kklvo. ^lon. ”Ä«- »i, hSi'w’^ sZr SÄ> Ztzs ungen für ftI* TH W '•dooo jfSpjB ■nis Unb burA •uf ’ ' N »on 230 ooS t h tVut ^riteUuna M °°n 230000 7- ocitz die 3inirn * "m 2 dÄ ^rmer 'Mnl ?>„ (SeldjQjtf, enbt^OOoSunb ÄSen' die N.000 Wk. aurücfgc. ?? i. l ,älli9, wer. *fl durch Bereit» J» Setroifen. Die in Bi^entn Tirvveibmd. prH *m ^“Wir A.T-, Berlin. Lus W sind Dr. (BuOao ®|ü)i Mus Oppen» '■ Fritz ffiatbuta, Dr. cn. Da, wie die yirma »d und den Eeschäj!-. Häuser Mische Mit» md, ist nunmehr der em lhWches Wer» en Karstadt und Alt- ebaut wurde. »twfe ruhig. März. Die Abend- ichen Rückgängen im hr ruhige Hal» jungen irgendtvclcher übte daher starke timmung schien aber , und die z.T. ziem» ußkurse blieben etwa >sse zeigte sich für ! Prozent hoher ge» Doliz kam indessen :te M 95 Prvzmr. paren meist nur gut ar 1,50 Prozent nach, 1,25 Prozent, Har» zmann 1,50 Prozent ). Farben mit minus • herrschte weiterhin Mehrzahl der Kurse i 33. Aarbeit erneut h Gelsenkirchen und Teil ihres Ansangs- ,as befestigt waren 75 Prozent, anderer» uder um 2 Prozent , saft geschasts- n um 0,50 Prozent bröckelten leB ab. houpteter Eröffnung zogen. Späte Aeichs- mit 79.25 Prozen sandbriese waren aus ■ eher etwas gefrogt. 125 Altbesihaneche •64 Reichsbank 13'. ’ 60'50 bis 60, Har^ Vä Eesstrrei So. 31 «elf 6,351 tu- *8 63. 14,35 IG.*4 168-8 21-5 7335 2,48 7 85 |0,ß «,59 2,13 $,41 16,50 169,5’ 5,8 73,75 9^48 76,15 A ,14 35,27 Ur.78Lrste§vlatt 183. Jahrgang Samstag, 1. April 1933 Ikrschernl täglich, auhei Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat int Bild • Die Scholle Monatr-Vezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: finmffurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'jche Universtläls-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und kür den An- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Bismarck. Zum Geburtslage des Altreichskanzlers. Don Erich Lilienthal (GOS.) Der Verfasser, der besonders während des Ruhrkrieges mit einer Reihe von Kampfschriften hervorgetreten ist, ist Mitglied der Gesellschaft für Seut» sches Schrifttum, eines Kreises junger deutscher nationalistischer Schriftsteller, der unter dem Vorsitz des bekannten Breslauer Literarhistorikers und Philosophen Prof. Eugen Kühnemann sich seit langem tatkräftig für den nationalen deutschen Gedanken im Schrifttum einseht. Bismarcks Gestalt warf einen langen Schatten über die Welt. Er war ein Mann aus eigenem Recht und gleichzeitig der klar erkennbare Vertreter aller Deutschheit auf der Erde. Wer damals an Deutschland dachte, sah die riesige Erscheinung des Mannes im Vordergründe stehen als Eisernen Kanzler, als Diplomaten, als den Alten aus dem Sachsenwalde, immer aber a l s Bismarck, den Deutschen. Bismarck war ein deutscher Typus, eine Spitzenleistung der Nation. Man weih nicht genau, wie Karl der Gröhe ausgesehen hat, man weih auch nichts über das Aeußere des Sachsenkaisers Otto den Drohen. Gefühlsmähig aber tastet man beim Nachdenken über ihre Erscheinung in die Nähe von Gestalten, . die an den grohen Kanzler erinnern. Warum ist Lederers Bismarck-Noland in Hamburg am Hafen so viel Porträt und so viel Symbol? Weil Bismarck selbst, auch in der körperlichen Gestalt, die Erfüllung des uralten deutschen Noland gcdankens war. Schwert und Panzer sitzen ihm wie angegossen, und die Nolandhaltung ist bei diesem deutschen Grandseigneur, der tausend Jahre nach der ersten Rolandfor- mung lebte, etwas Natürliches. Jede Nedc, die Bismarck in seinem langen Leben gehalten hat, jede Aktennotiz, jeder Brief und jedes Gespräch tragen die eigentümliche Prägung seines Geistes und sind doch so deutsch, daß sie von keinem Heros eines anderen Volkes stammen können. Sie sind in der augenblicklichen Eingebung eines großartig und schnell arbeitenden Hirnes entstanden und haben bei alledem eine lange Ahnenreihe im deutschen Wesen. Trotz seiner umfangreichen kosmopolitischen Bildung, trotz der zahlreichen Verwendung von diplomatischen Fremdworten vernimmt man im Tonfall, im Rhythmus der Bismarckschen Lebensäuherun- gen den Klang von Luther und Friedrich dem Grohen, von Ulrich von Hutten und vielen anderen. In den Naturbetrachtungen, die einfach und selbstverständlich in die Briefe an seine Frau eingeflochten sind, ist das gleiche Ethos wie in vielen Liedern Walthers von der Vogelweide. Bismarcks humoristische Beschreibungen von Personen und Situationen, namentlich die vom Frankfurter Bundestag, gehören in die Linie, die von Hans Sachs zu Naabe und Busch reicht. Wenn Bismarck 1853 von Frankfurt aus sein augenblicklich gutes Verhältnis zum öfterretchi- schen Bevollmächtigten von Prokesch schildern will, dann sagt er etwa: „Prokesch ist jetzt so schwarz-weih und so zutunlich wie mein Stallkater". Das könnte Raabe auch geschrieben haben. Die Repräsentation fast aller bedeutenden Seiten des deutschen Wesens war für die drei Iahrzehnte, die Bismarck im Vordergründe der Geschichte stand, fast vollkommen. Wie jeden Deutschen, hat man Bismarck im Auslande niemals völlig verstanden. Alle bedeutenden Staatsmänner, mit denen er zusammenkam, von Thiers bis Disraeli, erklärten sich immer nur die eine oder andere Facette seines Wesens auf ihre Weise, ganz begriffen ihn nur die Deutschen, die ihm nahestanden, seine Familie, sein König, und einfache Menschen, mit denen er sein Leben verbrachte. Weil Bismarck zu einmalig war. fehlte die persönliche Tuchfühlung mit der Masse. Die Zuneigung und Verehrung der Nation galt dem bei Lebzeiten Mythos gewordenen „Schmiede des Reiches", dem Werk, nicht dem Manne. r„ Hierdurch erklärt sich auch die persönliche Anfeindung, die niemals endigte. Hierdurch der unterlassene Gruh des Deutschen Reichstags zum achtzigsten Geburtstag seines Schöpfers. Bismarck war so sehr eins geworden mit seinem Werke, so überpersönlich, dah er jeden, auch jeden sachlichen Gegner, als Feind seines Werkes be- handelte. Er konnte dadurch ungerecht werden, man konnte ihn einen „guten Hasser" nennen. Feindschaften aber, die mit Intrigen, Parteigezank und anderen kleinen Dingen zusaminenhingen, gab es für einen Bismarck nicht. Alle Feindschaften Bismarcks entstanden, die großen wie die kleinen, weil sie seine Linie störten. Zu Bismarcks Zeiten war die Bismarckfche Losung der deutschen Frage diejenige, die von fast allen Zeitgenossen als die beste empfunden wurde. Auf jeden Fall war cs die einzige, die selbst ein Mann von der titanischen Kraft des ersten Kanzlers durchzwinaen konnte. Die anderen mögen theoretisch bessere Lösungen gewußt haben, aber überhaupt eine Lösung des deutschen Wunderknäuels schuf nur und ganz allein Bismarck mit Hilfe der von ihm richtig angesetzten Volkseneraien. Man hat Bismarck zum Borwurf gemacht, daß fein Werk den Schöpfer nur um zwei Jahrzehnte überlebt hat. Das ist nicht richtig. Das Gefüge des Reiches, wie es Bismarck schuf, hat die Deutschen in den Stand gesetzt, den Krieg durchzuhalten und zu überdauern. Wäre das Bismarckfche Reich nicht gewesen, dann hätte Deutschland alle Schrecken des Dreißigjährigen S^rieges in unserer Zeit auf seinem Die parlamentarische Gleichschaltung der Länder und Gemeinden mit dem Reich. Oie neuen Landtags- und Gemeindevertretungen werden nach dem Wahlergebnis des 5. März gebildet. Boden erlebt, und die Heutigen könnten nicht mehr 1 im Gemäuer hausen. Bismarck war der Held und der führende deutsche Staatsmann des neunzehnten Jahrhunderts. Es ist müßig zu fragen, wie er sich zu gewissen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte gestellt hätte. Bismarcks Jugend fiel noch in die Zeit der Postkutsche. Er hat die größten Veränderungen im politischen und wirtschaftlichen Weltbilde, die durch die stürmische Entwicklung der Technik heroorgerusen sind und im nächsten Jahrzehnte noch stärker hervorgerufen werden, nicht mehr erlebt. Vieles, was Bismarck tat, läßt sich heute nicht wiederholen. Aeuße- res und inneres Leben der Menschen sind allzu verändert. Bismarck lebt weiter als Beispiel" für die Gestalt eines großen Deutschen im Empfinden, im Fühlen und im Handeln. Grundriß und Fundamente seines Reichsbaues ist niemandem bisher zu zerstören gelungen. Das neue „dritte Reich" kann gewandelt und hoffentlich vergrößert nurimGeiste Bismarcks, des ewigen Deutschen, entstehen. Oer Beginn des Boykotts in der Reichshauptstadt. Berlin, 1. April. (END. Funkspruch.) Bei einer Fahrt durch Berlin hat man den Eindruck, daß der Boykott zuerst und am stärksten in den Außenbezirken eingesetzt hat. Dor jüdischen Geschäften stehen Posten mit umgehängtem großen Schild: „Deutsche wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!". Dieselben Posten sieht man auch vor zahlreichen Privathäusern im Westen, so z. B. in der Kaiserallee, in der viele jüdische Rechtsanwälte und Aerzte wohnen. Besonders stark sind die Boykottposten vor den Gerichten, die be- obachten, ob jüdische Rechtsanwälte und Richter das Haus betreten. Sn der Innenstadt ist der Verkehr heute noch größer als sonst an Samstagen. Ein Teil der Geschäfte hat geschlossen, so die Filialen von Epa. Dagegen ist z. D. Wertheim in der Leipziger Straße geöffnet. Aber vor den Eingängen stehen SA.-Posten mit den Boykottschildern. Auf der Straße bleiben Neugierige stehen, aber niemand betritt das Geschäft. Der Boykott wird offensichtlich auch vom Publikum ganz einheitlich durchgeführt. Verschiedene Geschäfte in der Leipziger Straße haben Schilder angebracht, durch die sie sich aus dem Boykott herausheben. In einem Schaufenster liest man: „Deutsches Geschäft", in einem anderen „Oesterreichisches Geschäft". In der Friedrichstraße begegnet man langsam fahrenden Kraftwagen mit Filmapparaten. Doykottgeschäfte und Ansammlungen davor werden ausgenommen; alles wickelt sich störungslos ab. Neue Anordnung des Zentralkomitees. Borsicht vor kou.mun slischen Provokateuren! München, 31. Mär;. (ERB. Eigene Meldung) Das Zentralkomitee zur Abwehr der jüöifdjen Greuel- und Boykotthetze erläßt eine 7. Anordnung folgenden Inhalts: 1. Allein die Androhung des Boykotts gegenüber dem in Deutschland lebenden Judentum hat ein erhebliches Abflauen der internationalen hetze gegen das Deutschtum und die nationale Erhebung zur Folge gehabt. 2. Um die restlose Einstellung dieser infamen Lügenhehe zu erzwingen, fuhrt das gesamte deutsche Volk von morgen, Samstag, 10 Uhr vormittags, ab bis zum Geschäftsschluß am Abend einen absoluten Boykott aller jüdischen Geschäfte, Rechtsanwälte, Aerzte usw. durch. 3. Um dem internationalen Judentum Gelegenheit zu geben, auch die letzten Reste der Auslondhehe einzustellen, tritt dann eine Voykottpause bis Mittwoch, früh 10 Uhr, ein. 4. Ist bis zu diesem Zeitpunkt auch der letzte Rest der Greuel- und Boykottpropaganda verschwunden, so wird der Abwehrboykott nicht weitergeführt. Sollte das Dettjudentum es aber wagen, der hiermit noch einmal bewiesenen Großmut des deutschen Volkes zum Trotz die Lügen Berlin, 31. März. (WTD.) Die Reichsregierung hat das vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich beschlossen und verkündet. Das Gesetz gliedert sich in die Teile „Vereinfachung der Landes- gesehgebung", „Volksvertretungen der Länder", „Gemeindliche Selbstverwaltungskörperschaft" und „Gemeinsame Bestimmungen". Vereinfachung derLandeSgesehgebung: Die Länderregierungen werden ermächtigt, außer in den in den Landesverfassungen vorgesehenen Dersahren Landesgesehe zu beschließen. Zur Neuordnung der Verwaltungen können die Landesgesetze von den Landesverfassungen abweichen. Die Einrichtung der gesetzgebenden Körperschaft als solche'darf nicht berührt werden. Auch S t a a t s v e r t r ä g e bezüglich der Landesgesehgebung bedürfen nicht der Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften. Volksvertretungen der Länder: Diese gelten mit Ausnahme des Preußischen Landtages als aufgelöst. Sie werden nach den Stimmenzahlen der Reichstagswahl vom 5- März neugebildet. Die Kommuni st en, sowie Wahlvorschläge, die als deren Ersah anzusehen sind, bleiben hier, wie bei sämtlichen durch dieses Gesetz vorgesehenen Vertretungsneubildungen ausgeschaltet. Als Verteilungszahl gelten für Bayern und Sachsen je 40 OOO, Württemberg 20 000, Baden 21 030, für alle übrigen Länderparlamente sind Höchstziffern festgesetzt. Für Hessen die Zahl 5 0 (bisher 70). Die Eitze werden den Bewerbern auf Grund von Wahlvorschlägen z u g e w i e s e n, die die Wählergruppen bis spätestens 13. April 1933 einzureichen haben. Verbindungen und Anschlüsse sind nur soweit zulässig, als sie für die Reichstagswahl galten. Die neuen Landtage gelten mit dem 5. März als a u f vier Jahre gewählt. Eine vorzeitige Auslösung ist unzulässig. Das gilt auch für den neuen Preußischen Landtag. Die Neubildung hat bis zum 15. April zu erfolgen. Eine Auflösung des Reichstages bewirkt ohne weiteres die Auflösung der Volksvertretungen der Länder. Gemeindliche Selbstverwaltungskörper werden hiermit aufgelöst und neugebildet nach der Zahl der gültigen Stimmen zur Reichstagswahl vom 5. März. Bei den Dertretungs- körperschaften in der unteren Selbstverwaltung (Gemeinde-, St ab träte usw.) darf die Zahl der Mitglieder die folgenden Höchst- ziffern nicht überschreiten: In Gemeinden bis zu 1OOO Einwohnern 9, bis zu 2000 — 10, 5000 — 12, 1OOOO — 16, 15 000 — 20, 25 OOO — 24, 30 000 — 26, bis zu 40000 — 29, 50 000 — 31, 60 000 — 33, 80 000 — 35, 100 000 — 37, 200 000 — 45, 300 000 — 53, 400 OOO — 58, 500 000 — 63, 600 000 — 68, 700 000 — 73. Von mehr als 700 000 — 77. Die übrigen Vertretungskörperschaften der gemeindlichen Selbstverwaltung sind gegenüber ihrem Bestand vor der Auflösung um 25 v. H. zu verkleinern. Die den Wählergruppen zustehenden Sitze werden nach dem geltenden Landesrecht ermittelt. Nach Landesrecht bestehende Verteilungszahlen sind entsprechend festzusehen. Die Sitze werden den Bewerbern auf Grund von Wahlvorschlägen zugewiesen, die die Wählergruppen wie oben einzureichen haben. Zur Einreichung von Wahlvorschlägen sind alle Wählergruppen befugt, auf deren Wahlvorschlag im Gebiet der Wahllörperschaft am 5. März Stimmen entfallen sind. Dies gilt nicht für die KPD. usw. — Eine zur Einreichung von Wahl- vorschlägen berechtigte Wählergruppe kann sich mit anderen oder allen Wählergrr^ppen zur Einreichung eines gemeinsamen Wahlvorschlages verbinden. Die neuen gemeindlichen Selbstverwaltungskörper gelten mit dem 5. März 1933 als auf 4 Jahre gewählt. Die Neubildung der gemeindlichen Selbstverwaltungskörper nach diesem Gesetz muß bis zum 3 0. April 193 3 durchgeführt fein. Für die preußischen Gemeinden gelten diese Vorschriften nicht mit Ausnahme der auch hier gültig werdenden An- Wirksamkeit der kommunistischen Mandate. Neuregelung der Betriebsvertretungen. Fortfall der Monopolstellung ^anerkannter" Gewerkschaften.-Wirtschastssriede bis zur grundsätzlichen Llmgestaltung des wirtschaftlichen AufbauS. Berlin, 31. März. (WTD.) Das Reichskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes über Betriebsvertretungen und über wirtschaftliche Bereinigungen angenommen. Artikel i gibt den obersten Landesbehörden das Recht, die Betriebsrätewahlen bis längstens zum 3 0. September auszusehen. Sn diesem Falle bleibt die alte Betriebs- Vertretung auch mit verminderter Mitgliederzahl im Amte, wenn nicht eine bestimmte Grenze unterschritten wird. Erforderlichenfalls ernennt die Behörde neue Mitglieder. Das Gesetz sieht ferner vor, daß einzelne Detriebsvertre- tungsmitglieder wegen staats- oder wirtschastsfei ndlicherEinstellung abberufen und durch andere erseht werden können. Artikeln des Gesetzes beseitigt die Monopolstellung, die im Reichsknappschaftsgesetz den bisherigen sogen, anerkannten Gewerkschaften verliehen worden ist. Artikel Hl des Gesetzes behandelt die Vertretung vor den Arbe i t sgerichtsbe- Hörden. Der § 11 des Arbeitsgerichtsgesehes gibt den Mitgliedern der sog. wirtschaftlichen Vereinigungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern das Recht, sich durch Mitglieder oder Angestellte dieser Vereinigungen vor dcn Arbeitsgcr^ch en und Landesarbeitsgerichten vertreten zu lassen. Als wirtschaftliche Vereinigungen der Arbeitnehmer wurden bisher im wesentlichen wiederum nur die sogenannten anerkannten Gewerkschaften angesehen. Rach dem neuen Gesetz kann nunmehr der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsjustizminister andere Verei- nigungen den wirtschaftlichen Vereinigungen gleichstellen. Artikel IV des Gesetzes sieht einen Fortfall des Kündigungsschutzes des Betriebsrätegesehes für den Fall vor, daß die Kündigung wegen staatsfeindlich erEin- Kündigung wegen staatsfeindlicher Einstellung erfolgt. Sn Erläuterung des Gesetzes über Betriebs- Vertretungen und über wirtschaftliche Vereinigungen ist mitzuteilen, dah im allgemeinen in den Befugnissen der Betriebsvertretungen zur Zeit noch keine Aenderung vorgenommen wird. Die Reichsregierung wird jedoch baldigst die grundsätzliche Neuregelung des wirtschaftlichen Aufbaues vornehmen. Voraussichtlich wird sich ein besonderes Gremium mit Vorschlägen dieser Art beschäftigen, die dann der Reichsregierung vorgelegt werden sollen. Ob dieses Gremium dem neuen Reichswirtschaftsrat entnommen wird, steht noch dahin. Es ist aber anzunehmen, daß dies geschieht. Die Deichsregierung wird die Änternehmerverbände auffordern, bis zur grundsätzlichen Neuregelung einen freiwillig übernommenen Wirtschafts- frieden durchzuführen, wonach in den Detrie- Iben Neuregelungen der Arbeitsbedingungen gegenüber dem augenblicklichen Zustand bis aus weiteres nicht vorgenommen werden sollen. fortzusehen, so schwören auch seine verantwortlichen Führer, den deutschen Abwehrboykott d u r ch z u f ü h r e n bis zur völligen nie wisder- gutzumachenden Vernichtung des in Deutschland Gastrecht genießenden Judentums. 5. Parteigenossen, Parteigenossinnen, deutsche Männer, deutsche Frauen! Stellt euch wie ein Mann an die Front! 6. kein Voykottposten betritt ein jüdisches Geschäft! keine Gewalttat, keine Sachbeschädigung, kein unerlaubtes vor- gehen gegen Ausländer darf die Grenze und Würde unsres heiligen Kampfes schänden. Banken dürfen nicht geschlossen werden. 7. Bolschewistische Provokateure, die zu Tätlichkeiten Hetzen, um unsere große Sache in den Augen der Welt in den Schmutz zu ziehen, sind fe st zunehmen und der Polizei zu übergeben. 8. Das Weltjudentum hat uns den Fehdehandschuh hingeworfen, wir nehmen ihn auf. Zeigt äußer st e Disziplin und höch ste Geschlossenheit. Es lebe Deutschland! Es lebe die deutsche Revolution? Es lebe der Generalfeldmarschall von Hindenburg! Ls lebe der Reichskanzler Adolf Hitler! Abschwetten der Boykotthetze in England. London, 31. Mörz. (TU.) Die Führer der englischen Juden sind von der Hetze gegen Deutschland weiter abgerückt. Neville Laskie und Leonhard Montefiore haben einen Brief oeröffentlicfaea lassen, in dem sie die aufreizende '.propaganDa gegen Deutschland verurteilen. Die führenden Juden Englands stehen auf dem Standpunkt Monte» fiores und möchten einen Gegenboykott gegen die deutschen Juden verhindern. Es wird darauf hinge- wiesen, daß ein offizieller jüdischer Boykott gegen deutsche Waren nicht bestehe und daß sich die große Mehrheit der Londoner Juden des Boykotts enthielten. Andererseits besteht ein wilder Boykott einer Minderheit der Londoner Juden, meist polni- scher und russischer Herkunft, der d o n ' kommunistischer Seite genährt wird. Auch dieser ist im A b s ch w e l l e n begriffen. Eine Reihe von Firmen haben die Boykott- schilder eingezogen. Die englische Presse zeigt in ihrer überwiegen- den Mehrheit das Bestreben, die Spannung zwischen der friedlichen Bevölkerung und den Juden in Deutschland nicht durch weitere Greuelmärchen zu vergrößern. „Financial Times" veröffentlicht einen längeren Artikel ihres Berliner Korrespondenten, worin dieser auf Grund eingehender Rundfragen bei der jüdischen Geschäftswelt energisch gegen Berichte über Gingriffe in das Privatleben oder die Geschäftstätigkeit südlicher Kaufleute Stellung nimmt. Der Korrespondent betont, daß die anfänglichen Einzelaktionen untergeordneter übereifriger Stellen, die gegen den Willen der Behörden vorgekom- m e n seien, läng st beendet worden seien. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Berlin hat aus London von dem Präsidenten des Board of Deputies (das sogenannte englische Judenparla- ment) und der Anglo-jewish-Association eine Telegramm erhalten, in dem es u. a. heißt: „Wir haben dem deutschen Botschafter in London bei einem Interview die Versicherung abgegeben, daß weder mittelbar noch unmittelbar trgenb- eine offizielle Billigung ober Unter- stiitzung der Boykottbewegung gewährt worden ist ober gegeben werben wirb. Es werben Schritte unternommen, um jeben einzelnen Kaufmann von ber Boykottbewegung abzubrinaen. Die Präsibenten erklären bie deutschfeindliche Pro- paaanda für verderblich und schädlich. Sie sprechen zugleich die zuversichtliche Hoffnung aus, baß bie große Besorgnis, bie man hier empfindet, durch die deutsche Regierung schnellstens dadurch beseitigt werden wird, daß sie zur Beendigung der Diskriminierungsaktion beiträgt." (Sin Beispiel für die Lügenhetze Welche Schauermärchen sozialdemokratische Blätter in Tirol ihren Lesern vorsetzen. Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Dem Herrn Staatskommissar für das Polizeiwesen Dr. Best wurde heute ein Artikel des Organs der Jnnsbucker Sozialdemokratischen Partei vom 27. 3. 33 zugeleitet, der geradezu unglaubliche Lügen und Verzerrungen enthält. Niemand im Auslande soll sich wundern, wenn die nationalsozialistische Regierung gegen diesen unglaublichen Greuelfeld^ug entsprechende Maßnahmen ergreift. Der Artikel des sozialdemokratischen Blattes hat folgenden Wortlaut: „Grauenhaft lügen die Braunhemdler i n Hessen, wo sie unter dem Befehl des berüchtigten früheren Assessors B e st stehen, dem Verfasser der bekannten blutrünstigen Boxheimer Dokumente, der nun die Polizeigewalt in Hessen innehat. In ganz Oberhessen wurden die männlichen jüdischen Einwohner auf die Straße gejagt und dort van den Nationalsozialisten mit Gummiknüppeln und Stahlruten blutig geschlagen. An anderen Orten mußten Väter und Söhne sich gegenseitig blutig schlagen. Es herrscht brutalste Willkür. In Worms wurde der Reichsbannerführer Frank, der schon vor zwei Jahren aus Dolgesheim entfliehen mußte, von Nationalsozialisten aus dem Bett geholt und mit Stahlruten und Gummiknüppeln blutig geschlagen. Dann wurden ihm Hakenkreuze auf den Handrücken eingeschnitten. Schließlich wurde er totgeschlagen und in einem Stall aufgehängt. Der Kreisarzt stellte e i n Zeugnis auf „Selbstmor d" aus und nur dem Dazwischentreten eines Stahlhelmarztes soll es zu verdanken sein, daß die Wahrheit schließlich bekannt wurde. In Langen wurden zwei Brüder Simon nachts aus dem Bett geholt und derart mit Stahlruten geschlagen, daß dem einen bie b l a n = fen Rippen bloß gelegt würben. In Neu- Isenburg wurde ein Arbeiter namens Döring auf die Polizeiwache gebracht und dort von den Nationalsozialisten allstündlich regelmäßig mit Gummiknüppeln und Stahlruten auf den Rücken geschlagen, so daß beide Lungenflügel gelockert wurden. Der Mann speit seit Tagen Blut aus." — Es bleibt allen Lesern überlassen, die Tatsachen mit diesen unglaublichen Greuelmärchen zu vergleichen. Zwei neue Staatssekretäre. Berlin, 31. Marz. (TU.) In ber Sitzung des Ueichskabinetks am Jreitagmittag wurde beschlossen, an Stelle des zurückgetrekenen Skaatssekretärs Farben den nationalsozialistischen Reichstagsabge- orbnefen Reinhard zum Staatssekretär im Reichssinanzministerium vorzufchla- gen. Als Staatssekretär für den Freiwilligen Arbeitsbien st wurde ber nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Oberst a. D. Bismarck. Bon Johannes Heinrich Brauch. Heraus aus beiner Gruft, du, unsres alten Reiches erster Helb, bie Zeit hat anbern Laus genommen, bcn Berg ber Wenbe haben wir erklommen, bes Habers Speere sind zerspellt. Heraus aus deiner Gruft! Das junge Deutschland steht davor und pocht ans Tor und ruft und schreit: Heraus, Bismarck, heraus. Wir atmen neue Luft. Die Sonne strahlt, der Lenz zieht ein und malt in alle Aecker Saatenbänber, ber Frühling löst bie Pfänber, bie eine Welt bem Winter gab mit Blüten unb mit Liebern ein. Heraus, Bismarck, heraus. Wir hämmern laut an beines Grabes Tür unb schrein: Was uns umgarnt an Haß unb Niebrigkeit, wir legen einen Hebel an, erschütterten ben Bann unb warfen Helle in bie Dunkelheit. Deutschland ist aufgewacht. Dein Reich, verhärmt in Not, gehetzt in Jahre ohne Brot zertrümmerte durch uns bie Nacht, bie seinem Volke Bitterkeit gebracht. Jetzt geht es einer großen Zukunft zu. Heraus, Bismarck, heraus, heraus aus beiner Ruh. Willst bu nicht mit uns fein? Am Amboß züngeln hohe Flammen, wir hauen uns ein anbres Reich zusammen — Bismarck, herbei. Oie Aufklärung Berlin, 31. März. (Sil.) Der Abwehrkampf gegen die in einem Teil des Auslandes betriebene Greuelhehe wurde auch am Freitag mit aller Schärfe fortgesetzt. 3u letzter Stunde ist noch einmal eine Flut telegraphischer Warnungen und Mahnungen aus deutschen und jüdischen Kreisen in Deutschland an die in Frage kommenden Stellen des Auslandes gegangen. So hat die deutsche M e t h o d i st e n - kirche unter Leitung des Bischofs Dr. Hülsen nach Heuyork und London gefabelt. Weiter hat der Vorstand der Technischen H o t - Hilfe e. V. an die befreundeten ausländischen Hilfsorganisationen ein Schreiben gerichtet, in dem betont wird, daß die nationale Erhebung in Deutschland in ber größten Ruhe verlausen sei. Der Volksdeutsche Arbeitskreis ber katholischen Iugenb Deutschlands hat alle Mitglieder und Mitarbeiter des europäischen Arbeitskreises ber katholischen Jugenbverbände ebenfalls eine gegen bie planmäßige Greuelhetze gerichtete Entschließung abgesandt. Die deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege hat dem Sekretär der Karl-Schurz-Stiftung in Philadelphia telegraphisch mitgeteilt, daß völlige Ordnung und Sicherheit für jedermann gewährleistet sei. Der Vorstand und das Rabbinerkollegium der jüdischen Gemeinde z u. B e r l i n haben dem Großrabbiner Israel Levy in Paris zu dessen durch das „Petit Journal" veröffentlichten Interview telegraphisch erklärt, sie legten Wert auf die Feststellung, daß von Greueltaten, Morden und Plünderungen in Deutschland nicht die Rede fein könne. Der Vorstand der Mannheimer Produktenbörse hat an die London Corn- Trade Association und an das Comitö von Granhandelaaren in Rotterdam ein Telegramm gerichtet. Der Verein für das Deutschtum i m Ausland hat an seine sämtlichen außerhalb der Reichsgrcnze befindlichen Vertrauensverbände, sowie seine 600 in der ganzen Welt lebenden Vertrauenspersönlichkeiten eine Aufforderung zum Kampf gegen die gewissenlose Hetze gerichtet. Der Reichsverband der Deutschen Industrie forderte seine Fachgruppen und landwirtschaftlichen Verbände in einem des Auslandes. Schreiben, in dem alle Verbände und Firmen aufgerufen werden, auf, sich in den Dienst der zur Ehre des deutschen Hamens notwendigen Aufklärungsarbeit zu stellen. Der ADAC, hat sämtliche Automobilklubs, Motorradklubs, Touringklubs, sowie die vielen hervorragenden Persönlichkeiten des Auslandes, mit denen er in Verbindung steht, darüber aufgeklärt, daß es keinen berechtigten Grund für eine Propaganda gegen das nationale Deutschland gibt, eine solche vielmehr nurgeschäftspolitischeZwecke verfolgt. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten hat bei dem Präsibenten ber internationalen Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Kriegsopfer unb Kriegsteilnehmer, Brandeisz- Wien und bei dem Generalsekretariat der ©tarn ac in Genf durch ein Telegramm gegen die Greuelpropaganda protestiert. Der Bund verwahrt sich gegen jede Einmischung in innerdeutsche Verhältnisse unb stellt fest, daß in Deutschland Ruhe und Ordnung herrscht. Der Jung- deutsche Orden hat an alle seine Einheiten im Auslande den Befehl gerichtet, rückhaltlos gegen die unsinnige Greuelhehe unb die damit verbundene Herabsetzung der deutschen Ration Front zu machen. Der Deutsche Keglerbund e. 23. richtete an bie schwedischen unb amerikanischen Keglerspitzenver- bänbe folgenbes Telegramm: Dort verbreitete Greuelberichte über Judenverfolgungen sind Lügen. Hier alles ruhig unb in Ordnung." — Aus Veranlassung bes Reich swarts ber Evangelischen Jugenbbünbe D. Stange hat ber P r ä- fi b ent bes Weltmissionsrates John Mott, ber gegenwärtig in Europa weilt, ben amerikanische Kirchenbunb gewarnt, ohne vorherige Fühlungnahme mit ben deutschen Kirchen zu den Vorgängen in Deutschland Stellung zu nehmen. — Weitere Protesttelegramme ins Ausland haben gesandt: Staatssekretär a. D. Dr. Lewald als Mitglied des Vollzugsausschusses des Internationalen Olympiakomitees, ber Deutsche Kulturbund, sämtliche in London anwesenden Vertreter der deutschen Presse, ber Deutsche Genossenschaftsverband e. V„ ber Zentral- verbanb Deutscher Haus- unb Grunbbesitzervereine. hierl vorgeschlagen. 3n der tiabineltssihung wurde sodann bie Frage des Boykotts besprochen. Ferner wurde das Gesetz über die Gleichschaltung verabschiedet. Entfernung jüdischer Richter und Anwälte von den preußischen Gerichten. Berlin, 31. März. (WTB.) Der Kommissar des Reiches für bas preußische Justizministerium Serri hat eine Anweisung an sämtliche Oberlan- besgerichtspräsibenten, Generalstaatsanwälte unb Präsibenten ber Strafoollzugsämter in Preußen erlassen, in ber es heißt: Die Erregung des Volkes über bas anmaßenbe Auftreten amtierenber Mischer Rechtsanwälte unb Mischer Richter hat Ausmaße erreicht, bie bazu zwingen, mit ber Möglichkeit zu rechnen, baß be- sonbers in ber Zeit bes berechtigten Abwehrkampfes bes beutfchen Volkes gegen bie alljübische Greuel- propaganba bas Volk zur Selbsthilfe schreitet. Das würbe eine Gefahr für bie Aufrechterhaltung ber Autorität ber Rechtspflege barstellen. Ich ersuche beshalb umgehend, allen amtterenben jü- bischen Richtern nahezulegen, sofort ihr Urlaubsgesuch einzureichen unb biesem sofort stattzugeben. Ich ersuche ferner, bie Kommissorien Mischer Assessoren sofort zu roiberrufen. In allen Fällen, in benen Mische Richter sich weigern, ihr Urlaubsgesuch einzureichen, ersuche ich, diesen kraft Hausrechtes bas Betreten bes Gerichtsgebäubes zu untersagen. Jübische Laienrichter ersuche ich nicht mehr einzuberufen. Jübische Staatsanwälte unb jübische Beamte im Strafvollzug ersuche ich umgehenb zu beurlauben. Ich ersuche, mit ben Anwaltskammern ober örtlichen Anwaltsvereinen noch heute zu vereinbaren, baß ab morgen früh zehn Uhr nur noch bestimmte jübische Rechtsanwälte, unb zwar in einer Verhältniszahl, bie bem Verhältnis ber Mischen Bevölkerung zur sonstigen Bevölkerung etwa entspricht, auftreten. Mir scheint es selbstverstänblich zu fein, baß bie Betör b n u n g jübifdjer Anwälte als A r - menanmälte ober Bestellung von solchen als Pflichtverteibiger, zu Konkursverwaltern, Zwangsverwaltern usw. ab morgen 10 Uhr nicht mehr erfolgt. Aufträge zur Vertretung von Rechtsstreitigkeiten bes Staates an jübische Anwälte ersuche ich sofort zurückzuziehen. Den Gesamtrücktritt bes Vorstanbes ber A n waltskammern ersuche ich durch ent- sprechenbe Verhanblungen herbeizuführen. 2yenn von ben Gau- unb Kreisleitungen ber NSDAP, ber Wunsch geäußert wirb, burch uniformierte Wachen bie Sicherheit unb Orbnung innerhalb bes Gerichtsgebäubes zu überwachen, ist biesem Wunsche Rechnung zu tragen. Ser Reichskommiffar für Preisüberwachung gegen unberechtigte Preiserhöhungen. Berlin, 31. März. (WTB.) Dem Reichskommissar für Preisüberwachung ist mitgeteilt worden, daß einige Fleischer die Fleischpreise mit der Begründung „Zollwesen der Regierung Hitler" erhöht haben. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat die obersten Landesbehörden gebeten, solchen unberechtigten Preiserhöhungen, die mit lügenhafter und volksverhetzender Begründung erfolgen, m i t aller Schärfe entgegenzutreten, die schuldigen Betriebsinhaber zur Verantwortung zu ziehen und gegebenenfalls die Betriebe auf unbestimmte Zeit zu schließen. Todesstrafe durch Erhängen. Die Voraussetzung für Hinrichtung des Rcichstagsbrandstifters geschaffen. Berlin, 1. April. (TU.) Die Reichs- regierung hat, wie die „DAZ." berichtet, ein Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todes st rase erlassen, das vom 29. März datiert und vom Reichskanzler Hitler sowie in Vertretung des Reichsjustizmini- sters vom Vizekanzler v. Popen unterzeichnet ist. Rach § 1 dieses Gesetzes gilt § 5 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar auch für Taten, die in der Zeit zwischen dem 31. Januar und dem 2 8. Februar begangen worden sind. § 5 der Verordnung vom | 28. Februar sieht die Todesstrafe für eine ganze Reihe schwerer Verbrechen vor, unter die auch die Brandstiftung im Reichstag faHL § 2 der Verordnung bestimmt: Wenn jemand wegen eines gegen die öffentliche Sicherheit gerichteten Verbrechens zum Tode verurteilt ist, so kann die Regierung des Reiches ober des! Landes, durch deren Behörden das Urteil zu vollstrecken ist, anordnen, daß die Vollstreckung durch Erhängen erfolgt. Damit sind die gesetzgeberischen Voraussetzungen für die vom Reichskanzler bereits in seiner Reichstagsrede angekündigte H i n- rich tung des Reichstagsbrand st if- t e r 5 van ber Lübbe geschaffen worben. Aunderlaß des Aeichsinnenminiflers zur Wahrung der Leamiendisziplin. Berlin, 1. April. (WTB.-Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat einen Runderlaß zur Wahrung der Disziplin an die Dienststellen seines Geschäftsbereiches gerichtet, der den übrigen ober st en Reichsbehörden mit der Ditte um entsprechende Anordnung zugegangen ist. In dem Erlaß heißt es wie folgt: Auch im Reichsdienst mehren sich leider die Fälle, in denen Beamte Beschwerden über ihre Vorgesetzten oder Anzeigen gegen sie unmittelbar beim Minister anbringen, mitunter sogar andere Stellen der Reichsregierung zur Einwirkung auf ihre Ministerien ersuchen. Gegenüber Eingaben dieser Art teile ich völlig den Standpunkt, den der Herr Reichskommissar für das preußische Ministerium des Innern für seinen Geschäftsbereich bekannt gegeben hat. Wie er mißbillige ich ein solches Verhalten aufs schärf st e. 2n den gegenwärtigen Hoheiten hat der Beamte sich durch verstärkten Diensteifer und eiserne Disziplin auszuzeichnen und nicht seine Aufgabe darin zu sehen, seine Vorgesetzten zu kritisieren und damit ihre Autorität zu untergraben und zu erschüttern. Vornehmlich von den Beamten, die mit ihrer Uebergeugung hinter der Regierung des Reichskanzlers Adolf Hitler stehen, erwarte ich mit aller Bestimmtheit, daß sie diese Mahnung in besonderem Maße beherzigen und darüber hinaus der übrigen Beamtenschaft i n Pflichttreue, Leistung und Disziplin als Vorbild dienen. Die Mitgliedschaft bei den nationalen Parteien gibt den Beamten nicht mehr Rechte, sondern nur höhere Pflichten. Wer den Befehlen und Anordnungen der von mir eingesetzten oder im Amte belassenen Vorgesetzten nicht in jeder Richtung gehorcht, verweigert damit auch mir gegenüber den Gehorsam. Bisher habe ich derartige Mitteilungen unbeachtet gelassen. In Zukunft werde ich indessen Beamte, die entgegen meinem ausdrücklichen Hinweis erneut mit solchen Beschwerden und Anzeigen gegen Vorgesetzte sich unmittelbar an mich wenden oder die gebetene Gehorsamspflicht verletzen, zur Verantwortung ziehen. Ein außenpolitisches Ami der AGSAp. Berlin, 31. März. (CNB. Eigene Meldung.) Der Führer ber PSDAP. Adolf Hitler hat folgende Verfügung erlassen: Ab 1. April 1933 wird ein Außenpolitisches Amt der NSDAP, eingerichtet. Zum Chef des Außenpolitischen Amres ernenne ich den Parteigenossen Alfred Rosen- b erg. Alfred Rosenberg wurde 1893 in Reval geboren. Er absolvierte dort die Oberrealschule, studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Riga und erhielt 1918 das (Diplom als Ingenieur-Architekt. Rosenberg ließ sich bald darauf in München als Schriftsteller nieder und wurde 19 21 Haupt- schristleiter des ' „Völkischen, Beobachter s". Seit dem 14. September 1930 ist er Reichstagsabgeordneter. Rosenberg hat eine große Anzahl politischer und weltanschaulicher Werke verfaßt. Er ist Reichsführer des Kampfbun- des für Deutsche Kultur. Zusammenschluß in der deutschen Jugendbewegung. Innerhalb des Reichsausschusses der deutschen Jugenbverbände haben sich die nationalen Bünde der deutschen Jugendbewegung zu einem Grohdeutschen Bund unter Führung des Admirals v. Trotha zusammengeschlossen. Der Admiral ist seit zehn Jahren Bundesführer der Freischaar Junger Ration. Der neuen Vereinigung sind außer diesem Bunde beigetreten bie Deutsche Freischaar, ber Deutsche Pfadfinderbund, die Deutsche Reichspfadfinderschaft, der Jung- sturm, bie Abler unb Falken, bie Fahrenden Gesellen unb bie Geusen. Tritt trotzig in die kampfgewillten Reihen, den angefangnen Bau zu weihen, zu segnen unsrer Heimat neues Haus — Bismarck heraus! Also sprach Bismarck. Zum Geburtstage des Altreichskanzlers am 1. April Zusammengestellt von Karl Baumann. „Solange ein Faden an mir ist, will ich dem Vaterland dienen." Abgeordnetenhaus, 4. Februar 1881. * „Die Politik ist wie eine große Forelle, welche die kleine Forelle auffrißt. Denn die Forellen gehören zu den Raubfisch«^: so hat die Politik jedes andere Steckenpferd, das ich jemals gehabt habe, verschlungen." Zu einem Engländer im Oktober 1891. „Ich schlage wieder, wenn ich geschlagen werde." Reichstag, 30. November 1881. ,Ich bin gewohnt, sowohl Liebe als Haß zu erwidern. Beides habe ich in meinem Leben vielfach erfahren. Es ist aber nicht ganz christlich, wenn man Haß nicht mit Liebe vergüt, allein, ich habe mich meiner Haut wehren müssen." Aus einer Ansprache, 26. August 1890. „Ich habe, solange ich im Dienst war, immer den Ernst eines Wachthundes an der Kette gehabt und habe gebissen, was ich beißen mußte." Mai 1895. * „Kommt es m Aeußersten, ist mir das Hemd näher als der Rock." Abgeordnetenhaus, 22. Januar 1864. „Ich stehe für meine politische Ueberzeugung und meinen politischen Ruf ein, ohne in Abrede zu stellen, daß ich mich darin irren kann. Aber ich kann nur nach meiner Ueberzeugung handeln, und ich bin oft in meinem Leben in der Lage gewesen, daß ich einen anderen Ratgeber als mich selbst nicht gehabt habe." Herrenhaus, 23. März 1887. * „Ich habe keinerlei Zweifel über ein zukünftiges Leben, denn das gegenwärtige ist zu traurig und unvollkommen, als daß es unserem höchsten Selbst entsprechen könnte. Es ist offenbar nur ein Kampf, der vergeblich fein würde, wenn er hier endete. Ich glaube an eine letzte Vervollkommnung." Zu einem Engländer, 1887. ,Ich habe nie in meinem Leben auf Dank Anspruch gemacht. Ich habe ihn nie erwartet, ich habe ihn auch nicht verdient, denn ich habe niemals um Dank gehandelt, sondern habe einfach meine Schuldigkeit getan, niemand zu Liebe, nichts weiter. Und wer seine Pflicht tut ist ein getreuer Knecht, hat aber keinen Anspruch auf Dank. Ein solcher Anspruch liegt mir außerordentlich fern. Ich habe gelernt, ohne den Dank der Welt zu leben, ich habe ihn erworben und verloren und habe ihn wieder gewonnen, ich habe ihn wieder verloren — ich mache mir gar nichts daraus, ich tue einfach meine Pflicht." Reichstag, 28. November 1881. „Durch Kant habe ich mich nicht völlig durch- ringen können. Was er über das Moralische sagt, zumal das vom kategorischen Imperativ, ist lehr schön. Aber ich lebe am liebsten ohne das Gefühl des Imperativs, ich habe überhaupt nie nach Grundsätzen gelebt. Wenn ich zu handeln hatte, habe ich mich niemals gefragt: nach welchen Grundsätzen handelst du? Sondern ich habe zugegriffen und getan, was ich für gut hielt. Man hat mir ja oft vorgehalten, daß ich keine. Grundsätze habe. Wenn ich mit Grundsätzen durchs Leben gehen soll, so komme ich mir vor, als wenn ich durch einen engen Waldweg gehen sott und müßte eine lange Stange im Munde halten." v. Poschinger: „Tischgespräche", Bd. II, S. 170. „Setzen wir Deutschland in den Sattel, reiten wird es schon können." Norddeutscher Reichstag, 11. März 1867. * „Nach Kanossa gehen wir nicht, weder körperlich, noch geistig. Reichstag, 14. Mai 1872. „Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt." Reichstag, 6. Februar 1888. „Blutendes Deutschland", der Film der nationalen Erhebung. In Berlin fand die Uraufführung des großen Filmes „Blutendes Deutschland" in Gegenwart zahlreicher Führer der nationalen Verbände statt. Der Film ist ein Zeitdokument von unschätzbarem historischem Wert. Er gibt einen Querschnitt durch Deutschland von 1870 bis 1933. So sieht man u. a. die Kaiserproklamation zu Versailles, eine Szene aus den August- tagen 1914 und dem Weltkrieg. Bilder vom Zusammenbruch vom 9. Hovember, die bittersten Jahre des Hachkrieges ziehen vorüber, der französische Einmarsch ins Ruhrgebiet, die Erschießung Schlageters. Die Arbeitslosigkeit, der soziale Hiedergang mit seinen erschreckenden Folgen werden aufgezeigt, und zwischendurch sieht man die ersten Keime der nationalen Erhebung. 3n starken Bildern wird der zähe Kamps der SA. und des Stahlhelms in den Großstädten gezeigt. Man sieht und hört jene mitreißende Ansprache, die Hitler 1932 vor Hunderttausenden im Berliner Stadion hielt. Der 30 Januar 1933 bringt die Wende. Hitler zieht in das Reichskanzler- palais ein. Unter dem Jubel der Zuschauer klingt der Film aus im begeistert mitgesungenen Deutschlandlied, lmi-erASM. W. Eigene Meldung.^ übolf Hitler hat (o!= Hb 1. April 1933 wirb Amt der NSDAP. 'luginpofili^m Amics 'ijen Mb So[en. 193 in Reval geboren. eaMr, Merle Ar- jodele in Riga unb is Mnieur^rchitek naui in' München als Durbe 1921 Haupt- lölkischen.Beob' September 1930 i|l er lenberq hat eine große Baulicher Werke „er- -t des Kampsbun- tur. t Der deuischen >egung. zschusses der deutschen i) die nationale inibetncgungiu einem d unter gfamag rcn Dundestuh er m , 5)?r neuen QJeteini ssffi. *** 'S ö W. sä K ? das S?.,M °b öie^ju 'nerfolt?"k. 3eri f xa «y^x 5"Re« ?mN*. K>.r * leider bie k te®"* ywnbUunfi, öen r das tzreuhjsche W r 1,1 iß billige i* "°uss,chärs ? ® enhifetUKb auszuzeichnen totj zu sehen, 3U kritisieren untergraben und zu n den 'Beamten, die er btt Regierung des • tchen, ermatte ich I |ie diese Mahnung beherzigen und dar- 1 Beamtenschaft in 9 und Disziplin Sie Mitgliedschaft n gibt den Beamten em nur höhere befehlen und Änvrb- ehten oder im Amte t in jeder Richtung auch mir gegenüber r ich derartige Mit« lassen. 3n Zukunft die entgegen meinem eut mit solchen Beugen Rorgefehte sich m oder die gebotene zur Beianttoot' 61110 , m M s* '* ttiS» $S* Deut 'V nafiDnflftn Lhrer K[tbo^ chem Äe /n H® Deutsch^ roklamz Szene ^her SSx .‘«SSrft“ SKSZL S&fij© Michsminister Goebbels über die Sortierung der nationalen Revolution. Berlin, 31. März. (ERD.) Bor den Amtswaltern der Berliner Parteiorganisation der RSDAP. sprach Reichsminister für Volksaufklä- rung und Propaganda Goebbels in den Ten- nisyallen in Wilmersdorf. Er erklärte: Die Regierung sei Sachwalter des Bolks, und sie sreue sich, mitten im Volke zu stehen. Die Partei trage aus ihren Schultern den neuen Staat, den sie niemals mehr aus der Hand geben werde. Diese Revolution, die nicht von oben, sondern von unten gekommen sei, habe bewiesen, daß Revolutionen nicht immer auf den Barrikaden gemacht werden mühten, sondern dah Revolutionen große geistige Umwälzungen seien, die sich richten nach den Zielen, die man erreicht. Die Ziele, die bis jetzt erreicht seien und die weiterhin erreicht wurden, seien durchaus revolutio- nörerRatur. Die nationale Revolutlon wolle die Weltanschauung des Individualismus, die Anbetung der Einzelperson beseitigen und wolle sie ersehen durch den Gemeinschaftssinn, der wieder das ganze Bolt umfasse, und das Interesse der Einzelperson wieder dem Gesamtinteresse der Ration unterordne. Damit werde das Jahr 1789 aus der Geschichte gestrichen. Diese Umstellung erstrecke sich nicht nur auf das Politische, sondern auch auf das Weltanschauliche, Kulturelle und Wirtschaftliche. Diese Revolution gehe nicht an den Grundfesten der Wirtschaft vorbei. Wenn bislang das Bolt der Wirtschaft diente und diese dem Kapital dienen muhte, und wenn in dieser Form der Macht» und Mittelverteilung in der Produktion das geschehen werde, was man Kapitalismus nenne, so werde das allerdings beseitigt werden müssen. Es werde umgekehrt sein: Das Geld der Wirtschaft, die Wirtschaft dem Volke., das Volk dem Staate dienen, und die Regierung werde als Sachwalter Brückenbau zwischen Stadt und Land! Durch die technischen Reuerungen und die modernen Verkehrsmittel sind viele Schranken gefallen. Die Menschen wurden einander nähergebracht. Zeitungen und Rundfunk, Telegraphie und Fernsprecher tragen die Tagesnachrichten auch in das fernste Dorschen. Leider besteht aber zwischen Stadt und Land immer noch eine Kluft, die trotz aller Bestrebungen noch nicht überbrückt ist. Welche Vorurteile hört man von Städtern über die Bauern, und umgekehrt, welche Vorstellungen haben die Landleute von der „Leichtlebigkeit" der Stadtbewohner! Dabei ist in den meisten Fällen nicht Böswilligkeit die Ursache dieser Meinungen, sondern nur Unkenntnis, weil man sich zu wenig kennt. Die Grohstädter sind naturfremd geworden, trotz Sport und Wanderlust. Man frage bei einem Spaziergang einmal einen „richtigen" Städter, welche Getreideart gerade auf diesem Acker wächst. In den meisten Fällen wird man eine falsche Antwort bekommen. Bäume und Ruhpflanzen sind eben vielen Städtern fremde Dinge geworden. Aber die Landwirtschaft allein ist doch der Grund, auf dem sich erst das deutsche Leben und auch seine Wirtschast — das wird leider oft vergessen — aufbaut. Wenn die Landwirtschaft krank ist, kann das deutsch^ Volk nicht leben. Alle falschen Vorstellungen der Städter entspringen aber der Unkenntnis über das Leben des Bauern. Wieviele Leute in der Stadt haben überhaupt eine Ahnung von dem erbitterten Ringen, von der zähen Arbeit des Landwirtes! Da gibt es kein Ausruhen, keinen Achtstundentag, auch nicht im Winter. Es ist ein unaufhörliches Schaffen im Regenschauer der Frühlingstage, in der Gluthitze des Sommers, in den nahkalten, trüben Herbstwochen und auch noch in der Kälte des Winters. Und wie ost macht die Ratur einen dicken Strich durch alle Berechnungen und durch alle Hosfnungen! Die Dürre vernichtet in einem trockenen Jahre die Ernte, ein Unwetter von wenigen Minuten zerschlägt alle Arbeit und Mühe. Das £eben_ des Bauern sieht ganz anders aus, als der Städter meint. Bei Sonntagsausflügen, oder auch bei einem Sommeraufenthalt von ein paar Wochen des Volkes oberster Richter über Wohl und Gesundheit des Volkes und der Wirtschaft fein. Cs müsse sich jeder klar, darüber sein, dah diese Revolution nicht Halt mache. Sie werde die alten überlebten Werte stürzen und sie durch neue bessere Werte des Gemeinschaftslebens ersehen und damit dem deutschen Volk wieder ein Dasein geben, das Sinn und Zweck und Zukunft hat. Der Minister verwahrte sich gegen die etwaige Auffassung in bürgerlichen Kreisen, die Regierung wisse nichts von den sieben Millionen Arbeitsloser, nichts davon, dah die sozialen Fragen der Lösung harrten. Die wirtschaftlichen Fragen könnten nicht gelöst werden, wenn man mit politischen Wihhelligkeiten und Sorgen belastet sei. Die Regierung wisse, dah einmal d i e Brücke zwischen Unternehmertum und Arbeiterschaft geschlagen werden müsse, dah die Millionenmassen des staatsfremden Marxismus nicht t>amit_ beseitigt werden, daß man sie in die Zuchthäuser sperre, sondern dah sie dem neuen Staat gewonnen werden müßten. Dem Ausland gegenüber erklärte der Minister noch einmal, dah Deutschland keinen Krieg, dah es mit allen Völkern in Frieden lebe n wolle. „Wir wollen allen Völkern wohl, die uns unsere Ehre und unser tägliches Brot lassen. Wir bedauern nur, dah ein großer Teil der NZelt sich über Deutschland heute ein falsches Bild macht." Mit einem Treuegelöbnis zum greifen Reichspräsidenten, der die Brücke zur Jugend durch die Ernennung Adolf Hitlers geschlagen habe, endete Minister Goebbels mit dem Rütlischwur: Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen". Mik dem Horst-Wessel- Lied schloß die häufig von Beifallsstürmen unterbrochene Rede. lernt man noch lange nicht die Arbeit der Landwirte kennen. Und niemand darf glauben, dah dem Bauern olles so zuwächst. Wer hat eine Ahnung von der Lebenshaltung des kleinen Bauern, der fast alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse verkaufen muh, um die Steuern bezahlen zu können? Und Die Landleute, die so selten in die Stadt kommen? Urteilen sie auch nicht oft so schief wie die Städter? Was mancher Bauersmann in der Stadt sieht, trägt auch nur dazu bei, seine Meinung zu bestärken, dah die Stadtleute in den Tag hineinleben. Zum tiefen Schauen hat er meistens gar keine Zeit. Und die Städter bei der Arbeit zu sehen, dazu fehlt die Gelegenheit. Oder man denke sich folgendes: Der Bauersmann hat einen schweren, arbeitsreichen Tag hinter sich und sitzt müde in seinen Arbeitskleidem im Zimmer. Er will noch einen kleinen Ohrenschmaus haben und stellt sein Rundfunkgerät ein. Da tönt ihm Tanzmusik entgegen, ein Schlagerlied wird gesungen. Es ist eine Übertragung aus einem Hotel. Durch die Musik hindurch hört er Gelächter und fröhliche Menschenstimmen. Muh da der Landmann nicht denken: Siehst du, so schön haben es die Städter!? Gar zu leicht wird dann ein hartes Urteil aus Unkenntnis gefällt. Die Lebensbedingungen der Stadtmenschen sind aber doch andere als die auf dem Lande. Das wird oft übersehen. Was weih der Bauer, der frei und unabhängig auf seinem Hofe sitzt, von den engen Wohnungen im Mietshaus? Kennt er den Lärm einer Stadt, die Hetzjagd um das tägliche Brot, die Rot der Arbeitslosen? Auch auf dem Londe sind Erwerbslose, gewih! Aber sie haben oft noch ein Stückchen Garten oder gar einen kleinen Acker, hier und l-j gibt es auch Gelegenheit zur Arbeit, aber in der Stadt? Und wenn die Landleute von ihrer Arbeit sprechen, vergessen sie dann auch nicht, daran zu denken, dah Millionen Menschen sich nach Arbeit sehnen, dah sie sich unglücklich fühlen in ihrer Untätigkeit? Wer heute noch Arbeit hat, soll sich freuen. Schon manches wurde getan, um die Kluft zwischen Stadt und Land zu verringern. Ich Denke da vor allem an die Presse, nicht an die Grohstadtprefse, sondern an die Heimatzeitungen, die in Stadt und Land gemeinsam gelesen werden. ich erwähne weiter den Rundfunk, der ja besondere Stunden für das Land einlegte. Aber noch ist manches zu tun. Auch unsere Schule hat hier eine Ausgabe, die nicht leicht ist. Während des Krieges kamen hungrige, blasse Grohstadtkinder auf das Land, um herausgefüt- tert zu werden. Cs kamen die Eltern der Kinder zu Besuch. Sie sahen staunend, was in einem Bauernhaushalt alles geleistet werden muh. Und die Landleute besuchten die Kinder in ihrer Stadt. Auch sie waren überrascht über manches. Aber diese gegenseitigen Besuche trugen viel dazu bei, dah Bande zwischen Stadt und Land geknüpft wurden, die bis heute noch nicht zerrissen sind. Wie oft sehen wir auf dem Lande junge Leute, die sich als frühere Ferienkinder vorstellen! Sie haben die paar Wochen nicht vergessen und sind auch auf dem Lande gern gesehene Gäste. So hat der Aufenthalt dieser Kinder unbewuht mit- geholfen, dah das Verhältnis zwischen Stadt und Land besser wurde. Man kann nur hoffen, dah auch in der Zukunft — bei gutem Willen beiderseits — ein gegenseitiges Verstehen und Erkennen mit dazu beiträgt, dah die Kluft zwischen Stadt und Land sich verringert und endlich ganz verschwindet. P. Eliernalück und Elterrdorgen. Ein Mort zum Schluß des Schuljahres. Ein Schuljahr geht zu Ende. Mühen fliegen, Tornister wandern in dre Ecke, Hurra, die Ferien! In die Freude der Eltern aber mischt sich ein Wermutstropfen: das neue Schuljahr verlangt neue Schulbücher. Mit Stirnrunzeln überfliegt der Vater die Liste. Es ist immerhin ein größerer Betrag in den heutigen schweren Zeiten und er beschließt, die Bücher „hintenherum" zu beschaffen. Am ersten Schultag nach den Osterferien wandert dann sein Junge oder seine Tochter mit einigen altgetauften, zerlesenen und fleckigen Büchern zur Schule. Dieses Aufkäufen gebrauchter Bücher ist vielleicht ein in manchen Fällen verständliches Verfahren, aber ist es wirklich klug? Sollte man sich nicht auch die Frage vorlegen, ob sich das altgekaufte Schulbuch an Leib und Seele der Kinder nicht verhängnisvoll auswirken kann? Keine Vorsicht schützt den Schüler vor der Heber- tragung von Tuberkulose- und anderen Krankheitskeimen durch solche von Hand xu Hand wandernden Bände; sie gefährden als Bazillenträger die Gesundheit eines Kindes im empfindlichsten Wachstumsalter. ilni> Erziehung zur Sauberkeit? Cs gibt kaum einen krasseren Gegensatz dazu als die uralten Schmöker, die schon drei- oder viermal ihren Besitzer gewechselt haben. Glaube keiner, dah es dem Schulkind oder dem Pennäler ganz einerlei sei, mit welchen Büchern er ein ganzes Jahr lang täglich umgehen soll! Reue Schulbücher haben einen besonderen Reiz: sie werden vielfach schon in den Ferien von A bis Z durchstudiert und sorgsam behandelt. Mit welchem Widerwillen nimmt dagegen ein normal empfindender Junge oder ein Mädchen, das auf sich hält, die unappetitlichen Bände zur Hand, die im Schülerjargon verächtlich „alte Schwarten" heißen! Diese „alten Schwarten" ersticken zuerst die Lernfreude im Kinde, bevor das neue Schuljahr richtig angefangen hat. Dann aber hindern sie den Schüler auf Schritt und Tritt bei der Bewältigung des Arbeitspensums. Manches ist in den neuen Auflagen geändert, wie das heute gar nicht zu vermeiden ist, oder eine Seite ist herausgerissen — kurz und gut: der Schüler findet sich nicht mehr zurecht und bleicht allmählich hinter den anderen zurück. Rech schlimmer für ihn, wenn er nicht bloß mit altgekauften Büchern arbeiten soll, sondern zu allem Unglück auch noch die eigenen Bücher des letzten Schuljahrs verramscht hat. Man kann fünf, vielleicht sogar zehn Mark durch den Kauf und Verkauf alter Schulbücher sparen, aber man gibt nachher hundert Mark und mehr für Rachhilfestunden aus. Es ist ein eisernes Gesetz, dah man mit unbrauchbarem Handwerkszeug auch nur Pfuscharbeit leisten kann. Warum sollte es bei Schulbüchern anders sein? Clternsinn ist Opfersinn. Wer seinen Kindern zu Ostern neue Schulbücher kauft und verhindert, daß sie die alten zu Geld machen, erleichtert ihnen das Vorwärts- kommen und erspart sich selbst die angstvolle Sorge um ein verlorenes Schuljahr. Vorläufig kein I^indermarkt. Die Bürgermeisterei Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, dah der für nächsten Dienstag vorgesehene Rinder-Ruhviehmarkt nicht statt- findet. Der Wiederbeginn der Viehmärkte wird rechtzeitig veröffentlicht. Oie Boycottbewegung gegen jüdische Geschäfte. Heute morgen, pünktlich um 10 Uhr, werden die jüdischen Geschäfte unserer Stadt mit 1 bzw. 2 SA.-Posten beseht, die von den verschiedenen Standortloialen aus nach den Geschäften beordert wurden. Eine grohe Menschenmenge verfolgte überall die Ereignisse mit starkem Interesse. Eine Reihe Geschäfte jüdischer Inhaber hatte heute morgen nicht geöffnet. Bisher kam es zu keinerlei Zwischenfällen. Die Besetzung der Geschäfte mit SA.-Posten vollzog sich in aller Ruhe. In den Straßen herrschte starker Publikumsverkehr. Verabschiedung im LandwirtschastS« kammerausschuß Oberheffen. Der infolge der Vereinheitlichung der Landwirtschaftsförderung in Hessen ausgeschiedene Vorsitzende des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen, Oekonvmierat Breidenbach, Dorheim, verabschiedete sich gestern von den Beamten des Ausschusses^ Oeko- nomierat Breidenbach war seit Gründung der Landwirtschaftskammer Mitglied des Vorstandes des Ausschusses Oberhessen und ununterbrochen seit 1911 dessen Vorsitzender. In tiefempfundenen Worten gedachte er der Tätigkeit des Ausschusses, der stets das Beste für die oberhessische Landwirtschaft gewollt habe, dankte den Beamten^ für ihre seitherige Pflichttreue und forderte sie auf, auch weiterhin ihre volle Pflicht und Schuldigkeit im Dienste der hessischen Landwirtschaft zu tun. Für die Beamten sprach Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner und dankte dem langjährigen Führer der oberhessischen Landwirtschaft für das stets entgegengebrachte Wohlwollen. '"Steuer - und Gebührenrück stände werden von der Stadtkasse im heutigen Anzeigenteil zur Zahlung bis 10. April angemahnt. Säumige Zahler seien besonders darauf hingewiesen. ** Aus dem Staatsdienst entlassen wurde mit sofortiger Wirkung der Oberjustizsekretär in Groß-Umstadt Philipp Glenz. " Arbeitsjubiläum. Am heutigen 1. April kann der Aufseher und Meister Wilhelm I a n z in den Gailschen Tonwerken, Abteilung Tonwerk, auf eine <0jährige Tätigkeit im Dienste der Firma Gail zurückblicken. Der Jubilar war vor dem Eintritt in die Gailschen Tonwerke als Schachtmeister bei der Baufirma Koch & Sohn tätig. Seit 1. April 1893 ist er bei den Gailschen Tonwerken beschäftigt. Hier hat er sich durch musterhafte Arbeitsleistung und vorbildliche Pflichttreue die Anerkennung und Wertschätzung der Leitung des Unternehmens, seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter erworben. Dem Jubilar wurden an seinem heutigen Ehrentage mancherlei Ehrungen bereitet. Auch die hessische Staatsregierung ließ dem Jubilar durch ein Schreiben des hessischen Innenministers, ebenso wie das Kreisamt Gießen durch eine Zuschrift, Glückwünsche übermitteln. •* Geschäftsjubiläum. Die Firma Gießener Stempel- und Farben-Fabrik Joseph Kreuter kann heute, 1. April, auf ein 30jäh- riges Bestehen zurückblicken. Die unermüdliche Tatkraft des noch heute in vollem Umfange seinem Werke vorstehenden Chefs und Gründers der Firma, Fabrikanten Joseph Kreuter, und das stets gute Einvernehmen mit seinen schon teils langjährigen Mitarbeitern hat dem Werke im Laufe dieser Zeit einen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten und guten Rainen geschaffen. Als Spezialfabrik von Dekora- tionsstempeln für die keramische Industrie steht die Firma als die größte und bedeutendste an erster Stelle. Weitere Cofalnadiridjten im 2 Blatt Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich weiter über das Festland ausgebreitet, doch fließt bei meist westlichen Winden fortgesetzt ozeanische Luft zu. Daher entstehen oft noch Wolkenbildungen, das Wetter bleibt etwas wechselhaft und noch ziemlich kühl. Im wesentlichen wird sich aber der hohe Druck behaupten. Aussichten für Sonntag: Weiterhin wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm und meist trocken. Aussichten für Montag: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 31. März: mittags 9,8 Grad Celsius abends 2,3 Grad: am 1. April: morgens 0,1 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum —0,5 Grad. Aus -er Provinziaihaupistadt. J^er9totflrofc6cii ^deutschen Voltes Millionen von Ehemännern werden durch die Lebensversicherung von drückenden Sorgen um die Zukunft befreit, Millionen von Frauen gibt die Lebensversicherung die Gewißheit, daß sie und ihre Kinder bei Verlust des Ernährers vor dem Schlimmsten beschützt sind. Für Millionen von Familien ist ß 2 ßclfrrin zu einerbelldrenZukunik k 9O°[o unserer Schuler erhielten feste Stellung nodi vollendeter Aulbildung bei um. Trotz Knie! Gibt ei eine heisere Gewähr für den Wen untere« Unlerriditi ? Beruflicher Erfolg winkt Ihnen genau 10 wie all' den vielen vor Ihnen, wenn Sie iid> lehrt zu unieree Kursen anmelden. 1 jährige Höhere Handeludivle, •/, jährige Hon- deli-Obersdiule, 2 jährige Handeludiule, */« jährige und 1 jährige Handelsfadtidiule. Beginn am 20. April Prospekt unverbindlich durdi Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen und Herborn / Direktion: Gießen, Goetheitr. 32 Z 8uf 2444 1880 A Zur Lieferung von Herden, Oefen, Ersatzteilen oder sonstige in mein Fach einschlagende Artikel uorä Schornslein-Aiilsäfze, Kaminrobre ustv. usw., im Sinne der Verordnung für Instandsetzungsarbeiten an Wohngebäuden und Umbauten, gewährleistet durch Reichs-Zu schlisse, halte ich mich bestens empfohlen. — Zu fachmännischer Auskunft sowie Angebot, ohne jeglichen Kaufzwang Ihrerseits, bin ich jederzeit gern bereit Edgar Borrmann Eisenhandlung « Gießen Knabeninstitut Lucius Zorflhau« bei Echzell, Oberhefseu. 2100 D Erziehung und Llldung von Zungen zwischen 10 und 16 Zähren auf Indio. Grunblcqe. Alle Dorzü e eine« Land» heim« bei i-hrpla g> mLßemUnierrichi und soraf.Erziehung zu Selbständigkeit und pstlchtbcwußtsein. Keine privat» i unden et forderlich. E.xia—Unicrsek.,Ob^Aealsch. u. Realgymnasium. Kein Zei vcrlu . Umschulungen. 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April (933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 78 Zweites Blatt Uhr Lin ArbeilsbeschaffungsvvrWag der AEDAP Aus der Provinzialhauptstadt laden wropäisches Reise- zwingende ver^ eine Lebensnob Nachdruck verbotcnl 6 Fortsetzung. »■ 3. oi e» i? r n. 18* U eü Die Errichtung des Arbeitslagers Homberg ist mit der gröhten Beschleunigung auszu- führen. Die jetzt als 8-Strahe bezeichnete Strafte Grünberg—Lehnheim—Homberg—Lehrbach— Kirtorf—Wahlen—Gleimenhain wird zur D- Strafte erklärt. Diefe Strafte ist, zum mindesten im Zuge der Ortsdurchfahrt Homberg, in Kleinpflasterung herzustellen. Gleichzeitig mit der durch die Umwandlung der Strafte Lehnheim—Wahlen—Gleimenhain in eine D-Strafte zwangsläufig erforderlichen Herrichtung dieser Strafte ist die an- schlieftende Teilstrecke der Strafte Homberg— Uieder-Ofleiden bis zum Werk der wittel- deutschen Hartsteinindustrie in der gleichen weise herzuslellen. >altun &AP. n ii» g- Hain erscheint außerdem als eine zwingende verkehrspolitische Maßnahme, ja als eine Lebensnotwendigkeit für den hiesigen Bezirk. 3m Nahmen eines großzügigen Arbeitsbeschaffungsprogram» mes dürfen derartige Erwägungen, die für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landteiles auf Jahre hinaus bestimmend sein können, nicht außer acht gelafsen werden. Die bisherige Eingruppierung der Straße Grünberg— Lehnheim— Gleimenhain in die Klasse der 8-Straßen ist heute weder unter dem Gesichtswinkel eines angeblich schwachen Verkehrs, noch auf Grund etwaiger früherer statistischen Erhebungen berechtigt._______ Man muß dabei berücksichtigen, daß bei der heutigen Ausdehnung des Kraftwagenverkchrs die Bedeutung der Straften nahezu der Bedeutung von EisenbahnlU.n gleichkommt. Es sei noch daraus hingewiesen, daß insbesondere die Stadt Homberg einen Anspruch darauf hat, günstige Voraussetzungen für eine neue Aufwärtsentwicklung zu erhalten, nachdem ihr durch die 1932 erfolgte Auflösung des Finanzamtes Homberg ein ganz empfindlicher Schlag versetzt worden ist. Die Ortsgruppe hat daher die zuständigen Behörden auf diese Arbeitsmöglichkeit hingewiesen. Sie hält es aber weiter für erforderlich, die weiteste Oeffentlichkeit für diese Frage zu interessieren, insbesondere auch den an der Strafte Lehnheim—Gleimenhain gelegenen Ortschaften, vor allem der Stadt Kirtorf, diese'Pläne bekanntzumachen, so daß ihnen Gelegenheit gegeben wird, von sich aus un- | seren Forderungen ihre Unterstützung zu geben. WaO.S.W 8 Uhr abeniWD base Ebel. en) tlerflewidmet 5Ch* Nation ‘am21.M5ri ihmei' der Ufa Oie stummen Gäste von Zweittnden Roman von Anny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. Lin Blick aus die Karle zeigt, welche verkehrs- polilischen Möglichkeiten heule hier gegeben sind durch den Ausbau dieser Strafte das Gebiet um Homberg und Kirtorf, das bisher immer und immer gegenüber anderen Can- desteilen zurückgefeht war, zu erfchlieften. Incbefondere würde der Anfchluft an eine groftc durchgehende Straftenoerbindung Frankfurt a. M —Friedberg—Hungen—Grünberg—Homberg—Kirtorf—Neustadt—Treysa— Kassel für die Städte Homberg und Kirtorf von einer gar nicht hoch genug anzuschlagen- den Bedeutung fein, da diefe beiden Städte bisher durch ihre ungünstige Verkehrslage im Netz der heutigen Straftenorbnung nicht ent- wicklungsfähig find. Mil dem Ausbau der 5 trafte Grünberg—Gleimenhain—Neustadt wird dies sofort anders werden. Unsere diesjährige WOT 8. April, abends d'/*Ubr,m Poilkeller »all. „«v rer'Loriland. E Meten Ones Vaterlaw , Sonntag, bent zahlen um tu, Möglichkeit ,en zu wollen, 2279 C . 0 Avril, qtonnern- AM^pereM gMiibe ^.l|iten ^'Eat^vr'l. /aum eEMnl. hä Bettina empfing ihn in der Halle. Sie erzählte ihm: „Alle Türen sind versiegelt vom Amtsgericht aus: Vater hat nämlich kein Teftameivt gemacht, und * nun wird Ottfried gesucht. Findet man ihn nicht, erbt Frau von Welten alles." Sie befanden sich beide allein in der Halle und | hatten seitlich auf einem Ledersofa Platz genommen. Wulf Speerau glaubte feinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Zum Teufel, er mußte sich verhört haben. Konrad von Zweilinden hatte ihm doch an jenem verhängnisvollen Vormittag vorgeworfen, er spekuliere nur auf die reiche Erbin. Also hatte Zweilinden doch in der Pflegetochter seine Erbin gesehen. Trotzdem, wie oft kommt es vor, daß mancher, in kindischer Furcht, dadurch den Tod herbeizurufen, es immer wieder hinausschiebt, feinen letzten Willen festzulegen, und nachher gibt es dann ein Durcheinander. Schließlich, aus Mangel an Arbeit-würden die Herren vom Amtsgericht nicht die Zimmer im Schloß verriegelt haben. Ganz kalt wurde dem Grafen, und es ging ihm nun durch den Kopf, daß er, anstatt klug gehandelt zu haben, wie er gemeint, eine kapitale Dummheit gemacht hatte. „In Kürze wollte Vater ein Testament zu meinen ' Gunsten errichten, sagte Justizrat Eisen", erzählte Bettina, „aber, weißt du, Wulf, mir liegt ja gar nichts daran, ob ich reich oder arm bin. Du hast mich lieb, und ich werde deine Frau. Wenn wir nur unser tägliches Brot haben, wollen wir zufrieden (ein, nicht wahr? Die Hauptsache ist doch, daß wir uns liebhaben." Wulf Speerau schwieg, sein Kopf war so schwer, als wäre er mit Blei gefüllt, und er wußte nicht, was er antworten sollte. Bettina blickte ihn zärtlich an. „Die Liebe ist das Schönste und Beste im Leben, und wenn man sich keine wertvollen Kleider kaufen kann, bann kauft man sich eben einfache, und wenn Wein zu teuer ist, bann trinkt man Wasser. Ich muß am 1. Juli hier ausziehen: ich werde mir überlegen, wo ich bann bis zu unserer Hochzeit unterkrieche. Jetzt kam Wulf Speerau enblich wieder zu sich. ,/Run, weißt du, das ist aber doch ein tolles Stückchen, bas sich bein Pflegevater mit bir geleistet hat. Erzieht bich wie eine große Dame, erzieht bich in einer Weise, als wärest du seine leibliche Tochter, unb bann läßt er bich zurück als Bettlerin. Gemein ist bas, hundsgemein." Als sie die stummen Gäste von Zweilinden zum erstenmal gehört, war ihr Pflegevater ermordet worden; nun sie zum zweitenmal die seltsamen Geräusche vernommen, verlor sie den Mann, den sie liebte. Unb auf welche häßliche Weise hatte sie ihn verloren! Es wäre weniger schmerzhaft für sie gewesen, er wäre gestorben, ohne baft sie erfahren hätte, wie berechnend er war, unb baft er ihr nur Liebe gelogen, weil er sie für reich hielt. Sie fühlte eigentlich gar keinen Schmerz, eher konnte man es Erstarrung nennen, was sie empfanb. Erstarrung, die sich in eine ungeheure Verachtung auflöste. Sie ging mit müden Füßen durch die Halle und hinaus in" den Park. Langsam schritt sie durch die Wege; ihr Ziel war der Pavillon. Sie trat ein, öffnete einen der Läden, damit es hier nicht ganz dunkel fein sollte. Draußen fing es an zu dämmern, das verschwim- menbe Grau des beginnenden Abenbs drängte sich herein und hüllte den ziemlich kahlen Raum in mystische Schleier. Bettina blickte sich um unb schüttelte den Kopf. War es wirklich erst so kurze Zeit her, seit sie sich hier in die Arme Wulf Speeraus geschmiegt unb er sie „du Schönste" genannt hatte? Zum erstenmal im Leben fing sie an zu begreifen, welche Macht boch bas Gelb hat. Um bes Gelbes willen heuchelten bie Männer sogar Liebe unb entehrten baburch bas heilige Gefühl. Sie ließ sich auf einem ber Korbstühle nieber unb, bie Ellenbogen auf bie Knie stützenb, legte_ sie ben müden Kops in bie Schalen ihrer Hände. Sie sann, wie schnell hatte sich doch ihr Leben völlig geändert! Bor kurzem noch bie umworbene Tochter eines ber reichsten Grunbbesitzer im ganzen Kreise, war sie jetzt plötzlich mieber bie arme Waise, die es sich überlegen mußte, auf welche Art sie sich ihr Brot verdienen konnte. Es gab wohl nur einen Beruf für Bettina, ber in Frage kam. Sie mußte als Gesellschafterin unt^rzu- fommen versuchen. Aber es gab eine Menge solcher armen Mäbels wie sie, es würbe nicht leicht werben, da etwas zu finden. Ein Schatten verdunkelte bie offen gebliebene Tür. Inspektor Flügge stanb auf der Schwelle und grüßte höflich. „Verzeihen Sie, Fräulein Claudius, ich sah Sie vorhin hier eintreten. Erst wagte ich es nicht, Sie zu stören, aber bann sagte ich mir, es ist boch besser, man rebet halb mal über bie Dinge, über bie schließlich gesprochen werben muß. Entschulbigen Sie vielmals, wenn es ihnen wehtut, was ich berühre. Wir auf bem Gut wissen natürlich schon alle, baft Sie nicht bie Erbin von Zweilinben sind, wie_wir erwartet haben, und ich meine, die ganze Situation muß für Sie jetzt peinlich fein. Ich weiß genau, ber selige Herr hat bas nicht beabsichtigt, was nun geschehen ist, bie Testamentssache ist von chm versäumt Bettina starrte ihn groß an, erroiberte mit zucken- ben Lippen: „Ich bitte bich, Wulf, nie mehr in solchem Tone von meinem Vater zu sprechen. Er hat das, was du ihm vorwirfst, doch nicht absichtlich getan. Der Tod hat ihn überrascht! Richt er trägt die Schuld, sondern sein Mörder, dieser Mensch, den man leider noch nicht aufgespürt hat, dieser verfluchte Mensch, der keine Ruhe auf Erden finden soll." Wulf Speerau fuhr sich über das haar und atmete rasch unö laut. „Das ist alles Unsinn: für dich handelt es sich nur darum, daß dich dein Vater jetzt gründlich in den Dreck gestoßen hat. Was willst du anfangen ohne Geldmittel? hast ein paar Sprachen gelernt, kannst Klavier spielen, und damit hort es auch auf. Ra ja, reiten und fahren kannst du auch, aber bas alles können viele." Sie blickte ihn mit immer starrer roerbenben Augen an. „Ich kann auch kochen unb wirtschaften, viel mehr brauche ich als beine Frau boch nicht zu können, glaube ich. Sollte aber noch etwas fehlen, bann lerne ich es eben." Es klang wie eine Frage. Wulf Speerau erhob sich unb stanb vor Bettina. „Ich bin leiber kein reicher Mann, der ben Versuch einer Ehe ohne genügenben finanziellen Rückhalt auf sich nehmen kann. Ich fürchte, wir kämen baburch beibe ins Unglück." Bettina fühlte ein krampfhaftes Zucken um ihren Mund. „Wulf, bas ist boch nicht bein Ernst? Du hast bu mir boch beteuert, bu liebst mich." Ein Spottlächeln zog um seine Lippen; er neigte sich ein wenig zu ihr nieber, als er antwortete: „Ich will bir ein Geheimnis anvertrauen, ein Geheimnis, das ich für mich behalten haben würde, wenn sich deine Verhältnisse nicht so voUkommen geändert hätten. Ich habe in dir bas reiche Mäbchen geliebt, mit besten Hilfe ich auch mein Leben reich hätte gestalten können, aber ein armes Mäbchen kann ich nicht heiraten, ba käme ich nicht vorwärts, nicht in bie höhe. Man lebt nur ein einziges Mal, Fräulein Claubius, unb barf beshalb nicht töricht hanbeln. Ich bitte Sie, mich Herrn unb Frau von Welten zu empfehlen." Zynisch setzte er hinzu: „Ich hätte lügen können unb einen Bruch herbeiführen, aber wozu soviel Umstänbe, so ist es einfacher für uns beide." Er verneigte sich lässig und ging, ohne sich auch nur ein einziges Mal umzusehen. Bettina lehnte wie vernichtet in ber Ecke bes schwarzen Lebersofas, ihr war zumute als säße ihr ein Raubvogel im Racken, ber seinen scharfen Schnabel in ihre Schläfen stieß. Die Tür schnappte ins Schloß. Bettina erhob sich mit wankenben Knien, -ie konnte nicht klar benfen, nur bie Erinnerung an bie späte Mittagsmahlzeit heute drängte sich in den Vordergrund. Sie glaubte wieder die geheimnisvollen Schritte im Bankettsaal zu hören, das Stühlerücken und Gläserklingen.' ~ Zum zweitenmal hatte ber Spuk ihr Unglück gebracht. Die Ortsgruppe Homberg der National- lozialistischen Deutschen Arbeiterpartei teilt uns mit: Die dringlichste Aufgabe der Regierung ist die Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Arbeits- ielchassung. Dies ist eine Forderung, welche wir Nationalsozialisten von Anfang an vertreten jtzben. Die Ansätze zur Verwirklichung dieser Forderung sind bereits da, und die Mehrheit )es deutschen Volkes hat das unbedingte Ver- rauen zu seiner Führung, daß diese Aufgabe einem segensreichen Ende geführt wird. Ziel und Wegrichtung anz.rgeben, ist Sache der Regierung, die Ausführung Sache der zuständigen Verwaltungsstellen. Der einzelne aber ebenso wie örtliche Zweckverbände jeder Art hoben das Recht und die Pflicht, in allen Fällen, in denen es um das Wohl der Allgemeinheit geht, An- regungen zu geben und wenn nötig auch Forderungen zu stellen, damit der Regierung nicht bie Punkte unbekannt bleiben, in denen in erster Linie die neuen Maßnahmen anzusehen sind. Ein Weg von vielen, der zur Arbeits- beschajsung führt, ist mit, der Einrichtung des Freiwilligen Arbeitsdienstes beschritten worden. Die Errichtung eines Arbeitslagers in Homberg ist in die Wege geleitet. Die Errichtung und der Ausbau dieses Lagers zu einer dauernden Einrichtung ist aber nur gewährleistet, wenn eine • t genügend große Menge von Arbeit geboten wird. Die Zahl ber dafür schon jehl vorhandenen Tagwerke kann aber gar nicht groß genug fein und muft nach jeder Richtung hin erweitert werden, wo auch immer sich eine Aussicht aus vermehrte Arbeitsmöglichkeit bietet. Eine möglichst um- fassende Planung ist unbedingt erforderlich, wenn dein Werk des Freiwilligen Arbeitsdienstes ein nachhaltiger Erfolg beschieden sein soll. Mit der Aufnahme eines weiteren Arbeits- t krcises in den Gesamtarbeitsplan ist es aber allein noch nicht getan. Es ergibt sich die weitere Pflicht der ausführenden Stellen, die einzelnen Arbeiten auf ihre Dringlichkeit hin zu prüfen. Jede weniger dringliche Arbeit ;; nruß unbedingt hinter solchen Arbeiten zurück- ' sichen, die der Allgemeinheit unmittelbar von Ruhen sind und die schon seit langem allgemein als dringend erforderlich empfunden werden. Die Ortsgruppe Homberg der Ra- tionalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei erhebt aus dieser Einstellung worden, und Sie haben jetzt den Schaden. Ick weiß nicht, ob ich mich geirrt habe, aber ich glaube, ber Graf Speerau interessiert sich sehr für Sie unb —" Bettina unterbrach ihn gequält: „Wo wollen Sie benn eigentlich hinaus, Herr Flügge? Im übrigen irren Sie sich, ber Graf hat, feit er weiß, ich bin keine reiche Erbin, gar fein Interesse mehr für mich." Es klang unsäglich bitter. Ernst Flügge sagte laut: „Ach so ich verstehe! Aber ein Wunber ist bas nicht, ber selige Herr meinte, gerade an bem Tage, an bem er in die Kreisstadt wollte und in den Tod fuhr, zu mir, ehe er ben Wagen bestieg: „Flügge, heute hat Graf Speerau um Bettinas Hand bei mir angehalte". Ich habe ihm ein sehr kühles „Rein!" erwidert und ihm klargemacht, baft er kein zuverlässiger Mensch ist. Denken Sie nur, in Wiesenthal spielt er ben Anstänbigen, unb in Frankfurt führt er ein Luder leben. Ree, für so einen Filou ist mir mein Mäbel Zu schade!" Bettina fuhr mit ber Hanb nach bem Herzen. „Das hat Vater gesagt? Oh, bavon ahnte ich nichts." Ihre Verachtung für Wulf Speerau wuchs noch. Hatte er boch zu ihr gesagt, ihr Vater hätte ihm sofort ihre Hanb bewilligt, unb am Abenb sollte bann schon eine kleine intime Verlobung gefeiert werden. Run durchschaute sie den Erbärmlichen vollständig. Wäre ber Vater nicht an jenem Tage erschossen worben, hätte sie wahrscheinlich am gleichen Tage von ihm ausführlich erfahren, was er schon zu bem Inspektor geäußert. Welch ein Lügner war ber Mann, ben sie so sehr geliebt unb ben sie jetzt verachten mußte. Flügge brehte seinen alten Filz hin und her, ehe er sagte: „Ich habe mir gedacht, wenn nun im Herren- Hause alles nur noch wie ein Notasyl für Sie ist, wäre es besser. Sie kämen zu mir herüber ins In- spektorhaus. Da brauchen Sie am 1. Juli nicht 'raus unb können bleiben, so lange Sie wollen. Meine alte Grete ist ein gutes Tier, bie wirb für Sie mitsorgen, unb ber Zwang mit ben Weitens fällt ebenfalls für Sie weg. Arau Justine ist auch nur so lange liebenswürdig unb angenehm, wie sie sich irgenbwelche Vorteile bavon erhofft, unb ihr Mann ist ein Heuchler. Der selige Herr war auf bas Baar nicht gut zu sprechen. Aber bas wissen Sie ja. Kommen Sie zu mir Fräulein Claudius, ich darf doch bie Sache hier vorläufig weitersühren. Sic haben bann ein Dach über bem Kopi, unter bem Sie nicht bas Gefühl zu haben brauchen, nur noch kurze Zeit geduldet zu fein. Bei mir überlegen ote bann, was Sie tun wollen für ihre Zukunft. Ich helfe Ihnen dabei von Herzen gern." Bettina nahm die arbeitsfeste Rechte des Inspektors in beide Hände. (Fortsetzung folgt) Reichsbahn 22120 X 35.05 Diese Forderungen rechtfertigen sich aus mehr als einem Grunde. 3m Vordergrund steht natürlich die Vehebung der Arbeitslosigkeit, die vor allem der Ortsgruppe Homberg der NSDAP, die Veranlassung zu diesem Antrag gibt. Cs liegt auf der Hand, daß mit der 3nangrisfnahme dieser 21 r* beiten das geplante Arbeitslager Homberg endlich Wirklichkeit wird, was bisher immer noch in Zweifel stand. Die voraussichtliche Auswirkung der Errichtung von Arbeitslagern ist für die betreffenden Gemeinden von der allergrößten Vedeutung, da diese Arbeitslager auch zum Mittelpunkt neuer Wirtschastskreise, ähnlich wie früher die Garnisonen unseres Militärs, werden können. Darüber hinaus wird aber auch die Arbeitslosigkeit des hiesigen Bezirks durch Erfassung derjenigen Arbeitskräfte, die dem freiwilligen Arbeitsdienst fernbleiben, behoben werden- Für den Ausbau der Straße Grünberg— Gleimenhain werden, selbst wenn man unterstellt, daß für die eigentliche Pflasterung Facharbeiter herangezogen werden müßten, umfangreiche Vorarbeiten nötig, bei denen eine große Anzahl von Arbeitern beschäftigt werden können. Vor allem ist aber wesentlich, daß die Steinbrüche der hiesigen Gegend, von denen das zum Straßenbau notwendige Material bezogen werden muß, zahlreiche Arbeiter einstellen müßten. Soweit für die Straßenbauarbeiten Ba- saltkies gebraucht wird, ist dieser ebenso wie das eigentliche Pslastermaterial in unserer Gegend leicht zu bekommen. Ebenso ist aus den Sandgruben unserer Gegend guter, trockener Sand vorhanden, der verwandt werden kann. 3m übrigen ist der Ausbau in Kleinpflasterung das hier gegebene. Das Material dafür liegt ja sozusagen vor der Türe. Ls ist ein grotesker und auf die Dauer ganz unhaltbarer Zustand, baft ein Werk wie die „rNitleldeulfchc Bafaltfleininduflrie" in Nie- ber-Ofleiben (ebenso wie zahlreiche andere - Steinbrüche unserer Gegend) ganz Millel- beulschland und noch roeiterliegenbe Gebiete mit Bafaltsteinen zum Straftenbau versorgt, während im hiesigen Bezirk die Straften selbst im denkbar schlechten Zustand sind- Lieber die Finanzierung der erforderlichen Arbeiten erlaubt sich die Ortsgruppe Homberg der NSDAP, feine Vorschläge, da eine Finanzierung ebenso möglich fein muß, wie bei allen anderen für den Freiwilligen Arbeitsdienst geplanten Arbeiten. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Was insbesondere die Kleinpflasterung innerhalb der Ortsdurchfahrt Homberg anlangt, so wird hier wohl die Gemeinde Homberg zu den Kosten Beiträge leisten müssen, die ihr mittelbar wieder zugute kommen werden, und zwar unter* dem weiter unten angegebenen Gesichtspunkt. Es ist ferner zu beachten, daß durch die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Homberg Mittel aus der Arbeitslosenfürsorge frei werden, die hier mit heranzuziehen wären. Der Ausbau der Straße Lehnheim—Gleimen- Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „3ch unb die Kaiserin". — Astoria-Licht- spiele, Seltersweg: „Eine Minute vor Zwölf" unb „Ein steinreicher Mann". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 18.30 bis 21.30 Uhr, „Glückliche Reise". — Cafe Leib: 20 Uhr, großes Militär- konzert. — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. - Turnhalle am Oswaldsgarten: 10 bis 21 Uhr, Ausstellung „Stadt und Land". — Eisenbahner-Heim- stätten-Verein: 20.15 Uhr, Hotel Hopfeld. ordentliche Generalversammlung. — Volkshalle: 10 vis 1430 Uhr, Hallen-Handball-Turnier. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: 11 Uhr, „Vaterland": ab 15 Uhr, „3ch und die Kaiserin". — Astoria-- Lichkspiele: „Eine Minute vor Zwölf" und „Ein steinreicher Mann". — Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Die für heute angesetzte Volksvor stellung „Da stimmt was nicht" fällt wegen Erkrankung bes Herrn Hub aus. — Sonntag, 2. 'April, zu ermäßigten Operettenpreisen als Frembenvorstellung bie Operette „Glückliche Reise" von Künnecke. Spielleitung: Wrebe, Moehl, Bäulke. Anfang: 18.30 Uhr; Enbe: 21.30 Uhr. — Dienstag, 4. April, 20 Uhr 26. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Wieberholung bes Schauspiels „Die Räuber" von Schiller; Spielleitung: Oberspielleiter Peter F a s s o 11. Gewöhnliche Preise. Enbe 23 Uhr. — Mittwoch, 5. April, 20 bis 22 Uhr, 25. Borfteh lung im Mittwoch-Abonnement Erstaufführung bes Schauspiels „Anbreas Hallmann" von Hans-Christoph Kärgel. Spielleitung: Wolfgang Kühn e. Die Rolle ber Frau Hollmann spielt Fra» Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglieb bes Meininger Lanbestheaters. Gewöhnliche Preise — Freitag, 7. April, 26. Borstellung im Freitag-Abon- nement, Wieberholung bes Schauspiels „Anbreas Hollmann" in ber Besetzung ber Erstaufführung. Gewöhnliche Preise. — Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Bor Sonnenuntergang" mit Jytenbant Dr. Prasch als Geheimrat Clausen wirb am Sonntag, 9. April zum letzten Mal wiederholt. * Eingeschlagene Fensterscheibe. Wie ber heutige Polizeibericht mitteilt, wurde in ber letzten Nacht eine Schaufensterscheibe an bem Kaufhaus Rekorb in ber Schulstraße eingeschlagen Die Täter finb bis jetzt noch nicht festgestellt. ** Mieterjubiläen. Im Hause Lubwig- ftrafte 31 kann man heute, am 1. April, zweier Mieterjubiläen gebenten. Frau Rechnungsrat Dörner wohnt bereits seit 35 Jahren, bie Familie Heute abendKundgebung derNSOAP. Wie bie Kreisleitung ber NSDAP, mitteilt, findet heute abenb auf bem Branbplatz eine große Kunb- gebung statt. Rebner ist Herr Bartholomäus (Gießen), ber über bie Boykottbewegung sprechen wirb. Die Kunbgebung beginnt um 20 Uhr. Die Kapelle bes Sturmes 12 wirkt mit. Ein Kindesmord. Wie ber heutige Polizeibericht mitteilt, hat bie Sektion ber am Donnerstag aus einem ftäbtifdjen Müllauto zutage geförberten Kinbesleiche ergeben, baft bas Äinb nach ber Geburt gelebt hat. Jrn Anschluß an ben gestrigen Polizeibericht fei noch einmal daraus hingewiesen, baß bas Kinb in braunes Packpapier eingewickelt, bann in ein schwarzes Woll- trepptleib eingeschlagen unb mit Kordel umwickelt war. Die Kriminalpolizei ersucht noch einmal alle Personen, die zur Aufklärung der Sache beitragen können, sich sofort mit bem Kriminalpolizeiamt in Berbinbung zu setzen. Ausbrücklich wirb babei betont, baß alle Angaben streng vertraulich behandelt werden. Gießener Wochcnmarklpreise. * Gießen, 1.April. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmorkt: Süßrahmbutter 110, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund, Käse 5 bis 10 Ps. das Stück. Wirsing (gelb) 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 6 bis 8. Feldsalat 80 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,50 Mk.), Aepfel 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45. junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Nüsse 40 Pf. | das Pfund, Eier (inländische) 7, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 30. Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Sellerie 10 dis 30 Ps. das Stück, Radieschen 15 bis 20 Ps. das Bündel. Bornotizcrr. — Tageskalender für Samstag. Kampffront Schwarzweißrot, 20 Uhr, Stahlhelm- heim. Bismarck-Feier. — 1. Reichskurzschriftgesellschaft, „Stadt Lich", Vereins-Abend. — Bäcker- und Konditorenverein „Früh-Auf", 20 Uhr, „Stadt Kassel", außerordentliche General-Versammlung. — Reichsbahn-Turn- und Sportverein, 20 Uhr, „Hotel Kobel", 3ahres» ; Hapag-Reisebüro Fahrkartenausgaben ^raus folgende Forderungen: Erdöl 7 Nicht irgendein Feitaufstrich, sondern mir die Tiefenwirkung der Creme Moosen bewirkt Glättung und Verjüngung rauher und unreiner Haut! Holzsubmission 1 Los 2 Los A6- 3 Gießen, den 1. Mai 1930. 2238V Stachel-und Spanndraht dem Los Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. April. Judika. Gottesdienst: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte. katholische Gemeinden. Samstag, den 1. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 2. April. Passionssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. 2 neue Roßhaar-Matratzen wegen Auflösung meiner Verlobung billig zu verkaufen, Schriftliche Angebote unter 2250V an den Gießener Anzeiger erbet. Die Lesergemeinde wird auf den dieser Nummer beigefügten Prospekt über den „Praktischen Ratgeber" im Obst- und Gartenbau" verwiesen, der bereits seit 47 Jahren allen" Garten- und Blumes- Freunden der allbewährte und nie versagende Wegweiser ist. 2272V S t a d t p o st a m t: Für Schließfachabholer bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Wolf, Frau Dr. Rothenberger. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Engelapotheke. l Schluß des redaktionellen Teils.» sowie sämtl. Wolf-Garten- u. landwirtschaitlich. Geräte Edgar Borrmann Eisenhandlung 1906A Reportage aus dem Photo-Labor: •* Höhere Pritschule Gießen. Die interessierten Eltern' seien auf die heutige Anzeige der Höheren Privatschule Gießen (VI—01) verwiesen. Die Schule arbeitet — wie man uns schreibt — nach einem Oberrealschullehrplan mit gymnasialen und realgymnasialen Kursen. Durch die enge Bindung an die Staatsschulen werden Erfolge weitgehend gewährleistet. Auswärtige Schüler finden bei den Lehrern der Schule Aufnahme und Beaufsichtigung. Tägliche Arbeitsstunden erziehen die Schüler zur Pflichterfüllung und Arbeitsamkeit. Auch Schüler anderer Anstalten können an den Arbeitsstunden teilnehmen. Berufstätige werden durch die Abendkurse zum Abitur und zur Obersekundareife vorbereitet. Wirtschaft. Frankfurt fest aber fast geschäftslos. Frankfurt a. M.. 1. April. (WTB.-Draht- Meldung.) Die Beschränkung der Doykottaktion auf zunächst nur einen Tag hatte an der Börse zu einer starken Beruhigung geführt. Berkaufs- orders der Kundschaft und auch Abgaben der Kulisse blieben vollkommen aus. Die Tendenz war daher ausgesprochen fest, doch entwickelte sich nur geringes Geschäft, da der kleinen Nachfrage fast vollkommene Marktleere gegenüberstand. Die Mehrzahl der Papiere erschien an den Maklertafeln mit Plus-Plus- ze chen und die zunächst zur Notiz gekommenen Werte erfuhren durchschnittliche Befestigungen von 3 bis 4 Prozent. So eröffneten am Montanmarkt Buderus 5,5 Prozent, Gelsenkirchen 3,5 Prozent und Stahlverein 3,65 Prozent höher. Bon Kali- Aktien gewannen Salzdetfurt 6,5 Prozent, Westeregeln 6 und Aschersleben 2 Prozent. Am Glektromarkt zogen AEG. um 3,39 und Bekula um 2,13 Prozent an. Auch an den übrigen Marktgebieten kamen während der ersten Dör- senstunde keine Notizen zustande. Spezialwerte, wie Reichsbank, IG., Siemens usw. waren bis zu 10 Prozent höher taxiert. Auch der Rentenmarkt lag zwar sehr fest, aber gleichfalls nahezu geschäftslos. Reichsalt- besih und späte Reichs,chuldouchforderungen erhöhten sich um etwa 3 bis 3,5 Prozent, Neubeschanleihen um etwa 2,5 Prozent und Schutz, gebietsanleihen um etwa 1,5 Prozent. Reichs, bahnvorzugsaktien eröffnete 0,5 Prozent höher. Festverzinsliche Werte waren gleichfalls gesucht und etwa 1 bis 1,5 Prozent höher, nur Stadtanleihen schienen eher vernachlässigt zu sein, jedenfalls lautete die Taxe hier nur unwesentlich höher. Auslandrenten lagen geschäftslos. 3ni "Verlaufe blieb die Börse stimmungsmähig weiter fest. Ein Kursvergleich war aber kaum möglich, da h er noch keine ersten Notierungen erfolgten nur Siemens, Reichsbahn und Deutsche ~ kamen je 10 Prozent fester zur Notiz. Einer der getreuen Beamten Friedrichs des> Großen war auch Paul Mouson, geboren um 29. August 1734, gestorben am 16. Februar 1808. Der Sohn dieses kerndeutschen Mannes hat 1798 m Frankfurt a. M. die bekannte Firma I. G. Mouson & Co. gegründet. 135 Jahre rastloser Arbeit haben die Firma zu einer der bedeutendsten deutschen Feinseifen- und Parfümeriefabriken werden lassen. Mou- son-Seifen, die bekannten IGEIVIO-Toiletteartikel und insbesondere das berühmte Hautpflegemittel Creme Mouson sind in jedem deutschen Hause zu finden! 2285V VieleTausend Negative gehen im Jahr durcn die Hände unseres Labo.anten. Ile Feh er sieht er sofort und gle.cht sie nach Möglichkeit aus. Er kopiert gleich auf das richtige Papier, deckt schlechte Stellen ab - kurzum er legt seine jahrelange Erfahrung In jede Arbeit. In eressant Ist. daß die verschiedenen Arbeiten auch stets Ihren Spezial-Bearbeiter haben. Dieser persönliche, ndividu- e.le Dienst an alle,. Aibeit.n ist die S ärke unseres Labors. Deshalb gern der ernste Amateur auch immer w.eder zu Die Gemeinoe Villingen verkauft auf Wege schriftlichen Angebots: Abschluß zur Rechnung der Vezirkssparkasse Gießen für 1929. Die Einnahme beträgt 73864786,38 RM. Die Ausgabe beträgt 73521152,93 „ Verglichen bleibt Rest 343633,45 RM. Gießen, den 1. Oktober 1930. Gez.. Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für den Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Studienrat Dr. Horn feit 20 Jahren im Hause. Die Jubiläen sind der Ausdruck besten Einvernehmens zwischen Vermieter und Mieter. Hausbesitzer ist Herr Friedrich Seibel. ** Das Flughafen-Re st aurant wird am yeutigen Tage, nachdem seine Bewirtschaftung in andere Hände übergegangen ist, wieder eröffnet. Der neue Geschäftsführer des Restaurants, Herr Carl Scheufele, will seinen Gästen den Besuch so angenehm wie möglich gestalten. Für den bevorstehenden Sommer sind mancherlei Veranstaltungen vorgesehen. Der neue Pächter ist, wie er uns mitteilt, lange Jahre in Hotel- und Restaurationsbetrieben des In- und Auslandes tätig gewesen, zuletzt wirkte er als Direktor des Kurhauses Bad Homburg. (Siehe heutige Anzeige.) 25 Lahre BHC. Gießen Don (5 Fabec, Gießen. das am Himmelfahrtstage 1932 auf dem Schiffenberg veranstalteten Wandertreffen des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Bis zum Januar 1929, also nahezu 16 Jahre lang, führte Oberreallehrer Will getreulich die Vereinsgeschäfte, bis er aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegte. Von diesem Zeitpunkt an verwaltet Steuerinspektor Klemmrath in umsichtiger Weise das Vorsitzendenamt. Ein Dierteljahrhundert Vereinsgeschichte ist da- bingegangen. Der VHC. Gießen schickt sich an, diesen Zeitabschnitt in bescheidener, aber würdiger Weise zu begehen. Neben der Pflege der Geselligkeit, die nur einmal im Jahre, beim Auszeichnungsfest, einen größeren Rahmen einnimmt, war er stets bestrebt, seinen Idealen Heimatliebe und Wanderlust gerecht zu werden. Möge es dem Jubelverein vergönnt sein, als Glied des Gesamt-BHC. auch in Zukunft segensreich zu wirken zum Besten der Allgemeinheit und zum Wohle seiner lieben Heimat. ■ teilt „itn i« 6oS fii eifenbieni*1 N*-,oraanü-ti Wr,iL Uni!0™ *115! um Weh""" überQebei Alissch°"unst Lehrkräfte M tiefen W mlet &. A.-Sport. (Spielbereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. Bor dem Städte/piel werden zwei Mannschaften der Jlugend^bteilung ihr Können unter Beweis zu stellen versuchen. Es spielen 1£ 0 > Schüler gegen SB. Wetzlar Schüler, 1£OJ AI-3ugenb gegen SV. Wetzlar ^l-Jugend. Die Schüler haben die Absicht, ihre mit unvollständiger Mannschaft in Wetzlar erlittene Niederlage wettzumachen. Leichtathletik öer Sp.-Dg. 1900. Vereinswaldlaufmeisterschaften am kommenden Sonntag. Die diesjährigen Vereinswaldlaufmeisterschaften der Spielvereinigung 1900 finden morgen vormittag vom 1900er Sportplatz aus statt. Bei den guten Lang- und Mittelstrecklern der 1900er wird man mit spannenden Kämpfen zu rechnen haben. In der Aktivenklasse hat man eine Zweiteilung vorgenommen. Es kann eine etwa zehn Kilometer lange Flachstrecke oder eine Hindernisstrecke (etwa drei Kilometer) belegt werden, lieber zehn Kilometer wird es wohl wieder zu einem Duell Gerhardt — Schaaf kommen; Peters und Berghöfer werden allerdings auch beachtet werden müssen. Die verhältnismäßig hohe Anforderungen stellende Hindernisstrecke steht in erster Linie die Mittelstreckler am Start, also Bepperling, Baumstieger, Reitz, Mootz usw. Der Stahlhelm, Königin Luise i ö-r Deutschnatior Geburtstag des mn Samstagaben Echswehr" gut JjJ Stahlhelms M einem w ßWf’elmtameraj P -Romen der Mu Appel AHen in Eir nrVen Wach en Ädw »etoortrag. 6rn ®nw iAl« P 9Nl bri oähigkej» V ^vni mit *e» aba6$.a,lu» Doch . lei zu bl"' Aber V,/* ^nst !Mes ?rln in Buchenstämme 3.Kl. 23,44 km, 4.Kl. 19,98 km, 5. Kl. 3,08 km. Fichtenstämme la. Kl. 5,77 km, 1b. Kl. 24,37 km, 2a. Kl. 42,80 km, 2b. Kl. 38,96 km, 3a. Kl. 20,45 km, 3b. Kl. 12,37 km, 4a. Kl. 2,27 km. Eichenstämme — Grubenholz 25,44 km, 2. Kl. 7,96 km, 3. Kl. 11,80 km, 4. Kl. 3,51 im. Das Holz ist im Winter gefällt, ohne Rinde gemessen und lagert an fahrbaren Wegen. Das Holz ist vorher anzusehen, spätere Reklamationen werden nicht angenommen. Nummeroerzeichnis und Zahlungsbedingungen können auf dem Rathaus eingesehen werden. Angebote sind bis Dienstag, den 4. April, nachmittags 3% Ahr, auf dem Rathaus abzugeben, woselbst die Eröffnung erfolgt. Villingen, den 28. März 1933. Hessische Bürgermeisterei Villingen. Pauli. (2166D Oeffeuiliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zählung bis 10. April 1933 einschließlich gemahnt: 2264C Bürgersteuer 1933, 1. Rate; Schulgeld für die Hessische Studien» anstatt für Februar 1933; Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für Februar 1933; Hundesteuer 1933, 1. Rate; Beitrag zur Hessischen Handwerkskammer 1932 3. und 4. Ziel. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne w itere Mahnung Einzua der rückständigen Beträge auf Kosten Der Schuldner. Gießen, den 1. April 1933. Stadtkasse Gießen.___________ Bekanntmachung. Der für Dienstag, den 4. April 1933, vorgesehene Zucht- und Nutzviehmarkt findet nicht statt. Wiederbeginn der Viehmärkte wird rechtzeitig veröffentlicht. Gießen, den 1. April 1933. (2258C Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Or. Hamm. Gez.: Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für vorstehende Abschlüsse eine Aenderung ergeben hat. Darmstadt, den 1. September 1931. Oberrechnungskammer. I. V.: gez. Hofmann. Emmerich. Vorstehende Abschlüsse werden gemäß Art. 3 Abs. 4 des Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis der Bezirksangehörigen gebracht Gießen, den 29. März 1933. Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen. Zacheis. die ersteren betrifft, so erfreuen sich diese fast immer einer überaus regen Beteiligung. Sind doch schon Wanderungen veranstaltet worden, an denen über 100 Personen beiderlei Geschlechts teilnahmen. Doch nicht nur nach dem eigentlichen Vereinsgebiet, dem Vogelsberg und der näheren Umgebung Gießens, erstrecken sich diese Ausflüge, sondern auch der Westerwald, das schöne Lahntal, das' Sauerund Siegerland, der Odenwald mit der Bergstraße wurden bereift und hierdurch manch herrliches Fleckchen deutscher Erde tennengelernt. Neben dieser Pflege des Wanderns betrachtet es der Verein als seine vornehmste Ausgabe, die Wegebezeichnungen um Gießen zu betreuen. Als im Jahre 1912 der Deutsch- und Öefterr. Alpenverein, Sektion Gießen, der bis dahin die wichtigsten Wegezeichen ausgeführt hatte, diese Arbeiten an den VHC. Übertrug, wurde alsbald unter der tüchtigen Führung des vor bald zwei Jahren verstorbenen VHC.-Bru- ders Carl Wenzel das bestehende Markierungsnetz wesentlich erweitert und ausgebaut, so daß nunmehr 20 Wanderstrecken mit einer Gesamtlänge von 417 Kilometer zu unterhalten sind. Ein Weae- bezeichnungsausschuß (WBA.), bestehend aus fünf Gruppen mit je einem Gruppenführer, ist in uneigennütziger Weise bemüht, unter erheblichen Opfern an Zeit und Mühe, diese gemeinnützigen Arbeiten zu Nutz und Frommen der wanderfrohen Naturfreunde auszuführen. Wurden doch beispielsweise im Vorjahre 661 Arbeitsstunden hierfür verwandt. So ist ein Wegebezeichnungsnetz um Gießen entstanden, das, wie wiederholt von berufener Seite versichert worden ist, vorbildlich zu nennen ist. Die große^Orientierungstafel am Bahnhof, sowie kleinere Schilder an Den Torhäusern, an der Universitäts-Bibliothek und in verschiedenen Ortschaften geben genaue Auskunft über die Wegezeichen. Auch eine mit sämtlichen Markierungen versehene Wanderkarte der Umgegend von Gießen, die im Raven- steinschen Verlag in Frankfurt erschienen ist und bereits die vierte Auflage erreicht hat, erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Der Kriegsausbruch brachte naturgemäß auch in das vorher so rege Vereinsleben eine Stockung. Standen doch nicht weniger als 80 Vereinsbrüder im Felde, von denen acht ihr junges Leben lassen mußten. Die Wanderungen wurden zwar, den herrschenden Verkehrs- und Verpflegungsverhältnissen entsprechend, mit erheblichen Einschränkungen fortgesetzt, doch die Monatsversammlungen und Markierungsarbeiten ruhten fast ganz. Nach dem unglücklichen Kriegsausgang wurde mit frischem Mute die Vereinstätigkeit wieder ausgenommen. Eine Jugendgruppe wurde im Frühzahr 1919 ins Leben gerufen, hat aber leider nur wenige Jahre bestanden; das gleiche Schicksal erfuhr ein gemischter Chor. Jedoch das innere Dereinsleben erhielt durch die Ausgestaltung der Monatsoersammlungen, durch gemeinnützige Vorträge aus den verschiedensten Gebieten, durch musikalische und vokale Ausführungen eine wirksame Belebung. Am 14. August 1921 und am 12. August 1923 übernahm der Zweigverein die Ausgestaltung der in Gießens Mauern stattgehabten Jugendtagungen, sowie die Vorbereitungen für Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Knell; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinoe; Pfarrassistcul Knell; 14: Pfr. Becker; Vorstellung und Prüfung Der KonfirmanDen aus Der MarkusgemeinDe; 18: Pfr. Mahr. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausftld; Konfirmation Der KinDer aus Der Johannes- uni Militärgemeinde; Feier Des hl. Abendmahls; 11.30:1 * * * * KinDerkirche für Die JohannesgemeinDe; Pfr. Aus-! felD; 18: Pfarrassistent Knell; 20: MissionsstunDe im Johannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Allen! Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: KinDerkirche für Die' LuthergemeinDe; Pfr. Lenz. — Pelruskapelle. 9.45: j Pfr. Becker. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst, 11:1 Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottes- dienst; Prüfung und Vorstellung Der KonfirmanDen;! 13: KinDergottesdienst. — wieseck. 9.30: Vorstellung Der confirmanDen; Kollekte; 19.30: PassionsanDacht. sch.uß eine AenDeruna ergeben hat. DarmstaDt, Den 1. März 1933. Oberrechnungskammer. Gez.: Spanier. Heilmann. VorstehenDer Abschluß wirD gemäß Artikel 3 Abs. 4 Des Gesetzes über Die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis Der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, Den 29. März 1933. (22370 Der Direktor Der Bezirkssparkasse Gießen. ___________________Zacheis.__________________ Oeffeniliche Ausschreibung Wasserversorgungs- und Kanalisationsarbeiten. Für Die Erweiterung Der Wasieroersor- gungs- unD Kanalisationsanlage Der Ge- meinDe Dieseck (Kreis Gießen) sollen fol- genDe Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden. 22480 Die Reichsverdingungsordnung wird für Die Vergebung unD Ausführung Der Bauleitung zugrunde gelegt. Los I. a) Kanalisationsarbeiten: Steinzeugroh- ren, 25 cm l. W., etwa 1000 lfd. m Hausanschlüsse, 10 bis 15 cm l. W., 1100 lfd. m Erdaushub, 1350 cbm Hauptgraben; 1700 cbm Hausanschlüsse. b) Wasserleitungs-Hauptanschlüsse (Auswechslung Der galvanisierten Rohre in 40 cm l. W. Gußrohre, etwa 800 lsd. m). Los 11. a) Kanalisationsarbeiten: Steinzeugröhren, 25 bis 35 cm l. W., zusammen etwa 470 IfD. m, ErDaushub etwa 900 cbm. b) Wasserleitungsarbeiten. Verlegung gußeiserner Muffenröhren von 80, 100, 150 mm l. W., zusammen 640 IfD. m. Los 111. EinDecken und Wcklzen einer Ortsstraße, etwa 3600 qm. Pläne unD BeDingungen liegen bei Dem unterzeichneten Amt zur Einsichtnahme offen. Leistungsverzeichnisse können, solange Der Vorrat reicht, von uns gegen Erstattung von 0,50 RM. je Los bezogen werben. Eroffnuna Der Angebote Mittwoch, Den 12. April 1933, vormittags 10 % Adr, bei uns. Zuschlagsfrist 3 Wochen, freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 31. März 1933. Hessisches Kulturbauamt. 2- V.: Mangold, Regierungsbaurat. Am 2. Apr'l begeht Der Vogelsberger Höhen - Club, Zweigverein Gießen, die Feier seines 2 5. Gründungs-Gedenktages. Zwar hatte in Den 80er Jahren Des vorigen JahrhunDerts bereits eine Ortsgruppe Des VHC. unter Der Führung Des bekannten Kenners unseres heimatlichen Gebirges, Dr. Buchner (Der auch Den ersten Vogelsberg-Führer herausgab) beftanDen, Die jeDoch nur ein kurzes Dasein geführt hat. Als jeDoch mit Dem Beginn des neuen Jahrhunderts überall die Wanderbewegung kräftig einsetzte, fanden sich auch in Gießen nach mancherlei Vorbereitungen am 3. April 1908 28 Männer der verschiedensten Stände zusammen, um, einer Anregung des vor nwei Jahren verstorbenen verdienstvollen Vorsitzenden des Frankfurter VHC., Prof. Bender, folgend, den VHC. Gießen ins Leben zu rufen. Der Vorstand fetzte sich aus folgenden Herren zusammen: Ernst Hehl. Vorsitzender, Carl Wen - 3e l 2. Vorsitzender und Wandermeister, Wilhelm Frohnhäuser Rechner, Hans Krug und C. Faber (Der Das Amt bis heute innehat) Schriftführer, FerD. Noll unD K. WeiDig Beisitzer. Unter Der umsichtigen Leitung von ReDakteur Heß, Der 1912 einer heimtückischen Krankheit erlag, blühte Der junge Verein schnell empor, so Daß er am Ende des ersten Vereinsjahres bereits 120 Mitglieder aufweisen konnte und bei der Ueber- nahme des Vorsitzendenamtes durch Reallehrer Will im März 1913 auf 250 Mitglieder angewachsen unD Damit in Die Reihe Der größten Zweigvereine Des VHC. aufgerückt war. Daß sich Der Verein auch bei Den Frauen lebhafter Sympathien erfreut, beweist Die MitglieDschaft zahlreicher Damen. Auch unter Dem gewissenhaften Vorsitz von Real- lehrer Will entwickelte sich Der Verein immer mehr, um es im Frühjahr 1924 auf Den HöchstbestanD von 402 MitglieDern zu bringen. Von Diesem Zeitpunkt ab nahm jeDoch, wie bei fast allen Zweigvereinen, der Mitgliederbestand infolge der wirtschaftlichen Notlage stetig ab, so Daß er nunmehr Die Zahl 200 erreicht hat. Die Monats-Versammlungen und Stammtischabende fanden bis zum Jahre 1919, wo der „Kaiserhof" seine Pforten schloß, daselbst statt. Das nächste Vereinslokal, der „Hessische Hof", erwies sich, da Der Besuch Der Versammlungen immer stärker tourDe, als zu klein, so Daß sich Der Verein genötigt sah, 1924 in das Hotel Hopfeld zu ziehen, in Dem auch Der Hauptvorstand öfter seine Sitzungen abhält. Um auch anDere gemeinnützige Körperschaften tatkräftig zu unterstützen, trat Der Verein als unter» stützenDes MitglieD folgenden VerbänDen bei: Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Verein Naturschutzpark, Hess. Vereinigung für Volkskunde, Vater - Bender - Heim - Gemeinde, Orchesterverein, Dünsbergoerein, Gleibergverein, Verkehrs- und Verschönerungsoerein, VDA. und Oberhessischer Geschichtsverein. Die beiden wichtigsten Gebiete, in denen sich Der VHC. Gießen betätigt, finD Die regelmäßigen Ver- einsroanDerungen unD Die JnstanDhaltung Der Wegebezeichnungen im Umkreise von Gießen. Was plakal Die Amtliche 1 nmg teilt mit: HM'eiwesen. in Deiqsbund jüdi Wat, beginnt Führer im Kri< Präsident Gene rind schließend i die für Deutsch! Wollt Ihr sie der Terordnun Schuhe von Toll verboten und ! Der Staatskor weiter das im l in Hamburgs c. gäbe des Dorste dentraloerbandes an den Herrn Grund öer gleich die Einziehung ai Srdtsil im Mit Dom Städi uns geschrieben: , Der grein der Stadt G 1932 eingesetzt st legung. Aus " 3cm 2-gmn i ollen jüdischen * übrigen mternat eingestellten Lehr untersagt, m ® u“ <.vn|tiinuiiunil utuucnu, ro.uu. -pu||iuii3uiiuuuju lNeoaraptzie unv — Alten-vuseck. 10: Vorstellung unD Prüfung Der -xL KonfirmanDen; 19.30: PassionsanDacht. — Großen. 7,n einer weite Buferf. 10.30: GottesDienst; Vorstellung unD Prü- Hx das neue fung Der KonfirmanDen; Kollekte. — Oppenrod. 13: jLLföbrt werden fflnf fp<;hionft • 'nnrff»ffin-ir» itnh itlriftuna X«»- Ql schNN Jestelll Simen 6oto » nnd Geschichtöduch bürgerkunde werd Um einerseits dei Lchrbuchbeschassun überslüssige 2lusg- tiifterium für Ri Lehrbüchersrage ( den Schulgattung Abschluß zur Aufwertungsrechnung der Bezirks- fparkajfe Gießen für 1929. Die Einnahme beträgt 427 208,34 RM. Die Ausgabe beträgt 261 270,22 „ Verglichen bleibt Rest 165 938,12 RM. Gießen, Den 3. Oktober 1930. Gez.: Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für vorstehenden Abschluß eine Aenderung ergeben hat. Darmstadt, den 1. September 1931. Oberrechnungskammer. I- 23.: gez. Hofmann. Emmerich. Vorstehender Abschluß wird gemäß Artikel 3 Abs. 4 des Gesetzes über Die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis Der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, Den 29. März 1933. (2236D Der Direktor Der Bezirkssparkasse Gießen. ___________________Zacheis.___________________ Abschluß zur Aufwertungsrechnung der vezirks- fparkafse Gießen für 1924/28. Die Einnahme beträgt 700 706,72 RM. Die Ausgabe beträgt 593 091,15 „ Verglichen bfeibt Rest 107 615,57 RM. b"6SKÄ« Es-Z ,t Gießener Aus der Provinzialhauptstadt immer rang. (Schluß.) Bismarck-Feier im Gtahlhelmheim leiL Dorn Beginn Des neuen Schuljahres an wird allen jüdischen Lehrpersonen, ebenso auch allen übrigen international, pazifistisch und atheistisch schein. Inzwischen war der österreichisch-fran- zösische Krieg ausgebrochen und brachte neue politische Verwirrungen und Aufregungen. Luise sieht wieder einer Niederkunft entgegen unö wird am 1. Oktober von einem Prinzen entbunden. Nach dieser Geburt wurde sie nie mehr die alte. Sie begann dauernd zu kränkeln, auch die früheren Brustkrämpfe stellten sich wieder ein und machten schwere Sorgen. 3m Dezember konnte man daran denken, nach Berlin zurückzukehren. Jubelnd begrüßt die Bevölkerung das Herrscherpaar. Der Vater war aus Neustrelitz gekommen und empfing seine Tochter im Schloß. Ohnmächtig sank sie ihm in die Arme. Sie war zu schwach, um dieses Uebermah an Liebe, welches ihr von allen Seiten entgegengebracht wurde, aufzunehmen. Vieles hotte sich in der Zwischenzeit verändert, und doch war man überglücklich, endlich wieder in der geliebten Heimat weilen zu können. Der König wurde durch seine finanziellen Sorgen stark in Anspruch genommen. Alle Demühun- -|en, bei Napoleon einen Nachlaß zu erreichen, untersagt, in Geschichte, Deutsch, Heimatkunde, Geographie und Staatsbürgerkunde zu unter® Maßnahmen gegen das unbefugte Llniformtragen. Die amtliche Pressestelle der hessischen Regierung Ausschaltung jüdischer und marxistischer Lehrkräfte vom Geschichtsunterricht. Der hessische Minister für Kultus und Bildungs- Wesen hat unter dem 30. März 1933 u. a. ange* ordnet: . . Wilhelm eilt mit seinen beiden Söhnen an ihr Lager, und am 19. Juli 1810 stirbt sie mit einem Schrei zu Gott, in Gegenwart ihrer Familie. Die Kunde von ihrem Tode erfüllte das ganze Land mit Trauer. Preußens Königin und Preußens Hoffnung hotte sich zu früh vollendet. Unendlich war der Schmerz des Königs und der Kinder. Ein Volt weinte mit ihnen. Luise hat Preußens Auferstehung nicht mehr erlebt. Aber sie hat die Fahne des Sieges vorangetragen und wurde nicht müde, für ihr Vaterland zu kämpfen und für seine Freiheit und Ehre aufzurufen. Sie ging ein in ine Unsterblich- Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): 16, 18 und 20.30 Uhr „Blutendes Deutschland". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3n neuer Inszenierung kommt heute 20 Uhr als 26. Vorstellung im Dienstag-Abonnement das Schauspiel „Die Rau- ber" von Schiller unter der Spielleitung von Oberspielleiter Peter F a s s o 11 zur Ausfuhr Gewöhnliche Preise. Ende 23 Uhr. — Das Schauspiel „Andreas Hollmann" von Hans®Ehristoph Kaergel gelangt morgen, Mittwoch, als 25. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement unter der Spielleitung Wolfgang Kühnes erstmalig zur Aufführung. Die Rolle der Frau Hellmann spielt Frau Auguste Prasch-Greven berg. Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast. Gewöhnliche Preise. Anfang: 20 Uhr: Ende: 22 Uhr. — Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Vor Sonnenuntergang" unter der Spielleitung des Intendanten, kommt am Sonntag, 9. April, zum letztenmal zur Aufführung. Luise von Preußen. Oer Lebens- und Leidensweg einer edlen Königin. Von Irene Hagedorn. unb Nunter fionfr Gemeinden. den l. April, Ihr: Beichte. >ril. Nfionsfonnlaa. f|te; 7: Messe: Kommune 9: Hochamt mit ■eN; U.30; Andacht, besbeweis. Es gebt weiter nach Hohenzieritz. Alles schien eitel Freude und Sonne, — da erkrankte Luise am 30. 3uni an einer Lungenentzündung im Blutkreislauf !lc oySw. ffi mÄ'V'i? t |l J vM I lo*h»teil ®e"ieinbtn. I Plakatverboie in Heften. Die Amtliche Pressestelle der hessischen Regierung teilt mit: Der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen hat heute das vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten verbreitete Plakat, beginnend mit den Worten: „Unser Führer im Kriege und Frieden, Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall v. Hindenburg" und schließend mit den Worten: „Unter denen, die für Deutschland fielen, waren 12 030 3uden. Wollt 3hr sie vergessen?" auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 verboten und die Einziehung angeordnet. Der Staatskommissar für das Polizeiwesen hat weiter das im Verlag von Heinrich Sierakowsky in Hamburg 5 erschienene Plakat, das eine Eingabe des Vorstandes und des Ausschusses des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine e. V. an den Herrn Reichskanzler wiedergibt, auf Grund der gleichen Verordnung verboten und die Einziehung angeordnet. Freiwilliger Arbeitsdienst im Winterhalbjahr 1932/33. Born Städtischen Sief bau amt wird uns geschrieben: Der Freiwillige Arbeitsdienst tn ber Stadt Gießen wurde am 1. Dezember 1932 eingesetzt für die Arbeiten der Lahnverlegung. Auf eine Strecke von rd. 450 Meter Der Stahlhelm, Ortsgruppe Gießen, der Bund Königin Luise und die Gießener Ortsgruppe der Deutschnationalen Dolkspartei begingen den Geburtstag des Altreichskanzlers B i s m a r ck am Samstagabend mit einer würdig verlaufenen Feier im Stahlhelmheim. Der barsch »Unserer Reichswehr", gut wiedergegeben von Mitgliedern der Stahlhelmkapelle, leitete die Veranstaltung ein. Nach einem weiteren Musikvortrag begrüßte Stahlhelmkamerad Reichsbahnassistent Appel im Namen der veranstaltenden Organisationen Die Kameraden, Kameradinnen und Gaste. Fräulein P r e i h (Königin-Luise-Bund) sprach sodann einen Vorspruch, in dem die starke Persönlichkeit des Kanzlers Bismarck gefeiert wurde. Frau Appel und Fräulein D o n d e r h e i ö brachten in Cinzelgesangvorträgen verschiedene, sehr beifällig aufgenommene Lieder zu Gehör. Das gemeinsam gesungene Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ" gab der Stimmung des Abends Ausdruck. Nach weiteren Musik- und Gesangsdarbietun- qen hielt Rektor Kling, der VoZitzende der Deutschnationalen Volkspartei m Gießen den Festvortrag. Er sagte u a.: 3n den letzten 14 Jahren habe es den Anschein gehabt, als sei Der Altreichskanzler Bismarck vergessen worden. Die Jugend habe in dieser Zeit nicht viel von ihm gehört. Dabei hätte man ihn gerade in jener Zeit nötiger gebracht, denn je zuvor. schilderte bann in kurzen Worten Öen 2e6enölauf des Kanzlers, sprach von seiner Tätigkeit ais Abgeordneter und seinem Einsatz für die.unveräußerlichen Rechte des preußischen Königtums. Mit großer Energie habe sich Bismarck für Die Verstärkung der Heeresmacht eingesetzt er führte die Lösung des Problemes Deutschland-Oesterreich herbei und habe beim Friedensschluß nach nr Schlacht bei Königgräh seine große diplomatische Fähigkeit bewiesen. Er habe es ferner vermocht, mit dem preußischen Landtag Frieden. zu schließen. Die Schaffung eines einigen Deutschen Reiches aber sei zu seiner größten Tat geworden. Noch zwei Jahrzehnte danach habe der Kanzler zum Besten des Deiches gewirkt und feine diplomatische Kunst in der Bündnispolitik bewiesen. Aber auch in innerpolitischer Hinsicht habe er Großes geleistet. Er habe die Wirschaft gefördert, die Heeresmacht ausgebaut, den Freihandel durch die Schutzzollpolitik abgelost, Die Kolonialpolitik vorwärtsgetrieben und der Arbeiterschaft durch die soziale Gesetzgebung geholfen. Seine Leistungen seien umso hoher ein® »uschätzen, als bei der Verfolgung feiner Ziele Die größten Hindernisse zu überwinden waren. Beamten Friedrich; ä- iü Mouson, geboren üb >en am 16. Februar M Men Manne; hat 1796 n annte Firma F. 0. ME' Mre v>sllaser Arbeit W ledeutenbsten deutschen 5«» abrifen werden lassen. ®ou 401 IGEMO-IoileiteartiM berühmte jjaütpflcgemilln jedem deutschen Nl^ Als er im 3ahre 1890 aus dem Amte schied^ habe er mit großer Sorge das deutsche Geschick verfolgt. Nach der Aussöhnung mit Wilhelm U. sei ein Aufatmen des ganzen Volkes durch die Lande gegangen und die Feier des 80. Geburtstages des Kanzlers fei zu einem Feste der Nation geworden. Am 30.3uli 1898 habe er dann für immer die Augen geschloffen. Er fei das Bild des wahrhaft deutschen Mannes, dessen ganzes Denken dem Volke galt. 3n unseren Tagen sei sein Andenken wieder erwacht. Am 5. März sei Bismarcks Geist wieder lebendig geworden. Das Volk habe sich zu den alten 3dealen zuruck® gefunden, zum Bismarckreich. Das Volk sei zu deutscher Zucht und Sitte, zum Geiste der Ordnung und der Kraft zurückgekehrt, und mit Zuversicht sehe man in die Zukunft. Die Ansprache, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, klang im gemeinsam gesungenen Deutschlandlied 3m weiteren Verlaufe des Abends hielt Rechtsanwalt Zimmer noch eine Ansprache, der er als Leitsatz das Wort: „Das ganze Deutschland soll es sein!", zugrunde legte Endlich so führte er u. a. aus, werde m Deutschland wieder eine Politik der Selbstachtung und des Selbstvertrauens getrieben. Es gelte, große wirtschaftliche Qlufgäfen zu erfüllen. Cs fei aus den 3ahren nach dem Kriege viel Schutt und Asche zu beseitigen. Deshalb habe Hindenburg die Zusammenarbeit aller national gesinnten Deutschen verlangt. Die Tat der Einigung sei Hindenburg zu verdanken, Hitler gebühre das Verdienst, eine gewaltige Volksmenge für den nationalen Gedanken begeistert zu haben. Der Stahlhelm wolle den Dienst am Volke üben. Die Deutschnatiynale Volkspartei stehe als konservatives Element im Kampfe um die deutsche Befreiung. Mit dem deutschen Gedanken müsse der grohdeuksche Gedanke als Selbstverständlichkeit verbunden werden Am christlichen Glauben dürfe mcht gerüttelt werden Der deutsche Mittelstand müsse erhalten bleiben. Jede Leistung, die in wahrhaft nationalem Sinne geschehe, müsse ihre gerechte Anerkennung finden. Neben den Bataillonen Der SA. und SS. müsse der Stahlhelm und der konservative Geist der Deutschnationalen stehen. Bestimmend müsse für alle der Wille zur Einheit und der Wille zur Tat sein. Neue deutsche Geschichte müsse anknüpfen an Zucht und Ordnung in fridericionischem Geiste. Die deutsche Geschichte biete in der Erinnerung an Friedrich den Großen, an Wilhelm I. und Bismarck große Vorbilder genug. Der Glaube an Volk unö □jater- I land müsse 'hochgehalten werden, bis das Datsche Reich wieder in allen seinen Gliedern gefestigt | genug sei, um allen Sturmen der Zukunft trotzen Frieden. Am 9.3uli kam es zum Tilsiter Frieden. Das Ergebnis war: Preußen wurde auf die Hälfte seines Besitzes verkleinerte Es blieb ihm ein Mittelstaat mit 4,5 Millionen Einwohnern. Seine Gestalt glich nun einem dreiblättrigen | Kleeblatt mit unendlich langen Grenzen, die sich | naturgemäß gar nicht verteidigen ließen. Aus j den westelbischen Gebieten hatte man Westfalen gebildet und Napoleons Bruder zum Herrscher eingesetzt. 3m Osten entstand das Herzogtum Warschau, zu dessen König sich August der Starke fronen ließ. Das schlimmste war die Kriegsentschäd igung. Die französischen Truppen verließen das Land nur nach den jeweiligen Zahlungen. Wirkliche Friedensarbeit konnte unter diesem Druck gar nicht ausgenommen werden. Doch Preußen versklavte nicht. Der deutsche 3dealismus war nicht tot. Nach diesem langen und blutigen Völkerringen entstand seine schönste Blütezeit. Schleiermacher und Fichte, beides Wahlpreußen, waren es besonders, die diesen Geist schürten. In einem Brief Schleiermachers heißt es wörtlich: „Bedenken Sie, daß doch unser aller Leben eingewurzelt ist in deutscher Freiheit und deutscher Gesinnung, und diese gilt es. Glauben Sie mir, es steht bevor, früher oder später, ein allgemeiner Kampf, der gekämpft werden muh, den die Könige mit ihren gelungenen Heeren nicht kämpfen können, sondern die Völker mit ihren Königen gemeinsam kämpfen werden." Fichte sagte in feinen Reden an die deutsche Nation: „Der Kampf mit den Waffen ist beschlossen: es erhebt sich, so wie wir es wollen, der neue Kampf der Grundsätze, der Sitten, des Charakters." — Wird man nicht unwillkürlich an unser Heute erinnert? Wieder die Auferstehung der heiligsten Kräfte in einem Volk, wieder das Abschütteln des Jochs, welches die Feinde uns aufzwingen durch den Zusammenschluß aller, die deutsch empfinden und die deutsche Sprache sprechen? soll das Lahnbett unterhalb des Elektrizitätswerkes in gerader Linie neu durchgeführt werden. In einer Breite von 50 Meter wird das neue Bett zunächst auf eine Tiefe von etwa 3 Meter unter dem jetzigen Gelände ausgeschachtet. Rach® dem im Dezember 1932 und in der ersten Hälfte Januar 30 916 Quadratmeter Rasenfläche abgestochen und seitwärts gelagert waren, wurde am 3. Januar nach Errichtung eines 50 Meter langen Arbeitsbockes mit dem eigentlichen Ausschachten begonnen. Am 22. Februar wurde ein zweiter Arbeitsbock eingesetzt, wodurch sich infolge einer größeren Verwendung von Arbeitskräften auch die Arbeitsleistung erhöhte. 3m 3anuar wurden aus- geschachtet und bis zu 80 Meter Entfernung abgefahren 2128 Kubikmeter, im Februar 2914 Kubikmeter, im März 5055 Kubikmeter. Die im Bilderkasten des Gießener Anzeigers ausgestellten Lichtbilder geben einmal den Zustand der beiden Arbeitsböcke und ferner die Leistung von Bock l im neuen Lahnbett. Die Witterungsverhältnifse im Winter waren günstig, da nur in der Zeit vom 13. bis 17. Dezember 1932 die Arbeiten wegen Frost eingestellt werden muhten. Die Arbeitsleistung, die an Hand einer sorgfältigen Statistik täglich festgestellt wird, hat sich im Laufe des Monats März günstiger gestaltet, als in den Vormonaten. Zur Zeit werden 150 3ugendliche als Arbeitsfreiwillige ander Baustelle beschäftigt. Cs find in den abgelaufenen 4 Monaten insgesamt 10 372 Tagewerke geleistet worden. Gute im Menschen und an das gute Prinzip des menschlichen Lebens überhaupt. Eine Schilderung Kleists über sie gibt uns Ausschluß, wie man sie empfand und sich ihr verbunden fühlte: „3n diesem Kriege, den sie einen unglücklichen nennt, macht sie einen größeren Gewinn, als sie in einem ganzen Leben voll Frieden und Freuden gemacht haben würde. Man sieht sie einen wahrhaft königlichen Charakter entwickeln. Die hat den ganzen großen Gegenstand, auf den es jetzt ankommt, umfaßt: sie, de"?n Seele noch vor kurzem mit nichts beschäftigt zu fein schien, als wie sie beim Tanzen oder Reiten gefalle, sie ist es, die das, was noch nicht zusammengestürzt ist, hält." Alexander kehrt in Königsberg ein. Dieser Mann, der ihr die schwersten Enttäuschungen zufügte, versteht es immer wieder, seinen Zauber ausstrahlen zu lassen, dem sie erliegt. Er lädt zu einer Reise nach Petersburg ein, die angenommen wird. 3n Rußland öffnet sich ihnen eine neue Welt voller Wunder und Märchen. Alexander empfängt sie auf das Prächtigste. Vierzig Bataillone 3nfanterie, vier Regimenter Kavallerie bilden Spalier. Es war, als ob der Kaiser durch unendlichen Luxus wiedergutmachen wollte, was er verfehlt batte. Zuerst war Luise von all der Schönheit geblendet. Fest folgte i auf Fest, der Hof hatte die anziehendsten und । interessantesten Menschen versammelt, doch bald machte sich Müdigkeit und Ueberfättigung bemerkbar. Nur ein Gutes hatte diese Reise: die Schwärmerei der Königin sür diesen Mann, den sie auch nach dem Verrat noch nicht aufgebeiu konnte, wurde zerstört. Hier, wo sie ihn in; seinem eigenen Reich sah, zerrann fein Glorienrichten. 3n einer weiteren Anordnung wird bestimmt, daß für das neue Schuljahr neue Lehrbücher nicht eingeführt werden dürfen. Soweit Buchhandlungen schon Bestellungen der Schulen entgegengenommen haben, wird daran nichts geändert. Lese- und Geschichtsbücher, sowie solche für die Staatsbürgerkunde werden einer Revision unterzogen. Um einerseits den Schülereltern, anderseits den Lehrbuchbeschaffungsstellen Schwierigkeiten und überflüssige Ausgaben zu ersparen, wird das Ministerium für Kultus und Dildungswesen die Lehrbücherfrage einheitlich für das ganze Land, den Schulgattungen angepaßt, baldigst regeln. "Lehrer müssen amDienstortwoh- nen. Der Hessische Minister für Kultus® und Bildungswesen hat angeordnet: „Eine beträchtliche Anzahl Lehrpersonen wohnt nicht an ihrem Wirkungsort. Dadurch wird die erforderliche Ver- bundenAit von Lehrern und Eltern gelockert und sehr oft vollständig gelöst unö somit die Vorbedingung einer erfolgreichen Erziehung zerstört. 3ch ordne daher an, daß sämtliche Lehrpersonen an ihrem Wirkungsort zu wohnen haben. 3n entgegenstehenden Fällen muh der Umzug bis zum 1. 3uli vollzogen sein. Zu dem genannten Tage sehe ich einem entsprechenden Bericht entgegen.* Oer neue Znfanteriesührer V. WSN. Kassel, 3. April. Als Nachfolger für Öen zum Chef öes Stabes beim Gruppenkom® manöo 2 ernannten bisherigen 3nfanteriefüf)- rer V General Geyer tpuröe Oberst Os- to a I ö , bisher Abteilungsleiter im Reichswehrministerium, zum 3nfanterieführer ernannt unö nach Kassel verseht, wo er gleichzeitig öie Geschäfte des Stanöortsältesten führt. Fälle herunkerstürzk, verursacht hier besonders starke Wirbel in den Fällen, die unterhalb Queenston in den Ontario-See münden. Etwa auf der Hälfte des Weges wurde der junge Mann von einer großen Eisscholle am Kopf getroffen und schien für einen Augenblick betäubt, aber er erholte sich rasch und schwamm dann mit noch stärkeren Stößen vorwärts als vorher. Oer Lebensretter. QLfctanöer Girardi, der unvergeßliche Wiener Komiker, spielte gern den Zeitungsleuten, die immer etwas Neues von ihm hören wollten, einen Streich. Als ihn eines Tages wieder einmal ein Berichterstatter drängte, ihm fein größtes Erlebnis während feiner Künstlerlaufbahn mitzuteilen, meinte er nachdenklich: „3a, was ich da einmal in 3schl mit Seiner Majestät erlebte — darüber geht nichts!" Der andere drängte neugierig zum Erzählen. „Also hören Sie. Da fahre ich mit meinem Rade ganz gemütlich auf der Chaussee von 3schl nach (Soifern. Da kommt Plötzlich der Hofwagen Seiner Majestät... Die Pferde scheuen ... der Wagen schwankt und wäre um ein Haar in tric Fluten der Traun gestürzt. 3ch also springe herunter, renne den Pferden nach, bringe sie zum Stehen... Die Situation ist gerettet. Unser guter Kaiser schaut dankbar zum Fenster heraus, erkennt mich natürlich gleich, und was glauben Sie? Der hohe Herr reicht mir aus dem Wagen zur Belohnung eine wunderschöne goldene diamanten- besetzte Uhr. Als ich sie aufmache, was steht auf der 3nnenfeite des Deckels? „Seinem Lebensretter Alexander Girardi in tiefer Dankbarkeit. Kaiser Franz 3oseph von Oesterreich-Ungarn." B. zu können. Die Ansprache wurde mit begeistertem Beifall aufgenommen. Mit einigen weiteren Gedichtvorträgen, mit gemeinsam gesungenen Liedern und kameradschaftlicher Unterhaltung fand der Abend fein Ende. Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 4. April, 18.30 Uhr: Lohengrin. Mittwoch, 5. April, 19.30 Uhr: Die Csardasfürstin. Donnerstag. 6. April, 19.30 Uhr: Aida. Freitag, 7. April, 19.30 Uhr: Die Csardas- fürftin. Samstag, 8. April, 20 Uhr: Der Postillon von Lonjumeau. Hieraus: Die Puppenfee. Sonntag, 9. April, 17 Uhr: Parfifal. Schauspielhaus. Dienstag, 4. April, 20 Uhr: Der alte Textor. Mittwoch, 5. April, 20 Uhr: Die vier Musketiere. Donnerstag. 6. April, 20 Uhr: Der alte Textor. Freitag, 7. April, 20 Uhr: Eva hat keinen Papa. Samstag, 8. April, 20 Uhr: Der alte Textor. Sonntag, 9. April, 20 Uhr: Die endlose Straße. Buntes Allerlei. Einer schwimmt durch den Niagara. Eine erstaunliche Leistung hat ein armenischer 3üngling Krikor Keikeman vollbracht, indem er durch die eisigen Fluten des unteren Niagara- Flusses eine Strecke von fast 600 Meter von Lwe- stion im Staate Neuyork bis nach Queenston in Kanada in 51/» Minuten schwamm. Die Stelle, an der Keikeman seine gefahrvolle Tat vollbrachte, hat eine besonders starke Strömung, denn eine riesige Wassermenge, die über die Niagara- aus b-(t *Tn;^4 ^irmanbff übrigen international, pazifistisch unö al tnoÄWfelln* eingestellten Lehrern und Lehrerinnen für yn30: ™g unö Prüiuiw J SonntagsbienfL nur in dringende Ion 2244,45, Notruf U Mtyäntier Sdjalterbitr Für Cchliehfachabholer 1 e: Telefon 2500. Frau Jr. Rothenberger. pothete. tatlionfQen Teile.) rd aus den dieser Numm- der den „Praktischen R:: rtenbau“ verwiesen, der tn [len* (Sorten« und Slumti» '£ unb nie Dtrjagenbt >.'« 3ae aus dem ..Labor: jsen^Ä iure« di«Feh,r o.anten- leChiil® sofort und 5 s. rlc» S eich aU'|eChie 5‘e* deckt sche legt se - 16 IgS 61 men»'|.Bearl>el -oll» f „div^ «'de11-’ nidertfnter zu W-ede ch lmm , ti teilt mit: Zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933, die das unbefugte Tragen der Uniformen der nationalen Verbände unter Strafe stellt, ersuchte der Staatskommissar fürjbas Polizeiwesen in Hessen die Führung der ^SA.- Untergruppe Hessen in Darmstadt, die SA.-Stan- öarte 33 in Darmstadt und den Stahlhelm in Darmstadt, Streifendienste zur Kontrolle aller Uniform« träger zu organisieren. Wer die Berechtigung zum Tragen der Uniform nicht nachweisen kann, ist festzunehmen und unverzüglich der nächsten Polizei- ftelle zu übergeben. Die mit dem Streifendienst Beauftragten haben einen Ausweis der ihnen vorgesetzten Verbandsdienststelle zu führen. Der Wunsch des Königspaares, möglichst bald nach Berlin zurückzukehren, sollte vorläufig nicht in Erfüllung gehen. Die Franzosen verzögerten ihren langsam begonnenen Abmarsch immer wieder. Die in Memel präsentierte Rechnung über hundertfünfzig Millionen Franken überstieg die schlimmsten Befürchtungen und verwischte jede Möglichkeit der Heimkehr. Man wußte, daß ein so schwer leidendes Land gar nicht in der Lage sein konnte, diesen Betrag aufzubringen. Als Sicherheit für seine Forderungen besetzte Frankreich Festungen, und für i gCn> bei Napoleon einen Nacylay zu erteilen, Napoleons Rechnung mußten die preußischen beantwortete dieser mit den Worten: „Der König Domänen zwischen Elbe und Oder zur Verfügung I jjaf unterschrieben, er muß zahlen." gestellt werden. Trotz denkbar größter Sparsamkeit folgte eine Dem bescheidenen Memeler Hof gingen die Zeit der Entspannung, und Luise fühlte sich fast Lebensmittel aus. Der Winter setzte mit großer glücklich. Cs wurde ein Besuch beim Vater in Kälte ein. und man hatte nichts, womit man sich Vorschlag gebracht. Auf Hohenzieritz, in schützen könnte. Auch die Kleiderbestände gingen ländlicher Abgeschiedenheit, sollte er sich einige zur Neige. Luise verzweifelte nicht. 3hr Glaube Wochen erholen. Luise ist beglückt von dieser an Gott half ihr in ihren langen Unglücksjahren. 3dee, und es scheint, als ob ihr ganzer 3ugenb- 3nzwischen war sie auch innerlich reifer gewor- übermut zurückgekehrt sei, Wie sie dem Vater den. Sie beginnt zu begreifen, daß der persön- ,. . „ , liche Einfluß in dem Kampf der Nationen wenig „Bester Pap! 3ch bin ganz toll und varuky. Platz hatte da hier andere Gesetze herrschten Eben diesen Augenblick hat nur der gute, liebe- als Sympathie oder Antipathie. Da es sich mit volle König die Erlaubnis gegeben, zu 3hnen zu seinen Zwecken verband, machte Napoleon einige kommen, bester Vater! Ich bin ganz toll, muß Zugeständnisse. So zog er Truppen hinter der mich sammeln.' Sie schließt mit dem Wort: Hal- Weichsel zurück. Damit war Preußen zum Teil leluiah! — Noch am gleichen ^age reist sie ab wieder unter seiner eigenen Herrschaft. Man! und trifft am 27. 3uni in Neustrelitz em Die atmete auf und entschloß sich, die Residenz nach Bevölkerung bereitet ihr einen wunderschönen Königsberg zu verlegen, in der Hoffnung, nun Empfang, und beglückt empfangt sie diesen Lie- doch bald für immer heimkehren zu dürfen. Das besbeweis. Es geht weiter nach Hohenzieritz Alles Königspaar nahm im Schloß Wohnung und ver- schien eitel Freude und Sonne - da erkrankte suchte sich das Leben ein wenig bequemer zu Luise am 30. 3um an einer Lungenentzündung gestalten. Man ließ Möbel. Bllder und Teppiche mit hohem Fieber, Storungen im Blutkreislauf aus Berlin kommen. Luise war glücklich, ihre stellten sich ein, Brustkrampfe befallen si«und auch Lieben jetzt alle wieder beisammen zu haben der schleunigst aus Berlin herbeigerusene Arzt und ganz Mutter sein zu können. Da die Zustanbe kann keine Hilfe mehr bringen. Friedrich leidlich ruhig waren, konnte fie sich eine Weile 1 "»•**-*- —«■ nn lhr von den Polltischen Ereignissen zurückziehen unö ihren angestrengten Körper ein wenig pflegen. 3etzt zeigte sich, daß auch die vielen Geburten nicht spurlos an ihr vorübergegangen waren. Früher hatte das ruhige Geben wieder ausgeglichen. aber bei der ewigen Unsicherheit muhte sie schwer daran tragen. Langsam kehrt der Sinn für anregende Geselligkeit wieder, und fie wt» steht es, die besten Männer ihrer Zeit um sich zu versammeln. Stein. Borck, Scharnhorst, O neifenau, Niebuhr, Alten- stein, Humboldt und Heinrich v. K l e i ft gehören dazu und bestätigen ihren Glauben aß das S.Jt.-tfport Gießen-Wehlar gegen VfB. „Kurheffen" Marburg 0:1 (0:0) Trotz des gleichzeitig abgehaltenen Hallenhandballturniers war der Besuch des Jugendheim-Opferspieles sehr gut, so daß der gute Zweck erreicht wurde. Während Marburg komplett antrat, erfuhr die Gaumannschaft noch einige Äenderungen: Balser: Luft, Wilhelm: Leutheuser. Diehl, Lehrmund: Lippert, Haupt, Wohlgemuth, Hens, Heilmann. Haupt schied Mitte der ersten Spiclhälfte verletzt aus. Schmelz (1900) trat an seinen Posten. Schiedsrichter Köhler waltete korrekt seines Amtes. Zum Spielverlauf sei zunächst gesagt, daß wohl noch nie in Gießen ein Spiel verloren ging, bei dem die Aussichten auf einen hohen und eindrucksvollen Sieg so groß waren, wie in diesem Treffen. Verblüffend war das schnelle Sich-verstehen der Gaumannschaft, die ständig im Vorteil war. Rur eins klappte nicht, der Torschuß. Gelegenheit dazu war reichlich gegeben. Die Läuferreihe und die Flügelstürmer überfütterten geradzu das Jnnentor mit Bällen. Aber obwohl man ungezählte Male dem Gästehüter allein gegenüberstand, blieb der Erfolg aus, da vor allem der placierte Torschuß fehlte. Man wird einwenden, daß die Marburger gerade in ihrem Torwart Wehand die beste Kraft stellten, der auch tatsächlich ganz großes leistete. Als Entschuldigung kann dies aber nicht gelten, da man selbst das leere verlassene Tor nicht fand. Marburg war nur selten gefährlich. Balser hatte wohl kaum etwas Gefährliches zu meistern, um so bedauerlicher war es, daß er gegen Spielende einen haltbaren Freistoß aus etwa 40 Meter Entfernung passieren ließ. Lind da selbst dieser einzige Treffer nicht aufgehalten werden konnte, blieben die Gäste ganz unverdient mit 1:0 Sieger. Die Gaumannschaft hotte ihre besten Kräfte in dem überragenden Linksaußen Heilmann, sowie in Wilhelm und Lehr- mund. Gefallen konnten auch Diehl und Lippert. Das Eckenverhältnis lautete 7:4 für die Hiesigen. Leihgestern-Wahenborn-Steinberg (fomb.) gegen 1900 Gießen (fomb.) 4:1 (3:0). 1900s Reserve mußte auf zahlreiche Spieler verzichten. Außerdem waren nur 10 Spieler zur Stelle, so daß die Aussichten auf ein erfolgreiches Abschneiden keine rosigen waren. Wenn die erwartete Niederlage sich trotzdem in erträglichen Grenzen hielt, so ist dies in erster Linie dem Eifer und dem Ehrgeiz der Gießener zuzuschreiben. 1900 III/IV — Lieber I 4:1 (4:0). Dieses Gesellschaftsrückspiel wurde vormittags auf dem 1900er Sportplatz an der Liebigshöhe absolviert. Cs nahm ein wenig rühmliches Ende, da es vom Schiedsrichter vorzeitig beendet werden mußte. Ein des Feldes verwiesener Biederer wollte sich diesem Spruch des Llnparteiischen nicht fügen. Bis zum Seitenwechsel lag 1900 schon mit 4 Treffern vorne und war auch weiterhin überlegen. Durch ein Mißverständnis kam nach der Pause Bieber zum Ehrentreffer, bevor das Spiel abgebrochen wurde. Kußball in Hessen-Hannover Hessen-Hannover stand am Sonntag im Zeichen der Zugend-Opferspiele. Zn Kassel siegte eine Stadt- oertretung von Göttingen über jene von Kassel mit 3:1 überraschend, während sich die 6-Mannschaften in Göttingen 2:2 trennten. Borussia Fulda, der Bezirksmeister, weilte in Hersfeld und kam mit einem 5:2-Siege über die dortigen Hessen zurück. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Die am Sonntag zum Austrag gekommenen Dereinswaldlaufmeisterschaften brachten guten Sport. Cs gab durchweg Favoritensiege. Ergebnisse: Aktive, Gruppe A (zirka 9 Kilometer): 1. Schaaf 30:23 Min.: 2. Gerhardt 30:51 Min.: 3. Peters 31:46,8 Min.: 4. H. Jung. Die in das Flughafengelände führende, mitunter von starkem Gegenwind beherrschte Strecke wurde von Gerhardt und Schaaf überraschend leicht bewältigt. Letzterer siegte auf Grund seiner größeren Schnelligkeit mit etwa 150 Meter Vorsprung. Gruppe B (Hindernislauf zirka 2,5 Kilometer): 1. Reitz 8:41 Min.: 2. Baumstieger 8:59 Min.: 3. Berghöfer l 9:11 Min.: 4. Koch II. Mit viel Interesse sah man dem erstmalig durchgeführten Hindernislauf entgegen. Sowohl im Rehmen der in einer Zahl von etwa einem Dutzend vorhandenen Hindernisse, als auch auf der Strecke erwies sich Reih als der Beste. Baumstieger und Berghöfer folgten nicht allzu weit zurück. Jugend (zirka 1600 Meter): 1. BerghöferII und KochIII 6:23 Min. (totes Rennen): 3. Do- narius. Schüler (zirka 1100 Meter): 1. Jacob 5:09 Min.: 2. Jäger, 20 Meter zurück: 3. Berghöfer III, weitere 80 Meter zurück. Main-Hessen gegen Verbandsliga. Bei einer am Samstag in Frankfurt durchgeführten Besprechung der Fußball - Bezirksliaa - Vereine und Kreismeister des Bezirks Main-Hessen wurden mit großer Mehrheit (Eintracht und Fußballsportverein enthielten sich der Stimme) die folgenden, von Dr. M a s s i n g - SV. Wiesbaden und P o d e - Union Niederrad vorgelegten Entschließungen angenommen: „Die Bezirksliga-Vereine und Kreismeister des Bezirks Main-Hessen erklären fid) in ihrer überwiegenden Mehrheit gegen die Einführung einer Verbandsliga, weil sie darin die Begünstigung eines Berufsspielertums von Verbands wegen erblicken. Zum anderen, weil jede Veränderung des Spielsystems im Hinblick auf die völlig ungeklärten wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland und die finanziellen Verhältnisse der Vereine es untunlich erscheinen läßt. Die Vereine erwarten jedoch vom Ver- bandsvorstand eine grundlegende Vereinfachung und Verbilligung der gesamten Verwaltung des Verbandes in allen seinen Instanzen und Einrichtungen." Das Stuttgarter Hallensportfest. Großer sportlicher Erfolg. Bereits zu Beginn des Stuttgarter Hallensport- festes gab es eine Ueberraschunq, denn man hatte für Syring keinen annähernd gleichen Gegner „auf dem Papier" entdeckt. Umso freudiger war die Feststellung, daß der junge Ulmer Nachwuchsläufer Schwarz II bis zum letzten Viertel des Rennens als einziger dem Wittenberger hartnäckigen Wider- Oie Reichsbank Ltltimo März. Berlin, 3. April. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. März hat sich in der Llltimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 471,4 Millionen auf 3426,7 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 310,3 Millionen auf 2762,5 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschahwechseln um 34,2 Millionen auf 52,6 Millionen Mark, die Lombardbestände um 126,7 Millionen auf 210,3 Millionen Mark und die Effektenbestände um 0,2 Millionen auf 401,3 Millionen Mark zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 342,5 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 322,9 Millionen Mark auf 3519,7 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 19,6 Millionen auf 413,4 Millionen Mark erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen erhöhte sich in der Derichtswoche um 112,4 Millionen auf 1497,4 Millionen Mark. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 13,5 Millionen Mark, diejenigen an Scheidemünzen auf 176,5 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 442,9 Millionen Mark eine Zunahme um 80,5 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 13,7 Millionen auf 835,6 Millionen Mark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 11,3 Millionen auf 738,6 Millionen Mark zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen dagegen um 25 Millionen auf 97 Millionen Mark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 23,7 Prozent gegen 26,6 Prozent am 23. März d. I. Rach Abzug der bestehenden kurzfristigen Devisenverpflichtungen in Höhe von insgesamt 115 Millionen Dollar stellt sich die Deckung auf 10 Prozent gegen 11,4 Prozent am Ende der Vorwoche. Berlin uneinheitlich, aber freundlich. Berlin, 3. April. (WTB.-Funkspruch.) Rach einem recht zuversichtlichen Vormittagsverkehr lag die heutige Börseneröffnung kursmäßig sehr uneinheitlich, stimmungsmäßig aber durchstand bot, sich dann allerdings glatt geschlagen bekennen mußte. lieber 1000 Meter gab es den erwarteten scharfen Kampf, bei dem D r. P e l tz e r den immer in Führung liegenden Stuttgarter Paul erst im Ziel knapp schlagen konnte. Die heiß umstrittene 4 m a l 400 -Meter-Staffel wurde von den Stutgarter Kickers knapp gewonnen. Der Sprinter-Zweikampf wurde eine sichere Beute des Olympioniken I o n a t h vor dem Kickersmann Scheck. Im Hürdenzweikampf kam der Olympiateilnehmer Welscher - Frankfurt nicht in Schwung, in beiden Läufen siegte der Zehnkämpfer Sievert, der auch im Kugel st oßen mit der ausgezeichneten Leistung von 15,21 Meter siegte, vor Eberle (14,16 Meter) und Lampert-Karlsruhe, einem kommenden Mann, dessen Stöße regelmäßig bei 14 Meter lagen. Den Hochsprung brachte Haag- Göppingen mit 1,80 Meter vor dem Kickersmann Flister (1,80 Meter, durch Stechen entschieden) an sich. Sievert siegte auch im D r e i k a m p f vor Eberle. In der 3 mal 1000-Meter-Staffel siegten überraschend die Stuttgarter Kickers vor dem in dieser Saison ungeschlagenen Tv. Wittenberg. Im Rahmenprogramm gab es ein interessantes Handballspiel, in dem die Kickers über den Militärmeister „Sportfreunde" Tübingen glatt zu einem 6:0-Siege kamen. Zn der Schwerathletik zeigte die sog. 200-Pfund-Riege Stuttgarter Schwerathleten, vor allem aber die Olympiateilnehmer Zsmayr - München und Schäfer- Stuttgart prächtige Leistungen. Kurze Gporinotizen. Europa m ei ft er im Halbschwergewichtsboxen wurde der Schwede Zohn Andersson, der in Brüssel den Belgier Jack Etienne knapp nach Punkten schlug. Adolf Heuser, der im Titelkampf um die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht gegen Maxie Rosenbloom verlor, stand erneut Harry Ebbets, ebenfalls einem Weltmeisterkandidaten, gegenüber. Wie bei der ersten Begegnung blieb der Deutsche auch diesmal Punktsieger. aus freundlich. Die teilweise recht beträchtlichen Steigerungen vom Samstag hatten beim Publikum noch limitierte Derkaufsaufträge ausgelöst, anderseits bestand aber aus Grund günstiger Wirtschaftsnachrichten und infolge der inner- politischen Beruhigung neues Kaufinteresse der Kundschaft. Verschiedene Werte erschienen mit Plus-Plus- Zeichen, so z. B. für Verkehrswesen, Allgemeine Lokalbahn, Felten, Jlse-Genuhscheine, Junghans und Leopoldgrube. Bei den Papieren, die am Samstag nicht zur Rotiz gekommen waren, ergaben sich gegen die Freitagskurse naturgemäß stärkere Gewinne. So lagen Goldschmidt 5,75 Prozent und Schuckert 9,39 Prozent höher. Größeres Interesse lenkten Reichsbankanteile auf sich, bei denen die bevorstehende Generalversammlung anregte. Schubert & Salzer gewannen bei kleinsten Umsätzen 5 Prozent, während die 2,5proz. Steigerung von JG.-Farben bei einem Llmsatz von 120 Mille zustande kam. Demgegenüber sind Rheinstahl mit einem Kursverlust von 4,75 Prozent, Elektrische Lieferungen mit einem solchen von 4,5 Prozent, RWE. mit minus 3 Prozent, Süddeutsche Zucker mit minus 4,5 Prozent, Miag mit minus 2,25 Prozent und Chadeaktien mit minus 4 Mark zu nennen. Von unnotierten Werten zeichneten sich Wintershall- und Holzmann durch feste Haltung aus. Das Geschäft war aber auf allen Marktgebieten verhältnismäßig klein. Am Geldmarkt war immer noch keine weitere Entspannung festzustellen. Der Tagesgeldsatz blieb mit 5 Prozent, für erste Adressen mit 4,90 Prozent unverändert. Reichsschahanweisungen werden weiter per 15. Rovember ausgegeben, für Reichswechsel soll heute eine neue Tranche per 5. Juli ausgelegt werden. Frankfurt weiter erholt. F r a n k s u r t a. M.. 3. April. (WTB. Drahtmel- bung.) Nachdem bereits am Samstag eine starke Erholung des Kursniveaus eingetreten war, setzte sich die Besserung der Kurse auch mit Beginn der neuen Woche fort. Von Anregung mar vor allem die weitere Entspannung der innerpolitischen Lage, daneben aber auch die enorme Befestigung der deutschen Werte an der Neuyorker Samstagsbörse. Ferner wirkten die internationale Roh- stahlverständigung und die Eisenpreiserhöhung an der Brüsseler Börse nach. Obgleich die Nachfrage überwog, war das Geschäft wiederum recht klein, da das entsprechende Angebot fehlte. Soweit ein Kursausgleich möglich war — am Samstag kamen nur wenig Werke zur Notiz — ergaben (ft durchschnittliche Erhöhungen von 0,5 bis 1 v. H. Lediglich solche Werte, die am Wochenschluß nicht notiert waren, erzielten natürlich erhebliche Steigerungen. Spezialwerte lagen ebenfalls wesentlich fester, so z. B. Zement Heidelberg mit plus 4 v. Sy, Kali Aschersleben mit plus 3,65 v. Sy, Scheideanstalt gewannen gegen die Notierung am Freitagabend 10 v. Sy und Schuckert 8 v. Sy Erhöhtes Interesse zeigte sich für IG. mit plus 1,5 d. Sy, wobei man auf die bevorstehende Bilanzsitzung verwies. Rüt- gerswerke erhöhten sich um 2,65 d. Sy und Metallgesellschaft um 1 v. H. Von Montanwerten lagen besonders Harpener (plus 2,5 v.H.) und Klöckner- werke (plus 2 v.H.) fest. Bei den übrigen Werten dieses Marktes ergaben sich Erhöhungen bis zu 1,5 v. Sy Am Elektromarkt kam auf dem stark erhöhten Samstagniveau etwas Ware heraus, so daß verschiedentlich Rückgänge von 0,5 bis 0,90 d. Sy eintraten. Im großen und ganzen blieben die'Kurse aber behauptet. Sonst eröffneten noch Gebrüder Junghans 3 d. Sy, Deutsche Linoleum 2 d. Sy, Reichsbank 1,5 v. Sy, Aku, Daimler Motoren je 1 v. Sy fester. Renten lagen ziemlich behauptet, Deutsche Anleihe gut behauptet, späte Reichsschuldbuchforderungen plus 1 v. Sy Pfandbriefe waren gesucht und von 1 bis 2 v. H. höher taxiert. Kommunalobligationen lagen nicht ganz einheillich. Die Werte der Frankfurter Institute gewannen etwa 2,5 v. Sy Auch der übrige Aktienmarkt zeigte leichte Besserungen. Im Verlaufe bröckelten die Kurse auf Grund der Geschäftsstille etwas ab, und zwar betrugen die Rückgänge auch für Deutsche Anleihen 0,5 bis 1 v. H. Die Grundstimmung blieb durchaus freundlich. Tagesgeld war weiter erleichtert, und zwar wurde der Satz um 0,5 bis 3,5 d. Sy gesenkt. Frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 3. April. Die Abenöbörss lag sehr still, da es ganz allgemein an Anregungen fehlte. Die weitere Befestigung der deutschen Werte an den Auslandsbörsen fand zwar Beachtung, blieb aber auf hie Kursgestaltung ohne Einfluß. Es bestand Zurückhaltung, zumal Orders nicht Vorlagen. Die Kurse blieben indessen auf dem ermäßigten Berliner Schlußniveau behauptet, nur IG. Farben lagen im Angebot und 1,13 Prozent niedriger. Am Rentenmarkte herrschte ebenfalls Geschäftslosigkeit, doch waren auch hier die Kurse ziemlich unverändert. In Goldpfandbriefen schien zu den erhöhten Kursen teilweise eher etwas Angebot da zu sein. Reubesihanleihe 12,80, Altbesitzanleihe 73,50, Schutzgebietsanleihe 8,25, 6proz. Stahlverein-Bonds 75, Reichsbahn-VA. 99, Dresdener Bank 61,50, Reichsbank 147,50, Gelsenkirchen 64, Phönix 45,50, Rheinstahl 80,25, Stahlverein 44,50 AEG. 30,50, Aku 36,75, CH ade 123, Cement Heidelberg 69,50, Scheideanstalt 168. IG. Farben 126,75, Lahmeyer 129, Schöfferhof 147, Hapag 21, Rordd. Lloyd 21,50. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Mauritius. Die erste, berühmt gewordene Ausgabe der Mauritius-Marken stammt vom Jahre 1847: 1 Penny, rot, und 2 Pence, blau. Die Gesamtauflage betrug 500 Stück, die aber bis auf 25 Exemplare verlorengegangen sind: Von den roten Marken existieren zwei ungebrauchte und elf gebrauchte, von den blauen je sechs gebrauchte und ungebrauchte. Ihr Seltenheitswrrt erklärt sich vor allem durch den falschen Aufdruck „Post office“ statt „Post paid“. Im Jahre 1921 wurden für beide Marken etwa 120 000 französische Franken bezahlt. Auf einer dieser Tage abgehaltenen Londoner Versteigerung bezahlte der englische Händler Thomas Allen für die 1-Penny 2400 Pfund, für die 2-Pence 1750 Pfund, zusammen a!so^4150 englische Pfund, was bei dem heutigen Kursstand etwa 60 000 Mk. ausmacht. Auch das Reichspoftmuseum besitzt übrigens diese Seltenheiten, und zwar ebenfalls eine gebrauchte 1-Penny und eine ungebrauchte 2-Pence. Außer der Ausgabe von 1847 gibt es noch etwa 12 Serienausgaben, von denen aber nur die von 1858, 1860 und 1878 größeren Wert repräsentieren. Die übrigen Mauritius-Marken haben nur geringen Wert. £. v. Gegen die Beschlagnahme der Miete durch das betreffende Amt und durch andere Gläubiger, welche vollstreckbaren Schuldtitel gegen Sie erwirkt haben, können Sie nichts machen. Versuchen Sie aber doch, nachdem Sie den Fall nochmals dem Finanzamt oder dem Landesfinanzamt vorgetragen und dessen Entscheidung herbeigeführt haben, auch mit Ihren sonstigen Gläubigern eine Einigung durch Zuziehung eines geeigneten Vertrauensmannes herbeizuführen, um hierdurch die drohende Zwangsversteigerung abzuwenden. Stehen Ihnen Mittel zum Lebensunterhalt nicht mehr zur Verfügung, so müsse« Sie sich an Ihre Bürgermeisterei wenden. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. Sy. Lombardzinsfuß 5 v. H. Wirtschaft. Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß». Abend» börse Schluß» kurs Schluß!. Mittag» börse Datum 1.4. 3.4. 1.4. 3-4. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1921 84,25 84,75 83,75 84,75 6% etiem.7% Dl. Retchsanl. v. 1929 96 95 95,75 95 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 83 — 83 83,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechlen ............ 76 73,5 75,65 73,25 Deögl. ohne Auslos.»Rechte...... 13,4 12,8 13,4 12,8 6% ehem. 8% Hess. Volksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ...... 83 86,9 86 87,5 Oberhessen Provinz.Anleihe mit Auslos.-Rechlen ............. Deutsche Komm. Sammelab l.Aw — — — — leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 71,5 72 72 72,5 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 88 89,75 6% ehem. 7% Franks. Hrw.-Bani Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 89,75 W*% ehem. 4'/r% Franks. Hyp.. Bank»LIqu.»Psandbriese ..... 87 89,5 — 6’/2% ehem. 414% Rheinische Hyp.-Bank-Liäu.-Goldpse..... 87,75 89 — — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriese R. 19 89 90 89 89,5 6% ehem. 7% Pr. Landespsants briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 89 90 — - 4% Oesterretchische Goldrente.... 13,4 _ 14 _ 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,13 1,1 1,15 1,25 4% Ungarische Goldrenle....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — - 4'/.% be4gl. öon 1913 ........ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 6,25 _ — __2 4% Türkische Zollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdad bahnen leihe 4,65 4.75 4,8 4,8 Serie 1 . .................. - • 5,2 5,25 4% desgl. Serie 11 ............. 5 5,4 5,4 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,75 5,75 5,9 4s4%RumLn.oeretnh.Renl?v.l91ö 10,8 9,3 _ 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5 5,8 4,85 5 •16% Anatolier............... 25,5 24,75 25,9 Frantiuri a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börse Schlußkurs Schluß!. Mittag» börse Datum 1-4. 3-4. 1.4. 3.4. Hamburg-Amerika-Pakei .....o — 21 21,75 21 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........0 —- — 33 33 Norddeutscher Lloyd .........0 — 21,5 23 21,25 A ®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 — 52 51,5 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 — 96 96,5 97,75 Commerz, und Privatbank... 0 Deutsche Bank und Disconto» 53,5 53,5 53,5 53,5 Gesellschaft................o 70 70 70 70 Dresdner Bank..............0 61,5 61,5 61,5 61,5 Reichsbank ................. 1 148 147,5 146,25 147,25 A.E.G......................0 32,25 20,5 32 30,4 Elektr. LIeferungSgesellschast ... 5 — —- 89,5 85 Licht und Straft ............g 102,75 — 103,75 100,75 Felten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unte» 65 64 — 64 nehmunge»............... 4 92 90 93,75 90,5 Rheinische Elektrizität ........5 — — 96 — Schuckert L Co............o — 100 — 97,75 Siemens & Halske........... 9 156,5 156,5 158 155,75 Lahmeyer L Eo..............10 129 129 130 129 Buderus ...................o 59,5 59 59 60 Deutsche Erdöl ............. 4 100 100,5 100 99,13 Gelsenkirchener..............0 64,5 64 64,5 62,25 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. o Ilse Bergbau .............7 alle Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 84,5 86,5 115 61 85 68 168 109,5 61 83 66,13 170 115 61,13 Mannesmann-Röhren........0 69,75 70,5 69,5 68,25 Mansselder Bergbau......... 0 27 26 25,25 Sberschles. Kokswerke.........0 — 77 77 Phönix Bembau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 45,5 45,5 45 45,75 200,5 203 200 Rhetnslahl..................o •— 80,25 83,75 81,5 Datum Veretnigre Stahlwerke........o OtavI Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......9 3 G. Farben-Jnvusirie....... 7 Scheidcan statt...............10 Goldschmidt ................ o Rütgerswerke ............... 0 Melalltzelelllchaft.............0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Eementwerk Karlstadt.........0 Wayß & Drehtag ............0 Schultheis Patzenhoser........o Atu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg ................o Zellstofk Waldho, ............0 Zellstoss Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............ o Deutsche Linoleum ..........0 Orenstein L Koppel .......... 0 Leonhard Tietz.............. r, Thade......................12 $ranffurt a.M. Berlin Schluß» !urs Schluß!. Abend» börse Schluß» kurs Eidlußk. Mittag» börse 1-4. 3.4. 1.4. 3.4. 44 44,5 44,25 44,5 —— 18 17,75 18 128 132,75 129,13 131 134,5 134,75 132 134,25 200,75 202 203 201,5 127,75 126,75 127 127,9 — 168 — —— 55,5 56 — 56 52 52,25 54 51 36 37 36,5 38 — 53 52,75 53,75 65 69,5 —— — — — — — 6 — — — _ 112,5 110,13 38 36,75 38,5 36,75 — 50,25 51 50,5 51,5 54 53,5 53 25 28,5 27,9 28 — — 114 113,9 30 29,75 30,25 30 40,5 41,25 42 40,25 — — 50,5 49 26 28 27,25 28 143 129 123 Grihner....................o| — l Matnkraslwerke Höchst a.M. ... 4 69 1 Süddeutscher Zucker .........8| 153,75 | -I ?l 151 I 154,5 I 35,5 150 Banknoten. Devi enmartt Berlin — Frankfurt a. 2H. 1. April 3. Apiil Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie' Geld Brie- Helsingsors.. 6,339 6,351 6,339 6,351 Wien....... 47,70 47,80 47,45 47,55 Prag....... — — —— — Budapest... — — — — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 169,43 169,77 169,43 169,77 Oslo....... 73,53 73,67 73,53 73,67 Kopenhagen. 64,14 64,26 64,14 64,26 Stockholm... 76,02 76,18 76,02 76,18 London ..... 14,36 14,40 14,36 14,40 Buenos Aires 0,818 0,822 0,818 0,822 Neuyork.... 4,194 4,202 4.196 4,204 Brüssel..... 58,51 58,63 - 58,51 58,63 Italien..... 21,53 21,57 21,53 21,57 Paris...... 16,48 16,52 16,48 16,52 Schweiz .... 80,97 81,13 80,96 81,12 Spanten.... 35,36 35,44 35,36 81,97 35,44 Danzig.... 81,97 82,13 82,13 Japan...... 0,899 0,901 0,899 0,901 Rio de Jan. . 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon.... 5,155 5,165 5,145 5,155 13,07 13,09 13,07 13,09 Berlin, 3. April Geld " Brief ’ Amerikanische Noten.............. 4,18 4,20 Belgische Noten.................. 58,35 58,59 Dänische Noten ................. 63,77 64,03 Englische Noten ................. 14,32 14,38 Französische Noten............... 16,44 16,50 Holländijche Noten............... 16M6 169,74 Italienische Noten................ 21,51 21,59 Norwegische Noten .............. 73,35 73,65 Deutsch Oeiterretch, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 75,85 76,15 Schweizer Noten................. 80,78 LI. 10 Spanische Noten................. 35.23 85,37 Ungarische Notnr................