Nr. 27 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, L Zebruar (935 Trlcheini täglich, autza Sonntags und Feiertag« Beilagen: D.e Illustriert. Gietzener Famibendlatter Heimat >m MW DieSckoll. M-iatr-vezug«pretr: Mit 4 Beilagen 7111.1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §erittk>rechanfchlüfse antcrSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehrn, povscheckkonto. Zronttrrl am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vn?S vnd Verlag: vrühl'sche UniveisttSl§-Vuch- und Zteindruckerei R. Lanqe in Siehei. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchul^traße 7. Annahme von LnzetgeZ für die Tagesnummer dir zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; • für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gieyen. Die Aufgabe. Der neue < Reichskanzler Adolf Hitler wird noch im Laufe der Woche das Programm der De.chsregierung verkündep. Er hat in der Ka- binettssitzung bereits daS große Stichwort für den Einsatz der nationalen Bewegung als Regierungsmacht gegeben. Er sprach davon, die Politik der Reichsregierung dürfe den Ausdruck des Glaubens und Vertrauens, der im deutschen Volke spontan zu n Ausbruch gekommen sei. nicht enttäuschen. A..i Abend des gle chen Tages sind ungeheure Doltsmassen auf- marschiert, um dem Reichspräsidenten, dem Rechskanzler und dem Stahlhelmführer Seldte zuzu.ubeln. Die SA. hat zusammen mit den Stahlhelmkolonnen einen symbolischen Einmarsch durch das Brandenburger Tor gehalten. Die Begeisterung war groß und ehrlich, es ist nicht daran zu zweifeln. dcch auch der Wille der neuen Männer grob und ehrlich ist. Aber die Begeisterung läßt sich nicht auf Eis legen, und der gute Wille allein wird nicht genügen. Mit den ersten grauen Februartagen wird die graue und nüchterne Arbeit zu beginnen haben, um den Hellen und jubelnden Glauben des Volkes zu erfüllen. Was erwartet jener Teil des Volkes, der durch feine Opfer und Mühen, der durch sein mit dem S.immzettel abge.eg.es Bekenntnis die Bildung dieser Reichsregierung ermöglicht hat ? Was befürchtet der andere Teil des Volkes, der äugen- blidlid), — machen wir uns nichts vor — in kühler Ablehnung oder in ängstlicyer Sorge die eri _n Regierungsmabnahmen abwartet? Wohl selten waren die Erwartungen so hoch geschraubt, wrhl selten waren die Befürchtungen gleich schwer. Das Verhängnisvollste, was der Regierung Hitler wiüersahren tönnle, wäre der Eindruck, sie sei eine Regierung gegen das arbeitende Volk. Die nationalsozialistischen Massen, die selbst alle S —jten des Volkes umfassen, sind tief davon überzeugt, daß Hitlers Regierung sich zum Segen . ^csamtvolkes auswirken werde. Sie glauben inbrünstig, daß ihr Führer, dem nicht nur ihr Verstand, sondern ihr Herz gehört, Arbeit und Brot für das breite Volk schaffen wird. Um diese beiden Kernpunkte einer jcben Aufgabe geht cs in den nächsten Monaten. Die Hauptbefürchtung der Linken, die jetzige Reichsregierung bedeute soziale Reaktion, ist im gleichen Augenblick hinfällig, in dem w i r k- same Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit durchgeführt werden. Hitler und seine Minister haben den Eid auf die Verfassung abgelegt. Hitler selbst hat mehrfach erklärt, daß ihm Versassungssormen sehr wenig bedeuten, sondern daß cs auf den Geist ankäme, mit dem die Gesetze und Verfassungsbestimmungen erfüllt werden. Hitler wird also weniger an das heikle Thema der Reichsreform und des Versassungsumbaues Herangehen, sondern versuchen, zuerst einmal die naheliegenden psychologischen Voraussetzungen zu schaffen, aus denen heraus das Gesamtvolk jede Aende- rung seines Verfassungskleidcs hinnehmen wird. Diese Voraussetzungen sindx in der Innenpolitik Ruhe und Ordnung, Herrschaft der Gesetze, Schluß mit der Verhetzung, Wiederkehr des inneren Friedens. Sie sind in der Wirtschaftspolitik die Errettung der Landwirtschaft und der Industrie vor Steuerschulden und wirtschaftlicher Tlebersrem- dung, sie sind die Unterbringung der Arbeitslosenarmeen in einer wiederangekurbelten Wirtschaft. Die Maßnahmen hierzu werden weniger dem nationalsozialistischen Programm, als vielmehr den Erfahrungen und Einsichten des Wirtschaftsdiktators Hugenbcrg entstammen. Und stets wird Rücksicht zu nehmen sein auf die Kassenlage des Reichs und der Länder und die Unantastbarkeit der deutschen Währung. Allzu kühne Experimente verbieten sich hier ganz von selbst. Und schnelle Erfolge wird keine Regierung schaffen können. Eine der wichtigsten Maßnahmen der Regierung wird Die Einführung eines erweiterten freiwilligen Arbeitsdienstes fein. Der Stahlhelm, dessen Führer Arbeitsminister geworden ist, hat auf diesem Gebiet außerordentliche Vorarbeiten geleistet. Gelingt es, eine halbe oder eine ganze Million jugendlicher Erwerbsloser von der vtraße hinwegzuholen und sie in den Arbeitslagern körperlich und sittlich zu erziehen, so ist damit eine große und schöne Aufgabe gelöst. Außenpolitisch wird es die Regierung nicht leicht haben. Man ist in Paris und Warschau mißtrauisch, und man wird sich dem deutschen Recht auf Gleichberechtigung mit allen Mitteln widersetzen. Aber die neuen Männer, die zum größten Teile selbst Frontsoldaten gewesen sind, sind zu klug, um eine Politik des Unfriedens nach außen zu betreiben. Ihr Ziel, das sie unter allen Umständen erreichen müssen, ist die wehrpoli- t1 f 4 e Gleichberechtigung Deutschlands. Ist dieses Ziel erreicht, so ist vielleicht der entscheidende Schritt zu'r Behebung der Arbeitslosigkeit getan. Damit aber wäre die Bahn frei für oen eigentlichen Umbau des Reiches. Denn der Glaube der nationalsozialistischen Massen will sls nur sichtbare Erfolge. Er will eine Erneuerung des Staates und der Wirtschaft aus dem Geiste nationaler und sozialer Verbunden- bcrt heraus. Die Regierung wird ihre schwerste Aufgabe darin haben, diesem neuen Geist im öeut- Njen Volke auch neue Formen zu schaffen. Wird -er Reichstag aufgelöst? Hitler und Papen beim Reichspräsidenten. — Dauersitzung des Reichskabinetts. Berlin. 1. Jebr. (D3IB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Herrn Reichskanzler Hitler und den Herrn Vizekanzler von Papen zum gemeinsamen Vortrag über die politische Lage. Der Reichspräsident hat auf Vor.chlag des Reichskanzlers den bisherigen Reichsmini st er der Justiz Gürlner in seinem Amte als Reichsminister der Justiz betätigt Rach dem Empfang des Reichskanzlers fand eine Kabinetts- {i b u n g statt, in der eine Reihe politischer und wirt.choftlicher Fragen eingehend besprochen wurde. Die Kabinettssihung, an der bereits der in seinem Amt bestätigte Reichsjustizminister G ü r t n e r teilnahm. dauert noch an. Line erneute kabinettsihung heute um 19 Ahr stattsinden. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß der Reichstag noch heute abend oder morgen vormittag a u f g e l ö ff werden wird, von amtlichen Stellen wird keine Auskunft gegeben, doch kann man wohl annehmen, daß das Reichskabinett sich in seiner heutigen Abendsihung mit der Auflösung befassen wird. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß dem Reichspräsidenten dann sofort die Auflösungsorder vorgelegt werden wird. Man rechnet damit, daß die Reuwahl am 5.Mär; stattfinden wird, verfassungsmäßig mühte die Wahl innerhalb von 60 Tagen stattsinden. Die mögliche Frist wird durch die technischen RotnLendigkeiten der Wahlvorbereitung bestimmt; bei einer Festsetzung aus den 5. März würden immerhin XVi Wochen zur Verfügung stehen, eine Zeit, die technisch vollkommen ausreicht. wie sich die Verhältnisse im Preußischen Landtag entwickeln, läßt sich noch nicht übersehen. Die Stimmen der Rafionalfozialisten und der Deutschnationalen reichen für den Auslösungsbe- schluß nicht aus. Er wäre vielleicht mithilfe aller kleineren Gruppen sicher, wenn auch die Kommunisten für die Auflösung stimmten. Solange über diese Faktoren keine Klarheit herrscht, läßt sich nichts Genaues sagen. In parlamentarischen Kreisen überwiegt aber der Eindruck, daß die Auflösung auch des Preußischen Landtages ziemlich wahrscheinlich ist. Oie Nationalsozialisten fordern Auflösung des preußischen Landtags. Berlin, 1. Febr. (DDZ.) Die nationalsozi- listische Fraktion des Preußischen Landtages hat einen Antrag aufAuflösung des Landtages eingebracht. Präsident Äern hat daraufhin den Landtag für Samstag, 4.Februar, 11 Uhr, einberufen. Es soll in dieser Sitzung der Auflösungsantrag beraten werden. Der Haushalisausschuß vertagt sich. Berlin, 1. Febr. (VDZ.) Der haushaltsaus- fchuß des Reichstages trat am Mittwoch zusammen, um die Beratung der Arbeitsbeschaffungsfragen fortzusetzen. Abg. Reinhardt (RS.) erklärte: Solange die neue Reichsregierung ihre Regierungserklärung nicht abgegeben hat, halten wir die Beratungen in diesem Ausschuß für überflüssig. Wir beantragen daher, daß sich der Ausschuß bis nach der nächsten Vollsitzung des Reichstages vertagt. Die Zeit der Vertagung soll ausgenutzt werden, um die Arbeiten des ständigen Unterausschusses in der Untersuchung der O st Hilfe-Angelegen- beiten zu beschleunigen. Vorsitzender T o r g l e r (Kom.) und Abg. Dr. j) il f e r b i n g (Soz.) wandten sich gegen die Unterbrechung der Beratungen. Abg. Dr. Pfleger (Bayer. Volkspartei) > hen Wirtschaftsformen und vor der Schwarzarbeit. 5. Die Einschränkung des Einflusses der öffentlichen Hand auf Aufgaben der Privatwirtschaft. Oberst v.Bredow seines Amis enthoben Berlin. 31. San. (ERD.) Wie der „Börsen- Courier" erfahren haben will, ist der Chef des Mini st eramtsim Reichswehrmini st e- r i u m, Oberst v. Bredow, am Dienstag seines Postens enthoben und vorläufig beurlaubt worden. Die Beurlaubung ist mit der Begründung Deutsch-türkische Gemeinschaftsarbeit. Oie Türkei kann Deutschlands Kupferbedarf decken. Die moderne Türkei hat die Welt schon mehrfach durch die rücksichtslose Energie ihrer Selbstbehauptung überrascht. Wenn sich die türkische Regierung daher jetzt entschlossen hat, die Kupfergruben von Arg an a - Waden auszubeuten und die dazu nötigen finanziellen Mittel mit Hilfe einer inneren Anleihe selbst aufzubringen, so handelt es sich hier ganz gewiß nicht um eine phantastische Projektemacherei. Betrachtet man den Plan von weltwirtschaftlichen Gesichtspunkten aus, so muh» man sich natürlich darüber wundern, daß in einer Zeit ungeheurer Heberproduktion von Kupfer, in der z. B. in den Vereinigten Staaten schon die Schließung eines großen Teils der Kupferminen erwogen wird, ein neues Kupferbergwerk eröffnet werden soll. Ganz neu ist freilich die Ausbeutung der Kupfervorkommen von Argana nicht. Die Konzession gehört zur Hälfte einer staatlichen türkischen Gesellschaft, zur anderen Hälfte einem deutschen Konsortium, an dem neben der DD- Dank die Eisengroßhandelsfirma Otto Wolff (die bekanntlich auch Großaktionär der Mansfeld°AG., des einzigen großen deutschen Kupserbergbau- Hnternehmens ist), sowie der Hirsch-Kupfer- Konzern beteiligt sind. Schon jetzt werden dort Kupfererze gewonnen. Trotz der primitiven Anlagen haben die Ergebnisse alle Erwartungen übertroffen, denn der Kupsergehalt der in Argana gewonnenen Erze beträgt, wie nach sorgfältigen Prüfungen fest- gestellt ist, durchschnittlich 20 Prozent. Rur an wenigen Stellen der Welt gibt es so reiche Kupferminen. Es fehlt aber bisher jede Transportmöglichkeit, und die gewonnenen Kupfererze müssen daher auf Halden an- gehäuft werden. Voraussetzung des Abbaus ist derDaueiner Verbindungsbahn von den am Tigris gelegenen Kupfergruben bis zu der türkischen Bahnstrecke Fewsi Pascha-Malatia. Dieser Bahnbau soll nun mit Hilfe einer Prämienanleihe von 12 Millionen türkischen Pfunden finanziert werden. Wenn er in zwei Jahren vollendet sein wird, können in Argan i jährlich 18- bis 20 000 Tonnen Kupfer gewonnen und dem internationalen Konsum zugeführt werden. Ratürlich müssen dazu auch moderne Bergwerksanlagen geschaffen werden. und hierzu braucht die Türkei das deutsche Kapital. Deutschland hat aber selbst das größte Interesse daran, seine Kupferversorgung in einem befreundeten Lande sicherzustellen. Bekanntlich kann der alte Kupferschieferbergbau in Mansfeld nur mit Hilfe hoher staatlicher Subventionen aufrechterhalten werden. Heber kurz oder lang wird man dieses Subventionssystem durch einen entsprechend hohen Kupfer- z o 11 ersehen müssen, um den mit relativ hohen Produktionskosten arbeitenden Mansselder Bergbau gegen die ausländische Konkurrenz zu erfolgt, daß die Entpolitisierung der Reichswehr von Grund auf geschchen müsse und Oberst v. Bredow als nächster Mitarbeiter des Reichskanzlers von Schleicher während dessen Kanzlerschaft auch notgedrungen in die politische Sphäre gezogen wurde. Ein Berliner Mittagsblatt berichtet, daß als Rachfolger des zunächst beurlaubten Obersten von Bredow als Chef des Ministeramtes im Reichswehrministerium Ober st von Reichenau in Aussicht genommen sei. Oberst von Reichenau war Stabschef des Generals von Blomberg in Königsberg. Oberst von Bredow wird übrigens in der Reichswehr eine andere Verwendung finden. Der Präsident der Ostpreußischen Land- wirtschastskammer beim Reichskanzler. Berlin, 1. Febr. (CRD.)' Reichskanzler Hit - l e r empfing gestern den Präsidenten der Ostprerr- ßischen Landwirtschastskammer Dr. B e t h k e, der dem Reichskanzler einen Bericht über die Rotlage der ost preußischen Landwirtschaft gab. Bei dem Empfang waren der agrarpolitische Sachverständige der ÄSDAP. Darre und der ostpreuhische Gauleiter Koch zugegen. schützen. Da aber Mansfeld den deutschen Kupferbedarf bei weitem nicht befriedigen kann, so ist es für Deutschland von großer Bedeutung, wenn es sich hier ein reiches Kupfervorkommen sichern kann, an dessen Ausbeutung deutsches Kapital hervorragend beteiligt ist, und dessen Erzeugnis daher künftig bei der Einfuhr nach Deutschland bevorzugt behandelt werden kann. Deutschland und vie Türkei finden also in der Entwicklung und Ausbeutung der Kupfergruben von Argana Gelegenheit zu einer für beide Teile höchst nützlichen Gemeinschaftsarbeit. Der Türkei muß es vor allem darauf ankommen, ihre Rohstoffschätze auszunutzen und ihre Handelsbilanz durch den künftigen Export von Kupfererzen zu verbessern. Außerdem werden nach dem Bau eines modernen Kupferbergwerks in Argana auch Schwefel und Gold als Rebenprodukte rationell gewonnen werden können. Deutschland hingegen findet bei dem Bau der Eisenbahn, des Bergwerks und auch des neuen Hafens, der angelegt werden muß, damit die Kupfererze auf dem Seewege nach Deutschland gebracht werden können, mannigfache Gelegenheit zur Betätigung für seinen Heber- schuß an Ingenieuren und Technikern sowie Absatz für seine Maschinen und zahlreiche andere Industrieprodukte. Vor allem aber muß Deutschland danach streben, seine Kupferversorgung sicherzustellen, ohne sich in die Abhängigkeit von den großen internationalen Kupfertrusts zu begeben. Der Preis des in der Türkei gewonnenen Kupfers ist dabei also nicht einmal allein ausschlaggebend. Es wird im wesentlichen davon abhängen, daß das Transportproblem so günstig wie möglich gelöst wird. Die Türkei hat billige Arbeitskräfte, wenn auch nicht so billige, wie sie in Afrika durch die Eingeborenen geboten werden. Dafür ist der Transportweg aber wesentlich kürzer, und an Reichtum des Kupfergehalts geben die türkischen Gruben zunächst denen in Rhodesien und am belgischen Kongo nichts nach. Deutschland, das bekanntlich ein rohstoffarmes Land ist, darf in seinem eigenen Interesse eine solche Gelegenheit, seine Kupferversorgung zu verbessern, nicht ungenützt vor- übergehen lassen. Es wird die Türkei bei der Durchführung des großzügigen Plans um so lieber unterstützen, nachdem die Türken durch die erfolgreiche Auflegung der Anleihe gezeigt haben werden, daß sie auch selbst keine Opfer für das Gelingen dieses großzügigen Jndustrialisterungsprojekts scheuen. Kann Deutschland auch heute der Türkei nicht allein das gesamte erforderliche Kapital zur Verfügung stellen, so bietet es ihr seine Erfahrungen, seine Hilfskräfte, seine Maschinen, Transportmittel usw., vor allem aber einen sehr aufnahmefähigen Absatzmarkt für die türkischen Kupfererze, die überdies vorläufig in Deutschland verhüttet werden sollen. ttiettervornueiagc Obwohl von der Biskaya her sich sehr schnell hoher Druck bis über Deutschland ausgebreitet hat, kommt fein Einfluß auf die Wetterlage nur wenig zur Geltung. Heber den britischen Inseln hat sich eine kräftige Störung eingestellt, die sehr warme Luft und auch recht ergiebige Riederschläge mit sich führt. Da das Barometer bereits fallende Tendenz zeigt, wird sich die Störungstättgkeit auch bei uns bald einstellen. Die Südwestluft wird unseren Bezirk überqueren und dabei wechselhaftes, mildes und regnerisches Wetter verursachen. Aussichten für Donnerstag: Mildes und meist bewölktes Wetter, zeitweise Riederschläge, ziemlich lebhaste südwestliche Winde. Aussichten für Freitag: Wechselnd wolkig, Temperaturen schwankend, aber im ganzen noch mild, schauerartige Riederschläge. Lufttemperaturen. Am 31. 1. mittags 4,1 Grad Celsius: abends 3,3 Grad. Am 1. 2. morgens 3,3 Grad. Maximum 4,2 Grad, Minimum 2,0 Grad. Crdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 31. 1. abends —1,4 Grad. Am 1. 2. morgens —1,0 Grad. Eme Sandbank wächst. Don Peter Bauer. 9 bei den Uferpappeln ist hart ge- froren v'nd holverig. Trittspuren und Räder- furcy ' i Regentagen her sich Rässe gesammet. > Th re Ränder starren mit spröden v, atmen empor, wider die der achtlose Fuß . Steine stößt. Ein kleiner Wiesentümpel ist ou Knei..' erstarrt, den Buben mit Steinen bombard'^ Sie freuen sich, wenn krachende Treffer str- förmige weihe Risse in die glatte Fläche sprv Die Uferböschung zum Strom hinab hat Tiefe fast verdoppelt. An die rote Sandstein!" hat sich eine fahlgrüne angesetzt. Man sieht i sen Quadern, an denen Moos und Algen grüner Schimmel wuchern, ihr langes Unk Wasserdasein an. Jetzt fehlt ihnen die Strömung, das Wellenspiel von dessen oft kristallklar^ Glanz überspült sie ein märchenhaftes ^gjjen her Siefe ju führen schienen. Sie rx^r blaff en. ausgetrocknet und .usgefcoren ".ehr unD mehr, wayrend Der anderen Ende der Sandbank postiert. Stumm und regungslos verharrt der merfmi rhige Vogel und belauert scharf äugend die ziehenden Wasser. Wie ein Angler, der die Schnur ausgewvrfen hat und keinen Blick von Dem Schwimmer läßt. Aber plötzlich entbreitet er die Flügel und schießt in gerader Linie über die Wasserfläche, reißend wie ein Pfeil und funkelnd mit seinem Rücken» gefieder wie Topas und Aquamarin. Ein mit Rauschen, Maschinengestampf und Qualm nahender Schleppzug hat ihn fortgescheucht. Die Möven sind nicht so ängstlich und mißtrauisch. Im Gegenteil. Sie stürzen sich in die hochgehenden Wogen, die die Radschaufeln auf. wühlen und steuern auf die Schisse zu. Wie leichtes Treibholz lassen sie sich auf und nieder und schaukeln und behalten doch Richtung auf ihr Ziel. Vielleicht sind ihnen schon öfters von ä e < chisssi' ohnern Ab alle und Speisenüber- ° '•. ’toor en worden und so hoffen sie auch ineber etwas zu schnappen. Einige bleiben warten, ob in Der Brandung nicht doch auch noch Genießbares anschwemmt. '-Ul Sch cpp)ua vorbei ist und die Wasser sich wieder langsam beruhigen, geht das Gezänke auf und vor Der Sandzunge von neuem los. Bis eines Tages der frühlingsstark gewachsene Strom die ganze Herrlichkeit überflutet und die Sandbank in feine Tiefe nimmt. Gaby erlebt was. Von Feodora Kern. Gaby ist klein und unansehnlich und in ihrem jungen Leben noch von feinem männlichen Wesen näher angeschaut worden; das schmerzte sie ein tofn g. Aber da Gaby eine vernünftige kleine Person ist so stürzt sie sich mit Feuereifer in ihr Arbeit und denkt: ich bin nun einmal nicht ic die anderen Mädels. Diese Tatsache Gaby als etwas Unabänderliches vor sich hi" 'n) manchmal ist sie sogar stolz darauf. — ’c NUN die Stellung betrifft, die Gaby mit jo viel Liebe ausfüllt, so muß von ihr gesagt werden, daß sie durchaus nicht allen Freundinnen Gabys so begehrenswert erscheint. Gaby macht Botengänge für eine große Firma, und das Treppauf und Trevpab, Die flinke Bewegung entspricht ganz Gabys Raturell. „Man erlebt so viel Dabei“, sagt sie immer, „man kommt so viel rum unD guckt überall hinein.“ Da geschah es in Der Druckerei, wo Gaby wie öfter schon auf ein Paket wartete, Daß ihr Der Packer schmunzelnD mitteilte, Der junge Mann Da — nein, nicht Der, Fräulein Gaby, der andere, der blonde — interessiere sich lebhaft für sie. „Oh“, machte Gaby verwirrt, aber richtig hin- gesehen hatte sie gar nicht. Das Paket war gerade zur rechten Zeit fertig, so daß Gaby es schnell unter Den Arm klemmen konnte und nicht weiter auf das Thema einzugehen brauchte. Als Gaby das nächstemal wiederkam, wurde sie zufällig von einer Kollegin begleitet. Im Maschinensaal ging ein junger blonder Mann an Den beiDen Mädchen vorbei, Der strahlte über das ganze Gesicht, als er Gaby erblickte unD dann warf et mit einem kleinen koketten Schwung die Haare aus der Stirn. Der Kollegin fiel das natürlich auf und nachher, auf der Treppe sagte sie zu Gaby: „Du, der ist hübsch Den —......... Der englische Dichter John Galsworthy, der vorjährige Nobelpreisträger für Literatur, ist, wie schon gemeldet, im Alter von 65 Jahren gestorben. Aus der ProtnrumlbaupfflaöL Doktor Regelmäßigkeit. von Or. Else Bergen Häufig hört man Mütter Darüber klagen, daß ihre Kinder, obwohl sie reichlich und gut zu essen bekommen, schlecht ernährt aussehen, an Müdigkeit und Appetitlosigkeit leiden, Kopfschmerzen und alle möglichen Beschwerden haben, die ein gesundes Kind kaum dem Ramen nach kennen sollte: in Ve binDung Damit stellt sich eine unleidliche Nervosität ein, die für Charakter und Wesen des Kindes Der allerschlimmste Feind ist. Gegen diese Verfassung des Kindes hilft nur streng durchgeführte Ordnung und Regelmäßigkeit. Das Kind muh stets zu einer bestimmten und nicht zu späten Stunde zu Bett gebracht werden. Es muß also spätestens um 18 Uhr sein Abendbrot bekommen und um 19 Uhr, bei etwas älteren Kindern um 20 Uhr im Bett fein. Bei nervösen Kindern sollte man, auch wenn sie schon schulpflichtig sind, darauf halten, daß sie regelmäßig nach Dem Mittagessen eine Stunde schlafen. Es trägt dies wesentlich zu ihrer Beruhigung bei. Kinder dieser Art müssen überhaupt möglichst in einer gewissen Eintönigkeit gehalten werden. Man soll sie nicht zu viel ausgehen lassen, allzu aufregende Eindrücke sind Gift für sie: auch sollen sie nicht an sehr anstrengenden Spielen teilnehmen. Leiden Die Kinder an starkem Herzklopfen, so muß man natürlich einen Arzt aufsuchen, aber auch hier gibt es einige harmlose Hilfsmittel, Die man versuchen kann. Man reibt Die HerzgegenD mit Franzbra ntwein ein, ober legt einen mit Franzbranntwein getränkten Lappen auf Das Herz: auch finD ein paar BalDrian- tropfen auf einem Stück Zucker ein gutes, aber unschäDliches Beruhigungsmittel. Im allgemeinen wird der geschilderte Zustand Der Kinder darauf zurückzuführen fein, daß die Nahrung von dem kindlichen Körper nicht richtig verdaut wird, so daß sich ein Ueberschutz an Säuren bildet, die wie milde Gifte wirken, wenn sie im Körper zirkulieren. Man kann diesen Fehler durch geeignete Diät abftellen. und zwar muß man vor allem alle fetten Sveifen aus der Nahrung des Kindes streichen, wie man ja auch meist finden wird, daß Kinder einen gesunden und natürlichen Widerwillen gegen alles Fette haben. Schokolade ist unter diesen Uyiständen auch nicht günstig, da sie zu schwer verdaulich ist. Dagegen soll man viel Zitronen- und Orangensaft geben. Fleisch soll wenig gegessen werden, nur ganz mageres, am besten Kalbfleisch und Geflügel. Gemüse und Salate sind sehr zuträglich, besonders sollen Spinat und Mohrrüben bevorzugt werden. Mohrrüben auch roh. Sie schmecken gerieben besonders gut. Ein Teller voll geriebener Mohrrüben vor dem Morgenfrühstück tut oft Wunder. Alle Süßigkeiten, die man mit Eiweiß herstellt, sind günstig, dagegen sollte man Eigelb nach Möglichkeit vermeiden. Schwarzbrot ist besonders geeignet, auch soll man viel Honig essen lassen. Ob man viel Milch geben soll, hängt von dem Geschmack des Kindes ab. Vor allem darf sie würde ich mir warm halten!" Gaby wehrte diese Zumutung entrüstet ab und war im übrigen Damit beschäftigt, ihr Röckchen in Die Länge zu zupfen, damit ihre nicht sehr wohlgelungenen Deine etwas mehr bedeckt wurden. Schließlich war es ja nicht ausgeschlossen, daß man ihr vom Fenster aus nachsah. Gaby rückte bei ihrer Firma auf, sie Durfte jetzt die Besucher empfangen, sie höflich ins Wartezimmer geleiten und sie, wenn sie dem Chef unwillkommen waren, ebenso höflich wieder vor Die Tür sehen. UnD weil nun feiner mehr Da war, Der so flink wie Gaby die Besorgungen erledigte, mußte die Druckerei selber einen Boten schicken. Ja, und eines Tages stand der blonde, junge Mann vor Gaby und strahlte sie an. „Sie wünschen, mein Herr?" fragte Gaby und wußte natürlich genau, was er wünschte. „Ich bringe Papier von Der Druckerei", sagte Der junge Mann und warf mit einem kleinen koketten Schwung die Haare aus der Stirn. „Bitte, zur Expedition, geradeaus, dritte Tür links!" kommandierte Gaby. Da konnte er einmal Augen machen und staunen, welch einen hohen Posten sie hier innehatte. Der junge Mann aber lächelte nur, verbeugte sich und marschierte zur Expedition, geradeaus, dritte Tür links. Etwas gekränkt blieb Gaby zurück. Als er nachher wieder vorbeikam, stand sie noch am selben Fleck, machte ein hochmütiges Gesicht und sagte leichthin: „Guten Tag, mein Herr!" „Auf Wiedersehen!" grüßte der junge Mann, immer noch lächelnd, sah Gaby an und legte die Hand auf die Türklinke. Weil aber Gaby ebenfalls dabei war, Die Tür zu öffnen, so begegneten sich ihre Hände auf der Klinke. Da mutzte auch Gaby lächeln, und als sie sachte Die Tür hinter ihm geschlossen hatte, da sah sie ganz und gar nicht mehr hochmütig aus. Sie schaute sich ihre Hand an und entdeckte einen schwarzen Fleck darauf. Den jungen Mann hatte man nämlich direkt von seiner Arbeit wesgeschickt. ^,Na, ich werde ihm schon Sauberkeit ange- wöhnen", beschloß Gaby bei sich, und Dann wurde sie ganz schnell rot. Sie Sieger im „Großen Preis der Republik". E <; > 4 "*/: P'vAX V ML Der „Große Preis der Republik", das Hauptereignis des Berliner Reit- und Fahrturniers, brachte einen überragenden Erfolg der deutschen Tierzucht. — Von links nach rechts: Frau Irmgard v. Opel und Herr o. S y d o w , die „Totes Rennen" machten, und Oberleutnant M o m m , der den dritten Platz belegte, bei Der Siegerehrung. Odecheffen. Krankenhaus-Neubau in Bad-Nauheim. — Bad-Nauheim, 31. Jan. Der Stadt- r a t beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit einer Vorlage der Stadtverwaltung über den N e u - baueinesKrankenhat^ses. Der Bau ift für 60 Betten vorgesehen. Diese Zahl reicht mit den 30 Betten, die das bereits vor einigen Jahren errichtete Jsolierhaus aufweist, für die vorhandenen Bedürfnisse aus. Sollte in späteren Jahren eine stärkere Inanspruchnahme zu erwarten sein, so könnte dieser durch den Anbau von Flügeln entsprochen werden Die Kosten des jetzt vorgesehenen Baus, der in bester Lage am Rande des Stadtwaldes erstehen wird, belaufen sich auf 510 000 Mark, von denen 400 000 Mark in dem Krankenhaus-Baufonds bereits vorhanden find. Der fehlende Rest wird in wenigen Jahren aus Einnahmen der städtischen Ver- mögensrechnung ohne besondere Belastung der Bürgerschaft aufgebracht werden können. Bei dieser Finanzierung entfällt in Zukunft jede Verpflichtung zur Verzinsung der Bausumme: nur eine mäßige Abschreibung wird vorgenommen werden. Daß der Neubau eines Krankenhauses für unsere Badestadt eine dringende Notwendigkeit ist, wird allgemein anerkannt. Das kam auch in der Sitzung des Stadtrats von allen Rednern zum Ausdruck. Einige Stadträte wünschten nur eine Hinausschiebung des Projekts auf mindestens ein Jahr. Schließlich sprach sich der Stadttat mit 11 gegen 8 Stimmen aber doch für sofortige Inangriffnahme des Baues aus. Saison-Bilanz in Bad-Nauheim. = Bad-Nauheim, 31.Ilan. Das hes- fischeStaatsbad hatte im 3ahre 1932 einen Gesamtbesuch von 25 441 Gästen (gegen 31216 im Jahre 1931). Deutschland war mit 21 504 (84,5 v. H.), das Ausland mit 3937 (15,5 v. H.) Besuchern beteiligt. Die Gesamtübernachtungszahl betrug 563 696; die Durchschnittsübcr- nachtungezahl pro Gast war 22. Diele Be h lt.iis- zahl lautet günstiger, wenn man die Passanten, die durchschnittlich nur zwei Nächte hier wellten, ausnimmt. Dann ergibt sich, daß die deutschen Kurgäste rund 29 Nächte, die Ausländer rund 30 Nächte hier blieben. Mit diesen durchschnittlichen Llebernachtungszahlen marschiertBad-Nau- heim an der Spitze aller deutschen Bäder, ein Beweis für den guten Ruf, den das hessische Staatsbad als Heilbad unverhindert behauptet. Wie in allen anderen Kurorten, war auch der Besuch Bad-Nauheims durch die Wirtschaftskrise beeinflußt. Der prozentuale Rückgang verminderte sich jedoch im Herbst wesentlich und wandelte sich, mit den Neuanmeldungen der gleichen Zeit des Borjahres verglichen, in den letzten Monaten 1932 sogar in einen Zugang um. Der Rückgang der Ausländer verteilt sich auf alle Länder bis auf Spanien, das einen kleinen Zugang brachte. Am geringsten war der Rückgang bei den Schweizer und den holländischen Kurgästen. Gute Spende für das Zugend-Notwerk. ~ Langsdorf, 31. Jan. Unsere Gemeinde hat ihre Teilnahme am Notwerk der deutschen 3 u g e n b bekundet. Bürgermeister Kneipp legte gelegentlich eines Bortragsabends den Sinn und den Zweck der Sache bar. Danach haben unsere jungen Mäbchen bie Sammlung durchgeführt. Gezeichnet wurden 3 2 M a r k in bar, etwa 45 Zentner Kartoffeln, llei- ncre Mengen Hülsenfrüchte, Fett- und Wurst waren. Dieses . ist die fünfte derartige Sammlung in der Gemeinde seit Beginn des Winters .::dkreis Gictzcn Leihgestern, 31. 3an. Am Samstag hielt der Knegerverein „Hasst a“ - Leihgestern seine Hauptversammlung ab. Nach Erledigung der Tagesordnung (Rechnungsablage und Borstandswahl) verbrachte man noch einige Stunden in kameradschaftlichem Beisammensein. ± Burkhardsfelden, 31.3an. Gestern gegen 22.30 Uhr wurde die hiesige Feuerwehr alarmiert. 3n einem Hause in der Gartenstrahe war in einem Schlafzimmer ein Brand ausgebrochen, der nicht gleich bemerkt wurde, da der Bewohner nicht zu Hause war. Die Feuerwehr griff energisch ein, konnte nach zweistündiger Tätigkeit das Feuer löschen und dann wieder abrücken. Die gesamte Einrichtung des Schlafzimmers fiel Einnehmen / fen. Wenn^ Veränderung im Gießener ötabtrat. Als Nachfolger bes verstorbenen ^adtratsmitglieds Rechtsanwalt Hornberger O^PD.s tritt der Krankenkasseangestellte Theobor Ruhl (SPD.) in den Stadtrat ein. LU Lehraufträge an der Landes- Universität. Von ber Pressestelle bet Universität Gießen wirb mitgcteiU: 3n ber Philosophischen Fakultät, 2. Abteilung, unserer Lanbes- universität würben folgende Lehraufträge erteilt: an den außerplanmäßigen außerorbentlichen Professor Dr. Karl Hummel für Paläontologie; an den Borsitzenben des Arbeitsamtes Gießen, Regierungsrat Dr. Bues. für Arbeitsmarkt unb Derufskunbe. •• Das Vorlesungsverzeichnis bet Universität. Das Vorlesungsverzeichnis für bas Sommersemester 1933 in Verbindung mit dem Personenbestandsverzeichnis der Landcsuniversität ist e^ ich lenen. Der Beginn ber 3mmatrilulationen ist auf ben 24. April, ber Beginn ber Vorlesungen auf ben 1. Mai 1933 festgesetzt. E i n kommuni st ischer Demonstratio n s z u g als Protest gegen bie neue Reichsregierung bewegte sich gestern abenb von 08- walbsgarten aus burch mehrere Straßen ber ©tabtmittc nach bem Branbplatz. Hier schloß sich eine Versammlung unter freiem Himmel an, bei ber zwei Redner kurze Ansprachen im kommunistischen Sinne an bie Menge hielten. Sobann löste sich bie Demonstrationskunbgebung nach bem Abmarsch auf. Aus ber Mitte bes Zuges, an bem schävungsweise 700 Menschen tellnahmen, würben oft „Riebet"-Ruse gegen die neue Reichs- regierung sowie Schmähtufe gegen bie NSDAP, laut. Die Polizei hatte umfassenbe Maßnahmen zur Sicherung ber öffentlichen Orbnung getroffen. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. j " Unfälle durch Glatteis Gestern vormittag stürzte die im Hause Mühlstrahe 10 wohnende Ehefrau Feußet, als sie sich im Hose in die Waschküche begeben wollte, auf der vereisten Treppe so unglücklich, bah sie einen Unter- schcnkelbruch erlitt. Die bebauemswette Frau wurde von ber Freiwilligen Canitätskolonne vom Roten Kreuz nach bem Evangelischen Schwesternhaus verbracht. - Auf ber Lanbsttahe zwischen Grohen-Linben unb Klein-Linben tarn burch bie starke Vereisung bet Straße bas Auto des Kaufmanns Anbrcas Zeih aus Holzheim in- Schleu- betn und stürzte um. 3n dem Wagen wollte Zeih seine Tochter nach Gießen zur Schule fahren. Die Schülerin blieb zum Glück unverletzt unb konnte sich mit ber Dahn nach Gießen begeben, bagegen erlitt ber Vater mancherlei Quetschungen unb mußte mit einem anberen Auto nach Hause gebracht werben. Das bcschäbigte Auto würbe nach einer Reparaturwerkstatt in Gießen abgeschleppt. ** Wiebersehensfeier der 105. I n - fanterie-Division Am 12. Februar findet im Hotel Kobel zu Gießen eine Wiedersehensseter aller Kameraden der ehemaligen 105. Infanterie- Division (Mackensen) statt. Die Vorbereitungen für die Wiedersehensfeier sind in vollem Gange. Die Kameraden des 129. und des 21. Infanterieregiments, sowie des 209. Feldartillerieregnnents, als auch die ftameraben aller dazu gehörigen Formationen sind zu dieser Feier durch den vorbereitenden Ausschuß eingeladen. Interessenten seien auf die heutige Anzeige aufmerksam gemacht. aber nicht zu fett fein. 3m Grunde ist Orangen- saft in diesem Falle gesunder. Obst aller Art darf in bem Speisezettel nicht fehlen. Als einzige Ar»nei soll man bem Kinbe täglich einen flachen Teelöffel voll doppelkohlensaurem Natron geben, in Limonade aufgelöst, weil dieses Mittel der eäurcbUbung entgegenarbeitet und durchaus ^"Bc^öäuglingen ist es möglich, schlechte Verdauung durch die Diät ber Mutter zu beein- fluffcn bie viel frisches Obst unb Gemüse elfen unb zwischen ihren Mahlzeiten häufiger kaltes Wasser trinken sollte. Wirb bas Kinb trotzdem »u dick, was durch regelmäßige Gewichtsmessun- gen festgestellt werden muß, so soll man ihm zwei Teelöffel abgekochtes warmes Wasser kurz vor jeder Mahlzeit geben. Hat bas Kinb bagegen Untergewicht, so soll man ihm zum der Mahlzeiten etwas mehr Zeit lassen. daS Kinb brei Monate alt ist, soll man ihm täglich einen Löffel Orangensaft geben. Zimmermeister-Zwangsinnung des Kreises Gießen Unter starker Beteiligung ber Mitglieder fand in Gießen im Restaurant „Auerhahn" eine ordentliche 3nnungsversammlung ber Zirn- mermeifter-3tpang8-3nnung statt, bie vorn Vor- sihenben, Zimmcrmeister Rinker- Ronnenroth, geleitet wurde. Der Versammlung ging eine Dorstandssihung und bie Rechnungsprüfung voraus. Bei ber Prüfung ber Rechnung ergaben sich keinerlei Einwände, so bah bem Rechner, Herrn Kirchner- Gießen, Entlastung erteilt, sowie Dank unb Anerkennung für seine Arbeit ausgesprochen werben konnte. 3n ber 3nnungsver- sammlung wies der Obermeister der 3nnung. Herr Rinker, darauf hin, daß sich das Handwerk noch immer in größter Notlage befinde und man nur wünschen könne, daß das 3ahr 1933 eine Besserung bringen möge. Diese könne für das Handwerk aber nur durch engen Zusammenschluß aller Berufszweige erreicht werden. Geschäftsführer Kirchner erstattete den Bericht über die Tätigkeit der 3nnung. Es könne fest- gestellt werden, daß im vergangenen 3ahre viel Arbeit für die Mitglieder geleistet worden sei. Er wies daraus hin, daß die Mitglieder noch mehr von den Einrichtungen Gebrauch machen sollten, durch die ihnen in vielerlei geschäftlichen Angelegenheiten Rat und Auskunft zuteil werden könne. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde u. a. noch beschlossen, an den maßgebenden Stellen darauf hinzuwirken, daß die Strompreise für Kraftbetriebe, die als zu hoch erachtet wurden, gesenkt werden. Ferner soll auf eine zinslose Stundung aller Holzgelder bis Martini hingewirkt werden. Mit besten Hoffnungen und Wünschen für eine bessere Zukunft des Handwerks wurde die Versammlung geschlossen. Daten für Mittwoch, t.Fevruar. 1733: Friedrich August der Starke, Kurfürst von Sachsen. König von Polen, in Warschau gestorben; - 1874: bet Dichter Hugo von Hofmannsthal in Wien geboren; — 1905: ber Maler Oswald Achenbach in Düsseldorf gestorben. ••Kor n oliven — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr, „Das Dretmäderlhaus — „Hotel Schütz", 16 und 20 Uhr, Vortrag über „Mabag '-Heihluftherd mit praktischen Koch-, Brat- unb Dackvorführungen. — L:chtspielhaus, Bahnhofstraße: „Annemarie". — Aus dem Stadttheaterbureau wirb uns geschrieben: Zum ersten Mal in dieser Spielzeit und in neuer Inszenierung die Operette „Das Dreimäderlhaus" unter Patll W r e d e s Spielleitung. Musikalische Leitung: Kapellmeister Moehl; Einstudierung der Tätzze und Solotanz: Ballettmeister Ewald B ä u l k e und Frau. 17. Vorstellung im Mittwoch Abonnement Operettenpreise, Schülerkarten haben Gültigkeit. Spieldauer von 19.30 bis 22.30 Uhr. — Das Austauschgastspiel des Stadttheaters Koblenz mit einer Aufführung des Schauspiels „Gestern und heute" von Christa Winsloe, das der Film zu feiner Drehbuchhandlung des auch in Gießen bekannten Films „Mädchen in Uniform" verwandte, findet morgen, Donnerstag, 20 Uhr, statt. In der Rolle des Fräulein von Kesten gastiert die bekannte Schauspielerin Hedwig Schlichter, die diese Rolle bei den Berliner Aufführungen über hundertmal spielte. Spielleitung hat Intendant Bruno Schoenfeld (Koblenz). Die Vorstellung ist außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen. Für Abonnenten ermäßigte Schauspiei- vreise. Schülerkarten haben keine Gültigkeit. Spieldauer 20 bis gegen 23 Uhr. — Freitag, 3. Februar, 17. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Sbake- speares Trauerspiel: „Hamlet". Die Titelpartie spielt wieder Karl Bruck, der infolge Krankheit bei der letzten Aufführung verhindert war.' Gewöhnliche Preise. 20 bis 23 Uhr. — Für Samstag, 4. Februar, sieht der Spielplan eine Volksvorstellung vor mit Vleil Grants Komödie „Politik der Weiberröcke". 20 bis 22.15 Uhr. — Der deutsche Weltflieger Wolfgang von Grockau spricht am Sonntag, 5. Februar, 20 Uhr, in einem Lichtbildervorttag über seine Erlebnisse bei seinem Weltflug. Ende 22 Uhr. — Ausstellung der Arbeiten des weiblichen Freiwilligen Arbeitsdienstes. Der Allgemeine Deutsche Frauenverein, Ortsgruppe Gießen, der sich um die Durchführung des weiblichen Freiwilligen Arbeitsdienstes in unserer Stadt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsdienst sehr verdient gemacht hat, veranstaltet vom Donnerstag, 2. Februar, bis einschließlich Dienstag, 7. Februar, eine Ausstellung der im weiblichen Freiwilligen Arbeitsdienst für die Gießener Winterhilfe hergerichteten Kleidungsstücke. Die Ausstellung ist während der Zeit von 11 bis 13»Uhr und von 15 bis 17 Uhr täglich im Turmhaus am Brandplah zu besichtigen. Aus die heutige Anzeige sei besonders hingewiefen. dem Feuer zum Opfer. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. * Ettingshausen. 31. 3an. Am Sonntagabend veranstaltete der hiesige Männer- gesangvcrcin Concordia einen wohlgelungenen Lieder- und Unterhaltungsabend, den Lehrer Erb von hier leitete. Als Solisten wirkten mit die Herren Bolz (Alten-Buseck), Weimer (Gießen) und Adols Keil (Ettingshausen), die sich als gute Violinspieler auswiesen. Herr Schneider (Gießen) zeigte seine schöne Kunst als Eettospieler, während Herr Lehrer Erb mit bekannter Meisterschaft die Klavierpartien übernommen hatte. Die von dem Gesangverein vor- getragenen Chöre legten Zeugnis von großem Fleiß ab und wurden mit beifälliger Anerkennung ausgenommen. Zum Dortrage kamen u. a. Werke von Mozart, Silcher, Schumann usw. De« zweite Teil brachte außer einigen Konzertstücken noch heitere Szenen, in denen Herr Wilhelm 3 o r von hier großen Beifall erntete. Alles in allem war die Veranstaltung ein rechter Dolksabend int besten Sinne des Wortes und ein Beweis für die Leistungsfähigkeit des Vereins, die er unter Führung seines Vorsitzenden, Förster Keil, und unter dem Dirigentenstab von Lehrer Erb erreicht hat. -y- Grünberg, 30. 3an. Am Samstagabend hielt der hiesige Turnverein (D T.) seine sehr gut besuchte Hauptversammlung im „Taunus" ab. Aus dem 3ahresbericht des 1. Sprechers, Lehrer Wenzel, sowie aus den Berichten der einzelnen Fachwarte war zu entnehmen, daß der Verein auch im abgelaufenen 3ahre eine rege turnerische Betätigung entfaltete und mit Erfolg an den Gauveranstaltungen teilnahm, denn es konnten 44 Siege errungen werden; eine besonders gute Entwicklung zeigen die Schwimmriege und die Schülerinnen-Aoteilung. Die Mitgliederzahl hat sich auf der gleichen Höhe gehalten, 191 gegen 190 im Vorjahr. Am 10. November dieses 3ahres kann der Verein sein 50jähriges3ubiläum begehen. Für dieses 3ahr ist ihm die Abhaltung des G a u s ch w i m - mens übertragen worden, der ursprünglich festgesetzte Termin (16. 3uli) wird wahrscheinlich eine Verschiebung auf den 20. August erfahren. Dis vom Kassenwart, Fabrikant Kar! Schmidt, vorgetragene 3ahresrechnung schloß mit einem Umsatz von rund 3000 Mark ab. Auf Antrag der beiden Kassenprüfer, Otto Matthies Jen. und Heinrich Robert, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Sprecher Lehrer Wenzel, 2. Sprecher Schreinermeister Fritz Gehringer an Stelle des nach Gießen verzogenen Vermes- fungsrates Lichtenfels, 1. Kassenwart Fabrikant Karl Schmidt, 2. Kassenwart Buchhändler Karl Büttel, 1. Schriftwart Derwaltungs- sekretär Heinrich L i st m a n n , 2. Schriftwart Fabrikant Heinrich Schmidt HL, Zeugwart Ztgarrenhändler Karl Möser, als Turnwarte: Karl S ch m a d e l, Philipp Bender, Karl Keil und Friedrich Frank, Leiter der Tur- nerinnen-Abteilung Fritz Gehringer, sowie Gertrud Dock und Martha Zipp, welch letztere auch mit Marianne Don - Eisf die Schäle r i n n e n übernimmt. An Stelle des verzogenen Fechtwartes Fritz Noll wurde Uhrmacher Hermann Pfeffer für diesen Posten bestimmt, als Schwimmwart Otto Matthies jun., der auch an Stelle des zurückgetretenen Spielwartes Otto Römer dessen Amt übernimmt. Als Vertreter für den Gauturntag wurden Lehrer Wenzel und Heinrich Schmidt 111. bestimmt. Die Trommler- und Pfeifer-Abteilung übernimmt Friedrich Schröder. Eine längere Aussprache fand über den geplanten Umbau der Turnhalle statt, als deren Ergebnis folgender Antrag einstimmig zur Annahme kam: „Die heutige Hauptversammlung erklärt sich grundsätzlich damit einverstanden, daß der Umbau der Turnhalle alsbald in Angriff genommen wird. Sie beauftragt den Dorstand, unter Hinzuziehung von Vertretern der Stadt und anderer Kreise der Bürgerschaft alsbald die nötigen Vorarbeiten für den Umbau und dessen Finanzierung möglichst kostenlos zu treffen. Einer außerordentlichen Hauptversammlung soll die endgültige Beschlußfassung hierüber Vorbehalten bleiben.“ Kreis Büdingen. • Nidda, 31. 3an. Die Erkrankungen an Grippe haben sich unter den schulpflichtigen Kindern unserer Stadt in den letzten Tagen erheblich vermehrt. Allein in der Volksschule fehlten gestern 40 Kinder wegen Erkrankung an Grippe. Die Ausfälle im Unterricht sind so stark, daß der Schulbetrieb zum Teil geschlossen werden mußte. Kreis' Schotten. X Schotten, 31. 3an. Aus Anlaß der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler fand hier eine große patriotische Kundgebung statt. Die Gemeinde hatte sich am Rathaus versammelt. Unter Dorantritt der Musikkapelle bewegte sich ein großer Facke 1 zug drnch die Straßen der Stadt und zog vor das Rathaus. Hier gedachte zunächst Dr. K o p i t s ch namens der NSDAP, des Führers Adolf Hitlers, dem die schwere Derantwortung des Reichs- tanzleramtes nach langen Kämpfen nun auferlegt worden sei. Nach dem Horst-Wessel-Lied faradr Bürgermeister Wengel namens der Stadt, die im vorigen 3ahre Adolf Hitler zu ihrem Ehrenbürger ernannte Er gedachte in ernsten Worten der Schicksalsstunde, die für das deutsche Dolk angebrochen sei. Nicht nur in Schotten, sondern im ganzen Reich huldige das endlich national geeinte Dolk, SA, Stahlhelm und die deutsche 3ugend dem greifen Feldmarschall und seinem neuen Kanzler. Möge unseren Führern des Dolles die Kraft gegeben werden, unser Land und Doll einer des eren Zukunft entgegenzuführen. Das Hoch au das Vaterland wurde von der Menge begeistert ausgenommen. Das Deutschlandlied ichloß sich an. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. üi ■ und QaHvuL PFEILRING CREME die neben reinem hautaufbauendem Pfeflnng- Lanolin viele hautverwandte Stoffe, vor allem die natürliche Hautnahrung, das Cholesterin, enthält» In Dosen und Tuben •en fta,ÜJ5bül.*» können Ihr Gesicht, Ihre Hände nicht angreifen, wenn Sie regelmäßig zur Hautpflege Pfeil ring-Lanolin-Creme benutzen. -2—:' -T -»BSü SlMslMWWMl Vornan von Gert Gothberg. (Urheberschutz durch C. Ackermann, Domanzentrale Stuttgart.) 17 Fortsetzung Nachdruck verboten. ^2 hielten sich bei den Händen. Pias Vertrauen zu dem ernsten Mann war so groß, daß er es in diesem Augenblick so recht voll erkannte. Stumm führte er die kleine Hand an seine Lippen. „Rufen Sie. wenn Sie mich brauchen", sagte er. Pia sah ihn an. dann sagte sie: „3d) brauche einen Arzt. Es ist zu weit bis zu Ihrer Klinik. Die ärztliche Leitung können Sie leider nicht mit übernehmen, so gern ich das auch möchte. Aber einen Arzt besorgen Sie mir, nicht wahr? Es soll ganz in Ordnung sein, mein Kinderheim, und dazu gehört in erster Linie ein tüchtiger Arzt. Wenn Sie mir da beistehen wollten, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Lind auch einige gute Schwestern benötige ich. Es ist schwer, das Rechte zu finden." Er nickte lächelnd. „Natürlich, gnädiges Fräu» lein, das will ich alles gern übernehmen. Lind ich selbst, darf ich recht oft kommen?" „Gewiß, Herr Doktor, ich werde mich immer freuen, wenn ich Sie in Hohenbrück begrüßen kann." Don dieser Erlaubnis hatte er nun ausgiebigen Gebrauch gemacht. Pia aber wußte, daß er eines Tages die Frage, die er schon einmal an sie gestellt, wiederholen würde. Lind sie wußte schon heute, daß sie niemals seine Frau werden konnte. Jetzt nicht mehr, nun sie wußte, daß Harry von Achern sie liebte. Sie wußte, daß sie Vertrauen zu sich selbst haben durfte, daß sie es nicht nötig hatte, zwischen ihre Liebe und Achern eine Vernunftehe zu legen, um sich gegen diese Liebe zu schützen. Sie hatte sich ihren Weg gewählt, sie hatte Trost in der Arbeit gefunden. Achern würde es auch, und — vielleicht fand er sich doch zu Edelgarde zurück. Abends, wenn im Park von Hohenbrück die Nachtigallen schluchzten, dann weinte Pia oft heiße Tränen um ihre hoffnungslose Liebe und um Harry von Acherns zerstörtes Leben. Doch das wußte nur sie selbst. Vor den Menschen trug Pia ein abgeklärtes, zufriedenes Wesen zur Schau. Doktor Lansing fragte: „Kommen Sie oft nach Achern hinüber?" „Nein, Herr Doktor. Ich war einmal drüben, und da fühlte Edelgarde sich gar nicht wohl. Sie gefällt mir in letzter Zeit nicht." Lansing nickte. „Ich sah sie am letzten Sonntag in L. mit ihrem Mann im Konzert von Vraggmann. Ich konnte sie nur flüchtig begrüßen, aber auch mir fiel ihr Aussehen auf. Na, ich werbe bei meinem nächsten Besuch in Achern mal mit Herrn von Achern sprechen. Llebrigens hat Onkel Ängsten auch den Kopf voll: seine Frau hat ihm geschrieben, sie möchte die Kinder sehen, wahrscheinlich komme sie in den nächsten Wochen nach Gollwern. Sie soll ganz außer sich sein, daß er das Schloß gekauft hat. Ich begreife Onkel Ängsten nicht, daß er sich nicht endgültig von ihr trennte. Sie bringt doch immer wieder Unfrieden. Nachdem sie nun so viele Jahre in der Welt umhergezogen ist, besinnt sie sich plötzlich, daß sie noch einen Mann und Kinder hat. Na, hoffentlich bleibt sie nicht lange.“ Pia fühlte irgendwelche Abwehr dieser fremden Frau gegenüber. Sie dachte an Harry und wie unangenehm ihm das Auftauchen dieser Frau fein würde. Da Pia auf dieses Thema nicht weiter einging, ließ Lansing es fallen. Plaudernd schritten sie durch den Park und später auch durch das alte Schloß, das so viele Kostbarkeiten barg. Hier fragte Pia plötzlich: „Ich' hörte aber doch, daß Herr Ängsten geschieden ist?" Lansing lächelte. „Verzeihung, gnädiges Fräulein, er ist nicht geschieden. Lim seiner Kinder willen hat er es nicht getan — und weil auch Frau Augsten schon früher einmal geschieden war. Herr von Achern weiß das selbstverständlich alles, doch er hatte wahrscheinlich bisher keine Gelegenheit, mit Ihnen darüber zu sprechen. Als Herr Augsten feine Frau heiratete, war sie ungefähr Mitte Dreißig." „Sie muh eine seltsame Frau gewesen fein. Es gehört doch etwas dazu, sich von einem Manne und drei Kindern zu trennten um einer Laune willen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß etwa Herr Augsten an der Zerstörung feiner Ehe Schuld trägt.“ Lansing nickte. „Onkel Augsten ist die Gutmütigkeit selbst. Aber sie war eine Artistin, ruhelos trieb es sie durch das große, schöne Haus. Einmal war sie tagelang verschwunden, man dachte schon an Furchtbares. Da war sie plötzlich wieder da. Sie war drei Tage lang im Zirkus draußen in der Vorstadt gewesen. Lind eines Tages ist sie eben dann ganz zu ihrem Beruf zurückgekehrt. Aber Onkel Augsten hat aufgeatmet, als sie ging. Er hat furchtbare Launen ertragen müssen. Wir wollen einmal ganz offen fein: Edelgarde ist ihrer Mutter am ähnlichsten. Achern wird nicht auf Rosen gebettet sein unter ihren Launen. Er ist energischer als Augsten, zudem ist Edelgarde ja auch nicht im Zirkus groß geworden, sondern solid und sorgfältig erzogen; der Vater hat sehr viel Augenmerk darauf gerichtet, doch Erbfehler kann niemand ausrotten. Achern ist der Mann dazu, dafür zu sorgen, daß es zu keinem offenen Skandal kommt, zudem ist man in Gollwern überzeugt, daß Edelgarde ihren Mann wirklich liebt, aber glücklich kann kein Mann sein unter solchen Launen. Mir tut Achern leib. Er hat etwas anderes verdient. Er war mir stets sympathisch, und ich habe Onkel Augsten schon einmal angebeutet, baß er ein Llnrecht beging, als er Achern nicht sagte, wie launenhaft Ebelgarbe fei. Onkel Augsten sagte mir damals, er habe so fest gehofft, baß diese Liebe Ebelgarde ändern würde.“ Pia sah den Sprecher an; in ihren Augen las er, bah auch sie wuhte, wie es in Acherns Ehe aussah. Pia aber sagte: „Sie werden sich schon noch verstehen lernen. Es geht ja in mancher jungen Ehe nicht gleich alles glatt.“ Lansing lächelte. „Gewiß, wir wollen also auch hier das Beste hoffen." Langsam gingen sie weiter. Lansing war erstaunt, wie praktisch Pia sich all das ausgedacht hatte, und immer wieder dachte er: „Wenn ich mein Sanatorium mit nach hier verlegen könnte, und Pia würde mein geliebtes Weib!" Doch das blieben geheime Wünsche. So leicht kam eine Frau wie Pia nicht über ihre Liebe hinweg. Vielleicht würde sich seines Lebens größter Wunsch auch nie erfüllen. Diese Erkenntnis tat weh, doch es muhte ertragen werden. Aber einen Freund sollte Pia immer an ihm haben, einen Freund, auf den sie sich verlassen konnte. • Nicht lange dauerte es, und im Park von Hohenbrück zwitscherten mit den Vögeln um die Wette kleine, unglückliche Wesen, denen die Sonne . bisher gefehlt hatte und die sich jetzt glücklich "fühlten, hier zu fein. „Tante Pia!" jauchzte es aus allen Ecken und Winkeln, wenn das schlanke, blonde Mädchen in den Park herunterkam. Lind Pia fühlte sich glücklich, daß sie durch ihr Erbe imstande war, diesen armen Kindern zu helfen. Gute, nahrhafte Kost, täglich viel frische Milch und von früh bis spät im Freien. Sie hatten schon alle ein anderes Aussehen bekommen, und Pia erhielt manchen Händedruck der dankbaren Eltern, die nicht imstande gewesen wären, den armen Krüppelkindern eine solche Pflege angedeihen zu lassen. Alles war frei, Pia unterhielt das Heim ganz auf eigene Kosten. Lind sie ging voll und- jjanj in ihrem Beruf auf. Einmal war auch Harry von Achern hier gewesen. Seine Hand hatte die ihre krampfhaft umschlossen. „Pia, du bist nun zufrieden? Du willst deine blühende Jugend dem Wohltun opfern?" Klar hatte sie ihn angesehen. „Ja, Harry, es ist gut, daß ich diesen Ausweg fand, denn das andere war Sünde.“ .Pia!“ Erschüttert hatte er die kleinen Hände geküßt. „Pia, an mich denkst du nicht?“ „Ich denke immer an dich. Harry, doch — die Arbeit hilft einem Menschen über vieles hinweg." Mit einem verzweifelten Blick sah er sie an. Dann sagte er: „Ja, du hast wohl recht, Pia. Aber wenn man nicht weiß, für wen man arbeitet, dann hat auch sie ihren Wert verloren.“ Das waren Wochen seit jenem Tage, aber Pia wußte jedes Wort, was sie zusammen gesprochen hatten. Oft preßte sie beide Hände auf ihr Herz und dachte: „Ich habe ihn so lieb, doch er mutz denken, daß ich darüber hinweg bin, denn er mutz feinen Frieden haben, um nicht zu verzweifeln. — Einmal trat Pia bet der alten Köchin ein. Da faß diese vor einem Tischchen und besah ein Album mit Photographien. Sie stand schnell auf. Trotzdem sie jetzt ihre Mußestunde hatte, glaubte sie doch, Pia wünsche etwas. Die strich ihr über die Schulter. „Babette, mir kam eben ein Gedanke: Warum befindet sich im Schloß kein einziges Bild von 7 Großvaters Frau? Der Mutter meiner Mutter?“ Die Alte wurde verlegen. Zu lange Jahre hatte sie dahingelebt unter dem eisernen Verbot, daß der Name dieser Frau nicht genannt wurde. Pia fühlte, was in der Alten vorging. Sie sagte gütig: „Babette, Sie werden sich schon noch daran gewöhnen, daß Sie nur mir Rechenschaft schuldig find. Was also ist schuld, daß fein Bild hier ist?" „Herr von Hohenbrück hat doch alle Bilder selbst vernichtet. Aber von dem gnädigen Fräulein Helene sind noch Bilder da." Pia schüttelte mit wehmütigem Lächeln den Kopf. „Babette, das weih ich ja. Mein schönes, liebes Mütterchen habe ich längst bewundert und bin glücklich, daß ich ihre Bilder besitze. Nein. Sie haben doch mit Großvater all das Schwere durchgemacht. Es wäre doch verständlich, wenn Sie sich ein Bild der gnädigen Frau aufgehoben hätten." Ein scheuer Blick ging über das Gesicht der Alten, dann humpelte sie an den Tisch zurück, schlug das Album auf. Auf der einen Seite war ein Frauenbildnis. Pia war der Alten gefolgt und starrte nun ganz entgeistert auf das Bild. Das war doch Edelgarde? Aber nein, dieses Bild stammte aus einer früheren Zeit. Eine Mode, die dreißig bis vierzig Jahre zurücklag. Lind doch, es war Edelgarde, wie sie lebte. Dasselbe schöne, fremde Gesicht mit den großen, dunklen, glutvollen Augen, derselbe genußsüchtige Mund. Pia war blaß geworden. Ein Gedanke kam ihr. Der Gedanke war so grotesk, daß Pia sich scheute, ihm Worte zu geben. Aber sie tat es doch. „Babette, was war meine Großmutter, als Großvater sie kennenlernte?" Die alte Frau duckte sich unter Pias klarem, fragendem Blick. Dann stieß sie hervor: „Ach Gott, der gnädige Herr hat sie so sehr geliebt. Sie war eine — eine Artistin.“ (Forts, folgt.) Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Philipp Pfeiffer Werkmeister i. R. heute mittag im Alter von 67 Jahren plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Pfeiffer, geb Debus. Launsbach, Dorlar, den 31. Januar 1933. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Februar, nachm. 3% Uhr, vom Trauerhause aus statt. ___745 L) Fahrbeamten-Verein Gießen Wir setzen hiermit unsere Mitglieder vom Ableben unseres Kollegen, Oberschaffners i. R. Heinrich Schneider in Kenntnis. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Febr. 1933, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. ____________________________________________________747 I ) 6. Vers: -23A Zwei Damen, beide jung und frisch, die kochten schon lange elekterisch, denn beide hatten aus eigener Kraft sich einen Elektroherd angeschafft. Bei Rudolf Rüdiger. Walltorstraße 35 Schlafzimmer echt Elche mit Nußbaum Schrank dreiteilig, 1.80 m, Waschtisch mit weißem QL|| Marmor,2Betten,2 Nacht- ee schränke, 2 Polsterstühle UwVi Kunst- und Möbelhaus Georg Koos Speisezimmer moderne Ausführung Büffet, Kredenz. Auszugtisch und 6 Stühle mit echtem Leder......RM. Kunst- und Möbelhaus Georg Koos Gießen - Plockstraße 14 06Bl ..................................................................... i Grippe, Husten: U Jungs Honig! | = achgesch. f naturechte Bienenhonigs J = Kränterhancl oitnn in der Schulstraße = .................................................................... Geschäfts-Drucksachen Rechnungen ßrlefblätte* Briefumschläge , Postkarten bei Bruhl, SchuistraöeZ Geschäftskarten Gießen - Plockstraße 14 06. 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Das Wiederkaufsrecht, das sich ein Verkäufer entweder unmittelbar bei dem schriftlichen oder mündlichen Abschluß eines Kaufvertrags dem Käufer aeaenüber ausbedingt, — es kann auch in einem späteren besonderen Rechtsgeschäft noch mit dem Käufer vereinbart werden — ist ein oeräußerliches und auch vererbliches Recht, das sogar im Falle des Konkurses des Verkäufers zu seiner Konkursmasse zugc iooen werden kann. Durch Vertrag kann jedoch die Uebertragbarkeit und Vererblichkeit des Wiederkaufsrechtes auch ausgeschlossen werden. Der Wiederkauf kommt dadurch zustande, daß der Wiederkäufer yder sein Rechtsnachfolger bei Grundstücken vor Ablauf von dreißig und bei beweglichen Gegenständen vor Ablauf von drei Jahren nach der Vereinbarung des Vorbehalts dem Käufer gegenüber die fchriflliche ober mündliche Erklärung abgibt, daß er dos Wiederkaufsrecht ausübe, d a ß e r a l f o den einstmals verkauften Gegenstand als fein Eigentum zurückverlange. Ist für die Ausübung des Wiederkaufs eine Frist bestimmt worden, so tritt diese an die Stelle der vor- gcnanntcn gesetzlichen Fristen. Die Erklärung, daß der Wiederkauf ausgeübt werde, bedarf nicht der für den Kaufvertrag bestimmten Form. Der ursprünglich zwischen den Parteien vereinbarte Kaufpreis gilt im Zweifelsfalle auch für den Wiederkauf. (Paragraphen 497, 503 des VGV.) Dos Reichsrecht kennt ein gesetzliches Wiederkaufsrecht nicht, wie das in gewissen Fällen beim Vorkauf der Fall ist. Während aber, was in ßaienfreifen immer noch wenig bekannt ist, nach § 313 VGV. ein Vertrag, durch den sich der eine Teil verpflichtet, dasEigen- tum an einem Grundstück zu übertragen, zu feiner Gültigkeit unbedingt der gerichtlichen ober notariellen Beurkundung bedarf und die Nichtbeobachtung dieser Forrnvorfchrift etwa erst dann geheilt wird, wenn die Auflassung und die Eintragung in das Grundbuch erfolgt ist, bedarf die Erklärung, baß das Wieberkoufsrecht an einem Grundstück ausgeübt wird, dieser Form nicht, unterfiegt also nicht dem Zwange der erwähnten gerichtlichen oder notariellen Beurkundung des ersten Kaufvertrags. Allerdings kann auch hier durch vertragliche Vereinbarung der Parteien eine anbermeite Regelung getroffen werben. Ein Wieberkaufsvorbehalt, der ein G r u n b- st ü ck betrifft, kann nach herrschender Ansicht nur in einem gerichtlichen ober notariellen Vertrag vereinbart werben. Nach dem Kommentar ber Reichsgerichtsräte tritt bie Heilung eines früheren Formfehlers bann ein, wenn nach Ausübung bes Wieberkaufsrechts an einem Grundstück der Wiederkäufer im Grundbuch als Eigentümer eingetragen worden ist. Der Wiederverkäufer muß dem Wiederkäufer später den gekauften Gegenstand nebst feinem Zubehör herausgeben. Unter letzterem versteht man bewegliche Sachen, die, ohne Bestandteil der Hauptsache zu fein, dem wirtschaftlichen Zwecke der Hauptsache zu dienen bestimmt sind und zu ihr in einem entsprechenden räumlichen Verhältnis stehen. Was aber im allgemeinen Verkehr nicht als Zubehör angesehen wird, fällt nicht unter den Begriff des Zubehörs. Das gilt auch für eine nur vorübergehende Benutzung und umgekehrt. Für den Wiederverkäufer besteht eine gewisse Haftung für Sachmängel. Hat er nämlich vor ber Ausübung bes Wieberkaufsrechts eine Verschlechterung, ben Untergang ober eine aus einem anberen Grunbe eingetretene Unmöglichkeit ber Herausgabe bes gekauften Gegenstanbes v e r f ch u l b e t, ober den (Segenftanb wesentlich veränbert, so ist er für den daraus entstandenen Schaden verantwortlich. Der zum Wiederverkauf Verpflichtete darf also in bezug auf den in Frage stehenden Gegenstand die im Verkehr erforderliche Sorgfalt niemals außer Acht lassen. Für eine vorsätzliche Handlung haftet er selbstverständlich. Ist aber der Gegenstand ohne jedes Verschulden des Wiederverkäufers verschlechtert worden, oder wurde der Gegenstand nur u n ° wesentlich verändert, so kann ber Wieberkäufer eine Herabsetzung des ursprünglich festgesetzten Kaufpreises nicht verlangen. Es kann nun der Fall eintreten, daß der Wiederoerkäufer vor ber ihm mitgeteilten Erklärung bes anberen Teiles, dahingehend, daß er bas Wieder- kaufsrecht ousübe, vorsätzlich ober fahrlässig eine Verfügung über ben gekauften Gegenstand trifft — ihn etwa weiter verkauft, ober verschenkt — ohne an eine Verpflichtung zu benfen. In diesem Falle ver- ügt er auf seine eigne Gefahr über ben Gegen- tanb. Nach § 499 BGB. ist er nämlich alsbann verpflichtet, bie burch seine Verfügung begrünbeten Rechte Dritter zu beseitigen. Emer Verfügung des Wiederverkäufers steht eine Verfügung gleich, die im Wege der Zwangsvollstreckung, oder der Arrest- Vollziehung, oder durch den Konkursverwalter erfolgt. Hat der Wiederverkäufer auf eine Sache Verwendungen gemacht, wobei es keinen Unterschied ausmacht und bedingt, ob eine solche Verwendung notwendig war oder nicht, so kann er für sie insoweit Ersatz verlangen, als der Wert des Gegenstandes durch die Verwendungen erhöht worden ist, bei einem Haufe z. B. durch Erhöhung von Schornsteinen, durch einen neuen Hausverputz, die Neuan- legung einer Wasserleitung, durch neues Eindecken des Daches u. 6gl. Der Wieberkäufer soll a l f o nicht bereichert werben. Maßgebend für ben Wert bes Gegenstanbes ist ber Zeitpunkt des Rückkaufs. Eine neue Einrichtung, also eine körperliche Hinzufügung einer brache zu dem Gegenstand des Wiederkaufs, kann der Wiederver- köufer wegnehmen: verpflichtet ist er hierzu nicht. Luxusverwendungen und solche Einrichtungen zu ersetzen, die nur für den Wiederverkäufer einen Wert batten, etwa die Einrichtung für künstliche Höhen- fanne, ober eine ärztliche Praxis, kann bem Wieberkäufer nicht zugemutet werben. Anberseits hat ber Wieberoerkäufer keinen Anspruch auf Ersatz von Ausgaben, bie er zur orbnungsmäßigen Erhaltüng des Gegenstandes (etwa eines Hauses) notwendigerweise aufroenben mußte. Hinsichtlich bes Wieberkaufs besteht volle Ver- t r a g s f r c i t) e i t Ist in einem Falle als Wiederverkaufspreis unter den Parteien derjenige Schätzungswert vereinbart worden, den der gekaufte Gegenstand zur Zeit des Wiederkaufs hat, so ist ber Wiederverkäufer für eine Verschlechterung, ben Untergang oder, bie aus einem anderen Grunde einge« getretene Unmöglichkeit der Herausgabe des Gegenstandes nicht verantworllich und der Wiederkäufer zum Ersatz von Verwendungen nicht verpflichtet. Selbstverständlich darf der zum Wiederverkauf Verpflichtete nicht, um das Recht des Vertragsgegners zu vernichten, die Sache zerstören, oder absichtlich beschädigen. In letzteren Fällen wäre er dem Wiederkäufer für jeden angerichteten Schaden haftbar. Der Wiederverkäufer kann aber Einrichtungen, die er getroffen hat, zum Schätzungswerte wegnehmen. Steht das Wiederkaufsrecht mehreren Personen gemeinschaftlich zu, etwa auf Grund eines Testamentes, so kann es nur im Ganzen ausgeübt werden. Der Wiederverkäufer ist nicht gezwungen, sich an der Gemeinschaft zu beteiligen. Ist das Recht für einen der Beteiligten erloschen, ober übt einer von ihnen sein Recht nicht aus, so finb bie übrigen berechtigt, bas Wieberkaufsrecht im ganzen auszuüben. Diese Gesetzesbestimmung kann zu ver- Gemäh Artikel 21 der Allgemeinen Bauord- nung kann durch eine zum Ortsbauplan gehörige Ortssahung festgesetzt werden, daß bei der Anlegung einer neuen, oder bei der Verlängerung einer schon bestehenden Straße, sowie bei dem Anbau an schon vorhandenen unbebauten Straßen die Eigentümer der an die Straße angrenzenden Grundstücke die Aufwendungen der Gemeinde für den Geländeerwerb zur Straße, für die Herstellungsarbeiten, für Kanäle, für die Chaussierung der Fahrbahn, für Pflasterung der Gossen, Herstellung der öffentlichen Fußsteige, für die erste Einrichtung der Straßenbeleuchtung ganz oder teiltweise zu tragen haben. Es fragt sich, ob diese Zahlungsverpflichtungen beim Verkauf eines Grundstückes, also bei einem späteren Eigentumswechsel, ohne weiteres auf den neuen Erwerber übergehen oder nicht? Die Frage ist ohne weiteres zu bejahen für diejenigen Fälle, in denen das Ortsbaustatut, wie es vielfach der Fall ist, die Destimmung enthält, daß die auf Grund des Art. 21 der Allgemeinen Bauordnung entstehenden Leistungen ohne weiteres auf die den Verpflichteten im Eigentum nachfolgenden Personen übergehen. Daß inhaltlich eine solche 'Bestimmung nicht zu beanstanden ist. hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden. (Dgl. Zeitschrift für Staats- und Gemeindeverwaltung in Hessen, 30. Jahrgang,Ar. 1 vom 10. April 1905, S. 4.) Aach Ansicht des Hessischen Derwaltungsgerichtshofs sind die auf Grund der Allgemeinen Bauordnung und der Ortsbaustatute dem jeweiligen Eigentümer eines an die Straße angrenzenden Grundstückes auf» erlegten Verbindlichkeiten zur Tragung von Strahenherstellungskosten nicht zu den Gemeindeumlagen zu rechnen, sondern gehören zu den auf öffentlichem Aecht beruhenden, gemäß Art. 21 der Allgemeinen Bauordnung auf die Strahen» angrenzer in der dort näher geregelten Weise auszuschlagenden Forderungen der Gemeinden, die entsprechend den Bedürfnissen des modernen kommunalen Lebens so konstruiert sind, daß sie ohne weiteres jedem neuen Grundstückseigentümer gegenüber als persönliche Ansprüche der Gemeinde zur Geltung gebracht werden können. Die aus ber Seflationstrife sich ergebenbe gänzliche ober teilweise Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Schuldner hat zwangsläufig zu entsprechenben gerichtlichen Schritten ihrer Gläubiger geführt, bie in ben üblichen Zwangsoollftreckungsmaßnahmen auslaufen. Die Fülle ber Zwangsversteigerungen hat aber, nach ber alten Grunbregel ber Abhängigkeit ber Preisvilbung von Angebot und Nachfrage, dazu geführt, baß bie Ergebnisse ber Zwangsversteigerungen immer magerer würben, so daß auf ber einen Seite bem Schuldner wertvoller Besitz verloren ging, ohne baß auf ber anberen Seite bem Gläubiger ein entsprechendes Aeguivalent zufloß. Diele Auswirkungen konnten nicht bei ber Versteigerung von Mobilien (Hausrat, Waren unb dergleichen) Haltmachen, sonbern mußten auch ba in Erscheinung treten, wo es sich um bie Versteigerung ber Existen;- grunblagen (stäbtischer unb lanbwirtschaftlicher Grundbesitz) hanbelt. Hier konnte der Gesetzgeber auf bie Dauer nicht zusehen, wie ben Eigentümern ihr Besitz ohne roeUeres zu nicht mehr zu recht- fertigenben Preisen genommen würbe, wobei bei ber Landwirtschaft noch hinzukam, baß bie unter ben Vollstreckungsinaßnahmen (eibenbe Betriebsführung gleichzeitig eine Gefährbnng ber Sicherstellung ber Ernte und damit ber Dolksernährung zur Folge hatte. Der Gesetzgeber hat beshalb in der'Dezember-Not- oerorbnung vom Jahre 1931 bie ^Möglichkeit ber Versagung bes Zuschlages für bie Fälle geschaffen, in benen bas Gebot hinter sieben Zehntel bes Grund stückswertes zurückbleibt: er hat außerdem die Möglichkeit geschaffen, daß der Eigentümer des zur Zwangsversteigerung anftebenben Grunbbesitzes eine einmalige zeitweise Einstellung bes Verfahrens beantragen konnte. Durch eine Erweiterung biefer Verorbnung würbe im Sommer 1932 bie Möglichkeit geschaffen, ben Antrag auf einstweilige Einstellung bes Verfahrens unter gewißen Voraussetzungen ein zweites Mal zu wiederholen, boch würbe burch eine Durchführungsverordnung zum Osthilfegesetz biefer Schutz benjenigen Betrieben genommen, bie wegen Sanierungsunfähigkeit aus bem Sicherungsverfahren ausgeschieben worben finb. Die Not ber lanbwirtschaftlichen Schulbner hat bie Regierung veranlaßt, bie erwähnten Schutzbestimmungen burch bie Verorbnung vom 17. Januar 1933 weiter auszubauen. Es finb jedoch nicht nur bie lanbwirtschaftlichen Schuldner, zu deren Gunsten diese neue Verordnung erlassen ist, sondern auch, der Hausbesitz nimmt an den Vorteilen teil, bie sie bringt. Die wesentlichste Bestimmung ist, daß bie einstweilige Einstellung ber Zwangsversteigerung, die wickelten Lagen führen. Die Frage, ob z. B. bann, wenn ein Wieberkaufsrecht von mehreren im ganzen ausgeübt ist, einer ber Wieberkäufer bie Wieder- kaufserklärung, soweit sie ihn betrifft, z. B. wegen Irrtums, anfechten kann, wirb vom Kommentar ber RGR. bejaht. Denn bie Ausübung im ganzen vereinigt bie mehreren zu biesem Behuf abgegebenen Willenserklärungen nicht zu einer so untrennbaren Einheit, baß ber Wille bes einzelnen nicht mehr in Betracht käme. Im übrigen entsteht mit ber Aus- übuna bes Wieberkaufsrechts eine Mehrheit von Schuldnern unb Gläubigern, bereu Rechtsverhältnisse sich nunmehr nach ben allgemeinen Gesetzesvorschriften richten. Nach § 503 BGB. kann bas Wie berkaufsrecht — siehe oben — bei Grunbstücken nur bis zum Ablauf von breißig Jahren, bei anberen Oegenftänben nur bis zum Ablauf von brei Jahren nach ber Vereinbarung des Vorbehalts ausgeübt werben. Anders ist jedoch die Aechtskage, wenn die Ortsbausahung eine Vorschrift, daß die Tragung der Anliegerkosten ohne weiteres auf jeden Aachbesitzer der betreffenden Grundstücke übergeht, nicht enthält. In diesem Aille kommt es darauf an. in welchem Zeitpunkt die Beitragsverbindlichkeit entstanden ist. Wann die Beitragspflicht entsteht, regelt sich nach den Dor- schristen der Bauordnung bzw. des Ortsbaustatuts, d. h., sobald auf den Grundstücken neue oder ältere, auf die Dauer bestimmte Gebäude von mehr als 20 Quadratmeter Grundfläche an die neue Baufluchtlinie zu stehen kommen, oder ihren Ausgang nach der neuen Straße erhalten: bei Fuhsteigkosten auch schon gleich bei Eröffnung der neuen Straße und nicht erst, wenn das betreffende Grundstück bebaut wird. Aach einer vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof bestätigten Entscheidung des Provinzialausschusses Starkenburg (veral. Zeitschrift für Staats» und Gemeindeverwaltung in Hessen, 39. Jahrg., Ar. 10, 11, S. 70, 71, 72, 73, 74) haftet der frühere Eigentümer eines an die Straße angrenzenden Grundstückes auch im Falle des Der kauf s des Grundstückes für die zur Zeit seines Eigentums entstandene Beitragsverbindlichkeit auch weiterhin persönlich. Die gleichen Grundsätze gelten auch bezüglich seiner Beitragspflicht zu den Bürgersteigkosten. Gemäß Art. 19 Ziffer 3 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum BGB. verjähren solche Ansprüche wegen öffentlicher Abgaben in 4 Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schlüsse des Jahres, in welchem der Anspruch entstanden ist. (Art. 20 AG. zum DGB.) Anders ist die Rechtslage dann, wenn der Anliegerbeitrag zur Zeit des Eigentumswechsels noch nicht fällig war, d. h. nach den Bestimmungen des Ortsbaustatuts noch nicht die Möglichkeit der Erhebung gegeben war. In diesem Falle kann eine persönliche Haftung des früheren Eigen- tümers nicht mehr begründet werden. Hier richtet sich selbstverständlich der erst nach dem Eigen- tumswechsel entstandene Anspruch auf Zahlung der Anliegerbeiträge nur gegen den derzeitigen Eigentümer. V. bisher nur zweimal zulässig war, nun auch ein drittes Mal erfolgen kann. Dem Schuldner wird also die Möglichkeit gegeben, sich auf weitere sechs Monate gegen die Durchführung der Zwangsversteigerung zu wehren. Für landwirtschaftliche Schuldner gilt die Besonderheit, daß die Einstellung falls sie vor dem 1. Mai 1933 angeordnet wird, auch auf mehr als sechs Monate, jedoch nicht über ben 31. Oktober 1933 hinaus erstreckt werden darf. Dem Schuldner soll also bie Möglichkeit bleiben, aus den diesjährigen Ernteerträgnissen seine Gläubiger zu befriebigen. Ist ber Schulbner bei Antragsstellung mit wieder- kehrenben Leistungen (b. h. ben Zinsen und Grundsteuern) in Höhe der im letztvergangenen Jahr fällig gewordenen Beträge im Rückstand, dann darf eine erneute Einstellung nicht erfolgen. Für die Landwirtschaft ist diese Bestimmung jedoch nur bann anzuwenden, wenn es sich statt eines einjährigen Rückstanbes um einen etneinhalbjährigen Rückstand handelt. Die einstweilige Einstellung darf nicht erfolgen, wenn sie bem betreibenben Gläubiger einen unver- hältnismäßigen Nachteil bringen würbe. Auch bieje Bestimmung ist auf bie Lcmbwirtschaft nicht anwendbar, wenn bie Nichterfüllung ber Verbindlichkeiten bem Gläubiger gegenüber auf außergewöhnliche Verluste durch Unwetter, Viehseuchen oder ähnliche Ereignisse oder auf einen seit Ende 1930 eingetretenen wesentlichen Rückgang ber Preise ber Prabukte, auf beren Erzeugung ber Betrieb in erheblichem Umfang errichtet ist, zurückzuführen ist. In jebem Falle ist Voraussetzung ber Einstellung, baß bie ordnungsmäßige Fortführung bes Betriebes gewährleistet erscheint. Dem Anträge bes Eigentümers bes lanbwirtschaftlichen Grundstücks auf einstweilige Einstellung ber Zwangsversteigerung ist auch bann stattzugeben, wenn bie Nichterfüllung feiner Zinsverpslichtungen auf entsprechenbe Pachtrückstänbe seines Pächters zurückzuführen ist, bie burch bie soeben erwähnten Umftänbe bebingt finb. Auch in biesem Falle muß aber bie ordnungsmäßige Fortführung bes Betriebes als gewährleistet erscheinen. Dem Anträge auf eine erstmalige einstweilige Einstellung für bie Zeit bis zum 31. Oktober 1933 ist stets bann stattzugeben, wenn bie orbnungsmäßige Fortführung bes Betriebes unb bie Einbringung ber I Ernte gewährleistet erscheinen, bei Ablehnung bes Antrages aber gefährdet fein würden; der Schuldner darf jedoch nicht mit wiederkehrenden Leistungen in Höhe ber in den letzten 1% Jahren fällig geworbenen Beträgen im Rückstand fein. Von ber vorgesehen Auslage, daß ber Schuldner bie wöhrenb ber Einstellung bes Verfahrens wieder- kehrenben Leistungen binnen zwei Wochen nach Eintritt der Fälligkeit zu bewirken hat, kann ausnahmsweise abgesehen werben, wenn bie Erfüllung infolge außergewöhnlicher Verluste durch Unwetter, Viehseuchen ober ähnlicher Ereignisse oder durch Preisrückgang der im Betrieb in erheblichem Maße erzeugten Produkte nicht möglich erscheint. Handelt es sich bei ber ber Zwangsversteigerung jugrunbcliegenben Forderung um ein zur Deckung der Betriebsausgaben für bie Bewirtschaftung bes Grundstücks in ben Wirtschaftsjahren 1931/32, 1932/33 ober 1933/34 aufgenommenes Darlehn, bann bars bem Antrag auf Einstellung nur stattgegeben werben, wenn bie Nichterfüllung ber Verpflichtungen auf bie mehrfach erwähnten außergewöhnlichen Verluste burch Unwetter usw. zurückzuführen ist. Das Zwangvollstreckungsnotrecht sah schon im Vorjahr bei lanbwirtschaftlichen Grunbstücken auch einen Schutz gegen Vollstreckungsmaßnahmen in bie Gegenstänbe bes beweglichen Vermögens vor, sofern dadurch bem Schulbner bie zur orbnungsmäßigen Fortführung ber Wirtschaft bis zur Ernte 1932 benötigten Mittel entzogen werben würben. Voraussetzung war, baß ber -schulbner die Gewähr bietet, baß er den Erlös aus der Veräußerung ber Gegen- stäube zur orbnungsmäßigen Fortführung ber Wirtschaft verwenbet. Diese Bestimmung ist mit ber Maßgabe erneuert worden, daß es sich bei der Zwangsvollstreckung um die Entziehung der zur ordnungsmäßigen Fort- fiihrung der Wirtschaft bis zur Ernte 193 3 erforderlichen Mittel handeln muß. Diese Bestimmung bezweckt insbesondere einen »schütz der Ernte des Vorjahres, deren Erlös in erster Linie zur Sicherstellung des laufenden Jahres Verwendung finden soll. Neu ist, daß diese Bestimmung auch für Zwangs- Vollstreckungsmaßnahmen in Wein gilt, sofern dieser aus ausschließlich im Betrieb des Schuldners ge ernteten Trauben hergestellt ist. Schmiergelder als Anfechtung-- gründ von Verträgen. Ein Hauseigentümer hatte fein Haus verkauft und dabei bem die Verhandlung für ben Der- tragsgegner führenben AngesteUten Schmiergelder gezahlt. Als der Käufer bas erfuhr, wollte er den kauf rückgängig machen und berief sich auf die Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuches, daß derjenige, ber burch arglistige Täuschung zur Abgabe einer Willenserklärung bestimmt worden sei, die Erklärung ansechten könne. Hierzu sagt das Reichsgericht, daß die Annahme, daß für die Dertragspartei, welche einem Angestellten der Gegenpartei Schmiergelder gezahlt hat, eine Ofsenbarungspslicht hinsichtlich dieser Tatsache bem Vertragsgegner gegenüber bestehe, sich allerdings zum mindesten ber Regel nach nicht rechtfertigen lasse. Eine Anfechtbarkeit auf Grund eigener arglistiger Täuschung des Schmiergelbgebers unb eine Echabenersahpflicht auf Grund Verschuldens beim Dertragsschluß scheiden daher aus. Trotzdem bleibt ein Recht ber Anfechtbarkeit bestehen, unb zwar ist die Anfechtbarkeit aus der weiteren Bestimmung deS BGB. herzuleiten, nach der für ben Fall, daß ein Dritter die Täuschung verübt hat, eine Erklärung, die dem Dertragsgegner gegenüber abgegeben war, dann anfechtbar ist, wenn dieser die Täuschung kannte ober kennen mußte. Danach ist das Verhalten des Dritten, hier des Beauftragten des Käufers und des Erklärungsempfängers, in diesem Falle des Verkäufers, aus- emanderzuhalten. Während dem Beauftragten eine arglistige Täuschung des Klägers selbst zur Last fallen muh, genügt bei dem Verkäufer, daß er die durch ben Beauftragten verübte arglistige Täuschung kannte. Wichtig ist im übrigen die Frage, ob dem Vertreter des Käufers eine arglistige Täuschung deshalb zur Last fallt, weil er entgegen den Geboten ber Ehrlichkeit sich vom Verkäufer eine Zuwen- bung hatte versprechen lassen unb demzufolge der wirkliche Sachverhalt seinem Dienstherrn nicht völlig bekannt wurde, als dieser ben Vertrag mit bem Verkäufer schloß. Ob man diese Zuwendung als Destechungsgeld, ober als Schmiergeld, ober als Provision, ober als Gratifikation bezeichnen will, ist sachlich ohne Bedeutung: der Sache nach war es eine Vergütung dafür, bah ber “Beauftragte eine Tätigkeit zugunsten des Verkäufers, also ber Gegenpartei, entfalten sollte. Weiterhin ist wichtig die Frage, ob die Un- kenntnis von bem Zuwendungsversprechen an den “Beauftragten für ben Entschluß bes Käufers, den Vertrag abzuschließen, ursächlich gewesen ist, mit anberen Worten, ob jener die Verträge auch dann geschlossen hätte, wenn ihm als Käufer bekannt gewesen wäre, dah seinem “Beauftragten vom Verkäufer eine Zuwendung versprochen war. Man wird nach der Lebenserfahrung davon auszugehen haben, bah im allgemeinen ehrliche und anständige Menschen auf die Eingehung jeglicher Beziehungen zu Leuten alsbald verzichten werden, von denen sie erfahren, daß sie für den Fall des Zustandekommens des Vertrages dem Angestellten und Unterhändler der Gegenpartei eine Zuwendung versprochen haben. Im redlichen Geschäftsverkehr ist ein derartiges Verfahren mit Recht vervönt, und der Regel nach wird — abgesehen von bem persönlichen Grunde, bah ein solches Verhältnis, wie das Reichsgericht sagt, anekelt — jeder sich sagen, dah er mittelbar die seinem Angestellten versprochene Zuwendung bezahlen muh und bah auf die Vertragstreue einer Partei, bie zu solchen Mitteln greift, fein Verlaß ist. Cs mag sein, daß unter besonderen Umständen, $. D. wenn jemand den Vertragsgegenstand zwingend benötigt, oder dessen Erlangung seinem dringlichen Wunsche entspricht, darüber hinweggesehen wird, daß Schmiergelder versprochen worden sind. Sollte ein solcher Ausnahmefall einmal vorliegen, so wird allerdings der Verkäufer, der das Schmiergeld gezahlt Hai. beweisen müssen, dah Umstände vorliegen, die eben eine Beurteilung rechtfertigen müssen, die von den allgemeinen vorstehend, entwickelten Grundsätzen ab weichen. Die Erstattungspflicht von Anliegerbeiträgen. Der neue ZivangsvollslreMmgsschntz. Don Rechtsanwalt Or. v. Karger, Berlin. Wirtschaft. * Dic Jahresabschlüsse der Siemens-Gesellschaften. 3n den am 31. Januar abgehaltenen Sitzungen der Aufsichtsräte der Sicrnens-Schuckertwerke AG. und der Siemens & Halske AG. wurde der Acchnungsab- schluh für das Geschäftsiahr 1931 32 vorgelegt. Bei der Siemens-Schuckertwerke AG. gelangt eine Dividende wie im Vorjahr nicht zur Verteilung. Soweit der entstandene Betriebsverlust nicht Deckung in Erträgen aus 'Beteiligungen, Zinsen und außerordentlichen Erträgen fand, wurde er durch Heranziehung stiller Reserven ausgeglichen. Die außerordentlichen Verluste, wie insbesondere der Restverlust aus dem Shannon- Geschäft, die Abschreibung auf den Besitz an Bergmann-Elektrizitätsaktien und auf die Beteiligung an der Maffei-Schtoartzkopff GmbH, wurden durch Entnahme von 12,2 Mill. Mark aus der für solche Zwecke gebildeten Sonderrücklage gedeckt. — Bei der Siemens & Halske AG. verbleibt nach Absetzung von 4,5 Mill. Mark aus der Sonderrücklage für den auf Siemens & Halste entfallenden Restverlust aus dem Shannon-Geschäft ein verfügbarer Reingewinn von 6 973 708 (8 614 863) Mark zuzüglich Vortrag aus 1930 '31 von 2 215 584 Mark mit zusammen Mark 9 189 292. Es soll der auf den 28. Februar einzuberufenden Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 7 v. H. (9 v. H.) vorgeschlagen werden, so daß nach Absetzung der AR.-Tantierne 2 885 316 Mark vorzutragen wären. Berlin abbröckelnd. Berlin, 1. Febr. (WTB. Funkspruch.) Das Interesse des Publikums für Aktien hat etwas nachgelassen, und die Spekulation war im Hinblick auf das unregelmäßige Reuyork zu Glattstellungen geneigt. Trotzdem genügten die Publikumsaufträge noch, um zu Beginn des offiziellen Verkehrs überwiegend Kursbefserungen herbeizuführen. Besondere Momente allgemeiner Natur lagen nicht vor. Montane waren auf die lebhaftere Tendenz an den Kohlenmärkten bis zu 1 v. H. freundlicher. Deutsche Erdöl gewannen sogar über 2 v. H. Draunkohlenwerke tendierten uneinheitlich. Nie- berlausitzer Kohle und Rheinische Braunkohlen verloren in Reaktion bis zu 2,5 v. H. Kaliaktien bröckelten bei minimalem Geschäft etwas ab. Don chemischen Werten waren besonders Rütgerswerke fester. Auch Farben zeigten durchaus freundliche Haltung. Gummi- und Linoleumwerte gewannen bis zu 2 v. H. Am Markt der Elektroaktien war die Allgemeintendenz etwas fester. AEG. gingen auf die Sanierungserwägungen weiter zurück, Schuckert und Siemens lagen bis zu 1,75 v. H. gedrückt. Der Siemensabschlutz machte jedoch an sich keinen besonders schlechten Eindruck, allerdings war die siebenprozentige Dividende börsen- mäßig bereits escomptiert. Gas-, Kabel- und Drahtwerte, Maschinenfabriken, Bau-, Textil-, Papier- und Zellstoffwerte waren bis zu 2 v. H. gebessert. Deutsche Eisenhandel wurden heute erstmalig nach der Zusammenlegung mit 44 75 v. H. notiert. Bon Autoaktien lagen BMW. weiter haussierend und beinahe 4 v. H. gesteigert. Unter Brauereien fielen Dortmunder Union bei einem Umsatz von 4 Mille durch einen Gewinn von 3,25 Prozent auf. Die Anteile von Wasserwerken gewannen bis zu 2,75 Prozent. Bon Derkehrswerten zogen Allgemeine Lokal und Kraft um mehr als 4 Prozent an. Bon Schifffahrtswerten waren Hansa-Dampf 2,75 Prozent höher. Banken, mit Ausnahme von BEW., ge- getoannen bis zu 1,25 Proz. Im übrigen sind Deutsche Atlanten mit einem Gewinn von 3,25 Prozent zu erwähnen. Jrn Verlaufe ergaben sich auf weitere Realisationen kleine Abbröckelungen. Es verlautete von einer beabsichtigten Auflösung des Preußischen Landtages. Deutsche Anleihen gewannen bis zu 0,50 Prozent. Reichsschuldbuchforderungen hatten kaum Veränderungen aufzuweisen, die übrigen festverzinslichen Werte waren uneinheitlich, überwiegend schwächer. Ausländer tendierten bei geringfügigen Aenderungen unregelmäßig. Am Geldmarkt hat sich nach dem Ultimo bereits schon eine Entspannung bemerkbar gemacht. Der Tagesgeldsatz»ging an der unteren Grenze auf 4,65 bzw. 4,50 Prozent zurück. Privatdiskonten waren gesucht, gleichfalls Reichswechsel per 30. April. Das Geschäft in Reichsschatzanweisungen per 17. Juli war zwar ruhig, doch herrschte Nachfrage. Sranffurf freundlich. Frankfurt a. Hl., 1. Febr. (WTB. Draht- ber'.cht.) Nachdem sich im vorbörslichen Verkehr eine abwartende Haltung bemerkbar gemacht hatte, tendierte die amtliche Börse bei Eröffnung wieder freundlicher. Das Geschäft war allerdings nicht sehr groß, da sich die Spekulation aus mannigfachen Gründen etwas zurückhielt. Dagegen lagen wieder einige Kauforders aus dem Rheinland vor, so daß meistKursbesferun- g e n von 0,5 bis 1 Prozent zu verzeichnen waren. Am Elektromarkt war die Kursgestaltung allerdings uneinheitlich. Während Bekula und Licht & Kraft Besserungen von je 1,25 Prozent zeigten und Gesfürel behauptet waren, gaben AEG. auf Sanierungsgerüchte im Anschluß an die Abendbörse erneut 0,75 Prozent ab und Schuckert und Siemens verloren je 1 Prozent. Die 7proz. Dividende bei Siemens hat zwar befriedigt, dagegen beurteilt man die Bilanzziffern nicht günstig. Am Montanmarkt konnten sich Gelsenkirchen nach der Abschwächung von gestern abend etwa um 1,75 Prozent befestigen. Ferner lagen Buderus, Mannesmann und Rheinstahl von 0,5 bis 7/s Prozent freundlicher. Phönix blieben unverändert, wogegen Harpener 0,75 Prozent nachgaben. Don Chemiewerten dominierten Deutsche Erdöl mit plus 2 Prozent, Metallgesellschaft, Scheideanstalt und IG. konnten leicht anziehen. JG.-Farben lag anfangs starkes Angebot einer ersten Bank vor, was aber von Berliner Stelle glatt ausgenommen wurde. Don Nebenwerten lagen Deutsche Atlanten-Telegraf 4 Prozent, Deutsche Linoleum 2,5 Prozent fester, ferner gewannen Junghans 1 Prozent, Reichsbankanteile, Schiffahrts- und Derkehrswerte, sowie Daimler und Zement Heidelberg von 0,25 bis 0,5 Prozent. Zellstoff Aschaffenburg waren nur knapp gehalten. Deutsche Anleihen lagen freundlich. Neubesitz zogen um 0,35 Prozent, Altbesitz um 0,5 Prozent an. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen dagegen mit 75,5 Prozent unverändert. Don fremden Werten lagen Türkische Anleihen etwa 0,25 Prozent fester. Die an der Abendbörse auf die Regierungserklärung eingetretene Beruhigung am Pfandbriefmarkt hielt heute nicht mehr ganz an. Es lag verschiedentlich wieder Angebot vor, das nur bei nachgebenden Kursen von 0,25 bis 0,5 Prozent ausgenommen wurde. Rhein. Hyp.-Bank- Mannheim-Goldpfandbriese blieben aber behauptet. Liquidationspfandbriefe waren meist etwas freundlicher. Kommunalobligationen zeigten kaum Veränderungen. Stadtanleihen waren bei kleinem Geschäft noch eher etwas leichter. Im Verlaufe zeigte die Börse bei kleinem Geschäft keine nennenswerte Veränderung. AEG. lagen jedoch erneut 0,5 Prozent niedriger. Auch Deutsche Anleihen bröckelten etwas ab. Frapkfrrrter Getreidebörse. Frankfurt a. M.» 1. Febr. (WTB. Draht- melöung.' Die Frankfurter Getreidebörse hatte außerordentlich ruhiges Geschäft, da sich der Handel stark zurückhält und die Absichten der neuen Rcichsregierung auf agrarpolitischem Gebiet abwartet. Die Preise zeigten gegen den Montag keine Veränderungen, lediglich die Weizen- und die Mehlpreise waren etwas erhöht. Das mildere Wetter dürfte in den nächsten Tagen das Angebot wieder verstärken. Am Futtermittelmarkt war das Geschäft wieder sehr still bei behaupteten Preisen. Es wurden notiert: Weizen 200, Roggen 162,50 bis 163,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 182,50, Hafer, inländischer 130 bis 135, Weizenmehl, südd., Spez. 0 28,10 bis 29, Weizenmehl, Niederrhein., 28,10 bis 29, Rcggenniehl 22,50 bis 23,25, Weizenkleie 7,50, Aoggenkleie 7,85 bis 8 Mark. Tendenz: ruhig. Buntes Allerlei. Ameisen hören Musik. Dienen können durch Unterricht dahin gebracht werden, Schachteln mit.Zucker nach ihrer Farbe zu unterscheiden: Schmetterlinge lernen zwischen Apfelsaft und anderen Flüssigkeiten durch die Berührung ihrer Faße einen llnterfdjieö zu machen, und eine bestimmte Art der Ameisen besitzt ein so hohes Musikvevständnis, daß sie auf die hohen Staccato-Töne einer Geige reagieren lernen. Dies sind einige Beispiele des hoch entwickelten Sinnesvermögens mancher Insekten, die Dr. H. Eltringham in einem Vortrag der Entomologischen Gesellschaft in London anführte. „Viele Insekten sind so hoch organisiert", sagte er, „daß ich mich gezwungen sehe, ihnen Fähigkeiten wenigstens in manchem Sinne zuzuschreiben, die über instinktives Handeln hinausgehen. Ameisen können einander erkennen, genau so wie sie Mitglieder einer feindlichen Kolonie unterscheiden. Sie können ihre Brüder veranlassen, sie in einer zweckmäßigen Handlung zu unterstützen." Betreffs der Augen mancher Infekten führte Dr. Eltringham aus, daß das Auge eines Schmetterlings wohl aus 5000 unabhängigen Teilen besteht. Das Auge der Wasserjungfer braucht nicht-besonders eingestellt zu werden. Es schafft halbtonige Abdrucke des Bildes, die aus einer großen Anzahl von Punkten von verschiedener Stärke bestehen. 3eitfd)riftcn. — „Mutter und K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Clwin Staude, Osterwieck am Harz. Vierteljährlich (3 Hefte) 1,65 QKt einfchl. Porto. — Das erste Heft des neuen Jahrgangs bringt u. a. Beiträge tote „Das einzige Kind", „Fröhliches Rechnen in Elternhaus und Schule", „KindesPracht". „Der erste Schritt", „Ein praktischer Heizapparat für das Kinderzimmer", „Der praktische Haushalt". „Dichter und Philosophen über Kinderer- ziehung". Als Beilage „Die Nähstube", praktischer Ratgeber für die Kleidung des Kindes, der Mutter und der Pflegeschtoester. | Lichtspielhaus* Gießen Ab heute Mittwoch 739 C KOMPAGNIE das neueste, beste, urkomische Militär-Lustspiel mit Luci Englisch - Paul Hörbiger Paul Heidemann — Albert Faulig — Hugo Fischer-Köppe und Herrn. Pischa Noch nie ist so gelacht worden! Gutes Beiprogramm! Ufa-Ton-Woche! 738 A Ausstellung Mackensen der in der Niihstube, vom weiblichen W vW VV W* I w* WW freiwillicrpn Arhpitsdipnsf fiir di« Winfpr- ___- ___ freiwilligen Arbeitsdienst, für die Winterhilfe hergerichteten Kleidungsstücke 720D Geöffnet von Donnerstag, den 2.Februar, bis einschL Dienstag, den 7.Februar 1933 täglich von 11 —13 Uhr und 15 — 17 Uhr in der Knnst-Ansstellnng am Brandplatz Allgemein.Deutscher Frauenverein 105. Infanterie-Division Alle Kameraden des 129. Znf.-Regts. (Mackensen) 21. Jnf.-Negts. 209. Feldartillerie-Regts. und alle dazugehörigen Forma- tionen werden zu einer Bekanntmachung. । Betrifft: Die Wahl des Stadtrats. Nach Feststellung der Stadtwahlkommis- fion tritt an Stelle des verstorbenen I Rechtsanwalts Hornberger nach dem Wahl- Vorschlag mit dem Kennwort: „Sozial- demokratische Partei" Krankenkasse-Angestellter Theodor Rühl in den Stadtrat ein. Die Niederschrift über die Feststellung der Stadtwahlkommission liegt vom 2. bis 4. Februar 1933 im Stadthaus, Bergstraße (Zimmer 12) zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Feststellung der Stadt- wahlkommission können wahrend der Offenlegung von den Stimmberechtigten schriftlich oder zur Niederschrift erhoben werden. 718C Gießen, den 31. Januar 1933. Bürgermeisterei Gießen. (Stadtwahlkommissar). I. V.: Dr. Sei b. Arbeitsvergebung. Für den südwestlichen Flügel des Neu- i baues der Pestalozzischule sollen die Anstreicherarbeiten an ortsansässige Weißbindermeister vergeben werden. 728D Die Angebotsunterlagen können vom Donnerstag, dem 2. Februar, ab bei uns abgeholt werden und sind bis Samstag, den 11. Februar, vormittags 10 Uhr, einzureichen. Gießen, den 1. Februar 1933. Städtisches Hochbauamt: G r a v e r t. Moderne ~ Kücheneinrichtung Küchenbüffet mit einge- » ä ■■ bautem Kühlschrank, ein 1 O L gebauten Tonnen, dazu IHr] ■ pass.Tisch u.2 Stühle, RM. I We Kunst- und Möbelhaus Georg Koos Gießen - PlockstraBe 14 3 Viedersehensfeier am 12. Februar d. I., vorm. 9 Uhr, in Gießen, Hotel Kobel, emgeladen. 72?d Oer vorbereitende Ausschuß Trennungswände aller Art, schallsicher und leicht, werden ausgeführt durch Aufdermauer & Laberenz _______Gießen, Lahnstraße Nr. 3. Donnerstag, den 2. Februar 1933 nach^ mittags 2 Ahr, versteigere ich im „Löwen". Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 743D 2 Registrierkassen, 14 Sofas, 1 Bett, 4 Sessel, 7 Vertikos, 2 Nähmaschinen, 2 Chaiselongues, 2 Trumeauspicgel, 1 Radioanlage, 2 Kühlschränke, 3 Klaviere, 1 Registraturschrank, 2 Warenschränke, 5 Schreibmaschinen, 1 Haarschneidemaschine, 7 Ti,che, 16 Stühle, 1 Bro- schüren-Heftmaschine, 75 Weinbücher, 8 Büfetts, 3 Gläserschränke, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett, 10 Flaschen Likör, 2 Bücherschränke, 17 Bände BrockhaA, 4 Bilder, 5 Schreibtische, 1 Kristallüster, 3 Spiegel, 1 Regulator, 1 Teppich, 1 Wäscheschrank, verschiedene Spielwaren, Besen, Christbaumschmuck, 3 Grammophone, 1 Wanduhr, 1 Blumenkrippe, 1 Lederwalze, 1 Kommode, 1 Steppmaschine, 3 Kleiderschränke, 1 Vitrine, 1 Eiskonservator, 1 Harmonium. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im verskeigerungslokal): 1 Pferd, 1 Agawagen, 1 Horch-Personenwagen, 2 Schweine, 3 Kassenschränke. Bestimmt: 40 Fahrraddecken, 1 Bräter, 16 Normalhemden, 20 Damenschlupfhosen- 1 Krawattennadel mit Brillant. KISll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 «illlllllllllllllllllllllllllilliiii Kappen- Abend Donnerstag im Stadt-Kaffee 0644 illlilllllllllllllHIIIIIIIIIIIIHII Grippe S bekämpft ,01bai‘, zuverlässigu. gut Kräuterhans Jang. Natur-Heil- und Pflegemittel, ossr Wohin am Samstagabend? Zum großen ®ignn« Maskenball im Caf6 Leib Karten - Vorverkauf hei; Bäckermeister Bende, Bahnhofstr. 12; August Wallenfels, Marktplatz 17; SporthausSchwan, Mäusburg 16. 541 Die Holzversteigerung o v 0 R vom 26. Januar in Försterei Alten-Buseck ist genehmigt. Empfang der Abfuhrscheine bei den Hebstellen, Ueberweisung (Zusam» menkunft im Distrikt Nieder-Seilbach 13 bei Brennholz Nr. 101 um 9 Uhr) und erster Fahrtag am 3. Februar. 7400 Gießen, den 31. Januar 1933. _______Hessisches Forstamt Gießen. Hotel-Restaurant VavevUchev Ml Donner stag 72,0 Metzelsuvve Ium Studres Sonncnstraße 29. Am Donnerstag, dem 2. Februar 1933 Metzslsuppe Ab 10 Uhr vorm. Wellfleisch mit Kraut. Inhaber L. Wenner. oess nillllllllhllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllU Das Haus der guten Qualitäten wir von Qualität sprechen 737 A Die Preise sind volkstümlich — Bitte besuchen Sie uns doch Jedes Qualitäts-Bekleidungsstück in unserem Geschäft trägt ein Garantie-Gütezeichen, dennwirfühlen uns verantwortlich, wenn KÖHLER „Die zuverlässigen Kleiderfachleute" Herren-u. Knabenbekleidung fertig und nach Maß