Nr. 255 Erstes Matt 189. Jahrgang Dienstag,Zl.OHober 1959 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdnickerei «.Lange In Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis 8‘/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.250/, mehr. Lrmähigte Grundpreise: Steilem, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags -etlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - DieScholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Poftschecttonto: Zranksurt am Main 11686 Deutsche U-Boote in Nordsee und Atlantik. Don Fregattenkapitän z. D. Mohr. Seitdem England die Lehre vom Seebeute- krieg ausgestellt hat, die es in seinen Seekriegen der letzten Jahrhunderte rücksichtslos angewendet hat, und seitdem es im Weltkriege unter Mißachtung bestehender Verträge und Verletzung des Völkerrechts gegen den Gegner den Wirtschaftskrieg ins in seine letzten Konsequenzen geführt hat, bleibt demjenigen, der gegen England kämpft, nichts anderes übrig, als mit gleichen Waffen zurückzuschlagen. Wie wirksam der deutsche Angriff auf die wichtigen englischen Seeverbindungen Am Diesen st euer eines U-Bootes während des Tauchens. (Pressebild-Zentrale-M.) tit, haben die deutschen Seestreitkräfte bereits in den ersten Wochen des Krieges erwiesen. Im Deren mit der Luftwaffe, die wertvolle Aufklärung lüstet und chren Angriff mit großem Erfolg vor- dägt, übt die deutsche Flotte im Nordseeraum einen starken strategischen Druck aus. Aber ein verhältnismäßig geringer Teil des nach mü von England laufenden Seeverkehrs gehl über diese Routen. Heber 60 Millionen Tonnen der bti- ttchen Einfuhr werden auf den atlantischen «eewegen zum Mutterland befördert. Hier gilt es, den Hebel anzusetzen, und hier wird er angelegt, wie die Ereignisse fett Kriegsausbruch gezeigt heben. Welche Möglichkeiten besitzt nun aber das H-Boot für die Führung des Handelskrieges und welche Eigenschaften stehen ihm dabei helfend zur Seite? Die Hauptwaffe der U-Boote ist seine Un- ji ch t b a r k e i t, die ihm das im Kriege so wich- iee Moment der Ueberraschung sichert, und feine Allgegenwart, die den Gegner zwingt, in allen Seegebieten und zu jeder Zeit mit seinem Auftreten zu rechnen. Um sich einer vorzeitigen Entdeckung zu entziehen, für die dem Gegner Un- lerwassergeräuschempfänger zur Verfügung stehen, hotte die Technik die Aufgabe zu lösen, sämtliche wräusche bei der Unterwasserfahrt auf ein Min- dkstmaß zurückzuführen, den besonders verräteri- I5en Ausstoß-Schwall bei den Mit Preßluft abge- Ilhossenen Torpedos zu beseitigen und die Laufbahn tes Torpedos blasenlos zu machen. Die ist heute die "Lage? Wieder hat England tos den Wirtschaftskrieg erklärt und versucht, einen 8'ockadering um uns zu legen. Wie vor 25 Jahren scheint das Jnfelreich auf den militärischen Krieg verzichten und uns wirtschaftlich erdrosseln zu wollen. Die Versorgung Deutschlands mit den meisten Tütern ist aber durch den offenen Osten und Südasien gesichert, abgesehen davon, daß die Wirtschaft sich durch Herstellung von Ersatzstofsen zu einem Swßen Teil von der überseeischen Einfuhr unab- :! hängig gemacht hat. Der Handelskrieg bewegt sich im Rahmen der all- \. Mein gültigen Normen des Seekriegsrechtes und küßt sich auf das Seebeuterecht, das es zuläßt, Endliche Handelsschiffe und feindliches Gut auf sriadlichen Handelsschiffen zu nehmen. Neutrales i 6nt auf neutralen Schiffen dagegen ist frei, sofern •5 nicht Banngut ist. Banngut sind alle Gegen- könde, die unmittelbar und mittelbar zur Führung le- Krieges verwendet werden können. England tat in feiner Banngut-Liste den Rahmen so weit i pogen, daß sie fast alle Güter umfaßt, die m das Leben der Nation erforderlich sind. Damit Jjri es den Krieg nicht nur gegen die bewaffnete A^cht Deutschlands, sondern gegen das ganze deut- tz Volk. Auf der anderen Seite wird England natürlich tw im Weltkriege feine Handelsschiffe zu Gele i t- jügen zusammenfassen und diese durch Knegs- Wgeleil zu schützen versuchen. Derartige Gelett- hatten damals eine Stärke bis zu 40 Schiffen, «e in drei Kolonnen möglichst eng aufgeschlossen Mjren und durch Zerstörer und ältere Kreuzer als Vorhut und Seitendeckung gesichert wurden. Wenn diese Sicherung auch einen gewissen Schutz gewährt, jo bietet andererseits die Zusammenballung so vie- ler Schisse bei entsprechender Angriffstaktik ein ®U-n r J?-ß s ^n9rUfsobjeft, zumal sich im Knegschiffgeleit fahrende Handelsschiffe allen Gefahren des Krieges aussetzen. Eine weitere Gegenmaßnahme besteht in der B e- waffnung der Handelsschiffe. Diese ist von der britischen Admiralität bereits lange vor Ausbruch dieses Krieges vorbereitet worden, indem die Schiffe die zum Einbau von Geschützen erforderlichen Unterbauten und dergleichen erhielten, die Geschütze bereitgestellt und die Geschützbedienungen systematisch ausgebilbet wurden. Entsprechend der Weltkriegspraxis soll die Bewaffnung dazu dienen, offensiv gegen U-Boote vorzugehen, die solche Schiffe zum Anhalten auffordern. Die deutschen U-Boote haben seit Kriegsbeginn den Handelskrieg streng nach den gültigen Regeln des Seekriegsrechtes geführt. Wenn aber feindliche Handelsschiffe bewaffneten Widerstand leisten, so sind unsere U-Boote nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, den Widerstand mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu brechen. Alle Verluste, die dabei auftreten, gehen ausschließlich auf das Konto. der britischen Regierung, der eine solche Verschärfung der Handelskriegftihrung zur Last fällt. Die deutsche U-Bootswaffe hat im bisherigen Verlaufe des Krieges bewiesen, daß sie — neben ihren großartigen militärischen Erfolgen — in der Lage ist, die Versorgung der britischen Insel mit lebenswichtigen Gütern erheblich zu stören. Schon jetzt beginnt England diese Schläge zu spüren. Und das schon nach wenigen Wochen Krieg! Als Prise in Seenot von den Engländern in Stich gelassen. Was norwegische Schiffe in Kirkwall erleben mußten. Oslo, 30. Okt. (Europapreß.) Auf der Heimreise nach Schweden trafen am Sonntag 17 Mann der Besatzung des schwedischen Schiffes „W a n j a" in Oslo ein. Während ihres kurzen Aufenthaltes gaben sie einen Bericht über die Behandlung, die ihnen durch die englische Marine zuteil wurde, der auch in Norwegen Aufsehen erregt. „Wir waren von Florida nach Schweden unterwegs", heißt es in dem Bericht, „als wir in der Nähe der Shetland-Inseln von einem englischen Kriegsschiff gefloppt wurden, das uns eine Prisenmannschaft an Bord setzte und unser Schiff nach Kirkwall beorderte. Englische Marineoffiziere Übernahmen den Befehl, brachten es jedoch fertig, unser Schiff, noch dazu bei Hochwasser vor Kirkwall auf Land zu rennen. Ein englisches Marinefahrzeug versuchte uns vom Grund abzubringen. Als dies mißglückte, verließ auch die Prisenmannschaft unser Schiff und ließ uns einfach im Stich. Die Engländer hatten bei uns an Bord erfahren, daß mir kaum noch Proviant hatten. Aber wir hörten nichts mehr von ihnen. Sie sandten uns weder Schiffshilfe, noch Proviant. Drei Tage lang warfen mir Ladung über Bord, um selber wieder flottzukommen. Inzwischen kam ein neuer Sturm, und wir mußten auch diese Arbeit aufgeben. Mit Hilfe von Rettungstauen mußten wir uns selber an Land bringen. Als wir endlich in Kirkwall ankamen, nachdem wir unser Schiff verloren hatten, mußten wir dort drei Tage lang in einer ungeheizten früheren Kirche auf dem Fußboden schlafe n." Das norwegische Tankschiff „Petter" traf am Montag in feinem Heimathafen Arend al ein, nachdem es von den Engländern über einen Monat festgehalten worden war. Das Schiff war erst von einem englischen Kreuzer gefloppt worden, dessen Kapitän kurz und bündig erklärte, es in einen englischen Hafen bringen zu müssen, in diesem Falle nach Kirkwall. In Kirkwall mußte das Schiff weil draußen vor dem Hafen vor Anker liegen, und niemand von der Besatzung, nicht einmal Der Kapitän, erhielt die Erlaubnis, an Land zu gehen. Englische Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett hielten Tag und Nacht Wache. Dieser förmliche Arrest dauerte einen ganzen Monat. Dann erhielt der Kapitän Befehl, das Schiff nach London zu bringen, wo er feine für Deutschland bestimmte Ladung, die aus Gummischuhen bestand, abliefern mußte. Da zwanzig Ausländer unter der Besatzung nach diesen Erlebnissen abmufterten und in England keine neuen Matrosen zu bekommen waren, mußte das Schiff, das nach Amerika bestimmt war, mit völlig ungenügender Mannschaft den Umweg über Norwegen machen, um die Besatzung hier zu vervollständigen. Die „Norwegische Handels- und Seefahrtszeitung" nimmt energisch zu diesen Schikanen Stellung, denen die neutrale Schiffahrt durch die englische Konterbande-Kontrolle ausgesetzt ist. Es heißt in dem Blatt: „Die nordische Presse hat in der letzten Zeil bereitwillig alle die englischen Ratschläge und Aufforderungen abgedruckt, die neutrale Schiffe beim Anlaufen englischer Häfen beachten sollen. Es wird Zett, daß die Presse auch endlich mitteill, welche Erfahrungen die neutralen Reeder gemacht haben, die den englischen Vorschlägen gehorsam Folge geleistet haben. Beispiele liegen in genügender Zahl vor, die von Planlosigkeit und heillosem Durcheinander zeugen, sie könnten beliebig vermehrt werden und sollten endlich dazu führen, daß die wortreichen verwickelten englischen Ratschläge aus unseren Zeitungen verschwinden. Die Reeder wissen besser Bescheid. Weshalb sind schließlich die Ueberseefrachten so hoch? Weil unsere Reeder die riesigen Kosten decken müssen, die durch den langen Aufenthalt in englischen Kontroll- Häfen entstehen. AmerikasWittschastundderKneg Englands Hoffnungen auf Amerika haben sich seit der Abstimmung im Senat über die Behandlung der Neulralitätsfrage erheblich verstärkt. Wenn man es auch als sehr störend in London empfindet, daß Amerika Kriegsmaterial nur gegen Barzahlung und auf Schiffen der kriegführenden Parteien — also unter Ausschluß amerikanischer Schiffe — liefern will, so würde man doch eine grundsätzliche Lieferbereitschaft Amerikas als em- scheidend ansehen. Man braucht sich nur daran zu erinnern, daß England alle Vorbereitungen getroffen hat, um auch über sein Dominion Kanada amerikanische Rüstungsmaletialien beziehen zu können. Es hat dort Auffangorganisationen geschaffen; diese sollen mit denjenigen amerikanischen Rüstungsfirmen Zusammenarbeiten, die schon vor einiger Zeit Filialen auf kanadischem Gebiet ge* schaffen hatten, um selbst dann liefern zu können, falls etwa die grundsätzliche Durchlöcherung der Neulralilälsbill nicht gelungen wäre. Die Genugtuung, mit der man in England schon die Abstimmung im amerikanischen Senat begrüßte, sollte der amerikanischen Regierung eigentlich die Augen darüber öffnen, in wie hohem Maße sich England eine Wiederholung der amerikanischen Kriegslieferungen von 1915—1917 auch bann verspricht, wenn es „ausgeschlossen" bleibt, daß ame* titanische Truppen in Europa in diesem Kriege kämpfen werden, wie Roosevelt und Staatssekretär Hüll Ende der vergangenen Woche verkündeten. In London jedenfalls nimmt man die Umgehung des Neutralitätsgesetzes im Wege der cash-and- carrx-Klausel als eine offene Parteinahme zu Gunsten Englands. Im übrigen verläßt man sich auf die amerikanische Hochfinanz und auf die Rüstungsindustrie und nicht zuletzt auf die maßgeblichen jüdischen Einflüsse in diesen Kreisen, die es ja schon während des spanischen Krieges verstanden haben, die amerikanische Neutralitätsgesetzgebung fast mühelos zu umgehen, beispielsweise durch die Umschreibung amerikanischer Transportschiffe auf ausländische Strohmänner und dergleichen. Möglich auch, daß man in London in der Praxis ein ähnliches „Entgegenkommen" erwartet, wie es die amerikanischen Behörden seinerzeit beispielsweise bet dem großen Dampfer „Mar Cantabrico" übten, den man mit einer großen Ladung von Kriegsmaterial recht,zeitig aus den amerikanischen Gewässern entkommen ließ. Aber wie damals die „Mar Cantabrico" den nationalspanischen Seeslreil- fräften direkt in die Hände lief, so werden sich die kriegführenden Westmächte auch über das Risiko klar werden müssen, das sie laufen, wenn sie ihre Schiffe nach Amerika schicken. Vier seindlicheFlugzeuge abgeschossen Der heutige Heeresbericht. Berlin, 31. Oktober. (DNB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3tn Westen zwischen Mosel und Pfälzer Wald schwache Artillerie- und Spähtrupp- Tätig k e it. An den übrigen Teilen der Front keine besonderen Ereignisse. Vier feindliche Flugzeuge wurden abgefchosfen. Englands jüdischer Krieg. Tschechische Emigranten und Luden die willfährigen Helfer Englands. — Aufschlußreiches Briefdokument über die verbrecherische Tätigkeit der Londoner Kriegshetzer. Berlin, 30.Ott. (DNB.) Die englische Presse hat in den letzten Wochen mit großem Stimmaufwand immer wieder die Behauptung aufgestellt, daß im Protektorat Böhmen und Mähren eine revolutionäre Bewegung gegen Deutschland im Gange sei. Es sollten dort angeblich Terrorakte aller Art, Attentate und Brückensprengungen vorgekommen sein, ja es hieß, daß sich chon regelrechte tschechische Armeen gebildet hätten, deren Bekämpfung die Anwesenheit von einer Million deutscher Soldaten und mehr notwendig mache, die auf diese Weise von der Front abgezogen werden müßten. Durch neutrale Augenzeugen, vor allem Auslandsjournalisten, denen man Reisen kreuz und auer durch Böhmen und Mähren ermöglichte, wurde der Beweis geführt, daß alle diese Behauptungen auf freier Erfindung beruhen und daß die Lage im Protektorat ruhig und konsolidier l ist. Das tschechische Volk geht seiner Arbeit nach in dem Bewußtsein, daß seine Regierung durch den Abschluß eines (Staatsoertrages mit Deutschland richtiger handelte als die einstige polnische Regierung, die sich von englischen Kriegshetzern m einen hoffnungslosen Kampf gegen Deutschland vorschicken ließ. Der politische Sachkenner konnte aus den englischen Falschmeldungen über die Lage im Protektorat unschwer entnehmen, daß der englische Wunsch der Vater der lügnerischen Nachrichten war. Und es gehört gar mcht so oiel Kombinationsgabe zu der Folgerung daß England tatsächlich alle Mittel einzusetzen versuchte, um wirklich zu dem Ergebnis zu kommen, das die Lu- "enmeldungen über einen Aufstand IM Protektorat erkennen ließen. Bei diesem Versuch, Unruhe zu stiften bediente sich England der Faktoren, die ihm zur Verfügung stehen. Das ist nicht das tschechische Volk, aber es sind 1. die tschechischen Emigranten vom Schlage Beneschs und Osuskys und 2. die emigrierten tschechischen Juden, die bei einer Anzahl von in Böhmen und Mähren zurückgebliebenen Juden willfährige Helfer finden. Auf diese Elemente haben deshalb die deutschen Sicherheitsbehörden einmal ihr besonderes Augenmerk gerichtet. Nun wurde bei einem Angestellten der jüdischen kultusgemelnde in präg neben anderem schwer belastenden Material auch ein Brief gefunden, der die Zusammenhänge tschechischer Juden mit der Kriegs- heherzentrale in London eindeutig aufdeckt. Der Brief gibt dazu noch ein schlüssiges Bild darüber, wie Engländer von den Juden und Juden von den Engländern denken und eingefchäht werden. Es tut sich hier das Bild dieser sauberen Kumpanei in einer Deutlichkeit auf, die nichts zu wünschen übrig läßt. Der Brief ist ein Dokument von größter politischer Bedeutung, weil er aus der Perspektive des emigrierten tschechischen Juden gesehen die Dinge in England mit einer geradezu verblüffenden Klarheit barlegt. Maßgebende englische Staatsmänner finden dabei eine Charakterisierung, die ihnen wahrscheinlich wenig Freude machen wird: Der jüdische Briefschreiber, der nur für seinen Rasse- genossen in Prag zu schreiben glaubte, ist von einer frappierenden brutalen Offenheit, weil er glaubte, fein Blatt vor den Mund nehmen zu brauchen. Wir übermiteln das Dokument hiermit der Oeffentlich- keil. Es ist ein Brief, geschrieben am 18. Oktober 1939, offensichtlich in London, gerichtet an den Angestellten der jüdischen Kultusgemeinde in Prag, Rechtsanwalt Dr. Zdenek Thon, wohnhaft Prag 12, geschrieben in tschechischer Sprache,unterzeichnet mit einem dem Empfänger offenbar sehr vertrauten Vornamen, der wahrscheinlich Iaro, eine im Tschechischen gebräuchliche Abkürzung von Jaroslav, lautet. Der Brief hat.folgenden Wortlaut: „Mein lieber Zdenek! Du hast Dich gewundert, daß Du beinahe drei Wochen ohne Nachrichten bist; allerdings konnte ich nicht früher schreiben, da die bisherigen Verbindungen allzu riskant waren, wie für Dich so auch für unsere Freunde. L. versuchte es dreimal, die Grenze zu überschreiten, doch war die Kontrolle zu streng. Jetzt sandte I., welcher di€ Schweizer Staatsbürgerschaft erlangte, den Vertreter seiner Schweizer Firma, welcher die Verbindung auffechterhält.. Er wird Dir persönlich weitere Informationen geben. Ihn wird die Gestapo bestimmt nicht a u s 3 i e b e n# damit keine diplomatischen Verwicklungen entstehen Ich hoffe, daß er Dich gesund antrifft. Obzwar es mir gut gehl — ich bekam nämlich Aufträge für die Terriloralarmee —, so gssdenke ich doch gern der schönen Abende in Eurem Hause und der Abende mit Slawek und Eva. Die Engländerinnen sind allzu unzugänglich. Unser Geld ist ihnen zwar nicht unsympathisch, unsere Bundesgenossenschaft verlangen sie, hinter uns aber rümpfen f i e d i e Nase. Darüber aber im nächsten Briefs mehr, denn ich will Euch jetzt das Bild entwerfen, wie es hier nach der Chamberlain-Rede aussieht. Du wirst das dem D. in Brünn und den anderen melden. Sei vorsichtig. Abschriften im eigenen In* leresse sofort verbrennen. Also: Dor drei Wochen berief W. eine große Beratung ein. H. B., welcher als Kriegsminister eins bedeutende Rolle spielt und unser großen dem Er erwart sich den Hausorden von' Armeekorps ernannt. Als Führer eines Panzerkorps immer in vorderster Linie reite am 3. September stand General der In sanier re Strauß mit seinen tapferen Pommern und Brandenburgern an der Weichsel. Den^Polen war damit jede Rückzugsmöglichkeit nach Süden abgc» schnitten. Eine leuchtende Wasfentat war vor allem der Angriff des Korps am 2. September auf die Seeinsel bei Crone, westlich der Brühe. Die hier befindlichen, stark verdrahteten polnischen Stellungen wurden im stürmischen Anlauf durchbrochen. Wo der Pole sich noch wehrte, wurde er zum Teil im Nahkampf mit der blanken Waffe Erwähnung finden. So bildet Schleswig-Holstein wie in seinem katto« graphischen Bild auch kulturell die Brücke, dtt Deutschland mit dem Norden verbindet, und die Tradition einer bodenständigen Kulturidee hot hier stete über manches Trennende und Verschieden' artige obgesiegt. Will man den Charakter der Landschaft zeichnen, die sich rings um die alten Schlösser und Hose schließt, so findet man darin einen merkwürdigen. Zusommenklang von urtümlich gebliebener Natur und einer verfeinerten Pflege, die die ganze Lano- schaft gleichzeitig in einen „englischen Park" verwandelt hat. Das flächig, dann wieder Ieid)C hügelige Wiesengelände breitet sich wie ein Teppich! feierlich aus den Seen steigen Buchenwälder, bilden kleine Inseln oder Halbinseln, teils mit fünft* lichen Anlagen und fremden Sträuchern geschmückt: man fühlt, wie Jahrhunderte diese Landschaft ZE verschönen trachteten. Gleichsam Bauernhöfe größeren Formats — so liegen breitgestreckt die Herrenhäuser und Herregaards in dieser Landschaft, I1* unterbrechen sie nicht, sie betonen sie noch. Das gibt dem betrachtenden Gast ein unvergleichliches Gefühl der Ruhe. Wenn diese Landschaft gerade für die Romantik, für Johann Heinrich 23 o B - der bei Plön auf dem Parnaß (die Stelle peiB3 heute noch so) mit seinen Freunden zusammenka^ oder für O e h le n s chl ä g e r, der auf so manchem Hofe in Dänemark zu Gast war, eine „Insel o» frohen Einsamkeit" bedeutete (wie Klopstock das m seiner Ode „Stintenburg" nannte), so haftet N« Gegend auch heute noch allenthalben etwas von jener stillen Romantik an, die im Liede ihren reinsten Ausdruck findet. Liegen aber die Seen um Buchenwälder wie unbeweglich in der Mittagssonne eines Sommertages, dann meint man, von de inneren und äußeren Ruhe dieses Bildes gebann - die Zeit habe hier wirklich eine Pause gemache- und man fühlt den Pulsschlag eines ewigen Lebens LUllllUjUl, J-.w» O“1" --- _ ____zum General der Infanterie be. und zum Kommandierenden General eines Größten der Literatur, für Klopstock, Schiller, Hebbel, hatte. Man weiß anderseits in Dänemark auch, wie stark der Einfluß der deutschen Kultur gerade auf die dortige Geistesentwickelung im 18. und 19.Jahrhundert gewesen ist, Andersen , B a g g e s e n, O e h l e n s ch l ä g e r und viel« andere waren als Gäste mit innerem Erfolg m Deutschland. Mittler dieses Kulturaustausches aber waren vor allem immer wieder jene alten Geschlechter, deren Schlösser (wie Ahrensburg, Ascheberg, Nienhof, Panker - Hessenstein, Rantzau, Nehmten oder drüben Broholm, Egeskov, Hvidkilde oder — das Kleinod auf Südfünen — Brahetrolleborg) immer wieder in der Geistesgeschichte des Nordens rensitzen Holsteins und den sie umgebenden Park- ' anlagen und Gärten zum Ausdruck kommt, setzt sich in den „Herregaards" drüben nur fort. Wir wissen aus der Geschichte, welche Bedeutung diese Schlösser.Holsteins hatten, als die Städte noch klein und für die Geisteskultur noch nicht von der späteren Bedeutung waren. Diese alten Herrensitze waren damals die eigentlichen Zentren des politischen und Geisteslebens: die Stätten, von denen die hervorragendsten Diplomaten und Gelehrten stammten, die den Geist'des Nordens bestimmten, indem sie ihre bodenständige Tradition mit -der weltmännischen Erfahrung zu einem besonderen Typus zu vereinigen wußten. Wenn man Gelegenheit findet, nicht nur die Landschaft hüben und drüben der Grenze eingehender zu studieren, sondern auch einzelne jener Schlösser und Herregaards kennen zu lernen, so ist man bald von der Bedeutung eines deutsch-nordischen, insbesondere des deutsch-dänischen Kulturaustausches überzeugt, der hier seit der Renaissance, besonders aber dann im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert auf diesen alten Stammsitzen stattfand. Schon das äußere Bild der Schloßbauten charakterisiert den „Typus", der sich hier aus dem freien Bauerntum entwickelte. Dabei waren es neben I a r d i n und dem großeli dänischen Architekten C. F. Hansen vorwiegend Deutsche, die als Baumeister der Herrenhäuser hervortraten: Nomen wie Claus Stallknecht, Jasper Car- st e n s, Johann Peter Hermann kehren immer wieder. Die Bauherren selbst (an ihrer Spitze Heinrich Rantzau, Statthalter von Holstein, der größte Bauherr des Nordens im 16. Jahrhundert und einer der bedeutendsten Gekehrten jener Zeit) waren zugleich die feinsinnigsten Kenner und Pfleger jener Kultur, die hier überall festen Boden für ihre Entfaltung fand. So forderte bereits Rantzau bei der Errichtung eines seiner zahlreichen Schlösser, daß es nicht gegen anstürmende Feinde erbaut werde solle, „sondern damit es gute Freunde angenehm aufnähme und später den heiligen Musen diene". Und das war um die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der ja auch Holstein und das heutige Grenzland nicht verschonte! Spätere Mittelpunkte einer hohen Geisteskultur, wie unter B e r n • ft o-r f f auf Stintenburg und Borstel, konnten dem Ideal noch mehr huldigen und wurden-vor allem in der Zeit der deutschen Klassik und der norddeutschen und dänischen Romantik zu gastfieund- lichen Stätten für alle, die am Kulturleben teil- , hatten. Es sind überall auch heute noch die gleichen , Geschlechter, die Rantzaus, Reventlows, Ahlefeldts, Schimmelmanns, Plessens I usw., die hüben und drüben der Grenze die alte Mann ist d«r Marinelard und Edens srierfleisch verkauft, da di« Lieferung van srifchem rvaren vettr^u Auch Laubet aus^ Pari- -ntfandte Fleifch verfag. men — aber da drückt er mich schon mit einem l freundschaftlichen Hieb seiner Pratze in den Sitz zu- i ^Blew sitzen, Otto!" brüllt er besorat. „Du mußt i dich schonen, alter Freund! Denk an deine Gallen- . steine! Wer ich hab' etwas für dich! Uebn^ens s teil' dir vor: Schon vor ein paar Wochen hab ich i da in der Straßenbahn einen dämlichen Kerl an- 1 gesprochen, der dir zum Derwechseln ähnlich sah! „Ich stöhnte. „Aha!" trompetete er. „Also noch immer das alte Leiden! Gallensteine, nicht wahr?" „Ja", sagte ich ergebungsvoll, „ich glaube, letzt habe ich welche!" Schlösser und Herrensitze des Nordens. Von Rudolf Adrian Dietrich. Wenn man van Berlin aus nach dem Norden Deutschlands reift, macht sich bald eine wesentliche Veränoerung des Landschastsbildes bemerkbar. Das Herrschaftsbereich der Kiefer hört etwa mit dem Gebiet der Mark auf. Anstelle des hochstämmigen Nadelgehölzes mit den Fächerkronen treten die satten, grünen Buchenwälder, die sich nun bis wett über die Nvrdmark hinaus erstrecken. Aber auch sonst fällt mancherlei Veränderung auf. Anstelle der Holz-Zäune, die die einzelnen Gemarkungen und Weideplätze trennen, erscheinen jetzt Die „Knicks", aus Haselnuß-, Weißdorn-, Welden- gesträuch oder jungen Buchen und Eschen gebildete Abgrenzungen, und verleihen der Gegend eine besondere Zeichnung. Zugleich wird das Gelände wieder leicht hügelig, und zwischen saftigen Koppeln, aus denen Rinder und Pferde grasen, breiten sich große Seen, deren Ausmaße gleichsam mit der Nahe des Meeres zunehmen. Die strohgedeckten Dauerngehöfie (zunächst größtenteils aus rotem Ziegelstein errichtet), lehnen sich da und dort gegen einen Hang oder stehen im Schutze eines Buchenhaines Bald taucht bann zwischendurch schon die weiße Fassade eines Schlosses, eines alten Herrenhauses auf, gleichsam der Mittelpunkt, das Lebens- und Wirtschaftszentrum des Landschaftsabschnittes. Reift man über Holstein und Schleswig hinaus noch weiter nordwärts, so trifft das aufmerksame ■ Auge einen neuen Faktor im Landschaftsbild: der rote Ziegelbau tritt zurück, die meisten der sttoh- ■ gedeckten Gehöfte zeigen den weißen Anstrich, der dem ganzen besonders an klaren Tagen vor dem t blauen Himmel jene typisch dänische Nüance gibt, > die wir durch Bilder von Per Krogh, Larsson, Drachyiann und anderen dänischen Malern kennen. - Sonst freilich in Lage und Flora unterscheidet sich Benzin, Del und Erz. Dabei führt immer Ziffern an, bann werden sie selbst einsehen, daß sie einen längeren Krieg nicht aushalten werden. Warum führten sie Brotkarten ein, wenn sie angeblich solche Riesenvorräte an Getreide haben, wie sie es behaupten. Und nun, mein lieber Zdenet, laß mir auch Nachrichten, was Dich betrifft, zukommen. Teile mir bis ins einzelne mit, wie die Stimmung bei Euch fit, wie es mit den Dechastungen bestellt ist und ob Ihr Geld benötigt. Kann man bei Euch Flugblätter gefahrlos drucken? Wie ist unser R im b f u n t zu hören? Grüße von mir an Slawek. Auf Wiedersehen in Prag, Dein Jaro. * Man muß dieses Dokument mit einiger Aufmerksamkeit lesen, um es ganz zu verstehen. Für politisch geschulte Menschen wird es nicht schwer sein, die Abkürzungen, die in diesem Bries gebraucht sind, zu ergänzen. E. und I. dürften Judengenossen aus der Kumpanei sein. D. in Brünn ist vorläufig noch unbekannt. H. B. ist nach dem Wortlaut des Briefes Hore-Belisha, der derzeitige indische Kriegsminister Englands. CH. ist zweifellos C h u r- Derlassen können wir uns nur von allem Anfang an auf H. B., ferner auf CH., die wahre Seele des Krieges und auf immer für uns zugänglich. Dasselbe gilt für Lord Camrose und selbst- verständlich auch auf Ede n. Er ist allerdings allzu eitel und b r a u ch t v i e 1 G e 1 d. Die übrigen kann man als die zweite Garnitur bezeichnen. Chamberlain ist zu alt. Wäre Churchill Premier, das wäre etwas, da würbe der Krieg anders aussehen. Immer die Rücksichten, nichtbefestigte Stadre darf man nicht bombardieren, wie der Alte behauptet. Gibt es überhaupt unbefestigte Städte? Die öffentliche Meinung der zivllisierten Welt wurde es angeblich nicht ertragen, was bedeutet die öffentliche Meinung, da ja alles auf dem SpZele steht. Das Gleichgewicht der Kräfte zwischen der vorläufig schwachen Fraktion des Friedens und der des Krieges ist bis heute labil. H B. und Ch. lassen den Alten nicht aus. Er muß mit. Wenn wir nur dem L. G. das Maul stopfen könnten, wenn er alle Tage vom Frieden schwatzt. Die Flugblattpropaganda gegen den Nazismus laut Nachrichten aus Holland wirkte nicht. Ich habe es vorausgesagt. Derartige Flugblätter muß man geschickter abfassen. Die deutsche Propaganda ist hauptsächlich geaen Churchill geführt. Der d e u t s ch e R u n d f u n k der Stationen Köln und Hamburg wird b t e r d t e l mehr gehört, als man es voraussehen konnte. Die Beliebthett des Ch. nimmt durch diese Propaganda hier nicht zu. Er allerdings halt etwas aus. Gallensteine. O. G Irhr. v. Foerfier. . Jeden Morgen fahre ich mit der Straßenbahn zu meiner Arbeitsstätte. Ich lese die Morgenzeitung da- bei, und es geschieht nichts besonderes während der ziemlich langweiligen Fahrt. Wenigstens war es bis vor drei Wochen so. Da geschah es nämlich, daß ich einen mir gänzlich unbekannten „alten Freund" kennenlernte ... Vier Haltestellen vor meinem Reiseziel stieg er ein, ein wohlgenährter Mann mit einem gesunden roten Gesicht und einer prall gefüllten Aktentasche. Er ging durch den Wägen und suchte nach einem Sitzplatz. Dabei fiel sein Blick auf mich — er stutzte, dann erglänzte sein Gesicht in freudigem Schein, er stürzte auf mich zu und schlug mir mit der Hand auf die Schulter, daß ich glaubte, zusammenbrechen zu müssen. „Mensch, Otto!" schrie er, und sämtliche Fahrgäste freuten sich über unser Wiedersehen. „Seh' ich dich endlich auch wieder mal! Wie geht es dir denn, alter Junge, was?" Er ließ sich auf dem freien Platz tmr gegenüber nieder und begann eine geräuschvolle Unterhaltung. „Was macht die Frau und wie geht's den Kinderchen? Du siehst ein bißchen mickrig aus — ach ja, richtig, die Gallensteine! Plagen sie dich immer noch so? Weißt du, ich habe da kürzlich ein ganz unfehlbares Mittel gelesen, speziell gegen Gallensteine!" ... ... Die Leute im Wagen betrachteten mich mitleidig und abschätzend. Mein Freund aber zückte die Brieftasche und suchte nach dem Gallensteinrezept. Da erhob ich mich. ., , , „Sie irren sich, Herr!" sagte ich bescheiden. „Ich heiße nicht Otto, kenne Sie nicht, habe weder Frau noch Kinver noch — Gallensteine." Der Dicke betrachtete mich in aufrichttger Ver- wunderung. . „Also so etwas von Aehnlichkett! rief er. „Sie gleichen meinem Freund Otto wie ein Ei dem anderen! Aber wollen Sie nicht wenigstens mein Re- Danke!" sagte ich und verlieh unter allgemeiner Heiterkeit wütend den Wagen. Das ist drei Wochen her. Gestern fahre ich geaen Mittag mit einer anderen Straßeittmhn nach der Dergsttaße. Plötzlich — ich erblasse vor Schreck — kommt der dicke, gesunde Mann von neulich in den Wagen. Und schon hat er mich ergäbt, und rennt mit einem Freudenschrei, der sämtliche Jnsasien des Wagens alarmiert, auf mich los. Ich erhebe mich, um allem Weiteren zuvorzukorn- Und nun, was ist Eure Pflicht? In Ruhe Eure Stunde abwarten. Bene,ch und Osusky sind sehr rege, jedoch nur Dilettanten. In dieser Beziehung gefällt mir Masaryk besser. Bemüht Euch, klügere Leut e i n die Re g i e - rung zu bekommen. Mit E. können wir zufrieden sein, er verstellt sich vorzüglich. Unsere Meinung ist, daß es spätestens in vier Monaten in Deutschland zur Revolution kommen wird. Man muß nur auf glaubwürdige Werse betonen, daß man rein nur gegen Hitler Krieg führt. Dann werden sie kommen. Seit 1918 sind 20 Jahre vorbei- gefloifen. Das ist eine lange Zeit. Helfen könnt Ihr durch Flüsterpropaganda. Die Sache mit d em Waffen st ill ft and war ausgezeichnet. Die Hauptsache ist, die Propaganda mit genauen Ziffern zu erhärten. Der Deutsche wird Euch glauben, wenn immer er Zahlen hören wird, krumme Summen sind ihm heilig, bilden für ihn. eine Autorität. Hört unseren Rundfunk über Daven- try und Lyon. Selbst die Zahl der Gefallenen und der Verwundeten kann man ausnutzen. Ihr durst aber keine abgerundeten Summen anführen. Behandelt die Frage der Versorgung Deutschlands mtt General der Kavallerie H o e p n e r hat das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als Anerkennung für eine überragenden persönlichen Leistungen und die einer Truppen erhalten, lieber Tschenstochau tiefe General Hoepner mit seinem Panzerkor p s in aufeerordentlich schnellem Vormarsch nach Osten über b i e Warthe und di e Pilica in Richtung Warschau vor. Ursprünglich bildete sein Verband etwa die Mitte der Armee von Reichenau, später wurde er am linken Flügel dieser Armee gegen d i e Weichsel oberhalb Warschaus eingesetzt. Bereits am 8. September stand das Korps 80 bis 100 Kilometer vor der eigentlichen deutschen Front. Die ßeiftung en ber Truppe sind nach dem Urteil General Hoepners unübertrefflich gewesen. Es mußten hohe Anforderungen gestellt werden, da das Korps die Aufgabe hatte, die polnischen Kräfte westlich der Weichsel zu trennen und den Abmarsch über Warschau zu verhindern. Hierbei haben sich neben den Kommandeuren der beiden Panzerdivisionen vor allen Dingen auch die Truppen selbst hervorragend bewährt. Das Hauptverdienst fällt den Offizieren aller Grade zu, wobei sich die älteren durch Umsicht und klare Zielsetzung, die jüngeren Offiziere durch unvergleichlichen Schneid auszeichneten. ; Da bei dem schnellen Vormarsch polnische Truppen einfach durchstoßen wurden, ohne daß zunächst Rücksicht auf die rückwärtigen Verbindungen genommen werden konnte, mußten sich naturgemafe verschiedene kritische Lagen ergeben. Jedoch vermochten persönliche Tapferkeit und unbedingtes Ausharren diese Krisen in eigenen Erfolg umzu- wandeln. So überfiel beispielsweise bei Petri- k a u eine polnische Division eine in Ruhe liegende deutsche Panzerdivision und stieß sogar bis in me Quartiere vor. Die Lage war außerordentlich ernst, chill, dessen Name in dem Brief an manchen Stellen ja auch ohne Abkürzung ausgeschneben ist. Der „Alte" kann nur der englische Ministerpräsident Chamberlain sein, während sich LG. nur mit Lloyd Geoxge erklären laßt. Ein Mann namens E., von dem der Briefschrerber sagt, er verstelle sich vorzüglich, ist in dem Kreis der Emigranten Benesch, Osusky usw. nicht bekannt. Ebenso ist nicht festzustellen, wer sich unter dem Namen W. im Kreise der Kriegshetzer verbirgt, auf dem dieser Brief ein so grausames und grelles Schlaglicht wirft. Man könnte vermuten, daß es sich um den Zionisten Chaim Waitzmann handelt, aber diese Annahme ist insofern unwahrscheinlich, als Waitzmann zur zionistischen Richtung unter den Juden gehört. Möglicherweise aber ist im Augenblick des gegenwärtigen Druckes, unter dem das Judentum von allen klarer sehenden Völkern der Welt gestellt ist, jede Richtungsstreittgkett begraben worden, um die letzte Chance in diesem von Juden entfesselten Krieg wahrzunehmen. Wir überlassen es der Öffentlichkeit, sich selbst einen Kommentar zu diesem Briefdokument zu bilden. Es spricht für sich und bedarf kaum noch einer erläuternden Zugabe. erledigt. Unter der energischen Führung des Generals der Infanterie Sttauß, der durch fein per- fönliches Beispiel die Truppe vorwärts riß, erzwangen Pommern und Brandenburger den Uebergang über die Weichsel bei Culm. Dem aeschlagenen Feinde aber blieb bas Korps an der Klinge. Keine Geländeschwierigkeit konnte die Truppe aufbalten, feder noch so großen Anforderung an ihre Marschleistung wurde sie aerecht und stellte damit ihr seit Jahrhunderten bewährtes Soldatentum erneut unter Beweis. Nach dem Uebersetzen über die Weichsel stieß das Korps nach Südosten über die Dre wenz vor. Zwi- scheu Modlin und Zegrze wurde der Narew überschritten und der Angriff auf die Warschauer Dorstadt Praga eröffnet. Zeitweise mit der Führung einer Armee beauf- tragt, bat General Strauß unmittelbar darauf den Angriff auf Modlin vorbereitet. Fort III dieser letzten polnischen Festung wurde mit stürmender Hand genommen, wobei das Korps durch Luftstreitkräfte ausgezeichnet unterstützt wurde. Nach der Durchbrechung der Fortlinie war die Widerstandskraft des Geaners erschüttert, Modlin reif zur Uebergabe. Der schnelle Fall dieser Festung ist wesentlich das Verdienst des Generals Sttauß und der ihm unterstellten Truppen, die sich hier wie im ganzen Polenfeldzug auf das tapferste geschlagen haben. General der Infanterie Sttauß wurde am 6. 9. 1879 auf der Domäne Schermke, Kreis H. D. hält sich im Hintergrund, das ist richtig, denn damtt fängt er den Wind aus den Segeln der gegenjübitoen Agitation auf. Seien wir froh, bafe wir jetzt keine Wah 1 en haben. Die Deutschen haben hier offensichtlich eine Menge Spitzel, denn sonst wäre es unerklärlich, warum die gegen- jüdische Stimmung hier so zunimmt. Es ist nicht so lange her, als mich auf der Straße ein unbekannter Mann provozieren wollte. Ein Polizist stellte chn aber sofort fest und nahm chn mit. Das P f u n d s a n k w i e d e r. Ich habe jedoch alle Ver- träge auf der Dollarbasis abgeschlossen. Nach dem Abgang der ersten Transporte kann man hier noch viele Zehntausende Soldaten sehen, welche hier faulenzen. Man sollte sie an die Front schicken, damit sie auf bessere Gedanken kämen, denn die Franzosen schießen bis heute nicht. Einer muß an fangen, dann werden auch die Franzosen, hineingehen. Bis man einmal richtig schießen wird, dann wird es nicht so schnell aushoren. Die Generale sind gegen H. B. voreingenommen und sabo- tteren. I. bringt Zeitungen mit Börsennachrichten mit Du wirst sehen, daß die wirtschaftliche L a a e s e h r u n s i ch e r ist, nur die beschlagnahmte Konterbande belebt das Geschäft. Ununterbrochen haben wir hier mehr als 100 Schiffe von Neutralen in Ramsgate und die beschlagnahmten Ladungen sind billig, aber trotzdem ist überall ein großer Mangel, besonders an Butter, Eiern und v. . -- ----- QOQ Fett Allerdings können mir uns bis jetzt noch alles Oschersleben, geboren unb trat am !S.3 *898 beschaffen, was wir brauchen. Dem Volk wird Ge-tdem Kadettenkorps als Fähnrich^das^Jnfam M dem Merkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet Oer Erzwinger des Weichse'-Lteberganges bei Kulm das Land jenseits der Grenze nur wenig von dem Tradition pflegen; bis nach Fünen vorwiegend der deutschen Nordmark. Die Landschafts- und auch Namen deutschen Ursprungs. Und man weife, die Baukultur, wie sie in den Schlössern und Her- Bedeutung dieser Kulturaustauschfurelmge ucherer ... .... ...v s. .r:. .......k.nh.M hör Strf PTVlhlT Ilir M. D D 11 0 u . toujll* und es bestand die Gefahr, daß die deutsche Division völlig aufgerieben werden konnte. Hier zeigten sich die Tugenden von Offizier und Mann, eben jene persönliche Tapferkeit und der Wille zum Aushar- ren, so daß bereits drei Stunden spater die Polen nicht nur zurückgeworfen wurden, sondern sogar 3000 Gefangene gemacht und einige Batterien erobert werden konnten. Der Feind ließ 1500 Tote auf dem Schlachtfeld zu- rück. Die scheinbare Zersprengung der deutschen Division hatte sich in einen glänzenden Sieg gewandelt. In seinem soldatischen Draufgängertum, in seinem Siegeswillen und Mut mar General Hoepner stets ein aufmunterndes Vorbild für feine Truppen. Im richtigen Augenblick im- m e r i n d o r b e r ft e r S i n i e, mar er ben schnei- len Truppen ber ibeale Führer, schnell unb sicher im Entschluß, persönlich schneibig meisterte er die vielfach außerorbentlich schmierigen Lagen seines Korps unb trug bamit ganz wesentlich zum Gesamterfolg der Armee bei. General ber Kavallerie Hoepner wurde am 14. September 1886 in Frankfurt a. b. O. geboren, trat 1905 als Fahnenjunker in bas Dragonerregiment 13 ein. 1913—1914 war er zur Kriegsaka- bemie kommanbiert. Den Weltkrieg begann er als Oberleutnant und Ordonnanzoffizier eines General- fomtnanbos, später wurde er Kompamefuhrer und mar zeitweilig zum Generalstab kommandiert. Im Jahre 1935 war ber bamalige Oberst Hoepner Ches bes Stabes bes ©ruppentommanbos 1, 1936 wurde er zum Generalmajor, 1938 zum Generalleutnant unb bereite ein Jahr später zum General der Kavallerie befördert. (M der Snfanterie Strauß wm»e nahm« Äm’‘ÄÄ-W Morenz I . n-mt U 1938 zum Ge ' ' ' stehenden polnischen Divisionen medergekämpft. Be- Vertreter. Auch hervorragende Mitglieder aus dem Ober- und Unterhaus waren zugegen, woraus man schließen kann, daß unsere Positiv» i m P a r- lament sich wesentlich gebessert hui. Der hiesigen Atmosphäre ist nämlich eine Erfrischung sehr notwendig. Geld und Arbett wirb nötig sein. Aber es mufe sein. Das hiesige Volk zögert noch immer. Sie wollen nicht in den Krieg, sie fragen „Wofür?", da die Russen doch chon die größere Hälfte Polens b>esetzten und es icherttch nicht mehr loslassen. Bei der Abfahrt des Milttärs kam es in London und einigen Hafen zu peinlichen Demonstrationen. Es kam auch zu einigen Fällen von Sabotage. Zuge und Schiffe waren mit Kreide beschrieben: „Auf dem Wege ins Grab." — „Auf Nimmerwiederschen old England". Daraus erkennst Du, daß etwas geschehen muß. Gelder sind beschafft. Ursprünglich schimpfte man und beklagte sich über schlechte Geschäfte, doch wurde jetzt 1 v. H. Zuschlag auf alle Preise eingeführt. Dann Wird es auch gerecht verteilt, jeder muß beifteuem, auch reiche Lords. ft 8. tz. Ä 'Qnnt dein irellez 65 lchrlt, «den lugen. bas n der groben Gliben rlosien • nentat I ht für II n Zn. | rte er rallent. rie bk. il eines Gdingen — Gotenhafen. Oer Weg eines deutschen Fischerdorfs. Don Earl Georg Philipp Die Polen hatten die Hafeneinfahrt von Gotenhafen in sinnloser Weise durch die Versenkung W» reicher Schiffe gesperrt^ Die Hebungsarbeiten der Marine-Bergungstruppe gehen jedoch jetzt ihrer Vollendung entgegen Von der Beseitigung des letzten Schiffes aus der Hafeneinfahrt, Die mit Hilfe riesiger Schwimmkrane vorgenommen wurde, berichtet dieses Bild. — (Scherl-Bilderdienst-M.) W W KM wis» ■' >: j$6Kfci:5s TjL.vIW ML ."I.MmMy ' , in fei- hoepnn ld jüi ilii i Nirn ftbnel- nd M e er l« n fein« zm Tire Divi- zeiylen den lene Ausyllk. i P ater en, Jon- ht uni konnten, tfeld zu- ieutfchen n. Sieg irbe on geboren jonemgi- riegM m er ab Geneck ihrer wi) ; biert 3e pner W 136 tourt-e alleutnaii l der 8» lomnegts' eiß, weis ae unfeW , Schi!' jerfeiW" r beuW iX'ö'äM anbei; ■ und oiv Echlg 1 WH" afd# 5lel)R be ober etrollet ,s Nol inem W Brücke. J »t und w hot P » A? ’ und I). ^kiolirdi^ °'k »5 inflA e &elt feierlich versichert hatte! Zu Tausenden werden Menschen aus dem Innern öi die ungeheure Baustelle geschafft und angesiedelt. Handels- und Transportfirmen, Banken und Der- eilungsbetriebe müssen Büro- und Geschäftsgebäude, Silos und Lagerhäuser, Werkstätten und Ladeanla- gin aufführen lassen. Hotels, Behördenpaläste, Wohnblocks werden gebaut: Gdynia wächst in einem phantastischen Tempo, vom alten westpreußischen Tdingen ist auch nicht eine Spur mehr zu sehen. 1Ü25 ist die Bevölkerungsziffer bereits auf 2500 gelegen, der Ort wird zur Stadt erhoben, die 1929 aber 30 000 Bewohner hat! Fast die meisten sind irgendwie an den Bauten beschäftigt und müßen lungern und hungern als Arbeitslose, wenn wahrend der Schlechtwetterperioden die Bautätigkeit vuht. Es war schon feit der Konstruktion des Versailler Vttenstaats mit seinem Zugang zu den Weltmeeren tin groteskes Bestreben zu beobachten, seinen 25 e- tohnern, die ein ausgesprochenes Binnenvolk sind, mzureden, sie seien eine Seesahrernatton! Nun, im umgekehrt für die Freie Stadt die vorläufig einzige lZrundlage ihres wirtschaftlichen Lebens. So tarn es zwischen dem Senat und der Warschauer Regierung zu jenen Staatsoerträgen über den Hafen- unb Schiffahrtsverkehr, die nunmehr auch Polen 1 verpflichteten und die Monopolstellung Danzigs als, feines Ein- und Ausfuhrhafens festlegten. Heute ist es erwiesen, daß man darnls in Warschau diese Staatsverträge mit listigem, heimlichem Vorbehalt ratifiziert hotte: man hoffte durch ttstig sich steigernden Druck doch noch die Polonisierung kx Stadt erreichen zu können. Doch diese Hoffnung trog, nichts änderte sich an der Haltung der Bevölkerung, die zähen Widerstand leistete und ihre Rechte wahrte trotz allen Schikanen, trotz der Tat- fache, daß die letzte Instanz in Streitfällen, der Völ- terbundsrat, meist einseitig gegen'sie Stellung nahm. Auf diese Weise bekam der Polenadler die Stadt nicht in die Fänge, das sah man in Warschau ein! Ganz anders muß man ihr beizukommen suchen! Wie wäre es, wenn man Danzig zum wirtschast- ichen Erliegen brächte durch Umleitung des eigenen seehandels! Und schon holt man zum Schlage aus, ler auch den Deutschen, mit denen man im Handels- rieg lebt, eins versetzen wird: Polen baut einen eigenen Hafen! Im Jahre 1924 schließt die Regierung mit einem ranzösisch-polnischen Konsortium einen Vertrag, ge- aäß dem ein Seehafen bis 1929 fertiggestellt sein t»ll. Gleichzeitig aber wird eine große, direkte Bahn- inie gebaut, die unter Umgehung reichsdeutscher Verkehrswege die ostoberschlesische Kohle direkt dem reuen Hafen zubringt. Unverzüglich werden die Arbeiten in Angriff genommen, nachdem der französische Freund zuvor kräftig in den Sparstrumpf ge- ttßt hat. Im westlichen Teile der Danziger Bucht, am putziger Wiek, liegt nahe dem Seebad Zoppot das sfischerdorf Gdingen. Zwischen den vorspringenden Steilhängen von Adlershorst und Oxhoft ist eine gut geschützte Bucht mit allerdings ziemlich flachem «Baffer. Das Dörfchen selbst hat 800 und einige Einwohner, ist 1919 auch polnisch geworden — die Grenze gegen Zoppot verläuft in nächster Nähe — Unb heißt fetzt Gdynia. Hier beginnt sich nun polnischer Größenwahn YAszutoden, denn hier ist die erkorene Stelle, an der mit Unsummen unter Heranziehung neuzeitlichster technischer Mittel der große polnische Hasen erstehen 'oll. Diese Stelle ist aber ganu 10 Seemei» en von der uralt-deutschen Stadt entfernt, ohne die Polen nicht leben zu können aller „Eine Kampfansage an Danzig und Deutschland aus Beton und Stuhl", so faßte ein schwedischer Journalist seine Eindrücke einer Besichti^una des Herfens Gdynia durch die internationale Presse zusammen, die von der höchst rührigen polnischen Pro- paganDaftelle im Jahre 1931 aus Anlaß der Nordischen Schiffahrtsausstellung in Kiel veranstaltet . worden war. Klarer konnte kaum eine Tatsache aus- aedrückt werden, vor deren von Jahr zu Jahr schwerer wiegenden Bedeutung damals allerdings Der versoillesgebundene Systemstaat nur allzu gern Die Augen schloß. Die kurze Geschichte „Gdyniu's" ist die eines politischen Vertragsbruches übelster Art! Wie war es doch gewesen? Bekanntlich hatte das in Versailles eilfertig zusammengestoppelte Polen nicht nur einen Zugang zur Ostsee verlangt, — den seine Väter ihm auch mit Rücksicht auf die hierdurch ermöglichte Zerstückelung Deutschlands bereit« willigst zugestanden — sondern auch ausdrücklich und immer wieder die Stadt Danzig gefordert. Diese förmliche Gier nach Danzig wurde von Polen seinen Helfern Gegenüber stets damit begründet, daß es in dem ihm zugedachten Küstenabschnitt keinen anderen in Betracht kommenden Seehafen gäbe. Der unablässig vorgebrachten und durch Argumente belegten Behauptung, daß es keinerlei andere Lösung gäbe, fiel dann das deutsche Danzig j zum Opfer: man trennte es vom Reich. Polen hatte jetzt seinen Hafen, dieser Umstand jedoch bedeutete ** u 1 flW w .'°S kS Liede . )ie I o W o'ge" Zeichen von Gdynia, verwirrt ein „Flottenverein" weiter die Gemüter, der eine polnische „Seemacht" ordert. Daß man nur ein paar kaum als Kriegs- chiffe anzusprechende Einheiten besitzt, die besten« alls für den Küstenschutz in Betracht kommen, daß man keinerlei seemännische Tradition und gar keine Eignung besitzt, stört nicht, es wird der Beschluß gefaßt, Gdynia gleichzeitig als Kriegshafen auszu- oauen. Dementsprechend wird das Bauprogramm verlängert und erweitert, was neue ungeheure Unkosten mit sich bringt. So ziemlich zur vertraglich ausbedungenen Zeit sind die Anlagen des Handelshafens fertiggestellt, unb Polens gesamter Seeverkehr wandert von Danzig nach Gdynia ab, der Wirtschaftskampf zur Niederzwingung der deutschen Stadt hat begonnen. Die polnischen Reedereien, die fast alle vom Staate abhängig und unterstützt sind, haben Passagierlinien nach Üebersee eingerichtet, aber es ist durch die Bank eine traurige Fahrgastfracht, die sie befördern: Auswanderer, die ihre Heimat verlassen müssen, weil das Land feine Mittel im politischen Hasardfviel vergeudet, statt seine sozialen Pflichten zu erfüllen. Ungeachtet der Unrentabilität der eigenen Schifffahrtslinien, die eigentlich nur den Polenvoqel am Heck spazierenfahren, nimmt die Ein- und Ausfuhr in Gdynia einen Aufschwung, den Danzig bitter empfindet. Das Ziel ist erreicht unter Bruch der Staatsverträge. Inzwischen hat jedoch die Bewegung in der Hansestadt an Kraft und Einfluß auf d-ie Staats- geschäfte gewonnen, und die Danziger lassen sich nicht so ohne weiteres den polnischen Wortbruch gefallen. Sie setzen sich zur Wehr, unb unter dem Einfluß objektiv empfindender Unparteiischer kommt es 1933 nochmals zu einem Vertrag mit Warschau, der den Streit beenden soll Aber, wie kann ein Vertrag einen Zustand beseitigen, der aus einer Lüge geboren wurde, den eine offene Mißachtung von Verträgen und Verpflichtungen als das entlarvte, was er wirklich ist: als offenen Kampf des Polen gegen den Deutschen! Die Aufblähung Gdynias hat unterdes weiter um sich gegriffen. 1932 steigt die Einwohnerzahl auf 35 000 Köpfe. Ständig wird weiter gebaut und aus- gebaut. Was von ausländischen Fachleuten und Firmen geleistet wird, ist zum Teil wirklich erstklassig, eine durchaus neuzeitliche Hafenanlage bietet sich dem Beschauer, die bestechen könnte, empfände man sie nicht als Ausdruck eines sinnlosen Größenwahns. Bis 1937 hat Gdynia mehr als eine halbe Milliarde Zloty verschlungen und stellt mit über 110 000 Bewohnern eine Großstadt dar. Als „Kriegshafen" ist es in allererster Linie Standort der Marine, deren Schiffsbestand sich zwar materialmähig etwas verbessert hat, zahlenmäßig jedoch das Ganze als sinnlose Spielerei erscheinen läßt. Daneben zeugt eine starke Garnison des Landheeres von der zweifelhaften Friedlichkeit der Polen. Ein Meereswirt- fchaftsarchiv versucht vorzutäuschen, daß man den großen Seefahrervölkern gleichstünde. Ein Baltisches Institut ist die Zenttalstelle für die Propaganda an ihm finden Kurse statt, die zur Werbung im Binnenlande geeignete Leute ausbilden. Die räumliche Ausdehnung des Hafengebietes erstreckt sich auf 950 Hektar fast 17 Kilometer an Gesamtlänge ergeben die einzelnen Kais. Auf zwölf Meter Tiefe hat man die Fahrrinne ausgebaggert, die zum großen Fahrwasser der Danziger Bucht führt. Das neue Deutschland hat sich herzlich wenig darum gekümmert, ob der polnische Nachbarstaat sich den Luxus eines Hafens-wie Gdnnia leisten konnte oder nicht, es konnte jedoch unmöglich an der Tab fache vorübergehen, daß mit seinem Entstehen und Dasein der einzige, fadenscheinige Grund für eine weitere Trennung Danzigs vom Reich geschwunden war Daß die Warschauer Reaierung sich dieser Einsicht verschloß, ist nicht die Tragik eines Irrtums. Immer klarer und schärfer trat in den letzten 3abren bis in die letzten Wochen tue unverhohlene Absicht Palens zutage, Gdynia zur Zwingburg Danzigs zu ^Äe^Festung hat kapituliert, die polnische Kriegsmarine ist unter wenigen, aber harten deutschen Schlägen zerbrochen, ein Gdynia existiert nicht mehr klk stadtaewordener Ausdruck polnischer Anmaßung und Großmannssucht. AlsGotenhafen 'stderDer bränaer des alten vreußischen Gdinaen dem Grotz deutschen Reich wieder einverleibt morden. Was die Großstadt und Seestadt Gotenhafen auch für eine Rolle im Dienste von Handel und Industrie, Schi ähr« und Wehrmacht innerhalb des Reiches tot en roirb, eines ist sicher: si- tmrb 1-sit gemein- * Kpm schwesterlich benachbarten Danzig mit- Xikn kn b n Au aaben. die bi- nahe unb serne "ukunft dem Vaterlanbe stellt, unb dabei leben und Leben spenden. Ansiedlung von Nattendeutschen in Gotenhafen. m-itenbalen. 30. Ott bt. eröff- Gießen lz. 3* im Felde) llllllll HU Illi IIIIIIIIIIIIII.HI UH IIIIIUIII UH UH HU HII lllllil HU II llllllliillllillll Rechtso! bei nützen. Deshalb s p Ist Herausgabe der besten Drucksache i eie Svrechstund.tetzi Stadttheater Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiin Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut die billigste! Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Gebrauchter Gasherd Das Wintermärchen Tragikomödie v.W. 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Am Montagvormittag verabschiedete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die aus ihrem jetzigen Arbeitskreis scheidende BDM.-Ober- gauführerin Else Riese und führte als ihre Nachfolgerin die Untergauführerin Hedwig B a n i ck i ein. Die Reichsreferentin des BDM., Dr. Jutta Rüdiger, wies dabei auf den Sinn eines solchen Führeninnenwechsels hin, er allein schaffe die Möglichkeit, daß aus der Mädelschaft immer wieder junge Kräfte zu den Führungsstellen des BDM. aufsteigen können. Dieser Aufstieg der jungen Kräfte garantiere, daß die Jugend in ihrer Haltung und Arbeit stets revolutionär bleibe. Im Auftrag des Reichsjugendführers und der Kameradinnen des BDM. dankte die Reichsreferentin der scheidenden Obergauführerin für ihre idealistische Haltung, die sich während all der Jahre im Einsatz erfüllte, und sprach die Gewißheit aus, daß sie auch in ihrem neuen Arbeitsgebiet, bei der Uebernahme eines sozialbetreuenden Amtes der Hermann-Gö- ring^Werke in Linz mit dem Herzen der Jugend Hessen-Nassaus verbunden bleiben werde. Die Reichsreferentin verpflichtete dann Untergauführerin Hedwig Banicki. Der Reichsjugendführer erwarte. daß die neue Obergauführerin, so wie die jetzt scheidende, Garant dafür sei, daß eine Mädelgeneration heranwachse, die nationalsozialistisch und damit des Führers würdig ist. Die bisherige Obergauführerin Else Riese gedachte dankbar der dauernden Unterstützung und Hilfe des Gauleiters und bat die BDM.° Führe rinnen ihres Obergaues, das Vertrauen, das ihr bisher geschenkt wurde, nunmehr gleich bedingungslos auf die Nachfolgerin zu übertragen. Um 350 meiner Beliebtheit. Neuerding? widmet sich der Verlag mehr der erzählenden Literatur. Don diesen Büchern hat das Werk Bruno Brehms über den Weltkrieg den Nationalen Buchpreis 1939 erhalten. Aufträge vor, da in Anbetracht des Ultimos keine Unternehmungslust bestand. Dabei^ entwickelten sich die Kurse zufolge der Zufälligkeit der Aufträge erneut uneinheitlich bei durchschnittlichen Abweichungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. Die Grund- stimm-ung war weiter freundlich. Günstig ausgenommen wurde der unveränderte Dividendenvorschlag von 6 v. H. bei Klöckner, ahne aber kursmäßig einen Eindruck bei den Montanwerken zu hinterlassen. Vereinigte Stahl setzten vielmehr 0,65 v. H. schwächer mit 91,13 ein, während Rheinstahl nach 125,50 (125,65) 1 v. H. gewannen. Im übrigen eröffneten u. a. JG.-Farben mit 158,75 (158,25), AEG. mit 114 (114,50), Felten mehr abgeschwächt mit 134 (135,50), anderseits Betula nach Pause mit 151 (149), ferner Rhein. Braunkohlen mit 223 (222), Demag mit 134,50 '(133,50) und Zellstoff Waldhof mit 104,90 (104L w ReMMen billig 1693oD M. Liebler Kreuzplatz 2. zenmehl sind reichlich, wodurch die Neuabrufs etwas langsamer geworden sind. Am Futtermittel* markt sind Mühlennachprodukte ausreichend vorhanden. In Schnitzeln erwartet man dieser Tags die ersten Anlieferungen aus der neuen Produktion, Biertreber und Malzkeime sind nicht erhältlich, sie stehen zur Verfügung der HV. der deutschen Brauwirtschaft. Von Rauhfutter bleibt besonders Heu stark begehrt; neuerdings hat sich auch an Stroh das Interesse verstärkt. — Wiesenheu, Handels- üblich 5,20 bis 5,40, do. gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,40; Ackecheu, gut, gesund, trocken 6,80 bis 7,00; Kleeheu, handelsüblich 6,60 bis 7,20, do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Luzerneheu, handelsüblich 7,20 bis 7,60, do. gut, gesund, trocken 7,70 bis 8,20. Alle übrigen Preise blieben unverändert. Schweinemarkt in Alsfeld. Der Handball-Lokalkampf Vllv. — VfV.-R. Mit diesem Spiel beendeten die Mtv.er die Vorrunde ohne Punktverlust! Für die Elf vom VfB.-R. kam es nur darauf an, ein möglichst ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. Das ist auch gelungen. Jedoch sah es anfangs nicht danach aus. Gleich nach Beginn zogen die Mtv.er mächtig los, und nach wenigen Minuten Spielzeit stand die Partie schon 5:0. Besonders die linke Seite des Angriffs setzte dem Gegner außerordentlich zu und schoß Tor auf Tor. Schöne Zusammenarbeit zeigten auch noch Kümmel und Bittendorf in der Mitte. Schwächer als in den vorhergehenden Spielen war die Läuferreihe, die mit Ersatz antrat. Auch die Leistungen der Hintermannschaft waren nicht wie gewohnt. Bei dem Gegner machte sich insbesondere in der zweiten Spiel- Hälfte eine Formverbesserung bemerkbar, und es gelang ihm, das Spiel offen zu halten. Allerdings war der Sieg der Mtv.er nie gefährdet. An den Torerfolgen war der gesamte Sturm beteiligt, jedoch buchten Jughard und Speckmann mehr als die Hälfte der Treffer auf ihr Konto. Bei dem Gegner waren es Gemmer und Schmuck, die der Mann- schäft den nötigen Antrieb verliehen und die Angriffe mit erfolgreichen Würfen abschlossen. Unter der umsichtigen Leitung des Schiedsrichters hatte das Spiel geradezu werbenden Charakter. Ein schöner Erfolg für beide Mannschaften! 2Mv. Jugend — Tv. Beuern Jugend 6:12 (4:5). Die Jungen konnten dem körperlich überlegenen Gegner nur in der ersten Spielhälste ernsthaften Widerstand entgegensetzen, zeigten aber in dieser Zeit sehr schönes Zusammenspiel. Der Mannschaft fehlt noch das taktische Verständnis, um auch mit einem so wurfstarken und sicher deckenden Gegnet fertig werden zu können. Ihre Vermählung geben bekannt Horst Hengst Gefreiter in einem Jnf.-Regt. Paula Hengst/ geb. Hill Frisch u. gesund das Aussehen« gut der Appetit, stark die Nerven, kraftvoll der ganze Mensc» durch . 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Einen schönen Erfolg errangen die Jungen des VfB.-Reichsbahn gegen die gewiß nicht schlechten Krofdorfer. Trotz des kleinen Platzes fanden sie sich gleich, und schon nach fünf Minuten hieß es 2:0. Noch vor der Pause wurden zwei weitere Tore erzielt. Nach dem Wechsel kamen die Gastgeber etwas stärker auf, schossen auch das Ehrentor, aber dann waren die Grün-Weißen auf Grund der besseren Technik tonangebend. Frankfurt a. M., 31. Okt. (Vorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Kälber, 120 Hämmel, 70 Schafe, 1700 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 RM., Hammel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. △ Alsfelh., 30. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 102 Ferkel zum Verkauf. Es handelte sich nur um Tiere im Alter von 6 bis 8 Wochen, die 14 bis 20 RM. pro Stück kosteten. Nach flottem Geschäftsgang verblieb ' ringer Ueberstand. 17:8 (12:4) 12:5 (8:2) 9:6 (8:4)1 Frankfurt a. M., 30. Okt. Die Börse nete die neue Woche allgemein in stiller Haltung. An den Aktienmärkten lagen nur wenig allelästrg.Haare Leberflecken Pickel, Sommer- spross. usw. entf. u.Gar.tür Immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr.W. Henkel Heute 20-23.00 Uhr 5. Dienstag- Miete Uraufführung der neuen Uebersetzung von Hedwig Schwarz. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamitdurcherweitertesWissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und äuch Probehefte der Zeitschrift: „Aus der Natur“ Hugo BermO hier Verlag Berlin-Lichterfelde AerzilicheVersorgungvonFamilien« angehörigen aktiver Soldaten im Standort Gießen. Sprechstunde für Familienangehörige aktiver Sol« baten im Standort Gießen findet täglich in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Reserve-Lazarett (Standortlazarett) Gießen, Schubertstraße, durch Oberarzt d. Res. Dr. Teipel, außer Samstags und Sonntags statt. Bei plötzlichen Erkrankungen, Unglücksfällen oder wenn ärztlicher Besuch erwünscht ist, ist Standortlazarett, Telephon 2644 (Arzt vom Standortberew schaftsdienst anzurufen. (6619V In jedem Falle ist der San.-Offizier zu verstau- digen. Kosten, die ohne Hinzuziehung eines San.« Offiziers entstehen, werden in Zukunft besttmmungs« gemäß nicht mehr auf Heilfürsorge übernommen^ »el mit la Zeugnissen sucht weg. Auflösung des Haushalts mied. Stellung i.ruhig. frauenlos. Haushalt, gehe auch nach auswärts. Schriftl. Angeb. unter 04865 an den Gieß. Anz. Mittwoch I rnnmoMM 19.30-22 Uhr 5. Mittwoch- Miete LaTraviata Oper v.G. Verdi Preise: 66UD RM. 1.20-4.10. Tv. Hochelheim — Tv. Lützellinden „ , Tv. Garbenheim — Tv. Ahbach, kpfl. f. Garbenheim. Wenn auch der Mtv. verhältnismäßig hoch gewinnen konnte, so zeigten die Gäste trotzdem eine gute Gesamtleistung. Die Offenbarung der Spiele um den Lahnpokal ist zweifellos die Mannschaft des Tv. Dornholzhausen. Die Elf, die vornehmlich aus Jugendlichen besteht, hat bisher eine Leistung vollbracht, die einzig dasteht. Keiner Mannschaft (mit Ausnahme des mehr als glücklichen Ergebnisses gegen Lützellinden) ist es bisher gelungen, zu einem Sieg zu kommen. Kein Wunder, daß diesmal auch der ersatzgeschwächte Gegner aus Holzheim sicher geschlagen werden Riga, 31. Okt. (Europapreß.) In Riga von dem Gesandten des Deutschen Reiches, von Kotze, und dem Justizminister Lettlands, A p - sitis, der Vertrag über die Umsiedlung lettischer Bürger deutscher Volkszugehörigkeit in das Deutsche Reich sowie ein Zusatzprotokoll unterzeichnet. Der Vertrag sieht eine Optionsfrist zugunsten Deutschlands bis zum 15. Dezember dieses Jahres vor. Bis zu diesem Termin müssen alle aus dem Staatsverband Lettlands ausscheidenden Volksdeutschen Lettland verlassen haben. Die Rückwanderer können ihr gesamtes bewegliches Eigentum mitnehmen oder nach Hinterlegung bei einer letttschen Zollbehörde bis zum 15. März 1940 ausführen lassen. Mit dem Tag der Ausreise übernimmt Lettland die Obhut über den von den Umsiedlern unveräußert zurückgelassenen Grundbesitz, während eine zu diesem Zweck deutscherseits gegründete Umsiedlungs-Treuhand-Aktiengesellschaft die Vertretung aller Vermögensrechte übernimmt. In Lettland zurückgelasse- ner städtischer Grundbesitz kann von dieser bis zum 31. Dezember 1941 veräußert werden. Bei dem unveräußerlichen Grundbesitz wird bis zum 31. Januar 1940 der gesamte Wert festgestellt, für welchen die lettische Regierung Schuldverschreibungen aus- Ausflug zur Mangold-Hütte des Gchiklubs Gießen. Am vergangenen Sonntag machten einige Kameraden des Schiklübs Gießen einen Ausflug nach dem Hoherodskopf (es geschah mit der Eisenbahn über Nidda nach Schotten) um dort einmal nach dem Stand der Arbeiten an der Hütte des Schiklubs, der Mangoldhütte, zu sehen. Die Teilnehmer an diesem Ausflug waren sehr gespannt darauf, in welchem Zustand sich die Hütte darbieten würde. Sie erlebten eine freicklige Ueber- raschung. Myllisch lag sie inmitter des Waldes da, völlig neu verfchindelt, und bot so den Besuchern, die sie bisher nur im alten Kleide kannten, einen prächtigen Anblick. Der Eingang zur Hütte war jedoch versperrt, denn der Schindelermeister hatte (wie es ja auch sein Auftrag war), die Eingangstüre mit verschindelt, während die neue Eingangstüre erst im Lause dieser Woche geschaffen werden wird. Mit Hilfe einer Leiter kletterten nun die Schikameraden durch ein Fenster und gelangten so in die Hütte. Bald herrschte in den traulichen vier Wenn auch die überaus schlechte Witterung der letzten Tage den Plätzen im Kreis außerordentlich zugesetzt hatte, so war es trotzdem möglich, die an- gesetzten Spiele zur Durchführung zu bringen. Lediglich das Treffen Niedergirmes — Katzenfurt fiel dem überschwemmten Platz zum Opfer. Einen weiteren Ausfall, der allerdings mit dem kampflosen Gewinn der Punkte endete, gab es in Garbenheim. Dort trat Atzbach grundlos nicht an. — Ueber- rafchungen blieben ans. Auffallend ist nur der klare Sieg, den Dornholzhausen über Holzheim errang und die knappe Niederlage, die Lützellinden in Hochelheim bezog. Die Ergebnisse: Tv. Gießen — VfB. R. Gießen Tv. Dornholzhausen — Tv. Holzheim STANDORT-VERTRAGSSCHNEIDEREI VKUT VD giessen «h W » Ai *1 Jn Seltersweg Nr. 17 6610 A . 8U IlIittwochs.Gießen verkaufen. Am Hiegelpfad 32, MrburgerStr. 5 n, MWtabwh* Alsdann nahm der Gauleiter das Wort. „Weil ich weiß", so führte er aus, „daß die Führerin, die geht, ein vorbildliches Werk hinterlassen hat, und die neue Führerin durch ihre Arbeit in diesem Werk gewachsen ist, ist dieser Wechsel organisch und natürlich. Die Zukunft unseres Volkes ist unzertrennbar mit unserer Jugend verbunden. Sie ist der Wert, der alle Opfer rechtfertigt; die Jugend hat aber daraus auch die Verpflichtung zu übernehmen, selbst dieser Opfer würdig zu sein. Im praktischen Einsatz hat der BDM. des Gaues Hessen-Nassau vorbildlich gezeigt, daß er dieser Forderung nachkommt. Zur scheidenden Obergau führe rin gewandt sagte der Gauleiter: Ihre Arbeit hat für Sie gesprochen und ich bin gewiß, daß Sie, so wie Sie hier geführt haben, auch in Ihrem neuen Wirkungskreis, dessen Arbeit nicht immer leicht sein wird, erfolgreich tättg sein werden." Die neue Obergauführerin sei mit der Arbeitsweise des Obergaues durch ihren eigenen Einsatz eng verbunden. Auf Grund ihrer oi elf eiligen Tätigkeit als Jungmädelführerin, als Führerin der „Ar- Jungschar 8, Franksurt?M., als Führerin der „Arbeitsgemeinschaft nationalsoziMstischer Studenttn- nen" im Gau Hessen-Nassau, als Leiterin der Führeri nnenschule des Obergaues 13 Schloß Heiligenberg — bringe sie die gegebenen Voraussetzungen mit, die neuen Aufgaben erfolgreich zu lösen. „Die Aufgabe ist klar, sie lautet: Zeigt euch dessen würdig, der euch seinen Namen gegeben hat. Adolf Hitlers Name in die Zukunft tragen, heißt nichts anders, als die Jugend in diese Zukunft tragen!" Ali-Gold aück Silbergeld, kauft ständig Erich Beyer Juweliers 04818 Bahnhofstraße 1 Telefon 4041. Genehrn.-Beschl. Nr. II 59393. Spez. Umarbeiten v. alt. Trauringen | Empfehlungen [ werbungSichretben bei? legen' — Lichtbilder unoBewerbunqsunter- ’tflen müssen zur Vermeidung von Berlusteo aus der Rückseite Namen und Anschrift nee Bewerbers trauen I Stellengesuche! Seine Zeugnisse in ürschriit lonoern nut Zeugnis- abjchriften dem Be- Aus aller Wett. FO-Zuq Mailand-nom verunglückt. Der FD-5ug Mailand—Rom ist wenige Minuten nach der Ausfahrt bei Mailand-Lambrate vom Schnellzug Venedig—Vlailand, der das Schließungssignal übersehen hatte, angefahren worden. Bei dem Unfall find acht Tote und 40 Verletzte zu beklagen. Verkehrsminister Benni hat sich sofort zur Unglücksstelle begeben. Die 13. Hörer-Million überschritten. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist im Monat September in besonders hohem Maße gestiegen, und zwar von 12 677 348 auf 12 943 165. In diesen Zahlen sind die Hörer der befreiten Ostgebiete nicht enthalten. Im Monat Oktober hielt das Ansteigen der Hörerzahlen an, so daß inzwischen die Zahl von 13 Millionen Rundfunkhörern überschritten worden ist. Grubenbrand in Holland. In Eijgelshooen in der Provinz Limburg ist auf der 378-Meter-Sohle der Zeche „Laura" ein schwerer Brand ausgebrochen, der erst im Laufe des Sonntags entdeckt wurde. Beim Eintreffen der Rettungsmannschaften wurde unweit des Brandherdes die Leiche eines Maschinisten gefunden, der durch Kohlenoxydgase vergiftet worden war. Dapierdrachen entführt einen Jungen in die Cuff. Vier Schüler ließen in der Umgebung von Budapest einen mehrere Meter großen Papierdrachen steigen. Plötzlich riß ein heftiger Windstoß den Riesendrachen stürmisch in die Höhe und mit ihm einen der Jpngen. In fünfzehn Meter Höhe brach der Drachen unter der Belastung entzwei, und der Junge fiel so unglücklich auf einen Stein, daß er an den erlittenen Verletzungen so'fort starb. Im Dienst des Deutschen U.lches. Der Gründer und Inhaber des bekannten Münchener Verlages Reinhard Piper und Co., Reinhard Piper, feierte feinen 60. Geburtstag. Ungezählte wertvolle Werke, vor allem auf künstlerischem Gebiet, wurden durch seine unermüdliche Arbeit dem Volke vermittelt. Reinhard Piper, dessen Verlag in diesem Herbst auf ein 35jähriges Bestehen zurückblicken kann, wurde in der mecklenburgischen Stadt Penzlin geboren. 1894 kam er nach München. Mit 16 Jahren trat Piper in die Lehre. Wenige Jahre später stand er mit Arno Holz, Liliencron und Richard Dehmel im regen Briefwechsel. Mit 25 Jahren gründete er seinen eigenen Verlag. Besonders nach dem Weltkrieg setzte er sich für die deutschen Kulturwerte ein und brachte zahlreiche Werke heraus, u. a. über Dürer. Cranach, Grünewald, Fischer von Erlach, Spitzweg und Feuerbach. Seit 1910 stand Piper in enger Verbindung mit Christian Morgenstern, dessen bekannteste Werke in seinem Verlag erschienen sind. Auch die großen Mappenwerke erfreuen sich infolge ihrer künstlerischen und technischen Qualität allge- Der Rentenmarkt lag erheblich ruhiger als an den Vortagen, wenn auch nach verschiedenen Werten Nachfrage fortbestand. Besonders still lagen die in den letzten Tagen stark gefragten Steuergutscheine. Reichsaltbesitz gewannen 0,13 v. H. auf 134,65, Reichsbahn-VA. unv. 124. Liqui-Pfand- briefe bis 0,25 v. H. schwankend, Meininger aber 0,50 v. H. ermäßigt auf 101,75. Jndustrie-Obliga- tionen notierten ebenfalls uneinheitlich bei kleinen Veränderungen, nur 4.50 v. H. Voigt & Haeffuer nach Pause 95 (93,50). Stadtanleihen waren teilweise etwas fester. Im telephonischen Freiverkehr gingen Steuergutscheine I per April—Mai nach vorbörslich 98,50 auf 98,20 (98,75) zurück. In der zweiten Börsenstunde hielt sich das Geschäft in engsten Grenzen. JG.-Farben bröckelten 0,25 v. H. ab auf 158,50, während im übrigen kaum weitere Abschlüsse erfolgten. Die später notierten Papiere schwankten im Durchschnitt bis 1 v. H. Klöcknerwerke zogen 0,50 v. H. an auf 116, stärker verändert waren nach Pause Harpener mir 143 (139,50). Im Freiverkehr nannte man: Katz & Klurnpp 92, Rastatter Waggon 39, Elsäss. Bad. Wolle 76 und Growag 75. — Tagesgeld 2 (2,25) v. H. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 30. Okt. Das an den Markt kommende Angebot wird von Mühlen aufgenom- men. Braugerste findet ebenfalls - guten Absatz. Die Anlieferungen an Hafer gehen weiterhin meist an die Wehrmacht. Die Vorräte an Roggen- und Wei- Verkäufe Gut erhaltener Radio m.8aut= sprecher, Marke „Mende"! Gleichstrom» Mk. 50.-. Gebrauchter Ofen, gut erhalten mit Rohr/ Mk. 15.-. 04866 ||Vermietung"en"| MW zu verm. lesssD Bleichstraße 8, Nahe d. 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Das Lyrikbändchen, bei dem du immer an einen heißen Sommertag denkst, an Baumwipfel, an Kiefernadeln, an flimmernde Höhen. Es verlangt niemand von dir das Geschenk, das dir der verstorbene Bruder einst an einem knisternd-kalten Wintertag mit heimbrachte — obwohl selbst solche Andenken nicht zu gut wären für die Männer auf den Booten und in den Bunkern und in den Ruhestellungen. Aber: Wir wollen ihnen gute Bücher schicken. Schließlich können wir uns ja einmal das eine oder andere liebgewordene Buch noch einmal kaufen. Bücher sind nicht teuer. Also: gute Bücher. Das . bedeutet nicht allein, daß wir ihnen die unsterb- ' lichen Gedichte von Hölderlin schicken, von Eichendorfs, von Goethe, die Soldatengeschichten Detlev von Liliencrons, die handlichen Bände Friedrich Nietzsches, die Balladen und Lieder der großen plattdeutschen Dichter — es bedeutet auch, daß wir ihnen nebenher spannende Bücher schicken. Glaubt nicht, daß die Soldaten sie verachten. Einer hat es mir in diesen Tagen geschrieben, wie gern er wieder die alten Bände durchschmökert hat, die ihm die Frau auf sein Geheiß geschickt hat: Abenteuererfabeln, die schon den Knaben fesselten, Erzählungen aus Afrika, Geschichten aus der Wasserwüste, ja sogar die farbigen, schäumenden Märchen von Wilhelm Hauff. Wir wollen aussuchen und nicht aussortieren, nicht wahr? r. k. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Das Wintermärchen". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Leinen aus Irland". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fa° |d>infl". Stadttheater Gießen. Heute abend wird Shakespeares Tragikomödie „Das Wintermärchen" in der neuen Uebersttzung von Hedwig Schwarz uraufgeführt. Die Aufführung unter der Spielleitung von Dr. Hannes Razum steht besonders im Blickpunkt der am deutschen Theater Interessierten, da in ihr zum ersten Male in Hedwig Schwarz ein starkes, zu großen Hoffnungen berechtigendes Uebersetzertalent auf die Bühnen kommt. Erstmalig wird auch im Stadttheater Gießen die Musik zum „Wintermärchen' von Hermann Zilcher aufgeführt. Die musikalische Leitung hat Richard Boeck. Es wirkt fast das gesamte Schauspielensemble mit. Die Bühnenbilder stammen von Karl Löffler. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. 5. Vorstellung her Dienstag-Miete. Achtung! - Krastfohrzeuganhänger melden! Das Reichsverkehrsministerium weist nochmals Darauf hin, daß jeder Eigentümer oder Halter seine Kraftfahrzeuganhänger anmelden muß, wenn die Anhänger noch nicht mit Anhängerbrief ausgestattet Hans und Liese. Von Walter Schweter. Beide waren aus meinen Heimatbergen, hatten bei dem gleichen Herrn gedient und waren miteinander zum Kriegsdienst eingezogen worden. Als ich sie kennenlernte, war es schon dämmrig. Daher konnte ich nicht sehen, wie schön braun Hansens Haar und wie zart flachsfarben Lieses Sttrn- locken waren. Und doch gefielen mir die Beiden gleich so, daß ich mich ordentlich freute, mit ihnen tufammen über die Grenze zu rücken. Hans war mir, als ich ihm einige Süßigkeiten aus dem ersten Feldpostpäckchen in den Mund ge= Ichoben hatte, schnell sehr gewogen. Liese äderte sich ein wenig. Doch als ich mit dem lang entbehrten Würfelzucker kam, legte sie sogar den hübschen Kopf auf die Seite und ließ sich das Zuckerstückchen zwilchen die Lippen geben. Das schien aber dem Freund nicht zu gefallen, denn er stieß Liese heftig an, sodaß das zweite in den Dreck fiel. Als sich uns der Geschützdonner näherte, wurde ich von den Beiden getrennt. Tagelang sah ich ste nicht mehr, und als ich sie dann sehnlich erwartete, Sieben sie aus. Alle Feldzeugwagen standen schon in einer Reihe auf dem Lagerplatz, nur nicht der mit Hans und Liese davor. Plötzlich, ich lehnte mich gerade müde an das Rat) des Wagens, neben dem unsrer stehen fönte, t-a höre ich lebhaftes Stimmengewirr und ehe ich meinem gefährlichen Platz zwischen den Rädern verfassen konnte, kommen schon die schweren Kerle ms meinen Heimatbergen in rasender Fahrt daher, lind so dicht und haarscharf rückt der Stabspack- oagen an den andern, daß mich seine Räder zer- üssen hätten, wenn Nicht Hans in dem Augenblick els er mich, sah, einen gewaltigen Satz zur Seite gemacht hätte. Damit riß er sowohl seine Liese, als oen ganzen schweren Wagen von mir weg, und ich Dar gerettet. , . Jetzt teilte ich jeden Leckerbissen mit ihm, wenn Dir beieinander waren. . Am andern Morgen zog mich Fuhrmann Salzig lachend aus meiner Strohecke und rief: „Mornnj, iu lachst dich bot!" Uns GäUl honn de ganze Stall cusnannergedrückt!" . . Als ich vorausrennend in den Hof elNbiegen wollte, in dem das Pferdepaar feine Ruhestatt hatte haben sollen, hielt mich Salzig am Rockzipfel fest lmd flüsterte grinsend: „Guck erst ums Eck. -Du lachst dich bot!" „ . . Und dann lachte ich, daß mir die Bocken weh taten, denn vor mir stand eine hohe Steinmauer Mit zwei Riesenlöchem, die uns wie Glotzaugen onftarrten. Doch jetzt wedelten freudig dann und befreit die beiden Roßschweife, und jeder konnte erkennen, daß die dicken Hinterteile von Hans und liefe aus den gezackten Riesenlöchern schauten. So hatten die beiden starken Kerle ihren gepreßten Herzen in dem engen Feindes stall Luft gemacht! Dafür standen sie am Nachmittag aber auch ruhig und sittsam im Schulzimmer des zerschossenen Dorfes, dem einzigen noch regensicheren Ort Die von den Kinderhänden beschmierten Schulbücher lagen noch auf den Bänken. Doch die Dintenglaschen waren eingetrocknet, und das war gut, denn sonst hätte die neugierige Liese, die beständig an den schwarzen Fäßchen schnupperte, eine Tintennase be- komsnen. Ich zwängte mich in der Erinnerung an die schöne Schulzeit neben den dicken Rheinländer Sal- zia in eine der Bänke und döste vor mich hm. Manchmal sagte mein Kamerad „Dunnerschlag, Dunnerschlag!" und „Ja, ja!" und dann auf einmal langsam und nachdenklich: „Es bat en Jftram, jetzt qihn die Gäul in die Schul, on die Kinner liefe im Stall!" Das war oft so dort, wo die polnischen Hütten zerstört, die Ställe aber noch einigermaßen ganz waren. Wenige Tage danach war die Abschiedsstunde für mich gekommen. Als ich meinem treuen Weggenossen Salzig die Hand gegeben hatte und dem guten Hans mein letztes Zuckerstuck zwischen die Lippen schob, legte Liese zutraulich ihr warmes Gesicht an meinen rauhen Bart. Sie hätte sicher etwas gesagt, wenn sie hatte reden können. - Dann bog >ch m ben £emcn Ickmieriqen Feldweg ein und sah ost zurucr. ^Zwischen alten, halb verschütteten Schützengraben, leärochenen Wagenteilen, Ausrüstungsstücken der Feinde und stillen Grabhügeln hmdurchschrettend war ich schnell wieder bei meinen Kampfkameraden. sind. Die Meldung mußte bis zum 31. Oktober erfolgen, sie ist mit Postkarte an die Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge, Berlin C 2, Neue Königstraße 27—37 zu richten und sofort nachzuholen, wenn sie unterblieben sein sollte. Auf der Postkarte ist auch die genaue Anschrift (Vorname, Zuname, Stand, Ort, Postamt, Kreis, Straße und Hausnummer) anzugeben. Die Meldung ist auch dann zu erstatten, wenn der Anhänger oder das ziehende Kraftfahrzeug zur Zeit stillgelegt ist. Ausgenommen von der Meldepflicht find nur a) Anhänger in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, die für wechselnden Zug durch Gespann oder Zugmaschine eingerichtet sind, und Fahrzeuge für tierischen Zug, wenn sie ausnahmsweise von einem Kraftfahrzeug mitgeführt werben; b) land- und forstwirtschaftliche Arbeitsgeräte, die nur im Fahren (besttmmungsgemäße) Arbeit leisten können, z. B. Pflüge, Drillmaschinen, Mähmaschinen; c) Anhänger hinter Straßenwalzen; d) Im Straßenbau verwendete Maschinen, die von Kraftfahrzeugen mit nicht mehr als 20 km/std Höchstgeschwindigkeit mitgeführt werden; e) im Gewerbe nach Schaustellerart von Zugmaschinen mit nicht mehr als 20 km/std Höchstgeschwindigkeit mitgeführte Wohn- und Packwagen. Die Unterlassung der Anmeldung wird bestraft. „Leinen ans Irland." Die Komödie gleichen Namens lief vor einigen c,nhr(m Über alle Buhnen, nun hat sich Der tfinn be^ Stoffes bemächtigt, und man darf sagen: nn ^syltem durch ^Xlwentou7enbel Heine Weber pLuptit non grenzenlosem persönlichen Ehrgeiz SmÄW« ÄÄ"1." ■sm:1"-»-s“ M?da° einheimische Seinen zu Fall 3u bringen. Don keinen Skrupeln geplagt, hat er auch die gesellschaftliche Stellung seines Präsidenten emgesetzt, um sich Verbindungen im Ministerium zu schaffen, nrih für diesen Zweck sogar die von ihm selbst be- äehrt Doch e7 stines Chefs -mg-lpannt.. Aber bei dem ruständig-n Referenten des Ministeriums, den dke"schöne Lilly" ködern sollte, stößt er auf unerwar- Opfer einer Rauchvergiftung. Am gestrigen Montag gegen 16 Uhr fand man in einem Hause in der Licher Straße einen dort möbliert wohnenden Mann tot in seinem Zimmer auf. Nach den Ermittlungen hat der Mann den Tod durch Rauchvergiftung und Ersticken gefunden. Es handelt sich um einen verheirateten, 33 Jahre alten Mann aus Berlin, der im Dienste einer auswärtigen Baufirma vorübergehend hier tätig war. Er hatte in der Nacht zum Montag stark gezecht und mar bann zu feiner Wohnung zurückgekehrt. Hier hat er den elektrischen Heizkörper eingeschaltet, den er bann in seinem Rauschzustand offenbar umgeworfen hat und der glühend auf den Teppich fiel. Durch die starke Hitzeentwicklung gerieten im Verlaufe der nachfolgenden Stunden der Teppich und zu einem ansehnlichen Teile auch der Fußboden ins Glimmen. Der dadurch entstandene Rauch im Zusammenwirken mit dem Alkohol hat den Mann derart benebelt, daß er sein Bett nicht aufsuchte, sondern sich auf den Fußboden legte. In dieser Sage fand man ihn am Montagnachmittag vor, als er an seiner Arbeitsstätte vermißt wurde. Am Montagvormittag soll er auf das Klopfen des Vermieters hin noch Antwort gegeben haben. Nachmittags, als man die unverschlossene Zimmertür öffnete, war das ganze Zimmer voll Rauch, der von dem glimmenden Teppich und Fußboden kam. Die Feuerwache wurde sofort zur Beseitigung der Brandgefahr herbeigerufen, die Männer der Be- teten Widerstand. Der lautere und sachlich urteilende Beamte wird sogar zum erbitterten Gegner des Projekts, nachdem er von einem der kleinen, durch das Treiben des Konzerngewaltigen ruinierten Verleger über die Hintergründe und Folgen des Plans aufgeklärt wird. Trotzdem entscheidet sich der Minister für Aufhebung des Zollschutzes, der Referent nimmt seine Entlassung, auf die Gefahr hin, mit seiner sachlich begründeten Stellungnahme die Siebe der schönen Silly, bei der aus dem Flirt längst ehrliche Zuneigung geworden ist, zu verlieren. Doch aus vielen Mißverständnissen wendet sich noch alles zum Guten. Der Präsident, der von seinem geschäftstüchtigen Generalsekretär hinttrs Sicht geführt war, setzt diesen skrupellosen Streber an die Suft und zieht beim Minister seinen Antrag zurück. Die böhmische Hausindustrie ist gerettet, aus Silly und dem charakterfesten Beamten wirb ein glückliches Paar. — Das Drehbuch Harald Bratts und die Spielleitung Heinz Helbigs haben für ihre Zwecke nur die eine Seite des altösterreichischen Beamtentums gebrauchen können, verknöchertes Bürokratentum gemildert durch Schlamperei. Aber man darf dabei nicht vergessen, daß es neben dem Soldaten der Beamte gewesen ist, der in der Sethargie des im Kampf seiner Nationalitäten sich auflösenden Habsburgerreiches bis mm Setzten die Idee des Staates verkörpert hat. Mit diesem Vorbehalt, der ungerechtfertigten Verallgemeinerungen vorbeugen muß, darf man sagen, daß der Film das Sehen und Treiben in einem k. u. k. Ministerium mit viel Witz und Sinn für Atmosphäre hingestellt hat. Den Prototyp des hier glossierten Ministerial- beamten spielt Hans Olden geradezu unnachahmlich in der grotesken Mischung von Bonhomie und Trottelhastigkeit. Rolf Wanka ist der ernste, sachliche und zuverlässige Beamte, der auch seiner Siebe nicht das Opfer einer Charakterlosigkeit zu bringen vermag. Georg Alexander steht als ein Mann, der alles durchschaut, aber keinen Ehrgeiz kennt, lächelnd über den Dingen. Oskar Sima ist der sehr selbstbewußte, polternde Minister. Ihr Gegenspieler ist Siegfried Breuer, der den verschlagenen jüdischen Streher und Geschäftemacher, schleimig und brutal in einer Person, ohne lieber» treibung aber mit geradezu fataler Deutlichkeit gibt. Otto Treßler macht m:t den Allüren des großen Herrn den Konzern-Präsidenten. Sein reizendes Töchterchen ift Irene von Meyendorff, die mit großem Charme ebensoviel Charakter oerbinbet. (Styria-Film.) * Die Wochenschau bringt viele interessante Bilder von Der Wacht am deutschen Westwall, von Dem begeisterten Empfang, Den Die Berliner Kapitan- leutnant Prien unD seiner tapferen U-Boot-Be- Atzung bereitet haben, und von einem Wunschkonzert Der Wehrmacht, Das Die VerbunDenheit von Front und Heimat lebendig illustriert. Fr. W. Lange. Dienstag, 3l. Oktober (939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Schwerter mit Edelsteinen. Oie zweite Reichsstraßen-Sammlung des Kriegs-Winterhilfswerkes. Die Abzeichen. Für kommenden Samstag und Sonntag ist unsere Volksgemeinschaft in Stadt und Sand wiederum auf gerufen, einen weiteren Beitrag für das Kickegswinterhilfswerk 1939/40 zu leisten und damit die großen Aufgaben fördern zu helfen, die in der jetzigen Zeit gestellt find. Für diese nächste Stra- ßensammlung stehen die Kameraden der SA., der ff, des NSKK. und des NSFK. in geschloßener Front zur Verfügung. Zum Verkauf gelangen diesmal Abzeichen besonderer Art, nämlich die Miniaturnachbildungen germanischer Schwerter in den verschiedensten Formen. Diese Schwertabzeichen sind mit zartfarbigen Halbedelsteinen besetzt, und jedes einzelne bildet ein feines Schmuckstück. Aus Anlaß dieser zweiten Reichsstraßensammlung muß sich jeder Volksgenosse vor die Frage gestellt sehen, ob die Spende, die er Den Büchsen Der Kameraden aus Den ©lieDerungen Der Partei übermittelt, nicht nur eine Spende darstellt, sondern ein Opfer ist, das er der großen Schicksalsgemeinschaft unseres Volkes bringt. Auch diese Straßenfammlung soll einen erneuten Beweis Dafür liefern, daß die Heimat in unverbrüchlicher Treue zur Front steht und sich des Opfers würdig erweist, zu dem unsere Soldaten vor dem Feinde sich zu jeder Stunde und Minute bereitfinden. Zur Förderung der Sammlung wird der Musikzug der SA.-Standarte 116 Platzkonzert geben, für das eine zahlreiche Zuhörerschaft erwartet wird. Für die nächste Straßensammlung wird von jedem Volksgenossen, Der auch nur einigermaßen dazu in Der Sage ist, Das Doppelte von Dem erwartet, was er sonst zu geben pflegt. Es muß Dabei berücksichtigt werben, daß nicht die große Anzahl Sammler zur Verfügung steht, wie bei Sammlungen in früherer Zeit. Viele Kameraden aus dem Kreis der SA., Der ff, Des NSKK. unD des NSFK. aus Stadt und Kreis Gießen, wie aus dem ganzen Kreis Wetterau stehen unter Den Fahnen und liegen zum Teil mit in vorderster Front. Umsomehr gilt es Die Tätigkeit Derjenigen zu unterstützen, Die nun am Samstag und Sonntag zmn Opfer auffordern! reitschaft des Deutschen Roten Kreuzes konnten dem Verunglückten keine Hilfe mehr bringen, Da Der ToD bereits eingetreten war. Die Kriminalpolizei nahm sofort Die erforderliche Feststellung vor. Mit Lebensmittelkarten auf dem Wochenmarkt. Auch Dem Wochenmarkt sind die Sebensmittdi karten bedeutungsvoll geworden. Die Bauersfrauen« Die mit Butter, Käse und Eiern handeln, haben sich darauf einstellen müssen. Stempelkissen, ©tem* pel und Schere gehören jetzt zum Handwerkszeug der Händlerin. Auf unserem Bilde sieht man eine Bäuerin gerade Dabei, wie sie die Karten einev Kundin mit ihrem Stempel versieht. (Aufnahme z Neuner, Gießener Anzeiger). Jetzt mehr Rindfleisch effen. NSG. Durch die Witterungsverhältnisse der letz, ten Wochen, die sowohl in Den Rindergebieten Nord- Westdeutschlands, als auch in Südbayern den Ab« trieb Der Tiere von Den Weiden früher und stärkev einfetzen ließen als in den Vorjahren, sind zur Zeit die Rinderanfuhren auf Den rhein-rnainifchen Märkten ungewöhnlich stark. Dazu kommt eine umfang, reiche Anlieferung von Fleisch in Form von Rinber- vierteln, Die aus Schlachtungen aus Den genannten Gebieten stammen. Auf Der anDeren Seite läßt in Dieser Jahreszeit Die Zufuhr von Schweinen zu den Märkten stets nach. Die Bevölkerung muß heute mehr denn je diesem Umstand Rechnung tragen und ihren Verbrauch nach den vorwiegend anfallenden Nahrungsgütern richten. Erhöhte Ab« nähme von Rindfleisch und Zurückstellen der Wünsche nach Schweinefleisch ist daher ein Volkswirtschaft« liches Gebot der Stunde, denn es braucht nicht besonders betont zu werden, daß jetzt nichts umkommen darf und das letzte Gramm Fleisch, das DeL menschlichen Ernährung dient, dieser Verwendung zugeführt werden muß. In Kürze werden die Schweine, mit deren Mästung im Spätsommer angefangen wurde, schlachtreif, woraus sich ein Ausgleich der zur Verteilung kommenden Fleischarten ergeben wird. Gießener Docbenmorktpreiie ♦ Gießen, 31. Oft. Auf Dem heutigen Wochen, markt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,60 RM.« Oie Gärten des Cäsar. Bei Den Arbeiten zur Verbreiterung und Vertiefung Des Flußbetts des Tibers in Der Nähe Der St.-Pauls-Basilika stieß man auf altes Mauerwerk mit Freskomalereien, aus Denen man schließen konnte, daß hier einstmals die .Gärten Cäsars gelegen haben, in Denen u. a. die ägyptische Königin! Cleopatra von 46 bis 44 v. Chr. als Gast Cäsars gewohnt hat. Man setzte nach dieser Ent« deckung die Ausschachtungen nur in Handarbeit fort unter Hinzuziehung Der Altertumsbehörben und fand nun umfangreiche Grundmauern antiker Gebäude, zumeist von Staatsgebäuden und Thermen. Sie stammten aus der Zeit des Kaisers Hadrian und erhoben sich über noch öfterem Mauerwerk, Das mit Sicherheit auf das Ende Der republikanischen Zeit zurückgeführt wirD. An zwei Stellen legte man geometrisches, vielfarbiges Mosaikpflaster frei und wertvolle Freskobilder mit Der Darstellung von sechs Sustbarken mit Ruderern auf einem blauen Grund mit Fischen, Mollusken und Krebsen. Diese luxuriös ausgeschmückten Schiffs in lebhaften Farben mit Göttern, geflügelten Siegesgöttinnen und griechischen Inschriften gehören nach Den Dargestellten Gegenständen und dem Kunststil zweifellos Der alexandrinischen Zeit am Die Flußfeste, Die am 24. Juni zur Ehren Der Glücksgöttin ab gehalten würben, sind offenbar auf den Fresken dargestellt. Nach Den Zeugnissen klassischer Schriftsteller stanD Der Tempel Der Glücksgöttin am Tiber in Den Gärten Cäsars etwa eine Meile von Der StaDt entfernt. Das alles stimmt genau überein mit Dem jetzigen Funbott. Bei den Ausgrabungen fand man auch noch ein massives Podium, das zu einem bedeutenden öffentlichen oder gottesdienstlichen Gebäude gehört haben muß, wahrscheinlich zu dem Tempel der Göttin, ferner ein Grabmal, auf Dessen Steinen häufig Der Name von Freigelassenen Des Hauses Der Julier, zu denen Cäsar gehörte, wieDerfebrt; man fand auch ausgedehnte Mauern zur Eindämmung des Flusses mit Sanbunastreppen unb Ringen zum Vertäuen her Schiffe, Vorrichtungen, bie, wie Ovib berichtet, in ber Nähe des Temvels vorhanden waren, damit Die blumengeschmückten Boote, bie am 24. Juni Den Fluß hinabkamen, um bie Festteilnehmer zum Tempel zu bringen, dort festgemacht werben konnten Da es sich um alexanbrinische Gewölbe handelt, so bringt Professor Iacopi sie in unmittelbaren Zu- fammenhang mit Dem Aufenthalt Cleopatras in bett Gärten bes Cäsar. Danach mären mit Der ägyptischen Königin auch Künstler aus Alexanbrien nach Rom gekommen. Bei Der Ausbesserung Der GebauDe zur Ieit Habrians waren auch bie Gemälde renoviert worden. Diese sind jetzt mit aller Vorsicht ab- geklopft morden unb merben im Thermen-Museum in Rom ausgestellt. N°z. können auch Kisten so ausgestellt werden, d'aß sie I Gassicherung ist- vom Keller aus vorzunehmen, für die Durchlüftung abgerückt werden können. Bei! Vielfach wird auch die Deckenabsterfung^ unterlassen. ' ....... ' ' v r ________ in s,____.1 er—, cu«kfisf /int hi« ^rhnht» '-.imprnMr nßS ISUft- Aus der engeren Heimat Oie Volkslumsarbeit in unserem Gau der Lahn gerettet. Für die Mit Entschlossenheit Von ver Arbeit des Roten Kreuzes jetzt vor- (Nachdruck verboten.) 29. Fortsetzung. einer Bar angetroffen hat. Seinem Charakter Einzelheiten an- lch 7. in ich er 60, kg kg 13, 12, 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. Nach den vorliegenden Erfahrungen bestehen über die behelfsmäßige Herrichtung von Luftschutz- Im Hinblick auf die erhöhte Sicherheit des Luftschutzraumes muß jedoch die Deckenabsteifung mit allen Mitteln angestrebt werden. Die bisher behelfsmäßig hergerichteten Luftschutz, räume sind nach Maßgabe dieses Erlasses zu überprüfen und fehlerhafte oder unzureichende Aus. führungen abzuändern. Erbanschüttungsn und Sandsackpackungen ist darauf zu achten, daß keine Feuchtigkeit auf die Hauswand übertragen werden kann. Vielfach wird versucht, mit Sandsäcken oder Sandschüttungen über Lichtschächten von Kellerfenstern eine Gassicherheit zu erreichen. Sie roirb praktisch nicht damit erzielt, die Durchlüftung mirö erschwert und das Straßenbild verunziert. Die früher war etwas los mit der Praxis; aber heute darf ein Spitalarzt in Efchelbrunn einpacken. Die Umfangreiche Obstdiebstähle in Vilbel. LPD. Bad Vilbel, 29. Oft. Dis Bilbeler Polizei hat jetzt umfangreiche Obstdieb- stähle festgestellt. Annähernd 40 Personen waren nach den bisherigen Ermittlungen an den Diebstählen beteiligt. Die Menge des gestohlenen Obstes ist noch nicht endgültig festgestellt; einige Zentner Aepfel wurden beschlagnahmt und dem Eigentümer wieder zugeführt. Die beteiligten Personen haben offenbar seit Wochen in der Vilbeler Gemarkung Aepfel geholt, Falläpfel sowohl wie Brechobst, teils für den eigenen Bedarf, teils haben sie auch Obst an Dritte verkauft. Im Laufe der Untersuchung hat sich herausgestellt, daß die meisten beteiligten Per. sonen schon seit Jahren ihren Obstbedarf weitgehend aus einem Obstbaumgrundstuck deckten, dessen Nutzung an einen Landwirt verpachtet ist. Oeffentliche Anerkennung für jugendlichen Lebensretter. Lpd. Wetzlar, 29. Oktober. Der Schüler Heinz Wicke aus Dorlar (Kreis Wetzlar) hat am Juni 1939 ein Kind vom Tode des Ertrinkens i fein Geld geht. „Na und ich?" fragt er aufgebracht. „Habe vielleicht nichts drin stecken? Warum bezahlt denn nicht?" „Er kann nicht, Herr Friedrich! Früher — bediene mich jetzt der Worte meines Chefs 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, % kg 4 Rpf., 5 40 Rpf., 50 kg 3,15 bis 3,45 RM., Aepfel, N 15 bis 25 Rpf., Birnen 15 bis 20, Zwetschen Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch gemäß malt Parsunke alle Einzelheiten anschaulich und mit Wonne aus und spielt sich als anstoßnehmender Ehrenmann auf, der nur behufs Ermittlungen in die Rolle eines Besuchers solch frivoler Lokale gedrängt werden konnte. Dann darf MMmöerMinöi! Roman von Walther kloepftr toporlQht by Hari Dtintftr Verlag * Berlin v 62 Der Schreiber Parsunke wird hereingeholt und schildert, wie er Dr. Severin in einem Kabarett anderes Mal in mit einer Dame und ein allgemeine Lage ist daran schuld, Herr Friedrich. „»Allgemeine Sage', das hab ich gern! Und die 1500 Mark für das Bild, mit denen er sich in München gute Tage macht? Gehören die auch zur allgemeinen Lage? Das war doch — weiß der Himmel — gefundenes Geld, hätte er seine Schulden damit bezahlt!" „Sie sind nur halb informiert, Herr Friedrich, entschuldigen Sie. Die 1500 Mark benötigt Doktor Severin noch dringend für München! Er ist auf der Suche nach einer neuen Existenz, und dazu braucht er Geld", verteidigte Nikoline. „Halb informiert, sagen Sie? Hm. Dann erlaube ich mir die bescheidene Anfrage, ob der Besuch teurer Lokalitäten und von Schlemmergaststätten auch zur Existenzsuche gehört?" schreit der Hopfen- Händler höhnisch. „Herr Notar, ich kann durch Zeugen nachweisen, daß Doktor Severin seinen Großstadtaufenthalt dazu benützt, mein Geld in kostspieligen Lokalitäten zu verprassen. Der Zeuge wartet draußen; darf ich ihn rufen?" „Bitte", näselt Notar Eberlein, dem Friedrichs Trompetentöne heftig mißfallen. Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, kg 7 bis 8 Rpf., 50 kg 6 RM., Weißkraut, % kg 5 Rpf., 50 kg 4 RM., Rotkraut, % kg 8 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Rüben, kg 9 bis 10 Rpf., Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 20 bis 40, Feldsalat x/io 10 bis 15, Tomaten, >6 kg ** Männerchöre im Gießener Standort l a z a r e t t. Am Sonntag bereitete der Gesangverein „Eintracht" aus Watzenborn-Steinberg den Insassen des Gießener Standortlazaretts eine große Freude. Unter der bewährten Leitung von Eyren- chormeister Harnisch sang der bekannt gute Vereine eine Anzahl seiner schönsten Lieder, wofür ihm recht herzlicher Dank zum Ausdruck gebracht wurde. Am kommenden Sonntag wird ab 10.30 Uhr der hat. Herr Friedrich hat deshalb am 9. Juni dieses Monats Antrag auf Zwangsvollstreckung beim Amtsgericht Arnfeld gestellt, dem stattgegeben wurde. Der Vollzug ist mir übertragen. Ich habe die Parteien heute vorgeladen, um den Fall, wenn möglich, in Güte beizulegen. Der Gläubiger hat meines Erachtens sehr loyal gehandelt. Er hat ganze fünf Monate nichts unternommen, dann wiederholt mündlich beziehungsweise schriftlich gemahnt; geben Sie das zu, Fräulein Ferber? „Ja, gewiß." „Dann hat Herr Friedrich den Rechtsanwalt Dücker mit der Sache befaßt und dieser hat eine allerletzte Frist gesetzt. Aus dieses Schreiben hat Doktor Severin überhaupt nicht geantwortet." „ „Reizende Manieren", wirst Friedrich gehässig ein, was ihm einen kalten Blick Nikolines einträgt. „Ja", urteilt Notar Eberlein, „dieses Verhalten ist natürlich nicht sehr korrekt. Eine Entschuldigung wäre das geringste gewesen, aber sich einfach tot- stellen? Sind Sie sich denn über die Folgen der heutigen Aktion klar, Fräulein Ferber? Eine Hypothek ist ein vollstreckbarer Schuldtitel. Da gibt es also nicht erst lange ein Gerichtsverfahren, sondern es setzt automatisch die Zwangsversteigerung ein, wenn wir uns nicht einigen." „Wollen Sie etwas bemerken?" „Ich dachte, ein Spital ist eine gemeinnützige Anstalt, Herr Notar?" | „Gewiß, aber auch solche Rücksichten haben ihre , Grenzen, liebes Fräulein. Ihr Chef ist bereits zwei- , mal mit den Zinsen im Rückstand. Das ändert die Sache ganz gewaltig. Schließlich kann einem Gläu- । biger nicht zugemutet werden, seine Forderung in den Kamin zu schreiben." „Ich möchte hier erwähnen, daß Dr. Severin sich mit Verkaufsabsichten trägt", sagt Nikoline. „Diese werden aber durch eine Zwangsmaßnahme der ge- schilderten Art ganz erheblich gestört. Ich weiß nicht, ob Herr Friedrich besser fährt. Bedenken Sie : doch, meine Herren, Doktor Severin hat sein ganzes Vermögen in diesem unglückseligen Spital stecken!" Herrgott, wie gebildet die redet, denkt Friedrich anerkennend und sicht Nikoline verzückt auf den Mund. Dann fällt ihm jäh ein, daß er nicht zum Gaffen und Bewundern da ist, sondern daß es um NSG. Dolkstumsarbeit ist nicht Angelegenheit einer einzelnen Gliederung ober eines Verbandes, sondern sie findet chre letzte Erfüllung erst in der Zusammenarbeit aller Kräfte. Diese engste Zusammenarbeit ist besonders im Kriege wichttg. Aus dieser Notwendigkeit heraus hat die Abteilung „Volkstum und Brauchtum" der NS.-Gemeinschaft ,Lrast durch Freude" Gaudienststelle Hesfen-Nassau nach den vom Reichsamt herausgegebenen Richtlinien mit den Parteidienststellen unseres Gaues, der NS.-Frauenschaft, dem BDM., der HI., dem Reichsarbettsdienst für die weibliche Jugend und dem Reichsverband für Volksmusik in der Reichsmusikkammer ein Arbeitsabkommen über den gemeinsamen Einsatz auf allen Gebieten der KdF.- Volkstumsarbeit getroffen. HI. und BDM. stellen ihre Spielscharen zur Verfügung. Der BDM.-Land- dienst wird ebenso wie die Lagergruppen des RAD. für die weibliche Jugend die Ausgestaltungen von Dorfgemeinschaftsabenden und Mütterstunden übernehmen. Auch die Jugend- und Kindergruppen der NS.-Frauen schatt finden ihren Einsatz bei Feierstunden und Märchenspielen, und der Reichsver- > Mängel bei behelfsmäßigen LnstMtzränmen Eine Ueberprüfung angeordnet. „Der Kirche?" ,Hch will es Ihnen erklären. Das Bild hing ganz ! früher einmal in einer dunklen Ecke der zum „Klö- ' sterl" gehörigen Kapelle neben dem Canisiusattar. Der Vorgänger unseres jetzigen Pfarrers hat es den damaligen Gemeindeschwestern für ihr Refektorium leihweise überlassen, well der Platz in der Kapelle zu feucht war. Das mag so acht Jahre her fein. Auch die Quittung hierüber hat sich zwischen alten Belegen gefunden." „Dann verstehe ich nicht, wie die Stadt überhaupt auf den Gedanken kam ..." „Ganz einfach. Das Bild ist mit dem anderen Armenhausinventar und den Schwestern nach dem Umbau in das neue Heim übergesiedelt, und da glaubt die Bürgerschaft halt, es stamme von der Gemeinde. Auf dem Rathausspeicher liegt ja noch eine Menge solcher Kram, wertlose alte Oelbilder, Bettgestelle, Kästen und Tische. Sie dürfen nicht übersehen, daß das Bild erst jetzt eine solche Beachtung findet, während sich vorher kein Kuckuck darum gekümmert hat. Tja, der Fall Cranach ist in ein neues Stadium getreten!" „Eine verzwickte Sache", lächelte Nikoline. „Wenn das sttmmt, hätte Doktor Severin das Bild ja gar nicht veräußern dürfen?" „Ganz recht Fräulein Ferber; aber man wird ihm zubilligen müssen, daß er hu guten Glauben geh arbeit hat. An Stelle der Stadt wird sich nun halt das Ordinariat mit Leinfelder herumbalgen | müssen. Und das ist ein schwieriger Herr, sag' ich Ihnen. Die damaligen Schwestern, die Kenntnis' von dem Bild hatten, sind nicht mehr da, sind ge-; starben, ob gelöst ober versetzt. Die neuen wissen von nichts. Trotzdem. Maßgebend ist die Empfangsbescheinigung, die der Stadtpfarrer in Händen hat, und die ist richtig. Er hat sie mir selbst gezeigt", schließt der Konsul. Dann wird er schweigsam, denn fein Gang aufs Finanzamt fällt ihm ein. Beim Notar platzt Nikoline auf Herrn Friedrich, der sich bei ihrem Eintritt ins Wartezimmer er-! hoben hat. „Sie hier? Ich nahm an, Ihr Ches käme?" „Sie müssen schon mit mir vorlieb nehmen, Herr Friedrich. Doktor Severin weilt in München", erwidert sie kurz. Nach ein paar Minuten werden sie vorgelassen. Notar Gberlein prüft Nikolines Voll-1 macht. „Es wäre besser gewesen, wenn Ihr Chef selbst gekommen wäre. So muß es halt ohne ihn gehen. Ich möchte zunächst einmal die Rechtslage kurz skizzieren. Wie sie wissen, Fräulein Ferber, handelt es sich darum, daß Herr Friedrich die am 1. Dezember und 1. Juni fälligen Zinsen nicht echalten räumen in bestehenden Gebäuden zum Teil unrichtige Auffassungen, zum Teil sind bei der Ausführung Fehler begangen worden. Zur Abstellung dieser Mängel hat der Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe die örtlichen Luft- chutzleiter, den Reichsluftschutzbund und die Reichs- ;ruppe Industrie mit ausführlichen Weisungen Der» ehen. Diele Zweifel werden durch diesen Erlaß . _ geklärt. So sind Notauslässe in vielen Fällen entweder falsch angelegt, oder überhaupt nicht gesehen worden. Auf ausreichende und richttg ge- bildern, die aus dem Wege der nachbarlichen Hilfe von Wetzlar aus den Grundausbildungskurs durchführten, den Teilnehmern des Kursus für ihren Fleiß und die Bereitstellung, im DRK. Dienst zu tun, und den Vertretern der Parteiorganisattonen für ihr Erscheinen und Interesse. Der Kreisführer, Oberfeldführer Dr. Lotz, wies auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der NSDAP, und ihrer Organisationen mit dem DRK. hin. Die Veranstaltung fand sowohl für die neuen DRK.-Anwärter und --Anwärterinnen, als auch für die Gäste einen besonders schönen Abschluß durch ein gemütliches, kameradschaftliches Zusammensein mit Soldaten. Rundfunkprogramm Dienstag, 31. Oktober. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude". 14: Nachrichten. 14.15: Zauber der Melodie. 16: Nachmittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. 17: Nachrichten. 17.10: Konzert. 18: Ruf ins Land. Berichte vom Landes- ernährungsamt. 18.15: Nach des Tages Arbeit. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Berlin. Dazwischen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. 22 bis 22.15: Nachrichten. Mittwoch, 1. November. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf!. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. 8,20: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.35: Musik am Vormittag. Ausführung: das Rhein-Mainifche Landesorchester. 10: Frohe Weisen. 11: Blasmusik. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Kleines Orchester. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nack- richten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... Io: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Otto Dobrindt spielt. 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertra- ■gung vom Deutschlandsender. 22 bis 22.15: Nachrichten. ___________________ ausgesührte Tat spricht dem Retter im Namen des Fichrers der Regierungspräsident in Wiesbaden öffentlich seine Anerkennung aus. Landkreis (Biehen )—( Ruppertsburg, 30. Oft. Das M ü t- ter-Ehrenkreuz 1. Stufe (in Gold) erhielten in letzter Woche die kinderreichen Mütter Luise Konrad, geb. Thom, Katharine Hoffmann, geb. Schad, und Anna Fleischhauer, geb. ißiüa. — Aus unserer kleinen Gemeinde konnten bis jetzt durch die Genossenschaft 8 Waggon Aepfel verladen werden. Kreis Bübingen g. Schotten, 29. Oft. Die Holzhauerei fjat schon überall eingesetzt. Der Zweigverein Schot- ten vom V H C. führt seine Abendwanderungen durch, an denen sich jeweils viele Mitglieder beteiligten. — Der SchottenerMännerchorhat seine Gesangabende wieder eingerichtet und ttihrt die Singstunden regelmäßig durch. Für unsere Feldgrauen sind von der H I. Bücher und Lesematerial | ein gesammelt worden. — Forstmeister Bruch- Häuser und Forstassessor Vetter von hier sind nach den neu gewonnenen Gebieten im Osten abbeordert worden, um dort forstliche Ausgaben zu übernehmen. Annerod. In Gegenwart des Ortsgruppenleiters, des Bürgermeisters, der Leiterin der NS.-Frauenschaft und des Vertreters des RLB. ging am Sonntag in Annerod ein Grundausbillmngskurfus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK.), an dem sich Frauen und Mädchen sowie auch Männer beteiligten, mit einer Prüfung zu Ende, die für alle Teilnehmer zu einem erfolgreichen Ergebnis führte, wie der Vertreter der Kreisstelle Gießen, Dr. T r aut- ma n n, in feinen Danfesworten zum Ausdruck brachte. Besonderen Dank sprach er Sanitätsrat Dr. Gengnagel aus Großen-Bufeck aus, der/sich, wie schon wiederholt, auch in diesem Jahr wieder mit seinen hervorragenden Kenntnissen und seiner vorzüglichen Lehrfähigkeit in den Dienst des DRK. gestellt hatte. Der Ortsgruppenleiter knüpfte an die Worte des Vorredners, die den fünftigen Helfer an seine ernste, verantwortliche, aber lohnende Aufgabe erinnerten, an, indem er auch an die Vordringlichfeit in der Ausübung der ersten Hllfe appellierte. Mtt dem Gruß an den Führer, den Schirmherrn des DRK., endete die Veranstaltung. Allendorf (Lohn). Am Samstag ging in Allendorf (L ahn) ein Grund-ausbildungskursus des DRK. zu Ende, dessen Durchführung und Prüfung in den Händen bewährter Führer des DRK., Kreisstelle Wetzlar des DRK.-Oberwachtführers Müller und des DRK.- Arztes Wachtführer Dr. ©tangier, mit Unterstützung durch die Wachtführerin Volk lag. Die stattliche Zahl der Prüflinge legte in Anwesenheit des Ortsgruppenleiters Lenz, des Bürgermeisters Faber und des örtlichen Luftschutzleiters Kimmel Zeugnis ab von ihren Kenntnissen über die Entstehung und Gliederung des DRK., über den Aufbau und über die Funktionen des menschlichen Körpers und über die Erste Hilfe bei den verschiedensten Verletzungen. Der Kreisführer DRK., Oberfeldführer Dr. Lotz und der derzeitige Leiter der Führungsabteilung Dr. Trautmann dankten im Namen der Kreisstelle Gießen den Aus- Als Nikoline ins Postauto steigt, tritt Herr von Depenau galant zurück. „Bitte, bitte, nach Ihnen, mein Fräulein. Muß auch nach Arnfeld, Kleinigkeit mit dem Finanzamt zu regeln", erklärt er und sieht niedergeschlagen aus. Seine Höflichkeit und deren Wortschatz stammen aus den neunziger Jahren. Auch Nikoline ist von Heiterkett meilenweit entfernt. Sie ist zum Notar Eberlein vorgeladen in Sachen Friedrich gegen Severin. Ueberdies hat sie Kümmernisse wegen oer~ Praxis, die unter Dr. We.iz sichtlich zurückgeht. Sie weiß, daß es töricht ist, sich um fremde Leute abzusvrgen, aber sie kann über ihre Natur nicht hinaus. „Schönes Wetter heute, nicht?" beginnt artig der Konsul, während sich das Postauto mtt viel Geräusch in Bewegung setzt. „Wunderbares Wetter, Herr von Depenau. Der Hopfen steht gottlob gut bis jetzt." Die meisten Eschelbrunner Gespräche drehen sich um den Hopfen. „Schon das Neueste gehört?" „Was meinen Sie damit?" „Unsere guten Eschelbrunner haben sich ja köstlich blamiert. Da machen sie mit diesem Bild ein Getöse, fahren sogar bis ans Ministerium, und dann stellt sich heraus, daß das Bild ihnen gar nicht gehört!" „Was Sie sagen, Herr Konsul!" „Unser Stadtpfarrer — das ist doch so ein alter Tüftler — hat jjerausgefriegt, daß das Bild Eigentum der Kirche ist. Tableau. Bis jetzt weiß es noch niemand als ich. Die Gesichter unserer Stadtväter möchte ich sehen!" Gießener Gesangverein „Heiterkeit", der fett drei Wochen bereits feinen Uebungsbetrieb wieder ausgenommen hat, diese schöne Einrichtung unter seinem Ehrenchormeister Wilhelm Schöttler, Gießen, fortsetzen. ** 70 Jahre alt. Der Schuhmachermeister Johannes Kneipp, Großer Steinweg 3, wird am morgigen Mittwoch, 1. November, 70 Jahre alt. Herr Kneipp befindet sich bei bester Gesundheit und übt noch seinen Beruf aus. Seit über 40 Jahren ist er Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren dem Jubilar herzlich zu feinem Geburtstage. ** Städtische Bücherei. Im Oktober sind 1494 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 20, Gedichte und Dramen 18, Erzählende Literatur 919, Jugendschriften 203, Länder- und Völkerkunde 93, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biographien 140, Naturwissenschaft und Technologie 51, Heer- und Seewesen 28, Haus- und Landwirtschaft 2, Gesundheits- lehre 3, Religion und Philosophie 1, Staatswissenschaft 12 Bände. der dienernde Parsunke wieder abtreten. Auf Notar Eberlein machen feine Worte einen schlimmen und nachhaltigen Eindruck. Wenn ein Mann mit Schulden sich solche Dinge leistet... na ja, Cberlein räuspert sich und putzt feine Brille. „Gott, das ward wahrscheinlich aufgebauscht sein; wir wissen fa die näheren Umstände nicht", verteidigt Nikotine weiter; aber es klingt nicht recht überzeugend. Sie muß zuviel an die Fabri denken. Und so kommt der Nachsatz: „Ich jedenfalls kenne meinen Chef als nüchtern und sparsam" nur matt über ihre Lippen. „Sie sprachen vorhin von Derkaufsabsichten, Fräulein Ferber", beginnt der Notar. „Wie weit sind diese gediehen? Sind ernsthafte Reflektanten da?" Nikoline muß die Frage leider verneinen. W*- sie berichtet von ihren Bemühungen, von den Jns^ raten, von den Führungen und schließt mit der Hoffnung, daß sich schon ein Käufen finden wiro. (Fortsetzung folgt.) „Jetzt, wo es auf 6 Uhr geht? Das ist ganz aus- geschlossen, ich habe eine Verabredung. Hat das nicht ois morgen früh Zeit?" „Sind Sie tatsächlich so harmlos oder stellen Sie sich nur so? Los! Machen Sie keine Geschichten, Herr", befiehlt der Beamte. „Soll das eine Verhaftung sein?" „Sie hoben es erraten." Severin sucht mit zitternden Fingern nach seinem Hut, will Einwendungen machen und unterdrückt sie; schließlich verläßt er betäubt, von dem Beamten gefolgt, das Zimmer. band für Volksmusik in der Reichsmusikkammer stellt vor allem feine VolksmuMapellen für Musik- abenbe zur Verfügung. Das Programm der gemeinsamen Volkstumsarbeit umfaßt offenes Singen, Feierstunden, Gemeinschaftsabende, Dorfabende ernster und froher Art, Mütterstunden, Puppenspiele, Laienspiele, Märchenstunden, Kammermusikabende, kleine Konzerte und Spielfahrten. Schon im November werden Puppenspielgruppen im Rahmen der KdF.- Wehrmachtsbetreuung in den Lazaretten zur Unterhaltung unserer Verwundeten zum Einsatz gebracht werden. Außerdem sollen bei der Volks- tumsarbeit in den Betrieben und bei den Dorfabenden in den nächsten Monaten Puppenspiele vorgeführt werden. So wird die gemeinsame Volkstumsarbeit aus ihrem gemeinsamen Einsatz und ihrem gemein* samen Erleben heraus dazu beitragen, in der Stadt, im Dorf und im Betrieb die Geschlossenheit der Gemeinschaft im Gau Hessen-Nassau zu festtgen und zu fördern. legens Notauslässe muß jedoch mit aller Sorgfalt geachtet werden. Wenn im Luftschutzraum nur ein Fenster vorhanden ist, ist es ratsam, dieses Fenster, auch mit Rücksicht auf die Durchlüftung des Raumes 3um Notausstieg auszubilden. Ist kein geeignetes Fenster vorhanden, so muß ein Notausgang durch anschließende Räume vorgesehen werden. Notausstiege durch Fensteröffnungen müssen so hergerichtet werden, daß ein Aus steigen auch tatsächlich gewährleistet ist. Fehler sind auch bei der Herrichtung von Splitterschutzvorrichtungen beobachtet worden. Es ist darauf zu achten, daß das Straßenbild nicht verunstaltet wird. Nur vor Fensteröffnungen, die über die Erdgleiche, zum Beispiel den Bürgersteig, hinausragen, sind Splitter- fchutzvorrichtungen notwendig. Für Fensteröffnungen, die vollständig unter Erd gleiche liegen, sollen sie umgehend entfernt werden. _________ । Der Erlaß gibt weiter Richtlinien für die 23er- I wendung von Sandsäcken als Splitterschutzoorrich- ! tuna. Die Rohstoff läge am Jutemarkt zwingt zu größter Sparsamkeit in der Verwendung von Jul-e- säcken, die vor allem für die Ernährungs- und ' Landwirtschaft bestimmt sind. Die Verwendung von Jutesäcken- für jetzt noch zu errichtende Splitterschutzvorrichtungen wird untersagt. Für Vorrichtungen aus Sandsäcken dürfen nur noch Säcke aus Bitumenpapier ober aus imprägniertem Papiergewebe, benutzt werden. Die beretts als Splitter- schutzvorrichtung technisch richttg verwendeten Jute- säcke brauchen nicht entfernt zu werden. Sie müssen aber durch Abdeckung mit Holz, Pappe oder auf ändere Weise gegen Verrottung durch Nässe geschützt werden. Ein Anstrich mtt Kalkmilch zur besseren Kennzeichnung während der Verdunkelung hat zu unterbleiben, da Kalkmilch das Jutegewebe zerstört. Vielfach werden bei der Herrichtung des Splitterschutzes die Fenster des Luftschutzraumes durch Erd- anschüttungen vollkommen zugebaut, manchmal sogar überflüssigerweise die Fenster der nicht als Luftschutzräume hergerichteten Nachbarkeller. Solche falschen Ausführungen müssen auch im Interesse der Gesunderhaltung des Gebäudes vermieden werden. Licht- und Luftzuführ müssen gewährleistet sein, entweder durch Benutzung eines Fensters als Notausstieg, oder durch Oeffnen von Fenstern und Türen. Zu diesem Zweck ist die gassichere Abdichtung bei den zur Durchlüftung notwendigen Fenstern und Türen auszuführen. Als Splitterschutz