Nr. 150 Erstes Blatt 189. Jahrgang Zreitag.ZO.Zuni 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beflogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezngrprefr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zeritsprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Kranlfurt am Main 11688 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck unb Verlag: vrühlsche UniverfitStrbruckerel 8. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite bORpf.,Platzoorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise:. 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Und da man ohnehin ein Denkmal brauchte, das an die damals, 1936, gefeierte 400jährige Wiederkehr des Gründungstages der Stadt Buenos Aires wür- dia erinnern sollte, so setzte man auf den Platz rasch einen — Obelisken. Einen regelrechten Obelisken, allerdings aus modernstem Material, aus Zementbeton. Aus ästhetischen Gründen belegte man die Betonwand des Denkmals noch mit Steinplaten, die aufgeklebt wurden. So stand nun der Obelisk im Zentrum der Stadt, wie ein riesiger Bleistift, dessen Spitze in den Himmel wies. Am Abend wurde das Denkmal von Scheinwerfern an- geftrahlt. Es war zweifellos nicht nur das größte und höchste, sondern das originellste Monument von Buenos Aires. Manche Leute freilich sagten auch: das geschmackloseste. Es entstand rasch eine öffentliche Diskussion um den Obelisken, deren Schärfe und Erbitterung eigentlich nur dem verständlich wurden, der ihre Hintergründe kannte. Man erzählte sich nämlich, daß der „Obelisk" gar nicht um der vierhundertjährigen Wiederkehr des Gründungs- tages von Buenos Aires oder gor um seiner selbst und seiner Schönheit willen da stehe, sondern daß dieses Monument eine politische Bedeutung habe. Die große Oppositionspartei der Radikalen, die im Stadtporlament von Buenos Aires mit den gleichfalls oppositionellen Sozia- l i ft e n zusammen die Mehrheit darstellt, habe nämlich seit langem beschlossen, den freien Platz, den jetzt der Obelisk ziert, für ein Denkmal für den radikalen „Nationalhelden , den ehemaligen Präsidenten Jrigoyen, zu reservieren. (Jrigoyen war von 1916 bis 1922 argentinischer Präsident; im Jahre 1929 wurde er zum zweiten Male zum Präsidenten gewählt, jedoch infolge der Mißwirtschaft, die während seiner zweiten Regierungszeit sich ausbreitete, durch die von den konservativen Kräften des Heeres ausgehende Revolution von 1930 beseitigt). Ein Denkmal für Jrigoyen (er ist übrigens 1933 gestorben) wäre jedoch, zumal in der argentinischen Hauptstadt, für d i e Nationalregie- r u fl g , die direkte Rechtsnachfolgerin der Revolution von 1930, zweifellos eine politische Schlappe gewesen. Um diese zu verhindern, habe der damalige „Bürgermeister", der den in der Zen- trolregierung herrschenden Parteien nahestand, so rasch den Obelisken gebaut, und zwar gerade an der Stelle, die für das Frigopen-Denkmal angeblich allein in Frage komme. So schieden sich also schon 1936 am Monument des Obelisken in Buenos Aires und in Argentinien die politischen Geister, — für den Obelisken waren im wesentlichen die Regierungsanhänger, gegen ihn war die Opposition ... Dann aber passierte ein Mißgeschick, das der Opposition zu Hilfe kam und die Stimmung gegen den Obelisken beträchtlich verschlechterte. Eines Tages lösten sich nämlich an der Seite des Monuments, die der Sonnenwirkung am stärksten ausgesetzt ist, mehrere der zweihundert Kilogramm wiegenden Steinplatten und fielen mit Donnergepolter auf den Platz. Zum Glück wurde niemand getroffen, — aber es ist verständlich, daß die Spaziergänger, die jenen Platz zu überqueren haben, seitdem einen beträchtlichen Bogen um das Monument herummachen. Zugleich erinnerte sich die öffentliche Meinung mit Schaudern und Entsetzen daran, daß nur einen Tag, bevor die Steinplatten von der Höhe des Obelisken herabsausten, am Fuße des Monuments ein Aufmarsch von mehreren hundert Schulkindern stattgefunden hatte, um einem offiziellen Festakt beizuwohnen Was wäre geschehen, wenn die Steinplatten während dieses Festaktes obgestürzt wären? ... Die Stadtverwaltung ließ rasch ein Gerüst um den Obelisken aufführen, das bis. zu seiner Spitze reichte und das verhindern sollte, daß weitere Steinplatten abrutschten. Dieses Ziel wurde bisher auch erreicht, aber die Meinung der Oeffentlichkeit über Sinn und Zweck dieses seltsamen Monuments wurde durch den Anblick des Gerüstes und durch die Tatsache, daß sein Unterhalt ständig viel Geld kostete, nicht gerade freundlicher gestimmt. So kam, was kommen mußte. Zunächst kam ein Regierungswechsel auch in der Stadtverwaltung. Zwar stehen auch die „neuen" Regierungen — sie haben ihre Aemter im vergangenen Jahr übernommen — den bisher herrschenden Parteien nahe, aber in der letzten Zett ist doch eine immer stärker auftretende H i n - Neigung zur radikalen Opposition und die Absicht, sie an der Regierung zu beteiligen, festzustellen. Und so ist es denn wohl auch kein Zufall, daß es jetzt endlich dem Stadtrat — m dem, wie gesagt, Radikale und Sozialisten die Mehrheit haben — gelungen ist, die Zerstörung des Monuments durchzusetzen. Mit 23 gegen 3 Stimmen wurde dieser Beschluß kürzlich gefaßt, und obwohl die Stadtverwaltung zunächst, während der Debate, versuchte, den Bau des Obelisken und die Amtstätigkeit ihrer Vorgängerin zu verteidigen, beeilte sie sich doch, unmittelbar, nachdem der Beschluß gefaßt war, die Verfügung auf Abbruch des Denkmals zu erlassen. So wird also nun, wenn nicht ein Wunder geschieht, der schöne Obelisk, das höchste und zugleich originellste Denkmal von Buenos Aires, der Spitzhacke zum Opfer fallen. Es ist überflüssig zu sagen, daß bei der Aussprache im Stadtrat, wie überhaupt bei der ganzen öffentlichen Diskussion über diese Angelegenheit nie von den politischen „Hintergründen" oder von dem, was man als solche ansieht, die Rede war, also weder vom angeblichen Plan der Radikalen, ein Jrigoyen- Denkmal zu bauen, noch von der Absicht des früheren Stadtoberhauptes, den Bau eines solchen Denkmals zu verhindern — und' es dürfte sicher sein, daß diese „Hintergründe" auch heute noch von allen amtlichen Stellen bewußt ignoriert oder gar abge- leugnet werden. Dennoch kann man die Geschichte an allen Straßenecken dieser Stadt hören. Das Wunder kann übrigens immer noch geschehen, — diesmal in der Form eines kleinen juristischen Kniffs. Die Stadtverwaltung hat sich, indem sie die Zerstörung des Obelisken befahl, genau an den Beschluß des Stadtrates gehalten. Die Stadtverwal- London, 29. Juni. Im Königlichen Institut für internationale Angelegenheiten sprach Außenminister Lord Halifax zur Loge. Nach einem Ueberblick über die neuen Verpflichtungen, die England im Laufe des letzten Jahres einging, erklärte er, möglicherweise würden die Verhandlungen mit der Sowjetunion in kürzester Zeit abgeschlossen fein. In der Vergangenheit habe sich Großbritannien angeblich stets gegen jede einzelne Macht gewandt, die versucht habe, Europa auf Kosten der Freiheit der anderen Länder zu beherrschen. Es sei darüber hinaus unmöglich, mit einer Regierung zu verhandeln, deren verantwortliche Sprecher ein „freundliches Land" als Dieb und Erpresser bezeichneten und sich täglich darin ergingen, Beleidigungen der brittschen Politik in aller Welt auszusprechen. Deutschland isoliere sich selbst, wirtschaftlich durch seine Politik der Autarkie, politisch durch eine Politik, die ständige Besorgnis bei anderen Völkern Hervorrufe. „Das letzte, was die Briten zu sehen wünschten, fei, daß der einzelne deutsche Mann, Frau und Kinder Entbehrungen erlitten." Es fei eine dringende Notwendigkeit, die Mittel zu finden, durch die man einen Wechsel herbeiführen könne. Wenn wir erst einmal, so fuhr Halifax fort, davon überzeugt sein könnten, daß die Absichten anderer die gleichen wie unsere eigenen find und wir alle wirklich friedliche Lösungen wünschen, bann — ich sage das hier definitiv — könnten wir die Frage diskutieren, die heute der Welt Besorgnis verursacht. In einer derartigen neuen Atmosphäre könnten mir das koloniale Problem lösen, die Frage der Rohmaterialien, die Handelsschranken, die Frage des Lebensraumes, die Begrenzung der Rüstungen und jede andere Frage, die das Leben aller europäischen Staatsbürger berührt. Es ist gesagt worden, daß Taten, nicht Worte notwendig sind. Das ist angeblich auch die Ansicht von Lord Halifax., Dazu schreibt der Deutsche Dienst u. a.: In London sollte man nunmehr endgültig den Versuch aufgeben, die britische Außenpolitik in den Augen des deutschen Volkes als friedfertig erscheinen zu lassen, besonders aber bann, wenn man im gleichen Atemzuge auf den Derhandlungsabschluß mit einem Prag, 29. Juni. (DNB.) Zum ersten Male seit ber Rückgliederung ber alten Reichslande Böhmen unb Mähren stattete Gauleiter unb Reichsstatthalter Henlein Prag, ber Hauptstabt bes Protektorates, einen offiziellen Besuch ab. Henlein begab sich zuerst auf bie Prager Burg, wo er bem Reichsprotektor Freiherrn von Neurath einen Besuch abstattete. Dann hießen ihn im Rathaus der Oberbürgermeister von Prag, Dr. K l a p k a , unb sein Stellvertreter, Professor Pfitzner, willkommen. Hierauf begab sich Henlein in bie Kreisleitung, von dort in das Deutsche Haus, wo ein Appell ber Politischen Leiter unb beren Verpflichtung ftattfanb. Um 20 Uhr fanb in ber riesigen Maschinenhalle auf bem Prager Meß- qelänbe eine Kundgebung bes Prager Deutschtums statt. Die Halle, bie 20 000 Personen faßt, war bis auf ben letzten Platz gefüllt. Mehr als zehntaufenb Menschen konnten feinen Einlaß finben. Konrad Henlein gab seiner Freube barüber Ausbruck, baß Böhmen unb Mähren, ehemals Länber bes Reiches, ihre natürlichen Beziehungen zum deutschen Raum miebergefunben haben. Wir Deutschen betrachten den Zustand von heute, sofern tung untersteht jedoch als höchster Instanz der Zentralregierung, die ihrerseits wieder das Recht hat, sich um historische Denkmäler zu dekültt- mern und mit Genehmigung des argentinischen Parlamentes über die Errichtung solcher Denkmäler zu verfügen. Gewiegte Juristen weisen deshalb heute schon darauf hin, daß die Zentralregierung ja auch vor drei Jahren beim argentinischen Kongreß (d. h. beim Parlament der Nation) die Erlaubnis für den Bau des „Obelisken" eingeholt habe. Sie habe diese Erlaubnis zwar nicht ausdrücklich erhalten, weil der Kongreß, wie er das bei so manchen Dingen zu machen pflegt,, sich mit der Frage bisher überhaupt noch nicht beschäftigt habe. Da aber ber Kongreß auf der anderen Seite auch keinen Einspruch gegen ben Bau erhob, müsse die Erlaubnis als stillschweigend erteilt gelten. Habe aber ber Kongreß, wenn auch stillschweigend, diese Erlauubnis erteilt, so müsse er sie auch wieder zurück ziehen — also müsse auch über die Zerstörung die Meinung des Kongresses eingeholt werden. Man sieht: Das Wunder, das den Obelisken retten kann, ist durchaus möglich. Die Nationalregierung kann, wenn sie will, den Obelisken retten. Sie wird ihn ober nur retten wollen, wenn sie bereit ist, auf die Freundschaft der Radikalen, um die sie sich gegenwärtig zu bemühen scheint, zu verzichten. Und so dürfte das endgültige Schicksal des Obelisken gewisse Rückschlüsse auf die nächste Entwicklung der argentinischen Innenpolitik zulassen. neuen Einkreisungspartner hofft. Wenn von den „Freiheiten anderer Länder" gesprochen wird, so sollte das nicht gerade von Großbritannien geschehen, dessen Kolonialgeschichte bis in unsere Tage hinein unverwischbare blutige Spuren aufweift, dessen verantwortliche Staatsmänner sich heute mit brutaler Bedenkenlosigkeit über die Unabhängigkeit neutraler Staaten hinwegsetzen und sie zum Gegenstand schmutziger politischer Geschäfte machen. Was London seit Monaten in überstürzter Eilfertigkeit gegen das Reich unternimmt, w e i st alle Anzeichen eines Präventivkriegzieles auf. Die Worte des britischen Außenministers, Großbritannien wünsche nicht, daß deutsche Frauen und Kinder Entbehrungen erlitten, zeugen von einem Ausmaß von Heuchelei, dessen — angesichts der noch sehr lebendigen Erinnerungen an die britische Weltkriegsblockade — nur ein britischer Staatsmann fähig sein kann. Was Halifax weiter zur Definition des Lebens raumes zu sagen wußte, ist lediglich ein bezeichnender Beweis dafür, daß es Großbritannien bis zur Stunde noch nicht gelungen ist, den Kern jener vitalen europäischen Fragen zu erfassen. Der britische Außenminister weigert sich, mit einer Regierung zu verhandeln, deren verantwartlche Sprecher „ein freundliches Land als Dieb" bezeichnen. Das wäre verständlich, wenn diese Bemerkung nicht gerade mit der Frage ber Rücker st attung der van England geraubten Kolonien gefallen wäre. Alles, was Halifax über die Möglichkeiten einer Lösung des Kolonialproblems verheißungsvoll Deutschland unterbreiten zu können glaubt, kann daher nur als Ausrede gewertet werden. Jedenfalls ist die Frage der Begrenzung der Rüstungen von deutscher Seite aufgeworfen unb von Großbritannien zu wiederholten Malen abgelehnt worben. Alles in allem ist auch diese Rede nur ein bezeichnender Beweis dafür, baß es ben englischen Staatsmännern darauf ankommt, mit wohltönenden Allgemeinplätzen die englische Oeftent- lichkeit mit einer politischen Linie vertraut zu machen, die weder das Interesse des Friedens, noch das Interesse des Rechtes zwischen den Völkern zum Ziele hat. er die üußere Ordnung in den Beziehungen Böhmens und Mährens zum Reich betrifft, als endgültig und unabänderlich. Bei aller Achtung vor dem Volkstum der Tschechen und bei aller Bereitschaft, mitzuhelfen, das Eigenleben bes tschechischen Volkes zu sichern, werben mir niemals roieber zulassen, baß Böhmen unb Mähren ober auch nur ber Lebensraum bes tschechischen Volkes mißbraucht werben für eine planmäßige Gesährbung ber beutschen Lebensrechte ober für bie Durchsetzung macht- politischer Absichten gewisser imperialistischer Großmächte. Es geht nun barum, bie bester unb fruchtbarsten Formen eines freundschaftlichen unb achtungsvollen Nebeneinanbers ber beiben Nationen zu finben. Jeber Gebanke an totale Gewalt unb zynische Willkür bem tschechischen Volke gegenüber liegt uns fern. Die Stunbe, ba Benesch vor ben Großen Vier der Siegerstaaten nachwies, daß Böhmen unb Mähren mit ihren gewaltigen Ranbgebirgen eine ibealc Aus- marschdasis gegen bas Reich feien, war bie tragischste Stunbe ber tschechischen Geschichte. Denn bamit verkaufte Benesch ben neuen Staat an ein Konsortium von Mächten, für bie ein Daseinsrecht ber Tschecho- Slowakei nur solange gegeben war, als sie bereit war, ihren machtpolitischen Absichten zu dienen. Er England weicht ans. Heuchlerische Ausreden aus dem Munde des britischen Außenministers. Konrad Henlein spricht zum Prager Deutschtum. Die neue Ordnung im böhmisch-mährischen Baum ist endgültig und unabänderlich Holzwirischast vor neuen Aufgaben. Die Reichstagung ber Forstwirtschaft unb bie richtungweisenbe Rebe bes Reichsforstmeisters Genc- ralselbmarschall Göring hat bie Aufmerksamkeit auf ein besonders wichtiges Gebiet der Landbewirt- chaftung unb zugleich Rohstoffversorgung gelenkt.' Holz a l s Roh- unb Werkstoff hat in ben vergangenen Jahren nicht nur in Deutfchlanb, ondexn überall in ber Welt an Bebeutung gewon- len. Der Bebarf an Holz, befonbers an Zell- f o f f unb Bauholz, ist gestiegen, und die Möglichkeiten ber Deckung biefes Bedarfes sind nicht nur in Deutschland begrenzt. Ein Raubbau, der am Walde getrieben wird, gefährdet nicht nur bie Ertragsfähigkeit ber Forsten, unter ihm leibet auch bie Landwirtschaft. Generalfelbmarschall Göring hat auf bas Beispiel Italiens verwiesen. Jahrhunderte und Jahrtausende haben dort die verschiedenen Völker ben Walbreichtum verwüstet, bis ber Faschismus zu ber Erkenntnis gekommen ist, baß er ft ber Walb ihm mieber bas notroenbige Klima unb die Fruchtbarkeit in erhöhtem Maße liefert. „Vernachlässigte ober verödete Flächen können unter Umständen allen Nachbarn schaden, weil auch Boden- ftruftur und Witterungsverhältnisse in Mitleidenschaft gezogen werden." Jeder Waldbesitzer muß sich als Lehnsmann feinem Volk gegenüber fühlen. In demselben Maße wie Italien diesen Gedanken im Aufbau einer schlagkräftigen Forstorganisation unb in einer planmäßigen forstlichen Aufbauarbeit verwirklicht hat, hat bie deutsche Forstwirtschaft bie Grunblagen ge- ichaffen, bie eine bessere Nutzung ber beutschen Wäl- ber ermöglichen, ohne den Gefahren einer Heber« Nutzung zu verfallen. Trotz des ständig steigenden Holzbedarfs ist in den Forstwirtschaftsjahren 1933 bis 1938 der Bedarf voll befriedigt worden. Diese Tatsache war nur möglich durch eine Steigerung ber Holzeinschläge unb durch eine holzwirtschaftliche Marktordnung. Die Mehr- nutzung gegenüber der Normalerzeugung in ben vergangenen Jahren, stieg von 139 v. H. im Jahre 1936 auf 160 v. H. im Jahre 1938. Wäre nicht in ber gleichen Zeit ber Anteil des Nutzholzes am Gefamteinschlag von 66 v. H. auf 75 v. H. gestiegen, so hätten noch höhere Mehreinschläge vor- genommen werben müssen. Durch Senkung bes Brennholzanteils, ber früher etwa 50 v. H. betrug, auf etwa 24 v. H. im Jahre 1938 unb burch anbere Maßnahmen zur besseren Ausnutzung des Holzeinschlages gelang es aber, bie Nutzholzerzeugung schneller zu steigern als bie Gesamterzeugung. Der Gefamteinschlag Großbeutschlanbs für bas Jahr 1939 (ohne Memelland unb Böhmen unb Mähren) wirb voraussichtlich 72 bis 73 Millionen Festmeter betragen. Dabei wirb ber Nutzholzanteil voraussichtlich wieberum um 3 v. H., d. h. auf 78 v. H. gesteigert werben. Trotz biefer Erfolge bfcr beutschen Forstwirtschaft ist eine weitere Leistungssteigerung crforberlid), besonders nachdem es nicht mehr möglich ist, den steigenden Holzbedarf aus einer Erhöhung des Gesamtholzeinschlages zu decken. Es ist auch nicht damit zu rechnen, daß der auf über 80 Millionen Festmeter Derbholz bezifferte Gefamtbedarf in absehbarer Zeit zurückgeht. In dieser Situation müssen alle Möglichkeiten ber Leistungssteigerung ausgenutzt werden. Generalfeldmarschall Göring hat daher fünf Gruppen von Maßnahmen angekündigt, die eine weitere Leistungssteigerung ermöglichen, ahne daß die Leistungsfähigkeit des deutschen Waldes in ber Zukunft gefährdet wirb. Eine Standort - unb Vegetationskar. tierung soll bie Unterlagen für eine allgemeine wald bauliche Planung bieten, bie im Staatswalb bereits eingeleitet ist. Dann kann j c -- ber Boden in richtiger Mischung die Holzarten tragen, die auf ihm am besten gedeihen und den höchsten Ertrag bringen. Die Mittel der Bodenverbesserung, die die Landwirtschaft seit langem mit bestem Erfolg anwendet, wie Düngung, Entwässerung unb Bewässerung sowie Bodenbear- bürdete seinem Volke unb seinem Staate eine Aufgabe auf, bie vielleicht solange tragbar schien, als Deutschland ohnmächtig zu Boben lag, bie aber in bem Augenblick zur systematischen Selbstvernichtung werben mußte, ba Deutschland seine Kräfte mieber- fanb. Henlein betonte bann, die Tschechen sollten aus ber Geschichte lernen unb ben Mut haben, Konsequenzen zu ziehen. Es sei notroenbig, nun auch geistig abzurüsten. Das Deutschtum sei bereit, alle Feindseligkeiten zu vergessen, aber bie Aera B e - n e s ch müsse re st los liquidiert werden. Am Schluß manbte sich Henlein mit befonberer Herzlichkeit an bie Kameraden unb Kamerabinnen. Sie seien auf biefem Boden nicht eine schwache Minderheit, sondern Träger des deutschen Hoheitszeichens von Partei unb Staat! Sie feien Kämpfer ber nationalsozialistischen Bewegung unb Soldaten bes Führers. Wer sie verunehre ober angreife, greife bas Reich an. Staatsbesuch des bulgarischen Ministerpräsidenten in Berlin. Berlin, 29. Juni. (DNB) Am 5. Juli 1939 trifft ber königlich Bulgarische Ministerpräsident, Minister des Aeußeren und Kultusminister k j ässe i w a n o f f zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in der Reichshauptstadt ein. Ministerpräsident Sjosseiwanoff wird von seiner Frau und seiner Tochter sowie von mehreren hohen bulgarischen Regierungsbeamten begleitet. bettung sollen für die ßeiftun^sfteigerung der Wald- böben in Zukunft mehr als bisher eingesetzt werden. Die für die Bodenkraft schädliche Streunutzung soll aus dem Walde verschwinden. Die Leistungsfähigkeit der Bestände soll durch bessere Pstege und durch den Anbau ertragreicherer und schnellwüchsigerer Holzarten gesteigert werden. Die Wald weide soll beseitigt werden, dafür soll der Waldbesitzer andere Flächen als Weide oder zur Anlage von Weiden hergeben. Besonderer Wert wird auf die bessere ^Bewirtschaftung des Prioatwaldes gelegt. Die Bildung von Waldgenossenschaften zur gemeinschaftlichen Bewirtschaftung des Bauernwaldes und die Anstellung von gut ausgebildetem For ft personal sollen besonders die Forstwirtschaft des kleinen Waldbesitzes verbessern. Durch eine Neuabgrenzung von Wald und Feld kann die Waldfläche Deutschland noch um etwa 10 v. H. vergrößert werden. Die Möglichkeiten dazu bietet insbesondere die Heranziehung von Ocdland. Für Aufforstungen sollen in Zukunft Aufforstungsbeihilfen in erhöhtem Umfange bereitgestellt werden. Bon besonderer Wichtigkeit bei den Maßnahmen zur Leistungssteigerung im Walde ist die möglichst restlose Erfassung der Holzerzeugung. Durch den Bau von Wegen und Bringungsanlagen im Gebirge läßt sich die'Holzausnutzung steigern. Der mit der Großdeutschen Reichstagung der Forstwirtschaft eingeleitete neue Arbeitsabschnitt läßt erkennen, daß der deutsche Forstmann fort- schreitet auf dem Wege, auf dem Deutschland mit der Nachhaltigkeitswirtschaft seinerzeit aller Welt vorangegangen ist. Der mit. dem Appell Gorings an den Privatwaldbesitz besonders auch ousgerufene deutsche Bauer wird auf diesem Wege um so besser folgen können, je mehr dafür auch die wirtschaftlichen Voraus s.etzun- g e n geschaffen werden. Arbeitskräftemangel und mangelnde Betriebsmittel hindern eine Intensivierung der Baucrnwaldnutzung. Der Hinweis auf den Einsatz von Waldgenossenschaften und die Ankündigung von Aufforstungsbeihilfen zeigen Möglichkeiten einer Ueberwindung derartiger Schwierigkeiten auf. en. Der Reichsforstmeister beim Bogenschießen. Wie wir schon berichteten, empfing Reichsforstmeister Generalfeldmarschall Göring die deutschen Forstmänner in der Schor sh ei de' wo Arbeitsmänner am Ufer des Werbellinsees ein Zeltlager errichtet und der Generalfeldmarschall seine Gäste zu einem zünftigen Iagdessen eingeladen hatte. Bei dieser Veranstaltung machte unser Bild- bcrichterstatter unseren Schnappschuß vom Reichs- forstmeister beim Bogenschießen. — (Scherl-M.) Oie Hermann-Göring-Akademie der deutschen Jorstwiffenschast. Berlin, 2g. Juni (DNB.) Aus der Reichs- tagung der Forstwirtschaft gab Generalforstmeister Alpers bekannt, daß der Reichsforstmeister im Einvernehmen mit dem Reichserziehungsminister und Reichsminister der Finanzen die bereits angekündigte Gründung der Akademie der deutschen Forstwissenschaft vollzogen habe. Anhand der Satzung erläuterte der Generalforstmeister die Zwecke und Ziele dieser Neugründung, die wieder ein Zeichen dafür sei, wie sehr man in den letzten Jahren immer mehr die wachsende Bedeutung des deutschen Forstwesens würdige. Der Vorsitzende der Akademie könne im Einvernehmen mit ihrem Senat Männer als Mitglieder berufen, die sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit um die deutsche Forstwissenschaft verdient gemacht hätten. Die Akademie habe den Namen Hermann - Göring - Akademie der deutschen Forstwissenschaft erhalten. Die nächste großdeutsche Reichstagung der Forstwirtschaft würde vom Deutschen Forstverein in der Ostmark, und zwar in Wien, veranstaltet. Reichsautobahnen durch den deutschen Wald. Aus der Reichstagung der Forstwirtschaft wies der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Professor Dr. Todt, darauf hin, daß von den rund 140 000 km geplanten Reichsautobahnen 3—4000 Kilometer und von den 46 000 Kilometer Reichsstraßen etwa 12 000 Kilometer durch Walöge b i e te führen. Straßen sind Kulturträger. Sie müssen Bestandteile der Landschaft sein. An den Reichsautobahnen werde gezeigt, daß die wohlverstandene Technik nichts andere sei als angewandte Natur. Straßen dürsten dem deutschen Wald, der der beste Inhalt deutschen Wesens sei, keine Wunden schlagen, sondern ihn so zeigen, wie ihn der deutsche Mensch seit Jahrhunderten empfindet: als das große Wunder der Natur. Zahllosen deutschen Menschen sei durch die neuen Reichsautobahnen der Wald wieder erschlossen worden. Das sei also gleichzeitig eine bedeutende Erweiterung des Naturschutzparkgedankens. Für, den Wildschutz an den Reichsautobahnen sei durch die Warnschilder bereits recht viel erreicht worden. polnische Großmannssucht. Warschauer Phantasien am „Tag des Meeres". W a r s cha u , 29. Juni. (DNB.) Die polnische Presse steht im Zeichen des alljährlich gefeierten „Tag des M e e r e s". Daß wieder alle schon längst widerlegten geschichtlichen Unmöglichkeiten und größenwahnsinnigen Forderungen polnischer „Historiker" aus der Versenkung-geholt werden, ist eine Seltbstverständlichkeit. „Kurjer Po- ranny" faselt wieder von der „geschichtlichen Verbundenheit" Danzigs mit Polen (!). Wenn auch „Barbarenhände" sich erkühnen, so schreibt er, alle Spuren der Verbundenheit mit dem Polentum, die an den Mauern der Freien Stadt Danzig von ihren früheren Bewohnern angebracht worden sind, zu entfernen, so werde dadurch der Lauf der Weichsel nicht geändert. Wer könnte für sich an der souveränen polnischen Meeresküste das Recht zur Herrschaft in Anspruch nehmen außer Polen! Denn dort gebe es nur Polentum, und zwar ein ausschließliches, absolutes und totales Polentum. — Das Warschauer Blatt hat dabei anscheinend vergessen, daß erst im vergangenen Sommer die deutschen Fischer von der heute polnisä>en Halbinsel Hela zwangsweise ausgesiedelt worden sind. „Dziennik Narodowy", das Hauptorgan der notio- naldemokratischen Nationalpartei, erinnert an die territorialen Forderungen Roman D m o w s k i s bei den „Friedens"-Derhandlungen in Haris, wonach auch noch das gesamte Danziger Gebiet und die südliche Hälfte Ostpreußens an Polen gebracht werden sollten. Dafür, daß dies nicht geschehen ist, „befinde sich heute Europa in Unruhe", und die Durchführung der Verbesserungen des Grenzoerlaufes im Sinne dieser Forderungen werde man teuer bezahlen müssen. Es sollte auch den Polen bekannt sein, von welch e r Seite durch Kriegshetze und Einkreisungsbe- mühunaen bisher Europa in Unruhe versetzt wurde. Wenn Deutschland den Bestrebungen Englands, die so wacker von den Herren an der Weichsel sekundiert wurden, stets mit der größten Ruhe begegnete, dann war dieses die Ruhe des Starken, der sich weder durch fieberhafte diplomatische Geschäftigkeit an der Themse, noch durch das wütende Gekläff an der Ostgrenze irgenwie beeindrucken läßt. Wenn das Blatt schreibt, daß man die Durchführung der Verbesserungen des Grenzverlaufes im Sinne der Forderungen Roman Dmowskis „teuer werde bezahlen müssen", dann läßt es dabei allerdings wohlweislich die Frage offen, wer denn diese Rechnung bezahlen soll. Sollte man in Warschau damit im Rahmen eines „Spazierganges nach Berlin", von dem man bereits vor einiger Zeit schon faselte, etwa das Großdeutsche Reich meinen, dann hat man allerdings wie immer die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Gegenwärtig werde ein neuer Vorschlag, das Wild durch Schwach st romkabel von den Autostraßen zurückzuhalten, geprüft. Mehrleistung im Bauernwald EinAufruf des ReichsbauernführersDarre Der Reichsforstmeister und Generalfeldmarschall Hermann (Boring hat in feiner Rede vor den deutschen Forstmännern auf die großen und gewaltigen Anstrengungen hingewiesen, die d i c deutsche F o r st w i r t s ch a f t in Gegenwart und Zukunft zu bewältigen haben wird. Er hat vor allem die nachhaltigen Einwirkungen des deutschen Waldes auf den Schutz d e r bäuerlichen Scholle betont und den R o h st o f f „H o l z" als einen der bedeutendsten im Vierjahresplan heraus- gestellt. Die vom Generalfeldmarschall angestrebten Maßnahmen zur L e i st u n g s st e i g e r Ü n g erfordern vom deutschen Landvolk für die Zukunft noch größere Anstrengungen auf forstlichem Gebiet als bisher. Bessere Ausnutzung des Bodens, zweckmäßigere Bewirtschaftung, Vergrößerung der Waldfläche und restlose Erfassung der Holzerzeugung sind Probleme, die den bäuerlichen Wald gleichermaßen angehen. Ich erwarte deshalb von allen deutschen Bauern und Landwirten, die Privatwald besitzen, den vollen Ein- s a tz für die vom Reichsforstmeister herausgestellten Richtlinien und Maßnahmen. Sämtlichen ehrenamtlichen Bauernführern bis zum letzten Orts- bauernführer mache ich es zur Pflicht, ebenso wie in der landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht auch in der forstlichen Erzeugungsschlacht alles daranzusetzen, um der Parole „Leistungssteigerung im deutschen Wald" zum Erfolge zu verhelfen! Gez.: R. Walther Darre. Nie Arbeitsreserve. Auf dem Lehrgang des Reichsrechtsamtes und der DAF. für die führenden Arbeitsrechtler, an dem jetzt auch die Reichstreuhänder der Arbeit teilnah- men, sprach Staatssekretär Syrup über „Arbeitseinsatz und Arbeitsverteilung". Er ging davon aus, daß der Reichtum des deutschen Volkes im wesentlichen auf seiner Arbeitskraft beruhe. Den 12 Millionen Arbeitern und Angestellten des Jahres 1933 ständen heute schon 22 Millionen gegenüber. An Arbeitsreserven an männlichen Kräften seien noch aus dem Kleinhandel zu gewinnen, dessen Einschränkung um ein Drittel angestrebt werde, aus der Vereinfachung des V e r w a l tu n g s a p p a r a t e s in Staat und Partei und, in beschränktem Umfange, von den Volksdeutschen irn Auslande-, für die Landwirtschaft habe man sehr stark auf ausländische Arbeitskräfte zurück- greifen müssen. So arbeiteten 37 000 Italiener, 15 000 Jugoslawen, 12 000 Ungarn, 5000 Bulgaren, 4000 Holländer und über 40 000 Slowaken im Reich, auch zahlreiche Arbeiter aus Böhmen, die sich gut" bewährten. An weiblichen Arbeitsreserven ständen unter Ausschaltung aller Mütter mit Kindern unter 14 Jahren noch etwa 3'/- Millionen zur Verfügung. Doch sei es hier wünschenswert, daß weibliche Arbeitskräfte in erster. Linie in der Hauswirtschaft, in der Landwirtschaft und in der Dolksfür - sorge und -pflege eingesetzt würden. In der Landwirtschaft seien heute 2.2 Millionen Bauern, 4,5 Millionen mithelfende Familienangehörige und 2,5 Millionen landwirtschaftliche Arbeiter tätig. Nie elektrowirtschafiliche Ausrüstung des Norses. Zu der Verordnung des Preiskommilfars über die Verbilligung für Elektrogeräte und -Motoren für die Landwirtschaft betonte Reichshauptamtsleiter Dr. R e i f ch l e r vom Reichsnährstand in der „NS.-Landpost", diese Verordnung über die Ausnutzung der Stromtarifordnung von 1938, die ja erst bei größerem Verbrauch verbilligende Wirkung haben könnte, sei bisher daran gescheitert, daß die bäuerlichen Mittelund Kleinbetriebe angesichts der Unterbewertung der landwirtschaftlichen Arbeit das Geld für die Beschaffung arbeitssparender Elektrogeräte eben nicht aufbringen konnten. Noch weniger könnten sie allerdings das Geld für die Zuleitungs - und Anschlußkosten für den Anschluß ihrer Höfe an das Stromnetz aufbringen. Eine große Zahl von Höfen und Dörfern, vorwiegend in den Grenzgebieten, sei ja überhaupt noch nicht an das Versorgungsnetz a n g e s ch l o s s e n. In dieser Hinsicht bringe auch die neue Verordnung noch keine Lösung. Es dürfe daher an den Preiskommissar die Anregung übermittelt werden, einen Weg zu finden, um auch diese Lücke zu schließen. Der Referenz verweist auf den Vorschlag, den Fond der Ausgleichsabgabe durch Einbeziehung der gesamten Elektrowirtschaft entsprechend zu erhöhen und mit einem Anteil daraus die Finanzierung der Zuleitungskosten bisher, nicht angeschlossener Dörfer und Höfe zu ermöglichen. Wäre diese Lücke geschlossen und auch bei der Rohstoffkontigentierung den Bedürfnissen Rechnung getragen, bann würden wir in den nächsten fünf Jahren eine elektrowirt- schaftliche Aufrüstung des Dorfes erleben, die dem Mehraufwand an künstlichen Düngemitteln gleichwertig wäre. Neugestaltung des Adoptionswefens. Nach dem neuen Reichsgesetz über die Vermittlung der Annahme an Kindes Statt ist die Vermittlung Aufgabe des Landesjugendamtes und des Jugendamtes sowie der R e i ch s a d o p t i o n s st e l l e im Hauptamt für Volkswohlfahrt und ihrer Dienststellen. Anderen ist die Vermittlung untersagt; ausgenommen hiervon sind Personen, die durch verwandtschaftliche oder andere besonders enge persönliche Beziehungen mit dem Annehmen- den oder dem Kinde verbunden sind, sofern sie die Vermittlung nicht geschäftsmäßig betreiben. -Wenngleich nicht annähernd genügend Kinder für die große Zahl der annahmebereiten Ehepaare zur Verfügung stehen, so sieht es die Adoptionsstelle als ihre oberste Aufgabe an, d i e Trennung von Mutter und Kind nach Möglichkeit zu verhindern. Sie überreicht daher jeder Kindesmutter einen Brief, der ihr die Bedeutung und die Folgen der Adoption nochmals klar vor Augen führen soll. Erst wenn festgestellt ist, daß die Adoption wirklich im Interesse des Kindes liegt, werden die erforderlichen Erhebungen und die Feststellungen seiner Adoptionsfähigkeit eingeleitet. Selbstverständlich ist, daß durch amtsärztliches Attest Gesundheit und E r b t ü ch t i g k e i t des Kindes und seiner Eltern festgestellt werden, daß der Strafregisterauszug beider Kindeseltern keine Vorstrafen aufweist, und daß Berichte von Privatpersonen und Amtsstellen besagen, daß es sich um eine körperlich, geistig und moralisch einwandfreie Sippe handelt. Auch über d i e annahmebereiten Eheleute werden die gleichen Erhebungen angestellt. Sie werden besonders darauf hingewiesen, daß sie in Anbetracht der weit höheren Zahl von Elternmeldungen mit einer längeren Wartezeit bis zur Vermittlung eines Kindes zu rechnen haben. Erst wenn alle Erhebungen über Kind und Kindeseltern abgeschlossen sind, wird die Entscheidung getroffen, in welche Familie das Kind vermittelt werden soll. Stimmen die Adoptiveltern dem Vorschlag der Adoptionsstelle zu, dann wird sofort die notarielle Einwilligungserklärung der Kindesmutter eingeholt, ehe das Kind seinem neuen Elternbause zugeführt wird. Hier soll es zunächst sechs Monate probeweise als Pflegekind bleiben, um den Annehmenden Gelegenheit zu geben, festzustellen, ob es wirklich allen ihren Wünschen und Erwartungen entspricht. Meist vollzieht sich das Hineinwachsen des Kindes in seine neue Familiengemeinschaft so überraschend schnell und gut, daß die Adoptiveltern me-it früher um Abschluß des Vertrages bitten. Die Werbung des Handwerks. Der Präsident der Werberates der deutschen Wirtschaft, Professor Dr. Hunke, ging in einer Rede auf einer vom Landeshandmerksmeister Berlin-Brandenburg veranstalteten Kundgebung auch auf oie Werbung des Handwerks ein. Er erwähnte die begrüßenswerte Einrichtung der Werbeab- teilung des deutschen Handwerks. Werbung sei vor allem eine Sache der Belehrung. Die Werbung, die das Handwerk treibe, stelle gleichzeitig eine Aufklärung der Verbraucher über die großen Aufgaben unserer Zeit dar. Man brauche nur an die neuen Werkstoffe zu denken, um sofort auf den belehrenden Charakter der Werbung des Handwerks zu stoßen. Die Durchführung des Vierjahresplanes sei zu einem wesentlichen Teil in die Hände des Handwerks gelegt. Sie sei nicht möglich, wenn das Handwerk nicht durch Werbung immer wieder auf die fortschreitende technische Entwicklung Hinweise. OeffentlicheFortzugsbeihilfe. Von Gemeinden mit besonders großer Wohnungsnot ist in Erwägung gezogen morden, zur Entlastung ihres Wohnungsmarktes Personen, die ihren Wohnsitz in einen anderen Wohnort verlegen wollen, Fortzugsbeihilfen zu gewähren, um ihnen die Umzugskosten, die häufig der Verlegung des Wohnsitzes im Wege stehen, zu erleichtern. Da von dem zur Zeit bestehenden Wohnungsmangel nicht alle Gemeinden in gleicher Weise betroffen sind, kann, wie der Reichsinnenminister in einem Erlaß ausführt, dieses Verfahren geeignet fein, eine gewisse örtliche Milderung der Wohnungsknappheit herbeizuführen. Gegen die Zahlung von Fortzugsbeihilfen durch Gemeinden bestehen deshalb keine Bedenken. Eine Fortzugsbeihilfe wird aber nur bann in Frage kommen, wenn durch den Umzug dem Wohnungsmarkt brauchbare Wohnungen zugeführt werden. Auch wird Per. fönen, die aus beruflichen oder anderen Gründen umzuziehen genötigt sind oder ihre Wohnung nach auswärts tauschen, eine Beihilfe nicht gezahlt. Orte mit besonders großer Woh. nungsnot werden im allgemeinen nur Groß- städte fein und dementsprechend wird in der Regel die Zahlung einer Wohnungsbeihilfe auch nur bei einer Abwanderung aus Groß- städten in kleine und mittlere Gemeinden in Betracht kommen. Oie Italiener in Tunis stehen zu ihrem Volkstum. Mailand, 29. Juni. (Europapreß.) Die Leiter aller italienischen Vereinigungen und Institute in Tunis haben sich in der tunesischen Hauptstadt versammelt vud eine Tagesordnung angenommen, in der gegen den Beschluß der französischen Kammerkommission auf Kündigung des italienisch-französischen Abkommens von 1896 und Aufhebung de r besonderen Rechte der Italiener in Tunis entschiedener Einspruch erhoben wird. Es wird betont, dieser ungerechte Beschluß würde für die älteste und zahlreichste europäische Gemeinschaft von Tunis mit der Zeit den Verlust des italienischen Bürgerrechts mit sich bringen sowie der durch die Verträge und Kapitulationen bedingten unverletzlichen Rechte. Die italienischen Vereinigungen verkünden ihre u n - lösbare Verbundenheit mit der Heimat, ihr restloses Vertrauen in die faschistische Regierung und ihre Ergebenheit gegenüber dem König-Kaiser und dem Duce. Die Tagesordnung wurde dem italienischen Generalkonsul übergeben, um dem italienischen Außenminister zugestellt zu werden. . pefoin drängt auf Erfüllung des Bärard-Zordana-Abkommens. Paris, 29. Juni (Europapreß). Zum drittenmal innerhalb dieser Woche erschien der französische Botschafter in Spanien, Marschall Petain, am Quai d'Orsay, um Bonnet aufzufordern, daß das Bärard-Jordana-Abkommen in allen seinen einzelnen Bestimmungen von der französischen Regierung unverzüglich in Kraft gesetzt werde. Marschall Pstain soll Außenminister Bonnet erklärt haben, daß er seine Rückreise nachBurgos von der Erfüllung der spanischen Forderungen nach Einhaltung des Berard-Jordana-Abkommens a b - hängig mache, weil im anderen Fall keinerlei Voraussetzungen für eine erfolgreiche diplomatische Tätigkeit für ihn gegeben seien. Immer neue Opfer des jüdischen Terrors in Palästina. Jerusalem, 29. Juni. (DNB.) Der anhaltende jüdische Terror nimmt immer neue Formen an. So überfielen am Donnerstagmorgen Juden aus dem Hinterhalt in verschiedenen von Juden bewohnten ' Orten nördlich und südlich von Jaffa harmlose arabische Passanten, wobei insgesamt 11 Araber getötet und 5 Araber verwundet wurden. Hierauf ordnete der Militärkommandant die Einstellungjeglichen Verkehrs von und nach Tel Aviv, Rehvovoth und Petahtikvan von Donnerstag mittag bis Freitag nachmittag an. Heute früh explodierten auf der Straße Haifa—Akko unter dem EifenbahnzuH zwei Minen. Zwei Wagen entgleisten. Bel einem Zusammenstoß zwischen Militär und Freischärlern nördlich von Nablus fiel der Freischärlerführer Mustafa O st a. Wie jetzt erst bekannt wird, wurden im vorigen Monat zwei arabische Landarbeiter der deutschen Kolonie Wil- Helma nahe bei dem Flughäfen Lydda in Palästina beim Jäten eines Sesam selb es von einer vor- überfahrenden britischen Militärstreife entdeckt. Diese befahl beiden, mitzukommen. Noch im Sichtbereich von Wilhelma mußten die beiden Araber auf einen nahegelegenen Wachtturm zugehen. Dabei wurden sie hinterrücks erschossen. Kompromißformel zur Tleutraliiätsfraqe in USA. Washington, 30. Juni (DNB. Funkspruch.) Kurz vor Schluß der bis in die späte Nächt ausgedehnten Neutralitätsdebatte nahm das Repräsentantenhaus mit 159 gegen 157 Stimmen die Beibehaltung der von Roosevelt bekämpften W a f» f e n f p e r r e an, allerdings mit dem Vorbehalt, daß nur die Ausfuhr „tödlicher Waffen" verboten sein soll. Eine genaue Definition hierfür wurde nicht gegeben, es wurde nur erwähnt, daß Mu - nition darin einbegriffen ist. Vermutlich werden Flugzeugmotoren, Lastwagen, allerlei Zubehörteile, kriegswichtige Rohstoffe und ähnliche Kriegsmaterialien nicht dazu gerechnet. Die wichtigste Aenderung ist, daß der Präsident nicht allein, sondern nur in Uebereinftimmung mit dem Kongreß das B e st e h e n eines Kriegs- zustandes irgendwo in der Welt erklären Fann. Ferner strich der Außenausschuß die Bestimmungen, daß der Präsident im Kriegsfälle „Gefahrenzonen" festsetzen, Kauffahrteischiffe bewaffnen, kurzfristige Kredite erneuern und Amerikanern Reisen auf Schiffen Kriegführender verbieten Fann. Es wurde statt dessen beschlossen, AmeriFanern das Reisen auf eigenes Risiko zu erlauben. Blockadever chörfuna in Offasien. London, 30. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Tatsache, daß die Japaner in Tientsin offiziell verkündet haben, daß die Blockade der internationalen Niederlassungen vom 1. Juli verschärft werden solle, hat in London starkes Aufsehen erregt, zumal diese Erklärung wenige Stunden nach der Abreise der Engländer und Japaner aus Tientsin zu den englisch-japanischen Verhandlungen in Tokio erfolgte. Außerdem berichtet die Londoner Presse, daß durch die Blockade von Futsch au zwei britische Zerstörer im Hafen e i n g e s ch l o s - s e n seien, denn die Japaner hätten die Ausfahrt aus dem Fluß durch Sperren und Minenfelder g e - schlossen. Auf die Beschwerde der britischen Marinestellen hätten diese von den Japanern nur eine kurze ablehnende Antwort erhalten. Em neues Rettungssystem für Unterseeboote. Mailand, 29. Juni. (Europapreß.) Im Kriegs- Hafen von P o I a wird von der italienischen Marine ein neues System zur Rettung her Mannschaft aus untergegangenen Tauchbooten erprobt. Die italienischen Unterseeboote sind bereits Eine ein a’ige schlägt ie Muskeln Junge von uns «Xn 'Vrnnffnrf hat Trante dann ein chenen Panik ins Gebirge geflüchtet und gerissen und viele andere Gebäude schwer beschädigt. Auch d'ie Gemeindekasse, in der sich 20 000 Dinar Bargeld befanden, war mit fortgefchwemmt worden, wurde aber später weit unterhalb des Dor- Hundert Jahren vertonte. Doch was wissen wir von diesem Meister des deutschen Volksliedes, dessen Me- lodien in unserem Volke weiterleben? Im gemütvollen Schwabenland stand seine Wiege. In dem Dörflein Schnait, einige Wegstunden von dem Städtchen Schondorf entfernt, wurde (Philipp) Friedrich S i l ch e r am 27. Juni 1789 als Sohn des Schulmeisters und Organisten Johann Karl Silcher geboren. Die Musik lag ihm also gewissermaßen im Blute; vom Vater, der einen kleinen Gesangverein betreute, erbte er die Liebe zum Dolksgesang. Der Knabe sollte auch Schulmeister werden und kam deshalb zum Kantor Auberlen in Fellbach in die Lehre. Hier erhielt er seine erste musikalische Ausbildung und ging nach Schondorf als Lehrgehilfe, dann nach Ludwigsburg und schließlich nach Stuttgart, wo er mit dem jungen Karl Maria von Weber und dem Stuttgarter Hofkapellmeister Konradin Kreutzer Freundschaft schloß. Zunächst lebte er in der schwäbischen Hauptstadt als Musiklehrer, wurde aber im Jahre 1817 als Musikdirektor an die Univerßtat Tübingen berufen. , v In Tübingen begann Silcher neben der Ausarbeitung theoretischer Schriften mit Eifer die Pflege des deutschen Dolksgesanges. Er stöberte alte, verschollene Volkslieder auf, arbeitete sie für Männerchore um, ließ sie in neugegrun- deten Gesangvereinen singen und hatte bald die Freude, zu sehen, wie diese alten Melodien Volksgut wurden. Lieder mit verstümmelten Melodien Hardt wurden inzwischen in Frankfurt ermittelt, wo ie Franke verkauft hatte. Sehr wahrscheinlich handelt es sich hier um einen wohldurchdachten Raubmord, dessen weitere Klärung zur Zeit erfolgt. Franke,' ein früherer Fürsorgezögling, ist schon wiederholt mit den Strafgesetzen in Konflikt gekommen. Er hat zuletzt neun Monate Gefängnis wegen fortgesetzten Betrugs und schwerer Urkundenfälschung in Kassel verbüßt und war am 20. März mit einer Fahrkarte bis Fulda aus der Strafanstalt entlassen worden. In Fulda selbst hielt er sich nur eine Woche lang auf und fuhr dann nach Frankfurt, wo er sich arbeitslos Herumtrieb und nur gelegentlich einmal Aushilfsarbeiten verrichtete. Durch einen unerklärlichen Drang, zu sehen, was mit der Leiche fernes Opfers geschehen fei, will er am Mittwoch zum 4,at- ort zuruckgekehrt sein, wo er von den Kriminalbeamten festgenommen wurde. Der 4. Reichskleingärtnerlag in Dien. In Wien begann der 4. Reichskleingartnertag, zu dem 400 Vertreter der Landes- und Forstverbande des Reichsbundes deutscher Kleingärtner aus dem ganzen Reich zusammengekommen sind. Der Leiter des Reichsbundes Kaiser wies darauf hm, daß der Kleingarten die Zurückführung des stadtgebundenen Menschen zum Boden ermögliche. Das Ziel des Kleingärtnerbundes sei, jeder vierten deutschen Familie einen Kleingarten zu verschaffen. Prof. Dr. Ebert (Berlin) sprach über die Schulungsarbeit, die notwendig sei, um aus dem Kleingarten das Beste herauszuholen. Gartenbauinspekteur K a e m p f e r (Berlin) sprach über Gartentechnik. Prof. Ludwig (Potsdam) gab wichtige Winke für die vorbeugende Schädlingsbekämpfung, während Dr. Ku p sch (Berlin) über die Kleintierhaltung im Kleingarten berichtete. Den Ausbau des Wiener Kleingartenwesens schilderte ---Brigadeführer L u k e s ch. Grohseuer in Litauen. Männerchor. 1852 erhielt Silcher von der Universität Tübingen für seine vielseitigen Verdienste um das deutsche Volkslied und den deutschen Dolksgesang den Ehrendoktorhut. Als er am Abend in das gastliche Haus der Schriftstellerin Ottilie Wilde rmuth kam, wo er gern gesehen war, wurde ihm eine unbeabsichtigte, aber um so schönere Freude zuteil. Rach alter Gewohnheit trat er leise ins Haus und wollte als guter Bekannter der Familie gerade die Treppe hinaufgehen, als ihm Musik entgegentönte. Still ging er weiter und hörte bald eines seiner Lieder. Rach einer Weile öffnete er leise die Tür und sah, wie die drei blonden Buben der Ottilie mit eifer- roten Wangen auf ihren Kindergeigen dreistimmig versuchten, der Mutter „Wer will unter die Soldaten" vorzuspielen; sie begleitete am Klavier. Der Komponist war so ergriffen, daß er die drei Kleinen küßte und freudig rief: „Kinder, das habt ihr aber fein gemacht, das müßt ihr Onkel Silcher noch einmal vorspielen!" Außer den vielen Volksliedern veröffentlichte Friedrich Silcher noch ein dreistimmiges Choral- buch, drei Hefte mehrstimmiger Hymnen auf die Sonn- und Festtage des Jahres und einige Gesänge; auf musiktheoretischem Gebiete erlangten seine „Geschichte des evangelischen Kirchengesanges" sowie die „Harmonie- und Kompositionslehre" besondere Bedeutung. Silcher war, wie ein Freund von ihm berichtet hat, „ein ruhiger, liebenswürdiger, feinfühlender Charakter". In Tübingen blieb er bis zu seinem Tode am 26. August 1860. Sein Hinscheiden wurde „betrauert von ganz Deutschland". In seinem Geburtsort besteht seit 1918 ein Silcher-Museum, das sein Andenken ehrt und wachhält. Silcher wußte, welch kostbares Gut der Vergangenheit in unseren Volksliedern ruht, und hät viel, sehr viel dazu getan, dieses zu erneuern. Das Große an ihm ist, daß er nicht nur vergessene Volkslieder rekonstruierte, sondern auch neue schuf, ganz im Sinne des späteren Nietzsche-Wortes: „Man soll dem Volkslied nicht nachsingen, sondern Vorsingen". fes wiedergefunden. Kunst und Wissenschaft. Festlicher Spielbeginn in Marburg. Am 1. Juli wird in Marburg, dem alten kulturellen Mittelpunkt Kurhessens, die 13. Spielzeit der Marburger Fe st spiele eröffnet, die in den letzten Jahren in immer stärkerem Maße die Aufmerksamkeit weiter Kreise des Jn- und Auslandes auf sich gezogen haben. Die Eröffnungsvorstellung wird zugleich zu einer bedeutsamen Kundgebung kurhessischen Kulturschaffens Überhaupt werden. Zu dem vom Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch im Rittersaal des Mar-, burger Schlosses vor Beginn der ersten Vorstellung gegebenen Empfang werden sich die Spitzen der Partei und ihrer Gliederungen, der Regierung, der Wehrmacht und der Behörden Kurhessens zusam- menfinden. Der Gauleiter und der Oberbürgermeister der Stadt Marburg als der Trägerin der Festspiele werden das Wort ergreifen. Die Feierstunde wird umrahmt von Vorträgen des Collegium musicum instrumentale unter Leitung von Universitätsprofessor Hermann Stephani. Nach dem Empfang begeben sich die Ehrengäste durch den Schloßpark zur Festspielbühne, um dort der Eröffnungsvorstellung, die das spanische Lustspiel Tirso de Molinas „Don Gil mit den grünen Hosen" bringt, beizuwohnen. Nach der Aufführung werden sich die Ehrengäste mit den Künstlern im Kurhotel Ortenberg zusammenfinden, um von hier aus der Beleuchtung des Schlosses und der Anstrahlung der Universität und der Elisabeth- kirche beizuwohnen. Heute Eröffnung der Ausstellung „Entartete Kunst". _____ Sehnsucht nach Glück und Weite überkommt uns; wir spüren die seltsame Zaubermacht, die in dem Volkslied aufwacht, und summen die Worte mit. Doch es sind nicht nur die wundersamen Worte Eichendorffs, die uns packen, es ist eigentlich die Melodie Friedrich S i l ch e r s , die uns aller Erdenschwere lost. Der Abendwind trägt Auf der Fahrt von Frankfurt nach Hanau. Mitte Juni mar in Hanau der Kraftwagen des aus Mühlhausen in Thüringen gebürtigen 52- jübrigen Reisevertreters Karl Engelhardt in defektem Zustand aufgefunden worden. Engelhardt war seitdem verschwunden. Am Mittwoch früh wurde nun in einem Kleeacker bei Dörnigheim eine männliche Leiche gefunden, die nur noch mit dem Hemd bekleidet war. Die Polizei stellte fest, daß es sich um den vermißten Engelhardt handelte. Unweit der Leiche saß ein junger Mann, der in einem Buche laß und neben sich ein Motorrad stehen hatte. Als die Polizei den Burschen näher untersuchte, fand sie bei ihm eine Photographie d e s Engelhardt. . Im Verhör gestand der junge Mann — es handelt sich um den 20jährigen Karl Franke aus Fulda das Motorrad in Frankfurt a. M. gestohlen zu haben, und gab schließlich auch zu, mit Engelhardt in der Nacht zum 13. Juni d. I. im Auto von Frankfurt nach Hanau gefahren zu sein und unterwegs Engelhardt durch m e b r e r e Messerstiche ermordet und die Leiche in den Kleeacker geschleift zu haben. Nach der Tat zog Franke seinem Opfer die Kleider aus, die er in Frankfurt verkaufte. Franke gestand weiter, das Auto des Engelhardt am 13. Juni in Hanau abgestellt und sich bann in Frankfurt herumgetrieben Der Meister des Volksliedes Zum 150. Geburtstage Friedrich SilcherS. Don Hans Sturm. anderes Lied zu: Wer will unter die Soldaten, Der muß haben ein Gewehr, Das muß er mit Pulver laden Und mit einer Kugel schwer... Klänge einer Laute herüber, in die hohe und Stimmen sich mischen: Ich macht' am liebsten reisen Weit in die Welt hinaus Und fingen meine Weisen Und geh'n von Haus zu Haus ... mit einem Apparat zum Verlassen des gesunkenen U-Bootes ausgestattet, der sich praktisch de. währt hat.. In der Werft von Monfalcone ist zu diesem Apparat ein Floß gebaut worden, das den Ueberlebenden gestatten soll, sich längere Zett über Wasser zu Mten und die nächste Küste oder ein Schiff zu erreichen. Dieses Metallfloß nut fünf Zylindern wird am Vorderteil der Außenwand des U-Bootes befestigt,- kann im geeigneten Augenblick , aus dem Innern des Bootes gelost werden und , steigt an die Oberfläche, indem es mit einem Kabel am gesunkenen U-Boot angebunden bleibt. Das Floß kann vierzig Personen tragen. Sein Haupt- , zylinder enthält auch einen Motor, Rundfunkappa- * rat Kleider und Arzneien. Die bis jetzt von Bord unt'ergetauchter U-Böote in der Bucht von Pola gemachten Versuche mit dem Floß sind gut gelungen, das Floß stieg aus zwanzig bis dreißig Meter Tiefe an die Oberfläche. Kleine politische Nachrichten. Der Chef des Generalstabes. General der Artillerie Halder, traf in Helsinki ein. General Halder wird dem finnischen Staatsminister Professor Kasan der als Vertreter des abwesenden Staatspräsidenten, dem finnischen Außenminister Erkko als stellvertretender Kriegsminister sowie General O e st e r m a n und Generalstabschef Oesch Besuche abstatten. Staatspräsident Dr. Hacha gab auf der Prager Burg ein Abendessen, an welchem der Reichsprotektor Frhr. v. Neurath, Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. Krosigk, General Friederici und von tschechischer Seite Ministervräsident General Eliasch, mehrere Minister, ferner der Präsident der Zivno- Bank Dr. Preis sowie die Spitzen der tschechischen Wirtschaft und der ehemalige tschechische Gesandte in Berlin, Mastny, teilnahmen. * In Hannover übergab Gauleiterstellvertreter Schmalz das im Hause Iägerstraße 4 eingerichtete „Dr, h. c. Göring-Kolonialhaus" seiner Bestimmung. Das Haus ist nach dem ersten Reichskommissar für Deutsch-Süd-Westafrika, Dr. Heinrich Ernst Göring, dem Vater unseres Generalfeldmar- schalls Hermann Göring, ^benannt. Admiral Sir Robert Backhouse ist aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand getreten. Backhouse war längere Zeit hindurch Kommandierender der Heimatflotte und zuletzt Er st er Seelord der Admiralität. Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ist Back- house der Rang eines Großadmirals verliehen worden. * letzte Abteilung gibt einen Ueberblick über sämtliche Ismen, die in solche Verrücktheiten ausarteten, daß man sie den Werken unheilbar geistig Kranker zum Vergleich aegenüberstellte. Die angeschlossene Aus- tellung „Entartete Musik" gibt musikalische Kostproben von atonalen sinfonischen Erzeugnissen, von verjazzten Opern und Schauergesängen. Die Ausstellung, die bis 30. Juli in Frankfurt a. M. gezeigt wird, ist täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Verbilligte Dorverkaufskarten sind bei den Reise- büros, den KdF.-Dienststellen und allen Betriebs- waltern erhältlich. Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Eintritt verboten. Führungen finden täglich um 10, 11.30, 16.30 und 18.30 Uhr statt. Zweite Wissenschaftliche Woche in Frankfurt a. 21L ergänzte er; wo die Melodie fehlte, schrieb er eine neue; einen besonderen Blick hatte er für Volkslied- hafte Gedichte zeitgenössischer Dichter, zum Beispiel Eichendorffs. Die meisten (einer Lieder kennen wir bereits aus der Schule, nur ihn kennen wir kaum. Unser Volk singt seine Lieder gern, vergaß aber den Namen ihres Schöpfers. Wer denkt an ihn bei den Liedern „Zu Straßburg auf der Schanz", „Jetzt gang i ans Brünnele" oder bei der „Loreley ? Wer weiß, daß er das „Aennchen von Tharau" erneuerte und die Weisen fand zu den alten Texten „Morgen muß ich fort von hier" und „Bald bin ich am Neckar, bald bin ich am Rhein"? Silcher ließ seine Lieder nicht nur fingen, sondern nahm sie auch in seine Sammlungen auf und erhöhte so ihre Verbreitung. Sie erschienen gleichzeitig ein- und zweistimmig mit Klavierbegleitung und vierstimmig für Kehlen fingen es, eine Akkorde an. Der Rhythmus packt uns, straffen sich, die Schritte gehen im Takt, mit, wir glauben, eine Kompanie Soldaten vorbeimarschieren zu sehen, Melodie und Bild werden eins, wir spüren wieder die Gewalt des Liedes, das Silcher vor etwa Hell steht der Mond über einer kleinen Stadt. Weiße Wölklein ziehen mit goldenen Rändern vorbei. Dazwischen flimmern die Sterne. Irgendwo geht ein Fenster auf, ein schmaler Lichtschein fällt über die Straße, und der kühlende Wind trägt die 1 tiefe In Schilale im Kreise Tauroggen brach ein Brand aus, der in kürzester Zeit 20 Wohnhäuser und ebenso viele Wirtschaftsgebäude ein- äscherte. Die Ausbreitung des Brande? wurde durch den starken Wind und die große Trockenheit begünstigt. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Hochwasser in Bulgarien. Die Stadt Sevli evo am Nordabhang des Balkangebirges wurde das Opfer einer furchtbaren lieberkhroemmung. Nach einem starken Gewitter schwoll der Balkanfluß Rossitza zu einem 12 Meter hohen Wasser an, das alle Brücken hinwegschwemmte und 200 Häuser vollkommen z e r st ö r t e. Nach den letzten Berichten sind bereits über 100 Tote festgestellt worden. Man muß leider annehmen, daß weit mehr Menschen umgekommen sind als bisher festgestellt wurde, da noch zahl' reiche Vermißte gemeldet sind. Der Innenminister General Nedeff und der Präsident des Abgeordnetenhauses, Moschanofi, haben sich mit Hilfsmannschaften in die Katastrophengebiete begeben. , . - Hl Die hochwasserkalastrophe in Jugoslawien. Die Hochwasserkatastrophe bei dem altserbischen Dorf S u b o t i n a c hat allein in diesem Dorf und seiner Umgebung einen Schaden von ü b e r fünf Millionen Dinar verursacht. Glücklicherweise find aber n i cht s o v i e l e M e n s ch e n o p f e r zu beklagen, wie man zuerst annehmen mußte. Acht totgeglaubte Personen hatten sich bei der ausgebro- Die Zweite Wissenschaftliche Woche, die von vielen deutschen und ausländischen Forschern besucht ist und das Thema „Organismen und Umwelt" behandelt, hatte sich am ersten Tage mit den Beziehungen beschäftigt, die zwischen Rasse. Erbanlage einerseits und Umwelt anderseits be« stehen. Der zweite Tag wandte sich den Einwirkung gen zu, die die Umwelt auf den Organismus aus« ubt. Damit wurde versucht, unter einem einheit« lichen Gesichtspunkt eine große Anzahl von Einzel« tatsachen zu einem neuen Bild zusammenzufassen, zum Bild und zur Erkenntnis von den vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Organismus und Umwelt, von der Einbezogenheit aller Lebewesen in ihren Lebensraum und den Wechselwirkungen aller Lebewesen untereinander. Prof. Dr. Rajewski sprach über den „Einfluß der radioaktiven Umwelt auf die Organismen". Prof. Dr. Felix behandelte die Kenntnisse über die Chemie der Organismen und untersuchte sie von dem Gesichtspunkte aus, wie Anlage und Umwelt darin zur Geltung kommen. Prof. Dr. Lundeaardh (Upsala) behandelte die chemisch-physikalischen Beziehungen zwischen Pflanze und Boden, lieber die biologisch wichtigen chemischen Beimengungen der Luft sprach Dr. Sauer. Die Arbeitstagung der Neusprachler in Frankfurt a. 2U. Auf dem letzten Taa der Neusprachler-Tagung des NS.-Lehrerbundes sprach Professor Dr. Mol« denhauer (Wien) über die Bedeutung des fran- zösif chen Kultur-Regionalismus für Den praktischen Sprachunterricht. Sodann sprach Professor Fischer (Gießen) über „Die Kultur des amerikanischen Mittelwestens der Gegenwart". Zurückgreifend auf das Ergebnis einer amerikanischen Forschung zeigte er die Entwicklung im letzten Jahrzehnt an dem Bei- spiel der Stadt Muncie im Staate Indiana. Mim- terialöirettor Dr. Gräser vom Reichsministerium ür Erziehung und Unterricht gab einen Ueberblick über die sich durch die NeuordnungderLehr- plane ergebenden Möglichkeiten des neusprachlichen Unterrichts. Besonders befaßte sich der Ministerialdirektor mit der Ausbildung des Erziehernachwuchses für die höhere Schule, indem er ausdrücklich die Forderungen unterstrich, die hier aus Öen Gegebenheiten der Gegenwart gestellt werden müssen. Am Nachmittag vereinigten sich die Ta- gungsteilnetymer zu einer Fahrt nach Wiesbaden, Am Abend wurden sie vom Oberbürgermeister Dr, General G a m e l i n wird in der kommenden Woche eine eingehende Besichtigung der ftanzosi- schen Festungsanlagen auf Korsika und der auf dieser Insel stationierten Land-, Luft- und See- ftreitfräfte durchführen. „ Der jugoslawische Verkehrsminister D r. Spaho ist an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben. Er vertrat innerhalb der Regierungspartei der Jugoslawisch-Radikalen Gemeinschaft die Gruppe der bosnischen Mohammedaner, die früher eine selbständige Partei unter seiner Führung gebildet hotte. Aus alter Wett. „Sorfe-lBulf 200" in Vio de Janeiro glatt gelandet. Krebs im Römer empfangen. Professor Dr. Dahlen 70 Jahre alt. Der Präsident der Preußischen Aka« demie der Wissenschaften, ---Oberführer Professor Dr. Vahlen, feiert am 30. Juni feinen 70. Geburtstag. Vahlen ist geborener Wiener, tubierte Mathematik in Berlin, habilitierte sich 1897 n Königsberg und wurde 1904 Professor in Greifswald. Als einer der ersten Wissenschaftler schloß ei? ich der NSDAP, an und wurde von der System- Regierung ttotz seiner Leistungen aus dem preu- zischen Staatsdienst ohne Pension entlassen. Er uchte Zuflucht an der Wiener Hochschule und konnte erst 1933 nach Deutschland zurückkehren, wo ihn Reichsminister Rust mit der Leitung d e s Amtes Wifsenfchaft des Reichserziehungs- ministeriums beauftragte. Hier hat er die Reform Der Hochschulen durchgeführt und dafür gesorgt, daß die deutsche Wissenschaft sich frei von jüdischen Einflüssen entwickeln konnte. Vahlen ist Trager des Goldenen Parteiabzeichens. Büchertisch. — Trotz Verbot nicht tot. Roman von Anton Steininger. I.Teil: Unterm Gummiknüppel. 2. Teil: Hinter Äertergittem. Mit vielen Federzeichnungen von Franz Köck. 328 Seiten. Leinenband 6 RM. Leopold Stocker Verlag, Graz und Leipzig. — (35) — Der Aufbruch des deutsch- österreichischen Volkes zum Kampfe gegen seine Vergewaltiger ist der Inhalt dieses Buches. Der Leser erlebt die ersten Demonstrationen, die Gummi- knüttelattacken der Polizei gegen die Nationalsozia- listen, Hausdurchsuchungen, Polizeiverhore, Kerkerhaft Verlust von Arbeit und Brot, Anhaltelager. Szenen von dramatischer Wucht zeugen von dem sttllen Heldentum dieser Kämpfer. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltattgkeit hat sich erheblich abgeschwächt, bedingt jedoch noch ,m. mer eine Zufuhr feuchter Meeresluft aus das eure« päische Festland. Da sich zudem eine recht gleidnöY« mige Luftdruckoerteilung über Europa herstellt, wird Die Ausbildung kleiner Teilstörungen begünstigt die auch bei uns zum Auftreten teilweise ge« wittriger Niederschläge Anlaß geben werden. Vorhersage für Samstag: Zeitweise heiter, doch unbeständig und Neigung zum Auftreten teilweise gewitttiger Niederschläge, ziemlich schwül veränderliche Winde. Vorhersage für Sonntag: Tettwefis heiter, doch Neigung zü gewittrigen Storungen. Lufttemperaturen am 29. Juni: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 17,8 Grad; am 30. Juni: morgens 151 Grad. Maximum 23 Grad, Minimum heute nacht 12,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Juni: abends 20,7 Grad; am 30. Juni: morgens 17,2 Grad. — Sonnenschemdauer 5,9 Stunden.________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: H.L. Neuner. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. D.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirifchast: Emst Blumschein (beurlaubt); L D. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V 1939: 9133 Druck und Verlag: Brühlsche Unwersttats- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pl mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. (Scherl-Bilderdienst-M.) Das von den Lufthansa-Flugkapitänen Henke und Schuster geführte viermotorige Großflugzeug „Fockö-Wulf 200" ist in Rio de Janeiro um 11.20 Uhr Ortszeit wohlbehalten gelandet. Das Flugzeug legte die Reise Berlin-Rio de Janeiro in der Rekordzeit von 3 6 Stunden vier Minuten zurück. In der brasilianischen Hauptstadt wurde den Fliegern von Vertretern der Militär- und Zivilluftfahrt ein herzlicher Empfang bereitet . , Mord im Auto. NSG. Am Freitagvormittag wird im Kunst- Au s ft >e 11 u n g 5 b a u s Frankfurt a. M, Bockenheimer Landstraße 8, die große Reichs- ausftcUung „Entartete Kunst" eröffnet. Auf Anordnung Des Führers rourDe diese Ausstellung im Juli 1937 in München zusammengestellt und soll nun in a11en deutschen Gauen gezeigt werden. Sie enthüllt rücksichtslos den Mißbrauch der Kunst für bolschewistische Zwecke und zeigt die Zersetzungs- und Zerstörungsarbett des Judentums. Beginnend mit der Barbarei Der Darstellung vom handwerklichen Standpunkt geht sie zu den von der jüdischen Presse eiyst hoch gelobten Offenbarungen deutscher Religion über. Es folgen Graphiken und Belege aus dem Schrifttum, Die Den politischen Hintergrund der Kunstentartung zeigen, ferner ein Raum mit marxistischer Propaganda für Wehrpflichtsverweigerung. Herabsetzung der Soldatenehre und der Ehre Des Frontkämpfers, weiter eine Halle, die einen Einblick in Die moralische Seite Der Kunstentartung bietet, die zeigt, daß Das Dirnentum und Die sittliche Entgleisung zum Ideal erhoben wurden, sodann Zeugnisse für Die Abtötung der letzten Reste Des Rassebewußtseins und solche mit kretinhaften und pathologischen Darstellungen schließen sich an. Die 8 Gruppe zeigt die Werke von Juden, sowie das Treiben jüdischer Kunsthändler. Die ^Berlin tSevilldi AFRIKA *jBuffocrst Oie Jagd im Juli GIESSEN, NEUSTADT10 »n bietet für die warme Jahreszeit in besten Qualitäten an: 4597 A Sport-Anzüge Popeline-Mäntel Leinen-Sakkos Lüster-Sakkos Wasch-Joppen 4.80 5.80 6.50 versprechen dem Blattjäger manchen schönen Iagd- tog, der zugleich zum „Fangtag" wird. Freigegeben sind während des Juli nur Böcke der beiden Abschußklassen, nicht dagegen der starke Bock, der frühestens in der zweiten Hälfte der Brunft, besser erst an ihrem Ende fallen soll. Denn er trägt das gute Erbgut offensichtlich in sich, auf dem wir die Verbesserung unserer Rehbestände aufbauen wollen. Nicht nur beim Rehwild regt sich die Liebe, auch andere „Liebesleute" fallen zu dieser Zeit dem Jager auf. Mit viel Gekecker, Gekreische und Gebalge jagen und tollen sich die Marder durch das Holz. Ruhiger verhalten sich die Dächse, ihrer ganzen Wesensart entsprechend. Uebrigens hat die Schußzeit Grimbarts wieder begonnen, und wenn Schmalzmann irgendwo überhand genommen haben sollte oder die Baue nicht zu graben sind, aber auch wenn er etwa zu Schaden geht, dann ist jetzt fein Abschluß am Bau leicht. Früh kommt er bei gutem Büchsenlicht über die Erde, hell ist es meistens auch schon, wenn er im Morgenlicht einwechselt in seine Burg. Gerade bei einem so an seinen Bau gebundenen Wild ist der Abschuß leicht. Beachtung verdienen dabei auch die kleinen Feldbaue, die meist nur um dißse Zeit befahren werden. Denn der Dachs macht sich durch sein Geschleife u. a. dort oft unangenehm für den Bauer bemerkbar, und Sache des Jägers ist es, dann für Abhilfe zu sorgen. Die besondere Schonzeit, die das Gesetz den führenden weiblichen Stücken von Schwarzwild, Fuchs und Iltis, also sonst nicht geschützten Arten, zubilligte, ging bereits Mitte Juni zu Ende, so daß damit überall, wo Sauen zu Schaden gehen oder eine Kurzhaltung des Raubwildes mit Rücksicht auf Niederjagd oder Geflügelhaltung geboten erscheint, eine mit jener Schonzeit verbundene gewisse Erschwerung des Besagens weggefallen ist. Sport-Sakkos Tennis-Hosen Janker 11.40 16.- 24.50 32.- 6.20 9.50 14.60 18.- 4.50 6.50 9.50 12.50 Ein großer Teil der Gelege des Federwildes wird bereits ausgefallen, sein. Am frühesten sind damit die Enten fertig, so daß Mitte Juli die Entenjagd wieder offen ist. Ausüben wird sie der Jäger aber erst dann, wenn die Jungenten wirklich flugbar sind. Sonst sind sie eine minderwertige Beute. Daß er nur Jungenten schießt und die Mutterente schont, muß von einem anständigen Jäger erwartet werden. Vergebens hält er nun Ausschau nach dem prächtigen Erpel, wie er ihn im Winter als willkommene Strecke mitnahm. Doch dieser hat sein Prachtkleid verloren, er ist in der Mauser, ähnelt im Aussehen der Ente und wird sogar vorübergehend flugunfähig, wenn auch die Schwingen gemausert werden. Ein solcher Mausererpel gibt dem stöbernden Hund manche Nuß zu knacken, und auch der Schuß ist nicht immer ganz einfach, wenn der flugunfähige Schwimmvogel halb untergetaucht offene Stellen in Schilf oder Ufergebüsch durchrinnt. Vielen Jägern in weniger entenreichen Gegenden sind diese Mauser- oder Rauherpel gar nicht bekannt, auf die anderwärts besondere Treibjagden gemacht werden. Wenn nach der Heuernte ganze Wiesengründe künstlich gewässert werden, stellen sich neben Reihern und Storchen auch die Enten hier ein. Meist liegen sie dann auf den flachen Wiesengräben und gründeln. Wer die Nässe nicht scheut, kann auch hier der Suchjagd mit dem Hunde obliegen. Jedenfalls wird sich jeder Jäger, der seither für seinen vierbeinigen Weidgesellen wenig Arbeit hatte, freuen, wenn er ihn wieder auf Enten führen kann. Wasserarbeit strengt zwar den Hund sehr an, ist aber auch eine gute körperliche Vorbereitung für die Anstrengungen, die Hühnerjagd und Herbstjagd später bringen. Alles übrige Wild hat noch Schonzeit. Teils ist es mit seinem Geweih aufbau noch nicht fertig, steht noch in der Kolbenzeit wie Rothirsch und Schaufler, teils bedürfen die Jungen noch der Fürsorge der Mutter und sind selbst noch so gering entwickelt, daß sie nur eine unterfertige Beute waren. Um so mehr muß der Weidmann darauf bedacht fein, durch Schutz vor Mensch und Tier die- sem Wild Ruhe und eine ungestörte Entwicklung zu sichern. Darin liegt der Haupterfolg einer Hege be- gründet. Denkt der Jäger aber daran, daß das Jahr schon wieder abfteigt, so weiß er auch, daß am Ende eine Zeit kommen kann, in der sein Wild leidet. Wer in der Lage dazu ist, weil^ihm Land dafür zur Verfügung steht, der sollte es nicht unterlassen, möglichst in Waldnähe noch einen Wildacker zu be* pflanzen, für den für unsere Verhältnisse Kuh kohl, Markstammkohl, Rosenkohl sehr empfohlen werden können. Eigene Beobachtungen mit diesen Kohlarten zeigten im letzten Winter ihren großen Wert. Sie lockten alles Niederwild, wie Hasen, Hühner, Fasanen und Wildtauben an. Die Pflanzen waren leicht zu ernten und zu Futterplätzen in Wald und Feld leicht hinzubringen. Die Annahme durch das sonst oft sehr undankbare Rehwild war ausgezeichnet, sie erfolgte sofort und ohne Zögern. Da diese Pflanzen noch als Nachfrucht, z, B. nach Frühkartoffeln, gepflanzt werden können, rft es noch längst nicht zu spät. Die Pflanzen können von den aus jeder Jagdzeitung ersichtlichen Zuchtfirmen bezogen werden, wenn nicht schon Anzucht vorgenommen wurde, und werden ab Gnde Juni geliefert. Es märe erfreulich, wenn in vielen Jagdbezirken der- artige Anpflanzungen erfolgten. Sie sind vorzügliche Mittel der Hege, und verhindern dazu in weitgehendem Maße den Wildschaden. Hubertus. Oie Narrenkappe. Opfer. „Schau dir mal die Dame da drüben an, die hat schon unerhörte Opfer für ihren Glauben gebracht." „Ach wie interessant. An was glaubt denn dis Dame?" „Och, sie glaubt, sie könnte Schuhe tragen, die ihr um zwei Nummern zu klein sind!" („Jugend") Nun hat das Jahr seinen Höhepunkt schon wieder überschritten. Heiß liegt die Sonne über dem Land, und bald werden die Getreidefelder sich verfärben und das Ernten beginnen. In ihnen hat ein guter Teil der Rehböcke die letzten Wochen verbracht, dem Auge des Jägers meist entzogen, unregelmäßig im Wechsel und im Austreten zur Aesung. Höchstens nach einem durchgreifenden Gewitterregen hatte er Aussicht, einen größeren Teil seiner Böcke aus einmal wiederzusehen, wenn sie sich an Feldrainen und Wegrändern im He rum bummeln die naße Decke trockneten. Dies Bild ändert sich, je mehr wir uns der Monatsmitte nähern. Denn die Brunft des Rehwildes fetzt bald ein, die in unserer Gegend etwa in die Zeit von Mitte Juli bis Mitte August fällt. Sie bringt Unruhe unter das Wild. Den Windfang dicht über dem Boden folat der rote Bock der Fährte der brunftigen Ricke oder er treibt sie in wildem Hochzeitsreigen durch Felder und Wiesen, durch Hochwald und Niederholz. Eigentlich sollten bis dahin alle abschußnotwendigen Böcke, vor allem die geringen, auf der Decke liegen. Leider wird dies in den meisten Revieren mit höherem Abschuß nicht erreicht sein. Umso mehr wird der Weidmann danach trachten, den Beginn der Brunft dazu zu benutzen, möglichst viele von diesen unerwünschten Dererbem zu strecken, ehe sie selbst noch zur Fortpflanzung kommen. Hier ist es vor allem der häufige Aufenthalt im Revier, der ihn oft mit suchenden oder treibenden Böcken Zusammentreffen läßt. Daneben aber leistet ihm das Blatten gute Dienste, also die Kunst, den Bock durch Nachahmen des Kitzlautes, des Fiepens des Schmalrehes ober des Angstgeschreies des getriebenen Stückes, je nachdem wie es der jeweiligen Lage entspricht, vor die Büchse zu zaubern, ©parfamer Gebrauch im allgemeinen und richtiger am rechten Platz und zur rechten Zeit 24.- 29.50 38.- 48.- 58.- 32.50 34.- 38.- 42.- 9.80 11.50 15.50 18.50 9.80 10.50 12.80 15.50 3.60 Am 28. Juni 1939 ist nach langen mit großer Geduld ertragenen Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Schneider Polizeidiener i. R. im 70. Lebensjahre sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Schneider, geb. Luh. Aliendorf a. d. Lahn, Watzenborn-Steinberg, den 29. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 1. Juli, nachmittags 3 Uhr statt ___________ 462QP Allen denen Dank, die unserm lieben Entschlafenen Großen-Linden, den 28. Juni 1939. 03224 46040 Nachläße vonz die 20 v. 6. erhalten Eie bei wlederholten Auf. nahmen einer AmetgZ Jetzt geht’s Einmachen iosi Opekta, roter u. weißer Zucker, Fruchtrot, Citronen- u. Weinsteinsäure, Cellophan m. Gummiringen u. Etiketten, Salizyl-u. Pergamentpapier, Kons.-Ringe ---und die vorzügliche Hand* reinignngscreme nicht vergess. Alles ist wieder frisch vorhanden. Wir beraten Sie gerne 1871 — 1921 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen und langjährigen Kassenführers Friedrich Marx in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 29. Juni 1939. Die Trauerfeier findet am Samstag, dem \ Juli, um 11 Uhr statt X iteiligung ist Ehrenpflicht. Der Vorstand. Herrn Ludwig Magnus IV. Spenglermeister das letzte Geleit gaben. Dank Herrn Pfarrer Schultheis, dem Gesangverein Germania und den Kranzspendern. Die trauernden Hinterbliebenen Garage frei ! ab 1. Juli 1939 Näheres [4 jii ja !te cu 6i Ä Unendlicher Himmel Von Stry zu Eulenburg. ein ©t ne ne M ba A Li 31 k k1 ni 25 A am besten geeignet ist. Da das farbige Packpapier für den Einzelhandel rohstoffmaßig gesehen viel vorteilhafter hergestellt werden kann als das weiße, ist es Pflicht aller deutschen Einzelhandelskaufleute, für Einschlagzwecke weitgehend nur farbiges Packpapier zu verwenden." . Bei allgemeiner Befolgung dieses Aufrufs durch den Einzelhandel können ganz beträchtliche Mengen wertvoller Rohstoffe eingespart werden. Die Bestrebungen, Packpapier sparsam zu verwenden und jede Verschwendung mit Verpackungsmaterial zu vermeiden, sind ja im Einzelhandel nicht neu. vie werden durch den obigen Aufruf den Kaufleuten und der Verbraucherschaft wieder ins Gedächtnis gerufen. Hier wie dort handelt es sich darum, ratro. nell zu wirtschaften, d. h. anderseits, die zum Schutz der Ware notwendige und vom Verbraucher aus berechtigten Gründen gewünschte Verpackung der Einkäufe darf nicht beeinträchtigt werden. Daß die Verpackung aber in jedem Falle aus weißem Pack» papier bestehen müsse, steht nirgends geschrieben: so kann man erwarten, daß auch die Käufer diese Umstellung im Laden verständnisvoll aufnehmen L tier §on senl< rien Schi Difei iier r Dor Flo auf run 1 LH« ein« Ja; den mit1 er HON Sch N M rerli fch Ges Kor Md MU U)t i W rass nie' sten Fußbatt-Läuderkämpf Deutschland gegen Estland 2:0 (1:0). Auch der letzte Fußballänderkampf des Spieljah» res 1938/39 konnte zu einem schönen Erfolg gestaltet werden. Die mit vielen jungen Kräften durchsetzte deutsche Nationalelf gewann am Donnerstagabend in Reval den dritten Länderkampf gegen Estland mit 2:0 (1:0) Toren. Schon das Ergebnis besagt, daß unserer Elf der Sieg nicht leicht gefallen ist, anderseits ist aus dem „zu Null" zu ersehen, daß unsere Abwehrreihen genau wie in Oslo und Kopenhagen ihr Handwerk verstanden und großen Anteil am deutschen, Sieg hatten. 7!ur Henkel blieb übrig! Die letzten Sechzehn in Wimbledon. Drei Freunde, Männer, deren Leben reich an Erfahrungen, die schon viel von der Welt gesehen hatten, waren sich einig darüber, daß zu dem Kostbarsten unter dem Schönen, dessen ein Mensch in seinem Leben aus dieser Erde teilhaftig werden kann, jene Augenblicke zählen, in denen er in stiller Versunkenheit zu der Unendlichkeit des Himmels Rundfunkprogramm Samstag, 1. Inti. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. (Kapelle Anton Goronzy.) 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: 1 Bärbelchen ist krank! 2. Ilse ist jetzt Lehrmädchms Zwei nachdenkliche Plaudereien. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Danziger Landesorchester. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Friedrich Liszt. Ein Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Jawoll, jawoll, das stimmt! (Jndustrie-Schallplatten und Eigenausnahmen.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Zifferblätter groß und klein ... Szenen und Lieder um gute Kameraden für die Jungmädel der RS/8 Himmel, an den ich jetzt denke, der gleiche, einzige, der übpr dieser Erde steht, und trotzdem —" „Ich habe immer geschwiegen, so ost ihr mich danach fragtet: Wann und wo ist es geschehen, das mit deinem Fuß? Ihr wißt ja, hier, der rechte, der nur noch ein Klumpen ist! Aber jetzt will ich es euch sagen. Also, das war in Frankreich, im Süden nahe bei Arles. Man hatte dort noch die ganz tiefen Ziehbrunnen. Der, von dem ich rede, taugte nichts mehr, hatte sein Wasser verloren, war auch schon im Verfallen. Aber man wollte wieder etwas aus ihm machen. Und dazu hatte man mich geholt. Gut, sagte ich zu den Bauern, ich werde mir den Brunnen ganz genau anschauen, ob sich die Arbeit noch lohnt. Ich prüfte ihn genau, zu genau, denn plötzlich gaben ein paar Steine nach, und es war aus mit mir. Als ich die Augen wieder ausschlug, lag ich tief unten — wohl fünfzehn Meter mögen es gewesen sein — am Grunde des Brunnens. Staunte zuerst, daß ich noch lebte und sogar, außer ein paar Beulen und Abschürfungen, nichts weiter abbekommen hatte. Aber wie sollte ich nun wieder hinauf? Ich sah ein, es war unmöglich, ohne fremde Hilfe niemals! Also wartete ich. Was in meiner Lage .warten' hieß, das brauche ich wohl nicht erst breit ausmalen. Ich sage nur: zwei Tage, drei Tage. Ich hatte Zeit, mein Gefängnis so genau kennenzulernen, daß ich selbst noch mit geschlossenen Augen jeden einzelnen Stein der verfallenen Mauer sah. Auch den einen großen Stein, der nur drei Meter über mir sich jeden Augenblick lösen konnte und im Herabfallen genau meinen rechten Fuß treffen mußte. Das heißt, ihn treffen mußte, wenn ich ihn nicht zurückzog." .„Um Gottes willen, aber warum hast du den Fuß nicht weggenommen, ihn dir zerschmettern lassen?!" riefen die Freunde bestürzt. „Ja, warum habe ich darauf gern artet, bis der Stein den Fuß zermalmt; man könnte auch sagen, warum habe ich ihn mir selbst abgeschlagen?! Hätte ich den Fuß zurückgezogen; -ein ganz klein wenig hätte ich dann auch die Lage meines Körpers verändern müssen. Und diese geringe Veränderung hätte dazu geführt, daß das „eine" meinem Blick entschwunden wäre. Das .eine', das nicht größer war, als hier, die Fläche meiner Hand. Ein winziges Stückchen Himmel, unter Tags fast farblos oder nur wie ?in Hauch von Blau; und nachts nur ein matter Sil- । berfchimmer mit einem einzigen Sternchen in der • Mitte. i Ja, so klein war dieser unendliche Himmel ge= : worden, und dennoch er blieb auch in dieser Winzig- Der Kaufmannsgehilfe Willy Schmidt aus wurde von einer stürzenden Kiste im Aiax Schmeling oder Adolf Heuser? Europas beste Schwergewichtler im Ring. Die Stadt der Ausländsdeutschen wartet am 2. Juli mit einem boxsportlichen Ereignis auf, dessen Ergebnis in der Welt mit Spannung erwartet wird. Max Schmeling, der deutsche Meister aller Klassen und Exweltmeister, trifft auf den Bonner Doppel-Euro pa-Meister Adolf Heuser, der seinen Titel im Schwergewicht än diesem Nachmittag in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn freiwillig aufs Spiel setzt. Wenn alle Erwartungen der Veranstalter in Erfüllung gehen, dann werden rund 90 000 Zuschauer dem Kampf der beiden wohl stärksten Schwergewichtler des Kontinents beiwohnen. Worum geht es eigentlich in Stuttgart? Zum 5. Bad-Nauheimer Reit- und Fahrturnier am 15. und 16. Juli sind in den letzten Tagen der Nennungsfrist noch zahlreiche Meldungen eingegangen. Insgesamt liegen jetzt über 900 Meldungen vor. Sehr gut ist auch das nachttäglich ausgeschriebene Am azo ne n -Jagdfp r Ina en besetzt. Hier verdienen besonders Frau M a r ck s (Berlin), Frau Ziegler (Bremen) und Frau Lindgens (Köln) genannt zu werden. Auch für die zahlreichen übrigen Wettbewerbe haben sich noch mehrere bekannte Turnierreiter und -ställe einttagen lassen. So kommt ---Stuf. Zastrow mit wertvollem Material, wsi- ! *• ~ «.--------—*> j>er Hack- Strecke. Die deutsche Streitmacht hat sich auch in den Doppelspielen weiter verringert. Im Frauendoppel schieden Dietz-Schumann und das deutschenglische Paar Ullstein-Geddes glatt aus. Sie hatten gegen ihre englischen Gegnerinnen, die prachtvolle Zusammenarbeit zeigten und vor allem am Netz recht erfolgreich wirkten, nichts zu bestellen. Im „Mixed" kamen Frl. Ullstein-Göpfert eine Kunde weiter, aber Frl. Schumann-v. Metaxa verloren in einem langen Kampf gegen die Engländer Roberts-Bayley. 900 Meldungen für das Bad-Nauheimer Reitturnier. bahnen ausgestellt »erben. Auch die Art der Kilo- Meterbezeichnung wird geändert. Während zur Zett noch jede Oberste Bauleitung der Reichsautobahnen für ihren Bezirk die (Entfernungen angibt — so wird z. B. im Frankfurter Bezirk vom Kilometer 0 bei Frankfurt-Süd aus gerechnet —, wird künftig die Kilometerbezeichnung von einzelnen großen Punkten ausgehen, beispielsweise für die Nord-Südstrecke von Hamburg aus durchgehend bis Ba el. Für den zentralen Verkehr von Berlin aus und im Süden des Reiches von München aus, wie es auf dieser Strecke bis Karlsruhe bereits geschehen ist. NSLB. Abteilung Höhere Schule. Fachschaft „Neuere Sprachen". Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft sm- bet am Dienstag, 4. Juli, 16.30 Uhr, in der Justus- von-Liebig-Schule statt. * ** Zusammenstoß. Heute - morgen, gegen 7 Uhr, ereignete sich an der Ecke Bahnhofstraße und Horst-Wessel-Wall ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Omnibus. Glücklicherweise kamen Personen nicht zu Schaden. Beide Fahrzeuge wurdtn beschädigt. ♦♦ Unfälle. Der zwölfjährige Sohn Werner des Düroangeftellten Gold mann, Dammstraße, erlitt durch einen Sturz von einer Leiter schwere Rückenprellungen und eine Gehirnerschütterung. — Der Korbmacher H. Haßler, An der Klaranlage wohnhaft, hatte im April dieses Jahres durch einen Unfall einen Oberschenkelbruch und Huftgelenksver- letzungen erlitten. Nunmehr erlag der bedauernswerte Mann den erlittenen Verletzungen. auf schaut. „Ich sollte gar nicht erst den Mund aufmachen „ sagte der Kapitän, der bejahrteste der drei Freunde, lachend. „Denn das, was einem Seemann, der immer nur Wasser und wieder Wasser sieht, der Himmel bedeutet, kann er keinem anderen Menschen auch nur anähernd sein." Der Dichter, der dem Kapitän gegenüber saß, widersprach: ' „Auf seine Art, ja, mag der Seefahrer die Uner- meßlichkett des Himmels empfinden; denn liegt vor ihm nicht auch das Meer in feiner Ausdehnung, die arenzenlos scheint? Wo aber gleich zwei, so in derselben Weise Gewaltige wie der Himmel und das Meer nebeneinander stehen, kann der Eindruck, den der eine hinterläßt, nicht mehr so vollkommen sein, wie der, wo allein der Himmel als Unendliches steht: über der Erde. Und deshalb sage ich, daß die Kostbarkeit meines Erlebens, das mir der Himmel als einen Menschen schenkte, der in der Enge großer Städte, den tiefen dunklen Schächten ihrer Straßen, in einem Labyrinth aus Wänden und wieder Wänden manchmal dem Ersticken nahe mar, größer ist als die deiner Erlebnisse, Kapitän." Dtt Dichter schilderte daraus einige seiner Eindrücke, wie er zu allen Zeiten des Tages und des Jahres, zur Stunde der Morgenröte, in sternenklaren Nächten, an stürmischen Herbsttagen oder zur 3eit, da Wolkenberge zu einem Hochsommer- gewitter sich zusammenballten, stets im Anblick des Himmels Großes erlebt hatte. „Es ist schon etwas Wahres daran", schloß er, „das Herz jedes Menschen, mag es noch so schwer sein, muß, und wenn es nur für Sekunden ist, beim Anblick der Größe und Weite des Himmels wieder leicht werden." Der jüngste der drei Freunde war ein Baumeister und sah eine Weile sinnend vor sich hin. „Ich weiß nicht", begann er daraus stockend, „ob das, was ich erzählen will, ganz genau hierher gehört, denn es war immer nur die Rede vom großen, unendlichen Himmel. Freilich war auch der erwogen. Es fehlte aber zunächst am geeigneten Platz. Die Gemeinde erwarb dann einen etwa 20 Ar großen Bauplatz in der schönsten Lage des Dorfes. Eine neue Verbindungssttaße, vom Zentrum des Dorfes ausgehend, bis an den Schulplatz wurde gebaut. Somit hat der Platz die beste Lage für eine Schule erhalten und ist zugleich vom Hauptverkehr abgeschlossen. Der erwähnte Straßenbau siel in die Zeit der Arbeitslosigkeit. Infolge der schlechten Finanzlage mußte damals von dem Schulneubau Abstand genommen werden. Nach der Machtübernahme kehrten wieder bessere Verhältnisse ein. Die Finanzlage ist günstiger geworden. Nun ist die Zeit gekommen, ein neues Schulhaus zu bauen. Das alte entspricht nicht mehr den heutigen Notwendigkeiten. Von Seiten der Behörden ist der Schulbau genehmigt, und die Vorarbeiten sind im Gange. Es ist damit zu rechnen, daß die Bauarbeiten im kommenden Herbst in Angriff genommen werden und vor Beginn des Winters der Rohbau fertiggestellt ist. Vielen Generationen wurde in der nun schon 92 Jahre zählenden Schule das Rüstzeug für das Leben mitgegeben. Von ihnen wird auch eine stete Erinnerung zur alten Schule aufrecht erhalten bleiben. — Durch den Schulneubau wird der alte Schulsaal frei. Da seit vorigem Frühjahr ein NSV.- Kindergarten besteht, wäre der alte Schulsaal der geeignetste Platz zu seiner Unterbringung. Es wird allgemein der Wunsch geäußert, der Kindergarten möge auch im Winter bestehen bleiben und die Kleinen betreuen. Bisher war es nur in den Sommermonaten möglich. Vielen Müttern wäre, da die meisten in den hiesigen Zigarrenfabriken tätig sind, dadurch eine Erleichterung geschaffen. Das Fest oller Dillenburger. Lpd. Dillenburg, 29. Juni. In Dillenburg wird in diesem Jahr statt der Kirmes erstmalig ein großes Heimatfest stattfinden. Es soll zum WiedersehensfestallerDillenburger von nah und fern werden und einen der Bedeutung der Stadt Dillenburg entsprechenden Charakter erhalten. Mit Rücksicht auf den am 8. und 9. Juli in Max Schrneling ist nach feinem zweiten Ansturm auf den Titel eines Weltmeisters aller Kategorien, der so sorgfältig vorbereitet war und doch mit einer so vernichtenden Niederlage endete, in der Welt etwas in Vergessenheit geraten. Der fast 34jährige besitzt aber noch Ehrgeiz. Er glaubt fest daran, daß er den Zenit feines Könnens noch nicht überschritten hat und will es der Welt beweisen. Ob Schme- ling noch einmal zum Titelkampf mit Louis kommt, steht dayin; jedenfalls soll die Wett erfahren, daß unser Meister damals in Newyork weit unter seinem Wert geschlagen wurde urtb einen besseren Abgang verdient hat. Der erste Kampf, der Schme- Zeitschriften. — Im Verlauf der diesjährigen Reichsluftschutz' woche bewies auch die Stadt der Reichsparteitage, wie man dort in der Landesgruppen-Luftschutz- schule und draußen im Land arbeitet und — wie das neueste Heft der „Sirene in einem aufschluh- reichen Bildbericht zeigt — daß auch Nürnbergs Jugend im Luftschutz mit an der Spitze marschiert. Die große Luftschutzillustrierte bringt noch viele interessante Bilderartikel über den Luftschutz, die Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes und gute Unterhaltung. — „D e r Bergsteiger" zeigt im Junihest die Schönheiten der schweizerischen Alpen. Henry Hoer führt uns mit dem Kraftwagen über die Passe Graubündens. Aus dem reichen Inhalt sind dis Beiträge über die Jagd in Graubünden,und n?er den Piz Qi narb besonders zu erwähnen. Wirkungsvolle Zeichnungen von Graubündner Orten Jomie ein kleines Bündner Bilder-Mosaik, ganzseitige Kunstdrucktafeln mit Bildern Albert Steiners uns E. Meerkämpers sowie kühne Aufnahmen von der Ersteigung der Gemelli-Nordweftkante zeichnen daS Heft besonders aus. (Alpenverlag F. Bruckmanir KG. 6- Holzhausm Gej.m,d.H.. München-Wwn.- wagt hat, feine Liebe offen zu bekennen, ist aus bis zum Wahnsinn gesteigerter Eifersucht zum Verbrecher geworden. Die Frau, um deren Liebe und Schicksal sich alles dreht, spielt Olga Tschechowa gequält, innerlich gehetzt, bis zum Letzten erregt, vom ersten Augenblick an im glanzvollen Rausch der Gesellschaft von beklemmender Hilflofigkoit. Hilde Hildebrand ist eine aufgeregte und schwatzhafte „Same" der großen Wett, Theodor Loos ein sympathischer Arzt voll Zarter, mitfühlender Güte, Ernst Dumcke nimmt als Kriminal- rat alle Fäden in seine Hand, ganz Wellmann und doch bestimmt, ganz Freund und doch rücksichtslos, wo es die Untersuchung fordert, die er mit f*arp sinniger Logik bis zur Entlarvung des Täters fuhrt. In kleineren Aufgaben sieht man noch Kurt Ve^p ermann als pomadige Einbrechertype, Hans Brausewetter als schwadronierender Schauspieler, Ivan Petrovich, Anton Point- n e r, Alexander Engel, Gerhardt B i e n e r i u. a. — Das Beiprogramm vermittelt ein höchst ulkiges Wiedersehen mit Karl Valentin, dem genialen Münchener Komiker, und seiner Partnerin Lisl Karlstadt in einer sehr schonen Szene: „Der Antennendraht", die alle Ingredienzien Da- lentinscher Kunst birgt, wenn man nur das Organ dafür hat. Fr. W. Lange. nähme an einem Sommerlager der Hitler-Jugend sind allgemein achtzehn Urlaubstage zu gewähren. Handwerksmeister! Obwohl Sie durch die Teilnahme Ihrer Lehrlinge an den Sommerlagern der Hitler-Jugend den Jugendlichen teilweise drei oder sechs Urlaubstage mehr gewähren müssen, bitten wir Sie trotz mancher sich hieraus ergebenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Ihre Lehrlinge dennoch zum Besuch der Sommerlager anzuhallen und ihnen nach Möglichkeit einen geldlichen Zuschuß..ZU gewähren. Wir bitten Sie, aus nationalsozialistischem Verantwortungsgefühl heraus zu handeln, d i e Gesundheit der Jugend vor Augen zu haben und mit uns darum bemüht zu sein, daß durch eine sinnvolle Nutzung des Urlaubs somit auch die Freizeit der Jugend im Dienste unseres Arbeitslebens steht. Handwerksmeister! Eine ungeregelte Freizeit kann keinem Jugendlichen eine Befriedigung verschaffen, wohl aber eine gestaltete Freizeit. Freizeitgestaltung im nationalsozialistischen Sinne, das ist der Zweck der Sommerlager der Hitler-Jugend. Aus allen diesen Gründen richten mir an Sie den dringenden Appell, Ihre Lehrlinge restlos an den Sommerlagern der Hitler-Jugend teilnehmen zu lassen. Durchgehende Kilometrierung auf der Reichsautvbahn. Demnächst wird die Kilometerbezeichnung auf den Reichsautobahnen' neu geregelt. Die Kilometersteine, die sich jetzt auf der recyten Seite der Fahrbahn befinden, verschwinden und werden durch große Steine ersetzt, die auf dem Grünstteifen inmitten der Fahr- Henkel, noch der einzige Vertteter seines Landes. Die Amerikaner sind unter den „letzten Sechzehn" mit drei Mann vertreten, denn neben Riggs und Cooke kam auch der Menzel-Bezwinger'Smith eine Runde weiter. Für das Protektorat war der Donnerstag überhaupt ein schwarzer Tag, denn außer Cejnar blieben auch Drobny und Siba, die gegen die Briten Austtn und Shayes unterlagen, auf der „Parkstraße 13/ Ein Kriminalsilm ist, wenn er wirklich gut gemacht ist, immer wieder irgendwie erregend, wenn soviel Routine und Technik, Psychologie und Logik Zusammenwirken, um die Spannung auf des Rätsels Losung wirklich bis zum allerletzten Augenblick zu steigern. Das ist in diesem Film, den Jürgen von Alten nach einem Stück von Axel Soers gedreht hat, durchaus gelungen, wenn auch die Geschichte der Frau Dr. Schratt nicht vertieft genug ist, um unser menschliches Interesse zu finden. Sie ist eine junge, viel umschwärmte Witwe, die bereits zwei Gatten unter geheimnisvollen Umständen verloren hat und nun drauf und dran ist, sich aufs neue zu binden, als ein Mord auf einer Abendgesellschaft in ihrem Hause erst einmal alle ihre Verehrer in den Verdacht bringt, den Nebenbuhler — das war der Ermordete zweifelsohne — aus dem Wege geräumt zu haben. Der Kreis der Verdächtigen erweitert sich durch einen Berufseinbrecher, der die Gelegenheit der Abendgesellschaft für einen kleinen Fischzug benutzt hatte, durch einen Diener, der den Ermordeten als Verräter an der nationalen Sache der russischen Emigranten haßte, durch eine flatterhafte Frau, die den Ermordeten geliebt und ausgehalten hatte und ihm wenige Minuten vor seinem Tod eine Eifersuchtsszene gemacht hatte, und schließlich durch Frau Evelyne Schratt selbst, die dem Ermordeten ein sie schwer belastendes Geheimnis anvertraut hatte und dies Ende als Befreiung von furchtbarem Druck empsinden muß. Also soviel Anwesende auch soviel Verdächtige, selbst der Kri- mmalrat, der als Gast auf der Gesellschaft war und nun in die fatale Situation kommt, die Untersuchung führen zu müssen, setzt sich selbst auf die Liste der Verdächtigen. Mit Systematik und Scharfsinn — auch der Zufall spielt wie meist eine nicht unwichtige Rolle — gelingt es, einen Namen nach dem andern von der Liste der Verdächtigen zu streichen. Schließlich bleiben nur zwei übrig. Der Mörder richtet sich selbst. Ein Mann, der niemals ge- von Irmtraud Hugsn. 16: Großer ^ehar-Abend unter Leitung des Komponisten. 18: „Kameraden unterm Spaten". Reichsarbeitsdienst singt und mu- fiüert. Einlagen: 1. Bei unseren Pionieren. 2. Kamerad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: „Mit der schwäbische Eisebah". Eine fröhliche Reise durch das schwäbische Gemüt. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20 bis 24: Wir tanzen in den Sonntag. Einzelhandel sott farbiges Packpapier verwenden! Der stellvertretende Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Wilhelm Kohler, hat die Kaufleute aufgefordert, künftig vorwiegend farbiges Pack- papier zu verwenden. In dem Aufruf heißt es: „Im Rahmen des Vierjahresplanes kann jeder, auch der Einzelhandel, dem deutschen Volk wichtige Rohstoffe sparen helfen. Es ist daher erforderlich, daß auch Packpapier richtig eingesetzt und stets für solche Zwecke verwandt wird, für die es jeweils Saasen------ — ------ . Nacken getroffen und erlitt eine Halswirbelverletzung. — Der 27jährige Landwirt Heinrich Ludwig Dorr aus Nieder-Ohmen geriet beim Verladen zwischen zwei Baumstämme und erlitt dabei erhebliche Brust- und Schulterverletzungen. — Beim Sturz von einem Heuwagen zog sich die '53jährige Witwe Frieda Mörschel aus Krofdorf einen Bruch der linken Schulter zu. — Durch einen Sturz vom Fahrrad erlitt der 16jährige Lehrling Otto Linker aus Kinzenbach einen Unterschenkelbruch. — Die Landwirtsehefrau Marie Spieß aus Groß-Rechtenbach zog sich durch einen Dorn, den sie sich beim Distelstechen in die Hand stieß, eine schwere Entzündung und eine Blutvergiftung zu. Sie liegt mit hohem Fieber schwer darnieder. Sämtliche Verunglückte mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. kett, oder wurde gerade durch sie noch mehr zu dem Gewaltigsten, Kostbarsten und Schönsten, das ich jemals sah. Stunde um Stunde blickten meine Augen dem Himmel entgegen, mit letzter Kraft offen gehalten, brennend weh entzündet und tränend; aber selbst über die Schmerzen hinweg und die Trübung der Tränen hindurch drang mein Blick zu ihm aus. Und diesem Blick verdanke ich es, daß ich heute noch lebe, noch nicht verhungert und nicht irrsinnig war, als man mich nach vier qualvollen Tagen und Nächten mit -erschundenem Fuß aus dem Brunnen Zog." Dillenburg stattsindenden Kreistag der NSDAP, des Kreises Biedenkopf-Dillenburg ist es auf den ± Krumbach, 29.3uni. Var einigen Jahren '22., 23. und 24. Juli verlegt worden. In Zukunft ■ ■ - *- Ä----soll für das Heimatfest em jährlich emzuhaltender bestimmter Termin festgelegt werden. Der Donnerstag brachte bei den englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon die sechzehn Kämpfe der dritten Runde im Männereinzel, an denen deutscherseits noch Urtiere Daoispokalspieler Heinrich Henkel und Rolf G opfert beteiligt waren. Während Hertkel am Spätnachmittag auf dem Hauptplatz gegen den jungen britischen Davispokalspieler, den Anglo-Inder Laurie S h a f f i, der durch eine Fußverletzung etwas behindert war, sicher mit 6:4, 4:6, 6:4, 6:1 gewann, mußte ©opfert in einem harten Fünfsatzkampf die Ueberlegenheit des Engländers D. W. Butler anerkennen, dessen größere Vertrautheit mit dem Rasen schließlich den Ausschlag zu einem 4:6, 6:2, 4:6, 6:3, 6:3-Sieg gab. So steht also allein Heinrich Henkel im Achtelfinal unter den „letzten Sechzehn". Sein nächster Gegner ist der 44jährige Franzose Jacques Brugnon, der das Kunststück fertigbrachte, den italienischen 77-^vus. <5 a |i l u w 'nm wcvwuuxm Spitzenspieler Giorgio d e Stefani in vier Sätzen ter die Fahrtruppenschule Hannover und zu schlagen. Brugnon ist übrigens, ebenso wie I ney-Stall Doerentamp (Köln). Dreisrontenkamps der deutschen Leichtathleten I Meter-Lauf; auf der längeren Strecke hat er gegen Harbig keine Aussichten. Brisson könnte auf Der I kurzen Hürdenstrecke Kumpmann und Pollmanns Wirtschaft und auf« Ich allda- Langsame Steigerung deutscher Irühkartoffelzufuhren. drohen. In Kopenhagen gegen Dänemark. gefährlich werden, aber wir glauben doch nicht, daß er über den zweiten Platz hinauskommt. Von den übrigen französischen Achteten dürfte kaum Gefahr In Kopenhagen ist Dänemark zum drittenmal unser Gegner. Traditionsgemäß vertreten die Athleten der Nordmark und von Niedersachsen hier die vor seinen Augen hin und her, als seien es die Kabinenwände auf einem Dampfer, der durch einen chweren Sturm stampfe... James Burd preßte den Kopf an die kühle Wand. Es geht vorüber!, redete er sich immer wieder ein. Morgen will ich zu einem Arzt. Er muß mir helfen! Allmählich ließ das Drehen und Schwanken nach. Er konnte wieder freier atmen. Mit schleppenden Schritten verließ er den Baderaum. Burd war ein großer, breiter und schwerer Mann. Er trug den Kopf so, als wolle das Kinn auf der Brust ausruhen. Er ließ sich in den Schreibtischstuhl fallen griff in seine Brusttasche. Ich habe es genau geschrieben!, dachte er. Das ist in Ordnung! werde es Charlotte Sandner geben! Seine Hand hielt ein beschriebenes Blatt. Indes er es überlas, nickte er, als stimme alles, was daraufstand. Dann griff er nach einem Umschlag, der auf dem Schreibtisch lag und den Ausdruck des Palasthotels trug. Sorgsam steckte er das Blatt in den Umschlag und klebte ihn zu. Mit steilen Buchstaben schrieb er eine Adresse daraus. Betrachtete den Bries noch eine geraume Weile und verbarg ihn wieder in seiner Brusttasche. Mit den Fingerspitzen fühlte er durch den Rock hindurch nach, ob der Umschlag auch sicher eingesteckt fei. Hier ist auch mein Paß!, überlegte er. Es könnte ja sein, daß mir etwas zustieße. Ich will es nicht glauben. Ich werde meine Schwäche bestimmt überwinden. Nie bin ich krank gewesen. Neunundsechzig Jahre lang gelebt und kaum je krank gewesen! Aber als er aufstehen wollte, verspürte er ein Zittern in seinem Körper, das ihn zögern ließ. Er blieb sitzen, und während dieser halb unfreiwilligen Rast kamen die Gedanken von weit her. Sie ließen sich nicht abweisen. Verblaßte Erinnerungen tauchten auf. Sein erster Aufstieg. Sein erster Gewinn. Hier in Berlin war es gewesen. Die Jahre, da er tatkräftig um sich geschlagen, gekämpft, gewonnen, verloren hatte — bis die große Chance gekommen war... Er lächelte vor sich hin. Er — ober ich!, entsann er sich. Einer aing vor die Hunde. Mußte vor die Hunde gehen. Ich — war es nicht! Die Jahre zogen vorbei, da er in Amerika die Filmproduktion 'begründet hatte. Kein Weltunter, nehmen, nein, aber immerhin — man kannte seinen Namen. Stets hatte er alle Fäden allein in der Hand halten wollen. Keine Kompaniegeschäfte. Es war gegangen. Rückschläge freilich blieben nicht aus. Der schwarze Freitag an der Neuyorker Börse hatte auch ihn gestreift. Es hatte nichts geschadet. Er hatte sich ausbalancieren können. Na — und jetzt? Jetzt war man wohl fertig. Fertig mit dem Geldverdienen und fertig mit dem Leben. Die Produktion hatte er vor zwei Jahren verkauft. Es mußte nur noch diese eine Sache geregelt werden. erlangt. „ , x Hessen-Nassau setzte Winterkartoffeln nur noch im eigenen Gebiet um. Ausländische Frühkartoffeln konnten jeden Bedarf decken. Kur- n Reitturnier. unb Fahrtmirr chten Tagen del mngen eingegan- 900 Mellmgrn glich ausgsjchlit- it hier verdiene» Frau Ziegler (Röln) geirnur »n übrigen M etannte Turnier' fen. So konL m Material, vr er und der semes Lande. Mn Sechzch" den Riggs uni Smith ein, : war der Jon. $9- denn außer öwq, die gegen erlagen, auf d« § auch ni den n Frauendoppel d das deutsch. )es glatt aus. ^gnerinnen, dir und vor allein chts» bestellen. in-Göpfert eine i=d. Metara ver. n die Engländer Seltsam, daß er in den letzten Jahren so anders empfand als früher! Nie wäre er früher auf den Gedanken gekommen, daß der Sieg, den er einmal an der Börse errungen hatte, eigentlich ein Unrecht gewesen war. Drüben hätte kein Mensch so gedacht. Hier in Deutschland war ihm der Einfall gekommen, vor drei Jahren, und hatte ihn nicht mehr losgelassen. Es steckte doch wohl viel deutsches Blut in ihm. Es hatte lange gedauert, bis es sich durchgesetzt hatte, aber dann hatte es obgesiegt, hatte ihn das Leben neu sehen lassen ... Kam denn Charlotte Sandner noch nicht? Er griff nach dem Telephonhörer, fragte beim Portier. Nein, es warte keine junge Dame auf ihn. Er hatte es doch dem Preetz so eilig gemacht! Nun, vielleicht war Charlotte nicht zu Hause. War ausgegangen. Warum nicht? Sie war ja allein. Ihr Leben war einwandfrei. Die Berichte Darüber klangen überzeugend. Genau so überzeugend wie Die Auskünfte über Den anderen! Seine Stirn furchte sich. Er schlug mit der Faust auf den Tisch. Der Zorn gab ihm die Kraft, aufzustehen und herumzugehen. Dieser Lump! Der lebte und wartete — bis er, der alte James, nicht mehr sein würde, um Dann alles in alle Winde zu streuen, was er erworben hatte... Oho — der kannte James Burd schlecht! Aber er würde ihn kennenlernen! Die aufschießende Wut preße das Blut in fein Gehirn. Er hörte ein Rauschen in seinen Ohren. Die Enge des Zimmers ward plötzlich unerträglich. Wieder jagte ihn die Angst, die ihn in letzter Zeit so oft in einem geschlossenen Raum überfiel. Deshalb auch hatte er Preetz nach Hamburg bestellt. Einen Wagen konnte er jederzeit halten lassen, wenn er aussteigen wollte, weil die Atemnot ihn bedrückte. Er würde auch auf der Rückreise im Wagen fahren, nicht im geschlossenen Zugabteil. Und hier — hier war es genau so bedrückend! Er hastete auf das Fenster zu. Ueberheizt war es hier, wie in fast allen Hotels. Man mußte das Fenster offnen und die kühle Abendluft hereinlaffen! Burd zog an der Gardinenschnur. Milchiger Nebel stand vor dem Fenster. Unwillkürlich dachte er an London, wo er so oft gewesen war. Nun, auch Berlin konnte manchmal voll Nebel hängen... Er griff nach dem Riegel und öffnete das Fenster. Lehnte sich hinaus und sog gierig die naßkalte Luft ein. Aber seine Hände griffen nach der Fensterbank und umkrallten sie im gleichen Augenblick. Unten auf dem Bürgersteig stand ein Mann! Er trug eine Lederjacke, wie die Chauffeure sie tragen, und spähte nach den Hotelfenstern herauf. Der matte Lichtschein, mit dem tue Laterne den sie umgebenden Dunst zu durchdringen versuchte, ließ sein Gesicht verschwimmen. (Fortsetzung folgt) Durchbrüche sehr gefährlich. Die Stürmer schossen aus jeder Lage, aber die Schüsse waren nicht placiert genug. Auf der Gegenseite wurde schön bis vor das Tor kombiniert, aber Den Torschuß ließen die Stürmer vermissen. Wenn wirklich einmal ein Torschuß angebracht wurde, war es der Torwart Der Gäste, Der diese unschädlich machte. Selbst aus kurzer Entfernung konnten die Stürmer, bei denen man Heß vermißte, kein Tor erzielen. Das Spiel wurde schnell und hart, jedoch immer im Rahmen des Erlaubten durchgeführt. gefahren? Frau Larsen verhandelte doch mit Mister i Burd." ,^eene Ahnung, Herr Vallendar. Jedenfalls: Nach vier Wochen fuhr der Amerikaner wieder i nach Drüben. Ließ sich aber .meine Adresse jeben. i Falls er mal wieder hierherkäme. Na, und dann , hatte ick doch Fräulein Sandner kennenjelernt. Kurz Darauf starb ihre Mutter; da jab sie Die Wohnung ( auf und suchte ein Zimmer — und kam zu mir. । Seitdem wohnt se nu bei uns." । Eine Flut von Fragen schwebte Vallendar auf Der Zunge. Was Römer mit Charly verbinde — ja, das vor allem. Aber Preetz ließ ihm keine Zeit, zu sprechen. „Ick muß nu rasch nach Hause, Herr Vallendar!" Er strahlte. „Meine Frau erwartet was Kleines. Es kann jeden Augenblick losjehn. Und denn soll ick Fräulein Sandner bestellen, daß der Amerikaner fie noch heute abend im Palasthotel erwartet. Der alte Herr — wissen Sie, er is mächtig klapprig je worden, nee, er sah nid) jut aus, solche Tränensäcke unter die Augen und solche Flecken auf den Backen. Und wie ick ihm erzählt hab', daß Fräulein Sand- ner bei mir wohnt, war er jar nich erstaunt. „Yes , sagte er nur, „allright!" — Na, und nu muß ick eben los, damit die kleene Charly ins Palasthotel kommt. Vielleicht wird es nu doch wat mit dem Film!" Er eilte davon, die Mütze schwenkend. * Der Boy des Palasthotels hatte die Koffer abgestellt und Die Tür hinter sich geschlossen. James Burd war allein. Er trat an den Schreibtisch und knipste auch hier Die Lampe an. Dann öffnete er die weiße Tür, die ine Badezimmer führte. In dem hellen, gekachelten Raum fühlte er sich etwas wohler. Er drehte die Wasserhähne auf und ließ sich den kalten Strahl über die Pulsadern laufen. Das erfrischte ihn Dabei blickte er in den Spiegel über dem Waschtisch — und erschrak über sich selbst. Sein, Gesicht war bleifarben; nur auf den Backenknochen lagerte eine Helle, unnatürliche Rote. Die grauen Augen blickten trübe. James Burd schloß den Wasserhahn. Es ist nichts!, versuchte er sich zu beruhigen. Der Schiffs- arzt hat mir nur gesagt, ich müsse mich vor Aufregungen in acht nehmen. Allerdings sehr 'n acht nehmen... Ach, daß doch die Aerz(e aufrichtig wären —! . . . Er kehrte seinem Spiegelbild den Rucken und trocknete sich Die Hände ab. Dabei hatte er mteDer das Gefühl, als stünde er noch in der Schiffskaoine und der Boden schwanke unter ihm. „Blutdruck! murmelte er vor sich hin. „Diel zu hoher Blut- ^E^gentlich sollte ich ins Bett gehen!, dachte er weiter. Aber ich muß erst noch mit Charlotte Sand- ner sprechen. Eher fände ich doch keine Ruhe! Er griff nach der Wand, als suche er einen Halt. Die gekachelten Wände Des Badezimmers wogten Die Versorgung mit Speisekartoffeln blieb gemein zufriedenstellend. Winterkartoffeln treten bei immer mehr in den Hintergrund. Als Abnehmer kommen in erster Linie Die Großverbraucher in Betracht, wobei hauptsächlich weiße und rotfleischige Ware zum Versand gelangt, während die Bestände an gelben Kartoffeln nahezu geräumt sind. In den Haushaltungen herrscht die Frühkartoffel vor. Die Zufuhren an ausländischen, hauptsächlich italienischen Frühkartoffeln waren zum Teil so groß, daß die Verteilerschaft gewisse Bestände auf Lager nehmen konnte. Die deutsche Frühkartoffelernte hat gute Fortschritte gemacht, besonders im Rheinland und in einigen mitteldeutschen Gebieten, lieber die örtlichen Märkte hinaus hat die deutsche Ware aber in der Regel zunächst noch keine stärkere Bedeutung siegte ersterer und schoß in Der 16. Minute unhaltbar zum Führungstor für Lich ein. Die Grün-Weißen lagen weiter im Angriff, Doch immer wieder konnte die Hintermannschaft klären. In der 23. Minute war es Mattern, der auf eine Flanke von rechts zum Ausgleich einschoß. Nach dem Wechsel gab es zwei Ecken für Die Grün-Weißen, Dann wurde ein schönes Zuspiel von Mattern zu Godglück mit einem weiteren Tore abgeschlossen. Die Licher wurden zeitweise in ihre eigene Spielhälfte zurückgedrängt, doch waren ihre In München gegen Frankreich. An erster Stelle steht natürlich die Auseinander- etzung mit Frankreich, Die zum 14. Male durchgeführt witd. Wieder ist München der Austtagungs- ort. Deutschland schickt hier bis auf wenige Ausnahmen feine erste Streitmacht in den Kampf, so daß ein Erfolg, und zwar ein ganz durchschlagender, außer Frage steht. Ob wir allerdings die Zahl unseres größten Triumphes (1938: 105:46!) wieder erreichen, steht dahin; Denn die Franzosen haben sich auf verschiedenen Gebieten verbessert. Immerhin, außer El Ghazi Dürfte wohl keiner unserer Gäste für einen ersten Platz in Frage kommen. Der Kolonialfranzose ist auf Der 5000-Meter-Strecke für glatte 15 Minuten gut, eine Zeit, Die von Den in München startenden Deutschen bisher nur Eberhardt unterbieten konnte. Eine Ueberrafchung ist durch Joye möglich, Den Europameister und Rekordmann der 400-Meter-Hürden, Der auf Der glatten 400- Meter-Bahn und außerdem über 800 Meter eingesetzt wird. Wir sind gespannt auf feinen 400- deutschen Fcwben. Die Dänen haben einige gute Kräfte in ihren Reihen, vor allem Den Langstreckler Harry Liefert, Den Sprinter Holger Hansen, Der Die 100 Meter in 10,8, auch 10,7 laufen kann und außerdem über 7 Meter wett springt, und den 800-Meter-Mann Emanuel Rose, der mit 1:55 Min. durchaus in der Lage ist, unsere Läufer $u schlagen. Da die Dänen in Den technischen Disziplinen bekanntlich schwach sind, werden in Den Lauf-Wettbewerben durchweg je Drei Mann eingesetzt. Der Dritte Sieg wird für Die Deutschen nicht leicht sein, zumal in unserer Mannschaft noch einige Umbesetzungen vorgenommen werden mußten, aber wir glauben an einen knappen Erfolg. Und in Esch gegen Luxemburg. Zwischen Deutschland und Luxemburg gibt es am Sonntag in Esch den ersten offiziellen Länder kampf, obwohl westdeutsche Leichtathleten früher schon gegen Luxemburger kämpften. Auch diesmal wird der Westen des Reiches in Der Hauptsache unsere Vertretung übernehmen. Aus Süddeutschland sind Bott (Kassel) im 800-Meter- Lauf und Der Frankfurter Weitspringer Witte Dabei. Die Mannschaft Der Luxemburger ist noch nicht bekannt; sie wird aber kaum um eine klare Niederlage herumkommen. Dann 103,40 bis 103,45. Im Verlaufe war Das Geschäft sehr gering, teilweise bröckelten Die Kurse etwas ab, IG. Farben auf 142,25 nach 143,13, Verein. Stahl auf 97,50 nach 98, Mannesmann auf 102,25 nach 102,50, AEG- von 109,50 auf 108,50 (109). Die später notierten Papiere lagen vorwiegend 0,50 bis 1 v. H. schwächer, VDM. —2 o. H. auf 167, Hemberg — 1,50 v. H. auf 122,25, Deutsche Linoleum —1,25 vH. auf 150,50, anderseits Scheideanstalt nur zum Einheitskurs 205,13 (203). Im Freiverkehr galten Dingler 101,50 bis 103,50, Rastatter Waggon 52 bis 54, Verein. Frank. Schuh 74 bis 76. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörse behauptet. Das Aktiengeschäft hatte an Der Abendbörse meist nur kleinen Umfang. Nach den noch überwiegenden Rückgängen im Mittagsverkehr war die Haltung aber behauptet. Die verschiedentlich noch etwas nach- gebenDen Kurse stellten zumeist Anpassungen an den Berliner Schluß dar und hatten außerdem größtenteils nominellen Charakter. IG. Farben bei einigem Geschäft auf 141,90 (142,25) ermäßigt. Von Bergbauwerten bröckelten Buderus auf 89 (89,50), Stahlverein auf 97,50 (98) und Mannesmann auf 102 (102,25) ab; etwas höher umgefetzt wurden Laura- hütte mit 13 (12,50). Im übrigen wiesen noch kleine Veränderungen auf: AEG. 108 (108,50), Gesfürcl 123,50 (123,75), Demag 134 (135) unb Licht und Kraft 128,50 (128,25). Unter den unveränderten Werten waren u. a. Metallgesellfchaft mit 111, Adlerwerke mit 96, Holzmann mit 147, Moenus mit 117 und VDM. mit 167. Am Rentenmarkt wurden 6 v. H. IG. Farben 0,25 v. H. niedriger mit 122, Reichsbahn-VA. mit unverändert 121,75 gefragt. Steuergutscheine. hatten zu den Mittagskursen etwas Geschäft, Serie I 103,40 bis 103,45, Serie II Juni 97,50, Juli 97,35. Kommunal-Unkschuldung nannte man mit 93,65. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Juni. Auftrieb: Rinder 1163 (gegen 957 am 22. Juni), darunter 137 (139) Ochsen, 226 1206) Bullen, 543 (445) Kühe, 257 (167) Färsen. Kälber 668 (552), Hammel und Schafe 80 (36), Schwäne 1096 (921). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,50 (45 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (42 bis 42,50), c) 36 bis 37,50 (37 bis 37,50). Bullen a) 43,50 bis 44,50 (44 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40,50), c) 34 bis 35,50 (—), d) 27 (—). Kühe a) 43 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 38,50 bis 40,50 (39 bis 40,50), c) 31 bis 34,50 (29 bis 34,50), d) 22 bis 25 (21 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 40,50 bis 41,50 (41,50), c) 35 bis 36,50 (35 bis 36,50), d) 27 bis 28 (28). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (47 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40)., Hammel bl) 50 (50), b2) 49 (43 bis 45), c) 42 bis 44 (38 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (39), c) 16 bis 32 (22 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50), Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Die deutsche Leichtathletik steht, wie alle anderen s Meter-Lauf; auf der längeren brecke hat er Sportarten, in diesem Jahre in ganz besonderem ! nlos, kennt keine Müdigkeit auch nach zehn oder iDÖIf Runden, unterminiert seine Gegner durch Se- :i.enfd)läge und ist so kampfessreudig wie je. Eine schwäche allerdings offenbarte fein Training: er ist ,-ffcn für Die Linke, und das kann bei einem Gegner wie Schmeling gefährlich werden. Deutsche Fechtmeisterschasten begannen Die Deutschen Fechtmeisterschaften wurden am Donnerstag in Der Wupertaler Stadthalle mit dem l lorettsechten der Frauen begonnen. Man kämpfte Ulf acht Bahnen und erreichte bereits Die Endende, in die acht Fechterinnen einzogen. In der Vorrunde blieben alle Favoritinnen siegreich. In Der Zwischenrunde schied Dann aber Die Münchnerin |.otraut) von Wachter unerwartet aus. Sehr 'chwer hatte es in Der Vorschlußrunde Die Titelver- : idigerin Hedwig Haß (Offenbach), die von Lilo !»eutzer (Offenbach) und Der Leipzigerin Leni : 15 I o b geschlagen wurde. Die Meisterin nimmt in :$r Reihenfolge Der Teilnehmerinnen an Der Schluß- umDe Den letzten Platz mit Drei Siegen und zehn cr hatten en Treffern ein. Die Offenbacherin Trude ! acobs unterlag Der Wiener Olympiasiegerin von 332 Ellen Preis. Die Wienerin schnitt mit fün »legen und sieben erhaltenen Treffern in Der Dor- Mußrunde am besten ab. Letztes Fußballspiel vor der Sommerpause. wsS.-Iieichsb-h« komb. — Vs«. Lich 1 2:1 (1:1). Das letzte Spiel Der diesjährigen Spielserie bradjtß (inen harten Kampf. Die Gäste waren ein starker Wegner, überragend war Der Torwart, der von sei- :Ln 'Vorderleuten gut unterstützt wurde. Die Stürmerreihe war viel gefährlicher, als Die Der Grün- heißen, Denn die Spieler schossen aus jeder Lage, mitten nur mit ihren Schüssen Pech. Bei Den Grün- Aeißen war die Hintermannschaft sicher, in der Läuferreihe war Leutheuser IV der ruhende Pol. cim Sturm vermißte man den Torschuß. Das Spiel begann sehr schnell. Zunächst setzten :ith die Grün-Weißen in der Hälfte des Gegners f:st, ohne aber zu Erfolgen zu kommen, Denn die ü.lntermannschaft spielte sehr aufopfernd. Die Durch- -rüche Der Gäste waren weit gefährlicher und bet 'imem Zweikampf des Halbrechten mit Leutheuser zweiten Anstum aller Kategorien, inh doch mit M- tfe, in der » DerfaPW tt fest d«, » d nicht ühe#“ «ijen. Ob &► nrit SmiiilN Seit md einen MF Mps.de^ 'bekennens, &j*S .S.S ol VminaV ^Mann und iS» Hessen verlud nach Westdeutschland noch gewisse Mengen an Winterware. Holländische und italienische Frühkartoffeln sind stark vorhanden, während einheimische Ware zunächst noch keine größere Rolle spielt. Nhein-Mainische Börse. rNittagsbörje uneinhettlich. ' Frankfurt a. M., 29.Juni. Die Börse „zeigte an Den Aktienmärkten nach den letzttägigen Rückgängen eine gewisse Beruhigung, obgleich die Märkte noch nicht frei von Kundschaftsverkäufen waren. Mit Ausnahme von BMW., die um 3 v. H. zurückfielen auf 125,50, wiesen die anfangs zur Notiz gekommenen Papiere keine stärkeren Abweichungen als von 0,25 bis 0,50 v. H. auf, da verschiedentlich mäßige Anschaffungen vorgenommen wurden. Die Gesamthaltung blieb aber noch etwas unsicher. Siemens kamen nach Pause mit 186,75 (185,50) zur Notiz. IG. Farben bröckelten auf 143,13 bis 143 (143,50), Buderus auf 89,90 bis 89,50 (90), Aschaffenburger Zellstoff auf 83,65 (84) und Rheinmetall auf 119,50 (119,75) ab. Hingegen konnten sich Verein. Stahl mit 98, Mannesmann mit 102,50, Rheinstahl mit 131,40 (131,25), Hoesch mit 105,50 (105,65) unb Reichsbank mit 184,75 be- haupten. Am Rentenmarkt hatte das Geschäft ebenfalls nur kleinen Umfang. Jrn wesentlichen beschränkte sich es weiterhin auf Steuergutscheine. Serie II gingen mit 97,45 bis 97,40 (97,50) und im Verkehr von Bank zu Bank Serie I mit 103,30 bis 103,40 (103,50) um. In Pfandbriefen lag weiter etwas Angebot vor, es wurde zu unveränderten Kursen aufgenommen. Liquidationspfandbriefe leicht schwankend, ebenso Industrie-Obligationen, 5 v. H. Gelsen-Benzin 40 Pfennig höher mit 99,40. Stadt- anleihen meist unverändert, Darmstädter 0,40 v. H. erhöht. Reichsattbesitz behauptet mit 131,65, Reichsbahn-VA. 0,13 v.H. gebessert auf 121,75, ebenfo Dekosama I auf 136,75. Steuergutscheine II per Juli 97,35, per Juni 97,50. Serie I bis 103,50, STOFFSPEZIALHAUS -GIESSEN - PLOCKSTR. 14-16 4613 A Scala-Variete Täglich 8.15 GroB-Frankfnrt a. Eschenheim.Tor Ab 1. 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