Nr.27 Lrübaussabe 183. Jahrgang1 Mittwoch, l. Zebruar |935 Erschein, täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert, Gießener Famllienblätter Heimat'M Bild Die Scholle Manats-Vezugspreis: Mir 4 Beilagen WM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsvrechanschluffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten »nzeiger Sieheu. Postscheckkonto: tsrankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VntS vnd Verlag: vrLHI'sche Universitüls-Vuch- und Stehtöniderei H. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulltraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Theftedakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und kür den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Oie neue Reichsregierung geht an die Arbeit. Oie gestrige Kabinettssihung. Berlin, ZI. Ian. (IDIQr) Amtlich. In der heutigen ttabinettssihung wurde beschlossen, dem Herrn Reichspräsidenten eine Verordnung vorzuschlagen über den Reichskommissar für das Land Preuszen. Danach sollen die nach der Verordnung des Reichspräsidenten, betreffend die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit in preufzen vom 20. Juli o. 3. dem Reichskanzler in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für das Land prcußen zustehenden Befugnisse dem S t e l l v e t - tteter des Reichskanzlers und Reichskommissar für das Land preußen, Reichskanzler a. D. von papen, übertragen werden. Ferner fetzte das Kabinett feine Aussprache über die politische Lage fort. Der Reichskanzler erstattete Bericht über die verhandlnn- gen mH dem Zentrum. Line Beantwortung der Fragen des Zentrums ist noch nicht erfolgt (Einen besonderen Raum in den Beratungen nahm die Aussprache über Maßnahmen zur Steuerung wirtschaftlicher Schäden ein. Die Verhandlungen des Reichskabinetts gehen am Mittwoch weiter. Was wird aus dem Reichs- arbeitsministerium? Abtrennung der arbcitsrechtlichcn Abteilung.—Ein Tarifamt. Berlin, 31. Jan. (WTB.) Die Hauptfrage, die die Oeffentlichkeit im Augenblick stark beschäf- tigt, ist die der Umorganisierung des Reichsorbeitsministeriums. 2km Zusammenhang mit dem Rücktrittsgesuch des Staatssekretärs Grieser wird bekannt, daß die Absicht besteht, die Abteilung 111 des Reichsarbeitsministeriums aus diesem Ministerium herauszunehmen. Sie umfaßt die Gebiete des Arbeitsrechtes, des Arbeitsschutzes und der Lohnpolitik. Dr. Hugenberg hat früher einmal den Vorschlag gemacht, diesen Ausgabenkreis dem Wirtschaftsministerium anzugliedern, und in Ar- beitnchmerkreisen — das kommt deutlich in der den Gewerkschaften nahestehenden Presse zum Ausdruck ist daraus einige Beunruhigung entstanden. Aach unseren bestimmten Informationen ist diese Beunruhigung grundlos, denn eine Angliederung an das Reichswirtschaftsministerium kommt nicht in Frage. Vielmehr ist beabsichtigt, eine besondere Stelle, wahrscheinlich ein Reichs- kommissariat für Arbeitsrecht, zu gründen. Man hat ja schon von einem „Taris- a m t“ gesprochen. Die Ideen, die jetzt verwirklicht werden sollen, sind jedoch großzügiger und nach Auffassung unterrichteter Kreise geeignet, auch sehr stark die Interessen der Arbeitnehmer in Schutz zu nehmen. Dafür sehen sich namentlich die führenden nationalsozialistischen Kreise mit Entschiedenheit ein. Aach Durchführung dieser Aeuorganisation werden dem Reichsarbeitsmini- sterium noch folgende Aufgaben verbleiben: Die Kriegsopferversorgung, die Sozialversicherung, die Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosenhilfe, der Arbeitsdienst, die Iugcndhilfe und alle Fragen, die, wie z. B. das Werkjahr, mit ähnlichen Maßnahmen verbunden sind. So wird auch das R e i ch s k u r a t o r i u m für Iu- gendertüchtigung, das bisher dem Reichsinnenministerium angegliedert ist, in das Reichsarbeitsministerium hlnübergenommen werden. Alle diesß Fragen sollen aber in aller Ruhe und Behutsamkeit durchberaten werden, ehe die endgültige Regelung erfolgt. Muster Zriü vor dem Reichsrat Die Arzncitaxc angenommen. Berlin, 31. Fan. (BDZ.) Der Reichsrat hielt am Dienstagnachmittag eine Vollsitzung ab, um die endgültige Entscheidung über die neue Arzneitaxe zu treffen. Reichsinnenminister Dr. Frick benutzte diese Gelegenheit, um sich dem Reichsrat als neuer Vorsitzender vorzustellen Er erklärte: Ich habe als Bayer schon an sich das nötige Verständnis für den föderalistischen Aufbau des Reiches. Ich weiß, daß nicht alles hier von Berlin aus zentralisiert werden kann. Nach unserer politischen Einstellung wissen Sie, daß wir Vertreter einer Harten Einheitdes Reiches sind, daß das Reich nach außen eine Einheit darstellen muß, die unerschütterlich ist, um sich der Angriffe von außen wirksam erwehren zu können. Aber das schließt nicht aus, daß auch den einzelnen Gliedern des Reiches die nötige Freiheit insbesondere in kultureller Beziehung gegeben ist. Ich darf versichern, daß Sie als Länderoertreter in dieser Beziehung Vertrauen in die Leitung der Reichsgeschäfte haben dürfen. Der Vertreter der preußischen Staatsregierung, Ministerialdirektor Dr. Brecht, erwiderte: Wir begrüßen in Ihnen zum ersten Male einen Bayern an diesem Platz. Wir sichern Ihnen zu, daß der Reichsrat trotz aller politischen Gegensätze getreu feiner Tradition in strenger Sachlichkeit mit Ihnen Zusammenarbeiten wird. Wir haben den Wunsch, daß Sie als der für die Durchführung der Verfassung verantwortliche Reichsminister in möglichst enger Zusammenarbeit mit dem Reichsrat die labilen 3uftänbe, unter denen das deutsche Volk und vie Wirtschaft leiden, baldigst wieder in normale verfassungsmäßige Bahnen zurückleiten werden. Auf der Tagesordnung stand die am vorigen Donnerstag zurückgestellte Abstimmung über die Arzneitaxe. Die Vertreter der preußischen Provinzen Grenzmark, Niederschlesien, Öberschlesien, Stadt Berlin. Sachsen, Westfalen, Hessen-Nassau und Rheinland begründeten ihre ablehnende Haltung Berlin, 31. Jan. (WTB.) Der Schwerpunkt der politischen Lage liegt augenblicklich in den Verhandlungen mit dem Zentrum, die in Form eines Briefwechsels geführt werden, der ans präzisierten Fragen und Antworten besteht. Prälat K a a s hat seine Fragen noch heute an den Reichskanzler übermittelt Sie erstrecken sich auf die Stellung des Kabinetts zu den drei großen Fraaen der Verfassung, der Sozial - und derWirt- schaftspolitik. Unter den ersten Titel fällt z. B. die Frage, ob mit dem Staatsnotstand regiert werden soll, und ob die Reaierüng beabsichtige, in Preußen die verfassungsmäßige Grundlage wiederherzu st eilen. Zur Wirtschaftspolitik möchte das Zentrum erfahren, ob das Siedlungswerk mit Nachdruck in Angriff genommen, ob das Arbeitsmini sterium a b g e b a u f werden soll, ob Maßnahmen Oer Eindruck in London. London, 31. Ian. (WTB.-Funkspruch.) Die Aachricht von der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler nimmt das ungeteilte Interesse der Londoner Blätter in Anspruch. Die überraschend schnelle Entwickelung der innerpolitischen Lage Deutschlands in den letzten 24 Stunden wird in spaltenlangen Berichten geschildert. Meldungen über die Berliner Freudenkundgebungen am Montagabend sind von telegraphisch übermittelten Photographien begleitet. Heber die politische Bedeutung des Amtsantrittes begnügen sich die Blätter im allgemeinen mit der Feststellung, daß in den ersten Kundgebungen des Innenministers Dr. Frick beruhigende Zusicherungen abgegeben wurden, und drücken aus, daß die Teilnahme der Deutschnationalen einen beschwichtigenden Einfluß ausüben werde. „Daily Mail" erwartet eine stetige Fortführung des bisherigen Außenpolitik, wofür das Verbleiben des Freiherrn von Aeu- r a t h an der Spitze des auswärtigen Amtes als Gewähr bezeichnet wird. — „Daily Herold" nennt Freiherrn von Reurath einen der fähigsten Diplomaten des zeitgenössischen Deutschlands, dessen Ernennung stets freundschaftliche Beziehungen zwischen der deutschen Regierung und der Re- gegenüber der Vorlage. Außer diesen Provinzen und der preußischen Staatsregierung stimmten jedoch nur die beiden Lippe gegen die Arzneitaxe 1933, so daß diese mit 43 gegen 23 Stimmen angenommen wurde. Die Länder sollen aufgefordert werden, die neue Arzneitaxe mit dem 15. F e - bruar in Kraft zu setzen. gegen soziale Härten vorgesehen seien und ob die Reichsregierung die Unabdingbarkeit der Tarifverträge unbeanstandet lassen wolle. In den Verhandlungen des Zentrums mit dem Reichskanzler handelt es sich darum, zu klären, ob das Zentrum zu einer Tolerierung in der Form einer Ermächtigung an die Reichsregierung bereit ist. Für ein solches Ermächtigungsgesetz würde, da verfassungsändernde Maßnahmen nicht vorgesehen sind, die einfache Reichstagsmehrheit genügen. Das Zenttum will indessen Garantien erhalten, die geeignet wären, die bestehenden Bedenken gegen eine Ermächtigung an die Reichsregierung auszuräumen. Von der von Reichskanzler Hitler zugesagten Beantwortung der obigen Fragen will das Zentrum seine Haltung abhängig machen gierung des Landes, bei dem er beglaubigt war, herbeigeführt habe. „Times" betont, daß die auswärtigen Angelegenheiten und die Finanzen „in den geübten Händen erfahrener Minister" verbleiben, und unterstreicht, daß die neue Regierung den Versuch darstelle, die politische Erfahrung der konservativen Deutschnationalen mit der zahlenmäßigen Stärke, der Begeisterung und der Volkstümlichkeit der Nationalsozialisten zu verbinden. Beachtlich ist, daß die Berliner Korresponden- ten der meisten Blätter die innere Lage Deutschlands optimistisch beurteilen. So gibt „Aews Chronicle" der Meinung Ausdruck, daß keinerlei Gefahr eines Bürgerkrieges oder irgendwelcher Anruhen beständen und der Berliner Korrespondent der sonst durchaus ablehnenden „Morning Post" sagt, daß die Grundlage der neuen Regierung beträchtlich stabiler sei, als die ihrer beiden Vorgängerinnen; denn sie habe mindestens 40 v. H. der Ration hinter sich. Italienische Preffestimmen. Rom, 30. Jan. (TU.) Die neue Reichsregierung mit Hitler an der Spitze erreat in Italien größtes Aufsehen. Gajda schreibt im „G i o r n a 1 e d ' Ita - I i a": Was angesichts der neuen Regierung zuerst ins Auge fällt, sei der Triumph des neuen Deutschland. Deutschland kehre zu seinen nationalen Werten zurück, aber mit einem Regierungssystem, das dis neuen Strömungen und Bedürfnisse widerspiegele, und jener Revolution der Geister Ausdruck gebe, die sich überall auf der Welt vollziehe. Zwei Punkte seien besonders bemerkenswert: Die Lebenskraft der Hitlerpartei und der Zusammenschluß, der endlich zwischen all den gesunden Kräften zuftande- gekommen sei. Italien könne den Anttitt der neuen deutschen Regierung nur mit lebhafter Herzlichkeit begrüßen. „Öaooro Fascista" sagt, die vereinigte Regierung der Rechtsparteien bedeute das Ende des sozialdemokratischen Regiments für Deutschland und zugleich das Vorspiel zu jenem Dritten Reich, das seit zehn Jahren der Traum und die Hoffnung der jungen deutschen Generation gewesen sei. Heute ende tatsächlich die Existenz der Weimarer Verfassung. Jedesmal, wenn die Möglichkeit einer Hillerregierung nahegewesen sei, habe es außerhalb Italiens Leute gegeben, die vor einer Rückkehr des imperialistischen und militaristischen Vorkriegs- Deutschland Angst bekommen hätten. Die Italiener seien überzeugt, daß diese Aengste unbegründet seien. Pariser Betrachtungen. Paris, 31. Jan. (WTB. Funkspruch.) Das Kabinett Adolf Hitler wird hier im allgemeinen als eine schon lange fällige Entwicklung der deutschen Politik betrachtet und kann daher keinen Anlaß mehr zu einer besonderen Stimmungsmache bieten. Die Presse verhält sich daher ab* wartend, wobei gelegentlich in rechtsstehenden Blättern der Versuch einer innerpolitischen Auswertung der deutschen Vorgänge gemacht wird. Der „Petit P a r i s i e n" stellt fest, daß Hitler die Macht auf durchaus legalem Wege übernommen habe. Er konnte sich nichts besseres wünschen, wurde er doch als Reichskanzler vom Marschall Hindenburg unter der Patenschaft Pa- pens eingeletzt. — Der „Excelsior" betrachtet das Verbleiben des Herrn v Reurath im Auswärtigen Amt als einen Beweis für das Bestreben, die Empfindlichkeit der Mächte in Genf zu schonen. Deutschland werde morgen wie gestern seine Politik der Revision des Versailler Vertrages fortsehen. Darüber blieben sämtliche Parteien, abgesehen von einigen Verschiedenheiten in der Methode, einig. Man werde die neue Reichsregierung nach ihren Taten beurteilen müssen. — Das „Oeuvr e" nennt die ersten von der Regierung abgegebenen Erklärungen beruhigend, fragt aber, ob Hitler wirklich aufrichtig Wasser in seinen Wein gegossen habe und ob dann seine Anhänger bereit sein würden, sich mit diesem Getränk zu begnügen. — Das Wirtschaftsblatt ,,Iournee I n d u st r i e l l e" regt sich bei dem Gedanken auf, daß Hugenberg, der Industrie und Landwirtschaft unter einen Hut bringe, alle Muße haben werde, seine landwirtschaftliche Schuhpolitik, für die er bereits Papen gewonnen hatte, bis zum äußersten zu treiben. — Das Blatt Herves, die „V i c t o i r e" beneidet Deutschland um den gestrigen Tag. Deutschland sei glücklich zu Preisen. Cs sei am Ende des Leidensweges angelangt, den es seit 14 Jahren gegangen sei. Es werde durch Hitler gerettet werden, wie Italien durch Mussolini gerettet wurde. Dagegen sei Frankreich zu beklagen. Die große Kundgebung des Stahlhelms und der Äationalf ozialisteo Sitzend von links nach rechts: Goring; Reichskanzler Hitler; Vizekanzler v. Papen. — Stehend von links nach rechts: S e l d t e; Dr. G e r e k e; Graf Schwerin von Krosigk; Dr. Frick; General oo« Blomberg; Geheimrat Hugenberg. ■ M Oie Verhandlungen mit dem Zentrum. Rückfragen des Zentrums. — Oie Voraussetzungen für ein Ermächtigungsgesetz Was sagt man im Anstand zum Kabinett Hitler? rat nd race ln- ift. im ich al er die as eil zur ort m- u6 1U- rin ar. rde ian ICH bet des cm len eu- )ur uft üe- IPie nd- nie. 200 irb. )|tn JUS flt- I e r en- • f inten, Ar- ien, rge den nge sich len er- ttge "ch mit »eit rus rke, s- utn er- be- ier- um feit tal- 3c- lä- der iee- öa« für )iec der wei an- n-- i r * e n afften oei- öet- iad) irch ngs ibcc äige chen ab- ruck 'm ter- )er- unb ken. ach und .ild, Irab lens wm cm 3rz: mm. zu Ehren des Reichspräsidenten und des neuen Reichskanzlers findet in der Pariser Presse außerordentlich starke Beachtung. Die Blätter weisen darauf hin, daß man in Berlin seit den Augusttagen von 1914 eine derartige Massenbegeisterung nicht mehr gesehen habe. „Matin" schreibt u. a. das; der Borbeimarsch vor dem Präsidentenpalais und der Reichskanzlei einen erhebenden Eindruck von patriarchalischer Freiheit gemacht habe. Die Hände von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern hätten sich unter den Klängen des Deutschlandliedes wie ein Wald gen Himmel erhoben. Wenn man morgen in allen Blättern der Welt Bilder von der begeisterten Kundgebung sinden werde, werde man darin sicherlich die Lehre Hitlers wiederfinden, nach der das Gefühl ein wichtiger Bestandteil sei, um ein Volk zu regieren. „3ournal" bezeichnet die Begeisterung als geradezu übermenschlich. Auch er spricht von dem geschichtlichen Tag, der mit den Augu st tagen von ^^vergleichbar sei. Man habe den Eindruck gehabt, als ob die nach Tausenden zählende Menschenmenge sich plötzlich auf die Knie werfen werde, um dem Herrgott zu danken. Selbst die Polizei fei von der Begeisterung mitgerissen worden. Der „Petit Parisien" bezeichnet den 30. Januar als den Tag des nationalen Deutschlands, den Tag, an dem das nationale Deutschland die Führung des Landes aus den geschwächten Händen der linken und gemäßigten Parteien übernommen habe. Die Weimarer Zeit sei abgeschlossen. Ein neuer Abschnitt der deutschen Politik beginne. Amerikanisches Presseecho. Reuhork, 31.3an. (SU.) Die Bildung des neuen deutschen Kabinetts stellt in Amerika das Hauptereignis des Tages dar. Die Blätter nehmen in eingehenden Leitartikeln sämtlich zur neuen Lage Stellung. So bezeichnet die „H e r a l d Tribüne" die iy>ue Regierung als ein Rationalkabinett, während andere Blätter von einer reaktionären Minderheitskoalition, die lediglich aus Verfassungsfeinden bestehe, sprechen. Der Sieg der Rationalsozialisten sei theatralisch, der Sieg der Reaktion dagegen Überwältigend. Das Dritte Reich sei aber noch in weiter Ferne. Die „Re wyorkTimes" hegt gegenüber dem neuen Reichskabinett ebenfalls einige Befürchtungen, weil nunmehr dieses von einem Manne geleitet werde, der der Republik den Kampf angesagt habe. Das Blatt sieht jedoch in der starken Persönlichkeit Hindenburgs eine gewisse Garantie. 3m übriaen ist es aeneigt, weitere Ergebnisse des „gefährlichen Abenteuers", als das sich die Kabinettsbildung nach Ansicht des Blattes darsteltt, abzuwarten. Das Blatt schließt mit der Hoffnung, daß der deutsche Ordnungssinn den Fortbestand der Republik sichern werde. Hitlers Dank an dieNGOAp. Berlin, 31. 3an. (ERB.) Unter öerUebcr- schrift „Der Dank des Führers" veröffentlicht der „Dölk'.sche Beobachter" folgende Kundgebung des Reichskanzlers an die NSDAP.: ..Rationalsozialisten! Rationalsozialistinnen! Meine Parteigenossen und Genossinnen! Ein 14- jähriges, in der deutschen Geschichte wohl beispielloses politisches Ringen hat nunmehr zu einem großen politischen Erfolg geführt. Herr Reichspräsident v. Hindenburg ernannte mich, den Führer der nationalsozialistischen Bewegung, zum Kanzler des Deutschen Reiches. Rationale Verbände und Parteien schlossen sich zum gemeinsamen Kampfe für Deutschlands Wiederauferstehung zusammen. Die Ehre vor der deutschen Geschichte, nunmehr an diesem Werke führend teilnehmen zu dürfen, verdanke ich neben dem großherzigen Entschluß des Generalfeldmarschalls eurer Treue und Anhänglichkeit, meine Parteigenossen. Daß ihr mir in trüben Tagen genau so unerschütterlich gefolgt seid, wie in den Tagen des Glückes und treu geblieben seid nach schwersten Niederlagen, dem allein verdanken wir diesen Erfolg. Ungeheuer i st d i e Aufgabe, die vor uns liegt! Wir müssen sie lösen und wir werden sie lösen! An euch, meine Parteigenossen, richte ich nur die eine große Bitte: Gebt mir euer Vertrauen und eure Anhänglichkeit Irische Gtadie. Bon Franz Fromme Der deutsche Reisende, der Irland besucht, pflegt merst in G a l w a y zu landen, schon aus Gründen der Bequemlichkeit Seitdem der Norddeutsche Lloyd — im Jahre 1926 — seine Amerikadampfer diesen Hafen der irischen Westküste anlaufen läßt und die Hapag seinem Beispiel folgte, ist die Fahrt von Deutschland nach Irland zu einem angenehmen Aufenthalt auf großen Dampfern geworden, die einem die Durchrüttelung und den Ruß der Eisenbahnfahrt ersparen und uns die irische Küste zunächst in ihrer landschaftlichen Schönheit zeigen. In Galway tritt einem aber die Tragik des irischen Schicksals entgegen: Begünstigung durch die Natur, Zerrüttung durch die Geschichte. Galway ist einer der am günstigsten gelegenen Häfen Europas. Keine nordeuropälsche Stadt liegt Amerika so nahe. Aber welchen Verfalls wird man ansichtig, wenn man die Innenstadt betritt! In den grauen, engen Straßen stehen zwischen den Wohnungen traurige Ruinen aus neuer Zeit, Häuser ohne Dächer, Mauern, aus denen das Gras wächst, Fenster, aus denen trostlose Leere gähnt Nur wenige Schiffe sieht man im Hafen und auf der Reede. Einst, in der Blütezeit Spaniens, eine lebhafte Hafenstadt, ist Galway seit Jahrhunderten von der alten Höhe gesunken, eine Folge britischer Politik. Wenn der Luftverkehr zwischen Europa und Amerika regelmäßig wird, ist ein neuer Aufschwung für die Stadt zu hoffen. Freundlich im Grünen liegen feine Vororte, und wer sich noch eine Sommerfrische nach englischem Zuschnitt leisten kann, hat nicht weit nach den malerischen Küstenlandschasten von Connemara. Wer aber Land und Leute kennen lernen will und mit seinen Mitteln haushalten muß, der tut am besten, ostwärts nach Dublin zu fahren, billiger und genußreicher mit Autobussen als mit der Eisenbahn. Mehr noch als früher hat sich das Leben Irlands auf diese Hauptstadt verdichtet, Politik und Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, Sport und Vergnügen. Das Tempo ist gemäßigter als in deutschen Großstädten. Wohl lassen die Verkehrsmittel nichts zu wünschen übrig; die Elektrischen fahren häufig und rasch, und Autobusse gibt es in fast unübersehbarer Zahl; dabei ist das Fahren billig, schon für einen Penny (6 Pf.) kann man eine ansehnliche Teilstrecke zurücklegen. Aber der Pulsschlag des Lebens ist nicht so hastig wie bei uns. Er hat etwas von neapolitanischem , Dolce far niente". Liegt es am milden Golfstromklima, am eigenartigen Menschenschlag, in diesem neuen und großen Ringen genau so wie in der Vergangenheit, dann wird uns auch der Allmächtige seinen Segen zur Wiederaufrichtung eines Deutschen Reiches Der Ehre, der Freiheit und des sozialen Friedens nicht versagen . Berlin, 30. 3anuar 1933. (gez.) Adolf Hitler. Eine Kundgebung des ^eichsbundes Deutscher AngestelltenberusSverbände. Berlin, 31.3an. (SU.) Der Reich-, bund Deutscher Angestellten - Berufsverbände erläßt einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Die Spitzenorganisationen der sozialistischen, zentrümlichen und Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften haben eine gemeinsame Erklärung erlassen, welche die Reichsregierung beschimpft und mittelbar mit einer „Gesamtaktion" aller Gewerkscha.te r droht. Die nationalen Angestellten stehen nicht hinter den Gewerkschaftsführern um Leipart, Aufhäuser und Bechly, sondern hinter den Männern der neuen Reichsregierung hinter den Führern des nationalen Deutschlands. Wir erklären deshalb, daß wir mit ganzer Kraft für die neue Regierung Hitler- Hugenberg-Seldte eintreten werden. Wir erklären, daß wir in jedem unseren Gegner sehen müssen, der den traurigen Versuch macht, die Arbeit der neuen Reichsregierung zu stören. Erfolglose Generalstreikhehe im Ruhrgebiet. Essen, 31. 3an. (SU.) Die kommunisti - s ch e Presse des Ruhrgebietes veröffentlicht einen Aufruf der Bezirksleitung der KPD., in dem es u. a. heißt. Legt die Betriebe still! Antwortete sofort auf den Anschlag der faschistischen Staatsstreichler mit dem Streik, mit dem Massenstreik, mit dem General st reik! Auch in Flugblättern fordern die Kommunisten zum Generalstreik auf. Irgendwelche Auswirkungen der kommunistischen Generalstreikhetze und irgendwelche Unruhen besonderen Ausmaßes sind jedoch an keiner Stelle des Ruhrgebietes f e st z u st e l l e n. 3n Essen sind die für Mittwoch angekündigten kommunistischen Kundgebungen vom Polizeipräsidenten verboten worden. Die sozialdemokratische Presse des Ruhrgebiets erklärt zu der kommunistischen Generalstreikhetze u. a., die deutsche Arbeiterklasse werde den Parolen der KPD. nicht folgen. Das sei sicher. Sozialdemokratie und freie Gewerkschaften stünden auf der Wacht. Sie betrachten den Generalstreik nicht nach dem Muster der Kommunisten als eine billige politische Reklameangelegenheit. Für sie bleibe der Generalstreik ultima ratio. Kommunisten versuchten Dienstag morgen auf verschiedenen Zechenanlagen des Aachener Steinkohlenreviers die Belegschaftsmitglieder von der Arbeit fernzuhalten und sie zu einem Streik zu bewegen. Die Belegschaften sind jedoch mit einigen ganz wenigen Ausnahmen re ft los eingefahren. 3n Herzogenrath sperrten etwa 30 Kommunisten den Eingang der HerzogenratherGlaswerke und rer uch- ten, die Arbeiter von der Arbeit fernzuhalten. Landjägerei und Polizei mußte eingesetzt werden. Da die Demonstranten sich den Anordnungen der Beamten nicht fugen wollten, wurdenS hreckschüsse gegen sie abgegeben. Schließlich gingen die Beamten auch mit dem Gummiknüppel gegen die Demonstranten vor. Verletzt wurde niemand. Sechs Kommunisten wurden verhaftet. Die Belegschaft der Glaswerke ist vollzählig angetreten. Ernste Zusammenstöße in Breslau. Breslau, 31. 3cm. (WTB.) Zwischen Rationalsozialisten und Kommunisten kam es nach Demonstrationen zu Schlägereien. Zwei SA.-Leute wurden verletzt; drei Personen wurden festgenommen. Zu einem weiteren schweren Zusammenstoß kam es zwischen Kornmu nisten und Schutzpolizei. Mehrere Anhänger der KPD. hatten sich zusammengerottet. Zwischen den Demonstranten und dem Publikum kam es bald zu Auseinandersetzungen, wobei die Kommunisten eine Schaufensterscheibe Der Fackelzug der Berliner SA. und des Stahlhelms durch die Wilhelmstraße am Abend des 30. Januar. X ■ H., i • V MW zertrümmerten. 3n dem Bericht der Polizeipressestelle heißt es: „Da sich die Lage äußerst bedrohlich gestaltete, gaben die Polizeibeamten einige Schreckschüsse ab. Die Menge lief auseinander. Die Polizei ging über die Büttnerstraße nach der Rikolaistraße vor und säuberte diese Straßen. Als sich die Polizeibeamten auf der Rikolaistraße befanden, fielen hinter ihnen einige Schüsse. Rach Aussage von Zivilpersonen fielen diese Schüsse a us den Reihen der kommunistischen Demonstranten. Durch einen dieser Schüsse wurde der Steinrammer Waßner getötet. Der Schuß war in das Herz eingedrungen und hatte den sofortigen Tod herbeigeführt. Waßner ist nach Aussage von Zeugen im ADGB. organisiert." Das Echo in Bayern München, 31.3an. (ERB., Der „Bayerische Kurie r“, das Blatt der Bayerischen Volkspartei, schreibt zur Ernennung des Hitler- Kabinetts: Die Stellungnahme des Herrn Reichspräsidenten am 21. Rovember sei zu eindeutig und nachdrücklich gewesen, als daß heute die Meinung aufkommen könne, Hindenburg habe seine Auffassung geändert. Das Kabinett, das er am Montag berufen hat, kann nur ein parlamentarisches Mehrheitskabinett sein. Es bleibt zunächst abzuwarten, wie der neue Reichskanzler jene Erfordernisse erfülle, die ihm der Reichspräsident zur Voraussetzung der Betrauung machte. Es bleibe abzuwarten, ob er eine sichere parlamentarische Mehrheit gewinne und ob er imstande sei, dem Parlament wieder jene arbeitsfähige Mehrheit zu sichern, die die Bedingung für seine Berufung darstelle. Die „M ünchener Reuesten Nachrichten schreiben: Wir haben in den letzten Monaten einen beispiellosen Verfall der staatlichen Ordnung gesehen. Darf da eine andere Hoffnung in uns leben, als jene, daß es den neuen Männern gelingen möge, diese 2le r a abzuschließen? Als ein riesiger Berg liegt vor der neuen Regierung das größte wirtschaftliche Problem unserer Tage, die Arbeitslosigkeit, deren wirksame Bekämpfung keiner ihrer Vorgängerinnen möglich war. Das Kabinett Hitler wird sich dessen bewußt sein, daß nichts ihm so viel Vertrauen erwerben könnte wie Erfolge, die es hier zu erzielen vermöchte. Hier darf niemand ihm die tätige Mit- arbeit verweigern. 3m Kampf gegen Not und Hunger darf es keine Parteien geben. Hier muß gezeigt werden, ob der Kritik so vieler 3ahre ein besseres Können entspricht. Dann wird kein Deutscher ihm den Dank verweigern, den zu verdienen fein erstes Bestreben sein soll. Aus aller Welt. Theaterskandal in Elbing. 3n Elbing ereignete sich ein Theaterskandab« Es sollte die Reichswehrkomödie „Krach um Leutnant Blumenthal" von dem Elbinger Autor Alfred Herzog zur Aufführung kommen. Das Theaterpuvlikum behinderte die Aufführung. Als der Verfasser zu Beginn des Stückes vor dem Vorhang erschien, wurde er mit ohrenbetäubendem Pfeifen und 3 o h l e n empfangen. Der nationalsozialistische Gauorganisationsleiter Dargel verschaffte sich Gehör und erklärte, es sei ein SchandstuA das d i e Reichswehr herabwürdige. Als die Polizei ihn nm Reden hindern wollte, erklärte er weiter, daß die Pockzei die Ehre der Reichswehr in den Schmutz ziehe, wenn sie diese Aufführung zulasse. Auch vor dem Theater erhob sich ein wilder Tumult. Die Menge zerstreute sich erst, als die Theaterleitung das Versprechen' gab, daß das Stück nicht aufgeführt würde. verheerendes Großfeuer in der Oberpfalz. Ein Großfeuer hat in Waidhaus (Oberpfalz) vier Gehöfte vollkommen in Schutt und Ajche gelegt. Die Wohnhäuser, Scheunen und Nebengebäude sind sämtlich vernichtet. Auch die Scheune des Bürgermeisters Karl wurde ein Raub der Flammen. Als Ursache der Katastrophe wird Brandstiftung angenommen. Dem Brande ist auch ein Menschenleben zum Opfer gefallen. Der 23jährige unverheiratete Landwirtssohn Fuchs ist in einer Scheune verbrannt. Englischer Flieger tödlich abgestürzt. Der zur Kur in St. Moritz weilende englische Flieger R o d d, der über einem zugefrorenen See Kunstflüge ausführte, ist mit dem Schweizer Sportsmann S ch a e r als Passagier auf das Eis abge stürzt. Rodd ift tot, Schaer wurde schwer verletzt. Wegen Mordes zum Tode oerurteilt. Das Schwurgericht in Kiel verurteilte den Landarbeiter Pohl mann zum Tode und dauernder Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Verurteilte hatte einen Arbeitskollegen ermordet, offenbar, um sich dessen Papiere anzueignen. der Ire des Südens hat nicht den Bienenfleiß des Deutschen, nicht die Betriebsamkeit des Schweizers, nicht die Dollarsucht des Nordamerikaners. Gern gibt er sich einem beschaulichen Leben hin. Die große Zahl der Kirchen und Klöster legt Zeugnis Dafür ab. Zwei der ältesten und schönsten Gotteshäuser freilich, St. Patrick und Christ Church, noch aus dem Mittelalter, haben die Engländer den Katholiken vor wenigen Jahrhunderten weggenommen und für ihre protestantische Kirche, eingerichtet, die hier Church of Ireland heißt Aber so beschaulich einen das Dubliner Leben auch anmuten mag, mit den Männern, die an den Kais des Liffey stehen und plaudern, als wäre hier Santa Lucia, mit den unzähligen Kindern, die auf der Straße spielen — leicht kann sich die Szene ändern. Ein gewöhnlicher Bierwagen kommt gefahren, völlig leer, hält mitten auf einem Platz und wird plötzlich die Plattform für Volksredner und -rednerinnen, um die sich die Menge schart. Und da bricht aus diesem unbekümmerten Volk etwas hervor, das ihm der Fremde zunächst nicht ansieht: Haß, unbändiger Haß gegen England, den uralten Unterdrücker. Dieser Haß wird von alt und jung, hoch und niedrig geteilt. Da steht die junge Tochter des Arbeiterführers neben der greifen Schwester des Feldmarschalls Fr euch; beide predigen den Boykott britischer Waren: Kauft keine englischen Stoffe für eure Kleidung, kauft irische Erzeugnisse! Kauft lerne englischen Kohlen, kauft deutsche Kohlen! Geht in kein Kino, das noch englische Filme gibt, und euch das Bild des britischen Königs zeigt! Frauen haben in der irischen Freiheitsbewegung von jeher eine große Rolle gespielt. Ist man bei echten Iren zu Gast, so hört man oft, baßtie Hälfte aller Anwesenden wegen ihrer Ueberzeugung in den Stertern Englands und seiner Helfershelfer geschmachtet bat — besonders die Frauen. Sie haben nicht nur Reden gehalten und verbotene Schriften verteilt oder versteckt, sie haben in den ununterbrochenen Kämpfen von 1916 bis 1923 Waffen verborgen, Munition getragen und selbst auf den Barrikaden gekämpft. Eine der Führerinnen der Dubliner Ostererhebung (1916) war Constance Gore- Booth, eine angloirische Adlige, gewöhnlich nach ihrem Gatten die Gräfin Markiewicz genannt Sie wurde mit rauchendem Revolver von den Engländern gefangen genommen und wohl nur deswegen geschont, weil England um die Hinrichtung von Miß Cavell durch die Deutschen so viel Geschrei gemacht hatte und nun nicht gut dasselbe tun konnte, was es den Deutschen vorgeworfen hatte- eine Frau hinrichten! Bekanntlich genügt der Freistaat, den das britische Imperium 1922 den Iren zugestand, der Mehrheit des irischen Volkes noch nicht Die jetzige irische Regierung unter de Valero verweigert dem britischen Könige den Eid und den englischen Großgrundbesitzern die Jahreszahlungen, weil England dös irische Land einstmals den irischen Clans mit Gewalt weg- genommen hat. Der Kampf um die Freiheit, an den es in Dublin so viele (Erinnerungen in Wort und 'Bilö, in Sang und Sage gibt, wird heute mit wirt- ichoftlichen Waffen ausgetragen, mit Boykott und Zoll, überall in den 26 Grafschaften, aus denen der irische Freistaat besteht. Sechs irische Grafschaften im Nordosten aber gehören ja nicht dazu. Sie bilden einen Sonderstaat, der in engerer Verbindung mit England geblieben ift: wenn man die Grenze zwischen den beiden irischen Staatsgebilden überschreitet, findet eine Zoll- unö Paßrevision statt. Aber von diesen sechs Grafschaften Ulsters wünschen zwei den Anschluß an den Nischen Hauptstaat, weil sie wie dieser überwiegend katholisch sind. In den übrigen vier ist die Mehrheit protestantisch. B e l f a st, die Hauptstadt dieses britischen Son« derstaates, hat auch ein ganz anderes, moderneres, nüchterneres Gesicht als das beschauliche, poetische Dublin; es ist rasch gewachsen, von einem Dorfe zu einer Großstadt mit vielstöckigen Geschäftshäusern. Textilindustrie und Schiffbau häuften hier im Laufe eines Jahrhunderts fast eine halbe Million Menschen an, und während im südlichen Irland ein starker Kleinbürgerstand vermittelnd zwischen Wohlhabenden und Proletariern steht, sind hier in Belfast die Gegensätze zwischen arm und reich schroffer. Die Weltkrisis hat diese Stadt besonders hart getroffen. Die großen Werften, die einst Ozeanriesen wie d^e „Titanic" bauten, liegen still und suchen einen Rest von Arbeitern mit Reparaturen zu beschäftigen. Die Unzufriedenheit wächst und macht sich, wie im Oktober v. I., in Aus- und Aufständen stürmisch Ohne Zweifel würde sich die wirtschaftliche Lage Nordirlands bessern, wenn der natürliche Zusammenhang mit dem übrigen Irland nicht durch di- Zoll- und Staatsgrenze zwischen Nord und Süd zerschnitten würde. Aber die Protestanten, die in Nordirland die Mehrheit bilden, wollen nicht in die Minderheit kommen (was bei einem Aufgehen dieser sechs Grafschaften in den übrigen 26 geschehen würde). Auch würde Belfast, jetzt eine stolze Hauptstadt, die kürzlich von England mit dem Prachtbau des Regierungspalastes Stormont beschenkt wurde, sich dem älteren und berühmteren, aber minder bevölkerten Dublin wohl schwerlich unterordnen; es will Hauptstadt bleiben. Vor allem wird England nicht darein willigen, die beiden Teile Irlands zu einem unabhängigen Gesamistaat zusammenzuschließen. Es wird alles tun, was den nordischen Sondergeist in seiner Eigenart fördert, vor allem seinen Protestantismus, der vielleicht auch mit der mehr nordischen Rasse der eingewanderten Bevölkerung zusammenhängt. Zeitschriften. — 3m Februarheft von Westermanns Monatsheften würdigt ein Aufsatz von Wolfgang F o e r st e r die Verdienste des Generalfeldmarschalls und ehemaligen Chefs des Generalstabes Graf Schlieffen. Ueber Kartelle. Monopole und freie Konkurrenzwirtschaft schreibt Dr. Erich Carell. Prof. Dr. Max 3. Wolff behandelt das ungemein wichtige und zeitgemäße Thema „Siedlung und Aussiedlung". Unter verschiedenen anderen Abhandlungen heben wir besonders hervor „Rokoko auf der Straße" von Prof. Dr. Max Eisler, „Richard Wagners Sturmjahre" von Dr. Anton Mayer, „Träumereien vom Münchner Fasching" von Franz Langheinrich, dann die Humoreske „Der Barschkopf" von Tor- nius und die Novelle „Großvaters Bild" Don Gustav Halm. Auch auf den Artikel von Ismar Lachmann „Frauen auf wissenschaftlichen Lehrstühlen" möchten wir besonders aufmerksam machen. Oochscbulnacknchten. Professor Dr. Volhard, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik in granff urt am Main, ist von der Pariser Universität (Sorbonne) zum Dr. mcd. h. c. ernannt worden. Der dermatologische Lehrstuhl an der Universität Nostock wurde Professor Dr. Emil Zur Hel le von der holländischen Universität Groningen angeboten. Der Rostocker geographische Lehrstuhl wurde dem a. o. Professor Dr. Otto Jessen von der Universität Köln angeboten. Das Ordinariat für römisches und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Königsberg wurde dem Wiener Ordinarius' Professor Dr. Friedrich von Woeß angeboten. Aus der Provinzialhaupistadt. spenden für die Winternothitfe. •üon der Geschäftsstelle der Gießener Winternot- kitte werden mit. folgende weitere Spenden gemeldet: «enrkslpartaiie Gießen, Iohannesstraße. 300 RM. Soifer» Kasfeegeschäft ld. m. b. $)., Werfen Wb.) 4) Mund iReia (für Februar 1933), 50 Pakete Malz. Inffee (für Marz 1933). Kranz Bette, Gießen, Mäusburg 10, ein Poften Textilwaren als 3. Rate. "50Jahre Gartenbaubetrieb Moser, 'im 2. Februar kann die Firma Gartenbaubetrieb Wildelm Mofer (am Wiefecker Weg) auf ihr »Oiahriges Bestehen zurückblicken. Der Betrieb wurde von Valentin Mofer (zu ©cyenhofen in Baden geboren) dem nachdem er zehn Jahre lang die Firm, leitete,'der Tod das Werkzeug aus der Hand nahm. Rach feinem Tode im 'Jlouember 1893 ging das lKefchäft an die Witwe über, die es weitersüyrte, bis es im Jahre 1908 der Sohn Wilhelm Mofer übernahm. Wilhelm Mofer erweiterte den Belriev und brachte ihn auf ansehnliche Hohe; aber auch er konnte den Ehrentag des Jubiläums nicht erleben, denn er verstarb im Juni 1930. Die Gärtnerei wird nunmehr von der Witwe drs Verstorbenen, unter der Leitung ihres Sohnes Valentin Moser weiter- geführt und erfreut sich in unserer Stadt besten Ansehens. m v , " Senkung der Dab-Rauhetmer Bäberprcise. Wie die „Bab-Rauheimer Zei- tung" mitteilt, hat der zuständige hessische Minister eine Senlung der Bäberprcise In Bab-Rau- heim genehmigt. Die neue Regelung stellt insofern eine Aenderung dar, als nicht mehr ein Einheitspreis für sämtliche Bäder in Ansatz gebracht wird, sondern die einzelnen Bäderformen preislich abgestuft sind. '»Diel.Reichskur^schriftgesellschaft Babelsberger" und Damenabteilung e. V-, Gießen, hielt dieser Tage — wie man uns berichtet — ihre ordentliche Jahreshauptversammlung ab. Aus dem Verwaltungsbericht über das Jahr 1932 ist zu ersehen, daß auch die Kurzschrift- bewegung unter den schlechten ^eitverhältnissen schwer leidet. Trotzdem kann die Reichskurzfchriftge- sellschast auf die erzielten Erfolge und Leistungen ihrer Mitglieder stolz sein. Es wurden drei An- sängerlehrgänge, drei Fortbildung^., drei Redeschrift- drei Praktiker- und sieben Diktatkurse mit einer Gesamtzahl von 389 Teilnehmern durchgeführt. Was Vie Wettschreiben betrifft, so konnten sich die Mitglieder nur an dem Bezirkswettschreiben in Büdingen und an dem Verbandswettschreiben in Bingen beteiligen. Es wurden folgende Preise errungen: Im Schnellfchreiben 60 bis 260 Silben: 12 erste und Ehrenpreise, 52 erste, 17 zweite und 12 dritte Preise. Im Schon- und Richtigschreiben: 3 erste, 3 zweite und 2 dritte Preise. Die Handelskammer- (Geschäfts- stenographen ) Prüfung bestanden im Jahre 1932 zwei Mitglieder in der Abteilung 180 Silben, drei Mitglieder in der Abteilung 150 Silben. Die Vor ptüfung (120 Silben) legten sieben Mitglieder mit Erfolg ab. Die Gesamtzahl der Handelskammerae prüften ist damit auf 61 gestiegen. Das Mitglied Fiedel Balken bestand im Januar 1932 in Darrn siadt die staatliche Stenographielehrerprüfung. Die Reichskurzschriftgefellschaft verfügt nunmehr über neun staatlich geprüfte Kurzschriftlehrer. Die Ehren nadel des Vereins, die an Mitglieder, die sich um die Einheitskurzschrift Verdienste erworben und an solche, die die Handelskammerprüfung in 200 Silben und hoher abgelegt haben, verliehen wird, wurde im abgelausenen Jahr den Mitgliedern Karl Heß und August Siebert überreicht. Die Dorstandsmahl hatte folgendes Ergebnis: 1 Vorsitzender Alex * Karnbach, 2. Vorsitzender Andreas Merle, Rechner Karl Heß. 1. Schriftführer Georg Wahl, 2. Schriftführer Fritz Dorf ner, Bibliothekar Heinz Graf, Zeitungswart Johanna Bohl, Bei sttzer: K. H. K u h l, Ludwig G r a o e l i u s , August Siebert, Kurt Moosdors und Ilse Lehmann, Rechnungsprüfer: Friedrich von Hemmers, Wilhelm Keppler und Karl Pfeil. Ferner wurde ein „Werbeausschuh", bestehend aus den Mitgliedern: Johanna Bohl, Annemarie Steinberger, Rudolf Günther, Otto Wilhelm, August Schott, Otto W a h l und Alfred Bor m u t I) gewählt Da- nächste Vereinswett- schreiben findet im März in Gießen, das Bezirks- wettfchreiben in Hungen und der nächste Verbandstag in Friedberg statt. Amtsgericht Gießen. Zwei auswärtigen Viehhändlern waren durch Einspruch angefochtene Strafbefehle unter der Beschuldigung zugegangen, gegen 6 II. und 74 Z 3 des Viehseuchenaefetzes vom 26. Juni 1909 dadurch verstoßen zu haben, daß sie einer Anordnung des zuständigen Bezirksamts, wonach der Transport einer erkrankten Kuh nur nach einem bestimmten Helft der Wintern othitse! Ort, dem Wohnort des ursprünglichen Besitzers, erfolgen und diese nicht mit anderem Vieh in Berührung gebracht werden durfte, zuwiderhandelten, indem sie den Transport nach einem anderen Ort vornahmen. Diese Anordnung war in dem Aussuhrschein des Bezirksamts enthalten. Den Schein hat der eine Beschuldigte abholen lassen, er will ihn aber nicht gelesen haben, nachdem ihm auf telephonische Anfrage die Genehmigung zum Transport telephonisch erteilt worden sei: im übrigen habe er sich auf seinen Mitbeschuldigten, der beim Abtransport zugegen gewesen sei, verlassen. Diese Schuhbehauptungen konnten ihm nicht widerlegt und Borsah ihm demnach nicht nachgewiesen werden, so daß Freispruch aus subjektiven Gründen erfolgte. Sein Mitbeschuldigter hat den von ihm eingelegten Einspruch vor der Verhandlung zurückgezogen, so daß es bei der darin festgesetzten Geld st rase von 50Mk. verblieb. Gin nächtlicher Gast in einer hiesigen kleineren Wirtschaft vergriff sich an dem Wirt, der ihm Feierabend geboten hatte, indem er ihm mit seinem beschuhten Fuß mehrere Tritte versetzte und auf seine Frau mit einem Besenstiel einschlug. Der Wirt hatte sich die Roheiten des Beschuldigten, der anfing, das WirtShausinventar zu zerschlagen, nicht gefallen lassen wollen. Der rabiate Gast hatte bereits mehrere Gläser aus dem Fenster bin- ausgeworsen und eine ganze Anzahl Korb- und Branntweinflaschen zertrümmert. 3m Strafbefehlsverfahren erhielt er eine GefängniS- strafe von 2 Wochen. Gr legte Einspruch ein, zog es aber, wohl aus Furcht vor einer Erhöhung der Strafe, vor, in der anberaumten tauptverhandlung nicht zu erscheinen, so daß der inspruch des Beschuldigten, der schon ein duhendmal vorbestraft war, durch Urteil verworfen werden und es bei den 2 Wochen Gefängnis verbleiben mußte. Gin sehr oft, häufig auch wegen Bettelns vorbestrafter, von auswärts hieryergekommener erwerbsloser Bäcker wurde wiederum betroffen, al« er in der Bahnhofstraße unter erschwerenden Umständen bettelte. Er erhielt die hochstzulässige Haststrafe von 6 Wochen. Außerdem wurde auf korrektionelle Rachhaft erkannt und damit der Verwaltungsbehörde die Befugnis zugefprochen, den Berurteilten nach Verbüßung seiner Strafe bis zu zwei Jahren in einem Arbeitshaus unterzubringen. Es geschah dies u. o. in der Erwägung, daß heutzutage in derartigen Fällen auch die hochstzulässigen Geldstrafen faum geeignet find, die in erschreckendem Maße überhandnehmende Bettelei einzuschränken und die Bettler abzu- schrecken. Die Jagd im Februar. Der Februar gehört zu den stillsten Monaten des Iagdjahres. Ein Blick auf den Iagdkalender zeigt viele dunkle Felder: Hegezeit! Die 3agb aus Rot- und Damwild ging zu Ende. Rur in Hessen genießen Hirsch und Schaufler keinen Schuh. Doch der weidgerechte Jäger gewährt ihnen freiwillig das, was das Gesetz ihnen versagt. Statt der 3agd sorgt er durch Fütterung für sein Wild, wenn der Winter es notwendig machen sollte. Schwarzwild, das keine Schonzeit hat. kann bei Schneefall mit Aussicht aus Erfolg besagt werden. Das Rehwild hat bis jetzt noch keine Rot gelitten, wenn auch die Aussichten für das neue Jaadjahr angesichts des Fehlens jeglicher Mast noch unklar sind. Der Verlauf des Rachwinlers wird dann von ausschlaggebender Bedeutung fein. Der sorgende Heger erinnert sich der in jener Zeit besonders wichtigen Diätwirkung des Kochsalzes und frischt baldmöglichst seine Salzlecken auf, oder legt neue an. Der milde Verlauf der ersten Januarhälfte ließ schon die Rammelzeit der Hasen beginnen. Gs ist daher unter Umständen mit einem frühen Sehen zu rechnen, das dann in eine Zeit fiele, wo kaum Deckung draußen vorhanden ist. Wer seinem Wild wohl will, sorgt für Kurzhalten der Krähen und Elstern und spart nicht die geringen Unkosten für ein paar Wieselfallen. Die dadurch entstehenden Unkosten machen sich in erhöhtem Jagdertrag längst bezahlt. Die Hafenstrecken ließen in manchen Revieren sehr zu wünschen übrig. Es ist dies, abgesehen von durchaus unwirtschaftlicher Bejagung in manchen Revieren, bestimmt auf das Auftreten von Erkrankungen zurückzuführen, die durch den nassen Herbst ge- fordert wurden. Der Revierinhaber sollte sich daher über das Vorkommen von Fallwild unterrichten und dieses zur Untersuchung bringen, toenn es noch möglich ist. Sonst aber scharre man tief ein und verwittere die Stelle möglichst, damit Füchse, Krähen und Bussarde nicht die Erreger über größere Revierteile verschleppen. Entenjagd ist zu Ende. Den Rebhühnern schüttet der kluge Weidmann Abfall von Scheune und Heuboden an Stellen, wo das Wild vor Wetter und Feinden Schuh findet. Das für Hege dankbare Huhn wird es ihm im September lohnen. 8asa n e n Hennen dürfen nicht mehr geschofsen werden. Die Erfahrungen in gepflegten Revieren nnb so erfreulich, daß man rtur jedem Revierinhaber raten kann, sich an der Schonung der Fasanen zu beteiligen. Dann werden alle etwas davon haben, und es findet ein steter Ausgleich zwischen den Revieren statt. Der Februar ist der beste Monat zum Aussehen der bunten Vögel. In verschiedenen Revieren werden auch in diesem Jahre wieder teils durch den Verein „Hubertus" selbst, teils durch seine Mitglieder Fasanen ausgesetzt. Bei den stark gesenkten Bezugspreisen wäre es wünschenswert, wenn noch mehr Jäger und Revierinhaber sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenfänden und Fasanen bezögen. Der Fasanenhahn hat noch Schußzeit und kann da, wo eine Ueberzahl vorhanden ist, unbedenklich bejagt werden. Man rechnet auf einen Hahn sechs Hennen. 3m Februar seht der Rückzug unserer Zugvögel ein. Vertäust der Monat mild, dann zieht wohl mancher 3äger einmal gegen Monatsende hinaus in den abendlichen Wald, um zu sehen, ob der „Vogel mit dem langen Gesicht" noch nicht da ist. Besser wäre es, der Abschuß in jener Zeit unterbliebe. Denn die früh streichenden S ch n e v- s c n sind meist Lagerschnepsen, die bei uns brüten und schon auf den Eiern sitzen, wenn her Durchzug der Waldschnepfe richtig im Gang ist. Das R a u b w i l d steht, außer dem Dachs, in der Roll- und Ranzzeit. Schnee erleichtert die 3agd des roten Freibeuters, oder den Fang von Jltl« und Hermelin. Die Schonzeit des Dachse-, der nun wirst, beginnt in Hessen am 16. Februar. Dem Jagdschutz ist unausgesetzt größte Aus- merksamkeit zu schenken. Vor allem wende man sich im kommenden Monat zum Schuhe des Jungwildes mit aller Energie gegen das rücksichtslose Herumlaufenlassen von Hunden auf. dem Feld. Wenn schon der Artikel 33 des „Hessischen 3agb* strafgeseyes" dem Jäger gewisse Vorschriften über bie Benutzung seines Hundes während der „allgemeinen Hegezeit" (1. Februar bis 31. August) macht, bann muß erst recht gegen baS gesetzwidrige Verhalten vieler nichtjagdberechtigter Hundebesiher eingeschritten werden. Hunde müssen außerhalb erlaubter Verbindungswege, also Wege, bie Ortschaften ober Gehöfte im üblichen Verkehr miteinanber Derbinben, an her Leine geführt werben. Wer zuwiberhanbelr. macht sich strafbar. Das Gesetz gibt damit dem Jäger eine wirksame Handhabe, sich gegen Schädigungen durch rücksichtslose Menschen zu schützen, während er dem jagenden, unbeaufsichtigten Hund gegenüber zur Selbsthilfe schreiten wird. Hubertus. König, Kriegsmann, Herkules... Zum 200. Todestage Augusts des Starken am -1. Februar. Don Maximilian pallanca. IV. Reue Kämpfe.. letzte Feste .. Der verlorene Krieg ließ nicht nur das Land Sachsen, sondern auch den Kurfürsten selbst in schlimmer sinanzieller Bedrängnis zurück. Ihnen zu begegnen, schrieb August der Starke zunächst einmal wieder neue Steuern auS, die allenthalben ein wildeS Klagen erregten, deren ®in- tünftc er aber meistens in die eigene Tasche steckte ober zur Reusormation unb Verstärkung seines Heeres benutzte. Trotz aller Fehlschläge unb Enttäuschungen stumpfte sich bie ans Wun- berbare grenzenbe Lebenskraft bicseS Herrschers nicht ab — er saß gleichsam ewig aus der Lauer nach neuen Betätigungen, jagte geradezu nach einem ununterbrochenen AuSleven seiner angeborenen Aktivität. Rach dem Frieden von Alt-Ranstäbt schickte er unter bem Oberbefehl deS Generals S ch u l c n b u r g ein au« 9000 Sachfen bestehende- Heer dem Kaiser nach den Rieder- lanben zu Hilfe, gleichzeitig lüftete eS ihn nach weiterer persönlicher kriegerischer Betätigung, welche Gelüste ihn veranlaßten, sozusagen al« Volontär, als passionierter Liebhaber von Kri§as- tänzen unter dem Prinzen Eugen an der Eroberung von Lille teilzunebmen. Ueber dem allen vergaß er keineswegs sein Königreich Polen. Während der abenteuerliche Schwedenkönig KarlXll. in Rußland kämpfte, ging er energisch an die Wiedergewinnung der polnischen Krone. Gr verband sich von neuem mit hem' Dänenkönig, bann ereilte ihn bie Rachricht von der vernichtenden Riederlage des Schweden bei Poltawa am 8. Juli 1709. Unmittelbar darauf jagte er nach Polen, um den Räuber feiner Krone — wie er ihn nannte — um Stanislaus Leszczynfki zu bestrafen unb zu verjagen. Diese Verjagung gelang ihm, her Papst sprach ihn sogar von seinem Eid, der seinen Verzicht auf Polens Krone festfehle, loS, aber wirklicher Herr von Polen ward er keineswegs, wie bie Folgezeit erweisen sollte. Immerhin zog er zunächst einmal mit all bem Pomp, her ihm Le- ben-bedürsnis war, in Thorn ein, erneuerte hier fein BünbniS mit Rußland, dann begann der Krieg von neuem. Mit 20 000 Sachfen, Polen und Russen brach August in Pommern ein unb belagerte im Verein mit ben Dänen Stralsund, wurde jedoch von dem schwedischen General Steen- b o cf nach Mecklenburg zurückgeworfen. Erst im Jahre 1713 gelang ihm ein Handstreich, nämlich die Eroberung vonStettin, aber danach erschien Karl XII. wie der Blitz aus heiterem Himmel von neuem in den Landen südlich der Ostsee, und gleichzeitig hatte sich in Polen während der Abwesenheit Augusts die Partei de« Gegenkönig« LeSzczynski Derart verstärkt, daß c« zu einer offenen Verschwörung gegen den Sachsen kam, der sogar die polnische Kronarmee beitrat, so daß abermals alles für immer verloren schien. Zwei Jahre wütete in Polen der Bürgerkrieg, der Kampf zwischen der Sachsen- und der Leszczhn- ski-Partei, bi« August versprach, fortan in Polen nie mehr als 17 000 Mann Truppen zu halten, über die keineswegs er, sondern der Reichstag zu verfügen haben falle .... das heißt: er verzichtete klar und deutlich auf jeglicherlei absolutistische Ambitionen. Abermals zwei Jahre später kam cs zu Stockholm endlich zu einem Waffen- st i 11 st a n d mit den Schweden, deS Inhalts, daß beide Teile auf alle Ansprüche zu verzichten hätten: Schweden erkannte gleichzeitig August als den wahren König von Polen an, August selbst jedoch wurde auferlegt, dem Gegenkönig sozusagen als Abfindung eine Million Taler zu zahlen und zu dulden, daß jener wenigstens den Titel eines Königs weiterführe. Dieser Waffenstillstand wurde erst zehn Jahre nach seinem Abschluß in einen förmlichen Frieden umgewandelt. Friede... Aber August der Starke gab für fich unb fein Haus keine Ruhe. Mit allen Mächten knüvste er Verhandlungen an, um ben polnischen Königsthron für bas Hau« "Wettin erblich zu machen. Um die AuSfichten seines Sohnes auf die Krone zu festigen, bewog er diesen, gleich ihm zur katholischen Kirche überzutreten, iva« einen Sturm der Entrüstung uno der Furcht vor allgemeinem Zwang zu gleicher Konversion in Lachsen hervorrief. Daneben spukte immer noch der Traum von her deutschen Kaiserkrone für das Hau« Wettin. Der Erfüllung diese« Traumes näherzukommen, verheiratete er ben Kurprinzen Friedrich August mit der ältesten Tochter des Kaiser« Joses 1., der Erzherzogin Maria Josepha. Die in Dresden ftattfinbenbe Hochzeit verschlang ein Vermögen: ganz Europa staunte und raunte ob der Wunderdinge, die damals. im Jahre 1719, her sächsische Hof seinen Gästen an Festlichkeiten Darbet, obschon in manchen LandeSteilen Rot unb Hunger den Tag, die Stunbe regierte ... Immer beutlicher zu machen, hast seine gesamte Politik im Grunde eine Hauspolitik sei. bedacht auf Den Ruhm unb die Macht der Wettiner und derer, Die feinem Herzen persönlich nahe (tauben. versuchte er, seinem illegitimen Sohn, hem »M a r f a) a 11 von Sachse n" , Moritz, das Herzogtum Kurland zu verschaffen, erreichte es sogar, daß dieser zu Grodno einstimmig gewählt wurde. Kriegsdrohung der eifersüchtigen Rach- bardynastien zwangen ihn jedoch, später diese Wahl zu annullieren unb Moritz förmlich zu ächten... Man sieht: nicht- von dem, was August der Starke sich erträumte ober al« reale Ausgabe angriff, glückte ihm: seine Politik so gut wie die au« ihr resultierenden Kriege brachten Fehlschlag aus Fehlschlag. Dennoch ist seine Regierung für Sachsen und für Deutschland nicht ohne positive Folgen geblieben: e« wird noch davon zu sprechen (ein. Die glanzvolle Stellung, di, Sachsen und Der Dresdener Hos zur Zeit Augusts dcS Starken in Europa einnahm trotz aller Demütigungen, hat das Land allerhing« schwere O p s e r gekostet. Die Prachtliebe de« Kursürsten- Königs, die Kriege, Die zahllosen (Beliebten, mit denen er in-gesamt 3 5 2 Kinder gezeugt haben soll, unb bie erpresserische Rassgier der vielen Günstlinge, von benen zum Beispiel Flemming allein bei seinem Tode ein 'Vermögen von 16 Millionen Talern hinterließ, dessen Hälfte aller- hing« August sosort der Witwe wieder entriß — Da« alle« verschlang viel Wohlstand he« Landes. Der König konnte dagegen nur eine« zur Verteidigung anführen „Auch Ich habe mich nicht geschont .. Und baS hat er wahrlich nicht getan . .. Mehr unb Heber noch al« her Frau Venu« hat dieser Fürst mit dem bärenstarken Körper, dieser deutsche Herkules dem Gotte Bacchus geopfert, hat sich oft Rächt für Rächt Im Kreise wilder Gesellen berauscht, am frühen Morgen aber diese Berauschung schon wieder überwunden. Derartige „Debauchen", wie man solche Lebensführung damals nannte, vermochten es allerdings, selbst einen Herkules zu fällen — selbst wenn man, ein besondere« Paradestück, einen Trompeter angeblich auf Der Nachen Hand mühelos zum Fenster herauszuhalten vermag, kommt einmal die Stunde, da Der vergewaltigte Körper nicht mehr mitmacht. Im Jahre 1727 erkrankte August während einer Reise an einer Entzündung he« linken Schenkels: die große 3ebe ging in Brand über unb mußte amputiert werden. Man bat ihn, sich fortan zu schonen - er schlug alle Warnungen in den Wind, jagte von Fest zu Fest, von (Belage zu Gelage, bi-, als er 6 Jahre später zu Warschau weilte, der alte Schaden am linken Schenkel erneut ausbrach und sich jeder Heilung versagte, weil der allzu wild vergewaltigte Körper plötzlich keine Krastreserven mehr bergab. Der Brand kam hinzu, unb am frühen Morgen De« 1. Februar 1733, vor nunmehr zwei Jahr- bunberten, verschieb ruhig unb klaglos August her Starke ... Kurfürst, König, Kriegsmann, Herkule« ... (Schluß folgt.) Buntes Allerlei. Oer Lärm von London. Der Straßenlärm von London ist jetzt von Jn- aenleuren mit Hilfe eines fahrbaren 'Apparaten chftematifch ausgenommen worden Der Apparat ist so fein, daß er sogar das Geräusch registriert, das unser Atem hervorbriiigt. Der Zweck dieser Inter essanten Beobachtungen ist in erster Linie dcr, die ruhigsten Stellen in der Großstadt sestzustellen, damit sie zur Errichtung von Wohnhäusern bevorzugt lucrben können. Außerdem ist es aber überhaupt für den Baumeister wichtig, den Grad des Lärmes zu missen, der an einer Baustelle im Durchschnitt vorhanden ist, um Schutzvorrichtungen für das Ge bciude in entsprechendem '-Blaße vorzusehen. Man will auch damit die Unterlagen gewinnen, um den Lärm besser zu betämpfen, der nach einer ungefähren Schatzung Britannien im Jahr eine Milliarde Mark kosten soll. Das Ergebnis war, daß London ini allgemeinen ruhiger ist als Reuyork Die geränsch vollsten Stellen, die man aufnahm, hatten nach der allgemein anerkannten Lärmeinheit, dem Dezibel, durchschnittlich h3 Dezibel auszuweisen. Die Wohn viertel des Westen ■ mären natürlich viel ruhiger als die belebten Berkehrsstraßen der Eity. Im Re- gents Park wurde eine v-rhältnismäßig friedliche Stille mit 48 Dezibel festgestellt Zum Vergleich fei angeführt, daß der Härm eines Straßenbahnwagens 87 Dezibel betrug und das Gebell eines Hundes mit 63 Dezibel aufgezeichnet wurde. Der Lärm ist für das menschliche Ohr um so unerträglicher und schädlicher, je höher die Töne sind. Abenteuer wie imFilm. Daß sich eine Französin nicht so ungestraft nach der berühmten englischen „Eheschmiede' von Gretna Green entfuhren lassen kann wie bie englischen jungen Damen, bas zeigt eine Geschichte. bie mit Der Rückkehr her Tochter ins Elternhaus unb her Verhaftung beS Entführers enbete. Gin früherer österreichischer Offizier, elegante Erscheinung unb vortrefflicher Tänzer, hatte in ben besten Pariser Gesellschaftskreisen Zutritt gefunben, unb er eroberte (ich baS Herz einer 17jährigen Pariserin, bereu Eltern (ehr reich unb ange(ehen (inb. Eines schönen Morgens kam Die junge Dame von einem AuSgang nicht wieder, unb vergeben« forschten die Eltern nach ihrem Verbleiben. Die romantische Kleine war unterbeffen von Dem österreichischen Don Juan im Flugzeug entführt worbe» Der mit ihr nach Gretna Green eilte, wo Der SchmieD die beiden als Paar zusammengab. Die romantische Liebesgeschichte endete nämlich, wie viele Derartige Abenteuer, Damit, baß bem Entführer bas Geld, auSging. Rachbem er Die Juwelen seiner jungen Frau in Manchester versetzt holte unb auch Diese« GelD verbraucht in ar, ließ et st an, Die Eltern telegraphieren. Der Vater erfuhr erst dadurch von Dem Aufenthalt seines KinDes unD bewirkte Durch den französischen Konsul und Die Polizei bie Rücksendung seiner Tochter Rach französischem Gesetz war sie gar nicht verheiratet Als her Oesterreicher nach Paris zurückkam, wurde er wegen Entführung einer Mini haftet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) B. in )k. Ein eiserner Ofen, der transportabel >,! also mit Leichtigkeit von einem Zimmer in ein anderes versetzt werden kann, ist nicht als Bestand teil eines Grundstücks anzusehen, denn nach § 9 > dec» 'Bürgerlichen Gesetzbuchs gehören zu den Bestandteilen eines Grundstücks solche Sachen nicht, die nur zu einem vorübergehenden Zwecke mit dem Grund und Boden verbunden und ebensowenig Sachen, bu1 nur zu einem vorübergehenden Zwecke in ein Ge bciude eingefügt sind. In manchen Gegenden, 1. B im Rheinland, ist es sogar üblich, daß der Mieter seine Defcn selbst mitbringt und bei einem Auszug wieder entfernt, wobei die Festigkeit der bisherigen 'Verbindung feine Rolle spielt. Sprechstunden dcr Redaktion. 11.30 bi, 12.30 Uhr, 16 bie 17 Uhr. Samelag nachmittag geschlossen. rat nb M- ei tatst, um ich aS er stie dl ort m* uS in* ein ar. rhe (an zen ber De« rig em len cu* wt uß >ic- ter Die nb- nn, nie. 200 irb. )(en IUI ge. ier ,'EN- Unten, Ar. )en, ■rge ilcn nge teil erlitte nch mit oelt tuS rke, «- um erbe- ter* um leit tolle«* DaS für )ler her wel an* nS- »r - e n af- Ifen oel» äet- iad) ii ch "gS iber chen ab* gern sich ter* )er- unb fen. *ad> unb tilb, trab lens cm mm. SJ.-fpor/ Gießener Eishockeyspieler in Kastel. _ Am Sonntag kam endlich eine schon seit zwei -Jahren geplante Fahrt der Eishockeymannschaft nach Kassel zustande. Gleichzeitig wellte bei: Frankfurter Tennisklub 1914 dort, so daß jede Mannschaft zwei Spiele hatte. Um die Mittagszeit stieg das Spiel gegen den Wintersportverein Kassel-Wilhelmshöhe. Die Giehener waren im Feld'piel in sehr guter Verfassung und drängten in allen Spictaritteln ständig vor das Kasseler Tor. Alle Nah- und gut placierten Fernschüsse scheiterten aber an dem sicher arbeitenden Torhüter. So war den Gießenern noch nicht einmal das Ehrentor vergönnt. Die Kasseler dagegen hatten bei einigen leichten Durchbrüchen Erfolg, da der Gießener Torhüter mal einen schlechten Tag hatte. So konnte Kassel mit 4:0 sich für die Niederlage vor 14 Togen in Gießen rächen. 3n dem Spiel gegen die Frankfurter war eigentlich nicht auf Sieg gerechnet worden, sondern man wollte nur einige Ehrentreffcr erzielen. Wider Erwarten klappte aber bei Gießen die Zusammenarbeit gut, auch der Torhüter lief zur alten Form auf. und so gelang es, das Spiel in allen Dritteln offen zu halten. Das sehr flott durchgeführte Spiel endete mit einen Unentschieden 1:1 (1:0, 0:1, 0:0). » Der Giehener Eisverein kann trotz oer einen Niederlage mit der Mannschaft zufrieden sein. Zeigte sich doch in beiden Spielen, daß sich das Zusammenspiel und die Einzeltechnik langsam zu einer wettkampfsähigen Form entwickelt hat, was auf Rechnung der zahlreichen Eistage in diesem Winter geht. Bei größerer Wettspielgelegenheit dürfte die Mannschaft bald mit den spielstärkeren Frankfurter Mannschaften ins Rennen gehen können. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II — Ettingshausen I. 1900s Reserven dürften kampflos zu den Punkten kommen, da die Gegner am Samstagnachmittag verzichteten. 1900 III — Niederweisel I 2:0 (0:0). Für die Gießener galt es, die im Borspiel erlittene 11:0°Niederlage wettzumachen, was auch gelang. Der Sieg ist aber mit 2:0 noch recht mager ausgefallen, denn es bestand die Möglichkeit. ebenfalls zu einem recht ansehnlichen hohen Sieg zu kommen. Durch Treffer von Rohn und Weihrauch stellten nach der Pause die Dlauwei- ßen den verdienten Sieg sicher. Das vorgesehene Spiel der 4. Mannschaft gegen Krofdorf gelangte nicht zum Austrag. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Tv. Launsbach I — OLE. Gießen 8:4 (3:3). Zu einem rückständigen Gesellschaftsspiel hatte am Sonntag Launsbach die 1. Mannschaft des Olympischen Sport-Clubs von Gießen zu Gast. Nachdem das Dorspiel seinerzeit schon von den Einheimischen gewonnen wurde, war auch die Mannschaft in diesem Spiel die stets etwas bessere Partei. 3n der ersten Hälfte wollte es bei den Plahbesihern noch nicht so recht klappen, zumal auch die Gäste in dieser Zeit eine ausgeglichene Partie lieferten. Mit je 3 Toren auf beiden Seiten wurde gewechselt und daS Spiel nach der Pause im unverminderten Tempo weitergeführt. Die Plahbesiher wurden nun immer besser und verstanden sich im Sturm nunmehr ausgezeichnet, während die Gießener nachließen. Die Gäste erzielten nur noch einen Erfolg, dem die Platzelf noch 5 Treffer entgegensetzen konnte. Gut waren auf beiden Seiten die Torleute. Tischtennis im OHV. Gymnasium — DHD. 4:5. 21 m Sonntag trugen die beiden Mannschaften ein Turnier aus, aus dem die Spieler des DHB. als knapper Sieger hervorgingen. (Die Unterprima jeweils zuerst genannt.) Einzelspiele Gros — Götz 21:10, 24:22, 24:22; Rodriguez — Reichel 7:21, 15:21, 8:21; Wertheim — Beppler 21:10, 21:14, 21:12; Knauß — Hopfner 22:24, 21:17, 8:21, 23:21, 21:16; Lenzer — Hopfner 21:18, 15:21, 21:18, 18:21, 16:21; Brams gegen Fischer 14:21, 7:21, 13:21. Doppel: Lenzer-Gros — Reichel-Götz 21:5, 15:21, 18:21, 13:21; Rodriguez-Wertheim—Fischer- Höpfer 21:17, 21:14, 18:21, 21:14; Knauß-Brams gegen Fischer-Beppler 13:21, 18:21, 17:21. Großer Preis der Republik. Die Sonntagabend-Veranstaltung des Berliner Reitturniers brachte die Fortsetzung des Großen Preises der Republik. 46 Pferde gingen noch über I den schweren Kurs. Mit der Schweizerin Primula und dem Iren Irelands Own unter Capt. Ahern kamen noch zwei weitere Ausländer in die Ent- I scheidung. Weiterhin waren am Abend noch Bajazzo (v. Sydow), Baccarat (Oblt. Momm), Blatter (G. Freese) und Großfürst (Gblt. v. Salviati) fehlerlos gesprungen. Größte Spannung lag über der Arena, als nach dem Erhöhen der Hindernisse der erste Reiter in der Bahn erschien. Wie schwierig der Parcours geworden war, zeigt am besten, daß nur Nanuk, Baccarat, Großfürst und Bajazzo wiederum alles fehlerlos sprangen. Nochmals wurden die Sprünge erhöht. Die Pferde warteten abermals mit großartigen Leistungen auf. nur Großfürst schied aus. und beim dritten Stechen scheiterte Baccarat. Frau von Opel und Herr v. Sydow einigten sich schließlich, um den Pferden ein nochmaliges Stechen zu ersparen und teilten sich in den Sieg. * Leutnant Brandt siegt auf Balmung. Einen deutschen Sieg gab es am Montag im internationalen Berliner Reitturnier. Lt. Brandt erzielte auf Balmung im Glücks-Jagdspringen die schnellste Zeit mit 130,4 Sekunden und bewältigte außerdem den Parcours noch fehlerlos, so daß ihm der erste Preis zuerkannt wurde. Dichtauf folgten Eglh mit 131 Sekunden, Frede- ricus mit 135,4 Sekunden und Edelfräulein mit 135(8 Sekunden. - Am Dienstagnachmittag kam der erste Teil des Prinz-Friedrich-Sigismund- Erinnerungspreises. ein Jagdspringen der ganz schweren Klasse, zur Durchführung. Diese Konkurrenz erstreckt sich über zwei Tage. Am ersten Tage blieben von den 98 Teilnehmern nur fünf fehlerlos. Karl Schäfer vor Ernst Baier. Die Europameisterschaften im Eiskunstläufen. Die Europameisterschaft im Eiskunstläufen der Herren wurde am Montag in London entschieden. Erwartungsgemäß verteidigte der Wiener Weltmeister und Olympiasieger Karl Schäfer seinen Titel mit Erfolg. Er war ollen seinen Konkurrenten klar überlegen. Sicherer Zweiter wurde der deutsche Meister Ernst Baier (Berlin) vor dem Wiener Erdös. — ym Paarlaufen gab es einen zweiten österreichischen Sieg. Meister wurden hier Frl. P a p e tz - Z w a ck vor ihren Landsleuten Frau Gaillard-Petter. Hervorragende Besetzung der ZZS.-Wettkämpfe. Die FIS.-Wettkämpfe haben in diesem Jahre eine ganz hervorragende Besetzung gefunden und können mit Recht als „Weltmeisterschaften" im Skilaufen bezeichnet werden. Die Wettkämpfe beginnen am 6. Februar in Innsbruck mit dem Sonderabfahrtslauf, dann folgen am 7. Februar der 40-Kilometer-Stafsellauf für Vierer-Länder- mannschaften, am 8. Februar der Abfahrtslauf für Damen und Herren über etwa 5 Kilometer, am 9. Februar der Slalomlauf der Herren, am 10. Februar der 18-Kilometer-Langlauf und der Slalomlauf der Damen, am 11. Februar der Sprunglauf, am 12. Februar der Sonder-Sprunglauf auf der Berg-Isel-Schanze und als Ab- schluh am 13. Februar der 50-Kilometer-Dauer-- lauf. Bei der Auslosung für den 18-Kilometer-Lang- lauf schnitten die deutschen Teilnehmer recht günstig ab. Die Fährte muh der Schweizer Kaufmann als erster spuren, während der Sachsenmeister Scherbaum als neunter die Deutschen anführt. Als erster von 74 Teilnehmern geht der Tscheche Novak auf die Strecke zum 50°Kilometer°Dauerlauf. Auch hier haben die deutschen Bewerber recht gute Mittelplätze erhalten. Arbeiter Tum- und Sportbund. Bornheim I — Naunheim I 3:1. Zum ersten Spiel der Nachrunde um die Kreismeisterschaft mußte Naunheim am vergangenen Sonntag in Bornheim mit Ersah antreten. Allgemein hatte man mit einem Siege der Gäste gerechnet; die Mannschaft enttäuschte aber sehr. Bornheim dagegen war ausgezeichnet. Zwar begann das Spiel sehr vielversprechend für Naunheim, dann aber wurden die Gastgeber besserund stellten bis Halbheit dem Naunheimer Führungstreffer den Ausgleich entgegen. Nach Seitenwechsel übernahm Bornheim die Führung. Wohl wurde dann Naunheim wieder etwas überlegen, konnte jedoch bei der guten Abwehr des Gegners zu keinem Erfolge kommen. Die Bornheimer schossen noch ein drittes Tor. Ditzenbach I. gegen Dockenheim I. 2:0. Gießen I — Grohen-Buseck I 1:2. Beide Mannschaften, mit Ersah, lieferten sich ein ansprechendes Spiel. Die Gäste boten den Plahbesihern in der ersten Halbzeit eine völlig gleichwertige Leistung. Bis Halbzeit gelang es keiner Partei zu einem Erfolge zu kommen. Nach Seitenwechsel legten die Gäste zwei Tore vor. Dann ging Gießen mächtig aus sich heraus und drängte die Gäste zurück, konnte aber bei der ballsicheren Verteidigung der Gäste zu keinem Er- folge kommen, bis ihnen die Verteidigung durch Selbsttor zum einzigen Tore verhalf. wehlar I — Wieseck (komb.) 3:3. Wieseck war mit einer kombinierten Elf in Wehlar zum Freundschaftsrückspiel zu Gast. Die Platz- besitzer stellten eine flinke Mannschaft, die den Gästen ein völlig gleichwertiges Spiel lieferten. In flottem, fairem Kampf gelang es jeder Partei, drei Tore zu erzielen, so daß sich die Mann-* schäften mit dem dem Spielverlauf entsprechenden Llnentschieden trennten. — Vorher: Wetzlar ll gegen Wieseck II 4:1. Naunheim II — Lollar I 1:2. Zum letzten Spiel um die Bezirksmeisterschaft der 1. Bezirksklasse war Lollar in Naunheim zu Gast. Wohl hatte das Spiel selbst keinen Einfluß mehr auf die Meisterschaft, wurde aber trotzdem als scharser Punktekampf ausgetragen. Beide Torhüter wehrten öfters mit viel Glück ab. Nach fehir aufgeregtem Spiele gelang es den Lollarern mit 2:1 Toren als glückliche Sieger das Feld zu verlassen. Kurze Sporinoiizen. Das Münchner Gastspiel der amerikanischen Eishockeymannschaft Massachusetts Rangers gegen den deutschen Meister SC. Rießersee endete mit einem 2:0-Siege der Amerikaner. * 3 n ihre Heimat zurückgekehrt sind die kanadischen Eishockeyspieler der Edmonton Superiors. Sie haben in Europa insgesamt 37 Spiele ausgetragen, davon 33 gewonnen, drei unentschieden gespielt, nur eins verloren und ein Gesarnttoroer- hältnis von 179:33 erzielt. * Der Europa-Automobilbergmeister Hans Stuck wird auch in diesem Jahre wieder auf einem Mercedes-Benz-„88K"Modell die großen Rennen bestreiten. Arbeitsdienstlager in Alsfeld. tH Alsfeld, 31. Jan. Nachdem auf Grund der neuesten Richtlinien über den freiwilligen Arbeitsdienst dieser hauptsächlich für größere Arbeitsprojekte in geschlossenen Arbeitslagern durchgeführt werden soll, besteht auch hier die Absicht, ein Arbeitslager einzurichten. Die Vorarbeiten hierzu sind im Gange. Da außer Arbeiten, welche die Stadt Alsfeld auszuführen beabsichtigt, auch noch Arbeiten der Forstämter Alsfeld und Eudorf, sowie der von angrenzenden Gemeinden in Betracht kommen, soll eine- Ar - beitsgemeins ch a ft unter dem Vorsitz der Bürgermeisterei Alsfeld gebildet werden. Als Träger der Arbeit dürfte die Arbeitsgemeinschaft erscheinen. Die Frage, wer als Träger des Dienstes die Verwaltung des Lagers übernimmt, ist noch nicht entschieden. OasZugend-NotwerkimBezirkSchotien X. Schotten, 31. Jan. Auf Veranlassung des Arbeitsamtes Gießen waren aus dem engeren Bezirk Schotten über 80 junge Leute, die dem f r e i to i 11 i g exn Arbeitsdienst angehören, in der „Krone" zusammengekommen, mit denen das neue Iugend-Notwerk durchge- sprochen wurde. Die Bürgermeister, Vertreter der Lehrerschaft, der Geistlichkeit, der Turn- und Sportvereine wohnten der Versammlung bei. Regierungsrat Dr. B u e s, der Leiter des Arbeitsamtes Gießen, entwickelte in längeren Ausführungen den Sinn und die Bedeutung des Iugendnot- werkes. Die Jugendlichen erklärten sich sofort bereit, an dem Notwerk, den Vorträgen usw. sich zu beteiligen. Man bildete Kurse für das Baugewerbe, für das Metall- und Holzgewerbe, für ungelernte Arbeiter und für die Landwirtschaft. Auch die Frage des gemeinsamen Mittagessens wurde behandelt und gelöst. Als Räume für die Vorträge und das Essen wurde die „Krone" bestimmt. Mit dem Iugendnotwerk wird in den nächsten Tagen begonnen. Wirtschaft. * Die Reichsindexziffer für d i e Lebenshaltungskost en im Januar 1 9 3 3. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist im Durchschnitt des Monats Januar 1933 um 0,8 v. H. auf 117,4 (gegenüber 118,4 im Bormonat) zurückgegangen. Es haben nachgegeben die Indexziffern für Ernährung um 1,6 v. H. auf 107,3, Bekleidung um 0,3 v. H. auf 112,1 und sonstigen Bedarf um 0,3 v. H. auf 162,7. Die Indexziffer für Wohnung ist mit 121,4 unverändert, die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung mit 136,7 nahezu unverändert geblieben. Innerhalb der Gruppe Ernährung sind hauptsächlich die Preise für Eier, Butter, Fleisch und Brot zurückgegangen. * Hilfsmaßna hm e n für den Eisenerz b a u. Wie der Berg- und Hüttenmännische Verein Wetzlar mitteilt, ist auch für den Eisensteinbergbau im Lahn- und Dillgebiet und in Oberhessen die Reichs- und Staatshilfe bis zum Ende des Rechnungsjahres (31. März 1933) bewilligt worden. Ferner sind die auf Grund der zurückgestellten Forderungen im Rechnungsjahr ersparten Beträge der Reichs- und Staatsbeihilfe gegebenenfalls fortgewährt worden. Sie werden vor allem den Notstandsgebieten, in erster Linie für die durch die Druckwasserhaltung entstandenen Kosten zur Verfügung gestellt. Der Zweck ist die Erhaltung der Arbeitsstätten. Der weiter bei der Reichsbahn gestellte Antrag auf Frachtensenkung für die Erzzüge aus dem Notstandsgebiet dürfte in Kürze ebenfalls feine Auswirkung finden und dazu beitragen, daß die heimische Erzindustrie wieder mit größerem Lebensmut in die Zukunft blicken kann. Frankfurter Abendbörse behauptet. Frankfurt a. M., 31. Ian. Die Abendbörse verkehrte in bemerkenswert ruhiger Haltung. Von der Kundschaft waren, wenn auch nur kleine, Kauforders eingetroffen, denen aber auf Grund der Steigerungen von heute mittag seitens der Kulisse ein gewisses Realisationsbedürfnis gegen» überstand. Die Grundstimmung konnte man aber doch als recht fest bezeichnen. Bei unregelmäßiger Kursbildung wandte sich den Montanpapieren erhöhtes Interesse zu, doch betrugen die Kursveränderungen nur Bruchteile eines Prozentes. Nur Gelsenkirchen lagen im Verlauf 1 Prozent niedriger. Don Elektroaktien zogen Schuckert 1 Prozent an, Siemens waren gut gehalten. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die Berliner Schluhkurse meist behauptet. Von Neben- werten lagen Daimler-Motoren 1 Prozent höher. 2m Verlauf bröckelten die Kurse meist leicht ab, wobei die matte Haltung für die AEG.-Aktie, die auf 28,5 Prozent fiel, verstimmte, zumal man die Ursache des schon im Mittagsschluh- verkehr begonnenen Kursrückgangs nicht kannte. Arn Einheitsmarkt lagen Hirsch-Kupser auf die Meldung über Veränderungen im Aktionärkreis mit 133/8 um l3/8 Prozent fester. Der Rentenmarkt war bei kleiyem Geschäft heute abend widerstandsfähiger, und das noch vorliegende Angebot wurde auf Mittagsbasis ausgenommen, wobei die Erklärung der Regierung, daß keinerlei Wirtschafts- oder Währungsexperimente zu befürchten seien, stützend wirkte. Stadtanleihen kamen meist schwächer zur Notiz, doch ist zu berücksichtigen, daß heute mittag keime Notierung erfolgte. Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen waren behauptet. Von fremden Werken zogen 4 Prozent Cinheitsrumänen und Schweiz. Bundesbahn- Obligationen weiter an. Altbesitzanleihe 67,25, Neubesih 8,65, 6proz. Stahlverein 67,25, 6proz. Mainkraft 83,25, 6proz. Franks. Hhp.-Bank Gold Reihe 8—10 84, 5,5proz. do. Liquidation 85, 6proz. Rhein. Hyp.-Bank Mannheim Gold Reihe. 5—9 84, 6(7)proz. Stadt Frankfurt 65, 6(8)proz. Stadt Darmstadt von 1927/28 63,25, 6proz. Stadt Mainz von 26 63, Reichsbank 157,75, Gelsenkirchen 63 bis 62, Harpener 84,50 bis 84,75, Mannesmann 64,50 bis 64,75 bis 64,50, Phönix 36,50, Rheinstahl 75"'Stahlverein 35,50 bis 35,75, Aku 38,50, AEG. 29 bis 28,50, Bekula 120,50, Daimler 23, Scheideanstalt 155, I.-G.- Farben 107 bis 1067/g, Holzmann 50,50, Lah- meyer 120,50, Schuckert 91,75 bis 91,50, Siemens 128, Zellstoff Waldhof 53, Nordd. Lloyd 195/s, Hapag 19, Reichsbahn-VA. 92,75. Frankfurter Pfervemarkt. Frankfurt a. M., 31. Jan. Der Pferdemarkt vom 30. Januar war mit nahezu 200 Pferden befahren. Die kuranten, glatten Hunsrücker Pferde haben wie die aus Ostpreußen eingetroffenen Errne- länder zu annehmbaren Marktpreisen flotten Absag gefunden. Es wurden gezahlt 550 bis 750 RM. und einzelne Tiere auch darüber. Schlachttiere waren im Preise gedrückt. Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinssuß 5 o. H. Saturn «% Deuvche iHefcheanicthe v. 1931 8% ehern.7% Tl. Reichsaul. v. 1929 5'/i% Boung Anleihe von 1930 .. Seutjdie Anl.-Ablüs.-Schülb mit Auslot.-Rechten ............ SeSfll. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern. s% Hess. Bolksstaat 1929 (rütfjanlb. io2%) ........... Lberheljen Provinz-Anleihe tnii Auslos. Rechten ............ Deutsche Komm. Eammelab I.An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hnp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 5',2% ehern. 4>/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 6’/2% ehe in. 4'/2% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehern. 8% U3r. Landespfanü briefanstall, Pfandbriese R. 19 6% ehern. 7% Pr. Londespfand briefanstalt, Psandbriefe R. 10 4% Oestekrelchitche Golvrenle.... 4,20% Oesterreichische Silberrente *% Ungarische Goldrente....... <% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/2% desgl. von 1913 ........ 5% obgeü. Gold Mexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I .................... 4% desgl. Serie II ............. 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4/rA>Ru,nän.vereinh.Rentev.lglZ 4% Rumänische veretnh. Rente .. 3%% Anatolier............... grantfun 0. M. Zerlrn Schluß» kure Schluß!. Abend» börse Schluß- lurö Echlußl. Dlittag= börse 30 1. 31.1. 30.1. 31.1. 79,5 78.25 79,65 78,5 95 94.75 95,5 95,25 82 82,5 82,5 83 66 67,25 66,25 67,4 8.25 8,65 8,15 8,55 76,25 77 — — _ — 61,5 61,4 61,5 61,65 85 84 — — 85 84 — — 85,9 85 — — 86 85 — 85 84,5 85 84,5 85 85 — — — — — 1,4 1,45 1,45 — —— - —— —• — —- — - — —— - 6,65 6,5 6,75 — 4,825 4,85 4,5 5,05 5,4 5,4 5,55 5,45 5,35 5,4 5,55 5,4 6,9 7,1 - 7,25 10.65 10,5 10,65 11 5.8 5dll 5,8 6 23,75 24 23,5 24,25 jrantiun a. 2)L Berlin Schluß» turs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mitiaq- börse Datum 30.1. 31-1. 30.1. 31.1. Hamburg-Amerika°Paket ..... ( 18,25 19 17,5 19 Hamburg-Südam. Dampfschiff. r — — 43,5 45,5 Hansa Dampfschiff........... c — — 30,5 —- Norddeutscher Lloyd ......... c 18,65 19,65 17.9 19.5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 44 43 44.9 Berliner HanbelSgesellichast.... 4 93 er 97 97 Commerz, und Privai-Bank ... c 53 1'1)3 53,5 53,5 Deutsche Bank und Disronto» Gesellschaft................ 0 72,75 72,75 72,75 72,75 Dresdner Bank.............. 0 51,?5 61,75 61,75 61.75 Reichsbank ................. 1 ' 157 157,75 154,75 157,75 A.E.G.....................Ci Elektr. LieserungsgejeUschast ... 5 Licht und Kraft .............6 gelten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ............... 4 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert & Eo..............o Siemens & Halske........... o Lahmeher L Eo..............io Buderus .................... Deutsche Erdöl ............’ 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 -Voesch Eisen—Köln-Neuesfen.. 0 Ilse Bergbau ............... 7 Ilse Bergbau Genüsse........7 «lücknerwerke ............... 0 Mannesmann-Röhren........0 Mansfelder Bergbau.........0 Oberschlei. Kokswerke.........0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Ryeinstahl..................0 30,25 28.5 29,13 29 81 84,5 79,25 84,5 95 97 94,25 96,75 54 57 54 56,5 80,75 — 79,25 83,75 98 99,75 98 102 87 91,5 85,65 91 128,75 128 127 127,75 118 120,5 116,5 120,5 47,25 50 46,75 50 87 89,5 85,5 89.5 59 62 58,75 63,25 80 84,75 79,75 84,25 — — 52 55.9 — — 142,5 150 — —— 101,25 103.5 44,5 47,5 44,25 60,75 64,5 59,13 64,25 25 25,5 24,25 25 —- — 69,13 72,4 34 3k,5 33 36 187,5 193 187,5 195 72,25 75,65 70,25 75,5 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlugt. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag» börie Datum 30.1. 31 -1. 30-1. 31.1. Bereinigte Stahlwerke..... ... u 34,5 35,75 33.25 35,9 Otavi Minen ............ ... 0 16,25 16,25 16 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 —— 116,9 118 Kaliwerke Westeregeln .... ... 6 — 118,5 115 120 Kaliwerke Salzdetfurth ... ... 9 — 175 172 175,75 3. G. Färben-Industrie .... Scheideanstalt............ ... ? 104,75 _ 103 107,25 ...10 152,9 155 Goldschmidt ............. ... 0 37 39,75 36,65 39,13 Rulgerswerke............ ... 0 42 43,9 41,5 43,9 Metallgesellschaft.......... ... 0 37 37,75 37 38,25 Philipp Holzmann........ Zementwerk Heidelberg .. ... 0 50 50 49 50 ... 4 51,5 52,5 Eementwerk Karlstadt...... ... 0 — — Wayh & Freytag......... ... 0 4,55 5 4,9 4,65 Schultheis Pahenhofer..... ... 0 _ 127 105 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 37,25 38,5 37,25 38,25 Bemberg................ ... 0 45 48 44,4 48 Zellstofk Waldhos......... Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 50,25 53 49,9 52,5 ... 0 27,5 28 28 Dessauer Gas............ ... 7 — 109 114,75 Daimler Motoren......... ... 0 20,25 23 20,25 22 Deutsche Linoleum ....... ... 0 39,25 39,5 39,25 39,5 Orenstein L Koppel....... ... 0 39,5 42,9 Leonhard Tietz........... ... 6 42 41,5 39 Ehade................... ...12 141 137 141 Gritzner................. ... 0 31,5 29,5 30.13 29,25 Mainkraftwerke Höchst a.VL ... 4 69 71,25 - Süddeutscher Zucker ...... ... 8 - 143 142 Oevisenmarki Berlin — Frankfurt a. M7 30.Januar 31-Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung