Nr. 126 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, L 3 um (9od Erschein» lagllch, autzei Sonntags und Feierlags Beilagen: Die JHuttnert^ ©tefoener Familienblö ^ßorte Heimat im Bild Die Scholl, Ulonat$'0fjngspret$: Mi! 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr . . -.26 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ZernsprechanschMste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiehen GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen postschectlonto: granffurt am Dlain 11686. Drurf und Verlag: vrühl'sche Universitälr vuch- und Stcinöruderei K. Lange in Gießen. Zchristleitnng und Gefchäftrftelle: 5chnlitraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mra Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re» klameanzeigen von 70 mra Brette 35 Neichspsennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Ivilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Erstst Dlumfchein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Reichsminisler Goebbels über die Eindrücke Italien bietet unter der Führung des Duce ein imposantes Bild von Zucht Ordnung. Rom, 31. Mai. (WTB., Reichsminister Dr. Goebbels hat heute vormittag feine Besichtigung faschistischer Einrichtun- ?e n fortgesetzt und dann nacheinander die talienische und deutsche Presse empfangen, um vor seiner für heute abend festgesetzten Abreise au ihren Vertretern au sprechen Er machte dabei im wesentlichen folgende Ausführungen Der stärkste Eindruck, den das junge fafchistische Italien bei mir hinterlassen bat, ist M u s s o l i n t s e l b st. Er verkörpert in sich Willen und Deist in einer seltenen Harmonie 1---------- * Reichsminifler Dr Goebbels, seine (Sattln und ter italienische Luftfahrtminister General Balbo (Mitte) schauen auf dem Flugplatz den Landemanövern des Luftschiffs zu. Wie der „Angriff" berichtet, äußerte sich Mussolini bei dem gestrigen Empfang zu Ehren Er ist eine Persönlichkeit, die weit über das Maß des hergebrachten Talents hinausragt, mit einem Mort ein politisches Genie Besonders ansprechend bei ihm ist sein ungemein herzliches menschliches Wesen. Wenngleich der Duce als Mensch und als Persönlichkeit alles andere weit überragt, so stehen doch um ihn herum eine ganze Reihe von ausgezeichneten Männern, bei denen ich den unmittelbaren Eindruck gewinnen konnte, daß sie für das Regime und für die konsequente Fortsetzung der faschistischen Politik von unschätzbarem Ruhen sind Italien selbst bietet das imposante Bild von Zucht undOrdnung Mussolinis unsterbliches Verdienst wird immer darin bestehen, daß er dem italienischen Volk die Ueberzeugung eingeimpft hat. zu den Nationen ersten Ranges zu gehören Ich konnte bei einem Besuch in Lit- toria mich davon überzeugen, oon welch einer ungeheueren schöpferischen Kraft der Faschismus besessen ist Was 2000 Jahre vergeblich versuchten, das macht Mussolini wahr Die Pontinische Wüste wird urbarer Boden, und mitten im Frieden hat das junge Italien eine neue Provinz erobert. Die Filmkunst des lalchistifchen Reaimes ist vielversprechend und erweckt große Hoffnungen. Auch sie ist eine der vielen Ausdrucksformen eines modernen politifchen Denkens, das abhold ist jeder reaktionären Gesinnung und mutig nach vorn stößt. Das kam mir am stärksten zum Bewußtsein beim Besuch der gewaltigen sozialen Einrichtungen des Dopo Lavoro. Der Empfang in der Faschistischen Partei durch den Klab-Generalsekretär S t a r a c e hat mir eine große Freude bereitet Die um ihn versammelten Schwarzhemden boten den erquickenden Anblick von starker Kraft und männlicher Tugend. Ich habe das Bedürfnis, durch die Presse beider Can- bet dem bewundernswerten Duce, seiner Regierung und seiner Partei meine tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen für die so überaus herzliche Aufnahme, die ich in Italien gefunden habe. Mein Gruß und meine herzlichsten Wünsche gelten dem königlichen Hause Savoyen, dem Faschismus, seinem Duce, seiner Idee und dem ganzen italienischen Volk. Reichsminister Dr. Goebbels, dem zu Ehren die Deutsche Kolonie am Mittwoch noch einen stark besuchten Begrüßungsabend veranstaltet hat, trat heute abend die Rückreise nach Berlin an. Aus der Rückreise wird der Reichsminister in M a i l a n d für einige Stunden Halt machen, um auch dort einige Institute zu besichtigen und die vor kurzem eröffnete große Ausstellung für angewandte Kunst zu besuchen. In Rom hatten sich zum Abschied außer dem deutschen Botschafter und Frau v. Hassel! eingefunden des Chef des Protokolls und andere Beamte des italienischen Außenamkes, ferner eine außerordentlich starke Vertretung der Deutschen Kolonie. Dr. Goebbels in der deutschen Botschaft in Rom über die politische Entwicklung in Deutschland. Er erklärte, daß Autorität, OrdnungundDisziplin die Grundlage eines jeden Staates seien, daß es, wie in Italien, nur eine einzige Partei geben dürfe. Diese Parte, müsse das Volk, müsse die Nation darstellen und alle Tugenden des Volkes zum Ausdruck bringen Als der Duce dann gefragt wurde, was er oon der Zukunft Deutschlands halte, erklärte er mit Bestimmtheit: „Ich halte die Zukunft der nationalen Revolution in Deutschland für unbedingt ge- sichert."' Ministerpräsident Göring in Kastel. Kassel, 1. Juni (CNB. Funkspruch ) Ministerpräsident ©bring ist heule morgen in Ka, fel eingetroffen. Er wurde von den Behörden, Offizieren der Reichswehr und der Schutzpolizei sowie höheren SA.- und SS.-Fuhrern begrüßt. Der Mi- nisterpräsident, der oon einer großen Menschenmenge begeistert empfan g.en wurde, fuhr im Kraftwagen nach Bad Wildungen. Arn Wege hatten die Schulen Aufstellung genommen und die Arbeiter kamen aus den Fabriken, um dem Mi- । nisterpräsidenten zuzuwinken und ihm Blumen zu I überreichen. Das Präsidium der Abrüstuugskvnsereuz wird den endgültigen Entwurs der Konvention ausarbeiten. Als Grundlage des Abkommens gilt der englische Vorschlag. — Oer Haupt- auSschuß wird bis zum 27. Juni vertagt. Genf, 31. Mai. (111.) Das Präsidium der Abrüstungskonferenz faßte am Mittwoch abend nach dreistündigen streng geheimen verhand lungen. an denen auf besonderen Wunsch des Präsidenten Henderson nut die Abordnungsführer keitnahmen, den Beschluß, nach dem Abschluß der ersten Lesung des Abkommensentwurfes, die voraussichtlich Mitte nächster Woche erfolgen soll, das Prä- sidium zu bevollmächtigen, die 2. endgültige LesungdesAbkommensentwurfesoor- jubereilen und einen endgültigen vertragstezt auszuarbeiten. Vas Präsidium erhält die Vollmacht, die in der 1. Lesung erzielte Einigung in den vorzulegenden vertragstexi einjuarbeiten. die einzelnen Abänderungsanträge zu berücksichtigen, mit den einzelnen Mächten in Verhandlungen einzutreten und Unter- und Redaktionsausschüsse einzusetzen. Vas Präsidium hat einstimmig beschlossen entsprechend der deutschen Formulierung den englischen Abkom mensentwurf nicht mehr als Verhandlungsgrundlage. sondern als Grundlage des künftigen Abrüstungsabkommens anzunehmen. weiter ist beschlossen worden, daß die Vorarbeiten des Präsidiums bis zum 2 7. Juni beendet sein sollen. Der Hauptausschuh oer 1 agtsich nach dem Abschluß der ersten Lesung Mitte nächster Woche bis zu diesem Zeitpunkt. Dem Präsidium der Konferenz ist es jedoch überlassen worden, den Hauptausschuß zu einem späteren Zeitpunkt einzuberusen, falls das Präsidium bis zum 27. Juni mit den vorbereitenden Arbeiten noch nicht fertig ist. Der Beschluß des Präsidiums wird dem haupt- ausfchuß am Donnerstag zur Bestätigung vorgelegt werden. Er gilt In feiner weife als eine Vertagung der Konferenz, vielme ist ausdrücklich feftgefteUt worden, daß d i e Konferenz weiter zusammen b I e i b t und die Arbeiten lediglich in einer engeren zusammengefahten Form der verhandlungssührung allein durch das Präsidium verlausen. Bestimmend für die grundlegende Umgestaltung der Konferenz ist offenbar die Auffassung der leitenden Konferenzkreise gewesen, daß die jetzt notwendigen endgültigen Entscheidungen, insbesondere über den ziffernmäßigen Rüstungsstand der einzelnen Länder die Zahl der Flugzeuge, Unterseeboote und Tanks usw. nicht in öffentlichen Verhandlungen des Hauptausschusses getroffen werden können. Oas neue Gesetz zur Verminderung her Arbeitslosigkeit. Mit dem gestern vom Reichskabinett verabschiedeten Gesetz zur Berminderung der Arbeits- lofigkeit hat die Reichsregierung den Generalangriff auf das Grundübel unserer Wirtschaftsnot eröffnet. Die geplante Ausgabe von Arveitsschatzanweisungen in einem Gesamtbeträge bis zu 1 Milliarde Mark zur Förderung von Instandsehungs- und Er- gänzungsarbeiten an öffentlichen und privaten Gebäuden und Wohnungen sowie für Siedlungs- Atoede, Fluhregulierungen, Bauvorhaben usw. stellt eine Maßnahme dar, die in ihrer Großzügigkeit weit über all das hinaus- a e h t, was von früheren Regierungen zur Behebung der Arbeitslosennot unternommen worden ist und was offenbar gerade wegen der Beschränktheit der Mittel nur immer unvollkommenes Stückwerk und ohne wirklich durchgreifende Auswirkungen bleiben mußte. — Eine wirklich erfolgreiche „Ankurbelung der Wirtschaft" ist nur dann zu erreichen, wenn die För- derung der privaten Initiative der völlig blutleer gewordenen Wirtschaft auf allen Gebieten mit ganz umfassenden Mitteln in die Wege geleitet wird. Diesem Gedanken entsprechen auch die weiteren Bestimmungen des Gesetzes über die geplante Steuerfreiheit und die Anregung des Reichskanzlers, sofort großzügige Arbeitsprojekte, in erster Linie ein Bauprogramm für Hausreparaturen und für Straßen- bauten in Angriff zu nehmen Die gleichzeitig beschlossene Bildung einer Kommission unter Führung des Reichsbantpräsidenten zur Bearbeitung der mit diesen Arbeitsbeschaffungsprogramm zusammenhängenden Finanzfragen und zur autoritativen Regelung und äleberwochung aller den Geld- und Kapitalmarkt betreffenden Angelegenheiten bietet schon in der Persönlichkeit ihres Leiters Dr. Schacht die Gewähr dafür, daß die Sicherheit des Geld- und Kapitalmarktes nicht durch falsche Dispositionen oder Eingriffe gefährdet wird. Oie Finanzierung der deutschen Silmproöuffion gesichert. Berlin, 31. Mai (WTB.) Die oon dem Reichs- Minister für Bolksaufklärung und Propaganda Dr. Josef Goebbels angekündigten Maßnahmen zur Gesundung nd Förderung der deutschen yilmroirt- schäft haben nach langwierigen Derbandtunoen zum Abschluß einer großzügigen Aktion unter Zusammenfassung und Mitarbeit aller in der deutschen Filmwirisch a f t beteiligten Kräfte geführt und die Finanzierung des Iahresbedarfes in der deutschen Filmproduktion gesichert. Unter der Leitung des Staatssekretärs Funk vom Reichsministerium für Bolksaufklärung und Propaganda ist die Gründung der Filmkreditbank GmbH erfolgt Damit gelangt ein Teil des oon der Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie vorbereiteten Planes der deutschen Filmwirtschast zur Ausführung, der auf der Grundlage des unter staatlicher Förderung stehenden Selbsthilfegedankens der Wirtschaft beruht und jede wie auch immer geartete Subvention aus- schließt Die Ankurbeluna der Filmwirtschast durch gesunde und zuverlässig fundierte Kredite einerseits und die gleichzeitige Bereinigung der vielfach un» gesunden Marktoerhältnisse der Filmwirtschaft andererseits sind die großen Eckpfeiler des Planes, mit dessen Ausführung heute aus der Kreditseite dank der Inittatioe des Reichsministers Dr. Goebbels begonnen worden ist. Die Front des deutschen Rechts Ter Reichskanzler an Rcichsjustiztommissar Tr. Frank. Berlin, 31 Mai. (ERB.) ReichskanAler A d o l f H i t l e r hat an den Reicysjustiztommifsar und Führer des Rationalsozialistischen Iunsten- bundes Minister Dr. Frank ein Schreiben gerichtet, in dem er feiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß der Aufbau einer geschlossenen Front zurReugestaltungeines deutschen Rechtes erfolgt ist. „3u diesem Erfolg der Bewegung möchte ich Sie", heißt es in dem Schreiben weiter, ,aufrichtig beglückwünschen und die von Ihnen als notwendig erkannten Maßnahmen zur Bildung einer geschlossenen Rechtsfront bestätigen. Der Bund Rational- sozialistischer Deutscher Juristen ist unter Ihrer Führung zur Durchführung der großen, in der Zukunft zu lösenden Aufgabe der Schaffung eines deutschen Rechtes und der Reugestaltung der deutschen Rechtsordnung berufen. Alle mit dem Recht verwurzelten Berufsstände und Amtsträger werden daher in der Front des deutschen Rechtes des Bundes Rationalsozialistischer Deutscher Juristen a I s Standesgruppe in den kommenden ständischen Aufbau überaeführt werden können. Ihre Ihnen diesbezüglich bereits erteilten Vollmachten bestätige ich hiermit vollinhaltlich." „?achgruppe-Erzieher"im DVV. Berlin, 31. Mai. (TU.) Der Kommissar vom Deutjchen Lehreroerein teilt mit: Sämtliche deutschen Lehrerverbände mit insgesamt fast 300 000 als Erzieher tätige Mitglieder haben sich unter der Führung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes zu einer deutschen Erziehergemeinschaft zusammengefchlosfen. Diese Erzieherge- mcinschaft, die am 8. Juni ö. I. in Magdeburg feierlich konstituiert werden wird, tritt als organisches Ganzes mit der Bezeichnung „F a ch g r u p p e - E r - Ai eher" zu dem unter der Leitung des Reichs- statthaUers Sprenger stehenden Deutschen Be a m t e n b u n d. Da Mißverständnisse über die Zuständigkeit des Deutschen Beamtenbundes und de» NS.-Lehrerbunües entstanden sind, ist nach persün- sicher Vereinbarung zwischen dem Führer des Deut- schon Beamtenbundes, Pg. Sprenger, und dem Reichsleiter des NS.-Lehrerbundes, Pg. S ch e m nv eine Verfügung erlassen worden, in der es heißt: Als Leiterder „Fachgruppe-Erzieher" im DBB. ist Herr Kultusminister Schern m bestellt. Unter dieser Bezeichnung vollzieht er die Einigung aller deutschen Erzieher. Als Grundlage dient der NS.-Lehrerbund. Außer ihm hat niemand das Recht, organisatorische Maßnahmen in bezug auf die Fachgruppe (Erzieher), Deutsche Erzieherge- meinschast auf der Grundlage des NS.-Lehrerbundes zu treffen. Mit der organisatorischen Durchführung und Gestaltung der Erziehergemeinschaft bleibt nach wie vor Dr. S a b l o t ny als mein Stellvertreter beauftragt. Mehrleistungen in der Kriegsopferversorgung. Berlin, 31. Mai. (TU.) Wie die beiden in der „Nationalsozialistischen deutschen Kriegsopferversorgung" vereinigten Verbände, der NS.-Reichsverband der deutschen Kriegs- opfer und der Kyfshäuserverband der Kriegsbeschä- digten unh Kriegerhinterbliebenen, mitteilen, hat der Reichsarbeitsminister einige bedeutsame Milderungen in der Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen erlassen. Z. B. sind die Bersorgungsämter ermächtigt, Beschädigten, die die '21 n t r a g s j r i ft auf Versorgung versäumt haben, im Wege des Härteausgleichs ohne Prüfung des Bedürfnisses eine Versorgung vom fBeroilligungsmonat ab zu gewähren, wenn es sich um unmittelbare ober mittelbare Folgen einer Kriegsverwundung handelt. Dadurch ist allen im Weltkriege verwundeten Kriegsteilnehmern die Möglichkeit gegeben, auch jetzt noch Anträge auf Versorgung zu stellen. Dem gleichen Per- lonenfreife kann jetzt wieder Versorgung gewährt werden, wenn sie zwar früher eine Versorgung erhielten, aber in der Inflationszeit ab» gefunden worden sind oder am 31. Juli 1930 eine Rente nicht bezogen. Auch diesen Kriegsbe- schädigten kann ohne Prüfung des Bedürfnijfes beim Vorliegen sonstiger Voraussetzungen Rente im Wege des Kannanspruchs vorn Bewilligungsmonat ab gewährt werden. Bedürftigen Kriegseltern kann, insbesondere wenn der einzige Sohn oder mehrere Söhne an den Folgen einer Dienstbeschädigung gestorben sind, eine lausende Unterstützung bis zum Höchbetrag von monatlich 20 Mark für ein Elternpaar und 12 Mark für ein Elternteil gemährt werden. — Einmalige Unterstützungsbeträge können erwerbsuniäyigen Beschädig'' ten mit einer Rente von 30 und 40 v. H. in Höhe von 30 Mark und für jedes Kind 10 Mark gewährt werden, wenn sie aus anderen Gründen völlig er- werbsunfähig sind. Kriegsbeschädigte, die Heilbehandlung nach dem Reichsversorgungsgesetz erhalten, haben bis auf weiteres eine Rezeptgebühr von nur 25 P f. zu zahlen. Große Gkagerrakfeier in Berlin. Berlin, 31. Mai. (WTB.) Den 17. Jahrestag der Seeschlacht am Skagerrak feierte die Reichshaupt- ftabt mit der Weihe eines Skagerrak- Platzes, zu dem der ehemalige Kemper-Platz im Tiergarten umbenannt wurde. Kurz vor 10 Uhr erschienen mit klingendem Spiel die Berliner Marine- vereine und Verbände, Abordnungen der Berliner Schutzpolizei, SS., SA., des Stahlhelms und zahlreicher Jugendverbonde auf dem mit Flaggen des alten und neuen Deutschlands und mit Marineflaggen geschmückten Plag. Unter den Ehrengästen bemerkte man Reichswehrmlnister v. Blomberg, den Chef der Marineleitung Admiral v Raeder, die Admirale v Schroder, Behncke, v. Reuter, v. Trotha, Rogge, sowie den Berliner Polizeipräsidenten Konteradmiral a. D. v. Levegow, den Ches der Operationsabteilung in der Skagerrak-Schlacht und Oberbürgermeister Dr Sahm. Nach dem Aufmarsch der Verbände hielt der Vorsitzende des Bundes Deutscher Marinevereine Konteradmiral a. D. Lützow eine Ansprache, in der er zunächst der Schöpfer der deutschen Flotte Tirpitz und Köster gedachte. Nicht geringer aber sei das Verdienst der Konstrukteure, Ingenieure usw., die d-;u beigetragen hätten, die deutsche Flotte zu der Waffe zu machen, die am 31. Mai 1916 den Beherrscher der Meere auf die Knie zu zwingen vermochte. Der Gedanke, diesen Tag zu feiern, entspringe nicht kriegslustigen Motiven. Er soll vielmehr um die Seele des deutschen Volkes werben und daran erinnern, daß der Tag von Skagerrak die Freiheit auf dem Meere gebracht habe. Die kurze Feier, Der ungezählte Tausende beiwohnten, wurde mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied Die Mnrinever- eine unb -verbände zogen anschließirnd zum Ehrenmal Unter den Linden, wo prächtige Kranzspenden von der Marineleitung, Marineoffiziersrereinigung, der Skagerrakgesellschaft und anderen Verbänden niedergelegt wurden. 3n allen Berliner Schulen wurde auf Anordnung des Kultusministers auf den Tag von Skagerrak in schlichten Feiern hingewiesen. Befreiung von der Reisegebühr nach Oesterreich. Berlin, 31. Mai. (WTB.) Der Reichs- minister des Innern hat bestimmt, daß Reichs- angehörige, die im Eisenbahn- oder Luftverkehr lediglich durch Oe st erreich durchreisen wollen, von der Reisegebühr befreit werden können, wenn sie einen durchgehenden Fahrtausweis besitzen. Die Durchreise durch Oesterreich muh in diesem Falle innerhalb von höchstens 2 4 Stunden vom Lieberschreiten der österreichischen Grenze ab beendet sein. Die Befreiung wird von der Sichtvermerksbehörde im Patz vermerkt. Die Sichtvermerksbehörde hat ferner die Rümmer des Defreiungsvermerkes und den Bchördenstempel auf dem vorgelegten Fahrtausweis anzubringen. Die Regelung gilt sowohl für Reichsangehörige, die nach dem 31. Mai 1933 das Reichsgebiet über Oesterreich verlassen, als auch für Reichsangehörige, die bereits vor dem l.Iuni 1933 mit ordnungsmäßigem Ausreisesichtvermerk aus dem Reichsgebiet ausgereist sind und über Oesterreich in das Reichsgebiet zurückkehren wollen. Ergebnislose Polizeidurchsuchungen bei der NSDAP, in Oesterreich. Wien, 31. Mai. (WTB.) Heute wurden im Braunen Haus in Wien und m den Parteihäusern der RSDAP. in den Landeshauptstädten und in den Privatwohnungen zahlreicher Mitglieder Hausdurchsuchungen vorgenommen. Anlaß dazu gab die Verbreitung eines Flugblatts, in dem der Rücktritt der Regierung Dollfuß gefordert wird. Die Aktion verlief vollkommen ergebnislos. Die Wohnung des Landesinspekteurs der RSDAP. in Oesterreich Habicht in Linz wurde zweimal durchsucht. Sn einer Erklärung in der „Rachtpost" übt Habicht scharfe Kritik an dieser Maßnahme, die man zu einer Zeit getroffen habe, wo derDundeskanzlermit ihmVerhandlungenpflege. Diese Haussuchung stelle eine ernste Verletzung des deutschen Exterritorialrechtes dar, da Landesinspekteur Habicht Presseattache und Mitglied der deutschen Gesandtschaft sei. Japanisch-chinesischer Waffenstillstand. Tokio, 31. Mai. (WTB.) Sm Kriegsministerium ist die Meldung eingegangen, daß der japanisch - chinesische Waffen st ill- standsvertrag am Dienstagnachmittag in Tangku bei Tientsin zwischen der japanischen Kommission unter Generalmajor Okamura und der chinesischen Kommission unter Kriegsrat Hsiungping abgeschlossen worden ist. Der Waffenstillstand sieht die Entmilitarisierung einer Zone vor, die im Rorden von der Trotzen Mauer, im Osten von der Eisenbahnlinie Peping—Mulden und im Westen von der Eisenbahnlinie Peping—Suijuan begrenzt wird. Ferner wird darin bestimmt, dah die Korps der chinesischen Freiwilligen in der entmilitarisierten Zone a u f g e l ö st werden müssen, und datz der Eisenbahnverkehr zwischen Peping und Schanhaikwan wieder aufzunehmen ist. Kleine politische Nachrichten. Sn dem Prozeß gegen 22 Kommunisten wegen des Feuerüberfalls auf vier SA. - Lente bei Wollersdorf am 17. Februar verhängte das Berliner Sondergericht gegen zwei Angeklagte jesechsSahreZuchthausund gegen zwei Angeklagte je zwei Sahre Zuchthaus. Sechs Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die übrigen wurden freigesprochen. Im Zusammenhang mit Verstößen von Stahl- Helmführern gegen eine Verordnung des braunschweigischen Innenministers nahm die Landeskriminalpolizei in Königslutter den dortigen Ortsgruppenführer des Stahlhelm, Landwirt Liebmann, sowie weitere acht Stahlhelmführer in haft. Die polizeiliche Aktion ist noch nicht abgeschlossen. Der Rcichswirtschaftsminister hat mit Bezug auf die Vorgänge in den Haus- und Grundbesitzerverbänden den Major a. D. Johann Georg Roenne- berg, Berlin, bis auf weiteres zu seinem Beauftragten für die Reichsoerbände des Haus- und Grundbesitzes und ihren Zusammenschluß in der bestehenden Führergemeinschaft bestellt. Der ehemalige Vizepräsident des Evangelischen Obersirchenrates, Oberdomprediger D. Burkhart, der bereits Anfang Mai seinen Abschied erbeten und vom Kirchensenat erhalten hatte, hat sich vom Oberkirchenrat verabschiedet. Aus aller Welt. Der Bergrutsch in Anhalt. Zu dem Haldenrutsch bet Latdorf im Kreis Bernburg wird weiter gemeldet: Aus den von der Sodaherstellung herrührenden Rückständen, den sogenannten Kalkbergen, löste sich eine größere Masse von etwa 200 Meter Länge, 20 Meter Höhe und 100 Meter Tiefe los, riß die erst im vorigen Jahr neuhergerichtete Böschung weg und füllte in etwa 500 Meter Länge den ganzen Flußlauf an. Zur Zeit fließt dieSaalenuralskleinesRinnsal. Gleich Eisblöcken türmen sich die weißen Massen. Rcichsstatthalter Loeper war an Ort und Stelle. Von 800 Leuten des Freiwilligen Arbeitsdienstes und Arbeitslosen wurden Hilfsarbeiten vorgenom- men, um der Saale zunächst einen größeren Abfluß zu verschaffen. Die Hochwassergefahr scheint nach den letzten Meldungen nichtsogroß zu sein, wie zuerst angenommen wurde. Die Hilfskräfte haben im zugeschütteten Saalebett einen etwa 3 Meter breiten und 1 Meter tiefen Graben g e - z og e n. Die Hauptmasse des Wassers hat sich einen Durchbruch nach der Bode geschaffen. Aus Bernburg und Halle sind Schwimmbagger unterwegs, um die verschüttete Saale wieder für d i e Schiffahrt freizumachen. Die Reichsschaft der Deulschen Studenten. Das Bundespresseamt des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes teilt mit: Der Reichsschaftsführer der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen, Dr. ing. Stäbel, hat zu Mitgliedern der Reichsschaft den Führer der Deutschen Studentenschaft, Gerhard Krüger, zum Referenten für alle Hochschulangelegenheiten der Reichsschaft, den Diplomingenieur Franz R ö h l i ch zum Referenten für alle Fachschulangelegenheiten, den Diplomingenieur Otto Schwab zum Referenten für olle Wehrsportangelegenheiten, Herrn Alfons Gerometta zum Stabsleiter und Herrn Hans Hildebrandt zum Leiter des Presseamts ernannt. Zum Zsntralorgan der Reichsschaft wurde die „Deutsche Studentenzeitung" bestimmt. Reichsminisler Seldle an den DOB. Der Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e hat der Tagung des Deutschen Offiziersbundes, die am Dienstag im Kaisersaal des Berliner Landwehrkasinos eröffnet wurde, folgendes Telegramm gesandt: „Leider verhindert, an der Tagung des DOB. persönlich teilzunehmen, wünsche ich Shren Beratungen besten Erfolg. Seite an Seite mit dem von mir geführten Stahlhelm (B. d. F.) hat der DOB. stets für ein politisch, kulturell und wirtschaftlich freies Deutschland gekämpft. Dieses Zusammenstehen wird in Zukunft noch fester sein, nachdem die nationale Einigung vollzogen ist. Aus dem Frontgeist heraus werde ich mich auch als Reichsarbeitsminister für die Belange der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Veteranen einsehen und weiter für eine bevorzugte Behandlung aller Frontsoldaten im Staat, für die Durchführung des Wehrgedankens und Oie Abhärtung beginnt. Don Dr. med. ©Anter Fiebig. Was bedeutet Abhärten? Abhärten heißt „hart machen" und damit meint man, den Körper unempfindlich machen, stählen gegen die Schwankungen der Witterung. Wir wissen zwar, daß die sogenannten „Erkältung"-Krankheiten wie Husten, Schnupfen, Rheumatismus ujw. eigentlich JnfektionskraiU- heilen sind, d. h. durch Uebertragung von Bakterien hervorgerufen werden, aber mir wissen auch, daß — worauf jeder Name schon hindeutet — ooraage- gangene Abkühlungen bei der Entstehung auch eine gewisse Rolle spielen und daß manche Menschen mehr, andere wieder weniger empfindlich auf Abkühlung reagieren. Jeder hat seinen schwachen Punkt an einer anderen Stelle: der eine erkältet sich leicht nach dem Haareschneiden, ein anderer bekommt regelmäßig eme Halsentzündung, wenn er nasse Füße bekommen hat, ein Dritter ist wieder gegen Zug empfindlich, und so fort. Diese Empfindlichkeit nun kann man sich ab» gewöhnen, allerdings um so leichter, je früher an Jahren man damit beginnt. Darum Mütter, wenn ihr euren Kindern für ihr ganzes Leben etwas Gutes antun wollt, dann beginnt beizeiten mit der Abhärtung! Im frühesten Kindesalter kann man beginnen, wenn man nur einige wenige Vor- ichtsmaßregeln streng befolgt. Zu allererst soll man sich versichern, ob das Kind, mit dem man eine Abhärtungskur beginnt, auch wirklich ganz gesund ist. So segensreich wie diese Kur ür gesunde, aber etwas schlappe, leicht ermüdbare, oder eben oft zu Erkrankungen neigende Kinder sein kann, so viel Unheil kann sie stiften, wenn man Der- uchen will, etwa ein krankes Kind, oder eines, das gerade Rekonvaleszent von einer Krankheit ist, abzuhärten. Also am besten e r st d e n A r z t f r a g e n. Man kann auch nicht in jeder Jahreszeit mit so einer Kur beginnen. Am besten eignet sich dazu der Sommer. Jetzt, gerade jetzt sollte man an» die Reinheit und Gesundung der seelischen und körperlichen Kräfte Deutschlands kämpfen." Ministerpräsident Göring 15 Jahre Ritter des Ordens pour le m^rite. Der preußische Ministerpräsident und Reichsminister für die Luftfahrt Hermann Göring hat am 31. Mai vor 15 Jahren für seine hervorragenden Verdienste als Jagdflieger die h ö ch st e deutsche Kriegsauszeichnung, den Orden pour le märile, erhalten. Bekanntlich war Göring der letzte Kommandeur des Jagdgeschwaders Frhr. v. Richthofens. Kunst und Wissenschaft. Reue Mitglieder der öslerreichilchen Akademie. Die Wiener Akademie der Wissenschaften hat zu korrespondierenden Mitgliedern der Mathematisch- naturwissenschaftlichen Klasse gewählt Professor Dr. Erwin Baur (Berlin), in der Philosophisch-historischen Klasse zum Ehrenmitgliede im Auslande das bisherige korrespondierende Mitglied und Generalsekretär der preußischen Staatsarchive Dr. Paul Kehr, zum korrespondierenden Mitglied im Auslande Professor Dr. Alfred Schultze (Leipzig). Die Akademie der Wissenschaften hat ferner verliehen die Hans-Hor st-Meyer-Medaille und den zugehörigen Preis für Medizin an Professor Dr. Hermann Rein (Göttingen) und den Fritz- Pregl-Preis für Mikrochemie an Professor Dr. Anton Benedetti-Pichler (Neuyork) für seine Arbeiten über mikro-analytische Bestimmung und Trennung anorganischer Stoffe. der Kriegerkameradschaft Hasfia, Ortsgruppe Gießen, 21.30 Uhr, Eafö Ebel, Ausspracheabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich bei Tag und du bei Nacht". Regierung und EinheiiSkurzschnst. Die S t a a t s p r e s s e st e l l e der hessischen Regierung teilt mit: Die Denkschrift des Nationalsozialistischen Lehrerbundes über die Stellungnahme der NSDAP, zur Kurzschrift beantwortete Reichsminister Frick mit einem Schreiben, in dem er die Entschlußfreudigkeit, mit der der Lehrerbund die Klärung und Forderung der Frage der Einheitskurzschrift in Angriff genommen habe, begrüßt. Mit dem Inhalt der Denkschrift könne er sich durchaus einverstanden erklären. Es sei als eine erfreuliche Tatsache an» zuerkennen, daß es dem einmütigen Beschluß der Regierungen des Reiches und der Länder gelungen fei, aus dem wichtigen Gebiete der Kurzschrift eine Einheitlichkeit des deutschen Volkes herbeizuführen und der Einheit der Sprache und der Schrift die Einheit der Kurzschrift an die Seite zu stellen. Er sei mit der Denkschrift auf Grund der hier vor- liegenden Übereinstimmenden Urteile des Reichsressorts und der Landesregierungen und auf Grund des Ergebnisses der Handelskammerprüfungen der Ansicht, „daß d-ie jetzige Form der Ein- heitskurzschrift sich in den acht Jahren ihres Bestehens durchaus bewährt habe und den Anforderungen an eine deutliche, leicht erlernbare, gut wiederlesbare Derkehrsschrift und in ihrer höheren Stufen den der höchsten Praxis des Parlaments-, Presse- und Dersamm» lungsdienstes entspricht." Wenn die allgemeine Ein- führung des Kurzschriftunterrichts in den Schulen ihre praktische Verwendung in der Wirtschaft und bei den Behörden gesichert habe, erst dann werde auch die Zeit gekommen sein für eine kritische Durchsicht des Systems der Einheitskurzschrift. Er werde daher nach Kräften bemüht sein, den Wünschen, die der Nationalsozialistische Lehrerbund für die Einführung der Deutschen Einheitskurzschrift im einzelnen ausspricht, zur Durchführung dUJ^DÜtt*1.. 9e3- Frick. Gicfrencr xsu-^^.-Marktpreise. • Gießen. 1-Suni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 140 Pf., Landbutter 130, Kochbutter 110, Matte 20 bis 25. Wirsing (grün, neuer) 15 bis 18. rote Rüben 10. Spinat 0 bis 15, Spargel 25 bis 50, Zwiebeln 15, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 50, Kirschen 40, Rhabarber 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 60. Kartoffeln (alte) 3 (pro Ztr. 2,30), (neue) 12 bis 14, Stachelbeeren (unreif) 30, Obstmus 40 bis 45. junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund: Tauben 40 bis 60, Eier (inl.) 8, Käse 5 bis 10, Salat 10 bis 15, Blumenkohl 40 bis 60, Salatgurken 30 bis 45, Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25, Oberkohlrabi 12 bis 15 Pfennig pro Stück; gelbe Rüben 15, Radieschen 8 bis 10 Pf. pro Dd. ** Graf Bernhard zu Solms - Laubach Theaterintendant. Wie wir aus Laubach hören, ist Graf 'Bernhard zu Solms - Laubach, der durch seine mehrjährige Tätigkeit als Führer der Standarte 116 der SA. überall in der Provinz Oberhessen und darüber hinaus bekannt wurde, zum Intendanten des Friedrich-Theaters in Dessau berufen worden. "Die Reichsbank in Gießen bleibt am nächsten Samstag von 12 iltjr ab geschlossen. (Siehe gestrige Anzeige.- ** Bankens chluß am Pfingstdienstag. Die hiesigen Geldinstitute geben im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß in diesem Jahre erstmalig die Banken am Pfingstdienstag (3. Feiertag) geschlossen sind, während früher der Bankenschluß auf den Pfingstsarnstag fiel. Die Aenderung ist, wie man uns schreibt, auf vielseitigen Wunsch der Geschäftswelt hin erfolgt. ** Schulen und Büchereien sind heute vor ganz neue Aufgaben gestellt. Sie sollen unserem Volk die Kenntnisse von seinem eigenen Wesen, von Rasse und Volkstum von Vererbung und Rassenpflege übermitteln. Um die hierfür in Betracht kommenden Bücher, so schreibt man uns, weithin bekannt zu machen, stellt die Buchhandlung vorm. Dr. Wolfgang M e y e r, Seltersweg 85, im Einvernehmen mit dem Rpssenverlag S. F. Lehmann in München eine große Zahl wegweisender Bücher in ihrem Schaufenster aus. Man sieht die Werke des Bahnbrechers der Deutschen Rassenkunde, Prof. Günther, Sena, die grundlegenden Vererbungsbücher von Lenz und Siemens, die bebilderten Bücher von L. F. Claus und vieles andere, vor allem auch Werke für den Schulgebrauch. Wer sich mit diesen -Lebensfragen der Ration zu beschäftigen hat, und wer wäre das heute nicht, sei auf diese Ausstellung hingewiesen. ** Gleichschaltung im Zentralverband der Arbeits-Invaliden, Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: Im Auftrage der Kreisleitung der NSBO. trat der gesamte Vorstand des Zentral-Verbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands, Ortsgruppe Gießen, im Eewerkschaftshaus zusammen. Einleitend wies Herr Kreisleiter W a g n e r auf Zweck und Ziel der Gleichschaltung hin und nahm anschließend eine Prüfung der von Kassierer Böhling geleiteten Kassenführung vor. Es wurde festgestellt, daß diese in durchaus einwandfreier und sachgemäßer Weise geschehen ist. Der gesamte Vorstand wurde daher wieder im Amte bestätigt. Die 'Anschrift lautet jetzt: Nationalsozialistischer Reichsverband der deutschen Arbeitsopfer (Zentraloerband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands) Ortsgruppe Gießen. Aus -er provinzialhaupistadt. angen. Die dritte Vorsichtsmaßregel, die man genau beobachten soll, ist: sehr langsam und vor- ichtig beginnen und sehr allmählich mit der Steigerung der Abhärtungsweise vorgehen. Man beginnt zunächst mit einer Abreibung mit zimmer- warmem Wasser, das ist Wasser, welches über Nacht in der Waschschüssel oder im Krug im Zimmer gestanden hat und geht erst nach 2 bis 3 Wocken zu kaltem Leitungswasser über. Die Abreibung erfolgt entweder mit einem zusammengewundenen Handtuch ober noch besser mit einem Luffah-Handschuh, dessen weniger grobe Seite man zuerst benutzt. Man tränkt den Schwamm, Handtuch oder Luffah im Wasser, drückt ;ut aus und frottiert nun kräftig Brust, Rücken and Arme mehrere Male, jedoch ohne weh zu tun. Während der ersten 14 Tage geht man nach der Abreibung noch einmal für 10 Minuten ins Bett. Später ist diese Vorsicht nicht mehr nötig. Natürlich kann man auch Ober- und Unterschenkel abreiben und ein etunbenlanges zimmerwarmes Fußbad anschließen. Die Gewohnheit dieser kalten Abreibung sollte das Kind nie mehr, auch im Winter nicht wieder aufgeben, höchstens, wenn es nach 2 bis 3 Monaten einigermaßen abgehärtet ist, um die Abreibung mit der allmorgendlichen lauwarmen Dusche und nachfolgender gründlicher Frottierung mit dem Badetuch zu vertauschen. Größere Kinder vertragen auch den Wechsel von warmer und kalter Dusche, dieses Training ihrer Haut-Blutgefäße ist besonders gut. Zur Abhärtung gehört auch, daß man Kinder frühzeitig an leichte, luftdurchlässige Kleidung gewöhnt. Nur kein „Verpimpeln", nur keine dauernde Angst, ein Kind konnte zu leicht angezogen (ein. Im Gegenteil, lassen Sie ihre Kinder möglichst viel im Badeanzug Herumlaufen; sind sie erst ein wenig daran gewöhnt, dann können sie es auch an trüben Tagen tun. Ihre Haut übt sich dann, sich der jeweiligen Temperatur anzupassen. In manchen Sanatorien, die die Abhärtung Erwachsener zum Programm haben, wird morgens das sog. „Tautreten" geübt. Alles muß (ehr zeitig am Morgen barfuß antreten und barfuß in einem flachen, kleinen Bach waten oder auf der tau- feuchten Wiese spazieren gehen oder Ball spielen. Die Abhärtung der Fußsohlen-Haut ist der Zweck dieser Kur. Der Sinn all dieser Abhärtungskuren ist, seine Haut-Blutgefäße an die Schwankungen der Außentemperatur sich gewöhnen zu lassen. Sie vermitteln ja durch rechtzeitiges Zusammenziehen ober sich Erweitern die Anpassung der Körpertemperatur an die Außenwelt, sie sind es, von denen die Widerstands, fähigkeit eines Organismus gegen Erkältungskrankheiten zum großen Teil abhängt. Und Widerstands- fähig fein gegen Erkältungskrankheiten bedeutet An gut Teil Gesundheit, sind doch oft harmlose Erkäl- tungen der Beginn von schweren, chronischen Erkrankungen. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Verband der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen Eindrucksvolle Abschiedsehrung für Dr. prusch. 3m Gießener Stadttheater verabschiedete sich gestern abend nach der Aufführung von 3osts Schauspiel „Schlageter" der zum Generalintendanten des Hessischen Landestheaters berufene bisherige Intendant des Gießener Stadttheaters Dr. Rolf Prasch. Rach der Aufführung von „Schlageter" versammelte sich das Ensemble mit dem übrigen Personal auf der Bühne. Das bis auf den letzten Platz besetzte Haus — in diesem starken Besuch darf man noch eine besondere Auszeichnung unseres verdienstvollen Intendanten durch das Publikum erblicken — begrüßte Dr. Prasch bei seinem Erscheinen auf der Bühne mit starkem und langanhaltendem Beifall. Gleichzeitig wurden ihm zahlreiche Blumenspenden als äußere Zeichen der Wertschätzung und der Dankbarkeit Überreicht. Rachdem der immer wieder einsehende Begrü- ßungsbcifall sich gelegt hatte, richtete Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter der Stadtverwaltung eine Ansprache an den scheidenden Intendanten, in der er sagte. Sehr verehrter Herr Dr. Prasch! Noch hält uns die gewaltige Tragik des Stückes „Schlageter" in unserm Banne, des Stücks, in dem sum letzten Male Ihre meisterhafte Auffassung und Regie uns zum Bewußtsein kommen durfte. Mit auf» nchtigem Bedauern sieht die ganze Stadt Gießen Sie von uns scheiden, einem Bedauern, an dem auch Die für Sie so ehrende Tatsache nichts ändern kann, dah Sie, von uns allen herzlichst beglückwünscht, zum Generalintendanten von Darmstadt ernannt moroen sind. Ja, diese hohe Auszeichnung läßt uns geraöe ertennen, was wir an Ihnen verlieren. Von Ihrer Tätigkeit zeugt unser Jubiläumsheft, deshalb heute hier noch einige Worte zu Ihrer Persönlichkeit: , .Schund Graff, der in unserem Theater oft ae- fpulte 2lutor, hat in die Festschrift zum 25. Jubiläum des Theaters die treffenden Worte geschrieben: „In Gießen wird so gut, so echt, so ernsthaft Theater gespielt wie irgendwo im Reich, wie letten tm Reich und wie kaum wieder an einem Theater von ähnlich beschränkten Mitteln. Auch f!(.lbex bEr ?°ist, die Führung, der Wille das Entscheidende. Sie dem Theter gegeben haben, ber Geist, mit dem Sie an Ihr schweres Werk heran- gegangen sind, war getragen von dem vollsten Ser» antwortungsbewußtsein, edelstem Kulturgut zu die- nen. Es war immer gepaart mit einer B e g e i st e - rung Und , u g en blich e m Feuer, an dem sich mancher Junge em Beispiel nehmen könnte. Auch der Humor, lener köstliche Ueberroinber schwerer aur Seite. Sie waren bem Theater aut^ em F u h r e r, wie er sein soll. Führer ein heißt: immer unb immer in allen Lagen Bei- spiel zu geben unb — zu dienen, zu bienen einer großen tinen Sache. Beides: Dienen utV> Beispiel zu fein, war Ihnen gegeben und machte Sie zum Führer. Aber auch Ihr starker Wille war es, der unser Theater auf seine Höhe brachte. Ihr Wille war das Theater! Sie haben mit eiserner Energie das Letzte aus dem Personal herausgeholt, sie durften es, weil Sie sich selbst nicht schonten. Ihr heißer Wille war stets im Interesse des Allgemeinen zwingend, er war aber auch mitfühlend, wenn es galt, Wege zu suchen, um in Rotgeratenen zu Helsen. So nehmen wir denn Abschied von Ihnen als einer starken Persönlichkeit, die unauslöschlich mit dem kulturellen Leben unserer Stadt verbunden ist. Für Ihr Wirken in Darmstadt nehmen Sie unsere herzlichsten Wünsche mit auf den Weg. Für unser Theater wünschen wir uns einen Ihnen ebenbürtigen Nachfolger. Empfangen Sie den Blumengruß und Handschlag als äußeres Zeichen unserer inneren Verbundenheit mit Ihnen! (Langanhaltender, stürmischer Beifall.) Dramaturg Kühne sprach hierauf im Ramen des gesamten Theater- Personals zu dem bisherigen Leiter. In trefflichen Worten würdigte er, was Dr. Prasch für und durch dieses Theater für das I n st i - t u t selbst und für das Personal gewesen ist. Was die Schauspieler und das ganze Personal mit Dr. Prasch so eng verbunden habe, seien das in der letzten Zeit immer wieder betonte Führertum und die Arbeitsgemein- s ch a f t. Im Gießener Stadttheater habe man es nicht jetzt erst nötig gehabt, das Führertum und die Arbeitsgemeinschaft herzustellen, denn diese beiden Begriffe seien unter Dr. Prasch schon von jeher maßgebend gewesen. Dabei sei es besonders erfreulich, feststellen zu können, daß Dr. Prasch dem Personal stets nicht nur Führer war, sondern auch das Wort Arbeitsgemeinschaft in richtiger Weise dahin anwandte, daß der Rachdruck in gleicher Weise auf beide Seile des Wortes gelegt werden konnte, also die A r b e i t s gemeinschaft ebenso vorhanden gewesen sei wie die Arbeits gemeinschaft. Der Abschied von Dr. Prasch sei für das Theaterpersonal eine wehe Sache, denn es werde jetzt führerlos, ohne zu wissen, was vor ihm liege. Der Redner knüpfte sodann an ein Wort des jungen Thiemann aus Josts „Schlageter" an und betonte unter Anwendung dieses nrtaL8Vr®r- Prasch hier auch nicht auf jx n stellung, sondern immer nur a u f S t e l - lung gewesen sei, er fei, wie der junge Thie- 4’?rl*)I,a9Ctct“ ^ge: „einer jener Funds- orbr^ aÄnftl. Ang. unt. 03365 an d. G. A. Kaufmännischer Lehrling m.gutenSchulzeug- nissen (mögl. Handelsschule, eo. Abi- tur) f. erstes Jabrik- Büro inVutzBach gesucht. Selbstgeschriebenes Angebot mit Lebenslauf und Zeugnisabschr. unt. 3639m a. d. G. Anz. mit eintäg. Küken (Leghorn) zu verk. o337i Steinstrabe 9 lillig abzugeben: fahrbare Laufge- wtchtöwaag. Bank- chraubst., div.Nie- menscheib., ferner 1 Wandbohrmasch.f. Handbetrieb sowie em.klein.Trehbänke Masch.-F. Heyligenstaedt amten m.kl.Familie schöneS-Zimiii.-Wolin. m. 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Näßeres i. der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 033« D an an an an Rr. 126 Zweiter Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)Donnerstag,'.Zum (YZ3 Ile.chsstatthaKer Springer in Ma nz. Mainz. 31. Mai. (WSR.) Reichsstatthalter Sprenger stattete heute g.gen 18 Uhr der ^u^'!ellung.,Haus,Hcrd undTechn' k rn 2kli .z ein;n _Öj|u ab. Er wurde bei seinem Eintreffen im Damen der Ausstetlungsteitung von dem Mitglied der Handelskammer 3can -D c a e r empfangen, der seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, daß der Reichsstatthalttr trotz feinet vielseitigen Inanspruchnahme doch ■3£'t gesunden habe, diesen zweiten Besuch in Mainz abzustatten. Der Reichsstatt- yalter dankte in kurzen Worten und drückte fein Bedauern darüber aus, daß es ihm nicht möglich gewesen sei, an der Eröffnung der Ausstellung teilzunchmen. Er äußerte seine Be- friedigung über die ansprechende, übersichtliche und schmucke Form, in der sich die Ausstellung dem Besucher darbiete. Aach einem dreifachen Sieg.Heil trat er in Begleitung der Ausstellungs- •£l Vertreter der Stadtverwaltung, an ^\rCn»*i$e kommissarische Oberbürgermeister Varth, einen Rundgang durch die einzelnen Abteilungen an Das zahlreiche Publikum, das sich auf die Kunde von dem bevorstehenden Besuch des Reichsstatthalters in der Ausstellung eingcfunden hatte, begrüßte den Reichsstattholtcr immer wieder mit begeisterten Sieg-Heil-Rufen. 2,4 Millionen für Arbeitsbeschaffung in Hessen. Mc ioratwnsar^eiten im Nied. WSR. F r a n k f u r t a. M., 31. Mai. Wie wir von der Pressestelle des Reichskommi.sars für Ar- beltsbeschassung erfahren, ist dem Bolks- staat Hessen durch den Kreditausschuß der Deutschen Rentenban^Kreditanstalt aus den Mitteln des Sofortprogramms ein Darlehen in Hohe von zwei Millionen Mark gewahrt worden, das durch einen Zuschuß in Hohe t>on 400 C00 Mark aus der wertschaffenden Ar- beilslosenfürsorge ergänzt wird. Mit diesen Mitteln werden im hessischenRied, also in der vbcrrhe.Nischen Tiefebene zwischen Odenwald und rheinhessischem Hügelland, Meliorationsarbeiten auf einer Fläche von 14 300 Hektar ausgeführt, die rund tausend Arbeitern für etwa neun Monate Beschäftigung gewähren. Dabei ist be anders hervorzuheben, das) die Arbeiten den ersten, in sich geschlossenen Abschnitt emes groß- S u g i g e n M e l i o r a t i o n s a r b e i t s - und S i e d l u n g s p r o g r a m m s darstellen, das von der hessischen Regierung in Angriff genommen wird und die Schaffung von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bollerwerbssiedlungen im hes- fischen Ried zum Ziele hat. 3n dem ersten, der letzt ^r Ausführung gelangenden Abschnitte werden Be- und Entwässerungsanlagen g.schaffen, die eine Steigerung des Ernteertrages um 20 Prozent und mehr erwarten lassen, und in Derbin- bung damit totrb das Feldbereinigungsverfahren durchgeführt, das die Zusammenfassung des bestehenden bäuerlichen Besitzes und die Entstehung abgerundeter Siedlungständereien bezweckt, die Anlage eines zweumäistgen Wege- und Grabennetzes ermöglicht und damit Leerlauf an Gespannen und Arbeitskräften beseitigt. Bei den Arbeiten wird auch der Arbeitsdienst in we.tem Umfang eingesetzt werden. ‘Oie (Säuberung der po.izei w^d sottge.etzt. 65 Beamte aus der Landespolizei entlassen. Darmstadt, 31. Mai. (MSN.) Nachdem das Offizierkorps der Landespolizei durch die Entlassung von fast Vi fernes Bestandes von unzuverlässigen Offizieren befreit worden ist, sind nunmehr auch aus der Mannschaft der Landespolizei die nicht mehr tragbaren Elemente entfernt worden. Der Reichsstatthalter in Hessen hat auf Vorschlag der Landesregierung zum 1. Juni 65 Wachtmeister, Oberwachtmeister und Hau p t w a ch t m e i ft e r gemäß § 4 des Gesetzes zur Wiederheistellung des Berufsbeamtentums als für die Aufgaben des neuen Staates unzuverlässig aus dem Dienst der hessischen Landespolizei e n t» lassen. Es folgen noch Entlassungen von Beamten der Polizeiverwaltung, der Einzcldienst- und Snmi- nalpolizei und eine Reihe von Versetzungen solcher Beamter, die an ihrem Dienstort nicht mehr volles Vertrauen genießen, so daß die hessische Polizei in kürzester Frist — vor allen anderen Verwaltungszweigen — den unter den geltenden gesetzlichen Bestimmungen überhaupt erreichbaren Zustand poli- Uscher Säuberung und Neuordnung erreicht haben wird. Verband hessischer akademischer (Siaatsbaubeamten. Darmstadt, 31. Mai. (WSN.) Auf dem außerordentlichen Verbandstag des Verbandes hessischer akademischer Staatsbaubeamten wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: 1. Der seitherige Vorstand ist entsprechend den Forderungen des Leiters des Deutschen Beamtenbundes zusammengesetzt und bietet die Gewähr, alle erforderlichen Maßnahmen im Sinne der nationalen Regierung durchzu- führen, die für die Gleichschaltung aller Beamtenoerbände nötig sind. 2. Der Verbandstag stellt mit Befriedigung fest, daß feine sämtlichen Mitglieder, von jeher vom nationalen und sozialen Geiste erfüllt, freudig und überzeugt Mitarbeiten werden am Aufbau unseres Volkes. 3. Als Mitglied des RDHB. erwartet der Verband nach der gemeinsam abgegebenen Erklärung der Führer des neuen Deutschen Le- amtenbunbes und des RDHB. eine baldige Eingliederung in die entsprechende Fachgruppe des Deutschen Beamtenbundes, um hier mit allen Gleichgesinnten die zahlreichen, in nächster Zeit auftretenden technischen Aufgaben lösen zu helfen. Schwedische Aerzie in Bad-Nauheim Bad Nauheim, 30. Mai. (WSN.) Dieser Tage hatte unsere Badestadt den Besuch von sieben schwedischen Aerzten, die die (Einrichtungen des Bades und feine wissenschaftlichen Institute besichtigten. Gelegentlich eines Zusammenseins im Kurhaus betonte Generaldirektor Maier vom Hessischen Staatsvad, Deutschland lege bei feinen freundschaftlichen Beziehungen zu Schweden auf eine gerechte 'Beurteilung feiner politischen Verhältnisse durch dieses Land betonteren Wert. Während ihrer Reife durch Deutjdjlanb Hütten sich die schwedischen Gäste sicher davon überzeugen können, daß unser Heimatland trotz der Folgen eines verlorenen Krieges und trotz der Novem- bcr-Reoolution von 1918 und ihren politischen Nach- wirlungen die Kraft besitze, wieder die ihm gebührende Stellung unter den Völkern zu besitzen. Es war sehr erfreulich, bei dieser Gelegenheit festzustel- len, welche Bewunderung und welchesVer- st ä n d n i s die schwedischen Besucher für die Person des deutschen Reichskanzlers zeigten, der in der freundschaftlichen Unterhaltung über die Entwicklung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutsch- lanb natürlich eine große Rolle spielte. Der Besuch der schwedischen Aerzte war daher nicht nur für Bad- Nauhcim von Bedeutung, sondern er diente darüber hinaus dem Zweck die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu dem schwedischen Volke durch hervorragende Vertreter der medizinischen Wissenschaft erneut zu pflegen und zu fordern. (Schwere Zuchthausstrafen für eine Embrecherbande. WSR. M ainz, 31. Mai. Die Große Strafkammer fällte heute nach über achttägiger Ber- handlung gegen eine Cinbrecherbande aus Worms das Urteil. Es erhielten: der 38jäh- rige Arbeiter Konrad R i 11 m a n n aus Worms unter EinreZnung früherer Urteil: zehn 3ahre Zuchthaus, zehn 3ahre Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht: der 47jährige Arbeiter Robert Friedrich Götz und der 26jährige Schmied 3ean Friedrich Götz, beide aus Worms, j e sechs 3ahre Zuchthaus, acht 3ahre Ehrverlust. Stellung unter Polizeiaufsicht,' der 28jäh- rige Arbeiter Johann Rehm XIV. aus Gimbs- beim drei 3 ahre Zuchthaus, fünf 3aßre Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht: der 37jährige Arbeiter Wilhelm Götz aus Worms und der 43jährige Arbeiter Karl Krämer aus Eich drei 3ahre sechs Monate Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht. Weitere 18 Angeklagte erhielten Gefängnis- st r a f e n von fünf Monaten bis zu dreieinhalb 3ahren. Gegen 15 Angeklagte wurde das Ver- fahren z. T. auf Grund der Amnestie für Straftaten aus wirtschaftlicher Rot eingestellt, z. T. wurden sie mangels Beweises freigesprochen. Mit diesem Urteil finden die vielen Raubzüge dieser Bande, die sie in der Umgebung von Worms durchführten, ihre Sühne. Die Einbrecher suchten nicht allein größere Geschäfte, Laden, Gemeindehäuser, Konsumvereine, Bauernhöfe usw. heim, sondern stahlen auch bei minderbemittelten Landleuten, Kaufleuten usw. alles, was sie nur irgend erreichen konnten. Bei ihren Beutezügen war die Bande stets schwer bewaffnet. 3n der Verhandlung waren 62 Einbrüche verhandelt worden. Em sranzösi cker (Spion verhaftet. Marburg, 31. Mai. (WSN.) Hier wurde unter dem Verdacht, SpionagezuGunsten Frankreichs betrieben zu haben, ein Mann verhaftet. Es wurde festgestellt, daß es sich um einen geborenen Deutschen handelt, der während des Weltkrieges die französische Staatsangehörigkeit erworben hat und dann gegen feine eigenen ehemaligen Landsleute kämpfte dzw Spionage trieb. Da er auf Grund der Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann, wird er sich nur wegen Paßvergehens zu verantworten haben und ausgewiesen werden. 3n (Schutzhaft genommene Kommunisten. WSN. M a r b u r g , 31. Mai. Hier wurden drei junge Leute in Schutzhaft genommen, die sich > m Sinne der KPD. betätigt haben. Sie hatten u. a. versucht, kommunistische Flugblätter herzustellen, die bei den Arbeitern verteilt werden sollten, um diese zum Streik aufzuhetzen. Ein Konfektionsgeschäft planmäßig ausgeraubt. WER. Frankfurt a. M., 31. Mai. Der Kri- rninalpolizei ist es jetzt gelungen, sechs Einbrecher fest zunehmen und hinter Schloß und Riegel zu sehen, die in der letzten Zeit ein Konfektionsgeschäft planmäßig ausplünderten, indem sie nach und nach Herrenanzüge im Werte von 4000 bis 5000 Mk. teils durch Diebstahl, teils durch Einbruch an sich brachten. Es handelt sich durchweg um im Anfang der zwanziger 3ahre stehende junge Leute, und zwar um den 25jährigen Hermann Ossig, genannt Lugia, den 23jährigen Leo Schwarz, den 25jährigen Hermann Dell, den 37jährigen Peter Schmlz. den 35jährigen 3ohann Sei- s e r und den 22jährigen Gustav Lorch. Eine große Anzahl der gestohlenen Herrengarderobe konnte wieder herbeigeschafst werden, doch fehlt noch eine große Menge. Als Haupttater kommt der jüngste der Bande, der 22jährige Gustav Lorch in Frage, der auch die gestohlenen Waren an den Mann brachte. Strafkammer Gießen. * Gießen, 26. Mai. Zwei hiesige Arbeiter, die wegen Verbreitung übler Rachreden über städtische Beamte durch das Amtsgericht Gießen, der eine zu einer mehrwöchigen Freiheitsstrafe, der andere zu einer empfindlichen Geldstrafe, verurteilt worden waren, gaben in der heutigen Derufungsvcrhandlung zugunsten der beleidigten Beamten eine Ehrenerklärung ab, in der sie die von ihnen verbreiteten ehrenrührigen Behauptun- gen als unwahr zurücknahmen. Falls sich die vorgesetzte Dienstbehörde der Beamten mit diesen Erklärungen der Beschuldigten zufriedengibt, wird voraussichtlich das Verfahren gegen die Singe- klagten eingestellt. Ein Strafgefangener der Zellenstrafanstalt Butzbach war wegen Beschädigung von 3nventar- aegenftänben durch das Amtsgericht Butzbach zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zwecks Herabsetzung der Strafe verfolgte er Der- fung gegen dieses Urteil. Auch die heurige Dc.had.ing ergab keinen Anlaß, die Tat milder zu veurteilen. Seine Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. 3m Dezember v. 3. war eine Frau infolge Glatteises auf dem Bürgersteig ausgeglitten und hatte sich dabei einen Knöchelbruch zugezogen. Der Grundituaseigentümcr war durch das Amtsgericht Gießen wegen Zuwiderhandlung gegen die Polizeiverordnung übe- die Reinigung der Straßen usw in der S.adt Gießen in Tateinheit mit fahrlässiger Kt-rpero.r.etzung zu einer geringen Geldstrafe verurteut worden. Um seine Sreispr:chung zu erreich.n. legte er gegen dieses Urteil Berufung ein und behauptete, daß er feiner Streupf.icht genügt habe Es wurde ihm aber nachgewiesen, daß am Abend vorher das letztemal gestreut worden war. Rach der Polizeiverordnung ist aber der Grundstückseigentümer Frankfurt befeftiat Frankfurt a. M., l.Iuni. (WTB, Drahtmel- düng.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete auf die Bekanntgabe des großzügigen Arbeitsbeschaffungs- Programmes in befestigter Tendenz, weil man sich dadurch eine Belebung auch des Geld- und Kapital- Marktes versprach. Doch waren die Unternehmungslust und die Umjatztätigkeit durch die bevorstehende sieiertagsunterbrechung stark gehemmt. Von der Kundschaft waren kaum Orders eingetroffen. Daneben herrschte auch durch die noch ungeklärte außenpolitische Situation einige Zurückhaltung: andererseits gab die Hausse an den Metallmärkten einige Anregung. Gegenüber der 21benbbörfe betrugen die durchschnittlichen Gewinne etwa 1 v. H. Am Chemiemarkt waren IG. mit plus 1,25 v. H. und Deutsche Erdöl mit plus 1,40 v. H. stärker beachtet. Auch Metallgesellschaft lagen mehr befestigt (1,25 v. H.), während die Nebenwerte nur mäßig erhöht einfetzten. In Nachwirkung der Vermal- tungsäußerung bei Hosch-Eisen konnten auch die Mehrzahl der Montanaktien weitere Erhöhungen verbuchen. Harpener zogen 2,50 v. H., die übrigen Werte um 0,50 bis 1 v. H. an. Elektropapiere wie- fen nur geringe Veränderungen auf, wobei die Kursbildung nicht einheitlich war. Siemens mit plus 1,25 v. H. und Lechwerke Augsburg mit plus 1,50 v. H. waren mehr erhöht. Sonst eröffneten Zement Heidelberg und Holzmann 0,50 v. H., Deutsche Linoleum 0,75 o. H. und Schissuhrtswerte 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher. Oank und Gruße van Hindenburg. § Ulrichstein, 31. Mai. Der Gemeinde- rat beschloß kürzlich, den Herrn Reichspräsi- den ren zum Ehrenbürger von Ulrichstein zu ernennen und das Vorwerk, die alte Zehntscheuer, künftig Hindenburg fe st e zu benennen. Daraufhin ging folgendes Dankschreiben des Herrn Reichspräsidenten hier ein: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Für die Ehrungen, die mir der Gemeinderat der Stadt Ulrichstein durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes und die Schaffung der Hindenburgfeste erwiesen hat, spreche ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank aus. Ich nehme die Ehrungen gern an und sende Ihnen und meinen neuen Mitbürgern herzliche Grüße und die besten Wünsche für die Zukunft von Ulrichstein, von Hindenburg." t*anD1rci6 Giehcn. 7 Rödgen, 29. Mai. Hebet vierzig wandersrohe Mitglieder des hiesigen Lesevereins machten am Sonntag einen Maigang nach Kloster Arnsburg. Früh um 7 Uhr wurde unter Führung des Assistenten am Gießener Museum, Herrn cand. phil. Szczech, abmarschiert. An dem Anneröder Gräberfeld vorbei ging es durch Hausen und Garbenteich nach dem Limcs, wo Herr Szczech in interessanten Ausführungen über die Römer^eit in Germanien sprach. Ebenso übernahm er Die Führung in der Klosterruine Arnsburg. + Treis a. d. L d a., 27. Mai. Dieser Tage fand die Gleichschaltung des der DT. angehörigen Turnrereins „Gut Heil" Treis a. d. Lda. statt. Die Versammlung wurde in der Form einer Kundgebung durchgeführt. Der Versammlungsraum war mit den Bildern 3ahns und des Dolkslanzlers Hitler, sowie den FaH- nen Echwarzweißrot unb der Hakenkreuzsahne geschmückt Die Versammlung wurde eröffnet durch eine Ansprache des Vorsitzenden, in der er den Geist der nationalen Revolution kennzeichnete und die ufgaben des Turnvereins im Rahmen der Erzl._>ung zur deutschen Volksgemeinschaft auttvies. Besonders wies er darauf hin, daß der alte 3ahnsche Geist wieder neu aufleben müsse. Mit einem dreifachen „Gut Heil" auf den Turnvater 3 a h n und den neuen geliebten Führer Adolf Hitler schloß die Ansprache. Sodann legte der bisherige Vorstand seine Aemter nieder. Unter dem Vorsitz des Turners Hch. Kehr I V. wurde die Wahl des vorgeschlagenen und vom Gau bestätigten Führers, des seitherigen Vorsitzenden, der schon 26 3ahre dies Amt verwaltet. Dorgenommen. Derselbe übernahm mit einem Treugelöbnis sein Amt und ernannte den Turnrat. Durch den Oberturnwart Hch. Rabenau wurden dann noch die Unterführer ernannt Alle Turnratsmitglieder und Unterführer gelobten durch Handschlag dem Führer Treue. Rach einer Besprechung der Richt- linien der DT. schloß der Führer mit einer kurzen Ansprache die Versammlung und mit einem dreifachen „Gut Heil" auf den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler, auf die DT., auf Volk und Vaterland. Den Abschluß bildete das Deutschlandlied. * Grüningen, 31. Mai. Der T u r n o e r e i n und die O r t s g r u p p e d e r N S D A P. oeranstal- teten gemeinsam in unserer Turnhalle eine Schlage ter feier. Lehrer (E i f f gab in feiner Ansprache em lebenswahres Bild von dem deutschen National- Helden. Eine Anzahl Lichtbilder aus dem Leben «chlageters illustrierten die Worte des Vortragenden. Vaterländische Lieder umrahmten die würdige Feier. y O Holzheim, 30. Mai. Aus Anlaß des Todestages Albert Leo Schlageters fand auf An- ter RSDAP. in deren Hauptparteilokal (Wirtschaft Gg. Sarnes) am Freitagabend eine, besonders von der 3ugend gut besuchte Feier statt, gie gegen 40 Knaben zählende 3ungenschaft marschierte unter dem Kommando von 3ungvolk-Zug- sührer Otto K l o tz mit ihrem Wimpel in den Scutt, verpflichtet und dafür ocrantwortlich, daß in der Zeit von 7 bis 19 Uhr das Mufftreuen mit geeignetem Etrcumaterial immer zu toicDcrbo.cn ift, sobald auf dem Bürgersteig erneut Olattftcllcn entstanden sind Das Gericht erblickte in dem Verhalten des Angeklagten eine grobe Fahrlässigkeit mit Rücksicht auf die bei Glatteis besondere Gefährlichkeit der in Betracht kommenden Eielle und erh.hte die in erste Instanz erkannte Strafe auf den Betrag von 10) Mk, evtl, zehn Tage Gefängnis. Im Verlause versiegte das ohnehin schon kleine Geschäft fast vollkommen, doch blieben die Kurse gut behauptet. Zement Heidelberg zogen um 1 v. H. an, ferner tarnen noch Aschersleben 4 v. H. und Akkumulatoren 3,50 o. H. fester zur Notiz. Am Rentenmarkt eröffneten Reichsaltbesitz 0,75 v. H. hoher, Neubesitz, späte Reichsschuldbuch, forberungen, Stahlvereinbonds und Reichsbahnvorzugsaktien blieben jedoch nur knapp gehalten. 3m Verlaufe zog die Allbefitzanleihe um 1 o. H. an, auch die übrigen variabel gehandelten Papiere waren leicht erhöht. Am P f a n b b r i c f m a r f t blieben die Kurse meist unverändert, Rheinische Hypothekenbank Mannheim zogen etwa 0,50 v. H. an. Bon Stabtanleihen lagen Mainzer erneut matt. Staatsrenten lagen geschäftslos. Von fremden Werten gewannen Eisenbahn Bosnier 0,75 v. H. Tagesgeld war zu 4 o. H. unoeränbert. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Franksurt a. M., 1. Juni. Auftrieb: 287 Rinder, 533 Kalber, 24 Schafe und 604 Schweine Es wurden bezahlt: Beste Mast- und Saugkälber 37 bi» 41, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 36, geringe Kälber 26 dis 31 Mark: vollfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 31 bis 33, von etwa 200 dis 240 Pfund 31 bis 34, von etwa 160 bis 200 Pfund 30 bis 32 Mark. — Marktver- lauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, nahezu ausverkauft. wo der Zellenwart der RSDAP. DemeinberatS- mitglied F. Mart. Kuhl die Versammlung begrüßte. Kaufmann Gg. Eames II. schilderte den Lebenslauf des ersten Soldaten des Dritten Reiches und feierte ihn als den Helden des Tages. 3unge Mädchen sprachen passende Gedichte, und der Gesangverein „Harmonie" trug durch einige sehr gut zu Gehör gebrachte Chöre viel zum Gelingen des Abchrds bei. Die Turner des hiesigen Turnvereins zeigten ihr Können am Reck. Das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied wurden zum Schluß mit großer Begeisterung gesungen. ch L i ch , 31. Mai. Die außerordentliche Generalversammlung des Turnvereins 1 860 Lich, bie sich mit der Gleichschaltung auf Grund bet Verordnung der DT. befaßte, gestaltete sich zu einer großen vaterländischen Kundgebung. Am Obertor hatte sich ein großer Zug aufgestellt mit ter hiesigen SS. und SA. an der Spitze. Unter den Klängen der Freiwilligen Feuerwehr Lich wurde zur Turnhalle marschiert. Rach dem Eröffnungsmarsch durch die Feuerwehrkapelle hieß zunächst der seitherige 1. Sprecher und verdienstvolle Vorsitzende Hermann Schmidt die große Versammlung herzlich willkommen. Hierauf fp-^ch der erste Gauführer des Gaues Hessen, Dr. Hermann Rau (Butzbach), ein Sohn unserer Stadt, der in seinen 3ugendjahren ein fleißiger Besucher der Turnstunden seines Heimatvereins in Lich war. Bauführer Dr. Rau sprach über die Bedeutung der neuen Zeit für unser Volk und Vaterland und die sich ergebenden Reuerungen für die Vereine der DT. Rachdem der gesamte Vorstand seine Aemter freiwillig niedergclegt hatte, wurde auf Antrag des seitherigen 1. Vorsitzenden Hermann Schmidt der langjährige Frauenturnwart Karl Volz einstimmig von der Generalversammlung zum Führer erwählt und von dem Gaufuhrer bestätigt. Der neue Dereinsführer, dem schwere Aufgaben in der Finanzierung des Vereins bevorstehen — der Verein hat vor toeni- gen 3ahren seine Turnhalle unter Aufwendung großer Mittel modern umgebaut — dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Die Berufung seiner Mitarbeiter behält er sich für später vor. Beim Gesang des Deutschlandliedes, des Horst-Wessel-Liedes und weiterer Ansprachen blieben die Anwesenden noch lange beisammen. Dankbare Anerkennung fand die Mitwirkung des Männergesangvereins „Säcilia“, der unter Leitung seines Chormeisters, 3Ige (Butzbach), den 2lbend mit gut bargebotenen Chorvorträgen umrahmte. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr trug mit guten Darbietungen ebenfalls zum guten Gelingen des vaterländischen Abends bet Kreis Ariedbcrg. WSN. Bad-Nauheim, 31. Mai. Die Stadtverwaltung hat neun städtische Arbeiter I r'I* * 0 5 entlassen, weil sie Mitglieder der KPD. waren. Ferner haben sich ein Oberin- f P c 11 o r und der Pfandmeister beurlaube n lassen. Der Letztgenannte war führendes Mit- glled der SPD., der Oberinspektor hatte trotz eines kürzlich ergangenen Stadtratsbefchlufses, der für städtische Beamte das Vermieten an Kurgäste verbietet, einen Kurgast ausgenommen. Lnefkaften der JMaffion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) B- $• Für den Fall, daß eine Waschküche nicht vorhanden ist, kann Ihnen der Vermieter das Waschen in der Küche nicht untersagen. Auch können Sie im Falle der bisherigen Duldung, daß Sie kleinere Wäschestücke in der Küche waschen durften, kein all- gemeines Recht für die Zukunft herleiten. Wir möchten Ihnen deshalb zur Vermeidung eines Prozesses empfehlen, dem Verlangen des Vermieters nachzu- kommen, zumal Ihnen auch eine Kündigung drohen tonnte und der^ Ausgang eines Prozesses zu Ihren Gunsten mit Sicherheit nicht oorausgesagt werden kann. Wirtschaft. O-erheffen. Ein vaterländischerRoman vonHansBietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 12. Fortsetzung Nachdruck »erbotenl „Wir haben genug gewartet! Einmal muß ein Anfang gemacht werden", ruft der junge Thorn erregt dazwischen, „und das — Herr Lehrer Fischer — kostet freilich Blut! Reben dem Wollen gehört Mut — und das vor allem zu einer großen Sache! Maulhelden sind das größte Uebel, genau wie die Uebervorsichtigen, die immer nur Gefahr wittern — und wenn sie auch noch meilenweit entfernt ist! Das Schlimmste für eine Nation in unserer Lage ist Trägheit und Angst — wo ist der tfunte, der alle Wartenden hochreißt, wo die befreiende Tat, die mit einem Schlage alle Blicke auf sich lenkt und das Bolk aus dumpfer Berzweiflung wachrüttelt? Das Bolk, das von einer Langmut ist, die jeden Feind der Nation geradezu herausfordert, sie auf die Probe zu stellen?!" Verbissen suchen die Blicke des jungen Thorn den Gegner. Seine Worte finden schweigende Zustimmung. So wie er fühlen alle. Sie wissen um die Gefahren und Opfer. Sie kennen den Einsatz, der allein fähig ist, allen Leiden ein Ende zu machen. Aber wann die gefährliche Aktion beginnen? Klugheit gebietet, die schwachen Kräfte einem riesenhaften Gegner in einer einzigen, gewaltigen Front entgegenzustellen, die überrascht und mitten in das Herz des Feindes trifft. Nur der Lehrer Fischer findet den Mut zu dieser Wahrheit, auch auf die Gefahr hin, als schlechter Patriot zu gelten. „Es ist das Vorrecht der Jugend, lieber Thorn", er sagt es fast gütig und ohne Leidenschaft zu seinem Angreifer hinüber, „die Gewalt vor die Vernunft zu setzen. Die Weltgeschichte lehrt, daß es in vielen Fällen das Rechte war. Unser großer König hat es uns in gloriosen Taten gelehrt. Aber vergessen wir eines dabei nicht: Damals war man gewöhnt zu siegen! Der Geist war stärker als die Anzahl der Kanonen unserer Feinde. Wohl! — auch bei uns werden dieser Tag und diese Taten wiederkommen, warten wir die kurze Frist noch ab, dann ist ein ganzes Volk zu dem bereit, aus vollem Herzen und mit Hingabe des Letzten, was wir — voreilig — heute noch vielleicht in schwerste Gefahr bringen, wenn nicht für alle Zeit unmöglich machen würden. Denken Sie bei allem guten Willen an das eine: Wir haben den einzigen Trumpf in Zukunft in der Hand: Entweder Sieg oder Knechtschaft — bis ans Ende! Diese eine Karte, die uns noch bleibt, muß zu guter Zeit ins Spiel geworfen werden. Und das werden Männer tun, deren Befehl uns über alles heilig fein sollte!" Der junge Jürgen, in seinem fanatischen Zorn, hat nur halb auf die Worte des Lehrers gehört, die allen Männern im Innersten die Stimme der Vernunft wachgerufen haben. „Mag wohl fein, daß sich das Rad so herumdreht", sagt der alte Klaus vor sich hin, „man soll das Korn er ft hauen, wenn es reif auf den Halmen steht." Die Köpfe der Männer nicken Beifall. Der junge Thorn kann sich nicht beruhigen. Seine Erregung muß sich Luft machen. Noch einmal geht er mit feiner Meinuna zum Angriff vor, gegen die wachsende Front der Ablehnung. Baron von Löbau will mit Vernunft und Wärme des Herzens die Debatte zu Ende bringen. „Niemand, lieber Thorn, der hier Versammelten, die alle nur das eine Ziel ersehnen, das Sie mit der Leidenschaft der Jugend zu erreichen suchen, macht Ihnen die Größe Ihres patriotischen Wollens streitig. Wir alle wissen, was Sie bei der Verteidigung Kolbergs, an der Seite Nettelbecks und Gneisenaus geleistet haben, wie Sie Ihr Leben rückhaltlos für den. Gedanken der Rettung und Freiheit in die Schanze schlugen. Schlesien ist Ihre Heimat wie die unsere — Not bedrückt uns alle. Aber die Tage sind gezählt, warten wir das Zeichen ab, das unser Volk i gemeinsam aufruft. Um so freudiger und vertrauen- I der werden und dürfen wir dann die Waffen ergreifen." Der Amtmann erhebt sich. Seine wuchtige Gestalt steht aufrecht gegen die Stämme der kahlen Wand gelehnt. Der Feuerschein der Kienfackel flackert auf seinem Gesicht, daß seine Züge um so schärfer hervortreten. „Ueber allen persönlichen Mut des einzelnen gebietet uns die Klugheit und Vernunft zu warten. Wir werden im kommenden Kampfe jeden 2lrm gebrauchen, jeder Fuß muß das Dröhnen unserer Marschkolonnen verstärken. Deshalb ist jedes Opfer an Gut, Blut und Leben vor dieser Zeit ohne Sinn und Zweck." Der Amtmann sieht mit einem langen, verstehenden Blick hinüber zu Jürgen Thorn. Dann sagt er, wie allein zu ihm, der mählich seine Hitze in der klaren Vernunft dieser Männer gekühlt hat. „Bereit sein ist alles! Die Leidenschaft muß sich in eherne Pflicht wandeln, kommende Zeiten werden noch Größeres von uns verlangen, wir alle müssen mit dem letzten, was unser ist, einstehen wie weiland Arnold von Winkelried — für unsere und unseres Vaterlandes Freiheit!" Der Amtmann setzt sich. Seine Gestalt verschmilzt schwer und breit im Dunkel der Ecke mit dem riesenhaften Schatten, den das zuckende Herdseuer gespenstisch in den Raum zeichnet. „Wir werden bereit fein", sagt gelassen in die Stille die Stimme des Lehrers, „wir werden da fein, wenn man uns ruft!" Der alte Klaus, dessen unförmige Hände einen riesenhaften Hirschfänger umspannen, bringt mühsam seinen Satz hervor, den er die ganze Zeit schon gedacht hat: „So muß das sein — recht habt Ihr!" ————r- ■m laum— Möge jeder in seiner Gemeinde dafür Sorge tragen, daß uns der Tag des Aufrufs von oben bereit finde", sagt abschließend der Baron, „täglich erwarte ich die Stafette des Hauptmanns Döllnitz aus Berlin mit entscheidenden Nachrichten. Man rechnet damit, daß der König und die Regierung noch in diesem Monat nach Breslau übersiedelt. Der Schritt, den Ostpreußen getan hat, ist unauslöschbar und treibt die Ereignisse vorwärts. Die Entscheidung muß fallen und wahrscheinlich wird in nahen Wochen der Blick ganz Preußens, wenn nicht Europas, auf Schlesien ruhen. Wir werden unser Land zur Wiege der Freiheit machen dürfen — wir werden fortsetzen und zur entscheidenden Vollendung bringen, was Ostpreußen begonnen hat. Erweisen wir uns, vom kleinsten Landbund bis hinauf zu den führenden Häuptern unserer Bewegung — durch bedingungsloses Vertrauen und absoluten Gehorsam — würdig einer ungeheuren und beglückenden Ausgabe. Stelle jeder einzelne Ansicht und Verlangen unter die Forderung und Notwendigkeit des Ganzen — uns werden Männer rufen, deren Namen die Herzen aller Patrioten höher schlagen lassen, Männer, die in Jahren der Schmach, unter Hohn und Bedrohung ihres Lebens: in Mühsal und Selbstverleugnung das Fundament geschaffen haben, auf dem wir das Panier des Sieges und der Freiheit errichten werden!" 13. Der Geheimkurier Hauptmann Joachim Döllnitz ist von seiner letzten Etappe in Eilritten nach Breslau unterwegs. Die Sonne beginnt bereits am Horizont in fahlgelbem Licht zu verblassen, am Firmament stehen die ersten Sterne und deuten in der frostklaren Luft auf eine kalte Nacht. Das Pferd des Hauptmanns läuft mit angespannter Kraft. Es wittert den nahen Stall. Sein Herr hat die Zügel lose über die Faust gestreift. Fast unbewußt folgt der Körper des Reiters den rhythmischen Bewegungen des Pferdeleibes. Der Hauptmann hängt feinen Gedanken nach. Durch einen Sonderkurier hat er von der Abreise des Königs aus Potsdam erfahren, ehe diese offiziell zur Nachricht der Provinzen gelangte. Noch vor dem Eintreffen des Königs muß er in Breslau fein, um allen Einflüssen der Gegenpartei von vornherein und beizeiten die Stirn bieten zu können. Wachsendes Mißtrauen vor den Franzosen hat den König in aller Eile bestimmt, das unbesetzte Breslau aufzusuchen. Sein Staatskanzler Hardenberg hatte, in der Erkenntnis der Sachlage und Notwendigkeit eines endlichen Handelns nach dem Abfall Ostpreußens, ein Manöver inszeniert, das den Monarchen einzig und allein bewegen konnte, die Residenz zu verlassen. Hardenberg ließ dem französischen Generalkommando in Berlin durch Zwischenträger mitteilen, daß man in Besorgnis sei wegen eines nächtlichen Ueberfnlls auf den König, und als nun daraufhin die Fran- zosen ihrerseits durch starke Postenketten auf der Straße nach Potsdam Vorkehrungen trafen, wußte der Kanzler den König, den alle flehentlichen Bitten bisher nicht dazu bewegen konnten, zur sofortigen Abreise aus Potsdam zu veranlassen, eben unter Vorspiegelung der Gefahr seiner persönlichen Freiheit durch die Franzosen. So hatte er durch List erreicht, was mit Bitten nicht zu bewerkstelligen war. Der französische Gesandte St. Marsan begleitete den preußischen Monarchen nach Breslau. Hier wähnte er sich zunächst in Sicherheit, hier konnte er, ungestört von den drohenden Regimentern der französischen Besatzung, hoffen, seine Politik des Zauderns fortzusetzen. Hauptmann Döllnitz ahnte diese Zusammenhänge — deshalb hieß es handeln. Nicht umsonst war Schlesien durch seine und des Tugendbundes Werbungen zur Hochburg des nationalen Widerstandes geworden. Hier also mußte die Entscheidung fallen. Der König und seine Begleiter reiten mit geschlossenem Visier auf den Kampfplatz. Die kleinen Abteilungen französischer Kommandos in den Landkreisen waren ungefährlich für den neuen Sitz der preußischen Regierung. Wer aber mehr zu fürchten war, sind die im ganzen Lande unermüdlich tätigen Spitzel der französischen Polizei, die immer wieder versuchen, mit Judaslohn Verrat unter den Mitgliedern des gehaßten Tugendbundes zu säen. Er kannte nur zu gut den Spürsinn der gefährlichen Meute, die vor nichts zurückschreckt. Wenn in den nächsten Tagen die Regierung in Breslau ihren Einzug hält, wird die kleine Schar der geheimen Beamten, als deren Haupt er Rambeaux kennt, um das vielfache wachsen und die Stadt und alle öffentlichen Stellen mit einem Netz von Spitzeln überziehen, das für die Sache der Freiheit zur riesenhaften Gefahr werden kann. Jetzt heißt es schnell und mit doppelter Vorsicht handeln. * Abendliche Stille liegt über Schloß Löbau. In weißem Glanz ragen die jahrhundertealten, wehrhaften Mauern mit ihren steinernen Häuptern in das wehende Schneetreiben. An den knorrigen Ranken des Efeu wachsen groteske Gebilde, Tannen und Strauchwerk tragen geduldig die weiche Last der Flocken. Ein Märchenbild fast aus längst vergangenen Tagen, träumt das Schloß in den Winterabend. Die festen Tore sind geschlossen, die Wachtposten eingezogen. Lautlose Stille deckt alles ringsum. Im Gesindehof bringt aus der Wachtstube tm Erdgeschoß schwacher Lichtschein, der draußen auf dem Schnee zu wandern beginnt, wenn einer in der Stube mit der Oellampe umhergeht. Heute hat der Korporal Landry die 'Schloßwache — da wagen sie nicht viel Lärm und Worte zu machen. Wer von den Posten nicht die Ehre hgt, zum Kartenspiel seines Korporals hinzugezogen zu werden, hat in der farmen Ofenecke still zu sitzen und das Maul zu f) ulten. (Fortsetzung folg! > ®Tgieifen Sie heraus! Jeder Anzug von uns hat das „gewisse Etwas" Sie müssen hineinschlüpfen und selbst urteilen Hauptpreislagen für Straßen-Anzüge 28.- Hauptpreislagen für 33,_ 43,~ 58.- Modell-Anzüge 64.- Hauptpreislagen für 74,_ 781- 84-- Sport-Anzüge 24.- Hauptpreislagen für 341~ 44,~ 54.- Sommer-Mäntel 27.- Hauptpreislagen für 37-~ 471~ 57.- Wetter-Mäntel 9.50 „federleicht“ 14.50 15.- 16.50 KÖHLER Die zuverlässigen Kleiderfachleute Herren- und Knabenkleidung GIESSEN, Seltersweg 17 --- -------------3582 A Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken u. in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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