Nr. 26 Erstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag, 31. Januar 1939 Erichen« täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehea Postscheckkonto: Zrankfurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Uniocrfilütsörudcrci H. fange In Stehen. Schristleitung und SeschSstrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder., Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel ö Das Weltbild des Nationalsozialisten Wiederum ist der Abend eines denkwürdigen 30 Januar angebrochen, an dem der Führer in einem ebenso tiefschürfenden wie weitausholenden und alle großen Probleme Deutschlands und seiner Stellung zur Welt umspannenden Rechenschaftsbericht das deutsche Volk teilhaben läßt an seinen Freuden und Sorgen, seinem Sinnen und Mühen, seinem Stolz und seiner Zuversicht, an dem es einen tiefen Blick tun darf in die Gedankenwelt des Mannes, dessen Genie es seinen unerhörten Aufstieg aus dunkler Nacht zu strahlendem Glanz verdankt, dessen Glaube an sein Volk nie wankend wurde und dessen Bund mit diesem durch seinen 1 Weckkuf wieder zu seinem besseren Selbst erwachten deutschen Volk die herrlichsten Früchte getragen hat. Der Führer spricht an diesem 30. Januar zum erstenmal vor einem Großdeutschen Reichstag, zu dem sich die Abgeordneten des Sudetenlandes und der Ostmark mit den gewählten Vertretern aller andern Gaue des Reiches vereinigt haben. Und so gehen seine Gedanken zurück auf den Ablauf dieses Jahres deutscher Einigung, das in beispiellos stürmischer Entwicklung der Dinge seinen Entschluß reifen ließ, das Schicksal der durch den Wahnsinn der Friedensdiktate vom Reich getrennten zehn Millionen deutscher Volksgenossen in Oesterreich und im Sudetenland zum Guten zu wenden und in dem diesen Kampf um das Selbstbestimmungsrecht — von Wilson einst feierlich proklamiert, von den „Friedensmachern" dann schmählich verraten — zum Siege geführt werden konnte dank einer unerhörten Willensanstrengung und eines eisernen Festhaltens an einmal gewonnenen Erkenntnissen. So wurde das Jahr der deutschen (£vni= gung zu einem Jahr des Triumphes einer Idee, denn nicht durch das Schwert waren, wie frühere Jahrhunderte immer wieder vergeblich versucht hatten, widerstrebende Gaue zusammengezwungen worden, sondern eine Idee hatte ein Volk geeint und gegen die Widersacher dieser Idee war das Volk selbst bereit, das Schwert zu ziehen. Und wie die deutsche Wehrmacht aufgeboten und bereit war, jede Einmischung von außen zu verhindern, so wird sie auch in Zukunft niemals mehr einen Uebergriff anderer Mächte in Fragen dulden, die Deutschland als rein deutsche Angelegenheit betrachtet, P.ie Zeit, da es eine „deutsche Frage" gab, die der Spielball der europäischen Kabinette war, ist für immer vorbei. Darüber hat der Führer keinen Zweifel gelassen. Dies Großdeutsche Reich, die endliche Verwirklichung des Traumes der Besten in Jahrhunderten deutscher Geschichte, verpflichtet zu immer erneuter tätigen Hingabe an den Geist, der es schuf, den Geist der Volksgemeinschaft, die durch die zwingende Gewalt der nationalsozialistischen Idee zum tragenden Element unseres Staatswesens wurde. Mit allem Ernst stellte der Führer wiederum die große, nie endende Erziehunasaufgabe vor die Repräsentanten des deutschen Volkes hin, diese nationalsozialistische Volksgemeinschaft immer wieder zu stärken durch die Auslese jener gläubigen Idealisten, die durch ihre charakterliche Haltung für die Formung des nationalsozialistischen Volkskör- pers die wertvollsten Elemente darstellen. Die soldatischen Tugenden der Treue, der Kameradschaft, des Gehorsams müssen die des ganzen Volkes werden, um es in den Stand zu setzen, die großen Aufgaben zu lösen, die vor ihm liegen. Mit bitterem Sarkasmus rechnete der Führer dann mit jenen demokratischen Besserwissern ab, deren weltwirtschaftliche Doktrinen, an Hand deren sie d i e deutsche Wirtschaftspolitik in Grund und Boden kritisieren, sich Punkt für Punkt widersprechen und die nur in dem einen Punkt aufrich- ttg sind, in dem glühenden Wunsch, Deutschland vernichtet zu sehen.' Gegen Deutschlands schwierige wirtschaftliche Lage, die sich aus der Uebervölke- rnng unseres Lebensraumes ergibt, hat der Nationalsozialismus den Selbstbehauptungswillen auf- perufen, und mit stolzer Genugtuung konnte der Führer feststellen, das deutsche Volk hat diesen Kampf bereits gewonnen. Das entbindet die Mächte des Versailler Diktats jedoch keinesw-as von der Verpflichtung, das uns damals zuqefügte Unrecht des Raubs unserer Kolonien wiederaut- zumachen. Mit zwingender Loaik wies der Führer nach wie auch für die sogenannten Siegermächte aus 'dem Weltkrieg keinerlei Nutzen herausgesprungen sei. England war in den Krieg gegangen, um das deutsche Volk als unbequemen Konkurrenten vom Welthandel auszuschließen, aber die Deutschland in Versailles auferlegten Reparationen und der Raub der Kolonien, der Deutschland keine Entwicklung zur autarken Wirtschaft erlaubte, zwanaen es vielmehr geradezu, durch höchste Steigerung seines Ervorts, das Geld zu verdienen, das man ihm als Tribut abforberte. So bleibt nach wie vor das durch die Unvernunft der Friedensd'ktate ungelöste Problem drängend' die Sicherstelluna d-r Teilnahme all-r großen Nationen an den Reich- tüm-rn der Welt, denn nach wie vor bleibt für Deutschland, dem man seine Kolonien unter den unroahrhaftiaften Begründungen vorentbalt, aus dem Fehlen eines eigenen kolonialen Wirttchafts- ramns der Zwang zur äußersten Steigerung seines Exports, um unsere Ernährung sicherzustellen. Denn da eine Ausweitung unseres Lebensraums die Unvernunft der anderen gegenwärtig nicht zulaßt bleibt nur die zusätzliche Lebensmitteleinfuhr. die wir durch gesteigerten Erport bezahlen puffen. Wenn dabei unsere Handelsmethoden, die solche des redlichen Kaufmannes sind, anderen Teilnehmern am Welthandel unbeanem und lästig sind, mögen sie daran denken, daß sie selbst es sind/ die uns Oer Führer spricht vor dem Großdeutschen Reichstag. Wie Großdeutschland wurde. — Oie Forderung auf Rückgabe der Kolonien wird nicht verstummen. - Deutschlands Anspruch auf Teilnahme am Welthandel. — Zn jedem Falle an der Seite Italiens. Verlängerung des ErmächNgunosgesehes. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Um 20 Uhr tritt der Großdeutsche Reichstag im Sitzungssaal der Krolloper zu seiner ersten konstituierenden Sitzung zusammen. Der Sitzungssaal trägt die übliche' würdige und schlichte Ausschmückung: an der Rückwand der Reaierungstribüne ein riesiges goldenes Hoheitszeichen auf weißem Untergrund, zu beiden Seiten ein großes Hakenkreuz auf dunkelrotem Grund. Die für die Zuhörer bestimmten 600 Plätze sind voll besetzt. Einige Diplomaten sind । bereits um 19.30 Uhr anwesend. Für die deutsche und ausländische Presse konnten,, da der Raum begrenzt ist und die Zahl der Abgeordneten jetzt auf 855 angewachsen ist, nur 200 Plätze zur Verfügung gestellt werden, die natürlich restlos besetzt sind. Gegen 19.50 Uhr haben alle Abgeordneten ihren Sitz eingenommen. Man sieht fast ausschließlich die braunen Uniformen der politischen Führer und der SA. sowie die schwarze Uniform der ff. Nur wenige Abgeornete sind in Zivil erschienen. Die Reichsminister, die gleichzeitig Abgeordnete sind, haben ihren Platz auf den Regierungsbänken. Auf der Tribüne im ersten Rang sieht man u. a. auch die Träger des Nationalpreises, mit dem Ehrenzeichen geschmückt, das ihnen heute der. Führer selbst überreichte. In der Diplomatenloae, deren Plätze voll besetzt sind, be=, merkte man Die Botschafter von Japan, Spanien, Italien, Türkei, Polen, Sowjetunion, Chinas Belgien und Frankreich sowie fast alle Gesandten und Geschäftsträger. Reichstagspräsident Göring erwartete am Eingang des Hauses den Führer. Pünkllich um 20 Uhr betritt der Führer den Sitzungssaal, begleitet von dem Reichstagspräsidenten Generalfeldmarschall Göring, Reichsminister Rudolf Heß und Reichsminister Dr. Frick sowie SA.-Obergruppenführer Brückner und ff-Gruppenführer Schaub. Die Abgeordneten begrüßen, den Führer mit lauten Heilrufen Der Führer begibt sich auf seinen Platz, und unmittelbar daraus eröffnet Reichstagspräsident Generalfeldmarschall Göring in seiner Eigenschaft als Präsident des alten Reichstages die erste Sitzung des Großdeutschen Reichstages. Er erteilt zur Wahl des neuen Präsidenten dem Reichstagsabgeordneten Dr. Frick das Wort. Abg. Dr. Frick schlägt namens der Reichstagsfraktion der NSDAP, zum Präsidenten des Großdeutschen Reichstags den „altbewährten Präsidenten Hermann Göring" und zu seinen Stellvertretern bie bisherigen Stellvertreter Kerrl, -Esser und Dr. von Stauß vor. Durch Erheben von den Plätzen wählt der Reichstag vorschlagsgemäß das bisherige Präsidium en bloc. Nachdem bann Reichs- tagspräsibent Göring für bas neuerbings bem Präsibium ausgesprochene Vertrauen gebankt unb 12 Abgeordnete zu Schriftführern bestellt hat, gedenkt er, während sich das Haus von den Plätzen erhebt, der sechs Reichstagsabgeordneten, die seit der Wahl des neuen Reichstags verstorben sind. Dann erhält der Frakttonsfüyrer Dr. Frick das Wort. Er bittet die Abgeordneten, das Ermächtigungsgesetz bis zum 10. Mai 1943 zu verlängern und führt dazu folgendes aus: Am 23. März 1933 hat der Reichstag bas Gesetz zur Behebung ber Not von Volk und Reich, das sogenannte Ermächtigungsgesetz, beschlossen, mit dem der Reichstag der Reichsregierung gesetzgebende Gewalt übertrug. Nach der Forderung des Führers „Gebt mir vier Jahre Zeit!" wurde dieses Gesetz bis zum 1. April 1937 befristet, und am 30. Januar 1937 hat es der Reichstag durch Beschluß auf weitere vier Jahre zur Durchführung des zweiten Vierjahresplanes des Führers bis zum 1. April 1941 verlängert. Durch ein Gesetz, das die Reichsregierung heute erlassen hat, ist die Wahlperiode des gegenwärttgen Reichstages b i s zum 30. Januar 1943 verlängert worden. Es ist zweckmäßig, daß auch das Ermächtigungsgesetz bis zum Ablauf der Wahlperiode verlängert wird, bis der dann neu zusammentretende Reichstag selbst das Gesetzgebungsrecht ausüben kann, was spätestens am 10. Mai 1943 der Fall sein wird. Einer weiter Begründung, so fügt der Abg. Dr. Frick unter dem Beifall des Hauses hinzu, bedarf der Gesetzesantrag nicht. Die Leistungen Unser Bild zeigt Adolf Hitler während seiner Rede. In der ersten Reihe (von rechts) die Reichsminister H e ß, v o n R i b b e n t r o p, dahinter Dr Frick Dr Goebbels, von Neurath, Graf S ch w e r i n von Krosigk; zweite Reihe (von rechts) die. Reichsminister Funk, Schacht '©ürtner, Darre, Rust, Kerrl, S e l d t e und Dr. F r a n k. In der dritten Reihe sitzend Generaladmiral R a e d e r, General- oberst von Brauchitsch, Generaloberst Keitel. Auf dem Präsidentenstuhl des Reichstages Generalfeldmarschall Göring. — (Scherl-M.) | MWW 4 1 « '• hl । . M y, - * v ■ von deutschen Geistlichen, im Schutz des Staates, dächtiges Interesse, würden unnachsichtlich vernichtet. Am Ende seiner alle großen Probleme der deutschen Politik ausgreifenden und in ebenso eindringlicher wie eindeutiger Klarheit beleuchtenden Rede schilderte der Führer das Verhältnis Deutschlands zu den anderen Nationen. Er unterstrich dabei die geschichtlich tief begründete Verbundenheit mit dem italienischen Volk und ließ keinerlei Zweifel darüber, daß ein Krieg gegen Italien, welchen Motiven auch immer er entspringen möge, das Großdeutsche Reich an der Seite des italienischen Imperiums sehen werde. So wenig Deutschland einen Krieg wünsche, so sehr habe es Verständnis für die Bestrebungen anderer Völker, sich ihren berechtigten Anteil an den Reichtümern der Welt zu sichern. Niemals wieder werde her Fall ein» treten, daß Deutschland, wie einst Preußen in den Napoleonischen Kriegen, seinen Verbündeten sich zu dieser höchsten Steigerung des Exports zwangen, zu Jahr gewaltig gestiegenen finanziellen Zuwen- Mit eindringlicher Schlüssigkeit hat der Führer die- düngen an die beiden christlichen Kirchen schlagend sen circulus vitiosus den ausländischen Kritikern zurück, wobei er erklärte, daß er, wenn die Kirchen der deutschen Handelsmethoden vor Augen gestellt diesen Zustand für sie unerträglich finden sollten, er und sie versichert, daß keinerlei Drohung Deutsch- je-erzeit zu einer klaren Trennung von Kirche und land zum Verzicht auf seine Teilnahme am Welt- Staat wie in Frankreich und Amerika bereit sein hanöel bringen werde. werde. Im übrigen standen Priester, die Diener Mit aller Schärfe wandte der Führer sich auch Gottes und sonst nichts seien, wie viele Tausende gegen die politi che Hetzkampagne in von deutschen Geistlichen, im Schutz des Staates, zahlreichen Blättern des Auslandes. Das deutsche solche aber, die sich als Staatsfeinde betätigten — Pott wird in allen Fallen erfahren, wer die Kriegs- und nur für solche zeige das Ausland em höchst ver- hetzer sind, damit es, wenn diese elenden Verleum- r*Arv*’4'tn der seiner Ehre einmal ihr Ziel erreichen sollten, weiß, daß es sein Schwert für eine gute und gerechte Sache zieht. Niemals aber wird dieser Lügenfeldzug uns darin irre machen können, die Judenfrage, soweit sie uns augeht, restlos und für immer zu erledigen. Ein neuer Weltkrieg, den Die jüdisch-bolschewistischen Hetzer in ihrem Haß gegen die autoritären Mächte, aber auch in engstirniger Verblendung entfesseln möchten, wird, so sagte der Führer mit prophetischem Blick voraus, die Vernichtung der jüdischen Rasse bedeuten, denn die Völker wollen nicht mehr auf den Schlachtfeldern sterben, Damit das Judentum sich an den Kriegsgewin- nen mästet. Den im Ausland dem Nationalsozia is- mus immer wieder gemachten Vorwurf der Reli- gions feindlich feit wies der Führer mit höchst präzisen Angaben über die seit 1933 von Jahr verbluten läßt, um nachher allein zu stehen. Wie das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien das Abendland vor dem Bolschewismus retteten, so hat Japan die gleiche Rotte für Ostasien. Mit herzlichen Worten gedachte der Führer dann den Bemühungen Chamberlains und Da- ladiers um Erhaltunb des Friedens Deutschland hat, abgesehen von fernen Kolonien, keinerlei territoriale Forderungen an Frankreich und England und ist überzeugt, daß mit beiden schnell eine dauernde Verständigung zu erzielen wäre, wenn die elende Pressehetze abgestoppt werden könne. ,Jch glaube an einen langen Frieden", so erklärte der Führer mit erhobener Stimme Die Völker wollen den Frieden und brauchen den Frieden» denn alle haben so viele und große Probleme in den eigenen Grenzen, die sie ohne Erhaltung des Friedens niemals zu bewältigen vermögen. So klang die große Rede des Führers vor dem ersten Großdeutschen Reichstag aus in ein glühendes Bekenntnis zu seinem ureigensten Werk, dem Groß- deutschen Reich, das in Friede und Eintracht mit allen Völkern, aber stark und groß im Schutz seiner Wehrmacht und gegründet auf die sich aus der Kraft der nationalfozialistifchen Idee immer wieder erneuernde Volksgemeinschaft zu höchsten Leistungen fähig den Weg bergan fortzusetzen bereit ist. ens zum Führer, wenn mir dieses Gesetz einstim- Ser Führer spricht Der MW zur Befreiung der Ostmark Die sudetendeutsche Frage wurde gelöst mig annehmen. Geschlossen erheben sich die Abgeordneten des Großdeutschen Reichstages von b i ü i f i o n e n mit dem Befehl, am Samstag, dem 12. März, 8 Uhr morgens, zur Befreiung der Ostmark den sofortigen Vormarsch über die Grenzen hin anzu- treten. Freitag, den 11. März, morgens war die Mobilmachung dieser Heeres- und ^-Verbände beendet. Ihr Aufmarsch vollzog sich im Lause desselben Tages. Rachmillags erfolgte unterdes unter dem Druck der Ereignisse und der sich erhebenden Volksgenossen in der Ostmark der Rücktritt Schuschniggs. Freitag abend erging die Bitte an mich, um unübersehbare innere Wirrnisse in diesem Lande zu verhindern, den Befehl zum Einmarsch der deutschen Truppen zu geben. Schob gegen 10 Uhr nachts erfolgten au zahlreichen Stellen die Grenzübergänge. Ab 6 Uhr früh begann der allgemeine Einmarsch, der unter unermeßlichem Jubel der nunmehr endgültig befreiten Bevölkerung erfolgte. Am Sonntag, dem 13. März, verfügte ich in Linz durch die Ihnen bekannten beiden Gesetze die Eingliederung der O st mark in das Deutsche Reich und die Vereidigung des ehemaligen Bundesheeres auf mich als dem Obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht. Zwei Tage später fand in Wien die erste große Truppenparade statt. Alles dies hatte sich in einem wahrhaft atemraubenden Tempo abgespielt. Das Vertrauen auf die Schnelligkeit unb die Schlagkraft der neuen deutschen Wehrmacht wurde nicht enttäuscht, sondern höchstens übertroffen. Die lieber« zeugung von dem hervorragenden Wert dieses vorzüglichen Instruments batte in wenigen Tagen ihre Bestätigung erhalten. Die am 10. April stattgefundene erste Wahl in den Großdeutschen Reichstag ergab eine überwältigende Zustimmung der deutschen Nation. Rund 99 v. h. hatten in diesem Sinne ihre Entscheidung gefällt. (Stürmische Beifallskundgebungen.) kation, die noch verstärkt wurde durch eine wahrhaft infame Verfolgung und Terrorisierung unserer dortigen Deutschen entschlossen, die sudetendeutsche Frage endgültig und nunmehr radikal zu lösen. Ich gab am 28. Mai 1. den Befehl zur Vorbereitung des militärischen Einschreitens gegen diesen Staat mit dem Termin des 2. Oktober. 2. Ich befahl den gewaltigen und beschleunigten Ausbau unserer Verteidigungsfront im Westen. Für die Auseinandersetzung mit Herrn Benefd; und zum Schuhe des Reiches gegen andere Beeinflussungsversuche oder gar Bedrohungen war die sofortige Mobilmachung von zunächst 96 Divisionen vorgesehen, denen in kurzer Frist eine größere Anzahl weiterer solcher Verbände nachfolgen konnten. Die Entwicklung des hoch- und Spätsommers und die Lage des Deutschtums in der Tschechoslowakei gaben Viesen Vorbereilungen rechl. Die einzelnen Stadien der endlichen Erledigung dieses Problem gehören der Geschichte an. Wieder hoben sich die mililärischen Vorbereilungen, die sich auf die gesamte Wehrmacht, ff- und SA.-Verbände erstreckten, sowie im Falle Oesterreich auch auf zahlreiche Polizeilruppeu, auf das auherordentlichste bewährt. 3m Westen hat der Einsatz der Organisation Dr. Todt unter der Führung seines genialen Leiters und Dank der Hingabe aller übrigen dort schaffenden Offiziere, Soldaten, Männer des Reichsarbeitsdienstes und Arbeiter ein in der Geschichte bisher nicht für möglich gehaltenes einmaliges Ergebnis erzielt. (Slürmllche Beifallskundgebungen.) Wenn gewisse Zeitungen und Politiker der übrigen Welt nun behaupten, daß damit Deutschland durch militärische Erpressungen andere Völker bedroht habe, so beruht dies auf einer groben Verdrehung der Tatsachen. Deutschland hat in einem Gebiet, wo weder Engländer noch andere westliche Nationen etwas zu suchen hab n, für zehn Millionen deutsche Volksgenossen das Selbstbestimmungsrecht friedens auch im Namen der übrigen Alliierten zusicherte, befand sich der elementare Satz von dem Selbftbestimmungsrecht der Völk er. Völker sollten nicht wie eine Ware durch die Künste der Diplomatie von einer Souveränität einfach in die andere übergeben werden, sondern kraft heiligster Rechte der Natur ihr Leben und damit ihre politische Existenz selbst bestimmen. Die Proklamation dieses Grundsatzes konnte von elementarer Bedeutung fein. Tatsächlich haben sich in der Folae« zeit die damaligen alliierten Mächte dieser Thesen auch dann bedient, wenn sie für ihre egoistischen Zwecke auszuwerten waren. So verweigert man Deutschland die Rückgabe seines Kolonialbesitzes unter der Behauptung, man dürfe die dortigen Stämme und Einwohner nicht einfach gegen ihren W i l l c n — um den sich allerdings selbstverständlich im Jahre 1918 niemand gekümmert hatte - wieder an Deutschland zurückgeben. Allem, während man so im Namen des Selbstbestimmungsrechtes für primitive Negerstämme als Schützer auftritt, verweigerte man im Jahre 1918 dem hochkultivierten deutschen Volk die Zubilligung der ihm feierlich versprochenen allgemeinen Menschenrechte. Zahlreiche Millionen deutsche Bürger wurden gegen ihren Willen dem Reich entrissen oder an der Vereinigung mit dem Reich verhindert. Ja, im schärfsten Gegensatz zu dem Versprechen des Selbstbestimmungsrechtes wurde im Friedensoertrag von Versailles sogar der Anschluß der Deutschen der Ostmark an das Reich verboten in dem Augenblick, da sich dort Bestrebungen zeigten, durch öffentliche Volksabstimmungen dem Selbstbestimmungsrecht praktischen Ausdruck zu verleihen. Versuche, auf dem empfohlenen Wege vernünftiger Revisionen eine Aenderung der Sachlage herbeizuführen, waren bisher sämtlich mißlungen und mußten bei der bekannten Einstellung der Versailler Mächte auch in Zukunft scheitern. Wie überhaupt diesen Revisionsartikeln der Völkerbundsakte nur eine platonische Bedeutung zukam. des Führers in den vergangenen sechs Jahren und I ihren Plätzen, so daß Reichstagspräsident Göring insfrejonim im Jahre 1938 find für bas Gesetz ^Wellen kann: Das ® 9U "Vn fTrmmia $TrbUmZnU£ Dr"! °°N4 ° m ° n kommen nun. fo fährt emfaches Gebot der Dankbarkeit, so betont Dr. 2 fort ßur Erklärung der Reichs- Frick unter dem erneuten Beifall des Hauses, und xegierung. Der Führer spricht! Ml brau» als ein Beweis unseres unerschütterlichen Vertrau- Lindem lang anhaltendem Beifall begrüßt das tapferer und fanatisch durchgehaltener Entschlüsse. Ich spreche dies aus, weil die Gefahr besteht, daß gerade jene, die an dem Gelingen der deutschen Einigung den wenigsten praktischen Anteil besitzen, nur zu leicht als vorlauteste Deklamatoren die Tat der Schaffung dieses Reiches für sich in Anspruch nehmen oder das ganze Geschehen des Jahres 1938 als eine schon längst fällige, nur leider vom Nationalsozialismus verspätet eingelöste Selbstverständlichkeit werten. Diesen Elementen gegenüber möchte ich feststellen, daß zum Durchsetzen dieses Jahres eine Nervenkraft gehörte, von der solche Wichte nicht eine Spur besitzen! Es sind jene uns bekannten alten unverbesserlichen Pessimisten, Skeptiker oder Gleichgültigen, die man in der Zeit unseres 20jährigen Kampfes als positives Element stets vermissen konnte, die aber nun nach dem Sieg als die berufenen Experten der nationalen Erhebung ihre kritischen Randbemerkungen machen zu müssen glauben. Ich gebe nun in wenigen Sätzen eine sachliche Darstellung der geschichtlichen Ereignisse des denkwürdigen Jahres 1938. Unter den 14 Punkten, die der amerikanische Präsident Wilson Deutschland im Falle der Waffenniederlegung als die Grundlagen des neu zu organisierenden Welt- Jch selbst, als Sohn der ostmärkischen Erde, hatte den heiligen Wunsch, diese Frage zu lös en, um damit meine Heimat wieder ins Reich zurückzuführen. Im Januar 1938 faßte ich den endgültigen Entschluß, im Laufe dieses Jahres so ober so das Selbstbestimmungsrecht für die 6,5 Millionen Deutschen in Oesterreich zu erkämpfen. Ich lud den damaligen Bundeskanzler Schuschnigg zu einer Aussprache nach Berchtesgaden und versicherte ihm, daß das Deutsche Reich einer weiteren Unterdrückung dieser deutschen Volksgenossen nicht mehr zusehen würde und daß ich chm daher anheimstelle, auf dem Wege einer vernünftigen und billigen Abmachung einer endgültigen Lösung dieses Problems näherzutreten. Ich ließ ihm keinen Zweifel darüber, daß andernfalls die F re-rh eit im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes dieser 6,5 Millionen Deutschen mit a n - deren geeigneten Mitteln erzwungen werden würde. Das Ergebnis mar eine Abmachung, die hoffen ließ, auf dem Wege einer allgemeinen Verständigung dieses schwierige Problem zu lösen. Ich erklärte in meiner Reichstagsrede vom 22. Februar, daß das Schicksal der vom Mutterlands gegen ihren Willen abgetrennten 10 Millionen Deutschen in Mitteleuropa das Reich nicht mehr gleichgültig fein lassen könne, daß vor allem weitere Unterdrückungen und Mißhandlungen dieser Deutschen zik den schärfsten Gegenmaßnahmen führen müßten. Wenige Tage später entschloß sich Herr Schuschnigg zu einem eklatanten Bruch der in Berchtesgaden getroffenen Vereinbarung. Das Ziel war, durch einen tollen Abstimmungs- belrug dem nationalen Selbstbestimmungsrecht und Willen dieser 6V2 Millionen Deutschen die legale Rechtsgrundlage zu entziehen. Mittwoch abends, am 9. März, erhielt ich durch die Rede Schuschniggs in Innsbruck von Absicht Kenntnis. In der Rächt vom Mittwoch auf Donnerstag morgens befahl ich die Mobilisierung einer gewissen Anzahl deutscher Infanterie - und Panzer- ganze Haus, das sich wiederum von den Platzen erhoben hat, den Führer am Rednerpult. Der Führe? nimmt nun das Wort. Wenige Wochen darauf begann unter der Einwirkung der internationalen Hetzkampagne gewisser Zeitungen und einzelner Politiker die Tschecho« Slowakei mit verstärkten Unterdrückungen der dortigen Deutschen. Nahezu 3V2 Millionen unserer Volksgenossen lebten in ihr in geschlossenen Siedlungsgebieten, die zum größten Teil an den Reichsgrenzen lagen. Mit den in den letzten Jahrzehnten durch den tschechischen Terror vertriebenen Deutschen ergibt sich eine Zahl von über 4 Millionen Menschen deutscher Nationalität, die gegen ihren Willen in diesem Staate behalten und mehr oder weniger mißhandelt wurden. Keine Weltmacht von Ehre hätte einen solchen Zustand auf d i e Dauer geduldet und ihm zugesehen. Der verantwortliche Mann für jene Entwicklung, die allmählich die Tschecho-Slowakei zum Exponenten aller gegen das Reich gerichteten feindlichen Absichten machte, war der damalige Staatspräsident Dr. Bene sch. Er hat auf Anregung und unter Mitwirkung gewisser ausländischer Kreise im Mai des vergangenen Jahres jene tschechische M 0- b i 1 i f i e r u n g durchgeführt, der die Absicht zugrunde lag, 1. das Deutsche Reich zu provozieren und 2. dem Deutschen Reich eine Niederlage in seinem international"«! Anseben zuzufüaen. Trotz einer dem tschechischen Staatspräsidenten Benesch in meinem Auftrag zweimal übermittelten Erklärung, daß Deutschland nicht einen einzigen S 0 lda - t e n mobilisiert hatte, trotz der gleichen Versicherungen, die den Vertretern ausmärtioer Mächte abgegeben werden konnten, wurde die Fiktion aufrechterhalten und verbreitet, daß die Tschecho-Slowakei durch eine deutsche Mobilisation ihrerseits zur Mobilmachung gezwungen worden wäre und Deutschland dadurch seine eigene Mobilmachung rückgängig machen und seinen Absichten entsagen mußte. Herr Dr. Benesch ließ die Version verbreiten, daß damit das Deutsche R"ich durch die Entschlossenheit seiner Maßnahmen in die gebührenden Schranken zurückgewiesen worden sei. Da Deutschland nun weder mobil gemacht hatte, noch irgendeine Absicht besah, die Tschechoslowakei etwa anzugreifen, muhte die Lage ohne Zweifel zu einem fchweren Preftige- verlust des Reiches führen. Ich habe mich daher auf Grund dieser unerträglichen Provo- Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstags! Als vor sechs Jahren an diesem Abend unter dem Scheine der Fackeln die Zehntausende nationalsozialistischer Kämpfer durch das Brandenburger Tor zogen, um mir, dem soeben ernannten Kanzler des Reiches, das Gefühl ihrer überströmenden Freude und das Bekenntnis ihrer Gefolgfchaftstreue zum Ausdruck zu bringen, starrten wie m ganz Deutschland so auch in Berlin unzählige besorgte Augen auf den Anfang einer Entwicklung, deren Ausgang noch unkenntlich und unübersehbar zu sein schien. Rund 13 Millionen nationalsbzialsozialiftischer Wähler und Wählerinnen standen damals hinter mir. Eine gewaltige Zahl, aber doch nur etwas mehr als ein Drittel aller abgegebene* Stimmen. Freilich, die übrigen 20 Millionen verteilten und zersplitterten sich auf rund 35 andere Parteien und Grüppchen. Das einzige Verbindende unter ihnen war nur der aus dem schlechten Gewissen oder aus noch schlechteren Absichten stammende Haß gegen unsere junge Bewegung. Er einte — wie anderwärts auch heute noch — Zentrumssplitter und kommunistische Atheisten, sozialistische Eigentumsvermchter und kapitalistische Börseninteressenten, konservative Staatserhalter und republikanische Reichszerstorer. Sie alle hatten sich im langen Kampf des Nationalsozialismus um die Führung zur Verteidigung ihrer Interessen gefunden und mit dem Judentum gemeinsame Sache gemacht. Segnend breiteten darüber die politisierenden Bischöfe der verschiedenen Kirchen ihre Hände. Dieser nur im Negativen eini gen Ab plitterung der Nation stand nun jenes Drittelgläubiger deutscher Männer und Frauen gegenüber, die es unternommen hatten, gegenüber einer Welt von inneren und äußeren Widerständen das deutsche Volk und Reich erneut aufzurichten. Das Gesamtbild der Größe des damaligen Zusammenbruchs beginnt allmählich zu oerblapen. Eines ist aber auch heute noch nicht vergessen: Nur einWunderinzwölfterStunde s ch i e n Deutschland retten zu können Und an dieses Wunder glaubten wir Nationalsozialisten, lieber den Glauben an dieses Wunder lachten unsere Gegner Der Gedanke, die Nation aus einem eineinhalb Jahrzehnte langen Verfall einfach durch die Kraft einer neuen Idee erlösen zu wollen, schien den Nichtnationalsozialisten als Phantasterei, den Juden und sonstigen Staatsfeinden aber als belangloses Aufzucken einer letzten nationalen Widerstandskraft, nach deren Erlöschen man hoffen durfte, nicht nur Deutschland, sondern Europa endgültig vernichten zu können. „ e . (Ein im bolschewistischen Chaos versinkendes Deutsches Reich hätte damals das ganze Abend- land in eine Krise von unvorstellbarem Ausmaß gestürzt. Rur beschränkteste Insulaner können sich einbilden, daß die rote Pest vor der Heiligkeit einer demokratischen 3dee oder an den Grenzen desinteressierten Staaten schön von selber halt gemacht haben würde. Mit M u s s 0 l i n i und dem italienischen Faschismus hatte die Rettung Europas an einem Ende begonnen. Der Rationalfozialis- mus hat diese Rettung am anderen fortgeführl, und in diesen Tagen erleben wir in einem weiteren Lande das gleiche Schauspiel einer tapferen Ueberwindung des jüdisch-internationalen Vernichtungsversuches gegenüber der europäischen Kulturwelt. (Stürmischer Beifall.) Was sind nun sechs Jahre im Leben eines einzelnen Menschen? Was sind sie aber erst im Leben Der Völker? Man sieht in einer so kurzen Spanne der Entwicklung kaum mehr als die Symptome einer allgemeinen Stagnation, eines Rück- ober eines Fortschrittes. Die nunmehr in Deutschland hinter uns liegenden sechs Jahre aber sind erfüllt von dem gewaltigen Geschehen unserer' deutschen Geschichte überhaupt. Am 30. Januar 1933 zog ich in die Wilhelmstraße ein. erfüllt von tief ft er Sorge für die Zukunft meines Volkes. Heute — sechs Jahre später — kann ich zu dem er st en Reichstag Großdeutschlands sprechen! Wahrlich, wir vermögen vielleicht mehr als andere Generationen den frommen Sinn des Ausspruchs zu ermessen: „Welch eine Wendung durch Gottes Fügung." Sechs Jahre genügten, um die Träume von Jahrhunderten zu erfüllen. Ein Jahr, um unser Volk in den Genuß jener Einheit zu bringen, die die vergeblich angestrebte Sehnsucht zahlreicher Generationen war. Da ich Sie heute als Vertreter unseres deutschen Volkes aus allen Gauen des Reiches um mich versammelt sehe und unter Ihne* die neugewählten Männer der Ostmark und des Sudetenlandes weiß, erliege ich wieder den gewaltigen Eindrücken des Geschehens eines Jahres, in dem sich Jahrhunderte entwickelten. Wieviel Blut ist um dieses Ziel umsonst [geflossen? Wieviele Millionen deutscher Männer ind bewußt oder unbewußt im Dienste dieser Ziel- etzung seit mehr als tausend Jahren den bitteren Weg in den raschen oder schmerzlichen Tod gegangen! Wieviele andere« wurden verdammt, hinter Festungs- und Kerkermauern ein Leben zu beenden, das sie Grohdeutschland schenken wollten! Wieviele Hunderttausende sind als endloser von Not und Sorge gepeitschter Strom deutscher Auswanderung in die weite Welt geflossen! Jahrzehntelang noch an die unglückliche Heimat denkend, nach Generationen sie vergessend. And nun ist in einem 3ahre bie Verwirklichung dieses Traumes gelungen. Richt kampflos, wie gedankenlose Bürger dies vielleicht zu glauben pflegen. Vor diesem 3ahr der deutschen Einigung stehen fast zwei 3ahrzehnte des fanatischen Ringens einer politischen 3dee. Hundertlausende und Millionen fetzten für sie ihr ganzes Sein, ihre körperliche und wirtschaftliche Existenz ein; nahmen Svott und hohn genau so willig auf sich wie jahrelange schimpfliche Behandlung, erbärmliche Verläumdung und kaum erträglichen Terror. Zahllose blutbedeckte Tote und Verletzte in allen deutschen (Bauen sind die Zeugen des Kampfes. Und zudem: dieser Erfolg wurde erkämpft durch eine unermeßliche Willensanstrengung und durch die Kraft h e r g e ft e I (t. Es hat dadurch u 1 e rn a v d e n bedroht, es hat sich nur zur Wehr gesetzt gegen den Versuch der Einmischung Dritter. Und ich brauche Ihnen nicht zu versichern, meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstages, daß wir es auch in Zukunft nicht hinnehmen werden, daß in gewisse nur uns angehende Angelegenheiten wesr- liche Staaten sich einfach hineinzumenaen versuchen, um durch ihr Dazwischentreten natürliche und vernünftige Lösungen zu verhindern. (Sich immer wiederholender stürmischer Beifall.) Wir alle waren daher glücklich, daß es dank der Initiative unseres Freundes Benito Mussolini und dank der ebenfalls hoch zu schätzenden Bereitwilligkeit Chamberlains und Daladiers gelang, die Elemente einer Abmachung zu finden, die nicht nur die friedliche Lösung einer unaufschiebbaren Angelegenheit gestattete, sondern bie barüber hinaus als Beispiel gewertet werben kann für die Möglichkeit einer allgemeinen vernünftigen Behandlung und Erledigung bestimmter lebenswichtiger Probleme. Allerdings ohne bie Entschlossenheit, dieses Problem so ober so zur Lösung zu bringen, wäre es zu einer solchen Einigung ber europäischen Großmächte nicht gekommen. Das sudetendeutsche Volk hat seinerseits ebenfalls Gelegenheit erhalten, durch eine eigene und freie W i 11 e n s k u n d g e b u n g den Prozeß der Eingliederung in das Großdeutfche Reich zu sanktionieren. Es vollzog seine Zustimmung mit derselben überwältigenden Mehrheit, wie sie die Wahl des ersten Großdeutschen Reichstages zeigte. Wir haben damit vor uns heute eine Vertretung des deutschen Volkes, die es beanspruchen kann, als eine wahrhaft verfassunggebende Körperschaft angesehen zu werden. Es liegt nicht im Sinne meiner Ausführungen, und es ist auch nicht möglich, im Rahmen dieses Rückblicks all derjenigen zu gedenken, die mir durch ihre Mitarbeit die geistigen und materiellen Voraussetzungen zum Gelingen des großen Einigungswerkes gegeben haben. Ich muß aber in dieser Stunde hervorheben, daß neben der impulsiven und mitreißenden Wirksamkeit des Generalfeldmarschalls, unseres alten Parteigenossen Göring, auf den von ihm betreuten Gebieten — es in erster ßiifie die ebenso richtige wie kühne Beurteilung und im einzelnen hervorragende Behandlung aller außenpolitischen Probleme durch Parteigenossen von Ribbentrop waren, die mir in der zurückliegenden großen Zeit eine außerordentliche Hilfe für die Durchführung dieser meiner Politik bedeuteten. (Langanhaltende Beifallskundgebungen. Dies zum fachlichen Ablauf des historischen Jahres 1938. Es scheint mir am heutigen Tage notwendig zu sein, es vor der Ration auszusprechen, daß das 3ahr 1938 in erster Linie ein 3 ahr des Triumphes einer 3dee war. Eine 3dee hat ein Volk geeint zum Unterschied früherer 3ahrhunderte, da man glaubte, diese Aufgabe nur dem Schwert überlassen zu dürfen. Als die deutschen Soldaten in die Ostmark und in das §udelenland einrücklen, da geschah es gegen die dortigen Unterdrücker des Volkes und mithin die Träger der nationalfo-ia- listischen Volksgemeinschaft, der alle diese Millionen Deutsche innerlich schon längst ergeben und verschworen waren. Die Flagge des nationalsozialistischen Reiches trugen die Deutschen der Ostmark und des Sudetenlandes trotz aller Unterdrückung als Symbol in ihren Herzen. Und dies ist der entscheidende Unterschied zwischen der Entstehung Großdeutschlands und ähnlichen Versuchen in vergangenen 3abrhunderten. Damals wollte man die deutschen Stamme in ein Re'ch zwingen — heute hckt das deutsche Volk die Widersacher des Reiches bezwungen. 3n kaum acht Monaten vollzog sich eine der bemerkenswertesten Umwälzungen Europas. (Die Beifallsstürme wiederholen sich.) Wenn es nun früher vornehmlich bie vermeintlichen Belange der einzelnen Stämme und Länder eher der Egoismus deutscher Fürsten waren, bie sich jeder wahrhaften Reichseinigung entgegenstemmten, dann diesmal nach Beseitigung ber inneren Reichs- feinbe bie internationalen Nutznießer der deutschen Zersplitterung, bie als letzte Kräfte hemmend einzugreifen versuchten. So war es diesmal nicht mehr notwendig, das Schwert zu ziehen zur Erzwingung der nationalen Einigung, sondern nur zum Schutze derselben vor ber äußeren Bebrohung. Die junge Wehrmacht des Reiches hat ihre erste Probe dabei glänzend bestanden. Dieser in der Geschichte unseres Volkes einmalige Vorgang bedeutet für Sie, meine Abgeordneten und Männer des Großdeutschen Reichstages, eine heilige und ewige Verpflichtung. Sie sind nicht' die Vertreter einer Landschaft oder eines bestimmten Stammes. Sie sind nicht Repräsentanten besonderer Interessen, sondern Sie sind zu allererst die gewählten Vertreter de sg es amten großen deutschen Volkes. Sie sind damit Garanten jenes Deutschen Reiches, das der Nationalsozialismus ermöglicht und geschaffen hat. Sie sind deshalb verpflichtet, der Bewegung, b:e das Wunder der deutschen Geschichte des Jahres 1938 vorbereitete und verwirklichte, in treuester Gefolgschaft zr dienen. In ihnen müssen sich die Tugenden der Nationalsozialistischen Partei in hervorragendster Weile verkörpern, Treue, Kameradschaft und Gehorsam. So wie wir uns diese im Kampfe um Deutschland anerzogen hatten, so soll für alle Zukunft die innere Ausrichtung der Vertreter des Reichstages bleiben. Dann wird bie repräsentative Vertretung der deutschen Nation eine verschworene Gemeinschaft darstellen von positiven Arbeitern am deutsche Volk und Staat. Meine Abgeordneten! Männer des Reichstages! Die Geschichte ber letzten 30 Jahre hat uns allen eine große °el)re zu geben, nämlich die, baß bas Gewicht ber Nationen nach außen gleich ill ber Kraft ber Volker im Innern. Aus Zahl unb Wert ber Volksgenossen ergibt sich bie Bedeutung des Volkes im gesamten. Allein die letzte unb ent« scheidenste Nolle bei ber Bewertung ber wirklichen Kraft einer Nation wird immer bem Staube der inneren Drbnuna, das heißt ber vernünftigen Organisation bieser Dolkskraft zukommen. Der beut« sche Mensch ist heute kein anderer als der vor nehn, zwanzig ober dreißig Jahren. Die Zahl ber Deutschen hat sich seitbem nur unwesentlich vermehrt. Fähigkeiten, Genie. Tatkraft usw. können nicht Häher geschätzt werden als in früheren Jahrzehnten. Das Einzige, was sich wesentlich geändert hat, ist die bessere Nutzbarmachung dieser Werte, durch die Art ihrer Organisation unb bank ber B i l- düng einer neuen Führerauslese Das rolitif'ü unb gesellschaftlich be^organifterte beutsche Volk früherer Jahrzehnte hat ben größten Teil der ihm innewohnenden Kräfte in einem ebenso unfruchtbaren wie unsinnigen gegenseitigen inneren Krieg verbraucht. Die sogenannte demokratische Freiheit des Auslebens der Meinungen und der Instinkte führte nicht zu einer Entwicklung oder auch nur zur Freimachung besonderer Werte und Kräfte, sondern nur zu ihrer sinnlosen Vergeudung und endlich zur Lähmung jeder noch vorhandenen wirklich schöpferischen Persönlichkeit. Indem der Nationalsozialismus diesem unfruchtbaren Kampf ein Ende bereitete, erlöste er die bis dahin im Innern gebundenen Kräfte und gab sie frei zur Vertretung der nationalen Lebensinteressen im Sinne der Bewältigung großer Gemeinschaftsaufgaben im Innern des Reiches als auch im Dienst der Sicherung der gemeinsamen Lebensnotwendigkeiten gegenüber unserer Umwelt. Es ist ein Unsinn, zu meinen, daß Gehorsam und Disziplin nur f ür Soldaten nötig wären, im übrigen Leben der Völker aber wenig nützliche Bedeutung besäßen. Im Gegenteil. Die disziplinierte und im Gehorsam erzogene Volksgemeinschaft ist in der Lage, Kräfte zu mobilisieren, die einer leichteren Behauptung der Existenz der Völker zugute kommen und die damit der erfolgreichen Vertretung der Interessen aller dienen. Eine solche Gemeinschaft ist allerdings primär nicht durch den Zwang der Gewalt zu schaffen, sondern durch die zwingende Gewalt einer Idee und damit durch die Anstrengungen einer andauernden Erziehung. Der Nationalsozialismus erstrebt die Herstellung einer wahrhaften Volksgemeinschaft. Diese Vorstellung ist ein scheinbar ferne liegendes Ideal. Allein, dies ist kein Unglück, im Gegenteil. Gerade die Schönheit dieses Ideals verpflichtetzueiner fortgesetzten Arbeit und damit zum enent- wegten Streben nach ihm. Dies ist der Unterschied zwischen den sogenannten Parteiprogrammen einer verschwundenen Zeit und der Zielsetzung des Nationalsozialismus. Die Parteiprogramme von einst enthielten verschieden formulierte, jedoch zeitlich bedingte und damit begrenzte wirtschaftliche, politische und konfessionelle Auffassungen oder Absichten. Der Nationalsozialismus dagegen stellte in seiner Volksgemeinschaft ein zeitloses Ziel auf, das nur durch fortgesetzte und dauernde Erziehung angestrebt, erreicht und erhalten werden kann. Während sich also die Ar- bei der früheren Parteien im wesentlichen in der Behandlung von Staats- und wirtschaftlichen Tagesfragen und Angelegenheiten erschöpfte und mithin hauptsächlich in das Parlament verlegt worden war, hat die nationalsozialistische Bewegung eine unentwegte Arbeit am Volke s e t b st zu leisten. Aber auch die Auswertung vieler Arbeit erfolgt nicht im Reichstag, sondern auf allen Gebieten des inner- und außenpolitischen Lebens. Denn die Volksgemeinschaft stellt den entscheidendsten Wert und damit Rlachtfaktor dar, den die Staatsführung bei ihren Entschlüssen einzusehen in der Lage ist. Es spricht nicht gegen die Wichtigkeit dieser Tcll- süchen das geringe Verständnis, das in Sonderheit bic früheren Vertreter unserer bürgerlichen Parteien für solche Erkenntnisse auszubringen vermochten. Es gibt Menschen, denen selbst die größten und erschütterndsten Ereignisse keinerlei innere Nachdenklichkeit oder gar Bewegung abzuzwingen vermögen. Diele sind dafür auch persönlich innerlich tot und damit für ihre Gemeinschaft wertlos. Sie machen selbst keine Geschichte, und man kann mit ihnen auch keine Geschichte machen. In ihrer Beschränktheit ober in ihrer blasierten Dekadenz sind sie eine unbrauchbare Ausschußware der Natur. Sie finden ihre eigene Beruhigung oder Befriedigung in dem Gedanken einer infolge ihrer vermeintlichen Kluaheit oder Weisheit über den Zeitereignissen liegenden erhobenen Haltung ober besser gesagt Igno- ranz. Man kann sich nun sehr aut denken, daß ein Volk nicht einen einzigen solchen Ignoranten besitzt und dabei der größten Handlungen und Taten fähig ’u sein vermag. Es ist ober unmöglich, sich eine Nation vorzustellen ober sie gar zu führen, die in ihrer Mehrzahl aus solchen Ignoranten bestünde statt aus der blutvollen Maste i d e a l i st i - scher. gläubiger und bejahender Mensches. Diese sind die einzig wertvollen Elemente einer Volksgemeinschaft. Tausend Schwächen sind ihnen zu verzeihen wenn sie nur die eine Stärke besitzen, für ein Ideal oder erne Vorstellung — w"nn notwendig — auch das Letzte geben zu können! Ich kann daher vor Ihnen, meine Abaeordneten des Reichstages, nur die dringende Bitte wiederholen. die ich in taulevden und aber tausenden Versammlungen vor form Volke immer wieder ausgesprochen habe: sehen «€>ie die Erhaltuna des Reiches nur in der Schaffung und Stärkung der national- s o 0 l i st i f ch e n Volksgemeinschaft. Dies roirb Sie dann von selbst zwingen, auf zahlreichen einzelnen G-biet-n eine wirklich positive Arbeit zu leisi-'n. Damit wird es auch möglich, iene Hunderttausend nnd Millionen fathmHiaer Naturen in unserem Volk wirkunn-wall "im ^infntt ?u bringen, denen die normale büraerliche Tätiakeit im Wirtschaftsleben ufro. niemals eine genügende Befrie- digunq geben kann. Die Organisation der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft erfordert Millionen tätiger Mitglieder. Sie zu finden und auszusuchen, heißt in jenem gewaltigen Ausleseprozetz mithelfen, der es uns ermöglicht, für die letzten Staatsaufgaben nicht die durch Schulen gezüchteten, sondern durch die eigene Fähigkeit berufenen Vertreter aufzuspüren. Und dies ist entscheidend nicht nur für die Volks-, sondern auch für die Staatsfuhrung Denn in der Millionenmasse des Volkes leben genügend Veranlagungen, um sämtliche Stellen erfolgreich besetzen zu können. Dies ergibt die größte Sicherung des Staates und der Volksgemeinschaft gegenüber revolutionären Absichten einzelner und den zersetzenden Tendenzen der Zeit. Denn die Gefahr droht immer nur von den übersehenen, im tiefsten Grunde aber schöpferischen Talenten, niemals von den nur negativen Kritikastern ober Nörglern. In ihnen liegt weder der Idealismus noch die Tatkraft, um wirklich Entscheidendes zu vollbringen, lieber Pam'^'lle, Zeitungsartikel und rednerische Exzesse pflegt sich ihr oppositioneller Ingrimm selten zu steigern. Die wirklichen Revolutionäre von Weltformat sind zu allen Zeiten die von einer überheblichen, verkalkten, abgeschlossenen Gesellschaftsschicht übersehenen oder nicht zugelassenen Führer - naturen gewesen. Es liegt daher im Interesse des Staates, durch eine beste Auslese immer wieder neu zu prüfen, welche Talente in einem Volk immer wieder neu zu prüfen, welche Talente in einem Volk vorhanden sind und wie sie zum nutzbringenden Einsatz gebracht werden können. Die erste Voraussetzung dazu bietet die gewaltige Organisation einer lebendigen Volksgemeinschaft selbst Denn sie stellt die umfassendsten Aufgaben und erfordert eine dauernde und vielseitige Arbeit. Bedenken Sie allein das ungeheure Ausmaß von Erziehungs- und damit Führungsarbeit, das eine Organisation wie die Arbeitsfront benötigt. Meine Abgeordneten, wir stehen hier noch vor ungeheuren, gewaltigen Aufgaben. Line neue Führungsschicht unseres Volkes muß aufgebaut werden. Ihre Zusammensetzung ist rassisch bedingt. Ls ist aber ebenso notwendig, durch das System und die Art unserer Erziehung vor allem Tapferkeit und V er an two rtu n g s freud i g k eik als selbstverständliche Voraussetzung für die Uebernahme jedes öffentlichen Amtes zu verlangen und sicherzuflellen. Für die Besetzung von führenden Stellen in Staat und Partei ist die charakterliche Haltung höher zu werten als die sogenannte nur wissenschaftliche oder vermeintliche geistige Eignung. Denn überall dort, wo geführt werden muß, entscheidet nicht das abstrakte Wissen, sondern die angeborene Befähigung zum Führen und mithin ein hohes Ausmaß von Verantwortungsfreudigkeit und damit von Entschlossenheit, Mut und Beharrlichkeit. Grundsätzlich muß die Erkenntnis gelten, daß der Mangel an Verantwortungsfreude niemals aufgehoben werden kann durch eine angenommene erstklassige, durch Zeugnisse belegte wissenschaftliche Bildung. Wissen und Führungsfähigkeit, d. h. also immer auch Tatkraft, schließen sich nicht gegenseitig aus. Dort, wo sich darüber aber Zweifel erheben, kann unter keinen Umständen das Wissen als Ersah für Haltung, Mut, Tapferkeit und Lnt- schluhfreudi^eit gelten. Bei der Führung einer Volksgemeinschaft in Partei und Staat sind diese Eigenschaften die wichtigeren. Sie Volksgemeinschaft das Fundament der Etaatssührung. Wenn ich dieses vor Ihnen, meine Abgeordneten, ausspreche, bann tue ich es unter dem Eindruck des einen Jahres deutscher Geschichte, das mich mehr als mein ganzes bisheriges Leben darüber belehrt hat, wie wichtig und unersetzbar gerade diese Tugenden sind und wie in den kritischen Stunden ein einziger tatkräftiger Mann immer mehr wiegt als tausend geistreiche Schwächlinge. Diese neue Führungsauslese muß als gesellschaftliche Erscheinung aber auch erlöft werden von zahlreichen Vorurteilen, die ich wirklich nicht anders denn als eine verlogene und im tiefsten Grunde unsinnige Gesellschaftsmoral bezeichnen kann. Es gibt keine Haltung, die ihre letzte Rechtfertigung nicht in dem aus ihr entspringenden Nutzen für die Gesamtheit finden könnte. Was ersichtlich für die Existenz der Gesamtheit unwichtig oder sogar schädlich ist, kann nicht im Dienste einer Gesellschaftsordnung als normal gewertet werden. Und vor allem: Eine Volksgemeinschaft ist nur denkbar unter der Anerkennung von Gesetzen, die für alte gültig sind, d. h. es geht nicht an, von einen die Befolgung von Prinzipien zu erretten oder zu fordern, die in den Augen der anderen entweder widersinnig, schädlich oder aber auch nur unwichtig erscheinen. Ich habe kein Verständnis für das Bestreben absterbender Gesellschaftsschichten, sich durch eine Hecke vertrockneter und unwirklich gewordener Standesgesetze vom wirklichen Leben abzusondern, um sich damit künstlich zu erhalten. Solange dies nur geschieht, um dem eigenen Absterben einen ruhigen Friedhof zu sichern, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn man aber damit dem fortschreitenden Leben eine Barriere vorlegen will, dann wird der Sturm einer vorwärtsbrausenden Jugend dieses alte Gestrüpp kurzerhand beseitigen. Der heutige deutsche Volks st a a t kennt keine g e - sellschaftlichenVorurteile. Er kennt daher auch keine gesellschaftliche Sonder- moral. Er kennt nur die durch Vernunft und Erkenntnis vom Menschen begriffenen Lebensgesetze und Notwendigkeiten. Der Nationalsozialismus hat sie erkannt und will sie respektiert sehen. Wenn ich dies vor Ihnen ausspreche, meine Abgeordneten des Großdeutschen Reichstages, dann tue ich es, um Sie an einem so feierlichen Tage erneut zu verpflichten, als Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung mitzuhelfen, die großen Ziele unsererWeltanschauung und damit des Kampfes unseres Volkes zu verwirklichen. Denn Sie sind nicht hier als gewählte Parlamentarier, sondern Sie sind hier als die von der Bewegung dem deutschen Volke vorgeschlagenen nationalsozialistischen Kämpfer. Ihre Tätigkeit liegt im wesentlichen in der Formung unseres Volkskörpers und in der Gestaltung unserer Gemeinschaft, in der Erziehung zu einem wahrhaft nationalen und sozialistischen Denken. Aus diesem Grunde hat das deutsche Volk mich und Sie gewählt. Die Gesetze unserer Bewegung verpflichten uns, an jedem Platz, an dem wir uns befinden mögen. Wir sind deshalb aber auch mit größerem Recht die Vertreter der deutschen Nation, als jene uns von früher her in Deutschland bekannten Parlamentarier demokratischer Herkunft, die ihr Mandat durch die Bezahlung einer mehr oder weniger hohen Prämie erhaltpn hatten. Wenn ich heule nach sechsjähriger Führung des deutschen Volkes und des Reiches in die Zukunft blicke, dann kann ich es nicht tun, ohne dem tiefen Vertrauen Ausdruck zu geben, das mich hierbei erfüllt. Die Geschlossenheit des deutschen Volkskörpers, deren Garanten Sie, meine Abgeordneten, in erster Linie sind und sein werden, gibt mir die Gewißheit, daß, was immer auch an Aufgaben an unser Volk heran- lreken wird, der nationalsozialistische Staat früher oder später löst, daß wie immer auch die Schwierigkeiten, die uns noch bevorstehen, beschaffen sein mögen, die Tatkraft und der 2Nut der Führung sie meistern werden. Ebenso wie ich überzeugt bin, daß das deutsche Volk, gewarnt durch eine jahrzehntelange einmalige geschichtliche Lehre, in höchster Entschlossenheit seiner Führung folgen wird! An einem neuen Abschnitt deutscher Wirtschaftspolitik. Meine Abgeordneten, Männer des Reichstags! Wir leben heute in einer Zeit, die erfüllt ist von dem Geschrei demokratischer Moralverfechter und Weltverbesserer. Nach den Aeußerungen dieser Apostel könnte man fast schließen, daß die ganze Welt nur darauf lauere, das deutsche Volk von seinem Unglück zu erlösen, um es wieder zurück- zuführen in den glücklichen Zustand weltbürgerlicher Verbrüderung und internationaler Hilfsbereitschaft, die wir Deutsche in den 15 Jahren vor dem nationalsozialistischen Machtantritt so wunderbar zu erproben Gelegenheit hatten. Aus den Reden und den Zeitungen dieser Demokratien hören wir jeden Tag von den Schwierigkeiten, denen wir Deutsche ausgeliefert sind. Wobei zwischen den Reden der Staatsmänner und den Leitartikeln ihrer Publizisten insofern ein Unterschied zu spüren ist, als die einen uns entweder bemitleiden oder salbungsvoll die bewährten, nur leider in ihren eigenen Ländern anscheinend auch nicht so wirkungsvollen alten Rezepte anpreisen, während die Publizisten etwas offenherziger ihrer wahren Gesinnung Ausdruck verleihen. Sie teilen uns im Tone schadenfreudigster Zuversicht mit, daß wir entweder eine Hungers- n o t haben oder daß wir sie — so Gott will — demnächst bekommen, daß wir an einer Finanz- krise zugrunde gehen oder andernfalls an einer Produktionskrise — und wenn auch das nicht eintreten sollte, dann an einer Konsum- krise. Der fachlich so oft bewährte Scharfsinn dieser demokratischen Weltwirtschaftsdoktoren kommt nur nicht immer zu ganz einheitlichen Diagnosen. In dieser letzten Woche allein konnte man angesichts der verstärkten Konzentration des deutschen Selbstbehauptungswillens zur gleichen Zeit lesen, 1. daß Deutschland wohl einen Produktionsüberschuß besitze, aber am Mangel an Konsumkraft ab- fterben werde, 2. daß Deutschland ohne Zweifel ein ungeheures Konsumbedürfnis habe, allein am Mangel an Produktionsgütern zugrunde ginge, 3. daß wir an der drückenden Schuldenlast zusammenbrechen müßten, 4. daß wir keine Schulden machen wollten, sondern durch nationalsozialistische Mittel auch auf diesem Gebiet den letzten geheiligten privatkapitalistischen Vorstellungen zuwiderhandeln und deshalb — Gott gebe es — zugrunde gehen würden, 5. daß das deutsche Volk infolge seines niederen Lebensstandards revoltiere, 6. daß der Staat den hohen Lebensstandard des deutschen Volkes mcht mehr aufrechterhalten könne usw. (Heiterkeit.) Alle diese und viele andere ähnliche Doktorarbeiten unserer demokratischen Weltwirtschafts-Theologen (Wiederholte Heiterkeit.) fanden schon ihre Vorläufer in den zahllosen Feststellungen während der Zeit des nationalsozialistischen Kampfes um die Macht und besonders in der Zeit der legten sechs Jahre. Diese Klagen und Prophe- zechungen sind nur in einem aufrichtig: nämlich in dem einzigen ehrlichen demokratischen Wunsch, das deutsche Volk und insbesondere das heutige natto- nalsozialistische Deutschland möchten doch endlich zugrunde gehen, lieber eines freilich ist sich auch das deutsche Volk und sind vor allem wir uns ganz im klaren: Deutschland befindet sich ohne Zweifel seit jeher in einer ganz besonders schweren wirtschaftlichen Lage. Ja, seit dem Jahre 1918 konnte sie für viele als aussichtslos gelten. Allein, während man nach dem Jahre 1918 vor diesen Schwierigkeiten einfach kapitulierte oder sich auf die übrige Welt verließ und von ihr verlassen wurde, hat der Rationalsozialismus mit diesem System feiger Ergebung in ein unabwendbar erscheinendes Schicksal gebrochen und den Selbsterhaltungswillen der Ration aufgerufen. Er wurde nicht nur mit außerordentlicher Entschlossenheit eingesetzt, sondern — das darf ich heute wohl aussprechen — auch von außerordentlichem Erfolg gekrönt, so daß ich zweierlei aussprechen kann: 1. Wir kämpfen wirklich einen ungeheuren Kampf unter Einsatz der ganzen geschlossenen Kraft und Energie unseres Volkes und 2. wir werden diesen Kampf restlos gewinnen, ja, wir haben ihn bereits gewonnen! Worin liegt die Ursache all unserer wirtschaftlichen Schwierigkeiten? In der Ueberoölferung unseres Lebensraumes! Und hier kann ich den Herren Kritikern in den westlichen und außereuropäischen Demokratien nur eine Tatsache und eine Frage vorhalten. Die Tatsache: Das deutsche Volk lebt mit 135 Menschen auf dem Quadratkilometer ohne jede äußere Hilfe und ohne alle Reserven von früher. Don der ganzen übrigen Welt anderthalb Jahrzehnte ausgeplündert, mit ungeheuren Schulden belastet, ohne Kolonien, wird es trotzdem ernährt und gekleidet und hat dabei keine Erwerbslosen. Und die Frage: Welche unserer sogenannten großen Demokratien wäre wohl in der Lage, das gleiche Kunststück fertigzubringen? Wenn wir dabei besondere Wege gegangen sind, dann lag der Grund einfach darin, daß uns auch besondere Verhältnisse auf- gezwungen wurden. Und zwar so schwere Umstände, daß die Lage der anderen großen Staaten damit überhaupt mcht verglichen werden kann. Es gibt auf dieser Erde Staaten, die nicht wie Deutschland 135. sondern nur 5 bis 11 Menschen auf den Quadratkilometer besitzen, dabei fruchtbarstes Ackerland in ungeheurem Ausmaße brachliegen haben, über sämtliche denkbaren Bodenschätze verfügen, den natürlichsten Reichtum an Kohle, Eisen, Erz ihr eigen nennen und trotzdem nicht einmal in der Lage sind, ihre eigenen sozialen Probleme zu lösen, ihre Erwerbslosen zu beseitigen, oder ihre sonstige Not zu meistern. Die Vertreter dieser Staaten schwören nun auf die wunderbaren Eigenschaften ihrer Demokratie. Das mögen sie sür sich tun. Solange wir aber in Deutschland einen Ableger dieser Demokratie be= ,^ßen, hatten wir 7 Millionen Erwerbslose, eine vor dem vollkommenen Ruin stehende Wirtschaft in Stadt und Land und eine vor der Revolution stehende Gesellschaft. Nun haben wir trotz unserer Schwierigkeiten diese Probleme gelost, und zwar dank unserem Regime und unserer inneren Organisation. Wundern sich diese Vertreter fremder Demokra- , tien, daß wir nun so frei sind, unser heutiges Regime für besser zu halten als das Regime, das wir früher hatten, und wundern sie sich vor allem, daß das deutsche Volk dem jetzigen Regime seine Zustimmung gibt -und das frühere ablehnt! Ist aber nun ein Regime, das 99 v. H. seiner ganzen Volksgenossen hinter sich hat, nicht letzten Endes eine ganz andere Demokratie als jene Patentlösung in Staaten, die sich oft nur durch Anwendung der bedenklichsten Mittel der Wahlbeeinflussung zu halten vermag? Vor allem aber, wie kommt man dazu, uns etwas aufoktroyieren zu wollen, das wir — soweit es sich um den Begriff Dolksherrschaft handelt — in einer viel klareren und besseren Form besitzen. Soweit es sich aber um die uns angepriesenen Methoden handelt, so haben sie sich in unserem Lande als gänzlich unbrauchbar erwiesen. Man erklärt in diesen Staaten, daß man daran glaube, daß zwischen Demokratien und sogenannten Diktaturen trotzdem eine Zusammenarbeit möglich jein könnte. Was soll das heißen? Die Frage der S t a a t s f o r m oder der Organisation einer volklichen Gemeinschaft steht international überhaupt nicht z u r Debatte. Es ist uns Deutschen gänzlich gleichgültig, welche Staatsform andere Volker besitzen. Es ist uns an sich höchst gleichgültig, ob man den Nationalsozialismus, der nun einmal unser Patent ift„ genau so wie der Faschismus das italienische, exportiert oder nicht. Wir haben daran nämlich selbst kein Interesse! Weder sehen wir einen Vorteil darin, den Nationalsozialismus als Idee zu liefern, noch haben wir einen Anlaß, andere Volker deshalb, weil sie Demokraten sind, etwa zu bekriegen. Die Behauptung, daß das nationalsozialistische Deutschland demnächst Nordoder Südamerika, Australien, China oder die Niederlande angreifen und aufteilen wird, und zwar weil dort andere Regierungssysteme herrschen, konnte nur noch ergänzt werden durch die Weissagung, daß wir im Anschluß daran die Absicht hätten, sofort den Vollmond zu vesetzen. (Stürmische Heiterkeit.) Unser Staat und unser Volk haben sehr schwere wirtschaftliche Lebensbedingungen. Das Regime vor uns hat vor der Schwere dieser Aufgabe kapituliert und war infolge feiner ganzen Art nicht in der Lage, den Kampf dagegen aufzunehmen. Der Rationalsozialismus kennt das Wort Kapitulation weder innen-, noch außenpolitisch. Er ist von der brutalen Entschlußkraft erfüllt, Probleme, die gelöst werden müssen, anzufassen und so oder so auch zu lösen. Und wir müssen dabei, wie die Dinge liegen, das, was uns an materiellen Mitteln fehlt, ersehen durch äußersten Fleiß und durch die äußerste Konzentration unserer Arbeitskraft. Wem die Natur von selber die Bananen in den Mund wachsen läßt, der hat natürlich einen leichteren Lebenskampf als der deutsche Bauer, der sich .das ganze Jahr abmühen muß, um seinen Acker zu bestellen. Wir verbitten uns dabei nur, daß nun ein so sorgenloser internationaler Bananenpflücker di e Tätigkeit des deutschen Bauern kritisiert. Wenn gewisse Methoden unserer Wirtschaftspolitik der anderen Welt als schädlich vorkommen, dann mag sie sich selbst darüber Rechenschaft ablegen, daß ein, wirtschaftlich gesehen, ebenso unvernünftiger wie zweckloser Haß gerade auf Dellen der einstigen Siegerstaaten dabei mit die Hauptoerantwortung trägt. Ich mochte Ihnen, meine Abgeordneten, Männer des Reichstages und damit dem ganzen deutschen Volk, Ivie so oft, auch in dieser Stunde in wenigen Zügen eine Situation klarmachen, die gegeben ist, mit der wir uns entweder abfinden oder die wir verändern müssen. Deutschland war vor dem Kriege eine aufblühende Weltwirtschaftsmacht. Es nahm am internationalen Handel teil unter Respektierung der damals allgemeinen gültigen Wirtschaftsgesetze sowohl, als auch der Methoden dieses Handels, lieber den Zwang zur Teilnahme an dieser Handelsbetätigung brauche ich hier kein Wort zu reden, denn es ist "eine Anmaßung, anzunehmen, daß der liebe Gott die Welt nur für ein oder zwei Volker geschaffen habe. Jedes Volk hat das Recht, sich fein Leben auf dieser Erde sicherzustellen. Das deutsche Volk ist eines der ältesten Kulturvölker Europas. Sein Beitrag zur menschlichen Zivilisation beruht nicht auf einigen Phrasen von Politikern, sondern auf zeitlosen Leistungen, und zwar positiven Leistungen. Es hat genau das gleiche Recht, an der Erschließung dieser Welt teilzuhaben, wie irgend ein anderes Volk. (Starker Beifall.) Trotzdem wurde schon im Frieden, und zwar damals in englischen Kreisen, der gerade wirtschaftlich gesehen kindische Gedanke verfochten, daß die Vernichtung Deutschlands die britischen Handelsgewinne ungeheuer steigern würde. Es kam dazu dann noch weiter die Tatsache, daß man im damaligen Deutschland schon einen der angestrebten jüdischen Weltbeherrschung am Ende doch nicht ganz gefügigen Faktor zu sehen glaubte und daher auch von dieser Seite mit allen Mitteln zum Kampf gegen Deutschland zu hetzen sich bemühte. Der Weltkrieg, in den Deutschland einfach aus einer damals ohne Zweifel falsch verstandenen Bündnis- treue hineinschlitterte, endete nach über vier Jahren mit jenem phantastischen Appell des berühmten amerikanischen Präsidenten Wilson. Diese 14 Punkte, die dann noch durch vier weitere ergänzt wurden, stellen die von den alliierten Mächten feierlich übernommenen Verpflichtungen dar, auf Grund deren Deutschland die Waffen niederlegte. Nach dem Waffenstillstand wurden dieseVerpflicht ungen in schmachvollster Weise gebrochen. (Zustimmung.) Hier begann nun der Wahnsinn der sogenannten Siegerstaaten, das Leid des Krieges in einen permanenten Krieg des Friedens zu verwandeln. Wenn dieser Zustand heute zum größten Teil beseitigt ist, dann nicht etwa aus Gründen der Einsicht ober auch nur der Billigkeit auf feiten der demokratischen Staatsmänner, sondern ausschließlich durch die Kraft der wieder zu sich gekommenen deutschenNation. Tatsache ist jedenfalls, daß am Ende des Weltkrieges jede vernünftige Ueberlegung zu dem Ergebnis hätte kommen müssen, das irgendein sichtbarer Gewinn für keinen Staat herausgekommen war. Deutschlands Recht auf seine Kolonien. Die geistreichen britischen Wirtschaftsartikler, die vorher davon schrieben, daß öie Vernichtung Deutschlands den Reichtum jenes einzelnen englischen Menschen erhöhen würde und der Wohlfahrt ihres Landes zugute käme, mußten wenigstens eine gewisse Zeitlang nach dem Kriege — bald durch die Wirklichkeit zu sehr Lügen gestraft — schweigen. Erst in den letzten Monaten beginnen ähnlich geniale Erkenntnisse in den Reden britischer Politiker und den Leitartikeln ebensolcher Zeitungsschreiber wieder aufzutauchen. Warum wurde der Weltkrieg geführt? Um die am zweiten Platz stehende deutsche Seewaffe zu vernichten? Das Ergebnis war jedenfalls, daß vor die und an^die Stelle Deutschlands nunmehr zwei andere Staaten getreten sind. Oder um den deutschen Handel zu liquidieren? Die Vernichtung des deutschen Handels hat England mindestens ebenso viel Schaden zugefügt, wie Deutschland selber. England und die Engländer sind nicht reicher geworden. Oder um das Deutsche Reich aus irgendeinem anderen Grunde zu beseitigen? Das Deutsche Reich ist heute stärker als je zuvor. (Lebhafter Beifall.) Oder um etwa die westliche Demokratie in der Welt zu verankern? Diese Demokratie ist in großen Teilen der Welt in der früheren Ausgabe eingezogen und eingestampft worden. (Heiterkeit.) Don den Gestaden des Stillen Ozeans, im Osten Asiens bis zu den Fluten der Nordsee und an die Küsten des Mittelmeers breiten sich mit rapider Schnelligkeit andere Staaten und Systeme aus. Jeder auch nur denkbare Nutzen des Krieges ist restlos ausgelöscht worden durch die ungeheuren Opfer, nicht nur an Mnschenleben oder Gütern, sondern durch die fortdauernde Belastung aller Produktionen und vor allem der Staatshaushalte. Dies war aber eine Tat- sachs, die schon nach dem Kriege einzusehen' war und eingesehen werden konnte. Hätte man dies berücksichtigt, dann wäre man wohl zu anderen Schlüssen für die Gestaltung der Friedensverträge gekommen. Es wird z.B. für alle Zukunft der Beweis für eine außerordentlich beschränkte Einsicht gerade in der Beurteilung wirtschaftlich^ Möglichkeiten sein, die Summen nachzusehen, die im Jahre 1919 und 1920 als mögliche Reparationsleistungen veranschlagt worden sind. Sie liegen so sehr außer jeder wirtschaftlichen Vernunft, daß man nur einen allgemeinen Weltzer st örungstrieb als einzig verständliche Ursache dieses ansonsten nur als Wahnsinn zu bezeichnenden Verfahrens annehmen kann. Denn folgendrrckiaßen war damals die Lage: Erst führte man den Krieg, um Deutschland vom Welthandel auszuschließen. Damit hätte in der Verfolgung dieses Kriegszieles der Friedensschluß Deutschland in eine Autarkie verwandeln müssen, d. h. also, die übrigen Staaten, die sich durch den deutschen Welt- handelt bedroht fühlten, hätten nach Ende des Krieges dem deutschen Volke einen für eine autarke Lebensführung geeigneten Raum zur Verfügung stellen müssen mit der Auflage, in ihm nun das Auskommen zu suchen und die Welt im Übrigen wirtschaftlich nicht mehr zu berühren. Das tat man nun nicht, sondern man führte einen Weltkrieg, um Deutschland aus dem Welthandel — das war der einzige reale Grund für das Verhalten der damaligen Kriegstreiber — auszuschließen und verpflichtete nun den unterlegenen Staat mit einer internationalen Reparationslast, die nur durch eine geradezu verdoppelte Tätigkeit auf dem Weltmarkt realisiert werden konnte. Ja, nicht nur das: Um Deutschland von jeder autarken Betätigung zurückzuhalten vder an ihr zu behindern, geht man her und nimmt dem Reich sogar den eigenen einst durch Kauf und Verträge erworbenen Kolonialbesitz weg. Das heißt also: Das stärkste Volk Mitteleuropas wird durch eine Reihe wahrhaft genialer Manipulationen verpflichtet, sich noch vielmehr als früher — koste es, was es wolle — äls Exportnation zu betätigen. Denn nun muß ja der deutsche Export nicht nur ausreichen, um die deutschen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um noch zusätzliche, wahrhaft wahnsinnige Reparationssummen herauszuwirtschaften, wobei natürlich, um eine Mark abzuliefern, praktisch für drei und vier Mark exportiert werden mußte, denn auf die Dauer waren diese gigantischen Summen nur vom Gewinn und nicht aus einer Substanz zu leisten. Da Deutschland nicht in der Lage war, diesen Verpflichtungen nachzukommen, bevorschußten die Siegernationen sogar noch durch Darlehen das Auftreten der deutschen Wirtschaftskonkurrenz auf dem Weltmarkt, für dessen Säuberung vom deutschen Handelsfeind vorher zehn oder zwölf Millionen Manschen auf den Schlachtfeldern verbluten mußten. Daß nun endlich dieser Wahnsinn zu einer Ueber- steigerung führte und letzten Endes alle Nationalwirtschaften durcheinanderbrachte, zu schwersten Währungskrisen zwang, sei nur nebenbei erwähnt. Das ganze Verhalten der sogenannten Sie- germächle nach Beendigung des Weltkrieges war ebenso unvernünftig wie unverantwortlich. Der Raub der deutschen Kolonien war moralisch ein der Billigkeit und damit auch der Vernunft, dann müssen Billigkeit und Vernunft aber auch wirklich der Gerechtigkeit und damit letzten Endes der Zweckmäßigkeit dienen. Anzunehmen aber, daß es einigen Völkern vom lieben Gott gestattet sei, erst durch Gewalt eine Welt in Besitz zu nehmen und dann mit moralischen Theorien den Raub zu verteidigen, ist für den Besitzenden vielleicht beruhigend und vor allem bequem, für den Richtbesihenden aber ebenso belanglos, wie uninteressant und unverbindlich! (Stürmische Zustimmung.) Das Problem wird auch nicht dadurch gelöst, daß ein ganz großer Staatsmann dann mit höhnischem Grinsen einfach erklärt, es gäbe Rationen, die Besitzende seien, und die anderen wären deshalb nun einmal für immer die Hali e n i ch t s e. Diese erschöpfenden Ansichten können vielleicht im Inneren der kapitalistischen Demokratien bei der Lösung ihrer sozialen Fragen als Richtlinien gelten, die wirklich volksregierten Staaten lehnen solche Theorien sowohl im Inneren als auch nach außen hin ab. Kein Volk ist zum Habenichts und Volk zum Besitzend en geboren, sondern die Vesihverhältnisse auf dieser Welt haben sich im Laufe der gesch-chtlichen Entwicklung ergeben. (Lebhafter Beifall.) Es ist denkbar, daß im Laufe langer Zeitläufe Völker durch innere Krisen vorübergehend vorn Schauplatz des geschichtlichen Geschehens abzutreten scheinen, allein zu glauben, daß in Europa Völker, wie die Deutschen oder Italiener, für ewige Zeiten als gleichberechtigte Erscheinungen der Geschichte, und zwar nicht nur als passive, sondern auch als aktive Kräfte der Lebensgestaltung verschwinden würden, dürfte ein ganz großer Trugschluß sein. Die Lage ist, soweit sie Deutschland betrifft, eine sehr einfache. Das Reich zählt 80 Millionen Menschen. Das sind über 135 heute auf den Quadratkilometer. Der große deutsche Kolonialbesitz, den das Reich einst im Frieden durch Verträge und Kauf sich erwarb, ist geraubt worden, und zwar entgegen den feierlichen Zusicherungen des amerikanischen Präsidenten Wilson, die bte Grundlage unserer Waffenniederlegung bildeten. Der Einwand, daß dieser koloniale Besitz ohnehin keine Bedeutung hätte, könnte nur dazu führen, ihn uns erst recht leichten Herzens zurückzugeben. Der Einwand, daß das aber nicht möglich sei, weil Deutschland damit nichts anzufangen wüßte, da es damit auch früher nichts angefangen hätte, ist lächerlich. Deutschland hat seinen kolonialen Besitz erst spät bekommen, in nur verhältnismäßig kurzer Zeit entwickeln können und stand vor dem Kriege nicht vor der zwingenden Not von heute. Dieser Einwand ist deshalb genau so dumm, als wenn jemand einem Volk die Fähigkeit zum Bauen einer Eisenbahn bestreitet, weil es vor hundert Jahren auch noch keine Bahn gehabt hat. Der weitere Einwand, daß der koloniale Besitz nicht zurückgegeben werden könnte, weil Deutschland damit eine strategische Position bekäme, ist ein ungeheuerlicher Versuch, von vorneweg einer Nation, einem Volk allgemeine Rechte streitig zu machen. Denn nur darum kann es sich handeln. Deutschland war ohnehin der einzige Staat, der sich keine koloniale Armee aufgezogen hatte im Vertrauen auf die von den Alliierten später gebrochenen Abmachungen der Kongoakte. Aber Deutschland benötigt seinen kolonialen Besitz überhaupt nicht, um sich dort Armeen aufzustellen, dazu genügt der Dolks- reichtum unsrer eignen Rasse (Zustimmung), sondern zu seiner wirtschaftlichen Entlastung. Allein wenn man uns dies nicht glauben sollte, so ist dies gänzlich belanglos und ändert nichts an unserem Recht. Ein solcher Einwand würde erst dann berechtigt sein, wenn auch die übrige Welt ihre Stützpunkte aufgeben wollte und nur durch die Wiederaufrichtung deutscher Kolonien gezwungen wäre, diese aufrechtzuerhalten. Es ist nun einmal so, daß auf die Dauer eine 80-MillionenRation nicht anders bewertet fein will, als irgendein anderes Volk. Alle diese Argumente zeigen in ihrer Anwabrheit und Dürftigkeit so recht, daß es sich im Grunde nur um eine Machtfrage handelt, bei der Vernunft und Gerechtigkeit gänzlich außer Acht fallen. Unsere Lase zwingt nns znm Lkport. Denn vorn Vernunftstandpunkt aus gesehen sprechen dieselben Gründe, die einst gegen den Raub der Kolonien angeführt werden konnten, heute für die Rückgabe derselben. Das Fehlen eines eigenen wirtschaftlichen Entwicklungsgebietes zwingt Deutschland, seine Lebensbedürfnisse durch eine st e i- genbe Teilnahme am internationalen Welthandel und damit am Güteraustausch zu decken. Denn über etwas müssen sich doch gerade die Länder im klaren sein, die selber über die ungeheueren wirtschaftlichen Möglichkeiten, sei es infolge der eigenen Ausdehnung des Mutterlandes oder infolge großer zusätzlicher kolonialer Gebiete verfügen, daß ohne eine genügende Lebensmittelversorgung und ohne gewisse unumgänglich notwendige Rohstoffe die wirtschaftliche Existenz eines Volkes nicht aufrechterhalten werden kann. Fehlt beid"S, so zwingt man damit ein Volk, unter allen Umständen an der Weltwirtschaft teilzunehmen, und zwar in einem Ausmaß, das vielleicht anderen Staaten dann sogar ungelegen sein mag. Noch vor wenigen Jahren, als Deutschland unter dem Zwang der Verhältnisse den Vierjahresplan in Angriff nahm, konnten wir zu unserem großen Erstaunen aus dem Munde englischer Politiker und Staatsmänner den damals so aufrichtig klingenden bedauernden Vorwurf hören, daß Deutschland sich damit aus dem Bannkreis der internationalen Weltwirtschaft, ja der weltwirtschaftlichen Beziehungen überhaupt, löse und damit in eine bedauerliche Vereinsamung begebe. Ich habe Mr. Eden entgegengehalten, daß diese Befürchtung wohl etwas übertrieben, und wenn überhaupt aufrichtig gemeint, nicht zutreffend wäre. Die heutigen Umstände machen es Deutschland gar nicht möglich, sich aus der Weltwirtschaft zu entfernen. Sie zwingen uns, an ihr. schon aus der Not heraus, unter allen Umständen teilzunehmen, auch dann, wenn die Formen unserer Teilnahme vielleicht dem einen oder anderen nicht passen. Im übrigen wäre auch dazu noch folgendes zu sagen: Der Vorwurf daß durch die deutschen Methoden eines gegenseitigen Warenaustausches der Welthandel sich im Zeichen eines Rückschrittes bewege, könnte — wenn überbauet richtig — dann nur diejenigen treffen, die d i e Schuld an dieser Entwicklung tragen. Dies sind jene international- kavitaliftisch eingestellten Staaten, die durch ihre Währungsmanivulationen jede feste Relation zwischen den einzelnen Währunaen je nach ihrem egoistischen Eigenbedarf willkürlich zerstörten. Unter diesen Umständen aber ist das deutsche System, für eine redlich geleistete Arbeit eine ebenso redlich erarbeitete Gegenleistung zu geben, eine anständigere Praxis, als die Bezahlung durch Devisen, die später um so und soviel Prozent entwertet werden. Wenn gewisse Länder die deutsche Methode bekämpfen, so geschieht es wohl in erster Linie aus dem Grund, weil durch diese deutsche Art der Reglung des Handelsverkehrs die Praktiken internationaler Wäh- rungs- und Börsenspekulationen zugunsten eines redlichen Handelsgeschäfts beseitigt worden sind. (Lebhafte Zustimmung.) Im übrigen zwingt Deutschland seine Handelsmethoden niemanden auf, es läßt sich aber auch nicht von irgendeinem parlamentarischen Demokraten vorschreiben, nach welchen Prinzipien es selber verfahren soll oder darf. Wir sind der Abnehmer von guten Lebensrnitteln und Rohstoffen und der Lieferant ebenso guten Waren! Es ist klar, daß alles, was eine Wirtschaft im inneren Kreislauf ihres Währungsgebietes nicht erzeugen kann, nur durch einen erhöhten Umsatz nach außen als zusätzliche Lebensgüter hereinzubekommen vermag Da aber — wie schon betont — bei einem Volk ohne genügende eigene wirtschaftliche Ausweichmöglichkeit die Hereinnahme fremder Rohstoffe und Lebensrnittel eine zwingende Notwendigkeit ist, handelt damit auch die Wirtschaft unter dem zwingendsten Befehl, den es geben kann, nämlich unter dem Befehl der Not! Indem das deutsche Volk einen großen Teil seiner Bedürfnisse gerade durch den Vierjahresvlan im eigenen erstarkten Wirtschaftsraum zu lösen versucht, entlastet cs dadurch fremde Märkte von der deutschen Konkurrenz. was aber in diesem uns heule nun einmal zur Verfügung stehenden Raume nicht feine wirlschafllich befriedigende Lösung finden kann, muh durch Teilnahme am Dell- Handel feine Erledigung erfahren. Der Zwang, unter dem hier die deutsche Wirtschafts- potitik stehl, ist fo groß, daß keinerlei Drohung mit kapitalistischen Mitteln uns vor dieser Wirtschaftsbetätigung lurückhalteu kann, denn der Antrieb liegt, wie schon betont, nicht im Gewinnstreben einiger kapitalistischer Unternehmer, sondern in der ohne zwingenden Grund* einfach durch fremdes verfchutden uns aufoktroyierten Rot einer ganzen Volksgemeinschaft. Die produklionsttast bestimmt den Wert der Währung. eines Volkes liegt, daß das steigende Produktionsvolumen eine Währung hält, ja sogar unter Umständen äufwertet, während jede sinkende Produktionsleistung früher oder später zur zwangsläufigen Entwertung der Währung führen muß. So hat der nationaljozialiftsche Staat in einer Zeit, da die Finanz- und Wirtschaftstheologen der anderen Länder uns viertel- od^x halbjährlich den Zusammenbruch prophezeiten, den Wertseiner Währung stabilisiert, indem er die Produktion auf das Außerordentlichste steigerte. Zwischen der sich steigernden deutschen Produktion und dem im Umlauf befindlichen (Selbe wurde ein natürliches Verhältnis hergestellt. Die mit allen Mitteln festgehaltene Preisbildung war nur ermöglicht durch die st a b i l gebliebenen Löhne. Was aber in Deutschland in diesen letzten sechs Jahren an steigendem Nationaleinkommen ausgeschüttet wird, entspricht der gesteigerten Produktion, d. h. der ge- steigerten Leistung. So ist es möglich geworden, diese 7 Millionen Erwerbslose nicht nur verdienen zu lassen, sondern ihrem erhöhten Einkommen das mögliche Auskommen zu sichern, b. h. jeder Mark, die ihnen ausbezahlt wird, entspricht ein in derselben Höhe lausend geleisteter Wertzuwachs unserer Nationalproduktion. In anderen Ländern geht man umgekehrte Wege. Man vermindert die Produktion, erhöht das Volkseinkommen durch steigende Löhne, Es ist dabei gänzlich belanglos, welches Regime die Interessen der deutschen Nation wahrnimmt? Das heißt: auch ein anderes Regime könnte nicht an diesen wirtschaftlich bedingten Notwendigkeiten vorbeigehen. Es müßte genau so handeln, wie das derzeitige, wenn es nicht pflichtvergessen eine große Nation dem Verderben, d. h. nicht nur dem wirtschaftlichen, sondern auch dem menschlichen Verfall aussetzen wollte. Das deutsche Volk, ist durch die Wirksamkeit der Reparationspolitik nicht nur von vielen Illusionen geheilt, sondern auch von zahlreichen wirtschaftlichen Ideologien und förmlich theologisch geheiligten Finanzauffassungen befreit worben. Wenn je die Not Menschen sehend macht, dann hat sie dies am deutschen Volk getan Wir haben unter dem Zwang dieser Not vor allem gelernt, das wesentlich sie Kapital einer Kation in Rechnung zu stellen, nämlich d i e Arbeitskraft. Dor dem Fleiß und der Fähigkeit einer planmäßig angesetzten nationalen Arbeitskraft eines Volkes verblassen alle Gold- und Devi- scnbestände. Wir lächeln heute über eine Zeit, in ber unsere Nationalökonomen allen Ernstes der Meinung waren, daß der Wert einer Währung durch die in den Tresors der Staatsbanken liegenden Gold- und Divisenbestände bestimmt und vor ollen Dingen durch diese garantiert sei Wir haben stattdessen erkennen gelernt, daß der Wert einer Währung in der Produktionskraft Unrecht. Wirtschaftlich ein Heller Wahnsinn! Politisch in seiner Motivierung so gemein, daß man versucht ist, sie einfach als albern zu bezeichnen. (Stürmischer Beifall.) Im Jahre 1918 hätte man wirklich nach der Beendigung des Krieges die Autorität gehabt, eine vernünftige Regelung internationaler Probleme her- bei/ufüfjren. Es kann das Ausbleiben einer solchen ( Regelung nicht damit entschuldigt werden, daß die > Vplker zu sehr verhetzt gewesen wären, um auf die l Stimmen vernünftiger Staatsmänner zu hären. 1 Dies würde ja auch gerade nicht für die Demokra- l lien sprechen. Die Staatsmänner selbst hatten keine Vorstellung von dem. was sie taten und von den ! Folgen, die daraus entstehen mußten. Tatsächlich \ war das entscheidende Problem am Ende des Krie- < ges noch schärfer gestellt worden, als es vor dem ' Kriege der Fall war. Es lautete ganz kurz: W i e kann eine gerechte und vernünftige Teilnahme aller großen Nationen an ! b einzelne beulsche Priester eirstreten, bann kann dies nur einen p 0 lilischen Grund besitzen, denn diele selben Staatsmänner schwiegen still, als in Rußland hunderttausende an Priestern nledergemetzelt oder verbrannt worden waren, sie schwiegen still, als in Spanien Aehntausende von Priestern und Rönnen in viehischster Weise abgeschlachlel oder bei lebendigem Leibe dem Feuer übergeben wurden. Sie konnten und können diese Tatsachen nicht bestreiten, aber sie schwiegen und schweigen still. _ Während — ich muß dies den demokratischen Staatsmännern vorhalten — auf diese Metzeleien hin sich zahlreiche nationalsozialistische und faschisti- sehe Freiwillige dem General Franco zur Verfügung stellten, um eine weitere Ausdehnung dieses bolschewistischen Blutrausches über Europa und damit über den Großteil der gesitteten Menschheit verhindern zu helfen. Denn die Sorge um die europä- i s ch e Kultur und um die wirkliche Zivilisation war es. die Deutschland Partei ergreifen ließ in diesem Kampf des nationalen Spaniens gegen seine bolschewistischen Zerstörer. Es ist ein trauriges Zeichen für die Mentalität in verschiedenen Ländern, daß man sich dort ein Handeln aus so uneigennützigen Beweggründen überhaupt nicht v o r st e l l e n kann. Allein, das nationalsozialistische Deutschland hat an der Erhebung des Generals Franco nur aus dem heißen Wunsch heraus teil- genommen, daß es ihm gelingen möge, sein Land vor einer Gefahr zu retten, der Deutschland einmal beinahe selbst erlegen wäre. Die Sympathie oder das.Mitleib für verfolgte Gottesdiener kann es also nicht sein, was das Interesse der demokratischen Staatsbürger an einzelne in Deutschland mit dem Gesetz in Konflikt geratene Priester mobilisierte, sondern es ist das Interesse am deutschen Stoatsfeind. Hier aber mag man eines zur Kenntnis nehmen: den deutschen Priester als Diener Gottes werden mir beschützen. Den Priester als politischen Feind des Deutschen Reiches werden wir vernichten. Wir glauben, damit am ehesten einer Entwicklung vorzubeugen, die — wie die Erfahrung in Spanien zeigt — an- sonst nur zu leicht einmal zu einer Abwehr von unabsehbarem Ausmaß führen müßte. Ich möchte dazu noch grundsätzlich folgendes erklären: Es scheint im Auslande in gewissen Kreisen die Meinung zu bestehen, daß die besonders laute Bekundung einer Sympathie f ü r (Elemente, bie in Deutschland mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, eine Erleichterung ihrer Situation Mit sich bringen könnte. Vielleicht war die Hoffnung, durch gewisse publizistische Methoden auf die deutsche Staats- stihrung in gewissem Sinne einen terroristischen Einfluß ausüben zu können. Die Meinung beruht auf einem kapitalem Irrtum. In der Unterstützung gewisser gegen den Staat gerichteter Unternehmen durch das Ausland ersehen wir die letzte Bestätigung ihres hochverräterischen Charakters. Denn die bloße Opposition gegen ein Regime hat diesem demokratischen Ausland noch nie Sympathie abgenötigt, auch nicht die Verfolgung oder Bestrafung eines solchen politischen Uebeltäters. Denn wann gab es in Deutschland eine stärkere Opposition als die nationalsozialistische? Nie wurde eine Opposition mit gemeineren Mitteln unterdrückt, verfolgt und gehetzt, als die der nationalsozialistischen Partei. Allein zu unserer Ehre dürfen mir feststellen, daß mir deshalb doch niemals des Mitleids oder gar der Unterstützung einer solchen ausländischen Macht teilhaftig geworden sind. Diese Unterstützung scheint also nur für jene bestimmt zu sein, die das Deutsche Reich fiu zerstören beabsichtigen. Wir werden aus diesem Grunde in ihr in jedem einzelnen Fall nur den zwingenden Anlaß zu einer Verschärfung unserer Maßnahmen sehen. Neulschland, Italien und Japan. Angesichts der uns umdrohenden Gefahren empfinde ich es nun als ein großes Glück, in Europa und außerhalb Europas Staaten gefunden zu haben, die, ähnlich wie das deutsche Volk, um die Behauptung ihrer Existenz schwerste Kämpfe führen müssen: Italien und Japan. In der heutigen abendländischen Welt sind die Italiener als Nachkommen des antiken Roms und mir Deutsche als Nachfahren der damaligen Germanen die ältesten und damit am längsten miteinander in Berührung stehenden Völker. Ich habe in meiner Ansprache im Palazzo Venezia in Rom anläßlich meines Besuches in Italien schon erklärt, daß es wohl ein Unglück war, daß gerade das gewaltigste Kulturvolk der alten Welt und das junge Volk einer neuen sich bildenden, durch das Fehlen einer natürlichen Trennung und durch viele andere Umstände bedingt, tn jahrhundertelange und fruchtlose Konflikte aeraten mußten. Allein aus dieser tausendjährigen Berührung erwuchs eine Gemeinschaft, die nicht nur blutmäßig durch zahlreiche Bande miteinander verknüpft ist, sondern vor allem geschichtlich und kulturell von unübersehbarer Bedeutung wurde. Was das Germanentum auf dem Gebiete seiner staatlichen Gestaltung uni) damit auch seiner oolNichen Entwicklung, sowie auf dem Gebiete der allgemeinen Kultur der Antike verdankt, ist im einzelnen gar nicht abmeßbar, im gesamten ungeheuer. Seitdem sind nun fast zwei Jahrtausende vergangen. Auch mir haben nunmehr unseren Beitrag zur Kultur in reichlichem Maße geleistet. Immer ober blieben wir in geistiger enger Verbundenheit mit dem italienischen Volk, seiner kulturellen und geschichtlichen Vergangenheit.. Das 111. Jahrhundert brachte einen styunenswert gleichen staatlichen Einigungs- prozeß. Die deutschen Stämme einten sich im Deutschen Reich, die italienischen Staaten im Königreich Italien. In einem Jahr — 1866 hat das Schicksal beide Völker sogar miteinander für ihre staatliche Neugestaltung zum Kampf antreten lassen. Heute erleben mir zum zweiten Male diese gleichartige Entwicklung. Ein Mann von säkularem Ausmaß hat es als Erster unternommen, der in seinem Volke Unfruchtbar gewordenen demokratischen Gei- steswelt erfolgreich eine neue Idee entgegenzusetzen und in wenigen Jahren zum Sieg zu führen. Was er für die Erhaltung der menschlichen Kultur geleistet hat, liegt bei den Sternen. Wer wird nicht niedergezwungen bei einer Wanderung durch Rom oder Florenz von dem Gedanken, welches Schicksal diesen einmaligen Dokumenten menschlicher Kunst und menschlicher Kultur zugestoßen fein würde, wenn es Mussolini und seinem Faschismus nicht gelungen wäre, Italien vor dem Bolschewismus zu retten! Deutschland stand vor dieser selben Gefahr. Hier hat der Nationalsozialismus das Wunder der Rettung vollbracht. An diese beiden Staaten klammert sich nun in der geistigen Vorstellung unzähliger Menschen aller Rassen der Glaube an eine neue Renaissance unsererZeit. Die Solidarität dieser beiden Regimen ist daher mehr als eine Angelegenheit egoistischer Zweckmäßigkeit. In dieser Solida rität liegt die Rettung Europas vor der drohenden bolschewistischen Vernichtung begründet. Als Italien seinen heroischen Kampf um fein Lebensrecht in Abessinien durchstritt, stand ihm Deutschland deshalb als Freund zur Seite. Im Jahre 1938 hat das faschistische Italien uns diese Freundschaft in reichlichem Maße wieder vergolten. Möge sich niemand in der Well über den Entschluß irren, den das nationalsozialistische Deutschland diesem Freunde gegenüber gefaßt hat. Ls kann dem Frieden nur nützlich sein, wenn es darüber keinen Zweifel gibt, daß ein Krieg gegen das heutige Italien, ganz gleich aus welchen Motiven, vom Zaune gebrochen, Deutschland an die Seile des Freundes rufen wird. Man lasse sich vor allem nicht von jenen anders beraten, die in jedem Lande als vereinzelte bürgerliche Schwächlinge vegetieren und nicht verstehen können, daß es im Dölkerleben als Ratgeber der Klugheit außer der Feigheit sehr wohl auch den Mut und die Ehre geben kann, was das nationatfozialiftische Deutschland betrifft, so weiß es, welches Schicksal ihm beschiedeu wäre, wenn es jemals einer internationalen Gewalt gelingen würde, das faschistische Italien, ganz gleich, unter welchen Motivierungen, niederzuzwingen, wir erkennen die Konsequenzen, die sich daraus ergeben müßten und sehen ihnen eiskalt ins Auge. Dos Schicksal Preußens von 1805 auf 6 wird sich in der deutschen Gesclstchte kein zweites Mal wiederholen. Die Schwächlinge, die 1805 die Ratgeber des Königs von Preußen waren, haben im heutigen Deutschland keine Ratschläge zu erleilen. Der nationalsozialistische Staat erkennt die Gefahr und ist entschlossen, sich auf ihre Abwehr vor zubereilen. (Langanhaltende stürmische Zustimmung und begeisterte Zurufe.) Ich weiß dabei, daß nicht nur unsere eigene Wehrmacht einer höchsten militärischen Beanspruchung gewachsen ist, sondern ebenso auch die militärische Macht Italiens. Denn so wenig das heutige deutsche Heer beurteilt werden kann nach der alten Bundesarmee etwa in der Zeit von 1848, so wenig kann das moderne Italien des Faschismus gewertet werden noch den Zeiten der italienischen staatlichen Zerrissenheit. Nur eine hysterische, ebenso unbelehrbare wie taktlose, dafür aber höchst bösartige Presse kann in so kurzer Zeit vergessen haben, daß sie erst vor wenigen Jahren mit ihren Prophezeiungen über den Ausgang des italienischen Feldzuges in Abessinien sich ebenso gründlich blamierte, wie jetzt wieder in der Beurteilung der nationalen Kräfte Francos im spanischen Feldzug. Männer machen die Geschichte. Sie schmieden aber auch die Instrumente, die zur Gestaltung der Geschichte geeignet sind, und vor allem, sie geben ihnen ihren Hauch. Große Männer aber sind selbst nur die stärkste, konzentrierteste Repräsentation eines Volkes. Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien sind stark genug, um gegen jedermann den Frieden zu sichern, oder einen von unverantwortlichen Kräften leichtfertig vom Zaun gebrochenen Konflikt entschlossen und erfolgreich zu beend en. (Langanhalter stürmischer Beifall.) Das bedeutet nun nicht, daß wir Deutsche — wie es in einer verantwortungslosen Presse jeden lag geschrieben stehl — einen Krieg wünschen, sondern es bebeu- del nur, daß wir 1. das Verständnis dafür haben, daß sich auch andere Völker ihren Anteil an den Gütern der well sichern wollen, der ihnen kraft ihrer Zahl, ihres Mutes und ihres Wertes zukommt, und daß wir 2. die 21#ierfennung dieser Rechte entschloßen sind, gemeinsame Interessen auch gemeinsam zu vertreten. Vor allem aber, daß wir vor erpresserischen Drohungen unter keinen Umständen jemals zurückweichen werden! (Stürmischer Beifall.) So ist auch unser Verhältnis zu Japan bestimmt von der Erkenntnis und von dem Entschluß, der drohenden volschewisierung einer blindgewordenen Welt mit äußerster Entschlaft heil Einhalt zu gebieten. Der Antikomin - lern-verlrag wird vielleicht einmal zvm Kristallisierungspunkt einer Mächtegruppe werden, deren oberstes Ziel kein anderes ist, als die Bedrohung des Friedens und der Kultur der Well durch eine satanische Erscheinung zu parieren. (Starker Beifall.) Das japanische Volk, das uns in diesen zwei letzten Jahren so viele Beispiele eines glänzenden Heldentums gegeben hat, ist an einem Ende der Welt ohne Zweifel ein Fechter im Dienste der menschlichen Zivilisation. Sein Zusammenbruch würde nicht den europäischen ober übrigen Kulturnationen zugute kommen, sondern nur zur sicheren Boischemisierung Ost-Asiens führen. Außer dem daran interessierten internationalen Judentum kann kein Volk eine solche Entwicklung wünschen. Wenn im vergangenen Jahr die gewaltigen Anstrengungen am Ende friedlich ihr Ziel erreichten, bann wollen mir, wie schon eingangs versichert, ohne weiteres unserem Dank an Mussolini den an die anderen beiden Staatsmänner anschließen, die in den kritischen Stunden den Wert des Friedens höher einschätzen, als die Aufrechterhaltung eines Unrechts. Deutschland hat gegen England und Frankreich keine territorialen Forde- rungen außer der nach Wiedergabe unserer Kolonien. So sehr eine Lösung dieser Frage zur Beruhigung der Welt beitragen würde, so wenig handelt es sich dabei um Probleme, die allein eine kriegerische Auseinandersetzung bedingen konnten. Wenn überhaupt heute in Europa Spannungen bestehen, so ist dies in erster Linie dem unverantwortlichen Treiben einer gewissenlosen Presse zuzufchrei- den, die kaum einen Tag vergehen läßt, ohne durch ebenso dumme, wie verlogene Alarmnachrichten die Menschheit in Unruhe zu versetzen. Wa4 sich hier verschiedene Organe an Weltbrunnenvergiftung erlauben, kann nur als kriminelles Verbrechen gewertet werden. In letzter Zeit wird versucht, auch den Rundfunk in den Dienst dieser internationalen Hetze zu stellen. Ich möchte hier eine Warnung aussprechen: Denn die Rundfunksendungen aus gewissen Ländern nach Deutschland nicht aufhören, werden wir sie demnächst beantworten. „Ich aber glaube an einen langen Frieden." Hoffentlich kommen bann nicht bic Staatsmänner biefer Länder in kurzer Zeit mit dem bringenden Wunsch, zum normalen Zustand wieder zurückzu- kehren. Denn ich glaube nach wie vor, daß unsere Aufklärung wirksamer fein wird, als die Lügenkampagne dieser jüdischen Dälkeroerhetzer. Auch die Ankündigung amerikanischer Filmgesellschaften, antinationalsozialistische, d. h. a n t i b e u t « s ch e Filme zu brehen, kann uns höchstens bewegen, in unserer- deutschen Probuktion in Zukunft antisemitische Filme herzustellen. Auch hier soll man sich nicht über bie Wirkung täuschen. Es wird sehr viele Völker geben, bie für eine so zusätzliche Belehrung auf einem so wichtigen Gebiet großes Verstänbnis besitzen werden! (ßebb. Beifall.) Ich glaube, baß, wenn es gelänge, bet' jübischen internationalen Presse- und Propagandahetze Einhalt zu gebieten, bie Verständigung unter den Völkern sehr schnell hergestellt sein würde. Rur diese Elemente hoffen unentwegt auf einen Krieg. I ch aber glaube an einen langen Frieden! Denn welche Interessen- gegenfätze bestehen ;. B. zwischen England und Deutschland? Ich habe mehr als oft genug er- ' klärt, daß es keinen Deutschen und vor allem keinen Nationalsozialisten gibt, der auch nur in Gedanken die Absicht besäße, dem englischen Wettreich Schwierigkeiten bereiten zu wollen. Und wir vernehmen auch aus England Stimmen vernünftig und ruhig denkender Menschen, die die gleiche Einstellung Deutschland gegenüber zum Ausdruck bringen. Es mürbe ein Glück sein für die ganze Welt, wenn die beiden Völker zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gelangen könnten. Das gleiche gilt für unser Verhältnis zu Frankreich. In diesen Tagen jährt sich zum fünften Male der Abschluß unseres Nichtangriffspaktes mit Polen. Heber den Werl dieser Vereinbarung gibt es heute unter allen wirklichen Friedensfreunden wohl kaum eine Meinungsverschiedenheit. Man brauchte sich nur die Frage vorzulegen, wohin vielleicht Europa gekommen sein würde, wenn diese Holm.rs schlägt Holz. Von Werner p. Töfflinger. Sie sahen Holmers mit der Axt über bie Straße kommen, beim Gehen wiegte er bie breiten Schultern. Unten an ber Türpuse kratzte er sich bic Nagelschuhe ab. Sein Gesich. glühte, und seine Augen leuchteten vor Zufriebenhelt. „Zwei Kloster habe ich drüben bald geschafft", schmunzelte er. „Der Lechner- Vauer hat mir eine Gans versprochen, roenn’s so weitergeht. Aber das hängt wohl vom Wetter ab." Unb er warf sich bic Jacke über bie Schultern unb trat mit schnellen Schritten ins Gastzimmer. Die Di-außenstehenden sahen ihm kopfschüttelnd nach. Ein paar Urlaubstagc unb bic Hoffnung auf ben ersten Schnee hatten sie hier oben im „Posthof" zusammengeführt. Allein seit Tagen fiel eiskalter Sprühregen, ber bie Sicht zu den Bergen verschle'- erte unb bic Stimmung bämpfte. Auch Renate litt unter dem Wetter, unb mit einem Fünkchen Neid buchte sie an Holmcrs, ber fid) sichtlich zufrieden in sein Schicksal gefunden hatte und in ber Nachbarschaft aus Zeitvertreib Holz schlug. Am Abend faßen sie zusammen an einem Tisch. Holmcrs rauchte Pfeife und blätterte in einer zer- jefenen Iagdzeitschrift. Doch als Renate, durch ben Pfeifenrauch behelligt, leise hustete, drückte er augenblicklich seine Pfeife aus und wandte sich besorgt zur Seite. Er lächelte, um Entschuldigung bittend, unb beutete auf ein Bilb in der Iagdzeitschrift, auf bic Photographie einer afrikanischen Steppenlaubschaft „Im vorigen Jahr war ich bort unten, im früheren Deutsch-Ost", sagte er, wie um seine Versunkenheit ZU begriinben. „Damals wartete ich auf ben Regen, wie wir heute auf ben ersten Schneefall. Als ich eben bas Bild sah, mußte ich daran zurückdenken fügte er leise an. '.Renate hatte sich oorgebeugt, unb unwillkürlich entfuhr ihr ein Ausruf ber Bewunderung „Sie waren in ben Tropen?" Holmcrs strich langsam über bas Bild. Er hatte schmale, sehnige Hände „Drei Jahre" sagte er. .Damals, während der letzten großen Trockenheit, schwo- ren wir uns, niemals mehr das kostbare Himmels- nah zu verwünschen. Deswegen bin ich hier auch unter die Holzfäller gegangen", fügte er scherzhaft an Das elektrische Klavier schmetterte einen Walzer in den Raum. Doch Renate saß wie betäubt Von ber Seite beobachtete sie Holmcrs heimlich. Etwas strahlte von ihm aus, bas ihr Herz klopfen ließ, das sie langsam gefangen nahm und zugleich beunruhigte. • Als einer ber jungen Leute vom Billarbtisch sie zum Tanzen holte, schien es ihr, als krauste Holmers unwillig bie Stirn. Ja, beim Tanzen spürte sie ganz beutlich, daß Holmers sie mit seinen Blicken verfolgte. Aber als sie wieder an ben Tisch trat, sah er kaum hoch. Der junge Tänzer gab ihren Arm frei. „Dann mürben Sie mir morgen bas Vergnügen erweisen unb mich zum Fernkosel begleiten?" fragte er. Renate hob .uerrounbert ben Blick Sie wurde ein wenig rot. „Aber es liegt doch noch gar kein Schnee, um jetzt Schi zu laufen?" sagte sie. „Ich schlug Ihnen eben eine Fußwanderung vor", verbesserte ihr Gegenüber lächelnd, „einen kleinen Ausflug zur Fernkofcl-Hütte. Wir werden vermutlich heute zum ersten Male Nachtfrost haben." Renate blickte verlegen auf Holmers. Sie mar beim Tanzen fern mit allen Gedanken gewesen unb wollte ihn schon bitten, mitzukommen, als Holmers die Zeitschrift sinken ließ unb nachbenklich ben Kopf schüttelte. „Wahrscheinlich sind morgen alle Hänge vereist", murmelte er. „Eine Tour zum Fernkofel wäre in jeber Hinsicht Leichtsinn." Der junge Mann starrte Holmers an unb lachte. Auch Renate mußte unwillkürlich lachen Der Fern- koset war einer der nächsten unb gefahrlosesten Berggipfel, unb noch während sie vevstänbnislos auf Holmers blickte, spürte sie, baß er aus einem anderen Grunde gegen diese Fußwanderung war. Ja, als er auch weiterhin ablehnend blieb unb schließlich mit einem kurzen Gruß auffianb, mischte sich Trotz in ihre Ueberraschung, und ohne zu zögern, willigte sie in ben Plan ein Der junge Mann bebantte sich unb stellte sich ihr unter dem Namen Kies vor. Sichtlich froh- gestimmt bestellte er Wein unb besprach mit Renate die Bergtour, unb früh am nächsten Morgen brachen sie auf Das Wetter halte sich gebessert. Mit ein wenig Proviant versehen inanberten sie in ben frost klaren, glitzei nben Morgen hinaus. In wilben Lagerungen wuchsen Felsen aus dem Waldgrunb Steil stieg der Hang an, unb Herr Kies öffnete feinen Kragen. Gr hatte seine Rebseligkeit aufgegeben unb lobte nicht mehr bie Landschaft. Er achtete aus die Mar- kierungssteine. Eine Veränderung mar in der Luft vor _sich gegangen, und noch ehe bic Fernkofcl-Hütte in Sicht kam, begann weich unb zart Schnee zu fallen, ber erste Schnee! Unb Renate breitete lachend ihre Hände aus. Immer dichter fiel ber Schnee Er kitzelte im Haar, schmolz an ben Wimpern. Aber er überdeckte auch den vereisten Felsgrunb unb verschleierte das । Blickfeld. Unb so kam es, daß sie nach einer Weile unschlüssig innebielten I Herr Kies begann unruhig am Boden Umschau zu halten. Gr hatte weder einen wärmenden Mantel, noch eine Karte mit, und schließlich gestand er seufzend, daß er bic Markierungssteine nicht mehr finben könne. Renate schlug vor, ber Schneise zu folgen, mäh renb ihr Begleiter zur linken Hand einbiegen wollte. Sie stritten sich, unb schließlich warf Renate ärgerlich ihren Rucksack zu Boben. Herr Kies stanb wenig heldenhaft vor ihr, als sie sich plötzlich über ben Rucksack beugte. Etwas ragte aus der Seitentasche, unb gleich barauf hielt sie eine Landkarte und ein Fläschchen Rum in Händen! Holmers! Unbemerkt mußte er ihr am Morgen diese Sachen zugesteckt haben. 2luf ber Karte waren die Nummern ber Jagen eingezeichnet, unb nun war es nicht schwer, bie Richtung für ben Heimweg auf ber Karte festzustellen Sie hörte nicht, was Herr Kies froh und erleichtert auf sie ein- sprach, unb als sie enblicf) ben Posthof erreichten, fragte sie rasch nach Holmers. „Holmers?" Man lachte. „Holmers schlägt Holz!" So eilte Renate zum Lechner-Bauern hinüber. Das Gehöft war weiß zugeschneit. Artschläge tönten ge- bämpft herüber. Und gleich darauf sah sie Holmers. Lächelnd blickte er ihr entgegen Doch, als sic ihm danken wollte, wehrte er fast verlegen ab unb beutete zum Fernkosel hinauf. „Man muß eben alles zur rechten Zeit anfangen", meinte er mit einem schalkhaften Lächeln. „Morgen haben wir bas hat: seine Unbekümmertheit und seinen strahlenden Humor, ein goldenes Gemüt und eine unfehlbare Hand. Das hilft ihm durch die abenteuerlichsten Situationen (diese Geschichte ist reich an Abenteuern und an herzerfreuender Spannung) und die mehr oder minder dunklen Ehrenmänner auf der Gegenseite, z. B. die Herren Jürgensen, Jolling, Engel und Hübner, haben nicht viel zu bestellen. Nicht mehr als recht und billig, daß A l - bers zur Belohnung bie Braut heimführt: Herma Relin: sie hat einen guten Start an ber Seite des berühmten Mannes. Herbert S e l p i n führt mit vielem Schwung und nicht ohne Humor Re"'" — (Tobis.) Im Beiprogramm gibt es neben der Ufa-Ton- mache eine unterhaltsame Bühnenschau mit dressierten Hunden und einem gelehrigen Pony. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten Im Atter von 64 Jahren ft a r b der Architekt und Lehrer für mittelalterliche Baukunst ber Technischen Hochschule D a r m st a b t Professor Max Hummel, der 1922 als Nachfolger Pützers nach Darmstadt berufen mürbe. Vorher mirftc er in Kassel, wo er eine Reihe bemerkenswerter Bauten geschaffen hat. Professor Dr. Johannes Sobotta, em. Or^ Gloria-Halos?: „Sergeant Berry national d’Embryologie. Bie Pressestelle ber Reichsbozentenführung teilt prächtigste Schiwetter. Wenn mir beide morgen viel- leicht dort hinauf konnten ..." „Wir beide?" Renate nickte freudig, und als ihr holmers seine Hand binstrecktc, schlug sie ohne zu zögern ein. i binarius für Anatomie (Entwicklungsgeschichte ber I Wirbeltiere, befonbers der Säugetiere) an ber Universität Bonn vollendete sein 70. Lebensjahr. Der Gelehrte habilitierte sich 1896 in Würzburg, wo er 1903 zum ao. Professor ernannt wurde. 1916 folgte er einem Ruf an die Universität Königsberg als Ordinarius und Direktor des Anatomischen Instituts, 1919 wurde er Selten haben mir in letzter Zeit das Haus, schon 1 , , _ ____ _ _____ nachmittags, )o gut besucht gesehen. Das macht: es ! in gleicher Eigenschaft an die Universität Bonn läuft Hans A l b e r s' neuer Film, unb sobald seine I berufen, an der er bis zu seiner Emeritierung 1935 wohlbekannte Gestalt auftaucht, geht eine Welle von I gelehrt hat. Sobotta ist Mitglied ber Kaiserlichen Sympathie, auch von herzlich mitfühlender Heiter-> Leopold.-Carolin. Deutschen Akademie ber Natur- feit durch die Reihen: so kennen mir ihn unb so s forscher in Halle und Membre de l’Institut Intel- wollen mir ihn sehn: dies ist eine Rolle, bie ihm auf ben wohltrainierten Leib geschrieben ist, unb .......... ..... was den Film betrifft, so fühlen mir ims gelegene mit: Der Dozent Dr. phil. Helmuch Osthof 's. ber, Itd) in bic frühen Zeiten bcs Kinos zurüNverse<'t. wie bereits gemeldet, zum ao. Professör für Musik- als noch bie rauhen citer im wilden Westen mit Wissenschaft und zum Uninerfitätsmufifbircftor an knallenden Revolvern durch die eteppe brausten, ber Universität Frankfurt ernannt worben ist '«Ibers ist Sergeant Berry von der Ehikagocr und bis 1937 in Berlin tätig war, behandelte in Polizei, dem der so gefährliche wie ehrenvolle Auf- seiner Habilitationsschrift „Die Niederländer und trag zuteil wird, den Rauschgifthändlern an der bas deutsche Lied". Ferner schrieb er Adam Krie- mexikanischen Grenze das Handwerk zu legen. Er ger" unb „Die Anfänge der Musikgeschicht-schrei- tut es, darauf könnt ihr euch verlassen, mutterseelen- düng in Deutschland Er gehört bereits heute mit anein meinem flapprigcn^uto; aber Jonft hnt er hu den hervorragendste,! ' Vertretern der Musik- > alles bei sich, was ihn berühmt unb beliebt gemacht , Wissenschaft in ber jüngeren Generation. wahrhaft erlösende Abmachung vor fünf Jahren unterblieben wäre. Der große polnische Marschall und Patriot Hot seinem Volk damit einen genau so großen Dienst erwiesen, wie die nationalsoziali, stische Staatsführung dem deutschen. Luch jn den unruhigen Monaten des vergangenen Jahres war die deutsch-polnische Freundschaft eine der beruhigen- den Erscheinungen des europäischen politischen Lebens. Unser Verhältnis zu Ungarn basiert auf einer lang erprobten Freundschaft, auf gemeinsamen Interessen und auf einer traditionellen gegenseitigen Hochschätzung. Deutschland hat es mit Freude unternommen, seinerseits mitzuwirken an der Wiedergut- machung des Ungarn einst zugefüaten Unglückes. Ein Staat, der seit dem großen Kriege zunehmend in das Blickfeld unseres Volkes getreten war,, ist Jugoslawien. Die Hochachtung, die einst die deutschen Soldaten vor diesem tapferen Volke empfunden haben, hot sich seitdem vertieft und zu einer aufrichtigen Freundschaft entwickelt. Unsere weltwirtschaftlichen Beziehungen sind hier genau so wie zu dem befreundeten Bulgarien. Griechenland, Rumänien und der Türkei in einer steigenden Aufwärtsentwicklung begriffen. Der wesentlichste Grund hierfür ist in den naturgegebenen Ergänzungsmöglichkeit dieser Länder mit Deutschland zu suchen. Deutschland ist-glücklich, heute im Westen, Süden und Norden befriedete Grenzen besitzen zu dürfen. Unsere Verhältnisse zu den Staaten des Westens "und des Nordens, also der Schweiz, Belgien. Holland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und den baltischen Staaten, sind um so erfreulichere, je mehr sich gerade in diesen Ländern die Tenoenzen einer Abkehr von gewissen kriegs- schmangeren Völkerbundsparagraphen zu verstärken scheinen. Niemand kann es mehr schätzen, an seiner Reichsgrenze wahrhaft befreundete neu- trale Staaten zu wissen als Deutschland. Möge es auch der Tschecho-Slowakei gelingen, einen Weg zur inneren Ruhe und Ordnung zu finden, der einen Rückfall in die Tendenzen des früheren Staatspräsidenten Dr. Benesch ausschließt. Der Beitritt von Ungarn und Mandschukuo zum Antikominternpakt ist ein erfreuliches Symptom der Konsolidierung eines Weltwiderstandes gegen die jüdifch-internotionol-bolschewistische Völkerbewegung. Die Beziehungen des Deutschen Reiches zu den südamerikanischen Staaten sind erfreuliche und erfahren eine sich steigernde wirtschaftliche Belebung. Unser Derhältnis zur Nordamerikoni- s ch e n Union leidet unter einer Verleumdungskampagne, die unter dem Vorwand. Deutschland bedrohe die amerikanische Unabhängigkeit oder Freiheit, einen ganzen Kontinent im Dienste durchsichtiger politischer oder finanzieller Interessen gegen die oolksregierten Staaten in Europa zu verhetzen sucht. Wir alle aber glauben nicht, daß diese Versuche identisch sind mit dem Willen der Millionen amerikanischer Bürger, die trotz einer gegenteiligen gigantisch-jüdisch-kapitalistischen Presse-, Rundfunk. und Filmpropaaanda nicht daran zweifeln können, daß an all diesen Behauptungen kein wah- res Wort ist. Deutschland wünscht wie mit allen Ländern so auch mit Amerika Frieden u n d F r e u n d s ch a f t. Es lehnt eine Einmischung in amerikanische Verhältnisse ab und verbittet sich aber ebenso entschieden jede amerikanische Einmischung in die deutschen. 06 Deutschland z. B. mit süd- ober zentralame. rikanlschen Staaten wirtschaftliche Beziehungen aufrechterhalt und Geschäfte tätigt. geht außer diesen Staaten und uns niemand etwas an. Deutschland ist jedenfalls ein souveränes und großes Reich und u n t e r ft e h t nicht der Beaufsichtigung amerikanischer Politiker. 3m übrigen glaube ich, daß alle Staaten heute so viele innere Probleme zu lösen haben, daß es ein Glück für die Völker sein würde, wenn sich die verantwortlichen Staatsmänner nur um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern wollten. Was Deutschland betrifft, weiß ich aus eigener Erfahrung, daß Italienische Keramik. Don Otto Müller Italien kann als das Land bezeichnet werden, in dem sich die Kunst vom Altertum bis in unsere Tage durch eine vielleicht sonst nirgends anzutref- sende Volksverbundenheit ausgezeichnet hat. Man denke an die Antike, an die Renaissance, aber auch an die anderen Abschnitte des Mittelalters und der Neuzeit: die Leidenschaft des Volkes für Kunst und Kunsthandwerk, die bis in die ärmsten Schichten an- zutreffen ist, gibt der Lebensauffassung einen eigenen Stil. Aus jener Leidenschaft wurden zu allen Zeiten die großen Geister der Kunst und Wissenschaft geboren, bte für die Kultur dl»s Abendlandes von Bedeutung geworden sind. Nicht von den großen Künsten soll hier gesprochen werden, sondern von einem Kunsthandwerk, das bis auf den heutigen Tag lebendig ist, von der Kunst des Tonbrennens. Der Ursprung der italienischen Keramik ist uralt. Gewiß ist es kein Zufall, daß die Kunsttöpferei gerade in Toskana und Umbrien eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat; diese Gebiete waren einst von den Etruskern be- liedelt, die schon vor den Römern des Alterstums Meister der Plastik waren. Im Mittelalter schien die Keramik in Italien in Vergessenheit geraten, aber im 15. Jahrhundert taucht sie plötzlich, von Florenz und Faenza ausgehend, wieder auf und verbreitet sich über das ganze Land. Es waren meist Gebrauchsgeschirr, Teller, Töpfe und Krüge, in einem der Stilart des 14. Jahrhunderts verwandten, meist durch Blaumalerei verzierten Stil. Das umbrische Land wird der Mittelpunkt für d'e Majoliken, die buntverzierten glasierten Tonwai V die in Urbino, Gubbia. Deruta hergestellt werden. Die kunstvolle Handarbeit jener Zeit, in der das Formgefühl alles beherrscht, verleiht diesen Geschirren ihren Wert. Die spätere Keramik hat aus jenen Zeiten wesentliche Anregungen traditionsmäßig weitergeführt. Eine Wendung brachte das chinesische Porzellan mit sich: diese kostbare Modelliermasse wurde erst im 16. Jahrhundert durch die Portugiesen nach Europa gebracht. Lange hatte man sich vergebens bemüht, das Geheimnis des Porzellanbrennens zu ergrün1 den. Wie in anderen Ländern, forschte man auch in Italien danach. Da sich das zur Herstellung des Porzellans notwendige Kaolin im Lande zunächst nirgends fand, versuchten es die Gelehrten mit Ersatzstoffen. An Fürstenhöfen und im Auftrage der Signorien in den mächtigen Stadtrepubliken arbeiteten Alchimisten, denen es nicht gelungen war, das „Der Führer ist uns allen Vorbild und Richtschnur geworden." Reichsminister ör. Goebbels sprach zur deutschen Schuljugend. Berlin, 30. Jan. tDNB. Funkspruch.) Dor der 299. Volksschule Berlin-Wedding hielt Reichsminister Dr. Goebbels eine Ansprache zum 30. Januar 1939 zur deutschen Schuljugend. Er führte dabei u. a. folgendes aus: Für uns, die mir den 30. Januar 1933 miterkämpfen durften, ist dieser Tag ein großer Erinnerunastag, der uns mit Stolz und tiefer Freude erfüllt. Man sagt heute manchmal, es sei mit Deutschland ein Wunder geschehen. Die damals schon an der Wiedererhebung unseres Volkes arbeiteten und seitdem unermüdlich daran gearbeitet haben, wissen, daß das nicht wahr ist, daß sich vielmehr die Wiederaufrichtung unseres Volkes nach ehernen und folgerichtigen Gesetzen der Vernunft, der Klarheit, der nationalen Kraft und des völkischen Idealismus vollzog. Die nationalsozialistische Bewegung, die heute das gesamte politische Leben in Deutschland führt, stand damals nach in der Opposition. Aber diese Bewegung war eine Bewegung der deutschen Jugend. Wir waren damals alle noch jung. Die deutsche Jugend hat sich im Nationalsozialismus gegen den Parlamentarismus und gegen den Partcienftaat empört und aufgelehnt. Es war die deutsche Jugend, die den großen Umbruch in unserem Reiche vollzog und von da an bricht auch erst die eigentliche Geschichte der deutschen Nachkriegszeit an. Sonst lernen die Kinder Geschichte nur in der Schule. Heute haben sie das seltene Glück, selbst Geschichte tu erleben. Das dürft ihr, Kinder, niemals vergessen. Ihr seid Zeugen eines großen historischen Umwandlungsprozesses, der in unserem Volk und in unserem Reich sich vollzieht. Wenn wir heute die glänzenden Ergebnisse dieses grandiosen nationalsozialistischen Aufbauwerkes vor Augen sehen, so kommen sie uns manchmal leicht, ja allzu leicht vor. Trotzdem aber ist dieser Aufbau von ungeheuren Gefahren und schweren Belastungen be- aleitet gewesen. Diese Gefahren und Belastungen hätten niemals überwunden werden können, wenn das Volk selbst nicht daran mitgeholfen hätte. In diesem Jahr hat der Führer für das Deut che Reich und für das deutsche Volk die größten hi torischen Erfolge erringen können. Denn in die em Jahr ist das Groß deutsche Reich geworden. Als wir noch Kinder waren und auf den Schulbänken saßen, auf denen nun ihr sitzt, haben wir uns erbaut und erhoben an den großen Gestalten unserer deutschen Vergangenheit. Wir glaubten damals an Ideale, die längst dahin gesunken sind. Wir glaubten an Kaiser und König, aber die Kraft, die i m V o l k e selbst ruht, war uns gänzlich unbekannt. Aus dieser Kraft des Volkes ist dos eigent» liche deutsche Wunder entsprungen. Wir Deutschen wußten früher gar nicht, wie stark wir waren. Dessen sind wir uns erst in der größten Not unseres Volkes bewußt geworden. In dieser Not stand unter uns ein Mann auf, lehrte uns die Größe unseres Volkes und hat uns gezeigt, was ein Volk vermag, wenn es einig und geschlossen ist und einem politischen Willen gehorcht. Er wurde damit auch der große Lehrmeister der deutschen Nation. In seiner Idee und in seiner Weltanschauung hat er das deutsche Volk neu ausgerichtet. So steht er mitten unter uns. Er ist uns allen Vorbild und Richtschnur geworden. Die ganze deutsche Jugend steht in unverbrüchlicher Treue hinter dem Führer. Wenn unter den Alten der eine aber der andere uns und unsere Bewegung nicht mehr verstehen kann ober auch nicht mehr verstehen will, so ist doch bie Jugend ganz und ungeteilt beim Führer unb bei seinem Werk. Sie skkht bedingungslos zu ihm. Am heutigen Morgen bin ich nun in eines der ärmsten Arbeiterviertel in dieser viereinhalb Millionenstadt gekommen, um zur deutschen Jugend zu sprechen. Und zwar bin ich hierher gekommen, weil hier unser ganzes Volk zu Hause ist. Und wo bas Volk zu Hause ist, ba hat bie Treue zum Nationalsozialismus unb zum Reich eine bleibende Heimstätte. Hier ist auch bas Wunder unserer Volk- werdung am sichtbarsten geworben, unb barum ist auch hier bie Freude am heutigen Tage am größten. Da, wo früher die schwersten Kämpfe tobten, ba ist heute das Reich am sichtbarsten in Erscheinung getreten, und wo könnte das mehr der Fall sein als gerade hier. Es ist mir ein besonders inniges Bedürfnis, die Jungen und Mädel aus Oesterreich und aus d e m S u b e t e n l a n b über bie Aetherwellen hinweg bei dieser ersten gemeinsamen Feier des 30. Januar herzlich zu begrüßen. Heute hat unsere deutsche Jugend wieder ein großes nationales Ideal, und an der Spitze unseres Volkes steht ein Mann, an den sich bie Jugend auf das lebendigste unb wärmste begeistern Fann. So sei benn dieser geschichtliche Tag mit einem Gedenken an i h n begonnen. Die deutsche Jugend, seine Jugend, die auch den Namen von ihm hat, legt ihm ihre Dankbarkeit unb ihre Huldigung zu Füßen. Der Führer hat bas Reich aufgerichtet. Der Führer ist das Unterpfand unserer Zukunft unb unseres Sieges. Ihn grüßen mir in dieser Stunde, denn er ist unser ein und unser alles. bie gestellten Aufgaben so groß sind, bah sie fast über bas Verwögen der Einsicht unb der Tatkraft eines einzelnen Mannes hinausragen. 3d) kann daher für wich unb für alle meine Mitarbeiter nur versichern« daß wir unsere Lebensaufgabe ausschließlich in der Pflege und Erhaltung unseres Volk es und Reiches sehen, die beide auf eine tausendjährige, ruhmvolle Geschichte zurückblicken. Meine Abgeordneten! Männer des ersten Reichstages Großdeutschlands! Wenn ich meine heutigen Erklärungen nunmehr von Ihnen schließe, bann gleitet mein Blick noch einmal zurück auf die hinter uns liegenden Jahre des Kampfes und der Erfüllung. Für die meisten bedeuten sie Sinn unb Inhalt des ganzen Daseins. Wir wissen, baß Größeres unserem Volke unb bamit unserem eigenen Leben nicht mehr be- schieden sein kann. Ohne Blutopfer ist es uns gelungen, bas große Reich des deutschen Volkes endlich aufzurichten. Dennoch wollen wir nicht vergessen, daß auch dieser Prozeß f ü r manche mit schmerzlichen Verzichten verbunden war. Viele liebgeworbene Traditionen, manche teueren Erinnerungen und Symbole mußten von uns beseitigt werden. Länder wurden ausgelöscht, ihre Fahnen eingezogen, ihre Traditionen haben an Bedeutung verloren, allein es mag für alle bie Erkenntnis zur Beruhigung beitragen, daß Feiner Generation, bie an Deutschland in unserer Geschichte gearbeitet hat, ähnlich schmerzliche Empfindungen erspart geblieben sind. Seit die ersten deutschen Herzöge sich bemühten, aus wilden Stämmen höhere Einheiten zu bilden, mußte dieses ihr Streben über liebgeworbene Einrichtung, teure Erinnerungen, männliche Treue- verpslichtungen usw. hinwegschreiten. Fast 2000 Jahre dauerte dieser Prozeß, bis aus verstreuten Stämmen ein Volk, aus unzähligen Ländern und Staaten ein Reich wurde. Run darf dieser Werdegang aber der deutschen Ration im wesentlichen als beendet gelten. Damit aber umschließt dos Grohdeutsche Reich den ganzen tausendjährigen Lebenskampf unseres Volkes. So wie in ihm alle vergangenen Traditionen, ihre Symbole und Standarten, vor allem ober olle die großen Btännrr, auf die deutsche Menschen einst Grund hotten stolz zu sein. Denn in welchem Lager sie auch zu ihren Zeiten standen, die kühnen Herzöge und groß'« Könige, die Feldherren und gewaltigen Soifer und um sie die erleuchteten Geisler und Heroen der Vergangenheit, sie alle waren nur Werkzeuge der Vorsehung im Ent- stehungsprozeß einer Ration. Indem wir sie In diesem großen Reich in dankbarer Ehrfurcht empfangen, erschließt sich uns der herrliche Reichtum deutscher Geschichte. Danken wir Gott, dem Allmächtigen. daß er unsere Generation und uns gesegnet hat, diese Zeit und diese Stunde zu erleben. Gönng dankt dem Führer. Als her Führer seine große, 2Viftünbige Rede mit den stolzen Worten vorn Reichtum der deutschen Ge- schichte beendete, setzte ein wahrer Sturm der Begeisterung unb des Jubels ein. Abge- orbnete unb Tribünenbesucher sprangen von ihren Plätzen auf, minutenlang erneuerten sich immer roicber bie Heilrufe unb bas Hänbeklatschen. Dem Dank der Hörer gab auch Generalfelbmarschall G ö- r i n g in herzlichen unb tiefempfundenen Worten Ausdruck: Mein Führer!, so sagte er u. a.. Sie haben in einer Ihrer gewaltigsten Reden die letzten sechs Jahre an uns oorüberziehcn lassen unb uns dos große Wunder auf gezeigt, wie endlich Großdeutschlond geworden ist. Das wurde erreicht, mein Führer, durch Ihren überragenden Willen, durch Ihre Genialität, aber auch, so darf ich sagen, durch die Hingabe der Bewegung, durch bie Treue der Wehrmacht und vor allem durch den blinden Glauben des deutschen Volkes. Wir Vertreter des Volkes sind berufen wie keine. Ihnen Dank zu sagen für all bas, was Sie getan haben, aber vor allem auch Dank dem Allmächtigen, daß -er Sie uns Deutschen gesandt und geschenkt hat. Sie haben uns einst in dunkler Nacht bie Hoffnung gegeben, aus dieser Nacht emporaufteigen zum Licht und zum Siege. Dann, mein Führer, gaben Sie uns bie Kraft, den Sieg zu erringen und in Beharrlichkeit durchzuhalten, die ganze Zeit unb auch für die Zukunft. Sie haben unserem Volke den Glauben eingebrannt, daß unser Volk ewig fein soll. Sie haben uns zu unvorstellbaren Erfolgen geführt. Sie haben uns das Leben wieder groß und lebensmert unb herrlich gemacht. Wie schwach sind ba alle Worte bes Dankes! Wenn mir Ihnen jetzt, mein Führer, bas Heil zujubeln, dann liegt in diesem Heil alles, roas mir an Begeisterung, an Hingabe, an Liebe und an Treue in uns suhlen. Kameraden! Unser heißgeliebter Führer, der Schöpfer Großdeutsch- lands: Sieg Heil!, Sieg Heil!, Sieg-Heil! Die Sitzung ist geschlossen. Wie aus einem Munde ertönt bas Sieg-Heil, mit dem die Teilnehmer dieser denkwürdigen Sitzung den Schöpfer Großdeutschlands grüßen. Dann ver abschiedete sich der Führer mit dem deutschen Gruß von seinen Mitarbeitern unb verlaßt, dankend für die Ovationen, die ihm aufs neue bereitet werben, durch den Mitteleingang den Sitzungssaal. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10 8 43. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1 September 1937 gültig fieberhaft begehrte Gold herzustellen, an Verfahren zur Erzeugung von Porzellan. Venedig, Urbino und Florenz taten sich besonders hervor. Francesco bei Medici unb Bernardo Buo- talenti gelang es in der toskanischen Hauptstadt in Nachbildung orientalischer Porzellanstücke, die sie in Spanien kennengelernt hatten, prachtvolle Vasen, die f»genannten „Königsvasen", herzustellen. Von dem Mediceerporzellan sind 38 Stücke auf unsere Zeit gekommen, aber nur vier von diesen Kostbarkelten sind in Italien geblieben. Sie haben noch nicht die Leichtigkeit, Feinheit und Lichtdurchlässig- keit bes chinesischen Hartporzellans, unb die Farben beschränkten sich auf blau, violett, gelb und grün, die man von den Majoliken übernommen hatte. Die Fabrikmarke der Mediceer-Wertstätte mar eine Abbildung der berühmten Domfuppel von Florenz. ' 1709 hatte man in Meißen Kaolin entdeckt unb dort die erste Porzellanfabrik Europas gegründet. Wenige Jahre darauf folgte die Werkstätte in Wien und 1720 die erste italienische Porzellanbrennerei der Vezzi und der Cozzi in Venedig, die \tyc_ Kaolin aus der Gegend von Vicenza bezogen. So reich maren die Porzellanerde-Lager jenes Gebietes, daß man das Kaolin bald nur noch „Erde von Vicenza" nannte, das sich nun auch bei Lucca, in Latium, auf Elba und Sardinien fand. Aufschwung nahm bie italienische Porzellankunst erst, als 1735 bei Florenz von dem Marchese Ginori mit Hilfe von zwei Wiener Porzellanmalern eine Werkstätte gegründet wurde, die noch heute besteht. Karl HI. von Neapel fand an der neuen Kunst einen solchen Gefallen, daß er fünf Jahre später eine Fabrik in (Sapobimonte errichtete, deren Namen für eine bestimmte Stilrichtung tonangebend qemorben ist. So sehr hing dieser König an der Kunst des Brennofens, daß er, nachdem er 1759 die Königskrone von Spanien erhalten hatte, in der Nähe von Madrid mit Leuten, Maschinen unb Verfahren aus Italien eine neue Fabrik eröffnete. Schon 1740 begann man in Doccia mit Porzellan zu modellieren und Statuetten sowie Reliefs herzuftellen. Aus Porzellan bildete man verkleinerte Kopien von antiken Statuen und Werken der bedeutenden italieni'chen Bildhauer und Erzgießer. Die alten Stätten der Majolika-Erzeugung sind zum großen Teil heute noch im Betrieb, die Tafelgeschirr, Nippsachen, Statuetten, Gefäße, Schmuck- platten unb Wandziegel Herstellen. Die Keramik verleiht einzelnen Ortschaften ein bestimmtes Gepräge. So fällt in Capri auf, daß die Straßennamen und Hausnummern nicht wie sonst auf Blech- oder Marmorplatten eingebrannt sind. Wer mit dem Wagen durch das Land reist, trifft oft in kleinsten Ortschaften reich ausgestattete Keramikläden, vor deren Türen ganze Museen von hübschen und nicht selten recht eigenartigen Gegenständen ausgebreitet sind. Jeder Ort hat seine Spezialität, jede Majolika- Werkstätte ihre Eigenart. Zu den berühmtesten gehört Faenza, das den „Fayencen" den Namen gegeben hat, durch seine Fachschule und ein Keramik- museum bekannt. Eine ähnliche Schule besitzt Salerno, unweit davon liegt Vie tri sul Mare, das Faenza Kampaniens, dessen farbenfrohe Erzeugnisse die heitere Landschaft und den fröhlichen Charakter des Menschenschlages widerspiegeln. Die Turiner Erzeugnisse fallen ebenso durch ihr Farbenspiel auf, Mailand erzeugt Gebrauchsporzellan in allen Stilarten, von Biedermeierformen bis zu den modernsten Linienführungen, die der Italiener mit Vorliebe „stilo novecento“ (Stil bes 20. Jahrhunderts) nennt; kommt man nach Treviso, so findet man hauptsächlich weiße und farbige Zierstatuetten, an der Riviera besitzt die Töpferkunst in Albisola einen bedeutenden Mittelpunkt. In Umbrien rühmt sich Perugia seiner gelben unb braunen Majolikatöne, Orvietos Keramikkünstler sind stolz auf ihre Wiedergaben bedeutender Gemälde, Pesaro dagegen hat eine besondere Fertigkeit in der Nachbildung klassischer Modelle entwickelt und birgt in seinem Museum eine Anzahl sehr wertvoller Stücke. In Apulien ist Grottaglie, ein uraltes, malerisch gelegenes Städtchen, der Sitz von Tonbrennern, der berühmten .Jiguli“, die ihre >Gefäße nach altbewährter Ueberlieferung Herstellen, Mesagne ist vor allem durch die Erzeugung von Krippensiguren bekannt. In Caltagirone auf Sizilien hat man eine beson dere Vorliebe für Nachbildungen antiker Formen entwickelt. Was die italienische Keramik reizvoll macht, ist der absichtlich in das Urwüchsige gehende Stil, den die Darstellungen auf den Gefäßen unb Zierplatten erkennen lassen. Es finb Figuren aus dem Landleben, Trachtenbilder, Szenen aus der Geschichte und Mythologie, oft an uralte Formen anklingend, namentlich bei der Darstellung antiker Gestalten. Wenn die italienische Keramik in ihren Darstellungen so lebendig ist, bann verdankt sie es dem Erfindungsgeist der Künstler. Als beliebte Vorlagen für mythologische Darstellungen dienen die altgriechischen Szenen auf den Brieimarken Griechenlands oder Münzenbilder, die entweder in einfarbiger Zeichnung, meist grün auf weißem Grunde oder bunt in die Tonmasse eingebrannt werden. Daß die Keramik dem Geschmack des Volkes entspricht, zeigt sich in der Verwendung. In jeder Familie werden Vasen ober Schmuckgegenstände von mehr oder weniger hohem Werte bewahrt, die Museen besitzen zahlreiche Sammlungen von Prachtstücken aus der früheren Zeit, oft findet man an Häuserfronten ganze Gemälde aus den bunten glasierten Keramikplatten als eigenartigen Schmuck ein- gemauert, unb in Salerno sind in einem Gasthof sogar die Zimmerfußböden mit buntgemusterten Majolikaziegeln belegt. Tritt bas Kunsthandwerk im Vergleich zu früheren Zeiten gegenüber mechanischen Massenerzeug- nissen stark zurück, so ist die italienische Keraimk eines jener Gebiete, auf dem sich bas Handwerk bewunderungswürdig lebendig erhalten und alte Tradition siegreich in die neue Zeit führen konnte. rteiffd)rifteiL — Ein Mann machte sich einen Spaß unb rief ! aus dem Fenster einem Passanten zu: „Auf dem ! Marktplatz steht ein betrunkenes Kamel!" Nach einer halben Stunde, die diese Behauptung brauchte, um als Gerücht durchs Städtchen zu fliegen, sah der Mann, wie das Volk zu Hunderten auf den Marktplatz strömte. Kurze Zeit danach rannte der Mann selbst zum Marktplatz unb rief seiner Frau zu: „Es scheint, baß tatsächlich ein betrunkenes Kamel auf bem Marktplatz steht!" Diese lustige Anekdote führt bas neue Heft der „Sirene" als Beispiel bafür an, wie Massensuggestion wirkt. So merkwürdig es klingen mag. gewisse Waffen im modernen Krieg wirken durch dasselbe Mittel; wie, bas erzählt „Die Sirene" in einem interessanten Aufsatz. „So sieht eine Luft- schutzschule aus?" heißt ein weiterer Bildbericht, der in klarer Form die notwendigen Einrichtungen der im Reich schon bestehenden 3500 Luftschutz schulen und Luftschutz-Hauptschulen darstellt. — Die Monatsschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 15) zeigt sich mit bem Januarheft in neuem Gewanbe: Ihr Format wurde vergrößert, so daß die Bildbeigaben noch mehr als bisher zur Geltung kommen. Theodor Arzt zeigt die Zusammenhänge von „Rosse, Kultur und Ernehung". Dozent Dr. G. Heberer berichtet über „Wichtige Neufunde zur Stammesgeschichte des Menschen". Die drei für bie früheste Geschichte des Menschenstammes wichtigsten Gebiete China, Java und Südafrika haben im letzten Jahre so unerwartet reiche Funde geliefert, daß heute die Vorstellungen von der Herausentwicklung des Menschen aus einem primitiven Menschenaffenzustand gestützt und wesentlich ergänzt werden. Ein erschütterndes Beispiel für „Die Gefahr der Asozialen" bringt Wilh. Langenlmch. Es folgen bie interessanten Spalten „Aus Rassenhygiene und Beoölkerungspolitik" unb Buchbesprechungen. Das erste Echo der Führer-Rede im Ausland. „Hiller glaubt an einen langen Frieden " Der erste Widerhall in Paris. E. F. Paris, 31. Januar. ■ön der Umgebung des Quai d'Orsay äußerte man sich bereits in den Nachtstunden durchaus befriedigt von der Rede des Führers und der darin zum Ausdruck gebrachten Friedensliebe. In der französischen Oeffentlichkeit überwiegt die eine durchaus befriedigte Auffassung. Diese Auffassung ergibt sich vor allem wohl daraus, daß vor der Rede alle möglichen Prophezeiungen über ihren vermutlichen Inhalt, das Mittelmeer- und das Spanien-Problem usw. verkündet worden waren, denen.jetzt die Betonung der Friedensliebe Deutschlands gegenübersteht. Der Satz: „Ich glaube an einen langen Frieden" und weiterhin der Satz: „Niemand in Deutschland will dem engliscl-en Imperium Schwierigkeiten machen, und das gleiche gilt auch für Frankreich" haben den tiefsten Eindruck gemacht, ebenso wie auch die mehrfache Erwähnung des Beitrages, den neben Mussolini die englischen und französischen Staatsmänner, Chamberlain und Daladier, zum Werk des Friedens geleistet haben. Dabei ist man sich allerdings vollkommen der Tatsache bewußt, daß Adolf Hitler ganz, unmißverständlich wiederum den kMe u t - scheu Kolonialanspruch angemeldet hat und daß er die Forderung a u f ßebensra.um in der gleichen Weise auch für Italien geltend gemacht hat. Die Bekundung, daß Deutschland im Kriegsfälle re st los hinter Italien stehen würde, hat ebenfalls ihren Eindruck nicht verfehlt. Im ganzen überwiegt die Auffassung, daß die Atmosphäre in den zur internationalen Aussprache stehenden Fragen durch die Rede Adolf Hitlers beruhigt worden ist. Die radikalsoziale „R e p u b l i q u e" hebt hervor: Deutschland versichere, daß es mit Frankreich und England in Frieden zu leben wünsche. Nichts sei nach dem Chamberlain-Hitler-Abkommen von München und dem Bonnet-Ribbentrop-Abkommen von Paris natürlicher. Zu der deutschen Kolonialforderung und der Notwendigkeit, Rohstofiquellen zu finden, erklärt das Blatt, daß eine Rückerstattung der u n - ter französischem oder englischem Mandat stehenden Gebiete Deutschland nicht die notwendigen Rohstoffe geben wurde. Andererseits würde Deutschland in Mittel- un d Südosteuropa viel leichter Abnehmer finden. abs. London, 31. Januar. Der erste Eindruck der großen Rede Adolf Hitlers ist, wie man aus politischen Kreisen vernimmt, ein günstiger gewesen, da sich sämtliche Vermutungen und Kombinationen, die in England und im anderen Ausland über den Inhalt der Rede angestellt wurden, als unwahr erwiesen haben. Man gibt der Befriedigung Ausdruck, daß Deutschland keinerlei territoriale Ansprüche i m W e sie n Europas erhebt und auch nicht die Absicht hat, die Tür zu Verhandlungen mit den demokratischen Staaten zuzuschlagen. England glaubt nach der neuesten Rede Hitlers von sich aus die Jm- tiatioe ergreifen zu müssen, um eine Verschärfung des Handelskrieges zu vermeiden und womöglich sogar von sich aus Vorschläge zur Neuverteilung der Kolo- n i e n zu machen. Besonders ist hier der Teil der Rede ausgefallen, der sich mit dem wirtschaftlichen und handelspolitischen Programm für das bevorstehende Jahr beschäftigt und die Festigung der deutschen Wirtschaft an die erste Stelle ruckt. Dabei ist besonders günstig ausgenommen worden, daß Deutschland seine Bereitschaft, sich am Welthandel zu beteiligen, erneut zugesagt hat. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht die Feststellung des Führers über die enge Zusammenarbeit mit Italien. Man erfährt, daß Ministerpräsident Chamberlain im Unterhaus mit einem ausführlichen Ueberblick über die internationale Lage und die englische Regierungspolitik auf die Führerrede antworten wird. Die „Times" stellt fest, daß Hitler nervöse Propheten Lügen gestraft habe. Es fei klar,- daß der Friede dos Werk von Taten und nicht von Worten fein müsse. Die Worte, die man gestern abend gehört habe, hätten im Gegensatz zu den Voraussagen vieler Propheten Habe Adolf Hitler etwa an eine Rede Sie Samuel Hoares erinnern wollen, in der dieser eine Möglichkeit der Neuverteilungder wichtig st en R o h st o f f g e b ie t e ins Auge fassen wollte? nichts Kriegerisches an sich gehabt. Wenn 1 die wirtschaftliche und soziale Wohlfahrt des deut- [ scheu Volkes in Zukunft die vordringlichste Aufgabe der Reichsregierung sei, so werde morgen vieles; möglich sein, was in Zeiten dunkler und wachsender Spannung nicht im Bereich der Möglichkeit liege. „Dail y Telegraph" schreibt unter der Ueberschrift „Eine Verstärkung der Friedenshoffnungen", die Führerrede sei „verhältnismäßig milde" gewesen. Adolf Hitler habe erklärt, daß er an eine lange Friede ns periode glaube. Adolf Hitler habe nicht seinen dringenden Wunsch verborgen, die Kolonialfrage aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen gelöst zu sehen. Bedeutungsvoll sei in diesem Zusammenhong seine Bemerkung, daß man an die Lösung dieses Problems mit Vernunft und gesundem Menschen- v erstand Herangehen müsse. Es sei zu hoffen, daß die Stellen der Rede, die auf ein Nachlassen der Spannung hindeuten, durch praktische Erfahrungen noch stärker gerechtfertigt würden. Es sei der „dringende Wunsch Englands", und man könne wohl on- nehmen, aller führenden Staaten, „Deutschland zu freundschaftlicher und fruchtbarer Zusammenarbeit )zurückzubringen." Alles in allem sei man wohl nicht überoptimistisch, wenn man in die Rede des Führers eine Versicherung für eine bessere Zukunft hineinlege. Selbst der „Daily H e r a l d" (marxistisch) muß feststellen, daß Adolf Hitler vor aller Welt seine friedlichen Absichten verkündet habe. Die Wiederholung der Kolonialforderung sei „kein Grund zu besonderer Beunruhigung". Allerdings spreche Adolf Hitler in diesem Zusammenhang auch von der Möglichkeit eines Handelskrieges. Jeder ernsthafte Vorschlag „werde von England und von anderen bereitwillig beantwortet werden". Vor einer Anwort Chamberlains im Unterhaus. Günstige Aufnahme der Führer-Hede in England. OieLandfluchtgehiunsallean! 23on unfercr berliner (Scbriftteifunq Die Grüne Woche in Berlin ist wieder eine Schau stolzer Erfolae unserer Landwirtschaft im Kampfe um die Nahrungsfreiheit der Nation. Reichsminister Darre hat in feiner Eröffnungsrede mit Recht hervorgehoben, daß diese Ergebnisse um so bemerkenswerter seien, als sie in der kurzen Zeit von fünf Jahren erreicht worden sind. In der Industrie ist es verhältnismäßig leicht möglich, durch Umstellung der Betriebe innerhalb weniger Jähre die Erzeugung zu vermehren, viel schwerer ist das in der Landwirtschaft, deren Betrieb im höchsten Maße von der Bodenqualität und vom Klima, von Wind und Wetter abhängig ist. Der Reichsbauernführer hat sich aber nicht darauf beschränkt, die Erfolge hervorzuheben, sondern er hat auch den inneren Wert 'unserer Leistungssteigerung kritisch beleuchtet. Früher war man stolz darauf, den Fleischbedarf zum allergrößten Teil im eigenen Lande zu decken. Darre wies darauf hin, daß das eine Täuschung war, solange die deutsche Viehwirtschaft auf ausländische Futtermittel angewiesen blieb. Sobald Deutschland vom Weltmarkt abgeschlossen wurde, mußte also auch unsere Viehwirtschaft auf tönernen Füßen stehen. Heute ist es uns gelungen, die deutsche Fleischerzeugung bis auf einen kleinen Rest auf der inländischen Fu11erbasis aufzurichten. Das ist ein fchöner Erfolg der Erzeu- qungsfcblacht. Es ist uns gelungen, den Grad der landwirtschaftlichen Selbsterzeugung im Durchschnitt von 75 auf 83 o. H. zu steigern, tatsächlich aber ist der Erfolg noch weit größer, eben deshalb, weil die Viehwirtschaft mit ihren Erzeugnissen von Fleisch, Milch und Butter nun nicht mehr vom Auslande abhängig ist. Wenn man das vor Augen hält, so soll der Verbraucher darauf verzichten, ungehalten zu werden, wenn zu irgendeiner Jahreszeit eine kleine Stockung ein tritt, die regelmäßig vorübergeht. Es ist in Deutschland noch niemand verhungert und die feste Hand der wirtfchaftspolitischen Lenkung sorgt dafür, daß auch in Zukunft alle wichtigen Lebensrnittel ausreichend vorhanden sind. In der Folgezeit wird es in steigendem Umfange gelingen. auch die berühmte „Fettlücke" zu schließen, die bei allen Betrachtungen dieser Art eine Rolle spielt. Mit gutem Grunde nahm in der Rede Darres das Phänomen der Landflucht einen hervorragenden Platz ein. Denn diese bedenkliche Erscheinung im Agrarsektor der deutschen Wirtschaft interessiert ja nicht nur den Bauern und Landwirt, sondern in höchstem Maße auch den Städter, d. h. das ganze deutsche Volk. Vor einer Zuhörerschaft und einer großstädtischen Bevölkerung, wie sie Berlins Einwohnerschaft darstellt, mußte also diese Frage besondere Beachtung finden. Fühlt doch schließlich jeder Stadtbewohner, wo es auch immer fei, am eigenen Leibe die mancherlei Einschränkungen im Verbrauch von Nahrungsmitteln, die er sich im Interesse unserer nationalen Unabhängigkeit auferlegen muß. Nun ist es gewiß nicht so, daß der Fehlbedarf an Landarbeitern schon heute in erster Linie für unsere Mangellage in der Fett- und Fleischversorgung verantwortlich zu machen sei. Andere Faktoren — beispielsweise die Preishöhe für landwirtschaftliche Produktionsmittel, wie Dünger und elektrischer Strom — sind einstweilen noch stärker an dieser Unterbilanz der Aqrarerzeugung beteiligt und haben in ihrer Auswirkung zu'jener bedauerlichen Unterbewertung der landwirtschaftlichen Arbeit geführt. Aber auf weite Sicht gesehen, wird eine gleichbleibende Landflucht eine immer stärkere Gefährdung unserer Nahrungs- mitteloersorgung zur Folge haben müssen. Reichsminister Darrö hat an dem Beisviel des Rindvieh- bestande«. b»r von 1937 auf 1938 infolge des Manuels/in Melkern und Mägden bereits eine absinkende Kurve zeigte, anschaulich bargetan, wie febr biese Erscheinung auf die Dauer unser aller Fettversor- girng beeinträchtigen muß. Durch den Mangel an Viehpflegern und Melkern mären viele bäuerliche Wirtschaften gezwungen, den Viehbestand zu verringern, so daß die Zahl der Milchkühe durchschnittlich um 3 v. H zurückgegangen ilt. Selbstverständlich hat dabei auch die Maul- und Klauenseuche eine Ralle gespielt. Sie war aber nicht von entscheidender Bedeutuna. Dos Problem der ßanbflucht Hst gewiß keine Erscheinung, die hnan nur in D"utschlanb antrifft, es macht^lich in affen industrialisierten Staaten bemerkbar. Für uns aber ist es von entscheidender Bedeutung, weil mir Industrie und Landwirtschaft gleichmäßig entfalten müssen, um unser Volk zu beschäftigen, es aber auch aus der eigenen Scholle zu ernähren. Wir brauchen in unseren gewerblichen Betrieben geschulte und leistungsfähige Arbeitskräfte, wir bedürfen ebenso für unsere Landwirtschaft eines tüchtigen Landarbeiterstandes, der mit der Scholle fest verbunden bleibt. Zu seiner Hebung sind Maßnahmen im Gange; die soziale Frage, die hier meist eine Wohnungsfrage ist, wurde ebenfalls mit entschlossener Hand angepackt. Die Landflucht hat die Frauen noch stärker ergriffen als die Männer, so daß auf dem Lande bereits von einem Mangel heiratsfähiger Frauen gesprochen werden muß. Die Ueberlastunq der Bäuerinnen wirkt sich nachteilig für den Familienstand aus. Anderseits darf niemals vergessen werden, daß die Landbevölkerung der Jungbrunnen der Nation ist, der nicht zum Versiegen kommen darf. In seiner Rede auf der Grünen Woche hat Reichsminister Darre ausgeführt, daß die Erscheinung der Landflucht nicht mit Fatalismus hingenommen werden darf. Wollte man das tun, so würde man sich jener materialistischen Betrachtungsweise schuldig machen, an der die Völker verderben. Die Liebe des deutschen Volkes zu seiner Erde, die Freude am eigenen Besitz (und wäre er noch so klein) rhuß den'Willen entzünden, unser Bauerntum zu stärken und zu erhalten. Auf dem Wege der Siedlung kann noch viel geschehen. Zur Hebung des Gemeinschaftslebens auf dem Dorfe find gute Ansätze vorhanden. Hitler-Jugend und ff sammeln aus ihrem Heerbann geeignete und kräftige Jungman- nen, die entschlossen sind, dem deutschen Volke auf seiner Scholle zu dienen. Es ist nicht nur die Frage nach Fleisch und Butter, die mit diesen Problemen verbunden ist, sondern auch die ernste Mahnung, daß ein Volk sterben muß, das sein Bauerntum verliert. Ein neuer Auftrag für Oauteiter Bürcket. Berlin, 30. Jan. (DNB. Funkspruch). Der Führer hat folgende Verfügung erlassen: Ich habe der Bitte des Pg. Odilo Globocnik, ihn von seinem Amt als Gauleiter des Gaues Wien zu entheben, entsprochen. Zum (Bauleiter des (Baues Wien der NSDAP, ernenne ich unter Beibehaltung feiner sonstigen Aemter den Pg. Joses B ü r ck e l. Kleine politische Nachrichten. Der.Führer hat auf Vorschlag der Reichs- und (Bauleiter der NSDAP, aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der nationalsozialistischen Erhebung 2 3 3 Parteigenossen im Hinblick auf ihre Verdienste um Volk und Reich das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, verliehen. Der Führer empfing in Gegenwart des Reichs» minifters für Dolksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, die Träger des deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft 1938: der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Dr. T o d t-Berlin, Professor H e i n k e l - Warnemünde, Professor M e s s e r s ch m i t t-Augs- burg und Dr. P o r s ch e-Stuttgart, und überreichte ihnen persönlich die mit dem Nationalpreis verbundenen Ordenszeichen. Der Führer hat folgende Verfügung erlassen: Ich verfüge, daß der Gau Kurmark der NSDAP, mit Wirkung vom heutigen Tage die Bezeichnung „(Bau Mark Brandenburg der NSDAP." führt. * Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem Generalober st Heye anläßlich seines 70. Geburtstages telegraphisch seine besten Glück- wünsche. Reichswirtschastsminister Reichsbankpräsident Funk empfing im Beisein des Hauptabteilungsleiters Generalmajor von Hanneken eine Abordnung von führenden Persönlichkeiten der französischen Kaliindustrie unter Führung des Präsidenten Crussard. Die Vorstellung der französischen Herren erfolgte durch den Generaldirektor des deutschen Kalisyndikats, Dr. Diehn, Mit dem gleichzeitig auch die führenden deutschen Kali-Jn dustriellen erschienen waren. Kunst und Wissenschaft. Der nationale Rundfunkpreis. Reichsminister Dr. Goebbels hat bei der Er» Öffnung der Großen Deutschen Rundfunkausstellung 1938 die Schaffung eines Rundfunkpreises verkündet. Dazu werden nunmehr die nachfolgenden Bestimmungen über die Verleihung des Preises bekanntgegeben: Der nationale Rundfunkpreis wird für hervorragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiete der Rundfunksendung, der Rundfunktechnik, des Rundfunkrechts, der Rundfunkwirtschaft und der wissenschaftlichen Rundfunkpublizistik vom Reichs- Minister für Volksaufklärung und Propaganda verliehen. Der Preis gelangt jährlich bei der Eröffnung der Großen Deutschen Rundfunkausstellung in Berlin in Höhe von 10 OOOMar k zur Verteilung. Die für die Verleihung des nationalen Rundfunkpreises eingehenden Vorschläge werden von einem Preisrichterausschuß geprüft. Der Preisrichterausschuß wird vorn Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda berufen, der auch die endgültige Entscheidung fällt. Wetterbericht Unter überwiegendem Hochdruckeinfluß hat sich über Westdeutschland allgemeine Aufheiterung eingestellt, wobei in der Nacht zum Dienstag die Temperaturen teilweise bis unter —5 Grad zurückgingen. Von Ost auf Nord wechselnde Winde werden voraussichtlich unter Bewölkungszunahme wieder leichte Unbeständigkeit bringen. Temperaturen liegen weiter unter Null. Vorhersage für Mittwoch: Wechselnd bewölkt, im allgemeinen trocken, weiter Frost, Winde aus Nordost bis Nord. Vorhersage für Donnerstag: Leichte Unbeständigkeit mit Temperaturen um 0 Grad. Lufttemperaturen am 30. Januar: mittags 1,7 Grad, abends 0,6 Grad; am 31. Januar: morgens — 1,4 Grad. Maximum 1,7 Grad, Minimum heute nacht —1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Januar: abends 2,5 Grad; am 31. Januar: morgens 2,2 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Hoherodskopf: Heiter, — 7 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Bewölkt, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 45 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Sauerland. Winterberg: Heiter, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 18 cm, verharscht, Schi und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 100 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Was steht in her Hausapotheke? Zweimal im Ia^r Inventur im „Gesundheitswinkel"! — Das geheimnisvoll' Kästchen m Schlafzimmer. — Vor allen Dingen: Ordnung' Lieschen hat sich mit einer schmutzigen Glasscherbe in den Finger geschnitten. Heulend kommt sie zur Mutti. — Nun mal rasch Jod darauf, zum Desinfizieren! Jod muß doch noch in der Hausapotheke stehen. Da steht es auch, nämlich ein kleines Fläschchen mit den Resten einer zwei Jahre alten Jodtinktur. Am Boden der Flasche hat sich schon ein Satz gebildet und der Tropfen, der herausrinnt, ist dick und trübe. „Nein, das können wir wohl nicht mehr nehmen!" Aber da ist doch die Heilsalbe, die der Arzt damals gegen Onkel Gustavs Schuppenflechte verordnet hat. Don der blieb ja eine ganze Menge übrig!-- Vrooieren ist nicht immer aut Daß man Husten nicht mit Tropfen heilen kann, welche ehedem eine Gallenblasenentzündung lindern sollten, müßte eigentlich sonnenklar sein. Eines schickt sich nicht für alle. Wenn der Arzt für irgendein bestimmtes äußeres Leiden eine Salbe verschrieben hat, bann hat er unter den Hunderten von Salben, die es gibt, nur eine ganz bestimmte für diese bestimmte Krankheit ausgewählt. Genau so handelt er bei den Rezepten für die verschiedenen Tabletten und die unzähligen Tropfenarten. Wenn aber in der „Familienpraxis" der Grundsatz gift: Hat es dem Vater geholfen, wird es der Tochter auch helfen, — so wird die gute Absicht und die sorgfältige Ueberlegunq des Arztes zunichte gemacht. Man sollte da wirklich nicht herumprobieren! — Wenn es sich nicht gerade um alte abgestandene Medizin handelt, können zwar meist die einmal eingenommenen paar Tropfen, auch wenn sie im Augenblick wirklich nicht am Platze waren, nicht allzu viel schaden. Aber sicher darf man dessen nicht sei"' Die guten o(^n Tees Aber fragen Sie sich einmal selbst: Wissen Sie überhaupt, was Sie in und an ihrer Hausapotheke haben? In vielen Familien, besonders in den kinderreichen und auf dem Lande, wo nicht an jeder Straßenecke ein Arzt wohnt ober eine Apotheke jebe notmenbige Arzenei liefern kann, gab unb gibt es auch heute meist im elterlichen Schlafzimmer ein Kästchen, das an ber Wanb hängt unb in viele kleine Fächer eingeteilt ist. Beim Deffnen strömt einem fast immer ein eigentümlicher würzig-herber Duft entgegen. Das kommt baher, daß in einer guten Hausapotheke — die nicht nur auf einem kleinen Porzellanschild diesen Namen trägt —, vor allen anderen Heilmitteln eine Reihe von Tees aufbewahrt werden: Da ist Kamillentee für äußerliche unb innerliche Anwendung; er wirkt aut als Umschlag unb er wirkt oft Wunber, wenn man ihn trinkt. Unentbehrlich ist ferner der gute alte 2 i n b e n b l ü t e n t e e unb ber Fliedertee, Der bei Erkältungen hilft. Pfefferminze unb Sennesblätter räumen in dem verdorbenen Magen auf und der Fenche11ee ist gerade bei kleinen Kindern immer wieder beliebt und bewährt. Dann gehört aber auch Baldrian in eine rechte Hausapotheke, weil er — innerlich genommen — als Tee oder als Baldriantropfen so ausgezeichnet beruhigt. Wunden gibt es nun mal in jedem Haushalt gelegentlich, und die Kinder kommen auch öfters mit einem Kratzer ober einer tüchtigen Beule heim. Da muß man fühlen, reinigen, h->sinfriercn. Essigsäure Tonerbe, Borsäure und Alkohol sollten für diese Zwecke immer vorrätig sein. Die gute Arnika brennt zwar sehr, wenn sie auf eine offene Wunde kommt, — aber sie sorgt für rasche Heilung. Endlich sollte in einem besonderen Fach sauberer Verbandmull und das Päckchen mit der Verbau d w a 11 e verwahrt werden. — Ebenfalls in die Hausapotheke und nicht in den Nachttischschub zu Kragenknöpfen, Taschentüchern und dem Buch für die letzte halbe Stunde vor dem Einschlafen gehört das Fieberthermometer. Wenn sich Fieber einstellt, ist eine an sich vielleicht harmlos erscheinende Störung immer etwas ernster zu betrachten. und es ist gut, wenn man dem Arzt bei seinem Besuch schon sagen kann: „Nein, Fieber hat ber Hans nicht". Aber bas Thermometer muß in Crbnunq sein und das ist es meist nur dann, wenn es sorgsam eben in der Hausapotheke aufbewahrt wirb. Schließlich mag auch ein kleiner Inhalier- apparat, aus dem man Eukalyptusöl oder irgendein anderes ätherisches Oel versprühen kann, hier seinen Platz finden; oft wird es einer ernsten chronisch verlaufenden Erkältung erfolgreich vorbeugen können. fren Salben ist Kett. Wer hebt Butter ober selbst eine gut geräucherte Dauerwurst ein Jahr lang auf? Wenn solche Lebensmittel schlecht werben, wie kann man dann verlangen, daß Arzneien, die aus grundsätzlich nichts anders gebauten organischen Bestandteilen zusammengesetzt sind, noch nach vier oder fünf Jahren ihre alte Wirkungskraft besitzen? Hitze und Kälte verändern so viele Chemikalien, also auch unsere Tropfen in der Hausapotheke. Jedes Fett wird ranzig und es hat gar keine Veranlassung, nur deshalb nicht ranzig zu werden, weil ein Apotheker es zu einer Salbe verarbeitet hat. Eine Salbe mit ranzigem Fett aber jchadet nur, weil sie die Haut reizt statt sie zu glätten und Schmerzen zu lindern. Auch die festen Tabletten, denen man so gern unbegrenzte Haltbarkeit zutrauen mochte, verändern sich mit ber Zeit. — Nach längerer Zeit kann man vor allem aber auch nicht mehr wissen, wofür die einzelne Arznei bamals verordnet worden ist. Viele Tabletten enthalten die Medikamente in stark konzentrierter Form. Das Rezept, wie sie angewendet werden sollen, die Anweisung, wie stark bestimmte Traufen verdünnt werden müssen, ist nach einem Zeitabstand meiü verloren. Dann kann man sich schon ziemlich den Magen verderben, wenn man sich mal vergreift. Deshalb sollte auch an jedem Fläschchen und jedem Röhrchen ein Schild befestigt werden, bevor man es an die Hausapotheke einreiht. Vergreisen kann schöhlick se«n. Nach spätestens einem halben Jahr aber heißt es: Naus mit den für längst geheilte Leiden verordneten Mitteln! Das auch schon deshalb, weil die Hausapotheke nicht der Aufbewahrungsort für den Durcheinander von verstaubten Flaschen und Schachteln werden darf. Was wirklich sozusagen täglich vorrätig sein muß, das muß auch griffbereit und wohl geordnet drin stehen, damit man sich nicht vergreift und in manchmal eiligen Fällen nicht erst lange suchen mutz. Nur dann kann diese so gute Einrichtung der Hausapotheke den Zweck erfüllen, bis zum Erscheinen des Arztes die erst» und in dringenden Fällen oft so wichtige vorläufige Hilfe zu bringen. Die Kosten für ihre Instandhaltung sind sehr gering im Vergleich zu dem, was durch rasches richtiges Eingreifen gespart werden kann. Dr. W. K. Kr. 26 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen) Dienstag.3l.Zanuar 1959 Man würde dasitzen und dle Blicke unruhig gleiten lassen: Da war der Flügel, der kleine braune Mahagoni-Flügel, Ms letzte Geschenk des Manne's, zu dem man zwanzig Jahre lang Vater sagte-- Noten, Noten liegen darauf, ein Bild in silbernem Rahmen: nochmal die Mutter, im Kostüm einer großen Rolle: Tosco, davor eine kleine kostbare Schale, Gold und Email, immer mit frischen großen Veilchen gefüllt. Da waren die altmodischen grünen Seidensessel mit ihren großblumigen Bezügen, man würde darüber hinstreichen, wie über etwas Fremdes --Nebenan sähe man ins Eßzimmer mit seinen schwarzeichenen schweren Schränken, mit seinen blauen Delfter Vasen und Krügen, seinen Zinnhumpen--man würde die Zimmer plötzlich flüchtend verlassen, erdrückt von der Fülle von Erinnerungen, die sich mit diesem Haus verknüpften. Man würde nichts mehr ertragen: nicht die große Halle mit den hochlehnigen Renaissancestühlen, nicht die Glasfenster des alten Bürgerhauses, auf denen marr als Kind die romantischen Edeljungfrauen und bacchantischen Knaben mit ihren dicken Weintrauben einmal so sehr bewundert hatte — — man würde die Treppe heraufstürmen in den kleinen Wohn- und Schlafraum, würde mit fremden Augen alles Liebe, Vertraute betrachten: das zarte Mantelgrün des Schlafraums, die duftige Kretonneherrlichkeit des kleinen Wohnraumes, man stände wohl an dem kleinen Bücherschrank und läse die Titel vertrauter Bücher, murmelte den Namen, schlüge eine Musikgeschichte auf, begriffe nichts und schlüge die Hände vor den Kopf wie jetzt, wie jetzt ... „Hallo, Fräulein!" Im jähen Schrecken ließ Evelyn die Hände vom Kopf gleiten. Hinter sich sah sie die lackglänzende Tschakokappe eines Schupobeamten, mattes grünes Tuch schimmerte durch den Regen, eine feste Hand berührte chre Schulter. „Ist Ihnen nicht gut? Soll ich Ihnen helfen?" Evelyn sah den Mann aus jäh erschreckten Augen o^„Nein, nein, danke!" flüsterte sie heiser. „Ich geh schon, ich geh ja schon ..." „Na, na, na — so roars jo gar nicht gemeint!" Der Beamte brummte unwillig vor sich hin und sah das Mädchen kopfschüttelnd an. Evelyn raffte sich auf, ging weiter und trat schließlich in ein Cafe ein. Ein Tisch mit fleckmer Baumwolldecke war frei, Evelyn sank daran meber und fühlte plötzlich eine irrsinnige Schwäche in den Knien, ein wildes Schmerzgefühl in den müden Füßen, einen Augenblick lang drehte sich der kleine bunte Raum mit seinen Menschen im wirbelnden Kreisel vor ihren Augen, sie tastete in tue. Lust, jetzt war wieder Halt da, Gradheit, Ständigkeit.,. Hinter ihr schwatzte ein Liebespärchen, das Mädchen hatte einen hellen Sopran, mit dem es immer wieder in zierlich affektiertes Lachen ausbrach, gelbes stark gekräuseltes Haar umringelte das Puppengesichtchen, der kirschrot geschminkte Mund war feucht und lockend, der Jüngling an der Seite des Mädchens schmiegte seinen ondulierten Friseurkopf dicht an die Wange des Mädchens ... Plötzlich erschrak Evelyn ... wo war sie eigentlich? Es war wohl doch besser, zu gehen ... Da kam der Kellner, er sah grau, müde und alt aus und strich verdrossen um ihren Tisch. Evelyn bestellte mechanisch einen Tee, der Kellner schlurrte davon, das Lokal wurde immer undurchdringlicher vor Gelächter, Zigarrenrauch und Dunst ... Plötzlich begriff Evelyn, daß ihr etwas fehle, ihre Hände glitten über den Tisch — — Die Handtasche! Verloren? Wahrscheinlich. Im Regen--Oder wo? Eine müde Gleichgültigkeit überfiel sie ... ganz gleich, ganz gleich--was lag daran ... Sie griff in die Tasche der Pelzjacke, die neben ihr auf dem Stuhl lag, da knisterte der Brief der Mutter in dem starken gelben Kuvert, sie fühlte das weiche Paket einen Augenblick in der Hand. Der war da, das war gut, alles andere war gleich. Etwas loses Geld war auch noch in der Tasche, ein paar Mark, das würde langen ... alles andere war gleich-- Der Tee kam, er stand braun und duftend vor Evelyn, sie hob das brennendheiße Glas an die Lippen und fühlte sich nicht imstande zu trinken, ein paar Tranen rannen langsam aus den Augen .. sie bemerkte es ganz erstaunt und wischte sie schnell weg — hatte jemand das gesehen? Aber niemand achtete auf sie, denn der Vorhang war zurückge- gangen, ein junger Mensch mit altem Gesicht, dem er mit ziemlicher Anstrengung ein paar flotte Lebe- mansgrimassen einzukerben suchte, stand da, redete irgendein krauses Zeug und kündete eine Sängerin an, die bald darauf erschien und eine viel zu tiefe Verbeugung vor dem sie neugierig anstarrenden Publikum machte. Sie war klein und ziemlich aus der Form gegangen, hatte ein weiß und rot gefärbtes Gesicht und eine Soubrettenstimme von durchdringender Schärfe — — Evelyn hob schmerzend die Schultern bei den schrillen Tönen ... Warum sie nicht auf ft anb--sie versuchte sich einen Ruck zu geben. Und blieb doch. Dann wirbelten Zwei Mädchen über die Bühne, sie trugen silberne Büstenhalter und Pailettenhöschen und hüpften eine ganze Reihe stereotyp eingedrillter Bewegungen mit fest eingefrorenem Lächeln ab. Nun kam der Ansager- jüngling mit faden Wiben wieder, das Publikum lachte wiehernd und schüttelte sich vor Vergnügen, Evelyn sah es mit einem fremden, starren Lächeln. (Fortsetzung folgt!) Der Zestvorlrag erschen Glocke. Dann scher Prägung, als Bollwerk deutschen Geistes und deutscher Leistung im Osten ihre Pforten wieder öffnen konnte. Am Schlüsse seiner Rede gedachte er in Dankbarkeit der Toten, insbesondere jener Männer, die mit dem Treuebekenntnis auf den Lippen bis zum letzten Atemzuge dem Tode furchtlos entgegensahen. Ein einziger Glaube habe die Hemmnisse und Kräfte einer schicksalschweren Vergangenheit überwunden und das Reich Adolf Hitlers die Ernte eines ganzen Jahrtausends nach Haufe tragen lassen. Der beispiellose Aufstieg des deutschen Volkes aus trostloser Knechtschaft zur Freiheit und Größe verpflichte unsere Generation zu einer Kraftentfaltung, mit der ein stolzes Herrenvolk den Führer bedanke. Treue um Treue! sei deshalb unser Gelöbnis am sechsten Jahrestage der Machtergreifung des Führers. Die Ludwigsuniversität beging den Tag der nationalen Erhebung und zugleich die Feier des Reichsgründungstages mit einem Festakt in der Neuen Aula, zu dem sich mit den Angehörigen der Universität zahlreiche Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht eingefunden hatten. Nach dem feierlichen Einzug des Lehrkörpers und dem Einmarsch der Fahnen fang der Akademische Gesangverein unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Professor Dr. T e m e s v a r y mit viel Ausdruck und Klangfülle einen Chor aus Bruchs Vertonung der Schille ' *' ' ~ nahm der Rektor das Wort. Den Festvortrag über „Deutsche Geltung im Osten während der Stauferzeit hielt Professor Dr. T e l l e n b a ch. Er führte etwa folgendes aus: Heute, da wir unser Reich ehren und die Zurückgewinnung alten deutschen Ostlandes feiern, haben wir besonderen Grund, unserer Vorfahren aus der ernen Zeit der Hohenstaufen zu gedenken. Denn sie waren es, die dem Deutschen Reich größere Macht und höheres Ansehen errangen, als es seit seinem Anfang über tausend Jahre hin besaß. Und sie haben mehr Zur Erwerbung deutschen Volksbodens, mehr zur Ausbreitung deutscher Geltung über weite Zonen des Ostens beigetragen als irgendeine andere Zeit. Den großen, unwidersteh- lichen Schwung erhielt der deutsche „Zug nach dem Osten" nämlich erst in den Tagen Kaiser Friedrich Barbarossas. Dies muß erklärt werden aus der damaligen Kraft und Fruchtbarkeit des deutschen Volkes in Altdeutschland und aus der genialen Politik, durch die Friedrich Barbarossa und sein Sohn Heinrich VI. das Reich zum steilsten Gipfel der Macht emporführten, den es je im Mittelalter erreicht hat. Im Osten ließen sie zwar den Landesfürsten, den Welfen und Askaniern, den Wettiyern und Babenbergern freien Raum und stärkten ihnen den Rük- ken, aber sie selbst und nach ihnen der dritte große Staufer, Friedrich II., griffen in noch umfassenderer Weise in den Raum des Ostens ein. Die böhmischen Fürsten, die Lehnsleute des Deutschen Reiches waren, lebten meist in guter Freundschaft mit den Kaisern, dienten ihnen, und Böhmen wurde dafür Königreich, Mähren zur reichsunmittelbaren Mark- grafschaft erhoben. Nicht zum wenigsten die kluge Politik der Staufer hat es bewirkt, daß Böhmen so sehr in das Deutsche Reich hineinwuchs, daß es im vierzehnten Jahrhundert zu den besten Trägern deutscher Kultur gehörte. Auch Polen wurde in Lehensabhängigkeit gehalten und der polnische Herzog gezwungen, einigen Mitgliedern seines Hauses, die auch mit den Staufern verwandt waren, Schlesien abzutreten. Damit wurde dieses kostbare Land in den engeren deutschen Bannkreis gezogen. Auch die Oberhoheit des Reiches über Pommern und Mecklenburg hat Friedrich I. gesichert, während fein Enkel Friedrich Lübeck, die Gründung Heinrichs des Löwen, später die stärkste Ostseemacht, zur Reichsstadt erhob und die Lande der Ritterorden Preußen und Livland staatsrechtlich dem Reiche an- schloß. Ungarn geemiber waren so große Erfolge nicht mehr möglich, weil es zwischen Deutschland und dem griechischen Reiche eine freiere Stellung gewonnen hatte. Was die Hohenstaufen im Olten bewahrten und neu schufen, gehört in den großen Zusammenhang ihrer glanzvollen universalen Pvlit'k, die einen gewaltigen Raum von Riga bis zur Scheide, von Arles über Palermo bis Ierusalenz» beherrschte. Eine ungünstige Folge ihrer Italien- und Mittelmeerpolitik lag darin, daß sie selbst sich im einzelnen nicht an der Ostkolonisation beteiligt haben. Auf der anderen Seite haben sie die Deutschen zum Weltvolk mit weitem Blick gemacht bas, empfänglich und fähig zu materieller und geistiger Befruchtung, die Abrader wäfcht Hände rillenfauber daß wir sie ehren, indem wir heute von unserem eigenen Schaffen aus um uns blicken in die Vergangenheit und die Zukunft. Ein Vortrag des Collegium Musicum leitete über zu der Ansprache des Studenlenführers Frank. Er sagte u. a.: Der 30. Januar 1933 stellt in der deutschen Geschichte eine Wendemarke dar. Es war das Ende einer für das deutsche Volk leidensvollsn Zeit und der Anfang eines glanzvollen Anstieges. Durch die Heimkehr der Ostmark zum Reich und die Befreiung unserer sudetendeutschen Brüder ging in Erfüllung, worum mehrere Studentengenerationen mit heißem Herzen gekämpft hatten, denn von jeher war das Studententum Träger des großdeutschen Gedankens. Durch die Machtübernahme des Nationalsozialismus ist auch für die deutsche Universität eine neue Entwicklungszeit angebrochen. So mußten, wie auf anderen Gebieten, auch hier Erscheinungsformen und Symbole verschwinden, die einmal ihre Daseinsberechtigung hatten, und Formen mußten gefunden werden, die unserem nationalsozialistischen Gemeinschaftsgedanken entsprachen. Die Freiheit des geistigen Schaffens ist zwar unbeschränkt, aber noch so große Arbeit eines Genies würde wurzellos im luftleeren Raum schweben, bliebe sie die losgelöste Privatarbeit eines einzelnen Individuums. Daher muß die Wissenschaft in ihrem Wirken vollkommen eins fein mit dem Fühlen und Denken ihres Volkes. Deshalb müssen alle, die durch die Wissenschaft am Aufbau teilhaben, auch zur völkisch-politischen Führungsschicht gehören. Also muß es uns ermöglicht werden, die Fähigsten und Tüchtigsten aus die deutschen Hochschulen zu bringen, und die Auslese davon wiederum muß ihre Kraft in den Dienst der Wissenschaft stellen. Um dies zu verwirklichen. müssen wir immer wieder die Forderung des gebührenfreien Studiums erheben. Langemarck-Studium, Kameradschaftsförderung und Hochschulförderung sind nur Teillösungen. Wir sind uns dabei bewußt, daß eine grundlegende Umgestaltung des gesamten Hochschulbetriebes notwendig ist, um diese Pläne in die Tat um- zusetzen. Mit einer anderen Lösung kann sich das deutsche Studententum trotz aller noch vorhandenen Schwierigkeiten nicht zufrieden geben, da wir nur in einem vollkommen gebührenfreien Studium die Verwirklichung des Punktes 20 des Parteiprogrammes erblicken, indem verlangt wird, daß ohne Rücksicht auf Herkunft und wirtschaftliche Kraft jedem das Erreichen höherer Bildung und damit das Einrücken in führende Stellungen zu ermöglichen ist. Hand in Hand damit geht die andere Forderung nach Verkürzung verschiedener Studiengebiete und der sich anreihenden Ausbildungszeiten, sowie nach besserer Besoldung der Assistenten st eilen. Erfreulicherweise können wir feststellen, daß in letzter Zeit verschiedene Studiengebiete verkürzt wurden, denn nur dadurch ist es möglich, den jungen Akademiker früher in das Berufsleben hineinzustellen und so feine auf der Hochschule gesammelten Kenntnisse der Volksgemeinschaft sobald wie möglich dienstbar zu machen. Wir sehen es als eine unumgängliche Notwendigkeit , an, daß die Besten den Weg eines wissenschaftlichen , Forschers einschlagen. Es ist selbstverständlich, daß ; nur der diesen Beruf erwählen soll, der sich wirklich . nur dazu berufen fühlt und den nötigen Idealismus t in sich trägt. Aber jeder Idealismus hat feine Grenzen, und wir müssen verlangen, daß die Assi- starke und edle, im tiefsten Grunde deutsche Kultur der Stauferzeit hervorgebracht hat. Ferner hat das deutsche Selbstbewußtsein eine große Steigerung erlebt. Darin kommt u. a. zum Ausdruck, daß man dem Kaiser, der bis dahin unter den Königen durch einen Ehrenvorrang ausgezeichnet war, nun tatsächlich ein Oberhoheitsrecht über fremde Länder wie England und Frankreich zuschrieb. Der imperiale Gedanke, d. h. der Gedanke vom Imperium, des Reichs hat im Osten eine "bedeutende Rolle gespielt. Er forderte nämlich, daß der christliche Glaube und die abendländische Kultur über die heidnischen Barbarenvölker jenseits der Grenzen des christlichen Imperiums ausgedehnt wurden. Gerade die Gewinnung des Deutschordensstaates ist unter dem Einfluß solcher Ideen erfolgt. Die Ostvölker haben die Ansprüche der Deutschen teils abgelehnt, teils gebilligt. Wie dem auch sei, ihre Könige, Fürsten, Bischöfe und Adligen waren es, von denen die deutschen Siedler meistens herbeigerufen wurden, weil sie dem Lande, in dem sie wohnten, viele Vorteile brachten. Ihre Siedlungsformen waren die fortgeschrittenen des Mutterlandes, die Ackerbautechnik war der slawischen so überlegen, daß die Obrigkeiten einen beträchtlichen Gewinn an Zehnten und Steuern erzielten und im allgemeinen die Deutschen gegen Reaktionen der einheimischen Bevölkerung in Schutz nahmen. Ebenso wertvoll waren die deutschen Städte, die überall in den Slawenländern gegründet wurden. Außer dem finanziellen Interesse hatten die Fürsten an ihren Städten auch ein militärisches. Sie waren mit Mauern und Türmen bewehrt und dienten als Festungen, an denen sich oft genug der Ansturm der Feinde brach. So traf das Bedürfnis des weiten Ostens auf die überströmende Kraft des deutschen Volkes. Infolgedessen wurde seit dem zwölften Jahrhundert im späteren Mittelalter fast die Hälfte des heutigen deutschen Volksbodens gewonnen Fast noch stärker als durch die deutsche Siedlung wird die gewaltige Geltung des Deutschtums dadurch beleuchtet, daß deutsche Einrichtungen und deutsche Kultur sogar da übernommen wurden, wo überhaupt keine deutschen Henschen mehr hinkamen. Deutsches Recht herrschte in Stadt und Land in rein slawischen Gebieten. Gerade seine Verbreitung ist als einer „der bedeutsamsten Prozesse der Kulturexpansion und -assimilation in der Geschichte der europäischen Völker" bezeichnet worden, den man mit dem Vorgänge der Kulturausstrahlung im Römerreich vergleichen könne. Das dem deutschen Volk und der deutschen Kultur gewonnene Ostland überwiegt räumlich das mit den Waffen erkämpfte bei weitem. Die im Ausland oft verbreiteten, weit übertriebenen Ansichten von der Gewaltsamkeit der mittelalterlichen Ostausbreitung find deshalb zurückzuweifen. Der Zug nach dem Osten, der in der Stauferzeit in großem Stil einsetzte, hat in den folgenden Jahrhunderten Mitteleuropa und einen Teil von Osteuropa von Grund aus umgewandelt. Das war nur möglich, weil die Deutschen unbestechlich und tapfer, kenntnisreich und tüchtig ihr Werk verrichteten, weil bei ihnen das größere Können und die höhere Leistung waren. Deshalb ist es billig, Die Universität am Zahrestag der nationalen Erhebung Eindrucksvolle Feier in der Reuen Aula. Se. Magnifizenz der Rektor Pros. Dr. Seißer lenkte die Gedanken der Hörer zunächst zurück auf die Zeit der Jahreswende 1932/33 und auf den ‘ schweren politischen Kampf in den letzten Wochen vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler, sowie auf die erlösende Kunde von der Ernennung des Führers zum deutschen Reichskanzler durch den greifen Feldmarschall von Hindenburg. Bei dieser Rückschau hob der Rektor hervor, daß nach diesem Sieg des Glaubens an das ewige Deutschland auch der Treueste damals nicht zu hoffen gewagt hätte, die Feier der Machtübernahme nach sechs Aufbaujahren könne von einem Großdeutschland begangen werden, das in schimmernder Wehr im Brennpunkt des weltpolitischen Geschehens stünde. Dann rückte der Redner die großen Erfolge des ersten Vierjahresplanes mit feiner Beseitigung der Arbeitslosigkeit, der Gesundung der Wirtschaft, der Wiederaufrichtung der deutschen Wehrhoheit und dem Aufstieg Deutschlands zur Großmacht in den Blickpunkt der Festversammlung, um anschließend mit knappen Worten an die großen Aufgaben der Sicherung der deutschen Ehre und des deutschen Lebens durch die Arbeit im Dienste des zweiten Dier- jahresplanes zu erinnern. Er betonte dabei, daß Deutschland zum Sturmbock im Kampfe gegen die bolschewistische Zersetzung, das Weltjudentum und alle jene Kräfte, die der abendländischen Kultur den Todesstoß zu versetzen hofften, geworden sei. Die Beseitigung der Parteien und der Klassen wurde die Voraussetzung für das große Erziehungswerk der Volksgemeinschaft, das getragen wird von der Partei, ihren Gliederungen und Verbänden. In diesem Zusammenhangs wies er auch auf die vom Führer vor kurzem der SA. übertragene große Aufgabe der vor- unb nachmilitärischen Wehrerziehung hin. Hierauf erinnerte er an die großen volksdeutschen Entscheidungen im verflossenen sechsten Kampfjahre nationalsozialistischer Staatsführung, durch die zehn Millionen Deutschen die Freiheit beschert wurde. Der aeniale Bismarck, der Gründer und Kanzler des Zweiten Reiches, habe der Realpolitik der kleindeutschen Lösung den Vorzug geaeben. Mit der Reichs- gründuna habe in weiten Volkskreisen der großdeutsche Gedanke zu verblassen begonnen. Erst durch den Führer, der im März vorigen Jahres von der nationalsozialistischen Wiener Regierung um die Hilfe deutscher Trupnen in Oesterreich gebeten worden sei, wurde des Reiches Einigung vollzogen, die älteste deutsche Ostmark zum jüngsten Bollwerk der deutschen Nation und damit Ms Deutschen Reiches erhoben. Auch die Rückkehr der Si'detendeutschen zum Reich konnte nur durch eigene Kraft und be- dinaunaslose Opferbereitschaft erzwungen werden. Der Redner erinnerte hier an die noch Allenthalben in frischer Erinnerung stehenden Ereignisse im Sammer und im .f) erb ft vorigen Jahres und an den geschlossenen Einsatz des aanzen deutschen Volkes unt^r der Führung Adolf Hftl-"-s. insbesondere begrüßte er daß nm ll.Januar 19*9 die äfteft» deutsche Universität zu Prag als Hochschule nationalsozialisti- (Ngchdruck verboten!) 10. Fortsetzung. Schuß im Funkhaus Ein Roman von Maria Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. Sie ist überhaupt noch nicht heimgekommen!" sagte Torsten mißmutig. Die Nässe und der Regen schienen auf seine Stimmung zu drücken, das Wasser rann ihm aus dem Lodenhut hinten in den Hals er schlug den Hut ein wenig aus und schüttelte sich ' Die Tante war da!" sagte er auf ödjaubs wartenden Blick schnell. „Sie führt den Geschwistern wohl den Haushalt, sie war ganz aufgeregt daß Evelyn Kay noch nicht daheim sei. Sie sei sonst immer um diese Zeit zu Haus. Aber bestimmt riefe sie sonst an, hoffentlich sei ihr nichts zugestoßen .. Stein stand in wartender Erregung. „Und — und — ?" drängte er. Assistent Torsten sah an ihm vorbei zu Schaub hin. Er war zur Wohnung des Fräulein Kay rmt- gegangen, weil Schaub ihm bedeutet hatte, es handle sich nicht um eine Bechastung. wemgstms noch nicht, sondern nur um vorsichtiges Sondieren, onft hätte er diesen abendlichen Gang nicht mehr gemacht, er haßte Regen und Rässe mit einem fast kindlich-wütenden Haß. Außerdem war er jung, unö es interessierte ihn, die Frau, der man einen Moroanschlag zutraute, zu sehen ... Run war sie schon ausgerückt ... „Ich habe schon alle nötigen Anweisungen gegeben!" sagte er auf Schaubs enttäuschtes Gesicht hin. „Was überwacht werden muß, wird uber- mgcht__sie wird uns schon nicht entkommen. Gehen Sie noch einmal ins Zimmer von Vorfeld!" sagte Schaub hastig. „Ich komme gleich nach. ^Da^sehe^Sie^Stein!" sagte Schaub schwer. Wohin Sie Ihre betonte Gaianterie und Iyr ewiger guter Glaube gebracht hat! Fort — — verschwunden - - das Mädchen - - Wir werden Mühe haben, sie wieder zu finden ... Stein legte die langen schmalen Musikantenhande an den Kopf, drinnen hämmerte und dröhnte es wild. Er stöhnte auf, irgend etwas Fernes Sauberes, Reines, Klares verwischte sich, wurde unklar, verzerrt, häßlich, glitt in den Schmutz und erlosch — Er preßte die Hände fest an den Kop,. „ „Mein Gott, mein Gott, wie ist das möglich. Kriminalrat Schaub hatte leise das Zimmer verlassen --- Dom Turm einer großen Kirche schlug es 21 Uhr, die Töne kamen schwer und brummend durch den dunklen Regenabend, dröhnten dumpf eine Weile dahin und verwischten sich zitternd. Mit einem Ruck blieb Evelyn stehen, eine unklare Angst überfiel sie plötzlich. Man müßte längst daheim fein, dachte sie flüchtig. Tante Anna ist nächtliches Bummeln nicht gewohnt, man hätte wenigstens anrufen sollen. Ueberhaypt, welch sinnlose Verrücktheit, im strömenden Regen und stiebenden Schnee, der sich häßlich miteinander mischte, durch fremde Straßen, unbekannte Straßen zu wandern. Wo war man überhaupt? Das unbekannte Viertel hier schien die Altstadt zu sein, schräge alte Hauser duckten sich tief ins Dunkle hinein, altmodische Laternen gaben matt brechenden Schein, hin und wieder grellte ein Wirtshausplakat, eine Tür flog auf, Geruch von Tabaksrauch und abgestandenem Bier drang rasch verwehend in die Rsgenluft ... Es war Wahnsinn, hier zu gehen. Der Regen rann immer noch. Evelyn zog die Ozelotjacke fröstelnd aüf den Körper, aus dem kleinen braunen Filzhut rann schon Wasser, drang kältend zwischen Hals und Schultern. Zu Hause war es jetzt wohl friedlich. Tante Anna hatte die altmodischen weißen Kamine hochstellen lassen, man konnte sich an sie lehnen, ihre sanfte Wärme spüren und ganz geborgen sein. Die beiden .großen Wohnräume lagen sehr still, die Tante saß in einer Ecke und häkelte an einer ihrer ewigen Missionsdeckchen, der alte braune Mahagonisalon lag im matt zitternden Schein einer großen bunt- blumigen Stehlampe, das blasse Licht beschien die zierlichen alten Möbel und die nachgedunkelten kleinen Oelbilder der Verwandten an den Wänden — rechts Großtante Ada — rotes energisches Bürgerinnengesicht in weißer Biedermeier-Haube — links das Großelternpaar: Johann Merenus Kay, Kaufherr und Senator — stolzer, streng blickender Herr mit Vatermörder und steifer Haltung, weich lächelnde mütterlicher Frau in schwarzem Tartfleiö mit unzähligen Rüschen ... Man würde die Bilder betrachten, zum erstenmal wirklich betrachten, wie man Fremdes, Unbekanntes betrachtet, was man sich ungerechtfertigterweise angeeignet hat — — Man würde den scheuen Blick wandern lassen: Da waren noch die Bilder der Eltern, der Mann den man für den Vater hielt, diesen gütigen, melancholi- chen Mann mit den guten Augen, das große Oe - bild der Mutter: schöne braunhaarige Frau mit stolzer Haarkrone, in weißer großer Toilette Atlas und Brüsseler Spitzen und überall hell blitzende Diamanten --das schöne schmale Gesicht--bas fuße Lächeln.-- Oer SO. Januar 1939 in Gießen ZU Brück, Bedeutung hatte aber die in der Wiesbadener Ju- Gfs. Grüningen , 27. Ian. Im Rahmen des 18. Juni voraus- tungen für die Gestaltung des HI.-Dienstes in diesem Jahre darlegte. Im Vordergrund stehen die Sportdienstgruppen'' des Jungvolks und die Stei- Naiionalfozialistische Kriegsopferversorgung Kameradschaft Gießen. geben mit Die Tagung gab auch den Abteilungsleitern der Gebietsführung Gelegenheit zu Referaten, wobei vor allem die Ausführungen der Leiter der Abteilungen für Leibeserziehung und für weltanschauliche Schulung über die Führergrundausbildung hervorzuheben sind. stattfinden. Als Termin wurde der 17. und festgelegt. An dem Treffen werden sich sichtlich 8000Feuerwehrleute beteiligen. Landkreis (Biehen NSG. Am Sonntag wurde im Aerztehaus in Frankfurt a. M. das Jahr der Gesundheitspflicht im Gebiete Hessen-Nassau, eröffnet. Auf dem Appell sprachen Gebietsführer Brandt und der Reichsarzt der HI., Oberbannführer Dr. Hördemann, über die Verantwortung der Jugend für die Gesunderhaltung ihres Körpers. Von den Bannführern, den Untergauführerinnen, den HJ.-Aerzten und BDM.-Aerztinnen umriß am Gebietsführer Brandt stellte in feinen Ausführungen der Führerschaft vor Augen, daß Ge- sundsem Diel mehr bedeute, als Nichtkranksein: deshalb sei der Dienst der HI., der der körperlichen wie geistigen Ertüchtigung diene, kein Selbstzweck sondern er führe zu dem großen Ziel der Ertlich- ngung der Jugend für ihre späteren Aufgaben als Soldaten in der Wehrmacht und in der Partei. Die HI. habe die Ganzheit der Erziehung verwirklicht. Der Arzt sei innerhalb der HI. zu einem neuen Typ geworden, dem Jugendarzt, der ohne Ansehung des Alters mit der Jugend in der Einheit seinen Dienst versehe. Der Gebietsführer forderte die Führerschaft und die Aerzte auf, die große Aufgabe, die der Reichsjugendführer der HI. in diesem Jahre gestellt habe, aus einer gleichen Haltung und Gesinnung heraus zu lösen. Bannführer-Tagung in Wiesbaden. NSG. Der Führer des Gebietes 13, Brandt, hatte die Bann- und Jungbannführer zu einer dreitägigen Arbeitstagung nach Wiesbaden geru- Schaaf in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen?) leitung abgehalten. Nach herzlichen Begrüßungsund Dankesworten durch die Frauenschaftsleiterin Frau Schaaf, sowie durch Ortsgruppenleiter und Bürgermeister M a r st e l l e r , sprach Frl Baader nochmals über die Ziele des Reichsmütterdienstes und die allgemein nötige Schulung der Frauen und Mädchen im Dritten Reich Es folgten gemeinsame Lieder, Vorträge und ein schönes Theaterstückchen. Alle Beteiligten batten den Wunsch nach baldmöglichster Wiederholung der Reichsmütterdienstkurse. bandes Kreis Offenbach a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Alsfeld wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Günther Schorsch wurde die Verhandlung vertagt. Der Klage des Karl Junker in Stammheim, Kreis Friedberg, gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg vom 29. 8. 1938 wegen Versagung der Erlaubnis zur Erweiterung der Gastwirtschaft im Anwesen Untergasse Nr. 58 wurde stattgegeben und dem Kläger unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisamts Friedberg die nachgesuchte Erlaubnis erteilt. barkeit wir gerade an diesem Tage seiner zu denken verpflichtet wären. Die Gäste folgten <5 Obbornhofen, 37. Ian. Innerhalb unserer Gemeinde gab es in der jüngsten Zeit einigen Besitzwechsel. Im Oktober vorigen Jahres verließ unser'Einwohner Berthold Fritz unser Dorf, um sich im Neubauerndorf „Hessenaue" anzusiedeln. Sein Anwesen ging jetzt in den Besitz von Landwirt Wilhelm Müller II, über. Wilhelm Müllers Eroffnungsappell des Jahres der Gesundheitspflicht Bezirksverwaltunasaericht Gießen Die erste öffenttiche Sitzung. Die Klage des Johann Friedrich H ö f f n e r in Klein-Karben gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 10. 12. 1938 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1939 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. In der Sache: Klage des BezirksfürsorgeoerAusführungen, die sehr kurz gehalten waren, großer Aufmerksamkeit. Die Unkosten für das Mittagessen konnten aus Mitteln bestritten werden, die durch eine Sonder-Listen-Sammlung innerhalb der gehört. Auch in den Gaststätten, Kinos usw. war die Möglichkeit gegeben, die Rede des Führers Das deutsche Lied im Dienst des WHW Sie Gießxner Männergesangvereine singen. Walter Joeckel die Erschienenen. Dann sangen die drei Vereine in schöner und erfolgreicher Weise Lieder von Plüddemann, Häser, Siegt, Lang, Scheffler, Silcher und Fischer. Zum Schluß erklang von allen Vereinen zusammen: „Es ziehen die Standarten" von Unger. Zwischen den Chorvorträgen sang Musiklehrer Dietrich mit geschulter Stimme zwei Lortzing-Lieder und Damen des Bauerschen Gesangvereins tanzten einen Reigen und den Radetzky-Marsch. Sänger und Mitglieder des letztgenannten Vereins führten noch ein finniges Liederspiel: „In einem kühlen Grunde" auf. Alle Darbietungen wurden mit herzlichem Beifall bedacht. Im Katholischen Vereinshaus fangen die Vereine Chöre von Lißmann, Zöllner, Silcher, Böhme, Heinrichs, Schulz, Bein, Stilz und Stürmer. Mitglieder der „Heiterkeit" trugen durch humorvolle und musikalische Darbietungen vieles zum Gelingen bei. Ebenso fanden die Violinsoli der Schüler des Musiklehrers Schüttler guten Anklang. Auch bei dieser Veranstaltung lohnten die Zuhörer durch starken Beifall. Es ist den hiesigen Vereinen zu danken, daß sie sich mit ihren Chorleitern Schöttler, Groß, Nicolai, Kasten, Leib und Blaß in so selbstloser Weise für das Winterhilfswerk einsetzten und des Führers Wort mit wahrmachen wollen, daß das Winterhilfswerk 1938 dem Geschehen in der Geschichte unser« Volkes im gleichen Jahre würdig wird. Das Jahr 1937 bedeutete einen Höhepunkt in der Geschichte des Deutschen Sängerbundes; denn da wurde in Anwesenheit des Führers das Bundesfest in Breslau gefeiert. Sänger aus allen deutschen Gauen, auch aus der Ostmark und dem Sudetenland, waren erschienen und damals erschallte aus vielen Tausenden von Sängerkehlen zum erstenmal der begeisterte Ruf: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" Das bedeutete zugleich Wille und Gelöbnis. Und dahinter stand auch bei den Sängern die Tat. Erwiesenermaßen haben sich die Gesangvereine von jeher gern und willig in den Dienst gemeinschaftlichen Geschehens gestellt. Auch zum Winterhilfswerk haben sie seit dessen Bestehen immer ihr Scherflein beigetragen. In diesem Jahr nun hat die Sängerbundesführung zu einer einheitlichen Aktion aufgerufen und alle Vereine sowohl in der Stadt als in dem kleinsten Dorf werden alles daran setzen, daß sie von Erfolg begleitet sein wird, besonders in unserem Gau Hessen-Nassau. Die sechs Gesangvereine unserer Stadt Gießen hatten nun am Sonntagabend im Katholischen Vereinshaus und im Cafe Leib Winterhilfe- Konzerte gegeben. In jedem Lokal fangen drei Vereine, im Katholischen Vereinshaus: Heiterkeit", Großscher Männerchor und Lokomotivführer-Ge- sgngverein; im Cafä Leib: Gesangverein Liederkranz, Frohsinn-Quartettverein und Bauerscher Gesangverein. Im Cafs Leib, das, wie auch das Katholische Der- cinshaus sehr gut besucht war, begrüßte der NSV.- Stadt Gießen aufgebracht wurden. In den Nachmittagsstunden und gegen die Abendstunden hin stand alles im Zeichen der Erwartung der Rede des Führers. Gegen 20 Uhr wurde es in den Straßen fast völlig menfrhenleer. Ueberall wurden die Empfangsgeräte eingeschaltet, und mit aller Aufmerksamkeit wurde die Rede des Führers hören. Beförderungen am Jahrestag der nationalen Erhebung. Der Kreisleiter des Kreises Wetterau, SA.-Obersturmführer Backhaus, wurde am Jahrestag der nationalen Erhebung zum SA.-Sturmhauptführer befördert. Zum gleichen Dienstgrad befördert wurden beim Stab der Brigade 147 (Oberhessen) die Obersturmführer Rudolf Vogt und Friedrich Walter. Im Bereich der Brigade 147 wurden ferner befördert zum Obersturmführer: die Sturmführer Theo Martin, August Horn, Hans Geist, Heinrich Erb, Daniel Heintz. Theo Schneider, Wilhelm Koch, Gustav Fritzel und August Stumpf; zum Sturmführer: die Obertruppführer Kurt Hofmann, Friedrich Müller, Willi Wolf, Walter Jost, Ludwig Bettinghausen und Ludwig Schömbs; zum San. - Sturmhauptführer : San.- Obersturmführer Artur Wießmann; zum S a n. - Obersturmführer: San.-Sturmführer Karl Hederich; zum S a n. - S tu r m f ü h r e r : San.- Obertruppführer Ernst Birk; zum Verw.-Sturm- hauptführer: Verw.-Obersturmführer Arthur Mosbach; bei der Marine-Standarte 34 wurde der Obertruppführer Karl Heß, Sturm 11/34 Gießen, zum Sturmführer, der San.-Obertruppführer Karl Kratz, 11/34 Gießen, zum Sanitäts-Sturmführer befördert. Aus her Stadt Gießen. Katzenaugen auf den Autobahnen. Lpd. Eine ausreichende Beschilderung auf den Reichsautobahnen ist besonders an den Abfahrt« und Anschlußstellen von Wichtigkeit. Die Oberste Bauleitung der Reichsautobohnen hat daher von Anfang an rechtzeitig Hinweise auf Ab- und Auffahrten angebracht, so daß der in rascher Fahrt über die Autobahn brausende Automobilist recht- zeitib sein Tempo bis zur Anschlußstelle so verlangsamen kann, daß er ohne weiteres seine Fahrtrichtung zu ändern vermag. Die ersten Hinweise waren in Leuchtschildern, sogenannten Katzenaugenschildern, gehalten. Dagegen waren im allgemeinen die an der Ausfahrtstelle direkt angebrachten Schilder meist nur normal beschriftet, sie trugen also keine Leuchtschrift. Genaue Beobachtungen auf Sicht und klare Erkenntlichkeit der Schilder haben nun zu der Ueberzeugung geführt, daß es richtiger sei, alle Verkehrshinweise in Katzenaugenschrift zu halten, da die Leuchtschilder viel stärker ins Auge fallen und der Inhalt der Schrift rascher aufgenommen wird als bei normaler Schrift. Bei größeren Geschwindigkeiten kommt es natürlich darauf an, daß der Fahrer auch durch die Art der Schrift das Erkennen einer Beschriftung so leicht wie möglich gemacht erhält. Die Wildwechselschilder sind übrigens ebenfalls von Anfang an grundsätzlich alle als Katzenaugenschilder ausgebildet worden. Die Erfahrungen damit waren durchaus gut. Eine andere Aenderung wird übrigens in Zukunft auch bei der Numerierung der Strecken vor- genommen. Bisher steht rechts und links der Autobahn alle hundert Meter ein kleines Holztäfelchen mit der Kilometerangabe. Es erscheint nun als zweckmäßig, von dieser Hundertmetermarkierung zu einer größeren Einheit überzugehen, da zu viele Kennzeichnungen am Straßenrand sich nicht als zweckmähia herausgestellt haben. In Zukunft soll nur alle fünfhundert Meter eine Markierung mit der Kilometerzahl angebracht werden. Auf den neuen Strecken, die kürzlich in unserem Gau in Betrieb genommen wurden, wird die Fünfhundertmeter- Markierung zum erstenmal angewendet. Von Frankfurt bis Alsfeld bzw. von Frankfurt bis Karlsruhe wird sich demnach die Hundertmeter-Markierung finden, nördlich von Alsfeld bzw. südlich von Karlsruhe folgen dann die Markierungen nur in Abständen von 500 Meter. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. totabttfjeater: 20 bis nach 22 Uhr: „Berenize". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Sergeant Berry". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Zu neuen Ufern". — Hess. Verein für Volkskunde, Oberhessischer Geschichts-Verein: 20.15 Uhr Farbfilm-Vortrag Professor Dr. B. Martin „Hessische Volkstrachten". heute Uraufführung „Berenize" im Stadttheater. Heute abend kommt im angekündigten Zyklus „Unbekannter Dramen der Weltliteratur" nach Lope de Degas „Weib des Andern" eines der berühmtesten Werke der französischen klassischen Dichtung zur deutschen Uraufführung, die Tragödie „Berenize" von Racine, im Versmaß des Originals übertragen von R. A. Schröder. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 18. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. ' „Ein Gang mit dem Tierarzt über den Lebensmittelmarkt." Im Rahmen der von dem NSD.-Dozentenbund und der Dolksbildungsstätte Gießen veranstalteten Vortragsreihe „Wissenschaft, ein Dienst am Volk" spricht am kommenden Donnerstag, 2. Februar, um 20.30 Uhr Professor Dr. Stand fuß im Hörsaal des Tierseuchen-Jnftituts, Frankfurter Straße 85, über dieses Thema. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 31. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, VZ> kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 40, Feldsalat, 1/in 10 bis 12, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, % kg 35 Pf., Nüsse35 bis 50, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. gerung des Leistungssportes in der HI. Der HI.- SÄ ^U6rrtoaunT^Mr.WeX: | ci" -Mi°d-°b-nd ge^infS? mit Öen n "O 9 9 5) i) 3 Angehörigen der Teilnehmerinnen und der Partei- hi. au. >"i Birilinhuufl M M«. b» ®.|unb= kuriu. L. -^1 Ma.iauu. B ° a. holt dem. HI,-Führer erstandenen neuen VerpMch.. sta^D.^Teünehmermn^^^,^ Mtttag^- und nahrhaften Gerichten unterwiesen. Auch die' Ernährungslehre, sowie Hinweise auf die Aktion „Kampf dem Verderb" erweckten reges Interesse bei allen Beteiligten. In der Wirtschaft Bender Aus Anlaß des gestrigen 6. Jahrestages der nationalen Erhebung trug unsere Stadt festliches Gepräge. Die Häuser und die Straßen boten im leuchtenden Rot der vielen Hakenkreuzfahnen ein schönes Bild. Am Vormitag fanden in den Schulen Feiern mit Ansprachen, Rundfunkübertagung, Gedichtvorträgen und gemeinsam gelungenen Liedern statt. Die Jugend erschien dabei in der Uniform der Hitler- Jugend, die Mädchen in der Kluft des BDM., so daß auch schon äußerlich die enge Verbundenheit der Jugend mit dem Dritten Reich zum Ausdruck kam. In einigen Schulen erfuhren die Feiern insofern eine Ausgestaltung, als Lehrkräften, die über 25 ober über 40 Jahre treu im Dienste standen, das Treudienst - Ehrenzeichen überreicht wurde. Die Namen der ausgezeichneten Erzieher brachten wir vor einigen Tagen bereits zur Veröffentlichung. Auch bei der Wehrmacht wurde des Tages in Form besonderer Appelle gedacht. Die Kommandeure wiesen in kurzen Ansprachen an ihre Soldaten auf die Bedeutung des Tages hin. Der Abend zeigte die Kameraden am Rundfunkgerät beim Hören der Rede des Führers. Um die Mittagsstunde vereinigten sich^auf Einladung durch die Kreisamtsleitung der NSV. etwa 700 ältere Volksgenossen in einer Reihe von Gaststätten zum gemeinsamen Mittagessen Je nach der Größe der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten saßen 20 bis 60 Volksgenossen beieinander. Jeder der Gastwirte hatte dafür gesorgt, daß es allen schmeckte. Es gab Suppe, bann Kalbsbraten ober Rinbsroulaben ober Rinberbraten mit Gemüse unb Kartoffeln, zum Nachtisch Pubbing ober eingemachte Früchte, außerdem als Getränk ein Glas Bier unb in ben meisten Gaststätten zum Abschluß noch eine Tasse Kaffee, so baß sich jebermann vollauf gesättigt unb freudig angeregt fühlte. Um den bewirteten Volksgenossen die große Bedeutung des Tages vor Augen zu führen, wurden durch Vertreter der Partei kurze Ansprachen gehalten, in denen das außerordentliche Geschehen in unserem Vaterland umrissen und darauf hingewiesen wurde, zu welchem beispiellosem Aufstieg der Führer Adolf Hitler unser deutsches Vaterland geführt hat und mit welcher Dank- ftcnlen entsprechend ihrer Arbeit auch besoldet werden. Kameraden! Wir sind uns klar darüber, daß die beutfdye Hochschule noch nicht dieses Gesicht hat, wie mir es uns als nationalsozialistische Studenten vorstellen. Eine Unigestaltung des Hochschulwesens kann sich nur aus einer organischen Entwicklung ergeben, die durch nationalsozialistische Kräfte an- getrieben und gefördert wird. Es ist unser aller Wunsch, daß das gesamte deutsche Volk Einblick in das Leben der deutschen Hochschule bekommt und Kenntnis von dem, was hier geleistet wird. Durch die jährlichen Studenten- t a g e an den einzelnen Universitäten soll der breiten Oefsentlichkeit unser studentisches Wollen in den Kameraschaften und Fachschaften vor Augen geführt werden. Die Hochschulwochen der Universitäten geben weiten Kreisen des Volkes Gelegenheit, zu erkennen, daß hier nicht abstrakte Wissenschaft getrieben wird, sondern Probleme erforscht und behandelt werden, die mit dem Leben des Volkes in unmittelbarstem Zusammenhang stehen. Das Studententum war immer schon Träger des großdeutschen Gedankens, Diese hohe Tradition letzen wir auch in der Gegenwart fort. Mit stolzer Freude erfüllt es uns, daß der Reichsstudentenführer gestern die Studentenschaften Prag und Brünn in die großdeutsche Studentenschaft übernommen hat. Diese Studentengruppen haben sich immer als Glied des gesamten deutschen Studententums gefühlt. Und wenn im abgelaufenen Jahr Groß- oeutschland Wirklichkeit geworden ist, so ist es unsere Pflicht, unseren Kameraden der Ostmark und des Sudetenlandes zu danken für ihren heldenmütigen Einsatz, der wesentlich dazu beitrug, dieses Hiel zu erreichen. Der Kampf, den unsere Kameraden jenfeits der Grenzen führten, und noch an anderen Stellen führen, ist uns Vorbild und Ansporn, unb am Jahrestag, an bem Abolf Hitler mit seiner Bewegung vor sechs Jahren in bie Reichskanzlei ein- zog, wollen wir erneut geloben, eine dem Führer verschworene Gemeinschaft zu fein. Nachdem der Rektor ein dreifaches Siegheil auf den Führer ausgebracht hatte unb die Lieder der Nation verklungen waren, verließ unter ben festlichen Klängen des Orchesters ber Lehrkörper bie Aula. * Rödgen, 31. Jan. . Frau Justine Witwe des Försters i. R. Carl Brück in Rödgen, fen, ™ .mit den attioen Führern der S)3.” die fci.ert *" Listiger Frische und oerhältnisrnäßig .....- - - Gupiedjen 19uter Gesundheit heute ihren 8 5. Geburtstag, ut» ... ... HI. erfordert j Wir wünschen dem Großmütterchen einen daß sede der im Abstand van vier Wochen Ild*" Lebensabend im Kreise chrer Lieben ~ '----- - 1 • —- Wg. Großen-Buseck, 31. Jan. Am heutigen HUMUHUHuo.unfuju;.,. vyttiuuiu^n. , Durcktübruna aelanaenden ftührertaaunmm "2- r o r e n = » u | e a , öl. oan. zim heutigen K°rp°r- und Zahnpflege L-ibesubungen. richtige Dienstag. 31. Januar, kann der Landwirt Heinrich Ernährung und ge unbe Lebensführung, vor allem vefonoeren 4,eugeDieten oer -Langreit oer national- -....... aber das Meiden des S-nußmitt-ls Alkohol und ^'°l>t>sch°n Jugendbewegung dient Besondere des Genutzgiftes Nikotin. Jrn Dienst der HI., der von ben Aerzten überwacht wird, werden unter: Herausstellung des Ansporns der Leistung die natur-1 gegebenen Werte sinnvoll entwickelt, ohne daß es 1 zu einer Ueberanftrengung des jugendlichen Men- j schen führt. Aus der Erkenntnis ber Schäbigung' durch Alkohol unb Nikotin ruft die HI. zur Mäßig'- : feit auf, ohne daß sie dadurch zu Muckern wird. Das I Hahr ber Gesundheitspflicht bringt es mit sich, baß der Gefunbheitsbienst ber HI., der durch viele I Jahre hindurch sorgfältig aufgebaut wurde, stärker als bisher herausgestellt wird. 4000 Aerzte waren bisher schon für die HI. tätig, die zum ersten Male. ein neues Verhältnis zwischen Jugend und Arzt geschaffen haben, indeiy, sie durch ihre Tätigkeit eine besondere Vertrauensstellung sowohl bei den Jugendlichen, als auch bei den Eltern einnehmen. Oberbannführer Dr. Hörde mann schloß seine Ausführungen mit ber Forderung an die Führer- Imaft, jederzeit Vorbild in der Gesunberhaltung bes Körpers zu fein. Wir weifen unsere Mitglieder auf den am Donnerstag, dem 2. Februar 1939, um 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität stattfindenden Vortragsabend des bekannten Frontbichters P. C. Ettighofer hin. Derselbe spricht über „Meine Afrikareise 1938, ein Bericht aus unseren Kolonien". Gegen Vorzeigen ber NSKOV.-Mitgliedskarte ermäßigter Eintrittspreis. 687D Großartiges Sammel-Ergebnis im Kreis Gießen. Der „Tag ber beutschen Polizei" hat, bank des lebhaften und begeisterten Einsatzes der Gendarmerie, der Vi unb ber Feuerlöschpolizei, in ben Orten bes fianbfreifes Gießen ein über Erwarten günstiges Ergebnis gebracht. Nachstehenb bie Zahlen aus dem fianbfreis Gießen: Aus dem Verkauf der Verkehrs- Abzeichen wurde allein die runbe Summe von 3000 Mark aufgebracht. Die Sonberfpende ber Beamten ber (Benbarmerie unb ber Bürgermeister bes Kreises erbrachte ben Betrag von 296,20 Mark. Eine stattliche Summe ergab sich ferner aus ber Sonberfpenbe ber Angehörigen ber Freiwilligen Feuerwehren; es würben von ben Kame- raben der Feuerwehr 2422,75 Mark aufgebracht. An sonstigen Geldspenden anberer Volksgenossen aus Anlaß bes „Tages ber beutschen Polizei" konnten 3034,55 Mark verzeichnet werben. Die Gesamtsumme beläuft sich also allein im fianbfreis Gießen auf 8 7 5 3,50 Mark. Leiber konnten wir bas Ergebnis aus ber Stabt Gießen, wie auch aus bem Kreise Wetterau, bis zur Stunbe noch nicht erlangen. ** Das F e st ber Goldenen Hochzeit feiern am morgigen Mittwoch, dem 1. Februar, bie Eheleute Karl Hofmann und Frau Margarete, geb. Schäfer, Dammstraße 47 wohnhaft. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch. Aus der engeren Heimat. Beim Reinigen der Schußwaffe tödlich verunglückt. Lpd. Langen, 28. Jan. Standartenführer Kreisjägermeister Gerhard Münch war in seiner elterlichen Wohnung in Sangen mit bem Reinigen seiner Dienstwaffe beschäftigt. Durch einen unglücklichen Zufall löste sich ein Schuß, der in bas Auge ging unb ben erst 35jährigen sofort tötete. Stanbartenführer Münch, der früher bie Stan- barte 254 in Lauterbach führte, war einer der ältesten Gefolgsmänner des Führers im Gau Hessen- Nassau und Träger des Golbenen Ehrenzeichens ber Partei. Kartoffelflocken- und Stärkefabrik in Friedberg. LPD. Friedberg, 28. Jan. Die Zuckerfabrik Wetterau in Friedberg hat sich unter Mitwirkung der Kreisbauernschaft und des Kartoffelwirtschaftsverbandes entschlossen, eine Kartoffelflok- ken - und Stärkefabrik zu errichten. Die Landwirte der in Betracht kommenden Gebiete verpflichten sich durch Anbauverträge, ähnlich wie beim Zuckerrübenbau, gewisse Mengen Stärkekar- tofteln für die Fabrik anzubauen. Hefsiscber Landesfeuerwehrtag. 8000 Feuerwehrleute kommen am 17. und 18. 3unt in Neu-Isenburg zusammen. LPD. Neu-Isenburg, 28. Jan. Wie jetzt entschieden würbe, wirb ber biksjährige Landes- feuerwehrtag für bie hessischen Freiwilligen Feuerwehren in Neu-Isenburg Sonntag der Reichsarzt der HI., Oberbannführe.r Dr. Hördemann, die Gesichtspunkte für bie HJ.-Arbeit im Jahr ber Gesunbheitspflicht. Aus der Erkenntnis, baß Leistungssteigerung nur bei gutem gesunbheitlichen Zustand zu erreichen ist, appelliert für M V des Lebens verlangt persönliche Lebensführung nach i^^ Vielseitigkeit des Dienstes m der HI. erfordl nationalsozialistischen Grundsätzen. Dazu gehörenr5' - Anwesen in der Kälbergasse wurde von dem Arbeiter Heinrich Jung (bisher Kommenturgasse) übernommen; dessen Anwesen ging ort den Arbeiter Alfred Kammer, bisher Bahnhofstraße, über. kreis Alsfeld. l. Flensungen, 26.Jan. Der hiesige Wagner Hermann Wallenfels war heute morgen mit dem Behobeln von Kanthölzern an der Hobel- maschine beschäftigt. Durch Ausrutschen eines Holzes geriet der bedauernswerte Mann in den Hobel und erlitt an drei Fingern erhebliche Verletzungen. Infolge starken Blutverlustes rnpßte der Verletzte zur ärztlichen Behandlung nach Nieder- Ohmen gebracht werden. e. K i r s ch g a r t e n , 26. Jan. Am Dienstag trug man den ältesten Einwohner unserer Gemeinde, Konrad D ö l z i n g, zu Grabe. Völzing starb nach kurzem Krankenlager im Alter von 86 Jahren. Weit über seinen Heimatort hinaus war er bekannt und erfreute sich großer Beliebtheit. Nicht nur auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Bienenzucht, die er noch bis zum 84. Lebensjahre selbst bewirtschaftete, auch auf vielen anderen Gebieten besaß er ein großes Wissen. Er war Mitbegründer des Bienenzuchtvereins Mücke. Ser richtige Einsatz jüdischen Grundvermögens. NDG. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau weist auf folgendes hin: Die Veräußerung von in jüdischen Händen befindlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie Grundstücken und sonstigem Vermögen ist durch eine Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 3. Dezember 1938 geregelt. Danach kann Juden aufgegeben werden, ihr'Grundvermögen R. Gießen), 3,6 Sek.; 3. Stahlhuth (To. Heuchelheim), 3,7 Sek. Dreikampf: 1. Schuhbach (RbSV. Limburg), 2061,9 Punkte; 2. Menzel (VfB.-R. Gießen), 1984,7 Punkte; 3. Stahlhuth (To. Heuchelheim), 1971,9 Punkte. Frauen: Hochsprung: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 1,53 Meter; 2. Klarius (Mto. Gießen), 1,43 Meter; 3. Diehl (VfB.-R. Gießen), 1,35 Meter. Weitsprung: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 5,11 Meter; 2. Röhmig (Mto. Gießen), 4,76 Meter; 3. Weber (VfB.-R. Gießen), 4,58 Meter. Kugel st oßen: 1. Röhmig (Mto. Gießen), 11,15 Meter; 2. Staudt (RbSV. Limburg), 10,86 Meter; 3. Geßler (Mto. Gießen), 10,50 Meter. ^0-Meter-Lauf: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 4,0 Sek.; 2. Ludwig (VfB -R. Gießen), 4,2 Sek.; 3. Reinstädtler (Tv. Heuchelheim), 4,2 Sek. Drei kämpf: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 152,8 Punkte; 2. Röhmig (Mto. Gießen), 135,8 Punkte; 3. Diehl (VfB.M. Gießen), 113 Punkte. Deutsch-italienische Bergsteiger-Kameraksschast. In Gegenwart des Grafen Bonacossa, als Vertreter des Nationalen Italienischen Olympischen Komitees, und des Reichssportführers,v. Tfcham- mer und Osten haben sich in Gckrmisch-Parten- kirchen Exz. Manaresi, der Präsident des Centro Alipinistico Jtaliano und Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnguark, der Führer des Deutschen Alpenoereins, getroffen und übereinstimmend fest- gestellt: „Die Schicksalsverbundenheit des italienischen und deutschen Volkes ist feierlich erklärt und durch die geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahre bekräftigt worden. In diesem Geiste werden der CAI. und der DAV. als Verbände, die allein berufen sind, das Bergsteigen in ihren Ländern zu betreuen und die Bergsteiger ihrer Länder führen, in Zukunft die Bestrebungen des anderen Verbandes mit aller Kraft und in engster Kameradschaft unterstützen, diese Kameradschaft und Hnterstützung auch allen Mitgliedern der beiden Verbände tatkräftig angedeihen lassen und gemeinsame Betätigung der Bergsteiger in die Wege leiten und fördern. Beide Verbände stellen fest, daß irgenwelche strittigen Fragen zwischen ihnen weder bestehen, noch jemals bestehen werden. In Anwendung dieser grundsätzlichen Erklärung haben der CAI. und der DAV. vereinbart, gegenseitig den Mitgliedern des anderen Verbandes die vollen Mitgliedsrechte einzuräumen und sagen überdies einander zu, alle Bemühungen zur weiteren Förderung der bergsteigerischen Betätigung der Mitglieder des anderen Verbandes bei den eigenen Behörden bestens zu unterstützen." Wie wir dazu noch ergänzend erfahren, tritt das Gegenrecht auf den Schutzhütten am 15. Februar in Kraft. Generalversammlung des Fußballklubs Saasen. Der Saasener Fußballklub hielt im Dereinslokal unter dem Vorsitz des Vereinsführers feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Böcher gab die Jahresbilanz bekannt und sprach über die Erfolge des vergangenen Jahres. Der Rechner gab den Kassenbericht bekannt. Trotz großer Ausgaben zeigte die Kasse einen guten Stand. Dereinsführer und Vorstand blieben unverändert im Amte. In den Spielausschuß wurden berufen: Wilhelm und Heinr. Bücher, Heinrich Wagner und Ewald Leib. Der Vereinsführer dankte den Helfern und Gönnern des Vereins und forderte dazu auf, sich im kommenden Jahre in gleicher Weife für den Verein einzusetzen und den Fußballsport zu fördern. Garbenleich I — Lich I 1:7. Mit gemischten Gefühlen fuhren am Sonntag die Rasenspieler zum fälligen Pflichtspiel nach Garbenteich, mußten doch u. a. der rechte Verteidiger sowie der Linksaußen ersetzt werden. Während bei den Lichern die neu aufgestellten Spieler vorzüglich einschlugen, hatte der Gastgeber, der ebenfalls nicht komplett antreten konnte, mit seinen Ersatzspielern kein Glück. Schon in der 5. Minute gingen die Gäste durch einen wundervollen Schuß von Ringshausen in Führung. Bei überlegenem Spiel konnten die Grün-Weißen bis zum Wechsel durch Weisensee auf 2:0 erhöhen. Im ersten Drittel der zweiten Spielhälfte versuchten die Garbenteicher das Spiel zu diktieren, und es gelang ihnen auch die wieder hervorragende Licher Hintermannschaft einmal zu schlagen. Die Gäste wußten aber, um was es ging, und rissen sofort das Spiel wieder an sich, und in kurzen Abständen erhöhten Stark, Fey und Merle (Elfmeter) die Tordifferenz. Bei weiter anhaltender Feldüberlegenheit konnten die Rasenspieler gegen Schluß durch Ringshausen und Stark das hohe Ergebnis Herstellen. Einer der besten Spieler war Rings- Hausen, der in feinem ersten Spiel eine ganz hervorragende Partie lieferte. Aachtsuchsahrt im Kampf mit Nacht and Eis. NSG. Die 4. Nachtsuchfahrt der NSKK.-Motor- gruppe Hessen begann am Samstag an den Start- erten Frankfurt a. M. und Kassel. Obergruppenführer S e y d e 1 und Gruppenführer Richard Prinz von Hessen, der Veranstalter der Nachtsuchfahrt, wohnten dem Start in Frankfurt am Main bei. Kurz vor 21 Hhr erfüllt das Donnern der Motoren die Luft, als die Fahrzeuge, geordnet nach Klaffen, jeweils zu dreien an den Start rollen. Die verschlossenen Briefumschläge, in denen die 20 Kontrollorte und das Ziele der Nachtsuchfahrt enthalten sind, werden nebst den Kontrollkarten in Empfang genommen, und hinein geht es in die dunkle Nacht, durch Wald und Feld, über Berg und Tal durch kleine, verträumte Städtchen und stille, einsame Dörfer, dem Ziel Alsfeld entgegen. Gespenstisch gleitet der Scheinwerfer suchend durch die Nacht. An der Autobahnausfahrt Bad-Nauheim biegen die meisten Fahrer nach rechts ab, und vorbei ist es mit dem bequemen Fahren. Schlechte Wege, tiefe Schlaglöcher, Kurve an Kurve, so wird man mit der Strecke vertraut gemacht. Steil bergauf, steil bergab, und auf der Höhe glitzert der Boden kristallen im Scheinwerferlicht — Eis, dazu ein ganz leichter Sprühregen! Wer über den Vogelsberg nach Dierlammen fährt, muß durch Schnee und Eis, wer Dorf-Gill oder Atzenhain aufsucht, wird durchgeschüttelt vom holperigen Weg, von Schlaglöchern und Wasserfurchen, und nach Günterod und Steinperf heißt es „geschoben". Nach Höingen hinauf führt der Weg über Eis und Schnee bergauf und bergab auf schmaler Spur. Schröck ist besonders schwer zu finden. Michels- berg, der höchste Punkt der Fahrt, liegt im tiefen Schnee. Auch Roda, der nördlichste Kontrollpunkt im Burgwald, hat seine besonderen Schwierigkeiten, da es über unbekannte Wege und einsame dunkle Waldstrecken geht, die jedem Fahrer das höchste an Fahrtechnik abverlangen. Ab 2 Hhr morgens treffen die ersten Fahrer der Motor-HI. am Ziel in Alsfeld ein. Dann geht es Schlag auf Schlag, gegen 6 Hhr treffen bereits die ersten Wagen ein, und gegen 8.45 Hhr ist der Letzte in der Wertung liegende Fahrer im Ziel. Die Fahrzeugzustandsprüfung beweist, daß der „angedrohte Punkteoerlust" genügt hatte, um die Fahrzeuge fast alle unbeschädigt ans Ziel zu bringen. Nachdem alle Fahrer sich von den Anstrengungen der Nacht ausgeruht hatten, findet im „Deutschen Haus" um 14 Hhr die Siegerverkündung statt. Der Führer der Motorgruppe Hessen, Gruppenführer Richard Prinz von Hessen, schreitet zur Kritik, und spricht den Fahrern und allen Beteiligten an der Nachtsuchfahrt sein- Anerkennung aus. Bon den 408 gemeldeten Fahrern starteten 375 und 281 wurden gewertet. Die verhältnismäßig große Anzahl von „Goldenen Plaketten" bedeutet nicht, daß die diesjährige Nachtsuchfahrt leicht war, sondern sie ist ein Beweis für die ausgezeichnete motor- sportliche Erziehungsarbeit, die im vergangenen Jahre geleistet wurde. $ -N | K Sm - VM w Ohne umzufüllen W u r b\ DC tri ha fa ibi wi B- kci albe! da Fc Re wi DO Si D bi m iti ei: m Bi Dl Mittwoch, l.Febr., nachm.2 Uhr. versteigere ich dahier, Neuenweg (Verkaufsraum von Hartmetz) bzw. an Ort und stelle — Be« kanntgabe im Versteigerungslokal — zwangsweise gegen bar: Haus-, Laden- und Büromöbel Näh- u. Schreibmaschinen, Radios, Klaviere, 1 Posten Mäntel, Kleider u. Kostüme, Bücher, Schreibutensilien, Füllfederhalter, Rechen- u. Adressiermaschinen, Bürsten, Pinsel, Körbe, 1 Warenschrank, 1 Uhr, 1 Warmwasserspeicher, 1 Grammophon, 1 Gasherd, 1 Winkelbiegeapparat, 1 Staubsauger u. v. a. Bittorf, Gerichtsvollzieher. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 u.al.lästHaarew. nnrd.dlevonrmr angew.,emz.sich. Meth. unl. 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Gestern vormittag entsch icf nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine geliebte Frau, "meine gute Mutter, unsere liebe Schwester.. Schwägerin und Tante Frau Else Otterbein, geb. Wagner im Alter von 49 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fritz Otterbein Heinz Otterbein. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang Unseres lieben Entschlafenen Ludwig Schaum II. sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Klein-Linden, den 30. Januar 1939. Keine Zeugnisse in Urschrift sondern nur Zeugnis- abichriften dem Br- werbungSichretben beilegen i — Lichtbilder unc Bewerbung-unter- 'egen müllen zur Her» meibung oon Äerlusteu auf der (Hüdfeite Bornen und Anschrift oes Beroetteti ttooenl Wer übernimmt Vertret.? Bei fest. Anstellg. o. 20°/° Prov.L.Lcbustsr Großhdl.Mdnch?n12. Aelteres,ruhiges Ehepaar sucht weg. 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Februar, vormittags von 9 bis 12 Uhr, findet in t :r Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft, Goethestraste 7, eine Beratung statt, bei der sich jeder Handwerksmeister kostenlos Auskunft in Werbefragen holen kann. Stühler, Kreishandwerksmeister Reftaurant Altes Schlofe Inh. O. Schaeffer Zum Ausschank: • Hessen-Quell Pilsner Brauart Brauerei Haring-Melchior, Lieh a twk _______________0486/4 WiEiiin i ■■■ ■T—m—Tn—-T* VON 20 Vl5 24 UHR - 'genauen ZUCker % können Sie mit dem „Ergo“ in 3 Minuten leicht selbst feststellen. Auskunft kostenlos. J. PUiiier, Amorbacii 278 /Bay. Kabliau ohne Kopf 500 g im ganzen Fisch 500 g 28 Moderne 6ozD 5-Mhg. mit Bad u. Loggia, Parterre, mm 1.4. 39 eo. sväter zu verm. Walltorstr. 73 U (immer mit Küche neuhergerichtet, an einzeln, ältere Dame zum 1. 3. oder später zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 0487 a. d. G. A. GiilmöhLZiMer mit Zentralhzg. in ruhigem Hause an sol. berufst. Herrn (Dameso fort zu verm. Bromberger Ttraste 5. «48o Schön möbl. 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