205 Erstes Blatt Donnerstag, 3t. August 1939 189. Jahrgang Heimat im Bild - Die Scholl« Monatr-Vezugspreis: Nit 4 Beilagen RM.1.95 thne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 rer der Liberalen, Sir Archibald Sinclair, dock ein. Der amerikanische Botschafter in London, btt bereits in den frühen Nachmittagsstunden eine Unterredung im Außenministerium hatte, sprach am späten Nachmittag in der Downing Street nochmals vor. In der Nacht zum Donnerstag hatte Ministerpräsident Chamberlain eine neue Audienz beim englischen König im Buckingham-Palast. Eine interessante Stimme aus Kanada. England und Frankreich planen einen offensivenJnterventionskrieg Montreal, 31. Aug. (DNB.-Funksvruch.) Die französischkanadische Tageszeitung „L Illustration Nouvelle" stellt fest, daß England und Frankreich weder von nahe noch von fern bedroht würden. Deutschland mische sich nirgends in eng• lische oder französische Angelegenheiten, (England und Frankreich mischten sich jedoch in den deutsch-polnischen Streit über Gebiete und Bevölkerungen, die, n i ch t polnisch seien. Wenn es einen europäischen Krieg gäbe, dann nicht, weil Deutschland Frankreich ober England angreift, fonbern weil Frankreich und Englanb durch ihre Einmischung in den Streit Deutschland an» greifen würden. Wenn Frankreich und England in ihrer Propaganda immer wieder behaupten: „Unsere Verteidigung ist bereit, wir sind bereit, jeden Angriff zurückzuweisen", so sei das eine kolossale Lüge. Es handle sich nicht um einen Verteidigungskrieg sondern um einen offensiven Interventionskrieg, den sie aus freiem Zerschnittene Lebensader. Durch das Versailler Schanddiktat wurden Ostpreußen und Danzig vom Reiche getrennt. Danzig wurde ein „Freistaat" mit polnischen Sonderrechten. Zwischen Danzig und Ostpreußen einerseits und dem Reich anderseits wurde der polnische Korridor eingeschoben, über dessen Fehlkonstruktion selbst bei den französischen Militärs und Politikern und englischen Staatsmännern nur eine Meinung war. Verkehrspolitisch wurde durch diesen Korridor Ostpreußen vom Mutterlande abgeschnitten, und erst nach längeren Bemühungen kam in Paris ein Abkommen zwischen Deutschland und Polen zustande, das den Durchgangsverkehr durch diesen Korridor einigermaßen regelte. Trotzdem aber haben sich die Polen nicht an dieses Abkommen gehalten. Sie haben den Verkehr künstlich erschwert, die Durchgangszüge wurden unter Ausnahmerecht gestellt; so mußten die Waggons geschlossen bleiben, Aussteigen wurde verboten, und immer wieder sind burd) polnische Soldaten, Zollbeamte ober Eisenbahner, die diese Züge begleiteten, deutsche Staatsangehörige verhaftet und in polnische Gefängnisse geschleppt worden. Der Rückgang des einst sehr starken Durchgangsverkehrs zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland betrug z. B. im Jahre 1933 rund 70 v. H. v _ Dabei hatte die Reichsbahn sich weder Geld noch Mühe verdrießen lassen, um die dringend notwendige Verbindung Ostpreußens mit dem Reiche aufrecht zu erhalten. Infolge der Schaffung des Korridors hatte Ostpreußen eine Wegeverlange- r u n g nach feinen westdeutschen Absatzgebieten u m 300 bis 400 Kilometer zu verzeichnen. Das war eine Frachtverteuerung, die durch Ausnahmetarife der Reichsbahn nicht gemildert werden konnte und sich jährlich noch immer auf etwa 25 Millionen RM. beläuft. Die Oftpreußenhilfe wendet jährlich rund zehn Millionen RM. zur Erleichterung der Frachtlage Ostpreußens auf. Dazu tarnen aber die sonstigen hohen Aufwendungen der Reichsbahn, die den Bau von Grenzbahnhöfen finanzierte, zahlreiches Personal neu einftellen mußte und sogar die die Durchgangszüge begleitenden polnischen Zoll- und Paß- organe bezahlen muß! Ferner mußte ein ständiger Kampf gegen die rein bürokratischen Schwierigkeiten ausgefochten werden, die die Polen dem Verkehr in den Weg legten. Obgleich die Polen von jeder Frachtkarte einen Durchschlaa erhalten, mußten für die den polnischen Eisenbahnen zu übergebenden Ladungen auf den Grenzbahnhöfen nicht weniger als 11 Zug- und 7 Ladelisten ausgefüllt werden. Weiter mußten zweisprachige Gepäckscheine vorhanden jein, besondere Fahrkarten mußten für diesen Durchgangsverkehr gedruckt werden, besondere Tarife wurden errichtet usw. usw. Dabei war Danzig von diesem privilegierten Korridorverkehr ausdrücklich ausgenommen. Der Reisende, der ohne polnische Paß- und Zollkontrolle nach der deutschen Stadt Danzig wollte, mußte über Danzig und Dirschau hinaus zunächst nach Marienburg in Westpreußen fahren, um dann von Marienwerder aus im Postauto ober in zwei aeftatteten Personenzügen sein Reiseziel, die alte deutsche Stadt Danzig, zu erreichen. Militärgüter, die durch den Korridor gebracht werden sollten, mußten vierzehn Tage vorher angemelbet werden, zwei Militärtransporte durften sich nicht gleichzeitig im Korridor aufhallen und den Korridor überhaupt nur am lichten Tage durchfahren. Noch größer waren die Schwierigkeiten für den sonstigen Durchgangsverkehr, für Reisende mit Kraftwagen oder Motorrädern. Diese mußten die wenigen Durchgangsstraßen benutzen, wurden sehr häufig aus Willkür festgehalten und mit Geld- und Gefängnisstrafen belegt ober überhaupt nicht burchgelassen. Das gleiche für bie Binnenschiffahrt. Hinzu aber kam, baß die deutschen Gütertransporte straflos beraubt wurden. Noch in der Nacht vom 21. bis zum 22. Juni 1939 wurde bei Dirschau ein deutscher Transitgüterzug von polnischen Banditen regelrecht ausgeplündert. Die Untersuchung der polnischen Behörden ist natürlich erfolglos geblieben, und ebenso erfolglos waren die polnischen Nachforschungen wegen der Beraubung zahlreicher für Ostpreußen bestimmter deutscher Kohlen- polnische Zollbeamte als Spione. Eine polnische Spionagefiation mit Blinkgerät auf Danziger Boden. Danzig, 31, August. (DBB.) Nachdem vor einigen lagen bie polnischen Zollinspektoren fterajniaf und kuspit, die in pieket, dem südlichsten Dorf des Danziger Freistaates, stationiert waren, wegen Spionage fc ft genommen worden waren, haben nunmehr die beiden übrig gebliebenen polnischen Zollinspektoren Kaminski und Pfennig, die gleichfalls in pieket ftaho- niert waren, die Flucht ergriffen und sich auf polnisches Gebiet begeben. Die Untersuchung der Wohnung der polnischen Zollinspektoren in der polnischen Schute in pieket durch die Danziger Geheime Staatspolizei förderte eine große Anzahl von Waffen zu Tage. Insgesamt wurden 22 piffolen — zum größten Teil Armeepistoten — vorgefunden und beschlagnahmt, ferner 1270 Schuß Munition. Außer- dem fand man neun Vlechschachteln in der Größe 10X5 Zentimeter, die hochwertigen Sprengstoff enthielten, sowie mehrere Btinkapparate. Die Untersuchung ergab, daß im Dachboden der polnischen Schute in pieket eine Blinkst a l i o n eingerichtet gewesen ist und daß man sich mehrere Monate lang mit polnischen Soldaten jenseits der Grenze hinter der Weichsel verständigt hatte. Wie weiter aus dem Fabriksiempel hervorgeht, sind die Waffen von der bekannten War- schauer Waffenfabrik Radon hergestellt und geliefert worden. Wie die beiden von der Danziger Geheimen Staatspolizei festgenommenen polnischen Zollinspek- toren zu Protokoll gegeben haben, haben sie gemeinschaftlich mit den beiden flüchtig gewordenen Zollinspektoren im Freistaatgebiet, statt Zollobliegenheiten nachzugehen, Spionage zugunsten des polnischen Staates getrieben. Wieder neue Verhaftungen. Unter nichtigen Borwänden aufs schwerste mißhandelt. Schnei bemüht, 30. Aug. (DNB.) Unter dem grotesken Vorwande einer deutschen Terror, und Spionageorganisation in Lodz, Kattowitz und Warschau auf bie Spur gekommen zu sein, unternahmen Mittwoch polnische Polizeioraane Haussuchungen in biesen Stäbten und verhafteten Hunderte von Volksdeutschen. Auch diesesmal nahm die polnische Polizei die Haussuchungsbefehle zum Anlaß, um nicht nur willkürlich Verhaftungen durch- zuführen, sondern auch die unglücklichen Betroffenen in ihren Wohnungen in unmenschlicher Weife zu mißhandeln. Davon zeugten die gellenden Hilferufe und Schmerzensfchreie, bie weithin auf ber Straße unb in ben anliegenben Häusern hörbar waren. Von dem Ausmaß dieser Mißhandlungen maa bie Tatsache Zeugnis ablegen, daß polnische (!) Nachbarn unb Passanten herbeieilten, unb die Polizei aufforberten, die Gefangenen doch in Ruhe zu lassen, da die Schreie nicht mehr zu ertragen seien. Sie wurden jedoch von der Polizei brutal aufgefordert, sich zu entfernen und sich um ihre eigenen Sachen zu kümmern, nicht um bas Schicksal von „deutschen Schweinen", lieber den Verbleib ber Verhafteten, bie kurz darauf wie Verbrecher ab geführt wurden, konnten die zurückgebliebenen Angehörigen nichts in Erfahrung bringen. Die Wohnungen der Verhafteten wurden von den polnischen Schergen bis aufs -Letzte aus« geplündert. züqe ober des Diebstahls von Automobilzubehor, für das bie polnischen Spitzbuben anscheinend eine besondere Vorliebe hegen. Alle diese Zustande sind durch den polnischen Chauvinismus hervorgerufen oder sogar noch im Laufe ber Jahre verschlimmert worden. Die Fehlkonstruktton dieses wahnwitzigen Gebildes Korridor hat sich also auch verkehrspolitlsch deutlich gezeigt. Reue Llnierbrechuugen des Bahnverkehrs. Polen verletzt den Staatsvertrag über den privilegierten Korridorverkehr. Berlin, 30. Aug. (DNB.) Der planmäßig um 10.22 Uhr ab Marienburg verkehrende privilegierte V-Zug 24 Marienburg — D an - zig — Groß-Boschpol — Stolp — Stettin — Berlin, Stettiner Bahnhof, ist heute von ben polnischen Staatsbahnen nicht übernommen worden. Die Polen haben weder Lokomotive noch Zugbegleitpersonal gestellt. Der Zugverkehr gehört zu dem durch den deutsch-polnischen Staatsvertrag vom 21. April 1921 (Pariser Staatsvertrag) privilegierten Zugverbindungen zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschen Reich. Das Verhalten Polens ist somit sowohl eine Verletzung dieses Staatsvertrages als auch ber aus ben deutsch-polnischen Fahrplankonferenzen in Ausführung dieses Staatsvertrages getroffenen Vereinbarungen. Wie bie ,Hberschlesische Dolksstimme" meldet, haben die Polen nach ihrem heimlichen Abzug aus ihrer Grenzabfertigungsstelle im Beuthener Hauptbahnhof nun ebenso rechtswidrig ihren bisher einigermaßen normal durchgeführten E i s e n- bahnverkehr von und nach Beuthen in C h o r z o w e t n g e ft e 111 Mit rücksichtsloser Gewalt drängten polnische Eisenbahn- und Polizei- beamte z.B. am Mittwochvormittag aus dem sonst in Beuthen um 12.50 Uhr eintreffenden internationalen Fernv-Zug alle Fahrgäste, ganz gleich welcher Nationalität, aus den Wagen, die bestimmungsgemäß bis Berlin u n d O st - ende als Kurswagen weitergehen sollten. Besonders unverschämt benahmen sie sich gegenüber zahlreichen reichsdeutschen Flüchtlingen aus Bielitz-Biala, Kattowitz und Kömgs- hütte. Sie jagten diese Bedauernswerten und verängstigten Menschen über bie nahegelegene Kohlenhalde auf die Straße Königshutte — Beuthen und erlaubten noch nicht einmal, daß die mit Koffern schwer bepackten reichsdeutschen Flüchtlinge bie Straßenbahn bis in unmittelbare Grenznahe benutzten. Aussichtslos erKampf gegen den Preiswucher in Polen. Warschau, 31. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Bezeichnend für die Katasttophen-stimmung ber politischen Bevölkerung angesichts ber auf die Spitze getriebenen KriegsvorberMungen find bie fprung- haftenErhöhungenberLebensmittel- preise. Die Regierung ist machtlos. Die Höchstpreislisten, bie bie Regierung in allen Läden auShängen ließ, sind weiter nichts als ein Stück Papier, das der jüdische Preiswucher längst außer Kraft gesetzt hat. Verzweifelt versucht man in einzelnen Städten Maßnahmen gegen bie zum Chaos treibenden Zustände in die Wege zu leiten. In Krakau und anderen Städten wurden besondere Büros zum Kampf gegen ben Preiswucher eingerichtet. In Lemberg hat sich sogar eine Bur- germiliz gegen die Preistreiber gebildet. Deutschland achtet die Neutralität Litauens. Berlin, 30. Aug. (DNB.) Der deutsche Gesandte in Kaunas hat der litauischen Regierung bie Erklärung abgegeben, Deutschlanb werbe bei kriege- Llmkämpste Erde. Von Heryberi Menzel. Unsere Landschaft — bie Landschaft ber Grenzmark P o s e n—W e st p r e u ß e n — ist scheu. In der Geschichte lebt sie so dunkel fast wie in der Sage. Die Chronisten beginnen erst. Und nun in jüngster Zeit erst häufig läßt sie uns Funde tun, in Urnen und Gräbern ber Vorfahren, die uns wie Grüße find von ben Goten und anderen Germanenstämmen, die vor Jahrtausenden hier lebten. An einer ber Netzebrücken steht ein steinerner Ordensritter auf Wacht. Unb auch das Standbild Friedrichs des Großen ist mehr denn Stein. Wir aber, hart an ber Grenze, haben es nah zu ben Gräbern derer, die unserer Heimat sich opferten, nach dem Weltkrieg noch, als hier der Grenzkampf entbrannte, der uns so vieles dann nahm. Von der Zeit sind wir noch heut überschattet. Und ein jeder verspürt es wohl, ber zu uns kommt. Dies ist die Landschaft ber Mütter, bie ihre gefallenen Söhne in Nächten rufen hörten und während des Kampfes noch suchen gingen unb zurücktrugen in die Stadt. Es klingt vieles wie Sage schon wieder. So auch bleibt alles in dieser Landschaft verschlossen. Man muß hier ausgewachsen fein, um bas ganz zu verstehn. Man muß hier viel allein gewesen sein mit ben Seen unb Wäldern. Unb man weiß bann alles, was einem keiner mehr sagen kann. Aus dem Kosakenberg trommelt es dumpf, wenn uns Gefahr droht, und bie Schimmel ohne Köpfe umjagen das gefährdete Land. Es liegt weit unter dem östlichen Himmel, Dörfer und Städte sind bald aufzuzählen, nicht so nachbarlich wie anderswo rücken die Gehöfte zusammen; in den Hauländereien muß man schon oft weit ausspähen, um den Nachbarn zu finden. Bisweilen entdeckt man ihn nur so wie man ben Reiher aufstört. Langsam gehen bie Menschen durch ihren Tag, aber sie wissen von draußen und drüben, jenseits der Grenze. Sie sind zumeist Bauern und Ackerbürger. Sie tragen ihr Grenzerschicksal. Ihre Heimat ist mehr für sie als nur Erde, bie bebaut fein will, unb fehen sie Wolken unb Sturm aufsteigen und näher grollen, so ist das Erinnern in ihnen daran, wie oft sie hier standen und ein ander Wetter düster heranzog für eine ganze Welt. Sie tun ihre Pflicht, aber sie fühlen sich zu mehr verpflichtet, sie erfüllen ihr Leben, aber es gehen mit ihnen die Vordem, und es verlangen alles von ihnen, bie nach ihnen kommen. Sie find arm, die hier wohnen, aber sie sind nicht bedürftig. Sie sind wach, aber sie sind auch von einer offenen Herzlichkeit. Gern sehen sie Gäste und dann sind sie schon fröhlich mit ihnen und humorig. Sie erfuhren von dem Farbenspiel des Himmels und den vorüberziehenden Wolkengebilden Tieferes und Gültigeres als bie in ben großen Städten von allem bunten Getriebe. Meist wissen sie auch vom eigentlichen Leben mehr, denn sie sahen länger und klarer in alte und junge Herzen. Einer, ber Weiden schneidet und bindet und Körbe flicht, hat auch mehr Zeit, alles recht zu besinnen. Die Landschaft ist nirgends trostlos, wie man vielleicht denkt, auf ben weiten Feldern stehen noch immer Büsche unb Bäume mit sehr eigenen Gesichtern, und am Horizont dunkelt immer ber Wald, bie Landstraßen sind noch selten erst Chausseen; wenn in den Sandwegen bie Kraftwagen steckenbleiben, so offenbart sich in bem lächelnden Gesicht des Bauern, ber dazu kommt, die ganze Verschmitztheit der Landschaft, bie sich noch immer nicht ganz erobern ließ; sie muß auch erst eigentlich noch entdeckt werden in ihrer Schönheit und Fruchtbarkeit. Dies Land erlebt der Jäger wohl am besten, der die Rebhühner und Fasanen aufspürt, ben das Rotwild lockt und die Ente. Der muß nun durch endlose Weidenkulturen, über Brüche hinweg mit den Birken und hohen Wacholdern, um Moore- dann; bie Heide trifft er hier und dichte Wälder, weite Mesen wieder und Fließe und Gräben und umschilften Fluß, auf lange schmale Halbinseln verirrt er sich, und dann tun sich weit die Seen vor ihm auf, er fährt mit dem Kahn durch das Schilf, unb am Abend im Dorfkrug, wenn er die Sagen und Spukgeschichten hört und auch bei politischen Gesprächen mittut, die bei ber nahen Grenz und dem Zöllner am Tisch nun doch ein wenig bemerkenswerter sind, dann fühlt er sich auf einmal selbst wie hier zugehörig, und bann ahnt er auch, warum es die Grenzmärker so wenig hinauslockt: sie haben hier alles, bie Frauen, die Männer, was ein Leben erfüllt und was es zur Sage macht. Wir lieben unsere Heimat und geben sie nicht leicht preis, um eines besseren Lebens ober Verdienstes willen. Es zieht auch noch jeden zurück. Denn wir find alle noch Bauern, denn mir sind alle noch Ascher, und wir sind alle noch Jäger. Unb könnten mir bas alles auch noch moanbers sein, eins bleibt uns hier vorbehalten: auf Grenzmacht stehen unb Kolonisator sein! Wir lieben bie Fahrt mit Pferben, zu Wagen unb Schlitten, wir lieben das Schilfgrün im Frühling ebenso wie die Nebelmorgen und die weite Bräune der abgeernteten Felder mit ben Kartoffel- und Rübenmiten und den hohen Getreideschobern. Wenn mit ihren Wagen bie Dauern zu Markte fahren in unsere kleine Stadt, an jedem Freitag, dann wissen mir alle: dies gehört uns wie ihnen, unb obmohl ich fein Bauer bin unb keiner der Gutsbesitzer, ich bange um die Ernte so wie sie, unb wenn da der eine auf dem Platz in den Kasten greift und an ben Hinterbeinen eins ber quietschenden Ferkel stolz in bie Höhe zieht, ich freue mich mit ihm über all das rosane Leden aus seinen Ställen wie über die Karpfen und Schleie und Aale unb Hechte im Zober des Fischerwagens: dies alles ist Grenzmark, dies alles ernährt uns wie bie mit Körben- und Weidensesseln hochbepackten Leiterwagen, bie zu gleicher Zeit und täglich aus der Stadt hinausfahren in alle Welt. Dies ist unser Brot, dem gilt unsere Arbeit. Wald und See und Bruch und Schilf unb schwebender Reiher, o Heimat in vielfältiger Schöne, dich heben wir. Im Blick des Bauern, im Blick des Fischers, im Blick des Ackerbürgers noch und des Beamten steht dein Schicksal als dos eigene große. Wieviel noch mehr davon zu sagen märe, du gebietest zu schweigen. Wer von dir mehr aussagen mill, per tue es rote du, in der Sage allein; die Wälder rauschen, bie Seen lächeln besonnt, und ber Reiher entschwebt und fährt nieder anderswo im Schilf. Feinschmecker unter den Tieren. Auch Tiere der gleichen Art können große Der- schiedenheiten des Charakters unb des Temperamentes auf weifen. Das weiß jeder, ber sich einmal gründlich mit ihnen beschäftigt hat. Innerhalb derselben Rasse scheiden sie sich in Ruhige unb Temperamentvolle, unb nirgends kommen natürlich die charakterlichen Eigenschaften unb Unterschiede deutlicher zum Ausdruck als beim Fressen. Nun hat man, wie bie Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" mitteilt, Versuche mit verschiedenen Futter- (orten gemacht, bie bei ben Tieren verschieben beliebt sind, unb an ihrem Verhalten diesem Futter gegenüber kann man ihre Charaktereigenschaften unb Fähigkeiten studieren. Die gefräßigen Makaken zum Beispiel fressen meistens bie Futtersorte, von der am meisten vorhanden ist, auch wenn sie sie an sich weniger gern haben als eine andere. Aehnlich verhalten sich im allgemeinen die Meerkatzen. Dagegen zeigen bie Kapuzineräffchen sich als Feinschmecker, indem sie das wählen, was sie gern fressen, auch wenn es wenig ist. Erschwert man den Tieren bas Erreichen des bevorzugten Futters, so wählen Makaken unb Meerkatzen meistens das leichter Erreichbare. Doch auch bei solchen einfachen Handlungen zeigen sich schon die erwähnten charakterlichen Eigentümlichkeiten, sogar bei den gefräßigen Makaken. Daß viele Tiere, vor allem Affen, aber auch Mäuse, Ziegen, Hunde, Bären und andere, zu einer gewissen Gedächtnisleistung befähiat sind, ist bekannt. Sie suchen das vor ihren Augen unsichtbar verdeckte bevorzugte Futter unb verschmähen demgegenüber bas schlechtere, sichtbare Futter. Selbst wenn beide Futterarten verdeckt sind unb sie durch Zufall zuerst an das schlechtere Futter kommen, suchen sie nach dem besseren. Ein Schimpanse mi.ro sogar wütend, wenn man ihm eine zugedeckt liegende Banane, von ber er weiß, daß sie dahinge- legt wurde, heimlich gegen ein Blatt Salat vertauscht. Im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Säugetieren, bie, wenn ihr Suchen keinen Erfolg hat, sich relativ gleichgültig ablenken lassen, haben die höheren 21 ff en die Fähigkeit, sich auch längere Zeit nachher an bestimmte Dinge zu erinnern. Erlebnis im Schweinestall. In einer farbig illustrierten Plauderei „W* Kopftuch, blauer Kittel", den bas SeptembeM von VelHagen & Klasings M o n als* heften veröffentlicht, schildert Margret ®eD* Hardt den weiblichen Arbeitsdienst in einem Ostseelager. Es ist für die Mädel nicht immer VW» an die Arbeit heranzukommen. Bezeichnend ist, wa eine Arbeitsmaid erzählt: „Mein Bauer hatte nu^ bestimmt nur ungern unb ber Not gehorchend ge nommen, benn feine Frau liegt seit einer Woche im Krankenhaus, unb bie Arbeit wächst ihm über o Kopf. Als ich ankam, war er gerade dabei, oas Schweinefutter zurechtzumachen. Als ich 9el wollte, wehrte er unwillig ab. ,Zu so etwas taug doch die Stadtbinger nicht/ Dabei quiekten o« Ferkel schon ganz jämmerlich im Stall. Da ya ich, ohne nochmals zu fragen, mit beiden S)aiwe in den Kübel gegriffen, alles durcheinanbergemeng unb ben Schweinen in bie Tröge gegoffen. Lei hatte ich dabei keine Zeit, bas Gesicht des Bauern zu betrachten, aber gemerkt habe ich doch, oa» fein Vorurteil überwunden hatte, unb schon a Abenb waren wir gute Frsunbe. Sein »Dank auu, schön' am Abenb hat mich mehr gefreut als großen Lobreden je könnten." Fort mit Versailles! Weg mit den Schmerzen! Ein Artikel des „Popolo d'Italia'" zur weltpolitischen Lage. Er lautet: der B e v ö l - Friede nur durch Gerechtigkeit tn sührungen. * ernannt habe. Die Bildung des Verbandes fei keine Konjunkturangelegenheit, denn sie sei bereits in Angriff genommen worden, als die Lage noch völlig unklar gewesen sei. Nach der Sitzung begaben sich alle Ausschuhmitglreder zum Präsidenten Hacha nach Schloß Lana, um chn der treuen Gefolgschaft zu versichern. Deutschland wird die Neutralität Dänemarks respektieren. Revision bedeutet nicht Angriff Römische Pressestimrnett. Lillen gegen eine Macht führen wollten, die sie licht bedrohe, ja ihnen sogar Freundschafts- und lbrüstungsvertrage angeboten habe. Das sei die Wahrheit in dieser ganzen Angelegenheit. Die Zeitung glaubt im übrigen nicht an «inen Krieg, weil die Interventionisten weder de genügende moralische, noch die für den Sieg rotige physische Kraft hätten. Es handle sich für sie rur um die Rettung ihres P r e st i g e 2. Deutschland werde in dem Augenblick, wo man sei- nen Forderungen gerecht werde, die noch niemand lis ungerecht oder unmoralisch habe bezeichnen kön- rrn, dem bedrohten Prestige gestatten, heil heraus- zttorninen, da es den Krieg ebensowenig volle wie andere Länder. Das Blatt stellt schließlich fest, daß Kanada selb st noch weniger bedroht sei als England und Frankreich, die auch ucht bedroht seien. Oie Iren wollen nicht für England kämpfen. Dublin, 31. Aua. (DNB. Funkspruch.) Sowohl a Dublin wie in Belfast, der Hauptstadt Nord- riands, beklagen sich verantwortliche Behörden trüber, daß die Beteiligun lerung am Luftschutz äußer st gering jti. Tägliche Aufforderungen, sich dem Luftschutz Zur <n ihrer Dokumente angefertigt, damit im Falle eiter Bombardierung die hinterlegten Unterschriften erhalten blieben. Nach den Vereinigten Staaten vürden massenhaft Gold und Wertpapiere ve r s ch i f f t. Es seien bereits über zehn Millionen fund Sterling in den letzten Tagen eingeschifft norden. Die Versicherungsgesellschaft Lloyds tz_tte etwa vierzig Millionen Dollar noch USA. schickt, um einen Reservefonds anzulegen, der im iniegsfalle nicht angegriffen werden solle. Der sehr erhebliche Kurssturz des englischen Pfundes veranlaßte den Devisenausschuß der "Jugoslawischen Nationalbank die Auswirkungen der Kurseinbußen des englischen Pfundes auf den Dinar zu prüfen. Der Ausschuß faßte den Beschluß, die jugoslawische Wahrung unter allen Umständen weiter st a b i l zu erhalten und keinen neuen Kursschwankungen auszusetzen. Die Jugoslawische Nationalbank löste daher die Landeswährung von den Bindungen zum franzosrsch-eng- lisch-nordamerikanischen Währungsblock und setzte den Dollar-Kurs auf 55 Dinar fest. Oeuisch-tschechische Zusammenarbeit im Protektorat. Der Ausschuß des Tschechischen Verbandes fürZusammenarbertmitdenDeutschentagte Prag, 30.August (Europapreß). Am Mittwoch fand in Prag die konstituierende Sitzung des orei- liggMrigen9 Ausschusses des Tschechischen Verbandes für Zusammenarbeit mit den Deutschen ftatt. D-r geschästsMrende Vorsitzende des Führungsausschusies der Nattona- len Gemeinschaft N e b e s k y bezeichnete es als Aufgabe des Verbandes, im ganzen ffchechljchen Volke die Ueberzeugung der Notwendigkeit eines freundschaftlichen, gerechten und ehrenvollen Zusammenlebens der Tschechen nut den 2)eut- fchen im gemeinsamen Lebensraum her- beizuführe^. Dozent Dr. Kliment übermittelte sodann eine Botschaft des Präsidenten Hacha zur Arbeit des neuen Verbandes. Namens des vorbereitenden Ausschusses betonte der Geschäftsführer des Verbandes, Ingenieur Havlena, bereits im Herbst vorigen Jahres fei in tschechischen Kreisen der Wunsch nach einer eh^ lichen Zusammenarbeit des tschechi chen mit dem deutschen Volke laut geworden. Bereits damals seien Satzungen eines solchen Verbales ausgearbeitet und eingereicht worden. Die Bedeutung des Verbandes erhelle auch daraus, daß Prapdent Hacha jelbjt die Mitglieder des vorbereitenden Ausschusses taiusch noch ein Fünkchen Hoffnung Masse, und betont die rühige Haltung des hinter seinem Duce stehenden italienischen Volkes. Es sei bereit, wenn die Stunde wirklich schlagen sollte, in b-er Gewißheit des Sieges feine Pflicht zu tun. — Auch „Lav 0 r 0 Fafcista" weist auf etwa noch be- stehende Möglichkeiten hin unter gleichzeitiger Betonung des tiefen Abgrundes, der sich zwischen Demokratien und autoritären Staaten aufgetan habe, und erklärt zu dem aus dem demokratischen Lager an den Duce ergangenen Hilferuf: „Gewiß will der Duce ein friedliches Europa und ist davon überzeugt, daß nur in einem friedlichen Europa die Gerechtigkeit durchgefetzt werden könne. Aber Niemand wird glauben, daß der Duce etwa bereit wäre, einen Status quo und ein Kräftegleichgewicht zu decken und zu verteidigen, das er so oft als verderblich bezeichnet hat." „Die Stellung Italiens" so betont „Messag- g e r 0" ist unabänderlich fest, der Frieden kann nur durch eine Revision des Versailler Vertrages und die Verwirklichung der Gerechtigkeit herbeigeführt werden, die geradezu die Voraussetzung für ein Zusammenleben der Völker bildet. Man muß dem deutschen Volke Gerechtigkeit wiederfahren lassen, wenn man wirklich den Frieden retten will. Darüber bür- fen jene sich keinen Illusionen hingeben, die bisher versucht haben, die Völker um ihre Lebensrechte und ihre Lebensmöglichkeiten zu betrügen." wurden. Und so war es doch: Wir haben diese Kräfte bewiesen, als wir im geknechteten Deutschland von eigenen Brüdern verfolgt und verfemt wurden, als die Polen einmal statt mit dem Maul mit dem Gewehr die „Schlacht bei Berlin" schlagen wollten und dann trotz Hilfestellung der Systemregierung am Annaberg ihre Abfuhr bezogen, als die Elairons unserer westlichen Nachbaren am Rhein ihre Siegesfanfaren schmetterten und Frankreich vor der Leiche Schlageters in der Golzheimer Heide dennoch der Besiegte war. Wir haben diese Kräfte unter ungünstigeren Umständen bewiesen und mit ihnen gesiegt, indem wir über Verrat und Feigheit die Fahne der Treue und des Mutes aufpflanzten. Mit Blut und Trotz haben wir uns als Soldaten Adolf Hitlers unsere Heimat erobert und unser Reich geschaffen, haben die Volksgemeinschaft verwirklicht und mit ihr oft unter Einschränkungen und Opfern die Aufbauarbeit des Reiches zu stolzem Erfolg geführt. Kurz: Unsere Kräfte reichten dazu aus, die Volks gemeinschaftzu schaffen. Man soll sich darauf verlassen, sie werden auch dazu ausreichen, ihre Geschlossenheit unter allen Umständen zu verteidigen. In diesen Stunden erinnern wir uns, daß wir den Frieden unserer eigenen Stärke, unserer politischen und militärischen Wehr verdanken, m diesen Stunden wissen wir, daß unser Beitrag zum Frieden nur unsere Bereitschaft sein kann! Danach aber werden wir handeln in Disziplin und Opferbereitschaft, in Treue zum Führer und im Wissen um das Recht, das auch unser Volk zum Leben besitzt! Oer Austrag an den Einzelhandel. Berater des Käufers in der Uebergangszett. Mit der Einführung der Bezugsscheinpflicht ist auch dem Einzelhandel ein wichtiger, Wehrwirtschaft- kicher Auftrag gegeben worden. Der Presse- dienst des Einzelhandels veröffentlicht dazu wegweisende Ausführungen für die Einzelhandelskaufleute. Jeder soll ausreichend, aber in einem Maße bedient werden, das gerade im Ernstfall unzuträgliche Verknappungserscheinungen ausschließt. Dem nationalsozialistischen Staat liege cs daran, die Güter der Nation in unbestechlicher Gerechtigkeit verteilt zu sehen. Er müsse dafür der Hilfe des Einzelhandelskaufmanns sicher sein können. Die prak- tische Durchsetzung des Prinzips der Gerechtigkeit in der Zuteilung der lebenswichtigen Güter werde beim Einzelhandelskaufmann liegen, der damit ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber der Gesamtheit der Verbraucher, aber auch gegenüber dem Staat als deren vornehmster Anwalt übernehme. Zweifellos bedeute die Einführung von Bezugsscheinen in den haupffächlich betroffen ständen kann niemand, auch nicht auf Knien, darum bitten, daß das faschistische Italien, das zu den von dem Versailler liebel am meisten betroffenen Staaten gehört, sich selbst verrät. Heute, im letzten Augenblick, braucht man das Herz des Duce nicht zu befragen, das mit dem Herzen des italienischen Volkes eins ift. Das, was der Duce denkt, ist voll und ganz bekannt, da das liebel ja nicht erst von heute ist. Der Duce hat oft gesprochen und im voraus auf die ungeduldigen Fragen jener geantwortet, die heute, da sie nicht wissen, wem sie sich aiwertrauen sollen, s i d) an i h n wenden, während sie bis gestern sich den Augenschein gaben, seine Worte nicht zu verstehen, wenn sie sich nicht gar dazu verstiegen, seine Person und die Ehre des italienischen Volkes zu beleidigen. Der Duce hat sofort gesprochen, als er zu einem bestimmten Zeitpunkt in Cuneo feierlich verkündete, daß er sich in Schweigen hülle, daß, wenn es nötig werden sollte, das Volk sprechen werde. Von Frankreich z. B., sagte er in seiner Rede an die alten Kämpfer des Faschismus, daß es ihm vollständig fteistehe, auch eine einfache Erörterung der italienischen Probleme zu verweigern, daß es sich dann aber nicht darüber beschweren dürfe, wenn usw.-usw. ... Eine Sache ift auf jeden Fall ganz sicher: Der Duce arbeitet, ohne sich'auch nur eine Minute der Ruhe zu gönnen, füroie Gesundung Europas, also für den Frieden, da die Völker, wie die Individuen, nicht zum Frieden kommen werden, wenn sie nicht zuvor geheilt sind, und sie werden nicht zur Heilung kommen, wenn sie nicht vorher alle Ursachen ihrer Hebel, keine einzige ausgenommen, beseitigt haben werden." Rom, 30. August (DNB.) Unter der Ueberschrift „Fort mit Versailles — weg mit den Schmerzen" veröffentlicht „Popolo d' I t a l i a" in Mailand utes in Donegal wurde von einem Delegierten dazu Läußert, es fei für den Iren sehr töricht, so viel tzeld für Luftschutz auszugeben. In Donegal lebe (in friedliches Volk, das sich aus dem jrieg heraushalten wolle. In Belfast wur- ten in der Nacht zum Donnerstag wiederum mehrere hundert Gasmasken von iri- He n N a t i 0 n al i ste n verbrannt. In eini- Stadtvierteln waren Malkolonnen tätig, die it Worte „Luftschutz ist für britische Sklaven" an die Häuserfronten maltdn. Die Menge j,tzte die Gasmasken, die in den Straßen aufge- ppett waren, unter Absingen nationaler Kampslie« te r in Brand, um damit die Neutralität Irlands nb seine Unabhängigkeit von britischen Maßnah« -en zu unterstreichen. Rom, 30. August. (DNB.) Der deutsch-englische Meinungsaustausch, von dessen Ausgang die Entscheidung über Krieg und Frieden abhängt, gehe, wie „Giornale d'Jtalia" schreibt, aufdie Fühlung- nahmezwischendemFührerundMusso- l i n i zurück und biete die letzte Gelegen- heitzur Klärungder Gründe für die endgültige Stellungnahme und der sich daraus ergebenden Verantwortungen. Polen und England hätte den ungeheuren Fehler begangen, das wohlüberlegte und großzügige Angebot des Führers kurzerhand abzulehnen und sich mehr und mehr gegen eine ganz natürliche Revision zu versteifen. Revision bedeute nicht Angriff. Die deutsche Forderung tue weder der Gerechtigkeit noch der Menschlichkeit Abbruch. Dies treffe im Gegenteil für die Intransigenz, mit der man die deutschen Forderungen ablehne, zu. Der Friede auf gerechter Grundlage erfordere die Anerkennung und Billigung der wohlbegründeten deutschen Ansprüche. Der Friede in der Gerechtigkeit, wie Mussolini ihn stets vertreten habe, bilde die moralische und politische Grundlage der Achse, der Solidarität zwffchen Italien und Deutschland in dem Wiedergutmachungs- und Erneuerungsprozeß Europas. , . . „T ribun a" warnt vor jedem Zweckoptimis- mus, obwohl der deutsch-englische Meinungsctus- B e r l i n, 30. August. (DNB.) Die deuffche Regierung hat gegenüber der dänisch enRegierung ebenso wie vor kurzem gegenüber Holland, Belgien, Luxemb urg und der Schweiz sowie Litauen ihrem Entschluß Ausdruck gegeben, bei kriegerischen Verwicklungen die Neutralität Dänemarks voll zu respektieren und die b e - stehenden freundschaftlichen Beziehungen zu Dänemark, das den Willen zu strikter Neutralität wiederholt betont hat, weiter zu pflegen. Italiens Ernährungslage gesichert. Rom, 31. August. (DNB. Funkspruch.) In landwirtschaftlichen Kreisen Italiens wird mit Genugtuung darauf hingewiesen, daß die diesjährige Getreideernte die Versorgung bis zur nächstjährigen Ernte vollkommen sichert. Das gleiche gelte für Kartoffeln und Hülsen- srüchte. „Popolo di Roma" erklärt, daß Italien im Falle eines Krieges auch auf dem Gebiet der Ernährungslage vollkommen gesichert sei. Vorsichtsmaßnahmen in der Panama-Kanalzone. Balboa, 30. August (DNB.) Der Gouverneur der Panama-Kanalzone, Brigade-General Rid- l e y , verfügte die militärische Bewachung jedes den Kanal durchfahrenden Schiffes „als außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahme angesichts der drohenden Kriegsmöglichkeit". Wie General Ridley erklärte, haben die Bord- wachen die Aufgabe, „jede waghalsige oder unbedachte Tat zu verhindern", die dem Kanal einen Schaden zufugen könnte. Auch die Schleufen- wachen sollen erheblich v e r ft ä r f t werden. Japans Fernostpolitik bleibt unverändert. Tokio, 30,August (DNB.) Noch dir ersten Sitzung des neuen japanischen Kabinetts erklärte Ministerpräsident Abe der Presse, daß Japans Fernostpolittk unverändert durchgeführt werde. Japan werde mit allen Ländern, die zur Zusammenarbeit mit Japan bereit seien, freundschaftliche Beziehungen pflegen. Zur Be° wälttgung der großen Aufgabe des Aufbaues rn Ostasien feien verschiedene innenpolitische Maßnahmen erforderlich, wie die Umstellung des nationalen Lebens auf den Kriegszustand, der Ausbau der Landesverteidigung, die Vergrößerung der Produkttonskapazität und Wirtschaftskontrolle. Jugoslawien und die Krisis. Belgrad, 30. August. (Europapreß.) Die „Prawda" veröffentlicht eine Erklärung des Kroatenführers und jetzigen stellv. Ministerpräsidenten Dr. Matscheks über die Haltung Jugoslawiens im Hinblick auf die gegenwärtige Lage. „Wir müssen ruhig die Entwicklung der europäischen Situation abmarten in dem Bewußtsein, daß das Ruder des Staates sich in Händen von Leuten befindet, die ausgezeichnete Vorkämpfer des Friedens sind und die sich in keinerlei Abenteuer einlassen werden Wir werden alles tun, damit mir neutral bleiben. Aber wir leben auch in der Hoffnung, daß Gott in letzter Stunde dennoch die verantwortlichen europäischen Staatsmänner erleuchten wird, damit der Friede in Europa gerettet werde", schloß Matschek seine Aus- „In letzter Stunde, in der das Wasser bereits bis zur Kehle gestiegen ist, verlangt man vom Duce d i e Rettung des Friedens. Man sagt dabei aber nicht, welchen Frieden. Man spricht nur ganz einfach vom Frieden, was, wenn wir richtig verstanden haben, gleichbedeutend ist mit der Vermeidung des Krieges. Die ver- chiedenen Botschaften und die verschiedenen drin- ;enden Appelle der internationalen Presse verlangen im Grunde genommen das Geschenk einer Sache, die, wenn der banale Vergleich erlaubt, mit einem s ch m erz st illenden Mittel verglichen werden konnte, das zwar eine Zeitlang einschlä- ern, nicht aber die Ursache des Uebels beheben könne. Zur Beseitigung der Ursache des liebele muß jetzt, da es sich bis zum rasenden Schmerz verschärft hat, der Zahn gezogen werden. Raus mit dem Zahn! Und schon ist der Schmerz verflogen. Zur Behebung der Ursache der liebel, die — und nicht erst seit heute — Europa quälen, muß der Vertrag von Versailles b e -> eitigt werden. Fort mit Versailles, fort mit allen europäischen und außereuropäischen Schmerzen! Den Frieden retten! Den Frieden retten! Aber welche Lage soll damit gerettet werden? Etwa die von heute, um morgen wieder an der gleichen Stelle zu stehen? Das wäre gleichbedeutend mit oer Rettung des Uebels, indem man sie mit den Ursachen des Uebels verbindet. Unter diesen Unreinen Artikel, der von der gesamten italienischen Presse im Wortlaut abgedruckt wird. Er lautet: Auswirkungen ver preffezensur in Frankreich. Paris, 30. Aug. (Europapreß.) Die jetzt in Frankreich eingeführte Zensur für die Presse macht >ch seit Dienstag auch im äußeren Bild der Zei- umgen bemerkbar. Viele Blätter weisen große :üden auf, die durch die Tätigkeit der Zensur verursacht worden sind. U. a. ist in der „Ep 0 qu e", ie auf der ersten Seite die Einführung der Zensur freudig" begrüßt hatte, ein ganzer Artikel, der sich ‘iit den in England eingeführten Einschränkungen für die Bevölkerung beschäftigte, gestrichen worden, huch das „O e u v r e" weist große Zensurlücken auf, v»enso die Sportzeitung „L ' A u 10", der ein Artikel über die Luftfahrt völlig gestrichen wurde. Die royalistische „Action Fran?ais e"erschien auf V r ersten Seite völlig weiß. Die Stelle des wlichen Artikels von Charles M a u r ra s mar leer vnb trug die Aufschrift „Z e n s u r". In der vor- :igigen Ausgabe des Blattes hatte Maurras die Regierung Daladier beschuldigt, Frankreich aus nicht rechtsertigenden Gründen in einen Kriegzu treiben. Das französische Volk sei nicht be- rseit, für einen Krieg der Prinzipien zu sterben, •iie Aussichten in einem Krieg seien für Frankreich rngünftig. * 2hn Mittwoch früh haben insgesamt 4 7 Züge n it je 1000 Schulkindern Paris Der« lc ff en. Die Kinder werden in der Provinz unterbracht. Sämtliche französischen Rundfunk- ptionen sind am Mittwoch den Militärbehörden unterstellt worden. Der schweizerische General gewählt. Basel, 30.Aug. (Europapreß.) Die Vereinigte Landesversammlung hat am Montagabend den Ic-weizeri scheu General gewählt. Bekannt- ! Sqi besitzt die Schweiz in Friedenszeiten keinen Zineral. Dieser wird erst im Falle einer Mobilmachung gewählt. Die Wahl entfiel auf den Oberst- K.irps-Kommandanten Henry G u i s a n, auf den itn 229 eingegangenen Stimmen 204 entfielen. Der Kserst-Divisionär Borel erhielt 21 Stimmen. Der neue General Guisan steht im 65. Lebensjahr. In der Botschaft des Bundesrates an die Bundes- »ffammlung über die Dollmachtenvorlage v:rde auf die Notwendigkeit hingewiesen, dem Aus- '(L:be die volle Neutralität der Schweiz kund zu ui. Ferner wurde erwähnt, daß diese schweizeri- ' chs Neutralität von zahlreichen Sta a t e n 1 erkanntunddurch Verträgegewähr- taiftet worden sei. Insbesondere hätten alle Luchbarstaaten wiederholt ihren Willen kund j sieben, die Schweizer Neutralität zu achten. Die ^llmachtenvorlage wurde im Nationalrat ohne jeg- itite Opposition mit 181 Stimmen genehmigt. Auch Ständerat stimmte der Vorlage mit 42 Stim- am, ohne Oegenftimtnen, zu, Unsere Bereitschaft! NSG. In überlegener Ruhe beobachtet das deuffche Volk in diesen Tagen das Kriegsgeschrei jenseits einer östlichen Grenze. Don den im Innern des Reichs geplanten Schlachten bis zur Kanonade Danzigs erlebte es bereits eine Kriegführung, die an theoretischen Siegen und Erfolgen Marschallstäbe einbringen müßte. Aber eben auf den Gefilden der Theorie, deshalb unser mitleidiges Lächeln. Mit phy- ischer und moralischer Ueberlegenheit steht das Reich heute „Gewehr bei Fuß" und harrt in ent- chlossener Bereitschaft der Dinge, die da kommen konnten. Unser selbstgeschaffenes Glück in dieser Situation aber ist es, daß wir diese Bereiffchaft nicht erst in den Stunden der Gefahr auf die Probe stellen müssen, ie ist erprobt genug. Als Ziel und Erfolg der Arbeitder Partei wird sie in der Realität der erstandenen Volksgemeinschaft auch den härtesten Anforderung en gewachsen sein. Diese Volksgemeinschaft ist die Grundlage unseres physischen Erstarkens. Sie war und ist der Prüfstein unserer seelischen Kräfte. Wir aber wissen, daß mir mit den errungenen Erfolgen wie mit dem Ergebnis dieser Prüfung zufrieden sein dürfen. Großdeuffch- land, das neu erstandene Reich, legt Zeugnis dafür ab. Wenn wir uns heute über unsere Einsatzbereit- chaft selber Rechenschaft ablegen, so sei oorangeftettt, daß wir die Schwächen des Vorkriegsdeutschland endgültig und für immer überwunden haben. Dies sollten auch jene zur Kenntnis nehmen, die heute noch glauben, mit ihnen operieren zu können. Wir brauchen heute nicht erst in die Schützengräben zu steigen, um dort zu erfahren, daß wir nicht als Klaffen- ober Interessengemeinschaft, sondern einzig und allein als eine auf Gedeih und Verderb verbundene Blutsund Schicksalsgemeinschaft bestehen können. Wir brauchen heute nicht erst durch Not und Mangel darauf hingewiesen zu werden, daß sich der einzelne den Forderungen und Gesetzen der Gemeinschaft unterzuordnen hat. Wir brauchen heute nicht erst durch die Erfahrungen belehrt zu werden, daß buhlende Worte unserer Gegner noch immer Verrat ansprechende Lügen waren. Wir haben das alles fjinteruns: Bruderkamps, Eigennutz und Gutgläubigkeit. Heute wissen mir, mas es bedeutet, jene Faktoren — die für das erfolgreiche Bestehen eines Kampfes notwendig sind — erst in den Stunden des Einsatzes üben zu müssen, und wir missen, was es bedeutet, dem Gegner aus gute Worte und Versprechen ausgeliefert 3U sein. Deshalb haben mir uns geübt und stehen namit auch den ernstesten Situationen gewappnet gegenüber. Die umfassende Erziehungsarbeit der Partei machte den wesentlichen Jnhall dieser Uebung aus, indem sie die Erziehung zum politischen Menschen und damit zur Einsicht für die Notwendigkeit der Volksgemeinschaft zur Aufgabe unserer Zeit machte. Wir alle wissen, welche Widerstände dabei zu überwinden waren, wir wissen je- doch auch, wie sich das angestrebte Ziel mehr und mehr verwirklichte, wie es mehr und rnehr Fundament unseres Reiches wurde und dann auch im außenpolitischen Kräftespiel seinen entscheidenden Einsatz erfuhr und erfährt. Wenn man den Wert dieses Erfolaes jedoch voll erfassen will, tut man recht, ihn an dem dafür gebrachten Einsatz zu ermessen. Von den Gräbern unserer ermordeten Kameraden über die Leiden in den Zuchthäusern, Gefängnissen und Anhaltelagern, über Hunger und Not, über Sehnen und Glauben und wieder mutigem Antreten zieht sich ein Band des strahlendsten Idealismus, der Hingabe für die Idee und ihren Sieg. In der unermüdlichen Arbeit der Politischen Leiter, der Angehörigen der Gliederungen, des letzten BDM.-Mädels und Junavolk- pimpfen fand der verpflichtende Inhalt dieser Kampfzeit seine würdiae Fortsetzung in den gegen- märtigen Jahren des Aufbaus. Der bisherige Weg ist daher Beweis für das Uebermaß moralischer Kräfte, die für das Werden des Reiches gefordert und in selbstverständlicher Bereitwilligkeit erbracht Mietgesuche 4-5-ZlNMl Wohnung für sofort oder 1. 10. von Beamten gesucht. (2 Personen). Schr. Ang. unt. 04124 a.d.G.A. Aelteres,gesund. Ehepaar sucht VW« für längere Zeit inForsthausod. Fremdenheim im Walde geleg. Schriftliche Angebote u. 04130 an den Gießener AnseiLLL erbet. j Vermietungen^ 3-Zimmer- wohnung zum 1. Oktober zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04131 a.d.G.A. und mild wirkt Darmol. Es fördert die Gesundheit. Ob Sie eine Blutreinigungskur machen oder IhrenKörper richtig entschlacken wollen, in jedem Fall wird Ihnen Darmol helfen. Es schmeckt ausgezeichnet! In Apoth. u. Drog. RM -.74,1.39 DARMOL die Schokolade für die gute Verdauung Best erb. bei. Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17; Löwen-Drog., Seltersweg 69; Drog. Noll, Lndwigspl.; Germania-Drog., Frank!. Straße 39. Kleine 2-Zim. Wohng. mit Küche sofort zu öerm. Wetzlarer Weg Nr. 80. s 5787D Werbe-Drucksachen bei BrUbi. SchulatrJ Elektrotechnik Masch.- Auto u. Flugzeugbau Große Laboratorien Lehrlabrlk t. Praktikanten 2 ineinander- | gehende lo4i-e gut Diöbl. Zimmer (Wobn-u.Schlas- zimmer )a.Herrn zu vermieten. Hindenbnrgwall Nr. 7, Vorderh. pt. Stellenangebote, Ordentliche Hausangestellte für leichte Arbeiten und die im Geschäft etwas mithilft, für sofort oder später gesucht. 5788D Harburg. Str. 40 p. Keine Zeugnisse in Urschrift Modern nur Zeugnis- obidiriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 - Lichtbildei unoBewerdungsunter- >»gen mühen zur Ber- »eidung von Verlusten -ul der Rückseite Jia. eien und -Anschrift des Beoarbeti trauen l Aelt., ehrliches Mädchen oderTagesmäd- chen evtl. Frau für tagsüber in Geschästshaus- haltbeigut.Lohn gesucht. Schrift!. Angeb. u. 04127 an 0. Gieß. Anz. Miindlich können Sie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Jnngriau» sucht für nachmittags auf ein. Büro noch Beschäftigung. Guter Stenogr. und Maschinenschreiber. Anfr. unt. 5782V a. d.G.A. erbet. Empfehlungen in Sorten, die vom Reichsnährstand anerkannt find, empfiehlt Gärtnerei Dönges Marburger Strafte 67. 04121 Hypislio verheiratet, sucht Beschäftigung. Schrift!. Angeb. unter 04129 an den Gieß. Anz. Verkäufe Gut erhaltenes Radiogerät (Gleichst!.) billig abzugeben. 04126 Gartemtr. 11 1 Naturreiner Iplti besonders Marke„Cornel" gibt jedes Quantum in 1-Literflaschen ab 5789D Emil Scbmall Biergrofthandl. und Eisfabrik. Ihre Geschäfts-Drucksachen •teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sieh die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten. Rechnungen, Ge- •chäftskarten Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druckarbeiten. Wir bieten sie Ihnen I BrOhfsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 nen Zweigen des Handels eine Aenderung der Arbeit und eine Umstellung. Die Umstellung sei aber auch für den Verbraucher groß, der sich auf das neue System einstellen müsse. Hier werde dem Kaufmann und seinen Mitarbeitern die Aufgabe zufallep, jede etwa aufkommende Nervosität im Keime zu ersticken. Er habe die wirtschaftliche und politische Einsicht, die ihn dazu befähigt, auch dem weniger geschickten Käufer bei der Anwendung der Bezugsscheine mit Rat zur Seite zu st ehe n. Mit Selbstdisziplin und dem Bewußtsein, daß es hier darum geht, eine Aufgabe im höchsten Interesse der Nation durchzuführen, würden die Anlaufschwierigkeiten überwunden werden. Zehn Gebote gesunder Lebensführung. Im Hinblick auf den Internationalen Tuberkulosekongreß weist der Reichsarzt der Hitler-Jugend, Dr. Hördemann, darauf hin, daß in verschiedenen Gauen zusätzlich Reihendurchleuchtungen der Jugend erfolgt sind. Besondere Aufmerksamkeit wird den Jugendlichen gewidmet, die in derUmgebung Tuberkulosekranker leben. Sie werden in Uebungslagern, die" die Landesversicherungsanstalten zur Verfügung gestellt haben, zusammengezogen. Viele Maßnahmen hat die Jugendführung zur Steigerung der Widerstandskraft der Jugend getroffen. Diese gesteigerte Widerstandskraft drückt sich bereits in einem Nachlassen der Jnfektionser- krankungen aus. Dazu lernt die Jugend die Grundgedanken einer persönlichen gesunden Lebensführung kennen. Der Inhalt dieser Erziehung ist in folgenden zehn Geboten zusammengefaßt: 1. Dein Körper gehört deiner Nation, denn ihr verdankst du dein Dasein, du bist ihr für deinen Körper verantwortlich. 2. Du mußt dich stets sauberhalten und deinen Körper pflegen und üben. Licht, Luft und Wasser helfen dir dabei. 3. Pflege deine Zähne. Auf ein kräftiges, gesundes Gebiß kannst du stolz sein. 4. Iß reichlich rohes Obst, rohe Salate und Gemüse, nachdem du sie gründlich mit sauberem Wasser gereinigt hast. Im Obst sind wertvolle Nährstoffe enthalten, die beim Kochen verloren gehen. 5. Trink flüssiges Obst. Laß den Kaffee den Kaffeetanten, du hast ihn nicht nötig. 6. Meide Alkohol und Nikotin, sie sind Gifte und hemmen dein Wachstum und deine Arbeitskraft. 7. Treibe Leibesübungen, sie machen dich gesund und widerstandsfähig. 8. Du mußt jede Nacht mindestens neun Stunden schlafen. 9. liebe dich in der ersten Hilfe bei Unglücksfallen. Du kannst dadurch der Lebensretter deiner Kameraden werden. 10. lieber all deinem Hande-ln steht das Wort: Du hast die Pflicht, gesund zu sein! Oer Arzt des öffentlichen Gesundheitsdienffes. Dr. Gütt über die neue Bestallungsordnung. Ndz. Der soeben in den Ruhestand getretene Ministerialdirektor Dr. Gütt äußert sich im ,T)effentlichen Gesundheitsdienst" noch über die Bedeutung der neuen Bestallungsordnung für die Aerzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Er bezeichnet es als einen Hauptmangel der bisherigen Ausbildung, daß sie zu einseitig theoretisch-wissenschaftlich war. Das an die Studienzeit angehängte praktische Jahr konnte diesen Mangel nicht ausreichend genug ausgleichen. Als praktische Ausbildungsfächer seien neu eingeführt der Krankenpflegedienst von mindestens sechs Monaten vor dem Studium, der Fabrik- oder Landdie nst von sechs Wochen und eine praktische Tätigkeit als Famulus von insgesamt sechs Monaten. Die zeitliche Verkürzung werde durch zweckmäßigen Ausbau des Studiums ausgeglicken. Für den öffentlichen Gesundheitsdienst sei es besonders zu begrüßen, daß in Zukunft jeder Mediziner gründliche Kenntnisse in der Vererbungslehre, Rassenkunde und B e - völkerungspolitik wie auch eine vertiefte Ausbildung in der Rassenhygiene, der ärztlichen Begutachtung und der gerichtlichen Medizin mitbringen (off Darüber hinaus sei die praktische Ausbildung noch durch die Pflichtassistentenzeit und das Landvierteljahr wesentlich ergänzt worden. Wer einmal verantwortlich auf dem Lande als Arzt tätig war, werde in Zukunft diese Tätigkeit zu würdigen wissen. Es sei jetzt eine einheitliche Sorbe« reitungszeit für alle Aerzte, sowohl für die praktischen Aerzte wie die Spezialärzte und Medizinalbeamten erreicht. Für den öffentlichen Gesundheitsdienst sei dies insofern von besonderer Bedeutung, als die Pflichtassistentenzeit und der Landdienst als eine sehr gute Vorbereitung für den Dienst im Gesundheitsamt angesehen werden könnten. Die Tätigkeit als praktischer Arzt sei für den angehenden Medizinalbeamten durch eine Assistentenzeit in einem Krankenhaus nur schwer zu ersetzen. Ernähmngs- und Wirtschastsämier. Zur Erleichterung für die Bevölkerung. Berlin, 30. Aua. (DNB.) Durch eine Verordnung über die Wirtschaftsoerwaltung vom 27. August 1939, die im Reichsgesetzblatt verkündet wurde, sind Ernährungsämter und Wirtschaftsämter bei den Oberbürge r- meistern und Landräten errichtet worden. Sie haben vor allem die Aufgabe, alle mit der Verbrauchsregelung und der Einführung der Bezugsscheinpflicht für lebenswichtige Bedarfsgüter zusammenhängenden Fragen zu bearbeiten. Zur Erleichterung für die Bevölkerung werden sie sich weitgehend nachgeordneter Dienststellen bedienen, die Landräte also der Bürgermeister in den Gemeinden, die Oberbürgermeister in den großen Städten der Dienststellen in den Verwaltungsbezirken (z. B. Bezirksbürgermeister in Berlin). Die Volksgenossen wenden sich daher in allen Fragen der Bezugsscheine zunächst an die Bürgermeister der Gemeinden und in den großen Städten an die dort eingerichteten bezirklichen Dienststellen (in Berlin an die Bezirksbürgermeister). lieber den Ernährungsämtern und den Wirt- schaftsämtern stehen in der Mittelinstanz Provinzialernährungsämter (außerhalb Preußens Landesernährungsämter genannt) sowie (nicht bei allen Oberpräsidenten und obersten Landesbehörden) Bezirkswirtschaftsämter. Diese fassen in größeren Verwaltungsbezirken die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung zusammen. Im übrigen sind die letztgenannten Dienststellen ebenso wie die Ernährungsämter und Wirtschaftsämter in der Unterinstanz in die entsprechenden Behörden der allgemeinen Verwaltung eingebaut. Oie Bereinigung Die Verordnung über die Durchführung des Vier- jahresplanes auf dem Gebiet der Handwerkswirtschaft, die im Interesse des Arbeitseinsatzes die im Handwerk vorhandenen, nicht voll ausgenutzten Kräfte nützlicheren Aufgaben züführen will, wird von Landgerichtsrat Dr. Goetze vom Reichswirtschaftsministerium im „Deutschen Handwerk" erläutert. Zum Einsatz bisher selbständiger Handwerker als Facharbeiter betont er, daß kein Verzicht auf den leistungsfähigen Einmann- und Kleinbetrieb in Frage komme. Es sei selbstverständlich, daß auf jeden Fall eine Aushöhlung der gesunden handwerklichen Leistungsbetriebe etwa zugunsten industrieller Werke unter dem Vorwand staatspolitisch dringender Aufträge vermieden werden müsse. Es würde eine völlige Verkennung des Grundgedankens der Verordnung bedeuten, anzunehmen, daß im Interesse der volkswirtschaftlichen Rationalisierung nunmehr überhaupt jeder handwerkliche Einmann- und Kleinbetrieb zum Verschwinden gebracht werden müßte. In gewissen Handwerkszweigen sei, insbesondere a u f dem flachen Lande, in den Dörfern, der Einmannbetrieb immer üblich gewesen. Anderseits sei in einer ganzen Reihe von Handwerkszweigen, vor allem in den Mittel- und Großstädten, eine große Anzahl selbständiger Handwerker nur zu einem Teil in ihrem Beruf ausreichend beschäftigt. Dabei handle es sich in der Mehrzahl der Fälle um solche Personen, die sich in der Krisenzeit, um der Erwerbslosigkeit zu entgehen, mit unzulänglichen Mitteln selbständig gemacht haben. des Handwerks Eine Durchkämmung des Handwerks auf derartige lebensunfähige Handwerksbetriebe dürfte auch eine Berufsbereinigung des gesamten Handwerks bedeuten, die erheblich zur Steigerung der Schlagkraft der gesamten übrigen Handwerkswirtschaft beitragen werde. Um unnötigen Besorgnissen in Handwerkskreisen über die Zukunft der Kleinbetriebe entgegenzutreten, betont der Referent nochmals ausdrücklich, daß an der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit und Einsatzsähigkeit des wirtschaftlich gesunden handwerklichen Kleinbetriebes kein Zweifel bestehen könne und werde. Don der Löschung in der Handwerksrolle erfaßt würden allen Handwerker, die für die Führung eines selbständigen Betriebes nicht geeignet sind^ ferner Handwerker, die als Nichtskönner und Pfuscher in Erscheinung traten, auch die unzuverlässigen Handwerker seien hier einbegriffen und die sog. Rucksackhandwerker. An der gleichen Stelle gibt der Reichsstand nach eine Uebersicht über die bisherige Festigung der Handwerkswirtschaft durch Auflösung leistungsunfähiger Betriebe, wie sie sich aus den Eintragungen und Löschungen in den Handwerksrollen ergibt. Danach ging die Zahl der Handwerksbetriebe von 1936 bis 1938 um 153390 zurück. Es ist anzunehmen, daß im Kalenderjahr 1938 etwa 60 000 bis 70 000 Handwerker ihren Betrieb aufgaben und eine Beschäftigung als Geselle in anderen Handwerksbetrieben ober als Fach- oder Hilfsarbeiter in der Industrie ufw. übernahmen. Aus aller Well. General kundl gestorben. Generalmajor Hans K u n b t, .der seit einigen Jahren in Minusi 0 bei Locarno lebte, ist gestorben. Der General diente zunächst in der kaiserlichen deutschen Armee und war später Divisionsgeneral im bolivianischen Heer. Er erreichte ein Alter von 70 Jahren. Der Mörder eines Berliner Kassenboten in Westdeutschland. Wie das Koblenzer Polizeipräsidium bekannt gibt, hält sich der am 8.6.1906 in Pimkenau i. Schl, geborene Waldemar Böhler, der am 31. März d. I. in Berlin den Kassenboten Hespe nied er schoß und seiner Geldtasche mit 2000 RM. Inhalt beraubte, nach sicheren Nachrichten in Westdeutschland auf. Er benutzt gestoh. lene Kraftwagen zum Aufenthaltswechsel. Geldinstitute und Firmen, die größere Geldbeträge von diesen abholen oder dort abliefern lassen, sowie Tankstellen werden besonders aufmerksam gemacht. Böhler ist zirka 1,70 Meter groß, schlank, hat mit. telblondes, leicht gewelltes Haar, schmales Gesicht, lange schmale Nase, blaugraue Augen, etwas abstehende Ohren und schadhafte Schneidezähne. Besonders kennzeichnend sind tiefe Stirnfalten und eine drei Zentimeter lange Narbe am linken Handgelenk. Bei Anhaltung ist größte V 0 r s i ch t geboten, da Böhler von der Schußwaffe rücksichtslosen Gebrauch macht. Für sachdien- liche Mitteilungen aus dem Publikum über den Aufenthalt des Verbrechers sind 6 000 R M. Belohnung ausgesetzt. Amerikas Staalsfeind 3Xx. 1 stellt sich der Geheimpolizei. Der berüchtigte jüdische Gangster Louis Lepke alias Buchalter, Amerikas Staats feind Nr. 1, auf dessen Ergreifung, gleich ob tot oder lebendig, 50000 Dollarausgesetzt waren, stellte sich am Donnerstag dem Leiter der amerikanischen Ge- Heimpolizei, Edgar Hoover, an einem geheimen Treffpunkt in Manhattan. Lepke, auf den angeb. schon seit Monaten eine mit großem Pathos vom Neuyorker Staatsanwalt Dewey in Szene gefetzte größte Menschenjagd in der Geschichte Amerikas im Gange gewesen sein soll, erklärte lächelnd, er habe si ch vor zwei Jahren in Neuyork niedergelassen und hier völlig un ge. n i e r t bewegt. Jetzt habe er sich Hoover gestellt, um Dewey nicht die Möglichkeit zu geben, aus seiner eventuellen Festnahme eine politische Reklame zu machen. Lepke werden zahlreiche Morde zur Last gelegt. Auch witd er der Terrorisierung und Erpressung ganzer Industriezweige beschuldigt. Offensichtlich hofft er aber, mit Hilfe von jüdischen Anwälten und großen Bestechungssummen, nach, dem die meisten Zeugen gegen ihn mundtot gemacht sind, wieder freizukommen. Bessere Heiraisaussichten für das Land. Bei den Maßnahmen gegen die Stadtsucht kommt es vor allem auch auf die Mitwirkung des Landvolkes selbst an. Wie weit die soziale Selbsthilfe hier gehen kann und vom Reichsnährstand entscheidend gefordert wird, ergibt sich aus einem Bericht des Sachbearbeiters beim Reichsnährstand, Hans Dittmer, in der „NS.-Landpost". Einer der Hauptgründe der Abwanderung sind danach die fehlenden Möglichkeiten, auf dem Lande zu heiraten. Es müsse daher alles versucht werden, mehr verheiratete Landarbeiter einzustellen und gute Wohnverhältnisse auf dem Lande zu schaffen. 1933 seien von den 1,3 Millionen Landarbeitern über 20 Jahre nur 564 000, von den 619 000 Landarbeiterinnen über 20 Jahre sogar nur 231 000 verheiratet gewesen. Durch diese Ehelosigkeit bringe sich die Landwirtschaft um einen großen Teil ihres natürlichen Landarbeiternachwuchses. Hier müßten der Landarbeiterwohnungsbau und die Bemühungen des Reichsnährstandes einsetzen, Ledige durch Verheiratete zu ersetzen. Zehntausende von Ledigenstellen seien innerhalb weniger Jahre schon in Verheirateten st eilen umgewandelt worden. Etwa 34 000 neue Landarbeiterwohnungen wurden allein seit 1937 geschaffen, eine Zahl, die in der nächsten Zeit noch wesentlich vergrößert werden müfte. Ebenso seien Hunderttausende von Landarbeiterwohnungen verbessert worden. Eine der wichtigsten Maßnahmen des Landvolks gegen die Stadtsucht sei die Anteilswirtschaft für Landarbeiter. Rund- fragen hätten ergeben, daß 90 v. H. aller Landarbeiter nicht den reinen Barlohn, sondern m 0 g - l i cf) ft hohes Deputat haben wollten. Der Reichsnährstand fördere die Anteilswirtschaft. Beispielhaft sei Ostpreußen gewesen, das durch eine Kuhbeschafsungsaktion 7000 Kühe in die Ställe ostpreußischer Landarbeiter brachte und auch 60 000 Obstbäume für Landarbeiter beschaffte. Aus der Anteilswirtschaft könne der Landarbeiter bequem 400 RM. zusätzlich erarbeiten. 66 Musikschulen für Jugend und Volk. Ndz. Vor einem Jahr wurde die Errichtung von Musikschulen für Jugend und Volk begonnen, die jeweils eine Jugendmusikschule und eine Musikschule des Volksbildungswerkes in sich vereinigen, so daß alle Altersstufen berücksichtigt werden können. Wie her schon 66Musikschulen mit 7 0 0 Lehr- kr ästen errichtet werden. Dazu treten d re i • undzwanzig Schulen, die nach den Plänen im Herbst eröffnet werden sollen. Außerordentlich rege ist der Zustrom von Schülern vor allem aus den Reihen der Hitler-Jugend. Insgesamt beträgt die Schülerzahl an den bestehenden Musikschulen für Jugend und Volk 15 580, zu denen noch 3200 Schüler kommen, die im vorbereitenden Musikunterricht in Arbeitskreisen an solchen Orten erfaßt sind, an denen Musikschulen noch geschaffen werden sollen. Musikschulen werden nicht nur in großen, sondern auch in mittleren und kleineren Städten errichtet. Um auch den wirtschaftlich Leistungsschwachen die Möglichkeit zum Musikunterricht zu geben, ist in fast allen Jn- ftrumentengattungen Gruppenunterrichtfür Anfänger eingerichtet, der später i n de n Einzelunterricht übergeleitet wird. Kunst und Wissenschaft. Ophthalmologen-Kongreß abgesagt. Die Tagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, die vom 4. bis 6.September in Heidelberg stattfinden sollte, ist im Hinblick auf die politische Lage abgesagt worden. Goethemedallle für Professor Dr. Seger. Der Führer hat dem Professor Dr. Hans S e - g e r in Breslau aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Erforschung deutscher Kultur der Vergangenheit die Goethemedallle für Kunst und Wissenschaft verliehen. Deutsche Andeu-Kundsahrt erfolgreich beendet. Die Anden-Kundfahrt des Deutschen Alpen-Vereins in der Cordillera Bianca konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Teilnehmer, die vor allem aus Innsbruck und Stuttgart stammen, haben insgesamt sieben Sechstausender bezwungen. Gleichzeitig konnten die Wissenschaftler Professor Dr. Kinzl (Innsbruck) und 5) edler (Innsbruck) die Kartenaufnahmen der südlichen Cordillera Bianca beenden. Bauernmuseum in einem Westerwalddorf. Das Dorf E 1 z bei Limburg hat sich in der wieder- hergeftellten Schloßkapelle ein Heimatmuseum für bäuerliche Kunst geschaffen. Auch eine nassauische B a u e r n st u be mit einem großen Webstuhl und alten Möbeln wurde eingerichtet. Das ausgestorbene Handwerk der Seifensieder und Kammacher ist mit altem Handwerskzeug ver- Srantfurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 404 Rinder (37 Ochsen, 94 Bullen, 197 Kühe, 76 Färsen), 300 Kälber, 20 Schafe, 600 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 22 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Schweine 53 bis 62 RM. — Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. ffiefferberidjt Die stärkere Beteiligung feuchter Meeresluft hat die Unbeständigkeit vergrößert, so daß es am Mitt- woch vielerorts zu gewittrigen Niederschlägen kam. Am Südrand einer sich weit ostwärts erstreckenden Tiefdruckrinne bleibt auch für d>e Folge Unbeständigkeit erhalten, ohne daß sich jedoch unfreundliches Wetter einstellt. Vorhersage für Freitag: Morgens dun- ftig oder neblig, sonst wolkig bis aufgeheitert und Neigung zu einzelnen, teilweise gewittrigen Niederschlägen, Mittagstemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Veränderliche, meist westliche Winde. Vorhersage für Samstag: Unbeftänbig« feit, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 30. August: mittags 26,1 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 31. August: morgens 17,3 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum heute nacht 16,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. August: abends 23 Grad; am 31. August: morgens 19,7 Grad. — Niederschläge 5,8 mm. — Sonnenscheindauer 7,3 Stunden. _______ _ Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt (z. Z. abwesend), i.V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. D.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 NM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der IllU' ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 bh und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 bl- mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Zurück zur Natur! Vertiefung naturkundlichen Wissens erhöht die Freude an der Natur. Die hochwertige naturkundliche Monatsschrift für Anspruchs- volle, vielseitig, allgemeinverständlich, doch wlssenschaftnry zuverlässig, ist: Aus der Natur (Der Naturforscher) Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Natur' Wissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz. Unterrm)- Wirtschaft und Technik. - Beiträge aus folgenden we bieten: Allgemeine Lebenrkunde. Vererbungslehre, «all bunte, Menschenkunde,Heilkun^,Tierkunde,T.erseelendun^ Pfianzenkunde, Vorgeschichte, Erdgeschichte. Erdkunde, melr-, Wetter- und Meereskunde, Physik, Chemie, Techn Wirtschaft und Naturschutz. Jeden Monat ein reichbebilderles Heft in bester Ausstattung- Bezugspreis: Vierteljährlich RM. 2.50, Einzelheft Verlangen SU das bebilderte Werbeblati und ein Probeheft kostenlos. Hugo Vermühler Verlag / Berlin-Lichterfelde / Donnerstag, 31. August 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) * Volkspolitische Personalpolitik z »M grn Im. irffibts llnbtitto Mdl'chil tags Ä 1, AM tninc n in 1»a ZI. AM ,8 mm' gezeigt, daß die italienische Kriegsmarine in wenigen Stunden operationsbereit ist. Die kürzlich beendeten gemeinsamen Manöver der italienischen Marine und Luftwaffe unter Beteiligung von rund 400 Flugzeugen im Mittelmeer bewiesen, daß Italien auf Grund seiner strategischen Schlüsselstellung das mittlere Mittel- meer beherrschen kann. Die Manöver fanden im Raum zwischen Sizilien und Libyen statt, der in der italienischen Strategie eine Grundposition darstellt. Seit der Befestigung der kleinen Insel P a n t e l l e r i a in der Tunis-Straße kann Italien diesen Seeweg verschließen, während es von seinen ägäischen Inselbesitzungen, dem Dodekanes aus, das Aegäische Meer kontrollieren kann. Nach Abschluß der Manöver stellte „Popolo di Roma" fest, niemand könne heute mehr ohne Zustimmung Italiens den Mittelmeerraum durchqueren oder überfliegen. Im Mittelmeer, wo im Laufe der Geschichte beim Zusammenstoß der Völker immer wieder die Entscheidung gefallen sei, nehme Italien die Schlüssel st ellung ein. Damit dürfte die zukünftige Bedeutung der italienischen Wehrmacht richtig eingeschätzt worden sein. Der Mittelmeerraum erhält heute mehr denn je seine Stabilität und Sicherheit von Italien und nicht von einer auswärtigen Macht. erreichen könnte. Die zentrale geographische Lage Italiens im Mittelpunkt des 'Mittelmeerraumes macht sich hier vorteilhaft bemerkbar. Die Marine war dis vor einigen Jahren noch am schwächsten unter den drei Wehrmachtsteilen. Bei Kriegsende besaß Italien nur eine mangelhafte und kleine Kriegsflotte. Erst der Duce hat zielbewußt den Ausbau der italienischen Seemacht betrieben. Seit der Gründung des Imperiums hat die italienische Flotte eine besondere Stellung für die Erhaltung und Sicherheit Italiens zugewiefen bekommen. Das Bewußtsein, vorwiegend eine Seemacht zu sein, ist in Italien erst das Ergebnis der letzten Jahre. Ja, man kann sagen, daß erst die englischen Drohungen gegen Italien während des abessinischen Feldzuges den Italienern die Augen geöffnet haben über ihre maritime Stellung. „Die Flotte steht im Imperium an erster Stelle. Imperiale und Seegeltung bedingen sich gegenseitig. Der Krieg hat ein kontinental-europäisches Zeit- QÜerItaliens abgeschlossen und ein maritimes Mittelmeer-Zeitalter eingeleitet. Bis zum heutigen Tage war die militärische Tradition Italiens piemontesifch bestimmt, d. h. dem Festland zugewandt. Diese Tradition muß eine neue Entwicklung nehmen. Der Monarch wird in Zukunft weit mehr als bisher und in einem viel umfassenderen Sinne als Oberhaupt der italienischen Seemacht hervortreten müssen. Es gilt, eine maritime Tradition der Monarchie zu entwickeln..." So äußerte sich die italienische Zeitschrift „Critica Fascista" über die maritime Aufgabe Italiens. Der Staatssekretär Admiral Cavagnari führte vor der Kammer aus, daß eine große und mächtige Kriegsmarine eine der Grundbedingungen für die Verteidigung Italiens und für die Konsolidierung des Imperiums sei. Alle wahrscheinlichen oder möglichen politischen Situationen, denen Italien in der unmittelbaren oder weiteren Zukunft wird entgegentreten müssen, zwängen es vor allem, auf seine Stärke zur See zählen zu können. Entsprechend dieser Feststellung wurde die italienische Marine in den letzten Jahren so schnell ausgebaut, daß sie der französischen gleichwertig geaenübersteht, mit der sie schon seit Jahren rivalisiert. Vertraglich gelang es Italien nie, von Frankreich die Parität zugesichert zu erhalten, tatsächlich besteht die Parität jedoch jetzt. Selbst einen Vergleich mit der britischen Mittelmeerflotte braucht die italienische Marine heute nicht mehr zu fürchten. Gestützt auf zahlreiche in der Nähe befindliche Häfen und Stützpunkte, operiert sie i n heimischen Gewässern, was die eigentliche Sicherheit und Versorgungsmöglichkeit erhöht. Die Bauprogramme der' letzten Jahre sind entweder bereits durchgeführt oder in rascher Vollendung be-' griffen. Während man nach dem Kriege vorerst nur die leichten Seestreitkräfte ausbaute, weil man an die Rolle der Schlachtschiffe nicht mehr glaubte, ging man vor einigen Jahren daran, auch wieder Schlachtschiffe zu konstruieren oder umzubauen. Solange andere Mächte dies taten, konnte Italien nicht darauf verzichten. Wie stark ist nun die italienische Flotte? Vier ältere Großkampfschiffe von je 24 000 Tonnen wurden einer gründlichen Modernisierung unterworfen, die nunmehr beendet ist. Diese Schiffe bilden zu-' sammen mit den im Laufe dieses Sommers fertig werdenden beiden neuen Schlachtschiffen von 3-5 000 Tonnen, 30 Seemeilen Geschwindigkeit (Hauptbewaffnung 9 38-Zentimeter-Geschütze), „Vittorio Ve- neto" und „Littorio" ein kampfkräftiges Geschwader, das keinen Gegner im Mittelmeer zu scheuen braucht. Zwei ähnliche Schlachtschiffe, „Roma" und „Jmperio" sind im Bau begriffen. Weiter sind vorhanden sieben schwere Kreuzer (mit 20,3-Zenti- 'Herrlich erfrischend gründlich reinigend und dabei den Zahnschmelz schonend. SroDe Tube 40 TA, kleine Tube 25 TA meter-Geschützen), fünfzehn leichte Kreuzer, 74 große Zerstörer, 59 Torpedoboote und über 100 Unterseeboote aller Größen. Italien besitzt zurzeit zahlenmäßig die größte Unterseebootflotte. Auch an kleinen schnellen Torpedomotorbooten dürfte es mit 44 Stück die meisten besitzen. Zahlreiche Schiffe sind noch im Bau, darunter zwölf Torpedokreuzer bzw. Aufklärer, die mit ihrer Größe von 3500 Tonnen, ihrer Geschwindigkeit von 39 Seemeilen und ihrer Bewaffnung von acht 13,6-Zentimeter- Geschützen eine sehr starke Antwort auf die großen französischen Torpedokreuzer der „Volta-Klasse" zu werden versprechen. Alles in allem stellt die italienische Flotte eine außerordentliche Kampfkraft dar, sie wird in absehbarer Zeit unter den Seemächten der Welt den ehrenvollen vierten Platz einnehmen. Insbesondere das Bautempo der kleineren Einheiten kann kaum ein anderer Staat halten, vor allen Dingen nicht das durch Streiks gehemmte Frankreich. Die Z u - sammenarbeit zwischen See- und L u f t o 11 e wird in Italien besonders ausgebaut und zur unerläßlichen Voraussetzung für den Erfolg angesehen. Die Verhältnisse des Mittelmeeres begünstigen eine derartige Zusammenarbeit und ermöglichen den Verzicht auf kostspielige Flugzeugträger. Mehrfache Mobilmachungsproben haben 8tp|(| '■ L v iedG, teilte chen Gj geheim Juns 905 x. eN fntas > er iti eui)5: unc: rB den, i M Mor! irifiens lensto1 liiert vti n W 0 unbS le. lbeM Wemb: 6 ) Fch. tojtte bis ftwN Wo) Rom, August 1939. ; Oie großen Manöver der italienischen Wehrmacht I Men der Welt ein eindrucksvolles Bild von der l! 5:ärte und der Kampfkraft der von Mussolini er- > nuerten italienischen Armee, Marine und Luft- 1 ny-ffe. Denn was der Faschismus bei Regierungs- : t bei fr.203 Zweites Blatt - Aus der Stadt Gießen. Oer Echutzstein. Mancher Leser fragt sicher: Was ist das. ein Schutzstein? Also hört: Gestern abend kam ich in der Dunkelheit aus einem schmalen Gartenweg und bog in die Hauptstraße ein. Dabei übersah ich einen Stein, den der Gartenbesitzer genau an die Ecke seines Gartenzaunes gestellt hatte, und wäre beinahe gestürzt. Aber es ging noch glimpflich ab. Das also war ein Schutzstein? Ja. Man kann |ie überall an Gartenzäunen, aber auch vor vielen Häusern, die an der Ecke einer Straßenkreuzung stehen, bemerken. Sie sollen verhüten, daß ein Fuhrwerk am Zaun oder an der Mauer Schaden anrichtet. Sie haben also ihre volle Berechtigung. Im ersten Aerger, als ich stolperte, dachte ich nicht daran. Dann aber fiel mir etwas ein: das ist doch eine praktische Sache mit diesen Schutzsteinen. Könne man das im menschlichen Leben nicht auch ein wenia nachahmen? Wenn da so etwas Großes, Massiges angefahren kommt und droht zu schaden, könnte man nicht auch einen Schutzstein aufrichten und sagen: Hier hast du nichts verloren, hier steht mein Schutzstein? Ja, dachte ich weiter, dieser Schutzstein ist in Wirklichkeit schon vorhanden, natürlich bildlich gesprochen. Da kommt für unfern Nachbarn eine unliebsame Ueberraschung. Läßt er sich aber etwas anmerken? Nein! Er ist freundlich wie jeden Tag, trotzdem ihm das Schicksal Knüppel zwischen die Beine wirft. Aber er besitzt einen guten Schutzstein, das ist seine Gleichgültigkeit; man kann auch sagen: er hat eine dicke Haut. Da geht so schnell nichts durch. Deshalb kommt er auch mit dem Leben zurecht. Ein anderer wieder ist leichtsinnig und oberflächlich. Nach jeder bösen Erfahrung, nach jedem schlimmen Erlebnis schüttelt er sich wie eine Ente, die aus dem Bache kommt, und das Wasser fließt ab. Er vergißt alles sofort. Das ist sein Schutzstein. Freilich macht er es mit der Freude ebenso. Es gibt aber auch noch andere Schutzsteine. Es ist ja nicht jedem gegeben, verschiedene Schutzsteine auszuprobieren, welcher am besten paßt. Wer aber von Haus aus mit einem sicheren und nie versagenden Schutz bei Ueberfällen, Anrempelungen usw. begabt ist, der soll dem Schicksal dankbar sein. Ich glaube, daß der beste Schutzstein der gesunde Humor ist. Wenn ich meine Mitmenschen betrachte, dann finde ich immer wieder, daß die Humorbegabten am besten abschneiden, in allen Lebenslagen. Ja, sie können sich nicht nur selber schützen, sondern helfen mit ihrem frohen Wesen, mit ihrem gewinnenden Lachen auch noch ihren Mitmenschen. Ein Wort von ihnen versöhnt und verbindet oft die heftigsten Gegner, ein Scherz reizt die Lachmuskeln, und man sieht alles in milderem Licht. Kommen solche humorbegabten Menschen aber selber in unangenehme Lagen, so zeigt sich erst, welchen guten Schutzstein sie haben. Aeußerlich wird man ihnen in den seltensten Fällen etwas anmerken. Die schlimmsten Nachrichten nehmen sie mit ernstem Gesicht und mit Gelassenheit auf. Sie wissen, daß Zorn oder Aerger in keinem Falle helfen können. Gar oft auch lassen sie sich, wie man sagt, „zu viel gefallen". Das ist aber nicht wahr. Sie kennen nur die Grenze besser als die andern, die sie beleidigen wollen. Kommen Anrempelungen oder falsche Behauptungen aber knüppeldick, ober sieht der Humor- begabte, daß überhaupt keine Aussicht besteht, irgend etwas zu erreichen, dann — schweigt er lieber ganz. Er hört sich alles an und denkt sein Teil. H. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Polizeifunk meldet". Ausnahmsweise 400 Gramm Fleisch. In dieser Woche Sonderregelung für die Fleischversorgung in Gießen. Aus Grund der zugelassenen Ausnahmeregelung mußten in Gießen aus zwingenden Gründen bei der Fleffchversorgung für diese Woche Son- derbesttmmungen getroffen werden. Danach kommen in dieser Woche in Gießen auf jeden Be- zugsberechtigten insgesamt 400 Gramm Fletsch oder Fleischwaren zur Ausgabe, sodaß auf den einzelnen Abs chnitt 135 Gramm pro Kops entfallen. Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag em aufgenommen. Beim Gathering kann man von (irrer ausgesprochenen Mittelqualität sprechen, wählend der Doggerbankhering kleiner und in der Hröße recht verschiedenartig ausfällt, so daß er richt so hoch bewertet wird wie die ersten beiden Der unter dem Verdacht der Brandstiftung in Essenheim, wo — wie von uns am Dienstag gemeldet — eine Scheuer des Erbhofbauern Ewald Hit der gesamten Ernte von etwa 150 Morgen und ^wirtschaftlichen Maschinen usw. eingeäschert wrbe, gesuchte Michael Glapa aus Duchowitz ^urde am gestrigen Mittwoch in der Nähe von -Tieder-Mörlen von der Gendarmerie f e st g e n o m- fiie n. Olapa, der vor dem Brand einen Streit r.it seinem Bauer hatte, und nach dem Drandaus- ttuch flüchtig ging, wurde der Kriminalpolizei in Keßen zugeführt und hier in Polizeihaft genommen. Die Ermittlungen der Polizei nehmen chren ixrtgcmg. Bekämpfung schädlicher Gtaatsfeinde durch Dogelhege! Don sachkundiger Seite ist in den letzten Mo- ititen wiederholt beobachtet worden, daß Wildtau- bm, Rebhühner und Fasanen auf Kartoffeläckern skißig den Kartoffelkäfern — dem ersten Staats- [finb Deutschlands — nachstellten. Andere Beobachte bestätigten diese Feststellung und fügen hinzu, dfß unsere Nutzvögel auch die nicht weniger schädliche Dasselfliege bekämpfen. In der Zeitschrift Deutsche Jagd" wird festgestellt, daß Viehbestände ir reich besetzten Dogelgegenden von der Dasselfliege uüb der Rachenbremse nicht befallen werden. Die Leiben sollten deshalb, so lesen wir im Reichstier- sciutzblatt, dem amtlichen Organ des Reichstierschutz- binbes, ausreichende Nistgelegenheiten, besonders ajid) für Hohltauben, erhalten. Es empfiehlt sich, b‘’2 Nistkästen möglichst in Ahorn- und Lindenbau- •irisn in der Nähe der Weiden anzubringen, doch bieten auch Kopfweiden und Koppeleinfriedungen ,b?zu Gelegenheit. Sind Vögel in nicht genügender Zahl vorhanden, so kommt es zu unabsehbaren Fol- für unser Wild und unsere Nutzttere. Deshalb Mrischast. Oie Leipziger Herbstmesse 1939. FWD. Am Dienstag nahm das Geschäft verschiedentlich einen befriedigenden Verlauf, da auch vom Ausland Interessenten erschienen sind. Es konnten Einkäufer aus Jugoslawien, Bulgarien, Dänemark, Lettland und Schweden festgestellt werden. In Spielwaren war das Geschäft mäßig, in Weihnachtsartikeln normal. Das Kunsthandwerk sieht seine Erwartungen im allgemeinen erfüllt. Auf der Baumesse standen die Lehrschauen im Mittelpunkt des Interesses. Bei der traditionellen Exporthandelsmesse, im Rahmen der Leipziger Herbstmesse von der Hanseatischen Ausfuhrvermittlungsstelle Bremen- Hamburg-Lübeck veranstaltet, war in Anbetracht des Umstandes, daß ein Teil der Mitglieder im Ausland weilte, die Beteiligung nicht so stark wie auf früheren Messen. Der Verlauf war den Erwartungen entsprechend. Gute Ernteaussichten im deutschen Tabakbau. FWD. In allen deutschen Tabakanbaugebieten wird in diesem Jahre eine qualitativ sehr gute Ernte erwartet. Auch mengenmäßig wird sie durchschnittlich zufriedenstellend ausfallen, wenngleich angefiebts des edlen Jahrganges in sehr vielen Gebieten die Herkünfte außerordentlich ,leichthändig" sein werden, ein Zeichen für die Güte der Tabake. Für das Erntejahr 1939 wurde die Gesamtanbaufläche im Reich um 10 v. H. erweitert. Die rein gewerbsmäßige Tabakanbaufläche beträgt 14 738,68 Hektar. Davon entfallen 6958,56 Hektar auf Baden, 3339,65 Hektar auf die Saarpfalz und 1514,86 Hektar auf Brandenburg (Uckermark), während alle übrigen Anbaugebieten Flächen unter 1000 Hektar mit Tabak bebauen. Die vorn Landesverband Badischer □orten. Der Bückling, der aus dem frischen Hering durch '?as sogenannte Heißräucherversahren hergeftellt rirb, spielt in der Reihe der Räucherwaren die sichtigste Rolle. Der in der Qualität am besten ?-efchaffene Bückling ist jeweils während der deut- chen Schleppnetzheringsfischerei am Markt, aHo on Ende Juli bis Anfang November. Der Salz- ering ist zum größten Teil ein Erzeugnis der Log- erfischerei, die den Hering mit dem Treibnetz fängt ,nd sofort auf See kehlt und salzt. Der Heinere Teil Dtrb durch Landsalzung von Schleppnetzhenngen ‘ergeftellt. Zu Beginn der deutschen Heringsfangsaison im Juni wird von den Loggern der deutsche Fetthering Matjes) angebracht, ein „jungfräulicher" Hering, ter noch keinen Rogen bzw. keine Milch mit sich ührt. Im August setzt der Fang des Vollherings in, der also Milch und Rogen bereits angesetzt hat, □ährend in der letzten Zeit der Saison Ihren (ab- «laichte Heringe) gefangen werden. Die Sortierung der Loggersalzheringe erfolgt nach ondelsüblichen Sorten in den Heimathäfen Emden, Leer, Vegesack, Elsfleth und Glückstadt. Während die ►egepaeften Fässer die Bezeichnung „Kanties" füh- LN, spricht man nach der Sortierung von „Faß Serfanbpatfung". Jedes dieser Fässer trägt die Narkenbezeichnung „DHG" Sämtliche Logger- ^schereien find nämlich in der Deutschen Herings- >andels-Gesellschaft (DHG.) in Bremen zusammen- «schlossen und lassen ihre Salzhermgsproduktionen -ur durch diese vertreiben. Die Hausfrauen tun gut daran, wenn si» in der iurzen Zeit der „Saison" bei ihrem Küchenemkauf xn Hering vordringlich an die Spitze ihres Einkaufs- «ettels fetzen. Der Silbersegen des Meeres, der in tiefen Sommermonaten anfällt, muß genau so «ahrgenommen und ausgewertet werden, wie etwa tie Spargelzeit. Obst und Gemüse darf nicht der Gefahr des Verderbs ausgesetzt werden. NSG. Es vft Pflicht jeder Hausfrau im Gau : esfen-Nassau, in diesen Tagen beim Einkauf ihr Cugenmerf auf die Nahrungsmittel zu richten, die lenug und sogar im Ueberfluß zu haben sind. Das ift zur Zeit vor allem Gemüse und Obst. Es gäbe c ne lange Liste, wollten wir Arten und Sorten, i:e täglich die Marktstände und Läden füllen, ein« zln aufzählen. Es ist, kurz gesagt, die ganze liäche Auswahl, die gerade diese Jahreszeit bietet, it großen Mengen am Markt. Darunter auch die Porten, die sich für die Vorratshaltung, sei es als cauerfraut, Salzbohnen oder zum Einmachen vor- üalich eignen. Sie erfordern zum Einmachen keine «sondere Zutaten, die etwa knapp werden. Das lleiche gilt vom Obst. Durch die Abgabe von Zucker auf die Kartoffelbezugsscheine sind für das Einfachen von Obst die größten Sorgen behoben. Denn mit den zustehenden Zuckermengen läßt sich sein schönes Quantum Obst verarbeiten. Neben Kartoffeln und Mehl, die ja ebenfalls frei bezogen werden können, ist gerade Obst und Gemüse so zahlreich am Markt, daß sogar die Gefahr des Der- Lerbs besteht. Und das ist in einer Zeit, wo wir mns mit anderen Lebensrnitteln einrichten müssen, micht nötig. Beim Wäscheaufhängen tödlich verunglückt. Die Ehefrau Margarete Hederich, Gleiberger Weg wohnhaft, verunglückte in einem Hause in der Ludwiastraße beim Aufhängen der Wäsche tödlich. Die bedauernswerte Frau kam bei ihrer Arbeit au :önen Bildern und einem ausführlichen Begleittext, wie man sich selbst eine Tragtasche für die Dolksgas- maste schneidert. Außerdem enthält die neue „Sirene" interessante Bilder-Artikel über die groß Berliner Luftschutzübung, über den Aufgabenkreis des RLB.-Blockwartes und vieles andere; oazu Mitteilungen des NeichslustschutzbundeZ, ✓