irr. 202 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 30. August 1939 Erschein« täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Dies;euer Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten. Anzeiger Giehea Postscheckkonto: Kranisurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitättdruckerei R. fange in Gießen. Schriftleitung und Seschüstrftelle: Schulstratze 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Npf.. für Text- anzeigen oon70mm Breits 50 Npf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmahigte Grundpreife: Stellen--. Berems», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts» u. behördliche AnzeigenSRpf. Mengenabschlüsse Staffel B L. wei- sorgen. polen stellt Kavallerie und Panzer für den Uebersall aus Danzig bereit schöner und und Ostfeste Herren des des Großen Oer Führer empfing -en britischen Botschafter. Berlin, 29.August (DKB.) Der Führer c rnichtete. . Die steinernen Zeugen sollten die Erben Pllsud- sk'S heute daran erinnern, welche Zukunft Polen e i wartet, wenn es nach dem Grundgesetz s^nes 5uums und seiner Zeit lebt. Die Nachfolger Kcsti- nnrs aber mißachteten und vernachlässigten die Ostpolitik und begünstigten dadurch den Aufschwung dss Teilfürstentums Moskau im 15. Jahrhundert zu emer für Polen gefährlichen Macht: die gleiche Unter» lchsung verlockte Tataren wie Türken, in Polen em» ^stallen. Statt die Sendung Kasimirs weiterzusühren, e itriß der polnische Adel den deutschen Burgern und Bauern die Früchte ihrer Arbeit, beutete das polnische Landvolk aus und bemächtigte sich der Erbgüter. Die Raubwirtschaft der Magnaten, die o;s polnische Wirtschaft sprichwörtlich geworden ist. nachte Polen so arm, daß eine Urkunde von 1496 feststellen mußte, nirgends gäbe es so viele Bettler wie in Polen. Betrachtet man das Lebenswerk Pilsudskis in diesem Zusammenhang, dann kommt man zu dem Schluß, daß der polnische Marschall den Instinkt des in der östlichen Atmosphäre ausgewachsenen Staatsmannes besessen hat. Ihm lag weniger an der polnischen Expansion nach der Oder als vielmehr an dem Lebensraum im Osten, wie dies sein (allerdings mißglückter) Feldzug 1920 nach Kiew und die Eroberung von Wilna beweisen. Vielleicht wäre es ihm auch gelungen, das Dölker- gemisch seines Landes zu befrieden, hätte ihm nicht der Chauvinismus des deutschfeindlichen Nationaldemokraten D m o w s k i und der Eigensinn der sich wie kleine Könige gebärdenden Wojewoden dauernd Knüppel vor die Füße geworfen. Es ist wenig bekannt, daß Pilsudski kurz nach dem deutschpolnischen Abkommen von 1934 einem Vertreter der reicher zu machen. Der Glanz der alten Handelsstadt Lublin schwand dahin, als sich die Landes anmaßtsn, das Erbe Kasimirs Danzig, 29. Aug. (DNB.) Aus dem Gebiet um Gdingen und Adlershorst haben die Polen alle Personen entfernt, die nicht schon seit längerer Zeit dort ansässig sind. Dirschau wird evakuiert. Der Dirschauer Eisenbahnschuppen Nr. 3 wird als ein Einstellort neuerdings eingetroffener Panzerwagen benutzt. Ein neuer Beweis für die Annahme, daß die Polen den Ueberfall auf Danzig mit einem Kavallerie - und P a n z e r v o r st o ß durch die Danziger Niederung einleiten wollen. In Dirschau ist eine polnische Polizeitruppe von 2000 Mann aufgestellt worden, die nach der Besetzung Danzigs durch die Polen die Polizeigewalt in der Freien Stadt übernehmen soll(I). In Adlers horst, unmittelbar jenseits der Danziger Grenze vor Gdingen, wird dauernd geschanzt. Die neue Eisenbahnstrecke Gdingen—Berent ist stark mit Drahthindernissen versehen. In der vergangenen Nacht kamen Bauern, deren Wirtschaften demoliert wurden, mit Vieh über die Danziger Grenze. Die Polen haben bekanntgeaeben, wer flüchtige volksdeutsche Bauern tot oder lebendig einliefert, dem gehört die Wirt- 5 it Neville Henderson. Dem britischen Botschafter wurde die Antwort des Führers auf die gestrige Mitteilung der britischen Regierung übergeben. Isolierung nach Deutschland hin r 1 gut wie vollständig. Es ist nicht mehr möglich, eine telefonische Verbindung zu erhalten, da polnischerseits sämtliche Leitungen gestört sind. Postsendungen werden ebenfalls nicht mehr nach Polen befördert, da sie von der polnischen Post nicht übernommen werden. Es gibt ferner keinen direkten Eisenbahnverkehr mehr. Der Grenzverkehr ruht vollständig. Mehrere die in der Nacht über die Grenze kamen, berichten, daß im Kreise Bromberg die Polen an die Frauen folgenden Aufruf gerichtet hoben: „Wir werden kämpfen bis zum letzten Blutstropfen und olle Deutschen bis zum kleinsten Kind vernichten. Wenn es aber schlimm kommt, dann müßt ihr den Deutschen mit kochendem Wasser die Augen ausbrenne n." Gestern wurde an der Danziger Südgrenze von Polen geäußert: „Danzig wird in Trümmer geschossen und unter Wasser gesetzt werden. Die Leichen der Deutschen werden so zahlreich sein, daß man mit deren Knochen eine Brücke über das Wasser bauen kann. zu zerstören, statt es nach seinen Geboten zu mehren. Der Zersetzungsprozeß mußte unweigerlich zur Kapitulation des unglücklichen letzten Polenkönigs Stanislaus Poniatowski vor Rußland und damit 1795 zur dritten Teilung Polens führen. Es ist bezeichnend, daß man damals Polen vor der Teilung dadurch zu retten versuchte, daß man die Herrschaft einem Habsburger anbot. Wissen die Erden Pilsudskis heute, welch gefährlichen Weg sie beschritten haben? Das Schicksal der alten Baudenkmäler von Lublin sollte ihnen ein memento mori, ein mahnender Hinweis auf die Folgen staatsmännischer Torheiten, sein. schäft der Flüchtigen. In Dirschau kam es zu teren schweren Ausschreitungen gegen Volksdeutsche. Eine Terrorbande zog durch die Straßen der Stadt, ließ sich in der einzigen deutschen Konditorei nieder, verweigerte nach der Zeche die Bezahlung und zertrümmerte die Ladeneinrichtung sowie die Einrichtung von 25 deutschen Geschäften und Privathäusern von Volksdeutschen. Deutschen wurde gedroht, es würde vom deutschen Gut und von Danzig kein Stein auf dem anderen bleiben. Volksdeutsche Flüchtlinge, sind. 3m Interesse der lebensnotwendigen Verkehrs- notwendigkeiten Danzigs hat die Danziger Regierung noch in den Nachtstunden öle polnische Regierung nachdrücklich auf diese Verletzungen der polnischen Eifenbahnbehörden hingewiefen. Auch ein Mchtlingszug aus Vromberg von den polen Milligehalten. Ostoberschlesien hermetisch abgeschlossen. Kattowitz, 29. Aug. (DNB.) Ostoberschlesi-n wird von seinen polnischen Machthabern immer mehr und mehr abgekapselt. Schon heute ist die deutschen Volksgruppe gegenüber den ernstlichen Wunsch ausgesprochen hat, den nationalen Kämpfen im Lande rücksichtslos ein Ende zu bereiten. Gewiß hat nicht die Liebe zu den Deutschen, sondern staatsmännische Weisheit diesen Wunsch bestimmt, ebenso wie ja Kasimir die Deutschen nur deshalb ins Land geholt hatte, um Polen Schneidemühl, 30. August (DNB. Funk- spruch). Der fahrplanmäßige Personenzug, der kurz nach 17 Uhr in Schneidemühl einläust, hat am Dienstag seinen Bestimmungsbahn- Hof nicht mehr erreicht. Wie seit Tagen, so wurde auch gestern (Dienstag) wieder Mit । diesem Zuge eine große Anzahl von Flüchtlingen erwartet. Auf wiederholte Anfragen des Bahnhofs Schneidemühl gab der polnische Grenz- bahnhof keine Antwort. Erst am Morgen kam der Bescheid zurück, der Zug werde Verspätung haben. Dann bricht jede Verbindung ab und es 'waren von den Polen keinerlei Auskünfte mehr zu erhalten. Um das Schicksal der Flüchtlinge besteht größte Besorgnis. Mit mehr als einstündiger Verspätung lauft dann von jenseits der Grenze kurz vor Mitternacht ein anderer Zug ein, der ebenfalls eine große Anzahl vertriebener ' Deutscher mitbringt. Es läßt sich kaum mit Worten beschreiben, was sich ab= spielt, wenn die Wagentür sich öffnet. Verängstigte Kinder, verhärmte Frauen; furchtbar war der Anblick, als NSV.-Schwestern gestern eine Greisin, die in der pvlnischenHölle wahnsinnig geworden ist, in ihre Obhut nehmen und für ihren sofortigen Abtransport in ärztliche Pflege D a n 3 i g, 30. Aug. (DNV. Funkspruch.) Am gestrigen Nachmittag ist eine Reihe von planmäßigen Zügen in Danzig nicht angekommen. 21. a. sind mehrere v-Züge und Personenzüge, bte für den Verkehr Danzigs und seines Hafens unfeiner Verbindung sowohl mit dem Hinterland als auch mit dem Reich von größter Bedeutung find, in Polen zurückgehalten worden. Es handelt sich, wie wir erfahren haben, u.a. um den v-Zug 804, der um 16.27 Uhr Danzig fahrplanmäßig in Richtung Marienburg verließ, dort aber nicht eintraf, da er in Dirschau z u - rückgehalten worden war. Infolgedessen ist auch der entsprechende Gegenzug 20.09 Ahr ab Marienburg ausgefallen, da der notwendige Wagenbestand nicht vorhanden war, so daß die Reisenden, die von Ostpreußen nach Danzig wollten, in Marienburg Zurückbleiben mußten. Der erschwerendste Umstand besteht darin, daß der für die Ver- bindungmit demReich undOstpreuhen lebenswichtige visumfreie Zug 82 5 , der um 18.03 Uhr in Danzig eintreffen sollte, nicht verkehren konnte, da er ebenfalls in Dirschau zurückgehalten und aufge- l ö st worden ist. Das gleiche gilt für den Personen- zua 820. Weitere Züge, die von Danzig nach Gdingen verkehren, sind von dort mit geringerer Wagenzahl und absolut unzureichenden Lokomo- tiven zurückgekommen. Man scheint sich polnischersetts nicht ganz im klaren darüber zu fein, daß die Zeit, wo Polen seine Verpflichtungen unter den fadenscheinigsten Rechtsvorwänden verletzen konnte, ohne auf entsprechenden widerstand oder unter Umständen recht unangenehme Gegenmaßnabmen zu stoßen, nun endgültig vorüber ist Man hat den Eindruck, daß die Warschauer Zentralbehörden angesichts der fortschreitenden Desorganisation der inneren polnischen Verwaltung auch auf diesem lebenswichtigen Gebiet des Verkehrswesens nicht mehr Herren der Lage Klarheit! Die von der Einkreisungsfront ausgegangenen Versuche, den Kurs Deutschlands in der Frage seiner Ostgrenzen zu beeinflussen, sind durch einen Brief Daladiers an den deutschen Führer ergänzt worden. Dieser Brief und die Antwort des Mannes, zu dem ganz Deutschland in diesen kritischen Tagen mit völligem Vertrauen aufschaut, sind der Oeffentlichkeit übergeben worden, schon um ihr zu zeigen, um was es geht. Der französische Ministerpräsident Daladier hatte in seinem Brief behauptet, es gebe zwischen Deutschland und Polen mit Bezug auf die in der Danziger Frage entstandenen Differenzen keine, die nicht „zwischen den Regierungen zweier souveräner Nationen" geregelt werden könne. Daladier, der Polen mitgarantierte, und somit den von England ausgestellten Blankoscheck für die polnische Aggression, den polnischen Terror und die polnischen Untaten unterfertigte, die den heutigen Weichselstaat wie einen Mann erscheinen lassen, der aus Furcht vor dem Tods Selbstmord zu verüben im Begriff steht, muß demnach auf Adolf Hitlers Antwort mit einiger Spannung gewartet haben. Der Führer hat festgestellt, daß nach Ablehnung seines am 28. April von ihm bekannt gegebenen einmaligen Angebots von uns nicht die Möglichkeit vorhanden ist, „auf Polen in einem vernünftigen Sinne" einzuwirken, daß wir die Rückkehr Danzigs und des Korridors sowie eine Beendigung der „mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze" fordern, nicht mehr und nicht weniger. Schwerwiegend ist der Satz, daß der jetzige polnische Staat so oder so erledigt wäre, ganz gleich, wie ein Krieg ausginge. Man wird in Paris'und in London sehr wohl wissen, was hinter diesen Worten steht. Deutschland erwartet nicht etwa, daß man ihm Kompromisse im Genfer Stil vorschlägt oder belanglose „Zugeständnisse" macht, sondern stellt seine klaren Forderungen auf Grund einer völlig eindeutigen Rechtslage. Die Forderungen beziehen sich in erster Linie auf die schlechterdings unhaltbar gewordenen Zustände in den polnischen Grenzgebieten und auf Danzig sowie den Korridor. Der Satz des Führers in feiner Antwort an Daladier „Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück" gestattet keinerlei Auslegungsmanöver. Es muß mit aller Deutlichkeit noch einmal unterstrichen werden, daß es die Gegenseite selbst war, die die R e ch t s b a s i s für die deutschen Forderungen zum. Teil geschaffen hat. Wir verweisen in erster Linie auf die Note des amerikanischen Staatssekretärs Lansing vom 5. November 1918. In dieser Note wird ausdrücklich festgestellt, daß die Ententemächte „auf Grund der Bedingungen Wilsons" in Friedensverhandlungen eintreten wollen. Diese Be- Mahnende Denkmäler polnischer Geschichte Von unserem X H.-Korrespondenien. Grenzlinien sind von den Polen bereits ausgelassen worden. Die Grenzen sind hermetisch von Grenzpolizei, Aufständischen und drei Linien Militär ge- schlossen. Durch diese polnischen Maßnahmen will man auf jede erdenkliche Weise eine Nachrichtenübermittlung über den blutigen Terror gegen das Deutschtum, über die Zerstörung seines Eigentums, über die katastrophale wirtschaftliche Lage und nicht zuletzt über die Zustände in Heer und Verwaltung unmöglich machen. Das Volk soll durch gefärbte und entstellte Berichte des polnischen Rundfunks über d i e tatsächliche Lage Polens falsch unterrichtet werden. Ostoberschlesien wirkt heute fast wie ein großes Gefängnis, hinter dessen Mauern Menschen gequält und gepeinigt werden und über deren Schicksal nur sehr wenig bekannt wird. Dabei ist die Unterdrückung der Wahrheit den polnischen Behörden fast vollständig gelungen. Polen unterbricht Danzigs und Ostpreußens Eisenbahnverkehr mit dem Reich. Flagranter Bruch vertraglicher Verpflichtungen. - Scharfer Protest -er Danziger Regierung in Warschau. ' empfing Dienstagabend in der Neuen Reichskanzlei ! in Gegenwart des Reichsminifters des Auswärtigen von Ribbentrop den britischen Botschafter Warschau, August 1939. Im Herzen von Polen liegt auf einem Hügel fischen zwei verträumten Flüßchen Lublin, die <5tabt Kasimirs des Großen". Auf sie trifft das Öort des letzten Piastenkönigs zu, er habe ein tölzernes Polen vorgefunden und ein steinernes interlaffen. Wenn man, vom Bahnhof kommend, jer mächtigen Türme und Mauern.ansichtig wird, e den Alten Ring umgeben, erhält man eine orfteUung davon, was diese Stadt vor 600 Jah- ?n im Handelsleben zwischen der Ostsee und dem schwarzen Meer bedeutet haben mag. Unter der errschaft Kasimirs, der in der polnischen Geschichte äs großer Bauherr weiterlebt, entstanden das otische „Krakauer Tor" mit feinem später auf- esetzten zierlichen Barockhelm, ferner das „Bürger", ein Teil des Schlosses, die Altstadt und meh- r?re Kirchen. Diese Bauwerke stellen eine glückliche (tilmischung von West und Ost dar und erinnern rei ihrem Anblick an Wilna, wo die zwiebel- crtigen Linien in der deutschen Gotik den russischen Nnschlag verraten. Wenn man aber durch das Krakauer Tor mit i’inem zinnengeschmückten Vorbau auf den Alten ftinfl geht, hält man erschüttert inne. In diesen häujern mit den verfallenen Fassaden, wo einmal «utsche Kaufherren nach Magdeburger Recht gelebt md ein blühendes Wirtschaftsleben entfaltet haben, ießen sich Juden nieder. Der Alte Ring der joufherren des Königs Kasimir ist ein Ghetto i?morben. Das Polen der Gegenwart hat das SmtsDiertel in eine Dorstadt verlegt und auf den k sichtlichen Boden verzichtet. Ein unverdächtiger I n nnik "ftri !N M Lebiv in,1 WW vchcn Mßr n aw e W *$:=*- ttbt «N Msck ten ft libtl j W «5 > i die de; -Deich Hevelius - Danzigs berühmter Mondforscher Ein Mann, den vor 300 Zähren ganz Europa kannte. bekanntesten Himmelsforscher zusammengekommen, um an der Stelle der Wett, die jetzt wohl am meisten genannt wird, in friedlicher Zusammenarbeit über die Fortschritte der asttonomischen Wis- enschaft in den letzten Jahren zu sprechen und Anregungen auszutauschen. Im Rahmen der Tagungswoche fanden verschiedene große Kundgebungen der Danziger auf dem Langen Markt statt. Den Teilnehmern der Tagung waren vom Danziger Senat besonders gute Plätze bereitgestellt, sodaß insbesondere die zahlreichen Ausländer Gelegenheit hatten, das einmütige Bekenntnis der Danziger zum großen deutschen Vaterland zu hören» und den Eindruck zu empfangen, daß die Danziger möglichst bald zum Mutterland zurückwollen. Bei den Ansprachen während der Astronomen-Tagung hatte man Deranlas- ung, auf kulturelle Leistungen der Danziger in rüherer Zeit hinzuweisen. Was die Himmelskunde anbetrifft, so wurde eine eigenartige und charaktervolle Persönlichkeit erwähnt und gewürdigt, die damals die Bewunderung der wissenschaftlichen Welt im höchsten Grade erweckte. Es war der Danziger Ratsherr Johann H e v e l k e, der in der Geschichte der Astronomie unter dem Namen Hevelius eingegangen ist, weil er seine lateinischen Schriften mit diesem Namen zeichnete. Hevelius lebte von 1611 bis 1687. Der Dater besaß eine große Brauerei und auch der Sohn war für diesen Beruf bestimmt. Der Dater ließ ihm eine gute Schulbildung zukommen und schickte ihn nachher auf Reisen ins Ausland. Er sollte dort seinen Gesichtskreis erweitern und die Rechtsfakultäten auswärtiger Hochschulen besuchen, um später seiner Vaterstadt als tüchtiger Ratsherr dienen zu können. Gleichzeitig aber wandte sich Hevelius Neigung den mathematischen und asttonomischen Gelehrten der verschiedenen Hochschulen zu. Es wird berichtet, daß er bald nach feiner Rückkehr einen alten geliebten Lehrer in Danzig auf dem Sterbelager besuchte; dieser hatte ihn innig gebeten, seine guten geistigen Gaben der Himmelskunde zuzuwenden. Ahnte der Sterbende, daß sein Schüler und Freund dazu berufen war, dereinst Danzigs Ruhm auf dem Gebiete der Astronomie zu verkünden? Schon bald nach dem Tode des Lehrers beschäftigte sich Hevelius, der damals 28 Jahre alt war, ernstlich mit dem Plan, den Mond zu erforschen, soweit es irgend möglich wäre. Doch er stieß auf große Schwierigkeiten. Das Fernrohr war zwar vor drei Jahrzchnten erfunden worden, wurde aber noch recht selten hergestellt. So bemühte er sich auch Britische Faschisten demonstrieren vor dem Foreign Office. london, 30. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Vor »iT Hause des Außenministeriums in der Downing- Müt kam es am Dienstag, 22 Uhr, zu Zusam - stößen zwischen der Polizei und «'er größeren Anzahl faschistischer 2km o nstr a n t e n. Die Polizei, die zum Teil Briten war, trieb die englischen Faschisten zurück nü riegelte d i e Straße völlig ab. Die 2rnonstranten zogen nun vor das Paria« rim t s g e b äu de , wo der Zug aufgelöst duÄie. Als sich die Faschisten vor der Westminster wieder versammeln wollten, ging die Polizei hteut gegen sie vor und trieb sie in Richtung kikoria-Bahnhof zurück. panischer Lustangriff aufTschungking Tschungking, 29. August. (Europapreß.) Der jgmwärtige Sih der Regierung Tschiangkaischek, 2|ciungting, ist in der Nacht zum Dienstag b e i Irillmondschein dreimal durch japa- ü che Flugzeuge bombardiert worden. nische Angelegenheit. Der Vertrag ist, wie aus seinem Wortlaut klar heroargcht, bereits mit der Unterzeichnung durch Ribbenttop und Molotow in Kraft getreten. Er ist endgültig, und man mag in Paris und London davon überzeugt fein, daß beide Vertragspartner entschlossen sind, aus ihren klaren Abmachungen alle politischen Konsequenzen zu ziehen und alle sie gemeinsam interessierenden Probleme auch gemeinsam zu lösen. Das müssen die westlichen Demokratien als neues Faktum in ihre politische Rechnung einstellen, wenn sie sich vor höchst peinlichen Ueberraschungen bewahren wollen. Oie Deutschen im Korridor. Der Landstreifen zwischen Pommern und Ostpreußen, der heute gemeinhin als „polnischer Korridor" bekannt ist, bildete vor dem Kriege (zusammen mit dem Gebiet der heutigen „Freien Stadt Danzig") die Provinz Westpreußen. Die polnischen Ansprüche auf dieses Westpreußen standen immer auf luftiger Grundlage wie so vieles, was die Polen für sich beanspruchen. Die Volkszählung vom Jahre 1910 stellte in der Provinz Westpreußen fest, daß sich 736 721 Personen oder 57 o. H. der Gesamtbevölkerung zur deutschen und 557 664 Personen zur polnischen oder eigentlich kaschu bischen Muttersprache bekannten. Dabei ging die deutsche Volkszählung oon dem Begriff der „Muttersprache" und nicht etwa von dem Begriff der „Umgangs- sprache" aus. Kaschubisch ist aber nicht polnisch gleichzusetzen. Ganz im Gegentell! Die Litauer und Masuren Ostpreußens fühlen sich ebenso wie die „Wasserpolaken" Schlesiens ganz ungemein stark als preußisch-deutsche Staatsangehörige. Wer ein Heimatfest solcher Kaschuben oder Masuren oder Wasserpolaken jemals mitgemacht hatte, merkte ganz deutlich die Prägung durch den geschichtlichen preußisch-deutschen Einfluß. Bei der Volksabstimmung im Bezirk Marienwerder und im südlichen Ostpreußen, die im Jahr 1920 vorgenommen wurde, stimmten 97 v. H. für das Verbleiben Masurens im Deutschen Reich. Danach kann mit Seelenruhe geschätzt werden, daß trotz der bekannten penetranten polnischen Verhetzung in der Provinz Westpreußen m i n d e st e n s 80 v.H. der Bevölkerung für Deutschland gestimmt hätten, wenn eine Volksabstimmung riskiert worden wäre. Das schlechte Gewissen hat dann die Polen auch veranlaßt, aus der ehemaligen Provinz Westpreußen, dem jetzigen Pommerellen, und aus der Provinz Posen über eine Million Deutsche schmählich von Haus und Hof zu vertreiben. Gefallen um Danzigs Freiheit. Die Beisetzung des SA.-Mannes Johann Rusch. Danzig, 29. Aug. (DNB.) Am Dienstag wurde der an der Danzig-polnischen Grenze auf Danziger Gebiet jenseits des die Grenze deutlich markierenden Menzel-Daches oon polnischen Grenzsol- datenerschosseneGrenzschutzmann SA.- Mann Rusch auf dem Friedhof in Dohnsack bei Danzig beigesetzt. Der stelloerttetende Gauleiter Senatspräsident Greifer, der Kommandeur der Danziger Landespolizei General Eberhart und der Führer der SA.-Gruppe Ostland, Obergruppenführer S ch o e n e, zusammen mit einem Abgeordneten der Faschistischen Miliz, Oberleutnant Gambanari, wohnten der Trauerfeier bei. Wie bei der Beerdigung des ebenfalls von Polen erschossenen Schützen der Landespolizei Wessel war auch in Bohnsack die Teilnahme der Bevölkerung außerordentlich groß. Am Grabe waren Parteigliederungen, Landespolizei und die SA.-Männer des verstärkten Grenzauftichts- dienstes angetreten, dem Rusch angehört hatte. SA.- Obergruppenführer Schoene kündigte an, daß fortan der SA.-Sturm, dem der Gefallene ongehört hatte, denNamenJohany Rusch tragen werde. rkthii W » * w ckiD rkehk P sm iW . nW Alt" nein ird) vf b# unb flötete» * darf Jj iatt^ Zwischen 21.15 und 22.30 Uhr erschienen nacheinander je eine Staffel von neun japanischen Bombenflugzeugen, die besonders die Vorstädte bombardierten. lieber den angerichteten Schaden liegen noch keine Meldungen vor. Chinesische Jagdflugzeuge wurden zur Abwehr eingesetzt, ebenso machte sich die L u f t a b w e h r bemerkbar. Das neue japanische Kabinett. Tokio, 30. August. (DNB.-Funkspruch.) Der neue japanische Mi Nisterpräsid ent General N o g u- yuki Abe wird am heutigen Mittwoch seine Kabinettskiste dem Kaiser vorlegen, Ministerpräsident und zugleich Außenmini st er ist General Abe, Innen- und Wohlfahrtsminister Ohara, der früher Finanzminister im Kabinett Okaka im Jahr 1934 war. Die Finanzen übernimmt Kozue A o k i, der zugleich das Kabinetts-Planungsamt betreut. Von den WehrmachtsMinisteMen übernimmt das Heer General H a t a, die Kriegsmarine Vizeadmiral Poschida, die weiteren Ministerien verteilen sich wie folgt: Justiz Miyagi, Erziehung Kawarada, (ftüher Innenminister im Kabinett Hayaschi) Handel und zugleich Landwirtschaft Vizeadmiral G o d o (ftüher Eisenbahnminister), Verkehr und zugleich Eisenbahnen R a g a i (ftüher Kolonialminister und Verkehrsminister), Kolonien Kanemitsu. Politische Kreise und Presse beurteilen das neue Kabinett zurückhaltend, aber nicht un- freundlich. „Tokio Asahi Schimbun" meint, daß Abes Bezichungen zur Armee sowie zu den politischen und wirtschaftlichen Krisen weder gut noch schlecht seien. „Hotschi Schimbun" betont, daß Japan auf ein starkes vertrauenswürdiges Ka- b'inett warte. „Mijako Schimbun" glaubt, daß das neue Kabinett sicherlich von der Nation unter st ü tz t werden würbe. „Tokio Schimbun" bemängelt, daß der Premierminister gleichzeitig auch das Außenamt leiten wolle. Die gegenwärtige Zeit rufe nach einem starken Außenminister. Japans Diplomatie müsse sich auf die Neuordnung Ostasiens konzentrieren, was gleich fei mit der Ausschaltung des britischen Einflusses. Dieses politische Ziel dürfe nicht geändert werden. Das Blatt meint, daß es einen nicht wieder gutzumachenden Fchler und schweren nationalen Verlust bedeuten würde, wenn Japan sich seine Lage durch Annäherung an England erleichtern wolle. „Tokio Mchtnichi-Schimbun verlangt, daß die guten Beziehungen mit Deutschland und Italien aufrecht erhalten werden, da die drei Länder gegen den Status quo zusammen st ehen müßten. Verstärkung der russischen Truppen im Westen. Moskau, 30. Aug. (DNB.) Die Sowjetamtliche Telegraphenagentur veröffentlicht ein Dementi, in dem es heißt, daß eine Reihe ausländischer Zeitungen eine Meldung bringt, wonach angeblich das Sowjetkommando Truppen a u s d e m Westen zurück ziehe. Hierzu ist die Taß bevollmächtigt mitzuteilen, daß diese Meldung nicht den Tatsachen entspreche Das Sowjetkommando hat umgekehrt in Anbetracht der gespannten Lage in Europa und der Möglichkeit von Ueberraschungen beschlossen, die Truppen im Westen zu verstärken. Im Kreml tagen gegenwärtig die beiden Kammern der sowjettussischen Volksvertretung. Aus dem Programm ihrer Session steht auch die Ratifizierung des deutsch-russischen Nicht- angrifs- und K o nsultati on s pakte s. Das gibt gewissen ausländischen ßeitungen Anlaß, darüber zu unken, daß das sowsettussisme Parlament mit der Ratifikation zögere, weil man glaube, Deutschland nehme diesen Vertrag nicht ernst. Das sind natürlich vollkommen haltlose Kom° ; bjnationen. Die Ratifikation ist eine rein tech- ler ] Mn H I r über, N n. , J. M 1 Griiit ■ Spot 'M - 6t |eim £ man c t. W V & Ein neuer Aufruf zur Räumung von Paris. Paris, 30. August. (Europapreß.) Das Ministe- rim der öffentlichen Arbeiten erließ einen neuen Slifruf zur Räumung oon Paris durch die Zioilbev ölkerung. Darin wird darauf hin- aianefen, daß im Ernstfälle die Zugverbin- dingen wesentlich eingeschränkt werden nüssen. Es wird dringend empfohlen, die gegen- wirtig noch vorhandenen Verbindungen zum Ver- icsen von Paris zu benutzen. Die Einschrän- j:ngen im Telephonoerkehr werden steng durchgeführt; der Fernsprech- und Vorort- orkehr ist so gut wie völlig eingestellt. Auch die Mnzfernsprecher in Paris sind außer Betrieb Fetzt worden, man darf in Restaurants usw. nicht ir»hr telephonieren. Nach auswärts darf man noch irter gewissen Voraussetzungen telephonieren. Man trjfc die Verbindung auf dem Postamt ünmelden mb feine Ausweispapiere oorlegen. Tele- ffumme nach dem Ausland müssen vom zuständigen plizeikommissar genehmigt werden, bevor sie auf den Mämtern zur Beförderung angenommen werden. 2hn Ostbahnhof fahren immer noch zahlreiche Reserven nach Ostfrankreich ab. Ministerpräsident Daladier setzte seine Bestechungen mit den politischen und militärischen Litern sowie mit den Diplomaten fort. Die Emp- sttge des Generals W e y g a n b, der früher ein« jtjI Organisator der polnischen Armee gewesen ist, dirch Ministerpräsident Daladier und den Präsi- btiten der Republik, Lebrun, werden hier beachtet. IHer den Besuchern am Quai d'Orsay bei Außen- ir.nifter Bonnet befand sich auch wieder der pol- nche Botschafter L u k a s i e w i c z. Er hat auch iri Ministerpräsident Daladier konferiert. Unter M zahlreichen sonstigen Besuchern, die bei Daladier «schienen, befand sich auch der jetzt aus Moskau zcückgekehrte General D o u m e n c, der Daladier üi?r die Verhandlungen der ftanzösischen und eng» liyen Militärmission mit den Vertretern des sow- jerussischen Generalstabes berichtete, die nach dem L'schluß des deutsch-sowjetrussischen Paktes ihr Ende g-unden haben. Auch der Vorsitzende des Außen- piitischen Senatsausschusses, Senator Ber enger, schte den Ministerpräsidenten auf. Schließlich statte; noch der apostolische Nuntius in Paris Daladier eilen Besuch ab. Weitere Vorbereitungen in England. Auch das Empire trifft Maßnahmen. London, 29. Aug. (DNB.) Die britische Admi- iTität hat am Montag eine Anordnung über die LZschung von Schutzlichtern, Le.ucht- nidAnkerbojen verfügt, weiter hat sie E i n - scränkungen von Funksendungen aus- giprochen. Im Firth of Forth und in allen Häfen ur> Seegegenden, die unter Kontrolle der Admirali- fä stehen, ist das Anbordnehmen von Lot- ski zur Pflicht gemacht worden. Navigationslichter dürfen nur gesetzt werden, sobald die Gefahr einer Äclifion entsteht, und müssen unmittelbar hinterher gelöscht werden. Die Evakuierung von Kin- denn in London wird weiter fortgesetzt. Wie Reuter meldet, wurden weitere 5000 Kinder im Alter vor zwei bis vierzehn Jahren evakuiert. In völliger Sr) nung wurden die Kinder in ihren verschiedenen 3tlen zunächst gesammelt, um von dort London Hii verlassen. Am Montag sind die Kr i e gs- iij i ko p r ä m i e n z. T. um 100 v. H. und noch bc über erhöht worden. stach den Berichten der Londoner Presse werden it ganzen Empire mit allen seinen Dominien s« verhafte Verteidigungsvorberei- t; ngen getroffen. Kanada hat eine ganze ?sihe von Regimentern mobilisiert. Die Regierung M die Kontrolle über die gesamte Schiffahrt über« t Mmen. Während Australien die Währungs- imtrolle eingeführt hat, hat Südafrika das hrtament einberufen. Auf den westindischen tafeln sind sowohl Presse- und Filmzensur als cch alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, -ilegramme, Post usw. werden einer Zensur unter- tnrfen. In Kenya sind Reserveoffiziere einge- ?$en und die Regimenter auf volle Stärke gebracht rvrden. In Burma ist ein Waffenausfuhrverbot raffen worden. Londoner Besprechungen. London, 29. Aug. (Europapreß.) Ministervrä- lüent Chamberlain hatte in den frühen Mor- giaftunben des Dienstag eine Unterredung mit Lord yu l i f a x und Sir Alexander C a d o g a n. Später Vuch Chamberlain den Innenminister Sir Samuel h>;are. Kurz nach 11 Uhr empfing der Minister- ptifibent den französischen Botschafter in London, ^»rbin, ferner den Vorsitzenden der Liberalen frirtei, Sir Archibald Sinclair, den Luftfahrt- nnifter Sir Kingsley Wood sowie den Lord- ipelbemabrer und Zioilverteidigungsminister Sir »chn Anderson. Englische Frauen und Kinder flüchten nach Irland. \Dublin, 30. August. (DNB. Funkspruch.) Unge- 'rir 400 englische Frauen und Kinder sind mit ihrer nfönlichen fjabe am Dienstag von Fishguard nach te» irischen Hafen Roßlare geflüchtet. Die Frauen «rliärten bei ihrer Ankunft, sie wollten nach Irland, del im Falle eines Krieges Irland der ein- si:: sichere Platz sei. Sowohl der Dampfer nach Scßlare, wie der nach Fishguard fuhr mit völlig öigeblendeten Lichtern. Kürzlich fand in Danzig die 3 3. Tagung de roergeblich um den Besitz dieses wichtigen For- Astronomischen Gesellschaft statt. Aus " ...... .......... Deutschland und dem weiten Ausland waren die Molotow. Der sowjettussische Außenkommissar Wiatschelaw Michailowitsch Molotow, der gemeinsam mit dem deutschen Außenminister den deutsch-russischen Nichtangriffspakt unterzeichnete, ist jetzt 49 Jahre alt. Er wurde im Februar 1890 in der großrufsi- chen Prooinzstadt Wiatka als Sohn des Kaufmanns Skrjabin geboren. Den Namen Molotow hat er erst später in seiner revolutionären Kampfzeit gewählt. Er besuchte in Kasan die Realschule und schloß sich schon als sechzehnjähriger Schüler der bolschewistischen Partei an, in der er einer der eifrigsten Agitatoren wurde. Bald wurde er von der Ochrana, der zaristischen politischen Polizei, sestge- nommen und nach verhältnismäßig kurzer Haft aus Kasan ausgewiesen. Er ging nach Petersburg, um am Polytechnischen Institut zu studieren, blieb aber als Student ein leidenschaftlicher Revolutionär und trat 1912 in die Redaktion der „Prawda" ein. 1915, während des Krieges, wurde er noch einmal verhaftet und nach Sibirien verbannt. Er konnte aber entfliehen und arbeitete ohne Erlaubnis und von der Ochrana unerkannt in Petersburg weiter. Beim Oktober-Aufstand von 1917 war er Mitglied des militärischen Revolutionskomitees. Unter Lenin bekleidete er wichtige Staatsposten, war Vorsitzender des ökonomischen Rats für die nördlichen Gebiete und später Leiter des Provinzial-Exekutivkomitees in Nischny-Nowgorod. 1921 wurde er Sekretär im Zentralkomitee der russischen kommunistischen Partei, 1924 Mitglied des Politbüros, 1930 wurde er zum Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare als Nachfolger von Rykow ernannt. Diese Stellung, die etwa der eines Ministerpräsidenten entspricht, hat er auch beibehalten, als er im Mai dieses Jahres das Außenministerium der Sowjet-Union Übernahm. Molotow, der sich des größten Vertrauens Stalins erfreut, gilt als eine der stärksten Arbeitskräfte der Moskauer Regierung. Kleine politische Nachrichten. Der britische Botschafter in Berlin, Sir Nev'lle Henderson, hatte mit dem ftanzösischen Botschafter, Coulondre, Dienstagvormittag eine Unterhaltung. Die Außenminister der drei baltischen Staaten werden vom 8. bis 11. September in Riga zu einer Besprechung über die internationale Lage zusammentteten. ♦ In London ist eine Mi l i t ä r a b o rd n u n g des Irak eingetroffen, um mit der britischen Regierung über den Ankauf von Kinegsmaterial und im Zusammenhang damit über die Gewährung eines Kredits zu verhandeln. * Der spanische Außenminister empfing die Botschafter Deutschlands und Jta- liens sowie den Gesandten von Dänemark. ♦ Die luxemburgische Kammer hat einstimmig ein Gesetz angenommen, das der Regierung Sondervollmachten gewährt. Die Regierung und die Kammer haben außerdem der deutschen und der französischen Regierung ihren Dank für die Erklärung ausgesprochen, die Unversehrtheit des luxemburgischen Gebietes zu respektieren. * 3um neuen Gouverneur von Rom hat Mussolini den bisherigen Präsidenten des Provin- zialrats von Rom, Ingenieur Gian G'.acomo Borghese ernannt, der den Krieg als Freiwilliger in Ostafrika mitgemacht hat. Pflichtjahrmädchen im Haushalt. Zu den Gebieten des Arbeitseinsatzes, auf denen sich der Krästemangel besonders bemerkbar macht, gehört die Tätigkeit im Haushalt. Eine Untersuchung in Brandenburg ergab, daß die Zahl der Mädchen in hauswirtschaftlichen Berufen in den letzten Jahren nur leicht z u r ück ge gan g e n ist. Der empfindliche Mangel an Hausgehilfinnen ist somit in erster Linie auf gesteigerte Nachfrage und nicht, wie häufig angenommen wird, überwiegend aus die Abwanderung in gewerbliche und Büroarbeit zurückzuführen. Im letzten Jahre ist sogar durch die Ableistung des P f l i ch t j a h r e s eine BeschäftigungsZunahme zu verzeichnen. Der Bedarf an Hausgehilfinnen in Berlin wird schätzungsweise zu einem Zehntel mit Pflichtjahrmädchen gedeckt. In Ostpreußen, Pommern, Hes- sen und Bayern sind Pflichtjahrstellen noch in erheblicher Zahl gemeldet, ohne daß Bewerberinnen in ausreichendem Maße verfügbar wären. Auch in der Ostmark und im Sudetengau ist bisher nur ein verhältnismäßig geringer Teil ber gemeldeten Stellen besetzt worden, so daß m die- sen Gebieten noch genügend Raum für die Ableistung des Pflichtjahres auch für Kräfte aus Gegenden vorhanden ist, in denen die Zahl der Bewerberinnen die der Pflichtjahrstellen übertrifft. Auch Stellen für Stunden-, Reinemache- und Waschfrauen sind immer schwieriger zu besetzen, weil entsprechende Kräfte nur noch in geringem Umfange gemeldet werden. Ueber 90000 Kaufmannslehrlinge standen im Examen. lieber das Ergebnis der Kaufmannsaehilfen- Prüfungen im Herbst 1938 und Januar/Februar 1939 berichtet Dr. Ernst Hoch in der „Deutschen Wirtschafts-Zeitung", dem Organ der Arbeitsge- meinschaft Industrie- und Handelskammern. Es standen in der Prüfung im Herbst 1938 21 760, im Frühjahr 1939 69 318, zusammen also 91078 Lehr- länge. Fast überall ist es gelungen, alle auslernen- den Lehrlinge zur Meldung zur Prüftng zu veran- lassen. Auch die Prüfungen im Gaststättengewerbe sind von den Kammern übernommen worden. Es handette sich dabei zunächst um rund 2500 Kellner, Köche und Gaststättenkaufleute, wobei der Gaststättenkaufmann bisher nur vereinzelt auftritt. Während im übrigen in der Gruppe Nahrunas- und Genußmittel im Einzelhandelsbereich die männlichen und weiblichen Lehrlinge sich fast die Waage halten, stellen in der Gruppe Bekleidung unb Textil die weiblichen Lehrlinge mit fast 80 v. H. die Masse. Im Reichsdurchschnitt bestanden 84,1 v. H. ber Prüflinge. In den Berichten der Prüfungsämter wird im Vergleich mit den Vorjahren häufig von Leistungssteigerungen aesprochen, grobe Versager werben immer mehr zur Ausnahme. Die Leistungen von Lehrlingen in ländlichen Bezirken unb kleinen Stäbten stehen denjenigen der städtischen Lehrlinge nicht nach. Minderleistungen ergaben sich nur dort, wo das Berufs- chulwsjen unzureichend ausgebaut ift Zuverlässiger Fuhrmann und einige Lagerarbeiter gebucht. Joh. Fischer Kohlenhandelsgesellschaft, Alicenstr.42/44 5777D Perfektes MWDA« für geoflegt. Hausalt bei gutem Lohn per 1.10. evtl. 1.11. gesucht. Architekt Artist Balser Frankfurt a.M. 5?mD Bockenheimer Landstraße 115. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterxeile veröffentlicht Neuausgabe zu 12 — Reichsmark Herr Friedrich Habenicht Gießen. Manderscheid, den 30. August 1939. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen 57SZV Fernsprecher 2251 Schulstraße 7 Verdeckanfertigung 5676A im 86. Lebensjahr. 04115 Klein-Linden, Groben-Linden, Nürnberg, 30. August 1939. Die Beerdigung findet Donnerstag, 31. August, nachmittags 3 Uhr, statt. 5786D 5779 D Gießen (Steinstraße 72), Ulm a. d. D., den 30. August 1939. Die Beisetzung fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt. Einspaltige Kleinanzeigen werden ,um er« mäßigten Grund- vreis von 5 Pf. Mr die Millimeter« teile veröffentlicht Die Trauerfeier findet statt am Donnerstag, dem 31. August 1939, nachmittags 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs. Gestern entschlief nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, unsere gute Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Rinn Wwe.,geb Jung In großem Schmerz: Hans Joachim P benicht Marlene Habenicht Carlotta Schmidt, geb. Habenicht a nb 6 ■ ol Tt 6 vk °! In tiefer Trauer: Familie K. Ockerländer Familie K. Reuling Familie Fr. Reuling Familie H. Schwenk. Großstädtisch ausgestatieteer Nachschlagewerk von 624 Seiten Umfang, mit Stadtkreis Gießen, acht Städten und 75 Landgemeinden von mehr als mooo Einwohnern Stadtplan Gießen einschl. Klein-Linden und Meseck, ergänzt bis in die letzte Zeit Sorgfältig bearbeitete Anschriften-, Straßen- und Geschästsverzeichnisse, Abschnitt über NSDAP., Behörden, Vereine, Standes-, öffentl.Einrichtungen usw. Auto-Sattlerei FR. GROSS Neuenweg 32 • Ruf 3379 Schonbezüge * Lastwagen-Planen Todesanzeige. In der Nacht von Montag auf Dienstag verschied plötzlich und unerwartet im Alter von 48 Jahren unser herzensguter Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Aus Kindern werden einmal Leute! Jetzt erzählt die Mutti noch Märchen u. Klein-Inge lauscht mit heißem Köpfchen. Später verblaßt alle Erinnerung, wenn Si8 nicht jetzt knipsen und filmen! Ihr Fachberater in Photo- Kinofragen I Photo — Kino 5778A Krenxplatx 9 z. B. in Algerien, üblich. Sehr zum Schrecken des französischen Winzers, der mit den algerischen Weinplantagen nicht konkurrieren kann, denen auch die billige Eingeborenenarbeit zur Verfügung steht. In den letzten Wochen haben mir wiederholt von Streiks algerischer Hafenarbeiter gelesen, die sich dagegen empörten, daß der algerische Wem m richtigen „Weintankschiffen" befördert wurde. Diese Streiks gehen nicht darauf zurück, daß die Arbeiter etwa über diese rohe Verschiffung des köstlichen Naß entrüstet gewesen wären, sondern vielmehr darauf, daß ihr Verdienst durch die automatische Füllung der Weintanks geschmälert würde. In diesem Zusammenhang gewinnt das volkstümliche Wort „tanken" einen neuen Sinn. AnliegerundGiraßenausbau Die Frage, ab die Anlieger einer noch nicht fertiggestellten Straße den Ausbau von der Gemeinde verlangen und Schadensersatzansprüche gegen die Gemeinde erheben können, falls diese den Ausbau unter Abänderung des urfprünglichen Bauprogramms vornimmt, wird in einer Rechtsauskunft der Zeitschrift „Die Landgemeinde" verneint. Die Entschließung darüber, ob eine Straße ausgebaut, und wann mit dem Ausbau begonnen werden soll, ist im wesentlichen in das freie Ermessen der Gemeinde gestellt. Den Anliegern steht darüber hinaus auch kein Widerspruchsrecht über den Umfang und die Art des Straßenausbaues zu; sie können nameMlich nicht gegenüber einer Heranziehung zu Straßenanliegerbei- trägen geltend machen, daß die Straße billiger, sachgemäßer oder in einfacherer Ausstattung hätte hergestellt werden können. Ersatzansprüche aus einer Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gießen Sprechstunde beginnt wieder ab 1. September 1939 Nanmann, Heilpraktiker 5770D Wegen Verheiratung meines langjährig. Mädchens suche ich tüchtige, erfahr. Hausgehilfin. Vorzustell. morgens ob. abends nach 7 Uhr. s?76D 3rau Marie Holler Hitlerwall 33 II taer- tetillpg als Bote oder dergl. für die Nachmittage von jungem Mann gesucht. Schr. Ang. unt. 04118 a.d.G.A. Kleine Dinge um den Weinstock. In dieser Woche hat der Internationale Weinbaukongreß in Bad Kreuznach begonnen. Wir verbinden mit dem Wein die Vorstellung eines sonnenhungrigen Gewächses. Das ist auch im allgemeinen in unserem Klima ganz richtig. Aber die Worte „im allgemeinen" enthalten doch Ichon eine Einschränkung. Wer einen Weinstock an seiner warmen Hauswand stehen hat, tut gut, der Traube einen gewissen Schutz gegen allzu pralle Sonneneinstrahlung zu geben. Im Süden wird dieser Schutz der'Trauben sehr viel deutlicher, denn dort wird der Wein so gezogen, daß die Traube gegen den scharfen Sonnenschein durch das Laub ausgesprochen geschützt ist. Die Grenze findet der Weinbau im Norden dort, wo ein sehr starkes Seeklima mit seiner Feuchtigkeit zu wirken beginnt Aber bis nach Westpreußen hinein können gute Tafeltrauben früher Sorten noch an Hauswänden geerntet werden wenn auch Wespen und Stare ebenso zudringliche wie unerwünschte „Mitesser" sind. Bei leichtern Schutz durch Glasfenster können auch m Mecklenburg oder in Pommern sehr schöne Trauben geerntet werden, denen man es wahrhaftig nicht ansieht und onschmeckt, daß sie unter einem nördlichen Himmel gewachsen sind. Bei uns und auch m Frankreich ist der Weinbau in den richtigen Weingegenden Kleinbetrieb. Bezeichnend ist, daß von 7000 Weinbaubetrieben im Rheingau bisher nur 20 als Erbhöfe eingetragen werden konnten. Im Durchschnitt umfaßt' der deutsche Weinbaubetrieb knappe zwei Morgen, auf denen ungefähr 5000 Stöcke stehen, die in Regeljahren 2000 Liter Mosi abwerfen. Der Großbetrieb des Weinbaues ist als Plantage nwirtschaft in einigen Kolonialländern^ Am Freitag, dem 25. August, entschlief sanft nach schwerem Leiden unsre liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Luise Reuling Wwe. 3ur Bewachung meines Hauses suche ein. treuen stubenreinen, wachsamen, an Kette gewöhnten Hund amliebstenJagd- bund. Offerten nut genauerBeschrei- vung und Preisangabe unter 5775Oa.d.G.A. | Vermietungen"! Größere MW zu verm. lseoeD Seltersweg 55, Televbon 3973. Gestern voimittag 4 Uhr entschlief nach schwerem Leiden unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Rinn Wwe. geb. Kreiling im 65. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Familie August Rinn Familie Ernst Römer Familie Ewald Rinn Familie Ernst Rinn. Heuchelheim, den 30. August 1939, Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. August, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Ludwig-Rinn- Strafe 7 aus statt. nachträglichen Veränderung der Straße i können nach der Rechtsprechung nur in Betracht ' gezogen werden, sofern die Straße für den Anbau und inneren Verkehr bereits fertiggestellt war. Aenderungen, die mit der endgültigen Fertigstellung von Ortsstraßen zusammenhängt oder auch in Abänderung des ursprünglichen Bauprogramms ( ober Fluchtlinienplanes vorgenommen werden, be- , gründen hingegen keinen Entschädigungsanspruch ; des Anliegers. Im übrigen muß der Anlieger auch , an fertigen Straßen grundsätzlich damit rechnen, daß die Straße Aenderungen und Umgestaltungen erfährt, um den jeweiligen Verkehrsbedürfnissen zu entsprechen. In den Fällen, wo die Gemeinde unter Befreiung vom ortsstatutarischen Anbauoerbot dem Anbau an einer noch nicht fertiggestellten Straße zustimmt, erklärt „Die Landgemeinde" es für zweckmäßig, durch entsprechende Vereinbarungen im Anbauvertrag den Anlie- ger darauf hinzuweisen, daß von der Gemeinde mit der Anbauerlaudnis eine Verpflichtung zum , Ausbau der Straße oder irgendeine Haftung nicht übernommen wird. 47326 Studenten und Studentinnen von der Erntearbeit zurück. Berlin, 29. Aug. (DNB.) Nachdem die deutsche Getreideernte eingebracht ist, sind nun auch d i e letzten Transporte der deutschen Studenten aus den Ostgauen in ihre Heimatstädte zurückgekehrt. Gleichzeitig sind auch die in über 100 Erntekindergärten eingesetzten Studentinnen wieder in ihrer Heimat eingetroffen, um sich dort wieder ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. In der Erntehilfe und im Landdienst waren nach den jetzt vorliegenden Meldungen bef Orts- und Kreisbauernschaften msgesamt 47 326 Studenten und Studentinnen tätig. Wetterbericht Don der Biscaya erstreckt sich eine breite Tief, brudrinne über Frankreich und Deutschland zur Ostsee. Sie begünstigt die Ausbilbung von einzelnen Tiefs, welche auch bie Unbestänbigkeit in unserem Bezirk verstärkt. Eine burchgreifenbe Wetterverschlechterung ist mit dieser Entwicklung zunächst jedoch noch nicht verbunden. Vorhersage für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst wolkig bis auf. geheitert, und Neigung zu einzelnen, teilweise ge. wittrigen Niederschlägen, tagsüber ziemlich warm und schwül. Wmde veränderlich. Vorhersage für Freitag: Leicht unbt. ständig, aber kein unfreundliches Wetter.__________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr Fr. W. Lange-, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z.Z. abwesend), i.V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blurnschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. V.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Ver. antwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. im Alter von 66 Jahren. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. Gebildetes Fräulein sucht Stelle in Geschäft o.Büro evtl, als Volontärin. ftenntnine in Stenogravbie u. Maschineschr. Schr. Ang. unt. 04092 a.d.G.A. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 KiodeiwaOeo m großer Aus- wabl । “olA Fr. Groß Neuenwea 32. 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Frau oder Mädchen zum Kartoffelschälen. 5781V Bahnhofgaststätten Gietzen Keine Zeugnisse in Urschrift lonoem nm Zeugnis- abschriftev dem Be- werbungSjchretben beilegen i — Lichtbilder unoBewerdungsunter- tgen müssen zur Vermeidung von Verlusten aut der Rückseite Namen uad Anschritt veS Bewerbers trauen l Junger WM Radfahrer,sofort gesucht. 578oD Bierhandlung Merlau, Ludwigstr 26. Solides MW für Geschäft und Haushalt b. zum 1. 9. 39 gesucht. Ohsl-önilßeinö86- tahäft Bahnhofstr. 15 Ur. 202 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch. .30 August <939 Aus dem Reiche der Krau. Das Manko in der Mrtschafiskaffe. Ordnung im Haushalt spart Zeit, Geld und Kraft. „Einsparungen im Haushalt? Was sollte es in meinem Haushalt wohl einzusparen geben? — Nichts, — geht mich also nichts an!" So sagt Frau Zlse und glaubt, der Fall wäre für sie erledigt. D nein, Frau Ilse, Sie irren, das gilt auch für Aie, obwohl Ihr Haushalt vermeintlich wie am Schnürchen klappt. Denken Sie einmal nach und eien Sie ganz ehrlich! Sind Sie noch nie, wenn Ihr Gatte abends nach Hause kam, „erschlagen" gewesen und vor Müdigkeit nicht mehr zum abendlichen Plauderstündchen bereit, — eigentlich ohne -aß besondere Gründe (Wäsche, Einmachen oder Dergleichen) dafür vorlagen? Sehen Sie, da haben mir es! Das ist doch erst vorgestern geschehen, als Sie verzweifelt nach den Knöpfen für das rote Lleid suchten, die sich irgendwo verkrümelt hatten, bis Ihnen ganz schwach zumute war und Sie ein- joch wieder in die Stadt rasten, um dieselben Knöpfe noch einmal zu kaufen, weil Sie „das Rote" unbedingt am nächsten Morgen tragen wollten ,RM. 2,20 Ausfall in der Kleiderkasse!). Oder neulich, wissen Sie noch, daß Sie da den ganzen Vor- inittag in den Läden nach Chicoree gefahndet hat- ten, nur weil Sie sich in den Kopf gesetzt hatten, es Ihren Gästen einmal zum Kosten vorzusetzen, obgleich es ein Wintergemüse ist und es jetzt zwar ncht mehr Chicoree, dafür aber die schönsten frischen Itschen Gemüse gibt? Sehen Sie, da kamen abgekämpft und ohne Chicoree zurück: der ze Haushalt lag noch unberührt da, als ob es 8 Uhr morgens wäre, und liefen in ihrer Rot Putzfrau, die gerade ein paar freie Stunden te und ihrem Hilferuf gar nicht mal gern folgte, l sie an anderen Tagen gerade genug zu arbei- und kaum eine freie Minute für sich hat N. 1,60 Ausfall in der Wirtschaftskasse!). Aber bleiben mir einmal zunächst bei den Knöpfen. Woran lag nun die aanze Hetzerei? Natür- ich nur an mangelnder Ordnung. Werden Sie richt gleich böse, — wir wissen, daß Ihr Haushalt im allgemeinen (aber, bitte, nur im allgemeinen!) rdentlich ist, daß Sie sorgsam Staub wischen und laß weder Bücher noch gebrauchte Taschentücher rod) halbfertige Handarbeiten in den Zimmern terumliegen. Diese äußere Ordnung aus Schön- teitsgründen aber ist etwas ganz anderes als eine renge, planmäßige Ordnung im Köpfchen und — i allen Schränken und Schubkästen! Bitte, wo ab en sich die Knöpfe nach einer Woche angefun- »n? Auf Ihrem Schreibtisch, wo sie unter die ich, so vielen) unbeantworteten Briefe geraten t-aren, — weil Sie zerstreut sind. Wenn Sie aber bar an gedacht hätten, sie am richtigen Ort, nämlich In Nähtisch, unterzubringen, hätten Sie sie wahr- sheinlich auch da nicht entdeckt; denn dort liegt olles wie Kraut und Rüben durcheinander. Eine ^wischenfrage: Was hatten Sie Ihrem Gatten doch cestern geantwortet, als er Sie fragte, wo Streich- sölzer wären, weil sein Feuerzeug gerade streikte? Sie sagten: „Entweder in der Küche auf dem deckelhalter oder auf dem Wandbrett in der Speise- vmmer ... Da sind keine? Dann versuch' es doch mal im Kasten bei den Löffeln oder ... ja, sie können auch ..." Sehr entzückt war der Gatte nicht, ils er sie endlich ganz woanders fand, und — zu- gegeben — Sie genierten sich ein bißchen. Wieviel angenehmer ist es, immer zu wissen, wo twas im Haushalt liegt, weil jedes Ding feinen bestimmten Platz hat! Wieviel einfacher ist es, twas mit einem Griff nehmen zu können, ohne es rft nach kräfte- und zeitverschwendendem Suchen sinden" zu müssen! Wieviel billiger vor allem wäre es gewesen, wenn Sie damals das grüne Zand ordentlich in den Nähtisch gelegt hätten! Es idtte sich dann erübrigt, daß Sie es noch einmal tauften, bevor Sie es nach Tagen zu Ihrem Aerger !»ch noch irgendwo (allerdings verstaubt) fanden RM. 2,— Ausfall in der Kleiderkasse!) Wie oft :tf Ihnen so etwas schon passiert, wie oft haben Sie ichtlos hingeworfene Nähreste, Häkchen oder dergleichen schnell zusammengefegt und weggeworfen! gewiß, es handelte sich nur um Pfennige; aber toben Sie einmal die Summe gezogen, etwa im laufe eines Jahres? Sie würden sich nicht wenig lngern und sich sicher befsern, wenn Sie wüßten, Das Sie sich dafür alles hätten leisten können. Sie würden sich auch ein wenig schämen, wenn Sie sich tsewußt wären, wie wenig Verständnis Sie damit — wenn auch im Kleinen — für die augenblickliche angespannte Lage und Warenverknappung der deut- Den Wirtschaft bewiesen haben. Und wie war die Sache mit dem Chicorse? Ge- Iriiß war es nett gedacht, lieben Gästen etwas Beson- fcres zu bieten. Das darf aber nicht in Unvernunft aisarten. Warum wollten Sie ausgerechnet das fcufen, was es gerade nicht gibt oder was im Augenblick teurer ist als das, was die Jahreszeit ir Hülle und Fülle bietet? Stellen Sie das, was t>: rhanden ist, nett zusammen, bereiten Sie es ® Mich gut und schmackhaft zu, richten Sie es ent- stcckend an, und Ihre Gäste werden begeistert fern. gibt nichts Schöneres als eine leckere Platte mit al' dem, was der heimatliche Boden uns in so tt chem Maße spendet. Ja, und auch hier können 'S« manches einsparen! Sie verstehen schon. Daum, daß man Brotschreiben nicht vertrocknen läßt oter sich an übrig gebliebene Speisereste erinnert, jonnge man sie noch verwenden kann braucht man ja nicht mehr zu sprechen; es hat ein jeder, und «ich Sie, begriffen, daß hier Derantwortlichkeltssinn jirib Ordnung vonnöten sind. Ordnung! Ordnung im Köpfchen und in allen Schränken und Schubkästen! Das . ist es, was Sie Uch brauchen, Frau Ilse, um nicht jeden Monat | i Dber 10 Mark Ausfall in der Wirtschaftskasse zu , Hoven, um Ihrem Gatten abends nicht ein er- nibetes oder gar verärgertes Gesicht zu zeigen. !)Ebnung! Sie kostet keine Anstrengung oder lieber» vndung mehr, wenn man sich erst einmal klarge- n cht hat, daß sie nicht Zeit raubt, sondern im Btgenteil Zeit, Geld und Kräfte spart. Ordnung! Das ist auch richtige Einteilung der libeit. Versuchen Sie es einmal, — aber euer- lind), bitte! Dann werden Sie nie wieder wie nulich erstaunt und, gestehen Sie es ruhig, ein Zellwolle, gut waschbar. Es ist nun einmal so im Leben: Dinge, die man vor kurzem noch nicht kannte, kann man, wenn man sie erst einmal schätzen gelernt hat, nicht mehr entbehren. So ist es heute schon mit den Stoffen und der Wäsche aus der deutschen Zellwolle die sich schnell das Herz der Verbraucher erobert hat. Wer würde sich beim Kauf eines Kleiderstoffes nicht auch die Vistra-Qualitäten anfehen; welcher Mann schätzt nicht die neuen, knitterfreien Kravat- ten aus Zellwolle? Eine der wertvollsten Eigenschaften dieser, wie Kunstseide künstlich hergestellten Textilfaser ist es, daß sie allen natürlichen Fasern weitgehend angepaßt werden kann. Bei Mischgeweben ist es daher für die Hausfrau nur selten möglich die Beimischung als solche zu erkennen. Zu diesem zweifellos als Vorteil für die Zellwolle zu bezeichnendem Umstand kommen noch die qualitativeu Vorzüge sowie die mit ihr zu erzielenden Effekte m der Musterung, die der augenblicklichen Mode so sehr entgegenkommen. Ein weiterer Vorteil der neuen Mischgewebe liegt darin, daß das Mischen des Garnes nicht erst beim Weben erfolgt, sondern bereits beim Spinnen des Fadens. Das verarbeitete Garn ist also bereits ein Mischgespinnst, während es z. B. bei dem ebenfalls aus zwei verschiedenen Rohstoffen bestehenden Halbleinen so ist, daß die Kettfäden, also die mit der Egge gleichlaufenden aus dem einen die Querfäden dagegen aus dem anderen Material sind. Also auch hier bei den neuen Mischgeweben ein bedeutender Fortschritt, der der Qualität zugute kommt. Beim Waschen müssen Stoffe aus Zellwolle genau so behandelt werden wie die gleichen Qualitäten aus Kunstseide. Man bereitet also eine kalte klein wenig neidisch zu Ihrer Nachbarin sagen: „Ich verstehe nicht, wie Sie das fertig bringen, den Haushalt, den Mann, die alte Mutter zu versorgen und dann noch zum Luftschutzkursus zu gehen ...I" H. v. H. Erprobte Akzepte mit Pflaumen. Pflaumenknödel. — 1 Kilogramm gekochte, geriebene Kartoffeln, 125 bis 250 Gramm Mehl, 2 bis 3 Eier, Zucker nach Geschmack, Salz, abgeriebene Zitronenschale, evtl. 1 Eßlöffel Butter, entsteinte Pflaumen. Die Kartoffeln mit Mehl, Giern und den Geschmackszutaten zu einem glatten Teig verarbeiten und Klöße daraus formen, in deren Mitte eine entsteinte mit Zucker gefüllte Pflaume gegeben wird. Die Klöße in siedendem Salzwasser gar werden lassen und mit Zucker und Zimt bestreut und evtl, einer Pflaumenmussoße zu Tisch gegeben. Quargauflauf mit Pflaumen. — 1 Kilogramm festen Quarg, 75 bis 100 Gramm Kartoffelmehl, 1 Eßlöffel Butter, 250 Gramm Zucker, etwas Backpulver, 1 Prise Salz, % bis 1 Kilogramm Pflaumen. Den Quarg durch ein Sieb streichen, mit Butter und Eigelb sahnig rühren, die entsteinten und halbierten Pflaumen (evtl, vorher etwas eingezuckert) und das mit dem Backpulver vermischte Mehl dazu geben. Die Masse in eine vorbereitete Auflaufform füllen und ungefähr 1 Stunde backen. Die Pflaumen können auch zu unterft in die Form gegeben und darauf die Quargmaffe gefüllt werden. Pflaumen-Gelee. — Gewaschene Pflaumen (nicht entsteint) in reichlich Wasser, mit Zucker und einem Stück Stangenzimt vorsichtig gar werden las- .fen. Auf ein Sieb zum Abtropfen füllen und in eine Glasschüssel geben. In dem gut abgeschmeckten Säst Gelatine verrühren (auf 3/4 Liter Saft 6 Blatt weiße und 6 Blatt rote Gelatine) und diese Masse über die Pflaumen füllen. Beigabe Vanilleftinke ober rohe Milch. Pflaumentorte. — 250 Gramm Zucker, 200 Gramm Mehl, 3 Eier, 1 Backpulver, 1 Kilogramm Pflaumen. Den Zucker und die ganzen Eier schaumig rühren, nach und nach das mit dem Backpulver vermischte Mehl dazugeben. Den Teig in eine vorbereitete Springrandform füllen, gleichmäßig verteilen und oben auf die rohen, entsteinten Pflaumen (ohne Zucker) legen. Der Teig steigt beim Backen und die Früchte sinken ein. Bei Mittelhitze goldbraun backen. Pflaumeneierkuchen. — Einen Eierkuchen- teig Herstellen, die Pflaumen entsteinen, halbieren und einzuckern. In eine gefettete Pfanne den Teig füllen, darauf die Pflaumen geben und die Masse von beiden Seiten goldbraun backen. Wo. Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS HANT&L Heute zeigen wir Praktisches für d e n Herbst 1 939, und zwar zu einem klassischen" Schneider kleid aus rehbraunem Tweed einen Faltenrock aus dunkelbraunem Flanell mit hellem Ueberkaro, eine kupferrote Duvetine- weste, eine Bluse aus sahnefarbenem Wallflanell und einen ergänzenden dreiviertellangen, naturfarbenen Wollmantel. Zu der wieder längeren Jacke des Schneiderkleides gehört ein schlichter, enger Rock mit seitlicher Gehfalte aus dem gleichen Tweed, der von dem tarierten Faltenrock abgewechselt werden kann. Die Weste hat vier eingeschnittene und pas- pelierte Taschen, kleine rote Kugelknöpfe und passendes Taftfutter. Die Bluse mit dem neuartigen Umlegkragen und den langen, weiten Aermeln hat Perlmutterknöpfe. Der warme, geradefallende Mantel mit den Steppnähten hat einen breiten Rückengurt, Stulpen, Taschen und einen runden Kragen. Seine Knöpfe sind aus Düffelharn. H. Persil- oder SeifeNlauge unid schwenkt die Sachen darin durch. Wringen und Reiben ist den feinen Fäden wenig zuträglich und darum zu unterlassen, zumäl ein leichtes Schwenken und Durchdrücken vollkommen ausreicht. Nasse Wäsche nicht zusammen ged rückt oder im Waschwasser liegen lassen, sondern sofort im Anschluß an das Waschen spülen und zwar solange, bis das Wasser klar bleibt. Eine Zugabe von ein bis zwei Eßlöffel Essig zum ersten Spülwasser frischt die Farben wieder auf. Bunte Sachen prüfe märt vor dem Waschen immer auf ihre Farbechtheit, indem man eine Probe dber, wenn kein Rest vorhanden ist, einen Zipfel in klares Wasser steckt und dann in ein weißes Tuch rollt. Wenn auf dem Tuch keine Farbränder zu sehen sind, können die Sachen auch als genügend waschecht angesehen und gewaschen werden. Trikotagen und glatte Kleiderstoffe mit nicht zu heißem Eisen von links bügeln. Das Gewebe muß dabei am besten noch etwas feucht sein. — Achten Sie daraus, daß Sie immer in der Richtung bügeln, in der kleine Größenveränderungen vorgenommen werden sollen. Alle Kreppstoffe, wie Fresko, Ham- merschlag, Borkenkrepp, Waffelmuster, Organdy und ähnliche Arten bügelt man von links in troffen em Zustand auf einer weichen Unterlage. Dabei zieht man das Teil leicht in die richtige Form. Andere Bekleidungsstücke aus Zellwolle oder Mischgespinsten wie Badeanzüge, Gardinen, Kravat- ten, fragen und Garnituren von Kleidern, Schals, Strümpfe usw. reinigt man genau so, wie man es bisher mit den gleichartigen, aus natürlichen Rohstoffen an gefertigten Sachen gemacht hat. Seien Sie genau so vorsichtig und sorgsam, dann werden Sie die gleiche Freude daran hoben. H. G. M. Bienenhonig! Von Frida Aisch Vor mir steht eine Dame aus der Mark Brandenburg. Ihr ist Honig verordnet, und der Arzt hat sie hergeschickt. Ich reiche ihr ein Glas graubraunen Waldhonig, der vor ein paar Tagen hier gewonnen ist. „Aber das ist doch fein Bienenhonig! Ich möchte wirklich echten Bienenhonig, und der muß doch gelb sein!" Fragend sieht mich die Frau an. „Nein, der muß aar nicht gelb sein", sage ich und hole meine Honigsammlung: Wasserheller Afazienhonig, Raps- Honig, zum Verwechseln mit ausgelassenem Gänsefett, Lindenblütenhonig, klar wie grünliches Gold; dichter, gelbweißlid)er Kleehonig, Wiesenblumen- Sommerhonig in gelbbraunen Goldlacktönen, brauner Heidehonig, dunkelbrauner Waldhonig, Tannenhonig aus dem Schwarzwald, genau in der Farbä der Rückseite der Tannenzweige. Man atmet orbent« lich ben Duft feines Heimatwalbes mit ihm ein- Unb bann die vielen gemischten Honige!Als di^Frau diese Farbenfülle sah, war sie sprachlos. „Das i st alles echter Honig!" Da mir schon feit vielen Jahren der ungeheure Wert des Honigs bekannt war, so war ich ständig bemüht, Freunde und Nachbarn mit seinen Arten und seiner Verwendung vertraut zu machen. Darum brachte ich von weiteren Reisen Honigproben mit von daheim unbekannten Sorten. So auch einmal den goldgelben Frühlingshonig der Mark Brandenburg hier nach Hessen. Und was sagten die ßeute?, „Das ist doch fein Honig! Honig muß doch dunkelbraun fein." So hat jede Gegend ihre Art, die ihr vertraut ist. Das ist natürlich die Sorte, die die Haupternte ausmacht. Selbstverständlich gibt es auch im nördlichen Mitteldeutschland dunklen Waldhonig und in Südwestdeutschland Hellen Frühjahrshonig, aber nur wenig, so daß das große Publikum nur immer die Haupternten kennenlernt und darum keinen anderen Honig verlangt. Nur die Imker, die wenig Völker halten und Bienenwohnungen mit kleinen Waben, und die in weniger guten Trachtgegenden sitzen, ernten ihren Honig getrennt in mehreren Arten. Sie sind angewiesen, jeden Bienenstock einzeln und öfter auszuernten, damit ihnen nicht ein Wetterumschlag den kärglichen Lohn ihrer Arbeit noch verkürzt. Große Betriebe von 30 und mehr Völkern in guten Trachtgegenden richten sich so ein, baß sie aus allen Völkern auf einmal unb in große Gefäße ernten. Sie haben darum in Mengen immer dieselbe Art Honig. So finden wir viele verschiedene Sorten meist beim „kleinen Mann". Mir ist es voriges Jahr so gegangen, daß, als ich die Waben vom ersten Volk schleuderte, dunkler Wiesenhonig darin war. Als ich gleich darauf das Volk, das daneben stand, ausnahm, ganz heller Honig aus der Schleuder floß. Die Bienen des einen Volkes besuchen nur immer dieselbe Blütenart, aber von den Völkern eines Standes kann jeder Stock sich zufällig eine andere Blütenart ausgesucht haben. Dem entspricht natürlich auch der gewonnene Honig. Weil die Bienen immer bei denselben Blütenarten bleiben, verdanken wir ihnen den größten Teil unserer deutschen Obsternte. Um den Honigfreunden den Kauf zu erschweren, kommt zu den verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen noch der Z u st a n d des Honigs hinzu. Frisch geschleudert ist er klar und durchsichtig, je weiter das Jahr fortschreitet, desto dichter wird er. Neulich bin ich im Gemüseladen. Der Gemüsehändler, der ständiger Honigabnehmer der Imker ist, hebt ein Glas getändelten Waldhonig gegen das Licht: „Wäre das nicht möglich, daß ich wieder den dunklen Honig bekomme, den dünnen? Dieser hier ist den Leuten zu grau." „Lieber Herr W., dies ist ja derselbe Honig, er sieht nur grauer aus, weil seine Zuckerarten jetzt getändelt, kristallisiert sind. Das muß guter Honig, mit ganz wenigen Ausnahmen, jetzt in dieser Jahreszeit tun. Wird er wieder vorsichtig erwärmt, wird er wieder flüssig und sieht wieder dunkel aus." Diele Leute haben ihre Lieblingssorte. Sie bestellen oft zehn Pfund „von derselben Sorte, wie voriges Jahr". Das gibt es aber nicht. Honig ist kein Fabrikerzeugnis. Ist der eine Topf verbraucht, schmeckt der andere, acht Tage später gewonnene, bestimmt anders, auch wenn ihn dieselben Bienen geholt haben und noch dieselben Blüten da sind. Man kann höchstens eine Sorte beim Imker kosten und von der Sorte kaufen, die am besten schmeckt. Auf die Dauer bekommt man aber den schönsten Honig über, denn „alle Tage Rebhühner ..."! Darum tut man gut, lieber verschiedene Sorten zu halten. Ein Honig wird dann immer besser schmecken als der andere. Alle richtig behandelten Honiae sind in bet Güte gleichwertig. Vom Bienenstand aus gibt es nur erstklassigen Honig. Schlechter wird er nur durch verkehrte Behandlung. Man kann also jeden Honig kaufen, der einem gut mundet. Kleine Unterschiede bestehen nur in seiner Zusammensetzung der Salze und Zuckerarten. So geben wir blutarmen Kindern gern den dunklen Honig, weil er am meisten Eisen enthält. Beim Kochen nehmen wir milde Honige für zarte Speisen und zarte Gewürze, während derber, stark duftender Honig mit derben Gewürzen und Gerichten gebraucht wird. Besonders für Honigkuchen geeignet ist Heidehonig, während Wald-, Akazien- und Lindenhonig fast vollständig darin verlorengeht. Man tut gut, Honig nur von dem Laden oder Imker zu kaufen, zu dem man volles Vertrauen hat. Die denkbar größte Sicherheit für allerbesten deutschen Honig bietet das Einheitsglas der Reichsfachgruppe Imker mit dem schwarzgrünen Band. Gesundheitspatz für Neugeborene. Im Gau Westfalen-Süd erhalten nunmehr alle neugeborenen Kinder den Gesundheitspaß des Amtes für Volksgesundheit. Um weiterhin einen möglichst großen Kreis von Volksgenossen baldmöglichst mit dem Gesundheitspaß auszustatten, erhält jedes zu Ostern 1939 in die Schule aufgenommene Kind bei der Schulanmeldung aleichfalls den Gesundheitspaß. Die Schulkinder des 4. Schuljahres, die 10jährigen also, erhalten bei den HJ.-Unter« suchungen bereits feit dem Jahre 1937 den Gesundheitspaß. Darüber hinaus werden weiterhin alle diejenigen Volksgenossen mit Gesundheitspässen versehen, die aus irgendeinem Anlaß nach dem Gesund- heitsstammbuch untersucht werden. Das sind gesunde und vernünftige Maßnahmen, die höchst erzieherisch auf die Volksgenossen im Sinne einer vorbeugenden Gesundheitspflege sich auswirken. Aus oer Stad« Gießen Die Verbrauchsregelung für Spinnstoffwaren und Schuhwaren. Neues Gewand. Mit her Zeit hatte sich die Straßenfront herausgeputzt. Es war als hätten die Häuser, eins nach dem andern, ihre vertragenen und unansehnlich gewordenen Kleider abgelegt und sich in neue gesteckt. Seitdem sahen sie gar nicht mehr so von den Jahren mitgenommen und alt aus, sondern erschienen geradezu verjüngt. Jedes Auge streifte chre Front mit Wohlgefallen. Aber jeder Blick empfand es auch als einen störenden Schönheitsfehler in der Straßenfaffade, daß ein einziges Haus sich von der allmählichen Erneuerung ausgeschlossen hatte und grau und, wie es den Eindruck machte, vergrämt in die Welt schaute. Es hatte, seinen bescheidenen Formen nach, nie auffallen wollen und war froh gewesen in der Gesellschaft gleichgearteter Nachbarn Aber dann hatte es versäumt, mit den andern Schritt zu halten, und war so, wider Willen, in die peinliche Isolierung eines auffälligen Außenseitertums geraten. ... , . Nun steht aus Masten und Bohlen gefugt ein Luftiges, aber tragendes Gerüst vor seiner Front, und Männer in weißen Kitteln sind emsig damit beschäftigt, ihm mit Farbe und Pinseln ein neues Gewand zu geben. Es hat vor kurzem fsmen Besitzer gewechselt, und eine neue Gesinnung scheint mit ihm eingezogen zu sein. Das Haus soll nicht mehr aus feiner nachbarlichen Gesellschaft heraus- fallen, sondern in ihr Mit strahlender Frrsche den Platz behaupten, auf dem es stcht. Mit sichtlicher Hingabe sind die Weißbinder am Werk. Sie setzen gleichmäßig Strich neben Strich, und die glanzende Fläche wächst wie aus einem Stück gewoben von oben nach unten. Die Fenster des Obergeschosses blicken schon mit ganz anderm Ausdruck m die Welt als seither. Sie leuchten im weißen Rahmen des neuen Anstrichs. Aller Trübsinn und alle verzichtende Zurückgezogenheit sind von ihnen gewichen. Helle Lebensfreude sprüht, und jugendliches Selbstgefühl, wieder dabeizusein uüd die seitherige Lücke schließen zu können. Wenn die Mittagssonne die Scheiben trifft, hängt an ihnen der Goldschim- mer des Glücks. p- B- Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Polizeifunk meldet". BOM - u.ZM.-Untergau 116 Gießen Um Unklarheiten zu vermeiden, mache ich aus- drücklich darauf aufmerksam, daß der Dienst der Jun'gmädel-, BDM.- und BDM.-Werk-Einheiten nach wie vor ordnungsgemäß durchgeführt wird. Die UntergauMrerin. 3. Landestierschau in Gießen fällt aus. Don der Stadtverwaltung wird uns mitgeteilt: Mit Rücksicht auf diie allgemeine Lage kann die für den 1 4. und 15. September vorgefehene Landestierfchau in Gießen nicht abgehalten werden. Wichtig für Reisen nach Südosteuropa Aus gegebenem Anlaß wird darauf hingewiesen, daß im Reiseverkehr mit Südosteuropa für Inhaber deutscher Reisepässe ein Sichtvermerk nur im Verkehr mit unseren Nachbarstaaten Jugoslawien, Ungarn und Slowakei nicht erforderlich ist. Dagegen bedürfen Inhaber deutscher Reisepässe zur Einreise nach Bulgarien, Rumänien und Griechenland des Sichtvermerks. Reisende, die ohne einen Sichtvermerk in diese Staaten einreisen wollen, setzen sich der Gefahr der Zurückweisung aus. FWD. Auf Grund des § 13 der Verordnung zur vorläufigen Sicherstellung des lebenswichtigen Bedarfs des deutfchen Volkes vom 27.8.1939 wird u. a. verordnet: Dezugsfchempflicht: Die bezugsscheinpflichtigen Spinn st offwaren und Schuhwaren dürfen an Verbraucher nur gegen Bezugsscheine abgegeben und von ihnen bezogen werden. Trotz der Bezugsscheinpflicht ist eine Uebereignung von Spinnstoffwaren und Schuhwaren, die in Erfüllung eines Werklieferungsvertrags erfolgt, auch ohne Bezugsfchein wirksam, sofern mit der Herstellung der Ware bereits bei Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen war (z. B. Maßkleidung). Anlragslellung: Spinnstosswaren und Schuhwaren dürfen nur gegen Bezugsschein abgegeben werden, welche die unteren Verwaltungsbehörden bei Bedarf des bezugsberechtigten Verbrauchers auf besonderen Antrag erteilen. Der Antrag auf Erteilung eines Bezugsscheines ist auf einem Vordruck zu stellen. Für die Ausstellung der Bezugsscheine ist die untere Verwaltungsbehörde zuständig, in deren Bezirk der bezugsberechtigte Verbraucher wohnt. In Fällen dringenden Bedarfs (Krankheit, Unfall, Verlust von Kleidungsstücken) ist auch d i e untere Verwaltungsbehörde zuständig, in deren Bezirk der bezugsberechtigte Verbraucher sich aufhält. Verbraucher, die bei ihrer Berufsausübung von Ort zu Ort ziehen (Artisten, Schiiffer, Flößer, Lastkraftwagenführer u. ä.) können bei der unteren Verwaltungsbehörde ihres Wohnortes die Ausstellung einer Wanderperfon a l k a r t e beantragen. Inhaber einer Wanderpersonalkarte können den Antrag auf Erteilung von Bezugsscheinen bei jeder unteren Verwaltungsbehörde im Reichsgebiet stellen. Bezugsberechtigung: Zum Bezug von Spinnstoffwaren und Schuhwaren nach den Bestimmungen dieser Verordnung sind nur Verbraucher berechtigt, die die Waren durch eigenen Verbrauch abnutzen. Hinsichtlich der Spinnstoffwaren, die durch den gemeinsamen Verbrauch der Haushaltsangehörigen abgenutzt werden, ist nur der Haushaltsvorstand bezugsberechtigt. Bedarfsfeststellung: Ein Bedarf kann nur anerkannt werden, soweit die eigenen Bestände des Verbrauchers an bezugsscheinpflichtigen Waren einen besonders veröffentlichten zugebilligten Umfang (Normalbestand) u n - ter schreiten. Die zugebilligten Bestände sind unterschritten, sobald der Verbraucher über entsprechende Stücke in gebrauchsfähigen ober aus- befferungsfähigen Zustand nicht mehr verfügt. In besonderen Bedarfsfällen (Geburt, Krankheit, Unfall, Tod, Neugründung eines Haushalts) können die zugebilligten Bestände in einem durch die Umstände des Einzelfalls unter Berücksichtigung der allgemeinen Dersorgungslage gebotenen Umfange überschritten werden. Erteilung des Bezugsscheines. Liegen die erwähnten Voraussetzungen vor, wird von den unteren Verwaltungsbehörden ein Bezugsschein erteilt. Für jede Warenart, die genau zu bezeichnen ist, ist ein besonderer Bezugsschein auszustellen. Anstelle fertiger Kleidungsstücke und Schuhwaren können die Bezugsscheine auf die zu ihrer Herstellung benötigten Stoffe, Leder usw. ausgestellt werden. Ist der bezugsberechtigte Der- braucher Inhaber einer Wanderpersonälkarte, so ist die Erteilung eines Bezugsscheines in die Wan- derpersonalkarte einzutragen. Die untere Verwaltungsbehörde kann die Erteilung eines Bezugsscheines von der Ablieferung derjenigen Kleidungsstücke, Wäfchestücke ober Schuhe abhängig machen, die durch Neuanschaffung auf Grund des beantrag» ten Bezugsscheines ersetzt werden sollen. Der Bezugsschein verliert einen Monat nach der Ausstellung seine Gültigkeit. Hat der bezugsberechtigte Verbraucher den Bezugsschein nicht innerhalb dieser Frist ausgenutzt, so kann die ausstellende Behörde auf Antrag die Gültigkeitsdauer des Bezugsscheines jeweils um einen Monat verlängern. Der Bedarf für Spinnstoffwaren und Schühwaren braucht nicht in dem Bezirk gedeckt zu werden, in dem der Käufer wohnt. Die Bezugsscheine für Spinnstoffe und Schuhwaren find freizügig. Der Verbraucher ist also bei diesen Waren nicht an den Bezug in einem bestimmten Geschäft seines Bezirks gebunden. In den Verkaufsstellen des Handels und des Handwerks dürfen bezugsscheinpflichtige Waren nur gegen Aushändigung der Bezugsscheine ausgehan- digt werden. Vor Aushändigung der Bezugsscheine darf der Kaufpreis weder gefordert, noch angenommen werden. Die Bezugsscheine sind vor der Aushändigung an die Verkaufsstelle vom Bezugsberechtigten mit einer Empfangsbescheinigung zu versehen. Bei Warenbezug durch einen Beauftragten hat außer dem Bezugsberechtigten auch der Beauftragte feinen Namen der Empfangsbescheinigung hinzuzusetzen. Der Bezugsberechtigte oder sein Beauftragter sind verpflichtet, in der Empfangsbescheinigung den gezahlten Kaufpreis anzugeben. Ein handelsüblicher Umtausch auf Bezugsschein bezogener Waren gegen entsprechende Waren ist ohne Bezugsschein zulässig. , . _ e .. Alle Verkaufsstellen haben den bei Jnkraftreten der DO. vorhandenen Bestand an bezugsscheinpflichtigen Spinnstoffwaren und Schuhwaren unter genauer Angabe von Art und Menge auf. zunehmen. Die Bestandsaufnahme ist unter Angabe des Aufnahmetages von dem Inhaber oder Leiter der Verkaufsstelle zu unterzeichnen. Die Un« gültigkeit der ausgenutzten Bezugsscheine ist unver. züglich von der Verkaufsstelle durch Durchlochen oder Durchkreuzen kenntlich zu machen. Die so ent. werteten Bezugsscheine sind geordnet aufzubewch. ren und am Tage der Warenausgabe in eine Liste (Register) einzutragen. Dieses Bezugsschein- r e g i st e r muß die ausstellende 'Behörde, Ausstellungstag, Name und Wohnung des Bezugsbe. rechtigten, die abgegebenen Waren nach Art und Menge, ferner den empfangenen Kaufpreis so genau ausweisen, daß jederzeit eine Prüfung der Ge- schäftsvorgänge möglich ist. Das BezugsfcheinreMer ist monatlich abzuschließen. Die unteren DerwÄ- tungsbehörden sind berechtigt, die Ernhaltung der Vorschriften in den Verkaufsstellen jederzeit nachzuprüfen. Sie können insoweit die Vorlage sämt. licher vorhandenen Unterlagen, ferner Einsicht w bas Warenlager verlangen. Ergänzungsrichtlinien der Reichsstellen. Die Reichsstelle für Kleidung und verwandte Ge. biete und die Reichsstelle für Lederwirtschaft können zur Ergänzung der VO. Richtlinien für die Der- terhing von Spinnstoffwaren und Schuhwaren so« wie über die Verwendung der empfangenen Bezugsscheine erlassen. Für Angehörige der Wehrmacht, der Schutzalie- derungen außerhalb der Wehrmacht, der NSDAP, und uniformierte Zivi'lbeamte gelten Sonderbestimmungen. Die Derbrauchsregelung für Seife. Die Verbrauchsregclung für Seife bestimmt, baß in ber Zeit b i s 2 5. September 1 9 3 9 auf Grund der Ausweiskarten folgende Höchstmengen bezogen werden können: auf Teilabschnitt 1 Seife 125 g Kernseife, ober 200 g Schmierfeise, oder 125 g Haushaltsseife in zerkleinerter Form; auf Teilabschnitt 2 125 g Kernseife, oder 200 g Schmierseife, ober 125 g Haushaltsfeife in zerkleinerter Form oder 100 g Waschmittel (Fewa, Fex, Nitor, Lana oder dergl.). Feinseife (sog. Toiletteseife) darf gegen die Teilabschnitte 1 und 2 der Ausweiskarten nicht an Verbraucher abgegeben werden. In Fällen besonderen Bedarfs können bei den unteren Verwaltungsbehörden Bezugsscheine beantragt werden, die zum zusätzlichen Bezug von Seife berechtigen: Die Zusatzmengen betragen bei Ki n - dem unter 2 Jahren bis zu 100g Feinseife (sog. Toiletteseife) fowie 500 g Seifenpulver oder 200 g Waschmittel (Fewa, Fex, Nitor, Lana oder dergleichen); bei Kranken, die laut ärztlicher Bescheinigung mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, bis zu 200 g Feinseife (sog. Toiletteseife), sowie 500 g Seifenpulver ober 200 g Waschmittel; bei Personen, die .berufsmäßig in der Krankenpflege beschäftigt sind (Aerzte, Zahnärzte, Hebammen, Krankenpfleger usw.) bis zu 200 g Feinseife, sowie 500 g Seifenpuloer oder 200 g Waschmittel. Für Gefolgschaftsmitglieder, die infolge ihres Berufs besonders starker Verschmutzung an Körper und Kleidung ausgesetzt sind, können Be. triebe die als wehrwirtschaftlich wichtig anerkannt finb, bis zu 125 g Kernseife, sowie bis zu 250 g Seifenpulver, ober 100 g Waschmittel als Zusatz, mengen beziehen. Von ber Bezugsschein, ps l ich t ausgenommen sind Kopfwaschseifen in flüssiger Form und medizinisch-pharmazeutische Seifenerzeugnisse, die gemäß den Vorschriften der Deutschen Arzneibuches 6 hergestellt werden. Versorgung von Gaststätten, Herbergen, Wäschereibetrlebe und Anstalten: Betriebe des Gaststätten- und Beherbergungsge- werbes können bei den unteren Verwaltungsbehör« ben Bezugsscheine beantragen, bie zum Bezug von 20 g Seifenpulver je Uebernachtung berechtigen. Wäschereibetriebe dürfen die zur Ausführung von Waschaufträgen erforderliche Seife nur vom Auftraggeber beziehen. Anstalten (Krankenhäuser, Heil-, Erziehungs-, Straf- und Wohlfahrtsanstatten, Lager, Heime und ähnliche Einrichtungen, in denen Personen gemeinschaftlich wohnen) können für untergebrachte Personen, die nicht im Besitz von Aus- weiskarten sind, Sammelbezugsscheine beanttagen. Bezug von Rasierseise. Männliche Personen können bei Bedarf bei ben unteren Verwaltungsbehörden Bezugsscheine beantragen, die sie berechtigen, ein Stück ober eine Tube Rasierseife ober Rasiercreme (handelsübliche Größe) zu beziehen. Jeder Verbraucher kann einen Anttag f ü r die nächsten fünf Monate nur einmal stellen. Betriebe des Friseurgewerbes können bei den unteren Verwaltungsbehörden Bezugsscheine Echt peruanischer Regenpfeifer. Von Kurt Günther von Fischer. Neulich begegnete ich meinem Freund Gerhard, der an der gleichen Fakultät studiert. „Servus Kurt!" sagt er und klopft mir freundschaftlich auf die Schulter. „Wie nett, daß ich dich treffe!" „Bemühe dich nicht!" sagte ich. „Es ist zwecklos! Ich habe auch kein Gelb!" „Will ich garnicht?" „Willst du nicht?" sagte ich. „Bist du krank?" „Ich brauche nur deine Zeit!" „Zeit habe ich!" sagte ich. „Ganze Brieftasche gespickt voll Zeit!" „Fein!" sagte Gerhard und zog mich zur Sette. „Paß' auf, die Sache ist folgenbe: Ich habe hier in der Stadt einen alten Onkel. Ganz vereinsamt und so. Hat heute Geburtstag, und da will ich ihm was schenken. Stecke aber mitten im Examen. Keine Zeit, schreckliche Nervosität. Willst bu bie Angelegenheit für mich regeln?" „Gern!" „Nett von dir! Hier hast du zwanzig Eier und feine Adresse!" Gerhard brückte mir einen Geld- schein in die Hanb. „Habe lange darauf gespart. Ist mir der alte Herr wert! Du gehst in eine Tier- Handlung, kaufst irgend so ein Vieh und trägst es ihm hin! Du verstehst, damit er sich nicht so allein fühlt! Bestellst Glückwünsche von mir, ich liege mit einem Hühneraugenkatarrh zu Bett. Bist so gut, ja?!" Ich war so gut. Ich ging in eine Tierhandlung. „Ditte, ich möchte ein Haustier!" „Was soll es sein?" bienerte der Händler. „Ein Hund, eine Katze?" „So ungefähr!" sagte ich. „Wissen Sie, eine Kuh hat im Kabinett keinen Platz, obwohl sie wegen der Milch praktischer wäre!" „Bitte sehr, natürlich! Hier, ein Rassehund — 100 Mark!" „Herr!" sagte ich. „Meine Erbtante lebt noch!" „Dann vieleicht diese hübsche Siam-Katze um 50 Mark!" „Die letzte 50-Mark-Note habe ich bei meiner Taufe gesehen?" sagte ich. „Die hat damals der Pfarrer als Kirchenspende gekriegt. Mehr als zwanzig Emmchen kann ich nicht ausgeben!" „Ja!" sagte der Händler merklich kühler, „bann bleibt eigentlich nur ein geflügeltes Tier!" „Vielleicht ein Suppenhuhn!" schlug ich vor. „Gerupft und mit Petersilie garniert?" „Der Herr scherzt wohl! Hier wäre ein Harzer Roller — 20 Mark!" 20 minus 20 ist null Provision! Das dachte ich im Stillen. Laut sagte ich: „Harzer bitte nicht! Harzer riechen zu stark!" „Wie Sie wünschen?" sagte der Händler leicht ungeduldig. „Dann hier, der Zeisig, 10 Mark!" Zehn Mart fft gut! dachte ich. Zehn Mark für ben Zeisig und zehn Mark für die „Oase". Ich habe der entzückenden Lilly schon seit einer Woche versprochen, mit ihr tanzen zu gehen! Schon wollte ich zustimmen, plötzlich piepte was von der Höh'. „Was ist das?" sagte ich und deutete auf ein armseliges graues Vögelchen, das in einem Käfig auf der Stellage stand. Der Händler machte eine wegwerfende Hand- beroegung. „Ach! Das ist ein 'halbverhungerter Spatz, den meine Frau auf der Straße aufgelesen hat und aus Mitleid auf füttert!" „Und was ist der wer?" fragte ich lauernd. „Wert?" sagte der Händler erstaunt. „Was soll der wert sein? Nichts! Gar nichts! Ueberhaupt nichts!" „Nichts?" sagte ich. „Endlich ein annehmbarer Preis. Sozusagen billiger Okkasionsverkauf. Ganz das, was ich suche! Wickeln Sie ihn mir ein!" Ein Tier ist schließlich ein Tier. Auch ein Spatz kann die Einsamkeit vertreiben. Und dann ist die „Oase" ein verdammt teueres Lokal. Der Onkel meines Freundes Gerhard war ein netter, alter Herr mit Bart und Brille. Ich stellte mich vor und er führte mich sofort ins Zimmer, lieber Gerhards Glückwünsche zeigte er sich sehr erfreut, mir bas Geschenk betrachtete er kritisch, sehr kritisch! „Ein bißchen klein ist er schon, der Vogel!" sagte er nörgelnd. „Na, vorläusig sehen Sie ihn ja noch!" sagte ich. „Wenn Sie kurzsichtig werden, können Sie ihn gegen einen Seeadler umtauschen!" Anspruchsvoll sind diese alten Leute, soowas! „Was ist das überhaupt?" „Das?" sagte ich. „Das ist ein echter peruanischer Regenpfeifer!" „So?" sagte der Onkel zweifelnd. „Er sieht aber aus wie ein Spatz!" „Ein Spatz?" ich lachte laut auf. „Welche absurde Idee! Gerhard wird seinem lieben, alten Onkel doch keinen Spatz zum Geburtstag schenken! Natürlich läßt sich eine gewisse entfernte Aehnlich- feit nicht ableugnen, aber schließlich ist ja auch ber peruanische Regenpfeifer der Stammvater unseres europäischen Spatzen." „Wirklich?" sagte der Onkel erstaunt. „Das interessiert mich aber!" „Das wissen Sie nicht? Vasco da Gama brachte den ersten Regenpfeifer von seiner Entdeckerreise im Jahre 1497 aus Peru mit. Er wurde am Hofe König Manuels heimisch, verbreitete sich von Por- tugal über ganz Europa und degenerierte schließlich zu dem uns bekannten Straßensperling!" Der alte Onkel war wirklich fasziniert. „So!" sagte er beinahe schon fast Überzeugt. „Das ist also ein peruanischer Regenpfeifer! Er pfeift aber gar nicht!" „Es regnet ja auch nicht!" sagte ich. „Es scheint ja bie belle Sonne! Aber warten Sie nur. bis die ersten Tropfen fallen, bann pfeift er, daß eine Luftschutzsirene die reinste Kinderflöte dagegen ist!" „Uebrigens", sagte ber alte Onkel, als er mir bei der Tür die Hand schüttelte, „Vasco da Gama war doch gar nicht in Peru!" „Niiicht?" sagte ich. „Schabe! Da hat er was versäumt! Schönes Land, Peru! Wirklich schönes Lanb, Peru!" Damit schloß ich bie Tür und ging mit Lilly in die „Oase". Gerhards 20 Mark schmolzen dahin wie Margarine auf ber Herbplatte. Drei Tage später traf ich Gerhard roieber. „Habe alles zu deiner vollsten Zufriedenheit erledigt, altes Haus!" strahlte ich. „Netter Mensch, dein Onkel! Bißchen wurli-wurli, aber sonst prima! Sag', warum machst du so ein böses Gesicht?" „Weißt du, welchen Beruf mein Onkel hat, du mißlungener Zwergpintscher?!" sagte Gerhard. „Keine blasse Ahnung!" „Professor!" „Nein!" staunte ich und fühlte einen leichten Druck in der Magengegenb. „Welches Fach denn?" „Zoologe!" Ueber bas Folgende wollen wir den Mantel christlicher Nächstenliebe breiten. Meine Freundschaft mit Gerhard ist jedenfalls etwas getrübt. Zeitschristen. — „Die Kun st", Monatsschrift für Malerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag F. Bruckmann, München) beendet mit dem soeben erscheinenden September-Heft ihren 40. Jahrgang. Das Heft bringt ein Referat Christoffels über die große deutsche Kunstausstellung 1939 im Hause der deutschen Kunst in München. Christoffel stellt von ben Arbeiten ber Plastiker vor allem bie hervorragendsten Künstler, wie Klimsch, Wackerle, Scheibe und Kolbe heraus, von deren Schöpfungen je eine in ganzseitiger Abbildung gezeigt wird. Der Malerei geben neben dem Porträt, bas stark historisch beeinflußt ist, hauptsächlich repräsentative Bilder aus dem Bauernleben das Gepräge. Die Kunsthalle in Karlsruhe hat zur Feier des 100. Geburtstages Hans Thomas eine Ausstellung zum Gedächtnis des Meisters veranstaltet, die Jan Lauts in einem Aufsatz würdigt. Es folgt ein Aufsatz über bie Florentiner- Ausstellung im Palazzo Medici. Der Werkdruck- bogen enthält neben einigen Künstleranekdoten einen Beitrag von Heinz Hilpert „Der Regisseur und bas Theater", eine kurze Betrachtung „lieber bie Nachahmung" und einen Aufsatz „Monumentalität" vor 100 Jahren. Dem zweiten Teil des Heftes ist ein Arzthaus in fränkischer Landschaft von ben Architekten Gründel & Remshard in Nürnberg vorange- stellt. Das äußere Gesicht des Haufes zeugt von erfindungsreicher Architektenkunst und sauberer handwerklicher Arbeit. Architekt Max Wiederanders zeigt den Umbau eines Einfamilienhauses in Frankfurt a. M. Die glücklichen Besitzer eines Gartens ober eines Gartengeländes werden bie Entwürfe ber Stuttgarter Gartengestalter Hermann Albinger unb Otto Valentien begrüßen, die M. H. Schilling auf Grund einiger sehr lebendiger Bilbbeifpiele erläutert. Wie die Umgebung der Gestaltung eines Hauses nicht nur Beschränkung auferlegt, sondern auch oft bie Möglichkeit zu besonders reizvollen Lösungen gibt, zeigt bas Haus „Blumeshof" von Architekt Professor Breuhaus. Oer Polizeifunk meldet. Die moberne Arbeitsweise ber Kriminalpolizei, bie sich zur Aufdeckung von Kapitalverbrechen aller nur denkbaren technifchen Hilfsmittel bedient unb psychologisch hervorragenb geschulte Beamte einzusetzen ver- mag, ist schon mehrfach ©egenftanb ausgezeichneter Filme gewesen, die nicht mehr so sehr wie in ben seligen Zeiten bes alten Kientops auf bloßen Nervenkitzel abgestellt sind, sondern im Dienst der Aufklärung und damit auch schon der Verbrechensbekämpfung selber stehen. Das Spannungsmoment braucht dabei keineswegs zu kurz zu kommen. Das zeigt auch ber von Rudölf van ber Naß nach einem Roman von Axel Rudolph gedrehte Film: „Der Polizeifunk meldet", der ohne durch weitschweifige technische Einzelheiten zu ermüden zeigt, wie dank schnellster Nachrichtenübermittlung durch eine peinlich genau arbeitende und ineinander« greifende Organisation bie Aufdeckung eines Verbrechens und die Festnahme der Täter erfolgen kann, wenn — und hier liegt immer wieder der Schwerpunkt aller Kriminalarbeit trotz aller Verfeinerung bes Systems und Raffiniertheit der technischen Hilfsmittel — wenn eben die Intuition und Kombinationsgabe eines geschulten Kriminalisten sich ben modernen Apparat richtig zu nutze zu machen versteht. Somit bleibt ber Mensch der Held. Auch des modernen Kriminalfilms, freilich ist es heute ber Kriminalist und nicht mehr ber Verbrecher wie einst im Detektivfilm alten Stils. Unb das ist gewiß eine durchaus erfreuliche Wandlung. Hier ist es Hans Ze sch-Bal lot als Kriminalkommissar, der in streng folgerichtiger Gedankenarbeit Stein um Stein zusa'mmenträqt, um die Fäden bloßzulegen, die aus einer Mordaffäre, bei der sich Eifersucht als Motiv herausstellt, zu einer raffiniert angelegten Werkspionage hinüberführen. Der unter dem zermürbenden Einfluß einer skrupellosen tfraii von Verbrechen zu Verbrechen getriebenen Täter kann entlarvt werden. Erich Fiedler gibt die Rolle dieses Werkspions Gelegenheit zu einer schall durchdachten und bis ins Einzelne sauber durchgearbeiteten schauspielerischen Leistung. Eine junge Chemikerin hat zuerst Verdacht geschöpft unb sucht auf ihre Art Beweise, gerät dabei aber selbst in erhebliche Schwierigkeiten, ein offenes Wort zur Kriminalpolizei wäre der Sache dienlicher gewesen. Lola Müthel zeigt in dieser schiefen Situation viel Charakter und Geistesgegenwart, Albert Lippert als Mörder aus Eifersucht, Han/ Stiebner, Otto Ma11hies, F. W. <5d)ro* der-Schrvm feien aus der großen Zahl der weiteren Mitwirkenden noch genannt. (Terra.) — Im Beiprogramm sieht man einen interessanten Film über die Apotheke im Dienst der Volksgesundheit. Die Wochenschau zeigt erschütternde Bilder von dem schweren Leid der vor dem polnischen Terror über die Grenze geflohenen Volksdeutschen, ent überzeugender dokumentarischer Beweis für die entsetzlichen Greuel, die sich Polen gegenüber umeren deutschen Brüdern und Schwestern in Ostoberstyie- fien und Pommerellen Tag für Tag zufchulden kommen lassen. Fr. W. Lange. Laßt nichts umkommen! Sie Verbrauchsregelung für Hausbrandkohle tiges Nahrungsgut umkommen zu lassen. Die Derieilung der Treibkrastfloffe (Nachdruck verboten!) U9. Fortsetzung. Der Führer hat in Deutschland die Arbeitslosigkeit beseitigt. In vielen Wirtschaftszweigen fehlt es an Arbeitskräften. Die Erreichung der Ziele des Dierjahresplones erfordert es dringend, diesem Mangel an Arbeitskräften abzuhelfen. Es ergeht deshalb art alle Rentenempfänger, die zu irgendeiner Arbeit noch fähig find, der Aufruf, sich zur Mitarbeit am Aufbauwerk des Führers zur Verfügung zu stellen. Die Rentenempfänger haben jetzt Gelegenheit, durch ihre Mitarbeit dem Führer ihren Dank für die Rettung der Invalidenversicherung vor dem Zusammenbruch abzustatten. Es wird ausdrücklich betont, daß der Bezug einer Rente aus der Invalidenversicherung dem Empfänger nicht die Berechtigung nimmt, die ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit gegen Entgelt zu nutzen und damit seine wirtschaftliche Lage zu verbessern. Don allen Rentenempfängern wird daher heute erwartet, daß sie ihre — wenn auch geringe — Arbeitskraft da, wo es nottut, zur Verfügung stellen. Die Arbeitsämter sind entsprechend unterrichtet. Sie teilt die Wohnung mit ihrem Bruder, und als Holgerson in jener Nacht zum ersten Male voller Widerwillen und voll Verzweiflung hierherkam, ahnte er nicht, daß er weder eine Hinterhofwohnung im vierten Stock, noch ein unangenehmes Fremdenzimmer finden würde. Er war ehrlich überrascht, ein Heim anzutreffen, das wie ein Schmuckkästchen aussah, und obendrein zu erleben, wie sich eine Bardame zu einer kleinen, entzückenden Hausfrau entwickelte. Es hätte nicht irgendein äußerer Anlaß kommen müssen, er wäre dieser wirklich reizenden Frau auch sonst gern gefolgt. So geschieht es, daß er in den nächsten Tagen hier fast regelmäßig anzutreffen ist. Für Lizzy läßt sich ein größeres Glück nicht ausdenken. Sie ist restlos mit ihrem Leben zufrieden... ja, der Widerschein ihrer Liebe glättet sogar die kleinen verdächtigen Falten unter den Augen, macht sie wieder jung und hell. Zwei Zimmer gehören ihr, zwei ihrem Bruder, die Küche benutzen beide gemeinsam. Während Lizzy nie Besuch bekommt, scheint der Bruder — „Vertretungen und Agenturen" — einen recht ansehnlichen Kundenkreis zu haben. In der ersten Zeit hat dieses ewige Kommen und Gehen Holgerson nervös gemacht. Aber Lizzy hat es ihm gleich ausgeredet „Kümmere dich nicht drum! Unsere Türen sind verschlossen, und schließlich muß der gute Ted ja sein Geld auf irgendeine Weise verdienen. Uebrigens, er hofft, in den nächsten Tagen etwas Passendes für dich ^„Scheint sich jedenfalls zu rentieren, sein Geschäft!" lacht Holgerson. „Na, es ist auch keine Kleinigkeit. Er muß verdammt kunstfertige Hände haben, der Was geht's mich an? Du bekommst deinen Paß "er wirkt sehr echt... Ted hat noch nie einen schlechten Paß ausgegeben! Du kannst fort du bist praktisch jetzt schon frei... frei für mich! Ach, Liebster wären wir schon drüben in Südamerika! Du wirft sehen, es gibt keine klügere, bessere Frau für dich als ich es bin, mein großer, herrlicher dummer Junge, du!" ..." Die Abende verbringt Asbjörn Holgerson fetzt seltener in den hinteren Räumen der „Greenhorn- Bar", sondern meist vorn im eigentlichen Lokal. ** Ermäßigte Kraftpostfahrten für Fachschüler. Vom 1. Oktober 1939 an können die Schüler der staatlichen, städtischen und staatlich genehmigten privaten Fachschulen bis zum 21. Lebensjahr mit Schülerzeitkarten die Kraftposten benutzen, wenn sie den Unterricht regelmäßig besuchen, in keinem Lehrverhältnis stehen und kein Arbeitseinkommen haben. ♦* Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 18 bis 25. August ein gegen Kraftfahr- zeugführer mit 4 Anzeigen und 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeuge mit 5 Anzeigen und einer gebührenpflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 6 Anzeigen und 8 gebührenpflichtigen Verwarnungen. noch und denkt nicht mehr daran, das ganze Lokal freizuhalten. „Schäfchen, wirf doch dein Geld gleich zum Fenster hinaus!" hat sie ihm eines Abends gesagt. „Dann merken die andern wenigstens nichts davon und lachen dich nicht aus." „Wer lacht mich aus?" „Alle, mein Junge! Je großartiger du auftrittst, desto mehr machen sie sich über dich lustig! Hättest nur hören sollen, was hier an der Bar über dich schon gespottet worden ist! Jeder grüne Junge tat sich dick damit, dir eine Fünf-Pfund-Note abgeknöpft zu haben!" _ Seitdem spielt er nur noch selten. Sehr zum Erstaunen der übrigen Stammgäste. Solange Lizzy Dienst tut hinter ihrem Bartisch, pendelt er — wie immer so auch heute — zwischen Barhocker und Spielraum. Als er, im Hintergründe stehend, den Blick durch das überfüllte Lokal schweifen läßt, durchzuckt es ihn plötzlich wie ein elektrischer Schlag. Ein Mann ist in die Tür getreten... em Herr, auf den er unverwandt starrt. Den, der sich jetzt rücksichtslos durch die Menge drängt, kennt er gut... er duckt sich hinter eine Säule ... so, jetzt kann man ihn nicht entdecken, aber er kann alles sehen ... Lizzy spricht mit ihm ... sie scheint ihn zu kennen, ein Kunde des Bruders vielleicht... er trinkt einen Kognak... zahlt, bricht hastig wieder auf... verschwindet durch die Tür nach draußen, ohne sich umgesehen zu haben. Eine Zentnerlast fällt Holgerson vom Herzen. Plötzlich fühlt er sein Herz nicht mehr schlagen, es wird schwarz um ihn her... er sinkt in den namenlosen Abgrund seiner entsetzlichen Angst. Die Zahl der auf Straßen und Bahndämmen der Reichsbahn wachsenden Obstbäume ist außerordentlich groß. Die Reichsbahn gibt in der Regel Pächtern das Recht, die anfallenden Obstmengen zu verwerten. Unser einheimisches Obst stellt, richtig geerntet und verwertet, einen wichtigen Teil der deutschen Ernährung dar. Soll das Obst vollwertig sein, so darf es erst nach eingetretener Reife geerntet werden. Reif geerntetes Obst ist wohlschmeckender und nahrhafter, gesünder und haltbarer als vorzeitig und halbreif geerntetes Obst. Leider wurde Nur reifes Obst ist vollwertig ein Nunderlaß an die Neichsbahnlandwirte. 17. Kein Geld fürHellmers. „Nein, die Mittel für die neuen Versuchsreihen sind nicht angewiesen, Herr Doktor!" Hilflos hebt Gardens, der Prokurist, die Hande und läßt sie wieder fallen. „Ich kann doch schließlich nichts dafür! Es sind große Summen aus dem betrieb gezogen ... gewaltige Summen!" „Ja, zum Teufel, wer zieht denn diese Summen heraus? Wer schluckt denn hier Geld, das wir nötig brauchen?" Ratlos zuckt der Prokurist die Achseln. (Fortsetzung folgt.) Aufruf au alle Rentenempfänger her Tanhesversicherungsansialten Hessen-Nassau und Hessen Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, weröau L Sa. keimende Mißtrauen. Der Alte überschlägt sich geradezu in gerührter Dankbarkeit und beteuert einmal übers andere, wenn man von ihm etwas wissen wolle solle man nur zu ihm kommen. Er sei immer da, und die besten Brutplätze für Wildenten im Moor, die kenne er auch. Da könnte sich sogar der Herr Forster erkundigen kommen bei ihm. ' Bloß was den andern Herrn angeht, da vermöge er rein nichts zu sagen. Er sei eben em alter Mann, der nicht mehr richtig sehen könne. Und mit dem Hören sei es auch so eine Sache, ja. Vielleicht, wenn s nicht schon so dunkel gewesen wäre, aber der Mond, der sei gerade eben so ein ganz klein bissel vor- ^Die^zwei 'sind mit dem Ergebnis ihres Ausflugs durchaus zufrieden. Er ist ermordet worden! Ob nun diese blöd- sinnige Visitenkarte mit den drei Sternen etwas damit zu tun hat »der nicht ... di-i° Schlußsätze- runa steht jedenfalls fest!" Hol mich der Teufel", knurrt Linkerton, „wenn sich der Mörder nicht in der allerengsten Umgebung befindet Unter diesen Umständen ist dem Einbruch am Tage des Begräbnisses die größte Bedeutung Pembroke, i-tzt werden wir mal die Alibi durchfühlen, und Gnade Gott jebem der nicht genau nachweisen kann, wo er war. Der Herr «an. aer ist schon verdächtig. Ich werde ... 9 .. . zunächst mal die Sache mir überlassen, guter Freund!" unterbricht ihn der ganz freundlich. „Du bist eine Amtsperson! Vergiß das nichts Und wenn wir danebentappen, bist du bis auf dieKnochen blamiert. Außerdem möchte ich der Familie das °fhdieüe Verfahren bis zum schnellen Ende ersparen. Einver- '“ertön brummt zwar etwa- Unoerständliche- aber Pembroke weiß das schon richtig zu beuten. Es ist das sichere Zeichen seines Einverständnisses. 16. Lizzy verwandelt sich. London N.-Tottenham. Ruhiges Wohnviertel kleiner Beamten, mittlerer Angestellter Bescheidener, aber behaglicher Wohlstand. Dritte Etage eines netten kleinen Hauses. Hier wohnt Lizzy oder wie sie eigentlich heißt: Millie Dixon. Lizzy sagt aber federmann zu ihr. 3m Reichsgesetzblatt vom 27. 8. 1939 wird die ^Durchführungs-Verordnung zur Verordnung zur ^läufigen Sicherstellung des lebenswichtigen Be- Mfs des deutschen Volkes (Verbrauchsrege- l.ng für Hausbrandkohle) vom 27.8. 139 veröffentlicht. Darin wird verordnet, daß auf A-und der Teilabschnitte Kohle der Ausweiskarten ir der Zeit bis zum 25. September 1939 j)2 von den unteren Verwaltungsbehörden bekannt- g^ebenen Höch ft m engen bezogen werden finnen. Diese Mengen dürfen nur für Wasch-, Ach- und Heizzwecke verwandt werden. Brennstoff- ezeuger, die bisher an die Gefolgschaft ihrer Berg- wrks- und Hüttenbetriebe Deputatkohle geliefert tyben, dürfen an solche Gefolgschaftsmitglieder, die ri wesentlichen berg- oder hüttenmännischen Ar-- feilen beschäftigt werden, Kohle in der bisherigen §che weiterliefern. Der Brennstofferzeuger ist ver- p ichtet, die zum Bezug von Deputatkohle berechtigen Gefolgschaftsmitglieder der unteren Derwal- tingsbehörde namhaft zu machen und über die Abgabe von Deputatkohle Buch zu führen. Die Teil- eschnitte Kohle der Ausweiskarten der zum Bezug im Deputatkohlen berechtigten Gefolgschaftsmitglie- br sind einzuziehen und an die untere Verwaltungs- byörde abzuliefern. Hausbrandlieferungen fonsttger gewerblicher Unternehmer an ihre Gefolgschaftsmit- reber, sowie Deputatkohlelieferungen von Brenn- slsferzeugern an solche Gefolgschaftsmitglieder, die ntht mit wesentlichen berg- und hüttenmännischen r beiten beschäftigt werden, dürfen nur gegen die 2- ilabschnitte Kohle der Ausweiskarte zu den all- Meinen Höchstmengen erfolgen. Werbraucher in Wohnungen mit Zentralheizungs- § lagen sind verpflichtet, ihre Ausweiskarte zum Bezüge von Hausbrandkohle demjenigen zur Verfü- cng zu stellen, der die Zentralheizungsonlage be« leibt. Die Verbraucher können jedoch ein Drittel ir ihnen zustehenden Kohlenmengen für Wasch- ..'Ah... ah, schau, schau... das ist ja der Htz^r! $ iicklich lachend tippt er mit dem Finger aufs rUd und erklärt voll Stolz: „Er gibt mir immer I 'm Zigarre. Er hat ein Herz für 'n alten Mann, 6<~ feine Herr!" Und dann umdüstern sich die Züge des Alten. X und nun ist er tot!" seufzt er auf. „Und hat das letztemal keine Zigarre gegeben! Aber ich ityme es ihm nicht übel! Gewiß! Hat ja so viel | |U reden gehabt mit dem andern feinen Herrn aus le’ Stadt!" v x .. Pembroke stößt einen leisen Pfiff die )ch«e, und Linkertons Augen bekommen plötzlich 3nn». Dann er ihn denn zum letzten Male gesehen scwe fragen ihn die beiden. .Nu, am Samstag spät abends. S war schon cej en halber elfe und dunkel. Bloß der Mond hat d °n ganz klein bissel geschienen. Don See her ist 5unft gekommen, späterhin. Ja, er hat mich gar nicht ieiertt, der gute Herr, weil er immerzu gestritten ; ja mit dem andern Herrn." Wie der ausgesehen habe? Das wisse er nicht, es sei schon dunkel gewesen. Ob er jung oder alt gewesen sei? Das hätte man nicht mehr erkennen können. Wovon die Herren geredet hätten? ar sei ein alter Herr und hören könne er fast gar li: mehr. Er wisse das nicht. Und dann blickt er die zwei mißtrauisch aus seinen frsn, entzündeten Augen an und fragt: „Warum jdlen Sie denn das alles von mir wissen? Sind Sie ili.ia von der Polizei? Ich habe nichts gesehen. Ich htm nichts gesehen davon, daß der Herr ermordet »üirden ist! Da hat überhaupt keiner was gesehen! Sine Handvoll Zigarren beschwichtigt das aus- stand an den genannten Waren unter genauer Angabe von Art und Menge aufzunehmen. Im übrigen gelten die aleichen Bestimmungen wie bei Spinnstoffwaren uno Schuhwaren. Zur Ergänzung der Bestimmungen dieser Durchführungsverordnung kann die Reichsstelle für industrielle Fettversorgung Richtlinien für die Verteilung von Seife aufstellen. Die dritte Durchführungsverordnung enthält ferner Ausführungen über die Versorgung der Wehrmacht und der Schutzgliederungen außerhalb der Wehrmacht. Die Vorschriften über den Bezug von R a s i e r s e i f e können als Ueberga*Ngsmaß- nähme betrachtet werden. Eine andere Regelung wird später erfolgen. Darüber hinaus werden zur Zeit allgemeine Erleichterungen der Vorschriften über die Derbrauchsregelung für Seife überprüft. und Kochzwecke beanspruchen. Von der Bereitstellung von Kohle für Zentralheizungsanlagen ist zunächst abzusehen. Warmwasser-Dersorgungsanlagen sollen grundsätzlich nicht eingestellt werden. In Wohnungen mit Warmwasserversorgung ist demjenigen, der die Anlage betreibt, die Bezugsberechtigung bis zur Hälfte abzutteten. Die Reichsstelle für Kohle und Salz wird hierüber demnächst nähere Vorschriften erlassen. Betriebe des Gaststätten- und Beherbergungs- g'ewerbes können bei den unteren Verwaltungsbehörden Bezugsscheine für Hausbrandkohle beantragen, die unter Berücksichtigung der voraussichtlich zu versorgenden Personenzahl, der bezugsfähigen Höchstmengen und der eigenen Warenbestände zum Bezug der in ihrem Betrieb benötigten Hausbrandkohle berechtigen. Gewerbetteibende, die ihren Kohlenbedarf bei Platzhändlern decken, können bei den unteren Verwaltungsbehörden Bezugsscheine beantragen, die sie zum Bezug der in ihrem Betrieb benötigten Kohlenmengen berechtigen. Die Regelung der Versorgung von Goststätten und Herbergen gilt auch für Anstalten. Alle Verkaufsstellen haben den bei Inkrafttreten dieser Durchführungsverordnung vorhandenen Bestand an Hausbrandkohle unter genauer Angabe von Art und Menge aufzunehmen, die Bestandsaufnahme, wie bei der Regelung für Spinnstoffwaren usw. zu unterschreiben, Bezugsscheine zu entwerten usw. Die Bestimmungen sind auf den Kohlenbedarf des Sommers zugeschnitten, der sich ja im wesentlichen auf die Kohleverwendung für Koch- und Waschzwecke beschränkt. Eine Regelung für die kalte Jahreszeit erfolgt in den nächsten Tagen, ebenso wird dann die Höhe der Brennstoffbezüge bekannt- gegeben. Zur Vermeidung von Irrtümern wird darauf hingewiesen, daß die Landesversicherungsanstalt die Tatsache der Mitarbeit eines Rentenempfängers nicht zum Anlaß einer Rentenentziehung nehmen wird. , ,r . Wer Rente bezieht, weil er 65 Jahre alt ist, kann arbeiten so viel er will, ohne daß ihm die Rente entzogen werden kann. Wer Rente vor dem 65. Le- bensjahr wegen Krankheit öder anderer Gebrechen oder Schwäche bezieht, wird im gegebenen Fall die Rente erst dann verlieren, wenn sich seine gesund- heitlichen Verhältnisse so wesentlich gebessert haben, daß Invalidität nicht mehr vorliegt. Die Landesoersicherungsanstalt wird hierbei etwa auftretende Grenzfälle wohlwollend behandeln, um den arbeitswilligen Volksgenossen in seiner Bereitschaft zur Leistung irgendeiner zusätzlichen Arbeit nicht zu hemmen. Beitragspflicht in der Invalidenversicherung besteht während der Dauer des Rentenbezuges nicht. Einträgen, die zum Bezug der in ihrem Betrieb bnötigten Rasierseife berechttgen. Seife in festem Stück o!«r in Packungen, die nicht den bezugsfähiaen Hchstmengen entspricht, ist von den Verkaufsstellen algewogen zu verabfolgen. Entnehmen Inhaber von ^trieben, in denen Seife erzeugt oder feilgeboten Vrd, aus ihrem Bettieb Waren für sich selbst, für Ligehörige ihres Haushaltes oder für Gefolgschasts- irtgüeber, so darf diese Entnahme nur gegen die ritsprechenden Teilabschnitte der Ausweiskarte zu fern allgemeinen Höchstmengen oder gegen Zufatz- bizugsschein erfolgen. Alle Verkaufsstellen haben den bei Inkrafttreten t>i»fer Durchführungsverordnung vorhandenen De- Anschließend wurde von dem Vorsitzenden Herr die Durchführung der Verordnung über die gerechte Verteilung der lebenswichttgen Derbrauchsgüter be- sprachen. Der Zweck der Versammlung war die Informierung der Mitglieder über die abzugebende Erklärung über ihren Bedarf an Verbrauchsgütern. Alle Speiserestaurants und Hotels wurden aufgefordert, ihreen Bedarf auf Grund der aus den Wareneinkaufsbüchern nachzuweifenden Bezüge für die Monate Juni und Juli d.J. mengenmäßig anzugeben. Für die Weiterreichung dieser Unterlagen an die zuständige Behörde wurden als Sachverständige die Mitglieder Klingler und Niemann für die Speisegaststätten und Keil für die Cafös bestimmt. Wie der Vorsitzende mitteilte, muß der Gastwirt für den Durchreisenden und für den Volksgenossen, der bisher in der Wirtschaft gegessen, sowie für den, der keine Familie hat, Sorge tragen. Er muß von sich aus entscheiden können, wem die Verabreichung einer Speise zusteht oder nicht. Auf jeden Fall hat er dabei mitzuhelfen, daß eine gerechte Verteilung durchgeführt wird, um zu vermeiden, daß Volksgenossen, die sich ihrer Verpflichtung nicht bewußt sind, zum Nachteil der Allgemeinheit in den Besitz von Speisen gelangen, die ihnen nicht zustehen. Der Gastwirt ist verantwortlich für die Durchführung der gerechten Verteilung. Nachdem Geschäftsführer Sauer noch einige Erläuterungen dazu gegeben hatte, forderte der Vorsitzende seine Berufskameraden und -kameradinnen auf, den Führer bei seinen schwerem Entschlüssen durch treue Gefolgschaft zu unterstützen. Im Zeichen der Motorisierung ist der Treibstoff um lebenswichtiger Bedeutung. Dom 1. Septem- iir 193 9 ab ist für P e r s o n e n kr a f t f a h r - 31 u g e und vom 3. September 1 939 für Antzkraftfahrzeuge und sonstige Ver- ttiuchsstellen die Abgabe von Vergaser- und Die- ^raftstoffen nur noch gegen Mineralölbe- ii gsschein e und Tankausweiskarten mässig. Die deutsche Kraftstvffwirtschaft hat große & träte für lange Zeit angesammelt. Durch die smthetische Herstellung von Benzin auf der Grund- Iqe deutscher Kohle ist der Zwang zum Auslands- stzug von Treibstoffen weitgehend verringert wor- l n. Die Bewirtschaftung erfolgt also, wie im Falle !>.« wichtigen Nahrungsmittel, nicht, weil die Ver- rgungslage schlecht ist, sondern um zu verhindern, nß sie schlecht werden könnte. Es wird darum Treibstoff nur dann abgegbeen, wenn die damit urchgsfiihrten Fahrten von allgemeinem nteresse sind. Die Wichtigkeit entscheidet für - Verteilung von Mineralölbezugsscheinen und liankausweiskarten. Als wichtig angesehen wer- lien Betriebe der gewerblichen Wirtschaft, der Güter- üerkehr, die Binnen- und die Seeschiffahrt, Aerzte w. Zu den vordringlichen V e r b r a u - : ern zählen weiter auch die öffentlichen Verkehrs- iittel und die Kraftdroschken. . In den nächsten Tagen wird sich der Kraftmhr- zmgbesitzer die Frage vorlegen müssen, ob er Ben- zn unbedingt haben muß oder nicht. Diese Frage Bar", sondern meist vorn tm eigentiiajen 50iai- Was kein anderer erreicht hätte, hat die weltkluge I Lizzy mit wenigen Worten geschafft: er spielt kaum I In diesem Jahre ist uns eine reiche Beeren- und Obsternte beschert worden, die uns nach dem vor- jähriaen schlechten Erntejahr besonders willkommen ist. Leider konnte man feststellen, daß ein großer Teil der Beerenernte in zahlreichen Gärten dem Verderb anheimgefallen ist, was natürlich vielfach, insbesondere in Bauerngärten, seinen Grund in dem Kräftemangel auf dem Lande hat. In verschiedenen Dörfern hat man sich aber dennoch zu helfen gewußt. Die Bauern und Landwirte haben Beeren, die sie nicht mehr ernten konnten, der NSV. zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe von Schulkindern wurden die Beeren gepflückt und dann verarbeitet. Große Werte konnten auf diese Weise der Dolks- ernähruna erhalten bleiben. Jetzt steht die Pflaumen-, Apfel- und Birnenernte vor der Tür. Wiederum besteht aus gleichen Gründen die Gefahr, daß Teile dieser Obsternte dem Verderb anheimfallen. Sollte man da nicht erst recht den Gedanken aufgreisen, den man bereits bei der Beerenernte in einigen Dörfern praktisch durchgeführt hat und alles, was in der eigenen Wirtschaft nicht geerntet und verbraucht werden kann, der Allgemeinheit, vielleicht auf dem Wege der NSV., zur Verfügung zu stellen? Denn wir können es uns nicht leisten, wich- bisher gerade das Pachtobst auf den Reichsbahn- gebieten, fowett die Obstbäume nicht in Gärten stehen, fast alle Jahre viel zu früh zum Zweck der AberMuna verkauft und dann meistens auch sofort geerntet. Als Grund für den frühzeitigen Verkauf wurde der Verlust an Fallobst, vielfach auch die Gefährdung des Behangs durch Obstdiebstahl angegeben. ,.. Durch Rundschreiben an die Bezirkslelter für Reichsbahnlandschaft hat die Reichsbahn nunmehr gebeten, den Behang der Obstbäume erst dann zu Mitgliederversammlung der Gastwirte-Znnung. Am gestrigen Dienstagvormittag fand im Hotel Prinz Earl eine Mitgliederversammlung der Gast- wirte-Jnnung statt. Der Vorsitzende L. Herr konnte eine stattliche Anzahl von Mitgliedern begrüben. Der Geschäftsführer der Innung, A. Sauer, gab bekannt, daß im Interesse einer strafferen Erfassung aller Mitglieder der Bereich der Innung in zwölf Bezirke eingeteilt wurde. An der Spitze jedes Bezirkes steht ein Vertrauensmann, der feine Berufskameraden und -kameradinnen zu betreuen und ihnen die Mitteilungen weiterzugeben hat, die ihm vom Vorstand übergeben werden. Auf diese Weise sollen öftere Jnnungsversammlungen vermieden werden. Die Vertrauensleute für die einzelnen Bezirke sind: Bezirk I Schmitz, II Faber, III Ruhl. IV Schäfer, V Sieck, VI Schulte, v II Köhler, VIII Kraft Wwe., IX Merlau, X Giftel, XI Mandler, XII Bierau. ist nach einem ftrengen Maßstab zu beantworten. Jede Fahrt, die nicht unbedingt nottvendig ist, hat zu unterbleiben. Für Fahrten, die dem Vergnügen und der Bequemlichkeit dienen, kann kein Treibstoff mehr zur Verfügung gestellt werden, um ihn allein für vordringliche Zwecke verfügbar zu haben. Wer nach einer solchen Überprüfung der Wichtigkeit glaubt Brennstoff beantragen zu müssen, wendet sich an die zuständigen Stellen. Es ist selbstverständlich, daß eine Überprüfung dieser Anträge und eine Erfassung aller zum Treibstoffbezug Berechtigten ein großes Ausmaß von Verwaltunas- arbeit mit sich bringt. Um die Verwaltungsstellen nicht übermäßig zu belasten, ist es Pflicht, einen Antrag, der nicht vordringlich ist, noch eine Zeit zurückzustellen und abzuwarten, bis von den Behörden die Ausweise an diejenigen Kraftfahrer und Besitzer von Anlagen ausgegeben sind, deren Treibstoffversorgung keine Unterbrechung erfahren darf. Die Erteilung von Mineralöl-Bezugsscheinen und Tank-Ausweiskarten kann vom 30. August 1939 ab bei den unteren Verwaltungsbehörden (Oberbürgermeistern und Landräten) und den von ihnen bestimmten Ausgabestellen mündlich beantragt werden. Sprechstunden der Nednttion. 11.30 bis 12.30 Ubr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- verkaufen, wenn bei der Hauptmenge des Obstes die Reife voll oder doch wenigstens nahezu eingetreten ist. Das bei diesem Verfahren etwas reichlicher aufkommende Obst soll von den Mitgliedern irrtb den Vereinen Reichsbahn-Landwirtschaft e. 23. gesammelt und bestmöglichst verwertet werden. । Darüber hinaus hat die Reichsbahn die Mrt- Meder der Vereine und sonstige R ei chsb a hnbedien- stete auffordern lassen, der Diebstahlgefahr tatkräftig und mit allen Mitteln zu begegnen. Den jeweils Anständigen Vereinsleitern sollen rücksichtslos alle Personen gemeldet werden, die bei einem Diebstahl auf Reichsbahngelände angetroffen werden. Besondere Sorgfalt soll der Bestimmung des Zeitpunktes des Obstverkaufes gewidmet werden. Angesichts dessen, daß die Reichsbahn-Landwirtschaft eine WMfahrtseinrichtung für Reichsbahner ist, wird gebeten die anfallenden Edel- und Mostobstmengen zunächst den Mitgliedern der Reichsbahn-Landwirtschaft und dann sonstigen Reichsbahnern onzubieten. Bei der Festsetzung der einfachen Abgabemengen wird um Berücksichtigung des Familienstandes der Käufer gebeten. Die nach der Deckung des Bedarfes der erwähnten Abnehmer noch verbleibenden Mengen an Mostobst sollen den Reichsbahnmäßigkeitsvereinen angeboten werden. Sofern auch dann noch Bestände übrig bleiben, sind diese dem Handel und den Kreisobstverwertungen anzubieten. Vor dem Verkauf des Obstes sind die Baume mit gelbem Farbstift auf glatter Rindenfläche (ohne den Baum anzuschneiden) zu numerieren. Sodann hat der 23ereinsführer oder dessen Obmann einen Mindestpreis festzusetzen. Begehren im Derkaufs- termin mehrere den Behang, so ist eine Steigerung des Preises bis zum amtlich festgesetzten Erzeugerpreis für die betreffenden Obsternten zulässig. Die Erzeugerpreise sind, falls sie nicht öffentlich bekannt- gegeben worden sind, bei den zuständigen Kreis- bauernschaften zu erfragen. Die Reichsbahn bittet, die Käufer darauf hinzuweisen, daß das Obst nur durch Pftücken und nicht durch Schütteln oder Abschlagen geerntet werden darf. Selbstverständlich dürfen Zweige weder abgebrochen, noch ab gesägt werden. Zuwiderhandelnde werden ersatzpflichtig gemacht und von künftigen Obstverkäufen ausgeschlossen. Mit Rücksicht auf die große Bedeutung einer völligen Verwertung der deutschen Obsternte in- nechalb der häuslichen Dorratswirtschaft — soweit nicht die verarbeitende Industrie oder der Frischmarkt die Bestände übernehmen — sind die Be- jtrebungen der Reichsbahn-Landwirtschaft nur zu unterstützen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 29. Aug. Bei dem am Montag gegen 15 Uhr mit schwerem Regen hier niedergehenden Gewitter schlua der Blitz in einige noch auf dem Felde stehende Fruchthaufen, die in Flammen aufgingen. Eine Warnung für die Bevölkerung, bei Gewitter im freien Felde nicht unter den Getreidehaufen vor dem Regen Schutz zu suchen! Wieder Autodiebe am Werk. Lpd. Frankfurt a. M., 29. August. In den letzten Wochen wurden in Frankfurt am Main mehrere Personen wegen Autoberaubungen festgenommen. Eine Anzahl der gestohlenen Gegenstände wurde wieder herb ei geschafft und befindet sich im Polizeipräsidium. Da die Eigentümer teilweise nicht bekannt sind, werden Personen, deren Kraftwagen in der Zeit von Februar bis Juli 1939 bestohlen wurden, gebeten, sich beim 3. Kommissariat im Polizeipräsidium zu melden. Mähmaschine vom Straßenbahnzug überfahren. ' Ein Toter. Lpd. Frankfurt a. M., 29. August. Am Dienstagfrüh ereignete sich auf einem Feldweg, der über den Bahnkörper der Lime 24 in Nieder- ursel hinwegsührt, ein folgenschwerer Unfall. Ein Straßenbahnzug mit zwei Anhängern befuhr die Strecke in Richtung Frankfurt. Parallel mit dem Bahnkörper verläuft ein Feldweg, auf dem eine mit zwei Pferden bespannte Mähmaschine fuhr. Der Fahrer bog plötzlich nach links ab, um über den Bahnkörper hinweg auf die Straße Oberursel- Frankfurt zu gelangen. Obwohl er im letzten Moment seine Pferde antrieb — er hatte wohl zu dieser Zeit die ankommende Straßenbahn bemerkt —, wurde die Mähmaschine vom Straßenbahnzug erfaßt und gegen einen Leitungsmast geschoben. Das Hintergestell der Maschine riß sich vom Vorderteil ab, so daß die Pferde nicht verletzt wurden. Der Fahrer aber, ein 63jähriger Mann, verunglückte tödlich. Die polizeilichen Ermittlungen bezüglich der Schuldfrage sind noch nicht abgeschlossen. Ein reumütiger Dieb. Lpd. Frankfurt a. M., 29. Aug. Ein Einwohner eines westlichen Vorortes erhielt einen größeren Geldbetrag übermittelt. Er war zunächst der Meinung, daß hier ein. Irrtum vorliegen müsse, da er von niemand Geld zu erwarten hatte. Aus dem Begleitschreiben aber ersah er, daß der Absender ein reumütiger Mann war, der ihn vor Jahren einmal bestohlen hatte und jetzt sein damaliges Vergehen wieder gutmachte. Er schilderte gleichzeitig seine damalige Rot und seine jahrelangen Gewissensbisse. Der Mann, dem es heute recht gut geht, war nie in einen Verdacht gekommen, der Bestohlene aber, der sein Eigentum mit Zinsen und Zinseszinsen wiedererhiett, kann es heute doppelt gut gebrauchen. Ein Schwerverbrecher wirb gesucht. Lpd. Frankfurt a. M., 29. Aug. Rach Verübung eines- Einbruchs in ein Waffengeschäft in Gotha ist am 18. Juli 1939 der 33jährige Waldemar Böhler geflüchtet. Rach den bisherigen Ermittlungen und nach Aussagen eines Mittäters, der bei dem Einbruch festgenommen werden konnte, hat sich Böhler kurze Zeit vor dem Einbruch in Kassel unangemeldet aufgehalten. Er steht außerdem im dringenden Verdacht, am 31. März d. I. in Berlin einen Raubmord an einem Kassenboten begangen zu haben. Böhler hat auch in Hannover, Halle, Nordhausen, Wittenberg, Angermünde, Gotha, Kassel und Frankfurt a. M. Straftaten verübt. Er ist etwa 1,70 Meter groß, schlank, hat schmales Gesicht, schmale Nase, blaugraue Augen, abstehende Ohren, mittelblondes Haar, waagerechte tiefe Stirnfalten und Narben am linken Handgelenk. Sachdienliche Mitteilungen über den Aufenthalt des Döhler nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Jugendlicher Kellereinbrecher verhaftet. Lpd. Frankfurt a. M., 29 September. Der Frankfurter Polizei gelang es, einen langgefuchten Kellereinbrecher fest zu nehmen. Es handelt sich um einen 17jährigen Burschen, der in einem Frankfurter Betrieb beschäftigt war und bei seinen Eltern wohnte. Auf sein Konto kommen etwa 20 Kellereinbrüche, wobei er große Mengen Eier, eingemachte Früchte, Wein usw. erbeutete. Die Einbrüche wurden ihm fast ausnahmslos durch ungenügende Sicherung der Kellertüren ermöglicht. Trotzdem im den Zeitungen auf den Dieb aufmerksam gemacht und vor dem Ankauf von Eiern usw. gewarnt worden war, deren Herkunft fraglich erschien, haben mehrere Personen verantwortungs- und gewissenlos dem Burschen für ein Trinkgeld die ^gestohlenen Sachen abgenommen und sich damit der Hehlerei schuldig gemacht. sji.-fpott 3mmer noch SA. Garvs. StockholmerFiinfkamPf nach dreMebnngen. Leutnant Garvs (Deutschland) hat beim Stockholmer Fünfländertreffen im Modernen Fünf- kärnpf am zweiten Tag die Führung übernommen. Im Degenfechten kamen Oblt. Frhr. v. Schlotheim (Deutschland) und Fähnrich Dartia (Finnland) gemeinsam auf den ersten Platz vor Lt. Garvs, Oblt. Cramer (D) und Lt. Flockner (D). Nach dem Reiten und Fechten führte Lt. Garvs mit 5 Punkten vor Lt. Bratt (Schweden) mit 9 und Oblt. Frhr. van Schlotheim mit 12 Punkten. Das Fünfländertreffen im Modernen Fünfkampf in der Fliegerkriegsschule Ljungbyhed bei Stockholm brachte am Dienstag noch das Pistolenschießen. Die Leistungen waren über jedes Lob erhaben, 18 Teilnehmer hatten mit jedem Schuß einen Treffer, die Ringzahl entschied über die Placierung. Der Deutsche Lt. Garvs konnte im Schießen den 6. Platz belegen und seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausdehnen. Mit 11 Punkten liegt er jetzt vor dem aufgerückten Finnen Kivipäre (18) und Oblt. Frhr. v. Schlotheim (20 P.) auf dem 1. Platz. Dann folgen die vier Nordländer Lt. Bratt (Schweden), Gyllenstierna (Schweden), Lind- blad (Finnland) und Egnell (Schweden), der Gewinner des Schießens. Die gleiche Leistung wie Egnell vollbrachte der Finne Kivipäre, der bei 20 Treffern gleichfalls 198 Ringe erreichte. Die deutsche Mannschaft zeigte im Schießen recht ausgeglichenes Können. Lt. Garos wurde 6., Oblt. Frhr. v. Schlotheim belegte den 7. Platz und Oblt. Lemp wurde 5. — Ergebnisse: Pistolenschießen: 1. Lt Egnell (Schweden) und Lt. Kivipäre (Finnland) 198 Ringe; 3. Oblt. Grut (Schweden) 194 R.; 4. Lt. Lindblad (Finnland) 193 R.; 5. Oblt. Lemp (Deutschland) 193 R.; 6. Lt. Garvs (Deutschland) 191 R.; 7. Oblt. Frhr. v. Schlotheim (Deutschland) 190 R.; 18. Cramer (Deutschland) 179 R. (alle 20 Treffer); 23. Lt. Fleckner (Deutschland) 193 R. (19 Treffer). Gesamtwertung: (nach Reiten, Fechten, Schießen) 1. Lt. Garvs (Deutschland) 11 P. (2+3+6); 2. Lt. Kivipäre (Finnland) 18 P.; 3. Oblt. Frhr. v. Schlotheim (Deutschland) 20 P.; 4. Lt. Bratt (Schweden) 20 P.; 5. Oblt. Gyllenstierna (Schweden) 22 P.; 6. Lt. Lindblad (Finnland) 25 P.; 7. Lt. Egnell (Schweden) 28 P.; 8. Lt. Baigar (Ungarn) 29 P.; 9. Oblt. Lemp (Deutschland) 31 P. Nationenwertung:!. Schweden; 2. Deutschland; 3. Finnland; 4. Schweiz; 5. Ungarn. Vorläufig ohne Krafisahrsport. Der Führer des deutschen Kraftfahrsparts, Reichsleiter Korpsführer Hühnlein, hat verfügt, daß mit Rücksicht auf den derzeitigen Bedarf an Treibstoffen und die Beanspruchung der zur Verfügung stehenden Kräfte für wehrpoli tische Zwecke alle für die nächste Zeit vorgesehenen kraft- fahrsportlichen Veranstaltungen abgesagt und ebenso schon begonnene Dorbereitungsarbeiten mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. DBM.-Frauen-Endkampf verlegt. Aus verkehrstechnischen Gründen wurde der für Sonntag nach Berlin angefetzte Endkampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft der Frauen zwischen den vier vom Reichsfachamtsleiter zugelassenen Mannschaften abgesagt. Die Entscheidung wird an einem späteren Termin nachgehvlt. Die Radweltmeisterschasten abgebrochen. Die am Sonntag begonnenen Weltmeisterschaften der Radfahrer in Mailand find am Dienstagmorgen abgebrochen worden. Der Vorstand des Internationalen Radfahreroerbandes hat auf Vorschlag der Vertreter Deutschlands, Dänemarks, Frankreichs, Hollands, Luxemburgs, Finnlands und Belgiens in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, die Radweltmeisterschaften 1939 auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen, wobei die bisher erzielten Ergebnisse anerkannt werden. Es wurde die Möglichkeit vorgesehen, die Radweltmeisterschaften im September an einem van dem Italienischen Radfahrerverband festzusetzenden Zeitpunkt fortzusetzen. Wie aus Amsterdam eingetroffene Meldungen besagen, find auch die für 1.—3. September nach Amsterdam anberaumten Europameisterschaften der Ruderer abgesagt worden. Die Schwedin Bauer bezwang den Kanal. Die bekannte schwedische Langstreckenschwimmerin Sally Bauer vollbrachte zu Beginn der Woche eine neue große Leistung. Sie durchschwamm in 15 Stunden und 22 Minuten den Aerinel-Kanal in der Richtung Frankreich—England. Der Start erfolgte bei Kap Gris Nez und die Landung etwa 10 km westlich van Dover. Frl. Bauer ist die elfte Frau, der die Kanal- Durchquerung gelang. Die Liste wird angeführt von der Amerikanerin Gertrud Ederle, die im Jahre 1926 diese immer wieder bewunderungswürdige Leistung vollbrachte. Einige Engländerinnen machten es der Amerikanerin in den folgenden Jahren nach, und 1934 und 1938 bezwangen auch zwei deutsche Schwimmerinnen — Frau Faber und Frau We nd e 11 — die Meerenge. Am schnellsten war Gertrud Ederle mit 14:32 Stunden. Don Öen 14 Männern, die den Kanal bezwangen, war der Franzose Lacoine im Jahre 1937 mit 10:30 Std. der schnellste, dach ist diese Zeit vielfach angezweifelt worden. Die erste Kanal-Durchquerung überhaupt gelang dem englischen Kpt. M. Webb im Jahre 1875 zwischen Dover und Calais in einer Zeit von 21:45 Stunden. Im Jahre 1926 stellte der Deutsche Ernst Merkötter (Köln), der später nach Kanada auswanderte, mit 12:40 Stunden einen Rekord auf, der noch im gleichen Jahr von dem Franzosen Michel mit 11:05 Std. geschlagen wurde. Michels Rekord wurde dann vor zwei Jahren von dem bereits erwähnten Lacoine verbessert. Kurze Sportnotizen. Der deutsche Rekord im 1 5 0 0 - Meter. Lauf, den der Münchner K a i n d l am 20. August in Köln beim Leichtathletikländerkampf gegen Eng. land mit 3:50,2 Minuten aufstellte, wurde jetzt vom Reichsfachamt anerkannt. * Die Frankfurter H e r b st r e g a 11 a, die am kommenden Sonntag auf dem Main stattfinden sollte, wurde verlegt. Auch der für den 3. September vorgesehene Kajak-Slalom findet vor- läufig nicht statt. * Italiens Tennisspieler trugen in Li- vorno einen Länderkampf gegen Belgien aus, den sie glatt mit 6:0 Punkten siegreich gestalten konnten. Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt — Schlachtviehverteilungsmarkt — in der Diehver- steigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 6 Kühe, 29 Färsen, 58 Kälber, 201 Schweine und 1 Schaf aufgetrieben. Preise Ochsen 39,5 bis 45,5 Rpf., Kühe 21 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5 Rpf., Kälber 40 bis 65 Rpf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende^Preise bezahlt: Klaffe a (150 Kilogramm und mehr) 1,22 RM., bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1,20 RM., b2 (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,18 RM., c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,10 RM., d bis f (unter 100 Kilogramm) 1,04 RM., gl (fette Specksaueni 1,20 RM., i (Altschneider) 1,18 RM. g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,08 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe lebhaft. Alles ausoerkauft. Mein-Mainische Börje. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 29. Aug. Die Börse hatte am Aktienmarkt eine freundliche Haltung. Es lagen zahlreiche Kleinaufträge der Kundschaft vor, denen freilich auch noch weitere Abgaben gegenüberstanden. Das Geschäft war stellenweise etwas belebter, während die Kurse keine einheitliche Linie aukwiesen. Zumeist überwogen Erhöhungen um Prozentbruchteile. JG.-Farben gewannen zum ersten Kurs 0,65 v. H. auf 154,13 und stellten sich danach auf 154,50; nicht ganz gehalten Metallgesellschaft mit 110,75 (111) und Rütgerswerke mit 143,25 (144). Elektropapiere zogen vorwiegend etwas an, AEG. 116,50 (116,25), Geffürel 130,50 (129,65), aber Bekula 163 (163,50). Don Bergbau- werten fliegen Buderus auf 97,25 (96), Verein. Stahl auf 98,75 (98), hingegen Rheinstahl 125 (126) und Mannesmann 103,75 (104). Im übrigen kamen noch Daimler mit 119,75 (120), Eßlinger Maschinen mit 106,75 (107), Rheinmetall mit 119,50 (119), Conti Gummi mit 220 (221) und Westdeutsche Kaufhof mit 95,75 (96) zur Notiz. Am Rentenmarkt schien weitere Abgabenneigung zu bestehen. Besonders in Industrie-Anleihen, die meist weiter nachgaben, und zwar um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Don Auslandswerten Neichsaltbesitz 0,15 v. H. leichter mit 131,80, Deko- sama I um). 136,75, do. II 156,50 (156,25). Pfandbriefe und Staatspapiere blieben behauptet, ebenso die meisten Stadtanleihen, 4,50 v. H. Heidelberg nach Pause 95 (95,75). Im Telephonverkehr hatten Steuergutscheine I reges Geschäft mit 97,70 bis 98 (97,80). In der zweiten Börfenstunde schrumpfte das Geschäft weiter ein, nur ganz vereinzelt kam es noch zu geringen Abschlüssen. JG.-Farben behauptet mit 154,50, Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. erhöht auf 96,25, ebenso Mannesmann auf 104,25 nach 103,75, aber Daimler 119,50 nach 119,75. Don den später notierten Werten stiegen Holzmann um 2,25 auf 159,25, Zellstoff Waldhof um 1,50 v. H. auf 111, dagegen gingen Allg. Lokal und Kraft auf 136,25 (138) und Hapag nach Pause auf 48,50 (51) zurück. Der Freiverkehr war geschäftslos. Tages» gelb uno. 2,50 v. H. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse zeigte eine freundliche, zuversichtliche Haltung, mangels entsprechender Kundschastsbeteili» gung kam es aber zu keinen größeren Abschlüssen. Vorwiegend befestigten sich die Kurse um 0,25 bis 0,50 v. H., darüber hinaus gewannen Buderus 0,75 v. H. auf 98 und AG. für Verkehr 1 v. H. auf 110. Von den Spitzenwerten gingen JG.-Farben mit 155 (154,75), Verein. Stahl mit 99 (98,75) um, ferner erhöhten sich u. a. Hoefch auf 105,75 (105,50), Lourahütte auf 18,75 (18,50), Adlerwerke auf 96,25 (96), Daimler auf 119,75 (119,50), Deutsche Erdöl auf 124,25 (123,75) und Rheinmetall auf 119,75 (119,50), nur Metallgesellschaft bröckelten 0,25 v.H. ab auf 110,50. Renten waren leblos, 6 v. H. JG.- Farben 0,13 v. H. ermäßigt auf 120,25, 4,50 v. H. Stadt München uno. 100. Steuergutscheine I ohne besonderen Umsatz, aber voll behauptet mit 98,13 bis 98,20. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Aug. Auftrieb: Kälber 382 (gegen 810 am 22. Aug.), Hämmel und Schafe 218 (81), Schweine 1897 (3278). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 38 bis 40 (32 bis 40). Hämmel al) 51 (49 bis 50). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 37 (36 bis 39), c) 22 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (60), c) 56 (56), d) 53 (53), Sauen gl) 61 (61). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittel. Aus aller Welt. Gemeinsame Schulpolitik. R o m , 28. Aug. (DNB.) In Rom wurden Besprechungen zwischen dem Reichswalter des NS.-Lehrer- bunbes, Gauleiter Wäch 11er, als dem Leiter einer deutschen Erzieherabordnung und den führenden Männern der faschistischen Schulvereinigung über die Zusammenarbeit der deutschen und der italienischen Erzieher zum erfolgreichen A b - fchluß gebracht. Die Zusammenarbeit der beiden Erzieherorganisationen wird ihren Ausdruck finden in der DurchführunggemeinsamerSchu- lungslager beider Erzieh erschaften, in einem Austausch des pädagogischen Schrifttums und der Jugendliteratur, sowie in einer gegenseitigen Förderung des Sprachunterrichtes. Arbeiter und Bauern an der Spitze der Krastradkäufer. Im Rahmen der vom Statistischen Reichsamt soeben veröffentlichten Unterschriften über den Stand der Kraftfahrzeugindustrie im 1. Halbjahr 1939 ist von besonderem Interesse die ständiae Zunahme der Motorisieru g de r Arbeiter, Bauern und Ange st eilten. Sie kommt vor allem deutlich zum Ausdruck aus der Uebersicht über die Käufer der neuzugelassenen Kraftfahrzeuge. Don einer Gesamtzahl neuzugelassener Krafträder einschließlich Motorfahrräder in Höhe von 186 217 Stück entfielen in der Berichtszeit allein auf Arbeiter 85 579 Kleinkrafträder, auf Angestellte 20 349, auf die Land- unö Forstwirtschaft 17 035 Kleinkrafträder. Eine weitere Anzahl von Arbeitern, Angestellten und Bauern hat schwerere Maschinen erworben, d. h. Maschinen mit einem Hubraum von über 250 ccm. Die 6. Rostocker Kulturwoche eröffnet. Die Eröffnung der 6. Rostocker Kulturwoche, die bis zum 3. September nicht weniger als elf Veranstaltungen durchführt, brachte im Stadttheater durch den Oberbürgermeister Dolgmann die Verkündigung der diesjährigen Rostocker Preisträger. Der John- B r i n ck m a n n - P r e i s (den bisher u. a. Prof. Wofsidlo, Friedrich Griese, Dr. Friedrich Hagemeister, Hans Ehrte erhalten haben) wurde (in Höhe von 1000 RM.) dem 1911 geborenen Maler Karl-Ehri stian K l a s e n verliehen, der im vergangenen Jahre bereits mit dem Rostocker Malerpreis ausgezeichnet wurde. Die vier Preise aus der „Stiftung der S e e st a d t R o st o ck zur Förderung niederdeutschen Kunstschaffens" in Höhe von je 1000 RM. erhielten: Jost A. Pfleghar, Warnemünde (Dichtung'. Ernst W o s s i d l o , Rostock (Bildhauerei), Wolf Bergenroth, Rostock (Malerei) und Wilhelm Rau, Berlin-Rostock (Musik). Im städtischen Museum ist eine Ausstellung von Werken der Plattik der Professoren Richard Scheibe und Arnold Breker, unter denen der Entwurf eines „Denkmals der Bewegung" in Rostock mit einem 40 Meter hohen Glockenturyi Beachtung verdient. Alte Soldaten. Am 7. September feiert der in Hanau im Ruhestand lebende ©enerimajor a. D. Karl Z i m- m e r m a n n , während des Krieges Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun, feinen 75. Geburtstag. In Mainz begeht Generalmajor a. D. Quirin Braffart, ehemaliger Direktor des Feuerwerker- Laboratoriums Spandau, am 29. September den 60jährigen Gedenktag feines Eintritts in das Heer. Durch Leichtsinn für 60 000 RM. Brandschaden verursacht. Wegen fahrlässiger Brand st iftung verurteilte dos Schöffengericht einen 35jährigen, noch unvorbestraften Mann aus Hersfeld zu 450 Reichsmark Geldstrafe oder hilfsweise 90 Tagen Gefängnis. Der Angeklagte war bei einer Baufirma Heizer einer Betriebs 1 ok o m o- t i d e. Am 6. Juli d. I. betrat er mit einer brennenden, oben offenen Lampe, obwohl der Raum elektrische Beleuchtung hatte, gegen 3 Uhr morgens den Lagerschuppen, der in jener Nacht zufälligerweise vom Lagermeister nicht verschlossen worden war. Er zapfte Oel ab und ging dann an ein Benzinfaß, um sich mit Benzin die Hände zu waschen. Dabei stellte er die Lampe neben den Benzintank und griff dann mit den benzigf suchten Händen nach der Laterne. Sofott gab es eine Stichflamme, 13 Schuppen brannten nieder. Der Schaden, der entstand, beläuft sich auf 60 000 RM. Schwere Amtsunterschlagung. Als einem früheren Angestellten der Koblenzer Stadtverwaltung, der die Wohlfahrtsunterstützungell auszuzahlen hatte, für feine hochgeschraubten Ai' spräche das Gehalt nicht mehr ausreichte, suchte ek sich durch umfangreiche Veruntreuungen zu bereichern. Auf diese Weise strich er 6365 'RM. ein. Das Gericht gab dem Angeklagten ein Jahr neun Monate Gefängnis. Die Strafe mußte hoch ausfallen, da der Angeklagte durch fein verwerfliches Treiben das Ansehen der Verwaltung in leicht' fertiger Weife aufs Spiel gesetzt hat. Sühne für einen gemeinen Mord. Am Dienstag früh ist der am 22.10.1903 ge' borene Max Rothert aus Berlin hingerichtet worden, der vom Schwurgericht Berlin wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden war. Rothert, ein schwer vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, gegen den inzwischen auch wegen anderer krimineller Verbrechen die Sicherheitsver- mahrung angeordnet war, hatte am 9. Dezember 1928 in Berlin-Karlshorst den 22jährigen Günther Schaffer erstochen. LuVendorfs-Straße in Brests«. Aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Jahrestages der Schlacht von Tannenberg hat der Breslauer Oberbürgermeister die Zimpler-Straße in Lüden» borft-Straße umbenannt.