Schneider- Frankfurt a. M. wieder-, als 1. Schriftführer Fischer« Marburg neugewählt. * * Sperrung der Lahn st recke. Die Lahn auf der Strecke vom Wehr bis zum Felsen wird, wie aus einer Bekanntmachung im Amtsoerkündigungs- blatt hervorgeht, am 8. und 9. Juli in der Zeit von 8 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in die- ser Zeit stattfindenden Regatta der Gießener Ruder« gesellschaft 1877 beteiligt sind, gesperrt. * * Heinrich Schlusnus singt in Bad- Nauheim. Am kommenden Mittwoch, 5. Juli, findet im großen Bühnensaale des Kurhauses ein Lieder- und Arienabend des großen deutschen Barito- niften Heinrich Schlusnus statt. Das ausgewählte Programm (Lieder von Schubert, Schumann, Brahms, Wolf und Strauß sowie Arien aus Opern von Tschaikowsky und Giordano) dürfte bei dem gesangliebenden Publikum besonderes Interesse erwecken. Der Künstler wird von seinem ständigen Pianisten Franz Rupp (Berlin) am Flügel begleitet. Der Vorverkauf befindet sich an der Theaterkasse im Kurhaus. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Das Messest der LandesuniverW. Im Beisein des Reichsstatthalters und des hessischen Ministerpräsidenten. Zum erstenmal seit der nationalen Erhebung beging unsere Alma mater Ludoviciana in der althergebrachten Form ihre 2 a h r e s f e i e r, die durch die Anwesenheit des Herrn Reichs- statthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, des Herrn hessischen Ministerpräsidenten und Chrensenators der Universität Professor Dr. Werner, mehreren Herren des hessischen Kultusministeriums, darunter Ministerialrat Ringshausen und Dr. D l a n k eine besondere Weihe erhielt. Die Feier wurde mit einem Einzugsmarsch eröffnet, bei dessen Klängen der akademische Lehrkörper die mit Lorbeeren und frischen Blumen festlich geschmückte und von einer großen Versammlung dicht besetzte Reue Aula betrat. Unter Leitung des Universitätsmusikdirektors Professor Dr. Temesvary brachte der Akademische Gesangverein dann Otto Ludwigs „Mahnung" in einer Vertonung von Temesvary zu Gehör. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. A. Ieß begrüßte darauf die große Festversammlung, vor allem den Herrn Reichsstatthalter, den Herrn Ministerpräsidenten und die Herren des Kultus- ministeriüms. Hierauf hielt er die Festrede über das Thema: „Die Geschichte der Augenheilkunde und ihre Stellung im Rahmen der Gesa m t m e d i z i n". Der Redner führte u. a. aus: Die Geschichte der Augenheilkunde ist so alt wie das Menschengeschlecht überhaupt, denn gerade das Auge als das edelste und wichtigste Sinnesorgan hat schon in vorgeschichtlicher Zeit die besondere Beachtung primitiver Volksmedizin gefunden. Durch Ausgrabungen in Mofopotamien sind Instrumente aus Gold gefunden worden, die vor 8000 Jahren zur Behandlung von Augenkrankheiten benutzt worden sind. Die Gesetze des Königs Homurabi von Babylon, der 2500 Jahre vor Christi Geburt lebte, enthalten augenärztliche Vorschriften. Bei Ausgrabungen in Aegypten fand man Grabinschriften von Augenärzten, die im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt an den Höfen der Pharaonen eine große Rolle gespielt haben. Die alten Griechen besahen eine hochentwickelte Augenheilkunde und kannten auch schon die Operation des grauen Stares. Zur höchsten Blüte aber kam die Augenheilkunde in der Zeit der Alexandriner. Don hier wurde die Wissenschaft in das römische Reich verpflanzt, wo sie aber im allgemeinen sich vicht wesentlich weiterentwickelte. Als nach dem Untergang des weströmischen Reiches und während der Stürme der Völkerwanderungen das ganze Abendland in ein kulturelles Dunkel verfiel, übernahmen die mohammedanischen Araber in Asien und Afrika die von den Römern überlieferte griechische Augenheilkunde. Sie retteten die Überlieferungen aus der Zeit der Antike und übermittelten sie zur Zeit des Mittelalters den germanischen Ländern. Wenn auch in der Zeit der Renaissance durch den deutschen Gelehrten Keppler eine neue und richtige Theorie des Sehens aufgestellt wurde, auch die Dioptrik des Auges richtig erkannt wurde, so verfiel doch bis in das 18. Jahrhundert hinein in Europa die Augenheilkunde in erstaunlicher Weise. Die gelehrten Aerzte wandten sich von ihr ab und überließen sie den sog. „Starstechern", d. h. nicht ärztlich ausgebildeten Leuten, die von Stadt zu Stadt reiften, in marktschreierischer Weise die Blin« den an sich lockten und mit dem sog. Starstich die getrübte Linse des Auges in das Innere des Glaskörpers versenkten, so daß die Pupille wieder frei wurde. Durch diese Methode wurde zwar zunächst ein brauchbares Sehvermögen wieder erzielt, jedoch hielt die Heilung niemals lange an, vielmehr verloren die meisten der auf diese Art operierten Menschen nach kurzer Zeit das Sehvermögen Dollftänbig. Den Anstoß zur Wiedergeburt der Augenheil« künde als eines wissenschaftlichen medizinischen Fachs gab die Erkenntnis, daß das Wesen des grauen Stars in einer Trübung der Linse selbst bestand, un* daß die operative Entfernung der getrübten Linse und nicht der fog. Starstich dem erblindeten Auge dauerndes Seyvermögen wieder beschaffen könnte. So entstanden im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, Frankreich, England und Italien neue Lehrer und neue Schulen der Augenheilkunde. In Deutschland kam es der Augenheilkunde zustatten, daß sie als besonderes Fach in den akademischen Unterricht ausgenommen wurde. So wirkte u.a. in den Jahren 1742 bis 1777 der aus Gießen stammende Professor Ernst Neu- bauer in Jena, der eigentlich Anatom war, jedoch auch die Augenheilkunde pflegte. Die entscheidende Wendung aber erfolgte durch die große Tat eines deutschen Mannes, dessen Name ewig in der Geschichte der Wissenschaft unvergänglich sein wird. Im Jahre 1850 entdeckte der Königsberger Professor Hermann von Helmholtz den Augenspiegels der es ermöglichte, das Innere des Auges, Linse, Glaskörper, Netzhaut, Aderhaut und Sehnerven zu übersehen unb bei stärkerer Vergrößerung krankhafte Veränberungen jeber Art zu erkennen. Mit dieser Erfindung war eine neue Welt dem Augenarzt erschlossen. Alles, was man bisher unter dem Namen „schwarzer Star" zusammengefaßt hatte, d. h. alle die vielen Erblindungen, bei denen im Gegensatz zum grauen und grünen Star die Pupille ihre normale Schwärze behielt, wurde jetzt als eine Unzahl von Erkrankungen des inneren Auges aufgedeckt. Es war ein besonderes Glück für die Wissenschaft, daß ein genialer Augenarzt, der Berliner Professor Albrecht von Graefe, die Entdeckung des Augenspiegels miterlebte, sofort die große Wendung in der Augenheilkunde erkannte und sich mit Eifer und Erfolg der Begründung der modernen Augenheilkunde widmete. Als dritter Mitbegründer in der neuen Wissenschaft ist der Holländer D o n d e r s zu nennen, der in Utrecht lehrte und die Anomalien der Refraktion und Akkommodation des Auges und ihre Korrektion durch Brillen von modernen Gesichtspunkten aus reorganisierte. Die folgenden Jahrzehnte brachten die Selbständigkeit der Augenheilkunde und die Errichtung eigener Augenkliniken an sämtlichen Universitäten des In- und Auslandes. Der Zusammenhang der Augen- und Allgemeinleiden wurde immer mehr erkannt, viele neue Operationen gegen den grauen und den grünen Star, gegen äußere und innere Augenleiden, in neuester Zeit auch insbesondere gegen die Netzhautablösung, wurden eingeführt und zahllose, sonst unrettbar der Erblindung Anheim- gefallene dürsten dem Aufschwung der Augenheilkunde die Rettung ihres Augenlichtes verdanken. Gewarnt muß aber dringend werden vor einer sich jetzt gerade in Deutschland besonders verbreitenden Kurpfuscherei von Laienbehandlern, die unter dem Namen „Augendiagnose" viele Unwissende an sich lockt und schwersten Schaden anzurichten imstande ist. Während des Weltkrieges hat die moderne Augenchirurgie unzählige Augen vor der Erblindung retten können. Die Zahl der Augenver- letzungen war infolge der Art des Schützengrabenkampfes, sowie infolge der Wirkung der Brisanzgranaten, insbesondere auch der Hand- und Ge- wehrgranaten bis auf 10 vH. sämtlicher Kriegsverletzungen emporgeschnellt, während sie im Kriege 1870/71 kaum 1 v. H. ausmachte. Auch im Gaskampf waren die Augen ganz besonders gefährdet, und wenn wir auch leider über 3000 Kriegsblinde zu verzeichnen haben, so muß doch betont werden, daß diese Zahl ohne augenärztliche Versorgung sich zweifellos verzehnfacht haben würde. Durch augenärztliche Ueberwachung der Truppe ist es auch gelungen, die schlimmste Seuche, die in früheren Kriegen von den Heeren Napoleons über die ganze Welt verbreitet wurde, nämlich tue Körnerkrankheit ober das Trachom sowohl vom Heere selbst als auch von der Heimat fernzuhalten. Ebenso kam es trotz der langen Hungerjahre, wel- chen unser Volk und unser Heer ausgesetzt war, nicht zu der sogen. Ernährungsnachtblindheit angesichts der Erkenntnis, daß selbst bei ungenügender Ernährung das Vorhandensein gewisser Vi- tamie diese Erkrankung verhindern kann. Die Forderungen der Eugenik werden in Zukunft dahin gehen, daß eine Anzahl vererbbarer Leiden, die zu allmählicher Erblindung in früheren oder späteren Jahren führen, nicht durch 93er- wandtenehen an Zahl weiter zunehmen. Eine Zählung hat ergeben, daß trotz des Hochstandes der Augenheilkunde in Deutschland immer noch über 30 000 Blinde vorhanden sind, ganz abgesehen von den Hunderttausenden, die durch Erblindung eines Auges oder Herabsetzung des Sehvermögens beider Augen in ihrer Erwerbsfähigkeit schwer geschädigt sind und den öffentlichen Haushalt durch notroen- bige Unfallrenten stark belasten. Die statistische Durcharbeit aller Fälle von Erblindungen hat gezeigt, daß bei sachgemäßer Hilfe, die aber leider durch die Erkrankten und Verletzten nicht immer ausgesucht wurde, von dieser großen Zahl von Erblindungen fast die Hälfte als vermeidbar, ein Viertel als bedingt vermeidbar und nur das letzte Viertel als völlig unvermeidbar angesehen werden muß. Volksaufklärung, Bekämpfung des Kurpfuschertums und Unterstützung der auf vorbeugende und überwachende Maßnahmen gerichteten Tätigkeit der praktischen Aerzte in enger Zusammenarbeit mit den speziell ausgebildeten Augenärzten findet hier ein dankbares Feld, um die immer noch zu große Zahl der völlig Erblindeten und das gewaltige Heer der teilweise Erblindeten zu verringern. Im Anschluß an die Festrede gab der Rektor einen Auszug aus der Iahreschronik der Llniversität und teilte die Ergebnisse der Bearbeitungen der Preisaufgaben mit, wobei er die Hoffnung aussprach, daß auch im kommenden Iahre die neuen Preisaufgaben eine so gute Bearbeitung finden möchten. Er nahm dann das Wort zu folgender Schlußansprache: Deutsche Männer und Frauen! Nach der Jahreschronik unserer Alma mater (je- ziemt es sich, am heutigen Tage der großen Ereig- nisse zu gedenken, die in der zweiten Hälfte des zurückliegenden akademischen Jahres über unser Land dahingegangen sind und ihren Abschluß noch nicht gesunden haben. Wir erlebten einen Umschwung und einen Aufbruch des Volkes von erschütternder Gewalt. Wir sehen unsere alte, rühm- reiche Fahne wieder über unseren Häuptern wehen und neben ihr das Hakenkreuzbanner der erwach- len deutschen Nation. Endlich nach 14 Jahren der Erniodriguna soll sich erfüllen, was die Vorbe- dingung unseres Wiederaufstiegs und unsere (Bettung unter den Völkern der Erde fein muß. Eine einzige wahre Volksgemeinschaft aller Deutschen unter Führung unseres ehrwürdigen Reichsvräsi- deuten v. Hindenburg und unseres Volks- kanzlers Hitler sehen wir erstehen. Der Parteienstaat verschwindet und mit ihm verschwinden die Klassengegensätze, die Deutschlands Kraft zermürbten. Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau muß sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen. Wir alle kennen nur ein Ziel: das große, freie und im Nationalsozialismus geeinte deutsche Vaterland. Nach dem Gesänge des Deutschlandliedes richtete der Vorsitzende der Gießener Studentenschaft stud. jur. H. I- Adam eine kurze Ansprache an seine Kommilitonen, in der er auf den großen Wandel dieser letzten Monate hinwies, der namentlich auch an der Hochschule und unter der Studentenschaft nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich vollzogen werden müsse. Es könnte nicht geleugnet werden, daß zwischen einem großen Teil der Dozentenschaft und der studentischen Jugend Gegensätze klafften, die es nicht gelte zu überbrücken, sondern durchzukämpfen. Es bedeute eine Selbsttäuschung, wollte man dies heute verschweigen. Die nationale Revolution sei zwar beendet, die soziale stehe indessen erst am Anfang. Gefährlicher als der Marxismus, der mit offenem Visier gekämpft habe, sei die Reaktion, die aber trotz ihrer Tarnung unterdrückt werden müsse. Die Zeit des Individualismus, das habe man eben erst bei den Wehrsportübungen gesehen, sei vorbei. Für die studentische Jugend gelte es, dem Gedanken der Gemeinschaft zum Siege zu verhelfen, für sie sei die Parole: Durch Sozialismus zur Nation. Mit einem von der Versammlung freudig aufgenommenen „Sieg-Heil" auf den Herrn Reichsstatthalter Sprenger, den Herrn Ministerpräsidenten Dr. Werner und den Herrn Ministerialrat Ringshausen schloß der Vorsitzende der Studentenschaft seine Ansprache. Die Versammlung sang das Horst - Wessel - Lied, worauf die stimmungsvolle Feier mit dem Vortrag von Robert Reinicks „Morgenhymne" durch den Akademischen Chor wiederum in der Vertonung von Temesvary ihren Ausklang fand. dickund MSES M AW KM AM AW W M 9' A K- 1 11 y | Vermietungen | Das städtische Rao$ Marktplatz II mit Laden u. 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Die Erwachsenen werden in geeignet ericheinenber Weise über bie Schnakengefahren und ihre Vertilgung aufgeklärt (am besten burch einen Vortrag). Wir verweisen auf die Artikel im „Gießener Anzeiger" vom 20. und 21. Juni 1933 m und vom 21. Juni 1933 in der „Ober- hessischen Tageszeitung". 3. Die Vertrauensleute kontrollieren, daß Tümpel, Strabenrinnen, Pfützen usw. reden Tag ausgekehrt und trocken- gehalten bzw. zugeschüttet werden. Alte Töpfe und hohle Scherben, in denen sich Wasser ansammelt, sind unterzuaraben. 4. Verunreinigte Gewässer, Regenfässer, Wasserbecken in Gärten usw. sind mit Saprol zu übergießen (Gießkanne). Saprol kann bezogen werden bei der Ehern. Fabrik Gebrüder Nördlinger, Flörsheim am Main. Diese Maßnahme ist in Verbindung mit ber Gemeinbe auszufuhren. 5. In stehenbe Gewässer sinb Enten unb Fische einzusetzen. lieber bie Durchführung bieser Verfügung wollen Sie uns bis zum 1. Oktober 1933 ausführlich berichten. 4299 C Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Henh. Kreis Alsfeld. Das Kreisamt bringt zur allgemeinen '??nntms, bab die Beratungsstunden in Fursorgeangelegenheiten wie folgt statt- fmben: 1. in Alsfeld, alte Mädchenschule, ,/schnevfenhain, am 12. Juli, 9. und 23. August, 6. und 20. September 1933, jeweils von 11 bis 12 Uhr vormittags. An den gleichen Tagen, nachmittags von 3—4 Uhr, ffndet Säuglingsbera- tungsstunde statt. 2. in Homberg (Oberhessen), Rathaus, am 6. Juli, 3. August und 7. September, jeweils von 1 Uhr ab. Kreis Lauterbach. Am Freitag, dem 7. Ju IÜ933, wird von vormittags 10 Uhr ab eine Krüovel- beratungsstunde in Lauterbach im Krankenhaus Eichhof durch die orthopädische Universitätsklinik zu Gießen von Herrn Prof. Dr. Pitzen abgehalten. Tie Beratung erfolgt kostenlos. Eine ärztliche Behandlung ffndet nicht statt. Das Kreisaint macht alle Interessen- .en auf diese Beratungsstunde aufmerksam. MöhLZimmer f. 2 Monate gesucht. Schr. Ana. u. B. L. 515(4263V) g, G.A. postlagernd. 04017 Jung.Ebevaar, kinderlos, s. z. 1. 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Zimmermann Konkursverfahren. lieber bas Vermögen der Firma Kauf- haus B.Elsoffer, Inhaber Emil Weiffenberg in Gieffen, wird heute, am 29. Juni 1933, vormittags 10 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da die Schuldnerin ihre Zahlungen eingestellt hat und zahlungsunfähig ist. _ Der Rechtsanwalt Zimmer in Gießen, Horst-Wessel-Wall,wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 18. Juli 1933 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfasfung über die Beibehaltung des ernannten ober bie Wahl eines anderen Verwalters, sowie über bie Bestellung eines Gläubigerausschusses unb eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung ber angemeldeten Forderungen auf Dienstag, den 25. Juli 1933, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 101, Termin anberaumt. 42v5v Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schulbig sinb, wird aufgegeben, nichts an ben Ge- meinschulbner zu verabfolgen ober zu leisten, auch bie Verpflichtung auferlegt, von bem Besitze ber Sache unb von ben Forberungen, für welche sie aus berSache abgefonberte Befriebigung in Anspruch nehmen, bem Konkursverwalter bis zum 18. Juli 1933 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zu Gieffen. Zuchtvieh-Versteigerung der Landwirtschastskammer für Hessen am Montag, 10. Juli, in Alsfeld. Zum Verkauf kommen: 22 Süllen >es hessischen Fleckviehs und 16 Eder >es veredelten Landschweins. Seginn der Versteigerung 11 Uhr. Gießen, den 28. Juni 1933. Tierzuchtamt für die prov. Oberhessen in Gießen: gez. vr.Wagner. 42730 4-3imni.-lBoön. mit Mansarde ober 5-Zimmer-Wohn. in guter Lage, sof. zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03990 an b. G. 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Und wir hatten nichts als die Hoffnung, daß es wirklich bald besser wurde. Denn immer, noch hüllte sich der Himmel in ein dunkles Grau. Kein einziger Sonnenstrahl. Unsere Boote treiben mäßig schnell dahin. In der Ferne taucht ein Städtchen auf: Esch Wege! Allerhand freundliche Gedanken huschen in den Kreis der Betrachtungen. Am wertvollsten erscheint uns nur das eine: Mittagsrast I Es wird gebraten, gekocht und gebacken. Daneben gibt es einige Feststellungen: Grete hat im dunklen Keller der Mutter zu Blumenzwiebeln statt echter Zipollen- gegriffen. Außerdem ist der Himbeeriaft ausgelaufen: er hat hübsche bunte Verzierungen in der Wäsche hinterlassen. Der Himmel hängt noch immer voller Geigen. Cs dräut und dräut. Dunkle Wolkenfehen ziehen dahin, ein frischer Wind weht. Immerhin ist's klar genug, um die in der Ferne liegende „Blaue Kuppe", einen ehemals feuerspeienden Berg, zu erkennen. Auf der andern Seite wuchtet das Massiv des Hohen Meißners gen Himmel. Drüben liegt das Schloß Wolfsbrunn, ein Prunkbau, der nicht wenige« als vier Millionen Mark verschlungen haben soll. Am andern Tage haben wir nicht nur Sonne, sondern auch flotte Fahrt. Bergnügt jonglieren wir mit den Paddelbooten über die Steine hinweg, die überall hindernd im Wasser liegen. Die von Schilf und Bohr eingesäumten Ufer leuchten in herrlichster Sommerpracht. Es brennt der Mohn in feurigem Rot, der gelbe Löwenzahn wetteifert mit weißen Margeriten, und stolze Königskerzen schauen erhaben auf das Geranke unter sich. Mit jedem Paddelschlag fliegen die munteren „Wippsterte". Bachstelzen, hoch: mehrfach scheuchen wir Wildenten auf, die in schnellem Fluge abstreichen. In neckischem Liebesspiel segeln die Uferschwalben, während aus den naheliegenden Wäldern ein vielstimmiges Bogel- gezwitscher zu uns herüber dringt. An schmucken Dörfern fahren wir vorüber, hinter denen wie gemalte Kulissen das hessische Bergland mit dunklen Wäldern und lieblichen Matten sich präsentiert. Hinter einer Brücke haben wir plötzlich Strom- schnellen. Aufpassen, aufpassen... Da! Eines der Boote sitzt schon auf Grund. Ra, na! Der unaufmerksame Paddler ist schon herausgesprungen, während sein Mädelchen ängstlich die Paddel schwingt. Schon ist das Boot wieder flott. Alles ging glatt und ohne Schaden ab. Bei Albungen mit dem vielbesuchten Höllental taucht die Burg Fürstenstein auf. Hoch über der Werra thront das alte Gemäuer. Bald nähern wir uns der Doppelstadt Allendorf- Bad Sooden, allwo die Soodener Salzpastillen fabriziert werden. Auf der einen Seite liegt der aufstrebende Kurort Bad Sooden — auf der andern Allendorf, das altertümliche Städtchen mit vielen Fachwerkbauten, krummen Gäßchen und stillen Winkeln. Beide Städte sind durch eine wuchtige Brücke voneinander getrennt. Wir entschließen uns zu einem Besuche Allen- dorfs, schauen uns satt an den köstlichen hessischen Fachwerkbauten und gelangen bei unserer Wanderung vor die Tore der Stadt, wo wir überrascht aufschauen. „Am Brunnen, vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum..." Hier an dieser Stelle hatte der Dichter Wilhelm Müller verweilt, als er seine berühmten Berse schrieb, die durch Franz Schuberts Melodie unsterblich wurden. Der Dichter lebte lange Iahre in Allendorf. Rach kurzer Mittagsrast ziehen unsere Boote an Allendorfs Fischerstadt vorüber. Ein kleines Venedig! Bei Hochwasser sind die Häuser durch ein Wehr geschützt, das wir mit unseren Booten passiersn müssen. Eine annehmbare Strömung bringt uns rasch vorwärts. Es dauert nicht lange und die Iugend- burg Ludwig st ein liegt vor uns. Das Ziel für die Rächt und den nächsten Tag! Wir können uns entscheiden, ob wir auf hessischem oder thüringischem Gebiete rasten wollen, denn die Werra trennt beide Freistaaten voneinander. Ein günstiger Lagerplatz ist ausschlaggebend: in Hessen bleiben wir. Wollen wir nach Thüringen, dann können wir über die alte Brücke gehen, die unweit unseres Lagerplatzes liegt. Aha, noch ein Drückentarif! Was steht denn da: ..... Equi- fPagen und Tiere, welche zu den Hofhaltungen des Königlichen Hauses oder des Fürstlichen Gesamthauses Hohenzollern oder zu den Königlichen Gütern gehören, haben freie Ueberfahrt..." Hm. Kommt für uns ja nicht in Frage. Ieder andere Uebergang kostet 10 Pfennig. Also machen wir einen Fährbetrieb auf; das erspart uns manchen Groschen. Die Rast nutzen wir gründlich aus. Der Iu- gendburg Ludwigstein statten wir unseren Besuch ab. Weit schauen wir vom Burgfried aus ins Werratal. Auch nach Thüringen wandern wir hinein — steil hinauf zu der Ruine H a n st e i n, die malerisch von dem Dörfchen Rimbach umlagert ist. Oben die alte Felsruine, rings herum wie Schwalbennester die Häuschen und ein schmuk- kes Kirchlein des kleinen, katholischen Dörfchens. Unvergeßlich sind die Eindrücke von diesem herrlichen Landstrich. Wir sind schon wieder in Fahrt. An der Tabakarbeiterstadt Witzenhausen geht's vorüber. Bei Hedemünden befahren wir den linken Werraarm. Cs schießt der Fluß in seinem engen Bett nur so dahin — kaum, daß wir den lockenden Sauerkirschen zu beiden Seiten einen verlangenden Blick gönnen können. Bei der Stauanlage „Letzter Heller" müssen wir die Boote wieder umtragen. Endlich sehen wir wieder rauchende Schorn» fLir.e: Schmirgelwerke Hannoversch-Mün- den! Roch einmal so schnell gehen die Paddel. Arn Tanzwerder, dort, wo Werra und Fulda sich küssen und den breiten Weserstrom bilden, wollen wir lagern. Berboten! Schade! Bei der Iugend- herberge finden wir aber einen ausgezeichneten Ersah. Natürlich statten wir dem Städtchen unseren Besuch ab. Wenn Alexander von Humboldt, der berühmte Raturforscher, dies hannoversche Münden schon zu den sieben schönstgelegenen Städten zählt, müssen wir doch schauen! Und wir sind entzückt! Das stolze Welfenschloh, ein klassischer Renaissancebau, beherrscht das Stadtbild. Ueber alte, in Parks umgewandelte Friedhöfe schreiten wir, vorbei am „Hagelturm", dem Wahrzeichen der Stadt. Uralte, schmucke Fachwerkbauten locken immer wieder den Blick auf sich. Da steht das alte Küsterhaus, am Markt das „Tillyhaus", in welchem der große General 1626 sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte. Am Rathaus, einem alten, stolzen Bau, kommen wir vorüber, dann bleiben wir am Eisenbarth- Haus stehen. Da steht der Doktor Eisenbarth, angetan mit Perrücke, in den Händen sein medizinisches Instrument. Die Inschrift auf den Bildwerk erzählt uns: „In diesem Hause wirkte und starb Doktor Eisenbarth. Er war besser als sein Ruf. 1661 bis 1727.“ Einstens zog er durch die norddeutschen Orte und pries icine Künste: Bin der berühmte Doktor Eisenbarth, heile Blindheit, Melancholie, Schwindel, Wahnsinn, Wassersucht, Muttermale und Kröpfe, sehe künstliche Augen und neue Zähne ein ..Rur soll's manchem wirklich nicht gut bekommen sein! An der Aegidienkirche befindet sich des berühmten Heilkünstlers Grabmal. Diel haben wir noch geschaut und in uns ausgenommen. Köstlich ist die Erinnerung an jene wundersame Fahrt im Paddelboot. Lasset uns die Werra preisen, denn ihre Stille und Lieblichkeit wird uns noch manches Mal in ihren Dann ziehen! Wanderfahrten. Gießen — Hangelstein — Daubrlnger Pah — Alten-Buseck — Rödgen — Annerod — Gießen. Zu dieser Wanderung benutzen wir zunächst die rote Keilmarkierung, die uns über Wieseck zum Hangelstein führt. Wir kommen an dem schönen Ausblick über dem Steinbruch und an der Felsenkanzler mit hübschem Staufenbergblick vorüber, steigen auf gewundenem Pfad hinab und folgen jetzt blauen Dreiecken, die uns an der Teufelskanzel und der Unionslinde vorüber zum Daubringer Paß leiten. Auch hier erfreuen uns prächtige Blicke nach der Rabenau mit dem Totenberg, auf Burg Staufenberg und in das Buseckertal. Wir verlassen jetzt das Wegezeichen, gehen abwärts nach Alten-Buseck, wo uns gute Gasthäuser zur Rast einladen, um hierauf über Trohe und Rödgen, hinter letzterem, am Wasserwerk vorbei, die Höhe zu ersteigen, wo sich uns vor einer am Waldrand gelegenen Jagdhütte eine prächtige Aussicht erschließt. Wir kommen dann ein kurzes Stück durch Wald, an helfen Ende eine mächtige 700jährige Eiche steht, überschreiten die Grünberger Straße und gelangen bald darauf nach Annerod, um nochmals dort zu rasten. Zum Heimweg wählen wir den sog. Butterweg (gelbe Punkte), der uns in einer Stunde nach Gießen bringt. Gesamtmarschzeit: 5 Stunden. Gießen — Garbenteich — Mengelshäuser Teiche — Lich. Wir beginnen unsere Wanderung an der Universitätsbibliothek und folgen von hier roten Strichen, die uns den Schreiberweg entlang, durch einen Teil des „Nizza" hinüber zum Schiffenberger Weg bringen. Wir kommen am Forstgarten und an der Försterei Baumgarten vorbei, durchschreiten Hausen und erreichen nach gut Inständigem Marsche Garbenteich. Mitten im Ort zweigt die Straße nach Lich ab, die wir einschlagen und nunmehr roten Andreaskreuzen nach an der Wasenmeisterei vorüber zu den Mengelshäuser Teichen, einigen, mitten im Wald anmutig gelegenen, von Wildenten bevölkerten Weihern, gelangen. Das Zeichen führt uns zunächst an den Fürstenbrunnen, einer hübsch eingefaßten Quelle, wo Rastgelegenheit ist, später um den größten Weiher herum. Zur Fortsetzung unserer Wanderung verlassen wir jetzt die Markierung und schlagen eine Waldschneise in genau östlicher Richtung ein, wodurch wir alsbald wieder auf die vorher begangene Landstraße nach Lich zurückkommen und ihr bis zum Endziel folgen. Dauer der Wanderung höchstens 3N Stunden. Rrisewinke. Starke Verbilligung der Schweizer-Reisen. Zur Förderung des Sommerverkehrs gewähren die schweizerischen Transportunternehmungen ein« scyließlich der Schweizerischen Postverwaltung (Post- autoftredenl vom 1. Juli bis 15. September 1933 für die in Auslande bei den Agenturen der Schweizerischen Bundesbahnen und bei Reisebureaus gelösten schweizerischen Fahrkarten für Hin- und Rückfahrten, sowie Rundreisen ab Grenze nach schweizerischen Jnlandstationen eine besondere Ermäßigung von 30 v. H. Bedingung ist, daß sich die Reisenden mindestens sieben Tage in der Schweiz aufhalten. Da die Preise für die Hin- und Rückfahrt- und Rundreisebillette bereits ordentlicherweise um ?0 o.H. ermäßigt sind, so kommt ein Gesamtrabatt von 45 v. H. in Frage. Die Hinfahrt ab Grenzstation muß an dem von der Ausgabestelle mit dem Datumstempel in das Billett eingestempelten ersten Geltungstage angetreten werden. Die Rückfahrt ab dem im Billett angegebenen Bestimmungsort darf frühestens am achten Geltungstage angetreten werden. Auskunft und Prospekte über Fahrvergünstigungen, billige Pauschalaufenthalte, Sprachkurse usw. durch alle Reisebureaus und das Amtliche ReifGbureau der Schweizerischen Bundesbahnen, Berlin NW 7, Unter den Linden 57. Rhönbad Bronnzell. Das Paradies an der Fulda, das Rhönbad Dronnzell bei Fulda, stellt seine Pensionshäuser auch in diesem Iahre den Erholungssuchenden zur Derfügung. Abseits von dem Dorfe Dronnzell und abseits von der Autostraße Fulda—Frankfurt gelegen, bieten die Häuser txoh der rein ländlichen Gegend alle hygienischen Einrichtungen. In den ausgedehnten Parkanlagen, die direkt von der Fulda begreift werden, finden sich prächtige Wasserläufe, die auch an heißesten Sommertagen dem Ruhebedürftigen Erquickung bieten. Ein. großes Schwimmfreibad, ein ideales Kinderplanschbecken, eine riesige Liegewiese und aUe sonstigen für die Sommermonate gesuchten Annehmlichkeiten sind vorhanden. Eine Kurtaxe wird nicht erhoben. Sie deutsche Lustsahri-Werbeivoche in Gießen. Segelflugzeug-Ausstellung. Die laufende Woche ist im ganzen Deutschen Reiche zu einer Werbewoche für Luftfahrt ausgestaltet. Auch die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Luftsportverbandes, die der Landesgruppe VII Südwest und der Untergruppe Hessen-Darmstadt eingegliedert ist, befindet sich in eifriger Werbetätigkeit. Sie hat, wie den Lesern aus den verschiedenen Artikeln und Anzeigen schon bekannt ist, ein reichhaltiges und vielseitiges Programm für diese Woche aufgestellt. Am Donnerstagnachmittag bot die Segelsliegergruppe der Ortsgruppe Gießen des DLB. (wir berichteten bereits kurz darüber) der Gießener Bevölkerung eine seltenen Genuß. Seit etwa 17 Uhr waren in den Anlagen des Hindenburgwalls 4 Segelflugmaschinen zur allgemeinen Besichtigung aufgestellt. Wenn auch das Wetter der Veranstaltung nicht sehr hold gesinnt war und wenn sich auch die Maschinen im hellen Schein der Sonne besser ausgemacht hätten, so waren doch die gelben Vogel mit den weitausladenden Schwingen auf dem grünen Rasen der Anlagen ein schöner Anblick. Es war auf diese Weise dem Publikum beste Gelegenheit geboten, Segelflugzeuge, ihren Aufbau und ihre Ausmaße, aus nächster Nähe besichtigen zu können. Die bei den Maschinen ausgestellten Wachen des DLV. und des Fliegersturms waren gerne bereit, den interessiert fragenden Beschauern sachliche Auskunft zu geben. Indessen erfreute die Gießener Reichswehrkapelle durch flotte Märsche und andere Musikstücke. Im ganzen waren 4 Flugzeuge zur Besichtigung aufgestellt, von denen drei der DLV. Ortsgruppe Gießen und eines dem Gießener Fliegersturm gehören. Da sah man eine ziemlich leichte Maschine vom Typ »Zögling" die eine Spannweite von 10 Meter besaß. Sie wurde im Jahre 1931 von der Segelfliegergruppe der Ortsgruppe Gießen des DLV. erbaut, und zwar in einer Zeit von etwa 800 bis 1000 Arbeitsstunden. Die Kosten für die Maschine (natürlich nur für die Anschaffung des notwendigen Materials: die Arbeit leisten ja die Segelflieger selbst) belaufen sich auf 250 Mark. Weiterhin war ein Segelflugzeug vom Typ „Prüfling“ mit einer Spannweite von 11 Meter zu sehen, die im Jahre 1929 erbaut wurde. Sie ist in ungefähr 2500 Arbeitsstunden fertiggestellt worden und hat etwa 800 Mark gekostet. Diese Maschine kann schon zum Motorschlepp verwendet werden. Eine Hochleistungsmaschine stellt der Typ .,5 a l f e“ dar, der eine Flügelspannweite von 12,6 Meter be- sitzt und im vorigen Jahr erbaut wurde. Aus sie wurden etwa 3000 Arbeitsstunden und Kosten in Hohe von 1400 Mark verwendet. Wie schon gesagt, gehört sie zu den Hochleistungsmaschinen und kann als solche sogar zum Motorflugzeugschlepp heran- gezogen werden. Die Maschine war auch schon öfters in der Rhön. Die bis jetzt aufgeführten drei Segelflugzeuge sind Eigentum der Ortsgruppe Gießen im DLV. Her- gestellt wurden diese Maschinen von der Segel- fliegergruppc in einem der Fabrikgebäude der ehemaligen Zurbuchschen Fabrik in den Eichgärten. Die vierte Maschine, die auf dem Hindenburg- wall aufgestellt war, gehört dem Fliegertrupp Gießen und ist den meisten der Gießener wohl schon von dem Deutschen Abend dieses Sturmes am letzten Sonntag in der Volkshalle her bekannt. Sie ist die jüngste der vier Maschinen, denn sie wurde erst an jenem Abend eingeweiht. Erbaut wurde sie von einigen Angehörigen des Fliegersturms innerhalb der letzten 3 Wochen vor dem Deutschen Abend, so daß für sie etwa 600 bis 800 Arbeitsstunden gerechnet werden können. Es handelt sich um ein Gleitflugzeug mit einer Spannweite von 10 Meter vom Typ German. In verhältnismäßig kurzer Zeit wurde also die Maschine aus eigener Kraft und aus eigenen Mitteln des Fliegersturms unter der Leitung des Lehrmeisters der Gewerbeschule, Herrn S ch e p p, auf die Rinne gestellt. Unter derselben Leitung soll voraussichtlich demnächst ein weiteres Flugzeug, eine „A l e x a n d r i a" - M a s ch i n e von dem Fliegersturm erbaut werden.' Zugleich mit der schon gebauten Maschine wurde in Hunqen von dem dort befindlichen Trupp des Gießener Fliegersturms ein Flugzeug von dem gleichen Typ wie das Gießener hergestellt. Auch sie ist schon fertig und wird dem- nächst in Hungen getauft werden. Werbemarsch - Werbeabend. Gestern abend fanden die Deranstaltungen zur Luftfahrt - Werbewochc ihre Fortsetzung durch einen Werbemarsch der SA.-Fliegerstaffel in Verbindung mit dem Motorsturm, die mit klingendem Spiel der SA.-Kapelle durch viele fraßen unserer Stadt marschierten, um so für den Gedanken der Luftfahrt zu werben. In geschlossener Marschordnung, bei Musik und gemeinsam gesungenen Marschliedern, begleitet von einer stattlichen Menschenmenge, zogen die Mannschaften zum Flughafen. Das Flughafengebäude war mit Tausenden elektrischer Lampen prächtig erleuchtet und der Platz festlich geschmückt. In feierlicher Form wurden unter den Klängen eines Marsches die Flaggen Schwarzweißrot und Hakenkreuz vor der Terrasse in langer Reihe gehißt, während Fliegerstaffel und Motorsturm vor der Terrasse Aufstellung genommen hatten. Graf Solms-Laubach, der Borsihende der Ortsgruppe Gießen im DLB. hielt eine kurze Begrüßungsansprache: Werbung für die deutsche Luftfahrt sei eine Rotwendigkeit. Im Flughafen werde schon seit Iahren wertvollste Aufbauarbeit geleistet und eine tragfähige Grundlage für zukünftiges Wirken sei geschaffen worden. Run wende sich der Deutsche Luftsportverband an das deutsche Volk, damit diese Grundlage allenthalben verbreitert werden könne. Die deutsche Luftfahrt brauche Mithilfe und Derständnis. Man freue sich über jeden, der bereit fei, ein kleines Opfer für die deutsche Luftfahrt zu bringen. Man habe die feste Hoffnung, daß die Fliegerei auch in Oberhessen weiter an Boden gewinnen und wachsen werde, denn der Ausbau der Luftfahrt sei eine nationale Pflicht, die nicht versäumt werden dürfe. Mit einem „Heil HitlerI“ schloß der Redner. Sodann hielt der bekannte Segelflieger stud. med. Fritz Schmidt eine längere Ansprache: Der Redner führte u. a. aus: Am 28. Juni habe man in Deutschland mit Fahnen auf Halbmast des Tages der Unterzeichnung von Versailles gedacht. 14 Jahre habe es gedauert, bis sich das deutsche Volk daraus besann, diesen schicksalsschweren Tag als einen Trauertag zu begehen. wie Flammenschrift siehe das wort „Der- failles“ über allem deutschen Tun und handeln. Unser Lebensraum sei stark verkleinert, ihn zu schützen sei uns dazu noch verboten. Das Weltgewissen schweige. Kein Volk der Erde trete für Deutschland ein. Wehrlos, abgerüstet stehe Deutschland einer Welt gerüsteter Mächte gegenüber. „Deutschland erwache!" dieser Ruf des Reichskanzlers Adolf Hitler fei aber nicht umsonst erklungen. Jetzt lege sich Deutschland Rechenschaft ab, was war, was Ist und was werden solle. Alles Handeln fei nun auf die Zukunft gerichtet. Groß und gewaltig fei in dieser Hinsicht die Ausgabe der deutschen Fliegerei. Was die deutsche Fliegerei im Weltkriege geleistet habe, stehe einzig da. Zum Kriegsende seien aber 22 000 Flugzeuge und 33 000 Motore ausqelie» fert worden, über 1 Million Quadratmeter Jlug- hallenraum und 37 (von 57) Luftschiffhallen seien vernichtet worden. Die Militärfliegerei wurde den Deutschen verboten. Die Zivilluftfahrt wolle man in der Entwicklung behindern. Die Festsetzung von Leistungsgrenzen deutscher zivilen Flugzeuge schränkten jede Weiterentwicklung ein. Der Gegner habe erreicht, was er habe erreichen wollen: deutsche Flugzeuge seien für den Kriegsfall unbrauchbar. Um so mehr seien aber die Leistungen des deutschen Bad Salzschlirf • Hotel Kaiserhof Pens. 5.- bis 6.50. Eig. Konditorei, Caf6 / Küche, Keller best. Ruf Niederspas am Rhein bei Boppard Pension Wirth. Volle Pension Mk. 3.25-3.80. 4 Mahlzeiten. Keine Nebenkosten. Rheinterrasse. «2»7v Boctiflaldhaasen Vogelsberg. 39930 Schöne Lage, direkt am Wald. Staubfrei,s. schön. Laub-u Nadei'wald.Liegewiese asn Hause. Anerk. gute Küche. 6ute Betten. Schwimmbad. 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Die Segelfliegerei habe die Worte am Denkmal auf der Wasserkuppe wahr werden lassen: Wir toten Flieger, Wir blieben Sieger Durch uns allein! Volk, fliege du wieder Und du wirst Sieger Durch dich allein! Wissenschaft, Werkstatt und praktisches Fliegen haben sich gegenseitig unterstützt und zu Erfolgen geführt, die einzigartig in der Welt seien. Der Segelfiug fei, das habe jeder Flieger langst erkannt, eine wertvolle Ergänzung der ZUotot- fliegerel. Die Gefahr, die Deutschland von feiten fremder Luftfahrt bedrohe, sei ungeheuer. Frankreich rechne im Ernstfälle mit 4500 kriegsfähigen Flugzeugen. Belgien habe 300 Flugzeuge, Polen und die Tscheche! zusammen 1700. 6500 Flugzeuge könnten innerhalb kürzester Zeit auf einmal zum Einsatz kommen. Dieser Angriffswaffe sei Deutschland völlig wehrlos ausgeliefert. Unter diesen 6500 Flugzeugen seien 1700 Bombenschlepper, die auf einmal 490 000 kg Bomben über Deutschland abwerfen könnten. So sehe die wahre Luftgefahr aus. Eines sei angesichts dieser Tatsachen allen klar: Wenn in Genf keine Entscheidung falle, werde unsere Regierung, gestutzt auf die Einmütigkeit des Volkes, Mittel und Wege finden, das Vaterland vor dieser Gefahr zu schützen. Sofort sei dieses Ziel nicht zu erreichen, was aber sofort einsetzen müsse, das sei unsere Arbeit, die Arbeit aller Flugkameraden. Sie müßten die Freiheit des deutschen Luftraumes erkämpfen. Es sei Pflicht der alten und der jungen Fliegergeneration, alle Kräfte einzusetzen und jeden zu werben, der dem fliegerischen Vorwärtskommen dienen könne. Nicht jeder könne aktiver Flieger sein, aber jeder müsse wissen, was die deutsche Fliegerei für unsere Zukunft bedeute. Nach einem Ausspruch des Führers der deutschen Luftfahrt Ministerpräsident Göring müsse „Deutschland ein Volk von Fliegern! werden. — Die Ansprache wurde mit stärkstem Beifall ausgenommen. Mit dem Abbrennen eines mächtigen Biwakfeuers und dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Aus öer provinzialbouptstaiN Die beste Viebverwertung. Der Oberhessische Viehhändler-Der- eine. V., Sitz Gießen (Gau 4 des Reichsoerbandes der nationalen Viehhändler Deutschlands), bittet uns durch feinen Vorsitzenden, Herrn Kreiling- Heuchelheim, um Veröffentlichung folgender Zuschrift: Wenn der deutsche Bauer vor die Frage gestellt wird, welche Art der Verwertung seiner verkaufsreifen Produkte, insbesondere seines Schlachtviehes, die für ihn zweckmäßigste und deshalb auch vorteilhafteste ist, so kann es darauf nur eine Antwort geben und die muß lauten: Durch den Verkauf an einen zuverläffigen Händler. Gerade im Verkehr zwischen Bauer und Viehhändler kann man ein oft viele Jahrzehnte bestehendes und durch Generationen fortgesetzes Vertrauensverhältnis feststellen, dessen Wert nicht zu unterschätzen ist, und das deshalb ohne zwingenden Grund auch nicht zerstört werden sollte. Der Viehhändler, dem an der Erhaltung alter Geschäftsverbindungen gelegen sein muß, wird immer bereit fein, den höchstmöglichen Preis beim Einkauf anzulegen, der Bauer hat den Vorteil, daß er keinerlei Risiko zu übernehmen hat, keiner Marktkonjunktur unterworfen ist, sondern Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: Nachtmacht. sellschaft e. V.: 20.30 Uhr, im Kaufmännischen Ver- einshaus: außerordentliche Hauptversammlung. — Gießener Radfahreroerein 1885 e. V.: 19 Uhr, Re- | ftaurant „Karlsruhe": Sommernachtsfest. — Licht- । Wirtschaft 12, 15. 20, 8, 40, 21.10: 3 zert des mufik. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. D.: H. L. N e u n e r. Pfennig pro Stück: Rüben (gelbe) 10, (rote) 10, Radieschen 5 bis 10 Pf. pro Bund. Kochbutter 100, Matte 25, Wirsing (grün) Weißkraut 10 bis 12, Spinat 10 bis Römischkohl 10, Dohnen (grün) 30, Erbsen Tomaten 40 bis 45, Rhabarber 5 bis an seine Vaterstadt Frankfurt a.M. 20: Sonder- fenbung. 20.10: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: Don Berlin: Unterhaltungsmusik. Montag, 3. Juli. Rundfunkprogramm. Sonntag, 2. Juli. 6.15 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Von Wien: Zum 90. Geburtstag Peter Roseggers. Enthüllung des Rosegger-Denkmals in Mürzzuschlag. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate, von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend: Kasperl-Theater. 16: Aus dem Palmengarten: 1. Großdeutsches Treffen der Handharmo- nika-Freunde, Frankfurt a. M., 16.30: Pforzheim: Nachmittagskonzert. 18: Hinter den Kulissen einer großen Nachrichtenagentur. 18.25: „Su gihn die Gäng". Gedichte, wie mer schwätzt em Nassauer Ländche. Von Wilhelm Reuter, Bremthal. 18.40: „Stiefkinder des Schicksals: Rudolf Jungmayr, der Gipsformer." Don Gertrud Fundinger'. 18.55: Der Himmel im Juli, Vortrag von Prof. Edmund Sit- tig. 19.30: Fröhliches Zwischenspiel. Rudolf Presber — Tageskalender für Sonntag. Ober- ] hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung „Vorformen künstlerischen Schaffens". — Deutsche Luftfahrt-Werbewoche 1933: 15.30 Uhr, Flughafen: Motorflugtag, Gas- und Luftschutzübung, Rundflüge, Konzert: 20.30 Uhr: Gartenfest, Nachtflüge, Konzert. — Gießener Radfahrerverein 1885: 11 Uhr, Start am „Schützenhaus" zum Adolf-Deibel-Gedachtms-Ren- nen. — 105. Jnf.-Divifion Generalfeldmarschall von MackSnsen: Hotel Kobel, Zusammenkunft. — Eoang.- kirchliche Frauenvereine in Gießen: 15 Uhr: Jubiläumsfeier, Liebigshöhe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand". Sranffurf überwiegend befestigt. Frankfurt a. M., 1. Juli. Die Frankfurter Samstagsbörse eröffnete in überwiegend freundlicher Haltung. Vorwiegend waren verschiedene Aktienmärkte belebt. Da sich in den nächsten beiden Monaten das Samstagsgejchäft auf Frankfurt und München konzentrieren wird, hofft man auf ein weiteres Anwachsen des Umsatzes. Hauptsächlich aus diesem Grunde und außerdem infolge der fortschreitenden Klärung der innerpolitischen Lage waren vorerst meist kleine Anfangsgewinne bis zu 0,5 o. H. zu verzeichnen, denen nur am Elektromarkt Rückgänge und im gleichen Ausmaß auch bei Zement Heidelberg gegenüberstanden. Nach den ersten Kursen hielt die Lage an. Bei nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung war die Mehrzahl der Notierungen leicht befestigt. Am Montanmarkt konnten Stahlverein auf die Fusion bin 1 v. H. gewinnen. Anderseits waren Th. Goldschmidt um 1 v.H. abgeschwächt. Der Rentenmarkt zeigte gegen gestern abend meist unverändertes Aussehen. Altbesitz und^Neu- besitz lagen gehalten, ebenso Reichsbahnvorzugsaktien. Auch Reichsschuldbuchforderungen und Schutzgebiete im Freiverkehr lagen unverändert. Der Pfandbriefmarkt wies meist Abschwächungen von 0,25 bis 0,5 v. H. auf, nur Liquidationspfandbriefe waren widerstandsfähig. Von fremden Werten erschienen Schweizer Bundesbahnen mitPluszeichen. Im Verlauf war das Geschäft wieder etwas ruhiger. Trotz einzelner Erleichterungen mußte aber die Börse als ziemlich fest bezeichnet werden. Tagesgeld war mit 3,75 o.H. wieder etwas leichter. (Siebener Wochcr-n: rktpreise. • Gießen, 1. Lluli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 120 Pfennig, in dem Moment, in dem sein Vieh den Stall verläßt, genau weiß, was es ihm gebracht hat. Schließlich besteht ja das Wesen des Viehhandels nicht allein darin, die Tiere an einen x-beliebigen Markt zu schicken und nun in Geduld und Ergebenheit abzu- warten, ob man einen der jetzt leider so seltenen „guten" Märkte getroffen hat, sondern von viel größerer Wichtigkeit ist es, die Qualität der Tiere zu beurteilen unh dann zu entscheiden, welcher Markt voraussichtlich die beste Absatzmöglichkeit bietet. Nicht jedes Tier ist für jeden Markt geeignet; es gibt zwischen den einzelnen Märkten recht erhebliche Unterschiede, und was sich beispielsweise in Berlin noch einigermaßen zufriedenstellend verwerten läßt, das ist vielleicht in Frankfurt a. M. oder in Köln eine fast unverkäufliche Ware. Die richtige Beurteilung der Qualität und die zuverlässige Erkenntnis der besten Absatzmöglichkeit, das sind Dinge, die sich nicht von heute auf morgen erwerben lassen, sondern dazu gehört langjährige Erfahrung, also Sachkunde, ohne die kein Geschäft auf die Dauer erfolgreich betrieben werden kann. Der Viehhändler, der mit dem für eigne Rechnung ein- gefauften Vieh am Markte steht, wird, darüber kann es gar keinen Zweifel geben, auch am meisten bestrebt fein, seine besondere Sorgfalt einer vernünftigen Preisbildung zu widmen, denn schließlich ist er ja der Leidtragende, wenn zum Schluß das Exempel nicht stimmt. Es gibt zuverlässige Viehhändler genug in allen Gegenden Deutschlands, so daß Absatzschwierigkeiten für den Bauern keine Rolle spielen, in der Hauptsache kommt es nur darauf an, erprobte Geschäftsverbindungen zu erhalten. Wer sich nach diesem Grundsatz richtet, der wird für seine Ware auch immer den zeitgemäßen Preis erhalten." — Aus die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam ge- Mischgemüse 10, Zwiebeln 12, Himbeeren Kartoffeln (alte) 3 (pro Zentner 2,80 bis 3 Mk-), (neue) 5,5 bis 6, Erdbeeren 40 bis 45, (Wald) 60, Stachelbeeren 15 bis 25, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 90 bis 100 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier (inl.) 8,5, Käse 4 bis 10, Blumenkohl 10 bis 50, Salatgurken 30 bis 45, Salat 3 bis 10, Oberkohlrabi 5bis8, Rettich 10bisl5 ** Der Schwim m-S tädt e°W ettkampf Bonn — Kassel — Wiesbaden-Gießen, eine Beranstaltung des Gießener Schwimmver-- eins. findet trotz der seitherigen ungünstigen Wetterlage am morgigen Sonntag in der Mül- lerschen Badeanstalt statt. (Siehe Anzeige tm heutigen Anzeigenteil.) ** Zuchtviehversteigerung in Alsfeld. Die Landwirtschaftskammer für Hessen veranstaltet durch das Tierzuchtamt für die Provinz Oberhessen in Gießen am Montag, 10. Juli, in 211 s = seid eine Zuchtviehversteigerung, die mit 22 Bullen des hessischen Fleckviehs und 16 Ebern des veredelten Landschweins beschickt wird. Die Versteigerung findet im Rahmen des bekannten Alsfelder Pra- mienmarktes statt. Die zur Versteigerung kommenden Bullen stammen fast ausschließlich aus bekannten Leistungszuchten der Kreise Alsfeld und Lauterbach. Die in den letzten Jahren ermittelte durchschnittliche Höchstleistung der Bullenmütter beträgt 3748 Kilogramm Milch, die milchreichste Mutter lieferte tm Kontrolljahr 1931/32 7026 Kilogramm Milch. Auch in Korpersorm genügen die Bullen züchterischen Anforderungen, da nur solche Bullen zur Versteigerung endgültig angenommen wurden, die von der Auswahlkommission für körfähig erachtet wurden. Die zur Versteigerung kommenden Eber sind ebenfalls in bekannten Le'istungszuchten der Provinz gezüchtet. Sie besitzen durchweg das körfähige Alter, so daß sie sofort nach dem Ankauf zur Zucht Ver- Sommernachtsfest. — Licht- i wendung finden können. Auf die heutige Anzeige sei spielhaus,' Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand". I besonders hingewiesen. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Baden-Baden: Mittagskonzert I des Städtischen Kurorchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittaaskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Deutscher Almanach. 18.15: Schnellkursus in italienischer Sprache. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Separatisten. Ein Hörwerk. 20: Sondersendung. 20.10: Konzert. ~ “ mal 5 Minuten. 21.25: Unterhaltungskon- LZornotizcn. — Tagest au? nder für Samstag: Gießener Rudergesellschaft: 20.30 Uhr im Bootshaus: Generalversammlung. — Erste Reichskurzschriftge- Wettcrvoraussage. Mit der Verlagerung des hohen Druckes nach dem Kontinent gelangt die Wetterlage in ruhigere Dahnen. Wenn auch bei vorwiegenden Westwinden vorübergehend noch Bewölkung aufkommt, so wird sich doch beim Absinken der Luftmassen der Himmel vielfach aufheitern, so daß die Sonnenstrahlung weiteren wärmeren Anstieg bewirkt. Aussichten für Sonntag: Vielfach aufheiternd, nur vorübergehend noch Bewölkung, wärmer und vorwiegend trocken. Aussichten fürMontag:Jm ganzen warmes und trockenes Wetter. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. Juli. 3. Sonntag nach Trinitatis. Sladttirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinbe; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Missionsstunde im Johannessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alien Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.45: Pfarrassistent Dörfern; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrassistent Dörfern. — Dieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Christenlehre; 20: Volksmissioner Frickel; Kollekte. — Annerod. 12.30. — Rödgen. 10. — AIbach. 8.15: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst und Abendmahl. — AlteN'Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Grohen-Buseck. 10.30? Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 1. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 2. Juli. 4. Sonntag nach Pfingsten. Mariae Heimsuchung. Gießen. 6.15 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; Primizfeier; 11: Messe mit Pre- bigt; 14.30: Vesper. Nach der Vesper wird der Primizsegen ausgeteilt. Oeffenflidjer Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. W. Klein, Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. med. Kockerbeck. Apotheke: Engelapotheke. Frau Karoline Zinn Wwe.,geb. Kühl im Alter von 74 Jahren In tiefer Trauer: 04002 Gießen, den 1. Juli 1933 Gießen (Steinstraße 76), Vochem, Ahlen i. W„ den 30. Juni 1933 Statt Karten! Grüningen, den 30. Juni 1933. 4200D 4275 D Herrn Friedrich Wörner leicht und mittel •flllL) Gießen, den 1. Juli 1933. 4305 D Die Trauerfeier findet Montag, den 3. JuU, nach' mittags um 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Am 28. Juni entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Für die meiner lieben Frau, meiner treusorgenden Mutter während ihrer langen Krankheit und auf ihrem Leidenswege erwiesene Liebe und Freundschaft, für die große Anteilnahme beim Heimgange, die vielen letzten Blumengrüße und die tröstenden Worte am Grabe sprechen ihren t)ank aus Nach längerem Leiden verstarb am 30. Juni meine liebe Nichte Fräulein Minna Mengel iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ia Zement-Schwemmsteine Bimsdielen / Schlackensand Villa-Victoria Bad-Salzhausen bestes u. ruh. Haus in best. Lage. Ausnahmepreis. Verl. Prosp. - Tel. 209. Heinrich Zinn und Frau, geb. Pitzer Ludwig Zinn und Frau, geb. Botthof und 2 Enkel Mauer-Isolierpappe beste Qualität, allerbilligst C. 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Für die von allen Seiten so herzlich entgegengebrachte Teilnahme bei dem Verluste unseres lieben Hitler-Jungen Hermann Rullmann, der uns so schwer betroffen hat, sagen wir Allen unseren innigsten Dank. Wir danken ferner dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte, sowie für die so warm empfundenen Nachrufe bei den Kranzniederlegungen seines Meisters und seiner Arbeitskollegen, dem Herrn Führer der Konfirmanden, dem Herrn Scharführer der Hitler-Jugend und seinem Herrn Fachlehrer von der Fortbildungsschule, sowie für die so zahlreichen Blumenspenden. Für die trauernden HinterbUebenen: Familie August Kulimann Familie Theodor Schldrb _______________________________________4303 D vmrtbrenuboU ä Wagen 5 Ztr. 5 NM. fre1 Hau AnieuerhoU ä Wagen 6 RM. ire- Hau Bohnenstangen Stück 10 u 12 P? Lägern eh I z.Räuchern tiefer xiul. 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Landro richtete sich auf und straffte die Schultern. „Mittag — und wir sitzen hier und vergessen unsere heiligste Pflicht!" „Was meinen Sie?" „Nun, ein bißchen von dem Mammon vertun, mit dem man uns heute früh so freundlich bedacht Hal", erwiderte Bandro ernsthaft. „Wozu in aller Welt ist er denn sonst da? Ich gehe essen!" Sie mußte lachen. Er sah sie entzückt an. „Könnte das nicht zu zweien geschehen, Gräfin? Oder gedachten Sie heute von Frühlingsseligkeiten zu leben? Ich für meinen Teil ziehe da Frühlingssuppe vor, und etwas Ordentliches dazu. Im Tucher- bräu gibt es Schweinskotelett mit Rottraut und Kartoffeln für achtzig Pfennig. Achtzig Pfennig! Das ist billig. Und für edjroeinstotelett bin ich außerordentlich empfänglich. Halten Sie mit?" „Wenn ich für mich bezahlen darf..." „Genehmigt. Sonst kriege ich Sie ja nicht hin." Sie gingen nach dem Ausgang des Parks. Als sie über die Holzplanken der kleinen Brücke schritten, blieb Wera unwillkürlich stehen und sah über das vorhin so dunkle Wasser hin. Nun funkelte und glänzte es, in lauter Sonne getaucht. Sollte die wirklich siegen, wie der Mann an ihrer Seite so zuversichtlich behauptet? — Da mahnte seine Stimme schon in sanfter Dringlichkeit: „Nicht stehenbleiben, nicht rückwärts schauen, Gräfin! Unser Weg geht vorwärts!" Und sie schloß das Tor ihrer Seele vor dem erneut anstürmenden Schmerz der Erinnerungen und ging gehorsam weiter. Weil ein Fremder es gebot, der ihr in dieser Stunde Freund geworden. 8. Kapitel. „Lieb du mich so wie ich dich, süßer kleiner Schäker", sang Li Kalesso und sah zu ihrem Partner empor, dessen schwarze Brauen sich zusammenschoben. „Magst das Liedei nicht, du?" Ihre rotgeschminkten Lippen spitzten sich wie zu einem Kuß. „Nein", entgegnete der kurz und vermied mit gewandtem Gleischritt einen Zusammenstoß mit dem von hinten vortanzenden Paar. „Aber alle Welt singt es doch jetzt!" „Und weil alle Welt es singt, muß es mir gefallen?" Nun war ein Lächeln in den dunklen Augen, Vie auf die schlanke Frau herniederblickten. „Das neue Kleid steht dir gut, Li." Wie ein Panzer umschloß der Goldstoff die schmale Gestalt, um nach unten in schimmernder Faltenweite auseinanderzufallen. Das pikante Gesicht mit der kecken Stupsnase sah heute merkwürdig jung aus. Sie strahlte ihn an. „Freut mich, bist ja der Spender! Das hab' ich mir vom letzten Scheck gekauft." „Richtig." Wiedeidiächelte er. Aber die kleine Wärme in seinem Blick war verschwunden. Die Frau, die fein Arm umfaßt hielt, deren schöner Körper sich leicht, aber fühlbar gegen den seinen schmiegte, verstand ihr Geschäft. Zur feinsten Kunst hatte sie das Nehmen ausgebildet. Aber so waren sie ja im Grunde alle, alle. Für Geld war alles zu haben, man mußte nur den Preis nach der Güte der Ware richten. — „Was ist nur heute mit dir, Magnus. Du bist so wortkarg." Es lag ein gut Stück versteckter Zärtlichkeit in dem Schmollen. Der Many schien es nicht zu merken. Er verneigte sich im Weitertanzen leicht gegen ein an der Tür zum Nebensaal stehendes Paar, das eben gekommen war und ihm und seiner Partnerin interessiert nach- sah. „Wer ist das?" fragte die Blondine, das lange Hermelincape mit geschickter Unabsichtlichkeit leicht von der nackten Schulter herabgleiten lassend, indem sie es mit spitzen Fingern über der Brust zusammen- raffte. „Steinherr", erwiderte ihr Begleiter lakonisch. Er putzte sich das Einglas und klemmte es ins linke Auge. Ein überraschtes: „Ah — der Steinherr?" „Es gibt nur einen, den ganz Deutschland kennt. Wollen wir tanzen, Frau Jenny?" t Sie überhörte es, sah dem anderen Paar weiter nach. „Das ist doch die Kalesso mit ihm — sind die beiden liiert?" Ein böser, schräger Seitenblick traf die fragende Frau. „Ich kann Ihnen leider keine Hoffnung machen, Frau Jenny — der Herr da drüben hat keinerlei Eroberungsehrgeiz." „Aber eine volle Börse", vollendete sie, mit leicht zusammengeknissenen Augenwinkeln die ragende Gestalt des anderen verfolgend. „Die er gut verschlossen zu halten versteht", lachte Hans-Heinrich Gebier. Qual und Bitterkeit waren in diesem leisen Lachen. Die Unersättlichkeit dieser Frau war grauenhaft, ein Vampir war sie. „Magnus Skeisherr ist kein heuriger Hase." „Eben deswegen. Es könnte mich reizen..." Sie hob die schweren Lider, lächelte ihren Begleiter an, süß und grausam. Legte die Hand auf seinen Arm. Das andere Paar kam wieder näher. Er verstand. „Nein", sagte er zwischen zusammengebissenen Zähnen, „nein." Fühlte die Nähte der Frau an seiner Seite. Und wurde willenlos, wie stets, wenn es galt, sich gegen sie zu behaupten. Grüßend lachte er dem Paar entgegen: „Hallo!" «icinherr, uuer den Stopf ieiner Partnerin hinweg durch den Saal blickend, dessen Fülle ihm nicht paßte, entdeckte den Bekannten wieder und verhielt den Schritt. Er sprach zu der Frau in seinen Armen. Kam dann mit ihr auf das andere Paar zu. In den Augen der Blondine glomm es auf. „Guten Abend, Gebier." Eine knappe Verbeugung vor der Fremden, die unhöflich gewirkt hatte, wäre sie nicht so elegant gewesen. Jenny Maloreen hob ihm die Hand zum Kuß entgegen. Er neigte sich darüber, aber feine Lippen berührten nicht die duftende Haut. Mit einem heimlichen Aufatmen sah cs die Kalesso. Jede neue Erscheinung fürchtete sie, und diese Frau mit den schmalen, graugrünen Katzenaugen, dem dünnen Mund, der sich wie ein schmaler Blutstreifen durch das blasse, ungeschminkte Gesicht zog, mehr als alle anderen. Das reizende Gassenbubengesicht entspannte sich. Nur ein leises Vibrieren in ihrem Lachen verriet die innere Erregung. „Freut mich, daß Ihnen der .Hexensabbat' so gut gefiel, Heinz! Aber Ihre .Mausi' spiel' ich deswegen noch lange nicht, in der Fassung wird die Aufführung eher ein böser Aschermittwochskater!" „Verraten Sie mir Ihre Wünsche, Frau Li!" „Mehr Kürze und weniger Würze", riet sie, das schmale Goldband auf die Schulter hochziehend, von der es während des Tanzens herabgeglitten war. „Es ist alles zu deutlich. Achtung, Madame will gehen." Die Maloreen sprach mit Steinherr. „Herr Gebier rief, weil ich Sie kennenlernen wollte", sagte sie in ihrer seltsam klanglosen Stimme, die man lange nachher noch im Ohr zu hören vermeinte. „Es inter- effierte mich, den Mann kennenzulernen, der es fertig« brachte, sich aus eigener Kraft heraus eine führende Stellung zu schaffen. Sie verstehen es, anderen Ihren Willen aufzuzwingen — das gefällt mir." Ihre Augen sahen ihn unter den schweren Lidern an, kalt, fest und zwingend. Sie mußte hinaufsehen, er überragte sie um ein gutes Stück. Des Mannes braunes Gesicht blieb unbewegt. Er verneigte sich leicht: „Ihre Güte ehrt mich, gnädige Frau." Es klang sehr höflich und sehr kühl. Die schillernden Augen hoben sich wieder. „Hätten Sie lieber ,Jhr Gefallen' gesagt-, mir gefällt selten ein Mensch. Ader .Güte'? Von Güte besitze ich auch nicht" — sie schnippte leise mit den langen, sehr schöngeformten Fingern — „die Spur. Mich lockt nur die Macht." Run war doch etwas wie Interesse in Steinherrs Betrachtung. „Aber der Weg zu ihr ist voller Dornen!" _ _ „Die läßt man entfernen, Herr Stemherr. Wozu sind denn die anderen da ..." Um die Mundwinkel des Mannes zuckte es. „Sehr richtig, gnädige Frau, es gibt ja soviel Dummheit auf der Welt, die gern dient. Aber wollen wir uns nicht setzen? Da drüben ist mein Tisch — darf ich bitten? Die Maloreen, die noch Immer das Eape Übet der Brust zusammcngerafst hielt, neigte das Haupt. „Danke, ich möchte lieber im großen Saal sitzen. Wir sehen uns noch, Herr Steinherr?" Es war ein Befehl, keine Frage. Groß sah sie empor in das braune Gesicht des Mannes, das weder Bejahung noch Abwehr verriet. Steinherr ging nicht hinüber in den großen Saal, was Frau Li mit Glück und Befriedigung erfüllte. Freunde kamen an den Tisch, um den sich bald eine fröhliche Runde gebildet hatte. Die reizende Kalesso, strahlend und in sprudelndster Laune, kam kaum herunter vom Parkett. Doch so scharf sie Umschau hielt, nirgends war das blasse Gesicht der Maloreen unter den Tanzenden zu sehen. Endlich entdeckte sie sie an einem kleinen Ecktisch hinten, inmitten einer Schar von Herren im Frack. Die Zigarette zwischen den langen Fingern drehend, saß sie in dem blauen Tabakdunst, der sie wie eine Wolke umgab, und hörte schweigend der Rede eine» bebrillten Glatzkopses zu, den Li als den Finanz- minifter erkannte. Sie hatte gute Beziehungen, Oie Katze... Steinherr brach früh auf. „Warum denn?" Nagte der dicke Selling, der seine Generaldirektorssorgen gern einmal verlegte. „Jetzt fängt's doch grab erst an, gemütlich zu werden: seien Sie doch kein Frosch! Wir fahren bann alle zu mir, ober noch besser: in bie kleine Tanzbar am Ring, die letzte Woche eröffnet würbe. Das ist Sache!'' „Ich habe noch zu tun." Magnus Steinherr hatte sich erhoben. Unb da er so am Tisch stand, schien es, als seien bie Sitzenbcn irgenbroie zusammengeschrumpft. Die Kalesso schlüpfte in ben Pelz, ben er ihr umhängtc. Reizvoll hob sich ihr pikantes Gesicht aus ber selbigen Weiche des Zobclkragens. „Und Sie auch!?" jammerte Selling. „Lassen Sie uns doch wenigstens Frau Li hier! Die anderen vermasseln einem bloß die gute Laune." Li lachte. „Danke schön! Aber morgen früh um zehn ist Probe, da muß ich frisch fein." Ihre liebenswürdige Fügsamkeit in feine Wünsche war in Steinherrs Augen ihre größte Tugend. 9. Kapitel. Als die beiden das Vestibül des Hotels erreicht hatten, standen plötzlich wie hingeweht der junge Gebier und Jenny Maloreen vor ihnen. „Gehen Sie auch schon? Ich bin müde", meinte die letztere, Steinherr ansehend, als sei seine Begleiterin nicht vorhanden. Sie tat weder gekränkt noch vertraulich. „Hoffentlich finden wir eine Taxe — mein Wagen ist in Reparatur, und Oehlers Schneckentempo paßt mir nicht." Gebier lachte etwas unsicher. Er war bekannt für seine Unvorsichtigkeit, die ihn schon ein schönes Stück Geld gekostet hatte. „Darf ich Sie beide in meinem Wagen mitneh- men", bot Steknherr höflich an. Es blieb ihm nichts anderes übrig. (Fortsetzung fok CITBOVIN DAS bekömmliche Säuremittel FÜR SPEISE- UND EINMACHEZWECKE In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Oitrovin-Fabrik G. eu b. H., Frankfurt a. M. Umgezogen Dr. phil. J. Neumann Psychotherapeut für nervös-seelische Störungen, Erziehungsberatung (Stottern, Lemhemmungen,Trotz, Nässen,Verwahrlosung) — Eheberatung. 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