Nr. 176 Erstes Blatt 189. Jahrgang Montag,Zi.Zuli 1939 Erschein! täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postschecttonto: $ranffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStsdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulsttah« 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Lrmatztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Weltpolitischer Hochsommer 1939. Don Generalmajor Professor Or. K. Haushofer, Präsident des DOA. Wir verdanken dem britischen See-Strategen George F. S. Bowles, der ein Wort des längst vermoderten Atheners Demosthenes anführt, einen bezeichnenden Borspruch für die Betrachtung der Weltlage im Mittsommer: Derjenige, er mag sein wer $r will, der zu den Mitteln meiner Zerstörung bei- tträgt, führt gegen mich Krieg, auch wenn er mir selbst niemals einen Speer entgegenwarf oder einen Wogen gegen mich-spannte." Darum haben die Achsenmächte das Vorgehen der britischen Politik eine „Einkreisung" genannt, und nicht den Bau eines „Friedenswalles"; darum sind sie des Scheiterns dieser Einkreisung in Skandina- Dten, in den baltischen Staaten und in Südslawien wie Bulgarien froh geworden, wie wenn sie dort »in Vorgefecht gewonnen hätten. Bowles lehrte mit anerkennenswerter Offenheit, warum ein seegeborener Krake oder eine Anakonda-Riesenschlange anders eämpft, als die normalen Tiere des festen Landes, und warum sie einen Gegner erwürgen und ihm die Knochen im Leibe zerbrechen oder erweichen können, ohne daß äußerlich Blut zu fließen braucht. Eine solche Anakonda-Taktik glaubt augenblicklich Mitteleuropa ausschalten und dann in Ostasien reinen Tisch stehende Teil der französischen Presse, wie „Jn- transigeant", „Humanitö", „Ce Soir", auffchäumte, wenn er im „Oeuvre" den Wortlaut des einstigen Luftfahrtministers Marcel Deal las: „Ich erlaube mir zu glauben, und die englische Regierung scheint jetzt wie ich zu denken, daß es intelligenter und nützlicher für alle wäre, Verhandlungen zu eröffnen, als das Feuer." — „Nach einer gefährlich übertriebenen Alarmkampagne hat man das Gefühl, daß dieser Derhandlungswille in der Luft liegt und daß er zu einem Erfolg führen wird." — „Die sogenannte Freie Stadt Danzig steht heute ganz unter der Führung des Reiches. Dieser Zustand wird in allen Meldungen bestätigt und man duldet ihn, weil es anders nicht möglich wäre. Aber man will Europa in Flammen aufgehen lassen, wenn dieser inoffizielle Zustand eines Tages offiziell würde!" — „Wenn Polen in Danzig eingreift, muß es die Rolle eines Angreifers übernehmen." — „Bis jetzt ist es noch möglich, in Frankreich auszusprechen, was viele denken, ja was die Mehrheit des Landes denkt." — So Marcel Döat — der das vertritt, was Napoleon III. Ms. Toutelmonde — Herr Jedermann — nannte, der klüger sei, als viele seiner Vormünder. Mer es sind eben die Vormünder, in Frankreich zum Teil die von so vielen Franzosen verspottete Greisenherrschaft, die das Wort führen, bis sie plötzlich in Taten hineinstolpern — wenn auch Chamberlain einen ersten Ansturm der Gruppe Winston Churchill abgeschlagen hat. Aber die stete Ueber- tönung der Stimme der Vernunft ermüdet in parlamentarischen Demokratien leicht die schwer belasteten Verantwortlichen an der Spitze, während der Unverantwortliche hemmungslos zu schreien vermag. Das ist die Stärke der Dolksfrontleute in Frankreich und der Opposition in England; Roosevelt, durch Niederlagen erbittert, läßt publizistisch in beide Feuer blasen, und Polen zeigt, was es an Maßlosigkeit leisten kann. Moskau aber hat sich mit großem Geschick in die Hinterhand gespielt; der Kriegszustand, der offiziell nach zwei Kampfjahren noch keiner ist, hat ihm in Fernost die Möglichkeit gegeben, 800 Kilometer hinter der Grenze mandschurische Eisenbahnbrücken zu gefährden, und doch seine in mongolischem Dienst obgeschossenen Flieger zu verleugnen. Zunächst verprügeln sich immer noch Stellvertreter; aber es fällt eine Schranke zivilisatorischer Wohlanständigkeit nach der andern, und die Verhandlungen in Tokio könnten leicht aus einem Satyrspiel zum „Lever de Rideau" werden! — Das eigentliche Stück aber wäre ein Trauerspiel der Kultur. kordflug erneut den Beweis seiner Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit erbracht. Damit hat die deutsche Flugmotorenindustrie wiederum aezeigt, daß sie den vor wenigen Jahren noch bestehenden Vorsprung des Auslandes inzwischen erreicht und überholt hat. Die großartigen Leistungen des deutschen Flugzeug- und Motorenbaues, die schon seit einiger Zeit zur Aufstellung einer ganzen Reihe von Weltrekorden und internationalen Bestleistungen durch deutsche Jagd- und Kampfflugzeuge führten, haben nunmehr durch die neu errungenen Rekorde des Junkers-Bombers eine würdige Fortsetzung gefunden. Die persönliche Leistung der Besatzung verdient höchste Anerkennung. Auch der Rekord vom 19. März wurde von Ingenieur Seibert und Diplomingenieur Heintz erflogen. Er stellte wegen der damaligen herrschenden Schlechtwetterlage große Ansprüche an das fliegerische Können. Bei dem jetzigen Rekordflug kam es ganz besonders darauf an, durch vollkommene Einsatzbereitschaft die Maschinen auf höchste Leistung auszufliegen. Es muß dabei heroorgehoben werden, daß die neuen Rekorde vom jungen Nachwuchs der deutschen Fliegerei errungen wurden, zu denen sowohl Seibert, als auch Heintz zu zählen sind. Beide sind von Haus aus Ingenieure. Seibert gehört als Erprobungs- flieaer und Heintz als Versuchsingenieur der Flugversuchsgruppe der Junkerswerke an. machen zu können. Vorläufig sehen die Bedrohten, wie bei allen Angriffen großer Schlangen nur die Bewegung der Ringe im Grase; aber es ist begreiflich, daß sie auf Ihrer Hut sind. Das gilt für Deutschland und Italien io gut wie für Japan. Denn man würde sich täuschen, wenn man glauben sollte, daß Japan nichts von den ^ö.-amerikanischen Vorbereitungen erführe, durch ein- >ache Ausfuhrverbote von Oel, Eisen und Kupfer, vie gleichzeitig in den USA., im Britenreich, in Belgien (Katanga-Kupfer) und Holland (Borneo-Oel) 'rgehen sollten, seine „Lebenslinie" für den China- Ürieg abzukürzen und es verhandlungsreif zu machen. Nur müßte vorher noch ein USA.-Abkommen mit Mexiko Zustandekommen, damit nicht dessen unbe- !grenzte Oel- und Kupfervorräte zum schweren Schauen des amerikanischen Business einspringen. Die Einkreisung gegenüber Japan sieht allerdings anders aus als ihre europäische Schwester. Denn England überlegt sich, ob es noch mehr weitgehende Zlanko-Vollmachten — wie sie für Europa bereits Jolen besitzt — derart ausstellen soll, daß sie den ganzen ersten Anprall japanischer und anderer Macht zunächst auf seine exponierten Außenkräfte ablenken könnten. Inzwischen hatte Sun Fo, Sunyatsens weniger ^deutender Namenserbe, Tfchiangkaifchek ein ähn- iches Wehrbündnis zwischen Moskau und Tschung- iing im Auftrage Stalins vorgeschlagen, wie es die llchsenmächte in Berlin geschlossen hatten. Cin solcher Löwenoertrag enthielt insofern ein usgezeichnetes Territorialgeschäft für die Sowjet- ninde, als et die Bildung eines nordwestlichen Sondergebiets unter nur kommunistischer Leitung :ms Sinkiang, Ninghsia (der westlichen inneren Mongolei), Kansu und Schensi vorsah, mit einer iigenen russischen Etappenstrecke über Lantschau, Hann und Tiwa, mit Flugverbindung nach Moskau inb ausschließlicher Sowjet-Ausbeutung. Auf diese Weise hat sich Moskau den erhofften iDeltkriegsertrag bereits vorausgenommen und kann begreiflicherweise nur wünschen, daß ihm England ind Frankreich die Schärfe der japanischen Gegenwirkung abnehmen. Zunächst werden sie einen Vorgeschmack bei den Verhandlungen über die Fremden- üolonien in China bekommen, die nun restlos von >en Japanern besetzt sind, während Rangun gegen :en Willen der Birmanen eine gefährliche Bedeutung als Hauptzufuhchafen der sonst abgesperrten Hinesischen Zentralregierung erhält, dessen Lahm- Lgung eine der ersten Vorbedingungen für ein wirkliches Gelingen der Verhandlungen in Tokio «ilden dürfte. „Warum einander töten?" über- threibt die britische Labour-Party einen Aufruf, !ser mit manchen biblischen Erinnerungen arbeitet, über vollkommen den einen schweren Spruch vergißt, von dem, der den Splitter in des Nächsten . Auge sah, aber den Balken im eigenen nicht; und ins gleiche Leitwort steht füglich über den Reden, kie Lord Astor und Halifax beim Diner des Royal Institute of International Affairs tauschten, von den ^rokodilstränen ganz abgesehen, die Winston Chur- t'ill der Wohlfahrt des einzelnen Deutschen weiht. Glaubt einer der Herren, irgendein Zauberer habe ins den Trank des Vergessens gereicht? Oder die wsenfarbene Wunderbrille, die uns verhindert, in englischer Sprache gedrucktes so zu lesen, mie es cemeint ist, wie etwa „Totalitarian War“ im Z ustral-Asiatic Bulletin vom April-Mai dieses °uhres? Aber schon auf den nächsten Seiten der Zeichen Zeitschrift steht die Schrift an der Wand, diß ein in Klein-Europa gesäter Wind eine Sturm- e-nte weltüber senden werde! — Ungleich ehrlicher scheint uns, was ein ehemaliger französischer Lust- slhrtminister, gewiß nicht in der Absicht, sich in Frankreich unmöglich zu machen, über das Der- b:echen schreibt, Frankreich gegen seinen Willen und ohne französisches Ziel um polnischen Größenwahns Ellen zu unabsehbaren Opfern wider den West- lrull zu treiben. Auch seine Aeußerungen verzeichnen trzr gern als Anzeichen, daß es doch noch weite Kreise in Westeuropa gibt, die nachdenklich vor .einer jener schwülen Pausen stehen, wie sie der sE"kenntnis vorausgehen; aber die Gefahr solcher Wnusen liegt darin, daß auch alles Böse_ sie merkt, ras seine Rechnung beim Fischen im Trüben findet r:.b friedliche, schiedliche Klärung scheut. Daher das Kriegstreiben Roosevelts und der ) Millionen Juden in USA. — denn dort geht es lim Wiederwahl, Rüstungsgeschäft und Rache. Kein jLiunder, daß auch der int Dienste der Kriegshetze Reue Rekorde der deutschen Lustfahrt. Mit einem Junkers-Bomber 501 Stundenkilometer über 2000 Km.-Strecke. Berlin, 30. Juli. (DNB.) Während sich zur Zeit eine gewisse Auslandspresse bemüht, für die allzu durchsichtigen Zwecken dienenden englisch-französischen Einkreisungsflüge die Reklametrommel zu rühren, setzt die deutsche Luftfahrt in aller Stille die Reihe ihrer imponierenden Rekorde fort. Sie beweist hierdurch immer wieder, welche Ueberlegenheit das deutsche Fluggerät und welchen hervorragenden Leistungsstand die deutsche Luftwaffe tatsächlich besitzt. Am Sonntag haben die Flugzeugführer Ernst Seid e r t und Kurt Heintz mit dem neuen zweimotorigen Junkersbomberflugzeug der deutschen Luftwaffe drei internationale Geschwin- d i g k.e i t s ü e st l e i st u n g e n aufgestellt. Der Geschwindigkeitsrekord über der 2000-Kilometer-Strecke mit einer Zuladung von 2000 Kilogramm Nutzlast wurde auf 5 01 st/km verbessert, und mit demselben Flug überbot das Junkersflugzeug zwei weitere internationale Rekorde über der 2000-Kilometer- Strecke, und zwar mit 1000 Kilogramm Nutzlast und ohne Nutzlast. Der Rekordflug stand unter Aufsicht von Sport- zeugen des Aeroklubs von Deutschland, der die Flugergebnisse der FAJ. zur Anerkennung zuleitet. Bisher befanden sich die drei Rekorde mit 468 Kilometer in italienischem Besitz. Deutschland und Italien haben also gerade bei diesen für die Landesverteidigung besonders bedeutungsvollen Rekorden die unbestrittene Führung errungen. Der deutsche Junkers-Bomber hat schon einmal eine in der ganzen Welt beachtete Bestleistung vollbracht, als er am 19. März d. I. mit 2000 Kilogramm Nutzlast über der 1000-Kilometer-Strecke eine Geschwindigkeit von 517 Kilometer erreichte und damit einen bisher nicht überbotenen internationalen Rekord aufstellte. Wie bei dem damaligen Rekordflug wurde wieder als Meßentfernung der Weg Dessau- Zugspitze gewählt. Allerdings mußte diese 500 Kilometer lange Strecke diesmal insgesamt viermal durchflogen werden. Der 'Start erfolgte am Sonntagmorgen gegen 5 Uhr, die Landung gegen 9 Uhr. Die erreichte Fluggeschwindigkeit ist für ein mehrsitziges Kampfflugzeug überaus hoch. Sie liegt noch über der Geschwindigkeit der meisten ausländischen Jagdflugzeuge. Ein derartiges Ergebnis bei Serienmaschinen — um eine solche handelt es sich bei dem Rekordflugzeug — kann nur erreicht werden, wenn man die Gesetze der Aerodynamik restlos ausnutzt und anwendet und wenn man außerdem in der Flugzeugfertigkeit über Arbeitsmethoden verfügt, die auch im Großreihenbau das Einhalten unbedingter Baugenauigkeit gewährleisten. Ferner ist für solche Rekordflüge der Stand der Motorentwicklung von ausschlaggebender Bedeutung. Der Jumi 211, der in den Kampfflugzeugen unserer Luftwaffe verwendet wird, hat durch den Re- Oer Führer wieder im Westwall. S a a r b r ü ck e n, 29. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht traf am Samstag in Saarbrücken ein, um die Werke der Befestigungszonen im Saargebiet und in der Saarpfalz zu besichtigen. Der Führer überzeugte sich vom Verteidigungszustand der Anlagen und nahm die Meldungen über den Einsatz der Sicherheitsbesatzungen sowie der in der Zone übenden Truppen entgegen. Den Führer begleitete u. a. der Reichsminister des Auswärtigen v o n R i b - bentrop. Gegen Abend kehrte der Führer im Flugzeug nach Bayreuth zurück. Oer Führer an den Ouce. Berlin, 29. Juli. (DNB.) Der Führer hat dem italienischen Regierungschef und Marschall des Imperiums Mussolini zu seinem heutigen Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm übersandt: „An Ihrem heutigen Geburtstage grüße ich Sie in treuer Verbundenheit mit meinen herzlichsten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen, wie den weiteren Erfolg Ihrer geschichtlichen Arbeit. Ich gedenke heute dankbar des im Mai d.J. abgeschlossenen deutsch-italienischen Freundschafts- und Bündnispaktes, durch den unsere beiden Völker zu einer untrennbaren Schicksals- gemeinschaft zusammengeschlossen worden sind, die ihre Htärke in der Wahrung der Lebensrechte unserer Völker, wie in der Erhaltung des Friedens Europas erweisen wird." Nene Zuspitzung in Tokio. England macht Schwierigkeiten. — Tokio zum Abbruch bereit. Tokio, 31. Juli (DNB. Funkspruch, Ostasien- dienst). Die für heute angesetzte neue Sonderkonferenz über die Tientsin-Frage konnte nicht st a t t f i n d e n. Der Sprecher des Außenamtes erklärte, daß sich die Konferenz mit den Fragen der Währung und der Herausgabe des Silbergeldes habe beschäftigen sollen. Die Anregung vom Aufschub der Verhandlungen fei von britischer Seite gegeben worden. Die Hauptkonferenz, die heute um 16 Uhr zusammentrete, werde lediglich politische Fragen behandeln. An diesen Besprechungen werde erstmalig auch der britische Polizeichef von Itentf in teilnehmen. Bezeichnend für die heutige Lage ist die entschiedene Sprache der Presse. Hinzu kommen die Verlautbarungen der Armee, die bekanntlich die englische Niederlassung in Tientsin äblehnt. Außerdem sind seit den frühen Morgenstunden zahlreiche Demonstrationszüge nach dem Regierungsviertel in Tokio unterwegs, die gegen England gerichtet sind. Die Demonstranten ziehen an der britischen Botschaft und am japanischen Außenamt vorüber. Auf mehrere Anfragen von amerikanischer und von englischer Seite erwiderte der Sprecher, daß die Regierung derartige Kundgebungen nicht verhindern könne, solange sie spontan erfolgten. Die Regierung habe nicht die Absicht, mit den vom Volk auf diese Weise zum Ausdruck gebrachten Unwillen über Englands Haltung sich in Widerspruch zu setzen. Im Zusammenhang mit der K ü n d i g u n g d e s Handelsvertrages durch Washington erklärte der Sprecher, daß aus USA., wenn man von der amerikanischen Presse absehe, feine roeU teren Informationen über die wahren Absichten Amerikas vorlägen. Die Kündigung sei ohne vorherigeVerständiaung Tokios erfolgt. In japanischen politischen Kreisen vermutet man auch, daß die Schwierigkeiten in den Verhandlungen über die Tientsiner Wirtschafts frage im Zusammenhang mit der Handelsvertragskündigung Amerikas stehen, da die Engländer jetzt vorsichtiger geworden feien. Die gesamte japanische Presse warnt heute England, sich in der Durchführung des absolut klaren japanisch-englischen Uebereinkommens von anderen Problemen beeinflußen zu lassen. „Tokio Asahi Schimbun" versichert, daß die plötzlich versteifte Haltung Englands auch auf die Moskauer Verhandlungen zurückzuführen sei, da Sowjetrußland anscheinend in einer Verständigung mit Japan eine Störung der Pläne erblicke, über die gegenwärtig in Moskau verhandelt werde. Alle Zeitungen erklären, daß die Entscheidung der Konferenz in Tokio allein in Englands Händ en liege. Wenn England jetzt Schwierigkeiten machen wolle, dann sei Japan durchaus vorbereitet, die Verhandlungen abzubrechen. Tokio und Moskau. Englische Hoffnungen und Beklemmungen. London, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s“ schreibt, die Verhandlungen in Tokio und Moskau befänden sich jetzt in einem wichtigen Stadium. In Tokio seien neue Schwierigkeiten aufgetaucht, in Moskau entstehe eine neue Anspannung, um sich aus der ausweglosen Lage herauszufinden, in der sich die Verhandlungen feit eini« chen Wochen befunden hätten. Es sei wahrscheinlich, daß die britische und die ftanzösische Regierung General st absoffiziere nach Moskau senden würden, um Verhandlungen mit dem Ziel einer militärischen Verständigung der dreiMächtezu beginnen, die die politischen Klauseln des vorgeschlagenen Devensivpaktes verstärken sollten. In Tokio würden die Verhandlungen durch die weiteren japanischen Forderungen aufgehalten. Großbritannien werde aber nicht von einer Politik abgehen, die es sich gesteckt habe. Den weiteren japanischen Forderungen zuzustimmen würde heißen, alle Hilfe für die chinesische Währung und für die chinesische Ausfuhr, die viele Länder angehe —England, Amerika, Frankreich usw. —, a u fgu = geben. „Daily Mail" schreibt, der Entschluß, m i l i - Itärische Beratungen zu beginnen, sei in Wirklichkeit ein Zugeständnis an die Sowjets, nicht aber ein Zeichen eines Fortschrittes. Gegen den „jungen Mnn" Londons. Paris, 30. Juli. (Europapreß.) Meldungen aus N e u y o r k zufolge unterzog der republikanische Senator N y e, der den Bundesstaat Nord-Dakota vertritt, am Samstag die Außenpolitik Roosevelts einer scharfen Kritik. Nye stellte die Forderung auf, daß eine aus Senatoren und Mit- aliedern des Repräsentantenhauses sich zusammensetzende Kommission geschaffen werde, mit der der amerikanische Präsident sich jedesmal verständigen müsse, wenn er irgendwelche bedeutungsvollen außenpolitischen Maßnahmen zu ergreifen gedenke. Senator Lundeen tadelte in nicht weniger heftiger Weise die Kündigung des nordamerikanisch-japanischen Handels - und Schiff- f ah rt s v ertr a g e s , die in den Vereinigten Staaten nur das Arbeitslosenheer vergrößere. Die nordamerikanischen Bürger verlangten in ihrer überwiegenden Mehrheit, so erklärte der Senator weiter, daß die USA.-Regierung nicht für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen suche. Nordamerika solle feine Schiffe aus den asiatischen Gewässern und von den anderen Weltmeeren zurückziehen, um sie ausschließlich in der Nähe der nordamerikanischen Küste zu deren Schutz zu stationieren. Der englisch-japanische Vertrag von 1911. London, 30. Juli. (Europapreß.) „Sunday Times" deutet am Sonntag an, England werde feinen Vertrag mit Japan aus dem Jahre 1911 ebenfalls kündigen, wenn Japan in der Frage der nordchinesischen Währung und des in Tientsiner Banken liegenden chinesischen Silberbestandes nicht eine andere Haltung einnehme. Diese beiden Fragen sind in den letzten 48 Stunden in Tokio immer wieder in den Vordergrund getreten. Ballonsperrübung über London für noch fester untermauern. 88. LlGA. im fernen Osten zu ge- Am Freitag begann im Umkreis von 11 km um Ne englische Hauptstadt die bisher größte Ballonsperrübung, zu der 500 Ballone aufstiegen und über 6000 Mann der Luftabwehr- Abteilungen eingesetzt wurden. Von den wenigen Aufnahmen von dieser Hebung, die die Zensur in der Musterdemokratie des Jnselreiches für die „freie" englische Presse zur Ver- — -qjig ssjaiq ijai usch;pusjjoasa 'goßiaij 0un(p!nudti5 »onnts, ?men neuen ft. °-r>>-chs, ’0rteile in idsDertrag ge. löben. t s b a u e r für t ein klein« Malen Politik, i 'tische Entwiik' itet kiele Sen Jf Grund ber Das Paria, die Ursprung, eigenem Recht Regierung, e ausgebreitete t)en Regierung selbst von die« r wollen nicht biefelbt Äom- ewählt ffl/rtt 'Vmrojlo d Linkrbürgn» nb 'm M. ensetzmg noch ^rundverschieben recht dies« ge. er Kammer, sie Ki5 damals im ung ober auch — man denke - in Frankreich totverordming-- iden-Woche, bit eunden bei btn )eren staatlichem iders die po!i' sfront. An die lführung ist i»! ugleich KE Landesoerteid? r KriegsmaM früheren sm ab nahesteht, i!> h erschienen, i" )es Krieges ert ent und Wh Fach Frankreich erlängerung m er durch Präsidenten W egierungsgM» hsten pol'tlW i Die durch ina der 2*’ m’t bis 1» neu fen Don W V«1 * 1 ülni)i"9!r|S berM"55 W ju* "* der sicher d» hi '® j erst.mm^ tiätf, >s le m itere i®el et? P»«"6', 1’ Mn »"* ft N donnf^k Ai»” 2x Vorstellung, ber auch Reichsorganisationsleiter heit des zeitlosen Geschehens mit überwältigender 1.. Ley beiwohnte, fand im gutbesetzten Festspiel- Wucht zum Ausdruck. Don einem unauslöschlichen Huis reichen Beifall. laust wird uns voraussichtlich auch eine Versorgung mit Gemüse bringen. Dor Der Au- reichliche L , o v allem werden Blumenkohl, Tomaten und Gurken Gauleiter Sprenger weihte das jüngste Erbhöfedorf des Gaues. Großartige „Mng"-Aufführung in Bayreuth. DKK. Nach einem spielfreien Tage hat am Sams- tg in Bayreuth die erste zyklische Aufführung von 9 chard Wagners „Ring des Nibelungen" ir. Rahmen der diesjährigen Festspiele mit einer 9l;uinszenierung des „R h e i n g o l d" begonnen. 2 e Veränderungen erstrecken sich vor allem auf d-s Bühnenbild. Während Emil Preetorius Vom Olivenbaum zum Speiseöl Agrarwirtschastlicher Veisebrief aus Spanien. Wucht zum Ausdrr Erlebnis gefangengenommen verließen die begeistere | ten Besucher dos Festspielhaus. Unsere Ernährung im August Von Oberregierungsrai Or. Wolfgang Clauß. gedacht ist, daß die Wartburg die alte Wortburg geblieben ist". Denn immer wiesen ihm das Verständnis für die historische Bedinaheit und die innere Gesetzmäßigkeit den Weg bei allen seinen Restau- rierungsplänen und Arbeiten. Ritgen kam erst auf Umwegen zu seiner Lebensaufgabe als „Baudoktor". Bei dem 1811 geborenen Sohn des Professors der Medizin an der Ludo- viciana August von Ritgen hatten zwar schon die Lehrer des Gymnasiums den „verderblichen" Hang zur Geometrie festaestellt, doch widmete er sich zunächst ber medizinischen Wissenschaft unb vertauschte später erst bas Medizin-Studium mit dem der Architektur. In dem in Darmstadt auf der Höhe seines Schaffens stehenden Hofbaudirektor Georg Moller fand Rügen den stärksten Anreger. War doch Moller nicht nur der geniale Baumeister, sondern auch einer der ersten Deutschen, die sich der Erforschung der mittelalterlichen Baudenkmäler wid- meten. Ihm ist auch die Wiederauffindung ber Pläne für bie Fassade des Kölner Domes in Darmstadt und Paris zu danken. Als Repetent, Privatdozent unb Professor der Baukunst an der Gießener Unioerfiät bevorzugte Ritgen in seinen Vorlesungen natürlich auch bie Baugeschichte bes Mittelalters und entfaltete daneben eine gewaltige Tätigkeit als Architekt unb Restaurator. So baute er Wohnhäuser in Gießen (z. B. Ostanlage 4, Frankfurter Straße 6, Villa Gail in ber Wilhelmstraße), 1833 bie Leichenhalle auf dem Gießener Alten Friedhof im dorischen Stil, schuf Grabdenkmäler wie das für die Familie Gail, restaurierte Kirchen in Gießen, Lich, Großen- Linden, Schlitz, Jena, Eisenach, Burgen und Schlosser in Laubach, Eisenbach, Gleiberg usw. Eine geplante vollkommene Wiederherstellung der Münzenberg unterblieb aus Mangel an Mitteln. Aus seiner literarischen Tätigkeit seien bie Geschichte ber Burgen Gleiberg, Münzenberg, Staufenberg hervor- gehoben unb Untersuchungen über bie erste Anlage Gießens unb seine Befestigungen. Ueber vierzig Jahre aber baute er mit urwer- broffenem Eifer unb mit nie erlahmender Begeisterung die Wartburg wieder auf, kaum einer der vielen hundert Pläne, ber nicht von seiner eigenen Hand stammte. Fast unvorstellbar ist diese Arbeitsleistung, wenn man bedenkt, daß bis zur Neuerrichtung der polytechnischen Schule in Darmstadt er allein das Fach der Baukunst an ber Universität vertrat. Nur für das Jngenieurfach wirkte noch ein Professor neben ihm. Wenn man auch heute in vieler Hinsicht zu anderen Kunstanschauungen gelangt ist, und manche die Wartburg lieber als Ruine, aber ohne Erneuerungen sähen, so hat sie sich doch die Liebe des ganzen deutschen Volkes errungen und bewahrt. Sie ist und bleibt in unbeschreiblich schöner Lage das vollkommenste Bild eines romantischen Fürsten- sitzes, ber viele Höhepunkte deutscher Geschichte erlebt hat. Und mit dieser Erneuerung wird der Nome Hugo von Ritgens für immer verknüpft fein. Aber auch Gießen hat allen Grund, den Namen eines ihrer bekanntesten Professoren nicht zu vergessen. Jürgen Rauch. Hugo von Mgen, Professor der Baukunst an der Ludoviciana. 3u seinem 50. Todestage am 31. Juli. Mit einer besonders festlichen Aufführung ber „Walkür e" wurde am Sonntag die erste „Ring". Vorstellung fortgesetzt. Bei strahlendem Sommer- weiter waren bie Auffahrtsstraßen von einer unübersehbaren Menge besetzt, die z. T. von weither gekommen war, um den Führer auf seinem Wege von der Villa Wahnfried zum Festspielhaus zu begrüßen. Die Begeisterung ber bis zur Heim- fahrt bes Führers am Festspielhügel ausharrenden Menschen führte in jeder Pause zu herzlichen Kund- gedungen, für die ber Führer wieberholt am Fenster dankte. Hochstimmung herrschte auch im Theater. Eine erlesene Gemeinschaft erstrangiger Künstler, die durch ihr jahrelanges Zusammenwirken an dieser Stätte die Voraussetzungen für eine ideale Wiedergabe der „Walküre" geschaffen hat, setzte sich mit äußerster Hingabe für das bezwingende Musik- brama ein. Nach dem Bericht der DKK. ging die begeisternde Wirkung sowohl von der inneren Geschlossenheit der Aufführung aus, zu der sich unter der musikalischen und szenischen Leitung Heinz T i e t j e n s in den unübertrefflichen Bühnenbildern von Emil Preetorius eine Reihe von foliftischen Meisterleistungen verdichtet hat, wie auch von der persönlichen Ausdruckskraft jedes einzelnen Durfte!» lers. Der Siegmund Franz Volkers — eine der Glanzrollen des Künstlers — und bie hinreihenbe Sieglinde Maria Müllers, die hoheitsvolle unb zugleich erschütternde Gestaltung des Wotan durch Rudolf Bockelmann neben der tief ergreifenden Brünhilde von Martha Fuchs sowie bie mit reifster Kunst charakterisierten Gegenspieler Margarethe Klose (Fricka) und Ludwig Hoffmann (Hunding) brachten am Schicksal der germanischen Gotter, unb Heldengestalten die menschliche Wahr- ftme bisherige Ausstattung im ersten Rheinbild nur n wesentlich abgemanbelt hat, ist in der „freien (J-genb auf Bergeshöhen" der frühere Felsencharak- ic ber Landschaft burch lieblichere Züge gelockert norben. Die Nibelheimszene erscheint jetzt räumlich wd) stärker zusammengedrängt unb durch bas 1t räghegenbe schiefrige Urgestein stilistisch enger mit du Felsen in der Tiefe des Rheines verbunden. Die 9*gie Heinz Tietjens, der als Dirigent auch für d- musikalische Form der Aufführung verantwort- HÖ ist, hat sich mit wenigen Aenberungen auf bie ntien Dekorationen eingestellt, ohne bie Grundsätze sm er bewährten Inszenierung aufzugeben. Die Aufführung zeigt im übrigen das vertraute Ö sicht mit den gesanglich unb barstellerisch über* rgenben unb künstlerisch beherrschenden Leistungen Bin Rudolf Bockelmann als Wotan unb Mar- gcrethe Klose als Fricka. Neben ihnen kehren Isef von Manowarda unb Ludwig Hof- um n n als bas Riesenpaar, Fritz Wolff als Loge, Kte Heidersbach als Freia unb bie Rhein- Wer von Hilde Scheppau, Elfriede Mar- h rr, Ruth Berglund wieder. Neu fügen sich ii das beispielhaft aufeinander abgestimmte En- sinble ein Hans Reinmar als stimmgewaltiger 2mner, Benno Arnold mit hellem Tenor als ^ioh und Ria Focke, die als Erde vor allem dich die innige Tiefe ihres Alt aufhorchen läßt. Die Ernte ist nunmehr in vollem Gange, obwohl ks unbeständige Wetter im allgemeinen zu einer Lirzogerung geführt hat. Ueber bas Ergebnis kann fr tute noch nichts Zuverlässiges gesagt werden. Wir vsssen jedoch, daß bie Getreideernte ausreichen D-rb, um den Brotbedarf des deutschen Volkes zu Men. Darüber hinaus haben die bisher vorliegen- kin Berichte über den Stand der Ernte wieder ein» nil gezeigt, daß der Roggen das Brotkorn unseres hmas unb Bodens ist. Es muß deshalb immer D\?ber betont werden: Roggenbrot und Roggen» ecAkornibrot ist beim Verbrauch von Backwaren jenenüber dem Weizen gebäck zu bevorzugen. Der •taggen weist nämlich in diesem Jahr im allgemeinem einen recht guten Stand auf. Der Weizen ist liegen weniger einheitlich und hat die im Winter irittenen Frostschäden nicht oder nur teilweise aus» ii .Äen können. Dieser Lage trägt im übrigen auch it Vorschrift Rechnung, daß dem ganz Hellen, neu iiZeführten Weizenmehl der Type 630 jetzt 10 v. H. ievnders Helles Rogaenmehl beigemischt werden. ?i Beimischung von Kartoffelstärkemehl zum Wei- -rumehl ist dafür in Fortfall gekommen. Der letzte amtliche Saatenstandbericht meldet fer- -r„ baß sich die Kartoffeln sehr gut entwickelt Auen. Ihr Stand wird jetzt sogar erheblich besser Erteilt, als in Normaljahren. Diese Tatsache er» T*rt uns erneut an bie volkswirtschaftliche Not- imbigteit, die Kartoffel m immer stärkerem Maße -ü Grundlage unserer Ernährung zu machen, ob» Ayl nicht unberücksichtigt bleiben soll, daß die Pa- 3.'?, den Kartoffelverzehr zu steigern, auch dann -ii'ehalten werden könnte und müßte, wenn die stssichten für die Kartoffelernte weniger günstig ciren. Zur Befriedigung des Bedarfs an Speife- । [feoffeln werden heute kaum noch 25 v. H. der Genrnttartoffelernte benötigt. Vox Beginn der Er- jTgungsschlacht, als die Kartoffelernten hn allge- Temen noch niedriger waren als jetzt, war bei k'ech hohem Speisekartoffelverbrauch mitunter fast in Drittel ber Kartoffelernte hierfür erforderlich, itije Gegenüberstellung zeigt, in welchem Maße U KaMlleloeMWÄ ücheMkt MÜM ta Jahr zu Jahr steigert sich der Ertrag, bis ber Baum die Kraft verliert und durch Pfropfung neuen Austrieb erhält. So ist es möglich, einen Olivenbaum viele Jahrzehnte lang ertragreich zu erhalten. Der Olivenbaum stellt einen großen Sektor der landwirtschaftlichen Erzeugung Spaniens dar, in dem viele Menschen beschäftigt sind. Die Haupt, arbeit erfordert natürlich die Ernte, die infolge der großen Empfindlichkeit der Frucht sorgfältigst ge- schehen muß. Schon der kleinste Druck genügt, um die Olive verderben zu lassen. Die Pflücker und Pflückerinnen müssen deshalb ganz kurz geschnittene Fingernägel und eine leichte Hand haben. Die besonders ölarme Frucht dient als Speiseolive, die andere, ölreiche Sorte dagegen zur Oelgewinnung. Nachdem die für Speisezwecke bestimmten Oliven der Größe nach sortiert sind, werden sie gewaschen, in eine Lauge gelegt, entwässert, um danach in einer Salzlauge konserviert zu werden. Dieser ganze Konservierungsprozeß dauert'nur wenige Tage. Em Teil der Oliven wird mit Kernen eingelegt, während ber andere entfernt und mit Mischungen aus rotem Pfeffer, Anschovis usw. gefüllt wird. An erster Stelle die Oelolive. Wichtiger aber als bie Speiseolive ist für die Ausfuhr die Oelolive. Während die ölarme Speise- olive in Fässern vor allem nach Nordamerika verschifft wird, hat das Olivenöl sich einen größeren Markt erobert. Die Oelolive wird ungefähr zur gleichen Zeit, geerntet wie die Speiseolive, nämlich ab Ende Oktober. Je nach der Gegend, ob im Ge- birge oder in den wärmeren Gebieten, verschiebt sich der Erntebeginn. Im November oder Dezember beginnt bann bis Erzeugung an OlisenÄ un ßrofceti voraussichtlich etwas abfallen, ebenso auch die Anlieferungen von Kälbern. Für denjenigen, der nicht glaubt, feine Ernährung in den Sommermonaten auf den verstärkten Verzehr pflanzlicher Kost umstellen zu können, stehen im August an Stelle des Fleisches vor allem auch frische Heringe, Bückinge und Marinaden reichlich zur Verfügung. Da die Fischdampfer sich im August hauptsächlich an der Heringsfischerei in der Nordsee beteiligen, ist ein erhöhter Verbrauch von frischen geringen und den daraus hergestellten Erzeugnissen sehr erwünscht, um die zu erwartenden großen Heringsfange unterzubringen. Kabeljau, Rot. barsch und Seelachs werden in den kommenden Wochen ber Jahreszeit entsprechend in geringerem Umfang zur Verfügung stehen. Aehnlich wie auf dem Fleischgebiet liegen die Verhältnisse auch beim Fett. Der Fettverbrauch bes beutschen Volkes stieg von 1 268 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 1 793 000 Tonnen im Jahre 1938. Die alte Parole, beim Fettverbrauch zu sparen, muß also immer wieder betont werden. Immer wieder kann auch darauf hingcwiesen werden, daß ein verstärkter Verbrauch an Stelle von Fleisch und Fett grundsätzlich erwünscht ist bei Kartoffelstärkemehl, Sago, deutschem Puddingmehl, Haferflocken, Grau- p€n, Zucker, Marmelade, Kunsthonig, Buttermilch, entrahmter Frischmilch (soweit zu bekommen), Käse, insbesondere Harzer, Mainzer und Schimmel-Käse sowie von Quarg. Der Tisch ist uns also auch im August wieder reichlich gedeckt. tWSG. Ein neues stolzes Werk nationalsozialisti- fter Aufbauarbeit im Gau Hessen-Nassau ist wieder e:ieHt worden. Im Kreis Gelnhausen ist das Ji'igfte hessen-nassauische Erbhöfedorf Wald, r d e erstanden, das gleich den Erbhöfedörfern im Hs fischen Ried durch Gewinnung neuen Ackerlandes brch den Reichsarbeitsdienst geschossen worden ist. 2n Samstagnachmittag wurde es im Rahmen des foeistages des Kreises Gelnhausen von Gauleiter 1Ä Reichsstatthalter Sprenger feierlich ein- flveiht. Acht schmucke Erbhofe bilden das neue Erbhofe- 2irf Waldrode, das ber Gemeindeverwaltung (:oßenhaufen untersteht. Drei weitere Erbhofe t:rben in der nächsten Zeit noch gebaut. An einem Antertag im Jahre 1936 legte Gauleiter Sprenger bn Grundstein zu diesem neuen Dorf. Die unermüd- Itftc Schaffenskraft des Reichsarbeitsdienstes, der fr dieses Projekt eingesetzt war, wandelte Wald- bi.oen in fruchtbares Ackerland um, das bereits J)(ite reiche Früchte trägt. Ein weiterer Schritt in 6r Verwirklichung des Meliorations- und Siedln igsorogrammes wurde mit dem Bau des neuen Ebhöftdorfes getan, dessen Bauern voll Dank an bei Führer nun alle Kräfte mit für die Sicherung br Ernährung des deutschen Volkes einsetzen ttirben. Zur Einweihungsfeier bes neuen Erbhöfedorfes raren auf dem Dorfplatz die Formationen der Par» k und die Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes ^getreten. Vor dem Dorfbrunnen, in dessen Sockel bi Urkunde über die Grundsteinlegung des Dorfes s/fbewahrt ist, hatte sich eine große Zahl Vertreter br Partei, ihrer Gliederungen, ber Wehrmacht und bis Reichsarbeitsdienstes eingefunden. Den Platz nfäumten die neuen Erbhofbauern mit ihren Ge- ilUschaftsmitgliedern, die dem Gauleiter einen Herz. Ibien Empfang bereiteten. Zu Beginn der Feier begrüßte Kreisleiter flia u f e m a n n den Gauleiter und die Gäste. In Inner Ansprache dankte er vor allem dem Gauleiter fr die Unterstützung zum Bau bes Dorfes und dem in einem so großen Umfange zur Verfügung stehen, daß sie beim Verbrauch besonders bevorzugt werden sollten. Bei den Tomaten fällt im Monat August mindestens ein Drittel ber deutschen Ernte an. Außerdem ist noch mit ausländischen Zufuhren zu rechnen. Auch Blumenkohl und Gurken stehen im Monat August aus deutscher Erzeugung in größerem Umfange zur Verfügung. Nicht ganz so reichlich wie bie Gemüseversorgung wird die Versorgung mit Obst sein. Die Hausfrauen werden hier zu dem greifen müssen, was der Markt bietet. Besondere Empfehlungen können hier kaum ausgesprochen werden. Die Erdbeerernte war leider nur mittelmfeig. Verhältnismäßig gut, jedoch auch unterschiedlich, war die Ernte an Süßkirschen. Nunmehr steht das Beerenobst an erster Stelle. Johannisbeeren, Stachelbeeren und Wildbeeren stehen zur Wahl. Außerdem werden geringe Mengen des ersten einheimischen Steinobstes die Obstversorgung erweitern helfen. Bei Pflaumen ist allerdings pur mit einer mäßigen Ernte zu rechnen. Die Apfelernte dürfte voraussichtlich einen mittleren bis guten, die Birnenernte einen mittleren (Ertrag bringen. Diese reiche Auswahl an Gemüse unb Obst, bie wir in den nächsten Wochen zu erwarten haben, sollte für die Derbraucherschaft Veranlassung sein, den Küchenzettel jetzt in möglichst großem Umfange auf pflanzliche Kost einzustellen und jeden übermäßigen Fleischverbrauch zu vermeiden. Professor Dr. Vogel hat kürzlich in einem vielbeachteten Aufsatz darauf hingewiesen, dafe der Fleichoerbrauch in Deutschland in den letzten Jahren so stark geftiegen sei, daß man zweifellos vielfach von einem „Fleisch- mifebrauch" reden müsse. Tatsächlich ist der Fleischverbrauch des deutschen Volkes im Altreich von 3 004 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 3 928 000 Tonnen im Jahre 1938 gestiegen. Von dieser Zunahme des Fleischverbrauches entfällt der größte Teil au bie letzten Jahre, denn im Jahre 1932 betrug der LLeiMMnuch SWM Tonnen. Weva tei tinft ober ber andere glaubt, auf Grund feiner eigenen Beobachtungen diese Zahlen anzweifeln zu müssen, o muß demgegenüber darauf hingewiesen werden, " lafe ber einzelne immer doch nur in ber Lage ist, einen sehr engen Kreis selbst zu beobachten. Er wird Überseyen, bafe ein großer Teil bes deutschen Volkes dank der Erfolge der Arbeitsschlacht heute in der Lage ist, wesentlich mehr Geld für Nahrungsmittel aus» zugeben, als noch vor einigen Jahren. Außerdem haben naturgemäß auch ber Aufbau ber Wehrmacht, bes Arbeitsdienstes, KdF. und sonstige Gemein- chaftsveranstaltungen zu einer Erhöhung des Fleischverbrauches geführt. Jeder sollte aber, und vor allem die körperlich nicht schwer Arbeitenden, aus der Entwicklung des Fleischverbrauches für sich in der Zeit des reichlichen Anfalls von frischem Obst und Gemüse die Schlufefolgerung ziehen, daß eine Verminderung des Fleischverbrauches nicht nur der Volkswirtschaft, sondern auch der eigenen Gesundheit dient. Je mehr in den Sommermonaten der Fleischverbrauch vermindert wird, desto stärker ist es möglich, die unseren Rindviehbeständen im oerganenen Jahr zugefügten Lücken wieder aufzuftillen und Reserven für den erfahrungsgemäß verstärkten Bedarf im Winter zu bilden. Dies wird bei einer entsprechenden Vermeidung des Fleischmifebrauches seitens der Verbraucher um so eher möglich sein, als wir im August an sich mit ausreichenden Schweinelieferungen rechnen können. Die Rinderauftriebe dürften allerdings Spanien ist ein ausgesprochenes Agrarland, bas einen Teil seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den Weltmarkt bringt. Zu den spanischen Ausfuhrgütern gehören in erster Linie Fischereierzeugnisse, Früchte und Olivenöl. Dieses Olivenöl stellt mit einer jährlichen Durchschnittserzeugung von 450 Millionen Kilo 60 v. H. ber Welterzeugung an Olivenöl dar. Von dieser Menge gelangen rund 100 Millionen Kilo zur Ausfuhr. keine Olivenhaine. Zur Gewinnung dieser großen Menge Del sind riesige Anbauflächen erforderlich. Diese Gebiete sehen aber ganz anders aus, als wir sie uns gewöhnlich vorstellen. Sie haben nichts mit der fal» schen Romantik ber Olivenhaine zu tun, sondern die Bäume stehen in Reih und Glied ausgerichtet da. Sie sind mittelgroß, haben rissiae Stämme und eine flache, breite, meist vierteilige Krone. Die Blätter sind schmal und von graugrüner Farbe. Der Untergrund, auf dem bie Bäume stehen, ist sorgfältig von allem Unkraut gesäubert und umgepflügt, denn eine Olioenbaumkultur erfordert große Sorg- falt, wenn bie Ernte zufriedenstellend ausfallen soll. Der Anbau der Olive erfolgt vor allem in Andalusien, von Jaen bis nach Toledo hinauf und an die Mittelmeerkiste. In diesen Gebieten findet man häufiger etwa einen Meter hohe Sandpyramiden, aus denen hin und wieder ein kleines Oliven- bäumchen herausschaut. Das sind die Stecklinge, die vor Schädlingen unb Ziegenfrafe mit Lehm und Sand geschützt werden. Jahrzehntelang ertragreich. Nach fünf Jahren trägt ber mit gelblichgrünen TrMbchm bMend» Baum fcit ersten Früchts. Mm Wer einmal von ber „Hohen Sonne" aus einen Blick auf die tannenumrahmte Wartburg geworfen hat, wer einmal ehrfürchtig burch die Räume dieser „Burg des Lichtes" gewandert ist, sollte dankbar des Gießener Professors gedenken, dem die Wartburg ihre Erhaltung und pietätvolle Erneuerung verdankt: Hugo von Ritgen. Ein Lustschloß plante man in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an Stelle des Aus- xangspunktes deutscher Sangeskunst und deutscher Religionsfreiheit, ohne historischen Zusammenhang mit der altehrwürdigen Burg. Und das 30 Jahre nachdem die Wartburg erneut bie Augen ganz Deutschlands auf sich gelenkt hatte durch das Drei- hundertjahrfeft der Reformation, auf dem die beut» chen Studenten gewaltig ihre Stimmen erhoben für die deutsche Einheit, für ein großdeutsches Reich gegen die kalte Staatskunst Metternichs. Aber bereits auf den Architekten-Verfammlungen äu Gotha und im Herbst 1847 zu Mainz stand der junge Gießener Professor der Baukunst gegen diese verschandelnden Pläne auf als auch gegen das drohende Schicksal ber Wartburg als Ruine. War boch ber majestätische Bergfrieb längst zusammengestürzt, und der ganzen Burg drohte das gleiche Ende. „Deutschland hat ein geistiges Eigentumsrecht an die Wartburg errungen durch Jahrhunderte schwerer Kämpfe um die deutsche Poesie und die Freiheit des Glaubens" rief er aus. „Trauernd müßte Deutschland zusehen, würde bie alte glorreiche Burg, gleich so mancher ehemaligen Feste, in bas romantische Lustschloß, die reizende Villa selbst bes edelsten Fürsten umgewandelt. Denn damit wäre sie ausgelöscht aus der Zahl der ehrwürdigen Denkmäler deutscher Vorzeit. Aber ebenso dürfte man sie nicht zur Ruine zerfallen lassen." Vor ber Mainzer Versammlung fgnnte ber Gelehrte bereits Vorschläge für eine Neugestaltung machen, bie die begeisterte Zustimmung ber Fachleute fanden. Sie beeindruckten auch den damaligen Erbgroßherzog Carl Alexander von Weimar- Eisenach derart, daß er bie früheren Pläne zurückziehen ließ und Ritgen d i e Aufgabe anvertraute, die sein Lebenswerk und Lebensruhm werden sollte. Auf Grund mehrjähriger sorgfältiger Forschungen über die Baugeschichte der Wartburg und der gründlichen Untersuchung von über 60 Burgen Hessens, Thüringens, Bayerns usw. wurde nun nach den Worten Ritgens „das Vorhandene erhalten, das Fehlende ergänzt, das Verschwundene mit möglichster Treue wieder aufgeführt". Man muß sich die Zeitumstände vorstellen, um das Werk Ritgens voll zu würdigen. Hatten doch die Romantiker das glänzende Bild des Mittelalters wieder heraufbeschworen, das Bild einer Zeit, in der die Nation einig, mächtig, über alle Maßen herrlich erschien. Die Baumeister als Nutznießer und Mitläufer aber fingen vielfach an, ihrer Phantasie freien Spielraum zu lassen unb sich im Bau von nie vorhanden gewesenen Burgen, ja Ruinen auszutoben. Ri t gen jedoch ging vollkommen andere Wege. Er trat an seine Aufgabe mit dem ganzen kunsthistorischen Rüstzeug der damaligen Zeit heran und erreichte, obwohl „sicherlich manches daran aus- Reichsarbeitsdienst und allen Arbeitern, die oft unter schwierigen Verhältnissen das Werk vollendet haben. Weiter Sprenger ging von dem Ausspruch des Führers in bei Kampfzeit aus: „Das deutsche Volk wird ein Volk von Bauern fein, oder es wird nicht fein." Diese Erkenntnis, die der Führer aus der deutschen Geschichte gezogen hat, sei die Grundlage für die Siedlungs- pläne gewesen, die in den Jahren des Kampfes bereits reiften und einmal verwirklicht werden sollten. Dieser Wille fei nach der Machtübernahme des Führers in die Tat umgefetzt worden. Aus Sumpf und Moor feien im Gau Hessen-Nassau zahlreiche Bauern- und Erbhöfe erstellt worden. Gauleiter Sprenger dankte dann Kreisleiter Kaule- mann für seinen Einsatz zur Schaffung des Erbhöse- borfes. Sein Dank galt auch besonders ber uner- müblichen Arbeit bes Reichsarbeitsdienstes, dessen Aufgabe es ist, an dem stolzesten Werk zu schaffen, das in Deutschland begonnen worden ist. Wenn heute, so fuhr der Gauleiter fort, noch nicht alle Erbhöfe des Dorfes stehen, so sei dies nur eine gesunde Entwicklung. Es ginge nicht allein darum, viele Bauernhöfe zu bauen, sondern für die erstellten Erbhöfe erst einmal eine ausreichende Ackernahrung zu schaffen, damit kinderreiche Familien darauf leben können unb ein wirklicher Blutsquell im Volke sind. Grundforderung müsse immer sein, wer Bauer ist, muß genug Ackernahrung haben. An die neuen Erbhofbauern gewandt, ermahnte er sie zum Schluß, sich stets bewußt zu fein, daß sie freie Bauern auf freier Scholle sind, daß sie im Dienst des deutschen Volkes stehen, bie Ernährung sicherzustellen und mit Kinderreichtum die Zukunft der Nation zu garantieren. Der Gauleiter übergab hierauf das Dorf dem Ortsgruppenleiter und dem Bürgermeister, denen er es zur Pflicht machte, die neuen Erbhofbauern in bie Obhut der Partei zu nehmen und in ihren Belangen zu unterstützen. Maßstab in den Oelmuhlen. In den Anbaugebieten der Oliven trifft man daher immer wieder auf diese Mühlen. Dort wird die Oelolive mit dem Kern zermahlen und in flache runde Körbe von einem Durchmesser von rund 1,20 Meter abgefüllt. Die aufeinandergestellten Körbe werden unter der hydraulischen Presse zusammengepreßt, wodurch der Saft ausfließt. Er läuft in Becken, in die warmes Wasser geleitet wird, damit sich das Oel in der Wärme an der Oberfläche absetzen kann. Das zurück- bleibende Fruchtwasser und das natürliche Wasser fließen ab. Da bei der ersten Pressung noch erhebliche Oelrückstände bleiben, erfolgen weitere Pressungen unter stärkerem Druck und Anwendung von heißerem Wasser zur Auswaschung. Aus den völlig ausgepreßten Mahlrückständen wird nun noch in Spezialfabriken der letzte Rest Oel durch chemische Bearbeitung und Lösungsmittel herausgeholt. Diese Oele dienen ausschließlich technischen Zwecken. Da die jetzt noch verbleibenden absoluten Rückstände zum allergrößten Teil aus zermahlenen Olivenkernen bestehen, find sie zu Futterzwecken int= geeignet und werden verkohlt verkauft oder gleich an Ort und Stelle verfeuert. Der größte Teil des auszuführenden Olivenöls wird in den Raffinerien gebleicht und raffiniert. Die grünliche Farbe des Rohöls verwandelt sich in eine goldgelbe. Die hierbei anfallenden Fettsäuren finden in der Seisen- fabrikation Verwendung. Seif Generationen gepflegt. Die landwirtschaftliche Arbeit reicht vom Anbau und der Pflege der Bäume bis zur Gewinnung des gründlichen Rohöls. Der Olivenbauer lagert als Ernteprodutt das Oel ein oder verkauft die Spelfe- oliven an die Konservenindustrie. Die Industrie, also die Raffinerien, kaufen vom Olioenbauern das Rohöl um es weiterzuverarbeiten und in den Handel zu bringen. Der Olivenanbau ist durchweg schon seit Generationen in den gleichen Händen und vererbt sich vom Vater auf den Sohn. Aus alter Wett. Hebet 100000 Besucher tm Haus der Deutschen Kunst. Die D e u t s ch e K u n st a u s st e l l u n g 1 9 3 9 im Haus der Deutschen Kunst zu München erfreute sich auch in der abgelaufenen Woche eines anhaltend starken Besuches. In den letzten Tagen statteten insbesondere sehr viele Ausländer, namentlich Italiener und Engländer, der Schau einen Besuch ab. Am vergangenen Samstag wurde der 100 0 00. B e' s u ch e r gezählt. In der abgelaufenen Woche stellte sich die Besucherzahl auf rund 50 000. Auch die Verkaufstätigkeit war sehr rege. Massenbesuch auf der Funkschau. Das Berliner Ausstellungsgelände am Funkturm hatte am Sonntag wieder einen seiner großen Tage. Tausende und aber Tausende strömten zur 16. Großen Deutschen Rundfunk- und Fernseh-Rundfunkausstellung 193 9. Besonders überraschte der starke Andrang in den Abteilungen der Apparatebauindustrie. Die Ausstellerfirmen meldeten ein weiteres Ansteigen des Händlerbefuches. In der Fernsehhalle wird der neue Einheits - Fernseh - Empfänger stark umlagert und das Programm verfolgt, das aus dem Terrassengarten gesendet wird. Dort hören Tausende dem Programm der großen Veranstaltung „Sport und Mikrophon" zu. Seit der Eröffnung waren kaum 48 Stunden vergangen und schon eine Besucherzahl von fast 80 000 erreicht. planmäßiger Flugverkehr Berlin — Bangkok. Am Samstagvormittag 10.14 Uhr deutscher Zeit landete das dreimotorige Junkers fu 52-Flugzeug D—ANIH „Hans Loeb" der Deuffchen Lufthansa von Berlin kommend auf dem Flughafen Bangkok, nachdem es im Rahmen des planmäßigen Vor- bereitungsflugdienstes für einen demnächst zu eröffnenden Luftverkehr zwischen Deutschland und Siam den ersten Flug erfolgreich beendet hatte. Das unter Führung von Flugkapitän Krüger, Flugzeugführer B o n o w , Oberfunkmaschinist H e 11 i ch und Flugzeugfunker N u p p - n a u stehende Flugzeug war am 25. Juli in Berlin gestartet und hat die rund 10 360 Kilometer lange Strecke in fünf Tagesetappen zurückgelegt. Der Vorbereitungsflugdienst auf dieser neuen Weltstrecke der Deutschen Lufthansa, die eine wertvolle Bereicherung des deutschen Luftverkehrsnetzes darstellt, wird vorläufig 14täglich einmal in beiden Richtungen durch geführt. Condor-Flugzeug „Arumani" in Rio de Janeiro. Das Großflugzeug Focke-Wulf-Con- d o r D—ABSK „Arumani" traf am Samstag, von Natal kommend, auf dem Flughafen von Rio de Janeiro Santos Dumont ein. Die neue Flugzeit des Etappenfluges Berlin—Rio de Janeiro beträgt 35 Stunden 14 Minuten. Die Besatzung wurde von einer großen Menschenmenge sowie den Vertretern der brasilianischen Behörden und der Presse begeistert begrüßt. Von der Dampfwalze zermalmt. In Bachem bei Merzig (Saar) wurde ein 19iah- riaer Arbeiter aus Erbringen voneinerDampf- walze die bei Straßenerneuerungsarbeiten em- oesetzt ist, zermalmt. Aus noch ungeklärter Ursache kam der junge Mann unter die Walze zu liegen; er war sofort tot.' Drei Todesopfer eines Autounglücks. Bei ßobenftein ereignete sich an der Saaletalsperre ein Verkehrs unglück, bei dem drei Personen den Tod fanden. Der Berliner Kraftfahrer Otto Götz verlor in dem Augenblick, als er an einer steilen und kurvenreichen Straße einen kleineren Gang einzuschalten versuchte, die Gewalt über seinen Kraftwagen, der die Straßenböschung überfuhr und in den Stausee der Saaletalsperre stürzte. Einem Lobensteiner Einwohner, der dem Wagen sofort nachsprang, war es nicht möglich, die Insassen aus dem Wagen zu befreien. Als das Auto eine halbe Stunde später geborgen wurde, waren die drei Insassen, der Fahrer, eine Frau und ein zehnjähriges Mädchen, ertrunken. Drei Motorradfahrer tödlich verunglückt. Der außerordentlich rege Verkehr am Bodensee hatte am Wochenende ein schweres Unglück zur Folge, bei dem drei Personen ums Leben kamen. An der Kreuzung der Alten Straße von Ober-Uhldingen und der Reichsstraße stießen zwei Motorradfahrer zusammen. Der Anprall war so stark, daß der eine Motorradfahrer und sein Beifahrer mit schweren Verletzungen ins lieber» linger Krankenhaus gebracht werden mußten, wo sie, ebenso wie der zweite Motorradfahrer, verschieden. Lediglich eine Mitfahrerin kam mit Kopf- und Kieferverletzungen noch einigermaßen glimpflich davon. Rundfunkprogramm Dienstag, 1. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: das Trierer Unterhaltungsorchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittaaskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 16: Von der Rundfunkausstellung Berlin: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: (Frankfurt a. M.): Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: Exportiere oder stirb! 18.15: Vor rund 10 000 Jahren. 18.30: Volksmusik. Musikanten nach Feierabend. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Lauter kleine goldne Sonnenstrahlen leuchten aus dem Rasengrün. Eine Sendung unserer Mädel der Rund- funkspielschar 8 Frankfurt der Reichsjugendführung. 20: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. Anschlie- ßend: Hier spricht die Reichsgartenschay. 20.15: Odenwald reitet der wilde Jäger! Ein sommerliches Funkbild zwischen Neckar und Rhein. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.40: Tanzabend. 24 bis 3: Nacht, musik. Wetterbericht Durch die starke Erwärmung des Festlandes am Sonntag und gleichzeitigen Luftdruckfall find von Westen her kühlere Luftmassen aus das Festland hin beschleunigt worden. Sie überschritten Montagfrüh das Rhein-Main-Gebiet und führten dabei zu hef- ttgen Gewittern und Regenfällen. Im ganzen hat sich damit wieder eine Westwetterlage durchgesetzt, die für die nächsten Tage wechselhaftes und kühle- res Wetter erwarten läßt. Vorhersage für Dienstag: Wechselnde Bewölkung, einzelne, meist schauerartige leichte Regenfälle, Tagestemperaturen bis etwas über 20 Grad ansteigend, westliche Winde. Vorhersage für Mittwoch: Bei west, kicher Luftzufuhr im ganzen unbeständig. Lufttemperaturen am 30. Juli: mittags 29,5 Grad Celsius, abends 22,8 Grad; am 31. Juli: morgens 19,1 Grad. Maximuni 30,3 Grad, Minimum heute nacht 18,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Juli: abends 25,8 Grad; am 31. Juli: morgens 21,2 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Son- nenscheindauer 13,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilden Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter.- Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der fo» zeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeni, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezua;. preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen. Römer 8. 28. Werner Binz In tiefer Trauer: Familie Hermann Binz, nebst allen Angehörigen. Allendorf (Lahn), den 29. Juli 1939. Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. August, nachm. 3 Uhr statt. 5233D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren guten Sohn, meinen lieben Bruder, unseren braven Onkel, Neffen und Paten nach kurzer, schwerer, mit Geduld ertragener Krankheit im fast vollendeten 17. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die 5219C nim Gießen. 517M ie immer sehr günstig tm Preis Feinkost Seltersweg 19 geben. 5226D geben. 03723 03726 Johannes Müller Franks. Str. 60 Telefon 3571. Frau zum puhenz zweim. wöchentlich gesucht. 6230D Günlbersgraben 18 p (Dauerstellung) Otto Äl. sritt Mineralöl- Großhandel Rod Heimer Straße 50 Für ältere Dame tagsüb.zuverläss. Gesellschallerio (Fliegerin) gesucht. Schrift!. Ang. m.Gehalts- ansvrüch. unter 5176D a.d.G.A. Jung, tau als Tankwart und Wagenpfleger sof. gesucht. 5227V Autohof Otto Göbel Kaiserallee 115 bis nach km 1,703 verlegt werden. Der Entwurf zu diesem Bauvorhaben liegt in der Zeit vom 1. bis einschließlich 8. August 1939 während der Dienststunden bei dem Stadtbauamt in Gießen, Asterweg 9, zur Einsichtnahme offen. Einwendungen gegen den Entwurf sind während der Offenlegungsfrist schriftlich bei mir vorzubringen. Ab 29. Juli 1939 Johannesstr. 16 Geschäftsstunden tägl. 9-13 Uhr Samstag 9-12 Uhr außerdem Donnerstag 17-19Uhr 5225V Einem Teil der heutigen Ausgabe ltegt ein Werbeblatt der Firma A. Ruhl iun., Gießen, Seltersweg _________________5234V Gießen, den 29. Juli 1939. Der Oberbürgermeister. I.V.: gez. Vogt, Beigeordneter. 1 'beseitigt radi/zat den olzwurm Mvb&ln uJunderv/yUen tyan# Bornemann, Bahnhofstr. 17. Zwangsversteigerung. Dienstag, 1. August 1939, nachm. A Uhr, sollen im Verkaufslokal 'artmeft, Neuenweg 28, bezw. n Ort und Stelle (Bekanntgabe t obigem Lokal) zwangsweise egen fo fertige Barzahlung ver- ergert werden: 5221V >aus-, Laden- und Büromöbel Her Art, Warenschränke, 1 Näh- raschine,! Schnellwaage, IKassen- chrank 1 Vervielfältigungsavva- at, Schreibmaschinen, Mantel- offe, 1 Photoavvarat. phflpmann Gerichtsvollz. i. Gießen bUdllUdllll, Wiesenstr. 2, Tel. 3108 in allen Preislagen Offenbacher Lederwaren C. Röder Mänsbnrg 14. Seltene Natur, urkunden von den Halligen und vom Wattenmeer, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter MMMlem n.5eeWöen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d.deutschen Nordseeküste. - Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Natur. oufnahmen.In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sic bitte das ous» führliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag erlin-Lichterfeld- Naohlöooo von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder» InUuhldübu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Bett.: Verlegung des Bahnübergangs am Erdkauttr- weg in Gießen. 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Die Züchter haben die exquisitesten Färbungen ind Formen hervorgebracht. Sie seien bedankt für !>ie Augenweide. (Wogende Dahlienfelder in Sep- ,emberabenden!) Aber selbst wenn es die vielen Spielarten nicht gäbe, wenn es dich nur gäbe, purpurrot« Dahlie, grellrot flammende, sanftgelbe und lief orangefarbene Dahlie, so wäre es schon genug. ♦ Am schönsten sind sie in Bauerngärten, in diesen Lagen. Der Bauer hat jetzt keine Zeit. Er geht früh ufs Feld, und todmüd fällt er am Abend ins Bett. Ln dieser Zeit des Erntens verschwendet sich der . Zauerngarten am meisten. Er hat ja alles: Rosen, Schwertlilien, Rittersporn, Studentenblumen, Heckenrosen und das sanfte Geleucht der Steinpflanzen. Die Herrscherin aber, aus fettem grünen Gesträuch «ochschießend und prahlend entfaltet, bist immer nieder du, Dahlie. Juliblume, Künderin des Ab- chieds, Freundin der Sommerliebe. * Wir wollen sie in dicken Sträußen heimwärts tagen und sorgsam pflegen. Sie machen die trübste Stube heller. Sie sind ein Gewicht gegen Schwermut, Hwohl sie Schwestern, Vorfahren der Astern sind. r. k. Hitler-Jugend Bann 116. Stamm 1/116. Am Donnerstag, 3. August, morgens 8 Uhr, treten i®n sämtlichen Einheiten des Stammes 1/116 je ! Igg. zum Erntehilfeeinsatz in Nieder-Bessin- e n bei Lich am Bahnhof in Gießen an. Führer: ^ameradschastsführer Gilbert, Marine-Gef. 1/116. üenstanzug: HI.-Sommeruniform. Wasch- und Schlafzeug sowie ein Arbeitsanzug können mitge- iommen werden. Die Hälfte des Fahrgeldes — „60 RM. — haben die Igg. vorzulegen, es wird non der Gemeinde Rieder-Bessingen zurückerstattet. iür die Unterbringung und Verpflegung der Igg. während des Einsatzes (Donnerstag und Freitag) ist Sorge getragen. Wichtig für Tannenbergfahrer! Alle Tannenbergfahrer, die am Staatsakt anläßlich !*r 25-Jahrfeier der Schlacht bei Tannenberg am leichsehrenrnal teilnehmen wollen und während Leser Zeit in der Nähe des Reichsehrenmals zu gbernachten wünschen, müssen sich so bald als mög- !xh unter Angabe der Uebernachtungsdaten beim [ uartieramt für die 25-Jahrfeier, Hohenstein (Ost- ireußen) anmelden. Wer ohne eine solche Anmel- ! Lung die Fahrt unternimmt kann nicht damit rech- ; iLn, daß er ein Nachtquartier finden wird. Diese Notiz gilt nicht für Teilnehmer der Sonderlüge, für die besondere Quartiere bereitgestellt sind. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Entführt". ♦ "EhrenvolleErnennung. Die Historische Kommission für Hessen und Waldeck hat den Biblio- chekar Dr. W a l b r a ch in Gießen in ihrer Jahresversammlung zu ihrem Mitglied ernannt. Marburger Festspiele. „Romeo und Julia." In zwölf Spielzeiten sind Shakespeare-Aufführun- sen auf der Marburger Schloßbühne zur Tradition «worden. Der „Sommernachtstraum" als das Realste der wenigen ausgeprägten Freilichttheater- Stücke steht auch in dieser 13. Spielzeit wieder auf !sem Programm: er wird sich stets am natürlichsten, Ungezwungensten, poetischsten unter freiem Himmel nntfalten; ähnliches gilt für den „Sturm", das tief» innige Alterswerk, dessen romantische Naturszenerie ebenfalls schon unter den drei gotischen Bogen vor km Marburger Schloß erstand. Was „Romeo und itulia" angeht, so wird man zunächst, alter Gewöhnet folgend, an Aufführungen im geschlossenen h aume senken und, vielleicht, wenn man den Text riieber einmal durchsieht, leise überrascht feststellen, luß hier die Szenen unter freiem Himmel — (ltraße, Platz, Balkon — den im geschlossenen liaume spielenden — Capulets Haus, Lorenzos grelle, Julias Gemach und Totenarust — fast die Waage halten. Uebrigens hat die Marburaer Bühne, t:sonders bei hereingebrochener Dunkelheit, soviel Raumwirkung, daß der Phantasie des Beschauers nirgends Unbilliges zugemutet wird, zumal dann r cht, wenn, wie gestern, Mond und Sterne über b-r Szene stehen in einer warmen Nacht und in das romantische Spiel hineinleuchten, das zu den großen, unvergänglichen Liebesgeschichten aller Zeiten ge- , f)iirt: ein Stück der reinsten und innigsten Poesie, b:r einfachsten und edelsten Menschlichkeit. Seit irshr als dreihundert Jahren hat dieses Drama die kurzen bewegt und angerührt, und wie die zarte Kraft einer ganz jungen und reinen Liebe von Z-nbeginn schon vom Flügelschlage eines dunklen uib feindlichen Schicksals beschattet und unausweichlich in den Tod verschlungen ist, das dringt immer i eher, in jeder neuen Aufführung, mit der groß- difigen Wucht der Tragödie an Auge und Ohr des Zuschauers. Was schon früher oft als ein unbezweifelbarer Verzug der Marburger Bühne gerühmt wurde, berührte sich auch diesmal wieder: die Weiträumigkeit i d Tiefe des Spielfeldes gestattet ein pausenlos in- ’iianbergreifenbes Spiel von Szene zu Szene, von U t zu Akt mit mühelos-fließenden Verwandlungen, irnem die Scheinwerfer jeweils einen neuen Schau- j p!vtz aus dem Dunkel herausschneiden und abgren- ;m. Die Inszenierung des Festspiel-Intendanten DH BqddL wachte sich diese ungewöhnlich tag 11. August- !r5: Ernst P imb bi, H a.. Ernst J1»; für J -W Blumss ^^nzeigenl "Lnhch bei • 1939: über 'wersitätsbruc ^onotsbei T Zustellg? £•. Einzelnes Pf-'Mit ber:; ,st Preisliste 1 f gültig. chten ' Hab,! k “s K •22:JW MM yN Zeitschriften. Toni van Eyk. — (Aufnahme: Ufa.) Balkonszene schöne lyrische Höhepunkte dichterischen Theaterspieles erreichte. * Seit undenklichen Zeiten gilt die Balkonszene als Prüfstein für jede Julia. Toni van Eyk gehört zu den wohl nicht sehr zahlreichen deutschen Darstellerinnen, die für diese Figur von Natur geschaffen scheinen: man glaubt ihr unbedenklich die noch fast kindliche Anmut und Unschuld, die Shakespeare hier darstellen will; sie gibt alle Zartheit und Zärtlichkeit in Haltung, Gebärde und Sprachklang, die eine Julia haben muß, und auch die unheimliche Kraft der Bereitschaft zu jedem Opfer — aus der Unbeirrbarteit des Herzens und der Leidenschaft eines großen, unwandelbaren Gefühls. dachte, zumal das friebliebenbe deutsche Volk an einen Krieg nicht glauben wollte, geht allein aus dem Anzeigenteil des „Gießener A n z e i g e r s" hervor, in dem noch in der zweiten Hälfte des Juli Reklame für die „Reisezeit" gemacht, auf die „Sommerausverkäufe" hingewiesen wurde und die Vereine auf ihre kommenden Festlichkeiten aufmerksam machten. Der Verein der 116er feierte auf der Liebigshöhe sein traditionelles Sommerfest, und in den Räumen der Alten Klinik fand die „Gewerbeausstellung" statt, die wohl zu den schönsten Ausstellungen gezählt werden kann, die Gießen veranstaltet hat. In der Stadtverordnetenversammlung wurde nach lebhaften Auseinandersetzungen der Beschluß gefaßt, mit einem Kostenaufwand von rund 180 000 Mark die Alte Klinik zur Bürgermeisterei umzubauen. Mit solchen Dingen hätte man sich nicht beschäftigt, wenn man hätte Krieg führen wollen. Man konnte es einfach nicht glauben, daß es zu „Es grollte von Ost, es grollte von West, Am Himmel zuckt es von Flammen. Wir standen, die Faust um die Schwerter gepreßt Und bissen die Zähne zusammen." Das war die Stimmung, die auch uns Gießener in den Tagen der ungeheuren Spannung beseelte, die während des Monats Juli 1914 in immer mehr steigendem Maße die Gemüter ergriff. Wird es zum Kriege kommen, oder wird es noch einmal gelingen, den Frieden zu erhalten? Das war die Schicksalsfrage, die auf allen lastete. An ein ruhiges Arbeiten war kaum noch zu denken; mit fieberhafter Erregung wurden die Nachrichten aus den europäischen Hauptstädten verschlungen und bildeten den Gesprächsstoff in allen Familien, Büros, Fabriken, auf der Straße, an den Stammtischen, in der Eisenbahn und Trambahn. Daß man immer noch an eine friedliche Lösung sprächston eindringlicher und persönlicher als in den wilden Ausbrüchen des Schmerzes und der Verzweiflung, in denen er zu einer leichten stimmlichen szenen und beim Maskenfest in Capulets Hause. Der Spielleiter mischte auch, wie es Shakespeare ansteht, unbefangene Heiterkeit in den schweren Ernst der Liebeshandlung, die in der ersten Begegnung des jugendlichen Paares und in der mondbeleuchteten Oie Altersversorgung für das deutsche Handwerk Oie Durchführungsverordnung zum Gesetz. Von Versicherungsinspektor K. Heß, Städtisches Versicherungsamt. Gießen vor 25 Jahren. Erinnerungen an die entscheidungsschweren Augusttage 1914 Übersteigerung neigt. * Seppi Litsch gab einen recht individuell gefaßten Mercutio von komödiantischem Schwung und sarkastischem Witz. Adalbert Gausche war in schwerem väterlichen Groll und Zorn der alte Ca- pulet, Ruth 3nesXErfermann, früher in Gießen, die Gräfin Montague. Hans C o f s y war ein leidenschaftlich aufbrausender Tybalt, Robert Forsch sprach milde und menschlich den hilfsbereiten Lorenzo. Vera C o m p l o j e r machte Julias kupplerische Amme mit behaglicher Geschwätzigkeit zu einer volkstümlichen Figur. Das Bühnenbild, das den feststehenden Rahmen stilgerecht füllte, stammte wie alle Jahre von Franz Mertz. Dem Text war die Uebersetzung von August Wilhelm Schlegel zugrundegelegt. — Leider begann die Aufführung so unpünktlich, daß eine Anzahl auswärtiger Besucher, um rechtzeitig nach Hause zu (ommen, auf die letzte Szene verzichten mußten. Der Berichterstatter kann aus diesem Grunde nichts über die Aufnahme sagen, vermutet aber, daß der Beifall, zumal das Theater sehr gut besetzt war, nichts zu wünschen übrig ließ. Hans Thyriot. gestützt werden, wenn für die Witwe mindestens fünf Zehntel und für jede Waise mindestens vier Zehntel der dem Handwerker selbst zustehenden Rente und die Gewährung einer Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zugesichert ist. Versicherungsfreiheit ober Halbversicherung bestehen auch nach Beginn der Rente weiter. Angesammelte Gewinnanteile dürfen nicht früher ausgezahlt werden als die Versicherungsleistung selbst. Beträgt die Versicherungssumme mindestens 10 000 RM., so brauchen etwaige Gewinnanteile nicht zur Erhöhung der Dersicherungsleistung verwendet werden. Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung tritt ferner nur ein, wenn das Kapital — außer beim Tode oder bei Eintritt der Berufsunfähigkeit — frühestens bei Vollendung des 65. Lebensjahres fällig wird. Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung können jedoch auch dann geltend gemacht werden, wenn der Lebensoersicherungsvertrag so abgeschlossen ist, daß bei Eintritt der Berufsunfähigkeit unter Wegfall der Prämienzahlung bis zum Tode oder bis zur Fälligkeit der Versicherungssumme Rente gezahlt wird, die mindestens 10v.H. der Versicherungssumme beträgt. Endet die auf Grund eines Lebensversicherungsvertrags geltend gemachte Dersicherungsfreiheit nach Vollendung des 50. Lebensjahres, so wird beim Eintritt des Versicherungsfalles der Grundbetrag nicht gewährt. Bei der Halbversicherung besteht im gleichen Falle Anspruch auf den halben Grund- bctrag. Handwerker, die vor dem 1. 7. 1939 Lebensversicherungsverträge abgeschlossen haben, die den Erfordernissen des Gesetzes nicht entsprechen, können Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung gleichwohl mit Wirkung vom 1. 1. 1939 geltend machen, wenn der Vertrag vor dem 1. 10. 1939 den Vorschriften des Gesetzes angepaßt wird. Der Handwerker, der einen Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen hat, kann zunächst die Versicherungsfreiheit und dann die Halbversicherung geltend machen oder umgekehrt. Eine Wiederholung dieses Wechsels ist aber dann nur auf Grund eines neuen Lebensversicherungsvertrags zulässig. Ist der Handwerker zur Vollversicherung übergegangen, so kann er später Dersicherungsfreiheit oder Halbversiche- Einträgliche Serienvergnügungen. Tu Geld in deinen Beutel, heißt es im allgemeinen, wenn man auf Serienreifen aeht. Aber die praktischen Engländer haben es verstanden, in ziemlich großem Umfange das Vergnügen einträglich zu gestalten, ja es hat sich sogar zu einer Art Sport entwickelt, sich in den Ferien irgendwie als Schatz- sucher zu betätigen. So hat die Perlfischerei für viele besondere Anziehungskraft, und man kann ihr in vielen Gegenden Schottlands mit recht guter , Aussicht auf Erfolg obliegen. Die Perlen, in der üblichen Farbe, werden in zweischaligen Süßwassermuscheln gefunden. Wenn auch die schottische Perle durchschnittlich nur etwa einen Wert von einem Pfund hat, so hat der amtlich festgestellte Höchstpreis für manche Exemplare doch schon 20 bis 30 Pfund erreicht. Der Tay ist vielleicht der für Per- lenftscherei berühmteste Fluß Englands. Hier kann man den Perlenfischern in ihren stachen Booten zu- schauen, wie sie, Kannen mit gläsernem Boden in Händen das Flußbett nach Muscheln durchsuchen. Neben den Berufsftschern haben auch viele Amateure in den letzten Jahren einen glücklichen Fund getan. — Andere, die ihre Ferien in den Küstengebieten von Yorkshire verbringen, versäumen nicht, die Cornelian-Buch zu besuchen, die dort zwischen zwei Badeorten gelegen ist, wo viele zwischen dem Kieselgeröll echten Jaspis, Achatsteine und Karneole gefunden haben. Derbyshire ist in England der einzige Fleck, wo der seltene blaue Flußspat entdeckt werden kann; dieser liebliche durchsichtige Stein wird für Vasen- und Schmuckbilder hochgeschätzt. Müßige, die in den alten vulkanischen Hügeln von Perthshire herumstöbern, richten ihr Augenmerk auf Granatsteine. Dies Edelgestein hat die verschieden-- ften Farbtöne aufzuweisen, doch den ganz Findigen kann das Glück blühen, die tiefste und kostbarste Art zu Tage zu fördern. In der Nachbarschaft von Crianlarich war bisher die ergiebigste Fundgrube dafür. Bernstein ist auch ein sehr beliebtes Fundobjekt, der sich an den verschiedensten Küsten anfindet; doch auch die Kiesgruben in Londons Nähe lieferten seltene Schätze. Großes Glück hatten Schatzsucher in den Sanddünen an der Südküste Cornwalls, die Silberdollars auftanden; ein Schiffbruch im Jahre 1785 hatte sie dorthin verschlagen. Eines Tages wird vielleicht ein Schatzsucher noch mehr vom Glück begünftigt sein und jenen unwahrscheinlich großen Diamanten finden, wegen dessen der Schmuggler Prothero sein Leben einbüßte. Nach der Ueberlieferung gelang es Prothero jedenfalls, ihn hier in der Gegend über einen Klippenrand . Werfen, ehe ei jelbst getPief öuM / * * rung ebenfalls nur auf Grund eines neuen Les bensversicherungsvertrags geltend machen. Macht der Handwerker auf Grund einer Lebensversicherung die Versicherungsfreiheil gellend, so ist er nicht berechtigt, sich in der Rentenversicherung der Angestellten weiter zu versichern oder in diesem Versicherungszweig freiwillig einzutreten oder Beiträge für zurück- Der vorstehende Absatz gilt indessen nicht, liegende Jahre (1924—1939) nachzuentrichten, wenn die Weiter, oder Selbstversicherung vor dem 1. 1. 1939 begonnen hat. Hinsichtlich der Erstattung von Beiträgen ist die Regelung getroffen, daß der Erstattungsanspruch im Falle des Todes oder der Heirat einer Handwerkerin auch im Falle der Halbversicherung geltend gemacht werden kann. Erstattet wird die Hälfte der tatsächlich geleisteten Beiträge. Das Gesetz gilt auch für die Witwe des Handwerkers, die den Betrieb nach dem Tode ihres Ehemannes fortführt. Sie wird auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit, wenn sie eine Witwenrente aus der Rentenversicherung der Arbeiter oder der Angestellten bezieht, oder wenn aus der Lebensversicherung ihres Ehemannes eine Versicherungsleistung gewährt wird, oder wenn sie den Betrieb binnen einem Jahre nach dem Tode ihres Ehemannes aufgibt. Der Antrag kann nur binnen zwei Jahren nach dem Tode des Handwerkers gestellt werden. Das Gesetz gilt nicht für Inhaber einer Unternehmung des Handels, der Industrie, der Landwirtschaft oder einer sonstigen Gruppe der Wirtschaft, der einen handwerklichen Nebenbetrieb hat. Es gilt auch nicht für Bezirksschornsteinfegermeister. Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß Handwerkern, die auf Grund der Verordnung über die Durchführung des Vierjahresplans auf dem Gebiet der Handwerkswirtschaft vor dem 1. 1. 1943 in der Handwerksrolle gelöscht werden und bis zum Ablauf des auf die Löschung folgenden Kalenderjahres keine rentenoersicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen, auf Antrag die auf Grund des Gesetzes zur Rentenversicherung der Angestellten entrichteten Beiträge erstattet roeroen. Der Antrag ist nur bis zum Ablauf des auf die Löschung folgenden zweiten Kalenderjahres zulässig. — Zur Wiederkehr des Weltkrieasbeginns vor 25'Jahren gibt die Leipziger Illustri rte Zeitung einen Rückblick auf das große Geschehen. Ein Beitrag des bekannten Historikers Professor Dr. Erich Brandenburg stellt die Frage, „Wer hat den Weltkrieg verschuldet?" Generalleutnant z. V. von Metzsch gibt eine Darstellung des Soldaten von 1914. Dom Einsatz der Luftwaffe berichtet General der Flieger v. d. Lieth-Thomsen. Die Kriegsmarine im Weltkrieg schildert Admiral z. V. Prentzel. Weitere interessante Beiträge sind u. a.: „Wandlung der Strategie" van Thorbald von Schäfer, dem Direktor der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres, und „In treuer Waffen- brüdellchaft" von Major v. Heimburg, der die Leistungen unserer bulgarischen und ungarischen Waffengefährten im Weltkriege würdigt. Sämtliche Beiträge find mit reichem Bildmaterial illustriert. Ein Querschnitt durch die deutsche Wehrmacht von heute ! bildet den Abschluß bei (Fortsetzung und Schluß.) Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherunq werden nicht dadurch berührt, daß die für die Lebensversicherung zu zahlende Prämie während der eingangs erwähnten Ersatzzeiten gestundet wird. Doraussetzung ist hier, daß der Versicherungsschutz nicht unterbrochen wird, daß die nach Beendigung der Ersatzzeit zu zahlende Prämie die erforderliche Höhe hat und daß — im Falle der Kapitaloersicherung — außerdem die Versicherungssumme die Höhe, die das Gesetz vorsieht, behält. Dersicherungsfreiheit ober Halbversicherung werden auch dadurch nicht ausgeschlossen, daß die Prämie durch einmalige Zahlung von entsprechender Höhe abgelöst wird. Voraussetzung ist hierbei, daß die einmalige Zahlung zur Versicherung eines Kapitals oder einer Rente ausreicht, die sich bei laufender Zahlung der Prämie ergeben würde, und daß bei einer Kapitalversicherung die oben mehrfach erwähnten Mindeft- beträge (5000 und 2500 RM.) erreicht werden. Erhöht sich das Einkommen des Handwerkers so, daß die Prämie nicht mehr die volle — oder bei Halbversicherung die halbe — Höhe des Beitragssatzes zur Angestelltenversicherung erreicht, so enden Ver- sicherungsfteiheit oder Halboersicherung e r st drei Monate nach Ablauf des Kalendermonats, in dem der neue Steuerbescheid rechtskräftig wird, wenn die Lebensversicherung nicht bis dahin an die neue Sachlage angepaßt wird. Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung werden auch nicht dadurch ausgeschlossen, daß die Leistung aus dem Lebensversicherungsvertrag nicht alsbald bei Vollendung des 65. Lebensjahres, sondern erst einige — h ö ch st e n s 6 M o nu te — später fällig wird. Versicherungsfreiheit oder Halbversicherung können im übrigen erst daun auf einen Lebensversiche- rungsoertrag gestützt werden, wenn die Versicherung begonnen hat. Dies gilt nicht in den Fällen, in freuen, ber Antrag a u f A b - schluß eines Lebensversicherungsver- trags vor dem 1. 7. 1939 ge ft eilt und vordem 1. 10. 1939 angenommen wird? In diesem Falle tritt Befreiung ab 1. 1. 19 39 ein. Sofern der Lebeusversicherunasoertrag auf Zahlung einer Reute gerichtet ist, fo können Dersicherungsfreiheit oder Halbversicherung auf ihn nur einer solchen Katastrophe kommen würbe. Aber frid Lawine war ins Rollen gekommen, sie konnte von niemanben mehr aufgehalten werden, ba Frankreich, Englanb und Rußlanb ben Krieg wollten. Die Nachrichten über die „Bemühungen", ben Krieg zu verhindern, überstürzten sich, bie Spannung nahm in ben letzten Julitagen von Stunbe zu Stunde zu und wurde schier unerträglich. Dor der Schriftleitung des „Gießener Anzeigers" standen Tag und Nacht Gruppen in lebhafter Unterhaltung, um bie neuesten Nachrichten aus erster Hand entgegennehmen zu können. AenMiche Gemüter, bie es ja wohl immer in solchen Zeiten gibt, suchten sich mit Lebensmitteln einzudecken, oder ihr Guthaben auf Bank und Sparkasse abzuheben, so daß von amtlicher Seite gegen diese „Hamsterer" energische Maßnahmen getroffen werden mußten. Ganz besonders scharf ging man gegen die Lebensrnittel-' Wilfried Herz spielte den Romeo — in der äußeren Erscheinung wie in der Steigerungskraft des Empfindens der berühmteren Partnerin nicht unebenbürtig, dabei weder einer gewissen höfischen , _ . ~ - Eleganz noch jener stillen Melancholie entbehrend. I bildet den Abschluß bei Dummer, essen. der brinc was er an sie das Geld... Was wollen wir noch?" „Är müßt die Sandner heute fortlocken. Irgend» wie. Kannst doch sonst so gut Handschriften nach« machen. Denkt euch was aus! Man wird sie zu einem Notar bestellen. Man wird ihr den Bries abnehmen. Dann wird sie lange erzählen! Dor Gericht gilt nur, was sie beweisen kann!" Der Goldzahnige wiegte den Oberkörper hin und her. „Das sind Gangstergeschichten. So was machen Sie mal in Berlin! Ich danke schön. Nee, mit mir ** Luftwaffe konzertiert wieder in Steins Garten. Wie wir auf. Anfrage beim Städtischen Verkehrsamt hören, wird am kommenden Mittwoch das Konzert in Steins Garten wieder stattfinden. Für das Konzert wurde abermals die Luftwaffe unter der Leitung von Musikmeister Pfarre gewonnen. _ _ . ** 2lrbeitsjubiläum. Am 1. August werden es 25 Jahre, daß Fräulein Elisabeth Naumann in den Dienst bei Fr. Kahle, Wetzlarer Weg 11, trat. Als sie arbeitsunfähig wurde, war das, kem Grund, sie fortzuschicken, sondern sie wurde im Haushalt belassen. In alter Treue kommt sie nach besten Kräften ihren noch gebliebenen Pflichten nach. Der Arbeitsjubilarin unseren Glückwunsch. Straße in Neuruppin. „Wunderbar! Herrlich! Nun hat sie es!" höhnte Schmal. Er hatte seinen Hunger vergessen. Schramm antwortete nicht. Er hielt den Kopf tief gesenkt und ging voran. Er rechnete nach, .. .... diesem Geschäft verloren hatte. Er trabte auf den Wagen los und setzte sich hinein. Schmal schien nicht mehr vorhanden für ihn. Aus der engeren Heimat. Ehrung eines verdienten Kriegerkameraden. In unserer Samstag-Ausgabe ist in dem Artikel „Ein Kämpfer für die Volksgesundheit" infolge eines Versehens das Bild des Jubilars Professor Dr. Weber mit dem Bilde des Dichters Knut • Hamsun vertauscht worden, der am 4. Auaust seinen 80. Geburtstag feiert. Wir bringen hier das Bild des bekannten Kreislaufforschers in Bad-Nau- heim, das eigentlich am Samstag hatte erscheinen sollen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Ühr. Samstagnach- mittag geschlossen. kehrten heim. „Das Mädel mühte den Brief heute erhalten haben"» Schramm warf die Zigarre durchs Fenster „aber es ist sehr wahrscheinlich, daß sie den Brief noch nich in der Hand hat." „Wieso denn? Wenn Sie ihn gestern in den Kasten gesteckt haben, ist er heute früh ausgetragen worden." „Sonntagspost kommt später. Heute ist schönes Wetter. Junge Mädel bleiben für gewöhnlich Sonn, tag nich zu Hause. Sie hat doch einen Wagen, habt ihr erzählt." „Sie sprechen böhmisch, Herr Schramm." „Weil ihr alle keine Grütze im Kopf habt! Wir müssen den Bries bekommen. Es muß eben einer zu ihr hingehen!" Schmal lachte auf. Es was ein boshaftes Kichern. „Sie phantasieren, Schramm. Wir gehen hin: »Bitte den Brief, Fräulein Sandner! Da steht nämlich was drin von 200 000 Mark, und die können wir besser brauchen als <5ie!‘..." geschäfte vor, die durch Preiserhöhungen die „Kon- runttur" ausnutzen wollten. ~ Da sah sich die deutsche Reichsregierung am 31. Juli durch die Mobilmachung der gesamten rifl sischen Armee veranlaßt, den „Z u sta n d d r oh e n her Kriegsgefahr", zu erklären und am 1. August, nachmittags 5 Uhr, die „Allgemeine Mobilmachung" zu befehlen. In diesem Augenblick atmete alles auf, end ch hatte die nervenzerrüttende Spannung ihre Los g Luftschiff „Graf Zeppelin" über Gießen. Zu einer großen, wenn auch nicht ganz unerwarteten Freude gestaltete sich am gestrigen Sonntag der Besuch des Luftschiffes „Grch Zeppelin iün>r unserer Stadt. Um 16.32 Uhr erschien das Lustschift über Gießen und zog dann in direktem Flug nach ^°Das Lustschift kreuzte verhältnismäßig lange Zeit über unserer engeren Heimat und konnte von freier Landschaft aus lange beobachtet werden. Wir sahen das Luftschiff vom Heuchelheimer Geiersberg aus bereits lange vor 16 Uhr. Es nahm aber, aus Rich- tunq Frankfurt kommend, kurz vor Gießen Kurs nach Wetzlar und zog dort einige Schelfen, flog sehr langsam, um dann schließlich nach Gießen ckb- zuschwenken. Langsam und mit verhältnismäßig geringem Motorengeräusch zog es m majestätischem Flug über unsere Stadt dahin. * Das Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin" .ist Sonntagmittag um 13.44 Uhr vom Luftschiffhafen Rhein-Main aus zu einer Lcmdungssahtt nach Kassel gestartet. Das Luftschiff nahm Zunächst südlich Kurs und war um 14.43 Uhr über Darmstadt. Es kehrte dann nach Frankfurt zurück umflog einige Zeit den Flughafen Rebstock und stand um 16 10 Uhr über Wetzlar. Dann wurde das Lustschift über Gießen, 16.48 Uhr über Marburg und 17.12 Uhr über Fritzlar gesichtet. Um 18.15 Uhr ist es m Kassel gelandet und um 18.45 Uhr zum Ruckflug nach Frankfurt gestartet. Um 21.02 Uhr kam es wieder in Frankfurt an. Der Schramm ist gar nicht so dumm! stellte Schmal im stillen fest und sah sich überall um. ob der Brief nicht vielleicht irgendwo liege Der Kolonialenwarenhändler Schmidt war zu träge, feine Stellung zu verändern. Es lag sich wunderschön auf dem Sofa. „Seit wann verleiht Weder denn Bücher an Gäste des Palasthotels?" „Och,' öfters 1" fiel Schmal ein, und seine Gold- zähne blitzten. „Liegt ganz dickt bei dem Hotel, die Leihbücherei. Und den Empfangschef kenne ich nut. Ich bin nämlich ein guter Freund von Fräulein Weder." „Ach so? Ader den Brief habe ich leider nun nicht mehr. Den habe ich eingesteckt. Stand ja die volle Adresse drauf. Bloß 'ne Marke fehlte" „Die ziehst du das nächste Mal von der Leihgebühr ab!" rief die Frau. „Ja. Na, und da hab' ich ne Zwölfer raufge- klebt, und der Lehrling hat gestern nachmittag den Brief in den Kasten geworfen." Schmal und Schramm wankte der Boden unter den Füßen. „In den Kasten gesteckt —?" »Lawohl, in den Kasten." „Und die Adresse — stand sie richtig draus?" Psychose haben Uebereifnge auf vermeintlicke Tater innerhalb der Stadt von der Schußwaffe Gebrauch aemackt ohne jedoch jemanden zu verletzen. Da man auch Anschläge auf Bankinstitute befürchtete __ eine Befürchtung, die vollkommen grundlos wa — wurden diese einige Tage u^er militärischen Schutz gestellt. Man vermute e offenbar, daß Ru fest die sich in dieser Zeit m Nauheim zur Kur aufhielten und bei hiesigen Banken akkreditiert waren, solche Anschläge gusu^en konnten Die anfängliche Nervosität legte sich bald, dank des ruhigen und ungestörten Verlaufs der Mobilmachung und dank der Erfolge unserer Waffen an den Landesgrenzen. Der Geldverkehr gewann bald wieder fein friedensmäßiges Aussehen und das Vertrauen in unsere Finanzkraft kehrte zuruck. Als am 4. August auch England uns den Krieg erklärte, da kannte die Erbitterung gegen diesen Feind auch in Gießen keine Grenzen. Selbst einige junge, in Gießen studierende Engländer, äußerten noch am 31. Juli in vertrautem Kreise die Meinung, daß es ganz unmöglich sei, daß ihr Vaterland gegen uns zu Felde ziehen würde — ab 5. August wurden sie schon nach Ruhleben abtransportiert und konnten dort längere Zeit über diese Tat ihres Vaterlandes nachdenken, das sich auch heute wieder als Hüterin der internationalen Moral und Beschützerin des Weltfriedens aufspielt. Wie unsere Soldaten über den Eintritt Englands in den Krieg gegen uns dachten, geht aus dem Ausspruch eines hessischen Landwehrmannes hervor, der bei der englischen Kriegserklärung meinte: „Na, da misse mer ewe e paar Jwersttmde mache." . . Am 5. August abends gab die Universität in der großen Aula dem Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 eine akademische Abschiedsfeier, bei der der Rektor, Geheimrat D. Dr. E ck die Rede hielt, die nach Form, Inhalt und Wirkung auf alle den tiefsten Eindruck gemacht hat. Als die Feier zu Ende war, formierten sich die Teilnehmer und die Tausende, die brauen auf der Straße warteten, zu einem Zuge, um den Oberst und das Offizierkorps unter Äorantritt der Regimentskapelle nach der Zeughauskaserne zu ve SLn wo dem Regiment durch Singen scher Lieder stürmische Huldigungen bargebracht wurden, für die der Oberst in bewegten Worten dankte Am 6 Auaust fand vormittags auf dem Hofe der Neueii Kaserne ein feierlicher Feldgottesdienst statt. Hierauf traten die einzelnen Bataillone ihren schweren Gang an die Kampffront an. T Die Kaserne war leer, aber vor dem eisernen To stauten sich die Massen der Kriegsfreiwilligen um Einlaß zu begehren. In wenigen Tagen konnten hier 2 Inspektionen von je 1400 Mann zusammen- aestellt werden. Studentische Verbindungen, Schuler höherer Lehranstalten, Kaufleute, Beamte, Lehrer, Bauern, Arbeiter, Jünglinge von 16 Jahren, Manner von 45 und 50 Jahren, Väter mit ihren Söhnen traten an, eine Begeisterung hatte alle ergriffen, wie sie wohl bis dahin niemals in der deutschen Geschichte, selbst nicht in den Befreiungskriegen, in diesem Ausmaß zu verzeichnen war. Keiner wollte in dieser Stunde der Gefahr zurückstehen. Aus diesen geradezu unerschöpflichen Quellen — an mehreren Tagen mußte das Kasernentor geschlossen werden, da man nicht mehr Leute einstellen konnte — wurden dann im Laufe der nächsten Wochen die anderen Kriegssormationen des Regiments 116 gebildet, die, wie ihre Taten bewiesen, es dem totammregp ment an Tapferkeit und kriegerischen Erfolgen ckeich taten. L-u- konnte. t , E . , Anfang August tauchte hier das Gerücht auf, daß ausländische Assistenten hiesiger wissenschaftlicher Institute der Universität Cholera- und Typhus- bazillen gestohlen und die Gießener Wasserleitung dadurch verseucht hätten. Der Oberbürgermeister gab der Bevölkerung den Rat, nur abgekochtes Wasser zu verwenden. Nach einigen Tagen konnte aber der Bevölkerung mitgeteilt werden, daß kem Grund zur Beunruhigueg vorliege. Wie sollten denn auch solche Bazillen in die Wasserleitung, also in die großen Wasserreservoire hineinkommen, da doch diese Behälter unter doppeltem Verschluß und sicherer militärischer Bewachung standen? Infolge dieser Langsam wandte Schramm den Kopf. Wut blinkte aus seinen wasserhellen Augen; selbst Schmal erschrak. „Wenn du jetzt nich aufhöftt, schmeiß ich dich aus 'm Wagen, und du kannst zu Fuß nach Berlin laufen! Ist das der Dank, daß ich dich gewarnt und dich bei mir ausgenommen habe? Ich will mein Geld wiederhaben! James wird mir’s nich wieder geb en — und du auch nich! „Na, na! Uebrigens — sagen wir eigentlich du „Ja. Ich hab' mich noch gewundert, daß da unten auf dem Umschlag „Palasthotel, Berlin" aufgedruckt war. Ader ich dachte, es dauert acht Tage, bis Fräulein Weber wiederkommt, und vielleicht war es eilig." „Ja, gewiß eilig!" Schmal schöpfte tief Luft. „An Fräulein Charlotte Sandner — das war doch die Anschrift?" m „Richtig. An Fräulein Charlotte Sandner, Berlin Die Straße —? Die Straße hab' ich inzwischen vergessen. Muß irgendwo im Westen gewesen sein; das dachte ich mir, als ich die Marke aufklebte." Wie zwei Marionetten standen Schramm und Schmal. In den Kasten geftetft — der Brief wird befördert — sie hat ihn schon ... Aus! dachten die beiden. „Tja, dann können wir wohl gehen ... Die kleinen wasserblauen Augen Schramms waren völlig ausdruckslos. „Das war doch wohl so richtig, meine Herren? Schmidt erhob sich. „Ganz richtig! Goldrichtig!" Die Zimmertür schloß sich hinter Urnen, dann die Haustür. Sie standen auf der sonntäglichen ab, dritten Gang 'rein, und dann schiebste die Karre ’n Stück — dann springt die Kupplung 'raus!" „Nanu, woher wissen Sie auf einmal so gut Bescheid?" „Ich fahre den Wagen nun lange genug!" „Ach so, Sie wollten die Kosten für den Wagen auch noch anrechnen? Kommt zum übrigen aufs Verlustkonto." Schmal befolgte Schramms Ratschlag. Die Kupplung sckaltete. sich. „Und jetzt los, Mensch! Don der Heersttaße ab fahre ich. Man muß nur alles verstehen, was man begreift!" Schramm sah mit seinem massigen Oberkörper aufrecht neben Schmal. Er hatte sich eine Zigarre angesteckt. Der Wagen rumpelte durch die Landschaft. Manchmal warf der Goldzahnige einen prüfenden Blick zu seinem schweigsamen Begleiter. Schramms Augen waren zu einem engen Spalt geschlossen. Er rüttelte hin und her, wie die Bewegungen des Wagens ihn warfen. Er Meß den Rauch aus und atmete manchmal heftig. Schmal wurde dieses Schweigen unheimlich. Was wollte Schramm? Der war doch sonst ein harmloser Mensch — für seine Begriffe roemaftens; lieh Geld und Schmuck und fragte dabei nicht, wie der Verpfänder zu dem Besitz gekommen war. Aber sonst — ? Was hatte er? Endlich kamen sie nach Nauen. Der Wagen lief wacker. Jetzt waren sie auf der schnurgeraden Straße nach Berlin. Die Autos fuhren in einer langen Schlange hintereinander; die Ausflügler nich!" - Die Lichter Berlins röteten schon den Himmel. Schmals Magen knurrte laut. Nach einer Pause begann Schramm abermals: ,Hch hab ’ne Äee. Ich denke, wir schaffen es bot noch. In der nächsten Kneipe steigen wir aus. 34 spendiere was, Schmal! Heute ist Sonntag. W Mciedl kann noch nichts unternommen haben." Eine rote Lampe blinkte auf. Unwillkürlich trat Schmal auf die Bremse. „Das ist denn da vorn? Hat da einer umbeschmissen?' „Lassen Sie mich ans Steuer!" zischte Schramm- Aber es war bereits zu spät. Ein Motorradfahrer fuhr neben ihnen. „Verkehrspolizei!" Schmal hielt den Wagen an. „Ihre linke Lampe brennt nicht. Der Dagen wird auf Verkehrssicherheit untersucht!" . Der Goldzahnige wurde schneeweiß. „Ach, linke Lampe? Ja, die ist vorhin ausgegangen: nmv wohl durchgebrannt sein. Augenblick mal, Herr Wachtmeister! Komme sofort 'raus." .„ „Bleiben Sie sitzen! Treten Sie auf die Bremse! Mechanisch gehorchte Schmal. Er fühlte, wie ferne Sttm feucht wurde. Stopplicht leuchtet nicht", meldete eine Stimme hinter dem Wagen. „Bitte die Papiere des Wagens? Zulassung! . „Hier ist die Zulassung und mein Führerschein. Ich habe bloß mal meinen Freund fahren lassen. (Fortsetzung folgt) tödlich. Ferner erlitt ein Passant, der^von einem anderen, zur Notlandung gezwungenen Flugzeug erfaßt wurde, Verletzungen, denen er e r l a g. Landkreis Gießen. u. Beuern, 31. Juli. Am heutigen Montag, 31 Juli, kann Frau Marie Huber auf eine 30» jährige Tätigkeit als Hebamme zu- rückblicken. 425 Erdenbürgern hat sie wahrend dieser Zeit ins Leben geholfen. Geschicklichkeit und Umsicht zeichnen sie im Besonderen aus. Sie erfreut sich überall in den Familien unseres Ortes größter ^△S?uT?n, 30.3uIt Morgen kann eine unserer ältesten Einwohnerinnen, Christine Arnold, die Witwe des Landwirts und Geschirr- Händlers Konrad Arnold, ihren 8 3. Geb u r t s tag feiern. Die Greisin erfreut sich noch körperlicher Rüstigkeit und ist geistig noch sehr rege^Als Geschäfts- frau ist sie mit ihrem verstorbenen Mann und ihren Kindern weit gereift, hat sie doch nicht nur wie die übrigen Geschirrhändler unseres Dorfes alljährlich die Geschirrmessen der Großstädte West- und Sud- deutschlands bis Karlsruhe und Freiburg bereist, sondern auch als einzige die Schweizer Meßen von ^-^L i ch?3L Juli. Im August wird Postverwalter Röhrig unsere Stadt verlassen, nachdem er fünf Jahre das hiesige Postamt als Vorsteher geleit^ hatte. Er wurde zum Postmeister ernannt und nach Gießen versetzt; nur ungern sieht die hiesiae Be- völkerung den gewissenhaften und stets freundlichen und entgegenkommenden Beamten scheiden. Als Nach- folger wurde Oberpostverwalter Nagel vom Post- amt Wöllstein in Rheinhessen nach hier versetztt Er tritt sein neues Amt am 15. August an. Kreis Wetzlar. Der Lange öffnete die Haube des Motors. Seine Finger griffen hierhin und dorthin. Es war reine Nervosität. „Deshalb also die ganze Mühe!" schimpfte er leise vor sich hin. „Erst das Mädel beobachtet und sich verdächtig gemacht, bann ausgerückt und kein Geld mehr verdient — und alles wegen James mit dem großen Maul!" „Na, wollen wir nich nach Hause?" Schramms Stimme, die Stimme des behäbigen Kleinbürgers, mit der er so oft zu täuschen verstand, hatte sich gewandelt; sie klang bissig, dabei dumpf und drohend. Der Goldzahnige zuckte die Achseln. „Nun ist's ja ziemlich einerlei, wann wir heimkommen. Dehnen wir sie ruhig noch 'n bißken aus, die Landpartie!" Dabei klappte er die Haube zu. Es war ja doch sinnlos, ob er was nachsah; er verstand nichts von Motoren. Lanasam stieg er ein. Der alte Motor sprana brav an. Ader der erste Gang wollte sich nicht einschieben. „Die Kupplung klemmt sich!" rügte Schramm dose; er war gänzlich verändert. „Stell den Motor oder Sie?" , „Mir gleich. Wenn ich gereizt bin, sage ich du. „Na, schon! Also was denn? Die Sandner hat den Brief. Morgen geht sie zu einem Notar, und ’ igt ihn zu Gericht. Fertig! Dann bekommt Geld ... Was wollen wir noch?" •Qltei Werten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Kaufmann Emil Schmidt lag in Hemdsärmeln auf dem Sofa. Das Radio spielte, und er blätterte in der neuen Funkzeitschrift, um ein genußreiches Nachmittagsprogramm zu finben. „Tag, meine Herren! Was soll es denn mit dem Brief? Ich habe mir nämlich die .Australische Pflanzenwelt' ausgeliehen." „Stimmt! Das steht hier!" UndS chramm lächelte gewinnend. „Ich habe doch vom Kollegen Weber die Bücherei übernommen. Ja, die Tochter war auch ganz erstaunt, als sie gestern nach Haufe kam. Es wurde Weber zuviel. Und da kommt gestern abend ein Kunde und ist ganz aufgeregt, er hätte in seinem Buch einen wichtigen Brief liegengelassen. Ob wir den nicht gefunben hätten? Ja: „Australische Pflanzenwelt." Ja, und da bin ich gleich mit meinem Freund losgefahren zu Ihnen." * Lollar, 31. Juli. Am gestrigen Somttaa be° i suchten Führer und Beirat der Kriegerkameradschaft Lollar ein langjähriges treues Mitglied, den Kameraden Heinrich D a u e r in Hachborn. Bauer war fast 20 Jkhre lang Fahnenträger der Kriegerrame- radfchast Lollar und trug als solcher die fast 200 Jahre alte Dürgergardenfahne schon 1929 auf dem Reichskriegertag in München. Für sein langjähriges treues Durchhalten in der Nachkriegszeit wurde ihm vom NS.-Reichskriegerbund das Kyffhäuserehren- zeichen 2. Klasse verliehen. Von der Kriegerkamerad- schäft Lollar wurde er zum Ehrenmitglied ernannt Der Kameradschaftsführer D aub ert dankte Bauer für feine langjährige Treue und überreichte ihm bre Ehrenmitgliedurkunde, sowie die neuen Bundesabzeichen des NS.-Reichskriegerbundes. Bauer dankte für die ihm gewordene Ehre, worauf die Kameraden noch einige angenehme Stunden in bester Kameradschaft verweiltem An dem am 27. August am Tannenbergdenkmal ftattfinöenben Staatsakt wird auch die Kriegerkameradschaft Lollar durch chren Kameradschaftsführer vertreten sein. Motorrad- und Autodiebe verhaftet. Laubach, 30. Juli. Vor einigen Tagen wurde nachts aus einer offenen Vorhalle einer hiesigen Reparaturwerkstätte ein Personenkraftwagen gestohlen. Die Diebe hatten zuvor (wir berichteten bereits ausführlich darüber) eine Beiwagenmaschine, die von ihnen am Tage vorher bei Morgengrauen in Nieder-Mörlen gestohlen worden war, vor dem Stadteingang am Straßenrand stehen gelassen und mit dem gestohlenen Auto das Weite gesucht. Durch den Polizeifunk konnten die beiden Täter, die jetzt ihrer verdienten Strafe entgegensehen werden, noch am gleichen Tage in der Nähe von Götttngen e r - mitt eit und verhaftet werden. Zwei Unfälle beim Lustrennen. Lpd. Frankfurt a. M., 30. Juli. Bei dem am , Sonntag in Frankfurt a. M. stattgefundenen 2. I n- : ternationalen ßuftrennen ereigneten sich ; zwei Unfälle. Bei dem einen der zum Austrag ge- - kommenen Rennen verunglückte der Flugzeugführer Taxis infolge unfteiwilliger Bodenberührung * Lützellinden, 31. Juli. Der B^gmann L R. Heinrich Luh von hier feierte am Scmntag 30. Juli feinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ist geistig und körperlich noch sehr rüstig, Er ist Mitglied des Reichskriegerbundes und nimmt mch an allen Geschehnissen lebhaften Anteil. Wir beglück- wünschen nachträglich zum Geburtstag. „Wir standen und schwiegen, nun ist es vorbei, Vorbei bas Zaudern und Zagen, . Hin über die Lande schwingt sich ein Schrei, Ihr wollt es, so solll chr es haben. Die vollziehende Gewalt war in dlesem. Augenblick auf die Militärbehörde, m unserem Bezirk auf den Kommandierenden General von Scheck uberge gangen. Nun wußte man auch in flehen, daß Ruy Snb Orbnung, MM-r-s und -nergifch-- H°nb n Platz greisen würden. Man wußte, daß u [ Heeresleitung die gesamte Mobilmachung bis in das SS* Uick das gab dem ganzen Volk die innere Ruhe wieder. An die Stelle ungeheuren Spannung war eine oon tiefem Ernst erfüllte Begeisterung getreten. Jeder suhlte un mufcte jetzt geht es um Leben und Sein unseres Vaterlandes. Vor der Schriftteitung des „Gießener Anzeigers" stauten sich in den Nachmittagsstunden de/^August die Menschenmassen und brachten, als die Mobilmachungsordre bekamtgegebm wurde jubelnde Begeisterung aus. Geheimrat Professor D . ffi Sönig, ber sich unter Der Menschenmenge befand trat aus einige Treppenstufen unb hielt von innerer Begeisterung ergriffen, eine turae S^enbe Ansprache, in der er auf den Ernst der totunae, aber auch auf bie Berpftichtung hmwies, bie ufet jebem einzelnen auferlegt sei. Wer e ®tunben miterlebt hat, wird sie me vergessen. Aller innerer Hader war überwunden, alle Standesuitterschiede und jeder konfessionelle Zwist war^ausgeloscht. Arn 2. August sand eine erhebende ^Stadtverordnetenversammlung statt, in der Oberbürgermeister K e l l e r i™Tr ihm eigenen rednerisch vollendeten Form auf bie Bedeutung der Stunde und auf die Aufgaben h^mvies die der Stadtverw^tung in der kommenden schweren Zeit oblagen. Emmuttg stellte sich die Versammlung hinter ihr Stadtoberhaupt. Die Schulen würden geschloßen, die Jugend zur Lantchilfe aufgerufen — die Vorsehung hatte uns für 1914 eine gute Ernte beschert — eine Bekanntmachung für den freiwilligen Eintritt m das Heer erlassen und eine Fülle von Verordnungen veröffentlicht die die militärischen Vorderettungen, das Verkehrswesen, die Sicherheit und Ruhe im Lanoe sicherstellen sollten. Es hat wohl kaum jemanden m Gießen gegeben, der nicht in irgendeiner Formatton, sei es im Roten Kreuz, der Bahnhofsverpflegung der durchfahrenden Truppen, der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensrnitteln, der sozialen tfur» sorge usw. mitgewirkt hätte. Daß in solchen Zeiten nervöser Hochspannungen Gerüchte aufkommen, weiterverbreitet und leider auch geglaubt werden, ist bedauerlich, aber erklärlich So hat auch in Gießen die Spionenfurcht und die Furcht vor Sabotage ihre Blüten getrieben. Auf das berühmte, aber sagenhafte Auto^das angeblich auf Grund sicherster Nachrichten 80 Millionen Mark in Gold von Frankreich nach Rußland verbringen vllte, wurde auch in Gießen und Umgegend Jagd rcmacht und erzeugte manche recht unliebsame ®r= cheinung, so daß die Militärbehörde energische Maßnahmen gegen diese übereifrigen „Autoiager ergreifen mußte. Bei ruhiger Ueberlegung hatte jeder sich ausrechnen können, daß man eine solche Menge Gold gar nicht in einem Auto befördern Utiltn »P®'* *8» örfe "Ä t5 W nur wie »:ihä ;»tt* XP^^altet -dem er S ^kher aeleha wJB 5eÄ‘Ü ? Vlichtz ?el Dom iOn, ler versetzt )er ■ um Sonnte; >er Jubilar• 4 Er ist M nmint noch t • Dir begL st in dem Anil! sundheit" ich) ubilars Prosch s Dichters fc r am 4. Am bringen hier« >ers in Bad-Ak z hatte erfchck evaktiou. Ihr. Samstag den Kops. J n Auaen; Je itzt nich MM und du kamst! is der Dank, K mir lNlsgenoM edechaben! 9« unb du auchM wir eigenM bin,!-««"i.l j)ie Sammer einem Notar-, ia! D-mn bek^ lir noch? * , fortlocken. W Man Mw nrb *Xl» nge erzcchlenl sen kann! . Oberkörper PJ en So was schon den AS§ S- ' uwE r^/ Cr fcp*' ■Ä** aus- , Ä Sie E Lr ftWk' nestele el g-n-' SJL-'SpoTt Weber deutscher Marathon-Meister. Die deutsche Marathon-Meisterschaft 1939 wurde cn Sonntag auf einer fünfmal zu durchlaufenden 54 Kilometer langen Rundstrecke im Leipziger ^cheibenholz durchgeführt, auf einer Strecke also, de den olympischen Bedingungen von Helsinki ge» nu entsprachen. Die Läufer fanden eine tadellose Strecke vor, völlig staubfrei und fast ständig im Schatten gelegen. Von den Favoriten fehlten Borg- sin (Berlin) und Puch (Potsdam), sowie Schönrock (Wittenberg) und 23 weitere Läufer, immerhin war bis Feld noch hervorragend besetzt. Man hoffte auf eme Unterbietung der schwer zu überwindenden 2-40-Stunden-Grenze. Der Sieger und neue Mei- flsr, Wachtmeister Weber vom Luftwaffensport- orein Berlin, benötigte jedoch 2:47:19,2 Stunden, Md der Zweite, Hermann H e l b e r (Stuttgart), e dete vier Minuten zurück in 2:51:14,2 vor Wiede- ntnnn (München) und Gebhardt (Dresden). Titelkämpfe der Straßenfahrer in Frankfurt a. Main. Die Meisterschafts-Entscheidungen unserer Ama- Kur- und Berufsstraßewsahrer in Frankfurt a. M. n (feiten sich am Sonntag bei hochsommerlicher Htze ab. Beim Rennen der Amateure, das zu früyer 9 oraeirftunbe gestartet wurde, roar die Anteilnahme dr Radsportfreunde recht groß, aber am Nach- tt ttag, als die Berufsfahrer viermal über die ttmere Taunusschleife zogen, da machte sich doch is Konkurrenz der Strandbäder und des Frankfurter Großflugtages bemerkbar. Den ersten Teil holte sich der Münchener Hörmann, der nach einem prächtigen 4X100-Meter-Spurt aus einer lököpfigen Spitzengruppe heraus ihit einer Fahrzeit von 4:36,40 Stunden vor Hackebeil (Chemnitz), Müller (Wuppertal), Richter (Chemnitz) und Irr- gang (Berlin) gewann. Harter Kampf unserer Berufsfahrer. Ebenso hartnäckig und verbissen wie die Amateure kämpften unsere Berufsstraßenfahrer am Sonntag auf der schweren Taunus-Runüstrecke um Meisterehren. Was aber den Amateuren am Morgen erspart geblieben war, das mußten die Profis um so nachhaltiger ertragen: die unbarmherzig sengende Sonne nahm von Stunde zu Stunde an Kraft zu und machte den Fahrern die Erledigung ihrer Aufgabe fast unmöglich. Von 52 Gestarteten erreichte schließlich nicht einmal die Hälfte das Ziel! Der Dortmunder Erich B a u tz gewann diesen dritten Meisterschaftslauf nach 6:20,29 Stunden vor Löb er mit 6:23,15, Schild mit 6:24,14 und Langhoff mit 6:28,55 Stunden. Der eigentliche Held des Rennens war aber der Ex-Frankfurter Löber (Schweinfurt), der sich in der zweiten Runde klar die Spitze erkämpft hatte, durch einen Kurbelbruch zurückgeworfen wurde, aber schließlich nach prachtvoller Alleinfahrt dock noch den zweiten Platz eroberte, der ihm auch den Titel des neuen deutschen Meisters einbracht, da der Bielefelder Langhoff, der mit Löber zusammen in der Gesamtwertung 68 Punkte erreichte, nur den vierten Platz belegte. Walter Löber zeigte sich an diesem tropischen Sommertag in wirklich famoser Form und verdiente sich den Titel mit einer großen Leistung redlich. Olympische Spiele mit Schi-Weilbewerben. Deutscher platt: Einberufung eines a.o. Schi-Kongresses. Der Präsident des Organisations-Komitees für Li 5. Olympischen Winterspiele 1940 in Garmifch- P rtenkirchen, Dr. Ritter von Halt, weilt augen- blcklich in Begleitung des Generalsekretärs Dr. Erl Diem und des Vorstandsmitglieds des 3n- lenationalen Schi-Verbandes, Guy Schmidt, in Ollo, um dem Präsidenten des Internationalen Lhi-Verbandes, Rlajor Oeflgaard, einen Be- N) abzuslatten. Die deutschen Vertreter unterrichteten Major flü ff g a a r ö über die Absicht Deutschlands, einen LDerordentlichen Schi-Kongreß zu beantragen, der d Genehmigung schisportlicher Wett- 6 werbe nach den olympischen Amateurregeln bichliehen soll. Damit würde den Olympischen 7 mlerspieleu ihre volle Bedeutung wiedergegeben werden. 3m übrigen hat Deutschland geeignete Maßnahmen getroffen, daß die Spiele in Garmisch- Partenkirchen die drei Wochen später in Oslo stattfindenden Weltmeisterschaften nicht beeinträchtigen werden. Auch die Pläne der schisportlichen Vorführungen, insbesondere der „lag des Schilaufs", wurden Major Oeflgaard offiziell zur Kenntnis gebracht. Deutschland wird auf alle Fälle dafür sorgen, daß der Schisport und die olympiabereite schisportliche 3ugend aller Länder bei den Spielen in Garmisch-Partenkirchen die gebührende Stellung im Gcsamlprogramm erhalten. 3m übrigen wurde auch mit dem Norwegischen Olympischen Komitee, das als erstes seine Teilnahme in Garmisch-Parlenkirchen zugesagt hatte, freundschaftliche Fühlung genommen. TemiS: Jugoslawien - Deutschland 3:2. Fünfsatzsteg von Henkel-Menzel vor 6000 fanatischen Zuschauern. Hm Agrarner Davispokalspiel zwischen Deutschland u.L Jugoslawien errang Deutschland am Samstag in~d) den Gewinn des Doppelspiels eine 2.1-Füh- nng. Henkel-Menzel schlugen in einem schwere- Fünfsatzkampf, der sich über 2% Stunden er» Itü-ckte, das einheimische Paar Puncec-Kukul- j(öD t c mit 9:7, 4:6, 6:4, 3:6, 6:1. ! Auch am Samstag herrschte in Agram eine tro- piche Hitze, aber trotzdem war das Tennisstadion ov der Salata wieder bis auf den letzten Platz be- fett. Die Besucher nahmen leidenschaftlichen Anteil üi den Ereignissen zwischen den weißen Linien. Acht weniger als 25mal mußte der jugoslawische öyiedsrichter, wiederholt sogar auf Wunsch von $ ncec und Kukuljevic, um Ruhe bitten, und vier Linienrichter mußten wegen offensichtlicher Fehlent- (csibungen ausgewechselt werden! Daß das deutsche p ar trotzdem gewann, stellt ihrer Kampfkraft, ihrer roenftärfe und ihrem Können das beste Zeugnis as. Der überragende Spieler des Quartetts war unser I-ifter Heinrich Henkel, der wunderbar aufschlug uL am Netz einfach unbezwingbar war. Menzel b^vies in diesem Agrarner Hexenkessel eine erstaun- Disziplin, obwohl es die Zuschauer auf ihn sonders abbesehen hatten. Die bessere Zusammen- , Eit und die größere Klasse waren auf deutscher Seite, und so fielen der Sieg und der wichtige zweite Punkt durchaus verdient an das deutsche Paar. Zwei verlorene Einzelspiele. Die große Tennisschlacht in Agram endete mit einem 3:2-Sieg Jugoslawiens. Mit dem gleichen Ergebnis hatte Deutschland die Südländer 1936 und 1938 in diesem Schlußrundenkampf der Europazone des Davispokalwettbewerbes schlagen können. Beim dritten Versuch ist den ehrgeizigen Jugoslawen, die ohne Zweifel neben Deutschland die kampfstärkste europäische Tennisnation sind, also zum erstenmal der Sprung in das Jnterzonenfinale geglückt. Bei einer für unsere Begriffe aeradezu unerträglichen Hitze wurden im ausverkauften Agrarner Tennisstadion die beiden letzten Einzelspiele entschieden. 40 Grad im Schatten lähmten die Kampfkraft der deutschen Spieler, so daß die Jugoslawen beide Treffen mit Dreisatzsiegen gewannen. Zuerst stellte Dragutin Mitic durch einen 6:1-, 6:2-, 6:3-Ersolg über ©opfert den 2:2-Ausgleich her. Die Entscheidung brachte bann der Kampf der beiden Landesmeister, Franz P u n c e c und Henner Henkel. Es wurde ein unerhört rassiger und technisch hochstehender Kampf, der nach zweistündiger Dauer mit einem 10:8-, 6:3-, 6:0-Erfolg des körperlich glänzend vorbereiteten Jugoslawen endete. Falderbaum wieder Meister im GeMlichkeilsflug. Frankfurts internationaler Großflugtag hatte am Ei nntag trotz des heißen Sommerwetters über ISO 000 Zuschauer zum Flugplatz Rebstock gebracht. Ihr dem Verwaltungsgebäude wehten die Flaggen te 14 teilnehmenden Rationen. NSFK.-Obergrup- X'iführer von Molitor erstattete Korpsführer «Hftianfen Meldung, und nachdem Gauleiter v-'renger den Flugtag offiziell eröffnet hatte, ourde zunächst das internationale Luf t- lennen der Klaffe B (für Flugzeuge mit einer sichstgefchwindigkeit bis 200 Kilometer) entschie- Äei- RSFK.-Obersturmbannsichrer Neubürger (Diesben) siegte auf Fieseler 5 und kam dadurch in t?r Besitz des Ehrenpreises des Korpsführers. Zwei- tr wurde NSFK.-Sturmbannführer Gerbrecht (i en) auf Klemm 32 B vor Günther Rapp (3:cha) auf „Gotha 150" vor Dblt. Bedinfky Ihgarn), der auf einer deutschen Bückermaschine m le ich bester Ausländer war. Bei den schweren Hsschinen der Klasse A mit mehr als 200 km/st bechwindigkeit wiederholte NSFK.-S türm sichrer Mn (Brandenburg) auf Arado 79 seinen Vor- tf-sfieg und erhielt damit den Ehrenpreis des ^chsministers für Luftfahrt und Oberbefehls- Ifcaers der Luftwaffe. Oberstlt. 9u n g. vom Reichs- u^ahrtministerium wurde Zweiter auf Arado 79 Wendelin Trenkle (Regensburg) auf Mef- irchmitt-Taisim. . "errliche Flugbilder, die die Zuschauer immer Jtiber begeisterten, sah man beim Kampf um die jMc^e Meisterschaft im Geschicklich- ts f lug zwischen den sechs besten Piloten der Escheidungskämpfe. Oberfeldwebel Falderbaum, p Vorjahrsmeister, mußte all sein Können ein» Fkn, um sich vor allem der beiden Wiener Leut- »:rts E ck e r l e und Molenaar erwehren zu »imn. Schließlich langte es aber für den Ober» Ptwebel doch zum Titelgewinn. Er gewann damit den Wanderpreis des Reichsministers für Luftfahrt und die Goldene Plakette des Korpsführers. Mit 1256,49 Punkten schnitt Oberfeldw. Falderbaum klar besser ab als Dblt. Eckerle mit 958,66 Punkten und Sturmführer Friedrich (Breslau) mit 947,99 P. Zwischen den beiden Luftrennen und den Kämpfen im Geschicklichkeitsflug gab es als beifällig aufgenommene „Einlagen" einen Segelflug-Formationsschlepp von neun Flugzeugen, Ballonrammen, Vorführungen der Sturzbomber und Fallschirmabsprünge. Darbietungen der Flugzeuge von einst und jetzt zeigten sinnfällig den Fortschritt der technischen Entwicklung auf. Der alte Flugpionier Fieseler startete mit seinem „Storch", die Flieger-HI. führte Segelflugmodelle vor und auch das Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin" kreuzte längere Zeit über dem Flugplatz und warf Fahnenbomben ab. Nach der Siegerehrung und einem „Ehrenstart" des neuen deutschen Meisters Falderbaum fand der Großflug- tag mit einem Tagesfeuerwerk sein Ende. Gauleiter Spreuaer mit der Goldenen Nadel des NSFK. ausgezeichnet. Anläßlich eines großen Empfanges, den die Stadt Frankfurt zum Abschluß des 2. Internationalen ßuf trenne ns veranstaltete, überreichte Korpsführer General der Flieger Christiansen Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger die Goldene Nadel des NS.-Fliegerkorps. Die verantwortungsvolle fliegerische Aufbauarbeit des NS.-Fliegerkorps im Gau Hessen-Nassau habe durch Gauleiter Sprenger bei jeder Gelegenheit größte Unterstützung gefunden. Durch die Jnitiattoe des Gauleiters fei draußen vor Frankfurt die idealste Fluganlage der Welt, der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main entftan» den. Die gewaltigen Leistungen im Segelflug habe der Gauleiter durch die Stiftung des Nehring-Prei- ses anerkannt und die Flieger zu weiteren Großtaten angespornt. Korpsführer General der Flieger Christiansen dankte abschließend dem Gauleiter Sprenger und Dberbürgermeifter Dr. Krebs für die wunderbare Aufnahme, die die Fliegerei in Frankfurt fand. Der Kampf um das Braune Band von Deutschland. Die Hauptstadt der Bewegung stand am Sonntag im Zeichen des Braunen Bandes von Deutschland, dem glanzvollsten Höhepunkte der Internationalen Riemer Rennwoche 1939. Wie in den vergangenen Jahren fand auch diesmal diese große repräsentativsportliche Veranstaltung, die erst vor kurzem für reichswichtig erklärt wurde und mit ihrem Haupt- preis von 100 000 Reichsmark zu den reichsten Rennen in Europa zählt, das stärkste Interesse nicht nur der deutschen, sondern auch der gesamten ausländischen Turfwelt. Mit hervorragendem deutschen Pferdematerial rangen die allerbesten ausländischen Klassenpferde um die Siegespalme. Mittelpunkt des ereignisreichen Nachmittags war naturgemäß der mit stärkster Spannung und riesiger Anteilnahme der Zehn- tausende verfolgte Kampf um das Braune Band von Deutschland, dessen Feld diesmal fünfzehn Pferde umfaßte, darunter den Sieger des Vorjahres, das französische Pferd „Antonym". Nach ungemein wechselvollem und bis in die Distanz noch nicht entschiedenen Rennen fiel der Sieg wieder auf ein französisches Pferd, dem in bester Verfassung an den Start gebrachten Hengst „Goya" des ftanzösischen Rennstallbesitzers Marcel Baus- sa c. Zweiter wurde der Sieger des Vorjahres, „Antonym", vor dem favorisierten Italiener „Procle"; Vierter wurde das beste deutsche Pferd „Sonnenorden" vor zwei weiteren deutschen Pferden. ♦ Das Braune Band des Springsports wurde am Samstag in München-Riem mit dem dritten Jagdspringen entschieden. In der Gesamtwertung siegte .Landrat" unter Rittmeister E. Hasse mit 8 Fehlern vor „N o r d r u d" (^-Haupt- stuvmführer W. F e g e I e i n) mit 12 und „Ottokar" (^-Hauptsturmführer W. Fegelein) mit sechzehn Fehlem. Zwei günstige Tage der „Rhön". Fast ^0000 Kilometer am Samstag. Arn siebenten Wettbewerbstaae der „20. Rhön" stellte die erneut veränderte Wetterlage — es herrschte ausgesprochen hochsommerliche Witteruyg — die Teilnehmer vor ganz neue Ausgaben. Diesmal mußte die aufsteigende Warmluft über der Rhön ausgenutzt werden. Fast alle Piloten fanden sich am Samstag auf dem Startplatz ein, und teilweise kreuzten gegen 20 Flugzeuge über der Wasserkuppe. Ausschreibungsgemäß gingen die Flüge nach Thüringen und Sachsen hinein. Bis nach Dresden kamen mit 280 km im Zielsegelflug die vier Plloten Beck, Kraft (beide NSFK.-Gruppe 15 Stuttgart), von Treuberg (NSFK.-Gruppe 14 München) und Ludwig (NSFK.-Gruppe 7 Dresden). Der Frankfurter Flinsch (DDL.) setztö nach 255 km bei Riesa auf. Allein 19 Segelflieger erreichten Durchschnittsweiten von 200 bis 300 km. Sogar der Berliner Doppelsitzer mit Bergens am Steuer legte 254 km zurück und kam bis in die Nähe von Dresden. ... und 6000 am Sonntag. Ungeachtet der weiten Ziel- und Richtungs- Streckenflüge der Vortage, die eine Gesamtstrecke von über 33 000 km ergaben, und der langwierigen Rückttansporte während der Nächte stellten sich alle Teilnehmer am Morgen des achten Wettbewerbstages der „20. Rhön" wieder zum Kampfe. Große Freude löste auf der Wasserkuppe die Landung von Generalleutnant Udet aus, der ein begeisterter Segelflieger ist und längere Zeit an den Startplätzen weilte. Besonderes Interesse erweckte auch ein Volkswagen als Schleppwagen für Segelflugzeug-Transporte. Der zum erstenmal in den Dienst des deutschen Segelflugsports gestellte Volkswagen bewies seine Eignungs aufs beste. Dorgeschrieben war die Richtung Wasserkuppe — Fluahafen Berlin-Tempelhof. Die Landemeldungen trafen recht spät ein, da die Piloten alles Können eingesetzt hatten, um möglichst weite Richtungsflüge durchzuführen. Sie erreichten auch wiederum als Tages-Gesamtergebnis 6000 km. Olympia-Prüfungskämpfe in Berlin. Wiederum Sarbig vor Lanzi. Der erste Tag der Olympia-Prüfungskämpfe des Reichsfachamtes Leichtathlettk, die von den drei Berliner Großoersinen, Deutscher SC., Berliner SC. und SC. Charlottenburg ausgerichtet wurden, hatte am Samstag den erwarteten Widerhall gefunden. Rund 25 000 Zuschauer waren ins Olym- via-Stadion gekommen. Das wichttgste Ereignis war aas abermalige Zusammentreffen der größten Läufer von Italien und Deutschland, Mario L a n z i und Rudolf -farbig, die sich über 800 Meter den erwartet harten Kampf lieferten. Lanzi ging mit schnellen Sprintschritten an die Spitze. Harbig lag im ersten Bogen noch an vorletzter Stelle, kam aber bald nach vorn. Dann setzte sich der lange Giefen an den ersten Platz und machte in auf» opernder Weise das Tempo. Bis 300 Meter vor Schluß hielt er durch; bann fiel der Berliner zu- zurück. Jetzt war Lanzi vorn, und schon im Ziel- bogen setzte der Italiener zum Spurt an. Aber nun fetzte Harbia zum Dorstoß an, hatte seinen großen Rivalen bald spielend eingeholt und ging glatt an ihm vorbei. Bis ins Ziel holte der Dresdner noch fast fünf Meter Vorsprung heraus. Mit seiner Zeit von 1:48,7 Minuten blieb er jetzt schon zum dritten- mal unter dem noch anerkannten Weltrekord des Amerikaners Robinson. Für Lanzi wurden 1:49,2 gestoppt. , Auch in den übrigen Kämpfen gab es hervorragende Leistungen. Im 80-Meter-Hürdenlauf der Frauen stellte Siegfriede D e m p e (Weimar) mit 11,5 Sekunden einen neuen deutschen Rekord auf. Eine hervorragende Zeit erzielte eine süddeutsche 4X100-Meter-Staffel in der Besetzung Borchmeyer, Hornberger, Neckermann und Scheuring. Die 40,1 Sekunden bedeuten eine neue deutsche Bestleistung. Im Kugelstoßen mußte sich Europameister Kreek (Estland) mit 16,18 Meter hinter dem in fabelhafter Form befindlichen Olympiasieger W ö l l k e (Berlin), der auf 16,45 Meter (!) kam, mit dem zweiten Platz vor Meister Trippe (15,80 Meter) begnügen. Dr. Song (Leipzig) hatte im Weitsprung schon mit 7,39 Meter den Sieg vor Leichum (7,00 Meter) sicher, lieber 110 Meter Hürden schlug Meister Kumpmann (Köln) in der mäßigen Zeit von 15,0 Sekunden seinen alten Widersacher Glaw (Berlin) um Vio Sekunde. Ein umfangreiches Programm hatten die Sprinter au be» wältigen. In der A-Gruppe siegte der Mannheimer Neckermann in 10,6 Sek. vor Borchmeyer und dem Kölner Vogelsanb- Den Endlauf B holte sich Habermann (Nauen) tn 10,9. Ein Klasse für sich war Scheuring (Gaggenau) über 200 Meter, die er sicher in 21,2 Sekunden vor Hornberger gewann. Bei den Frauen hatte Lisa G e l i u s (München) im Speerwerfen keine Gegnerin zu fürchten. Das Kugelstoßen machten die Geschwister Mauer- m a y e r (München) unter sich aus. Spannend war das Ende auch im Hochsprung. Die englische Olympia, zweite O d a m, die deutsche Meisterin Gräfin zu Solms und Elfriede Kann übersprangen glatt 1,60 m. Als einzige bewältigte die Engländerin dann 1,65 m. Don den Sprinterinnen hinterließ die Hol- länderin Fanny Koen den besten Eindruck. Zu einem Zweikampf Deutschland — England gestaltete sich die 4 X 100-m-Stassel, die von Deutschland in der Besetzung Winkels, Kühnel, Voigt, Eckhard in 47,1 Sekunden gewonnen wurde. Die ersten Sieger im Gan-Aliersireffen. Klasse 1 (32 bis 35 3ahre). Gemischter Neunkampf (60 Bewerber): 1. Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 183,5 P.; 2. Heinrich Schlott, Tv. Bäd Homburg-Kirdorf, 175 P.; 3. Philipp Klöß, Tv. Mlbel, 169 P. Volkstümlicher Dreikamvf (55 Bewerber): 1. Otto Werner, Tv. Weilmünster, 78 P.; 2. August Niemann, SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen, 72 P.; 3. Eduard John, Tura 1868 Kassel, 70 P. Klasse 2 (36 bis 40 3ahre). Gemischter Neunkampf (26 Bewerber): 1. August Best, To. 1847 Wetzlar, 175,5 P.; 2. Fritz Weitershaus, To. Großen-Linden, 172 P.; 3. August Völpel, To. Weilmünster, 167 P. Volkstümlicher Dreikampf (40 Bewerber): 1. Artur Koch, To. 1847 Wetzlar, 74 P.; 2. Walter Zerndt, VfB.-Reichsbahn Gießen, 70 P.; 3. Otto Dietz, VfL. Lollar, 69 P. Klasse 3 (41 bis 45 3ahre). Geräte-Sechskampf (22 Bewerber): 1 Heinrich Keller, To. Burgsolms, 112 P.; 2. Hans Becker, Tuspv. Kassel-Niederzwehren, 108 P.; 3. Jean Wiegand, Jahngem. Oberursel, 107,5 P. Volkstümlicher Dreikampf (36 Bewerber): 1. Erich Cassel, ACT. Kassel, 73 P.; 2 Jean Horn, Tuspv. Wellerode, 70 P.; 3. Richard Heyn, Tuspv. Treysa, 69 P. Klasse 4 (46 bis 50 Jahre). Geräte-Sechskampf (30 Bewerber): 1. Otto Meier, Tgm. Bad-Nackheim, 111,5 P.; 2. Ru- dolf Ennicht, Tschst. 1860 Groß-Auheim, 106,5 P.; 3. Hans Thöt, To. Alsfeld, 106 P. Volkstümlicher Dreikampf (28 Bewerber): 1. Reinhard Schröder, Gemeinschaft für Leibesübungen Ihringshausen, Jakob Götzingen, To. Nieder-Eschbach, 71 P.; 2. Adam Popp, Tgm. Friedberg, Hermann Schimpf, VfL. Marburg, Heß, Tv. Braunfels, 70 P.; 3. Heinrich Stahl, Postsportverein Kassel, 63 P. Klasse 5 (51 bis 55 Jahre). Geräte-Dreikampf(30 Bewerber): 1. Christian Werner, Tv. Kassel-Nordhausen, 55,5P.; 2. Otto Seibert, Tv. 1847 Wetzlar, 55; 3. Karl Hill, Tv. Herborn, Fritz Cunz, Tv. Sinn, 54,5 P. Volkstümlicher Dreikgmpf (18 Bewerber): 1. E. Ebeling, Tv. Alsfeld, 69 P.; 2. Ludwig Herwig, Tuspv. Kassel-Bettenhausen, Hermann Wal- per, To. Kassel-Oberzwehren, 68; 3. Georg Rommel, ACT. Kassel, 65 P. Klasse 6 (56 bis 60 Jahre). Geräte-Dreikampf (23 Bewerber): 1.233. Henning, T. u. Spgem. Freiendiez, 58 P.; 2. Georg Dickhaut, Tv. Alsfeld, 55P.; 3. Walter Hildebrandt, Tv. Gersfeld, 53,5 P. Volkstum 1. Dreikampf (13 Bewerber): 1. Fritz Jähn, Tgm. Rothenditmold, 69 P.; 2. Andreas Stöcker, Tuspv. Reichsbahn Kassel, 62 P.; 3. Hans Weidmann, Tv. Hersfeld, 61 P. Klasse 7 (über 60 Jahre). Geräte-Dreikampf (39 Bewerber): 1. Karl Müller, Mto. Gießen, 55,5 P.; 2. Adam Hofmann, ACT. Kassel, 55 P.; 3. Karl Ruppe, Tv. Sinn, 53,5 P. Volkstüml. Dreikampf (4 Bewerber): 1. Konrad Feick, Tfchft. Lauterbach, 53 P.; 2. K. Pfeffermann, Tv. Weißkirchen, 52 P.; 3. Louis Petri, ACT. Kassel, Katt Mewis, ACT. Kassel, 51 P. Oie Ergebnisse des Faustballturniers. Gruppe I: Nauborn — Philippstein 23:27; Gießen — Philippstein 36:21; Polizei Gießen — Philippstein 26:26; Nauborn — Polizei Gießen 31:22; Polizei Gießen — Tv. Gießen 31:40; Gießen — Nauborn 38:20. 1. Tv. 1846 Gießen, 2. Philippstein, 3. Polizei Gießen, 4. To. Nauborn. Gruppe II: Wetzlar — ACT. Kassel 35:30; ACT. Kassel — Burgsolms 32:24; Wetzlar — Burgsolms 36:28. 1. Tv. Wetzlar, 2. ACT. Kassel, 3. To. Burgsolms. Sieger: 1. Turnverein 1846 Gießen, 2. Turnverein Wetzlar, 3. Aeltere Kasseler Turngemeinde, 4. Turnverein Philippstein. ♦ Äm Mannschaftskugel st oßen der Kreise (je 5 Mann) ergab sich folgende Placierung: 1. Kreis 8 (Gießen). 2. Kreis 4 (Rhön), 3. Kreis 1 und 11 (Kassel und Friedberg), 4. Kreis 3 (Hersfeld), 5. Kreis 9 (Lahn). In der 20X75-Meter-Rundenstaffel der Kreise 1 bis 6 (Nordbezirk) gegen die Kreise 7 bis 12 (Südbezirk) siegte der Südbezirk gegen den NordbezirL Swßarüges erstes Gau-Mersturnen in Heuchelheim. 500 Wettkämpfer. - Gute Leistungen. - Vorbildliche Organisation. Ni Der Kameradschastsabend Festzug und EchauvorMrungen. * vertreten, die insgesamt 1170 Jahre zählten. Acht Turner des Tv. 1846 waren über 60 Jahre alt. Der älteste Turner der auf dem Platz war, war der nahezu 80jährige Wilhelm D a p p e r, der seine Hebungen im Gerätekampf mit einem erstaunlichen Schneid hinter sich brachte und eine hervorragende Haltung bewies. Auch der Männerturnverein war gut vertreten, widmete sich aber mit seinen Teilnehmern mehr den volkstümlichen Wettbewerben. Einen schönen Erfolg errang hier Vereinsführer Karl Müller, der den Sieger im Geräte-Drei- kampf für Turner über 60 Jahre stellte. Er ließ 38 Mitbewerber hinter sich. Einen ersten Sieg errang außerdem noch der bewährte Karl Reuter, der sich im gemischten Neunckarnpf, dem schwersten Wettbewerb des Tages, vor 60 Bewerbern mit klarem Punktvorsprung den Sieg sicherte. Reuter bewies wieder einmal sein universelles Können. Aus der Siegerliste, aus der wir heute nur die ersten drei jeder Altersklasse nennen, ist weiteres ersichtlich. Eine ausführlichere Siegerliste folgt. Die Mehrkämpfe konnten in einer überraschend kurzen Zeit abgeschlossen werden, so daß noch am Taunus, von der Lahn, der Sieg und der Dill, von der Wetterau und dem Edertal usw. überaus herzlich willkommen hieß. Er begrüßte die Vertreter der Partei und die Kameraden der Gauführung von Kassel und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß man erneut Heuchelheim der Ehre würdigte, eine so große Veranstaltung durchzuführen. Sein Gruß galt auch den ältesten Turnern, dem Gauoberturnwart Will (Gießen), den Kameraden Den festlichen Höhepunkt des Kampftages der Altersturner bildete der Festzug, der sich am frühen Nachmittag durch die mit vielen Fahnen geschmückten Straßen Heuchelheims bewegte. Alles, was sich den Turnern verbunden fühlte, nahm teil Die jüngsten Zöglinge, die Jugendturnerinnen und die Turnerinnen, die Aktiven des gastgebenden Vereins und die zahlreichen Altersturner aus dem Gau marschierten mit. Alle Teilnehmer an diesem Festzug waren im weißen Turndreß, die Turnerinnen in ihrer schönen weißen Gleichtracht angetreten, so daß der Festzug, verschönt durch den herrlichen Sonnenschein, ein überaus prächtiges Bild bot. Die vielen Reichsbundfahnen, die im Zuge mitgeführt wurden, die vielen alten Fahnen der Turnvereine, die Hitler- Jugend, die einen Spielmannszug stellte, die Kapelle tion beschlossen das erste Gaualterstreffen des NS.« Reichsbundes für Leibesübungen im Gau Hessen. Die restlichen Stunden des Tages waren dem Aus, tausch mancher gemeinsamen Erinnerung gewidmet. In froher Geselligkeit verbrachte man noch einige Stunden in der Turnhalle und in dem anschließend gebauten Festzelt. . In seiner Weise wurde auch das zur Zeit er« krankten Kreisfachamtsleiters Daupert (Gießen- Wieseck) gedacht, der bei diesem Gaualterstreffen leider nicht'dabei sein konnte. Durch Gaufachamtsleiter Schäfer wurde ihm ein Blumengruß übermittelt - Eine besondere Freude war es für alle Festteilneh. mcr, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" lange Zeit über der Landschaft kreuzte und fast eine Stunde lang zu sehen war. nähme. Sodann fanden auch noch Ortsgruppenleiter W o b k e r und Bürgermeister Rinn herzliche Worte der Begrüßung an die vielen alten Turner. In festlicher Hochstimmung wurden nach den Worten des Ortsgruppenleiters die Lieder der Nation gefungen. Mit besonderer Freude verfolgte man im Verlauf des Abends neben den tänzerischen und gymnastischen Darbietungen der Turnerinnen von Heuchelheim die schönen Stabübungen der Heuchelheimer Turner, die dann auch in einer vielseitigen Bodengymnastik einen erfreulichen Leistungsstand bewiesen und erkennen liehen, daß sie in den Hebungsstunden eifrig an sich gearbeitet hatten. Den turnerischen Höhepunkt des Abends bildeten dann die Kürübungen, in denen eine Reihe der besten Turner des Gaues Hessen ihr reifes Können zeigten. In der Reihe dieser Turner sah man auch die Besten unserer engeren Heimat, die beiden Brüder Herbert, ferner Schöffmann und Lettin von Gießen-Wieseck, Engelhardt (Heuchelheim) und dann einige Turner aus Eberbach, Kirdorf, Kirtorf und aus Fulda. Die Hebungen am Querpferd und am Barren wurden von den sachverständigen Zuschauern mit größter Aufmerksamkeit verfolgt und mit starkem Beifall ausgenommen. Mit besonderer Freude wurde davon Kenntnis genommen, daß auch ein Gießener Turner, Hein- rich Herbert, bei der Lmgiade in Stockholm dabei war. Stürmisch wurde verlangt, daß er vortreten möge. Er tat es, für einige Sekunden nur, verharrte in edler Haltung mit der zum deutschen Gruß erhobenen Hand und trat dann bescheiden sofort wieder in die Reihe feiner Karne- Zu unseren Bildern: Nebenstehend: Auf dem Turnplatz am Geiers- berq bot sich den vielen Zuschauern manches schöne turnerische Bild. Prächtig nahmen sich die Gestalten der Turner und Turnerinnen in Weiß unter dem Rvt der Reichsbundfahnen aus. ~ Links mitte: Der nahezu 80jährige Altersturner Wilhelm D a p - per (Gießen) bei feiner Hebung am Pferd. Unten rechts: Theodor Vaupel (Gießen) bei der Pflichtübung am Barren. (Aufnahmen [3:] Neuner, Gießener Anzeiger.) bildete den glücklichen Auftakt für das große Treffen der alten Turner. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Kapelle Schleuse den Abend einleitete. Für die Veranstaltung prangte die Turnhalle im festlichen Gewand. Die Abordnungen der einzelnen Vereine hatten ihre Reichs- bundfahnen mitgebracht, die dekorativ die bcriöen Längswände des Saales schmückten. Auch das Gaubanner, das in Breslau geweiht worden war, schmückte den Saal. Den Auftakt der Festfolge des Abends bildete dann das Auftreten eines vereinigten Chores der Heuchelheimer Gesangvereine, die mit dem Sängergruß, mit einer Hymne des Glaubens an Volk und Vaterland und mit einem frisch gesungenen Volkslied allen Zuhörern viel Freude machten und dem Abend die rechte Einstimmung ^°Sodann hielt der Vereinsführer Rinn (Heuchelheim) die Begrüßungsansprache, in der er alle Kameraden von nah und fern, von Kassel, Fulda, Hers- seld, Marburg und Gießen, von der Rhön und vom raben zurück. Die schöne Einheit und Kameradschaftlichkeit, die zwischen den alten Turnern herrscht, kam im Laufe des Abends auf vielfältige Weise sinnfällig zum Ausdruck. Diele Bekannte begrüßten sich, alte und neue Turnerlieder wurden kraftvoll gemeinsam gesungen, Erinnerungen wurden ausgetauscht, schließlich kam aber auch immer wieder die Verbundenheit von alten und jungen Turnern zum Ausdruck, denn viele der Turner, die jetzt an den Geräten ihre Leistungen zeigen, sind zu den Alten in die Schule gegangen und man fühlt sich gegenseitig herzlich verbunden. So war dieser Kameradschaftsabend ein schöner Beweis dafür, daß die Turner im besten Sinne ihrer Traditionen wirken, sich aber auch mit ganzer Kraft der Sache des Reichsbundes für Leibesübungen und damit der Jugend und der deutschen Zukunft widmen Gauoberturnwart Becker beschloß den Abend mit den Parolen für den Sonntag. folg dieser großen Veranstaltung war auch ein Er- folg des Turnvereins Heuchelheim. Einmutig war die Meinung aller, daß dieses Gautreffen kaum m einem anderen Ort unseres Gaues so vollkommen glücklich und harmonisch wie in Heuchelheim durchgeführt werden könnte. Durch die sorgfältige Vorbereitung war dem Gaualterstreffen der Erfolg von vornherein gesichert worden. Für alle Teilnehmer waren die Stunden in Heuchelheim ein schönes Erlebnis. Das schöne Wetter trug dazu bei, daß das Fest alle Teilnehmer in Hochstimmung fand. Das erste Alterstreffen des Gaues ^effeti im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen, das am Samstag und am gestrigen Sonntag zahlreiche Turner aus dem ganzen Gau Hessen vereinigte, gestaltete sich zu einem überragenden Erfolg, zu einer eindrucksvollen Kundgebung für öie Sache des Reichsbundes und für die turnerische Sache insbesondere. Die Veranstaltung rourbe aber auch zu einem Ruhmestitel für die Gemeinbe Heuchelheim, unb hier roieber im befonberen für den Turn verein Heuchelheim, der erneut bewies, daß ihm das Vertrauen der Gaufuhrung des NSRL. mit aller Würdigkeit gebührt. Der Er- Pfeiffer und Schüler (Wetzlar), Bastian (Alsfeld), Hoffmann (Kassel) und den vielen anderen, die seit Jahrzehnten in unerschütterlicher Treue im Dienste der deutschen Turnsache stehen und sich auch opferbereit für den NSRL. einsetzen. Er dankte aber auch der Einwohnerschaft der Gemeinde Heuchelheim, die zahlreich an diesem Kameradschaftsabend teilnahm und durch die Stellung von Freiquartieren sehr dazu beitrug, der Veranstaltung den Erfolg zu sichern. In kurzer Ansprache dankte anschließend Gaufachamtsleiter Schäfer (Kassel) dem Turnverein und der Einwohnerschaft von Heuchelheiim für die erwiesene Gastfreundschaft und übernahm die Leitung des Festes. Gaufachwart Schäfer (Kassel) hielt eine ein- Vormittag ausreichend Gelegenheit gegeben war, bie Freiübungen für den Nachmittag zu üben. Gau- männerturnroart Becker (Kassel) führte das Kommando und erreichte mit seiner humorvollen Art bald die Einheit der vielen Altersturner. Faustballturnier. Während auf dem Platz am Geiersberg die Mehr- kämpfe bestritten wurden, kämpften auf Oswalds, garten die Faustballspieler um Sieg und Punkte. An den Faustballspielen beteiligten sich der Polt, zeisportverein Gießen, der Turnver- ein 1 846 Gießen, der Turnverein Philipp, stein und je eine Mannschaft aus Wetzlar, Nw born, Burgsolms und Kassel. Die Spiele wurden in zwei Klassen bestritten und brachten spannende Begegnungen. In den Endspielen kämpften die Gruppensieger gegeneinander und stellten so die siegreiche Mannschaft fest. Der bewährten Mann- schäft des Turnvereins 1846 Gießen gelang es, sich hier den Sieg vor dem Turnverein Wetzlar zu sichern, sichern. dringliche Ansprache. Er erinnerte daran, wie hier die alten Turner durch die Jugend an ihre eigene Juaend erinnert werden sollen. Das Fest solle Kraft schöpfen lassen für weitere Arbeit an den deutschen Leibesübungen und es soll die Bereitschaft stärken, der Jugend aus Erfahrung, Wissen und Können wahre turnerische Art zu vermitteln. In weiteren Darlegungen sprach der Redner von der Zeit vor 25 Jahren, erinnerte an die gefallenen Helden der Nation, sprach von ihrem Vermächtnis und beji Pflichten der gegenwärtigen und betonte, daß die Arbeit an der Jugend die schönste Arbeit fei, der selbst ein Turner in hohem Alter noch dienen könne. Mit dem Gelöbnis zu Volk und Vaterland schloß er seine Ansprache. Begeistert wurde das Lied „O, Deutschland hoch in Ehren" gesungen. Obersturmführer Engelhardt übermittelte die Grüße des Gauführers, Brigadeführer Schmidt sagte im Namen der Gauführung dem Verein und der Gemeinde Dank für die Hebernahme und Ausgestaltung des Festes, dankte aber auch allen stillen Mitarbeitern und den aktiven Kämpfern für ihre Teil- Alterswmer in ritterlichem Leistungskampf. Waren schon im Laufe des Samstagnachmittags zahlreiche Turner aus weitem Hmkreis nach Heuchelheim gekommen, fo fetzte in den frühen Morgenstunden des Sonntags ein weiterer starker Zustrom von Turnern ein, die zum Teil schon sehr früh zu Hause aufgebrochen waren, lange Bahn« und Omnibusfahrten hinter sich hatten und kein Opfer gescheut hatten, um rechtzeitig zum Wettkampf auf dem Platz am Geiersbera zu sein. Pünktlich zur vorgesehenen Zeit traten die Altersturner an, die ihre Meldungen fast ausnahmslos erfüllten, fo daß sich über 500 Wettkämpfer auf dem Platz des Turnvereins Heuchelheim ein Stelldichein gaben. Zahlreiche Zuschauer säumten von Anfang an den weiten Platz. Nachdem schon um 8 Hhr eine Kampfrichtersitzung stattgefunden hatte, nachdem in kurzer und feierlicher Form und unter Hinweis auf den Sinn des Kampftages die Flaggen gehißt waren, wurde sofort zu den Wettkämpfen angetreten, die ausschließlich Mehrkämpfe brachten. Die Turner über fünfzig Jahre bestritten Dreikämpse (an Geräten unb in volkstümlichen Hebungen), für die weniger als fünfzig Jahre alten Turner waren Drei-, Sechs- und Neunkämpfe ausgeschrieben. Nach ber Flaggenhissung legte eine Abordnung, die aus Ortsgruppenleiter Wobker, Bürgermeister Rinn, Obersturmführer Engelhardt (Kassel), Gaufachamtsleiter Schäfer unb Vereinsführer Rinn bestaub, am Ehrenmal ber gefallenen Helben bes Weltkrieges einen Kranz nieder. Gaufachamtsleiter Schäfer hielt eine kurze Ansprache, in der er bas Opfer ber gefallenen Helben würbigte unb bie Verpflichtungen der Gegenwärtigen erkennen ließ. Im Nu unb nachdem das Kommando zum Beginn der Wettkämpfe verklungen war, marschierten die Riegen (42 an ber Zahl) zu ben einzelnen Kampfplätzen, bie mustergültig vorbereitet waren unb einen reibungslosen Ablauf der Kämpfe möglich machten. Kaum hatte man der Augen genug, um das vielfältige Bild, das sich hier bot, zu fasten. Hier traten die ältesten Turner zu ihren Pflichtübungen am Querpferd an, bestritten mit heiligem Eifer und aller Sachkenntnis (viele auch mit erstaunlicher Elastizität) ihre Hebungen am Barren und am niedrigen Reck unb notierten sorgfältig die ihnen von den Kampfrichtern gegebenen Punkt- Fuhlen. Während an vielen Geräten die Geräte- mettfämpfe im vollen Gange waren, maßen sich an den Kampfstätten für bie volkstümlichen Hebungen die. Turner der verschiedensten Altersklassen im Weitsprung, im 75-Meter-Lauf, im Kugelstoßen im Gewichtheben usw. Mit größter Aufmerksamkeit verfolgten bie Turner bie Leistungen ihrer Mitbewerber unb mancher hätte es sich dabei zur Aufgabe gemacht, bie zum Siege notwendige Punktzahl bei weitem zu überschreiten. Dank des energischen Einsatzes gelang es vielen, die Richtzahlen erheblich zu übertreffen. Es war prächtig und unterhaltsam zugleich zu sehen, wie die Altersturner untereinander voll Stolz ihre Leistungen verglichen unb mit Leib unb Seele von diesem Wettkamvf erfaßt waren Gerade diese Tatsache, daß die Alterstumer mit solchem Eifer unb mit solcher Begeisterung bei ber Sache waren, machte den großen ideellen Erfolg dieser Veranstaltung aus. Unsere heimischen Vereine machten es sich zur Ehrensache, stark beteiligt zu sein. Der Turnverein 1846 Gießen waren dabei mit insgesamt £5 Aktiven Schleuse, die den Zug anführte unb schneibigen Takt führte — das alles schmolz zu einem Bilde zusammen, das allen zu einem schönen Erlebnis geworden sein mag. Der Marsch führte in breiter Dreier-Reihe durch das Dorf unb zurück zum Turnplatz. Auf bem Turnplatz gab es nun eine Reihe von interessanten Schaukämpfen zu sehen. Zunächst wurde von den Kreisriegen zu einem Kugelstoß-Wettbewerb angetreten, bei dem zu gleicher Zeit von sämtlichen Wettkampfteilnehmern bie Kugel zu stoßen war. Der Kreis 8 (Gießen) sicherte sich hier ben Sieg. Einen spannenden Kampf gab es ferner in einer 20X75-Meter-Staffel, in ber mehrere Kreise der Gruppe Süd, gegen Kreise der Gruppe Nord in den Wettbewerb traten. Die Gruppe Süd j blieb hier Sieger. Mit großer Freude und Begeisterung folgte man dann ben Hebungen der Gauriege am Reck, die schon am Vorabend mit ben Hebungen am Querpferb unb am Barren aufgewartet hatte Schließlich traten bann bie Altersturner zu ben Freiübungen an, die in schöner Geschlossenheit ausgeführt wurden. Den Abschluß der Veranstaltung bildete die Sieger-Ehrung die von Gaufachamtsleiter Schäfer vorgenommen wurde. Nach dem Aufmarsch der Fahnenträger in langer Front zwischen ben Wettkämpfern gab Gaufachamtsleiter Schäfer die Sieger bekannt und junge Turnerinnen überreichten ben Siegern bie Kränze unb bie Schleifen. Obersturmführer Engelhardt (Kastel) hielt eine kurze Ansprache, in der er ben Sinn ber Veranstaltung bes Tages im Dienst an Volk unb Vaterlanb umriß. Für die ältesten Turner gestaltete sich bie Siegerehrung zu einer besonderen Auszeichnung. Die sechs ältesten Turner (über 70 Jahre alt), traten vor bem Podium an, wurden besonders mit bem Eichenkranz geschmückt unb so der Jugend als leuchtendes Vorbild vor Augen gestellt. Das Gedenken des Hühr.ers und die Lieder der Na- Deutsche Rudersiege in Helsinki. In Fortsetzung der freundschaftlichen Hnterstützung ber finnischen Olympia-Rudervorbereitungen waren vom NSRL. Meldungen zu insgesamt vier von neun Rennen der 1. Internationalen Ruder-Regatta bei Helsinki abgegeben worden. Alle beutscheu Starts wurden denn auch zu deutschen Siegen. Auf der vom Wind etwas aufgerühtten Regattastrecke gab es durchweg erbitterte Kämpfe, bei denen erstklassige Wasserarbeit geboten wurde. Die ruderischen Leistungen ber Finnen, die eigen!» lich erst seit dem Herbst 1938 die Arbeit aufgenorn» men hatten, verdienen vollste Anerkennung. Regattastrecke wirb übrigens eine vorziiglO Kampfbahn für bie olympischen Ruder-Wettkaiu^ abgeben. Hessens Schwimmer überzeugen. Gaukampf gegen Niederrhein 24:24. Der Schwimmgau Hessen hatte sich für eine ^n« wandfreie Leistungsprobe eine Mannschaft bes Gaues Niederrhein zu einem Gaukampf nach Kassel eingeladen. Die hessischen Schwimmer unterstrich^ mit einem ehrenvollen Hnentschieden von 24:24 Punkten den schon bei früheren Gelegenheiten zu' tage getretenen Fortschritt. Es bleibt allerdings Z» berücksichtigen, daß der Niederrhein nicht „erste Garnitur" aufbot, sondern sich vorwiegeno« aus Schwimmer aus Wuppertal stützte. Die machten ihre Punkte vH den Bruststasfeln und m einer der zwei vorgesehenen Lagenstasfeln. Die Zweim Lagenstaffel fiel aus, bei ihrer Austragung war^ es wahrscheinlich zu einem hessischen Siege gekommen. In der Kraullage unb im Wasserball (wo auG einige junge Nationalspieler der Rheinländer rnu- wirkten) war der Gau 10 überlegen. Die Wasserballkämpfe, für Hessen als Lehrspiele gedacht, enoe- ten mit klaren Siegen des Niederrheingaues 6:3 bzw, 11:3. ---------—