Nr. 123 Erster Blatt 189. Zahrgmg Dienstag, 30. Mai 1939 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Pntd> und Verlag: vrShlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleilnng und Geschästrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Npf..Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Die rasche Zeichnung der 6 Milliarden Franken erklärt sich in erster Linie aus bank- und börsentechnischen Gründen. Es «sind zwar erhebliche Beträge französischen Fluchtkapitals aus dem Auslande zurückgeftrömt, aber infolge der fast völligen Lähmung der Geschäftstätigkeit an der Börse im Zusammenhang mit der unsicheren außenpolitischen Lage finden diese Gelder in der Wirtschaft keine Anlage; die Großbanken überzeichneten in wenigen Stunden die mit sehr günstigen Bedingungen ausgestattete Anleihe. Die Politik des Finanzministers Paul Reynaud, die von der Linken mit äußerster Heftigkeit angegriffen wird, weil sie nach deren Ansicht die große Masse der Verbraucher und Arbeiter durchaus einseitig zugunsten der Rüstungsbetriebe und verwandter Unternehmen belastet, hat also auch hier in einem äußeren Erfolge ihre Früchte getragen. Indessen kommt es dem französischen Volk mehr und mehr zum Bewußtsein, daß es die Zeche zu bezahlen hat für eine Politik des sturen Beharrens auf einmal eingenommenen Positionen, die man in dumpfer Gelassenheit als unabänderlich hinnimmt. Es ist kaum zu sehen, wann in dieser Haltung einmal eine Aenderung eintreten soll, trotz der Aeußerungen einzelner mutiger Mäimer wie beispielsweise des Abgeordneten und früheren Luftfahrtministers Marcel Beat. Frankreich hat in diesem Monat zwei Jubi- l ä e n aus seiner Geschichte gefeiert, die die Gegensätze zwischen dem offiziellen Frankreich der Dritten Republik und dem nationalen Frankreich erahnen lassen: die Einleitung der Hundertfünfzig-Jahr- Feiern der Revolution von 1 7 8 9 und die Ieanne-d'Arc-Feier, die wie alljährlich in der ersten Maihälfte zur Erinnerung an die Befreiung der Stadt Orleans von den Engländern im Jahre 1428 abgehalten wurde. Die offizielle Zeremonie in Versailles zur Erinnerung an das Zu- fammsntreten der Generalftände am 5. Mai 1789 zeichnete sich durch das Fehlen jeglichen Interesses der Bevölkerung aus; die Feiern, von denen eine in der Spiegelgalerie des Versailler Schlosses abrollte und in der Hauptsache aus den Reden des Kammerpräsidenten Herriot und des Präsidenten der Republik, Lebrun, bestand, verliefen kühl und förmlich. Die französische Revolution ist nicht mehr volkstümlich; die von ihr verkündeten „Menschenrechte" sind dem Volk höchst gleichgültig, obwohl sie in den Schulen offiziell gelehrt werden. Selbst die offiziellen Vertreter der Dritten Republik haben Mühe, die Revolution zu feiern, und müssen deutlich von den Bluttaten dieses Terrorregimes, vom Königsmord und allen anderen Greueltaten jener Epoche abrücken. Die Ieanne-d'Arc-Feier hat dagegen das Frankreich der nationalen Verbände auf die Straße geführt. Die Regierung beteiligt sich seit einer Reihe von Jahren an dieser Feier. Sie ist bei dem Vorbeimarsch der Truppen an dem Denkmal der Jungfrau von Orleans in der Rue de Rivoli anwesend, aber nur so lange, bis der letzte Tank vorbeigerollt ist. Dann fahren die Minister fluchtartig ab, und erst jetzt beginnt der Vorbeimarsch der nationalen Verbände und all der Tausenden von Angehörigen der Jugendorganisationen, mehr und weniger royalistischen Gepräges, welch letztere übrigens vorwiegend unter Leitung von Geistlichen stehen. Der Aufmarsch der nationalen Verbände zeigt im übrigen in seiner Zusammensetzung mehr als alles andere die Z e r f p l i t- terung des französischen Nationalismus, die es den herrschenden Gruppen des parlamentarischen Radikalismus so leicht macht, mit diesen Bewegungen fertig zu werden. Die „Action Franchise", die Sozialpartei des Obersten de La Rocque, die Französische Dolkspartei Doriots, die National-Soziale Partei des schwerreichen Abgeordneten Taittinger — alles das sind Bewegungen, die sich gegenseitig bekämpfen, teilweise sogar sehr heftig. Man kann dies selbst bei einer Gelegenheit wie dem Aufmarsch vor dem Denkmal der Jungfrau von Orleans, der doch im Zeichen der französischen Einheit stehen sollte, deutlich bemerken. Nach dem geltenden Wahlgesetz müßte Frankreich im kommenden Jahre seine Kammer, die Kammer, die im Jahre 1936 im Zeichen der berüchtigten Volksfront gewählt worden ist, neu wählen. Anscheinend beschäftigt sich die Regierung Daladiers ernsthaft mit dem Gedanken, dem Lande in der Zeit der internationalen Spannung, die man gegenwärtig durchlebt, diese innenpolitische Kraftprobe zu ersparen. Man stellt sich auf den Standpunkt, daß die weitgehenden Vollmachten, mit denen die Regierung Daladier vor einigen Monaten vom Parlament ausgestattet worden ist, ihr die Möglichkeit geben, das Mandat der Abgeordneten um zwei Jahre zu verlängern und die Wahlen auf das Jahr 1942 zu verschieben, ein Vorgang, der in der Geschichte der Republik bis jetzt nur während des Weltkrieges einen Präzedenzfall gehabt hat. Auf diese Weise würde man auch auf bequeme Art der Notwendigkeit enthoben werden, in einem Wahlkampf eine klare Stellung zu dem Problem der J8 o I fs f r o n t zu beziehen. Die „neue Mehrheit", auf die sich Daladier stützt, eine Parteigruppierung, die von den Radikalsozialisten bis zur äußersten Rechten geht, ist als solche 1936 vom Land gewählt worden, und man weiß nicht, wie die Wähler sich zu dieser durch die Umstände geschaffenen Gruppierung aussprechen würden, zumal die Wählermafsen durch die Finanzpolitik der Regierung unzufrieden gemacht sind und bei aller Betonung der nationalen Einheit doch den Extremen von links und rechts in die Arme getrieben werden. Inzwischen drängen- sich der französischen Politik in den die Außenpolitik betreffenden Fragen neue Aufgaben auf, an die man nur ungern herangeht. Soll Frankreich die Rolle des Vermittlers zwischen London und Moskau bei den in eine Sack- Ar ashing ton, 29. Mai (DNB.) Die Politik der Regierung der Vereinigten Staaten, in der Frage der Neutralitätsgesetzgebung ist durch zwei Briefe, die der Staatssekretär Hüll an die Vorsitzenden der Außenpolitischen Ausschüsse des Parlaments richtete, klargestellt worden. Hüll geht davon aus, daß das bisher bestehende Waffenausfuhrverbotbeseitigt werden müßte. Er schlägt folgende gesetzliche Regelung vor: 1. Amerikanische Schiffe sollen unabhängig von ihrer Fracht keine Kampfgebiete mehr berühren; 2. Reisen von amerikanischen Bürgern in Kampfgebiete sollen eingef chränkt werden; 3. Ehe Waren an kriegführende Mächte ausge- E. F. Paris, 29. Mai. Bei der Einwechung des neuen Gefallenen-Denk- mals auf dem amerikanischen Kriegerfriedhof in der Pariser Vorstadt Neuilly hielten am Pfingstsonntag Ministerpräsident Daladier und der amerikanische Botschafter Bullitt Ansprachen. Daladier unterstrich wohl den Willen Frankreichs zur Zusammen^ arbeit, drohte aber anderseits, Frankreich werde „mit seiner Freiheit die Freiheit der Welt verteidigen" gegen jeden etwaigen Versuch einer Nation, sich eine Vormachtstellung zu verschaffen. Frankreich verliere trotz der Ungewißheit der Stunde nicht die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens. Diesem Werke weihe es seit Monaten alle seine Kräfte auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet. Es bemühe sich auch — und damit ließ Daladier erkennen, daß seine Rede eine Rechtfertigung der Einkreisungspolitik sein sollte — feine Aktion mit derjenigen aller Völker in Einklang zu bringen, die, wie Daladier es nannte, den Frieden in der Ehre wollten. Der Kongreß der Neusozialistischen Union in Angouleme befaßte sich mit der Außenpolitik Frankreichs. Der Parteivorsitzende Marcel Deal erklärte, die von Frankreich urtb England konstruierte Front der demokratischen Mächte habe insofern Schwächen, als einerseits Jugoslawien außerhalb dieser Front geblieben sei und andererseits die polnische Armee schwere technische Mängel aufweise. Polen müsse in der Danziger Frage umso vorsichtiger handeln, weil es die französisch-englische Garantie habe. Was seine Parole: „Nicht für Danzig sterben" angehe, so wiederhole er, daß weder die Polen noch die Rumänen das gegenwärtige „Sicherheitssystem" — wie es von England aufgebaut worden fei — lösen dürften. Die Entscheidung müsse bei dem englischen und französischen Parlament bleiben. Weiter sagte Deal, er wolle sich auch nicht darüber beklagen, daß man versuche, die Sowjetarmee in dieses Sicherheitssystem einzubeziehen, aber er hege Zweifel über die offensive Wirksamkeit dieser Armee. Außerdem habe er schwere Bedenken wegen der innenpolitischen Folgen der Allianz mit Sowjetrußland. Er fürchte, daß die Kommunistische Partei die Lage ausnützen könnte, um den Staat zu unterminieren und die Allianz mit Sowjetrußland Frankreich in einen Konflikt hineinziehe, der nicht auf feinem Boden entstanden sei. Am Pfingstmontag haben die Anhänger Leon Blums auf dem Sozialistischen Parteikongreß in Nantes eine schwere Niederlage einstecken müssen. Obwohl die Vertreter der Blumschen Richtung — Leon Blum selbst war nicht anwesend — alles aufwandten, um die Annahme eines von der Loire-Federation eingebrachten Antrages zu verhindern, wonach den sozialistischen Parteimitgliedern die Zugehörigkeit zu einer Anzahl von den Kommunisten kontrollierter Organisationen verboten fein soll, wurde dieser Antrag mit 5490 :1761 Stimmen bei 264 Enthaltungen angenommen. Die Aussprache gestaltete sich stürmisch und vermehrte noch die Anzeichen für eine drohende Spaltung zwischen der Richtung Leon Blum und dem antikommunistischen Flügel Paul F a u r e s. Es kommt nun gaffe geratenen Paktverhandlungen übernehmen? Die französische Diplomatie sieht sich mehr und mehr in der Rolle des Gvetheschen Zauberlehrlings, der die Geister nicht mehr bannen kann, die er gerufen hat. Zumindest in den konservativ eingestellten Kreisen der französischen Politik fühlt man sich nicht sehr wohl bei dem Gedanken, daß man, um den an Polen und Rumänien gegebenen Garantien den notwendigen Nachdruck zu geben, gezwungen sein könnte, sich blindlings auf das von Moskau geforderte Militärbündnis einzulassen, das Frankreich und England auf eine Bahn führen könnte, von der man nicht weiß, wo sie endet. Die französische Diplomatie wird wahrscheinlich versuchen, einem Kompromiß zuzusteuern, das den Westmächten nicht völlig die Hände gegenüber Sowjetrußland bindet; aber wenn das in Genf mißlingen sollte, wird man dann den Mut haben, vor der äußersten' Konsequenz zurückzutreten und auf den Paktabschluß mit Moskau zu verzichten? Auch hier, genau wie auf dem finanziellen Gebiet, nähert man sich sichtlich neuen Gefahrenpunkten. Aber es ist nur die Frage, ob man aus alledem die nötige Einsicht ziehen wird. führt werden, soll der Besitztitel an den ausländischen Käufer übertragen werden; 4. Die bestehende Gesetzgebung über Anleihen und Kredite an kriegführende Staaten soll fortgesetzt werden; 5. Din Sammlung von Geldbeträgen zugunsten kriegführender Mächte in Amerika soll geregelt werden; 6. Das gegenwärtige System der Ausfuhr von Munition und Waffen soll fortgesetzt werden. In der Frage des Waffenausfuhrverbots ist Hüll der Auffassung, Amerika könne nicht dadurch dem Kriege ferngehalten werden, daß es zwischen verschiedenen Kategorien des Exports unterscheide. Führende Kreise seien bisher bereits der Auffassung gewesen, daß die Aufrechterhaltung des Wassen- darauf an, ob Leon Blum mit seiner außenpolitischen Entschließung, die im Gegensatz zu Paul Faure den „Widerstand gegen den Faschismus" auch um den Preis eines Krieges verlangt, in der Mehrheit bleiben wird. Mimisches Echo. Der wahre Sinn der europäischen Frage. Rom, 29. Mai. (Europapreß.) Die Rede des französischen Ministerpräsidenten in Neuilly wird in Rom als ein neuer Versuch gekennzeichnet, die europäische Lage zu verfälschen und dem englisch- französischen Einkreisunasblock vor den Augen der Welt ein Alibi zu verschaffen. Der Herausgeber des „Giornale d'Jtalia", Gay da, schreibt, wenn der französische Ministerpräsident erklärt habe, Frankreich sei entschlossen, nicht nur seine eigene, sondern auch di e Freiheit der Welt gegen alle Hegemoniebestrebungen zu verteidigen, so wolle er damit nur über den wahren Kern der europäischen Lage hinwegtäuschen. Es gehe in Wirklichkeit nur um Fragen, die di e vier westlichen Großmächte betrügen, mit der Freiheit der Budapest, 29. Mai (Europapreß). Das vorläufige nicht amtliche Ergebnis des ersten Wahlgangs in Ungarn stellt sich wie folgt dar: Zu vergeben waren 113 Mandate, Für drei Mandate finden am nächsten Sonntag Nachwahlen statt. Die 110 vergebenen Mandate verteilen sich wie folgt: a) Regierungsblock (Regierungspartei 76, Christenpartei 3) zusammen 79 Mandate; b) Rechtsopposition (Pfeilkreuzler 17, Nationalfront 7) zusammen 24 Mandate; c) Linksopposition (Agrarier 6, Sozialdemokraten 1) zusammen 7 Abgeordnete. Im allgemeinen wird festgestellt, daß der überwältigende Sieg der Rechten alle Erwartungen übertrifft. Sowohl die Regierungspartei, als auch die Rechtsopposition haben sich stark gefestigt, währen die Linksopposition völlig zusam- mengebrochen ist. Am auffälligsten ist der starke Vorstoß der Pfeilkreuzler, die anstatt bisher sechs etwa 25 bis 30 Abgeordnete im neuen Parlament haben dürften, zu denen sich bann noch 10 bis 15 andere rechtsoppositionelle Abgeordnete von Splitterparteien gesellen dürften, so daß die Rechtsopposition zusammen mit 35 bis 45 Abgeordneten statt bisher 29 in das Parlament einziehen könnte. Der Regierungsblock dürste feine bisherige Mandatszahl von 130 auf etwa 180 steigern und damit eine mehr als Zweidrittelmehrheit im neuen Abgeordnetenhaus erringen. In die restlichen etwa 40 Mandate dürften sich die links- oppofitionellen Parteien teilen. Man rechnet mit etwa 15 Agrariern, 15 Sozialdemokraten und Liberalen, sowie 10 Parteilosen. Von bekannteren Persönlichkeiten der Regierungspartei wurden m den Einzelwahldet- ausfuhroerbotes nicht wünschenswert sei. Schließlich gab Staatssekretär Hüll der Ansicht Ausdruck, die Bedrohung amerikanischer Staatsbürger würde mit größerer Wahrscheinlichkeit das Land in einen Krieg verwickeln, als alles andere. Aus diesem Grunde müßten die Reisen und der Aufenthalt amerikanischer Staatsbürger in Kriegsgebieten vermieden werden. LlSA. bauen vier il-Boole vom „Squalus -Typ. Washington, 27. Mai. (Europapreß - Funk» sprach.) Während die Katastrophe des Unterseebootes „Squalus" noch immer die amerikanische Öffentlichkeit bewegt, hat das Flottendepartement in Washington den Bau von vier weiteren U-Booten vom Typ der „Squalus" sowie von vier Zerstörern ausgeschrieben. Obwohl die Ursache der Katastrophe des Unterseebootes „Squalus" noch völlig im Dunkeln liegt, erblickt man in diesen Ausschreibungen einen Beweis dafür, daß man in den zuständigen Marinekreisen davon überzeugt ist, daß das Unglück keineswegs auf technische Unvollkommenheiten zurückzuführen ist. Nie Neutralität der Schwei . Zürich, 29. Mai. (Europapreß.) Anläßlich des Tessiner Tages in der Landesausstellung in Zürich erklärte Bundesrat Motta, die internationale Lage bleibe gespannt. Niemand rufe nach dem Krieg, alle beteuerten den Willen zum Frieden, aber keiner möchte sich in unvorbereitetem Zustand überraschen lassen. Langsam und beschwerlich erstehe vielleicht ein neues Gleichgewicht. Die Schweiz höre freudig auf die Versicherungen des Friedens, von welcher Regierung sie auch kämen. Sie bleibe der alten und fruchtbaren Staatsmaxime der uneingeschränkten Neutra- lltät treu. Die Schweizer dürsten nie vergessen, daß Freiheit und Neutralität eine ft r e n g e Disziplin erforderten, damit die Freiheit nicht in Zügellosigkeit aus arte und die Neutralität nicht auf Abwege gerate. Die Verpflichtung, der Schweiz im Falle eines Angriffes Hilfe zu bringen, sei schon in den Verträgen von 1815 niedergelegt. Die sicherste und wirksamste Verteidigung liege aber in den eigenen Waffen. zivilisierten Volker oder gar der ganzen Welt aber nichts zu tun hätten. Die Politik Italiens und Deutschlands ziele nicht auf die Errichtung einer eigenen Hegemonie ab, sondern nur auf eine Revision derin Versailles von Frankreich und Großbritannien geschaffenen V o r h e r r s ch af t. Der Konflikt zwischen den vier Großmächten sei kein Konflikt zwischen Interessen von gleicher Lebenswichtigkeit für alle Beteiligten. Die Raumbedürfnisse Italiens und Deutschlands seien angesichts ihrer ständig zunehmenden Bevölkerung lebenswichtig. Demgegenüber ständen aber Nationen, die einen weit über ihre Lebensbedürfnisse und ihre Arbeitsfähigkeit hinausgehenden Raum besäßen. Die Weigerung, den wirklichen Lebensbedürfnissen anderer mit dem entgegenzukommen, was die Westmächte im Ueberfluß besäßen, könne niemals als Mitarbeit bezeichnet werden. Frankreich und Großbritannien schienen entschlossen, eher eine „verhängnisvolle Explosion des Klassenkampfes zwischen den Nationen" herbeizuführen, als auf einige tausend Quadratkilometer Kolonialgebiet zu verzichten, das nicht bevölkert und noch weniger bebaut sei. zirken am ersten Wahltag einstimmig gewählt: JnneLminister Dr. Kercsztes-Fische2, Justizminister Tasnady Nagy, Kultusminister H o m a n und der Präsident des Abgeordnetenhauses, der stühere Ministerpräsident Koloman D a« rany. Gewählt wurde auch der ehemalige Ministerpräsident I m r e d y. Außenminister Graf Szaky und Landwirtschaftsminister Graf Michael Teleki erkämpften ihre Mandate gegen je einen hungaristischen Kandidaten. Csaky siegte mit 7668 gegen 3995 Stimmen feines Gegners. Unterlegen sind von den Regierungsanhängern in den Einzelwahlen 18 Kandidaten, darunter der Staatssekretär im Justizministerium, Stefan Antal, der von einem Hungaristen geschlagen wurde. Verluste erlitt in der Einzelwahl die linksoppositionelle Agrar-Partei, wobei seihst ihr Parteiführer Tribor Eckhardt dem Regierungskandidaten unterlag. Allerdings wurde er auf einer der Provinzlisten feiner Partei gewählt. Außer Eckhardt find auch fast alle übrigen prominenten Mitglieder der Agrar-Partei geschlagen werden, darunter auch der Sohn Andreas des früheren Ministerpräsidenten Graf Bethlen. Dieser selbst hat sich aus dem politischen Leben zurückgezogen. Insgesamt sind in den Einzelwahlbezirken 43 Agrar-Partei-Kandi- daten unterlegen. Auch die Sozialdemokraten konnten von ihren in den Einzelwahlbezirken ausgestellten Kandidaten keinen einzigen durchbringen. Die Wahlen verliefen im ganzen Lande ruhig. In den Einzelwahlbezirken genügten 40 v. H. der abgegebenen Stimmen für die Erringung des Mandats, während bei den Listenwahlbezirken die Mandate nach der Verhältniswahl der auf die einzelnen Parteien abgegebenen Stimmen verteilt werden. Revision des amerikanischen AeniralMsgesetzes Staatssekretär Hüll für Aufhebung des Waffenausfuhrverbots. politische pfingstfeiertage in Krankreich. Oaladierverieidigi die Einkreisung.-KritikDeais.-IUchtungsstreiibeidenGozialdemokraien Wahlsieg -esRegierungsblockS inllngarn Italiens größte Frauenkundgebung. 70000 faschistische Frauen vor dem Duce. Rom, 29. Mm. (Europapreß.) Die italienische Hauptstadt erlebte am Pfingstsonntag den grüß« ten Frauenaufmarsch, den Italien je gesehen hat. lieber 70 000 Angehörige der faschistischen Frauenverbände und der weiblichen Jugendorganisationen in ihren schmucken Uniformen oder sarben- prächtiaen Volkstrachten versammelten sich auf der Via del Jmpero. 15 000 Frauen und Mädchen marschierten am Duce vorüber, der mit der Thronfolgerin Fürstin von Piemont, Mitgliedern des Großen Faschistischen Rates, der Regierung, der Partei und des Diplo-matifchen Korps sowie einer Abordnung von dreißig BDM. - Grup- p e n unter Leitung der Reichsreferentin Jutta Rüdiger auf einer Ehrentribüne Platz genommen hotte. Auf einer der zahlreichen Tribünen, die mit den Vertretern der faschistischen Parteiorganisationen der italienischen Provinzen besetzt waren, wohnte auch die Gattin des Duce, Donna Röchele Mussolini, in Uniform ats Sekretärin des Fascio von Predappio der Frauenparade bei. Besonderen Beifall der gewaltigen Menschenmenge fanden die Sportlerinnen, die mit ihren Sportgeräten, Tennisschlägern, Rudern, Faust« batten usw. vorbeimarschierten, und die R e i t e r i n« nen in ihrer schneidigen Haltung, vor allem aber auch die in der Ausbildung für den Kolonial« d i e n st stehenden Frauen, die mit Khaki-Uniformen, Tropenhelmen und Gewehren ausgerüstet waren. Mussolini richtete vom Balkon des Palazzo Venezia eine kurze Ansprache an die ihm begeistert zujubelnde Menge. Er erklärte sich sehr befriedigt über den hohen Stand der Ausbildung der faschistischen Frauen und über den glänzenden Eindruck der Parade. Am Nachmittag fand im Forum Mussolini eine große Sportveranstaltung der faschistischen Frauen statt, der der Duce ebenfalls bei* wohnte. marine und Lustwaffe Italiens. Nom, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Senat nahm die Voranschläge der drei Wehrmachtsministerien einstimmig an. Der Staatssekretär im Marineministerium, Admiral E a v a g - nari, erklärte, das Bauprogramm sehe besonders den Ausbau der Unterseebootwaffe und der Klasse der leichten Kreuzer vor. Hinsichtlich der Großkampfschiffe habe Italien nach Fertigstellung der ihrer Vollendung entgegengehen« den Großkampfschiffe „L i t t o r i o" und „Ditto- ri a Veneto" und der im Bau befindlichen Schiffe „3 m p c r o" und „R o m a" vorläufig den gewünschten Stand erreicht. Die Flottenstütz- punkte seien ausgebaut und große Reserven für einen langen Krieg angehäuft. Der Staatssekretär für die Luftwaffe, General Valle, erklärte, nach dem Abschluß des „stählernen Paktes" stehe die italienische und die deutsche Luftwaffe im Vordergrund, denn die Luftwaffe sei in erster Linie eine Stoßwaffe, die im Falle eines Krieges sofort wirksam werde. Deshalb sei es logisch, wenn sich Italien und Deutschland, die her Luftwaffe den größten Antrieb gegeben hätten, sogleich nach Abschluß des Vertrages zu gemeinsamen Besprechungen über die Luftwaffe getroffen hätten. Die Tage, die Staatssekretär Milch in Rom verbracht habe, seien ardeits- und ergebnisreich gewesen. Die' Zusammenarbeit auf diesem Gebiet würde sich in Zusammenkünften weiter entwickeln, da die Luftwaffe schon durch ihr Wesen ha^u bestimmt sei, jeden Einkreisungsversuch zunichte zu machen. 2000 Gasmasken verbrannt. Antienglische Demonstration irischer Extremisten in Belfast. Belfast, 30. Mai. (Europapreß.) In den Straßen von Belfast wurden am Montag- abenh von irischen Extremisten öffentlich mehr als siebentausend Gasmasken verbrannt. Im Verlaufe her Kundgebung kam es zwischen den Demonstranten und Polizeibeamten zu einem Feuergefecht, wobei jedoch niemand verletzt wurde. Die nord- i rischen Behörden sind durch die Kundgebung völlig überrascht worden. Bisher hatten sie immer behauptet, das Heft völlig in der Hand zu haben. Am Montagabend waren jedoch etwa tausend irische Extremisten einer Aufforderung gefolgt, die von einem illegalen Rundfunksender der Extremisten ausgegeben worden war und dazu aufrief, Gasmasken einzusammeln und zu verbrennen. Diese Aufforderung geschah unter dem Schlagwort, die Ausgabe von Gasmasken in Ulster sei ein Symbol englischer Herrschaft in Irland und diene englischer Stimmungsmache. Das Vorgehen der Extremisten erfolgte schlagartig. Systematisch wurden Haussuchungen nach Gasmasken vorgenommen, die dann auf den Straßen mit Petroleum übergossen und angezündet wurden. Die Ruhe kehrte erst wieder, nachdem zahlreiche Polizeikräfte und sogar Panzerwagen eingetroffen waren. Von den irischen Extremisten sind weitere Rundsunksendungen angekündigt worden, die auf einer Mittelwelle zwischen den Sendern Brüssel und Florenz vorgenommen werden sollen. * Am Schluß der letzten Vorstellung am Montagabend wurden in einem Lichtspielhaus in Birmingham mehrere Magnesium-Bomben in den Zuschauer- raum geworfen. Sie richteten jedoch keinen Schaden an. Es konnte verhindert werden, daß unter den etwa 300 Zuschauern eine Panik ausbrach. Die Polizei vermutet irische Extremisten als Täter. Holland und die Mächte. Musscrt fordert bessere Beziehungen zum Reich. Amsterdam, 30. Mai. (DNB.) Am Pfingstmontag fand in Linieren der Landtag der NSB. (Mussert-Bewegung) statt. Auf dem weiten, mit Flaggenmasten geschmückten Heidegelände hatten sich Zehntausende von Anhängern der Bewegung eingefunden. M u s s e r t wandte sich mit allem Nachdruck gegen die judenfreundliche Politik der niederländischen Regierung und der politischen Parteien Hollands. Jahrelang sei gegen den Willen der NSB die Rüstungsstärke Hollands aufs gröblichste untergraben worden. Nun sei ohne wirklichen Grund eine Teilmobilisierung mit unzureichenden Mitteln durchgeführt worden, die dem Lande Millionen und Abermillionen kostete. Dieselben jüdisch-marxistischen Kreise, die früher die holländische Wehrmacht ins lächerliche zu ziehen versuchten, könnten nun nicht laut genug in sogenannter Vaterlandsliebe machen. Mussert kennzeichnete die Auseinandersetzung zwischen internationalem Judentum und Marxismus auf der einen und der Macht der erwachten und der erwachenden Völker auf der anderen Seite. Seit Jahren trete die NSB. für bessere Beziehungen mit dem großen Nachbarlande Deutschland ein. Das holländische Volk sei nun schon seit 1933 in hinterhältigster und gemeinster Weise gegen Deutschland und Italien aufgehetzt worden. Die holländische Außenpolitik orientiere sich vollkommen auf London und Paris. Gute Beziehungen zwischen Deutschland und England bilden jedoch ein Lebensinteresse Hollands. Eine seiner historischen Aufgaben sei es daher für Holland, zwischen diesen Völkern d i e Brücke zu bilden. Die holländische Außenpolitik könne diese Sendung nicht erkennen. Dieser Fehler könne sich einmal rächen. Holland setzt erhöhte Reservistenbereitschast außer Kraft. A m st e r d a m , 27. Mai. (DNB.) Durch Verordnung des Verteidigungsministeriums ist der am 11.April verkündete Zustand der erhöhten Bereitschaft der holländischen Reservisten mit dem 27. Mai außer Kraft gesetzt worden. Die Maßnahme wurde seinerzeit im Zusammenhang Aus der Oer Abschluß des Deutschen Gtudententages. Würzburg, 27. Mai (DNB.) Auf der Schluß- kundaebung des Deutschen Studententages sprach der eRichsstudentenführer Dr. Scheel. Er habe an- geordnet, daß in diesem Jahr 25 000 deutsche Studenten und Studentinnen die Ernte einbringen helfen. Auf die hohen Schulen des Dritten Reiches gehöre bie (Mite der gesamten deutschen Jugend, die sich allein nach den Grundsätzen der Fähigkeit, Würdigkeit und Leistung retrutiere. Das Langemarck-Stubium gebe jedem fähigen Sohn unseres Volkes die Möglichkeit, von Der Volksschule zum Studium zu gelangen. Tausende von Langem arck-Studenten würden in Kürze alljährlich auf die Hochschulen einziehen, lediglich aufgrund ihrer persönlichen Haltung und Leistung. Alle Einrichtungen des Studententumes feien bestimmt, dem großen Erziehungswerk des Führers zu dienen. Nach diesen Grundsätzen erhielten heute bereits in mehr als 1000 Kameradschaf- ten 80 v. H. aller er ft en Seme st er chre nationalsozialistische Prägung. Soldatisch erzogen und diszipliniert einer Mannschaft eingeordnet und mit dem Leben vertraut wisse sich der deutsche Student als Träger einer besonders verantwortlichen Führungsaufgabe. Aus den Kameradschaften erwüchsen auch die neuen Fundamente der deutschen Hochschule. Das studentische Führerkorps müsse in jeder Hinsicht Vorbild sein. Jeder einzelne Studentenführer müsse HI., Arbeitsdienst und Wehrmacht mit Erfolg und Auszeichnung durchlaufen haben. Er müsse seine körperliche Tüchtigkeit durch wiedeicholte Ablegung von Leistungsprüfungen erhalten. Weiterhin müsse er sein Studium zu einem hervorragenden Abschluß führen und ein kompromißloser Nationalsozialist sein. Die Ehre müsse er über alles stellen. Angriffe auf die Ehre der Partei und des Studentenbundes feien Angriffe auf feine persönliche Ehre. Jeder Studentenführer habe zum Dienst für die Bewegung immer und Überall bereit zu stehen und nach dem Gesetz der unbedingten Kameradschaft zu leben und zu handeln. Dieses studentische Führerkorps werde dafür zu sorgen haben, daß der Weg des Studentenbundes immer auf der kompromißlosen Linie der Partei verlaufe. Es gebe für den deutschen Studenten nur eine Be- ehlsstelle: Mols Hitter. Deutschland wird sich durch- etzen, und seine Studenten werden dort zu finden ein, wo der Kampf am heißesten und am schärften geführt wird. Die Zufiandigketten des ASM. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Am 21.12.1938 hat der Führer einen „Erlaß über den Natio- na 1 sozialistischen Reichsbund für Leibesübungen" herausgegeben, in dem es heißt, daß dem NSRL. die Leibeserziehung des deutsche nVolkes obliegt, soweit diese nicht durch den Staat oderdurchdie Partei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände durchgeführt wird. In dem Erlaß des ührers ist weiter festgelegt worden, daß alle beut» chen Gemeinschaften, die zur Pflege der Leibesübungen oder zur Durchführung sportlicher Wettkämpfe gebildet werden, dem NSRL. angehören. Auf Grund dieses Erlasses hat der Reichssport- i ü h r e r nun mit Zustimmung des Stellvertreters Des Führers Durchführungsbestimmungen erlassen. Sie sind in zwei Ausfertigungen erschienen, von denen die eine von SA.-Obergruppenführer von Tschammer und Osten als Beauftragter für die Leibesübungen in der NSDAP, im Stab des Stellvertreters der Führers für die Partei erlassen worden ist, während die andere für den staatlichen Bereich Gültigkeit hat. Es wird festgestellt, was nicht zum Aufgabenbereich des NSRL. gehört. Selbstverständlich gehört der Sport in den Schulen und Hochschulen nicht zum Arbeitsbereich des NSRL., ebensowenig die dienstliche Körperschule in der Partei, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden, in der Wehrmacht, der Polizei, dem Reichsarbeitsdienst und den entsprechenden Organisationen. Diese gilt vielmehr als Leibeserziehung, die durch den Staat oder durch die Partei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände durchgeführt wird. Dagegen gehören alle deutschen Gemeinschaften, die zur Pflege der Leibeserziehungen oder zur Durchführung von Wettkämpfen gebildet sind ober zukünftig gebilbet werben, bem NSRL., auch solche, die von Organisationen des Staates und der Gemeinden ober von ber Partei, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden gebildet sind. Jede Vertretung ber deutschen Leibesübungen gegenüber bem Auslanbe erfolgt entroeber burcf) ben NSRL. ober burcf) seine Vermittlung. Damit ist eine grunb- legenbe Ordnung geschaffen, die einen weiteren ruhigen Aufbau gewährleistet. ISjähriges Reichstagsjubiläum Nr. Fricks. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Generalfelbmarschall Göring sandte als Präsident des Reichstages Reichsminister Dr. Frick zur 15jährigen Wiederkehr. [eines Eintritts in den Reichstag folgendes mit der durchsichtigen englischen Panikmache im Dienste ber Einkreisung getroffen, obwohl nach einer Erklärung des holländischen Ministerpräsibenten bie Nieberlaiü)e von keiner Seite eine unmittelbare Bedrohung befürchteten. Hierdurch werben bie Maßnahmen zur Grenz- und Küstenverteidi- g u n g nicht berührt. Die zu diesem Zweck em» berufenen Reservisten werben nicht entlassen. Griechenland dementiert. Berlin, 25. Mai. (DNB.) Die griechische Gesandtschaft dementiert die Nachricht, wonach in Griechenland eine Teilmobilisierung von drei Jahres- klassen griechischer Reservisten stattgefunden haben soll. Die Kritik, die deshalb im Zusammenhang mit der europäischen Lage an Griechenland geübt wurde, wird daher als völlig gegenstandslos bezeichnet. Auch die Meldung, wonach ein griechisch-bulgarischer Grenzzwischenfall ftattoefunben habe, entbehre jeglicher Grundlage, ebenso auch die Meldungen, wonach seit einigen Tagen in Griechenland große Mengen von englischen und französischen Reisenden zu beobachten seien, — angeblich Offiziere, die ben Auftrag hätten, die Anlage von englisch-französischen Flottenstützpunkten zu betreiben. Auch daß die Sperrung des Kanals von Korinth nicht infolge von Erdrutschen, sondern auf Anraten Englands von der griechischen Regierung verfügt worden sei, entbehre jeher Grundlage. n Reich. Telegramm: „Am heuttgen Tage, an dem Sie, lieber Parteigenosse Frick, vor 15 Jahren Mitglied des damaligen Deutschen Reichstages wurden, um an dieser Stelle als Kämpfer ber Nationalsozialistischen Deutschere Arbeiterpartei für ein neues großes Deutschlanb Ihre Pflicht für Führer und Volk zu tun, gebenfe ich Ihrer in besonders herzlicher Weise. Wir alle wissen, welch nimmermüder Einsatz und welch unerschütterlicher Glaube an bie Idee Voraussetzung war, diese große Kampfzeit mit dem Siege au krönen. Und so beglückwünsche ich Sie persönlich wie auch im Namen aller Mitglieder des Großdeutschen Reichstages auf das herzlichste und bin in alter getreuer Kampfverbundenheit und mit Herl Hitler! stets Ihr Hermann Göring." Reichsminister Lammers' 60. Geburtstag. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Chef der Reichskanzlei, ^-Gruppenführer Reichsminister Dr. L am- mers, konnte zu seinem 60. Geburtstag eine Fülle von Glückwünschen entgegennehmen. Der F ü hrer selbst hat seinem „hervorragenden Mitarbeiter und Berater" eine prachtvolle, in Bernstein gefaßte Silberkassette mit eingravierter handschriftlicher Widmung zum Geschenk gemacht und persönlich übergeben. Sie enthält eine Sammlung von Aufnahmen, die Minister Lammers zusammen mit dem Führer bei seinem vielseitigen Wirken um bie Neugestaltung bes Reiches zeigen. Zu ben ersten Gratulanten gehörten bie Ministerialdirektoren Dr. Meerwald und Dr. Kritzinger, die zusammen mit den Re« ferenten der Reichskanzlei und Vertretern der Beamten, Angestellten und Arbetter ihrem Vorgesetzten unter Ueberreichung eines Del gemäß) es von ber Dienststelle der Reichskanzlei in Berchtesgaden ihre herzlichsten Glückwünsche aussprachen. Den großen Geburtstagstisch deckte bald eine zwischen herrlichen Blumen aufgebaute reiche Fülle von Geschenken. Reichsminister Ruft hatte ein Prachtwerk „Wiener Straßenbilder im Zeitalter des Rokoko" überbringen lassen, Reichsminister Dr. Goebbels einen Feldstecher für die Jagd, die deutschen Verwaltungsaka« bemien übersandten ein Service aus Meißner Porzellan. Große Freude bereitete dem Minister auch das Geschenk der Reichsjugendführung, ein Schall- Film-Abspielgerät mit der Rede, die er wenige Tage zuvor auf dem Reichsführerlager der HI. in Braunschweig gehalten hatte. Längere Zeit verweilte unter den Gästen auch eine Abordnung des Altherrenver- bandes der ehemaligen Breslauer Studentenverbin- bung „Wratislawia , in der der Minister während seiner Studienzeit aktiv war, und eine Abordnung her Kameradschaft „Clausewitz" des NS.-Deutschen Studentenbundes. Der Oberbürgermeister ber Stadt Breslau hatte dem Minister eine Sammlung von Drucken kunstvoller Ausschnitte von Figuren und Türfriesen am Breslauer Rathaus zur Erinnerung an die dortige Studienzeit übersandt. Ein großer Freundeskreis aus Berchtesgaden gedachte des Tages mit praktischen heimatlichen Erzeugnissen. * Reichsminister Dr. Lammers teilt mit: „Zu meinem 60. Geburtstage sind mir aus allen Kreisen des deutschen Volkes unzählige G l ü ckwü nsche zugegangen. — Da es mir bei ber Fülle ber Glückwünsche unmöglich ist, jebem einzelnen persönlich zu danken, bitte ich alle diejenigen, die meiner freundlichst gedacht haben, auf diesem Wege meinen aufrichtigen Dank entgegenzunehmen." Nie Wehrerziehung der Angehörigen des Roten Kreuzes. Der Reichsminister des Innern gibt bekannt: Nach Entscheidung des Führers gelten für die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung ber Angehörigen des Deutschen Rotes Kreuzes folgende Richtlinien: „1. Die Wehrerziehung und Prüfung zum SA.- Wehrabzeichen ber Angehörigen des DRK. erfolgt innerhalb des DRK. nach ben für bie SA. geltenden Richtlinien. 2. Die Angehörigen bes DRK. finb nicht in die SA.-Wehrmannschaften einzugliedern. Sie erfahren ihre Wehrertüchtigung nach den für die SA. geltenden Richtlinien und auf der Grundlage des SA.-Wehrabzeichens i m D R K." Ein Jahr Zörderungsgemeinfchast für die Landjugend. Am 1. Mai 1938 rief ber Reichsbauernführer im Einvernehmen mit bem Reichsjugendführer die För- berungsgemeinschaft für bie Lanbjugenb ins Leben, der es gelungen ist, im ersten Jahre ihres Bestehens einen großen Teil ländlicher Jugend auf ihrem Ausbildungsweg zu unterstützen. Der Fürberungsgemein« schäft sind bisher 3394 Personen und Unternehmen beigetreten, die 230 000 RM. Förderungsbetrag aufgebracht haben. Von den bisher bearbeiteten Förderungsanträgen wurde bei 34 Prozent der B e - such einer höheren Fachschule ermöglicht. 28 Prozent wurden bei ber Einrichtung einer Neu - bauern ft eile unterstützt, bei 16 Prozent konnte eine Existenzgrünbung ermöglicht werben, und 14 Prozent aller Geförderten konnten eine Fachschule besuchen. Außer den Mitteln zur Ausbildung gewährt die Förderungögemeinschaft auch Darlehen an Neubauern, die aus eigenen Mit- teln keinen eigenen Hof erwerben können. Bei den Geförderten handelt es sich fast ausschließlich um kinderreiche Familien. Gas und Wasser. Das deutsche Gas-undWasserfach hielt seine Jahrestagung in Wien ab. Auf ber Tagung der Gassachgruppen teilte Direktor Behrens (Kiel) mit, daß die Gaserzeugung im letzten Jahr auf mehr als 24 Milliarden Kubikmeter em=» porgeschnellt ist. Der Gasabsatz betrug nach Ab- . zug bes Eigenverbrauchs der Werke 14,3 Milliarden Kubikmeter. Gegenüber 1932 ist ein 21 n ft i e a von 18 5 v. H. zu verzeichnen. Wir stehen im 2Iusbau eines Reichsgasnetzes erst noch im Anfang ber Erfüllung größerer Aufgaben. In ber Wärmeversorgung ber Betriebe und in ber Sieblungsversorgung sind weite Gebiete bisher noch nicht erschlossen. Ferner bedarf es der allgemeinen Einführung abnehmerorientierter Gastarife, als deren zweckentsprechender Typ der Regelverbrauchstarif gelten kann. Das Ziel soll für ben Verbraucher eine wirkliche Verbilligung der Gaskosten sein. In der Fachtagung Wasser berichtete Direktor Kasper. Die Wasserförderung betrug in den 100 größten Städten des Altreichs in den letzten Jahren durch- fnchittlich 1446 Millionen Kübikmeter. Zu den vordringlichen Aufgaben der Wasserwirtschaft gehört die zentrale Versorgung, die zugleich ein unentbehrliches Mittel zur Bekämpfung der Landflucht und zur Entlastung der Landfrau darstellt. Auch für die Planung neuer Siedlungen und In« dustriegebiete ist die Wasserversorgung ausschlaggebend. Oer Arbeitseinsatz der Gefangenen. Der Mangel an Arbeitskräften hat dazu geführt, daß die Anträge auf Ueberlaffung von Gefangenen für Unternehmen, die bisher nicht ober nur teilweise mit Gefangenen gearbeitet haben, immer zahlreicher werden. Zur Sicherung der von der JustiAverwaltung übernommenen großen Vorhaben, zu denen neben Bodenverbesserungsarbeiten ber Bau der Ostmark-Straße und Elbe-Regulierungs« arbeiten gehören, hat der Reichsjustizminister, klar« gestellt, bei welchen besonders vordringlichen Arbeiten künftig Gefangene nur noch eingesetzt werden würden. Hierzu gehören auch Vorhaben, die mit der S i ch e r st e l l u ng der Ernährung Zusammenhängen, die Beschäftigung in Ziegeleien und Steinbrüchen, bet der Torf- und Kiesgewinnung usw. Die Beschäftigung im Straßen-, Wege - un d Kana lb au ist auf solche Vorhaben zu beschränken, die mit den vordringlichen Aufgaben Zusammenhängen. Der Einsatz ber Gefangenen bei den im Gange befindlichen Außenarbeiten soll sofort über- prüft werden, ob unb wie viele Gefangene für vor» drinalicktere Arbeiten abgezogen werden können. Oie Blockade der chinesischen Küsie. Schanghai, 29. Mai. (Europapreß.) Zu den verschiedenen Durchsuchungen ausländischer Schisse erklärte der Sprecher der japanischen Flotte, die Blockade der chinesischen Küste betreffe nur chinesische Schiffe. Eine Wiederholung von Durchsuchungen, wie im Falle des britischen Dampfers „Ranpura", sei unwahrscheinlich. Jedes Schiff, dessen Nationalität eindeutig feststehe und von dem nicht anzünehmen sei, daß es eine in japanfeindlichem Sinne zur Verwendung kommende Fracht mitsühre, fei grundsätzlich von einer Durchsuchung f r e i g e ft e 111. Das Vorgehen Japans fei baburd) zu erklären, bnß vielfach Mißbrauch mit fremden Flaggen getrieben worden fei. Die Blockade, die Japan über die Insel Kulangsu, die internationale Niederlassung von Amoy, verhängt hat, beginnt bie Versorgungslage in Kulangsu bereits kritisch zu gestalten unb die Lebensmittelpreise außerordentlich in bie Höhe zu treiben. Der ,/DaiIp Telegraph" meint, baß, falls Japan keine zufriebenstellenbe Antwort auf ben Protest bes britischen Kommandierenben der China« Station geben sollte, England in schärferer Form antworten werde. Die rechtliche Seite ber Blockade werbe sorgsam geprüft, ehe man ben britischen Botschafter in Tokio beauftrage, wegen dieser Streitfrage bei ber japanischen Regierung vorstellig zu werden. Schweres Gefecht an der mandschurisch-mongolischen Grenze. Tokio, 29. Mai (DNB.) Arn Buinoor griffen am Sonntag erneut mongolische Truppen, unterstützt von mechanisierten Einheiten und über 100 Flugzeugen, ben Grenz'bezirk Nomonhan an, würben jeboch von vereinigten japanisch-mandschurischen Kräften mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Die japanischen Flieger schossen über 40 außen- mongolische Maschinen ab. Angesichts ber durch die Grenzverletzungen gespannten Lage protestierte das Außenami von Mandschukuo schärf- stens bei ber Regierung ber Außenmongolei unb forberte bie sofortige Zurückziehung ber mongolischen Truppen aus bem Grenzgebiet. Die Verlautbarung der Kwantungarmee besagt, daß der japanisch-mandschurische Grenzschutz vom Recht der Selbstverteidigung Gebrauch gemacht habe, nachdem trotz des kürzlichen Protestes Hsingkings die außenmongolischen Truppen die Grenze weiter, sogar unter Einsatz von Flugzeugen und Tanks, über« schritten hätten. „Tkyo Asahi Schimbun" bezeichnet ben außenmongolischen Uebergrrff als einen Störungsversuch Moskaus, ber auf Japan in Zusammenhang mit dem demonstrativ antijapani« sehen Verhalten der Demokratien in Kulangsu einen Druck ausüben soll. ♦ Am Zusammenfluß des Ussuri, ber zwischen bem Amur und dem Chankasee die Ostgrenze Mandschukuos gegen das Sowjetgebiet bildet, und bem Nor« Fluß kam es in ber Nähe ber Stadt Tunganchen zwischen einem mandschurischen und einem sowjetrussischen Kanonenboot zu einem mehrstündigen Gefecht, wobei das mandschurische Kanonenboot schwer beschädigt wurde. Das Außenamt Mandschukuos hat beim sowjetrussischen Generalkonsul in Chardin schärftten Protest eingelegt. Vie italienischen Freiwilligen vor der Heimfahrt. Madrid, 30. Mai. (Europapreß.) Die italienischen Freiwilligen werden Spanien am Mittwoch verlassen. Sieben Dampfer liegen für sie in Cadiz bereit. Hier sind auch bereits die italienischen Freiwilligen zusammengezogen worben. Zu ihren Ehren hat Cadiz ein Festkleid angelegt. Auf der Straße, die zum Hafen führt und auf der noch einmal die italienischen Freiwilligen vor General Queipo de Llano vorbeimarschieren werden, sind Triumphbögen errichtet und mit Lorbeer ge- schmückt worden. Zusammen mit den Heimkehrern werden sich auch mehrere spanische Verbände als Gäste Italiens nach Rom begeben, um dort an der Siegesparade teilzunehmen. Die Flaggen der deutschen Legion auf der KdF.-Flotte. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Befehlshaber der aus Spanien zurückkehrenden deutschen Legion, Generalmajor von R i ch t h o f e n , hat an Reichsleiter Dr. Ley nachstehendes Telegramm gerichtet: „In Bewunderung der von Ihnen geschaffenen „Kraft-durch-Freude"-Flotte und vor allem Ihres Flaggschiffes hat die deutsche Legion stolz ihre Flaggen für die Heimreise auf den prächtigen Schiffen gesetzt." — Dr. Ley hat mit folgendem Telegramm geantwortet: „Für Ihr Telegramm vom „Kraft-durch-Freude"-Flaggschiff „Robert Ley" danke ich Ihnen. Ich wünsche Ihnen und allen deutschen Kameraden eine glückliche Heimfahrt auf unseren schönen ,Kraft-durch-F re ude"- Schiffen. Diese Fahrt der deutschen Legion auf unseren ,Kraft-durch-Freude"-Schiffen bestätigt aufs neue die enge Verbundenheit von Soldaten und Arbeitern im Deutschland Adolf Hitlers." Kleine politische Nachrichten. Um den Führern und Männern des N S K K. nach monatelangem harten und pflichttreuen Einsatz, insbesondere während des Sudetenkampses, eine Zeit der Ruhe und Entspannung zukommen zu las- sen, hat Korpssüdrer Hühnlein für die Zeit vom 1. brtz 21.3uli 1039 einen Urlaub für das gesamte NSKK. angeordnet. * Der deutsche und der italienische Regierungsaus- schuß für die deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen haben in Berlin alle Fragen geregelt, die die Einbeziehung des Protektorats Böhmen und Mähre» in die deutsch-italienischen Vereinbarungen über den Handels- und Zahlungsverkehr zwischen den beiden Staaten betreffen. Hierbei ist sichergestellt worden, daß der Handelsverkehr zwischen dem Protektorat und Italien sich in Zukunft wesenllich enger gestalten wird als früher die Wirtsebastsbe- ziehungsn zwischen Italien und der tschecho-slowcrki- schen Republik. ♦ Generalfeldmarschall Goring hat als Präsident der Deutschen Akademie der Lustfahrtforschung den Staatssekretär der italienischen Luftfahrt, General Valle, zum Ehrenmitglied und den General der Flieger, Senator Ferrari, zum außerordentlichen Mitglied der Akademie ernannt. Beide sind aus der Lustfahrttechnik hervorgegangen und besitzen akademische Grade. General Ferrari ist Leiter der Forschungsanstalt Guidonia und Ches des Ingenieur-Ofsizierkorps der italienischen Luftwaffe. * Der König und Kaiser Viktor Emanuel III. hat Staatssekretär Generaloberst Milch das G r o ß ° kreuz des Mauritiusordens verliehen. Auch die Offiziere der Begleitung des Staatssekretärs haben hohe Auszeichnungen erhalten. * Reichsjustizminister Dr. Gürtner ist in Rom eingetroffen, wo sich der italienische Justizminister S o l m i zur Begrüßung eingefunden hatte. Der Reichsjustizminister wird am Dienstag in italienischer Sprache einen Vortrag über das neue deutsche Strafrecht halten. * Reichsarbeitsführer Hierl traf in Begleitung von fünf höheren Beamten i n R o m ein. Auf dem Bahnhof wurde er vom Unterstaatssekretär im Landwirtschaftsministerium T a s s i n a r i, dem Kommandanten der Forstmiliz, General A g o st i n i und dem Leiter der Meliorationsarbeiten I a n d o l o empfangen. Die deutsche Botschaft gab ein Essen. Hierl besuchte den Parteisekretär Starace und Außenminister Graf Ciano. Der König und Kaiser Viktor Emanuel III. hat seine Zustimmung zu der Verlobung des Herzogs von S p o l e t o mit der Prinzessin Irene von Griechenland gegeben. Der Herzog ist ein Vetter des Königs und der zweitälteste Sohn des verstorbenen Feldmarschalls Herzogs von Aosta sowie ein Bruder des Vizekönigs von Abbessinien. Er ist 39 Jahre alt, Konteradmiral der italienischen Flotte und Mitglied des Senats. Prinzessin Irene ist eine Tochter des verstorbenen Königs Konstantin und eine Schwester des jetzigen Königs von Griechenland. In Medina del Campo veranstaltete die Fra u e n- schaft der Falange eine Kundgebung vor dem Caudillo. 11 000 Frauen aus allen Teilen Spaniens, sämtliche Falange-Führerinnen mit Mar Primo de Rivera an der Spitze, der Leiterin des Sozialen Hilfswerkes Bachiller sowie mehrere ausländische Abordnungen, darunter als Vertreterin der Reichsfrauenschaft Frau Dr. Paul, nahmen teil. * Der Wirtschaftsrat des Balkanbundes, der zu seiner 7. Sitzung in Bukarest zusammengetreten war, hat seine Arbeiten nach zehn Tagen abgeschlossen. * Rach einer Fahrt durch Britisch-Columbia ist das englische Königspaar am Montagnachmü- tag in Vancouver eingetroffen. Der Empfang in diesem k anodischen Industrie-, Handels- und Schisfahrtszentrum vollzog sich in der gewohnten Weise. Rach einer Veranstaltung der Stadtverwaltung fand ein Frühstück statt. In den Abendstunden wurde die Fahrt an Bord der „Princeß Marguerite" nach Victoria auf der Insel Vancouver fortgesetzt. * Angesichts der Ablehnung ihres Vorschlages auf Revision der Verfasiung hat die dänische R e - g i e r u n q beschlossen, den Reichstag zu Mitt- woch einzuberufen. Staatsminister Stauning wird eine Erklärung über den Ausfall der Volksabstimmung abgeben. Bei der Nachprüfung des Sttmm- ergebnisfes vom 23. Mai hat sich gezeigt, daß über 52 v. H. der Wählerschaft Stimmenthaltung geübt haben. lieber den neuen holländischen Flöt', tenplan erfährt das „Allgemeen Handelsblad , daß der Bau von d r ei Schlachtschiffen durchgeführt werden soll. Die Schiffe sollen m Holland gebaut werden. ft: irischastsfront im" ft: esten. Das Saargebiet seit der Rückgliederung. — Schwierige Umstellung. Don unserem G. Th.-Korrespondenien. Saarbrücken, im Mai 1939. Mehr als 420 Menschen wohnen im Saargebiet auf einem Quadratkilometer. Der Reichsdurchschnitt beträgt 1311 Wenn der Führer in seinen Reden gerade unter Berufung auf die große Bevölkerungsdichte Deutschlands immer wieder dargelegt hat, wie unerläßlich die Erfüllung der Lebensansprüche einer solchen volkreichen Nation auf engem Raume ist, so zeigen die erwähnten Zahlen, wie empfindlich das Saargebiet als Wirtschaftsorganismus sein muß. Seine Schwierigkeiten sind aber von jeher noch durch die politischen Geschicke des Landes vermehrt worden. Seit Jahrhunderten war das Saarland eine Interessensphäre zweier Großmächte. Das hat naturgemäß seiner Entwicklung das Gepräge der Unsicherheit und der Hemmungen gegeben, und besonders in der Nachkriegszeit sind eben wegen der politischen Lage des Landes die beiden Hauptträger seiner Wirtschaft, Bergbau und Schwerindustrie, bis zur Rückgliederryib nicht auf ihre volle Leistung gekommen. Frankreich hat damals nichts für die Stärkung der saarländischen Wirtschaft aufgewendet. Schon aus diesem Grunde war es zu erwarten, daß die Rückgliederung des Gebietes grundlegenden Wandel schaffen mußte. Mit der Rückkehr des Saargebietes zum Reich wurde die bis dahin offene Grenze zwischen Saarland und Frankreich geschlossen. Die französischen Absatzgebiete fielen mit einem Schlage weg, ohne daß in Deutschland sofort ein entsprechender Abnehmer für die Erzeugnisse des Saarlandes vorhanden gewesen wäre. Es kam hinzu, daß sich die Saar bei der Rückgliederung einer gänzlich neuen Entwicklung gegenüber sah, die sich seit 15 Jahren im Reiche bereits vollzogen hatte, ganz abgesehen von der Eingliederung in die seit 1933 in Deutschland aufgebaute Wirtschafts-, Sozial- und Steuergesetzgebung, die durch gewisse Übergangszeiten allerdings erleichtert wurde. Wenn trotzdem der Ueber- gang rasch und reibungslos vonstatten ging, so lag das hauptsächlich an der schnellen Auf- nahmebere i tsch ast des deutschen Marktes für die saarländischen Erzeugnisse sowie an der Lockerung der französischen Grenzsperre. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Saar mit Lothringen besteht seit der Rückgliederung naturgemäß nicht mehr in der früheren Höhe, aber dafür werden die saarländischen Produkte immer mehr in Deutschland aufgenommen. Mit der Ueberleitung der Interessen vom französischen zum deutschen Markt traten aber auch noch andere Schwierigkeiten auf. Eine davon war die Kapitalversorgung. Der private Bergbau hatte Verluste an seinen Kohlen-, Kalk- und Erzgruben in Frankreich, die auf etwa 40 Mill. Mark veranschlagt wurden. Der Kapitalbedarf der Wirtschaft steigerte sich ferner dadurch, daß auch der Handel zunächst gewisse Verluste durch Betriebseinschränkungen und Absatzstockungen auf sich nehmen mußte. Die Kleineisenindustrie des Saargebietes verlor über 60 v. H. ihres Absatzes, wahrend die bisherigen Abnehmer der Blechwarenfabrikation fast zu 90 v.H. jenseits der Grenze wohnten. Aehnlich lagen die Dinge für die Möbel-, Emaille- und Schuhwarenfabrikation. In dieser Lage hat das Reich die notwendige Hilfe gebracht. Mit Unterstützung eines 4-Millionen-Kredits ist es gelungen, die gefährdeten Betriebe dieser Wirtschaftszweige Aus all Die Aufgaben der deutschen Apotheker. In Münster begann die Frühjahrstagung der Reichsapothekerkammer, an der auch der Reichsapothekerführer Dr. Schmierer teilnahm. Bei einem Empfang umriß der Reichsapothekerführer die Aufgaben der deutschen Apo- thekerschast. Eine wichtige Funktion habe der Apotheker im Kampf gegen den Mißbrauch der Arzneimittel. Dieser Kampf richte sich gegen solche Hersteller, die mit einem großen Aufwand an Reklame oft schädliche oder untaugliche Mittel vertreiben. Der Redner warnte vor den drei im Dolkskörper vorhandenen Süchten nach Rauschgift, Genußgift und Arzneigift.' Die Rauschgiftsucht sei heute fast verschwunden, die Genußgiftsucht müsse man durch Aufklärung über Tabak, Kaffeegift usw. bekämpfen. Die Bekämpfung der Arzneimittelsucht sei eine der wichtigsten derzeitigen Aufgaben der Gesundheitsführung. Hier sei noch eine gewaltige Erziehungsarbeit zu leisten. Die Farbenchemiker lagen in Innsbruck. Vom 23. bis 27. Mai fand in Innsbruck die 22. Tagung des Internationalen Vereins der Farbenchemiker statt. Namhafte Fachleute hielten wisienschaftliche Vorträge. Außer den Teilnehmern aus allen deutschen Gauen waren viele Fachleute aus dem Ausland anwesend. Tagung der wissenschaftlichen Akademien des NSD.-Dozenlenbundes. Dom 8. bis 10. Juni findet in München die erste Tagung der wissenschaftlichen Akademien des NSD. - Dozentenbundes statt, auf der namhafte Gelehrte aus dem Reich sprechen werden. Eingeleitet wird die Veranstaltung mit einem Festakt in der Aula und durch eine Begrüßungsansprache des Reichsdozentenführers, ff» Brigadeführer Professor Dr. Schultze, die Festrede hält Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner. Die wissenschaftlichen Vorträge, die von Mitgliedern der wissenschaftlichen Akademien des NSD.- Dozentenbundes in Kiel, Göttingen und Tübingen bestritten werden, sollen einen lieb erblick über die bisherige Arbeit der Akademien geben. Es werden Vortrage gehalten aus den Gebieten der Philosophie, Vorgeschichte, Volkskunde, Volkswirtschaft, Technik, Medisin und Rassenkunde, die den Stand der Forschung in den Akademien darlegen werden. Goethemedaille für Professor Hermann Jansen. Der Führer hat dem Städtebauer Professor Dr.- Ing. e.h. Hermann Jansen in Berlin-Grunewald aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Jansen mürbe am 28. Mai 1869 in Aachen geboren, wo er an der Technischen Hochschule Architektur studierte. 1897 siedelte er nach Berlin über, wo er zunächst beim Magistrat tätig war, sich später selbständig machte und (seit 1925) als ordentlicher Professor für Städtebau an der Technischen Hochschule wirkte. Jansen hat sich als Architekt und vor allem als neuzeitlicher Städtebauer einen auch über Wasser zu halten, aber seit Anfang des Jahres 1938 konnte sich die Saarwirtschaft aus eigener Kraft weiterhelfen. Wenn heute bereits mehr als ein Drittel des erwähnten Kredites amortisiert worden ist, so legt das ein gutes Zeugnis für die Leistungsfähigkeit der unterstützten Wirtschaftsbetriebe ab. Trotz aller dieser Uebergangsschwierigkeiten haben die Leistungen der privaten Wirtschaft, insbesondere der Industrie und des Bergbaus, eine stete Aufwärtsentwicklung gezeigt. Der saarländische Bergbau, der größte Arbeitgeber im Revier, hatte im Jahre 1936 eine Steinkohlenförderung von 11,7 Mill. Tonnen, die auf 13,4 Mill. Tonnen im Jahre 1937 und auf 14,4 Mill. Tonnen 1938 angestiegen ist. Der Anteil der Saar an der Steinkohlenförderung des Reiches betrug vor zwei Jahren 7,2 v. H. und 1938 sogar 8 v. H. Die Erzeugung von Roheisen war 1938 um etwa 23 vom Hundert höher als im Jahre 1935. Bei Stahl betrug diese Steigerung etwa 21 v. H. Nun ist zwar die Erzeugung der deutschen Eisenhütten insgesamt in dieser Zeit um etwa 40 v. H. gestiegen, aber angesichts der oben erörterten Hemmungen der Ucbergangszeit ist der Fortschritt der saarländischen Produktion sehr hoch zu bewerten. Die Saarwirtschaft ist der Auffassung, daß das Saarland als Eckpfeiler der westlichen Wirtschaftsfront ganz besonderer Pflege bedarf, und die Fortschritte, die sie bis heute bereits gemacht hat, lassen an einem neuen Aufstieg nicht mehr zweifeln. Der Heb er gang vom westlichen zum östlichen Absatzgebiet hat für das Saargebiet natürlich wichtige Verkehrs - und Frachtenprobleme auf- geworfen. Es muß vor allem gelingen, eine möglichst kurze Verbindung mit dem neuen Absatzgebiet zu erhalten. Das Projekt eines Kanalweges von der Saar zum Rhein steht dabei im Vordergrund. Es handelt sich nicht nur um einen sehr kurzen, sondern auch sehr billigen Transportweg, der der saarländischen Industrie und dem Bergbau helfen soll, die Märkte in Süddeutschland und den östlichen Nachbarstaaten wiederzugewinnen, die sie in bar Vorkriegszeit einmal hatte. Die geplante Wasserstraße, die für 1200-Tonnen-Schiffe ausgebaut wird, soll von Saarbrücken aus quer durch das Saarland und die Pfalz nach Mannheim führen und durch einige Stichkanäle die in der Nähe liegenden Industrie-Zentren anschließen. Der Meinungsstreit über die Rentabilität einer solchen Wasserstraße und über die Konkurrenz zwischen Kanal und Schienenweg, über Sonder- torife, Anfahrtsstrecken usw. ist überwunden, so daß heute die Ausführung des Planes in den maßgebenden Wirtschaftskreiftn uneingeschränkt gefordert wird. Dabei wird vor allem die Gleichberechtigung mit dem Ruhrbergbau betont, denn die Ruhrkohle verfügt über vorzügliche Wasserwege. Ebenso wird bas Argument der Arbeitsbeschaffung für di-esen Kanalbau, der rund 300 Mill. Mark kosten soll, ins Feld geführt, weil damit die Vollbeschäftigung der saarpfälzischen Wirtschaft auf lange Zeit hinaus gesichert ist. Auch würde dann der für die saarländische Wirtschaft notwendige Frachtvorsprung gewonnen werden, und Industrie und Handel wurden mit neuem Leben erfüllt. Ein großes Ziel deutscher Grenzl-andpolttik wäre dann erreicht: eine starke und widerstandsfähige Wirtschaftsfront im Westen! er Wett. im Auslande hochgeschätzten Namen gemacht. Sein Generalbebauungsplan für Groß-Berlin (1910) wirkte bahnbrechend; zahlreiche Stadtbebauungspläne folgten, so für Dresden, Köln, Leipzig, Wies- baden und viele andere Städte. Im Auslande wird seit 1930 der Generalbebauuungsplan für Ankara unter Jansens Leitung durchgeführt; zu nennen sind ferner die mit dem 1. Preise ausgezeichneten Pläne für Madrid (1931) und für Stambul. Grundprinzipien in Jansens Städtebauplänen sind möglichste Auflockerung, Randbebauung mit großen Jnnen- höfen und Schaffung von Kleingärten. Fernsehsender in München, Nürnberg, Hamburg und Wien. Der Präsident der Reichspostforschungsanstatt, Gladenbeck, teilt im Münchner „V. B." mit, daß in München, Hamburg, Nürnberg und Wien Fernsehsender geplant sind, unb daß diese Orte als nächste eine Fernsehkabelverbindung mit Berlin erhalten, wenn die im Bau befindlichen Fernsehsender auf dem Brocken und auf dem Feldberg in Betrieb sind. Sämtliche Fernsehsender werden zu einem Programm zusammengeschaltet, in dem auch wichtige Tagesereignisse als Bildbericht übertragen werden sollen. Luftschutz für kunsidenkmäler in Italien. Der Schutz von Baudenkmälern und Kunstschätzen bietet in Italien besondere Schwierigkeiten. Aus diesem Grunde hat der Kriegsminister eine Anordnung veröffentlicht, die den Titel trägt „Istruzioni sulla protezione antiaerea“ (Anweisungen über den Luftschutz). Sie enthält zunächst den Auftrag, eine Zusammenstellung der Kunst- und Kulturschätze in den einzelnen italienischen Provinzen anzulegen, wobei ortsbewegliche und ortsfeste zu unterscheiden sind. Daran anschließend soll eine Untersuchung durchgeführt werden, in welcher Weise am besten ein Schutz der Kunstschätze gegen feindliche Fliegerbomben durchgeführt werden jann. Fünf deutsche Schüler beim Baden im kattegatt ertrunken. Im Larchschulheim der deutschen St.-Petri-Schule in Kopenhagen, das bei Lumbsaas auf Sjaellands Odde gelegen ist, hat sich am Sonntag ein schweres Unglück ereignet. Fünf Schüler, die sich während der Pftngstferien mit anderen Kameraden und Lehrern in dem aLndschulheim aufhielten, sind beim Baden im Kattegatt ertrunken. Der Erlaubnis des Auffichtführenden, des Direktors Dr. M a y- w a ld, entsprechend, waren 16 Knaben durch den Sonderupwald zum Kattegatt gegangen, um dort zu baden. Nur elf von ihnen kehrten zurück. Die fünf anderen fielen der starken Strömung zum Opfer. Das Unglück hat alle Deutschen in Dänemark in tiefe trauer versetzt. Die Hitler-Jugend hat ihre Psingstlager abgebrochen. Von den fünf Opfern ist bisher erst eines geborgen worden. Aus den Darstellungen von Augenzeugen geht hervor, daß sich an dem seit Jahren benutzten und nie als gefährlich befundenen Badeplatz plötzlich eine reißend e Strömung zeigte. Daß das Unglück sich nicht noch verheerender auswirkte, ist der treuen Karne- Letzte Sportnachrichten. Internationale pfingstregatta in Ostende. Die seit nahezu zehn Jahren gepflegte Kameradschaft der westdeutschen Rudervereine mit den belgischen und englischen Regatta-Verbänden fand an den Pfingsttagen mit der großen internationalen Regatta in Ost ende ihre Fortsetzung. Nach den schönen Erfolgen des Kölner Clubs für Wassersport in den Vorjahren gelang es den Kölner Ruderern diesmal nicht, während der zweitägigen Veranstaltung einen Sieg zu erringen. Ihren Höhepunkt erreichte die Regatta ain Montag mit dem Rennen des Senior-Achters, das von dem Boot des Thames Rowing Club London mit -1/* Länge im Endspurt gewonnen wurde. Das Kölner Boot behauptete sich gegen die Engländer bis 200 Meter vor dem Ziel, fiel dann aber dem ungeheuren Tempo zum Opfer. Hannover 96 in Jugoslawien. Mit recht gutem Erfolg beteiligte sich der deutsche Fußballmeister Hannover 96 am Turnier des vor 20 Jahren begründeten SC. Jugoslawie Belgrad. Gegen die Elf des Gastgebers verloren die Niedersachsen knapp mit 3:4 (0:0) Toren, nachdem sie Mitte der zweiten Halbzeit noch WWWMM bringt rasche Hilfe Togatk ^Kopfschmerzen Schmerzen unb in hartnäckigen Fällen. Keine unangenehmer« Nebenwirkungen! Keine Gewöhnung! In allenApolh.M 1.24. Cs wirkt prompt schmerzlö- senb, auch bei krampfhafter, 2:1 geführt hatten. Malecki (2) und E. Meng schossen die drei Trester. Am Meilen tag gelang den Hannoveranern dann vor 20 000 Zuschauern einen 3:2- (2:1)-Sieg über den Landesmeister Belgrader SK. Malecki hatte die beiden ersten Tore geschossen und in der Schlußminute gelang E. Meng der Siegestreffer. Der Turnersieg siel an Jugoslawia, die am letzten Tag den Belgrader ASC. mit 2:1 besiegte. Metze bester Mann in Braunschweig. Mit dem Wettmeister Erich Metze am Stört war der Sieger der Braunschweiger Steherrennen um den Großen Maien-Preis auch gegeben. Wegen des regendrohenden Wetters hatten sich nur etwa 2500 Zuschauer ein gesund en. Der erste Lauf mußte beim 46. Kilometer abgebrochen werden, da die Bahn durch den Regen zu glatt geworden war. Dagegen konnte der zweite 50-Kilometer-Lauf durchgefahren werden. Sieger wurde Metze, der auch beim Abbruch des ersten Laufes an der Spitze gelegen hatte und in der Gesamtwertung überlegen mit 96,000 Kilometer vor dem Luxemburger Kraus mit 94,580 Kilometer, Mudau (Braunschweig) mit 93,600 Kilometer, Toni Merkens mit 92,550 Kilometer, Georg Stach mit 92,350 Kilometer und dem Leipziger Troitzsch mit 91,450 Kilometer gewann. Vorrundenspiele der Meden-Tenniskämpfe im Veich. Brandenburg, Bayern, Nordmark und Mttelrhein. An den Pfingstfeiertagen wurden die Vorrundenspiele der Meden-Tenniskämpfe an vier verschiedenen Orten durchgeführt. Von den sechzehn Gaumannschaften der Männer, die am Pfingstsonntag mit den ersten Begegnungen begannen, qualifizierten sich neben dem Titelverteidiger Brandenburg noch Bayern, Nordmark und Mittelrhein für die Zwischenrunde, die am 16. September durchgeführt wird. In Frankfurt a. M. trafen die beiden stärksten Mannschaften bereits am ersten Tage zusammen. Etwas überraschend schaltete der Gau Bayern den Gau Südwest mit 5:4-Siegen knapp aus, während sich in der anderen Hälfte Baden mit 6:3 gegen Mitte durchsetzte. Im Endkampf behielten die Bayern dann gegen Baden überlegen mit 9:0-Siegen die Oberhand, und Südwest war mit 8:1 fünften argen Mitte im Kampf um den dritten Platz erfolgreich. Recht schwer hatte es der Gau Mittelrhein in Stuttgart, der nur durch zwei 5:4-Erfolge zum Endsiege kam. Zunächst schaltete Mittelrhein Westfalen und bann Niederrhein aus. Württemberg unterlag in der ersten Runde 0:9 gegen Niederrhein und bann in der Trostrunde auch mit dem gleichen Ergebnis gegen Westfalen. In Stettin hatte Schlesien in der Vorrunde schwer zu kämpfen, um Pommern 5:4 auszuschalten, während Nordmark sich 7:2 glatt gegen Ostpreußen durchsetzte. Den Endksmpf gewann Nordmark 6:3 gegen Schlesien. Den dritten Platz sicherte sich Pommern durch einen 6:3-Sieg über Ostpreußen. Regengüsse unterbrachen die Kämpfe in Dr es • den am ersten Tage. 6:0 führte der Titelverteidi- ber Brandenburg ohne Satzverlust gegen Hessen, als starker Regen zum Abbruch zwang. Die Begegnung wurde dann nicht mehr fortgesetzt. Auch bas Vorrundenspiel Sachsen—Niedersachsen mußte beim Stande von 5:1 für Sachsen abgebrochen werden. Im entscheidenden Kampf setzte sich am Montag Brandenburg 6:3 gegen Sachsen durch, während die Niedersachsen durch einen schwer erkämpften 5:4-Sieg über Hessen auf den dritten Platz gelangten. radschaft der Jungen zu verdanken: ältere Hitler- jungen retteten unter Aufwand der letzten Kraft ihre bereits ermatteten Kameraden. — Die ungewöhnlichen Stromverhältnisse haben an der dänischen Küste am gleichen Tage noch weitere Opfer unter Kajakfahrern und Badenden gefordert. Zweifaches Todesurteil wegen Kindesmord. Aachen, 27. Mai. (DNB.) Das Aachener Schwurgericht verurteilte die 23jährige Ehefrau Rosalie M e e f f e n und den 39 Jahre alten Andreas Elken Hans wegen Mordes in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung zum Tode. Die Angeklagten hatten im November v. I. den Entschluß gefaßt, die beiden Kinder der Eheftau im Alter von 5 und 18 Monaten zu beseitigen. Sie beschlossen, einen Zimmerbrand vorzutäuschen in der Hoffnung, daß dabei durch die Rauchentwicklung die Kinder er- sticken würben. Dieser Plan wurde nach eingehender Ueberlegung auch verwirklicht. Die Frau steckte die Wohnung in Brand, nachdem sie diese vorher noch abgeschlossen hatte. Als später Hausbewohner, durch den Rauch aufmerksam geworden, in die Wohnung einbrangen, waren beide Kinder bereits ersttckt. Schach-Ecke. Bearbeitet von K. Helling. Ein Ueberfall. In einem polnischen Turnier entstand nach den Zügen 1. t)4, Sf6. 2. <5c3, d5. 3. ßg5, ßf5. 4. f3, c5. 5. e4, be4: 6. ßb5+, Ld7. 7. ßb7:+, Sbd7: 8. b5, es: 9. Df3: g6. 10. 0—0—0, Db6. 11 Sh3, Se5. 12. De2, Sfb7. 13. b6, eb6: 14. Sd5, Da5 bie abgebilbete Stellung. Der letzte Zug von Schwarz war ein Fehler. Wie kann Weiß biesen ausnützen? Angriff und Gegenangriff. b 8 7 6 6 4 8 2 1 8 '7 6 5 4 8 2 1 d e f g h ab c b e f g h In einer Partie zwischen Krähling (Weiß) unb Birwer (Schwarz) aus ben Dortmunder Vereins» kämpfen kam es nach den Zügen 1. Sf3, Sf6. 2. 2. b4, g6. 3. c4, ßg7. 4. Sc3, 0—0. 5. ßg5, c5. 6. Dc2 cb4: 7. Sd4:, Sc6. 8. Tdl, Dao. 9. H4, d5. 10. Sb3. Db4. 11. cb5: ßf5. 12. Db2, Tab8. 13. Df4, Se4. 14. f3 zur abgebilbeten Stellung. Weiß hoffte, mit Hilfe bes letzten Zuges zum Damenaustausch zu kommen unb unter Preisgabe feines Mehrbauern eine befriebigenbe Stellung zu erreichen. Das erwies sich jedoch als Irrtum. Schwarz konnte bie Partie sofort für sich entscheiben. Wie gewann Schwarz? Lösung der Schachaufgabe „Elegante Entscheidung". Weiß (Eliskases): Kgl, Db3, Tbl, Tel, ßf6, Sb4, Ba2, b2, e5, f4, g2, H3 (12). Schwarz (Bogoljubow): Kg8, De8, Tc8, Tf8, ßg7, ßb7, Ba7, b6, b5, f7, g6, H7 (12). Weiß gewinnt. — 24. Sb4—f5! (Das Springeropfer führt zur Zerstörung ber schwarzen Ro- chabestellung.) 24. ..., g6Xf5. (Auf anbere Züge folgt entweber ßf6Xg7 ober Sf5—e7+ mit ent- scheidendem Materialgewinn.) 25. Db3—g3, unb Schwarz kann bas Matt auf g7 nicht becken. Lösung der Schachaufgabe „Ein Dame-Turm-Endspiel". Weiß: KH2, Df6, Tb7, Ba2, f2, g3, H3 (7). — Schwarz: Kg8, Df8, Tc2, Ba7, c6, f7, g6 (7). Weiß gewinnt. — 1. Tb7—b4! (Der Turm soll auf bie h-ßinie gebracht werben. — Auf 1. KH2—g2 könnte sich Schwarz mit 1...., Tc2—e2. 2. Td7—b8, Te2—e8 ausreichenb oerteibigen.) 1. ..., Te2Xa2. (Verläßt ber schwarze Turm bie zweite Reihe, so folgt natürlich Tb4—b8.) 2. Tb4—H4, Df8—g7. 3. 2)f6—b8+, Dg7—f8. 4. TH4—1)8+, unb Weiß gewinnt burch fein Uebergeroi*f. Schachweltkämpfe in Stuttgart. In Stuttgart wurde die große Veranstaltung bes Großdeutschen Schachbundes beendet. Die Schachmeisterschaft für Damen, die zum er|tenmal in Deutschland ausgetragen wunde, gewann Frau Rinder gegen Fräulein Hof. Im Kampf um die Mannschaftsmeiste r sch ah^ um den Hanns-Schemm-Pokal fiel bie Entscheidung erst in letzter Minute. Die Berliner Schachgesellschaft von 1827, Deutschlands ältester Schachklub, siegte mit 28V2 Punkten vor dem Deutschen Schachverein Wien mit 25 Punkten, Hamburg, Mannheim, München und Leipzig. In ber zweiten Klasse wurde der Mannschaftskamps von Jena mit 14V-2 Punkten gewonnen, und zwar vor Königsberg mit 13*/2. Oie Narrenkappe. Curl Goeh telegraphiert. Curt Goetz — der Napoleon, der an allem schuld ist — hat sich bereits vor Jahren mit dem großen Korsen beschäftigt. Seine Aehnlichkeit mit dem Kaiser veranlaßte damals eine ^süddeutsche Bühne, ihm bie Napoleonrolle in bem Stück „Ma- bame sans gene" für 2000 Monatsgage anzubieten. Das war bem Schauspieler aber zu wenig. Er ging daher aufs Postamt und sandte folgendes Telegramm ab: „Akzeptiere mit 3000 Goetz — sonst von Ber- lichingen." Newtons heiratsanlrag. Der große englische Naturforscher Newton war in seinem persönlichen ße-ben ungemein zerstreut. Einst las er dem Mädchen, bas er liebte, aus einem Buch vor. Plötzlich schloß er bas Buch, setzte seine Pfeife in Brand und ergriff schweigend die Hand bes Fräuleins. Eine lange Pause folgte, in ber ber Gelehrte offenbar eifrig nach Worten rang. Das Mädchen harrte gebulbig auf seine Erklärung. Endlich drückte Newton lebhaft bie Hand des Mädchens — bann ergriff er den Zeigefinger dieser Hand und drückte ihn mehrfach kräftig in den glimmenden Tabak seines Pfeifenkopfes, zerstreut wähnend, er habe seinen Pfeifenstopfer in ber Hgnd. Die Angebetete floh mit einem Schmerzensschrei. Doch halb banach wurde sie dennoch Newtons Frau. O. G. F. Der Arzt und bas Ei. Der bebeutenbe französische Arzt P. hatte einem Patienten eine bestimmte Diät verschrieben, bie diesem wenig besagte. Als er ihn eines Tages besuchte, fühlte er ihm den Puls und sagte streng: „Sie haben ja trotz meiner Anordnung ein weiches Ei gegessen!" „Was!" rief ber ertappte Patient erschrocken, „bas merken Sie an meinem Puls?" „Gewiß? Das Ei enthält Phosphor, Schwefel und afbuminöfe Bestandteile, die bie Magenwände reizen. Das merke ich dann sofort am Puls." Der eingeschüchterte Patient versprach reuig Besserung. — „Großer Mann", wurde P. beim Verlassen des Hauses von feinem Assistenten angeredet, „Sie haben am Puls erkennen können, daß er ein weiches Ei gegessen hat!" „Ach, Unsinn! Er hatte Eigelb auf bem Hemb." Rie. Beförderungen. Der alte Kaiser Wilhelm empfing in Bonn eine Reihe von Offizieren. Einer von ihnen würbe zum ersten Male bem Kaiser vorgestellt, unb ber Abjutant, ber sich vorher erfunbigt hatte, flüsterte bem Monarchen im Augenblick ber Vorstellung zu: „Ist soeben zum Rittmeister beförbert worden." Der Kaiser sprach den Betreffenden freundlich an und gratulierte ihm zu feiner Beförderung. Nun war der so Angeredete noch keineswegs an der Reihe, Rittmeister zu werden, und erstarrte vor freudiger Ueberrafdjung. Sogleich nach beendetem Empfang eilte er zu seinem Kommandeur, um ihm zu melden, welche Ehre ihm widerfahren sei. Der Kommandeur erkundigte sich über den Sachverhalt bei dem Adjutanten, und da kam es denn heraus, daß der Adjutant den älteren Bruder des jungen Offiziers, der tatsächlich soeben zum Rittmeister befördert worden mar, mit ihm verwechselt batte. Der Adjutant mußte sein Versehen dem, Kaiser reumütig eingestehen. Dieser lächelte.nur und sagte: „Nun, da ich dem Herrn einmal zum Mittmeister gratuliert habe, muß er es wohl bleiben." Einige Zeit später war der Empfang bei Hofe. Der soeben 3um Major beförderte, jedoch noch als Rittmeister erschienene Herr von B. wurde dem Kaiser vorgestellt, und der Adjutant flüsterte ihm zu: „Soeben zum Major befördert." Darauf drehte der Kaiser sich lächelnd um unb sagte: „Nee, mein ßieber, barauf fall ich nicht mehr rein!" ffiefferbericbf Unser Bezirk blieb über die Feiertage in einem kräftigen Strom kühler ßuftmaffen aus Nord, in bereu Bereich zwar vielfach aufheiterndes Wetter herrschte, es aber auch zu einzelnen Niederschlägen kam. Durch die Ostwärtsoerlagerung des westeuropäischen Hochdruckgebietes hat sich sein Einfluß auf unser Wetter verstärkt und wird vorerst auch bestimmend bleiben. Vorhersage für Mittwoch: Bielf ach heiter, trocken, Mittagstemperaturen über 20 Grad, lebhafte Winde um Ost. Vorhersage für Donnerstag: Fortdauer der vielfach heiteren Witterung. Lufttemperaturen am 29. Mai: mittags 18,8 Grab Celsius, abenbs 12,1 Grab: am 30. Mai: morgens 11,6 Grab. Maximum 19,1 Grab, Minimum 6,9 Grab. — Grbbobentemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Mai. abenbs 17,3 Grab; am 30. Mai: morgens 13,3 Grab. — Sonnenscheinbauer 12,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wllhelm ßange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik unb biß Bilder: Dr. Fr.W. ßange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich ßubroig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitäts- bruckerei, R. ßange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Bekanntmachung. Auf Grund einer Verfügung des Herrn Reichsstatthalters vom 5. Mai 1939 soll die Rattenbekämpfung allgemein durchgeführt werden. Ich ersuche daher alle städt. Grundstücksbesitzer, das Vorkommen von Ratten bem Stabtbauamt, Asterweg 9, mitzuteilen. Die Bekämpfung ber Ratten wirb burch bas Stabtbauamt burchgesührt. Den Arbeitern ber Stabt ist zur Auslegung von Rattengift Zutritt zu ben in Frage kommenden Grundstücken zu gewähren. Gießen, den 27. Mai 1939. 3941D Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. V.: G r a v e r t. gesucht. 3946D Verschiedenes] alle lästig.Haare Leberstecken Pickel, Sommer- spross, usw. entf. u. Gar.kür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Sprechstund.jetzt Mittwochs.Gießen Am Biegelplad 32, S-G’/oUhr dnrehg. Kraftfahrzeug - Reparatur Neils & Kraft Marburger Straße 68—72. yenmlmn (Eiche) 3944V Bücherschrank 200 breit Schreibtisch Tisch, rund Schreibsessel 2 Stühle, gut erhalten, verkauft int Auftrag Karl Hahn Löberstraße 17. Gewandter, junger Mann als Tankwart Zwangsversteigerung Dienstag, 30. Mai, nachm. 2 Uhr, sollen i. Verkaufslokal Hartmeh, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal), zwangsweise gegen sof. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Warenschränke, Ladentheken, Bücher, Nähmaschinen, 1 Vervielfältigungsapparat, eine Lochstanze- 1 Flügel, 1 Schreibmaschine, 1 Herrenfahrrad. 3945D Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstr. 2, Tel. 3108. Verlobungs-Anzeigen liefert BrühVsche Druckerei Durchaus tüchtiges, sauberes SioeiWUeii für gepflegten Villgnhaushalt für sofort ob. baldigst gesucht. 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Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Renner, Landwirt STADTTHEATER GIESSEN Dienstag, den 30. Mai 1939, 20 Uhr: EIN MALIGES GASTSPIEL der Tegernseer Bauernbühne Anderl Schultes Das blauseidene Strumpfband Lustspiel von Anton Maly Als besondere Einlagen: Meisterjodlerin Sekkerl Höser mit bayrischen und tiroler Jodlern, das Tegernseer Musikterzett und Original oberbayrische Schuhplattlertänze Außer Miete - Preise: 0.60,1.-, 1.35,1.85, 2.60, 3.10 RM. 3879V Klein-Linden, den 27. Mai 1939. 02675 Allen, die uns ihre herzliche Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen entgegenbrachten, sagen wir innigen Dank. Besonders danken wir der Krankenschwester Lina für die liebevolle Pflege. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Politz. Heute Dienstag die grobe Premiere PQLRST____Giessen 3940 a PKKW Maria Cebotari, Gaby Morlay, Fosco Glachetti Der größte musikalische Film der Spielzeit. Leben und Liebe des weltberühmten Komponisten Verdi als Thema eines von starker Spannung und Dramatik erfüllten Films. Drei Frauen als aufopfernde, entsagende Lebens- gelahrten eines schöpferischen Kämpfers. Gigli in der Rolle des Tenors Mirate, eines Freundes Verdis, spielt und singt die großen unsterblichen Opernpartien Verdis. Ufa -Ton -Woche und Beiprogramm. Täglich 4.00, 6.00, 8.30, Sonntag 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr. Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf. Mehr Freude an der Natur UH Mnirttiier! Pur Mk.2.io. ober nur in Apotheken! Universitätsapotheke z. goldenen Engel, Pelikanapotheke. 1069V Kr. 123 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 30. Mai My Aus der Stadi Gießen. Kleiner Abendbummel. Nicht weit von meinem Haufe brennt das einsame Licht einer Laterne. Wenn ich am geöffneten Fenster stehe, sehe ich die Falter und Käser um die Lichtquelle schwirren. Es ist ein Surren und Brummen und sinnloses Flügelschlagen, das so lange währt, wie der Lichtschein leuchtet. Aber das blinde Spiel dieser geflügelten Lebewesen gehört zu dem vorsommerlichen Abend wie der süße Duft, der aus den Büschen des Borgartens emporsteigt. Welche Köstlichkeit, diesen Duft zu atmen, welcher Genuß, die .Stille dieser Stunde zu spüren. Die Verlockung zu einem kleinen Abendbummel ist zu groß, als daß man ihr widerstehen könnte. Wenige Schritte vom Hause entfernt steht eine junge Birke. Ihre Blätter rieseln sacht im kaum spürbaren Abendwind, und es ist, als flüstere der Baum in einer ihm eigenen Sprache. In dunkle Schatten hüllen sich die Giebel der am Stadtrand vereinzelt stehenden Häuser, doch an der Straßenseite blinken friedliche Lichter, und dann und wann kann man durch geöffnete Fenster in freundliche Zimmer schauen. Im Borübergehen vetnimmt das Ohr Bruchstücke aus einem Radiokonzert. Aber drüben, wo sich ein heller Schein über den Himmel hinzieht, liegt der Kern der Stadt, in der tagsüber das geschäftige Leben seine laute Melodie singt, die auch jetzt noch nicht ganz verstummt ist. Das Rollen der Eisenbahnzüge klingt wie fernes Donnern, dem das Brausen und Surren der Motorc antwortet. Vom Güterbahnhof her tönt das Geräusch der Signalhörner laut in den Abend. Der süße Dust des Flieders erfüllt die Luft mit tausend Wohlgerüchen. Es ist schön, eine Weile in der Anlage zu verbringen. Langsam aber folgt auf den Abend die Nacht, und wenn sie auch in dieser Jahreszeit mannigfache Reize birgt, so wird sie doch obgelöst durch den Werktag, der in aller Frühe wieder zur Tätigkeit ruft. So findet auch der erquickende abendliche Bummel sein Ende, noch ehe in* den Wohnhäusern die letzten Lichter verlöschen. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 Uhr, einmaliges Gastspiel der Tegernseer Bauernbühne Ander! Schultes „Das blauseidene Strumpfband". — Gloria-Palast (^el- tersweg): „Drei Frauen um Verdi". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Vierte kommt nicht". Tegernseer Vauernbühne Ander! Schultes im Stadttheater Gießen. Am heutigen Dienstag findet im Stadttheater Gießen ein Gastspiel der Tegernseer Bauernbühne Ander! Schultes mit dem Lustspiel „Das blauseidene Strumpfband" von Anton Mayl statt. Die Bühne Ander! Schultes aus Egern am Tegernsee hat früher bereits mit großem Erfolge in Gießen gastiert. Die Spielleitung hat Anderl Schultes. Beginn der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Hermann Elle 85 Jahre alt. Am morgigen Mittwoch, 31. Mai, wird unser langjähriger Arbeitskamerad im Gießener Anzeiger, der frühere Buchdruckereifaktor Hermann Elle in bester Gesundheit 85 Jahre alt. Der alte Herr zog einige Jahre nach seinem liebertritt in den Ruhestand von Gießen nach Dresden und wohnt jetzt mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn in Halle a. d- Saale. Mit seinen früheren Ärbeits- kameroden und seinem großen Freundes- und Bekanntenkreis in Gießen unterhält er noch rege briefliche Verbindungen, und auch an Unternehmungslust zu Reisen, ja sogar zu KdF.-Fahrten auf der See, hat es dem alten Herrn bisher nicht im geringsten gefehlt. Trotz seines hohen Alters ist er noch für alles Große und Schöne und vor allem für frohe Reiseerlebnisse sehr aufgeschlossen. Dem Jubilar gelten am morgigen 85. Geburtstage in alter herzlicher Verbundenheit auch unsere besten Glückwünsche. Der pfingstverkehr hei -er Reichsbahn. Kleine Statistik vom Bahnhof Gießen. Wie immer an Festtagen, hat die Reichsbahn auch zu Pfingsten durch die Ausgabe verbilligter Festtagsrückfahrkarten nach allen Bahnhöfen Anreiz zu einer Pfingstreife in die nähere Umgebung oder in die Ferne gegeben und damit sicherlich manchen Reisewunsch erfüllt. Wie zu erwarten, war auch der Pfingstverkehr recht lebhaft, und der Gießener Bahnhof bot vor Pfingsten und während der Feiertage ein bunt bewegtes Bild. An den Fahrkartenschaltern herrschte Hochbetrieb, zeitweise hatte sieben Schalter vollauf zu tun, um die Fahrgäste mit Fahrausweisen zu versehen. Die Wehrmacht hatte schon einige Tage vor dem Fest ihre Fahrkarten im voraus erhalten und damit den Verkehr an den Schaltern entlastet. In der Zeit von Donnerstag, 25. Mai, bis zum zweiten Pfingstfeiertag reiften rund 20 000 Personen in Gießen ob, eine wesentlich größere Zahl als Ostern dieses Jahres. Die Verkehrsspitze wurde am Psingstsamstag und am 1. Pfingstfeiertag erreicht, an denen je 5000 Personen Gießen verließen. Das Charakteristische an dem Pfingstverkehr waren auch die vielen Fahrten auf weite Entfernungen, die höhere Einnahmen brachten. Am zweiten Pfingstfeiertag setzten bereits die Rückreisen ein und brachten dem Gießener Bahnhof einen außerordentlich lebhaften Verkehr. Der Gepäckverkehr war ebenfalls lebhaft, ebenso wie der Expreßgutverkehr, der im Versand um 6 v. H. und im Empfang um 10 v. H. sogar über dem vorjährigen Pfingstexpreßgutverkehr lag. gur Bewältigung dieses Verkehrs hatte die Reichsbahn wieder besondere Maßnahmen getroffen, um die Expreßgüter so schnell wie möglich ohne Störung des Reisezugverkehrs zu befördern. Leider mußte aus Gründen der pünktlichen Durchführung der Reisezüge eine Annahmesperre für schwere und unhandliche Expreßgüter verhängt werden, -für die aber immer noch die Eilgutbeförderung offenstand. Um die Fernexpreßgüter schnell zu befördern und die Fern-V-Züge zu entlasten, verkehrte wieder das bekannte Schnellgüterzugpaar Frankfurt a. M.— Hamburg—Altona und Hamburg—Altona—Karlsruhe, das auch Expreßgüter für Gießen anbrachte und von Gießen abbeförderte. Der Eilgutverkehr war infolge stärkeren Versandes von Frühgemüse und von Milcherzeugnifsen Der VHE. tagt auf Am 10. und 11. Juni hält der Vogelsberger Höhen-Club seine 58. Hauptversammlung auf dem Hoherodskopf ab. Für Samstag, 10. Juni, ist nachmittags eine Beiratssitzung vorgesehen, die der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten dienen» wird. Sodann wird sich ein Begrüßungsabend im Klubhaus anschließen. Den Höhepunkt der Tagung bildet die Hauptversammlung am Sonntag, 11 Juni, vormittags, im Saale des neuen Klubhauses. Diese Veranstaltung wird zu einer feierlichen Weihestunde ausgestaltet werden. Anschließend findet gemeinsames Mittagessen statt, dem am Nachmittag frohes Volksfest und schließlich der festliche Ausklang folgen werden. Wie in dem Rechenschaftsbericht 1938 des Geschäftsführers in der Vereinszeitfchrift „Der Vogelsberg" u. a. zu lesen ist, umfaßte der Gesamtverein Ende 1938 insgesamt 37 Zweigvereine mit 2698 Mitgliedern. Don 31 Zweigvereinen wurden insgesamt 433 Wanderungen durchgeführt, an denen sich 9530 Wanderer beteiligten. Auf diesen Wanderungen wurden 220 125 Kilometer mit der Eisenbahn, 39 896 Kilometer mit Omnibussen der Reichspost und 214 912 Kilometer mit sonstigen Verkehrsmitteln (Privatomnibussen) zurückgelegt. An Wanderauszeichnungen wurden innerhalb der ober- hessischen Vereine verliehen (goldene oder andere Abzeichen) von: Alsfeld 17, Büdingen 9, Busecker- tal 5, Butzbach 41, Friedberg 11, Gießen 20 und sehr lebhaft und war im Versand um 27 v. H. und im Empfang sogar um 66 v. H. höher als im vorigen Jahr an Pfingsten. Diese kleine verkehrsstatistisckje Uebersicht zeigt auch, welche große Arbeit betrieblich zu leisten war, denn die Tausende von Reisenden und die Hunderte von Gütertonnen mußten befördert werden, wozu Sonderzüge, Zugverstärkungen, besondere Bahn- hofsfahrordnungen u. a. m. notwendig waren. Dank der Einsatzbereitschaft aller beteiligten Dienststellen und Eisenbahner wurde der diesjährige Pfingstoer- kehr glatt und ohne Unfälle abgewickelt, bis auf einige unvermeidliche, geringfügige Verspätungen am Pfingstsamstag. KL Reger Wanderer- nnd Ausflüglerverkehr. Wenn auch das Wetter am ersten Pfingstfeiertag nicht so schön und verlockend war, wie wir es alle gewünscht hatten, so bot es doch, insbesondere in den Nachmittagsstunden, dankbar begrüßte Gelegenheit zu Spaziergängen und mehr ober minder weiten Ausflügen in die Umgebung der Stadt. Der gestrige zweite Feiertag brachte, veranlaßt durch das erheblich günstigere Wetter, noch eine Steigerung des Spaziergänger- und Wandereroerkehrs. In Feld und Wald, insbesondere im Schiffenberger Wald, aber auch nach dem Hangelstein und der Badenburg zu, ebenso in Richtung Krofdorfer Wald und Dünsberg, konnte man viele Ausflügler bemerken, während unmittelbar vor der Stadt, z. B. im Nizza, im Bergwerkswald, an der Lahn und auf dem Trieb, die Spaziergänger in großen Scharen Erholung von den Alltagsmühen suchten. Der etwas frische Maiwind ließ zwar den Uebergangs- mantel noch angebracht sein, und die Kleinkinder in den Sportwagen packte man mit gutem Grund auch noch fürsorglich in ein warmes Mäntelchen ein, aber angenehm und erfrischend war dennoch dieser „Ausflug ins Grüne", wenn man auch dabei nur im windgeschützten Innern des Waldes sich für einige Zeit zu guter Rast hinsetzen konnte. Alles in allem kann man aber den beiden Pfingstfeiertagen das Zeugnis ausstellen, daß sie sich erheblich besser gezeigt haben, als man einige Tage vorher anzunehmen geneigt war. dem Hoherodskopf. 6 für Kinder, Grstnberg 4, Hungen 7, Hüttenberg 1, Laubach 5, Lauterbach 12, Lich 13, Nidda 16, Schotten 11; in den anderen Vereinen Darmstadt 66, Frankfurt 26, Fulad 21, Gelnhausen 10, Hanau 11, Langen 7, Mainz 35, Offenbach 32, Salmünster 5, Schlüchtern 9. Außer den Wanderungen erstreckt sich die hauptsächliche Außentätigkeit der Zweigvereine auf die Wegebezeichnung, die Errichtung und Instandhaltung von Rastplätzen (Bänken), Türmen und Hütten. Das Wegenetz, dessen Markierung der Obhut der Zweigvereine anoertraut ist, ist auf rund 1750 Kilometer gestiegen. In Fragen des Naturschutzes arbeiten viele Zweigoereine mit den zuständigen Behörden zusammen. Kulturbelange werden gepflegt durch naturkundliche, kultur- und heimatgeschichtliche Vorträge auf Wanderungen oder im Rahmen der Monatsoersammlungen. Für 50jöhrige Treue mürben 3 Mitglieder, für 40jährige Mitgliedschaft 1 Mitglied und für 25- jährige treue Mitarbeit 24 Mitglieder mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Dr. Bruchhäuser 70 Jahre alt. Bei dieser Gelegenheit sei bereits vermerkt, daß der Vereinsführer des Gesamt-VHC., Dr. med. Bruchhäuser in Ulrichstein am 21. Juni seinen 70. Geburtstag begehen > kann. Dr. Bruchhäuser, eine weithin im Vogelsberg und roeilj über den Kreis des VHC. hinaus geschätzte und beliebte Persönlichkeit stammt aus Gießen. Nach seinem Studium der Medizin in unserer Stadt wirkte er als Arzt in Grebenhain. Von dort ging er nach Ulrichstein, wo er nunmehr seit annähernd 40 Jahren lebt und wirkt. Nachdem er schon in Grebenhain dem VHC. beigetreten war und sich allezeit eifrig für die VHC.-Sache eingesetzt hatte, wurde er 2. Vorsitzender des Gesamtvereins und an* 29. Mai 1920 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seitdem hat er mit vorbildlicher Tatkraft für die Ausgaben des VHC. gewirkt. Unter seiner Führung des Gesamtvereins wurde auf der Herchenhainer Höhe das Ehrenmal des VHC. geschaffen, die Jugendherberge errichtet und das Vater-Bender-Heim erbaut, auf dem Hoherodskopf das Jäger-Heim vom Gefamt- oerein übernommen und das alte Klubhaus ausgc- baut. Auch als Mensch und Arzt hat sich Dr. B r u ch- h ä ufer durch seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften und durch sein allezeit liebenswürdiges petni9en d ver- t |cleln*^u° unb hilfsbereites Wesen überall große Werk, schätzung erworben. Zu seinem 70. Geburtstage gelten ihm die herzlichsten Wünsche vieler Volksgenossen in Stadt unb Land, insbefonbere natürlich seiner VHCer. Auch wir bringen dem um bie Allgemeinheit oerbienten Manne zu feinem Geburtstage unsere besten Wünsche bar. Fisch auf jeden Tisch. Nach wie vor bieten sich ber Hausfrau alle Mög< lichkeiten, frischen Fisch in den verschiedensten Variationen auf den Tisch zu bringen. Mit Ausnahme von Goldbarsch sind alle Sorten von frischen Seefischen vollkommen ausreichend vorhanden, besonders Kabeljau ist in ganz besonders starkem Maße auf dem Markt. Die vielen Zubereitungsmöglichkeiten, die gerabe dieser Fisch zuläßt, sollten unsere Hausfrau besonders stark zu seiner Verwendung anregen. Leider zeigt es sich, daß für die Küche in etfter Linie Goldbarsch sehr stark gefragt wird, von dem Kabeljau ober dem Seelachsfilet wird leider, lediglich infolge seines weniger guten Aussehens, noch nicht soviel Gebrauch gemacht, wie es im Interesse unserer Ernährungslage notwendig wäre. Sehr empfehlenswert ist auch für den Abendtisch die Verwendung von Räucherfischen und Marinaden. Stückenfifche sind völlig ausreichend vorhanden, unb wer einmal sich mit dem Geschmack dieser ausgezeichneten Räucherfische angefreunbet hat, wirb sie nicht mehr auf dem Abendbrottisch vermissen wollen. Gießener Wochenrnarktprette. * G i e ß e n , 30. Mai. Aus dem heutigen Wochen», markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10- Wirsing, grün, V> kg 25, Gelberüben, neue, Bündel 25 bis 35, alte, % kg 15 bis 18, Spinat 20 bis 25, Spargel, 1. Sorte 64, 2. Sorte 58, 3. Sorte 55, 4 Sorte 30, Erbsen 25, Tomaten 50, Zwiebeln 16 bis 18, Rhabarber 10 bis 18, Kartoffeln, alte 5, 5 kg* 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4,— Mark, neue, % kg 18 Pf., Salat, Stück 15 bis 25, Salatgurken 50 bis 80, Oberkohlrabi 15 bis 25, Lauch 5 bis 15, Rettich, Bündel 12 bis 25, Stück 10 bis 20, Radieschen, Bund 10 bis 15 Pf. * ** Arbeitsjubiläum. Das Gefolgschafts* mitglied Heinrich W i ß n e r aus Beuern feierte' am Samstag fein 25jqhriges Arbeitsjubiläum in der Firma Metallgießerei Wilhelm Zimmer GmbH. Gießen. Aus diesem Anlaß fand im Werk I der* „Oer Vierte kommt nicht." Lichtspielhaus. Der Kriminalfilm ist noch immer ein Lieblingskind der Produktion und wird es wohl auch bis auf weiteres bleiben; die Gründe liegen, auf ber Hand: im Stofflichen begründete Spannung und Anregung der Phantasie verbinden sich hier fast immer mit Möglichkeiten technischer Art, in deren Anwendung die Kamera vielfach dem Theater ebenso überlegen ist wie dem Buche. Das Drehbuch schrieben diesmal Charles Klein und M. W. .K i m m i ch , der auch Regie führte. Es handelt sich um die Aufklärung eines Kapitalverbrechens in Schweden. Der Film ist sorgfältig aufgebaut und in »Szene gesetzt: er beginnt mit Musik und im gedämpften Tone eines Kammerspiels. Dann folgt, Ziemlich zu Beginn der Handlung, .die Entdeckung Les Verbrechens; drei von vier alten Schulkameraden, die sich von Zeit zu Zeit zum Quartettspielen «treffen, warten vergeblich auf den vierten, der ohne Begründung und Entschuldigung ausbleibt; der Vierte kommt nicht, er wird wenig später tot auf- gesunden. Man muß zunächst Selbstmord annehmen, päter finden sich Verdachtsmomente, die auf ein Verbrechen schließen lassen. Der Film bedient sich Der analytischen Technik. Die Polizei bleibt im wesentlichen aus dem Spiel; bie Freunde des Toten uchen den Fall auf eigene Faust zu klären; immer« bin muß ber Kreis ber Beteiligten ein wenig erweitert werden. Die Kamera reiht Szene an Szene, .etzt Bild neben Bild wie in einem Mosaik, unb :s ist für ben gefesselten Beschauer sehr reizvoll, zu verfolgen, wie ganz allmählich Licht in bas Dunkel lällt, bie Spuren sich häufen, roieber verwischen unb verwirren, unb wie nach unb nach auf glaubhafte Lßeife sechst jene, die sich aus Freunbschaft um die Aufklärung bemühen, vom Verdacht gestreift werden, bis endlich in einer dramatisch zugespitzten, ü berraschenden Szene gegen Ende der wahre Schuldige entlarvt wird. Die Besetzung ist sorgsam gewählt und so ebenmäßig abgewogen, daß von einem wirklichen Ensemblespiel gesprochen werden kann. Die Männer haben darstellerisch das Uebergewicht: Ferdinand Marian, Franz Schaf he itlin, ferner Hinz, Alexander Engel, Karl Foch- Le r, Werner Schars und Dr. Stimme!; unter den weiblichen Rollen ist wohl bie sch merz entwiche Mutter ber Frau Lina Lossen zunächst nennen, ferner Elisabeth W nbt, Dorothea II i e ck, Melitta Kiefer unb Charlott Dau - tert. Der Kameramann heißt Fritz Arno A a g n e r. — (Tobis.) Im Vorprogramm sieht man bie neue Wochenschau der Tobis, einen Kulturfilm mit schönen und lebendigen Aufnahmen von einem, Jagdreiten ber Reitschule in Hannover, unb ein kleines Lustspiel. Hans Thyriot. Reiherflug. 23on Karl Scherer. lieber bem mächtigen Seebecken zwischen hohen Wälbem ist bie Sonne aufgegangen; auf der spiegelglatten Wasserfläche, die im Zwielicht des Frühdämmers wie ein schillernder Opal glänzte, liegt blutroter Schein. In den knospenden Schwarzpappeln an der See-Enge, über bie ber kilometer- lange Viabukt bes Schienenweges läuft, pfeifen bie Stare, golbgelbe ftäubenbe Samenwölkchen wirbeln aus den Mandelweiden im Frühwind über bie sumpfigen Ufer. Unter den Rohrstauden und ben lichtgrünen Schossen ber jungen Schilfkolben rubern schwarzblaue Wasserhühner umher, fischenbe Haubentaucher gleiten über bie weite, jetzt in tausend funkelnden Reflexen glitzernde Fläche, Moasammern knarren in den Ellern, und ber rostrote Rohrdommelhahn läßt seinen brüllenden, schreckhaften Liebesruf hären. Aus ben Kronen ber alten Eichen auf der Hügelkette über dem See kommt heiseres Krächzen, Gieren und Schnalle n. Dort>stehen in den noch unbelaubten Wipfeln ber starken Stämme bie Brutstände ber Fischreiher, mehr als ein Dutzenb Horste. Die alten Reiher streichen ab und zu, und wenn sie breit klafternd heranschweben, verstummt der letzte Unkenruf im Röhricht. Auf den grobgefügten, fturmfeften, innen aber mit feinen Reisern und biegsamen Weidenruten ausgepolsterten Horsten stehen die Jungvögel, ihre grauen Schattenrisse schneiden dunkel in die übersonnten Walken. Jetzt zieht ein Reihervater in prächtigem Flug über ben See, atzt bie schreienbe Brut unb streicht unverweilt roieber dem schlammigen Ufer zu, um bald mit schwerem Kropf zurückzukehren und ben auf bie höchsten Ast- spitzen hinausgefluberten Nesthockern Weißfische unb junge Aale, Elritzen und braune Moorfrösche hineinzuwürgen. Dann isr bie Reiherhenne ba, unb nicht lange nachbem sie abgestrichen ist, rubert der Alte wieder heran. So geht es tagsüber auf allen Horsten; erst wenn ber Abend kommt und bie Sterne Heraufziehen, wird es still in den Kronen. Auf dem stärksten Wipfelast über ber Brut fußt ber Familienvater, und die Muller deckt ihr wärmendes Kleid über bie noch schwach befieberten Nestlinge, l Steigt bann ber Mond hinter ben Hügeln herauf unb gießt sein Silberlicht über See unb Walb, liegt tiefes Schweigen über den Bäumen, bis im Osten das Frührot des nächsten Tages erwacht und bas Spiel von neuem beginnt... Der Reiher, ein wehrhafter, flugkräftiger und schöner, als Fischräuber aber schäblicher Großwilb- vogel, wurde mehr als ein Jahrtausend hindurch um bes hohen Reizes ber Beizjagd und bis in unsere Zeit hinein um seiner Schmuckfebern willen gejagt unb verfolgt unb zu Millionen vernichtet, so daß er heute, obwohl unter Schutz gestellt, in Deutschland fast völlig ausgerottet ist. Einst war er ein häufiges Flugwild auf allen deutschen Seen und Strömen; das war die Blütezeit der Falknerei, die als die vornehmste Art des Weibwerks galt. Die Jagb mit bem Beizoogel, zuerst von den Arabern betrieben, bann lange Zeit fast vergessen unb erst burch bie Gründung ber Gaufalkenhöfe von Braunschweig. Ortelsburg unb Robenkirchen neu belebt, wurde in Deutschland seit dem frühesten Mittelalter geübt; schon zur Zeit der Karolinger stand sie in hohem Ansehen. Die Reiherbeize war neben dem Turnier bie edelste aller ritterlichen llebungen; wahrscheinlich war bie Falken- jngb „bas einzige höfische Spiel, bas beide Geschlechter gemeinsam ohne Vorwurf genießen bürsten". Ihre Glanzzeit erlebte sie unter dem Staufer Friedrich II., dem Sohn Heinrichs VI., ber auch die erste Abhandlung über diese Jagdart verfaßte. In den langwierigen Kämpfen mit ben lombarbischen Städten sah Friedrich sich 1248 zur Aufgabe der Belagerung von Parma gezwungen, weil die Verteidiger sein verschanztes Lager überrumpelten, als er gerade auf der Reiherbeize war... Von ber flandrischen Ritterburg hoch über bem Flußtal kommt ein glänzender Reiterzug herab, reichgeschirrte Pferde, die Junker im braunen Wildleberwams, bie Ebelfrauen in wallenben Schleiern und grünen .Samtgewändern und federgeschmückter Marderkappe. Am Erlendruch warten die vorausgesandten Falkeniere. Das ganze Bruch lebt, Wasserrallen laufen über die violetten Blatteller ber weiß- blühenben Seerosen, Wilbenten streichen über bas Rohr, doch noch ist kein Reiher zu sehen. Die fischen jetzt an den fernen, reichbesetzten Klosterteichen; erst wenn die Sonne zur Rüste geht, kehren sie zu ihren Geständen in den hohen Eschen zurück. Da hebt ber, auf einem Hügel haltende Vorreiter, der auf bem Sattelknopf ben Rahmen mit ben verkappten Jagdfalken trägt, bas blanke Weibmesser und wendet sein Pferd im Sprung nach Westen — bas Zeichen, baß ein Reiher vor ber sinkenben Sonne heranschwebt. Der hatte am verschilften Wei* her junge Karpfen unb Schleien gefischt unb strebt mit gefülltem Kropf bem Horste zu. Jauchzend, mit verhängten Zügeln sprengt die Kavalkade dem Wild entgegen. Der Reiher wendet mit heiserem Angstruf, entkröpst sich zu leichterem Flug und sucht zu ent« kommen. Da wird „Edilo", ber stärkste der Falken, enthaubt und'hochgeworfen, steigt mit wildem Schrei windschnell auf und hat in Augenblicken den Verfolgten überhöht. In jagender Fahrt über Stock unbi Stein, durch Bruch unb Heibe folgt bas Geschwabey dem Fliehenden. Jetzt hat der Falke ihn irreicht, fällt wie ein Keil herab und schlägt seine scharfen Fänge mit festem Griff in ben Hals bes Opfers. Feberwirbelnb sinken beide in schrägem Gleiten zu Boden, indessen bas Reiterfeld heranstürmt, jeder von dem Ehrgeiz beseelt, bem Verenbenben bie schmuckvollen Nackenfebern zu rauben ... * Versunkene Zeiten. In Deutschland ist, wie er» roähnt, ber Fischreiher fast vernichtet; an einigen wenigen märkischen Seen, am Main unb Altrhein unb in ben Mooren ber niebersächsischen Heibe sind noch geringe Bestäube 3U1 finden. Auf den großen Besitzungen Englands und Hoch-Schottlands mit den fischreichen Wildwässern wird er noch verständnisvoll gehegt. Ein besonders anziehendes Bild bieten die zum Wahrzeichen der Stadt gewordenen Reiher» gestände Rotterdams. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts siedelten sich in den hohen Bäumen des dortigen Zoologischen Gartens neben bem mächtigen Vogelhaus Fischreiher an, wahrscheinlich angelockt burch die Schwärme exotischer und europäischer! Wasseroögel, welche die Freianlagen bes Gartens bevölkern. Als Zugvögel im Herbst nach bem Süben ziehenb, kehrten sie regelmäßig zurück unb behüten sich von Jahr zu Jahr mehr aus. Inzwischen wuchs Rotterbam zur Halbmillionenstabt an, neue Stadtviertel entstanden, und die fortschreitende Ausdehnung des Weichbildes Zwang die Bewohner bet' Kolonie zu immer weiteren Flügen zur Nahrungssuche nach ben Kanälen, Wasserläufen unb Stranb- jeen ber Lanbfchaft. Heute zählt ber Garten etwa 150 Horste; bie ständig ab-- und zustreichenden großen Vögel beleben das Stadtbild in wunderbarer Weise unb finb zu Lieblingen ber Bewohner geworben. Hochschuluachrichten. Der ao. Professor Dr. Hermann v. Mangolbt (öffentliches Recht) an ber Universität Tübingen wurde zum ordentlichen Professor in Tübingen ernannt. Kündigung und Entlohnung in der Landwirlschast des Wirtschaftsgebietes Hessen. Eine Anordnung des Reichsireuhänders der Arbeit. FWD. Die Durchführung des Vierjahresplanes forme die Erzeugung§schiacht erfordern die Anwendung jeglicher Maßnahmen, die geeignet sind, eine Beeinträchtigung dieser Aufgaben auch durch die Entwicklung der Löhne und der sonstigen Arbeitsbe- dingungen innerhalb der deutschen Landwirtschaft zu verhindern. — Um dem immer stärker anftreten- den Arbeitsplatzwechsel und den damit verbundenen für die bäuerlichen Betriebe nicht tragbaren Lohnsteigerungen entgegenzutreien, hat der Reichstreuhänder Dr. Schmetter angeordnet, daß künftig das Arbeitsverhältnis von Gefolgschaftsmitgliedern, die auf unbestimmte Zeit eingestellt sind, nur einmal im Jahre, und zwar im Regierungsbezirk Wiesbaden und im Lande Hessen zum 31. Januar und im Regierungsbezirk Kassel zum 31. Dezember mit zweimonatlicher Frist gekündigt werden kann. — Außerdem hat der Reichstreuhänder angeordnet, daß neueingestellte Gefolgschaftsmitglieder für die ersten drei Monate höchstens den Lohn erhalten, den sie an ihrer letzten Arbeitsstelle einschl. sämtlicher Zulagen erhielten. Außerdem dürfen die zur Zeit gezahlten Lohnsätze nur bei Dorliegen besonderer Leistungen und nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des Reichstreuhänders der Arbeit überschritten werden. Das gleiche betrifft die Gewährung bzw. Erhöhung sonstiger Zulagen irgendwelcher Art, wie Wegegelder, Sonntagsgelüer, Trennungszulagen, Verpflegungszuschüsse, Deputate, Treueprämien usw. Es ist zu wünschen, daß durch die neue Anordnung des Reichstreuhänders der Arbeit eine Beruhigung in den landwirtschaftlichen Betrieben eintritt und dadurch mit dazu beigetragen wird, der vom Führer gestellten Aufgabe der Ernahrungs- sicherung des deutschen Volkes zu enffprechen. Rationalisierung—Leistungssteigerung. Abschluß der ersten DAF.-DortragSreihe. Die erste Vortragsreihe „Gegenwarts- und Zukunftsfragen der deutschen Wirtschaft" der Abteilung für Betriebsführung und Verufserziehung in der DAF. fand am Freitag ihren Abschluß mit dem Vortrag des Dipl.-Jng. B i l l h a r d t vom Amt für Betriebs führung und Berufserziehung der DAF., Berlin, über das Thema „Die deutsche Rationalisierung als Mittel der Leistungssteigerung". Der Redner befaßte sich zunächst mit dem Begriff Rationalisierung, wie er aus der liberalistisch- materialistischen Zeit in schlechter Erinnerung haften geblieben ist, weil die damals betriebene Rationalisierung nicht gehalten hatte, was sie versprach. Es habe ernster Überlegungen bedurft, um diesen Begriff überhaupt in die nationalsozialistische Aufbauarbeit zu übernehmen. Im Grunde genommen bedeutet dieses von Ratio — Vernunft — abgeleitete Wort.vernünftig machen". In früherer Zeit war man daran gegangen, Fließbänder aus Amerika und Methoden aus anderen Ländern bei uns einzuführen. Es gab damals schon Warner vor diesem Ueb ertragen amerikanischer Methoden auf Europa und vor allem auf Deutschland. Die Zeit hat diesen Warnern recht gegeben! Diese Rationalisierung mußte versagen, weil an ihrem Anfang die Rentabilitätsrechnung stand. Erst die weltanschauliche Wandlung hat eine neue Voraussetzung für die Anwendung der Rationalisierung gegeben. Während früher die menschliche Arbeitskraft dem Geldwert gleichgesetzt wurde, ist jetzt der Mensch über alle materiellen Dinge gesetzt. Führer und Gefolgschaft sind jetzt die Hauptfaktoren. Die Rationalisierung, die jetzt angestrebt wird .und die eine deutsche Angelegenheit ist, ist gekennzeichnet durch drei Hauptmerkmale: 1. durch eine hervorragend geordnete Gemeinschaft in dem Betrieb, der die Maschinen möglichst vollkommen zugeordnet sind, damit die Gemeinschaft die höchsten Leistungen erzielen kann; in diesem Falle wird als vernünftig angesehen, was die Leistung der im Betriebe beschäftigten Menschen hebt und steigert. 2. dadurch, daß jedes Gefolgschaftsmitglied Träger des Willens zur Rationalisierung ist, wie er nach höherem Wunsche auch Willensträger der Entscheidungen des Führers sein soll, was namentlich der deutsche Arbeiter in letzter Zeit überall dort, wo er eingesetzt wurde, bewiesen hat. 3. muß die Grundlage einer Verbesserung im Betrieb geschaffen werden, wie das durch die Normalisierung und Typisierung vielfach, aber noch nicht überall erreicht wurde. Die entscheidende Rationalisierungsmaßncchme im Betrieb muß nicht nur hingenommen, sondern mitgemacht werden. Dabei werden nicht nur manche Betriebe hinfällig werden, sondern auch mancher Arbeiter in andere Berufe oder Wirffchaftszweige hineinwachsen müssen. Diese nüchternen Tatsachen werden aber allseitig richtig erkannt werden, wenn den Betroffenen das große Ziel vor Augen gestellt wird. Die Leistungssteigerung wird sich in allen Betrieben ermöglichen lassen, wenn der einzelne Mann mit dazu herangezogen, für die Mitarbeit gewonnen und interessiert wird. In jedem Betrieb läßt sich, wie der Redner an praktischen Beispielen anführte, eine Leistungssteigerung herbeiführen, wenn nicht betriebsblind vorgegangen, sondern mit Energie und Umsicht alte Gewohnheiten gewandelt, auf hochwertige Arbeitsweisen hingewiesen und für jeden Arbeiter der richtige Platz ausgesucht und geschaffen wird. Voraussetzung für dieses Gelingen wird immer die innere Haltung des Betriebsführers und feiner Gefolgschastsmitglieder fein. Der Reichst)erufswettkampf und der Leiftungswettkampf der Betriebe mit dem Ziele des Musterbetriebes sind wertvolle Hilfsmittel in dieser Richtung. Schon jetzt gibt es Beweise dafür, daß durch vernünftiges Vorgehen die Leistungssteigerungen Formen von ungeahntem Ausmaß annehmen. Diese Leistungssteigerung ist notwendig, wie der Redner ausführte, um Öen, Lebensstandard des deutschen Menschen zu heben, der jetzt schon »seinen Volksempfänger hat, demnächst seinen Volkswagen erhält und der auch zu der Vierzimmerwohnung, wie sie jetzt schon geschaffen wird, kommen muß. Sie hat aber auch eine weitere Bedeutung auf wehrwirtschaftlichem Gebiet zur Sicherung unserer Freiheit und dient nicht zuletzt den kulturpolitischen Aufgaben, die der Führer dem Volke gestellt hat, damit, wie die Dome des Mittelalters, die repräsen- tablen Bauten von heute den späteren Generationen von der Größe einer Zeit künden, in der ein Führer das Großdeutsche Reich geschaffen hat. Wenn es den Betriebsführern gelingt, für diese Zwecke Arbeitskräfte freizumachen, dann dient er diesen kulturpolitischen Zielen des Führers. Eins aber ist dabei zu beachten, daß nicht durch falsche Behandlung ein für das Werk des Führers gewonnener Volksgenosse enttäuscht wird, sondern daß durch eine verständnisvolle Führung das ganze Volk begeistert wird, sich für diese politischen Notwendigkeiten restlos einzusetzen. Autounfall bei Harbach. Reiskirchen, 30. Mai. Auf der Straße Gießen—Grünberg ereignete sich am 1. Pfingstfeier- tag um 10 Uhr in der Gemarkung Harbach ein Verkehrsunfall. Ein Gießener Kaufmann, der mit Frau und Kind im Auto war, fuhr gegen einen Baum. Die Insassen des Wagens erlitten glücklicherweise nur leichte VerleAingen, mußten aber Firma ein Betriebsappell statt, bei dem der Betriebsführer und der Betriebsobmann dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche übermittelten. Don der Direktion wurden ihm an feinem, ge- fchmückten Arbeitsplatz, wie auch von der Gefolg- fchaft schöne Geschenke überreicht. Im Auftrage der DAF. übergab der Betriebsführer ihm die Ehrenurkunde der Gauwaltung. ♦* Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 19. dis 25. Mai ein gegen Kraftfahrzeugführer mit 17 Anzeigen und gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit einer Anzeige; gegen Radfahrer mit sechs Anzeigen und 11 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ** Drei Verletzte bei einer Schlägerei. In der Nacht zum 1. Pfingstfeiertag kam es zwischen mehreren jungen Leuten von hier und von auswärts, die offenbar ,pi viel Alkohol zu sich genommen hatten, zu einer Auseinandersetzung, die in eine schwere Schlägerei ausartete. Drei der Kampfhähne mußten mit Gehirnerschütterung, Blutergüssen und Verletzungen im Gesicht der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** Ein rücksichtsloser Sonntag sr eite r. Aus unserm Leserkreis wird uns geschrieben: Am ersten Pfingstfeiertag, vormittags zwischen 11 bis 11.15 Uhr, ritt auf einem hellbraunen, mittelschweren Pferd ein junger Mann in rücksichtslosester Weise in den Wiesen links hinter der Bergschenke herum. Nachdem er die dort gelegene Kiesgrube umritten hatte, sprengte er im Galopp mitten durch die Wiesen dem Walde zu. Dabei ist jede Hand voll Futter Volksgut! Ganz besonders aber verwerflich ist das Verhalten des betreffenden Sonntagsreiters, weil die Wiesen jetzt vor dem ersten Heuschnitt stehen. Allerlei Unfälle. In der Nacht zum ersten Feiertag stürzte der Kantinenwirt Heinrich Gans von hier so unglücklich mit dem Fahrrad, daß er mit einer schweren Kopfwunde der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. Da die Wunde durch Verschmutzung bei dem Sturz erheblich infiziert worden war, hat sich das Befinden des bedauernswerten Mannes leider ernst gestaltet. Der 19 Jahre alle Rangierarbeiter Heinrich Lotz aus Allendorf (Lahn), der auf dem Bahnhof Gießen beschäftigt ist, stieß mit dem Kopf gegen einen Signcllmast, wobei er schwere Verletzungen erlitt, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Klinik erforderlich machten. Der Pflastermeister Richard Wagner in Krofdorf erlitt bei einem Unfall eine schwere Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesicht. In Dornholzhausen (Kr. Wetzlar) wurde die 20 Jahre alte Anna Watz durch einen Schuß in den rechten Unterarm verletzt. Der Schuß war beim unvorsichtigen Hantieren einiger junger Leute mit einer Schußwaffe losgegangen und traf das zufällig in diesem Moment vorübergehende Mädchen. Beide Verunglückte mußten nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Beim Aufspringen auf den Zug löblich überfahren. * Höchst a. d. Nidder (Kr. Büdingen), 29. Mai. Am heutigen 2. Pfmgsffeiertag, etwas nach 14 Uhr, ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof ein Unglücksfall, dem leider ein junger Mann 3 um Opfer fiel. Der 21 Jahre alte Maurer Richard Quanj aus Höchst a. d. Nidder wollte auf den von Stockheim kommenden und im Banhof Höchst (Nidder) bereits im Ab fahren begriffenen Z u g in Richtung Heldenbergen—Vilbel aufspringen. Dabei glitt'der bedauernswerte junge Mann von dem Wagen ab, stürzte unter den Zug und wurde überfahren. Schwerverletzt wurde er zunächst nach feiner Wohnung und dann auf ärztlichen Rat nach Friedberg zum Krankenhaus gebracht, jedoch verstarb er. bereits auf dem Wege dorthin an seinen schweren Verletzungen. Win mann n»ie taufenö andere Roman von Konraö Trani Copyright by Carl Ouncker Verlag, Serlfn W35 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Kriminalbeamte erklärte sich bereit, aeduldig zu warten, bis der Arzt die Dernehmungsfähigkeit Voigts festgestellt hatte. Auch der Journalist wäre damit durchaus einverstanden gewesen und bedauerte nur, daß ihm grob mitgeteilt wurde, daß Herr Voigt niemand zu empfangen gedächte.' Der Bankier lag still und totenblaß auf einer bequemen Couch. Die Hönde lagen rnüd gefallet auf der dunklen Seidendecke. In seinen Augen war ein tiefer Schreck und ein großes Verwundern. Der Kriminalbeamte lächelte beruhigend und ausrnun- ternd. „Na, da hätten wir wieder einmal Glück gehabt, Herr Voigt, nicht wahr? Und wenn es Sie wirklich nicht aufregt, möchte ich Sie bitten, mir genau zu erzählen, wie Sie eigentlich in diese scheußliche Situation gerieten." „Darüber habe ich die ganze Zeit nachgedacht, Herr Kommissar", stöhnte der Bankier. „So lange ich noch Atem hatte, habe ich darüber nachgedacht; und es war mein erster Gedanke, als ich wieder Luft bekam ..." „Bitte?" erkundigte sich der Kriminalist und machte erstaunte Augen. „Fangen wir der Einfachheit halber ganz von Anfang an —" „Der Anfang war, daß ich zur gewohnten Zeit in die Bank ging. Die Post sah ich durch, ich sprach mit ein paar Klienten. Die meisten kenne ich recht gut, aber es waren auch zwei Fremde darunter. Dann —" „Wann?" ,Lch weiß es nicht, ich habe nicht auf die Uhr gesehen — stand auf einmal ein Herr neben mir —" „Wie sah er aus, Herr Voigt? Geben Sie mir eine möglichst genaue Personenbeschreibung!" sagte der Beamte. Der andere zögerte. „Er war mittelgroß und hatte entweder dunkelblonde oder lichtbraune Haare. Nicht hübsch, nicht häßlich. Recht gut angezogen, aber nicht übertrieben elegant ... Ein Herr, wie tausend andere in dieser Stadt. Wenn ich Mich erinnere, hat er einen braun- grauen Mantel angehabt. Aber ich kann mich irren. Der Herr hat mich so gar nicht interessiert." „Was wollte er?" „Er erkundigte sich nach dem Kurs und der Verzinsung von englischen Papieren. Ich habe mich ein bißchen gewundert, daß er sich an Mich wandte statt an meine Beamten, aber es gibt Menschen, die ders Ansicht sind, der Chef wisse alles besser. Das kenne ich ... Ich blätterte nach und gab ihm die Auskunft. Dann fragte er mich, ob ich ihm ein ober das andere Papier zeigen könnte. Auch recht, dachte ich Mir, stand auf uno machte die Tür der Stahlkammer auf, um ein paar Staats- ober Jnduftriepa piere herauszuholen und vorzulegen. Ich habe mich über feinen Wunsch nicht einmal gewundert, einem Bankier kommen die merkwürdigsten Menschen unter die Augen. Und die Idee, sich das hübscher aussehende Papier zur Vermögensveranlagung auszusuchen, ist zwar blitzdumm, aber nicht ungewöhnlich ..." „Und dann?" „Dann — dann drehte ich mich um. Um hinaus- zugehen. Aber die Panzertür der Stahlkammer war zu. Einfach zu! Zuerst war ich so erstaunt, daß ich bloß die Tür anglotzte ... Dann kriegte ich es mit der Angst und schrie. Dis mir einfiel, daß mein sinnloses Gebrüll kostbaren Sauerstoff verbrauchte. Ich trommelte mit den Absätzen gegen die Stahl- platten, obwohl ich wußte, daß keine Menschenseele mich hören konnte. Dann legte ich mich nieder und bemühte mich, meine Atemzüge ganz oberflächlich und sparsam zu halten. Und ich habe furchtbare Angst gehabt, um so größere Angst, als ich das Ganze einfach nicht verstand ... Ich verstehe es noch immer nicht." Voigt brach ab und lag ganz füll. Seine Frau, die neben ihm faß, ftteichelte facht feine Hände. „Wer würde aus ihrem Tod Nutzen ziehen?" fragte brutal der Kriminalist. „Niemand", kam prompt die Antwort. „Weder meine Familie noch meine Konkurrenz. Meine Arbeitskraft ist einiges wert, und ich brauchte nicht viel für mein Person. Und die Konkurrenz weiß, daß ich in meinem Sohn einen Nachfolger habe. Abgesehen davon, daß ich niemanden wüßte, der zu so drastischen Mitteln griffe „Haben Sie einen Feind?" „Jeder Mensch hat Feinde — und ein Bank mann erst recht. Aber keinen Todfeind." Voigt dachte mit gerunzelter Sterne nach. Er ließ die großen und kleinen Scharmützel seines Pri- vctt- und Berufslebens an sich vorbeiziehen. Nein! Diese Meinungsverschiedenheiten wurden nicht mit 1 Mord aus getragen — höchstens mit Angriffen auf die Kasse, für die die Börse und nicht ein Sauer- ftoffgebläfe das geeignete Werkzeug war. „Sie haben also den vermutlichen Täter nie gesehen?" „Sicher nicht. Ich habe ein gutes Personengedächtnis." „Kennen Sie ihren Retter, diesen Peter Jlke?" „Nein, aber ich möchte ihn kennenlernen", sagte Joses Voigt. * Zur gleichen Zeit vernahmen zwei Kriminalbeamte die Angestellten des Bankhauses Voigt, um nur wieder festzustellen, was für unglaublich schlechte Beobachter sogar recht kluge Leute sind. Unter der vorsichtigen Führung von zwei Sachverständigen plagten sich acht erwachsene Menschen, eine Liste all derjenigen zusammenzubringen, die im Verlaufe von anderthalb Stunden den Bankraum betreten hatten. „Der erste, der kam, war Dr. Hammer", sagte überzeugte der Kassierer. „Wer nein, der erste war der Rechtsanwalt ... Wie heißt er nur? Ja richtig! Rechtsanwalt Cur- tius!" „Der erste, der kam, war der Telegraphenbote", warf Fräulein Lauer ein — und wurde mit Verachtung gestraft. Denn erstens interessierte sich kein Mensch für einen harmlosen Telegraphenboten, zweitens war der erst gegen zehn Uhr gekommen, nachdem schon eine Reihe von Menschen die Bank passiert hatten. Nach endlosen Fragen schien den Krimmalbeamten ftstzustehen, wieviel alte Klienten des Bankhauses dort ihre Aufwartung gemacht hatten. Jetzt kam das viel schwierigere Kapttel: die Beschreibung der Unbekannten! Brille? Keine Brille? Haarfarbe. Dunkler Mantel oder heller Mantel? Größe. Alter. Acht Menschen nahmen zu jeder Frage mit Erbitterung Stellung, widersprachen sich in allem und jedem. Einer redete von A, wahrend der andere voll Eifer offenbar B beschrieb. Es war zwei Uhr vorbei, als die Angestellten endlich zu einem späten Mittagessen enttassen wurden und die Beamten ihre Auszeichnungen einpackten und ins Amt wanderten. „Vier Personen männlichen Geschlechts und eine rundliche Dame in mittlerem Aller, die dem Bankhaus Voigt unbekannt sind, haben heute dort zu tun gehabt", sagte nachdenklich der eine. „Auf die Personenbeschreibungen — mit Ausnahme des Pelzmantels der Dame, der von der Stenotypistin geschildert wurde, würde ich mich in keinem einzelnen Fall verlassen." doch ärztliche Hllfe in Anspruch nehmen. Das Auto wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Jleftbau mit Erbsenreisern. = Friedberg, 29. Mai. In dem Kreisort Masfenheimbei Vilbel hat sich in diesem Frühjahr erstmals ein Storchenpaar eingefunden, von jung und alt natürlich freudig begrüßt. Auf einer hohen Ulme am Erlenbach wurde mit dem Nestbau begonnen. Dabei wußten sich die klugen Tiere zu helfen. Sie Hollen sich das nötige Baumaterial aus den benachbarten Kleingärten, deren Besitzer nicht wenig erstaunt waren, als auf den Erbsenbeeten hier und da Erbenreisig verschwunden war. Selbst an die Reisighaufen eines Bauernhofes im Dorfinnern wagten sie sich heran und „klauten" sich dort, was sie zum Bau der Wohnung benötigten. Landkreis Gießen. Z Steinbach, 30. Mai. Landwirt Heinrich Krämer II. kann heute, 30. Mai, feinen 71. G e - b u r t s t a g feiern. Er erfreut sich noch einer guten Gesundheit und kann fleißig in der Landwirtschaft arbeiten. Herzlichen Glückwunsch. Oie Sommer- und Herbstferien im Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 28. Mai. Der Landrat hat im Einvernehmen mit dem Kreisschulrat und dem Bezirks- bauernführer für die Gemeinden des Kreises Wetzlar — mit Ausnahme der Stadt Wetzlar — unter Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Bedürfnisse die Sommer- und Herbstserien für das Schuljahr 1939 folgendermaßen festgesetzt: Sommerferien von Donnerstag, 27. Juli, bis Freitag, 18. August, das find 23 Tage; Herbstferien von Montag, 18. September, bis Samstag, 7. Oktober, das sind 20 Tage. Auf Antrag des Ortsschuloor- stehers kann der Beginn der Sommer- und Herbstferien um 7 oder 14 Tage vor- oder nachoerlegt werden. Hierbei ist auf die Sommerfahrten des Jungvolks Rücksicht zu nehmen. Kreis Wetzlar. > Dutenhofen, 28. Mai. Unsere Gemeinde beabsichtigt, eine neue Dreschhalle zu bauen. Durch die schlechte Witterung des vorigen Jahres, die oft das Dreschen unmöglich machte und wodurch viel Schaden entstand, kam der Wunsch, eine Dresch- halle zu bauen, zumal die meisten Landwirte ihre Frucht im Freien dreschen. Die Gemeinde ist bereit, die Dreschhalle zu erstellen. Man hofft, daß sich die Fertigstellung bis zum Sommerdrusch noch ermöglichen läßt, vorausgesetzt, daß die zuständigen Stellen die erforderlichen Holzmengen zur Verfügung stellen, womit in Anbettacht der Dringlichkeit des Baues gerechnet wird. Rundfunkprogramm Mittwoch, 31. Zltai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt dos Orchester Hermann Hagestedt. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt der Gaumusikzuq Schlesien. 9.30: Gaunachvichten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft ,Lraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Stuttgart. 14: Nachrichten. 14.10: Neue tänzerische Musik. 16; Aus dem Kurpark Bad Wildungen: Nachmittagskonzert. ' Einlage: „Das Mikrophon unterwegs". 18: Hier spricht der Jurist: Wie kommt eine Strafsache zustande? 18.15: Auf gut deutsch ... 18.30: Pflege deutscher Hausmusik. Es spielt die Spielschar Arheilgen-Darmstadt der Hiller-Jugend. 19: Fliegendes Deutschland. Unsere kleinsten Flugzeugkonstrukteure. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jnousttie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: OrchesterKonzert. (Jndustrie-Schallplat- ten und Eigenaufnahmen.) 21: „Rothschild siegt bei Waterloo". Hörspiel nach dem gleichnamigen Bühnenwerk. Don Eberhard Wolfgang Moller. 22: Nachrichten. 22.15: Kammermusik. Werke von Joseph Haydn. 23 bis 24: Musik aus Wien. „Natürlich nicht. Uebrigens halte ich es für nicht ausgeschlossen, daß es doch fünf Männer waren ... Am besten, wir rufen durch die Zeitung und den Rundfunk auf, sie sollen sich melden." „Der Richtige meldet sich nicht", warf der erste ein. „Nein, aber die Unrichtigen werden ausgeschattet. Melleicht fällt den Herrschaften doch etwas zu dem einen Fehlenden ein." Peter Jlke war geräuschlos aus dem Bankhaus verschwunden, als feine Arbeit getan war, und ging friedlichen Herzens, mit dem Gefühl, wirklich ein gutes Werk getan zu haben, in das Hotel zurück. Er wunderte sich, wie besonders devot der Portter ihn begrüßte. Denn Peter wußte nicht, eine wie wichtige Persönlichkeit Josef Voigt mar. Und wußte nicht, wie wenig Aufregendes in der friedlichen Mittelstadt vorfiel — jahraus, jahrein ... In der Halle sprangen vier Herren bei feinem Anblick hoch, als wären sie elektrisiert worden. Mer Reporter wollten ihn fermenlemen, vier Reporter wollten alles wissen! Der junge Mann sah sich bestürzt um. Gab es keine Möglichkeit zu fliehen? Er hatte ein gutes Werk getan. Warum solltt er nun dafür so bestraft werden? Seine braunen Augen waren gar nicht mehr heiter und zufrieden. Nichts haßte er mehr als solch ein Aufheben! Peter stöhnte, aber er ergab sich in sein Schicksal. Straßburger von Geburt. Dreiunddreißig Jahre alt. Verheiratet. Besitzer einer kleinen Fabrik für Präzisionsmafchinen. Ansässig in Lyon? Toulon? Toulouse? (Die Journalisten schrieben mit großer Geschwindigkeit, um dem raschen Diktat zu folgen. Wo war er daheim. Sie verstanden bas Wort nicht, und so kam es, daß in vier verschiedenen Zeitungen vier verschiedene Orte angegeben wurden.) „Wie kam es, daß Sie gerade im richtigen Augenblick auftauchten?" fragte einer energisch. Aus so nackten Tatsachen ist kein Bericht zu machen! „Ich halte mich feit drei Wochen in Ihrem Lande auf. Teils aus Vergnügen — Deutsch ist schließlich meine Muttersprache —, teils um mich umzusehen, ob ich nicht hierzulande einen zweiten Betrieb taufen* und ausbauen kann. Ich ging über die Hauptstraße, als ich bemerkte, daß in der Frauengasse irgend etwas los sein mußte. Da ich genau so neugierig bin wie meine übrigen Mitmenschen", grinste Peter, „habe ich mich dazu gedrängt. Na ja — und so kam es eben." „Wieso gelang Ihnen eine Arbeit, bei der ein erfahrener Schlosser versagte?" (Fortsetzung folgt.) treppt ^30rt lunben Bt Auf fingen E Dau- rten, Lls auf n eines J heran lau her Hinrich l-Te. !r fluten Wirtschaft ien im Ein» Bezirks. 1 Wetzlar nter $e= fnisse die r das i ^tgeietzt: ns Frei, rien von Oktober, ischlÜM b hech lchvecht rten les Gemeinde 1 bauen. Wahrer, wodurch ■ Dresch- ’iTte ihre ist bereit, i sich die h ermög- ?n Stellen ng stellen, »5 Laues 1 ! auf! 6: 1 zenspruch. das Dr» 7: Noch- Ratschläge zur Werk- ien. 9JO: >: Werks- M'nfchaft .15: M- ?fter des 14.10: | (i art Sa» i •_ Las r Jurist', j 115: Aus ausmusik. Habt der id. Unsere Tagesspie- fJndustrie- Nachrich- Tchallplai- d siegt * oller. U‘ e von N- ien. s für nicht waren ••• g und den der elfte )05 zu dem l Lantus r und glug wirklich fm )otel Zuru°' der Porte t, eine « lind mW . friedlichen "bd ftinem ,rt worden- n wer > iR' *5 lu te *"”l« 8W “S* Ute ‘r’Lgi^ so ! > ÖJ.«fpor< Fußball aus breiter Front in nicht. Die 10:2 6:6 4:8 4:8 56:25 40:41 39:47 29:51 1. TD. Kirchgöns 2. TV. Hörnsheim 3. Tgd. 37 Hanau 4. MSV. Barbara Gießen FreundschastSspiele. lufpo D.-Niederglrmes — SB. Rhenania Wirselen 6:11. Bei Niedergirmes klappte es diesmal vechällms aufweisen. Um die Hochschulmeisterschasten in Iußball und Handball. Im Rahmen des Deutschen Studententages 3m Juni und Juli Wettkampftage der HI. NSG. Der deutsche Jugendsport steht vor seinem wichtigsten (Ereignis im Jahreslauf, dos fein Wesen und seine Ziele am besten kennzeichnet, dem Reichssportwettkampf, der alle Jungen und Mädel einmal im Jahr zu einem sportlichen Dreikampf auf dem Sportplatz vereinigt. Während in den früheren Jahren Jungen und Mädel an zwei Sonntagen zum Wettkampf antraten, wird das seiner Tellnehmerzrsfer nach größte Sportfest der Welt in diesem Jahr an zwei Tagen, am 3. und 4. Juni, durchgeführt. Zum erstenmal werden in diesem Jahr die Wettkämpfe durch ein sämtliche Gebiete des Jugendsports umfassendes Rahmenprogramm zu Sportfesten ausgestaltet, die ihre Anziehungskraft auf eine breitere Öffentlichkeit nicht verfehlen werden. Don Jahr zu Jahr ist die Teilnehmerzahl des Reichssportwettkampfes gefHegen, und wir gehen nicht fehl, wenn wir die Zahl der an diesem Reichssportwettkampf aktiv beteiligten Jungen und Mädel heute auf weit über sieben Millionen schätzen. Die Durchführung dieser Wettkämpfe bedeutet auch organisatorisch eine ungeheure Aufgabe. he-it hatte Wehrum noch einmal zwei Minuten vor Schluß, aber der Ball war zu weich getreten, um den erstklassigen Torwart zu gefährden. Damit endet das mit Spannung erwartete Treffen unentschieden. „Teutonia" II — Lollar komb. 2:4 (0:2). Hier erwiesen sich die Gäste als die einwand- frei bessere »Mannschaft. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. . Die Aufstiegspiele. Don großer Bedeutung waren die Fußballauf- sttegspiele am ersten Pfingstfeiertag im Gau Hessen, da sich in beiden Gruppen die Tabellenführer zum ersten Gang stellten. Borussia Fulda setzte in Gruppe Nord ihren Siegeszug fort. In einem hartnäckigen Kampf mußte Tura Kassel mit 0:1 (0:0) geschlagen das Feld verlassen, so daß jetzt die Fuldaer in der Tabelle bei drei Spielen 6:0 Punkte aufweisen, während Kassel bei vier Spielen 6:2 Punkte verzeichnet. Der Reichsbahn RSV. Bebra und der FD. Breidenbach trennten sich 1:1 (0:1) unentschieden. In Gruppe Süd endete der Streit der Spitzenreiter unentschieden. Teutonia Watzenborn-Steinberg gelang es nicht, den TSV. 1860 Hanau auf eigenem Platz zu schlagen, 1:1 (1:1) lautete das Ergebnis am Ende. Der SC. Wirges brachte sich durch einen klaren 5:1 - (1:1-) Sieg über Phönix Bad Vilbel nachdrücklichst in Empfehlung. Wirges übernahm durch diesen Erfolg sogar die Tabellenspitze, da Hanau und Steinberg ein schlechteres Tor- Große Handball-Kämpfe der pfingstfeieriage Interessante Begegnungen. — Auch einige Lteberraschungen. In der zweiten Halbzeit lief der MSV. dann zu großer Form auf. Man merkte kaum, daß der elfte Mann fehlte. Die Stürmer wechselten blitzschnell ihre Plätze und schufen oft genug große Verwirrung in der Gästeverteidigung. Durch Strafwurf holte Grund den Ausgleich. Als bei einem schnellen Angriff Heimann unfair am Schuß gehindert wurde, deutete der Unparteiische auf die 13-Meter-Marke. Ollhoff verwandelte unhaltbar. Aber im Gegenangriff kam Volk frei zum Schuß, und für Frese gab es keine Chance zur Abwehr. 2 :2 stand der Kampf, und es war noch nichts entschieden. Der MSV. wurde immer mehr überlegen, und Hörnsheim mußte mit aller Kraft verteidigen. Grund schoß einen Strafwurf zum Führungstor ins Dreieck und erweiterte kurz darauf mit flachem Wurf auf 4 :2. Hofmann schoß dann freistehend nur an den Pfosten. Die Durchbrüche der Gäste blieben auch weiterhin sehr gefährlich, aber Frese war nicht mehr zu schlagen. Einen wuchtigen Angriff der Gießener schloß Hofmann mit schönem Alleingang ab und erzwang das 5 :2. Heimann erzielte ebenfalls mit einem Alleingang den sechsten Treffer und stellte das Endergebnis her. Bei den Hömsheimern waren die bekannten Spieler Wenzel, Michel und Jakobi die besten Leute. Die anderen taten aber auch ihre Pflicht. Die Elf spielte einen gefälligen Handball und konnte durch ihre faire Spielweise sehr gut gefallen. Bei den Gießenern war Torhüter Frese hervorragend. (Er hielt die schwersten Bälle und empfahl sich für größere Ausgaben. In der Hintermannschaft, die sehr sicher spielte, gefielen Richter und Möckel am besten. Der Sturm hatte in Grund seinen erfolgreichsten und in Heimann seinen besten Mann. Einen vorzüglichen Eindruck hinterließ der Kasseler Schiedsrichter Guzschebauch. Die Tabelle: Urlauber, die zur Verstärkung eingestellt worden waren, kamen zu keinem Zeitpunkt richtig in Spiel. Man merkte ihnen die teilweise lange Pause an. Im übrigen gab es einen spannenden Kamps, der immer anständig geführt wurde und bis zum Schluß gefallen fonnte. Die Gäste, die um den Ausstieg in die Gauklasse mit in vorderster Front stehen, fpiek ten einen gefälligen Handball und ernteten zum Schluß verdienten Beifall. TB. Münchholzhausen — TB. Lützellinden 9.-9. Wer hätte das gedacht? Man rechnete allgemein damit, daß Lützellinden einen einwandfteien Sieg landen würde. Wenn es diesmal wieder anders kam, so ist das der beste Beweis dafür, daß man einen Gegner auch zu keinem Augenblick unterschätzen soll. Während Lützellinden zwei gute Spieler ersetzen mußte, trat Münchholzhausen komplett an. Seine Mannen haben „draußen" manches gelernt und sind auf dem besten Wege, ihren alten guten Ruf wiederzuerlangen. Besonders der Sturm befand sich in ausgezeichneter Verfassung und hatte einmal sogar einen Vorsprung von 8:4 Toren erzielt. TB. Ahbach — Tgs. Offenbach 5:8 (3:4); TB. Dutenhofen — Tgs. Offenbach 2:13 (ls5). Die Offenbacher haben auch diesmal chren guten Ruf bewahrt und in Dutenhofen sowohl als auch in Atzbach hervorragende Spiele gezeigt. Während diesmal Atzbach eine recht spielstarke Mannschaft zur Stelle hatte, kam Dutenhofen nur selten ht Fahrt und mußte sich hoch geschlagen betenneit Würzburg werden am Samstagnachmittag vor etwa 3000 Zuschauern auf dem sesllich geschmückten Platz des FV. 04 die Reichsentscheidungen im Fußball, Handball und Gelättdelauf ausgetragen. Im Fußball-Endspiel war die Universttät Breslau über die Universität Bonn sicher mit 3:0 (3:0) siegreich und die Universität Berlin sicherte sich den Sieg im Handball durch einen 10:8 (6:4) -Erfolg über die Universität Wien. Den 5-Kilometer- Geländelaus holte sich die Universttät Leipzig, während bester Einzelläufer Jenautzke (Köln) war. NSstL.-Leiflungsabzeichen für die Basketball-Mannschaft des MTV. Dieser Tage wurde verschiedenen Mitgliedern des Mtt>. eine besondere Ehrung zuteil. Dii 1. Basket- ballmannschast des Mtv. hatte im Frühjahr die Gaumeisterschaft errungen und stand somit als leib Es wird an 9571 Wettkampforten gekämpft, und eine Ueberfchlagsrechnung verrät uns, daß rund 340 000 Kampfrichter notwendig sind, um diese Wettkämpfe an den zwei dafür zur Verfügung stehenden Tagen reibungslos abzuwickeln. Die Siegermannschaften, also die beste Jungen- schast des Fähnleins, Kameradschaft der Gefolgschaft, Jungmädelschaft der JM.-Gruppe und Ma- delschaft der BDM.-Gruppe, erwerben sich mit ihrem Siea die Teilnahmeberechtigung an den Mannschaftskämpfen der Bann- und Untergausportfeste, auf denen sämtliche Gefolgschaften, Fähnlein, JM- (B nippen und BDM.-Gruppen durch ihre beste Mannschaft vertreten sind. Damit ist der Reichs- sportwettkampf aber nicht abgeschlossen. Die besten Mannschaften der Banne und Untergaue treffen sich wiederum beim Gebiets- und Obergausportfest und kämpfen dort um die Teilnahmeberechtigung zu den HJ.-Kampfspielen, die in diesem Jahr während des Reichspartettages in Nürnberg durchgeführt werden. Nach dem Reichssportfest der HI. am 3. und 4. Juni, das in allen Standorten durchgeführt wird, finden im Gebiet Hessen-Nassau die Sportfeste der verschiedenen Banne an verschiedenen Tagen statt. Das Sportfest des Bannes 116 wird am 10. und 11. Juni in (Ziehen durchgeführt. Heinzmann, Haas, Lang, Schmidt, Däublin, Wehrum. Recht vielversprechend begann das Rennen. Wunderbar kam Steinbergs Sturm in den Hanauer Strafraum, und bereits in der 10. Minute führte Steinberg 1:0. Schmidt wurde unsanft gelegt. Strafstoß! Spezialist Fett war zur Stelle und der Bombenschuß prallte von der Mauer ins Tor. Großer Jubel und Anfeuerungsrufe! begleitete diesen Erfolg. Aber nun ebbte Steinbergs Offensive schon ab. Im Sturm kam kein Kombinattonsspiel zustande. Es fehlte die Energie! Trotzdem dauerte es bis kurz vor der Pause, ehe Eichhorn eine schöne Kombination mit dem krönenden Torschuß abschloß. Die restlichen Minuten der ersten H allezeit verstrichen ungenutzt. Nach dem Wechsel das gleiche Spiel! Allmählich merkte man jedoch heraus, daß Hanau bestrebt war, dieses Unentschieden zu halten.. Vor beiden Toren spielten sich noch große Szenen ab, aber zu Toren reichte es micht mehr. Eine große Gelegennehmer an den Gaugruppenspielen um die deutsche Meisterschaft im Basketball fest. Es gelang den Mtvern anläßlich des Turniers in Heuchelheim den 2. Platz zu erringen. Die Mannschaft befand sich damit unter den letzten acht im gesamten Reichsgebiet. Für diesen ehrenvollen Platz erhielt nun die Mannschaft das Leistungsabzeichen des NSRL. Folgende Spieler wurden damitt bedacht: A. Berken- kenhoff, E. Haas, K. H. Krausch, R. Krausch, E- Möckel, P. Pfeifer, O. Rau und E. Winter. Untere HI. beim Weivig-Bergfest. Eine vom L.-Stellenleiter des Bannes 116, Fontius (Gießen), angeregte Besprechung im Ausschuß für das Weidig-Bergfest befaßte sich eingehend mit der Mitwirkung der Hitler-Jugend beim 3. Weidig-Bergfest auf dem Schrenzer bei Butzbach am 17. und 18. Juni 1939. Als Ergebnis kann verzeichnet werden, daß das Weidig-Bergfest zugleich das Bergfest des Bannes 116 sowie des Untergaues des BDM. ist. Der Bann 116 wird außerdem benachbarte Banne zur Teilnahme an den Wettkämpfen einladen. Die HI. wird im Rahmen der Wettkämpfe nicht nur ihre sportlichen Wettbewerbs austragen, sondern auch an der Festgestaltung wesentlichen Anteil nehmen. Das Weidig-Bergfest ist offen für männliche und weibliche Jugend aus dem Bereich des Bannes und Untergaues 116 (Wetterau). Teilnahmeberechtigt sind alle Angehörigen der HI. und des BDM., die nach dem 1. September 1920 geboren sind. Die Jugendkämpfe finden unter Aufsicht der HI. und des BDM. statt. Die technische Durchführung liegt in den Händen des NSRL. Der L.-Stellenleiter und die Untergaufportroartin haben die folgenden Jugendwettkämpfe zum Weidig- Bergfest ausgeschrieben: Männliche Jugend. Jahrgang 19 21/22 und nach dem 1. September 1920 Geborene: 100-Meter-Lauf, 13,2 bis 17,2 Sekunden; Kugelstoßen (5 kg), 6 bis 12 Meter; Weitsprung, 3,80 bis 5,80 Meter; Hochsprung, 1 bis 1,50 Meter. Jahrgang 1923 und jünger: 100-Meter- Lauf, 13,8 bis 17,8 Sekunden; Kugelstoßen (5 kg), 5 bis 11 Meter; Weitsprung, 3 bis 5 Meter. Weibliche Jugend. Jahrgang 19 2 1/22 und nach dem 1. September 1920 Geborene: 100-Meter-Lauf, 13,8 bis 17,8 Sekunden; Kugelstoßen (4 kg), 3 bis 9 Meter; Hochsprung, 0,80 bis 1,30 Meter. Jahrgang 1 923 und jünger: 75-Meter- Lauf, 11,8 bis 15,8 Sekunden; Hochsprung, 0,70 bis 1,20 Meter; Dollballwurf, 10 bis 20 Meter. 10X100-Meter-Pendel staffel für die männliche Jugend um den Moritz^Kuhl-Wanderpreis (Verteidiger Tufpo. Butzbach). folgen. Innerhalb ganz kurzer Zett war eine zweite Auswahlelf zusammengestellt, die sich ebenfalls nur aus die umliegenden Ortschaften beschränkte. — Wenn man dem Auftreten zunächst mit einem ae- rpissen Mißtrauen begegnete, so mußte man sich bald und gründlich berichtigen. Denn die aufgestellten Spieler zeigten einen hervorragenden Handball und eine Mannschaftsarbeit, die man sonst von Auswahleinheiten nicht gewohnt ist. Im großen und ganzen hat die Veranstaltung ihren Zweck erreicht. Die Mannschaftett standen: A.: Wenzel (Hörnsheim); Luh (Allendorf), Volk (Hörnsheim); Hahn und Michelheim (Hörnsheim), Philipp (Lützellinden); Altenheimer (Lützellinden), Jakobi (Hörnsheim), Allendörfer (Lützellinden), Schäfer (Garbenheim), Will (Lützellinden). B.: Altmann (Münchholzhausen); Brück (Garbenheim), Köhler (Münchholzhausen); Ulm (Heuchel- heim), Rupp (Garbenheim), Schmidt (Hörnsheim); Hepp und Hels (Münchholzhausen), Volk (Allendorf), Diehmcmn (Münchholzhausen), Weber (Hochelheim). Schäfer brachte die A-Mannschast überraschend in Führung, bald jedoch folgte durch Hels der Ausgleich. Allendörfer stellte die alte Differenz wieder her und abermals war es Hels, der den Gleichstand herstellte. Durch Viehmann kam die B-Elf erstmalig in Führung, die bald darauf auf 4:2 erhöht wurde. Zu diesem Zeitpunkt machte sich eine drückende Ueberlegenheit bemerkbar, die nicht zuletzt auf schwache Minuten des gegnerischen Tormannes zurückzufuhren waren. Die Spannung nahm nach der Pause bei hervorragenden Leistungen mehr und mehr zu. Herrliche Paraden der beiden Torhüter, von denen Altmann diesmal etwas bester war, lösten eine vorbildliche Mannschaftsarbeit ab. — Die zahlreichen Zuschauer kamen aus der Spannung nicht mehr heraus. Ihre Zustimmung kam in Beifallskundgebungen immer wieder zum Ausdruck. MSV. „Barbara-' Gießen besiegt den Tv. Hörnsheim 6:2 (O:-l). Nach dem Sieg über den Tabellenführer, Turnverein Kirch-Göns, gelang es den Artilleristen, nun auch den Tabellenzweiten, Turnverein Hörnsheim zu schlagen. Die zahlreichen Zuschauer erlebten auf dem Platz an der Bleidomkaserye einen spannenden und schönen Kampf. Die Hörnsheimer kamen in stärkster Aufstellung und wollten unbedingt ihre letzten Chancen, Kirch-Göns einzuholen, wahren. Aber obwohl die Soldaten das ganze Spiel mit nur zehn Mann durchstanden, war für den Gast nichts zu gewinnen. Die Gießener, die mit Frese; Eckrich, Jllmann; Möckel, Richter, Frese; Heimann, Hofmann, Ollhoff, Grund spielten, waren wieder groß in Fahrt. Sie haben nun die Aufsttegsspiele mit zwei prächttgen Siegen abgeschlossen und können mit diesem Erfolg zuftieden sein. Das Spiel mar zunächst verteilt, und es schien, als wollten keine Tore fallen. Auf beiden Seiten waren die Hintermannschaften äußerst aufmerksam und vereitelten jeden Erfolg. Mehrmals zeigten die beiden Torhüter schöne Paraden. Der Soldatentorhüter bekam die schwereren Sachen zu halten, da die Gäste mit dem Wind spielten. Bei einem blitzschnellen Angriff der Turner kam ein Stürmer frei zum Schuß, aber Frese rettete mit prächtiger Robinsonade. Auf der Gegenseite konnte Wenzel einen wuchtigen Schuß von Ollhoff nur an die Latte lenken, von wo er glücklicherweise ins Feld zurück- fprang. Kurz danach schoß Grund nur knapp über die Latte, und auch Richter hatte mit einem schönen Wurf Pech. Wenige Minuten vor der Pause fiel dann endlich das erste Tor. Ein Stürmer der Blau- Weißen wurde am Wurf gehindert, und den fälligen Freiwurf schoß Jakobi an der Mauer vorbei ins Netz. Das Halbzeitergebnis entsprach dem Spielverlauf, denn die Gäste hatten in der ersten Hälfte etwas mehr vom Spiel. Die Frage, wer in diesem Jahre in die höchste Klasse aufsteigt, ist in den Feiertagen zugunsten des TV. Kirchgöns beantwortet worden. Allerdings hat ihm ausgerechnet Hörnsheim Schrittmacherdienste insofern erwiesen, als die Mannschaft in Gießen geschlagen wurde. Auf der anderen Seite konnte Kirchgöns auf eigenem Platz gegen Hanau gewinnen, so daß selbst bei einem günstigen Ausgang der in Ansicht genommenen Anfechtung der Spielwertung HörnSheim/Kirchgöns feine Aende- rung mehr erzielt werden kann. — Wenn es diesmal der sympathischen Hömsheimer Mannschaft nicht gelang, den erhofften Erfolg zu erringen, so hat sie ttotzdem die Gewißhett, ihre tatsächliche Stärke mehr als einmal unter Beweis gestellt zu haben. Darüber hinaus haben die Aufstiegspiele manche Anregungen vernüttett, die in kommenden Zeit nutzbringend angewandt werden können. Tv. Kirch-Göns - Tgde. Hanau 10:5 (7:2). Der 1. Feiertag brachte dem To. Kirch-Göns im Spiel gegen die Tgde. Hanau die Berechtigung zum Ausstteg zur Gauklasse. Wenn schon das Vorspiel in Hanau von Kirch-Göns klar gewonnen wurde, so war man sich ttotzdem bewußt, daß die Gäste in letzter Zeit wesentlich durch Neueinstellungen an Spielstärke gewonnen hatten; so wurde auch der Kampf von Kirch-Göns, denen nur noch ein Punkt zum Aufstieg fehlte, entsprechend vorbe- breitet. Die Mannschaften bestritten den Kampf in folgender Aufstellung: Kirch-Göns: Becker, Krämer. W. Jung, See- berg, E. Nern, Wirth, R. Diehl, E. Nem, W. Diehl, Paukner, O. Jung. Hanau: Stork, Holzschuh, Dächer, Hof, Hau, Schulz, Müller I., Gauthier, Hirn, Lutz, Müller II. Das Spiel brachte zwei grundverschiedene Halbzeiten; während man in der ersten Spielhälfte eine Ueberlegenheit der Platzmannschaft feststellen konnte, wurde der Kampf gegen Ende mehr ausgeglichen und ncchm auch an Schnelligkeit und Spannung wesentlich ab. Es mag sein, daß die Verletzung eines Kirch-Gönser Spielers in der zweiten Halbzeit sich sehr zum Nachteil seiner Mannschaft aus- wttkte und so die Mannschaft der Gäste etwas aufkommen lttß. Wenn auch Hanau anfangs die Erfolge der Kirch-Gönser immer wieder ausgleichen konnte (2:2), dann ist es nur einem ausgesprochenen Schußpech der Platzmannschaft zu verdanken, daß schon in der ersten Viertelstunde nicht wesentlich mehr Tore erzielt wurden. Halbzeit 7:2! Ein Kirch-Gönser Spieler fällt nach dem Wechsel durch Verletzung aus, Hanau kommt hierdurch etwas besser zum Zug, kann aber trotzdem nicht mehr entscheidend eingreifen. Auf 9:5 kommen die Gäste heran; ein abschließendes Tor der Platzmannschaft beendet den Kampf, der von den Kirch-Gönsern verdient gewonnen wurde. Bei Hanau war vor allem der Sturm nicht auf der Höhe; er verfiel zu sehr auf überflüssiges Kombinieren, anstatt im geeignten Augenblicke auch einmal einen richtigen Schuß anzubringen. Kirch- Göns schnitt das Spiel anfangs etwas zu stark auf die Mitte zu und ließ die Außenstürmer nur wenig zu Wort kommen; ttotzdem aber wurden Erfolge erzielt und nur durch allzureichliches Schußpech wurde das Halbzeitergebnis nicht schon zweistellig. Die Leitung des Spieles hatte Becker (Gießen). Kreismannschast A — B. Werbespiel in Allendorf (Lahn). * Wenn es auf der einen Sette auch tief bedaueriich war, daß der Kreis Marburg noch am Samstag absagte, so ist es andererseits doch hoch anzuerkennen, mit welchem Interesse die heimischen Handballer die Arbeit der verantworüichen Männer ver- Bedeutende Fußballkämpfe im ZReirf). Im Reich gab es an den Pfingsttagen eine Reihe i bedeutender Fußballtteffen. Aus dem großen Tur- ntier der sächsischen Spitzenmannschaften ging über» naschend der Planitzer SC. als Sieger hervor. Am ersten Tag schlug er in Chemnitz den VfB. Leipzig mit 4:0 (2:0) und am zweiten zu Hause den Polizei-SV. Chemnitz, der im ersten Spiel den BC. Hartha 1:0 (1:0) bezwungen hatte, mit 6:4 (3:0). 3m Trostspiel trennten sich Hartha und VfB. 2:2 (1:1). Mit wechselndem Erfolg kämpfte der Niedersachfenmeister VfL. Osnabrück. Gegen Holstein Kiel ocrlor er mit 2:5 (1:2) und gegen Neumünster 1910 5Heb er 4:0 erfolgreich. Holstein Kiel, der deutsche Altmeister, schlug nicht nur Osnabrück 5:2, andern auch Hertha-BSC. Berlin mit 3:0 (1:0). Der Wiener SC. siegte in Breslau gegen Hertha 8:1 und mit dem gleichen Ergebnis behauptete sich Der Sudetenmeister Warnsdorfer FK. in Zih !:au. Schließlich blieb auch noch Slavia Prag mit 3:1 über „Guts Muts" Dresden erfolgreich. Von den „letzten Vier" der deutschen Fußballmeisterschaft trat nur Schalke 04 auf den Plan. Die .Knappen" siegten in Koblenz gegen Tus Iteuenborf mit 3:1, obwohl sie Szepan, Kuzorra und Schweissurth nicht dabei hatten. — For - mna Düsseldorf, der Niederrhemmeister, ■egte in Kreuznach gegen die Eintracht 8:0 und *eim Wiener Turnier gewann Rapid Wien, frer deutsche Pokalmeister, mit 2:1 über den SK. Preßburg und mit 5:0 über Zidenice Brünn. Au- ftria Wien verlor gegen Zidenice 0:2, schlug aber [ Preßburg 6:2. Fußball-Kreundschastsspiele und Aufstiegskämpfe im Gau Hessen. Die Niederrhein-Gauligaelf von Westende Ham- :iorn, die schon einmal vor einigen Wochen in Süü- !»eutschland weilte, war an den Pfingsttagen im Gau Hessen beim SV. 09 Somborn zu Gast, der Jubiläum feierte. Am ersten Tag siegten die Rhein- länber mit 9:0 über den Gastgeber, und am ' M eiten Tag schlugen sie eine Auswahl des Kreises ,'reigericht mit 5:1. Der VfB. Groß-Auheim unter» lig gegen die Frankfurter Sportfreunde 1:2, und . ewa Wachenbuchen zog gegen Germania Bieber nit 0:3 den Kürzeren. Auch gegen Gießen 1900 Lichte es für Kewa nur zu einem 1:1. In Kassel mb es zwei Lokalspiele: Kurhessen und Tuspo. r-ennten sich 4:4, und BC. Sport schlug den BV. 06 ritt 1:0. Hanau 93 und Dunlop Hanau waren auf großer Fahrt. Der Altmeister siegte in Gotha 4:1 int) spielte in Sömmerda 2:2. Dunlop schlug Krupp l- heinhausen 2:1, und gegen Krupp Essen gab es tm glattes 5:0. Im Gau Südwest. Freundschaftsspiele : FSV. Frankfurt g-tgen 1. SV. Jena (Sa.) 3:2; Eintracht Frankfurt g-gen Sparta Prag (So.) 4:0; FV. Saarbrücken c gen Stuttgarter Kickers (So.) 4:2; Kickers Offen» buch gegen Spvgg. Köln-Sülz (Mo.) 2:1; Rb. 05 Mainz gegen Spvgg. Sandhofen (Mo.) 3:2; Opel Ostelsheim gegen Spvgg. Sülz (So.) 4:1; TSG. 61 Ludwigshafen gegen Spvgg. Mundenheim (Sa.) 2:2. Tfchammervokal : Kickers Obertshausen Ngen Einttacht Frankfurt (Mo.) 2:2 (nach Verl.). lUm den Gauliga-Verbleib: i: Frankenchal FK. Pirmasens — Rb. Frankfurt 2:2. ^Aufstiegsspiele : 1. FC. Kaiserslautern Men VfR. Frankenthal (So.) 2:1; Union Niederrad zogen GfL. Darmstadt (Mo.) 1:0. Und im Gau Bayern. Uufstiegsspiel: VfR. Schweinfurt gegen Tacker München (So.) 3:1. Turnier in München : Post München jtgen Post Wien 3:2; Post Berlin gegen Hansa vünchen 1:0; Post Wien gegen Hansa München 7:0; ßist München — Post Berlin 5:1. .Teutonia» Steinberg — Hanau 1860 1:1 (1:1). Mne große Zuschauermenge war auf den „Teu- !Men"-Platz gekommen, um Zeuge eines Sieges kT Steinberger zu sein. Diese Hoffnung wurde etod) nicht erfüllt. Es gab ein Spiel ohne beson- k:-e Glanzpunkte! Wohl kämpften die tapferen gifte mit größerem Elan und Steinberg war auch Mich bemüht, Sieg und Punkte zu erringen, aber ir■: Klassespiel war es nicht. Die Hanauer hatten n ihrem Tormann den besten Mann. Die Bälle ni{fierte er sicher und es ist wohl fein Hauptoerdienst, 'cy Steinberg nicht gewann. Die übrige Mann- l^ftsbesetzung war gleichmäßig gut. Die „Teutonen" hatten ihren beften Mann in Nau- unn, der fabelhaft wirkte. Hart und ver- iien kämpfte er um den Sieg bis zur letzten Ja nute, aber er allein konnte es auch nicht schaf- H. Der gesamten übrigen Elf fehlte der Elan der Angriffsgeist. Irgend etwas Hemmendes aite sich der meisten Spieler bemächtigt, so daß der r sich erwartete Sieg nicht zuttaf. 5teinberg stellte sich mit stärkster Aufstelluna, {mit: Happel, Fett, Buß, Naumann, Hederich, Atzbach ließ sich durch den Namen nicht einschüchtern, zeigte vielmehr einen vorbildlichen Eifer und konnte so zum Schluß ein mehr als überraschendes Ergebnis erzielen. Dutenhofen hatte sich anscheinend etwas zuviel oorgenommen; denn seine Spieler zeigten deutlich Ermüdungserscheinungen. Eine Halbzeit lang hielten sie das Tempo durch, klappten aber dann 311m Schluß mehr und mehr zusammen. Tufpie Ockershaufen — TV. Krofdorf 10:14 (&4). Wenn auch Krofdorf diesmal etwas verstärkt antretcn konnte, so ist das Abschneiden trotzdem anerkennenswert. Der Gegner, der eine Zeitlang in Führung lag, wurde buchstäblich überspielt und kann von Glück sagen, nicht noch höher verloren zu haben. TV. Lang-Göns I — TV. Hörnsheim 3gb. 19:6. Die Hörnsheimer Jungens waren etwas zu schwach, um gegen die gut aufgelegten, seit langer Zeit erstmalig wieder spielenden Langgönser eine Rolle spielen zu können. Sie mußten unter diesen Umständen nach harter Gegenwehr eine hohe Niederlage hinnehmen. —L.— Klein-Linden 3gb. — Beuern 7:6 (5:1). Die Gäste, Beuern, stellten eine sehr flinke, gut geschulte Mannschaft ins Feld, die aber in der ersten Halbzeit sehr unter Schußpech litt. Klein-Linden, körperlich etwas überlegen, kämpfte von Anfang an mit zäher Verbissenheit um den Sieg und führte acht Minuten nach Anstoß bereits mit 2:0. Dann gelang den Gästen der erste Torwurh Vor Halbzeit kann Klein-Linden noch dreimal einsenden. Nach der Pause konnten die Gastgeber noch zwei weitere Tore erzielen. Beuern ließ aber nicht lo'cker und kämpfte unentwegt weiter, bis der Eifer schließlich von Erfolg gekrönt war. Um Haaresbreite wäre das Spiel noch unentschieden ausgegangen. Meisterschafts-Endspiele im Handball. Gruppe 1: Elektra Berlin — MSV. IN. 49 Carlowitz 13:8 (11:3); MSV. Bischofsburg — Polizei Stettin 10:7. Gruppe 4: SV. Waldhof — TV. Altenstadt 12:3 (5:3). Fr ciuen - Vorrunde (Wi e d e r h 0 l u n g): Fortuna Leipzig — Magdeburg FrSC. 3:4 (0:3). Deutschland-Schweden 3:2. N G WD b » Henkel und von Metaxa beglückwünschen ihre Gegner R 0 h l s s 0 n und Schröder (rechts) zu ihrem Siege. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Im Davispokülkampf zwischen Deutschland' und Schweden, der am Samstagnachmittag auf der Berliner Rot-Weiß-Anlage am Hundekehlensee begann, sicherte sich Deutschland durch den Gewinn der beiden ersten Einzelspiele eine 2:0-Führung. Während aber Roderich Menzel gegen den jungen, athletischen Morgan H u l t m a n nur drei Spiele abgab und überlegen 6:0, 6:2, 6:1 gewarnt, bezwang Heinrich Henkel dep überraschend starken Karl Schröder erst nach 2X>stündigem Kampf mit 5:7, 3:6, 6:2, 8:6, 6:3. Niederlage im Doppel. Eine wenig schöne Psingstüberraschung bereiteten Henkel - von Metaxa -am Sonntag 2000 Zuschauern auf den Berliner Rot-Weiß-Plätzen. Die Deutschen hatten die Aufgabe, das 3:0 im Davispokalkampf gegen Schweden herzuftellen, scheiterten aber an dem blonden Schweden Rohlsson, der von Schröder ausgezeichnet unterstützt wurde. Die Gäste siegten in vier Sätzen 6:2, 1:6, 6:3, 6:3. Die Entscheidung am Montag. Mit einem 3:2-Sieg über Schweden zogen die deutschen Tennisspieler am Pfingst-Montag in die Vorschlußrunde der Europa-Zone im Wettbewerb um den Davispokal ein. Die Entscheidung fiel — nach der überraschenden Niederlage im Doppel — am Montag im vorletzten Einzelspiel. Roderich M e n z e l schlug den schwedischen Spitzenspieler Karl Schröder sicher 2:6, 6:3, 6:3, 6:3. Da die 3:1- Führung den Sieg bedeutete, trat Henner Henkel 3um letzten Kampf gegen Hultman nicht mehr an. Nach diesem Verzicht auf einen Punkt endete somit die Begegnung 3:2 für Deutschland. * I n Brüssel gewann Belgien den D a - vispokalkampf gegen Norwegen sicher mit 4:1 und erreichte damit die Vorschlußrunde. Hier werden die Jugoslawen die Gegner der Belgier sein. England schlug Frankreich im Davis- potalkampf in Wimbledon mit 3:2 und tritt nun am nächsten Wochenende in Berlin gegen Deutschland an. In Mailand gewann Jugoslawien gegen Italien das Doppel und führt nun 2:1 und in Brüssel sicherte sich Belgien gegen Norwegen eine 2:0-Fuhrung. Um die deutsche Bereinsmeisterschaft. München 4860 vor Berliner ©6. Nur zehn von den vierzehn zur Meisterklasse gehörenden deutschen Leichtathletik-Vereinen beteiligten sich an den Pfingstfeiertagen an den ersten Kämpfen zur Deutschen Vereins-Meisterschaft. Es fehlten St. Georg Hamburg, der Hamburger AC., der 1. FC. Nürnberg und der Luftwaffen-SV. Berlin, die nun im Juni noch einmal Gelegenheit haben, ihr Können zu beweisen, lieber 30 000 Punkte tarnen lediglich München 1860 und der Berliner SC. An der Spitze liegt der deutsche Meister mit 30 409 Punkten. Die genaue Reihenfolge lautet: 1. TSV. 1860 München, 30409 Punkte; 2. Berliner SC., 30 152 Punkte, 3 ASV. Köln, 29 823 Punkte; 4. DSC. Berlin, 28 744 Punkte; 5. Pol.-SV. Berlin, 28 687 Punkte; 6. Stuttgarter Kickers, 28 133 Punkte; 7. SC. Char- lottenburg, 27 774 Punkte; 8/ CT./Hessen-Preußen Kassel, 27 278 Punkte; 9. DSC. Düsseldorf, 26 458 Punkte; 10. Polizei-SV. Stuttgart, 25 586 Punkte. In der Reichshauptstadt traten die drei Berliner Großvereine Deutscher SC., Polizei-SV. und SC. Charlottenburg zum Kampf um die DVM. an. Am ersten Tage standen die Laufbabnen auf dem Hanns-Braun-Sportplatz unter Wasser, so daß die äußeren Bedingungen sehr ungünstig waren und auch die Leistungen dementsprechend hinter den Cr- wartungep zurückblieben. Am Montag war das Wetter zwar besser, aber der Rückstand konnte nicht mehr aufgeholt werden. Der DSC. siegte mit 28 744 Punkten vor dem Polizei-SV (28 687) und dem SCC. (27 774). In bester Form befand sich wieder der Polizist Trippe, der mit 15,98 Meter' den Olympiasieger W ö I l k e (15,90 Meter) im Kugelstoßen hinter sich ließ und auch das Diskuswerfen mit 47,25 Meter vor Schröder (45,17 Meter) gewann. Schaumburg lief die 1500 Meter in 4:00,5 und die 5000 Meter in 15:19,0. Auch der BSE. über 30 000 Punkte. Die neue Meisterklasse der deutschen Leichtathletik- Vereine hat bei ihren ersten Kämpfen um die DVM. an den Pfingstfeiertagen schon beachtliche Leistungen gezeigt. Nachdem der deutsche Meister München 1860 in Stuttgart mit 30 409,84 Punkten seine ausgezeichnete Form bewiesen hatte, überbot auch der Berliner SC. in Köln mit 30152,86 Punkten die kritische Zahl 30 000. Auf Einladung des ASV. Köln beteiligten sich neben dem Berliner SC. der Deutsche SC. Düsseldorf und CT./Hessen-Preußen Kassel an dem Kampf um die Deutsche Vereins- Meisterschaft. Hinter dem BSC. belegten der ASV. K ö 1 n (29 823,28), CT. / Hessen - Preußen Kassel (27 278,47) und der Deutsche SC. Düsseldorf (26 458,96) die nächsten Plätze. Gleichzeitig stritt in einer Sonderwertung die Mannschaft des CA. Fran^ais Paris mit den vier deutschen Vereinen. Diesen Kampf gewann der ASV. Köln mit 65 Punkten und eroberte damit den wertvollen Wanderpreis. Auf den zweiten Platz kamen gern.infam der Berliner SC. und CA. Fran- xais Paris mit je 51 Punkten vor Kassel (32) und Düsseldorf (24). Die größte lleberraschung gab es im 400-Meter- Hürdenlauf. Hier schlug der Kasseler Seibert iw 55,9 Sekunden dem französischen Europameister und Rekordmann I 0 ye (56,5). Ein taktisch feines Rennen lief der Berliner Herrmann, der die 800 Meter in 1:52,6 vor Schumacher (Düsseldorf) gewann. Die beiden Kurzstrecken wurden eine Beute des Kölners Vogelsang in 10,8 bzw. 22,0. Doppelsieger wurde auch Meister W e i n k ö tz (Köln) im Hochsprung (1,95 Meter) und Weitsprung (7,08 Meter). Erwin Blaff (Berlin) schleuderte den Hammer 55,58 Meter weit. Dreimal Gisela Mauermayer! Frauen-Leichlathlelikkämpfe in Mainz. Die reichsoffenen Frauen-Wettkämofe, die die Tgs. Mainz-Gonsenheim am Pfingstmontag bei gutem Wetter veranstaltete, wurden uon 1500 Zuschauern besucht. Als beste Leichtathletin erwies sich wieder einmal die Münchnerin Gisela Mauer- mar) e r, die im Kugelstoßen mit 13,27 Meter zum zweitenmal in diesem Jahr Frau Schröder (Mundenheim) mit 13,03 Meter hinter sich ließ, außerdem das Diskuswerfen mit 45,78 Meier und den Weitfprung mit 5,22 Meter gewann. Mit diesen hervorragenden Leistungen belegte die Olympiasiegerin auch im Dreikampf den ersten Platz. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ bei den Mädchen die Charlottenburgerin La s ch i n s k i, die im Weit- sprung mit 5,35 Meter Gisela Mauermayer übertraf und die 100 Meter in 12,7 Sekunden zurück- legte. Bei den Aktiven kam die 4X100-Meter-Staffel des SC. Charlottenburg nach hartem 'Kampf mit den Frauen der Frankfurter Eintracht zum Siege. 510 NuMUginodelle über der Rhön. 40. Reichsmodell-Wettbewerb. Die junge G'^de der Flugmodellbauer Groß- deutschlar'' v*‘ c mit dem Ablauf dieser Pfingsttage auf ihren 10. Reichswettbewerb für Segelflug- mödelle auf dem deutschen Fliegerberg, der Wasserkuppe in der Rhön, zurück. Die Elite der Modellbauer Großdeutschlands zeigte im Ablauf dieses Wettbewerbes sowohl in der technischen Prüfung und Wertung als auch in dem fliegerischen Wettbewerb, daß sie in unermüdlicher, ernster Arbeit mit voller Hingabe und drängender Flugbegeisterung sich ihrem schönen Sport widmet. Sehr schöne Neukonstruktionen mit vortrefflichen technischen Neuerungen zur Selbststeuerung der Flugmodelle wurden unter den 510 am Wettbewerb beteiligten Flugmodell-Bau- mustern, vorgeführt. Nicht allein unsere Fliegerjugend, das ganze deutsche Volk kann stolz darauf sein. 510 Flugzeugmodelle — zu einem großen Teil Eigenkonstruktionen und auch sehr zahlreiche Bau- müstcr mit Seitensteuerung durch Nicht-, Kreisel- und Kompaßeinwirkung — wurden am Samstag in der dem 10. Neichsmodellwettbewerb vorauf- gegangenen Bauprüfung einer eingehenden technischen Bewertung unterzogen. Jede Gruppe des NS.-Fliegerkorps beteiligt sich mit ungefähr dreißig Flugzeugmodellen. Erstmalig sind auch der Sudetengau und das Memelgebiet vertreten. Die technische Bauprüfung gab bereits einen umfassenden Einblick in den hohen Stand des deutschen Modellflugzeugbaues im NS.-Fliegerkorps und der Hitler-Jugend. Der Stabsführer.des leider durch Krankheit ver- hmderten Korpsführers, Gruppenführer Krüger, eröffnete am ersten Pfingstfeiertag den Wettbewerb. Der Gipfel der Wasserkuppe steckte leider fast den ganzen Tag über in einer Wolkendecke, so daß die fliegerischen Prüfungen vorwiegend auf den Montag beschränkt blieben, an dem dann an zahlreichen Startplätzen auf den Hängen der Wasserkuppe ein pausenloser Wettbewerb vonstatten ging. Die überwiegende Zahl der vorgestellten Flugmodelle bewies ihre Flugtüchtigkeit mit glänzenden Zeiten. Insgesamt konnten 1702 Starts durchgeführt werden. Zahlreiche Ehrengäste aus der Partei und ihren Gliederungen wohnten dem Wettbewerb bei. Die Sieger-Verkündigung nahm NSFK.-Gruppenführer von Eschwege vor. Sieger des Reichswettbewerbs für Segelflug-' modelie und Gewinner der Goldenen Plakette des Korpsführers General der Flieger Christiansen wurde die Mannschaft der N S F K. - G r u p p e 10 W e st f a l e n mit 215 Punkten. Die Silberne Plakette des Korpsführer gewann die Mannschaft der NS F K.-G ru-p p e 1 O st Preußen mit 183 Punkten. Bronze-Plaketten erwarben sich die Mannschaften der NSFK. - Gruppen 4 Bayern, Bei dem böigen Wetter des ersten Tages ging manch mühsame Arbeit schon in wenigen Minu- ten in Trümmer. Dieser „Teufel", der hier ge» startet wurde, ging jedoch auf eine lange Reise. (Schirner-M.) 8 Mitte, 7 Elbe-Saale mit 176, 159 und 114 Punkten. Gewinner des Wanderpreises des Korps, führers des NSFK. für die beste Gesamtleistung eines Teilnehmers wurde der Hitlerjunge Gotthard I r 1 men von der NSFK.-Gruppe 7 Freiberg i. Sa., bet auch den vom Neichsjugendsührer für den besten Hit« lerjungen gestifteten Ehrenpreis erhielt. Den Ehren, preis des Reichsjugendführers für den besten Pimpf sicherte sich Gustav Keller, Bieberach ffflürttemi berg). Zielstrecken-Segelflug über 350 km, Vom Trebbiner Segelflugwettbewerb wird eint Glanzleistung gemeldet. Der Obergefreite Mudift vom LSD. führte am Montag einen Zielstreckenflug über 350 Kilometer nach Nürnberg durch und erreichte sein Ziel trotz ungünstiger Thermik nach fici den Stunden. — Im Höhenflug erreichte NSFK« Sturmführer Schmidt bereits am Sonntag nach einem Schleppstart 2450 Meter Startüberhöhung. Wiener Radrennsieg über Budapest. Mit einem großen Erfolge der Wiener Straßenamateure endete die als Städtekampf Wien — Budapest ausgetragene Dreietappenfahrt Wien—Budapest—Graz—Wien über 780,6 Kilometer. Nachdem die Ungarn nach den beiden ersten Etappen in der Mannschaftswertung geführt hatten, erfochten die Wiener auf der letzten Teilstrecke über 204 Kilometer von Graz nach Wien einen überlegenen Sieg. Der Wiener R y ch 1 i k gewann die letzte Etappe in 6:41:53,2 Stunden vor dem Ungarn Notas und dem Wiener Goldschmied. In der Gesamtwertung siegte Wien mit 119:52:59,2 Stunden vor Budapest mit 120:15:13,9. Den ersten Platz in der Einzelwertung belegte Goldschmied (Wien) mit 23:58:34,9 Stunden vor seinem Landsmann Rycklik mit 23:58:35,1 und den drei Ungarn Eres (23:58:35,2), Notas (23:58:35,5) und Karaki (23:58:35,8). Radkämpfe Deutschland - Schweiz in Singen. Bei sehr gutem Besuch wurden am Pfingstsonntag die Radrennen auf der Bahn in Singen a. H. durchgeführt, wobei es wieder in allen Wettbewerben'ausgezeichnete Leistungen gab, zumal Fahrer aus Deutschlands verschiedensten Gauen und der Schweiz am Start waren. Das Hauptereignis war der „Große Pfingstpreis", ein Mannschaftsfahren über 300 Runden, das aber wegen Regens unterbrochen und schließlich um 46 Runden gekürzt werden muhte. Sieger wurden die Schweizer Orsini- F u 1) r i m a n n vor den Paderbornern Postler- V i e h m e i e r und Mehltretter-Hörmann München). Der Stuttgarter Sch er kl e hatte bett Flieg er kämpf vor Hör mann gewonnen, während im Punktefahren über 5 Kilometer Heller (Schweim furt) siegreich blieb. „Rund um Solingen", ein Straßen-Rad, rennen über 105 Kilometer, wurde von Kittsteinck (Nürnberg) in 3:17;10 Stunden vor Keßler (Nürm berg), Trott (Wuppertal) und Seusert (Schweinfurt) gewonnen. Deutscher Sportwagensieg im belgischen Grenzpreis. In dem belgischen Städtchen Chimay traf sich am P fing st-Sonn tag eine Anzahl der besten deutschen und westeuropäischen Prioatfahrer im Kampf um den belgischen Grenzprcis. Zu einem ganz überlege- neu Sieg kam dabei der Düsseldorfer Eifelsiegek Ralph R ö s e im Sportwagenrennen. Er überrundete auf seinem BMW. sämtliche Gegner und gewann mit 123,89 km/st vor dem Franzosen Bon« net, der als einziger auf seinem DB. einigermaßen Schritt halten konnte. Blasius schlug Orgelton. Auf dem Berliner Kurs gab es zu P fing steil gleich zwei Jubiläumspreise. Dem sogenannten Hauptrennen der Traber folgte schon 24 Stunden später der mit 18 000 Mark ausgcstattete Jubn läumspreis in Hoppegarten, der ein Achterfeld mit unseren besten älteren Pferden vereinte. Der vor« jährige Derbysieger „Orgelton" wurde bei seinem Jahresdebut geschlagen; aber der Schleuderhancü unterlag gegen Blasius überaus ehrenvoll um einett Kopf. 19. Teterower Zergringrennen. Das Bergringrennen auf der Teterower Grasbahn nahm in diesem Jahr einen spannenden Verlauf. Unsere Aufnahme gewährt eine Uebersicht. — (Schirner-M.) Eine interessante Auseinandersetzung zwischen Bahnspezialisten und Strahenfahrern gab es am Sonntag beim 19. Teterower Bergringrennen. Die Bahnfahrcr trugen einen eindeutigen Triumph davon. Selbst so Hervorraaende Straßenfahrer wie Lottes (Marburg) und Gablenz (Karlsruhe) konnten sich nicht durchsetzen. Für den schweren und troffen Grasboden waren ihre Maschinen durch das größere Gewicht benachteiligt. Die 10 000 Zuschauer erlebten dafür einen packenden Kampf in der Halbliterklasse zwischen den Sandbahnspezialisten Gun« zenhauser (Neidlingen) und D r e w s (HaM bürg).’ Gunzenhauser, der vorher schon das Rennen der 350er-Klasse gewonnen hatte, führte über die ganze Strecke, doch ging Drews wenige Meter vor dem Ziel an ihm vorbei und siegte in Tagesbestzelt mit 90 km/st. Bei den Ausweisfahrern feierte dec Berliner NSKK.-Sturmmann Flemming gl^H drei Siege.