Nr. 254 Erstes Blatt 189. Jahrgang Montag, 30. Oktober 1939 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ortt(ft und Verlag: vrühlsche Universttätrdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis8'/,Ul)rdes Dormittags Srvndpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breits 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen», Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein« spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzergen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ErscheMt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholl« Monatr-Vezugspretr: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Giehea Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11688 zu das pomezia, die 5. neugegriinbefe Stobt in den ehemaligen pontinischen Sümpfen nicht zutreffen, ist ein neuer frecher Schwindel der Londoner Lügenzentrale entlarvt worden. Mit einem ungeheuren Aufwand von Druckerschwärze und Papier haben englische Zeitungen in den letzten Tagen versucht, der Schweiz und der Weltöffentlichkeit vorzulügen, daß Deutschland die Absicht habe, die Neutralität der Schweiz zu verletzen und über schweizerisches Gebiet nach Frankreich vorzustoßen. Zu diesem Zweck seien, so wurde behauptet, „ungeheure Truppenmassen" zusammengezogen worden. Und mit noch größerer Phantasie wurde bereits der deutsche Vorstoß in grellen Farben ausgemalt. Oer Jahrestag des Marsches auf 3tom. Rom, 30. Ott. (DNB.) Mussolini hat am Sanis- Jm Rahmen der gewaltigen Urbarmachung der Pontinischen Sümpfe weihte der Duce am Sonntag die fünfte Stadt, die Stadt Pomezia, von deren Aufbau unsere Bilder berichten. Unser linkes Bild zeigt einen Blick durch den Säulengang des Bürgerschaftshauses auf die Kirche, und das rechte Bild zeigt das Rathaus von Pomezia. — (Scherl-Bilderdienst-M.) lich auf der Hand, daß es nicht ausgesprochen werden braucht. tagvormittag anläßlich des Jahrestages des Marsches auf Rom Parteisekretär Minister S t a r a c e empfangen, der dem Duce die die Nummer 1 tragende Parteikarte für das 18. Jahr der faschistischen Zeitrechnung überreichte und meldete, daß von der Partei und ihren Gliederungen und Orga- nisationenn 21,6 Millionen Italiener und Italienerinnen erfaßt seien. Davon entfallen 2,6 Millionen auf die faschistischen Kampfverbände, 7,8 Millionen auf die faschistischen Jugendorganisationen, 3,8 Millionen auf die Freizeitbewegung und 1,3 Millionen auf die Wehrmachtverbände. Während des Empfanges war auf der Piazza Venezia eine ungeheure Menge zusammengeströmt. Auf die stürmischen Zurufe hin trat Mussolini auf den Balkon heraus und richtete folgende kurze Ansprache an das Volk: „Am ruhmvollen Jahrestag der Revolution der Schwarzhemden stehen wir alle von den Alpen bis zum Indischen Ozean geschlossen, stark und entschlossen wie nie zusammen. Der Faschismus verlangt, wie schon in den harten Kampftagen der Revolution, für sich ein einiges Vorrecht,' in allen Dingen mit dem Volk und für Volk bauen und marschieren." — Die Worte des Duce wurden mit stürmischen Ovationen ausgenommen. Mussolini begab sich dann in den Senat, wo er den neuen Anbau des Senatsgebäudes seiner Bestimmung übergab. Der Duce hat auch am Nachmittag zahlreiche fertiggestellte Bauten und Straßen ihrer Bestimmung übergeben, so die Via Imperiale sowie das neue Gebäude des Faschistischen Sozialversicherungsinstitutes. Abschließend begab sich Mussolini auf das Capitol, wo er der Ueberreichung des Zweiten Buches des neuen Zivilgesetzes durch den Justizminister an den Gouverneur von Rom beiwohnte. Wie in Rom, so wurden in allen Städten und Dörfern des Imperiums die während des Jahres vollendeten Bauten ein- geweiht. Insgesamt über 1500 Bauten, für die über 900 Millionen Lire aufgewandt wurden, und die nahezu 16 Millionen Arbeitstage erforderten. Der Duce hat am Sonntagnachmittag die fünfte und letzte Stadt des aus den Sümpfen neu gewonnenen pontinischen Ackers Pomezia eingeweiht. Damit ist das Werk der Sanierung und Erschließung der früher vom Fieber heimgesuchten Gegend beendet. Mussolini wurden bei seiner Rückkehr nach Rom von einer ungeheuren Menge auf der Piazza Venezia neue begeisterte Kundgebungen dargebracht, die ihn veranlaßten, mehrmals auf dem historischen Balkon des Palazzo Venezia zu erscheinen. Bern 29. DEL (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Die'von London und Paris verbrettete Nachricht von dem Aufmarsch v o n 12 deutschen Divisionen an der Schweizer Nordgrenze entspricht den Tatsachen tn keiner Weise. Die Belegung an unserer Nordgrenze gibt keinen Anlaß zu besonderer $ Dazu^schreibt"de/'D eutsche Dienst : Mit dem klaren und eindeutigen Dementi der Schweizer Re- aieruna, daß die von London und Paris in die Welt posaunten angeblichen deutschen Truppenzusammenziehungen an der Nordgrenze der Schweiz Neuer Schwindel der Londoner Lügenzenirale entlarvt Oie Schweiz dementiert kategorisch deutsche Truppenkonzentrationen an der Schweizer Grenze. Jahre sich mit grünenden Saaten, Wein- oder Olivenpflanzungen bedeckten, aus denen weithin die weihen Bauernhäuser im Sonnenlicht hervorleuchten, wer in diesen Häusern die Dankesworte arbeitsamer, zufriedener und glücklicher Menschen an den Duce und den Marschall Balbo vornehmen durfte, der mußte die Ueberzeugung gewinnen, daß dieses Siedlungswerk, das Generalfeldmarschall Göring bei seinem Besuch im April dieses Jahres als „eine auf der Welt einzig dastehende Leistung" bezeichnete, nicht mehr fehlschlagen kann, daß es bereits gelungen ist. Welche militärische Bedeutung die libysche Massensiedlung besitzt, ergibt sich ohne weiteres aus Der zweite „Zug der Zwanzigtausend" nach Libyen. Von unserem 71. G.-Korrespondenten _ . . _ Rom, Ende Oktober 1939. Krieg und Kriegsgeschrei durchhallt gegenwärtig Europa; Italien aber läßt sich m seinem gewaltigen Aufbauwerk, von dem der Duce einst erklärte es sei „der Krieg, den wir bevorzugen", nicht beirren. Auf dem Gelände der Weltausstellung 1942 auf den Hochebenen und in den Sümpfen, die in naher Zukunst tausenden von italienischen Bauern- familien Existenz und Brot sichern sollen, singt die Arbeit weiter ihr dröhnendes Lied. Auch die Massenbesiedlung Libyens, die Ende Oktober vorigen Jahren mit jenem Heldengedicht des Friedens, das die Uebersiedlunq von 20 000 Menschen an Bord von 17 Dampfern darstellte und das die Welt aushorchen ließ, eingeleitet wurde, erfährt durch die unruhigen und ungewissen Zeiten keine Unterbrechung. Mit eiserner Tatkraft führt der Faschismus die Riesenaufgabe, ine er sich gesetzt Hatz ihrer Lösung entgegen, getreu dem Worte des Luftmarschalls Balbo, der damals erklärte: „Dies könnte bereits ein Endziel darstellen, aber es wird nur eine Etappe sein. Der Marsch wird keine Rast kennen, bis eine geschlossene Masse italienischer Bauern jene libysche Erde bearbeitet, auf der seit Jahrtausenden nur Steppe und Gestrüpp gewachsen ist." Am 28. Oktober, dem 18. Jahrestag des Marsches auf Rom, begann die zweite Etappe des Siedlungswerkes, wiederum beförderte eine aus sechs Dampfern bestehende „Friedensflotte" 1600 Bauernfamilien Mit rund 20 000 Köpfen in ihre neue libysche Heimat. Wiederum sind diese Bauern aus zehntausenden von Familien aus das Sorgfältigste ausgewählt worden, um alle nur denkbaren Sicherheiten hinsichtlich ihrer beruflichen, gesundheitlichen und moralischen Eignung für die Pionierarbeit, die sie drüben zu vollbringen haben, zu erhalten. Wie sehr sich diese peinlich genaue „Durchsiebung" der Bewerber um die libyschen Bauernsiedlung bezahlt macht, beweist die Tatsache, daß von den im Jahre 1938 nach dem „vierten User" Italiens verpflanzten Siedlern sich nur ein Prozent als nicht anpassungsfähig erwiesen hat, während die Bchörden mit einem Ausfall von 10 v. H. gerechnet hatten. In wenigen Monaten haben viertausendfünfhundert italienische Arbeiter, die von mehreren tausend Eingeborenen unterstützt wurden, in ganz Libyen eintausendsechshundert Bauernstellen mit Wohngebäude, Stallungen, Scheunen, Geräten, Wasserleitungen, Verbindungsstraßen usw. für die Neuankömmlinge fertiggestellt. Um allmählich eine möglichst gleichmäßig dichte Besiedlung der für Europäer geeigneten Landstriche zu erzielen, sind nicht nur die bereits vorhandenen 21 italienischen Siedlungen durch Zubauten erweitert, sondern in sämtlichen vier Provinzen neue Dörfer und Flecken angelegt worden, denen Mussolini die Namen berühmter Männer oder faschistischer Märtyrer verlieh. So erstanden in den westlichen Provinzen Tripolis und Misurata zwei Dörfer — Garibaldi und Marconi — und drei Flecken — Corridoni, Tazzoli und Micca —, in den östlichen Provinzen Bengasi und Sema ein Dorf — Ma- Tneli — und zwei Flecken — Filzi und Sauro. Diese Siedlungen liegen zum Teil in der Küstenniederung, zum andern Teil auf der Hochebene des „grünen Djebel Cirenaico". Im Mittelpunkt der Dörfer werden — deren künftige Bewohner alle für ihr Leben erforderlichen Einrichtungen, wie Kirche, Schule, Gemeindeverwaltung, Haus des Fascio, Markt, Postamt, Carabinierikaserne, Krankenhaus, Gasthaus, Handwerkerläden, vorfinden, während sich die Flecken mit einer Schule, einer Kapelle und der „Kooperative" (Laden) begnügen müssen. Insgesamt mußten zur Herrichtung der 1600 Bauernstellen rund 60 000 Hektar Boden von Gestrüpp und Steinen befreit und mit Hilfe von Motorpflügen zum ersten Male umgebrochen werden. Die hier und da von böswilligen Auslandsblät- ttrn aufgestellte Behauptung, daß dieses gewaltige Ziedlungsprogramm unter Benachteiligung der Eingeborenen durchgeführt werde, ist von Marschall Balbo erst unlängst wieder in einer Rede zurückgewiesen worden. Im Gegenteil verbessere sich das Los der Araber beständig, einmal, weil sie an dem von Italien geschaffenen neuen Leben mitarbeiteten, anderseits, weil die Re- ttierung Libyens stets ein offenes Herz für die Bedürfnisse der Eingeborenen gezeigt habe. In der £at können die Äraber Beihilfen, Prämien und landwirtschaftliche Darlehen zu den gleichen Bedingungen erhalten wie die italienischen Siedler. Ferner sind zu den beiden Eingeborenendörfern, die 'm vergangenen Jahr an der Bucht von Ras Jlal lrbaut worden sind, in diesem Jahre sechs meliere, zwei in der Provinz Tripolis und vier in bstlibyen hinzugekommen. Am beweiskräftigsten eber werden die ausländischen Entstellungen durch Ue Tatsache widerlegt, daß alljährlich Hunderte °on Araberfamilien, die in früheren Zei- fen, besonders während der militärischen Eroberung les Landes, nach Tunis, Algerien und Aegypten geflüchtet waren, wieder in die alte Heimat z u - rückwandern. . , ,, Wer, wie der Verfasser, die Möglichkeit hatte, in wiederholten Fahrten durch Libyen die bisherigen, tlle Erwartungen übertreffenden Ergebnisse der ^oßzügigen Siedlungspolitik Balbos zu ver beobachten konnte, wie aus Steppe und Busch- lrnd Rodungen entstanden, die schon in einem dem Umstand, daß jede Bauernfamilie zwei bis drei wehrfähige Männer mitbringt, die in den .Häusern des Fascio" ihre vollständige Milizausrüstung vorfinden. In den beiden letzten Jahren dürfte sich also die Zahl der Waffenträger in Libyen um acht- bis zehntausend vermehrt haben. Generalfeldmarschall Göring, der ja während seines Aufenthaltes als Gast des General- gouverneurs Balbo mehreren Paraden und Feld- bienftübungen beiwohnte, prägte für diese Männer, die in der einen Hand den Spaten, in der anderen das Gewehr halten, das Wort: „Hervorragende Dauern, hervorragende Soldaten." Mit diesen Männern könne Italien mit ruhiger Festigkeit alle kommenden Dinge abwarten. Was dies für ein Gebiet, das im Westen an die nordafrikanischen Besitzungen Frankreichs, im Osten an Aegypten, den Hüter des Suez-Kanals, grenzt, vom strategisch- militärischen Gesichtspunkt aus gerade in den jetzigen europäischen Krisenzeiten bedeutet, liegt so deut- ■ Hl • : Der erfolgreiche Handelskrieg. Rund 500 000 Tonnen Schiffsraum sind durch deutsche U-Boote seit der Erklärung des Kriegszustandes versenkt worden. Diese 500 000 Tonnen bedeuten an sich schon einen sehr schweren und spürbaren Ausfall an Schiffstonnage für England und Frankreich. Es handelt sich ja nicht nur darum, daß dieser Schiffsraum versenkt ist, sondern vor allem darum, daß er für d i e Versorgung unserer Feinde im Außenhandel über See nicht mehr zur Verfügung steht. Diese 500 000 Tonnen lassen sich zunächst nicht wieder ersetzen, auch wenn der Unglücksmann Winston Churchill die Briten immer wieder damit vertröstet, es feien neue Handelsschiffe auf Stapel gelegt. Wie wirksam der Handelskrieg gegen England ist, geht auch daraus hervor, daß England, das fast seinen ganzen Holzbedarf in den skandinavischen Staaten deckt, schon unter Holzmangel besonders im Bau- .gewerbe und im Kohlenbergbau zu leiden hat. Als Ablenkung für diese Schläge versucht die britische Admiralität, vom geistesverwandten Lügen- minifterium wacker unterstützt, Verluste an U-Booten zu erfinden. An dem Tage, an dem in Scapa Flow der „Royal Oak" versenkt und die nicht minder stolze „Repulse" torpediert wurde, ließ Winston Churchill zunächst durch Rundfunk ver- künden, es seien nicht weniger als fünf deutsche U-Boote durch britische Kriegsschiffe versenkt worden. Das war der Auftakt: Gleich darauf mußte mitgeteilt werden, was in Scapa Flow vor sich gegangen war, allerdings n u r h a l b , denn die ganze Wahrheit kann den Briten noch immer nicht vorgesetzt werden. Wie es wirklich mit der deutschen U-Boot-Wasfe bestellt ist, das geht aus dem Bericht des Ober- kommandos der Wehrmacht hervor. Es sind drei U-Boote noch nicht zurückgekehrt. Ob sie verloren sind, steht noch nicht fest, aber es ist sicher, daß sie dem Feinde empfindlichen Schaden zugefügt haben. Mit dieser Zahl von drei U-Booten, die vielleicht als verloren bezeichnet werden können, muß die Zahl verglichen werden, die der alte Lügenbold Winston Churchill dieser Tage im Unterhaus mitteilte, wobei auch Chamberlain kein Bedenken trug, sie sich zu eigen zu machen. Danach sollen mindestens 17 deutsche U-Boote allein durch englische Kriegsschiffe versenkt worden seien, ungerechnet die U-Boote, die ftanzösische Kriegsschiffe versenkt haben wollen. Wie diese Versenkungen zustande kommen, ist wiederholt im Londoner Rundfunk mitgeteilt worden: Hat beispielsweise ein U-Boot ein Handelsschiff versenkt, so brausen auch schon englische Flieger heran, kreuzen über der Stelle, wo angeblich das U-Boot getaucht sein soll, um dann mitzuteilen, es hätte sich nichts mehr von ihm wahrnehmen lassen. Daraus macht die brittsche Admiralität ein ver-- senktes U-Boot, woraus sich schließen läßt, daß für diese Admiralität jedes U-Boot versenkt ist, das vorschriftsmäßig taucht und wegschwimmt. Was die deutschen U-Boote bisher im Handelskrieg geleistet haben, gehört zu den stolzesten Taten der Seekriegsgeschichte. Sie haben es gemeinsam mit den Flugstreitkräften erreicht, daß die Nordsee von englischen Kriegsschiffen so gut wie gesäubert ist, die Home Fleet hat sich wahrscheinlich nach der Westküste Englands verzogen. Das deutsche Volk dankt seinen U-Boot-Männern für den unerschrockenen Einsatz, es dankt ihnen besonders dafür, daß dieser Einsatz dazu beigetragen hat, die einmal unbestrittene Vorherrschaft Englands zur See spürbar in Frage zu stellen. D. S. Dieses Liigenmanöoer ist an sich nicht neu. Erst vor kurzem war es Belgien, das wir angeblich überrennen wollten. Genau wie jetzt hinsichtlich der Schweiz wurde damals der Weltöffentlichkeit vorgelogen, daß Deutschland sich entschlossen habe, die belgische Neutralität zu übergehen, um durch belgisches Gebiet nach Frankreich 'vorzudringen. Zu diesem Zweck ließ man ganze deutsche Armeen bei Aachen aufmarfdjieren, und man scheute sich nicht, mit immer neuen alarmierenden Sensationen aufzuwarten. Bis — der ganze Schwindel durch ein amtliches belgisches Dementi widerlegt wurde! In London verschanzte man sich wie üblich hinter Ausflüchten. Der „Daily Herald" bekommt es jetzt sogar fertig zuzugeben, daß die damalige „Nachricht" von dem angeblichen deutschen Vorstoßplan über Aachen nach Belgien eine freie Erfindung für den inneren Gebrauch gewesen sei. Das englische Blatt gibt damit offen zu, daß man im Londoner Lügenministerium von Zeit zu Zeit ganz systematisch Mit derartigen Schwindelnachrichten aufwartet, um die englische Öffentlichkeit aufzupeitschen, eine Tatsache, die für die Londoner Lüxenpraxis in der Tat kennzeichnend ist. Unter diesen Umständen wird man sich auch im Auslande kaum noch darüber wundern, wenn den mit so großem Stimmenaufwand hinausposaunten Lügen über die angeblich beabsichtigte Verletzung der Schweizer Neutralität das Dementi auf dem Fuße gefolgt ist. Die Londoner Lügenzentrale hat sich wieder einmal — wie schon so oft — bis auf die Knochen blamiert. Um so mehr, als man in London, um mit dem „Daily HeraD" zu sprechen, gestern noch behauptete, die Nachrichten! über die Schweiz seien „begründet", und es seien viele Anzeichen dafür vorhanden, daß die Deutschen dort vorstoßen wollten! » eine Vergiftung tei ee sich enswelfelhaft tatea betten nr Me Vergifteten eef Len trenepoK begleit* von Körper entfernt« Aach diene öeetMnde Rat kommen perialismus entsprechend, damit einen entscheiden« den Schritt aur Krieg getan habe. und des Die Deutscher Gpariag 1939. Von Staatsrat Friedrich Reinhart, Leiter der Wirtschastsgruppe privates Äankgewerbe. Brtdte beeoblftlgt weren, ta^aa» neebdea 1» deten ontereuoht and bei 9 von ihnen eit Sicherheit die Folgen von OeIbkreus-Vergiftung feetgeeteMt, wahrend bete sehnten die Irechelnungen »loht aehr eo eaegeeproobea waren, del Ben bitte die Diagnose eit Sioberbeit stellen Manen«* Bei den 9 Irtrankten eit eioberen Sjmptonen waren TertnderaB* der Seat von eo typischen Aneeehen and solcher Lokalieetioa, Bewährungsprobe bei Kriegsbeginn bereits bestanden hat: Er hat vorbildliche Ruhe und Disziplin bewahrt. Jetzt geht es darum, daß jeder Volksgenosse nach Kräften neue Ersparnisse zu den bisherigen tut, wenn möglich mehr spart als bisher. Darum ergeht am Deutschen Spartag 1939 der Ruf an alle: Stärkt und verbreitert d i e Front der Sparer! Jede gesparte Mark ist ein unentbehrlicher Laustem zur Stärkung der nationalen Widerstandskraft. Vermag der Einzelne auch nur wenig, so sind es doch die Tausende und Millionen von Sparern, deren Schaffen die Milliardensummen zusammenbringt. Ueber- laht eure wirtschaftliche Zukunft nicht dem blinden Zufall, sondern vertraut der eigenen Kraft und Be- harrlichkeit! Das ist der beste Dienst, den ihr euch und der Gemeinschaft leisten könnt! Maschinerie Nicht einmal vor dem ärztlichen Gutachten einer anerkannten und in Mer menschlichen und rdissenschastlichen Integrität unantastbaren Per- sönlichkeit, wie der des Professor Staehelin halt macht. Die Meldung von Reuter stellt also wieder einmal ein Produkt von Lüge und Verleumdung dar, das sich würdig in den Rahmen der britistM Kriegspropaganda einfügt. Kampf an der Front. Kriegswirtschaft ift also Sparwirtschaft. Darum ist Sparen im Krieg für jeden einzelnen nationale Pflicht und der unerläßliche Beitrag der Heimat zum bewiesen, daß die Polen zur Gaskriegführung bei Jaslo ihre Zuflucht genommen hätten. Das ist unwahr. Staehelin agt, er fürchte, daß die ganze Angelegenheit möglicherweise die Vorbereitung zur Einleitung der Gaskriegführung durch die Deutschen sei und daß die Angelegenheit am 9. November vor den Baseler Frankreichs Wirtschaft unter den Auswirkungen des englischen Krieges denten der ,Times< abgegeben hat, sagte Staehelin: »Ich wurde zufällig von einem Patienten in Berlin nach Deutschland gerufen und konnte als Neutraler d i e Bitte der Berliner Universität nicht abschlagen, einen Fall von Gasvergiftung bei Jaslo in Polen zu untersuchen. Ich reiste in § inem Militärflugzeug dorthin und (teilte bei 9 Soldaten, di e an Gelb kreuz ve r gif tun. gen litten, d i e Diagnose; aber ich fand kein Anzeichen, unter welchen Umstän- den die Vergiftung geschehen mar. Ich fürchtete, meine Erklärung würde für die antienglische Propaganda mißbraucht werden. Die deutsche Presse und Flugblätter sind mit der Post an Neutrale geschickt worden, in denen es heißt, ein Baseler Professor von europäischem Ruf hätte Guteobte n«__ Bericht des Herrn Professor Rudolf Staehelin« um einen guten Rat aus Furcht vor dem Schlimmsten. Die Folgen der amtlichen Maßnahmen führten zum Verschwinden einer ganzen Reihe von Erzeugnissen, zur Steigerung her Arbeitslosigkeit infolge der Schließung von Fabriken und Handelsunternehmen, zu mehr oder weniger verkappten Preissteigerungen und schließlich zu einer Beunruhigung der Bevölkerung, die nicht verstehe, warum so viele Behinderungen und Mißstände vorhanden seien. Zwei elsässische Autonomistenführer erschoßen. Rom, 29. Okt. (Europapreh.) Nach Meldungen aus Paris sind die elsässischen Autonomistenführer Dr. Roos und Lobstein, die vom Kriegsgericht Swjesd a", verurteilt die Entscheidung des amerikanischen Senats mit besonderer Schärfe. Die Tatsache der Aufhebung des Waffenembargos, so schreibt das Blatt, bedeutet einen Sieg de» reaktionären amerikanischen I m p e« rialismus, der K a n o n e n k ö n i g e und der Waffenfabrikanten, die den europäischen Krieg zur Steigerung ihrer Profite benutzen wollen und deren Meisterschaft darin be« Roosevelts Neutralitätsvorlage vom Senat angenommen. Keine Schwierigkeiten der Kriegsfinanzierung. Normaler und reibungsloser Geschäftsverkehr der deutschen Kreditinstitute. Aufhebung des Waffenembargos nicht d e n wahren Interessen des omeritani« scheu Volkes dient. In den breiten Masien wachse die Opposition gegen alle Maßnahmen, die Amerika in den Krieg hineinziehen könnten. D» weit überwiegende Mehrheit des Volke» fordere die Aufr e chte r h altun g d e r vollen Neutralität der Vereinigten Staaten. Du Bestrebungen der kapitalistischen Oberschicht, die Vereinigten Staaten in den europäischen Krieg hineinzuziehen, um sich am Krieg und an der Aus« beutung der Werktätigen zu bereichern, stießen aus einen immer größeren Wider st and tn den breiten Massen des amerikanischen Volkes. Das Blatt der Sowjetarmee, „Krasnaja in Nancy zum Tode v erurteilt worden waren, am Samstag beim Morgengrauen schossen worden. pariser Kriegsziele nach Duff-Coopers Muster. Brüssel, 28. Okt. (Europapreß.) Die Reden von Chamberlain und Halifax, die von der Pansen Presse als kategorische Antwort auf die Rede do™ Ribbentrops bezeichnet werden, geben verschiedenem Pariser Blättern Anlaß, die Kriegsziele der Westmächte herauszustellen. In brutaler DeM° lichkeit wird die Zerstückelung Deutschlands gefordert. Das Vorbild Duff-Cooper und der enOM" Agitation ift dabei deutlich $u erkennen. jtieetoe, del dge Gift dar oogeneacbe toet lenpfetoff dioethylealfid - Tpertt) sei» b* Bcwt W bdt >etet gleicbwirkeede Sebwteaa bekannt« Sparsamkeit — ein Gebot der kriegsverpflichteten Volkswirtschaft Ein Aufruf zum Deutschen Spartag 4939 am 30. Oktober. England kann verbrecherische Gistgaslieserung an polen nicht abstreiten Das Lügenministerium macht nicht einmal vor dem einwandfreien ärztlichen Gutachten des Schweizer Professors Staehelin halt. werde/ " Soweit die Meldung. In Wirklichkeit hat Prof. Staehelin nebenstehendes Gutachten verfaßt und sich auch mit dessen Veröffentlichung ausdrücklich einverstanden er» Diese Gegenüberstellung spricht für sich selbst. Es ist bezeichn end genu g, daß die engli sche Lügen- nicht mehr versorgen könnten. Man müsse sicherlich die Versorgung des Heeres und seine Sicherheit garantieren, aber die Anwendung dieses Grundsatzes sei die gleiche wie ein wirksames Arzneimittel, dessen übermäßiger Gebrauch die Krankheit nur noch verschlimmere. Das Heer brauche alle dienstbaren Kräfte, aber wenn man Tausende und aber Tausende von Männern zusammenziehe, so müsse man ihnen auch eine Aufgabe geben. Wenn man aber zögere, sie zu verwenden, so bestehe die Befürchtung, daß d i e Nichtstuerei auf sie ab färbe. Besser sei es dann schon, sie wieder in den Handel, auf ihre Felder oder vor ihren Schraubstock zurückzuführen. Es handelte sich > hierbei nicht um Defaitismus, sondern im Gegenteil Sieg. , , Diesen Beitrag aber kann die Heimat umso eher zur Verfügung stellen, well sie sicher sein kann, baß ihr Erspartes auch im Kriege in auterJDb- hüt ist. Einmal sorgt der fein eingespielte S>am- melapparat der Kreditinstitute dafür, die die Spargelder der Volkswirtschaft im Kriege ebenso sorgfältig verwaltet und nach den gleichen bewahrten Gruickstätzen angelegt werden wie im Frieden 7- unb zum andern bietet die nationalsozialistische Staatsführung die Gewähr dafür, daß der Kriegs- beitrag des Sparers nicht wieder, wie nach 191«, durch eine gewissenlose Inflation in Nichts zerrinnt. Dom ersten Kampftag an hat unsere wirtschaftspolitische Führung das Geldwesen und die Finanzwirtschaft ebenso fest in die Hand genommen wie die militärische Führung den Apparat der Wehrmacht. Gerechte Steuern sorgen dafür, daß die Kreditansprüche der Kriegführung auf das denkbar mögliche Mindestmaß beschränkt bleiben; Preis- und Lohnkontrollen halten die Kriegsausgaben des Reiches in genau kontrollierbaren Grenzen und verhindern, daß der Regierung die Bestimmung des Geldwertes aus der Hand gleitet. Sparen itn Krieg ift also genau so sicher wie Sparen im Zn der Aussprache Über die Lage des beut- chen Geld- und Kapitalmarktes, an der sich auch der als Gast anwesende Reichsfinang- Minister Graf Schwerin von Kr ofigk beteiligte, stellte Reichsminister Funk fest, daß das Geld- und Kreditwesen und der Kapitalmarkt alle Anforderungen, die die Kriegsfinanzierung bisher gestellt habe, ohne jede Schwierigkeiten erfüllen konnte. Die Börse funktioniert normal, und der Kapitalmarkt ist bereits wieder in der Lage, Emissionen der Wirtschaft in beträcht. kichern Umfange aufzunehmen. Die Finanz kraft des deutschen Bankwesens und bas Vertrauen des Dol- kes zu der deutschen Staats- und Wirtschaftsführung haben es bewirkt, daß der Krieg für das deutsche Geld- und Kreditwesen und für die Danken und Sparkassen nicht die gering ft en Erschütterungen gebracht hat, vielmehr haben diese besonders empfindlichen Wirtschaftsgebiete einen normalen und reibungslosen Geschäft sv e r k e h r aufrecht erhalten können. Auch bei den besonderen Ausgaben, die durch den Krieg für die Finanzierung bei den - besonders stark in Anspruch genommenen ober auch in Mitleidenschaft gezogenen Wirtschaftszweigen, notwendig wurden, reichten die bestehenden Einrichtungen aus, nur mußte man für diese Sonderaufgaben eine geeignete Organisationsform schaffen. Bei allen diesen Dingen ist die Mitwirkung der Banken und der sonstigen Wirtschaft in ihren Selbstver- waltungsorganisationen gesichert, und es konnte auf diese Weise ein direkter Rückgriff auf bas Reich bis auf die Regelung von ganz besonders gelagerten Fällen z. B. im Außenhandel im allgemeinen vermieden werden. . Ueber bas Wesen und die Aufgaben des Bei- 1 rats der Deutschen Reichsbank erstattete der Stell- - vertretende Vorsitzende Bankier Dr. Otto Ehr. t Fischer, Leiter der Reichsgruppe Banken, ein > ausführliches Referat. Washington, 28. Okt. (DNB.) Der Senat nahm am Freitagabend mit 65:30 Stimmen die Neutralitätsvorlage der Regierung einschließlich der Aufhebung der Waffenausfuhr- sperre an. „Ein Sieg her Kanonenkönige." Moskau zur Aufhebung der Waffenausfuhrsperre. Berlin, 28. Okt. (DNB.) Sparsamkeit ist eines der obersten Gebote der kriegsverpflichteten Volkswirtschaft. Sorgfältiges Haushalten mit Kräften und Stoffen, keine Vergeudung wichtiger Lebensgüter und keine Geldausga ° den für jetzt unnütze Dinge, das sind die elementaren Forderungen, die sich der allgemeinen Verpflichtung zu höherer Arbeitsleistung, bewußter Derbrauchsbeschränkung und williger Opferbereitschaft würdig an die Seite stellen. In dem uns auf- gezwungenen Kampf um Deutschlands Lebensecht und feine Selbstbehauptung darf und wird die Heimatfront nicht gegenüber den Millionen deutscher Männer zurückstehen, die mit der Waffe in der Hand das Vaterland verteidigen. Arbeit, Fleiß und unbeirrbarer Sparwille sind von Anbeginn die tragenden Pfeiler des nationalsozialistischen Wirtschaftsauf- baues gewesen. Ein untrügliches Zeichen für das vorbehaltlose und unerschütterliche Vertrauen des Sparers in die deutsche Staats- und Wirtschaftsführung sind die M i ll i arde n s um m e n an Spareinlagen, die in den letzten Jahren den Sparkassen, Banken und Kreditgenossenschaften wie- der anvertraut oder die zum Kauf von Reichsanleihen, Pfandbriefen und anderen festverzinslichen Werten verwendet wurden. Das gewaltige Heer der Sparer hat mit feinen Ueberschüsien aus Wirtschaft und Arbeit zu seinem Teil das feste finanzielle Fundament geschaffen, auf dem Berlin, 28. Oktober. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Deutschen Reichsbank, Reichswirtschaftsminister Funk, fand eine Sitzung 1 des engeren Beirats statt, in der die Konstituierung : der Beiratsausschüsse vorgenommen wurde. Zu Vorsitzenden wurden bestimmt: I. Allgemeiner Ausschuß: Präsident der Reichswirtschaftskammer Albert Pietzsch, Stell- Vertreter Staatsrat Emil Helfferich "(Hamburg) und Dr. Hermann Reischle (Reichsnährstand). II. Kreditausschuß: Karl Kimmich, Vor- standsmitgl'ied der Deutschen Bank, Stellvertreter: Rudolf Lencer, Vorstandsmitglied der Bank der Deutschen Arbeit und Leiter des Fachamts Banken und Versicherungen in der DAF., und Hans Weltzien, Staatsfinanzrat a. D., Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft. III. Kapitalmarkt-Ausschuß: Dark Goetz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dresdner Dank, Stellvertreter: Dr. Johannes Heintze, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giro- verbandes und Regierungsrat a. D. Hans Oester- Nnk, Vorsitzender der Gemeinfchaftsdirektion der Gemeinschaftsgrupve deutscher Hypothekenbanken. IV. Börsen-Ausschuß: Staatsrat Reinhart, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Commerz- und Privatbank und Präsident der Jndustrie- und Handelskammer und des Börsenvorstandes Berlin Stellvertreter: Bankier Paul Hamel Mund Bankier Dr. Philipp von Schoel- »ien). V. ' Währungsausschuß: Geheimrat Dr. Roman Schmitz (Berlin), Stellvertreter: Reichsbankdirektor a. D. Carl Blessina und Hermann Abs, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank. VL Außenhandelsausschuß: Staatsrat Karl Lindemann, Vorsitzender der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer (Bremen), Stellvertreter: Generaldirektor Dr. August Diehn (Berlin) und Staatsrat Hans W. Julius Peters (Hamburg). Paris , 29. Okt. (DNB.) Der „Matin" veröffentlicht einen äußerst pessimistischen Artikel über die Auswirkungen des Krieges auf die französische Wirtschaft und auf die Moral der Bevölkerung. Von der These des totalen Krieges vergiftet, so meint das Blatt, habe die Regierung beschlossen, daß der Krieg die gesamten lebenden Kräfte der Nation in Anspruch nehme und die Zivilbevölkerung keine Aufmerksamkeit verdiene. Hieraus seien dann die Einschränkungen aller Art entstanden. Angesichts dieser kolossalen Leere, die man geschaffen Hobe, hätten die Fabriken, die schon an sich der Hälfte ihres Personals beraubt seien, auf gehört zu erzeugen, und die Kaufleute hatten ihr- Geschäfte geschlossen, well ste sicht hierbei nicht Berlin, 28,Okt. (DNB.) Nachdem die Reichsregierung den genauen dokumentarischen Nachweis für die verbrecherische Anwendung von englischen Giftgaskampfstoffen in Polen erbracht hat, macht nunmehr die englische Propaganda verzweifelte Versuche, um die Anklage dieses Völkerrechtsbruches und der Wiedereinführung unmenschlicher Kampfmethoden von sich abzuwehren. Sie scheut dabei nach bewährten Mustern auch vor den bösartigsten Lügen und Entstellungen nicht zurück. So meldet Reuter aus London: „Professor Rudolf Staehelin von der Baseler Universität b e ft r e i t e t den deutschen Bericht, er hätte einen Beweis geliefert, daß die Polen bei ihrer Kriegsführung in Polen ihre Zuflucht zu Gas genommen hatten. In einer Erklärung, die er dem Baseler Korrespon- Noch nie, feit diese Einrichtung geschaffen wurde ist der Deutsche Spartag in seinem Zweck und Sinn so sehr gerechtfertigt gewesen, wie in diesem Kriegsjahr 1939. Der Deutsche Spartag will jeden einzelnen einmal im Jahr daran etinn'ern, daß sparen ein unerläßlicher Bestandteil jeder verantwortungsbewußten Sehens- und Wirtschaftsführung ist. Hier, beim Sparen, fallen die prioatwirtschafiliche und die volkswirtschaftliche Zielsetzung voll zusammen. Wie der einzelne sich durch das Sparen rüstet für die Schicksalsschläge des Lebens und für die größeren Anforderungen der Zukunft, so bringt die Summe aller Ersparnisse der Volkswirtschaft d e n nötigen Kampffonds für d i e Stärke des Reiches, für seinen Ausbau und für seine Zukunft. Heute, wo unser Volk im Kampf um sein Recht und seine Existenz steht, braucht es diesen Kampffonds dringlicher als je zuvor. „Sparen" heißt für den einzelnen auf manchen Genuß des täglichen Lebens verzichten. Krieg- führung verlangt von der Volkswirtschaft die stärkste Einschränkung des friedensmäßigen Konsums, um. so Kräfte freizusetzen für die Rüstung und den! Frieden. Moskau, 29. Okt. (DNB.) „P rawda" „Iswestij a" kommentieren die Ausfuhr Waffenembargos im amerikanischen Senat. „Jswestija" spricht offen aus, daß die amerikanische Bourgeoisie beabsichtigt, mit dem Krieg in Europa ein Riesengeschäft zu machen. Der USA.« Kapitalismus frohlocke bereits über die in Aussicht stehenden Profite. Das Blatt gibt zu verstehen, daß die amerikanische Regierung dem Druck der Waffenhändler und Kriegsgewinnler nachae geben habe. Die „P r a w d a" meint, mit dem Beschluß des amerikanischen Senats habe sich in Wirklichkeit entschieden, daß die Vereinigten Staaten Eng- nugcu •“»***•*■• • ------ . Unb und Frankreich im gegenmärti- steht, das aus den Schlachtfeldern wrgo|f.CneJBlu aen Krieg unterstützen wollen. Die Ent> in klingende Münze umzuwandeln, Hinter der K°> ftheidung de/Senats über die Aufhebung des Ein- mödie der Senatsdebatte stehe die Macht- unt bargos auf die Waffenausfuhr zeige, daß die Profitgier des USA.-Srnpenahsmus.imJeW« Anhänger der weiteren Ausdehnung engen Verbindungen zum englisch-franzostschen vim des Krieges die Oberhand gewonnen perialismus entsprechend, damit einen entscheiden haben. Es habe sich zugleich jedoch auch erwiesen, den Schritt zur Einbeziehung Amerikas m den was Amerika unter „n e ut r a l" verstehe. Krieg getan habe. Beide Blätter sind sich darüber einig, daß die ' Wirtschaftsgruppe des privaten Bankgewerbes. — Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankier- aewerbes. — Wirtschaftsgruppe „Oeffentliche Banken mit Sonderausgaben". — Wirtschaftsgruppe öffentlich-rechtliche Kreditanstalten. — Verband deut- scher öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten e. — Wirtschaftsgruppe „Sparkassen", Deutscher Sparkassen- und Giroverband. — Wirtschaftsgruppe „Kreditgenossenschaften". — Wirtschaftsgruppe „Kre- ditunternehrnungen verschiedener Art". — Fach' gruppe „Ländliche Kreditgenossenschaften, Reichs- Deutschlands Weh^nacht urü Wirtschaft'zu 'neuer, I ^b°nd der unbesiegbarer Kraft geführt worden sind. fchaften-Rai festen e V. — ^gruppe ,^emerD Kriegszeiten sind harte Zeiten. Sie stellen neue liche Kreditgenossenschaften , Deutscher Gen ss Forderungen auch an den Sparer, der seine erste1 schaftsverband. 3m ..Mahn verlangt der früher« Kriegsmtnister Fabry man muffe, wenn die Stunde der Frie- densschlusses kommen roerbe, mit der Idee d -« einigen Deutschlands ein Ende macken und in Anlehnung an die Ideen des Marschall Fock zum mindesten für Frankreich die Rheingren-re durchsetzen. Das Blutt pikiert eine vom Generalntt des Departements Correze bereits am 17 Septe^. der gefaßte Entschließung. Darin heißt esP Im nächsten Friedensvertrag müsse die Sicherheit vor der Humanitären Metaphysik" den Vorrang haben und Frankreich und Belgien müßten die m i l i tä r i - sche Wacht auf dem linken Rheinufer übernehmen Im „Figaro" faßt Wladimir d'Ormesson die Idee der Zerstückelung Deutschlands in die Forderung zusammen, man müsse die Deutschen und Europa von Preußen und der preußisä>en Vorherrschaft befreien. Auch im Landesrat der rechtsstehenden republikanischen Föderation (©nippe Louis Marin) wurden Kriegsziele nach englischem Vorbild erörtert. Dabei wurde gefordert die Möglichkeit der Wiederherstellung eines unabhängigen Oesterreichs schon jetzt ins Auge zu fassen. Eine jüdische Llnverschamtheii. Horeb Elisha zieht Vergleiche mit Napoleon Mailand, 29. Okt. (DNB.) Das „Regime Fascista" beschäftigt sich mit einer Rede des britischen Kriegsministers Horeb Elisha, in der dieser mit echt jüdischer Ueberheblichkeit Vergleiche mit Napoleon angestellt hatte. In der Erwähnung Napoleons durch Horeb Elisha zeige sich die ganze Unverschämtheit des jüdischen Geistes, denn jedem seien die Intrigen bekannt, die die einflußreichsten Juden seinerzeit betrieben, um Napo- leon zu stürzen. Napoleon habe übrigens in einer Sitzung des Staatsrates am 30. April 1806 wörtlich erklärt: „Die Juden sind Raben der Menschheit. Ich habe sie gesehen, wie sie bei der Schlacht von Ulm von Straßburg herbeieilten, um unwürdige Plünderungen zu begehen. Und am 17. Mai 1806 sagte Napoleon bei einer Erörterung der Iudenfrage: „Keiner hat Grund, sich über Protestanten und Katholiken zu beklagen. Aber alle beklagen sich über die Juden. Die Juden sind die Heuschrecken, welche Frank- reich zerstören." — Horeb Elisha, so stellt „Regime Fascista" abschließend fest, gebe vor, die Geschichte xu kennen. Auch dies sei eine jüdische Unverschämtheit. Keine Veränderung der Lage. Der Heeresbericht vom Montag. Berlin, 30. Oktober. (DVB.-Aunkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine Veränderung der tage. Die deutsch-russische Grenzkommission in Warschau. Warschau, 28. Okt. (DNB.) Arn 26. btefes Monats traf aus Moskau auf Einladung der Reichsregierung die gemischte Zentralkommission des Deutschen Reiches und der Sowjetunion für Grenzfragen in Warschau ein. Der neuernannte Generalgouoerneur für die besetzten Gebiete in Polen, Reichsminister Dr. Frank, veranstaltete ein Frühstück. Der Warschauer Stadtkommandant, General von N e u- mann-Neurode, lud die Delegation zum Essen. Ihren Abschluß fand die Tagung durch ein Abendessen, das im Auftrage des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop von dem Leiter der deutschen Delegation, Vortragendem Legationsrat Hencke, im Diplomaten-Sonderzug gegeben wurde, in dem die Zentralgrenzkommission während ihres Warschauer Aufenthaltes wohnte. Die gemischten Unterkommissionen haben mit ihrer Arbeit für die praktische Vermessung der Grenzlinie begonnen. Wilna von der litauischen Armee beseht. K o w n o, 29. Okt. (DNB.) Nachdem am Freitaa- abend in Moskau das Zusatzprotokoll zum litauischsowjetrussischen Beistandsabkommen unterzeichnet wurde, das die genaue Beschreibung der l i t a u i s ch- sowjetrussischen Grenze enthält, hat die litauische Armee am Samstag Wilna und das gesamte abgetretene Wilna-Gebiet b e s e tzt. Am Sonntag wurde auf dem geschichtlichen Gedikinaburgberg in Wilna die litauische Flagge feierlich gehißt. In ganz Litauen fanden Festgottesdienste statt. Der Eisenbahnverkehr zwischen Kowno und Wilna wurde bereits ausgenommen. Neben dem Lit gilt im Wilnagebiet vorläufig auch der Zloty als Zahlungsmittel (1 Lit - 5 Zloty). Die litauische Postverwaltung hat Sondermarken herausgebracht; es sind die Iubiläumsmarken zur 20jährigen Unabhängigkeitsfeier mit einem Sonderaufdruck. Sicherung des Hafens von Sebastopol Bukarest, 26. Okt. (Europapreß.) Der „Uni- verful" berichtet, daß die Sowjetregierung um den russischen Schwarzmeer-Hafen Sebastopol herum drei für die Schiffahrt verbotene Z o - n e n errichtet hätte. Zwischen diesen Zonen sind Fahrtrinnen für die Ein- und Ausfahrt der Schiffe gelassen. In den verbotenen Zonen ist der Verkehr sowohl für Schiffe unter fremder Flagge wie für sowjetrussische Schiffe verboten. Lediglich leichte Fischereifahrzeuge dürfen dort verkehren. Norwegische Flugjeugbestellungen in USA. und Deutschland. leb aut werden können. Die staatliche Waffen- ibrik in Konqsberg arbeitet teilweise in zwei Schick- m. Die Marine verfügt zur Zeit über 91 ausgerüstete Fahrzeuge für den Küstenschutz. Oslo, 26. Okt. (Europapreß.) Der norwegische Verteidigungsminister teilte mit, daß die Regierung ton der ihr bei Kriegsanfang erteilten Finanzvollmacht bereits Gebrauch gemacht und seit dem 15. September aus neuen Mitteln 63,7 Millionen Kronen für die Verteidigung zur Verfügung gestellt hat Davon wurden 20 Millionen für die N e u - iralitätswache verwendet; der Rest für den Einkauf von Flugzeugen, Waffen, Munition, für Bauarbeiten usw. Zu der Bestellung ton zwölf Flugzeugen in den Vereinigten 'Staaten vor einigen Tagen ist jetzt auch eine Bestellung von sechs H e i n ck e l - F l u a z e u ge n in Deutschland gekommen. Das bestellte Material eingerechnet, wird die Luftwaffe des norwegischen Heeres in Kürze über 43 Erkundungs- ugzeuge, 39 Jagd- und 6 Bombenflugzeuge ver- ügen, die Luftwaffe der Marine über 19 Erkun- nngs- und 20 Torpedoflugzeuge. Die Kapazität 'er staatlichen Flugzeugfabrik soll so erweitert werden, daß jährlich 7 0 bis 100 Fl u g z e u g e , - L _ ..1 * ______ Wolfen- Die Beisetzung der 28 Toten des deutschen Küstenwachtschiffes. Würdige Trauerfeier in Stege auf der Insel Möen. Kopenhagen, 29. Okt. (Europapreß.) 28 deutsche Seeleute, die in Ausübung ihrer Pflicht auf dem deutschen Küstenwachtschifs „Este 701" ihr Leben lassen mußten, sind auf dem kleinen Friedhof in Stege auf der dänischen Ostseeinsel Möen zur letzten Ruhe gebettet worden. An der Beisetzung nahmen teil der deutsche Gesandte in Kopenhagen, von Renthe-Fink, der Marineattachö, Kapitän zur See Henning, Vertreter der Landes- gruppe der NSDAP, sowie der deutschen Kolonie und der dänischen Wehrministerien. Eine Ehrenkompanie der dänischen Marine erwies den toten deutschen Kameraden die letzte Ehre. Viele dänische Militärvereinigungen hatten Fahnenabordnungen entsandt. Der Zustrom der Bevölkerung nach Stege war so stark, oaß die Fähren zwischen der Insel Möen und Seeland stets voll besetzt waren. Die Begräbnisfeier nahm ihren Anfang in der alten gotischen Kirche der Stadt, in der die 28 weihen Särge mit Blumen und Kränzen geschmückt aufgebahrt waren. Jeder Sarg trug den Namen des Gefallenen, und über jedem Namen lag ein Blumenstrauß. In der Kirche sprachen Pastor Hausen und Superintendent G ö r n a n d t, der Prediger der deutschen St.-Petrusgemeinde in Kopenhagen. Dann wurden die Särge von der Ehrenkompanie aus der Kirche getragen und zum Friedhof gebracht, wo die 28 deutschen Männer in einem mit Tannengrün ausgeschlagenen Grab beigesetzt wurden. Am Grab sah man auch vier der lieber» lebenden der „Este 701", die bereits das Krankenhaus verlassen dursten, während der fünfte noch das Bett hüten muß. An der Trauerfeier nahmen auch die dänischen Flieger teil, die unter Einsatz ihres Lebens die Rettung der deutschen Matro- s e n durchgeführt hatten. Sie trugen das Verdienstkreuz, welches ihnen der König für diese Tat persönlich überreicht hatte. König Christian X. und Königin Alexandrine hatten einen großen Lorbeerkranx mit weißen und roten Blumen gesandt. Der Kranz trug die schlichte Aufschrift: „Der König und die Königin." Unter den weiteren Kranzspenden fiel eine des Großadmirals Dr. h. c. Rae- d e r auf. Die Achtung und Ehrerbietung, die die dänische Bevölkerung der deutschen Marine zollt, ging aus den unzähligen Kranzspenden hervor, die von amtlichen und privaten Organisationen geschickt worden waren. Ueber dem Grab auf dem Ehrenplatz des Friedhofes wölbt sich nun ein Hügel von Blumen und Kränzen, Beweise größter Ehrerbie- tung für die junge deutsche Kriegsmarine. Ehe die Trauernden auseinandergingen, nahm der deutsche Gesandte Gelegenheit, im Namen der Reichsregierung den dänischen Fliegern und Fischern für ihren Einsatz bei der Rettung der Ueberlebenden und der Bevölkerung von Stege, darunter den Aerzten und Schwestern des Städtischen Krankenhauses, für ihre Liebesdienste an den Toten und an den geretteten deutschen Seeleuten zu danken. Englands Außenhandel praktisch zum Stillstand gekommen. Bewegte Klagen englischer Zeitungen. - -.Deutschland dagegen verstärkt seine Ausfuhr." Amsterdam, 27. Okt. (DNB.) Der internationale Wert des Pfundes ist gefallen und die Preise steigen - - unser Auhenhande ist praktisch zum Stillstand gekommen, so klagt heute der Daily Her ald" in einem längeren Artikel über"Öen gewaltigen Rückgang des britischen Ausfuhrhandels. Die Frage des Wiederaufbaues des Geschäfts- und Privatlebens der englischen Nation, heißt es dann weiter, finde in England Diel Be- acktung. Das wirkliche Problem jedoch, das der Finanzierung d i e s e s K r i e g e s , harre noch der Lösung. Der Krieg habe die bnttsche Nation bisher bereits mehr als ? Millionen Pfund pro Tag gekostet. Das Kriegsbudget se^ offenbar weiter nichts als ein Mittel, um ein Loch zuzustopfen. Lebenswichtige Entscheidungen mußten aber erst noch gefaßt werden Die flüssigen Au s- londsauthaben Großbritanniens beliefen sich chötzungsw-il- auf 1.172 Milliarden Pfund. Wolle England jedoch Rohstoffe ankaufen, so müsse es entweder dieses Kapital anbrechen oder W a r en a u s- führen. Der britische Ausfuhrhandel sei aber seit Ausbruch des Krieges praktisch. Z um & 11II ft an ^kommen, und man habe noch fernen umfassenden Ißlan ausgearbeitet, um ihn Mieder zu beleben. Anderseits müsse England aber unbedingt Waren «portieren, da sonst die Steuerlast des einzelnen ‘"Ä" SndÄ" WM der (unlieben Versicherungen des Handelsmmifters und des^ Munitionsministers habe der britische Auß!! . , v < „• fritiirfies Stadium er- Acht Di- verschiedenen Versprechungen seien nicht ln d e Tat umg-s-tzt. Die Beschränkungen dl- den gesamten Außenhandel Großbritanm-ns h-mmt-n 'ä-n -in- Legion. E- besteh- werter di- Gefahr. daß England feine alten Absatzmärkte verliere. So z. B. habe England Eisenbahn^ material an verschiedene Länder geliefert. Jetzt aber kämen Südafrika und Südamerika sowie auch andere Länder, die gleichfalls einen großen Außen- handel in diesen Dingen gehabt hätten, in die alten britischen Märkte. „Financial News" muß dann । schließlich zugeben, daß viele der gegenwärtigen Schwierigkeiten, denen der britische Ausfuhrhandel i-nterroorfen sei, nicht so schnell behoben werden könnten, denn der n o r m a le Schiffsverkehr habe infolge des Krieges, der Einstellung der Nachtarbeit in den Docks und Warenhäusern als Folge der Verdunkelung zu be stehen aufgehört. Die Versendung von Waren sei ferner auch durch Einschränkungen im Eisenbahn- und Straßenverkehr stark behindert. Deutschland dagegen, so schließt das Blatt seinen Klageruf, verstärke feinen Ausfuhrhandel vor allem nach den neutralen Nachbarländern, und die Bereinigten (Staaten seien in Südamerika sehr aktiv. Dasselbe gelte von der japanischen Ausfuhr nach China und dem Fernen Osten, und der i t a l i e - Nischen nach den Balkan- und Mittelmeerländern. Mißstimmung gegen die englische BegierungS-Bürokratie. London, 29. Okt. (Europapreß.) Die englische Sonntagspresse deutet an, daß die Regierung in der kommenden Woche im Parlament mit scharfen Angriffen auf ihre Handhabung der Heimatfront rechnen muß. Der „Observer" schreibt, daß eine von Tag zu Tag wachsende Zahl von Abgeordneten das Empfinden habe, daß die Kriegsanstrengungen M dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Die Tatkraft ihres kommandierenden Generals riß die Panzertruppen tu höchsten Leistungen hin. ..D-rlin, 29. Okt. (DNB.) „Wo die Panzer sind ist immer vorn. Die Danzer sind die Waffen des Angriffes schlechthin. Wo immer auf zukünftigen Schlachtfeldern um den Sieg gerungen wird, werden Panzertruppen eine entscheidende Rolle spielen. Von der richtigen Bewer- tung ihrer Leistungsfähigkeit, der sachgemäßen Auswahl des Geländes, der sorgsamen Berücksichtigung aller der Ueberraschung zuträglichen Umstände, dem Zusammenfassen der Kraft im entscheidenden Raum, mögen hinfort Sieg oder Niederlage abhängen." Mit diesen Worten hatte bej Inspekteur der Schnellen Truppen, General der Panzertruppen, Guderian, vor Jahresfrist die Grundlagen des Panzerangriffes gekennzeichnet. Im polnischen Feldzug waren die weitreichenden Erfolge seines Panzerkorps vornehmlich der Tatkraft ihres kommandierenden Generals zu verdan- ken. Die bisher nur bei Friedensübungen erprobte Führung starker, auf engem Raum und auf schlechtsten. Wegen zusammengedrängter motorisierter Verbände wurde von General Guderian unter dem vollen rücksichtslosen Einsatz seiner Person gemeistert. Die Erzwingung des Ueberganges über die Brahe im Korridor, die Vernichtung von drei polnischen Divisionen und einer Kavalleriebrigade ostwärts der Brahe war mit das Verdienst des stets im Brennpunkt der Kämpfe stehenden Generals, dessen eiserner Wille sich der ihm unterstellten Truppe mitteilte und sie zu höchstem Einsatz begeisterte. Mit seinem Panzerkorps war er beteiligt an der Einschließung der Polen in der Tucheler Heide. Pommern, Hamburger, Brandenburger, Ostmärker, Württemberaer und Thüringer standen unter seinem Befehl und wetteiferten im Angriff gegen die Polen. In schnellem Vormarsch stieß das Panzerkorps an die Weichsel, an den Narew durch, wo schwerste Kämpfe bei W i c n a zu bestehen waren. In mehr als einer kritischen Lage brachte der Ge- neral Guderian, immer im entscheidenden Augenblick bei seinen vordersten Truppen, den Angriff wieder in Fluß. Die Erfolge bei Zarnbrow und die rasche Wegnahme von Brest-Litowsk waren wesentlich das Verdienst seiner Führung und dcr Tapferkeit seiner Truppen. „Wo die Panzer sind, ist immer vorn!" Das Geschick hat es gefügt, daß General Guderian, der am 17. 6. 1888 in Culm (Weichsel) geboren wurde, zum Befreier seiner Heimat wurde. 1907 trat er aus dem Kadettenkorps als Fähnrich in das Iägerbataillon 10 ein. 1914 zur Kriegsakademie kommandiert, wurde er während General der Infanterie Hoth trägt das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für seine besonderen Verdienste im polnischen Feldzua, insbesondere für seinen persönlichen Einsatz in derVernichtunas- schlacht b e i Radom. Dem vom General der Infanterie Hoth geführten Korps war die Aufgabe gestellt, die Südflanke der Armee des Generalobersten von Reichenau gegen starke polnische Kräfte im Raum von Krakau zu decken. Die Entwicklung der Lage stellte General Hoth wiederholt vor oerantwortungsschwere selb st ä n • dige Entschlüsse. Als sich die Gefahr abzeichnete, daß es den vor der Mitte der Armee zurück- weichenden polnischen Divisionen gelang, über die Weichsel zu entkommen, stieß General der Infanterie Hoth mit seinem Korps ohne Rücksicht auf die starke Bedrohung der eigenen Flanke weit in Richtung Radom vor. Außerordentliche Marschleistungen mußte er von der Inippe verlangen. Am 7. September standen seine Divisionen noch mit feindlichen Nachhuten an der Lysa Gora im Kampf. General Hoth entschloß sich, starke Teile aus dem Frontalangriff herauszulösen, um sie meist in den Rücken des Feindes zu führen. Der in dem General lebendige Wille nach vorwärts übertrug sich auf feine Truppe. Trotz größter Anstrengungen .stand das Korps am 8. und 9. September mit feinen Hauptkräften südostwärts Radom mit dem Rücken zur Weichsel. Im Fieseler Storch erkundete General Hoth persönlich, flog von einer Stelle der des Weltkrieges in Front- und Generalstabsstellungen verwendet. Im Zuge des Wiederaufbaues der Wehrmacht erfolgte 1936 feine Beförderung zum Generalmajor und 1938 zum Generalleutnant, gleichzeitig mit der Cernennung zum Kommandierenden General des Kommandos der Panzertruppen In feiner letzten Friedensstellung war General Guderian Chef der Schnellen Truppen vorderen Linie zur anderen, stets das operative Ziel vor Augen. So gelang der kühne Entschluß, die Polen in das für sie taktisch ungünstigste Gelände zu manövrieren und dort die Angriffe der volnischen Divisionen, die nach den Weichselorücken durchbrechen wollten, abzuschlagen. Dank des persönlichen Eingreifens des Kommandierenden Generals, dem Verständnis seiner Unterführer und der Tapferkeit der Truppe brachen alle Durchbruchsversuche zusammen. Es ist ein Beweis für die schweren Kämpfe, die das Korps xu bestehen hatte, daß fast alle höheren Stäbe mit dem Gewehr in der Hand im Kampf standen. Als Führer feiner Truppe verlangte General der Infanterie Hoth von feinen Soldaten das, was er stets selbst zu tun bereit war. Am Abend des 9. September war d i e Widerstandskraft des Gegners erschöpft, und in der Nacht zum 10. September tarnen die polnischen Truppen in hellen Scharen aus den Wäldern waffenlos hervor und ergaben sich den Siegern. Die Gefangenenzahl übertraf die Gefechtsstärke des Korps um ein Vielfaches. In Neuruppin 1885 geboren, trat General der Infanterie Hoth aus dem Kadettenkorps als Fähnrich in das Infanterie-Regiment 72 ein. Im Weltkrieg erwarb er sich den Hausorden von Hohen- zollern. In der neuen Wehrmacht wurde er 1938 3um General der Infanterie befördert und zum Kommandierenden General eines Armeekorps ernannt. 3m Fieseler Storch die vordersie Linie erkundet. Alle polnischen Ourchbruchsversuche bei Radom vereitelt. der Nation durch eine ausgebreitete bürokratische Methode zunichtege - macht zu werden drohten. Besonders die Handhabung der staatlichen Kontrolle einer großen Anzahl von Rohstoffen und Warengattungen durch die Regierungsbürokratie soll „tiefe und wachsende Entrüstung" Hervorrufen. Im Unterhaus regt sich auch Mißstimmung gegen das Bestreben der Regierung, sich immer mehr diktatorische Vollmachten geben zu lassen. Gnadenerlaß des Führers für Beamte. Berlin. 28. Okt. (DNB.) Nach den Gnadenerlassen für die Wehrmacht und für die Zivilbevölkerung wird nun durch einen Gnadenerlaß des Führes auch Beamten und Ruhestandsbeamten die sich eines Dien st vergehens schuldig gemacht gaben, in ^wissen Grenzen Straffreiheit gewährt. Kleinere Dienststrafen werden nicht mehr verhängt und vollstreckt. (Eingeleitete Verfahren können, wenn die Höchststrafen nicht zu erwarten sind, eingestellt werden. Arbeitstagung der Reichsjugendführung. Berlin, 28. Oktober. (DNB.) In Potsdam fand eine Arbeitstagung der für die politische Ausrichtung der deutschen Jugend verantwortlichen HI.- Führer und BDM.-Führerinnen unter der Leitung des Chefs der Befehlsstelle III der Reichsjugendführung, Hauptbannführer Kaufmann, statt. Es sprachen Stabsführer Lauterbacher der Leiter des Rassenpol'itischen Amtes der NSDAP., Reichshauptamtsleiter Dr. Groß, Reichsobmann Behrens vom Reichsnährstand, Reichsamtsleiter R a e t h e r vom Amt Film der Reichspropaganda- leitnng der NSDAP., Oberst Friesner vom Oberkommando der Wehrmacht, der Berliner Gaupropagandaleiter Wächter, Staatssekretär Dr. Syrup und als Höhepunkt der Tagung, Reichsfugendführer Baldur von Schirach. Einer kulturellen Veranstaltung verliehen die Pianifttn Frau E l l y Ney und die Dichterin Agnes Miegel eine besondere Note. Beschlagnahme von Waren in den besetzten Gebieten. Berlin, 28. Okt. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres hat am 5. Oktober eine Verordnung über die Beschlagnahme in den besetzten ehemals polnischen Gebieten erlassen. Danach ist die Veräußerung und der Erwerb von Waren — mit Ausnahme der zur Deckung des täglichen Bedarfs der Bevölkerung und für Inganghaltung der Betriebe erforderlichen Mengen — in diesen Gebieten verboten und unter Strafe gestellt. Unter die Beschlagnahme fallen alle landwirtschaftlichen Produkte, die überwiegende Zahl der geroerb- lichen Rohstoffe und Halbfabrikate sowie eine Reihe industrieller Erzeugnisse. Der Versuch, aus den besetzten ehemals polnischen Gebieten Waren auf- 3 u f a u f e n, ist daher von vornherein zwecklos, zumal die Einreise in diese Gebiete aleichfalls verboten ist und Ausnahmen zum Kauf von Waren keinesfalls -ugelasfen werden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Pro* vinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschem. An- Xeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Der- laa: Brühlsche UniDerfitätsbrmferei, R. Lange, K-G? sämttich in Gießen. Monatsbezugspreis 2 05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig SJl.-’fpoit Kleine politische Nachrichten Znlereffanle Ergebnisse der Rundenspiele auf ,en beauftragt, hatte. Das Land ist ruhig, und alle muitanschen | Leiter haben dem Präsidenten ihre Treue bestätigt. Aus aller Welt Togal ist hervorragend bewährt bei 3m Felde Iglo rir 6609V Personenwagen 1^=3 Ab heute Montag bis einschließlich Sonntag, 5. November: Licbtspielhans Kietzen aus eeosA Ferner: 6602 A Beiprogramm u. Ufa-Ton-Wochenschau BeiDroSramm und Ola Wochenschau Rheuma Ischias 2:1 0:4 6:0 7:2 Nerven- und Kopfschmerz Lotte Lang Ferner: gegen Rheuma Ihre Vermählung geben bekannt stnierveterinar Dr. Eugen Merkel Friedel Merkel, geb. Blum Klarsichtscheiben alle Groß. a. Lag. E.Althoff,Auto- Licht/Alicenstr.35 Tel 4335 [o4855 Ab heute Montag bis entschliefet Mittwodi: Hexenschuß Erkältungen Unzähligen haben Togal-Tabletten rasche Hilfe gebracht. Die hervorragende Wirkung des Togal ist vonÄrzten u.Kliniken seit25]ahren bestätigt. Keine unangenehmen Nebenwirkungen. Haben auch Sie Vertrauen und machen Sie noch heute [einen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal! Gießen, Liebigstraße 73 Oktober 1939 sollte: 2. ob die interessierten Länder im lüft davon. Karl Straßner als der ^aupttäter hatte außerdem in noch einer Wohnung jenes Ortes Sachen entwendet. Starke Schneefälle in Oberitalien. Die starken Schneefälle der vergangenen Tage haben in der Landwirtschaft und besonders in den noch nicht abgeernteten Weingärten Ober- Italiens schwere Schäden verursacht. Bei Mol- veno in der Provinz Trient wurde eine Straße durch eine gewaltige Steinlawine verschüttet. Dor Monatsfrist wird mit der Wiederaufnahme des an dieser Stelle vollständig unterbrochenen Straßenverkehrs nicht gerechnet werden dürfen. Im i ft r i s ch e n Karst wurde eine Frau an einer Autostraße erfroren aufgefunden. In Toscana auf den Apenninen Emilias und Umbriens hat es weiter stark geschneit. Taifun verwüstet eine mexikanische Stadt. Ein heftiger Taifun hat die Stadt Porto Val- [ arta'im Staate Jalisco verwüstet. Siebzig Raufer wurden zerstört. Es find auch zahlreiche Opfer an Menschenleben zu beklagen. Der Straßenbahnoerkehr zwischen Eupen und Aachen, der seit Kriegsausbruch unterbrochen war, ist am 27. Oktober wieder ausgenommen worden. 1900 — Großen-Buseck 2:1. Bei diesem Spiel zeigte es sich wieder einmal deutlich, wie launisch das Fußballglück ist. Denn nicht die Blau-Weißen, sondern die Gäste aus Großen-Buseck hätten nach dem Verlauf des Spieles bis zur 75. Minute eine Führung verdient gehabt, die den Sieg hätte einbringen müssen. Der 1:0-Stand, der bis dahin erzielt wurde, reichte dann nicht mehr aus, um dem Endspurt der Pla^ besitzer standzuhalten, und so kam es dann noch zu einem 2:1-Sieg der Blau-Weißen, den die Gäste auf Grund ihres guten Spieles ebenso verdient gehabt hätten. Von Beginn an konnten die Platzbesttzer gegen die kraftvollen Unternehmungen der Gäste keine gleiche Handlung entgegenstellen, und so kam es, daß die Großen-Busecker das Spielgeschehen über die ganze Zeit der ersten Spielhälfte angaben. Nach der Pause erhoffte man dies bei den Blau- Weißen, zumal jetzt der Wind als Bundesgenosse vorhanden war. Es blieb jedoch bei der Hoffnung, denn die Gäste ließen auch jetzt nicht nach in ihrem Tatendrang. Ja, als sie bei einem Fehler der blau-weißen Hintermannschaft durch den Halblinken zum Erfolg kamen, steigerte sich ihr Eifer noch mehr und während dieser Zett sah es manchmal bedenklich aus um die Platzbesitzer. Dies dauerte bis zur 75. Minute. Da erwachte bei den Blau-Weißen Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, hat die Seefliegerver- bände auf Sylt besichtigt und ihnen für ihre hervorragenden Leistungen und ihre ständige Einsatzbereitschaft seine Anerkennung ausgesprochen. * Staatssekretär Bohle sprach dem Botschafter der Sowjetunion in Berlin, Herrn Schkwar« 3 em, den Dank der Reichsregierung für die freundschaftliche Unterstützung aus, die seitens der Sowjetbehörden deutschen Seeleuten und Ausländsdeutschen zuteil wurde, die über Sowjetrußland ms Reich zurückgekehrt find. Die belgischen Gerichtsbehörden haben die französische Wochenzeitschrift „Marianne" in ganz Belgien beschlagnahmen lassen aufgrund gewis- fer Illustrationen, die üble Beleidigungen gegen Deutschland darstellen. * Die Reichsmusikkammer hat 10 0 0 Mundh ar° monikas und 1000 Schallplatten, öie ihr aus Kreisen der deutschen Musikinstrumenten- wirtschaft zugingen, der Wehrmacht zur Ver- sügung gestellt. Die Verteilung der Spende erfolgt im Einvernehmen mit den zuständigen militärischen Dienststellen. Die in Lemberg tagende Nationalversammlung der West Ukraine beschloß em- stimmig die Eingliederung der Westukrmne m hie Sozialistische Sowjetrepublik der 4-Sitzer, Kabriolett, Ford Köln, fast neu bereift, la Läufer, steuerfrei, preiswert zu verkaufen. August Kliehm, Nieder-Florstadt Fuhrunternehmer 6541D Telephon Reichelsheim 102. f PQLQST Giessen fatoing In reizvollen Rahmen des wirbelnden Münchner Faschings ergeben sich hier lustig-heitere und wehmütig-besinnliche Momente, deren dramatische Kraft jedes Herz berührt! Darsteller: Karin Hardt ♦ Hans Nielsen Hilde Körber ♦ E. F. Färbringer Gusti Wolf * Gustav Waldau Kunsthriil-Priiluni (Geschäfts- Stenographenprüfung) bei der Industrie- u. Handelskammer Gießen am Sonntag, dem 5. November 1938, vorm. 9 Uhr, in den Räumen der Öffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Wernerwall 11-15. Anmeldevordrucke sind bei der Industrie- und Handelskammer Gießen erhältlich. Die Prüfungsgebühr von RM. 2.00 ist mit der Anmeldung auf Postscheck-Konto Frankfurt am Main, 61599 zu überweisen. Spätester Anmeldetermin Dienstag, 2. Nov. 1989. 6606D Suche für sofort MM für Geschäft und leichte Hausarb. Wilh. Eisner Bad-Tlauheim Karlstr. 19 «sgM Schweres Grubenunglück in Schottland. Die Direktion der Fife Coal Company gibt bekannt, daß sich in der V a l l e y s i e l d - G r u b e in Schottland um 0.40 Uhr eme S ch l a g w ett e r - katastrophe ereignet habe, wobei 33 Mann i h r L e b e n v e r l o r e n. 16 Tote konnten bereits geborgen werden. Todesurteil wegen Plünderung. Durch Sondergericht in Kaiserslautern wurden die 30 bzw 27 Jahre ölten Brüder Karl und Wilhelm Straßner, ersterer aus Dügingen, der andere aus Brebach, gemäß dem Antrag des Staatsanwalts wegen Plünderung im fr e i g e =■ machten Gebiet zum Tode und lebenslänglichem Ehrverlust verurteilt. Der mit ihnen gemeinsam an der Plünderung einer verlassenen Wohnung am Stahlhammer bei Saarbrücken beteiligte 32sah- riqe Arthur Dier aus Güdingen, gegen den eben- falls Todesstrafe beantragt war, kam unter Anwendung der Bestimmungen der Verordnung wegen Diebstahls unter Ausnutzung der durch den Kriegszustand geschaffenen besonderen Umstande mit a ch t Jahren Zu chthaus und fünf Jahren Ehrver- Der Reichsminister des Innern hat mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Regierungspräsidenten in Danzig den Polizeipräsidenten Herrmann aus Dresden, in Bromberg den Polizeipräsidenten Palten aus Gleiwitz, m Posen den Staatsrat Böttcher aus Danzig, in Hohensalza den Landrat Dr. Burkhardt aus Fulda, in Kalifch den Oberbürgermeister U e b e l h o e r aus Naumburg und in.Kattowitz den Ministerialdirigenten Springorum aus dem Reichsmimsterium des Innern beauftragt. Mit den Dienstgeschäften des Regierungspräsidenten als allgemeinen Vertreter des Reichsstatthalters in Danzig-Westpreußen wurde Senatsvizepräsident Huth, in Posen Senatspra- sident Ministerialdirektor a. D. Jäger Um das Schicksal der Olympischen Spiele 1940. Der belgische Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Henry Graf Baillet-Latour, gab über die Durchführung her XII. Olympischen Spiele 1940 eine Erklärung ab. Er führt darin aus, daß alle Meldungen über die Absage her Olympischen Spiele verfrüht sind. Vielmehr geht aus den letzten aus Finnland kommenden Nachrichten klar hervor, daß das Finnische Olympische Komitee nach wie vor bemüht ist, das große Weltsportfest mit internationaler Teilnahme zu feiern. Bis auf das Schwimmstadion, das erst im kommenden Frühjahr fertiggestellt werden kann, sind alle übrigen Bauarbeiten so weit gediehen, daß die Olympischen Spiele jeden Tag beginnen können. Präsident Baillet-Latour hat aus diesem Grunde eine schriftliche Umfrage an die JOK.-Mitalieder gerichtet und ym die Deant- roartung der folgenden beiden Fragen gebeten: 1. ob sie der Meinung sind, daß es zweckmäßig wäre, die Spiele im kommenden Jahre stattfinden zu lassen, wenn der Krieg noch nicht beendet fein | General Bernardino Bilbao, Kommandant des bolivianischen Heeres und einer her Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl mit Unterstützung einiger Linksgruppen — darunter her Sozialisten — wurde seines Kommandos enthoben und nach Arioa verbannt, weil er eine Aufstandsbewegung zum Sturz der Regierung organisiert plötzlich jener Geist, der keine Hindernisse kennt. Die Unterlegenheit wandelte sich ins Gegenteil, und nach verschiedenen Kombinationsansätzen hatte man endlich das richttge Verständnis gefunden. Bei einer Flanke von rechts war Kraft II. zur Stelle und sein plazierter Schuß ergab den Ausgleich. Wenig später sah man dieselbe Situation. Abermals war es Kraft II, der eine Flanke kaltblütig zwischen den zwei Verteidigern stoppte und unhaltbar einschoß. Eine glänzende Leistung des Jugendlichen, die für den Sieg ausschlaggebend war! Großen-Buseck stellte eine überaus körperliche Elf ins Feld, die in allen Reihen gut besetzt war. 1900 brauchte lange, um in Schwung zu kommen, erreichte aber trotzdem nicht die sonst gewohnte Leistungskurve. Tv. Krofdorf I — VfV.-Reichsbahn I 0:4 (0:1). Obwohl die Grün-Weißen in Krofdorf gewinnen konnten, so muß doch gesagt werden, daß die Elf mit diesen schlechten Leistungen nicht weiterkommen wird. Die Hintermannschaft war vorzüglich, jedoch schon in der Läuferreihe haperte es, und der Sturm war das Schmerzenskind. Die Krofdorfer stellten eine schnelle, junge Mannschaft, bei der besonders der Torwart und hie Verteidigung zu gefallen wuß« ten. Das Zusammenspiel her Läuferreihe mit dem Sturm ließ zu wünschen übrig. Die Grün-Weißen spielten zunächst überlegen, jedoch scheiterten die Angriffe an her aufmerksamen Hintermannschaft. Nachdem die Krofdorfer ihre Scheu vor dem technisch besseren Gegner überwunden hatten, wurde das Spiel ausgeglichen, und die Hintermannschaft der Grün-Weihen mußte alles aufbieten, um Erfolge der Gastgeber zu verhindern. Kurz vor dem Halbzeit- pfiff fchoß Godglück auf Flanke von Fröhlich den Führungstreffer. Nach dem Wechsel hatten die Platzherren mehr vom Spiel. Bei einem Angriff auf das Krofdorfer Tor konnte her Verteihiger nur mit her Hand abwehren. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kraft sicher. Dieser Erfolg brach den Widerstand der Platzherren, und zwei Minuten später konnte Godglück eine Flanke von rechts zum dritten Tore ein- schießen. Wenig später umspielte Kraft drei Spieler und schoß im Fallen den letzten Treffer. Dann kam Krofdorf wieder stark auf, zu Erfolgen reichte es jedoch nicht. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfälti- gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Aus der Natur* Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde 1900 — Großen-Buseck Krofdorf — VfV.-Reichsbahn Leihgestern — Steinbach Londorf — Großen-Linden Steinberg — Lollar kampflos für Steinberg. Trotz der ungünstigen Witterung kamen bis die Begegnung Steinberg — Lollar alle Spiele zum Austrag. Die Blau-Weihen konnten einen knappen Sieg gegen die starken Bufecker herausholen. Die Grün-Weißen siegten in Krofdorf erwartungsgemäß, doch wehrten sich die Platzherren verzweifelt, lieber- rafcht hat die hohe Niederlage, die die Mannschaft von Steinbach in Leihgestern einstecken mußte. Die Platzherren waren in ganz großer Form. Londorf konnte das erste Spiel gegen die Elf aus Großen- Linden gewinnen und bewies damit, daß in Londorf noch mancher Gegner sttaucheln wird. Lollar trat schon zum zweitenmal nicht an. Kostenlos erhalten Sie das interessante, farbig illustrierte Buch .Der Kampf gegen wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt. Hat Ihnen dieser ein Bruchband empfohlen, dann kommen die zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßt, ohne starren Eisenbügel, und wie viele Leidensgenossen sich mit Hilfe meiner Spezialausführungen sogar geheilt haben. — U.a. schreibt Herr Franz Siegesmund, Glasermeister und Landwüt aus Friedrichshain, am 25. Jan. 1939: „Nachdem ich Ihre Spezial- Bandage 2 Jahre getragen habe, war mein gänseeigroßer Leistenbruch verschwunden, ich trage seit einem Jahr kein Band mehr und kann .mir meinen 48 Jahren wieder die schwersten Arbeiten verrichten. Ich bitte, dies allen Bruchleidenden bekanntzugeben“. — Weshalb wollen Sie sich weiter quälen? Überzeugen Sie sich kostenlos und unverbindlich in: Marburg, Donnerstag, 2. Nov., von 9 bis 11 Uhr, im Hotel Hessischer Hof. Gießen» Donnerstag, 2. Nov., von 3 bis 5 Uhr, im Hotel Ko bet Friedberg, Freitag. 3.Nov., von 3 bis 5 Uhr, im Hotel Deutsches Haus, Nidda, Freitag, 3.Nov., von 9 bis 11 Uhr, im Hotel zur Traube. eeovD L. Rülfing, Spezialbandagist, Köln, Richard.Wagner-Str.18 FinnlaiH seinen Beschluß aus Durchführung der Spiele aufrechterhalten sollte, Mannschaften nach Helsinki entsenden würden. Inzwischen ist schon das Amerikanische Olympische Komitee an Graf Baillet-Latour mit der Bitte herangetreten, die Spiele bei einem Verzicht von Finnland im Jahre 1940 indenVereinig- ten Staaten z u veranstalten. Es wurde gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß in diesem Falle die Spiele in Detroit durchgefiihrt werden sollten. Oer „Club" Meister von Nürnberg-Fürth. Ukraine. ♦ Der Präsident der slowakischen Republik hat die neue slowakische Regierung ernannt, die die gleiche Zusammensetzung aufweist, wie die bisherige Regierung, mit dem Unterschied, daß das Innen- und das Außenministerium von Dr. Dur- canfky verwaltet werden, während bisher das Innenministerium unter Leitung von Dr. Tuka, des nunmehrigen Ministerpräsidenten, stand. * Am Sonntag fanden in der Schweiz Er - ncuerungswahlen für den 187 Mitglieder zählenden Nationalrat statt. In ungefähr der Hälfte der Kantone wurden die bisherigen Vertreter bestätigt. Die endgültigen Ergebnisse werden rm Hinblick auf die mit der Mobilisation verbundenen Erschwerung der Zählung erst in einigen Tagen festzustellen fein. Große Veränderungen sind nicht wahrscheinlich. * In acht Provinzen Siziliens ist der Kampf des Faschismus gegen den Großgrundbesitz in das praktische Stadium eingetreten. Im Beisein der Behörden wurde mit der Aufteilung der L a11 • sundi en begonnen und der Grundstein zu den ersten Gütern der Ansiedler gelegt. * Das spanische Amtsblatt veröffentlicht das Urteil des Militärgerichtshofes von Mellila, der den ehemaligen Oberkommandierenden der rotspanischen Steitkräfte, Jose M i a j a , zu 15 Jahren V e r - bannung verurteilte. Verbunden mit diesem Urteil ist der Verlust sämtlicher Rechte und die Beschlagnahme des gesamten Besitzes. — Mio ja ist nach Mexiko geflohen. Die Nürnberg-Fürther Fußballmeisterschaft wurde am Sonntag im Fürther „Ronhof" zugunsten des 1. FC. Nürnberg entschieden, der von 8000 Zuschauern die Spvgg. Fürth mit 2:1 (1:1) Toren schlug. Anfangs hatten die Fürther Vorteile, und m der 40. Minute kamen sie auch durch einen (Elfmeter zur Führung, aber noch vor dem Seitenwech- sel glich Sold durch Freistoß aus. Schon fünf Mi- । nuten nach der Pause traf Friedel ins Schwarze Falle, daß I und dieser Treffer war zugleich die Entscheidung. TON I) Hinter dem heiteren Aeußeren dieser Komödie tauchen ernste Themen auf, die mit Humor und Scharm, mit Witz und Grazie, zuweilen aber auch mit beißendem Spott und treffender Ironie aufwarten. Darsteller: Otto Treßler, Irene von Meyendorff, Rolf Wanka, Friedl Haerlin, Georg Alexander, Hans Olden, Oskar Sima slundeS’;?.; abends 8,15 Uhr. I MündliÄ können Sie es nurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nur Zeugatb» abschriftev Dem Be- Werbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder nndBewerbungsunter- %gcn müssen zur Ber- metbung oon Verlusten aus bei Rückseite 'Jla> men und Anschrift Del Bewerbers trauen! Erfahrene Moralin sucht IssoM Heinrich Hochstätter Blockstraße 3. Zuverlässige Waschfrau gesucht. 04861 Löberstr. 11 v. Zuverlässiges, in Küche und Hausarbeit erfahren. : MM sofort gesucht. I Swudt, I Gartenstr. 14 iJ Vbkksufe I 1,2 Litern Wim» steuerfrei, zu verkaufen. 6604V Telefon Lick 212 Eine guterhalt. Bettstelle mit guter dreiteiliger Kavok- matratre zu verkaufen. 04859 Ederstraße2VV. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 | Kaufgesuche"] Wioo sowie SüWslllliMe mit Zubehör zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 04862 an den Gieß. Anz. | Vereine Bauer’scher Gesangverein Beginn der FegelmäßigenSiDg- M 1.24 In allen Apotheken Nr. 254 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 30. Oktober (939 Aus oer ©toM Gietzen. Ständig steigende Einlagen bei den Geldinstiinlen Die Abhebungen von den Einlagen erheblich übertroffen^ Fr. ... umhaucht von den balsamischen Düften wo ich ein das also ging ins eng- j.Wag"^ trotzdem einmal Strümpfe sofort Fußbad genom- vor Kälte und schützen ist, ist Unklar- Fleisch- '9 dv 1 Ein- Von Dr. Nebeleinwirkung häufig Ursache für Schnupfen und rheumatische Gliederschmerzen ist. Wer dennoch von einer Erkältung gepackt wurde, soll Sorge tragen; sich ihrer schleunigst wieder zu entledigen. Einfache Erkrankungen können durch kleine Hausmittel behoben werden. Schon aus diesem Grunde wird es gut sein, stets irgend eins der gebräuchlichen Vorbeugungsmittel im Hause zu haben und davon auch schon im gesunden Zustand Gebrauch zu machen. Bei Fieber gehört der Erkrankte sofort ins Bett, wobei möglichst bald die Hilfe eines Arztes heranzuziehen ist; denn Dauer und Verlauf einer Krankheit werden wesentlich beeinflußt von rechtzeitig ergriffenen wirksamen Maßnahmen. Daß ein „Verschnupfter" darauf achten muß, seine Mitmenschen vor Ansteckung zu bewahren (beim Husten und Niesen Tuch vor Mund und Nase, keine gebrauchten Taschentücher herumliegen lassen!) ist eigentlich selbstverständlich, wird aber leider häufig nur zu wenig beachtet. Kinder wird man, wenn irgend möglich, nicht mit Kranken in einem Raum schlafen lassen. Und zum Schluß: es ist richtiger, sich bei schweren Erkältungen einige Tage zu Hause zu halten und sich gründlich auszukurieren, als durch Ausübung seiner Berufsarbeit die Krankheit zu verschlimmern oder auf lange Zeit hinauszuschleppen und mitarbeitende Menschen ständiger Ansteckungsgefahr auszusetzen. Ist doch jedes einzelnen gesunde starke Arbeitskraft wertvollstes volkswirtschaftliches Kapital, das ganz besonders heute in keiner Weife gefährdet lichen Rückhalt Rahmen der haben werden. Der heutige Gesichtswinkel den entsprechenden stnanzwirtschaft- für die Erfüllung ihrer Aufgaben im kriegswirtschaftlichen Erfordernisse Spartag zeigt also auch unter dem Vor allem ist bei groß und klein im Herbst auf lvasserdichtes Schuhzeug zu achten. Durchlässiges Zchuhwerk oder solches mit beschädigten Sohlen darf n den Uebergangszeiten ebensowenig wie in der alten Jahreszeit getragen werden; denn nasse und alte Füße sind nur zu oft Ursache schwerer Erkäl- Underkleidung für kühle Tage, agsüber oft noch mit leichterer men, müssen aber durch Unter- kinen wärmeren Ausgleich für Maßhalten im Heizen (etwa 16 bis 17 Grad Cel- ius) bei Beginn der Heizperiode ist wichtig. Not- oendig ist es auch, beim Heizen für genügend- Luft- euchtigkeit (Tongefäße mit Wasser zur Verdunstung ufstellen!) zu sorgen und beim Reinigen von Ofeneizungen auf möglichst geringe Staubaufwirbelung feuchtes Tuch auf den Aschenbehälter legen beim >iiraustragen!) zu achten. Die feinen herumwirdeln- len Staubteilchen wirken schädlich auf die Atmungsrege und steigern die Empfindlichkeit der Schleim- äute. Für ausreichende Lüftung ist ebenfalls zu argen. Zehn Minuten Durchzug erneuert die verrauchte Luft schneller und wirksamer als die Oeff- rung nur eines Fensters auf längere Zeit. Das schlafen bei geöffnetem Fenster ist sehr gesund; das Zett muß aber so aufgestellt sein, daß den Scblafen- en keine Zugluft trifft. Bei naßkaltem Nebelmetter chließt man besser die Fenster nachts, da die feuchte die zweckmäßigste Erwachsene können Kleidung auskom- Feßler. Mit 87 Abbildungen. Verlag von Alwin Fröhlich, Leipzig N 22. — Das kleine Büchlein hat feine Brauchbarkeit für Unterrichts- und Aufklä- runqszwecke bewiesen. Im Geaensatz zu den meist umfangreicheren einschlägigen Büchern über Gasschutz beschränkt sich der'Inhall auf das unbedingt zum Verständnis auch für den Laien Geeignete, das klar und kurz in leicht faßlicher Frage- und Antwortform dargeboten wird. — In der Sammlung „Spannende Geschichten" (alle 14 Tage ein Heft für 20 Rpf., Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh) erschien Rudolf Schauff: Flieger über Polen. Der Verfasser schildert die Erlebnisse ostpreußischer Flieger, die an allen Brennpunkten gegen Polen eingesetzt waren, insbesondere an der Zerstörung polnischer Flugplätze, wichtiger Eisenbahnknotenpunkte und anderer militärischer Anlagen. Wir hören von den blitzschnellen Angriffen der Sturzkampfflieger und den Lust- kämpfen über Warschau bis zum letzten Einsatz unserer Flieger an der Bzura, wo die Reste der polnischen Armee vernichtet wurden. lifchen Kriegshetzer. — „Gasschutz ... Gashilfe gegen G gase!" Merkbüchlein für Nothelfer bis zum □reifen des Arztes. In Frage und Antwort. Obermedizinalrat Dr. Ruff und Univ.-Prof. (0:1). ’ zemnnen■ i die Elj rfonw'; ch, jedoch er Stum r stellten 1 besonder; I llen vch mit den;. n-Weißenj erten di: annM ntechH< urde bo- schäft M i Erfch! i Halbzeit- Mich den! die M ff aus do- r mit dei wandelt! rstand M nnte @oM Tore eir.-: ei Spiel-!' Dann te reichte 6 das Frühstück ..." „Ist es ein englisches Frühstück?" forschte fassung ist falsch. Nach den geltenden Vorschriften sind vielmehr alle Abschnitte der Brotkarte, auch die großen, beim Brötchenoerkauf anzunehmen. Das bedeutet vor allem eine Erleichterung der Kartenverrechnung in den Fällen, in denen das Frühstück ins Haus geliefert wird und die erforderlichen Kartenabschnitte am Wochenbeginn gleich für die ganze Woche abgegeben werden. Entsprechendes gilt beim Zwieback oder für Knäckebrot. Zu beachten ist nur, daß nach einer Anordnung der Hauptoereinigung der deutschen Getreidewirtschaft auf 100 Gramm Brotkartenabschnitt wegen des Ausbackverlusts nur 92 Gramm Brötchen oder 80 Gramm Zwieback oder 70 Gramm Knäckebrot abzugeben sind. Bei der Fleischkarte sehen die eindeutigen Bestimmungen vor, daß der Verbraucher Fleischwaren, insbesondere Fleisch oder Wurst, ebenfalls auf jeden Kartenabschnitt und nicht nur auf die Teilabschnitte der rechten Seite beziehen kann. Der Reichsinnungsverband des Fleischerhandwerks weist im übrigen darauf hin, daß der bei den Fleischereien von jeher vorhanden gewesene bestimmte Kundenstamm sich durch das Kartensystem vielfach verstärkt und vergrößert hat. Der Stammkunde ist heute in den Fleischereien die Regel geworden. Dennoch braucht der Kunde selbstverständlich nicht die Bestellscheine für seine Reichsfleischkarte und seine Reichsfettkarte in ein und demselben Geschäft abzugeben. Der Fleischermeister darf nicht die Annahme des einen Bestellscheins von der gleichzeitigen Ablieferung des anderen abhängig machen. Neue Tankausweiskarten und Mineralölbezugsscheine. Amtlich wird bekanntgegeben: Die Tankausweiskarten und Mineralölbezugsscheine Serie M verlieren am 31. Oktober 1939 ihre Gültigkeit. Ab 1. November 1939 darf Kraftstoff nur noch auf Tankausweiskarten und Mineralölbezugscheine Serie N bezogen werden. Die Aushändigung der Tankausweiskarten und Mineralölbezugscheine Serie N kann ab Büchertisch. — Der letzte große Abschnitt im Handbuch der geographischen Wissenschaft" (Modem. Verlagsges. Athenaion in Potsdam, herausgeg. von Professor Dr. Klute (Gießen), behandelt das Deutsche Reich. (Professor Dr. W. Volz (Leipzig) schrieb das Einleitungsbapitel.) Die Schilderung bringt uns die Universalität Deutschlands, die Vielfalt dieses Begriffs in wissenschaftlich klarer und konzentrierter Weise nahe. Die gleichzeitig erschienenen Lieferungen aus anderen Gebieten bringen eine fesselnde Darstellung von Professor W. Cred- ner (München) über Hinterindien — besonders aufschlußreich sind die Ausführungen über die Völker und ihre Lebensformen —. In der Fortsetzung des I. Bandes der „Allgemeinen Geographie" baut Professor Dr. W. Behrmann (Frankfurt a. M.) die Grundlagen geographischer Wissenschaft weiter aus. werden darf. Klarstellung um die Brot- und Fleischkarte. In der Praxis sind verschiedentlich noch Kampf i# । Münch^i- „Nein", erwiderte ich energisch, „jetzt lese ich!! Später, wenn ich fertig bin, kannst du das Blatt haben." „Der Maharadscha", meuterte Teresa, „gab der Maharani immer .. „Jawohl,' aber die Maharani hat auch niemals die Zeitung so zerpflückt wie du." „Wenn ich nun", fragte Teresa nach längerem Schweigen, „wenn ich nun nie, nie wieder deine Zeitungen in Unordnung bringe ... gehst du dann auch auf eine einsame Insel, wenn ich sterbe???" Ich versprach es? «k •nig, toutbf bieki! nntJb tnb nodj n endlich jr Flank, sein pli, 9 spaln j war tz hen den einsch°z - die (4 irperW eht nur, koiNM, Wille — Englands Maske i st gefallen (Völkischer Verlag, Düsseldorf.) Als ein Feind der Neutralen und ein wortbrüchiger Partner seiner Verbündeten, svürt der Brite die Vernichtung Polens als einen Schlug ins Gesicht. Der Engländer weiß, daß feine Piratereien an allen Ecken und Enden der Welt vorbei sind. Die silbernen Kugeln der jüdischen Hochftnanz und die heuchlerische Maske der englischen Lords verfehlen chre Wirkung. Die treibende Kraft aller Verbrechen, die England auf fein Schuld ko nto geladen, ist der Jude. Diese Schrift ist volksaufklärend geschrieben und entlarvt die 1 tourbf I ) Tor,» und in en Els, enivech. ^ns H. 'chrvarzr jetbung, Heiken über die Verwendung der Brot- und „ karte aufgetaucht. So sind manche Bäckermeister der Ansicht, Kleingebäck, also Brötchen, könne nur auf die kleinen 50-Gramm-Abschnitte der Brotkarte, Zwieback nur auf bestimmte Abschnitte der Kinder-Brotkarte abgegeben werden. Diese Auf- ungskrankheiten. Bekommen wir alte Füße, so müssen Schuhe und ewechselt, und es muß ein heißes len werden. Daß auch der Kopf ar allem Regen ausreichend zu elbstverftändlich. interessiert. Teresa sah mich gramerfüllt an. „Es wäre englisches Frühstück gewesen", sagte sie traurig, „wenn du nicht darauf bestanden hättest, daß Ma- , , des Sparers ein sehr erfteuliches Bild der Entwicklung, die den Sparern ein neuer Anreiz fein wird, auch weiterhin durch Einlagen bei den Geldinstituten der Wirtschaft zum Nutzen der Gesamcheit immer neue Mittel zuzuführen. Ibdd« tifltr16 oder Ueberkleidung , , die früheren Morien- und kühlen Abendstunden schaffen. fremdartiger Blumen!" Teresa nickt zustimmend. „In köstliche Gewänder gehüllt, mit Perlen und Edelsteinen geschmückt, betritt der Maharadscha nunmehr die Terrasse, — 30. Oktober 1939 bei den Wirtschaftsämtern beantragt werden. Tankausweiskarten für Dieselkraftstoff, die auf Liter lauten, berechtigen zum Bezug der angegebenen Menge in Kilogramm. Die Kraftstoffzuteilung wird nur für lebenswichtige Zwecke erfolgen. Insbesondere wird bei der Erteilung von Tankausweiskarten für Personenkraftwagen der strengste. Maßstab angelegt werden. Von jedem Kraftwagenbesitzer wird erwartet, daß er den Wagen nicht zu privaten Zwecken, insbesondere nicht zum Besuch von Gaststätten, Theatern oder Ausflugsorten benutzt. Auch für berufliche Zwecke dürfen die Wagen nur benutzt werden, wenn das Ziel nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Wer mit Kraftstoff nicht sparsam umgeht, muß erwarten, daß er von dem KrHtstofsbezug völlig aus- geschlossen wird. Vornotizen. Tageskalender für Ittonfag. Gloria-Pala, Seltersweg: „Seinen aus Irland". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fasching". Vergütung für die Inanspruchnahme von Lastkraftwagen. Mit Wirkung vom 1. November 1939 werden durch Runderlaß des Reichsmimsters des Innern die Vergütungssätze für die Inanspruchnahme von Lastkraftfahrzeugen (Lastkraftwagen, Sattelschlepper, Zugmaschinen) und Anhängern auf Grund des Reichsleistungsgesetzes durch Bedarfsstellen außerhalb der Wehrmacht abgeändert. In Zukunft sind für die durch die Fahrbereitschaftsleiter zugewiesenen Fahrzeuge im Güternahverkehr keine höheren Beförderungspreise zu zahlen als sie vor dem 1. September 1939 im freien Wirtschaftsverkehr galten. Jrn Güterfernverkehr bestimmen sich die Vergütungssätze nach den vom Reichsverkehrsminister bestimmten Tarifen. Damit ist dafür Sorge getragen, daß durch die Verknappung der Lastkraftfahrzeuge grundsätzlich keine erhöhte Belastung der Wirtschaft mit Fuhrkosten eintritt. Kaufleute aus den freigemachten Gebieten, meldet Euch! Alle selbständigen Kaufleute aus den fteigemachten Gebieten, die zur Zeit an anderen Stellen des Reichs untergebracht find, werden aufgefordert, sich bei ihrer Berufsorganisation zu melden, ,bre sich mit ihnen in Verbindung fetzen will. Es genügt die Absendung einer Postkarte, die sowohl die Heimatadresse, gls auch die jetzige Anschrift enthält. Diese Meldung ist für die Rückgeführten aus der Saarpfalz an die Wirtschaftskammer Saarpfalz, Abt. Handel, Neustadt/Weinstraße, Schillerstraße 36, zu Fichten. Die Kaufleute werden gebeten, auch Bekannte aufmerksam zu machen. In der Nachricht an die Wirtschaftsbammer ist zu vermerken, ob die Betreffenden zum Einzelhandel, zum Großhandel, zum ambulanten Gewerbe ufw. und zu welcher Fachgruppe sie gehören. Kaninchenzucht zur Verbreiterung der Kleischgrundlage. Der Gießener Kaninchenzuchtverein führte am Sonntag im „Burghof" unter der Leitung seines Vereinsvorsitzenden und Kreisfachschaftsleiters Kreiling eine Tischbewertung durch. An der Tischbewertung, die verhältnismäßig gut beschickt war, kam das sonst bei den Herbstbesichtigungen vorgefundene gute Tiermaterial zur Ausstellung. Die Bewertung führte der bekannte Richter I. H o e v e l, Frankfurt-Schwanheim, durch, der sich Stets muß die Kleidung dem Wetter angepaßt werden. Es ist falsch, immer dick vermummt, in Wolle eingepackt, einherzulaufen; man gerät nur unnötig ins Schwitzen und hat durch jeden gering- ügigen Luftzug einen Schnupfen weg. Notwendig ft es aber, sich durch wärmere Unterkleidung der ühleren Witterung anzupassen. Man muß besonders darauf achten, die Kinder jetzt noch nicht zu warm anzuziehen. Kinder tummeln sich im Freien meist lebhaft herum, sind also der Gefahr einer Ileberhitzung und plötzlicher Abkühlung bei einem Stillstand in ihren Spielen mehr als Erwachsene ausgesetzt. Ein Trainingsanzug, luftdurchlässig und legen Wasser imprägniert, ist *' haradschas füllig wären!" „Schade", seufzte ich. „könnte man nicht hin und wieder ... wo man doch im Orient ein anderes Schönheitsideal ...?" „Es tut mir leid", unterbrach mich Teresa kalt, „der Maharadschah trinkt Tee und ißt dazu frische Brötchen." „Mit Butter und Honig!" schlug ich vor. „Nein", sagte mein Weib rachsüchtig. „Trocken! Ich versuchte, ihr klarzumachen, daß sie den Maharadscha mit dieser Art von Frühstuck grundlegend verärgern würde, aber es war nichts zu machen. Ich schwieg verstimmt. . „Nach dem Frühstück arbeitet er dann em bißchen!" verkündete Teresa. Arbeiten???" fragte ich unangenehm berührt. ''Na ja, regieren und so ..." Teresa machte eine unbestimmte Handbewegung. „Mit allen Perlen?" fragte ich entsetzt. „Gewiß", nickte sie stolz, „ein Kilo Perlen und anderthalb Kilo Diamanten." (Offenbar wollte sie sich nicht lumpen lassen.) -ich stellte mir vor, wie der Arme also geschmückt, mit dem kärglichen Frühstück im Mag-n bei der Hiße regierte, und wunderte mich keinen Augenblick mehr, daß der Mann die Sache satt hatte und auf eine einsame Insel wollte. Ich sagte das Teresa, auch, daß ich die Langmut sP6 Maharadschas bewunderte, weil ich. meinerseits, dies Hundeleben bereits vor dem Mittagessen satt 'haben würde. ., , . c f ' Teresa nahm es übel, sie sagte, ich.1«. faul unb qefräßig und daher unfähig, die, ethischen Ziele ernsthafter Männer zu begreifen. . Begreiflicherweise fühlte ich danach keinerlei Verlangen mehr, die Unterhaltung mit ihr fortzusetzen ergriff die Zeitung und zog mich m einen Sessel u?ück Allwo ich Gelegenheit hatte Bettachtungen über die weibliche Gründlichkeit bet der Lektüre »du h°st nichts banon erwähnt, baß der Maharadscha sich non ber Me t mrücksi-hen will, weil seine Frau gestorben ist. Das verändert boch bi- Sachlage mit einem Schlage. Ich meine, bu solltest bem Mann baraushin Nichts >»«« bi" ich n°ch gar nicht gekommen, zeig mal! Und sie fleckte die Hand aus, um die Zeitung wieder zu entreißen. Der heutige Spartag zur Vertiefung des Spargedankens in unserem Volke läßt die Entwicklung der Einlagen und der Abhebungen bei den Geldinstituten gerade im Hinblick auf die jüngsten 3Jto-- nate besonders in den Vordergrund treten. Das Wo, das sich in dieser Hinsicht im Gießener Wirt- schaftsbezirk bietet, und das in Uebereinftimmung steht mit der Gesamtentwicklung im Reich, ist außerordentlich erfreulich, da es das volle Vertrauen unserer Volksgemeinschaft zur Staatsführung und die disziplinierte Haltung der Sparer und Geldeinleger auch während der politischen Hochspannung und teilweisen wirtschaftlichen Umschichtung im Verlaufe der letzten Monate dokumentiert. Bei einer Umfrage bei den Geldinstituten in Gießen, die für den Gießener Wirtschaftsbezirk maßgebend sind, wurde uns übereinstimmend erklärt, daß sich bei ihnen die Einlagen und Abhebungen in durchaus normalen Bahnen entwickeln. Auch in den bewegten Tagen unmittelbar vor und nach dem Kriegsausbruch hat sich an dem normalen Verlauf des Geschäftsganges nichts geändert. Es wurden zwar in jenen Tagen gewisse Abhebungen vorge- nomme-n, die sich aber in völlig normalem Ausmaß hielten und lediglich dem Zweck dienten, den Erfordernissen des dringlichen Tagesbedarfs zu die- Der Schah in der Handbarnwnika. In den Landorten Lettlands ist es das Ziel des Ehrgeizes manches Bauernburschen, „Harrnonika- König" zu werden. So ein König wird umschmeichelt von den Mädeln und fteigehalten von den Burschen, denn von ihm hängt es ab, ob getanzt werden kann. Die Tänzer sind in den kleinen Dörfern fast ausschließlich auf das „Schifferklavier" angewiesen. Wer das schönste Instrument dieser Gattung besitzt und ihm recht laute Weisen zu entlocken versteht, der ist der „Harmonikä-König" des Gebietes und wird auch von den Nachbardörfern zu Gastspielen geladen. In einem Dorf an der litauischen Grenze hatte kürzlich ein Bauernbursche im Wettstreit um die Königswürde alle Rivalen glänzend geschlagen. Er hatte es sich fteilich auch etwas kosten lassen, war nach Mitau gefahren und hatte dort in einem jüdischen Kramladen das größte Instrument — garantiert ausländisches Fabrikat — erstanden. Die Inhaberin hatte ihm einen ansehnlichen Preis angenommen und dabei geschworen, ihr Mann werde sie bei der Heimkehr von feiner Geschäftsreise verfluchen, weil sie das „Prachtinsttu- ment" so billig abgegeben habe. Unser Harmonikakonig feierte beim Tanzvergnügen Triumphe, aber mitten im rasenden Polkawir- bel gab es ein Unglück. Ein temperamentvolles Paar kam ins Rutschen und riß den Spieler um. Ein kräftiger Stiefelabsatz zerstörte das fchöne Instrument, und wütend hob der „König" die Trümmer seiner Harmonika vom Boden auf. Aber da gleißten und glitzerte es in dem offenen Balg. Wahrhaftig, da kamen sechs mit kleinen Brillanten besetzte goldene Damenuhren zum Vorschein. Die ganze Tanzgesellschaft bewunderte den Schatz. Zum Unglück für den Harmonikaspieler war auch der Gemeindevorsteher dabei, der mit strenger Amtsmiene erklärte, die Uhren seien offenbar Schmugglerware und hiermit polizeilich beschlagnahmt. Der Jude im Mitauer Kramladen schwor beim Erscheinen der Obrigkeit hundert heilige Eide, daß er keine Ahnung von dem Schatz in der Harmonika gehabt habe. Er warf dabei aber recht grimmige Blicke auf seine Frau. Die hatte also doch recht gehabt mit der Voraussage, daß ihr Mann sie. wegen des , Verkaufs verfluchen werde. Ndz. , nen, wie er sich im Zusammenhang mit mancherlei notwendigen Anschaffungen von selbst ergibt. Die Einlagen bei den Geldinstituten flössen unverändert weiter, und sie haben sich gerade seit Anfang September ununterbrochen gesteigert, sodaß sie, da die Abhebungen sich weiterhin in normalen und engen Grenzen halten, diese erheblich übersteigen. Die Entwicklung bei den Geldinstituten ist also ausgesprochen stabil und gibt allen Anlaß, dem weiteren Geschäftsverlauf mit aller Zuversicht ent-, gegenzusehen. Der ständige Anstieg der Einlagen bei gleichzeitig weit geringeren Abhebungen gewährleistet eine Geldflüssigkeit, die für das- Wirtschaftsleben auch im Gießener Bezirk fruchtbare Auswirkungen erwarten läßt und die Gewähr bietet, daß unsere heimischen Betriebe zu jeder Zeit bei den Geldinstituten ' als Jahreszeit der Erkältungen. Husten und Schnupfen, Heiserkeit, Verschleimung und Entzündung der Lungen sind die gefürchtesten Herbstkrankheiten. Mancher meint zwar, er müsse Husten und Schnupfen als unvermeidliche Begleiterscheinung der Uebergangszeit hinnehmen, nimmt also einen „harmlosen Schnupfen" geduldig in Kauf und bemüht sich nicht einmal, durch vernünftige vor- Ibeugende Maßnahmen solche Saisonkrankheiten zu vermeiden. An sich ist nämlich auch ein Schnupfen durchaus nicht eine so „harmlose" Erkrankung. Maa er auch vielen Menschen nicht mehr als ein lästiges liebel sein, das schnell vorübergeht, so werden doch andere von ihm bis zur schweren fieberhaften Entzündung befallen. Mag von dem Einen die schwächende Wirkung eines Schnupfens sehr schnell überwunden werden, so hat ein anderer sich sehr lange mit den nachteiligen Folgen zu plagen. Und die ansteckende Wirkung eines Schnupfens ist jedem zur Genüge bekannt, sei es nun, daß man in der Familie, in der Schule oder im Büro seine „Wanderschaft" zu beobachten Gelegenheit hat. Der Maharadscha. Von E. Lechner Teresa saß auf dem Teppich und las die Zeitung. Sie las sie in der verabscheuungswürdigen 8lrt, in der Frauen Zeitungen zu lesen pflegen, d h. sie warf die einzelnen Blätter durcheinander, wühlte ein bißchen darin und verstreute schließlich alles rings auf dem Fußboden. Es ist erstaunlich, was eine Frau auf diese Weise aus einer einzigen Zeitung zu machen versteht. Teresa also las eine Zeitung. 1 „Jackie", sagte sie plötzlich, „der Maharadscha von Gastar will Einsiedler werden! Er verhandelt bereits über den Ankauf einer einsamen Insel im büd-Atlantik!" Ich warf einen wehmütigen Blick auf die zerrupfte Zeitung, überdachte blitzschnell die zukünftigen Chancen des Maharadschas hinsichtlich seiner Leitungen und nickte anerkennend. „Sehr vernünftig von dem Mann!" Ich zuckte die Achseln um anzudeuten, daß ich ts nicht wisse. „Hach", seufzte Teresa, „so'n Maharadscha hat toch den Himmel auf Erden!" „Soo ...?" „Jedes Kind weiß das!" belehrte mich mein 'Reib. „Beispielsweise die Elefanten, biß. er jeden ■ borgen reitet, während andere Leute ins Büro wüsten ... Weiße Elefanten, mit rotem Leder auf- S-zäumt ... Dazu die Dschungel im Glanz „der Morgensonne ... mit Orchideen und Kolibris!" Ich stellte mir vor, wie der' Maharadscha da so Morgen für Morgen herumritt und fing an, die Tuche nicht übel zu finden. „Nach Hause zurückgekehrt, habet der Maha- wbscha seine schlanken, braunen Glieder ..." „Wieso schlank?" unterbrach ich Teresa, „Ma- i fjoradschas sind füllig!" „Meine find schlank!" erwiderte sie streitsüchtig. , „Sei nicht unvernünftig, mein Juwel", mahnte ich; „jedermann, der etwas davon versteht, weiß, dvß Maharadschas füllig sind; man darf die Phan- ; ta'ie seiner Zuhörer nicht überanstrengen! , Teresa schmollte. „Also gut: Der Maharadscha tobet seine braunen Glieder in einem weißen Mar- inarbassin; es liegt, vom Sonnenlicht, übergossen, s inmitten schatttger Gärten!" „So", sagte Teresa pikiert, „bu findest vernünftig." „Gewiß", erroiberte ich, „auch Karl V. fitöfter!" Teres« raschelte kampflustig mit dem, was sie aus b:r Zeitung gemacht hatte. „Wo kämen wir da hin", rief sie, ohne sich weiter bei Karl V. aufzu- Allten, „wo kämen wir da hin, wenn jetzt schon bie Maharadschas anfangen wollten, sich von ber | 35>elt zurückzuziehen?" bei i. und imeri ngen sehe Hilk »desTogi ’n bestätig4 icbemg koni^ e leicht^ i läßt. >DsgenS ranz®. sFnffi lhre»K 'd SA lobend über das fm Gießener Verein gehaltene Zuchtmaterial aussprach. Da jetzt viele Volksgenossen zur Kaninchenzucht übergehen, hat der Verein eine Vermittelungsstelle eingerichtet, die von dem Vereinsvorsitzenden Kreiling geleitet wird. Durch diese Vermittelungsstelle werden alle, die eine neue Zucht beginnen wollen, beraten. Die Voraussetzungen für die Zucht sind eigene Futtergrundlage und saubere unter Berücksichtigung von Licht und Luft erstellte Stallungen. Die Verbreiterung der Kaninchenzucht ist erwünscht. Der Gießener Verein hat eine große Anzahl von Zuchtrammlern der anerkannten Wirtschaftsrassen für die Zucht 1940 in Station gegeben, die auch den Nichtorganisierten Kaninchenhaltern zur Verfügung stehen. Die Mitglieder stellen außerdem reichliches und gutes Zuchtmaterial an Häsinnen der Wirtschaftsrassen für die Weiterzucht zur Abgabe bereit. Bei den Herbststallbesichtigungen, die von zwei Stallkommissionen durckäefüyrt wurden, ergab sich die erfreuliche Tatsache^daß der Verein über zahlreiche sehr gute Zuchtstämme der Wirtschaftsrassen (Angora, Deutscher Widder, Groß- und Klein-Chinchilla, blaue und weiße Wiener) verfügt. Die Stallschauen haben sich bestens bewährt und sind dankbar ausgenommen worden. Neben den Fütterungs- und Zuchtfragen wurde besonders den Vorschriften der Reichsfachgruppe über die gesundheitsdienliche Anlage und die Pflege der Stallungen starkes Interesse zugewandt. Aus diesem Grunde wurden auch die vorschriftsmäßigen Futtergefäße und Raufen einer Besichtigung unterzogen, es wurde auch auf das Vorhandensein der nötigen FeÜspcmner gesehen. Nach einer Verordnung ist der Kaninchenzüchter verpflichtet, sofort nach dem Abziehen das Fell auf- zuziehen und es faltenlos und gut zu trocknen. Spätestens nach drei Wochen ist das Fell dem Fell- fammler des Vereins zum Kauf anzubieten. Der Zweck dieser Maßnahme ist, alle Felle zu erfassen. Die gleichen Vorschriften gelten für die Ablieferung der Angorawolle. Höhere Lebensmittelrationen für die Hackfruchternte. Für die Landarbeiter und ihre Angehörigen, die in der Hackfruchternte tätig sind, hat der Reichs- ernährunasminister wegen der außerordentlich schweren Arbeit, die das Einbringen der Hackfruchternte darstellt, zusätzliche Rationen an Brot, Fleisch und Fett angeordnet. Diese Rationen erhalten alle in der Hackfruchternte tätigen Personen, soweit sie nicht Selbstversorger sind. Die zusätzlichen Rationen belaufen sich je Woche auf 1400 Gramm Brot oder 900 Gramm Brot und 375 Gramm Mehl. An Fleisch oder Fleischwaren werden je Kops und Woche 500 Gramm zusätzlich bewilligt, an Fett 62,5 Gramm Margarine, Kunstspeisefett, Pflanzenfett oder Speiseöl und 62,5 Gramm Schweineschmalz, Fett oder Talg. Wer Anspruch auf diese Zulagen hat, muß dem Ernährungsamt eine entsprechende Bescheinigung des zuständigen Ortsbauernführers vorlegen. Zehn Gebotene! Feuersgefahr. Hausfrauen helft mit Papier sparen' Nicht nur auf die Geschäftsleute, sondern auch auf die Käufer kommt es an, daß der Papierverbrauch auf das Notwendigste beschränkt wird. Diele einsichtsvolle Hausfrauen haben ihren praktischen Einkaufskorb wieder hervorgeholl und eine Schüssel für Sauerkraut und ähnlich leicht durchfeuchtende Waren darin untergebracht. An diejenigen Hausfrauen, die das bis jetzt noch nicht getan haben, wenden wir uns heute. Beim Kleineinkauf von Kartoffeln kann der Käufer nicht verlangen, daß hierbei noch eine Tüte mitgeliefert wird, dasselbe gilt auch für das Einwickelpapier bei Sauerkraut usw. Ueberhaupt sollte die Hausfrau sich daran gewöhnen, gut erhaltene Tüten beim nächsten Einkauf wieder mitzubringen. Wie unnötig ist das Einpacken der Brötchen in eine Tüte. Hier könnte der Verbrauch auch verringert werden, indem man dem Bäcker dafür einen Stoffbeutel gibt. Ebenso könnte man das Frühstücksbrot für die Kinder anstatt in ein Butterbrotpapier einzuschlagen in einer Aluminiumdose mitgeben. Wenn alle Hausfrauen sich hieran beteiligen, kann eine Menge Papier gespart werden. ** Dienstjubiläum bei der St ad t Gießen. Gestern konnte der Monteur Philipp Lenz auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 25 Jahren bei den Stadtwerken zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde der Jubilar für seine langjährigen treuen Dienste im Kreise der Arbeitskameraden geehrt und erhielt neben der Treueprämie ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters. ** Kurzschriftprüfung bei d er Industrie« und Handelskammer Gießen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen^ teilt mit, daß die nächste Geschäfts-Stenographenprüfung am Sonntag, 5. November, stattfindet. Lebende Motoren. Vortrag von Prof. Or. Bürker. Dor einer stattlichen Zuhörerschaft, die sich gestern vormittag im Hörsaal des Physiologischen In- stituts einfand, hielt der frühere Direktor des Phy- siologischen Instituts, Prof. Dr. B ü r k e r, einen Vortrag über das Thema: „Lebende Motoren". Er wollte damit jene Wunderwerke verstanden haben, die den menschlichen Körper (und im weiteren Sinne den Organismus aller tierischer Lebewesen) lebensfähig und in Bewegung halten: das Herz und die Muskeln. Der Redner zeigte zunächst in anschaulicher Gegenüberstellung die Unterschiede auf, Die von i Material, Bau, Wirkungsgraden und effektiven Leistungen her zwischen den Maschinen und Motoren bestHen, die menschlicher Erfindungsgeist schuf, und jenen Motoren, die die Natur im organischen Körper geschaffen hat Anschaulich schilderte er diese Unterschiede: hier härtester Stahl, dort Eiweiß und Wasser, sowie einige andere Substanzen; hier große Energieverluste durch Wärmeentwicklung, dort günstigstes Verhältnis zwischen aufgewandter Energie und tatsächlich geleisteter Arbeit bei einer Temperaturerhöhung von nur einigen tausendstel Grad; hier kompliziertes technisches Aufgebot, dort empfindsamste und zuverlässigste Selbststeuerung! In allgemein verständlichen Darlegungen wandte sich der Redner dann ausschließlich dem menschlichen Herzen zu, schilderte dessen Aufbau, den Ablauf der Funktionen, die Aufgaben des Herzens, den wunderbaren Zusammenklang der Arbeit des Reizbildungs-, Reizleitungs- und des Triebsystems und gab schließlich seinen aufmerksamen Zuhörern an Hand einiger Zahlen von der unerhörten Kraft- leiftung Kenntnis, die vom menschlichen Herzen innerhalb von 24 Stunden bewältigt wird. Bei täglich rund 100 000 Schlägen des Herzens vollbringt dieses wichtigste Organ im menschlichen Körper eine Kraftleistung, die genügen würde, runb 20 000 Kilogramm einen Meter hochzuheben. Professor Dr. B ü r k e r erläuterte weiter in vielen Einzelheiten den Aufbau und die Wirkungsweise sowohl des „glatten Muskels", als auch der „quergestreiften Muskeln" und deren Steuerung durch das Nervensystem. Man hörte dabei auch von den 332 nach Form und Zweck verschiedenartig gebauten „quergestreiften Muskeln", über die der menschliche Körper verfügt und durch die jegliche Bewegung des menschlichen Körvers betätigt wird. Der Redner erläuterte ferner Den grundsätzlichen Unterschied zwischen unwillkürlich und willkürlich arbeitender Muskulatur, ließ erkennen, wie sich Der Ablauf der Arbeitsleistung innerhalb eines Muskels gestaltet, wie er ruhende Energie • auf chemodyna- mischem Weg in arbeitende Energie umsetzt, wie aufgebrauchte Stoffe abgebaut, ausgeschieden und wieder ergänzt werden. Schließlich erfuhr man noch davon, wie die Muskeln jeweils entsprechend den gestellten Anforderungen ihre Leistungsfähigkeit zu steigern oder herabzusetzen vermögen. Mit besonderem Interesse verfolgte man die Darlegungen des Redners über die vielseitigen Möglichkeiten der künstlichen Einflußnahme auf die Tätigkeit des Herzens bzw. der Muskeln durch Gifte, durch elektrische Reize (Förderung oder Lähmung der Tätigkeit) und die Antwort der Muskulatur auf diese künstliche Beeinflussung. Im Zusammenhang mit dem Dortrag brachte Prof. Dr. Bürker unter der Assistenz von Fräulein Mühlberger einige Vorweisungen und Versuche, die das gesprochene Wort ergänzten. Mit Bewunderung verfolgte man die energische Arbeit eines Froschherzens, das außerhalb des Tierkörpers in uneingeschränkter kraftvoller Funktion gehalten wurde. Abschließend wies der Vortragende nochmals auf die unvergleichbaren Unterschiede hin, die zwischen der durch Menschengeift geschaffenen Maschine und den natürlichen Motoren bestehen, unD forderte zur Ehrfurcht vor den Wundern der Natur auf, die in unserem Körper vereinigt sind. Aus her engeren Heimat. Es ist eine alte Erfahrung, daß viele Leute bei Feuersgefahr verwirrt werden, den Kopf verlieren und gerade das Gegenteil von dem tun, was in einer derartigen Lage richtig ist. Es kann daher nicht schaden, sich immer wieder folgende Gebote vor Augen zu halten: 1. Ruhe bewahren und vernünftig handeln. 2. Die" Feuerwehr sofort alarmieren. 3. Brennende Raume dicht ab schließen. 4. Bringe zwischen den Brandherd und dich selbst möglichst geschlossene Türen 5. Die Türen nach der Treppe stets geschlossen halten. 6. Ist der Weg über die Stiege unbenutzbar geworden, bann Zurückbleiben. 7. Gefährdete Personen zeigen sich der Feuerwehr am Fenster. 8. Niemals auf Zuruf des Publikums herabspringen, sondern nur die Anordnungen der Feuerwehr befolgen. 9. In verqualmten Räumen auf den Fußboden kriechen, nasses Tuch vor Mund und Nase. 10. Brennende Personen am Fortlaufen hindern, zu Boden werfen und wälzen. Ihre Kleidung nicht abreißen, sondern mit anderen Kleidern oder Decken fest umhüllen, dann begießen. Schließlich: umgehend den Arzt rufen! Kreisleiter Hans Semmel f. NSG. Am Freitagabend erlag auf dem Bahnhof Bad-Nauheim der Landrat des Kreises Usingen und Kreisteiter e. h. Hans Lommel, Usingen, einem Herzschlag. Der Gau Hessen-Nassau hat damit einen der ersten nationalsozialistischen Vorkämpfer verloren. Er betrauert mit diesem Verlust einen der vorbildlichsten und mutigsten Gefolgsch'astsmänner Adolf Hitlers und einen der frühesten und aktivsten Mitarbeiter unseres Gauleiters. Hans Lommel wurde am 14. Juni 1874 zu Hirzenhain (Kreis Dillenburg) geboren. Nach Absolvierung des Humanistischen Gnmnasiums studierte er Medizin und erlangte im Jahre 1901 die Approbation als Arzt. Den Weltkrieg machte er als Frontsoldat und Militärarzt mit. Für feinen Einsatz erhielt er bereits im September 1914 das Eiserne Kreuz II. Klasse. Nach dem Zusammenbruch des Reiches war er einer der ersten Männer, die zur Front des Widerstandes gegen das System gehörten. Im Jahre 1924 nahm er mit der nationalsozialistischen Bewegung Fühlung und trat im Jahre 1928 der Partei bei. Als Ortsgruppenleiter und Kreisleiter hatte er sich in feinem Kreise Usingen als unermüdlicher, stets einsatzbereiter und immer helfender Nationalsozialist den Rang eines wirklichen politischen Führers erringen können. Im Jahre 1931 kam er in den Kommunallandtag, 1932 in den Landesausschuß, tm Jahre 1933 wurde er in den Reichstag gewählt. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Landrat des Kreises Usingen ernannt. Bis zum Jahre 1937 war er KreisLeiter und Landrat des Kreises Usingen. Bei der dann durchgeführten Trennung der Partei- und Staatsämter unseres Gaues gab er die politische Führungsstelle SlkLrsiiMöerMSk Roman dos WaltDcr Rlotpfcr (oporighi by Carl Dunffcr Verlag / Berlin v 62 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,^)ier nimm", sagte Riele hastig, „du kannst alles haben. Fühle nur, wie schwer! Persianer kleidet mich so nicht. Auf der Sparkasse sind leider nur 420 Mark: die Krankheit hat mich ein bißchen hineingerissen. Sieh, und da dieser Ring; die Brosche ist von Mutti, wer trägt setzt noch Granat, nimm nur, ich gebe es dir gern", sprudelt sie heraus und steht ausgepackt da, und das viele Zeug will ihr entgleiten. „Wie gut du bist, Riele", sagt er; sonst nichts. Er ist tief ergriffen von dieser spontanen Bereitschaft, zu helfen, obwohl die Mittel unzulänglich und ein wenig lächerlich sind. „Es ist besser wie nichts. Du mußt dich nur bemühen, das Zeug gut zu verkaufen. Nicht wahr?" „Ich fürchte bloß, es wird nicht ganz reichen, Riele , meint er zart und voll Schonung. Mit den paar hundert Mark, die schnellstens herauszuschlagen sind, ist ihm nicht gedient. „Denkst du?" kommt es enttäuscht aus ihrem Mund; denn Umgang mit Gelddingen ist ihre schwache Seite. „Laß nur, Riele. Behalte deine Sachen. Das wäre ja noch schöner. Vielleicht fällt mir noch ein anderer Ausweg ein. Wenn nicht, dann freilich..." „Du siehst zu schwarz, Franz. So einfach, wie sich das dieser Herr Friedrich vorstellt, geht die Chose nicht. „Gerichtliches Vorgehen", schreibt er. Mit dem Krankenhaus, fürchte ich, wird er sich hart tun. Das ist doch eine gemeinnützige Anstalt. Der droht halt. Du schreibst ihm, daß Du in Verkaufsverhandlungen stehst und nach Abschluß derselben bezahlen wirst. Das Palaver ist aus. Im schlimmsten Falle gibt es ein wochenlanges Hin und Her. Ich kenne das von Großmama her, da war mal so eine Geschichte mit Bildern. Es ist alles halb so arg, wie du es dir cms- malst, Franz." Was da Riele vorbringt, leuchtet ihm ein. An- genehmes glaubt man so gern. Ein ekelhafter Blutsauger, dieser Friedrich! Der schindet die Laus aus dem Balg. „Willst du ein Gläschen Likör, Franz? Eine Zigarette?" „Nein, danke, sehr freunblid) von dir. Ich möchte jetzt heimgehen und diesen Brief schreiben, wenn du aeftatteft", sagt er, aus Gedanken aufgescheucht. Dieser aufschubheischende Brief ist eine glänzende Idee von Riele! Leidlich beruhigt wegen Friedrich und in liebebedürftiger Verfassung macht er den Vorschlag, sich heute abend irgendwo zu treffen und eine schlichte Tasse Kaffee zu trinken. Es soll ein nettes, kleines Lokal sein, wenn möglich, ohne Musik, und seinen Sparprinzipien angemessen. Kurz nachher verabschiedet er sich und küßt Riele erst hinters Ohr, dann auf den Hals und schließlich auf den Mund. „Servus, Riele! Auf Wiedersehen!" Wie alle Menschen, die nicht pessimistisch und geldverknöchert sind, hat er eine bedrohliche Situation rasch vergessen. Die Fabri, alleingelassen und plötzlich fröstelnd, schließt das Fenster; denn es will regnen. Den Geschmack seiner Küsse noch auf den Lippen, wirft sie sich auf Die Couch und beginnt zu grübeln. Sie muß sich in einem wahren Dschungel von Neuigkeiten zurechtfinden. Franz, den sie bislang für wohlhabend gehalten hat, steckt also in Schulden. Hm. Er tut ihr leid, natürlich, sehr sogar — aber anderseits ergibt die Erkenntnis feiner Schwierigkeiten auch eine völlig neue Lage, der sie mit großem Mißbehagen gegenübersteht. Ein verschuldeter Franz kann einer anspruchsvollen und verwöhnten Fabri nicht die Existenz bieten, die ihr vorschwebt. Darum also war er so seltsam in Der letzten Zeit! Armer Franz! Sie hat ihn gern, gewiß, wenn auch nicht mehr so stark wie früher, und sie bemitleidet ihn. Dann bemitleidet sie sich selbst und weint ein Stückchen, weil sie das erleichtert. Sie macht sich die Zukunft klar. Sie wird mit ihm in engen Verhältnissen dahinleben, eine unscheinbare Arztfrau sein, und ihre ehrgeizigen Filmträume fliegen auf einer purpurroten Wolke davon. Sie wird keine Karriere machen und Nicht gefeiert werden, sondern nämlich Patienten fragen, ob sie den nassen Regenschirm nicht in der Diele abstellen möchten. Sie wird immer unglücklicher, während sie das alles denkt und ausspinnt, sie läßt ihre Tränen reichlicher fließen, große, ausschwemmende, unaufhaltsame Tränen, sie schluckt und einmal sagt sie ganz laut vor sich hin: „Wenn das nur gut geht!" Ms Severin in feine Pension kommt, nimmt er ein Bad, ärgert sich über die unreinliche Wanne, Dann geht er zu Frau Pickelmann in die Küche und bittet um linte. Denn er will an Friedrich schreiben. „Hier ist Dirrte", sagt die Pickelmann kauend; denn sie ist von ihrem Nachmittagskaffee aufgestö- bert worden. „Ich glaube, Sie werden Wasser zu- gießen müssen. Darf ich Ihnen gleich die Rechnung geben? Meine Gäste zahlen stets halbwöchentlich? Severin zieht die Brieftasche und gibt Der Frau ehren 50-Mark-Schein. „Wenn einer prompt ist, das freut mich. Aber ich kann nicht herausgeben. Kleiner haben Sie es nicht? Schön, dann muß ich wechseln lassen. Mn gleich wieder da." Sie dind-et die Schürze ab und läuft zum Bäcker an Die Ecke. Aber Der hat auch kein Kleingeld, und so muß sie zum Postamt, das in Der nächsten Straße ist. Sie hat den Grundsatz: wenn einer zahlen nriü, ja nicht Hinzögern! Der Schalterbeamte betrachtet die sehr neue Banknote, setzt seinen Zwicker auf, betrachtet wieder und erklärt: „Falsch! Da haben Sie sich anfchmie- ren laffen. Wo stammt sie denn her?" „Don einem meiner Mieter. Severin heißt er und Doktor ist er. Eben habe ich sie bekommen. Falsch, sagen Sie?" stottert die Pickelmann und ist blaß. „Das ist doch nicht möglich!" „Wieso nicht möglich? Alles ist möglich", erwidert der Beamte verweisend. „Scheu Sie mal das Dings an: der Kopf ist verzeichnet, der Fünfer ist anders, und die grünen Fasern sind nur aufgeklebt. Ich halte Ihnen einen echten daneben. Merken Sie jetzt den Unterschied? Unsereins hat das hn Griff." „Nein, fowas! Gibt mir dieser Herr einen falschen Schein! Ich fag’s ja, lauter Verdruß und Aerger hat man als Vermieterin. Was geschieht mit dem Schein?" schwatzt die Pickelmann aufgeregt. „Falschgeld wird eingezogen, Hebe Frau; Das ist Vorschrift." „Aber Das geht doch nicht. Ich kann doch nicht einfach um mein Geld kommen. Das müssen Sie doch einsehen." „Sagen Sie dem Herrn Bescheid und lassen Sie sich einen anderen geben; am besten kommt er selbst her", rät der». Beamte. „Einen anderen? Der hat doch lauter solche; ich habe feine Brieftasche gesehen. Das heißt, ich will sagen, lauter neue Scheine. Wenn die nun auch falsch sind?" „Warten Sie mal, Frau", sagt der Beamte, läßt das Schiebefenster herunter und geht in eine Telephonkabine. Nach einigen Minuten kehrt er zurück, nimmt ein Formular zur Hand und examiniert: „Ihr Name, Ihre Wohnung? Danke. Und nun der Zimmerherr? Es ist aut, Sie können jetzt gehen. Der Schein bleibt Da. Die Pickelmann, ratlos und verstört, rennt mit dem Ereignis zu ihrer Gemüsefrau und beginnt zu tratschen, was reichlich eine Viertelstunde Dauert ab, wurde aber vorn Gauleiter in den Rang eines Kreisleiters e. h. bestätigt. Der Führer hatte ihn durch Verleihung des Ehrenzeichens der Partei besonders ausgezeichnet NGLB., Bezirk Gießen-Land. Am Samstag hielt der NSLB., Bezirk Gießen- Land, eine Arbeitstagung im „Burghof" zu Gießen ab. Es war seit dem Sommer die erste Versammlung. Der stellvertretende Obmann, Lehrer Arnold (Großen-Linden) begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab Dann einige geschäftliche Mitteilungen bekannt. Anschließend wurden schulische Angelegenheiten besprochen. Für die Sammlung von Heilkräutern und Nährmitteln aus Dem Wald stellten sich Rektor Lotz (Lechgestern) und Lehrer Kahle (Heuchelheim) zur Verfügung. Weitere Anregungen erfolgten von feiten Des Tagungsleiters, der empfahl, in Den Ob er klaff en mit Den Kindern ein Kriegstagebuch zu führen, Das sicher dereinst für kommende Geschlechter als lebendige Erinnerung an den Krieg wertvoll fein wird. Darüber hinaus soll Der Lehrer das große Geschehen im Rahmen der Dorfchronik festhalten, Unterlagen sammeln und mit Den Frontsoldaten in steter Verbindung bleiben. Großfeuer im Wächtersbacher Schloß Lpd. Wächtersbach, 28. Okt. Das Schloß des Fürsten zu Dsenburg-Büdingen in Wächtersbach wurde in der vergangenen Nacht von einem schweren Schadenfeuer heimgesucht. Aus dem Dachstuhl schlugen plötzlich helle Flammen, und binnen kurzer Zeit war dieser ein Raub der Flammen geworden. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich Soldaten, denen es unter eigener Lebensgefahr gelungen ist, erhebliche Vermögenswerte zu retten. Auch konnten die Kinder Des Fürsten, Die in den oberen Stockwerken schliefen, gerefc tet werden. Durch Funkenflug bestand zunächst Gefahr, daß die alten Fachwerkhäuser der Stadt Wächtersbach, die sich in unmittelbarer Nähe Des Schlosses befinden, in Mitleidenschaft gezogen würden. Dank dem energischen Eingreifen Der Wehren aus Wächtersbach, Gelnhausen, Rothenbergen und Hanau konnte das Feuer auf das Schloß beschränkt und in Den Morgenstunden eingedämmt werden. Durch einstürzende Decken wurde auch Das zweite Stockwerk stark beschädigt und durch die Wassermengen im ersten Stockwerk Schaden angerichtet. Die Brandursache ist noch unbekannt. Nhein-Main'sck,e Börse. Uneinheitlich. Fran kfurt a. M., 28. Okt. Die Börse lag am Wochenschluß womöglich noch stiller als an den Vortagen. Am Aktienmarkt bestand weiterhin nur wenig Interesse, so daß Die Mehrzahl der Kurse rein nominellen Charakter trugen und tm allgemeinen nur wenig Abweichung zeigten. Montanwerte waren bei kleinen Umsätzen meist etwas fester, besonders Mannesmann mit 101.25 (100 50), ferner gewannen Verein. Stahl 0,25 v. H. auf 91,75, Klöckner 0,50 v. H. auf 115,50, Deutsche Erdöl 0,65 v. H. auf 131,40, während Hoesch 0,25 v. H. nachgaben auf 106,75 und Rheinstahl mit 125.65 behauptet lagen. Chemie werte fast unverändert, IG.« Farben 158,25 (158,13), Rütaerswerke 145 (144,50). Don Elektrowerten gingen Siemens auf 194 (196), Gesfürel auf 131,50 (132,90) zurück. Maschinen- afHen wenig verändert, je 1 v. H. höher waren Moenus mit 111 und MAN. mit 147. Bau- und Baustoffaktien behauptet, von Zellstoffwerten Waldhof 1 v. H. ermäßigt auf 104. Der Rentenmarkt war weiter fest, wenn auch die Nachfrage im ganzen etwas ruhiger geworden ist. Lediglich Steuergutschelne II begegneten weiterhin starker Nachfrage. An den übrigen Gebieten ergaben sich bei kleinen Umsätzen nur geringe Abweichungen. Die Unterbringung Der neuen Reichsbahn-Anleihe bei der Kundschaft beansprucht jetzt Den Vorrang. Liqui-Pfandbriefe bröckelten zum Teil leicht ab, Industrie-Obligationen schwankten bis 0,25 v. H. Don Auslosungsanleihen Reichsatt- besitz 134,50 (134,65), dagegen Dekosama I 139,75 (139,50). Auch im Verlaufe war das Geschäft äußerst gering, so daß kaum noch weitere Notierungen Vorlagen. Dann hastet sie heim, um Dem Doktor Die Geschichte zu erzählen. Er kann sich ja selbst auf der Post erkundigen, wenn er ihr keinen Glauben schenkt. Während sie Den Wohnungsschlüssel aus Der Tasche zerrt, kommt ein eiliger Herr Die Treppe heraus und fragt nach Dr. Severin. „Wohnt bei mir, ganz recht", sagt die Pensionsinhaberin. „Zweite Tür rechts. Der Herr ist wohl ein Bekannter?" Der Fremde brummt etwas Unverständliches und klopft an Severins Tür, als sich dieser einen Bogen Briefpapier gerade säuberlich zurechtlegt. „Herein!" „Mein Name ist Zeidler. Ich bin vom Falsch- gekd-Dezemat. Hier ist mein Ausweis. Sie haben der Frau Pickelmann vor einer halben Stunde einen falschen Fünfzig-Mark-Schein gegeben. Wo stammt Der her?" will Der Kriminalbeamte wissen. Er hat die Tür hinter sich geschlossen und macht ein strenges Gesicht. „Was? Falsch soU der gewesen sein? Sie freuen mich. Ich habe ihn vor etlichen Wochen von einem fremden Herrn in Riem erhalten", stottert Severin. „So? Von einem fremden Herrn? Hm", wiederholt Herr Zeidler ungläubig. „Na, zeigen Sie mal Ihre Brieftasche." ,^Hier bitte. Aber wollen Sie mir nicht erklären, was das alles zu bedeuten hat?" „Aha. Da sind ja noch zwei in diesem Seitenfach! Ihren Paß, bitte!" verlangt Der Beamte drohend. „Paß? Ich habe keinen Paß. Wozu brauche ich einen Paß? Ich fahre doch nicht ins Ausland. Das ist mein letztes Geld, und Sie wollen behaupten, daß das falsch ist? Und ausgerechnet diese Scheine habe ich immer aufgehoben, weil sie so neu und appetitlich waren!" stammelt Severin mit grauem Gesicht. • „Wie soll Der bewußte Herr Denn aus gesehen haben?" „Es war ein freundlicher, älterer Mann, etwas korpulent, mit einem grünen Gemsbarthütchen. Ich entsinne mich ganz deutlich. Ich besaß kein Kleingeld — ich wollte nämlich weiter —, und er erbot sich, mir zwei Hunderter zu wechseln. Das ist ja eine heillose Sache", sagt Severin unsicher und rat« los. „Scheint mir auch so", stimmt Der andere fpöttcsch bei, und es ist von feiner Miene abzulesen, daß er Severins Erzählung für ein schlechtgelungenes Märchen hält. „Na, wir werden ja sehen. Ich muß sie ersuchen, mich zu begleiten. Sie können Dann vor Dem Kriminalrat Ihre Aussage wiederholen." (Fortsetzung folgt.) r. 229 Drittes Blatt , die hl |t aus br itu n ache" (en. * t »Wenstraße, abgehalten. Außer den Müttern, die rüMntlich eingeladen sind, werden auch Partei- s alle h bunh ortbefte [t und cockes , daß rr lmdelk häuslnx )t an, i tbehrk gone iei^nun: »enzuk ibnoifen und Parteigenossinnen sowie die Mitglieder r?!S.-Frauenschaft und ihre Angehörigen an den neistunden teilnehmen. Pfl« rgsKG ; ine i 3m r • in ein bi en W chkeit $ Z , rauf tr Dpm imrne« bie u > Th: 'fraget eben, i? Dnln e bezeugt, die ihr Tun fruchtbar und schöpfe- zestalteten. Nun ist die Kunst aufgerufen, viel- J zurückzugeben, was sie empfangen hat. „Daß um den Kelch, worin uns Freiheit rinnt. < f . es1 Th ^>nt!. nist’ 'M 'n J QeJ en Ai" Lkereich der Ortsgruppen Süd und Ost findet die er m' B eier um 11.45 in der Neuen Aula der Univer- ter!> f a, statt. Für die Mütter in den Ortsgruppen 5! ot i> und Mitte wird die Feier um 11.30 Uhr 011 iilm Saal des Gesellschaftsvereins, ute steht der Führer nicht irrmitten feiner ern. Heute weilt Adolf Hitler bei seinen Solda- Und auch unter ihnen steht der Bauer, der fkgfchar und Senfe mit dem Schwert vertauscht um eine Ernte einzubringen, die fast überreif Und so, wie Adolf Hitler des Reiches erster r-eiter ist, so ist er auch sein erster Soldat. lus der Stadt Gießen Erntedanktag. Brot bricht die Not. Sät das Volk — mäht das Volk, Hat es Brot. • Ohne Brot mäht der Tod. Ein Volk bringt seine Ernte ein Wir wollen Erntehelfer sein Mit Sense, Schwert und Spaten Arbeiter — Bauern — Soldaten. Gießener Gtadttheater. Friedrich Hebbel: „Agnes Bernauer." Dafür seid liebevoll umfangen!" 2its Schiller-Wort an die Künstler gilt heute kg den Mittlern der dramatischen Kunst, die , fkn sind, fernab jeder blassen Aesthetik hinzu- ,llen SfeF21’ Zum innersten Wesen des Deutschen, das in und Ernst, in froher Besinnlichkeit und Hochämter, fortstürmender Leidenschaft jene wahrharmonische Einheit sucht, aus der ihm höchste ost erwächst. daß keine Macht der Welt sie zerbrechen kann, »eechvtt sind an diesem 1. Oktober Spaten und Sense S unfci Schwert zum Symbol unserer Zeit geworden. Wlts - r - - - tapdeWm Rahmen den kinderreichen Müttern die Es nn^khrenkreuze überreicht werden. Für die Mütter im Q9e : tn diesem 1. Oktober gehen unsere Gedanken zu- W • ltü| zu- den Erntedanktagen Vergangener Jahre. ’hr- Dir sehen Adolf Hitler auf dem Bückeberg inmitten -- )eS deutschen Landvolkes an dem Tag, an dem die dir i- zon;e Nation dem Dauern dankte für seine opfer- er r- wllc Arbeit um die Versorgung unseres Volkes mit or’?:* *Heni täglichen Brot. Nie so deutlich wie jetzt erken- vQrien wir in tiefer Dankbarkeit, wie wichtig diese Arbenz ieit und wie erfolgreich sie war. Das Brot des e Öfchen Volkes ist sichergestellt worden. ■W. Das in Jahrzehnten Meralistifcher Wirtschafts- ,^j Dung auch auf dem Agrarsektor gesündigt wurde, bat der deutsche Bauer in sechseinhalb Jahren zu imm großen Teil wieder gutgemacht. Seine ver- Mrvoortungsvolle Arbeit war schwer und hart. Der 'k!s " Itfer und die, die ihn pflügten, mußten mehr her- jebm von Jahr zu Jahr, von Ernte zu Ernte, um iir den Tag -gewappnet zu sein, der uns in Berett- t finden mußte, allen versuchen, dem Weltkrieg zweiten Aushungerungskrieg folgen zu laffe’n, otzen. Nicht zuletzt der Bauer hat erfahren en, wie furchtbar nach der Aushungerung vor zig Jahren er in den großen Abgrund Hineinsen wurde. en eW .b« die 6 ? DiesM beiter, Bauern und Soldaten! So geschlossen die Nation an diesem Erntedanktag zusammen. Millionen, die in Waffen stehen, schafft des chschen Arbeiters Fleiß die erzene Wehr. Die re Front weiß heute hinter sich eine innere t, die ebenso unerschütterlich steht, wie sie selbst, les Bauern Fleiß hat vorgesorgt, daß diese Fron- hn bes deutschen Volkes so unbezwingbar sein fön» I l®n deutsches Trauerspiel nennt Hebbel sein "Agnes Bern aue r", und es ist deutsch Jwbtnt tiefen Erfassen und kompromißlosen Gestalten Konflikts zwischen der Willkür des einzelnen ^setz der Gesamtheit, zwischen dem per- Machen Glück und den Notwendigkeiten der Staats- iinb die das ihn entgegenstehende Einzelschicksal rr ^Hnes Bernauer unerbittlich vernichtet, ohne r . Schuld und Unschuld zu fragen, oder das seinen zuwiderhandelnde Menschenwesen wie den h Em Albrecht zwingt, sich einzuordnen. „An der zi Ws Bernauer", so schrieb Hebbel vor der Munch- ' ä Erstaufführung des Stückes im März 1852, ? uje, l »wum nichts interessieren als das Verhältnis, worin - n^^^nschliches Individuum, das zu schön ist, um (E) "ch! k»ie glühendsten Leidenschaften hervorzurufen, 11 d^ch zu niedrig gestellt, um auf einen Thron es Süssen, zum Staat und Vertreter desselben gerat, Ser F W es höher erhoben wird, als die Ordnung der y Mell >5 verträgt." Und er sagt weiter über fein „Es ist darin ganz einfach das Verhältnis Individuums zur Gesellschaft dargestellt und Dos Stadttheater öffnet feine Pforten für die tue Spielzeit in großer, ernster Zeit, der Aufgabe Mßt, die ihm in der inneren Front unseres Vol- f "s geftellt ist, durchdrungen von der Verpflichtung, Atü l'P üestes geben zu sollen in einer Stunde, in der fl $iti uitjit Volk auf seine letzten Kraftquellen zurück- ihnmg5 muß, um aus innerer Harmonie jene stäh- ein kc ^riie Härte zu schöpfen, die es in seinem Kampf um Weite .LZchheit und Recht unwiderstehlich machen wird. wnuii4|[hn|t und Volk gehören zusammen", diesen Satz flicht W ier Nationalsozialismus an die Spitze seiner i flvlB Kiulii-rpolitik gestellt und nach ihm gehandelt. Das diesen > hat der Kunst wieder jene Achtung und Anteilen^ Beso^ „ te. M 2)er Freude Götter lustig scherzen, jn'ßeb‘: | Der holde Traum sich lieblich spinnt. der Mütterkreuze in Gießen. De Ortsgruppen der Partei in unserer Stadt nanstalten am morgigen Sonntag Feiern, in n dem grauen Heer an der Front steht das n 0® i teilt Heer der deutschen Arbeit und neben beiden M JjeT Bauer, durch dessen Arbeit wir unser Brot reine Hs tfl. Arbeiter, Bauern und Soldaten! Sie schützen das »ich Adolf Hitlers gegen Not und Tod! E. D. Feierliche Ueberreichung Gketzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 30. September /L Ottober 1959 Reichsbahndienst in der Verdunkelung. Aächlliche Fahri mit der Straßenbahn. Lebensmittelkarten auch in Gaststätten. Was müssen Gast und Gastwirt von der neuen Regelung wissen? ist ein Musterbeispiel von Berufsfreudigkert und Verantwortungsbereitfchaft, das all diese Männer, jeder einzelne auf seinem Posten für sich und fte alle zusammen als Gemeinschaft, im Interesse unseres Volksganzen brinaen, dem sie mit ihrer Arbeit in vielfältiger Weise auch unter den erschwer« ten Umständen der Verdunkelung dienen. * 1 So können wir nach der mehrstündigen Beob« achtung des Bahnhofsbetriebes abschließend nur bekunden, daß hier in diesem lebenswichtigen Zentralpunkt des Verkehrswesens nicht nur alle Derdunks- lungsrnaßnahryen in bester Weise durchgeführt weroen, sondern zugleich auch Nacht für Nacht eine Dienstleistung vollbracht wird, vor der man sich in rückhaltloser Anerkennung für alle Männer des Reichsbahndienstes dankbar verneigen muß. rascher zu fahren als sonst, wenn er den Anschluß am Markt erreichen will. Wenn das jeder Fahrgast so machen wollte, dann würde der ganze Fahrplan in Unordnung kommen, der in der tiefen Dunkel« heit an sich schon schwer einzuhalten ist. Die Stra« ßenbahn wird übrigens, seinem die Stadt nächt-, licher Weile so tief im Dunkel liegt, stark benützt. Niemand tastet sich gerne einen vielleicht langen» Heimweg durch die dunklen Sttaßen. Die Straßen« bahn nach Wieseck ist meist stark besetzt. Bei diesen Sachlage sollte jeder Fahrgast nur mit abgezähltem Fahrgeld den Straßenbahnwagen besteigen. * Eine solche nächtliche Fahrt mit der Straßenbahn hat für den, dem ein Auge für solche Dinge gegeben ist, aber auch seine romantischen Reize. Da-k Wageninnere ist ttef verdunkelt. Nur ein mattet* Schein von oben her liegt auf den Gesichtern. Alle Menschen sehen bedeutender aus, als im schonungslosen Licht der Sonne und des Tages. Das Licht von oben wirft tiefe Schatten um Augen, Mund und Kinn, jedes Gesicht erscheint plastischer, ausdrucksvoller und auch" geheimnisvoller. Geredet wird nicht viel! Wenn sich dann die Straßenbahnen den Endstationen nähern, lösen sich die schweigenden Versammlungen auf, deren Teilnehmer mit dem Aussteigen im Nu von der Dunkelheit verschluckt werden. Nur der Sttaßenbahnschaffner ist der ruhende Punkt in der Erscheinungen Flucht, llner« müdlich tut er seine Pflicht. Durch die völlig verdunkelten Straßen wandern wir zum Bahnhof. Es ist ein gewaltig verändertes Bild, das wir dort gegenüber den früheren Verhältnissen erblicken. Einst vor der Verdunkelung vor und im Bahnhof strahlende Helle von vielen Lampen mit unzähligen Kerzenstärken — heute dagegen nur winzige, sorgfältig abgeschirmte Lichtquellen, die wir zuerst in der Bahnhofshalle finden, während draußen alles ebenso in völliger Verdunkelung versinkt, wie die übrigen Stadtteile auch. Und trotz dieses gewaltigen Gegensatzes zu dem bekannten Wort „Es werde Licht" muß der Dienst unserer Eisenbahner mit aller Pünktlichkeit und Sorgfalt weiter getan werden, denn der Reiseverkehr ist auch für die Kriegsverhältnisse noch immer sehr erheblich, und dazu kommen die weitgehenden Anforderungen des Gütertransportes. Daß unter diesen Umständen die Aufgabe unserer Männer vom Flügelrad heute mehr denn je den Einsatz aller Kräfte erfordert und mit außerordentlicher Verantwortung belastet ist, liegt ohne weiteres auf der Hand. Schon in der Bahnhofshalle kann man sich überzeugen, daß die Verdunkelungsmaßnahmen vorbildlich durchgeführt sind. Die paar spärlichen Lichter, die natürlich erheblich abgeschirmt sind, reichen gerade aus, um an den Arbeitsplätzen der Beamten den notwendigen Dienst zu ermöglichen. Betritt man den Bahnsteig, so wird der Wandel der Dinge noch viel eindrucksvoller sichtbar. Abgesehen von wenigen sorgfältig verdunkelten Lampen ist alles unter das Gebot der Finsternis gestellt. Die Arbeitsräume, deren Fenster nach der Seite des Bahnsteigs liegen, haben bei der Umschau in der Nacht keine Fenster mchr, sondern nur große schwarze Flächen, hinter denen in den vollbeleuchteten Zimmern der anstrengende Dienst seinen geregelten Gang nimmt, wie er sonst auch in schönster. Friedenszeit im strahlenden Licht der Lampen sich abwickelte. Auf dem Bahnsteig aber gleicht alles Leben gewissermaßen einem nächtlichen Spuk. Die Personen tauchen schon auf wenige Meter Entfernung in der Dunkelheit unter, denn das Licht ist mit Recht so weit eingeschränkt worden, daß man zwar auf kurze Entfernung alle 'für die Sicherheit der Menschen und des Verkehrs erforderliche lieber» sicht hat, darüber hinaus aber auf den früheren Fernblick verzichten muß. Und das ist ja auch der richtigverstandene Sinn und Zweck der Verdunkelungsmaßnahmen. Die Züge laufen em und wirken wie ein riesiges schwarzes Ungeheuer, das plötzlich vor den Augen austaucht, sich vorbeffchiebt, kurze Zeit hält, und dann ebenso spukhaft in der Nacht verschwindet, wie es vorher daraus aufgetaucht war. So wickelt sich Abend für Abend und Nacht für Nacht der Verkehr im Zeichen der Verdunkelung ab, der dank der weitgehenden und umsichtigen Fürsorge der Reichsbahn und dank der Disziplin der Reisenden sich bisher stets glatt und ohne Nachteil für Reisende und Eisenbahner abgewickelt hat. * Wir halten nach dem Besuch auf dem Bahnsteig auch draußen in den weiten Arbeitsbezir-ken des verdunkelten Dahnhofgeländes Umschau. Ueber- all sehen mir das gleiche Bild der sorgfältigen Verdunkelungsmaßnahmen und zugleich des unermüdlich weiterlaufenden Bahnbetriebs, für dessen reibungslose Abwicklung alle Männer der Reichsbahn, von der obersten Leitung bis zum letzten Arbeiter, in dankenswerter Weise auch während der Nachtstunden ihre ganze Kraft einsetzen. Aus dem Dunkel der Nacht tauchen unversehens „schwarze Schlangen" polternd und ratternd auf. Es sind Personenoder v-Züge, die in ausgezeichneter Verdunkelung aller Wagen als rabenschwarze Ungeheuet auf wenige Meter Entfernung an uns vorbeibrausen. Kaum hat man sie wahrgenommen, sind sie auch schon spurlos in der Nacht verschwunden. Nicht minder gespensterhaft wickelt sich der Rangierbetrieb ab. Hier ist die Tättgkeit der Männer vom Flügelrad noch besonders erschwert dadurch, daß Züge, oder Zugteile, ober einzelne Wagen gleichzeitig auf mehreren Gleisen hin- und herrollen, die Beamten an den Weichenhebeln natürlich auch nur bei bescheidensten Lichtquellen arbeiten können. Rangierer und Hilfsarbeiter zwischen den Gleisanlagen tätig sind — dennoch alles seinen pünktlichen, gewohnten Gang gehen muß, und in der Tat nach unseren mehrstündigen Wahrnehmungen auch ordnungsmäßig verläuft. Es ist, ebenso wie im Personenbahnhof, ein gewaltiges, hohes Lied der pflichtbewußten Arbeit und des allezeit tatfrohen Einsatzes für die Gemeinschaft, das hier aus der Tätigkeit unserer Eisenbahner zu dem schauenden und zugleich seelisch empfindenden Beobachter erklingt. Es Unsere Straßenbahner haben "es jetzt bei ihrem abendlichen Dienst besonders schwer. Stundenlang starren sie von ihrem Führerstand aus in das undurchdringliche Dunkel der Nacht, denn das spärliche Licht, das der schmale Schlitz der Verdunkelungskappe der Richtlampen .hervordringen läßt, reicht kaum aus, um auf mehr als fünf Meter Entfernung auch nur irgendetwas erkennen zu können. Mancher StraßenbahNschafsner geht nach Stunden des Dienstes in der tiefen Dunkelheit mit Kopfschmerzen nach Hause, denn die angestrengte Schau in die Finsternis kann nicht ohne Rückwirkung bleiben. Hinzu kommt, daß der Fahrplan in keiner Weise eingeschränkt werden soll und die Fahrzeiten eingehalten werden müssen, wenn nicht der ganze Fahrplan in Unordnung kommen soll. Es kann also nicht etwa langsamer gefahren werden, als zu Zeiten des hellen Taaes. * Wer einmal nachts mit der Straßenbahn zu fahren Gelegenheit hat, wird sehr schnell die ganze Problematik erkennen, die damit verbunden sein kann. Da ist zum Beispiel zu beobachten, wie ein Fahrgast die vordere Plattform besteigt und in feinem Geldbeutel zu wühlen beginnt, bis ihm schließlich mit gutem Glück im engbegrenzten Scheine der abgedunkelten Lampe die 25 Pfennige in die Hand fallen, die die Fahrt nach Wieseck kostet. Und auf der Straße warten noch drei Fahrgäste! Dieser eine Mann, der durch sein Suchen nach dem Fahrgeld den Bettieb aufhält, veranlaßt den Fahrer unweigerlich, die nächsten Strecken Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat durch Erlaß vom 27. 9.1939 für die Zeit vom 2.10. bis 22.10.1939 folgende Regelung getroffen: Fleisch, Brot und Nährmittel können in den Gaststätten, Kantinen usw. sowohl auf die ausgegebenen H a u s h a l t s k a rt e n, als auch auf Reisekarten entnommen werden. Die Reisekarten werden zu diesem Zweck auf Antrag auch ohne Nachweis einer Reiseveranlafsung ausgestellt. Auch ein Umtausch von Wochenabschnitten der HaAshatts- karten in Reisekarten, die bis zum 22.10.1939 gültig geschrieben werden können, ist zulässig. Der Umtausch in Reise karten erfolgt durch die Gemeindebehörden bzw. Kartenausgabestellen. Für Fleischspeisen, die mit Fett zubereitet sind, brauchen bis zum 22.10.1939 Einzelabschnitte der Fettkarte nicht abgegeben zu werden. Falls ein Gast jedoch, etwa der Hotelgast, zum Frühstück reine Fettporttonen bestellen will, muß er von der' Reise- karte, die eine Reihe von Einzelabschnitten für Fette in Unterteilung bis zu 10 Gramm enthält, Gebrauch machen. Fleischgerichte in Gaststätten und Kantinen dürfen nur gegen die mit „Fleisch oder Fleischwaren" bezeichneten Abschnitte über je 50 Gramm Fleisch auf der rechten Seite der Reichsfleischkarte oder gegen die auf der Reisekarte enthaltenen Abschnitte für Fleisch über je 50 Gramm abgegeben Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! .....Illlll—I I demgemäß an zwei Charakteren, von denen der eine aus den höchsten Regionen hervorging, der andere aus den niedrigsten, anschaulich gemacht, daß das Individuum, wie herrlich und groß, wie edel und schön es immer sei, sich der Gesellschaft unter allen Umständen beugen muß, weil in dieser und ihrem notwendigen formalen Ausdruck, dem Staat, die ganze Menschlichkeit lebt, in jenem aber nur eine einzelne Seite derselben zur Entfaltung kommt. Das ist eine ernste, bittere Lehre, für die ich von dem hohlen Demokratismus unserer Zeit keinen Dank erwarte; sie geht aber durch die Weltgeschichte hindurch ..." So steht Hebbel mit seiner Sympathie notwendig bei dem Herzog Ernst als dem Vollstrecker dieses höheren Gesetzes der Staatsraison, die nicht dulden kann, daß um eines persönlichen Glückes willen Land und Volk, dem Fürsten zu treuen Händen überkommen, den Schrecken der Erbfehde ausgesetzt werden, ja, die nicht eiymal zuläßt, daß der zur Führung Berufene sich durch persönlichen Verzicht seiner Pflicht entzieht. Eine durchaus moderne Auffassung, für die freilich der Dichter in den historisch belegten Tatsachen des Schicksals der Agnes Bernauer, an die sich Hebbel treulich gehalten hat, hinreichend Unterlagen fand. Es klingen zwar im Drama Hebbels noch andere Motive an, die der Vorstellungswelt des 15. Jahrhunderts entsprechen. So wenn eine Rivalin der überirdisch schönen Baderstochter dieser vorwirft: „Allen machst du abspenstig, was ihnen gehört! ... Nonne und doch keine! Heilige, aber noch nicht im Himmel! ... „Ei, sei wie wir, guck auf, sprich, und es wird sich geben!" Das Ungewöhnliche, Außerordentliche erscheint der Mitwelt verdächtig, scheint ihr Teufelswerk und Hexerei, aber es ist festzuhalten, daß der Dichter dieses billige Motiv für den Unter- qanq der Agnes Bernauer nicht in Anspruch nimmt. Sein Herzog Ernst weiß sich frei von jenen populären Vorstellungen der Zeit. Er handelt nach dem Gebot der Staatsidee, aber er leidet schwer unter der Pflicht, ihr das persönliche Glück seines Sohnes und das Leben eines Menschen opfern zu muffen, den keine andere Schuld trifft, als eben da zu fein. Hebbel schlägt auch das naheliegende und feiner eigenen Zeit sympathische Motiv der engen Derbm- dunq von Volk und Herrscher an, wenn er feinen Herzog Albrecht sagen läßt: „Wer weiß^ was geschähe wenn ich mein Volk zum Spruch aufnefe, wenn ich sagte: Seht, ich soll nicht würdig fern, euch zu beherrschen, weil mein Vater eine eurer Tochter zu sich erhoben hat, eine, die ihm am besten ms Ohr sagen konnte, was euch fehlt .. „well mir 5 im Blut liegt, euch beizuspnngen! ... Wer weiß, was sie tun werden, die alten treuen Bavaren, wenn mein Sohn dereinst ... so zu ihnen spricht!" Aber Hebbels Herzog Albrecht ist so wenig wie der historische der Mann, der einen so revolutionären Gedanken in die Tat umsetzt, „daß das ganze Deutsche Reich zu wackeln anfängt und der große Karl zu Aachen in seinem Sarge erschrocken nach der Krone greift!" Herzog Albrecht ringt seinen Schmerz um die Verlorene nieder und beugt sich dem Gesetz der Staatsidee. Freilich die Drohung mit Reichsacht und Kirchenbann allein kann ihn nicht schrecken, aber die Weisheit des Vaters und das Beispiel seines kategorischen Imperativs der Pflicht nehmen ihn in die Schule der Erziehung zu dem Beruf des Herrschers, zu dem er geboren ist. „Wenn das Gewalt ist, was du erleidest", so ruft der alte Herzog dem noch Trotzenden zu, „so ist es eine Gewalt, die alle deine Väter dir antun, eine Gewalt, die sie selbst sich aufgeladen und ein halbes Jahrtausend lang ohne Murren ertragen haben, und das ist die Gewalt des Rechts! ... Wir müssen das an sich Wertlose stempeln und ihm einen Wert beilegen, wir müssen den Staub über den Staub erhöhen, bis wir wieder vor dem stehen, der nicht Könige und Bettler, nur Gute und Böse kennt, und der seine Stellvertreter am strengsten zur Rechenschaft zieht. Weh dem, der diese llebereinfunft der Völker nicht versteht, Fluch dem, der sie nicht ehrt!" So ist der alte Herzog der tragische Held des Dramas, der aus dem tiefen Begreifen dieser lieber« einfunft der Notwendigkeit „das reinste Opfer" darbringen muß und „nicht fragen darf, was es ihn kostet". Dr. Hannes Razum wollte mit feiner Regie, wie er im Programmheft andeutet, das Balladeske im Hebbelfchen Drama, das schlicht Volksliedmäßige herausarbeiten. So blieb der Akzent vielleicht länger, als es der Erkenntnis des Grundproblems dienlich war, auf der Liebesgeschichte des jungen Bayernherzogs und der schönen Baderstochter, die durch weise Zusammenraffung in ihrem ekstatischen Rausch und ihrer schmelzenden Süße wirklich wie eine Ballade gestaltet war, überzeugend und ergreifend zugleich, während das ihr entgegengestellte eiserne Postulat der Pflicht des alten Herzogs sich erst langsam aus einer kühl akademischen Atmosphäre befreien konnte, um dann freilich in der Kerkerszene zwischen Preising und Agnes scharf herauszutreten und in der großen Schlußszene auf dem Schlachtfeld vor Straubing in der Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn in großartiger Steigerung zur Entscheidung gestellt zu werden. Da hatte auch Hans Geißler als Herzog Ernst seinen großen Auftritt, bei dem er aus der fast trockenen Gehaltenheit der ersten Szenen in wuchtiger Sprache zu jener sittlichen Größe aufsteigt, die Unerhörtes fordert darß weil sie an sich selbst die gleiche Forderung stellt! Hans Caninenbergs Herzog Albrecht war dec strahlende, liebestrunkene junge Fürst, wie ihn Hebbel in Augsburg der Baderstochter gegenübertreten läßt, reich an Schattierungen in der letzten stillen Abschiedsstunde der Straubinger Kemenate und bann, nach dem Rasen der Schlacht, am Vater em« porwachsend zur fast stummen Ueberminbung und zum Sieg über sich selbst. Ganz einheitlich auf ihrer Linie fortschreitenb von der keuschen Schlichtheit bes liebreizenden Bürgermädchens der ersten Szenen bis zu erschütternder menschlicher Größe im Kerker die Agnes Jngeborg Riehls. Viktor von Gschmeidler gab den Kanzler Preising als überlegenen Staatsmann, aber mit warmem Gefühl für das Furchtbare des Unausweichlichen. Siegfried Lowitz war als Graf Törring unter der Maske des ironischen Spötters der seinem Herrn bis zum Tods getreue Ritter, Karl Volck, der schlichte, doch selbstbewußte und auf seinen Bürgersto^und seins Vaterehre pochende alte Bernauer. Mit ihnen vereinte sich die große Zahl der übrigen Mitwirkenden zu einem wohl akzentuierten Ensemblespiel, das den Absichten der Regie in großer Geschlossenheit Ausdruck gab. Das Bühnenbild Karl Löfflers, eine wuchtige Stadtmauer mit gotischem Bogen, Altan und Treppe, erlaubte durch geschickte Andeutungen der Jnnenräume einen schnellen Szenenwechsel, der der bewegten, sich nach der Kerkerszene noch zu äußerster Spannung steigernden Aufführung zuguts kam. * Bevor der Vorhang sich hob leitete das StädtischS Orchester unter Stabführung von Paul W a l t e r die Eröffnungsvorstellung im festlich geschmückten Hause mit den ernsten, weihevollen Klängen der Egmont- Ouvertüre Beethovens ein. Dr. Hannes Razum als stellvertretender Intendant richtete eine kurze Ansprache an die Versammelten, in der er mit dem Vorurteil ins Gericht ging, daß das Theater nicht zeitgemäß sei, und die große Aufgabe herausstellte, zu der die deutsche Kunst und vorweg das deutsche Theater gerade in dieser Stunde berufen sei. Zuspruch, Kraft und Ermunterung wolle das Theater allen geben, die danach suchten. Der Redner schloß mit einem warmherzigen Appell, das Wollen des Theaters zu begreifen und zu würdigen. Künstler und Zuschauer gemeinsam erst machten das deutsche Nationaltheater aus, wie es erstrebt werde. — Eine erfreulich große Theatergemeinde folgte bann mit wachfenber Anteilnahme ber Aufführung des Hebbelfchen Dramas und dankte zum Schluß ergriffen dem Regisseur und seinen Künstlern für einen Abend ernster Besinnung in großer Zeit. Dr. Fr. W. Lange, alle (Nachdruck verboten.) 3. Fortsetzung. "Ties nrtt kos tolle 25 Me ß J X . Wraut !iis 8, r der er- Don amtlicher Seite wird auf folgendes hinge- wiesen: , 3n den Tageszeitungen sind vielfach Arbeitergruppen bekanntgegeben worden, die nach der Der- ordnung über die Gewährung von Sonderzulagen an Schwer- und Schwerstarbeiter als solche zu gelten haben. Diese Angaben stützen sich auf die mit der Verordnung veröffentlichten Richtlinien, in denen eine Reche von Arbeitergruppen bezeichnet ist, die für die Gewährung einer Lebensmittel- zulage in Frage kommen können. Die Aufführung in diesen Richtlinien besagt aber nicht, daß diese Arbeiter in jedem Fall Schwer- oder Schwerstarbeiter sind. Auch die in den Richtlinien angeführten Arbeiter können Lebensmittelzulagen nur dann erhalten, wenn in jedem einzelnen Falle die in der Verordnung festgelegten allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind, d. h. wenn die Arbeiter tatsächlich entweder dauernd schwere körperliche Arbeit oder dauernd durchschnittliche körperliche Arbeit unter Turnzeug mit. Fortfall der Herbstferien in Heften. Mit Rücksicht auf den mehrfachen Ausfall des Unterrichte in den letzten Wochen und die vielerorts noch weiterhin erforderliche Unterrichtseinfchränkung kommen in den Schulen Hessens die Herbstferien für 1939 in Wegfall. Die Schule darf nur dort geschlossen werden, wo die Jugend durch Ernteeinsatz dringend benötigt wird. Bei gegebener Dringlichkeit kann der zeitliche Rahmen der üblichen Herbstferien überschritten werden. ^Der klassenweise Einsatz der Schüler und Schülerinnen unter Führung der Erzieher ist jeweils mit den zuständigen erschwerenden Arbeitsbedingungen zu leisten haben. So sind zum Beispiel Kesselheizer nicht immer Schwerarbeiter, sondern nur dann, wenn der Kessel eine dauernde schwere Handbedienung erfordert. Ebenso sind nicht alle Schmiede Schwerarbeiter, z. B. nicht die Edelmetallschmiede. Während die Lokomotivführer der Reichsbahn aus langen Fahrten ohne Zweifel Schwerarbeiter sind, können bei Lokomotivführern größerer Jndustriewerke wegen der häufigen, zwischen den Fahrten liegenden Wartezeiten die Merkmale der Schwerarbeiter fehlen. Um unliebsame Verzögerungen bei der Prüfung der Schwer- und Schwerstarbeiterlisten durch die Gewerbeaufsichtsämter zu vermeiden, empfichlt es sich, daß die Betriebsführer bei der Aufstellung der Listen von sich aus auch bei den in den Richtlinien aufgeführten Berufsgruppen in jedem einzelnen Falle sorgfältig prüfen, ob die Voraussetzungen der Verordnung erfüllt sind. Leinfelder läutet am Schloßportal. Ein großer Hund bellt. Aus altem Gemäuer sprießt Frauenhaar und Hauswurz. Ein Burggraben ist auch M« verwildert und voll Rosenbüschen. Wenn die blM^ muß das eine ganz große Sache sein, denkt Lm- felder wundersam angerührt. Er ist Geschäftsmann^ das zu allererst, aber zu Zeiten — wenn er ff® Maria zusammen ist oder wie jetzt vor diesem ■ wunschenen Gemäuer — unterliegt er romanischem Stimmungen. Er gefjt auf die Fünfzig zu und V voll Betriebsamkeit und Lebensfreude. , , Ein Herr öffnet, barhaupt mit Einglas, in Laa- schuhen und Cutaway. Ein wenig sonderbar. (Fortsetzung folgt.) 5« 'gttti E 158 W M 6el krarbeüi ierckch Wder Den iih bann ii für bi WN Wgloh- Mlküeje Zu dem Dienst am Sonntag, 1.10., treten Mädel um 10.30 Uhr am Uhlheim an. Die gesammelte Wäsche ist mitzubringen. Die Mädel, die die Reichsjugendkämpfe noch nicht wiederholt und die das Leistungsabzeichen angefangen haben, bringen Lebensmittelzulagen für Schwer- und Gchwerstarbeiter Ein amtlicher Hinweis. WWMöerMöe Roman oon maltbtr Rloepfcr Copyright öy Carl Duntftr Verlag <■ Barlin w 62 zum Ernteeinsatz in den Einsatzdörfern, da sich Ernteeinsatz auch auf die nächsten acht Tage streckt. BOM.-Untergau ^16 Gießen. Mädelgruppe 1/116. §nilie" x 3M liefet N A Filter >ilt ijgp dt IMt»*.' & Umschulung auf die Kriegswirtschaft JtunO 800 Uebungsleiter der OAF. stehen im Sau bereit. 'S 15, Z jkg4!R fepfel, Vi 1 bis 25, birabeHe: 'tippend Iiimento Blgurt iflrabi 5 Wie 1 oder ergänzt, sondern durch in der Praxis stehende Arbeitskameraden, die als Uebungsleiter der DAF. methodisch ausgerichtet sind. Im Vordergrund der technischen Schnellunterwei- sungen steht eine Grundschulung der manuellen Handhabung der Arbeitsvorgänge. Ein aus dem Arbeitsleben der Teilnehmer gewähltes Werkstück, ein Maschinenteil, eine Zeichnung, ein Arbeitsvorgang oder ein Akkordschein ist die methodische Ausgangs- und Durchführungsbasis des Arbeitsunterrichtes. Die gründlich vorbereitete technische Schnellunterweisung beispielsweise im Fachzeichnen erreicht zwar nicht die Vermittlung des sauberen und normgerechten Zeichnens, dafür ist die Zeit zu knapp bemessen, dagegen wird das richtige sichere Lesen der Werkstattzeichnung fraglos erreicht. Damit ist aber eine Grundschulung vorbereitet, die dem einzelnen die Arbeitsausführung erheblich erleichtert. Dieses grundsätzliche Ziel der Schnellunterweisung gilt sinngemäß auch für andere technische Fertigkeiten und Aufgabengebiete. Nähere Auskünfte erteilen die Abteilungen für Berufserziehung und Betriebsführung der Kreiswaltungen und der Gauwaltung Hefsen-Nasiau der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a. M. 5n üel jtüfen. D i mit de Aiften lief W to’tf die V* 61t den Liste"/ bckolle jevstall 1 Die Er> i für die Ackern rungsmj ffgunb Mn ühlen m -Mng tigern Stellen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verwirklichen. Einzelbeurlaubungen steht bei begründeten Anträgen nichts im Wege. Oie abgelaufenen Reichs-Fleisch- und -Jettkarten. In einem Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über die Durchführung des Kartensystems für Lebensmittel wird auch die Frage geregelt, was mit den abgelaufenen Karten zu geschehen hat, wenn also sämtliche am Stammabschnitt verbleibenden „Fleisch-"Bezugsscheine abgeschnitten sind Oder aber noch nicht verbraucht sind, die Zeit, in der sie Gültigkeit hatten, aber verstrichen ist. Es heißt hierzu in einem Erlaß: „Die Ernährungsämter oder die damit beauftragten Stellen haben die abgelaufenen Karten von den Versorgungsberechtigten zurückzufordern. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, den Verteilungsstellen diejenigen Mengen bei der Erteilung eines späteren Bezugscheines anzurechnen, die sie auf Grund von Bestellscheinen zuviel erhalten haben." Sollte also ein Karteninhaber aus irgendwelchen Gründen nicht sämtliche Bezugscheine verbraucht haben, der Fleischer aber auf Grund der abgeliefer- Leinfelder sieht gehorsam und bedrückt geradeaus. Lankes vertieft sich in die Feinheiten des Wagens und denkt neidvoll: so 'ne Karre möchte ich auch mal haben; der Bursche, dieser Leinfelder, stinkt vor Geld. Die Fabri drückt ihre Faust in die rechte Seite, das nimmt den Schmerz ein bißchen. Es ist eine Sache, die sie noch nie gehabt hat außer heute morgen und da viel schwächer. Der Luftzug tut ihr gut, Lankes soll rascher fahren! Allmählich läßt der Schmerz nach, vertröpfelt, wird erträglich. Die Fabri rutscht an Leinfelders Seite und legt chre Schläfe an seine Schulter. „Das war schrecklich, Tino; wie wenn man dir mit einem Messer ..., siehst du — hier. Es wird doch nicht wiederkommen?" haucht sie mit geschlossenen Augen. Leinfelder findet ihr Gesicht — sonst hochmütig, jetzt aber durch die Angst seltsam verwandelt und kindlich gemacht — überaus beglückend. Er atmet ihren Duft, den ihm der Wind zuweilen zuträgt, mit starkem Genuß, er hält ihre Finger, er ist wunschlos und sehr froh. Er tröstet: „Nein, nein, das darf nicht wieder- kommen, das werden wir schon fortjagen, so ein böses Wehwehchen darf meinem Kleinen gar nichts tun, wäre ja noch schöner." Er kann sich Nicht genug tun Mit guten und aufmunternden Worten, deren kindischer Tonfall die Fabri kurios einschläfert. „Ist es nun besser? Sichst du, ich habe es ja gewußt. Was sagst du zu dem Wagen? Gefällt er dir? Er hat Radio. Auch ein Kühlschränkchen ist eingebaut, und die Polster kann man zum Schlafen umlegen. Ich werde dir das nachher vorfuhren. Und wem meinst du, daß dieses hübsche Auto jetzt gehört?" fragt er geheimnisvoll. „Du bist so nobel, Tino. Ich danke dir", flüstert sie zwischen Angst und Schwäche. Leinfelder genießt den Triumph des Schenkens. Zwar war diese Großzügigkeit vorhin noch keineswegs eine beschlossene Sache, aber hilflose schöne Frauen machen ihn schwach. Wie blau dieser Aprilhimmel ist! Schaumige Wölkchen zergehen darin. Eine unvorsichtige Hummel zerschellr an der Windschutzscheibe. Der Motor, langgestreckt und mit vielen Pferdestärken ausge- stattet, ist kaum zu hören. Eine kleine Stadt mit roten Schloten, ein Fluß, eine Brücke. Die Fabri, verträumt in sich Hinei nspürend, ob nicht eine neue Attacke im Anzug ist, wünscht inbrünstig das Reiseziel herbei. Sie wird sich dann ein wenig hinlegen. Ach, wäre sie doch nicht mitgefahren! Aber die beiden haben so gebettelt. Tino hat da in einer Zeitung etwas von einem alten Schloß gelesen, das da zum Verkauf steht. Das will er sich nun an- sehen. Ein paar Dörfer mit rauchenden Misthaufen vor den Ställen, ein Bauernsuhrwerk aus der falschen Straßenseite, Zwischenfall und Aufenthalt Mit einer störrischen Kuh und endlich nach einer Wegkrümmung in der Ferne ein Hügel mit Burg und Giebelhäusern — Eschelbrunn nach Tinos Karte. Etwas später fahren sie im Schneckentempo durch ein mittelalterliches graues Stadttor in eine breite, behäbige Hauptstraße. Eine Gänseherde stiebt schnatternd auseinander. Ein Mann in Amtstracht schellt Neuigkeiten aus, auf der Diehwaage stehen Säcke. Die Anwesen haben braunes Fachwerk in weißem Verputz. Ein verdattertes Kind zeigt ihnen den Gasthof „Zum weißen Löwen", den man ihnen empfohlen hat. Im Gastzimmer schält sich die Fabri aus ihrem Reisepelz, was ihren Umfang um die Hälfte verringert. Tino und Lankes stehen wie Vasallen um sie herum. Ein paar Bauern triyken Bier und gucken interessiert zu. „Sie bleiben hier, Lankes, wenn Tino das Schloß besichtigt. Ich möchte mich eine Stunde hinlegen, irgendeine Stube wird es schon geben. Ich glaube, es fängt schon wieder an", sagt sie bekümmert. Leinfelder geht in die Küche, wo die Wirtin hinter Kochtöpfen hantiert. „Frau Muggenthaler, Nicht wahr? Mein Name ist Leinfelder. Architekt. Da ist eine Dome mit uns, der es nicht ganz gut ist. Nichts Schlimmeres, hoffe ich. Sie haben doch sicher ein Fremdenzimmer?" Die Wirtin geleitet die Fabri dienstbereit über eine Stiege in ihr bestes Zimmer und erzählt ihr dabei, daß in ihm schon einmal der hochwürdige Herr Bischof übernachtet hat. Dann fragt sie, was Frauen einander in solchen Fällen zu fragen pflegen, rät zu einer Wärmflasche und zu starkem Kamillentee mit einem Schuß Sennesblätter. Sie ist der feinen jungen Dame noch beim Auskleiden behilflich-, denn sie schwört auf Bettwärme und behauptet, die Bettfedern zögen das Wehding weg. Und dann sicht sich die Fabri allein gelassen. Die Wärmflasche bereitet Druck und Mißbehagen, das Bett — zu weich, zuviel Federn — ist ungewohnt entwässerung. Und dann macht er so Sachen. Doti» gen Sommer geht er auf der Schloßmauer spazieren, Nichts an als ein Tipfelchen Badchose. (Saat„ das sei gesund. Nun bitte ich Sie, wenn das aUr. machen würden! Letzte Woche läßt er die Laus» buben, mein Schor sch war auch dabei, Schützen" graben im Schloßhof ausheben und spendiert ihnem Bretzeln, damit sie Sturmangriffe machen. Jugend» ertüchtrgung heißt er das. Na ja, Kopfschuß, aufs der Lorettohöhe, da bleibt immer etwas zurück« finden Sie nicht auch? Mir haben sie bei Mm« zwei Finger weggeputzt. Und dann der Leistenbruch! und das Gas! Kennen Sie Maukreuz? Trotzdem gehe ich wieder hinaus, wenns pressiert, ich schon- Wie schmeckt Ihnen das Bier?" „Ich trinke zwar selten Bier, aber..." „Nicht wahr — prima? lieber Haferlbräu stcht! nichts drüber auf. Die tun noch was rein. Und bis Dame?" „Das ist eine Filmschauspielerin. Maria Fabn- Haben Sie vielleicht schon gehört den Namen" „Wir haben auch manchmal Kino hier", erklack Herr Muggenthaler nicht ohne Lokalstolz. „2m Postsaal. Ist ganz unterhaltlich. Meine Frau kcnm das Geflimmer Nicht vertragen. Fabri sagen Sier Es ist nur wegen der Anrede." „Eine Figur, was. Ihr Großvater war der berühmte Steinacker." - „Und Sie selbst, wenn die Frage gestattet ist? „Ich bin Fußballer." „Kann man denn davon leben?" „Nebenbei schreibe ich Sportberichte", erklär!« Lankes nachsichtig. , - „Vatter, du sollst rauskommen, die Försterin tDil ein Pfund Suppenfleisch", plärrt der Schorschl tu die Wirtsstube. „Unsereins hat nie Ruh", jammert Herr genthaler. „Der Herr entschuldigt schon." ten Bestellscheine so viel Vieh und Fleisch zugewie. fen erhalten haben, daß er damit auf sämtliche Bezugscheine seiner Kunden Fleisch oder Fleischwaren hätte ausgeben können, so wird chm der durch die Nichteinlösung einzelner Bezugscheine durch die Kar. teninhaber verbliebene Ueberschuß bei der nächsten Konttngentsfestsetzung ab gezogen. Deckung suchen, wenn die Flakartillerie schießt. In Durchführung der Luftschutzmaßnahmen wich folgende Warnung nochmals bekanngegeben: Volksgenossen! Beachtet, daß es vorkommen kann, daß einzelne und hochfliegende feindliche Auf. klärungsflugzeuge von unserer Flakarttllerie be- schossen werden, ohne daß es notwendig war, Fliegeralarm zu geben. In solchen Fällen haben alle Personen, die sich im Freien befinden, sofort Deckung in Häusern oder an sonstigen geschützten Stellen zu nehmen, damit sie nicht durch herabfliegende Sprengstücke unserer Flakarttllerie getroffen werden. Fahrt in der richtigen Wagenklaffe. In den Tagen der Zugeinschränkung haben Rei. sende mit Fahrkarten 3. Klasse ohne vorherige Zu. ftimmung des Zugschaffners in der 2. und 1. Klasse Platz genommen, während Reisende mit Fahrkar- ten der 2. und 1. Wagenklasse in der 3. Klasse um tergebracht werden mußten. Diese Verhältnisse sind Mit der Aufrechterhaltung der Ordnung in den Zügen nicht vereinbar. Die Schaffner find daher angewiesen, die Fahrkarten nachzuprüfen. Wer Mit einer Fahrkarte für 3. Klasse in der 2. Klasse betroffen wird, kann unter Umständen zur Zahlung des doppelten Fahrpreises, mindestens eines Betrages von 3,— RM. heran« gezogen werden. Nur Feldpostbriefe bis 250 Gramm. Bei der PostsamMelstelle Frankfurt (Main) gehen Feldpostbriefe mit Lebensmitteln, insbesondere mit Tomaten, Pfirsichen, Zwetschen, Weintrauben usw. in beschädigtem Zustand in solchen Mengen ein, daß zur Wiederverpackung des noch brauchbaren Inhalts sechs volle Kräfte dauernd beschäftigt werden müssen. Die Beschädigungen sind darauf zurückzu- führen, daß die Briefe nach ihrem Umfang und Inhalt sowie nach der Länge der Beförderungsstrecke nicht haltbar und nicht sicher verpackt sind. Durch den abgefetzten Fruchtsaft werden andere Feldpost« Briefe durchnäßt und deren Inhalt häufig ebenfalls beschädigt. Diese Schäden müssen vermieden werden. Zur Zeit sind Feldpostbriefe nur bis 250 Gramm Gewicht zugelassen. Zur Verpackung von Gegen- ständen, die unter Druck leiden und Feuchtigkeit ab- setzen, eignen sich feste Pappschachteln, deren Hohl- räume mit aufsaugendem Stoff (Sägmehl und dergleichen) ausgefüllt werden. Zur Aufschrift ist tun« liehst nur Tinte, aber kein Bleistift oder Tintensttst zu verwenden. * Freimachungszwang für Pakete und Postgüter. Vorübergehend werden von der Deutschen Reichs- poft wegen der zur Zeit bestehenden außergewöhn« lichen Dienst- und Personalverhältnisse einige Post« ordnungsbestimmungen geändert. Danach wird bis auf weiteres für Pakete und Postgüter der Frei- rnachungszwang eingeführt. Ihm unterliegen nicht Pakete mit Zivilkleidung, die von den zur Wehr- macht Einberufenen herrühren, wenn die Pakete feeren Mengen bei der Post eingeliefert werden. Aus« vom zuständigen Truppenteil gesammelt und in grö> gehoben wird ferner die Bestimmung, wonach bis drei Pakete mit einer Paketkarte und 10 Postgüter mit einer Postgutkarte versandt werden dürfen. Von jetzt an ist also jedem Paket eine Paketkarte und jedem Postgut eine Postgutkarte beuufugen. Endlich muß die Zustellgebühr für Pakete, die nach den Bestimmungen grundsätzlich der Empfänger zu Entrichten hat, bis auf weiteres der Absender der Pakete vorauszahlen. Empfängern, die ihre Paket« regelmäßig auf Grund einer Abholungserklärung abholen, wird die vorausgezahlten Zustellgebühr zu« rückgezahlt. und komisch. Die Kissen sind viel zu hoch, wahre Federtürme. Das Plüschsosa, Frau Muggenthalers besonderer Stolz, wird durch Häkeldeckchen geschont, und um den Spiegel schlingen sich Papierrosen. Alles das stört die Fabri, macht sie nervös und kribbelig, nimmt ihr die Haltung. Wenn jemand da wäre, Dino zum Beispiel oder ihr Dienstmädchen, würde sie sie jetzt anschreien und herumhetzen. Aber niemand ist da, niemand kümmert sich um sie, und so kann sie nichts tun als ein bißchen meinen. lieber dem Bett ist eine Urkunde oder ein Diplom, das Herrn Muggenthaler bescheinigt, daß er die Metzgerprüfung vor dem unterfertigten Meister- kollegiüm mit großem Erfolg abgelegt hat. Gegenüber hängt ein Oeldruck, einen schwebenden Schutzengel darstellend, der zwei sanftgelockte artige Kinder and er $anb führt. Auch Nippsachen sind da, ein Storch, ein Liebespaar, auch ein Teppich mit phantastischen Ornamenten. Und plötzlich wird alles weggeschluckt von einem angaloppierenden neuen Schmerz, der zischend in ihren Eingeweiden herumfährt. Die Wände stehen schief und kommen auf sie zu. Sie windet sich, sie schreit, sie zerbeißt die Kissen. Niemand hört es aus dem abseitigen, unheimlichen Zimmer. Hans Lankes, als Sportler große Klasse, Torwart im FC. Bayerland, sitzt unterdessen in der Gaststube und langweilt sich. Die biertrinkenden Bauern am übernächsten Tisch lärmen in fremden Zungen. Was Lankes für ausbrechenden Streit hält, ist aber mir Unterhaltung. Sie kommen von einer Beerdigung, tragen feierliche Gehröcke und disputieren über die zu niedrigen Diehpreife. Lankes hat ein Bierglas vor sich, auf dessen Rand eine unternehmende Fliege kokett ihre Hinterbeine putzt. Der Wirt Muggenthaler, ein Mann von Weltkenntnissen — er war schon in Oberammergau und bei den Zweibrückener Ulanen — setzt sich zu ihm, wohl wissend, was schickt. Lankes, sorglos, stets vergnügt, ein wenig oberflächlich, läßt sich nicht ungern aus fragen. „Der Herr, der das Schloß besichtigt? Das ist ein Bauunternehmer aus München. Reich, sag ich Ihnen, so! Bekannte Firma. Beschäftigt 800 Arbeiter und stellt die großen Luxuskästen her. Er inte refft ert sich für euer Schloß. Wie ist denn der Besitzer?" „Herr von Depenau? Oh, ein ganz patenter Mann, nichts dawider zu sagen, umgänglich, ohne Stolz." Muggenthaler schielt nach den Dauern, dann denkt er: was liegt mir daran. Der Konsul könnte sein Fleisch ja auch bei mir holen statt beim Bürgermeister „Nicht uneben, aber ein bißchen verdreht. Hat so Ideen im Kopf. Bodenkultur, Moor- Susig. it megei nie ft oorb er Uhrei i fteres ftrk. 1 "Ku linsen a Kinr geb m eine >ne an toi N Me mii Bildete lArvolls IM w Maden |i Höhlt,' ÜMe öo NSG. Durch die in diesen Wochen sich vollziehende Umstellung auf die Kriegswirtschaft wurden zahlreiche Arbeitsplätze frei, wodurch für viele Betriebe eine sofortige Umstellung des Einsatzes der Arbeitskräfte notwendig wird. Die Lücken, die häufig in den kriegs- und lebenswichtigen Betrieben, Werkstätten und Büros in der Industrie zutage treten, müssen so schnell wie möglich durch die Heimatfront ausgefüllt werden. Hier bedarf es vor allem auf den technischen Gebieten einer schnellen und gründlichen Vorbereitung für die betriebliche Arbeit. Im Gau Hessen-Nassau hat das Amt für Beruss- exziebung und Betriebsführung in der Deutschen Arbeitsfront für diese Aufgabe seine Berufs erziehungswerke einschließlich seiner in der Heimatfront tätigen rund 800 Uebungsleiter in den Dienst der Sache gestellt. In den jetzt neu eingerichteten vier- bis sechswöchigen Schnellunterweisungen werden die in den Bettieben neu einzu- setzenden weiblichen und männlichen Arbeitskräfte an die Bewältigung bestimmter Teilarbeiten und Ferttgkeiten herangeführt. Das diesen Arbeitskräften noch vielfach fehlende fachliche Verständnis und vor allem ihre unvollständigen technischen Voraussetzungen werden nicht durch Theoretiker geweckt ;j utn. Wer jedoch regelmäßig in derselben Gast- ( atte oder Kami.re ißt, hat auch die Möglichkeit, die Abschnitte aus der linken Seite der Reichsfleischkarte zu verwenden, wenn er den Bestellschein der Reichs,leischkarte in der Gaststätte oder Kantine abgibt und jeweils die entsprechenden Abschnitte durch Lochung oder Durchkreuzen mit Kopierstift entwerten läßt. Für die Abgabe oon Brot und Mehlspeisen gilt die Reichsbrotkarte und die Reisebrotkarte. Bei Der Verabfolgung von Mehlspeisen erfolgt die Umrechnung von Brot in Mehl im Verhältnis von 100 zu 75. Für Speisen, in denen kartenpflichttge Nährmittel, wie z. B. Graupen, Reis, Haferflocken, Nudeln, Sago usw. enthalten sind, müssen die entsprechenden Ein^elabschnitte der Lebensmittelkarte abgegeben werden. Die Einzelabschnitte der Reisekarten gelten auch für den Einkauf in Lebensmittelgeschäften, Bäckereien usw. Der Leiter der Wirtschastsgruppe für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hat ungeordnet, daß in jeder Gaststätte ein besonders preiswertes, kartenfreies Eintopf- oder T e l l e r g e - richt bereitgehalten werden muß, das in Zukunft die Bezeichnung „Stammgericht" führt. Dieselbe Anordnung begrenzt auch die «Zahl der Vorgerichte, Suppen, Fischgerichte, Teller- und Eintopfgerichte, Salate, Süßspeisen und Kompotte. In Zukunft kann jeder Gast aus einem entsprechenden Vermerk auf der Speisekarte ersehen, welche Einzelabschnitte bei der Bestellung eines Gerichtes abzuliefern find. Durch Ausbau und Verfeinerung des Gaststätten- rechts wird den Bedürfnissen der Berusstättgen, die dauernd auf Reisen oder auf die Verpflegung in einer Gaststätte und Kantine angewiesen sind, in Zukunft noch mehr Rechnung getragen werden. Aus sozialen und versorgungspolittschen Gründen kann jedoch auf die Einführung der Kartenpflicht in den Gaststätten und Kantinen nicht verzichtet werden. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Roman eines Arztes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein". Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: „Der Ackermann von Böhmen"; 19 bis 21.15 Uhr: „Bezauberndes Fräulein". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Roman eines Arztes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein". Sladltheater Gießen. Am Sonntag, 1. Oktober, bringt das Stadttheater das musikalische Lustspiel „Bezauberndes Fräulein" zur Erstausführung. Mit der Inszenierung dieser Operette von Ralph Benatzky stellt sich Harry G r ü n e f e , der neuverpflichtete Oberspielleiter der Operette, als Regisseur und mit der Rolle des Felix als Buffo vor. Unter der musikalischen Leitung von Heinz M a r k w a r d t wirken ferner mit die Damen Duill, Fornallaz, Garbe, Leiprecht; die Herren Bley, Erler, Lowitz, Manders, Schewe, Voß. Das Bühnenbild gestaltete Karl Löffler. Am Vormittag des 1. Oktober findet die erste Morgenveranstaltung zum Erntedankfest statt. Dr. Hannes Razum hat für diese Morgenveranstaltung das Spiel des Böhmen Johannes von Saaz „Der Ackermann von Böhmen" inszeniert. Es wirken mit Viktor v. Gschmeidler, Hannes Razum und Hans Albert Schewe. Das Bühnenbild stammt voll Karl Löffler. Gießener Lonzertverein. Trotz der Zeitumstände gedenkt der Gießener Konzertverein, in Uebereinstimmung mit den Anweisungen der Reichsmusikkammer, sein vorgesehenes Programm auch im kommenden Winter durchzuführen. Eine Anzahl namhafter Künstler konnten bereits verpflichtet werden. Näheres wird demnächst bekanntgegeben. Die Konzerte sollen nach Möglichkeit zu Tageszeiten stattfinden, um den Musikfreunden einen mühelosen Besuch der Veranstaltungen zu ermöglichen. Hitler-Jugend Bann -116. Ernteeinsatz der Hitler-Jugend. Die vom Bann und Iungbann 116 eingesetzten Hillerjungen verbleiben auch in der nächsten Woche Aus -er engeren Heimat In 11 th daß während dieser wegs jetzt Itft a bringt auf mehreren Fußballbe-gegnungen, die morgige Sonntai Der Der „Lahvpokal" der Handballer Wirtschaft Ul Sandwerkswerbung auch für Weihnachten. Fußball- Nundenspiele im Bezirk Gießen. Bbein-Mainische Börse. rNittagsbörse weiter fest. Erweiterung des Fahrplans im Bahnhof Gießen. w. ’M I d: M moj A Verdunkelung und Unfallversicherung. Verpflichtung zu erhöhter Aufmerksamkeit. Es ist schon wiederholt darauf hingewiesen worden, daß bei der Verdunkelung jeder Verkehrsteilnehmer zu erhöhter Vorsicht und Aufmerksamkeit im Verkehr verpflichtet ist. Gleichwohl werden Unfälle nicht ausbleiben. Deshalb ist auch die Frage verständlich, ab die Angehörigen von Betrieben, die der reichsgesetzlichen Unfallversicherung unterliegen, auch dann Unfallentschädigung beanspruchen können, wenn ihnen infolge der Verdunkelung auf dem Weae nach oder von der Arbeitsstätte ein Unfall zuskoßt. Die Vorschriften über Gewährung von Entschädigung aus der Unfallversicherung bei Unfällen auf dem Wege nach oder von der Arbeitsstätte hoben zur Zeit durch die Kriegsereignisse keine Aenderung erfahren. Daher gilt das bisherige Recht weiter, wonach der Schadenersatz nur dann ganz oder teilweise versagt werden kann, wenn eine grobe Fahrlässigkeit des Verletzten bei der Entstehung des Unfalls auf dem Wege nach oder von der Arbeitsstätte mitgewirkt hat. Daraus ergibt sich, daß die Versicherten bei der mit der Verdunkelung verbun- denen höheren Unfallgefahr auch zu erhöhter Vorsicht und Aufmerksamkeit im Verkehr verpflichtet sind, damit ihnen nicht der Vorwurf einer den Schadenersatz ganz oder teilweise ausschließenden groben Fahrlässigkeit gemacht werden kann. Anderseits haben sie, wenn sie die gebotene Sorgfalt beobachten, durchaus Anspruch auf Unfallentschädigung. nNch rgemöi W f wirb h )er Kk W ar. h hckd V $6, trlb W ■ hvv Mannschaften eingeschaltet. Der Rest folgt schon in Kürze. Bis dahin wird auch die Fugendrunde, die diesmal wieder ausgezeichnet besetzt ist, gestartet werden können. Die Spiele beginnen am 8. Oktober. Die endgültige Einteilung ergibt folgendes Bild: Staffel 1: Tv. Hörnsheim, Tv. Lützellinden, Tv. Hochelheim, To. Dornholzhausen, Tv. Münchholzhausen, To. Holzheim. Stafftl 2: Tv. Garbenheim, W.-Niedergirmes, Tv. Atzboch, Tv. Katzenfurt, Tv. Krofdorf, Tv. Dutenhofen. Staffel 3: Mtv. Gießen, Spvgg. 1900 Gießen, BsB.-R. Gießen, To. Heuchelheim, Tv. Londorf, SA.-Kampfgem. 116 Gießen. Spielfeldern mehrere -----s;-- - - icherlich einiges Interesse finden werden. Auf dem Programm stehen folgende Spiele: Frankfurt a. M., 29. Sept. Die Börse war weiter fest und unter dem Eindruck der Moskauer Kundschaft waren in größerer Zahl Kaufaufträge eingegangen, während Abgaben kaum erfolgten. Lediglich späterhin beobachtete man hin und wieder kleine Gewmnmitnahmen der Berufskreise, die aber die feste Gesamthaltung nicht beeinträchttgten, son- dem zu einem besseren Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage führten. 6r««fS ii ck-s? la* ef, % M ' *4 'L n s * Mül bereu 'en ns ein, b: ren & lurudi unb j; * iW ebeni< merlt; Gim gkeÜL en P unbk Lollar — Londorf, Großen-Linden — DsB.-R. Gießen, Spvgg. 1900 — FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg, Steinbach — Lich. . Die Lollarer Elf sollte auf eigenem Platze m der Lage sein, die Gäste, wenn auch mit knappem Ergebnis, niederzuhalten. — In Großen-Linden tritt die Mannschaft des VfB.-R. mit einer verjüngten Mannschaft an und hofft besser abzuschnerden als am Dorsonntag gegen den Lokalrivalen. Ueber die Begegnung 1900 — „Teutonia" haben mir gestern bereits .berichtet. - In Steinbach sollte es ?u einem Lokalkampf kommen, der von einiger Spannung bestimmt ist, aber kaum einen Sieger im Voraus nennen läßt. Die Spiele durften schon recht aufschlußreich dafür sein, wie die Vereine mit der Schwierigkeit der Mannschaftsaufttellung fertiggeworden sind. Die Spiele um den vom Fachamt Handball ausgeschriebenen „Lahnpokal" haben nunmehr Form und Gestalt angenommen. Dte Maßnahmen der Kreisspielleitung sind mit freudiger Genugtuung begrüßt worben. Es kommt gerade bei den Spielen Ln den Lahnpokal nicht so sehr darauf an, die Spitze zu erreichen. Zeigen soll sich vielmehr, wer ohne seine etatsmäßige Elf m der Lage rft, eine Runde ordnungsgemäß durchzustehen und einen achtbaren Platz zu erringen. .. w < Daß es an dem nötigen Interesse der Oeifentfid)- keit rächt fehlt, dafür sorgen die interessanten Paarungen bzw. die Zusammensetzungen der einzelnen Staffeln. Wir haben zunächst nur einen Teil der Erweiterung des Fahrplans des Bahnhofs Gießen verkehren ab 2. Oktober auf der Strecke Gießen—Koblenz und Koblenz—Gießen folgende Züge: Strecke Gießen —Koblenz: Gießen ab 8.03 Uhr bis Koblenz; der nächste Zug fährt um 10.58 Uhr ab, und zwar ebenfalls bis Koblenz, ein dritter Zug verläßt um 17.24 Uhr unseren Bahnhof unb fährt bis Limburg. öon der Strecke K o b l e n z —G i e ß e n körn- mm Züge zu folgenden Zeiten in Gießen an: um 7.21 Uhr von Limburg, um 15.41 Uhr von Koblenz und um 17.55 Uhr, ebenfalls von Koblenz. Die genannten Züge verkehren als Punktzüge täglich. Große Aufgaben der privaten Kreditbanken. Die Sommermonate des laufenden Jahres haben eine Art Generalprobe auf die Leiftungsfa^gkeit des deutschen Banksystems bei starkem Dean spruchungsdruck dargestellt. Der günstige Verlauf d-eser Generalprobe darf als ein gegluckter Beweis dafür angesehen werden, daß unser deutsches privates Banksystem in der kommenden Zett lede ihm gestellte Aufgabe im Rahmen der zivilen Relchs- verteidigung reibungslos lösen wird. daß während dieser Monate leichter Guthabenminderung die Banken annähernd Vi Milliarde RM. zusätzlich ausleihen konnten durch Ausschöpfung anderweitig gegebener Möglichkeiten. Es geschah dies insbesondere durch Minderung des Bestandes an Wechseln und an Wertpapieren. Die von den Danken begebenen Indossamente haben sich jedoch nicht vermehrt, so daß die Mehrbeanspruchung aus eigener Kraft der Banken, nicht durch Schuldenkontrahierung befriedigt wurde. Wieder Handball im MTV. Gießern Um in Gießen den Handballspielbetrieb nicht ganz ruhen zu lassen, hat sich der Mtv. entschlossen, aus den noch anwesenden aktiven Spielern und den körperlich stärksten der Jugend eine 1. Mannschaft neu erstehen zu lassen, die erstmalig am morgigen Sonntag in Katzenfurt auf den Plan tritt. Wie der Spielführer des Tv. Katzenfurt mitteilte, ist seine Mannschaft bisher fast noch ungeschwächt. Es ist ihr daher eine sichere Gewinnchance zuzusprechen, zumal noch der Vorteil des eigenen Platzes hmzukommt. Trotzdem wird sich die Mannschaft des Mtv. bemühen, den Ausgang des Spieles jederzeit offenzuhalten, um den Anhängern des Handballspiels in Katzenfurt keine Enttäuschung zu bereiten. Die Aufstellung der Mtv.-Mannschaft: Knaus; Krausch, Grieb; Diemann, Kümmel, Lindenstruth; Jughard, Winter, Bittendorf, Brenner, Weigand. Für den Kenner immerhin eine starke Mannschaft, deren bester Teil unzweifelhaft der Sturm sein sollte. Knaus im Tor wird als Jugendlicher etwas unsicher fein, aber er wird tun, was er kann. In der Verteidigung stehen zwei Spieler, die zum eisernen Bestand der 1. Mannschaft gehören. In der Läuferreihe ist Lindenstruth der einzige Aktive, die beiden Jugendlichen werden die fehlende Erfahrung durch Eifer wettmachett müssen. Zu den ersten Kursen ergaben sich bei lebhaften Umsätzen am Aktienmarkt durchschnittliche Erhöhungen von 1 bis 2 v. H., bei einer ganzen Reihe von Werten gingen sie infolge der Marktenge darüber hinaus. Von den führenden Papieren stiegen u. a. AEG. auf 115 (112), Verein. Stahl auf 92,75 (90,75), Siemens auf 202,65 (199,40), Geffürel auf 134 (131) unb IG.-Farden auf 157.50 (156,50). Ferner gewannen Holzmann 4 v. H. auf 142, Daimler 3 v. H. auf 111, Rheinmetall 3 v. H. auf 114,50 und Zellstoffwerte stellten sich 3 bis 5 v. H. höher. Am Renten markt zeigte sich ebenfalls weitere Nachfrage, was aber kursmäßig weniger zum Ausdruck kam. Beachtet waren im Hinblick auf den Kupontermin Goldpfandbriefe. Auch Liqui-Pfand- briefe z. T. weiter gesucht und höher. Industrie- Obligationen zogen fast durchweg 0,25 bis 0,50 v. H., 5 v. H. Gelsenberg 0,65 v. H. auf 98 an. In Stadtanleihen verblieb dagegen z. T. noch Angebot, 4,50 v. H. Pirmasens 94 (94,50), 4,50 o. H. Mannheimer 96,50 (97). Reichsaltbesitz unv. 132, Reichs- bahn-DA. 122 (121,25), Dekosama I 135,75 (135,50). Steuergutscheine I im telefonischen Freiverkehr weiter anziehend. In der zweiten Börsenstunde erhielt sich die feste Tendenz, das Geschäft ging aber in Ermangelung weiterer Aufträge merklich zurück. IG.-Farben 0.25 v. H. nachgebend auf 157,25, anderseits Verein. Stahl 93,25 nach 92,75, Mannesmann 100 nach 99,13, Rhein. Braunkohlen 219 nach 218,50. Der Freiverkehr lag ruhig. Tagesgeld 2,25 v. H. In den Monaten Juni und Juli war die an die privaten Banken herangetragene Kreditnachfrage gewachsen. Die Summe der Ausleihungen stieg bei den Großbanken zwischen Mai und Juli 1939 um 270 auf 3563 Mill. RM. Bei den Reaionalbanken wurden 195 Mill. RM. mehr ausgeliehen: die De- bitorenfumme betrug hier Ende 1938 rund 1239 Mill. RM. Insgesamt ist also das Ausleihungsvolumen bei den privaten Banken um rund 465 Mill. RM. im Laufe von zwei Monaten gestiegen. Diese zusätzlichen Ausleihungen sind nicht aus einem entsprechenden Zuwachs des Einlagebestandes bestritten worden. Die Spareinlagen haben zwar in Den Aufruf der maßgebenden Stellen, keineswegs jetzt etwa die Wirtschaftswerbung einschlafen zu lassen, befolgt insbesondere auch der Reichsstand des deutschen Handwerks, der soeben mitteilt, daß das Handwerk eine Weihnachtswerbung 1939 durchführen wird. Als Motiv wurde die Verbindung des Weihnachtsbaumes mit dem Reichsstandszeichen gewählt. Die Parole lautet: „Wer Handwerksarbett schenkt, gibt mehr! ... und wenn's auch noch so wenig wär'!" Feuer in Großen-Linden. * Großen-Linden, 29. Sept. In Stallung und Scheune des hiesigen Landwirts Ludwig Luh IX. brach heute gegen 11.15 Uhr aus bisher noch nicht völlig aufgeklärter Ursache Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Trotz aufopferndem Einsatz der Feuerwehren von Großen-Linden Lützellinden und Lollar, die mit ihren Motorspritzen erschienen, war es nicht möglich, die Scheune und die Stallung zu erhalten. Da in der Scheune etwa 4 0 0 Zentner Heu und Stroh lagen, fanden die Flammen reiche Nahrung, und die Wehren mußten sich darauf beschränken, das anschließende Wohngebäude und weitere Nachbaranwesen zu schützen. Einige wertvolle landwirtschaftliche Maschinen fielen den Flammen ebenfalls zum Opfer. Das Vieh konnte gerettet werden. Dank des Einsatzes der Feuerwehrmänner und freiwilliger Helfer konnte das Feuer auf feinen Herd beschränkt werden. Der Schaden ist erheblich. Die Brandstätte bietet ein Bild wüster Zerstörung. Der Feuerwehrdezernent des Landkreises Gießen, Regierungsrat Dr. F u h r, und Kreisfeuerwehrführer Bouffier weilten an der Brandstelle. Die Gendarmerie unter Leitung von Gendarmeriemeister Gunkelmann nahm die Ermittlungen über die Ursache des Brandes auf. Mutmaßlich liegt fahrlässige Brandstiftung vor. Eine Erinnerung an den Weltkrieg. * Lang-Göns, 30. Sept. Dom Jahre 1915 an gab der inzwischen verstorbene Pfarrer Theodor Weber ein befonberes Kriegs-Gemeinde- blatt heraus, das ben Titel .Lriegsbrot" führte. Es erschien bis zum Juli 1918 und umfaßte 15 Nummern. Alle, die diese Zeitschrift aufhoben, werden wohl in diesen Tagen wieder einmal hineingeschaut haben, um alte Erinnerungen aufzu- ftischen. Neben kirchlichen Nachrichten enthält das „Kriegsbrot" eine fast lückenlose Liste aller Kriegsteilnehmer. Bis 3um Sommer 1918 waren aus unserer Gemenide 336 Männer zur Fahne gerufen. Außerdem wurden zahlreiche Feldpostbriefe ab gedruckt. Ueber die Tätigkeit des damaligen Hilfs- v er eins wurde ein genauer Bericht erstattet. Es waren gewaltige Mengen von Liebesgaben, die ins Feld gesandt wurden. In einer Beilage gab das Gemeindeblatt Bilder von 35 gefallenen Lang- Gönfern (im ganzen waren es 59). Aber auch sonstige Nachrichten aus der damaligen Zeit erwecken unser Interesse. So wird u. a. berichtet, daß im Jahre 1915 zum ersten Male alle Konfirmanden gleichmäßig in städtischer Kleidung erschienen, die alte (kurze) Mädchentracht war damit abgetan. Eingehend wird auch über die hohe Auszeichnung des ältesten Sohnes unseres damaligen Bürgermeisters Rompf, des Oberleutnants Ottv Ritter von Rompf, berichtet, der wegen seiner am 10. März 1916 bei der Wiedereroberung einer vom Feinde überfallenen Sappe bewiesenen außerordentlichen Umsicht, Kühnheit und glänzenden persönlichen Tapferkeit den höchsten bayerischen Kriegsorden, den Militär-Max-Joseph-Orden erhielt. Mit dieser hohen Auszeichnung ist der persönliche Adel für den Beliehenen verbunden. Die Ueberreichung des Ordens fand am 29. August 1916 durch den Kommandierenden General statt. An der Feier nahmen außer sämtlichen direkten Vorgesetzten auch Ifft n -A »litt DerkehrskontroUe. 3n verschiedenen Hauptverkehrsstraßen unserer Stadt wurden gestern nachmittag Verkehrskontrollen abgehalten, die dem Zwecke dienten, die Berechtigung der Benutzung von Kraftfahrzeugen nachzu- pcüfen. Die Polizei sah die Kennzeichen nach, ob sie mit dem roten Winkel versehen waren, und die tarnten ließen sich gleichzeitig den Kraftfahrzeugbrief zeigen, in dem verzeichnet ist, zu welchem Zveck die Fahrzeuge gefahren werden dürfen. Die Kontrolle, die rasch und reibungslos vor sich ging, Mit den Verkehr nicht wesentlich auf. Don den meisten Kraftfahrern wurde die Notwendigkeit der Kontrolle eingesehen und den Beamten bei ihrem Dienst alles Verständnis entgegengebracht. Jetzt Bucheckern sammeln' Vie Ernte an Bucheckern muß jetzt mehr denn je für die Oelgewinnung nutzbar gemacht werden. Ächeckern sind auch in diesem Jahre in die Förderungsmaßnahmen des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft zur Oelgewinnung aus dsltschen Oelsaaten einbezogen worden. Die Oel- nWen werden durch Bewilligung einer Ausgleichs- osigütung in die Lage versetzt, dem Sammler von Vocheckern einen Kaufpreis von 25 RM. für den Doppelzentner zu zahlen. Darüber hinaus ist dem Summier noch ein Rückkaufrecht für die bei der Erarbeitung der Bucheckern angefallenen* Bucheck rnkuchen in einer Menge von 65 v. H. des Gewichts der angelieferten Bucheckern eingeräumt worden. Den Oelmühlen wird die Ausgleichsvergütung mich dann gezahlt, wenn sie das Bucheckernöl, das fit für den eigenen Verbrauch der Sammler im Lchnschlag geschlagen haben, abgesehen von reinem Shlaglohn, frei von allen übrigen Zuschlägen zurückliefern. Gießener lvochenmarktpreife. Für Gemeinschafts- und Einzelanzeigen werden in Anlehnung an das Hauptmotiv Entwürfe aus- gearbeitet, die als Vorschläge rechtzeitig herausgehen. Für das Schaufenster ist ein schönes Plakat vorbereitet, zu dem passende Aufstellschilder für Preise bezogen werden können. Für den Schau- fensterausschlag ist ein zu dem Plakat passendes Dekorationspapier entworfen worden, das nur an Handwerksbetriebe abgegeben wird. Die Werbestelle des Reichsstandes steht den Dienststellen zu besonderen Auskünften zur Verfügung. der Berichtsperiode bei Groß- und Regionalbanken zusammen um 9 Mill. RM. zugenommen, dagegen sind die „sonstigen Gläubiger", also die eigentlichen Inlandsbankeinlagen, um 280 Mill. RM. auf 9392 Mill. RM. gesunken. Dieser geringfügige Rückgang der Bankeinlagen ist nicht so sehr auf echte Abhebungen, als auf Verschiebungen in den Zahlungsaepflogenhetten der Behörden zurückzuführen gewesen. Solange das Reich seine Verpflichtungen außer mit Steuereingängen mit der Hingabe von Lieferschätzen bezahlte, die ihrerseits von den Banken übernommen und in Bankguthaben der Einreicher umgewandelt wurden, stand dem laufenden Abfluß von Bankguthaben durch Bargeldabhebungen der zusätzlich Arbeitskräfte einstellenden Kunden ein Zufluß von neuen Bankguthaben gegenüber. Der Uebergang zum Steuergutscheinsystem, bei dem die mit Steuergutscheinen bezahlten Firmen diese ihrerseits in natura oder über Sammeldepotschecks zu Zahlungen benutzten, hat den bisher durch Lieferschaftdiskontierung entstandenen Guthabenzufluß unterbrochen. Es mußte zu der erwähnten kleinen Verringerung des Bankguthabenvolumens kommen, da der zusätzliche Bargeldbedarf durch Mehrbeschäftigung andauerte. Die Neuordnung der Finanzwirtschaft durch die Verordnungen des Reichsverteidigungsrats hat dieses Stadium unserer Finanzwirtschaft inzwischen wieder beendet. Wichtig bleibt aber die Feststellung, 4- Grünoerg, 29. Sept. Die städtische Ob st Versteigerung erbrachte bei mittleren Preisen einen Gesamterlös von 1444 RM. Im Vorjahre, das nur geringen Obstertrag hatte, betrug die Einnahme 351,90 RM. Ein ganz verschiedenes Bild ergaben die Ob st Versteigerungen an den Landstraßen bei Grünberg. Die erste Versteigerung war auf der Teilstrecke der Hochstraße von der Neumühle bei Grünberg. Hier kamen reichliche Mengen Tafeläpfel und Birnen zum Ausgebot, u. a. Goldparmänen, die entgegen in anderen Jahren beobachteten Ausartungserscheinungen durchweggut ausgewachsen waren, wohl infolge der Spritzaktion. Die Preise lagen daher durchweg hoch. Besonders überboten sich di? Käufer bei einer Anzahl gut tragender Birnbäume „Neue Poiteau". Oft erfolgte der Zuschlag, während die Bieter noch weiter steigern wollten. Der Preis stellte sich etwa auf 8 bis 10 RM. für den Zentner am Baum. Dagegen erbrachte die Versteigerung an der Hauptstraße 49, Abzweig Harbach bis (3rünberg und Grünberg bis |vr---------- ----- ---- Lehnheim, niedrige Preise. Nur wenige Käufer Besprechungen zuversichtlich gestimmt Von der waren erschienen, so daß stellenweise Bäume nur - —------ -- — schwer ein Angebot fanden. setzt worden und wird wieder an das Stromnetz ter Uhren angeschlossen. . Die Uhr bleibt bis auf Miteres an dem Platz, an den sie jetzt gebracht Prinz Franz von Bayern, ein Sohn des Königs Ludwig, teil. Es schloß sich eine Parade vor dem neuen Ordensritter und ein Frühstück beim Regimentskommandeur an. Bei letzterem hielt Prinz Franz eine längere Ansprache und brachte ein Hoch auf den jüngsten Max-Joseph-Ritter aus. Der Bericht schloß mit den Worten: „Alles in allem, ein an Ehren überaus reicher Tag für Oberleutnant Rompf; an feiner Freude über die hohe Ehrung nimmt sicherlich jeder Lang-Gönfer lebhaften Anteil mit dem innigen Wunsch und Gebet, daß Gottes gnädiger Schutz ihn auch ferner durch alle Kriegs- ftürme begleite." Leider fiel Otto von Rompf am 20. Mai 1917 im Kampfe für fein Vaterland. Schwerer Derkehrsunfall in Wetzlar. Zwei Tote. * Wetzlar, 30. September. Ein verhängnisvoller Zusammenstoß zwischen einem mit zwei Männern besetzten Motorrad und einem L a st - auto ereignete sich hier in der Steindorfer Straße. Das Motorrad mit den beiden Insassen fuhr mit großer Geschwindigkeit gegen den Lastkraftwagen, sodaß die beiden Motorradfahrer eine ganze Strecke weit fortgeschleudert wur- oen und mit schwersten Verletzungen liegen blieben. Die Verunglückten wurden nach dem städttschen Krankenhaus verbracht, wo sie einige Stunden nach ihrer Einlieferung verstarben. Mit dem Motorrad gegen einen Baum Lpd. Nidda, 29. Sept. Drei junge Leute, die sich auf einem Motorrad mit Beiw agen auf einer Fahrt nach Frankfurt a. M. befanden, fuhren in der Nähe von Ranstadt mit großer Geschwindigkeit gegen einen Baurn. Dabei trug der Lenker des Motorrades Brüche an beiden Beinen, der Soziusfahrer Beckenbrüche und andere Verletzungen davon, während der Insasse des Beiwagens mit leichteren Verletzungen davon kam. Die Verunglückten wurden nach Friedberg ins Krankenhaus gebracht. Landkreis (Dießen. hen.^ ist WI itffe. ' ine W friert fr; bei N leistes । ’Lw e W * •ben.2: ** Persiluhr Kaiserallee bleibt vor- ibbip läufig. Die Persiluhr an der Ecke Kaiserallee, onaV iit wegen des Umbaues für einige Tage ihren PoW Dienst nicht versehen konnte, ist nunmehr zurückver- 1 £pjfp‘ «u. ««««k vm JvX «m« aXai- am h.na * Gießen, 30. Sept. Auf dem heutigen Wochen- Nvrkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Blatte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 12^, B 12, C 11K, D 10^, ausländische 11, Wirsing, % kg 5 bis 7, Mißtraut 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römisch- kahl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 18, Unterkohl- rali 8, Feldsalat, 1/io 10 bis 12, Tomaten, % kg 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 8, Kartoffeln, Kkg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,95 RM., Aepfel, kg 15 bis 30 Rpf., Falläpfel 5, Birnen 10 bis 25, Pfirsiche 25 bis 30, Zwetschen 8 bis 15, Mrabellen 17 Rpf., Hähne 1,10 bis 1,20 RM., Suppenhühner 90 Rpf. bis 1 RM., Nüsse 40 Rpf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 35, Salat.5 bis 8, Selatgurken 10 bis 25, Endivien 8 bis 12, Obergen k katlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, n M' Sellerie 10 bis 25 Rpf. Wrde. '* Kuriosum am Birnbaum. Aus einem Aisten am Aulweg wird uns eine interessante Arne gebracht. Der Baum trug unter vielen Früchten eine Birne, die sich nicht darauf beschränkte, Birne an sich zu fein, vielmehr entwickelte sich aus den Blütenrest eine zweite Birne, die auf das «nstte mit der ersten verwachsen ist. Die zuerst aus- S" ildete Birne ist reif und gelb, die zweite, eben» s vollständig ausgebildete Frucht, ist noch grün. ** Zimmerbrand und Kellerbrand. Unsere Feuerwache wurde gestern zu später Nacht- tiunbe nach dem Aulweg gerufen. Dort war der Maben einer Tür, die ins Freie führte, in Brand Maten. Die Flammen hatten schon den Kasten der ictoufie ergriffen. Die Feuerwehr, die rasch zur stelle mar, wurde mit dem kleinen Löschgerät, mit ter Kübelspritze, sehr schnell mit dem Feuer fertig. Unmittelbar danach wurde die Feuerwache nach ter Walltorstraße gerufen, wo im Keller eines Geschäftshauses Packmaterial und Kisten in Brand Maten waren. Auch hier konnte mit dem kleinen Ä'chgerät das Feuer erfolgreich bekämpft werden. Zur Richtigstellung. Das in der heutt- W Ausgabe unserer „Illustrieren" auf Seite 2 erschiene Bild „Das Delgebiet von Drohobycz" ist mit seinem Begleittext vor dem Zeitpunkt der Grenz- sesisetzung in Druck gegangen. Nach der nunmehrl- teir endgültigen Festsetzung der Grenze ist der Be- rleittext als überhott anzusehen, denn dieses Gebiet 6e$t jetzt innerhalb des russischen Interessengebiets. Aroße Strafkammer Gießen. Der einschlägig vorbestrafte Fr. Kl. in Klein- Üinben war am 21. August vom Amtsgericht Gie- wegen Zechbetrugs im Rückfall in 13 Fallen iu einer Gesamtgefängnisstrafe von 10 Monaten Murteilt worden. Geaen das Urteil verfolgte er vigen der Strafhöhe Berufung. Diese wurde, dem Ur trag des Anklagevertreters entsprechend, verwor- ier. Dem Angeklagten wurde eröffnet, daß er tm D ederholungsfall mit Zuchthausstrafe und Siche- ! Nngsvermahrung zu rechnen habe. D. St. in Villingen hatte sich wegen fahrlässiger Ittung zu verantworten. Es wurde ihm zur Last ieiegt, am 15. Juli in der Grube Abendstern bei Ihm gen durch Fahrlässigkeit den Tod des K. E. ver- L'ocht zu haben, indem er dem Fordermaschrnlsten Signal zum Hochziehen der Förderschale qe- Seben habe, obgleich ihm aüs dem Schacht noch kein bignal zugegangen war. Der auf der 20-Meter- 6cf)le einen Förderwagen vor sich herschiebende K S. stürzte dadurch mit seinem Wagen 25 Meter tie 'in den Schacht und fand dabei den Tod. Der An- $e!Iagte wurde üb erführt. Es wurde aber, feüge« ftlt, daß den zu Tode gekommenen K. E. em Mtt- m schulden trifft. Der Vertreter der Anklage führte «U5, daß eine höhere als dreimonatige Gefangnis- ftife nicht verhängt werden könne, und beantragte, iis Verfahren entsprechend dem Amnestieges tz Urzustellen. Das Verfahren wurde antragsgemäß RefteHt ßatetfr. tW I , frier: | fanget i«! enfrer frf • H ite N rerlläic i J zM? S AB HEUTE befindet sich mein vergrößerter Damen- und Herren-Salon 30 FRANKFURTER STRASSE 42 JAHRE Hans Qötz, Gießen, Telephon 3762 Bernard-Stoffe Athen, Timoleontos 41 Gießen, Röntgenstraße 2 September 1939 04452 Ihre Vermählung geben bekannt Gießen, Steinstraße 17 04431 Ihre Vermählung geben bekannt Nut-Nr. 29R Uedigftraßc 16 Ihre Vermählung geben bekannt HJ.B.Häuser Gießen, den 30. September 1939 Hammstraße 13 Liebigstraße 68 04482 Wir haben uns am 26. September in Lüdenscheid (Wests.) vermählt Marktstr. 22 Gießen, am 29. September 1939 Ächtung! Ächtung! 6171D Schlaclilplerdeo. Scltlachllohlen Gewerbeschule (hießen ■ IIII ■ III ■ ■ !■! ■ Ein zuverlässiger Wecker läßt ruhig einschlafen und pünktlich Heedfeld bei Lüdenscheid Martin Eschtruth, Wachtmeister Dora Eschtruth, geb. Kern Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen an ' Gießen, den 30. September 1939 z. 3. Wetzlar Gertrud Diotl geb. Schmidt Or. Adolf Noll Lt. d. Fliegertr. werden ständig zu Höchstpreisen angekauft. Bei Notschlachtungen schnelle und reelle Bedienung. Vermittler erhalten hohe Provision! Roßschlachterei Schilling (Biesen, DMeinMe 8. lei. 3542 Oie Verlobung meiner Tochter (Elisabeth mit dem Hauptschristleiter der„Neuen AthenerZeitung^Verend Freiherr von Tiesenhausen zeige ich hiermit an Emil Weigel, Obertruppführer im RAD. Mathilde Weigel, geb. Klapper Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 Curt Müller Gse Müller, geb. Hillgärtner Elsa Koch-Grünberg geb. Wasmuth (QtiJo {'juwi OWiwL! Direkt vom Herd auf den Tisch. Jeder Hausfrau Ist es angenehm, wenn sie gleich angerichtet kochen kann. Das feuerfeste Jenaer Glas erspart das Umfüllen der Speisen und damit auch Abwasch. Sehen Sie sich die Brat- u. Backschüsseln, Schalen und Pfannen an bei Meine Verlobung mit Fräulein Elisabeth Koch, Tochter des ver- storbenen Forschungsreisenden Prof. Or. Theodor Koch-Grünberg und seinerGemahlinGlsa,geb.Wasmuth, beehre ich mich anzuzeigen Äerend Freiherr von Tiesenhausen Mehr Freude an der Matur durch Bermühler-Bücher! heißt: Dreißig Jahre Verkauf von Qualitätswaren. Seit der Gründung des Geschäftes war es unser oberster Grundsatz, gute Qualitäten zu niedrigen Preisen zu bringen. Die ständig zunehmende Zahl unserer Kunden hat unser Unternehmen zu dem größten Stoffspezialhaus Oberhessens heranwachsen lassen. Auch in Zukunft wird es unser Bestreben sein, gute Qualitäten in großer Auswahl zu niedrigen Preisen zu bieten. Aufmerksame Bedienung und richtige Beratung werden Ihnen den Einkauf auch weiterhin erleichtern und zur Freude machen im Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Hofier Nach'. Bandafiistonmeist. Harktstr.16 Lieferant der krankenk assen Damen-Bedienung 3-semestr., unter Staatsaufsicht stehende Fachschule für: Baugewerbe, Maschinenbau- u. Elektrotechnik,Maler, Schreiner. 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