Ur. 201 Erstes Statt 189. Jahrgang Dienstag, 29. August 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte IGießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vruhlsche UniverfitStrdruckerek «.Lange In Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhrdes Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- a, behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Polens AgrarreformWaffe gegen das Deutschtum Die Polen haben am 15. Juli 1920 und am 8. Dezember 1925 Agrarreform-Gesetze -schlossen, die in ihrer Anlage und Durchführung P deutlich den Charakter als Waffe imKampf egen das Deutschtum erkennen ließen, daß ;e nationalen Minderheiten im Sejm geschlossen !gen die Agrarreform stimmten. Das Ziel der pol- schen Agrarreform bestand angeblich darin, eine volkswirtschaftlich und agrarwirtschaftlich g e s u n - er e Betriebs struktur innerhalb der Land- irtschaft zu schaffen. Hierzu sollten der Grundbesitz s auf einen bestimmten Rest (grundsätzlich 180 ha, obei Waldfläche und Gewässer, die einer Parzel- rrung überhaupt nicht unterliegen, nicht gerechnet erden) freiwillig oder zwangsweise parzelliert, die !iuerlichen Zwergwirtschaften durch Landzuweisung nb Flurbereinigung vergrößert, die Servituten be- itigt und neue Siedlungen geschaffen werden. Daß ne solche Agrarreform notig war, ist nicht zu be- eiten, aber nicht so sehr der polnische Westen als -er polnische Osten hätte davon eigentlich -hr betroffen werden müssen, denn in den östlichen nb südlichen Wojewodschaften fehlen mitt- re Bauerngüter ganz. Cs gibt dort nur -sige Latifundien unmittelbar neben überhaupt cht lebensfähigen Zwergwirtschaften, die das be- :nnte östliche Landproletariat gezüchtet haben. Dagen wiesen die ehemals deutschen Gebiete, also osen und Pommerellen, durchaus ein orwiegen des Mittel- und Kleinrundbesitzes auf. Die Wirtschaftsform war !tenfiv, die Flurbereinigung mar in dem ehemals ,-eußischen Gebiet schon in den Vorkriegszeiten irchgeführt worden. Aber gerade gegen den -utschen Besitz wendete sich die polnische so- Anannte Agrarreform. Der deutsche Grundbesitz in den westpolnischen Eenzprovinzen war bereits vor Erlaß der Agrar- r« ormgesetze relativ am st ä r k st e n parzelliert vbrden. Im Jahre 1926 umfaßte der gesamte Eundbesitz über 180 ha in den ehemals deutschen Tilgebieten Posen und Pommerellen 1509 Betriebe tut rund 1 258 000 ha. Davon waren 932 Betriebe, ein 62 v. H., mit 743 000 ha oder 59 v. H. der Gesamtfläche polnisch, 577 Betriebe, also 38 v. H., litt 515 000 ha oder 41 v. H. der Gesamtfläche Rutsch. Der Landvorrat, der im Sinne der il'rarreform der Parzellierung unterlag, betrug im omzen 679 000 ha, und zwar entfielen 262 000 ha ß. f deutschen und 417 000 ha auf polnischen Besitz. 91 an sind aber von 1926 bis 1936 rund 202000 ha parzelliert worden, davon stammten jedoch 133 000 hi oder 66 0.5). aus deutschem und nur Ö? 000 oder 43 v. 5). aus polnischem Grundbesitz. In bn beiden Wojewodschaften Posen und Pommerel- len. sind von 1926 bis 1938 an deutschem Besitz KO 912 ha, an polnischem Besitz nur 56 714 ha ent- ei:net worden. Mit anderen Worten: der deutsche Tiundbesitz ist doppelt so stark herangezogen a: rben wie der polnische. Durch die Agrarreform isi natürlich eine sehr starke Verschiebung zu Un- gunften des deutschen Besitzes eingetreten. Gegen- ffl:rtig dürfte nur etwa ein Drittel der. Gesamtfläche oif den deutschen Grundbesitz entfallen, während -tei Drittel bereits in polnischen Händen sind. Jtun erließ im Februar 1939 die Warschauer Äiflievung zwei Verordnungen, durch die die Par- Merungspläne neu geregelt werden. Danach wer- bft im laufenden Jähr 57 690 ha Privatboden zrongsweife parzelliert, davon entfallen oder allein oif Pofen 20 275 ha, auf Pommerellen 17 437 ha. M Durchführung dieser Pläne würde das Deutschtum fast vollständig enteignet Birben. Noch schlimmer aber liegt die Sache in oberschlesien. Dort werden den früheren Land- Bitzern nur 60 ha, in vielen Fällen sogar nur •35 ha belassen. Mehrere tausend Hektar deutschen ^-undbesitzes sind zudem von den polnischen Be- 't*ben wegen angeblicher Steuerschulden zwangs- ’rfteigert, das heißt in polnische Hände gespielt w-rden, und von den zur Parzellierung im laufen- Jahr bestimmten 7438 ha stammen rund 98 aus deutschem Besitz. Damit ist der deutsche össitz bereits f ast restlos erfaßt. Sei der Zwangsparzellierung von deutschen Gü- nn werden die Parzellen nur an polnische s edler abgegeben. Die Auswirkungen der slc^arreform für das bodenständige Deutschtum »cren furchtbar. Allein in Posen und Pommerel- wurden rund eine Million Deutsche Zur Auswanderung gezwungen. Dabei hr beite es sich um Deutsche, die seit a l t e r s h e r btt angesessen waren. Damit war auch die Brücke, le eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von der $eimarf nach Ostpreußen quer durch Pommerellen hftellte, zerschlagen worden. Polnische Kolo- »i tt e n strömten in das ehemals deutsche Gebiet. Ain im Jahrzehnt 1921/31 erhöhte sich die pol- nfoc Bevölkerung Posens und Pommerellens um jetr als 10 v. H., ganz besonders stark war die Ionisierung im Korridor unter Verdrängung Ütr dort eingesessenen Deutschen. :lie deutsch-polnische Minderheitendeklaration vom SS ooember 1937 hatte zwar Polen verpflichtet, die >e der Volkstumsdeutschen zu achten „insbe- ftir ere hinsichtlich des Besitzes oder Erwerbes von Grt ndstücken", aber Bolen war auch in dieser Hin- sih vertragsbrüchig. Im laufenden Jahre fhnmen bereits zwei Drittel der zur Parzellierung Klcmgenden Grundfläche in den westlichen Wo>e- ^»i'schaften aus deutschem Besitz. Und noch kürzlich ttlrn eine polnische Landwirtschaftsgesellschaft in 9)~imereIIen eine Entschließung an, die schnellste Hi-zellierung der deutschen Güter in Pommerellen Triweisung der deutschen Optanten aus Polen und fertige Druckmittel gegenüber der deutschen Minderer enthält. Es war bezeichnend, daß das in Gegen« wart des polnischen Landwirtschaftsministers Ponia- towski geschah. So wurden Hunderttausende der Deutschen in Polen von Haus und Hof vertrieben und durch polnische Siedler ersetzt, deren wirtschaftliche und sonstige Befähigung aus Ostpolen stammt, und daher sehr wesentlich zum Verfall der ehedem so blühenden Landwirtschaft Posens Ünd Pommerellens beigetragen hat. E. S. Der britische Botschafter vom Führer empfangen. Berlin, 29. Aug. (DRB.) Der Führer empfing Montag abend 22.30 Uhr in der Reuen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den britischen Botschafter Sir Revilte Henderson. Der britische Botschafter überbrachte dem Führer eine Mitteilung der britischen Regierung. Henderson war um 20.30 Uhr von London kommend auf dem Flugplatz Tempelhof eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich zwei Mitglieder der englischen Botschaft in Berlin sowie ein Vertreter des Auswärtigen Amtes eingefunden. Die Beratungen in London. Heute Bekanntgabe des Briefwechsels zwischen Führer und Chamberlain. London, 28. August. (Europapreß.) Das englische Kabinett trat am Montag um Zwölf Uhr zu einer Sitzung zusammen, an der sämtliche Minister teilnahmen. Die Sitzung war bereits nach fünfzig Minuten beendet. Es wurde kein neuer Sitzungstermin beschlossen. Eine amtliche Mitteilung ist bisher Nicht ausgegeben worden. Am MontagoorrNitbag begaben sich Lord Halifax, Sir Neville Henderson und Sir Alexander C a d o g a n zur gleichen Zeit zu Ministerpräsident Chamberlain, wo sich auch Lord Runciman einfand. Der Außenminister Lord Halifax verließ in Begleitung des Schatzkanzlers Sir John Simon erst am Nachmittag die Amtswohnung des- Minister- Schneidemüht, 29. Aug. (DRB.) Ununterbrochen werden Tag und Rächt vom polnischen Militär Befestigungen längs der Grenze, besonders im Posener Abschnitt, in überstürzter Eile errichtet. An der Eisenbahnlinie Posen—Bentschen wurden drei Kampflinien an- gelegt und auch Betonbunker gebaut. 3n Laufenburg, Kreis Soldau, bis zur Grenze bei Granden;, liegt eine ganze Division. — Betonierte Geschützstellungen wurden im Abschnitt hela angelegt. 3tn Gdinger Hafen auf dem zweiten Wellenbrecher sind schwere und leichte Flakge- schütze eingebaut worden. Vier Kilometer nördlich Teschen, an der Straße längs der Olsa, haben Pioniere Befestigungsanlagen errichtet. — Die Bahnstrecke Bielih—Zywic; und die Bahnlinie Skotschau—Bielih sind unterminiert. Das 3n- fanterie-Bataillon in Goldfeld bei Bromberg wurde wegen Di en st Verweigerung sofort ins Hinterland abtransportlert. Die Bauern der Dirschauer Niederung haben die Aufforderung erhalten, sich zum Verlassen der Virlschaf- fen bereit zu hallen, da die Dirschauer Niederung im Kriegsfälle überschwemmt werde. Starke polnische Befestigungsarbeiten gehen auch bei A l t k l o st e r vor sich. Alle Brücken sind unterminiert. Die Straßen und Nebenwege von Altkloster bis zur Reichsgrenze find aufgegraben und mit Wällen versehen. Alle Männer und auch viele Frauen aus Altkloster wurden zu Schanzarbeiten gezwungen. — 3m Luschwiher Walde, auf dem Wege von Wollstein nach Lissa, sind alle Bäume in ein Meter höhe ab gefügt und durcheinander geworfen. — 3n Neulomischl iff jeglicher Verkehr abends und nachts verboten worden. Die deutschen Bewohner der Stadt haben Anweisung erhalten, ihre Haustüren nicht zu verschließen, sondern offen zu lassen. Die starken polnischen Truppenzusammenziehungen an der Danzig-polnischen Grenze werden m den letzten Stunden in auffälliger Form fortgesetzt. Don den Polen sind außer in der Korridor- spitze gegen Danzig drei wertere Hauptfronten aufgestellt worden, die sich g e g e n d a s Reich und gegen Ostpreußen richten. Zwischen Könitz und Rakel sind so auffällig starke Truppen dicht an der Grenze Pommerellens konzentriert worden, daß hier im Ernstfälle eine der drei Fronten stehen wird die die polnischen Militärs als Hauptstütze ihres Planes aufgestellt haben. Gegen Ostpreußen sieht der polnische Plan augenscheinlich einen Angriff auf das ehemalige me st preußische Präsidenten. Ein weiterer Besuch in der Downing Street N. 10 war Sir Archibald Sinclair, der Führer der Oppositions-Liberalen. Schließlich hatte der Ministerpräsioent am Nachmittag noch eine dritte Unterredung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Arbeiterpartei, Arthur Green- w o o d. Nach seiner Rückkehr ins Außenministerium empfing Lord Halifax am Nachmittag noch den japanischen Botschafter in London. Kriegsminister Hore-Belisha wurde am Montagnachmittag von König Georg in Audienz empfangen. Amtlich wird mitgeteilt, daß das Unterhaus am Dienstag zu einer Sitzung zusammentreten wird. Ministerpräsident Chamberlain wird in dieser Sitzung eine Erklärung abgeben. Der Briefwechsel zwischen dem Führer und Chamberlain soll Dienstag, nach der Ueber- reichung der englischen Antwort an den Führer veröffentlicht werden. Englisches Llnterseeboot rammt schwedischen Fischkutter Die englische Admiralität verschweigt den Vorfall. Stockholm, 29.Aug. (Europapreß.) Die gesamte schwedische Presse berichtet von dem Zusammenstoß eines englischen Unterseebootes mit einem schwedischen Fischkutter in der Nordsee, in dessen Verlauf der Fischkutter gesunken ist. Der Zusammenstoß, der sich bereits am Freitag der vergangenen Woche ereignete und bisher von der englischen Admiralität verschwie- g e n worden ist, ereignete sich bei dichtem Nebel. Mit einer Geschwindigkeit von etwa fünfzehn Knoten rannte das zum englischen Nordsee-Geschwader (Home Fleet) gehörende U-Boot auf den schwedischen Fischkutter auf und drückte ihm eine Flanke ein. Der Kutter sank sofort, während das Unterseeboot nur geringfügige Beschädigungen erlitt. Die fünfköpfige Besatzung des schwedischen Fischkutters konnte infolge der schlechten Seeoerhältnisfe erst nach Stunden geborgen werden: sie ist am Montag in Göteburg eingetroffen. Zwei Matrosen haben Verletzungen davongetragen, lieber die Gründe, warum der Zusammenstoß bisher von der englischen Admiralität verheimlicht worden ist, herrscht in Schweden ein großes Rätselraten. Gebiet von Marienwerder, Riesenburg und Deutsch-Eylau vor. Auch hier stehen nach zuverlässigen Meldungen polnische Truppenmassen. Die dritte Front marschiert gegen Oberschlesien auf, die augenscheinlich dem wahnwitzigen Plan dienen soll, einen Einfall in das deutsche Industriegebiet und möglicherweise auch in die angrenzenden slowakischen Gebiete zu unternehmen. Polen hat nach seinen eigenen Meldungen bisher angeblich insgesamt zwei Millionen Truppen aufgestellt, wovon die Hauptmasse im Korridor stehen soll. Es ist nicht anzunehmen, so schreibt der „Danziger Vorposten", daß die über- Unsägliches Leid der Ukrainer unter polnischem Terror. Brünn, 29. August. (DNB.) Die „Volksdeutsche Zeitung" veröffentlicht einen erschütternden Tatsachenbericht über den Terror der Polen gegen d i e ukrainische Bevölkerung. Die im Protektorat Böhmen und Mähren lebenden Ukrainer erhalten von ihren Landsleuten in Polen verzweifelte Briefe, in denen sie angefleht werden, die Kutturwelt auf ihre Leiden aufmerksam zu machen. Der Terror gegen das UEratinertum in Polen nehme von Tag zu Tag größere Ausmaße an. „Niemand t ft mehr feines Lebens f.i ch e r", so heißt es in einem dieser Briefe. So tauchten eines Nachts polnische Banditen in Nara- jew im Bezirk Berezany vor dem Hause der 70- jährigen Witwe Bay auf, die mit ihrem 23jährigen Sohn, dem Führer des dortigen ukrainischen Turnvereins, zusammenwohnte. Die Polen verlangten in polnischer Sprache Bay zu sprechen. Als dieser vor dem Hause erschien, krachten mehrere Schüsse. Bay sank zu Boden. Er war sofort tot. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Lejewa im Bezirk Nadwima, wo am Abend der 33jährige Ukrainer Nicolai Walywajke durch das Fenster seiner Wohnung erschossen wurde. Derartige Mordtaten geschehen täglich, doch darf -die ukrainische Presse über alle diese Vorfälle nicht berichten. In einem weiteren Brief wird geschildert, daß die polnischen Rowdys auch vor den Kirchen nicht halt machen. Das politische Gewiffen. In ernster Stunde stellen wir unserer Betrachtung drei Worte bekannter, ehemals führender ausländischer Staatsmänner voran, die seit 20 bzw. seit 7 Jahren so aktuell geblieben sind, als wären sie heute geschrieben: „Der Vorschlag der polnischen Kommission, daß wir 2,1 Millionen Deutsche der Autorität eines Volkes mit einer anderen Religion unterstellen sollen, eines Volkes, das im Laufe feiner Geschichte niemals gezeigt hat, daß es sich zu regieren versteht, dieser Vorschlag wird uns früher oder später zu einem rpeuen Kriege im Osten Europas führen." Diese zweifache Erkenntnis schrieb Lloyd George als englischer Ministerpräsident in der Note vom 25. März 1919. „Es würde sicherer sein, Fragen wie die des Danziger Korridors und Siebenbürgens mit allen ihren heiklen Schwierigkeiten kalten Blutes und in einer ruhigen Atmosphäre zu lösen — solange die Siegerstaaten noch genug Uebermacht besitzen — als abzuwarten und nur Schritt für Schritt dahin zu stolpern, bis wieder einmal große, gleichgestellte Mächtegruppen sich gegenüberstehen ... Sonst könnten Ehre und Recht dazu zwingen, daß wir wider unseren Willen und wider unsere bessere Einsicht in einen Krieg verwickelt werden, der geführt würde, um gerade d i e Ungerechtigkeiten und Beschwerden aufrecht zu erhalten, die heute Europa zerreißen, die die Ursachen der gegenwärtigen Rüstungen sind und die, wenn sie nicht abgestellt werden, einen neuen Krieg Hervorrufen müssen". Dies sprach Churchill am 23. November 1932 in der Unterhausdebatte. „Wir werden keinen Finger rühren, um den polnischen Korridor zu retten... Es ist richtig, daß wir Fein unmittelbares Interesse am polnischen Korridor oder an Oberschlesien haben, und sicherlich wird die Verantwortung für diese Gebiete nicht von uns verlangt werden." Dies schrieb der frühere englische Außenminister S i r 21 u ft i n Chamberlain, der Mitunterzeichner des Locarno-Vertrages in seinem 1936 erschienenen Buche „Down the Years“. Wir Zitieren Lloyd George, Churchill und Austen Chamberlain gerade hier und gerade in dieser ent- 'scheidungsfchweren Stunde nicht, um Urteile führender enAischer Männer über die Polen- und die Korridor-Frage in die Erinnerung zurückzurufen, Haupt verfügbaren und verwendbaren Truppen diese von polnischer Seite angegebene Zahl auch nur annähernd erreichen. Immerhin sei. bei der bekannten Disziplinlosigkeit der Polen, wofür zahlreiche zuverlässige Meldungen der letzten Tage die besten Beweise geliefert hätten, damit zu rechnen, daß an diesen drei massierten Fronten auch ohne den Willen der obersten polnischen Heeresleitung ernsthaftere Uebergriffe auf deutsches Gebiet erfolgen könnten. Eine Schwäche in dem Gesamtplan der polnischen Militärs aber sei die gewaltige polnische D ft grenze, die fast in ihrer Gesamtheit s o gut wie ungeschützt bafte^e. Ein besonderes Kapitel bilden die täglichen politischen Prozesse gegen Ukrainer. So berichtet das ukrainische Blatt „Dilo", daß in Berezany drei Ukrainer wegen angeblicher Zugehörigkeit zur ukrainischen nationalistischen Organisation zu nicht weniger als je a ch t Jahren Kerker verurteilt wurden. In Sambor wurden 27 Jungen und 2 Mädel wegen der Teilnahme an einer Trauer« feier für die im Kriege gegen Polen im Jahre 1918 gefallenen ukrainischen Legionäre und Soldaten zu Kerker st rafen von sechs Mona- t e n bis zu einem Jahr verurteilt. Ferner wurden vor kurzem 67 ukrainische Priester verhaftet, die im Weltkrieg als Feld ku rat en in der österreichisch- ungarischen Armee gedient hatten. Fünf Volksdeutsche Flüchilinae in der Warthe niederqeknallt. Landsberg. 29. Aug. (DRB. - Funkspruch.) Ilm sich vor dem furchtbaren Terror der Polen zu reifen, Halle eine größere Anzahl Volksdeutscher versucht, deutsches Gebiet durch herunter- fchwimmen der Warthe zu erreichen, hierbei wurden fünf Volksdeutsche im Wasser entdeckt und von polnischen Soldaten erschossen. 3n Schwerin an der Warthe treffen laufend volksdeutsche Flüchtlinge aus Polen ein. Zahlreiche Flüchtlinge teilten mit, daß ihre Gehöfte im kreise Birnbaum von umherziehenden polnischen Horden in Brand ge st eckt worden seien. Oie polnischen Ausgangsstellungen zum Angriff auf Danzig und die Reichsgrenze vorbereitet und beseht. polnischer Minderheitenschutz in der Praxis. Auch Ukrainer, Tschechen, Slowaken und Weißruffen bis aufs Zlut dranakalieri. sondern um festzustellen, daß die Erkenntnis von der Gemeingefahrttd)feit der durch Versailles in Osteuropa deponierten Sprengstoffe in den führenden Kreisen gerade Englands stets wach und bewußt gewesen ist. Diese Feststellung ist deshalb nötig, weil der jetzige Regierungschef desselben Englands feit mehr als einem halben Jahre den Anschein zu erwecken versucht, als kenne er nicht genau die zahlreichen Bekundungen führender englischer Staatsmänner, Politiker und Publizisten über die tatsächliche englische Uninteressiertheit an dem gesamten Kor- rtdorproblem. Mit anderen Worten, die englische Regierung Chamberlain-Halifax liefert mit ihrer seit dem Frühjahr betriebenen plötzlichen Polen-Politik selbst den Beweis, daß sowohl ihr neuzeitliches Sonderinteresse an Polen als auch die von ihr selbst geschaffene Garantie und Beistandsverpflichtung eine reine Gewaltkonstruktion aus nur machtpolitischen Motiven ist. Die ganze Haltung Englands erklärt sich ausschließlich durch die Ver- steisung auf die Grundsätze des Versailler Diktates, an deren Folgen auch diejenigen mit zu tragen und 3U verantworten haben werden, die 20 Jahre lang die ausschließliche, unbestrittene Macht in Europa hatten, und doch keinen Finger rührten, um die heutige ernsteste Krise in Europa zu vermeiden. Sie setzten im Gegenteil die ihnen verbliebene Macht restlos ein, um diese Krise heraufzubeschwören. Ja, was ein Churchill selbst unumwunden „Ungerechtigkeiten" nannte, das nennt heute etwa ein Dalader „Kampf gegen die Ungerechtigkeit"! Die Entwicklung ist längst darüber hinaus, daß nur die Zustände in Polen und im Korridor unhaltbar geworden sind. Die Lage in Europa ist — durch England, wie es der Stellvertreter des Führers eben noch feststellte — unhaltbar geworden. Eine kleine Nation, die nach dem Urteil eines Lloyd George sich noch niemals selbst zu regieren verstand, ist außerhalb jeder Rechtsgrundlage gegenüber Großdeutschland von der Provokation zur offenen Kriegshandlung, vom Einzelmord zu Metzeleien, von Einzelmaßnahmen zu Aufmärschen geschlossener militärischer Verbände mit dem Zweck des Angriffs übergegangen. Deutschland seinerseits, alleiniger Träger aller Opfer und Entsagungen von 1919 bis 1933, alleiniger Träger auch unzähliger Vorleistungen und praktischer Befriedungspläne in diesen vergangenen 6% Jahren, hat auch jetzt wieder Tag um Tag, Stunde um Stunde Opfer auf Opfer gebracht und bringt diese Opfer noch jetzt mit jedem einzigen aus Polen geflüchteten Volksdeutschen, mit jedem dort Mißhandelten, Verletzten, Hungernden, Gemordeten! Drüben ein bunt zusammengewürfelter Nationalitätenstaat, dessen Bevölkerung nur zum kleineren Teil hinter einer Regierung von Bankerotteuren steht und dabei das Bewußtsein der Fragwürdigkeit ihrer ausländischen Beziehungen hat, einschließlich der Unterschrift des englischen Außenministers unter dem Beistandspakt — hier der eherne Block eines in sich geschloffenen 80-Millionen-Volkes, das nichts weiß von dem Strohfeuer einer flüchtigen Hurrastimmung, aber um so mehr weiß von jener inneren Ruhe und festen Entschlossenheit, wie sie in dieser Größe nur ein Adolf Hitler zu schaffen ver- mag. Wiederum zeigt sich in diesen Stunden, welchen entscheidenden Wert zwei Dinge hohen, die außer uns kein anderes Volk hat, die überlegene Führung, die seit 6% Jahren selbst in schwierigsten Situationen die Lage meistert, und eine Volksgemeinschaft, die durch die national- sozialistische Schulung gegangen ist. Der Führer, der uns das Hakenkreuzbanner voranträgt, braucht sich noch nicht einmal nach uns umzuwenden — er weiß auch ohnedies, daß wir ihm um so entschlossener folgen, je ernster die Lage und je schwerer seine Entscheidung ist. B. R. Oer Pfundsturz setzt sich fort. Starkes Anziehen der Gold- und Silberpreise in London. Berlin, 28. August (DNB.) Der am letzten Freitag einsetzende Sturz des englischen Pfundes kam noch nicht zum Stillstand. Am Londoner Devisenmarkt zeigte sich daher nach wie vor große Nervosität. In den ersten Vormittagsstunden waren überhaupt nur nominelle Kurse zu hören. Später notierte man das Pfund gegen den Dollar mit 4,20 bis 4,15, während vergangenen Donnerstag der Kurs 4,68 lautete. Damit weist das Pfund bereits in diesen wenigen Tagen eine Entwertung von mehr als 10 v. H. auf. Parallel mit bem Pfundsturz läuft die Steigerung des Goldpreises auf immer neue, bisher noch nie zu verzeichnende Rekordhöhen. So stieg der Goldpreis am Montag auf 161 sh je Unze fein, während man am Samstag 155 sh und am vorigen Donnerstag nur 148/5 sh zu zahlen brauchte. Da Gold praktisch am freien Markt nur mit Genehmigung zu haben ist, ist gleichzeitig auch die Nachfrage nach Silber stürmisch gestiegen, dessen Preis sich ebenfalls wesentlich erhöht hat. Kennzeichnend für die unsichere Lage im englischen Finanzwesen ist auch ein Verbot des 'Handels in gewissen überseeischen Wertpapieren an der Börse durch das Schatzamt. Ferner wurde eine Verordnung erlassen, die das Derfügungsrecht über Papiere in amerikanischer, argentinischer, belgischer, französischer, holländischer, kanadischer, norwegischer, Schweizer und schwedischer Valuta e i n s ch r ä n k t. Die Papiere müssen bei der Bank von England innerhalb eines Monats angemeldet werden, sie dürfen ohne besondere Genehmigung des Finanzministeriums weder veräußert noch an einen anderen Ort gebracht werden. » * In Amsterdam ist das englische Pfund am Montag im vorbörslichen Wechfelmarkt unter acht Gülden gesunken und notierte 7,92‘/2 bis 7,97V».' (Das ist nach deutschem Kurs etwas über 10 RM.) Der niedrigste Kursstand betrug kurz vor Mittag 7,85. Schweden löst sich vom englischen Pfunh Stockholm, 29. Aug. (Europapreß.) Eine gewaltige Ueberraschung für die schwedische Bevölkerung bedeutet die Abkehr Schwedens vom englischenPfund. In den späten Nachmittagsstunden des Montags wurde vom schwedischen Finanzministerium sämtlichen Banken, Geldwechselstuben und Reisebüros, sowie den schwedischen Schiffahrtsgesellschaften der weitere Ankauf des englischen Pfundes untersagt. Tausende von e n g l i s ch e n T o u r i ft e n , die zur Zeit in Schweden weilen, werden durch diese Maßnahme in B edcängnis gebracht. In den Wechselstuben, auf den Bahnhöfen und in den Reisebüros versuchen die Engländer und andere Ausländer mit englischem Geld, wenigstens ein oder zwei Pfund zu wechseln, um Schweden verlassen zu können. Da die von Schweden nach England verkehrenden Schiffe infolge der internationalen Spannung bereits seit Tagen voll belegt sind, wird die Abreise der Engländer weiter erschwert. Das englische Pfund, das noch am Samstag der vergangenen Woche über zwanzig schwedische Kronen wert war, sank am Montag im Schwarzhandel unter zehn Kronen. England trifft Sicherheitsmaßnahmen. London, 28. August (DNB.) Die britische Regierung hat eine Denkschrift veröffentlicht, die eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung des Staates, der Schiffahrt, Luftfahrt und Versorgung enthält. So wird u. a. Engländern verboten, mit Personen Beziehungen aufrechtzuerhalten, von denen man annehmen könnte, daß sie den Feind unterstützen. In bestimmten Gebieten kann das Photographieren verboten werden, ebenso wie das Betreten dieser Gebiete untersagt werden kann. Die Bestimmungen sehen weiter die Verhinderung einer Storung von Rundfunk, Telephon und Telegraph vor und enthalten Maßnahmen zum Schutze von Informationen, die für den Feind von Bedeutung sein könnten. Geheimmeldungen auf dem Chiffrewege sind daher nur noch mit staatlicher Genehmigung möglich. Reisende, die nach England kommen, dürfen durchsucht werden. Kein britischer Untertan darf ohne besondere Genehmigung feindliches Gebiet, feindliche Schiffe oder Flugzeuge betreten. Die Regierung erteilt Vollmachten zur Abschneidung der Versorgung von Elektrizität, Gas und Wasser. Der Land- wirtschaftsminister kann anordnen, daß Land nicht anderer Benutzbarrnachung zugeführt werden darf, es sei denn mit besonderer Genehmigung. Irland betontseineNeutraiität Keine Dienstpflicht irischer Staatsangehöriger in England. Dublin, 29. Aug. (DNB. - Funkspruch.) Das offizielle irische Informationsbüro teilt mit, daß die Stellung, die de Val er a im Dail der Neutrali- tätsfrage gegenüber eingenommen habe, auch heute noch als richtungsweisend und verbindlich anzusehen sei. Dasselbe gelte für seine Ansicht von der Wehrpflicht der in England lebenden Iren. Ihr Land gestehe den Engländern keinerlei Recht zu, die in England lebenden irischen Staatsangehörigen zur Dienstpflicht einzuberufen. Diesen Iren in England sei von der irischen Regierung empfohlen worden, sich mit irischen Pässen zu versehen, die bislang für einen Aufenthalt in England nicht erforderlich waren. Am Montag setzte, wie weiter berichtet wird, ein Ansturm auf das Büro des Kommissars für Irland, Dulanty, ein. Es wurden an einem Tage über 150 irische Pässe ausgestellt, die ihre Besitzer vor einem Ruf zu den britischen Waffen schützen sollen. Eine einstweilen noch strittige Frage ist die Lage, in der sich d i e irischen Schiffe befinden, da die grün-weiß-orangefarbige Trikolore Irlands als internationale Handelsflagge noch nicht anerkannt ist. Die Transport-Marineabteilung des irischen Handelsministeriums erklärt, daß die'irischen Schiffe dem irischen Staat gehörten und genau so wenig wie Schisse irgendeines anderen neutralen Staates von der Verordnung der britischen Admiralität betroffen wurden. * Der Nordirische Rat für die Einigung Irlands in Belfast hat sich an Roosevelt mit der Bitte gewandt, seinen Einfluß bei England einmal für d i e unterdrückten Iren einzu- setzen. Das Telegramm des Nordirifchen Rates lautet: „Großbritannien hält die Iren Nordirlands immer noch mit Gewalt zurück und gestattet eine Tyrannei, die ihresgleichen im heutigen Europa nicht hat. Das irische Volk rechnet auf Ihre Hilfe bei der Beseitigung dieser Verletzung seiner Rechte." Oie Neutralität des Nordens Dänemark hält seinen Handel normal aufrecht. Kopenhagen, 28. Aug. (DNB.) Der dänische Außenminister Dr. Munch erklärte einem Vertreter des Reuterbüros: Wir sind fest entschlossen, unsere Neutralität in jedem Kriege zu berpahren, und wir sind überzeugt davon, daß wir es auch tun können. Der Minister gab weiter der Hoffnung Ausdruck, daß Dänemark seinen Handel sowohl mit Großbritannien als auch mit Deutschland in normaler Weise aufrecht erhalten könne. Flotte und Armee ständen zum Schutz der dänischen Neutralität bereit; aber er sei davon überzeugt, daß es nicht notwendig sein werde, sie anzuwenden. Er sei auch sicher, daß Schweden, Norwegen und Finnland ebenso entschlossen seien, ihre Neutralität zu bewahren. Im Falle eines Krieges wijrden wahrscheinlich die skandinavischen Regierungschefs zusammentreten, um Fragen von gemeinsamem Interesse zu besprechen. England und Frankreich versprechen Respektierung der belgischen Neutralität 8 r ü f f e 1, 28. August. (DNB.) Wie das Belgisch- Nachrichtenbüro erfährt, hat d'e r K ö n i g den B o t - schaftern Englands und Frankreichs eine Audienz gewährt. Die Botschafter erklärten feierlich, daß, wenn Belgien seine Neutralität wahre, die britische und die französische Regierung fest ent- ichlosM feiyi, diese Neutralität Lirresxektreren. DieGlowakeistehtanDeutschlandsGeite Preßburg, 28.August (DNB.) Ministerpräsident Dr. Tiso erklärte auf einer Kundgebung in Sastn vor 30 000 Menschen, daß die Slowakei nicht nur unter dem Schutze des Großdeutschen Reiches stehe, sondern auch gewillt fei, Schulter an Schulter mit Deutschland zu marschiere n , ohne daß auf die Entschlußfreiheit des slowakischen Volkes ein Druck ausgeübt werde. Wenn es notwendig fein sollte, zum Schutze des slowakischen Volkes ernste Maßnahmen zu treffen, so werde dies geschehen. Sollte jemand versuchen, die Slowakei anzugreifen, so werde er d i e slowakische Armee am Platze finden. Aus Anlaß des zweiten Todestages des Vorkämpfers der slowakischen Freiheit General S t e - fanik wurde in Myjava eine Gedenktafel enthüllt, wobei Verteidigungsminister General Cat- los die Realität der deutsch-slowakischen Verbundenheit begründete. Wenn Stefanik heute noch leben würde, so erklärte er, so würde er nicht anders handeln. Es gebe keinen Vorkämpfer der slowakischen Freiheit, der sich nicht immer a u f d i e großdeutsche Nation gestützt hätte. Darum handele die Slowakei immer im höchsten Interesse, wenn sie in Dankbarkeit und in treuer Kameradschaft z u Deutschland st ehe. Der Oberbefehlshaber der Hlinka^Garde, Propagandachef Sano Mach, stellte in einer Rundsunk- änsprache fest, daß die slowakische Bevölkerung mit Ruhe der Zukunft entgegensetze. Wenn die jungen Männer von einer gewissen Ungeduld erfüllt feien, dann nur deshalb, weil sie je eher desto lieber beweisen wollten, daß sie ganz auf dem Posten stehen. Die Slowakei wünsche nicht den Krieg, aber sie wolle den Sieg der Gerech- Belgrad, 28. Aug. (Europapreß.) Die neue Regierung Zwetkowitsch ist am Samstagnachmittag in Bled gebildet worden. Zugleich mit der Mitgliederliste der neuen Regierung wurden auch mehrere wichtige Verordnungen des Regentschaftsrates veröffentlicht, durch welche sowohl die Skupschtina — die am 11. Dezember 1938 gewählt worden war — als auch der Senat aufgelöst werden. Der Tag der Neuwahl für die Skupschtina wird später festgesetzt werden. Gleichzeitig wurde auch das Gesetz über die Abgeordnetenwahlen außer Kraft gesetzt und die Regierung bevollmächtigt, durch Verordnung e i n neues Wahlgesetz in Kraft zu setzen. Weiter erhält die Regierung die Ermächtigung, das Pressegesetz, das Vereins- und Versammlungsgesetz sowie alle übrigen politischen Gesetze durch Verordnungen zu ändern. Ferner wurde auch das Verständigungs- abfommen zwischen Zwetkowitfch und Matschet veröffentlicht. Darin wird ein neues Banat Kroatien geschossen, dem besonders weitgehende Selb st verwaltungsrechte eingeräumt werden. Das Banat Kroatien besteht aus den bisherigen Banaten Slawonien und Küstenland und außerdem aus acht Kreisen, die bisher anderen Banaten angehörten, deren Bevölkerung indessen vorwiegend aus Kroaten besteht. Der Sitz des Banats Kroatien ist Agram. Höchstes Verwaltungsorgan mit weitgehenden Rechten Ht der kroatische Banus. Das Banat Kroatien wiro frei verfügen über alle staatlichen Angelegenheiten mit Ausnahme des Heeres, der Außenpolitik, der höchsten staatlichen Verwaltung, des Verkehrs und anderen Fragen, deren Ungeteiltheit im allgemeinen staatlichen t i g ! e i t auch im eigenen Interesse. Vor aller Welt betone die Slowakei ihren Anspruch auf die slowakischen Gemeinden im heutigen Polen. Es fei unerträglich, daß Männer und Frauen des gleichen Volkes von ihrer Scholle vertrieben, mißhandelt und gefoltert werden. Das polnische Vorgehen lasse darüber keinen Zweifel, welches Schicksal die Slowaken erwartet hätte, wenn sie nicht einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich und Polen gezogen hätten. Nie Erfüllung des Schutzvertrages. Ministerpräsident Dr. Tiso hat im Namen der slowakischen Regierung folgenden Aufruf an die Bevölkerung der Slowakei gerichtet: Zum Schutze der Unabhängigkeit und Unversehrtheit unseres jungen slowakischen Staates gegen eine Bedrohung durch PosAn werden auf Grund des zwischen der Slowakischen Republik und dem Deutschen Reich beschlossenen Schutzvertrages und der hierzu von den beiden Regierungen getroffenen Vereinbarungen deutsche Truppen im slowakischen Staatsgebiet eingesetzt, um erforderlichenfalls Schulter an Schulter mit unserer tapferen slowakischen Armee den Feind von der Grenze unseres Staates fernzuhalten. Wir fordern die Bevölkerung auf, die deutschen Truppen als Freunde zu begrüßen und ihnen jede mögliche Hilfe zu gewähren. Die deutschen Truppen werden der slowakischen Nation in gleicher Gesinnung gegenübertreten und darauf bedacht fein, im gemeinsamen Einsatz die Last dieser opferreichen Zeit erträglich zu machen. Interesse liegt und die auch weiterhin den zuständigen Ministern vorbehalten sind. Die neue Regierung besteht aus 18 Ministern, von denen sechs dem bisherigen Kabinett Zwetkowitfch angehörten. Ferner sind fünf Kroaten aus der Partei Matscheks eingetreten, ein Serbe aus Kroatien als Vertreter der mit Matschet verbündeten Partei der Unabhängigen Demokraten und fünf serbische politische Persönlichkeiten aus verschiedenen Parteien, die jedoch nicht als Vertreter ihrer Partei, sondern als Einzelpersönlichkeiten der Regierung, angehören. Stellvertretender Ministerpräsident ist Dr. Matschet. Zum Banus von Kroatien wurde einer der ersten Mitarbeiter Dr. Matscheks, Suba titsch, ernannt, der an der Vorbereitung der Verständigung einen hervorragenden Anteil genommen hat. Der Generalsekretär der Kroatischen Bauernpartei, Dr. Kruse- witsch, wird am Montag in Agram erwartet. Er hatte die letzten zehn Jahre im Auslände verbracht, ohne sein Parteiamt niederzulegen. Die Partei wird in Zukunft von dem Schwager Matscheks, dem Ingenieur Ko sch u titsch, geleitet werden. Die Belgrader Zeitungen begrüßen die erreichte Verständigung auf das wärmste. Auf dem Belgrader Hauptbahnhof traf am Montagmorgen Matschet mit den anderen kroatischen Ministern ein. Ministerpräsident Zwetkowitfch hatte sich mit den übrigen Kabinettsmitgliedern zur Begrüßung eingefunden. Vor dem Bahnhof hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt, die die Minister lebhaft begrüßte. Auch auf dem Wege durch die Stadt stand die Bevölkerung Spalier und brachte Dr. Matschet herzliche Kundgebungen dar. Oie Nation ist angetreten. -23on unserer Berliner Schristleiiung. Sämtliche deutschen Maßnahmen des Vorbeugens, der Konzentration und der Organisation, wie die Absagung der Tannenbergfeier und des Reichsparteitages sowie die Maßnahmen für die großen Der- kehrsunternehmen und vor allem die vorsorgliche Regelung für die lebenswichtigen Derbrauchsgüter werden im Auslande und besonders in den Einkreifungsftaaten auf das stärkste beachtet. Obwohl man im Auslande an Hochleistungen der Organisationskunst ja gewöhnt ist, soweit es das neue Deutschland angeht, so ist man doch stark überrascht von der enormen Geschwindigkeit und einzigartigen Zuverlässigkeit, mit der der riesige Verwaltungsapparat in Grvßdeutschland arbeitet. Daß man beispielsweise von einem Tag auf den andern, also innerhalb 24 Stunden die Ausweiskarten und Merkblätter den Verbrauchern ins Haus bringt, ohne daß es Verwirrungen, Stockungen, „Schlangen" usw. gibt, erscheint gerade den demokratischen Staaten als etwas kaum Glaubhaftes. Und doch müssen die ausländischen Korrespondenten, die eben das friedlich sonntägliche Deutschland oder nun das völlig normale Bild des Straßenlebens sahen, zugeben, daß zwischen der Haltung des deutschen Volkes und der des französischen oder englischen ein Unterschied ist wie zwischen Tag und Nacht — eine Vergleichsmöglichkeit zwischen der Ruhe und Ordnung in Deutschland und dem panikartigen Chaos in Polen besteht ohnehin nicht. Was aber auf gewisse Teile des Auslandes einen noch stärkeren Eindruck macht als jene mit ungeheurer Geschwindigkeit und Genauigkeit laufende Organisationsmaschinerie, das ist zweierlei: erstens das Bild der selbstsicheren Entschlos- senheit, die durch alle jene Maßnahmen, schon von langer Hand vorbereitet, auch den äußersten Fall in ruhige, disziplinierte Erwägung zieht, und zweitens die Tatsache, daß selbst die Maßnahmen über die lebenswichtigen Verbrauchsgüter das Bild einer inneren Stärke Deutschlands bieten. wie man es drüben in diesem Ausmaß nicht erwartet hat. Denn nachdem man auf der Gegenseite dem Reich seit Jahren alle nur erdenklichen handelspolitischen Schwierigkeiten gemacht hat. nahm man dort nicht an, daß Deutschland mit einem Zuwachs von 1,4 Millionen Stück im R i nd» Viehbestand ober mit einer derart rief' g e n Reserve an Brotgetreide an eine große Entscheidung Herangehen könnte. Auch solche Maßnahmen wie die, daß die Gaststätten die freie Beköstigung beibehalten ober baß man sogar schon jetzt bie Möglichkeit gewisser Lockerungen für die eben erst getroffenen Maßnahmen an zuständiger Stelle erwägt, haben in den Teilen des Auslandes, die es in erster Linie angeht, peinliche lieber« raschung hervorgerufen. Dieses Gesamtbild der großdeutschen Nation, die geschlossen vor chrem Führer angetreten ist, um jeder an seinem Platz sein Bestes zu tun, wird ergänzt durch die Tatsache, daß man nirgends in Deutschland jenen Andrang auf Geschäfte ober gar auf Geldinstitute sieht, wie er beispielsweise in der Septemberkrise gerade in den Einkreisungsstaaten wochenlang anhielt. Und selbst der gehässigste Korrespondenten aus einem Einkreisungslande könnte beispielsweise feine Stelle in der Reichshauptstadt nennen, an der Truppen in fieberhafter Arbeit Schützengräben auswerfen, wie das jetzt wieder in London der Fall ist. Wie auch immer die Entscheidung in diesem Höhepunkt der von England verschuldeten Krise ausfallen mag, in jedem Fall bietet Grvßdeutschland das Bild einer Nation, dV nicht nur über völlig ausreichende militärische, technische und wirtschaftliche, sondern über mindestens ebenso große seelische Reserven verfügt! Diese Erklärung setze voraus, daß die Neutralität Belgiens auch von jeder anderen Macht respektiert werde, da Frankreich und England natürlich ihren Garantieverpflichtungen treu bleiben würden. Britisches Gtörungsfeuer. Ungarn dementiert angebliche Bitte um britischen Schutz. . B u d a p e ft, 28. Aug. (DNB.) Amtlich wird in der entschiedensten Form bie Melbung bes Lon« boner Korrespondenten von „Nya Dagligt Alla- hanba" bementiert, nach ber ber ungarische Gesandte in ßonbon von ber englischen Regierung Schutz erbeten haben sollte für den Fall eines beutschen Durchmarsches burch ungarisches Reichsgebiet. Man erklärt weiter, daß der ungarische Gesandte zwar gestern abend beim englischen Außenminister Lord Halifax vorgesprochen habe, daß es sich dabei aber lediglich um einen informativen Gedankenaustausch gehandelt habe. Der ungarische Gesandte in London habe keinerlei Weisungen erhalten, irgendwelche Mitteilungen Ungarns bem Foreign Office zu überbringen. In Bubapest wird erklärt, daß es sich bei dieser Meldung um eine offenkundig tendenziöse Agitationsmeldung handeln müsse, die in verantwortungsloser VVise darauf abziele, die gespannt weltpolitische Lage dazu zu benutzen, die guten deutsch-ungarischen Beziehungen zu stören. Die serbisch-kroatische Verständigung. Das neue Kabinett Zwetkowitfch gebildet. Keine Antwort. „Helfen Tie die Grausamkeiten in Polnisch-Schlesien beenden." Budapest, 28. Aug. (DNB.) „Esti Ujfag" veröffentlicht folgendes Telegramm, das die Frau des Volksdeutschen Graf Henckel von Donnersmarck, Franziska Gräfin von Donnersmarck, an Frau Chamberlain gesandt hat: „Als Frau und Muttern von fünf Kindern, mit denen ich meine Heimat verlassen mußte, bitte ich Sie dringlichst, die Schreckenstaten und Grausamkeiten beenden zu helfen, die an hilflosen deutschen Frauen und Kindern in-Polnisch-Schlesien begangen werden. — Wenn ich meine Kinder und mich selbst retten konnte, so fühle ich doch um so mehr die Qual ber« ienigen, die Ich zurücklassen mußte und das schreckliche Schicksal der Hungernden und Mißhandelten, das ich auch eigener Erfahrung kenne. (gez.) Franziska Gräfin Henckel von Donnersmarck, ' Vorsitzende des Katholischen Frauenverbanbes, Tarnowskie Gory." Wie wir vernehmen, ist auf biefes Telegramm einer gequälten Mutter keinerlei Antwort erfolgte, obwohl es sich an biefelbe Frau Chamberlain richtet, bie wohl hundert Mal Schritte zu Gunsten irgendwelcher Negerkinder unternommen hat. Oie Durchführung -er Bezugsschein-Pflicht ZU chl-I. ißerjii- be- da- Ö5 bj aus ®e<= Ion, be- er. von als Melevwaven mit Ausnahme von undichten Geweben (z.B. GaMnenstoffen, Stickereien, Posamentierwaren, Bändern unid ähnl.), n, r;. enbs i' •ber gfi t in ir isstch' jeder ; für troTdil ingloni htun- |4 wird 5 •5 ßW Berlin, 28. August (DNB.) Nachdem der verdienstvolle Leiter der Abteilung Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern, Ministerialdirektor Dr. Gütt, infolge schwerer Erkrankung um seine Versetzung in den Ruhe st and gebeten hat, wurde vorn Führer auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick Reichsgesundheits- führer Staatsrat Dr. Conti mit der zunächst kommissarischen Leitung des staatlichen Gesundheitswesens als S t a a t s s e k r e t ä r betraut. Bei seiner Einführung in sein neues Amt durch Reichsminister Dr. Frick gedachte dieser der großen Verdienste, bie sich der ausscheidende Ministerialdirektor Dr. (§ ü t t insbesondere auf dem Gebiet der Erb- und Rassenpflege und des Ausbaues der staatlichen Gesundheitspflege erworben hat, Verdienste, deren Würdigung zu gegebener Zeit sich der Führer selbst vorbehalten hat. Der Minister gab seiner Befriedigung Ausdruck, daß durch die Zusammenfassung der Aemter in der Person Dr. Contis die Einheitlichkeit von Partei und Staat auf dem wichtigen Gebiete der Volksgesundheit herbeigefuhrt werde. Dr. Conti wurde 1900 als Sohn deutscher Eltern in der Schweiz geboren. Seine Schulzeit verbrachte Dr. Conti in Berlin, meldete sich 1918 als Freiwilliger zum Militärdienst, kam jedoch infolge t rii an eit h l°!S lie Hs ir sch für K tänbic! slaich Uebr ht, urj lahmt-. as, Auf der JteifC/ in Gasthäusern und Krankenanstalten. Die den Verbrauchern zugestellten Ausweiskarten berechtigen nur zum Bezug der bezugsscheinpflichtigen Lebensmittel innerhalb des Bezirks der unteren Verwaltungsbehörde, in der der Versorgungsberechtigte seinen Wohnsitz ober ständigen Aufenthalt hat. Die Gemeindebehörden sind ermächtigt, auf Reisen befindlichen Personen unter Berücksichtigung der Reisedauer und der festgesetzten Höchstmengen sowie Gasthäusern und Fremdenheimen für die Gesamtzahl der bei ihnen untergebrachten Personen Bescheinigungen auszustellen, die zum Bezüge der notwendigen Lebensmittel berechtigen. Die Angehörigen der Binnenschiffahrt sind als Reisende zu betrachten. Krankenhäuser, Heilanstalten, Erziehungsanstalten, Wohlfahrtsanstalten, Gefangenenanstalten und ähnliche Einrichtungen können von den Gemeindebehörden einen Berechtigungsschein für die Gesamtzahl der während der letzten zwei Wochen regelmäßig von ihnen verpflegten Personen zum Bezüge von Lebensmitteln für die Dauer von zwei Wochen im Rahmen der festgesetzten Höchstmengen erhalten. ersnK* iiiior- fiim lllM te ieiir ii ie 6si- W > ich 2. Bettwäsche und sonstige Bettwaren Spinnstoff, 3. Haus-, Küchen- und andere 1 brauchstücher sowie Taschentücher, 4. Leibwäsche und Unterkleidung ; Art sowie Strümpfe und Socken, 5. Arbeits- und Berufskleidung Männer und Frauen, Kl Kl loJ Hl vtitM lt Ur-J 8 QU'V erteilen. Welche Spinnstoffwaren sind bezugsscheinpflichtig? Zu den Waren, die auf dem Spinnstoff gebiet zugs'scheinpflichtig sind, gehören: 1. Gewebe und Gewirke sowie Reste Der Reichsbeauftragte für Lederwirtschaft stimmt, daß Leder an Schuhmacher und andere Werkstätten, die Schuhe ausbessern. Die Gemeindebehörden sind weiterhin ermächtigt, an Gaststätten Bescheinigungen zum Bezüge bestimmter Lebensmittel zur Verabreichung einer einfachen Mahlzeit täglich Bucht; aus dem Wind war aber Sturm geworden. Das Boot haute nur so, doch der Anker hielt. Am nächsten Morgen wehte es noch immer fo luftig — da war mir alles eins, und ich fuhr los, immer weiter nach Westen!" „Erlauben Sie, westlich von Lagosta ist ja nur noch offenes Meer; hatten Sie Wasser mit, hatten Sie einen Kompaß?" „Rein; ich hatte jetzt noch drei Melonen und einen Laib Brot. Ich segelte und segelte. Sozusagen ins Blaue. Die zweite Nacht war ernsthaft; allmählich hatte ich doch Durst bekommen, und einschlafen durfte ich auch nicht. Langsam wackelte die Mast- spitze zwischen den Sternen. Am dritten Tag war ich fast dumm vor Durst und Hitze. Ich hockte wie ein kranker Lämmergeier auf meiner Steuerpinne. Sehen Sie, da gab es so eine Viertelstunde, in ber ich umkehren wollte... Natürlich, das wäre der Tod gewesen. Gegen Abend kam Wind auf. Keine Sterne; ich hielt nur immer meinen Westkurs m großer Fahrt. Plötzlich sehe ich — als hätte man krischen Lichtern vor mir in der Ferne. Herrgott, die Küste! Und dann war's wieder weg. Wahrscheinlich eine Durstoision. dachte ich. Mein Kahn rauschte und zischte nur so durch die Dunkelheit. Aber auf einmal war das Nebeltuch wieder fort, und ich merkte — was? — das komischste auf der Welt: daß ich jetzt eben genau durch irgendeine schmale Hafeneinfahrt schoß! — Wie gezielt!... Ich lege also am Kai an, sitze da und denke mir, wo bin ich? Kommt ein Mann vorüber. „Hallo", rufe ich auf italienisch, „wo bin ich hier?" Da fing ber Mann zu schimpfen an. Er wollte nicht mein Narr sein! Er konnte fich's nicht denken, daß jemand hier in Barletta liegt und nicht weiß, daß das Barletta ist. Endlich holte er die Hafenpolizei. Die fragte mich zuerst, ob ich einen Mord begangen hätte, verstehen Sie: ob ich meinen Bootsgefährten ins Wasser gestoßen hätte! ,Nein', sagte ich, ,ich bin allein herübergekommen/ ,Wozu?' fragten sie. ,3um Spaß', sagte ich. ,216er jetzt gebt mir zu trinken!' Am nächsten Tage gab der Pachtklub mir zu Ehren ein Diner. Die Sache wurde herumgefunkt; ich bekam einen Sportpreis von 10 000 Lire. Ich । telegraphierte meiner Frau, damit sie nicht mehr auf die Melonen wartete. Dann verkaufte ich mein Boot und dampfte fahrplanmäßig heim über Bari ' und Ragusa... ganz dick von geschmuggelter Seide. : Man mußte ihr doch was mitbringen." [ Sehen Sie, das heißt Segeln in Korcula! Und - dabei hab ich seine Frau gekannt: drei Söhne hatte • sie und sah wie ein Engel aus, auf dalmatinisch, i Aber was, frage ich. was hilft das alles gegen i einen „vorzüglichen Mistral"?. Einheitliche Gesundheitsführung Reichsgesundheitsführer Dr. Eonti zum Staatssekretär im Innenministerium ernannt. den von ihnen bestimmten Ausgabestellen mündlich beantragt werden. Hierbei ist der Beruf des Antragstellers und der Zweck, für den die Kraftstoffe Verwendung finden sollen, anzugeben. Die Bezugsscheinpflicht gilt für Personenkrast. mögen — außer solchen mit Lieferanhängern und außer für Omnibusse — und Krafträder ab 1. September 1939, für alle übrigen Anlagen (einschl. Autobusse und Personenkraftwagen mit Lieferanhängern) ab 3. September 1939. Die Mineralölbezugsscheine und Tankausweiskarten werden nur für Kraftstoff verbrauchende Anlagen und Kraftfahrzeuge ausgegeben, deren Betrieb im allgemeinen Interesse liegt. Soweit Verbraucher Freistellungs- und Zuweisungs- b e s ch e i d e für Kraftfahrzeuge _ ober die Bescheinigung einer zuständigen Dienststelle über ihre Wichtigkeit oorlegen können, erfolgt die Ausgabe der Mineralölbezugsscheine und Tankausweiskarten ohne weiteres. In allen anderen Fällen hat die ausgebende Dienststelle die Wichtigkeit des Verbrauchers nach den ihr gegebenen Richtlinien z u überprüfen und selbstständig über den Antrag zu entscheiden. Die Belieferung mit Seife. Nach der gegenwärtigen Regelung erstrecken sich die Maßnahmen über die Belieferung mit Seife zunächst auf vier Wochen. Bis dahin dürften neue Anordnungen, die vielleicht auch gewisse Erleichterungen bringen, zu erwarten sein. Unzulässig ist nach den jetzigen Bestimmungen die Abgabe von Toilettenseife an die Verbraucher gegen die Abschnitte I und II des Bezugsscheins. Soweit bei der Versorgung Kinder unter zwei Jahren. Personen mit ansteckenden Krankheiten und berufsmäßige Krankenpfleger in Betracht kommen, können auf Antrag Bezugsscheine gegeben werden, die einen vermehrten Bezug von Toilettenseife, sowie von Seifenpulver und Waschmitteln ermöglichen. Für Gaststätten und Wäschereibetriebe gelten Sonder- bestimmungen. Ausreichender Kohlenvorrat. Die zur Verfügung stehende Kohlenmenge reicht vollkommen aus, um dem Bedarf der Bevölkerung in vollem Umfange genügen zu können. Für Koch- und Haushaltszwecke werden Kohlen auf den entsprechenden Abschnitt des Bezugsscheins verabreicht. Die Ausweiskarten werden bis zum 25. September von den Verteilungsftellen an die Bezugsberechtigen gerlln, 28. Aug. (DMB.) Es wird nochmals da,auf hingewiesen, daß die Bezugsschein- pfllcht in 6 raft getreten ist. Die fraglichen Wren — wie bereits mehrfach bekanntgegeben tytrbe — dürfen also nur noch gegen Be- zvgsscheine an Verbraucher abge- g(ben werden. Bezugsscheine für Sptnn- u 4 5 tt/ if«1' hen S» für s dB ter, M Hd br« ■ M glich ue naus' < INS B ;e[t um UH»I er M djen '■ Aus der Werkstatt Knut Hamsuns. Heinrich Goebel erhielt als Ueberfefcer von Gedichten Knut Hamsuns vom Verfasser einen Brief, der uns wichtige Einblicke in die Werkstatt des nordischen Dichters tun läßt. In seinem Schreiben, das die „Neue R u n d s ch a u" veröffent- licht, bemerkt Hamsun: „Ein ganzer Teil von dem, was ich geschrieben habe, ist bei Nacht entstanden, wenn ich einige Stunden geschlafen habe und dann wach werde. Ich bin dann klardenkend und äußerst empfindsam. Ich habe immer Papier und Bleistift neben meinem Bett liegen, ich zünde kein Licht an, aber ich fange sogleich an, im Dunkeln zu schreiben, wenn ich fühle, daß etwas einströmt. Es ist mir zur Gewohnheit geworden, und es wird mir nicht schwer, meine Aufzeichnungen des Mor- gens zu entziffern. Ich möchte Ihnen nicht den Eindruck von etwas Mystischem bei dem Entstehen meiner Gedichte geben. Daß ich am besten im Dunkeln bei Nacht schreibe, ist eine Art — ober Unart, zu der ich wohl ursprünglich in mir in den Jahren den Grund legte, als ich kein Licht zum Anzünden besaß und mich, so gut es ging, behelfen mußte. Es ist nichts Mystisches und nichts .Geniales' dabei. Die wirklich großen Dichter haben wohl auch ihre eigne Methode, die von meiner verschieden ist, ich weiß es nicht. Im Sommer habe ich meine beste Zeit. Biele Gedichte entstehen, wenn ich auf dem Rücken im Walde liege. Ich versuche, van den Menschen und van allen Erinnerungen an das moderne Leben weit wegzukommen, ich versetze mich in die Tage meiner Kindheit, als ich noch die Tiere daheim hütete. Damals erwachte mein Naturgefühl — soweit ich ein solches habe —, ich lebte jedenfalls von meiner ersten Kindheit an auf Wiesen, im Walde und in den Bergen, und ich lernte alle Tiere und Vögel kennen, die seitdem meine guten Bekannten für das ganze Leben geblieben sind. Das Meer gehört auch mit in die Naturumgebungen, unter denen ich seit meinem vierten Jahre ausgewachsen bin. Meine Heimat lag am Westfjord, und dieser Fjord öffnet sich weit unmittelbar zum Atlantischen Ozean. Und darum sind die Berichte der Forscher und Entdeckungsre i s e n d en meine liebste Lektüre. Diese Leute können nicht so gewandt wie die Dichter von Beruf mit gewählten Adjektiven umspringen, darum sagen sie mir so sehr zu. Wenn ich manchmal Naturbeschreibungen in modernen Romanen lese, so erfüllt es mich mit Widerwillen, ich sehe ziemlich bald, daß es nur etwas angelernte Naturkenntnis ist, mit einiger Beobach, tung an Ort und Stelle vermischt, nicht das innerliche und heilige Einsgefühl mit Wald und Weiten." des Ausbruches der Novemberrevolte nicht mehr ins Feld. Als nationaler Student beteiligte er sich an der Niederschlagung des Spartakusaufstandes und war 1920 Technischer Notheiser beim Kapp-Putsch. 1924 schloß er sein Medizinstudium durch die Promotion ab, ließ sich 1925 zunächst in München nie« der, um 1927 nach Berlin zurückzukehren. Hier trat er 1927 in die NSDAP, ein und wurde, nachdem er 1923 bereits SA.-Mann in Erlangen gewesen war, Organisator des Berliner S A. - S a n i t ä t s w e s e n s. Als erster SA.-Arzt der Reichshauptstadt betreute er u. a. auch Horst Wessel. Dr. Conti ist Gründer der Gauorganisation Berlin des NSD.-Aerztebundes. Minstterpräsident Göring berief Dr. Conti, der 1933 Mitglied des Preußischen Landtages wurde, nach dem Dienst als Arzt in der Partei und in der Berliner Stadtverwaltung im Februar 1933 zu ehrenamtlicher Tätigkeit ins Preußische Ministerium des Innern; wenige Monate später wurde er Ministerialrat und 1936 dann Stadtmedizinalrat der Reichshauptstadt. Im April 1939 ernannte der Führer Dr. Conti zum Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit (Reichs- gesundheitsführer) und zum Hauptdienstleiter der NSDAP., gleichzeitig auch zum Leiter des NSD.- Aerztebundes und Reichsärzteführer. Jiiogen werden. Der zum Bezug von Milch be- fli-rmte Abschnitt berechtigt zumEmpfangfür ehe Woche, wobei der Versorgungsberechtigte di- Lieferung einer entsprechenden Tagesmenge louf end w äh r en d der ganzen Woche be- arpruefjen kann. Es ist gestattet, die für Kinder w ter 6 Jahren vorgesehene Zusatzmenge von q> Liter Milch und von 0,3 Liter für wer- i’nbc und stillende Mütter zunächst t: ne Bescheinigung der zuständigen Geir indebehörde zu liefern. Unabhängig davon muß jod) bei der Gemeindebehörde der Antrag auf gwährung der Zusatzmenge für Kinder und wer- dk de und stillende Mütter gestellt und die erforder- (ite Bescheinigung nach Erhalt unverzüglich bei Milchhändler ausgehändigt werden. Die Verbraucher werden schließlich darauf hinge- öiifen, daß sie die Fette auf Grund der bis- hengen Eintragung in die Kundenliste bei ihren Hst) er i gen Lieferanten zu beziehen haben. Dieser Mistral, dieser Atemzug Gottes, blast unvermindert bis Sonnenuntergang. Kommt er aber erst um zwölf, so wird er schon gegen fünf müde. Weht jedoch Sirokko, so wird die Landschaft silbrig- trübe, und das Leben freut einen nicht mehr. Dann segelt man am besten ins Cafä (ja, wirklich, denn hier liegt alles am Wasser) und trifft dort den dicken Herrn aus Prag, der mit seinem dicken Boot überhaupt nichts anderes tut, als von Cafe zu Cafe iU segeln. Meist unterhält man sich davon, daß man eine neue Insel entdeckt hat. Bei Sirokko aber pricht man am passendsten von den Moskitos. Daß sie stechen", sagt der Dicke, „dagegen habe ich ja nichts; bitte schön, ich gebe gern em paar Tropfen Blut ab, sollen sie auch haben.. . Aber daß sie dabei noch Gift einspritzen, das ist das ganz Perfide, das Unerklärliche — und dabei kratzt er heftig feine dritte Nacken-Etage. Wird es dunkler so spricht man von den Schakalew „Die trinken Meerwasser und heulen in den hinter- nächten, so ein Auswurf der Tierheit. . . aber gefährlich sind sie kaum." - „Sagen Sie das nicht , mischt fid) ein dritter ein, „vorigen Dezember ging ich nachts auf der Uferstraße nach Hause, stockdunkel. Aus einmal sehe ich rechts zwei grüne Augen bann noch zwei, bann immer mehr: vierzig Stück 'stauben lautlos ba und schauten mich an. Weglaufen? — Vor Schakalen kann man nicht roeglaufen. Kämpfen? Gegen vierzig Gebisse! Und ich hatte nicht einmal den Stock bei mir. Also griff ich noch den Streichhölzern, fing laut an flu schreien und ließ rennend ein angezundetes Hölzchen nach dem andern auf den Weg fallen Vor Feuer haben sie Respekt. Das hat mich gerettet... Erne Streichholzschachtel!" Dieser Streichholzmann war aber ein Held. Jede Stadt hier braucht einen Helden — einen, von dem 6o n audi Ä"®'« 'Ä’Ä' 5* watz, und er begann, mit den Ellbogen auf ber Tischkante: z Meine Frau schickte mich mit dem Boot zur Stadt. Fünf Melonen sollte ich kaufen zwei Laib Brot und in dreiviertel Stunden zuruck sein.„Doch auf der Rückfahrt war der Mistral so Vorzug ich, daß ich ein bißchen weiterfuhr durch die In ein nach Lumborda zur Weinernte Aber der Mistro war so großartig, daß ich m Lumbarda gar nicht erst anlegte, sondern weiter nach Westen fuhr, in Richtung auf Lagosta, das liegt 20 Kilometer draußen. In der Mitte wollte ich, umkehren, aber ber Mistral war immer noch vorzüglich. Uno schon I tz ich abenbs in Lagosta, in irgenbetner gottverlassenen 6. Str aßenbeklei düng für Männer, Frauen und Kinder (z. B. Anzüae, Mäntel, Kleiber, Röcke, Blusen, Kostüme, Umschlagtücher, Pullover, Strickjacken, Westen, Trainingsanzüge), 7. Strickgarne, Schlaf- und Reifebecken, Handschuhe, Halstücher und ähnl. Für KinderbiszudreiJahrenist die Beschaffung von Kleidungs- und Wäschestücken nicht bezugs'scheinpflichtig. Ausdrücklich wird nach einmal darauf hingerviefen, daß kein Text'Mnzelhandels- geschäft die aufgeführten Waren ohne Vorlage eines Bezugsscheines aibgdben darf. Den Eirrzelhandelsge- fchäften ist in der Zwischenzeit eine ins einzelne gehende Liste der dezugsscheinpfliästigen Spinnstoff- roaren zugegangen. Die Frage ber Prüfung, inwieweit die Bezugsscheinpflicht gelockert werden farm, erfordert wegen des Umfanges des Spinnstoff geb ietes und der Vielzahl der einzelnen Waren gewisse Zeit und wird daher er st in einigen Tagen abgeschlossen fein. Eine llebereignung von Spinnstoffwaren und Schuhwaren, die in Erfüllung eines Li e° ferungsvertrages erfolgt, ist auch ohne Bezugsschein wirksam, sofern mit ber Herstel- l u n g ber Ware bereits bei Inkrafttreten der Verordnung begonnen war. Das gilt also für Maßkleidung. Leder zur Ausbesserung von Schuhwerk. nur in genau vorgeschriebenen Mengen geliefert werden darf. Die Lieferung größerer Mengen ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Reichsstelle für Lederwirtschaft, Berlin, zulässig. Als monatliche Grundmenge gilt je ein Zwölftel der im Jahre 1938 g e I i e f e r = t e n Menge. Don dieser Grundmenge darf Unterleder in Höhe von 50 v. H. und anderes Leder in Höhe von 100 v. H. geliefert werden. Das verfügbare Leder soll von den Schuhmachern und anderen Werkstätten, die Schuhe ausbessern, bevorzugt zur Ausbesserung von orthopädischem Schuhwerk verwendet werden. Die Anordnung regelt also die Belieferung der Schuhmacher und anderer Werkstätte, die Schuhe ausbessern, mit Leder, um eine gleichmäßige Versorgung der Schuhmacher und der Werkstätten zu gewährleisten. Die Anordnung sichert ferner, daß nur solche Schuhsohlen erneuert werden, die in der Lauffläche durch gelaufen sind, während andere lediglich ausgebessert werden dürfen. Die Anordnung gilt nicht für Aus- tauschwerkstoffe für Leder. Eine weitere Anordnung regelt die Herstellung von technischem Leder. Vezugsscheinpflicht für Vergaserund Dieselkraftstoffe. Um auch auf dem Treibstoffgebiet eine gerechte Verteilung der Vergaser- und Dieselkraftstoffmengen, die der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden, sicherzustellen, ist vom 1. September 1 939 ab für Personenkraftfa h r zeuge und vom 3. September 1 9 3 9 ab -für Nutzkraftfahrzeuge und sonstige Verbrauchsstellen die Abgabe von Vergaser- und Dieselkraftstoffen nur noch gegen Mineralölbezugsscheine und Tankausweiskarten der Reichsstoffe für Mineralöle zulässig. Die Tankaus- ' weiskarten sind zum Bezug von Vergaser- und Dieselkraftstoffen bei den Zapfstellen des öffentlichen Verkehrs, die Mineralölbezugsscheine zum Bezug von Gebinden bestimmt. Die Verteilung von Mine- ralölbezugsscheinen und Tankausweiskarten kann do m 3 0. August 1 939 ab bei den unteren Verwaltungsbehörden (Oberbürgermeistereien) und Segeln in Korcula. Von Sigismund von Radecki. lichts ist schöner als das freie Meer, außer ein Ker voll Inseln. Eine Insel ist eine Einsamkeit; ob r ein ganzer Schwarm von Inseln, so ein Ge- br: nge von Einsiedlern, das ist, Verzeihung, das gemütlichste, was man sich denken kann! Hier muß n.m schwimmen, wenn man sich besuchen will, und oi-flid), in Korcula schwimmt olles: die Menschen, .'h Esel, die Katzen, die Schakale, ja sogar die Mshühner. Und sollte hier etwa ein Zentner Blei Wasser geworfen werden, fo würde er unfehlbar >lleich zu paddeln anfangen, hier, in Korcula! . Fährt man mit dem Dampfer von Spalato nach p. gufa und an Korcula vorüber, so sagt man sich' hierher kommst du zurück, und hier bleibst du. Cmn es ist eine Meerlandschaft, wie man sie Dieb l?d)t geträumt hat, jedenfalls aber entzückt wieder- if-ennt Stellen Sie sich vor. Sie lebten in Goethes <"he: Sie könnten ja nicht anders. Sie müßten rmer wieder das Glück dieser Menschlichkeit, dieser ^islengröße fühlen. Und genau so ist die Meerenge ron Korcula das Genie unter den Landschaften: Wer stehen einem ungeheure Steingedanken und irbbene Aufschwünge der Natur vor Augen, be- cr-'Bt vorn lieblichsten Gegenüber des grünen Insel- Ihwarrnes — und das alles wird gespielt und pifijaufelt und umrauscht vom nimmermüden Meer. ich hatte ein Schären-Segeln erwartet, wie etwa 41 Schweden ober Finnland. Aber dieses sind eben kafsische Schären; und daher ist alles klar, bestimmt irr gestaltet. Jeder Wind hat seinen Namen, fast hen jede Welle. Am Morgen ist alles glatt: Die 8e:gl)äupter gucken in das Glimmerglas des Äisresspiegels und kämmen sich die letzten Nebel taöt!" Er rät seinen Landsleuten, nicht lange zu il adeln, denn: Mit vielem Kontrahieren, Wird es nit werden gut; Der Feind will dich vexieren, t Drum tu nit mehr traktieren/ Und faß' eines Mannes Mut! Eindringlich warnt er Danzig, sich nicht weiter mit den Feinden einzulassen ober ihren leeren Worten zu glauben, denn „es wird dir bringen Zein!" Das wirstu wohl erfahren, Wenn du halb türkisch bist; Dafür wall' dich bewahren Zu vielen tausend Jahren Der große Herre Krist! Der Handwerksdichter mit dem merkwürdigen tarnen Hans Hasentödter ist um das Jahr j L577 gestorben, aber sein Kampf- und Weckruf, der ,^um Singen beim Marschieren" gedacht war, nurbe weiter gesungen, benn er kam aus deutscher Seele. Die letzten Jahre seines wechselvollen Lebens verbrachte Martin Opitz, der Begründer her schlesischen Dichterschule, in Danzig, wo er als „Poet und .Historiograph" wirkte. Die 1639 in Danzig wütende 'Aest warf auch ihn auf das Krankenlager. Cinfam lag er auf der Pritsche und überdachte seinen Weg und seine Arbeiten; gewiß, sein „Büchlein von der teutschen Poeterey" wurde noch gelesen, seine Lieder und Sonette lasen die Frauen, übdr seine Sinnsprüche disputierten die Gelehrten, die Oper und den Schäferroman hatte er auf deutschen Boden verpflanzt, nun war er dabei, noch mancherlei aus dem Griechischen und Italienischen in ein mundgerechtes Deutsch zu übertragen, da nahm ihm der Tod die Feder aus der Hand. Freunde betteten den erst Zweiundvierzigjährigen auf seinen Wunsch in „Danzigs deutscher Erde". Trotz des polnisch klingenden Namens ist Daniel Chodowiecki ein „Ürdeutscher" — so nannte ihn Goethe — und hat dies nicht nur durch sein in gewissem Sinne bürgerliches Leben, sondern besonders durch sein reiches Lebenswerk erwiesen. Gr wurde 1726 in Danzig geboren, sollte das Geschäft des Vaters übernehmen, kam jedoch nach feinem frühen Tode als Lehrling in ein Spezereigefchaft. In den Mußestunden vervollkommnete er sich in der oom Vater erlernten Kunst des Miniaturenmalens; die Motive entnahm er dem häuslichen Leben oder seiner Vaterstadt und ihrer Umgebung. 1743 ging er nach Berlin, begann mit 28 Jahren seine Ausbildung und gehörte bald zu den gesuchtesten Zeichnern und Kupferstechern. Seinern Wunsche, nach Jahren (1773) noch einmal seine hochbetagte Mutter in Danzig zu sehen, verdanken wir dem (früher in unseren Spalten schon ausführlich gewürdigten) Zyklus „Von Berlin nach Danzig"; er selbst hielt von den 108 Blättern diejenigen für die besten, die seine Heimatstadt spiegeln. Nur die ersten Jugendjahre verlebte der Philosoph Arthur Schopenhauer in Danzig, wo er 1788 geboren wurde. Wie er die Stadt seiner Kindheit liebte, geht aus manchem seiner Briese hervor Gr wäre in seinem späteren Leben sicherlich hm und wieder einmal dahin besuchsweise zuruckgekehrt, wenn man „auf Öen Flügeln der Windsbraut hatte hinkommen können". , . „ , Erst langsam erholte sich Danzig von den Notjahren 1807 bis 1814, und die Bevölkerung stand noch lange unter den Nachwehen dieser Zeit So sah Joseph von Eichendorfs, der Dichter der Romantik, die alte Stadt mit den vielen Türmen, den mächtigen Festungswällen mit den schmalen Toren hinter tiefen Gräben, als er 1821 dorthin versetzt wurde. Die winkeligen Gassen, die hohen Giebelhäuser mit den seltsamen Vorbauten, den architektonisch berühmten Beischlägen mit Plattformen und zierlichen Brüstungen, und den an den Treppenseiten stehenden Figuren oder großen Steinkugeln vervollständigten ihm das Bild der alten deutschen Stadt, die er in dem Gedicht „In Danzig" schildert: Dunkle Giebel, hohe Fenster, Türme tief aus Nebeln sehn, Bleiche Statuen wie Gespenster Lautlos an den Türen stehn. Träumerisch der Mond drauf scheinet, Dem die Stadt gar wohl gefällt, Als läg* zauberhaft versteinet Drunten eine Märchenwelt. Ringsher durch das tiefe Lauschen, lieber alle Häuser weit, Nur des Meeres fernes Rauschen — Wunderbare Einsamkeit. Und der Türmer wie vor Jahren Singet ein uraltes Lied: Wolle Gott den Schiffer mahnen. Der bei Nacht vorüberzieht. Eichendorff wohnte in her Langgasse, wo er das Gedicht zum Lobe Danzigs geschrieben hat; auch folgende Verse, die einen „Gang vor die Stadt" schildern, dürften hier entstanden sein: O wunderbarer Nachtgesang: Von fern im Land der Ströme Gang, Leis Schauern in den dunklen Bäumen — Wirrst die Gedanken mir, Mein irres Singen hier Ist wie ein Rufen nur aus Träumen. Hier entwarf der Dichter auch seine bekannteste Erzählung, „Aus dem Leben eines Taugenichts", an deren Fortgang sein Vorgesetzter und Freund von Schön regen Anteil nahm. Besonders gern arbeitete Eichendorff auf her Besitzung Silberhammer (in her Nähe des heutigen Langfuhr), hie ihm Graf Fabian von Dohna als Sommeraufenthalt zur Verfügung stellte. Damals begann Eichendorff die heute vergessene, oft beißeiide Märchensatire „Krieg den Philistern". Zerstreuung und Erholung fand er in der kurz zuvor gegründeten „Danziger Liedertafel", an der er nicht als Sänger, sondern als Liederdichter teilnahm. „Trinken und Singen", „Gleich wie Echo frohen Liedern", „Horcht! Die Stunde hat geschlagen" und andere Gedichte hat er für die Runde verfaßt. Eine besondere Aufgabe sahen Eichendorff und Schön in der Wiederherstellung der Marienburg. Sie war damals nur deshalb nicht völlig abgetragen worden, weil die Abbruchskosten zu groß geworden wären! Die beiden Freunde wiesen auf das Verwerfliche des Abbruchs hin, und bald begannen die Wiederherstellungsarbeiten. 1823 konnte der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV, den erneuerten liegenblieb. Der andere entkam. Den Niedergeschos- jenen durchsuchten die Uebeltäter, um ihn zu be« rauben, fanden aber bei ihm nur eine Leu-Münze (2x/2 Pfennig). Später fanden Passanten den Unglücklichen und veranlaßten seine Ueberführung ins Krankenhaus, wo er in hoffnungslosem Zustand barnieberliegt. kleines Abenteuer eines Zwölfjährigen. Wieder glücklich im Elternhaus gelandet ist der kürzlich als vermißt gemeldete 12jährige Schüler aus der Akademiestraße in Hanau. Sein spurloses Verschwinden sollte eine bestimmt nicht ganz alltägliche Aufklärung finden. Der kleine Kerl hatte sicher so manches von dem Ernteeinsatz unserer Jugend gehört und sich daraufhin kurzentschlossen a l g „Erntehelfer" zu einem Landwirt in Kesse l st a d t begeben, der ihn denn auch etwas allzu sorglos aufnahm. Elternhaus und Schule hatten keinerlei Kenntnis von dem eigenmächtigen Schritt des Jungen, dessen Aufenthalt schließlich durch die Vermißtenmeldung in den Zeitungen bekannt werden sollte. Erst jetzt ging nämlich bent Landwirt ein Licht auf, daß es mit feinem jugendlichen Helfer doch nicht ganz in Ordnung gehen könne. Schleunigst sorgte er daraufhin für die Rückkehr des Jungen ins Elternhaus, wo man sich schon schwere Sorgen um den kleinen Burschen gemacht hakte. Ein kalb fraß 2000 Reichsmark. In dem zwischen Altenahr und Dümpelfeld get legenen Ort Obliers fraß ein Kalb buchftäd- li l 2 000 R M., den Hauptteil des Erlöses, den ein Landwirt durch den Verkauf eines Teiles feines Besitzes erzielt hatte. Der Landwirt beabsichtigte, diesen Betrag zur Kreissparkasse zu bringen. Aus irgendeinem Grunde verzögerte sich das Vorhaben, leichtsinnigerweise behielt er das Geld, das für ihn ein Vermögen bedeutete, in einem Briefumschlag mit anderen Papieren in seiner Rocktasche. Den Rock ließ er auch beim Füttern des Viehes an« Zwei Tage später stellte er zu seinem Schrecken fest, daß her Briefumfchlag mit den 2000 RM. verschwunden war. Alles Suchen war zunächst vergebens. Schließlich entdeckte er im Trog eines Kalbes letzte Reste des Briefumschlages und der darin enthaltenen Geldscheine. Offenbar 'hat der Landwirt den Briefumschlag beim Füttern verloren, und das Kalb hat sich dann darüber hergemacht. Seltsame Laune eines Huhns. Tiere haben manchmal seltsame Gewohnheiten, besonders Haustiere, die nach und nach jede Scheu vor den Menschen verlieren. So kann man in einem Gehöft in der Nähe von Adenau (Eifel) die sonderbare Laune eines Haushuhns bewundern, das sich jeden Morgen durch die meist offenstehende Hoftür in das Haus der Besitzern begibt. Gackernd begrüßt es die Hausbewohner, läuft dann in die Wohnstube und fetzt sich hier stolz und im Bewußtsein feiner hohen ernährungswirtschaftlichen Bedeutung i n den Sessel der ältlichen Besitzerin, um nach einer Weile regelmäßig ein blitzsauberes Gi zu hinterlassen. Sorgsam wachen die Hausbewohner, denen das seltsame Gebaren des Huhnes viel Freude macht, darüber, daß das Tier nicht gestört wird. Römisches Brandgräberfeld entdeckt. Westlich von Pfeddersheim bei Worms wurden in diesen Tagen wieder wertvolle Funde bei Grabarbeiten gemacht. So stellte man ein ausgedehntes römisches Brandgräberfeld aus dem ersten Jahrhundert nach Chr. fest. Eines der Gräber war reich ausgestattet und enthielt mehrere Urnen, einen Tränenkrug, einen Faltenbecher und zwei prächtige, emailleverzierte Bronzefibeln. Der schönste Fund aus dem Gräberfeld ist eine Sigillata- schüssel, die sehr gut erhalten ist. Man fand auch einen eisernen Bootshaken, einen kleinen Bronze- (öffei und geschmolzene Glas- und Bronzereste. Man nimmt an, daß die Brandgräber zu eine villa rustica, einem römischen Gutshof gehörten. Maul- und Klauenseuche in England. In der Grafschaft Hampshire in England wurde die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Das Landwirtschaftsministerium hat weitgehende Vorsichtsmaßnahmen angeordnet, um eine Ausbreitung auf andere Grafschaften zu verhindern. Remter weihen, wozu Eichendorff den Feftspruch schrieb, her begann: „Nun hebt sich wieder fröhlich Dein Haus im Morgenschein, Die Jungfrau, minneselig Schaut weit ins Land hinein." 1824 wurde Eichendorff versetzt, kam aber 1843 noch einmal nach Danzig, um ein Werk über die Marienburg zu verfassen; 30 Bände Akten und 7 Bände Notizen wälzte er, daneben benutzte er noch viele andere Quellen. Einem Freunde schrieb er, ganz im Banne dieses Bauwerks: „Wozu wäre eben das Hohe auf der Welt, als um das Gemeine in allen seinen Gestalten und Larven zu bekämpfen und niederzuwerfen!" Im Jahre 1832 wurde in Danzig Ernst Victor Leyden geboren, der einer der bedeutendsten Kliniker Deutschlands wurde. Er wirkte an der Medizinischen Klinik in Königsberg, in Straßburg und von 1876 bis zu seinem Tode (1910) in Berlin. Von ihm stammt die ehrfurchtsvolle Erkenntnis des geheimnisdunklen Wirkens der Natur: „Nicht her Arzt, die Natur heilt die Krankheit." Zeitschriften. — „Das Innere R e i ch". Herausgeber: Paul Alverdes. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — Mit dem vollen Klange eines gedankenschweren Gedichtes an Danzig von Agnes Stiegel hebt das Augustheft an; Erich Mafchke führt dann in die wechselvolle, immer deutsche Geschichte Danzigs ein. Den Kern des vielseitigen Heftes machen zwei große Prosabeiträge junger Erzähler aus: Franz Turniers Bericht vom ersten Schultage eines Landlehrers, lebendig und der Sache wie den Menschen nahe, — und Willi Steinborns Erzählung „Der Eroberer", voll tiefer Einsicht in kindliches Seelenleben, von leichtem Humor umspielt. Einen Schmuck des Heftes bedeuten die drei neuen Gedichte Josef Weinhebers, unvergeßlich das „Gello", heiter und lockend die „Ziehharmonika", bedeutend und wuchtig die „Orgel". Weiter ist Wilhelm Schäfer vertreten mit „Drei Kapiteln vom Niederrhein", mustergültigen Landschaftsbeschreibungen; Kurt La- merhins „Streifzug durch das Instrumentarium der musizierenden Jugend" ist eine Abwehr unberechtigter Vorwürfe und zugleich ein Hinweis auf kulturelle Arbeit von größter Wirkungsmöglichkeit. Ueberhies wären noch Gedichte von Adolf Beiß, Fritz Knöller und Georg von der Bring und die hervorragenden Abbildungen altgermanijcher Schmuckfunde zu er* wähnen. Aus der Stadt Gießen. Zauber des Waloes. 3n stiller Stunde an einem Spätsommertag mag es fein, daß uns am eindringlichsten der uralte Zauber des Waldes berührt. lieber den Wipfeln blaut die Weite des Himmels. Satt von Wärme zittert die Luft auf den Lichtungen. Unter den hohen Bäumen weht linde Schattenrühle, und Moosteppiche betten lautlos den Tritt. Im helleren Grün saftooller Zweigspitzen bergen die Nadelbäume das Wachstum des Jahres. Beerenreife tupft schüchternes Rot in das glänzende Dunkelgrün des Waldgrundes. Seltener ward schon Faltertaumel und Vogelruf. Eingeschlafen sind die Sommerwinde, verebbt ist alles ungestüme Rauschen und Gesumm. Nun ein müdes Rieseln ist noch im Lauf der Wipfel, und bald fällt das erste welkende Blatt. Besonnt ragt der altersgraue Fels über der Lichtung auf. Würziger Ruch von Waldkräutern mischt sich in die widerstrahlende Wärme des Steins. Vorsichtiger prüft der Einsame Griff und Tritt beim Aufstieg. Ein lautlos von der Felswand abstreichender Vögel läßt fast ein wenig erschrecken. Ein leiser Unterton von Traurigkeit rührt uns an, sind wir allein im Wald. Ist es Ahnung verlorener Vertrautheit mit den Mächten der Natur? Fabelwesen und Götter erlebte der Mensch vor Zeiten im Walde. Heute empfinden wir nur noch einen Hauch sachter Unheimlichkeit, die wir vielleicht als den Rest ureingeborenen Vorsicht zu deuten versuchen. Und nur Dichter oder Kinder glauben zuweilen noch ein „Raunen" im Walde zu hören. Tiefes in unserem Wesen ist mit den Wäldern unserer Heimat verknüpft. Wenn wir aber im Erleben der Waldeinsamkeit bedrängender als sonst die Verlorenheit des Einzelnen fühlen, werden wir auch deutlicher die Notwendigkeit aller menschlichen Gemeinschaft erkennen und gestärkt in sie zurückkehren. J. B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Polizeifunk meldet". Ehrung bei der Veichsbank. Dem Reichsbankinspektor Wilhelm Röhrsheim wurde vom Führer das silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen. Die lieber« reichung fand in würdiger Form durch den Behördenleiter statt. Berufskundliche Heimabende des BdM. für pflicktjahrmädel. NSG. Bereits in den letzten Wochen find in vielen Standorten unseres Gaues die berufskund- lichen Heimabende für Pflichtjahrmädel angelaufen, die der BDM. u. a. in Zusammenarbeit mit, Arbeitsämtern, der Fachgruppe „Hausgehilfinnen" der DAF., der NS.-Frauenfchast, Vertretern des Hilfswerkes „Mutter und Kind" veranstaltet. Zugelaffen zu diesen Abenden sind alle Pflichtjahrmädel, auch Nichtangehörige des BDM. Diese berufskundlichen Schulungen werden in nächster Zeit zu einer dauernden Einrichtung ausgebaut. Nach einheitlichem Lehrplan können die Arbeitsgebiete in jeweils zehn Abenden durchgearbeitet werden. Für die Mädel, die ihr Pflichtjahr in ländlichen Bezirken abteiften und deshalb wenig Möglichkeit zur regelmäßigen Teilnahme an derartigen Abenden haben, sind jährlich zwei Kurzschulungen von Wochenenddauer vorgesehen, an denen der Lehrstoff in gedrängter Form durchgesprochen wird. Der BDM.-Obergau 13 Hessen-Nassau stellt mit diesen Einrichtungen eine regelmäßige Betreuung seiner im Pflichtjahr erfaßten Mädel sicher und gibt darüber hinaus die Möglichkeit, die jungen Mädel mit allen theoretischen Fragen ihres Berufes, mit der sozialen Gesetzgebung des Dritten Reiches (Iugendschutzgesetz), mit Rechtsfragen, usw. bekannt zu machen und durch Aufklärung und Beratung auf dem Gebiete der Berufslenkung wertvolle Vorarbeit zu leisten. Dorsicht beim Genuß von Ziegenbärten Die Ziegenbärte, Korallenpilze oder auch Hahnen- tämme genannt, werden viel zum Genuß gesammelt. Mancher Pilzfreund hat damit jedoch schon recht „bittere" Erfahrungen gemacht. Allgemein war seither bekannt, daß alle Ziegenbärte eßbar seien. Nur im Alter würden sie bitter, zäh und schwer Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Gskar Meister, Werdau L Sa. 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Willst du dir diesen Schotterhaufen mal besehen, Pembroke?" Gehorsam kommt der Angerufene näher. „Lag er so auch an jenem Sonntagabend, als ihr Perkins abgeholt habt?" „Moment mal!" Auf einem Photo vergleicht er den Zustand des angehäuften Schotters von damals und heute. „Er liegt noch völlig unverändert." „Gut!" Stumm begibt sich Linkerton von neuem an die Untersuchung. Diesmal ist es die Birke am Rande des Abhangs, ein prächtiger Baum, im Sturm zu einem knorrigen Riesen gewachsen. Er trennt den Abgrund vom Schotterhaufen, der sich friedlich an seinen Stamm legt. Zum Teil ragen seine Wurzeln auf der Seite des Abhangs aus dem Erdboden. Besonders die Rinde des Baumes scheint den Kommissar zu interessieren. „Besieh dir das hier mal, Pembroke! Aber Vorsicht! Nicht auf den Schotter treten!" Ein kurzer Blick auf die Rinde des Stammes: „Das sind Kratzspuren! Hier hat sich jemand festgehalten! Wahrscheinlich Perkins bei seinem Absturz." „Idiot!" knurrt Linkerton. „Seit wann halten sich stürzende Leute auf der Seite des Baumes fest, die nach dem Abgrund sieht? Versetze dich mal in die Lage eines Stürzenden! Wo werden seine Kratzspuren sichtbar sein?" „An der anderen Seite des Baumes!" „Siehst du. Außerdem müssen es richtige Risse sein, als hätte eine Katze die Rinde geritzt. Aber hier hat jemand einfach mit aller Kraft seine Nägel in den Stamm geschlagen — Augenblick mal!" Mit einem Satz ist Linkerton vor dem Baum, Aufruf an alle Verkehrsteilnehmer. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei im Reichsminisierium des Innern, h. Himmler, erließ folgenden Aufruf: An olle Verkehrsteilnehmer! Hebt Disziplin im Straßenverkehr! Die gegenwärtigen Verhältnisse erfordern die strengste Beachtung der Vorschriften über das Verhalten im Straßenverkehr. Insbesondere sind die bekannten Anordnungen über Geschwindigkeitsbe- schränkungen für das Fahrzeug genauestens einzuhalten. Vorgeschrieben sind Höchstgeschwindigkeiten! Von allen Fahrzeugführern wird darüber hinaus erwartet, daß sie innerhalb und außerhalb geschlossener Orlslagen möglichst auch mit geringeren Ge- schwindigkeiten fahren. Strengste Disziplin auf den Straßen ist besonders jetzt erhöhte Pflicht aller Verkehrsteilnehmer. Erleichtert die sichere Abwicklung des Verkehrs auch durch scharfes Rechtsfahren! Alle Verkehrsteilnehmer, ob Kraftfahrzeugführer, Fuhrwerkslenker, Radfahrer oder Fußgänger haben durch mustergültiges Verhallen dazu beizutragen, daß sich der Straßenverkehr reibungslos abwickelt. Wer sich diesem Gebot der Stunde nicht fügt, muß mit strengsten Strafen und anderen Maßnahmen rechnen. Reben der Polizei überwachen alle an der Erhaltung der öffentlichen Ordnung beteiligten Organe des Staates und der Bewegung, sowie ihrer Gliederungen die Befolgung dieses Aufrufes! Beide Hände an das Steuerrad! Oie Bedienung eines Krastwagens verlangt die ganze Aufmerksamkeit des Fahrers. „Was du tust, das tue ganz." Dies Wort scheint wichtig genug, jeden übersteigerten Ehrgeiz zu vergessen und die Sache, mit der wir gerade beschäftigt sind, so ernst zu nehmen, daß wir alle unsere Kraft dafür einsetzen. Der Mensch kann nicht drei oder mehr Dinge gleichzeitig tun, ohne daß die Qualität der geleisteten Arbeit leidet. Das gilt für alles, was wir tun, auch für das Autofahren. Das Wichtigste: Aufmerksamkeit. Die Bedienung eines Kraftfahrzeuges verlangt eine ganze Menge an Können, Wissen und Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit ist sogar das Wichtigste von allem; denn was hilft alles Können und Wissen, wenn der Mann am Steuer fröhlich in der Gegend umherblickt, anstatt seine Augen auf die Fahrbahn zu richten! Man soll nicht immerzu auf die Autofahrer schimpfen, die passen schon auf! Wir wollen gar nicht schimpfen, wir wollen nur einmal festnageln, daß manche Kraftfahrer noch viel bösere Dinge — döse im Hinblick auf die Gefährdung der Verkehrssicherheit — treiben. Ein „harmloses Vergnügen“? Der Wagen schnurrt über die Landstraße. „Verflucht langweilig", denkt der Fahrer, „mal zur Abwechslung eine Zigarette anstecken". Eine Hand bleibt am Steuer, Die andere klopft erst mal'alle Taschen nach Zigaretten und Zündhölzern ab. Dann ist die Zigarette da, das Streichholz flammt auf. Genießerisch bläst der Mann den Rauch durch die Nase. Ein harmloses Vergnügen, mag mancher denken. Zugegeben, für den Mann im Wagen vielleicht. Aber auch nur vielleicht, denn was garantiert ihm, daß er mit einer Hand das Steuer in der Gewalt behält? Kann nicht durch ein im Wege liegendes Hindernis das Steuer herumgerissen werden? Das Steuer des Kraftwagens ist so eingerichtet, daß es mit zwei Händen regiert werden soll. Das Führen eines Kraftwagens ist darüber hinaus eine Beschäftigung, die die ungeteilte Aufmerksamkeit des Fahrers in Anspruch nimmt! Warum also gleichzeitig zwei Dinge tun, die sich nicht recht miteinander in Einklang bringen lassen? Rauchen lenkt ab und birgt Gefahren. Dabei ist es mit dem Anzünden der Zigarette nicht einmal getan. Während des Rauchens wird die Aufmerksamkeit wieder und wieder abgelenkt. Einmal muß die Asche abgestreift werden, wobei gar nicht einmal sicher ist, daß sie nicht durch irgendeinen ungünstigen Luftzug dem Fahrer in die Augen fliegt — welche Folgen das haben kann, brauchen wir gar nicht auszumalen! —, zum anderen braucht man immer wieder eine Hand, um die Zigarette zum Munde zu führen, eben die Hand, die eigentlich mit ans Steuer gehört. Daß die allgemeine Konzentration auf das Bedienen des Fahrzeuges gelockert wird, ist selbstverständlich. Bodenloser Leichtsinn. Wenn zwei sich lieben, pflegt sich das in zärtlichen Umarmungen auszudrücken. Bisweilen werden diese Zärtlichkeitsbeweise durch Küsse ergänzt. Dagegen hat kein Mensch etwas einzuwenden. Aber muß die Liebe gerade während des Autofahrens erhärtet werden? Mitten auf der Landstraße während der Fahrt die Auserwählte feines Herzens an sich zu ziehen, das geht denn doch zu weit! Nicht, daß wir ihm fein Glück nicht gönnten, aber alle jene, die zu dieser Zeit in die Nähe seines Wagens kommen, können ihr Leben nur noch halb so hoch einschätzen. Und soviel ist wohl die größte Liebe nicht wert, daß ihretwegen völlig Unbeteiligte mit gebrochenen Gliedern ins Krankenhaus müssen. Konzentration auf eine Ausgabe. Eine groteske Vorstellung, daß etwa ein Mann am Steuer gleichzeitig noch Briefe diktieren, Zeitung lesen und Frühstück essen würde. Wir lachen schon beim Gedanken daran, dabei ist es in etwas übersteigerter Form nur dasselbe, als wenn jemand am Steuer raucht ober, Liebesbeweise austeilt. Wer fährt, hat die Pflicht, sich g a n z auf feine Aufgabe als Wagenlenker einzustellen. Das können wir verlangen und erwarten, auch im Interesse all derer, die unsere Straße benutzen und die nicht wegen eines leicht abgelenkten oder liebebedürftigen Kraftfahrers Leben oder Gesundheit einbüßen wollen fg. (RAS) verdaulich. Daß allgemein vor dem Genuß zu alter Pilze gewarnt wird, gilt selbstverständlich auch für die Ziegenbärte. Nachdrücklich muß aber darauf aufmerksam gemacht werden, daß es unter den Ziegenbärten auch richtige Giftpilze gibt. Manche heißen deshalb z. B. in der Schweiz „Bauchwehkorallen". Die beiden Hauptgiftpilze aus dieser Gruppe sind die Bleiche Koralle und der Dreifarbige Ziegenbart. Beide sind Bewohner des Buchenwaldes. Die Bleiche Koralle ist fahlgelbbräunlich gefärbt mit violettlichen Spitzen. Der Dreifarbige Ziegenbart hat einen weißlichen Strunk, im mittleren Teil ist er rosarötlich gefärbt, die Spitzen sind gelb. Wer diese giftigen Arten nicht einwandfrei kennt, lasse seine Hände weg von den Ziegenbärten, deren Verwandtschaft bei uns mehrere Dutzende Arten zählt. Der Genuß der geschilderten Bauchwehkorallen verursacht Leibschmerzen, Uebelfeit, Durchfall und Erbrechen. Gar nicht zu verwechseln ist der größte Vertreter unserer heimischen Ziegenbärte, die „Krause Glucke". Sie wächst am Grund von Kiefernstäm- .men, wird kopfgroß und sieht mit ihren bandartig verbreiterten Aesten aus wie ein großer Badeschwamm. Ettern, laßt Eure Kinder auf dem Lande! DNB. Eine große Anzahl von Jungen und Mädeln helfen seit Monaten den Bauern durch ihre freiwilligen Dienstleistungen im Landdienst der Hitler-Jugend. Es liegt nahe, daß mancher Vater und manche Mutter ihren Sohn ober die Tochter gegenwärtig in ihrer Nähe wissen möchte und in übereilter Vorsicht die Veranlassung zur Heimreise gibt. . Die Eltern, die sich mit derartigen absolut mv legt feinen Rücken dagegen und umschlingt ihn rücklings, als sei er von Indianern festgebunden. „Guck nach, du Trottel, ob meine Hände hinten in die Male passen!" „Tatsächlich — ungefähr. Nur deine Tatzen sind viel größer. Aber der Betreffende muß genau so wie du gestanden haben: den Baum hinter sich, das Gesicht zur Straße, die Arme rückwärts um den Stamm geschlungen, als wollte er ihn in seinen Rücken pressen. Die Hände haben sich gespreizt, und die Nägel sind in die Rinde eingedrungen, nicht tief, aber gut sichtbar. „Blödsinnig — aber wahrscheinlich richtig. Wenn ich jetzt Glück habe —," brummt Linkerton, doch weiter kommt er nicht. Denn nun liegt er bereits auf den Knien und untersucht die Rückseite des Baumes, da, wo der Abgrund gähnt. Er macht das gründlich, sehr gründlich, ja, er nimmt sogar ein Vergrößerungsglas zu Hilfe dabei. Sa vergeht eine Viertelstunde. Pembroke hat sich's bequem gemacht, denn die Sonne meint es gut. Er muß wohl ein wenig eingeduselt sein, denn plötzlich fährt er von einem Puff in die Höhe. Linkerton hockt vor ihm und hält ihm ein Etwas unter die Nase, das er im ersten Augenblick nicht gleich erkennt. „Alte Schlafmütze!" lacht der Inspektor. „Guck lieber mal her und bestaune meinen Fund. Hier —!" „Ein Fingernagel!" „Ganz recht, ein Fingernagel, wenigstens der abgebrochene obere Rand eines menschlichen Fingernagels. Wenn wir nur wüßten, ob er Sir John ab- gebrochen ist! Erinnere dich mal schleunigst: waren die Fingernägel der Leiche unversehrt?" Aber da versagt Pembrokes Gedächtnis. Nein, das weiß er beim besten Willen nicht. Es ist ihm nicht ausgefallen, daß irgendeiner der Nägel verletzt war und schließlich — Der Leichnam war recht zerschunden! Wer achtet da ausgerechnet auf die Fingernägel? Linkertan beißt sich auf Die Lippen. „SchaDe! Wenn Der selige Perkins nämlich seine Fingernägel alle in Ordnung hätten. Dann — Pembroke, Dann hätten wir Den Mörder!" Lange kratzt sich Pembroke hinterm Ohr. „Du meinst, wir hätten Den Mann, Der sich hier einen Fingernagel abgebrochen hat. Weiter beweist Dies Indiz ja gar nichts!" „Stimmt! Aber ich will mich hängen lassen, wenn der Eigentümer dieses Fingernagels nicht zumindest mit der Geschichte zu tun hätte." „Vielleicht kann man Die Hände Des Toten auf Den Photos erkennen. Ich erinnere mich, daß man Das sogar noch auf Den letzten BilDern von Der Aufbahrung feststellen können muß." „Bist ein schlauer Junge! Und nun komm! Jetzt wollen wir mal ins Dorf gehen. Vielleicht läßt sich Da auch noch allerlei BesonDeres feststellen." Sorgsam birgt Linkerton Den Fund in seiner Brieftasche. Dann begeben sie sich auf Den Heimweg. „Bleibt also zweierlei!" stellt Linkerton auf Dem Rückweg fest. „Zuerst: ein Mensch hat mit Dem Rücken gegen Den Baum gestanden und sich rücklings in seine Rinde festgekrallt. Frage: Warum schlägt er seine Nägel in die Rinde Des Baumes? Tut man Das normalerweise?" „Antwort: Nein!", ermiDert Pembroke. „Der Unbekannte muß GrunD Dazu gehabt haben. Er muß sich in großer Erregung befunDen haben. Vielleicht hat man ihn beDroht. In seiner Angst umklammerte er Den Stamm unD preßte vor Aufregung seine Nägel ins Holz, so fest, Daß ihm ein Nagel abbrach." „Folgerung, lieber FreunD: Der Verlierer Des Nagels war Der BeDrohte, also Sir John Perkins. SchaDe. Denn Daß er bedroht war, wußten wir schon vorher. Da sind wir also keinen Schritt weiter gekommen." „UnD wenn Der Nagel nicht Dem Toten gehört?" „Junge, Junge! Dann geht Das Rätselraten von neuem los. Denn welchen GrunD sollte Der Unbekannte haben, seine Nägel in Die RinDe Des Baumes zu schlagen?" Darauf bleibt Pembroke Die Antwort schulDig. Wirklich, Der Fall beginnt immer verwickelter zu roerDen. Im Gasthof Des Dorfes wird Rast gemacht. Das einfache aber reichliche Mahl an einem sauber gescheuerten Holztisch munDet Den beiDen ausgezeichnet. Sie finD um Diese Tageszeit Die einzigen Gäste, unD Da Die Wirtin einem kleinen Schwatz nicht abgeneigt scheint, ist Linkerton halb mit ihr in Der schönsten Unterhaltung. Zuerst gibt er ihr ein Rezept, das unfehlbar hilft, wenn Die Hennen nicht brüten wollen. Darauf erzählt er ein paar hanDseste Späße und bezweifelt nötigen Gedanken beschweren, mögen, ehe sie an Die Ausführung gehen, bedenken, daß mit Hilfe ihrer Jungen und Mädel Die Einbringung der Kartoffel- und Rübenernte im Laufe der kommenden Wochen erfolgen wird. Schließlich braucht auch die Bäuerin Die Hilfe der Mädel, um die Kühe melken zu lassen, Damit Milch und Butter in den vorgeschriebenen Mengen geliefert werden können. Alle Eltern sollten ihre Sohne und Tochter Der» anlassen, auf Dem Lande zu bleiben, um Dort an ihrem Platze mitzuhelfen, Deutschlands Ernährung in jedem Falle sicherzustellen. Gietzener Wochen Marktpreise. * G i e ß e n , 29. Aug. Auf Dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM.. Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkahl 8 bis 9, Bohnen, grün 13 bis 23, gelb 15 bis 23, Erbsen 15 bis 20, deutsche Tomaten 20 bis 26, Zwiebeln 10 bis 13, Rhabarber 8 bis 15, Kürbis 8, Kartoffeln, % kg 5 Rpf., 5 kg 50 Rpf., 50 kg 4 bis 4,50 RM., Frühäpfel, kg 15 bis 35 Rpf., Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 32 bis 35, Brombeeren 35 bis 40, Preiselbeeren 38 bis 40, Birnen 15 bis 35, Pflaumen 15 bis 25, Zwetschen 15 bis 20, Mirabellen 25 bis 30, Renekloden 15 bis 22, Blumenkohl 10 bis 35, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, Das BünDel 8 bis 10 Rpf. * * Von einem Motorradler angefahren. Am gestrigen Montagmittag wurde an Der Ecke Moltkestraße-Kaiserallee eine Frau von einem MotorraDler angefahren. Die bedauernswerte Frau mußte vom Roten Kreuz Der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo sie mit Kopfverletzungen darniederliegt. Amtsgericht Gießen. Det B. C. in Gießen hatte sich wegen Diebstahls zu verantworten. Er war beschuldigt, im Mai und Juni in Gießen Schokoladenkartons, Die sich als Frachtgut in Der Güterhalle Der Güterabfertigung befanden, erbrochen und einmal eine Tafel Schokolade und eine Rolle Drops, das anderemal zwei Tafeln Schokolade daraus entnommen und verzehrt zu haben. Der Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von je drei Wochen Geldstrafen von zusammen 60RM. Der Angeklagte wurde diesem Antrag entsprechend verurteilt. Strafmildernd kamen die Unbestraftheit und der geringe Wert des gestohlenen Gutes in Betracht. Der G. M. und der R. D., beide in Leihgestern, hotten je einen Strafbefehl über 70 RM., ersatzweise 14 Tage Gefängnis, erhalten. Sie wurden beschuldigt, in Der Nacht vom 26.Z27. Dezember 1938 in Leihgestern Beamten Der (BenDarmerie in Der Ausübung ihres Amtes Durch Gewalt Widerstand geleistet und Die Beamten tätlich angegriffen zu haben. M. stieß mehrere Personen, Die vor ihm standen, gegen die Beamten, um diese zurückzudrängen, und rief ihnen einigemal zu: „Hinaus!" D. stieß und Drängte Die vor ihm stehenden Personen in Der gleichen Absicht gegen Die Beamten. Gegen Die Strafbefehle legten sie Einspruch ein. Durch Die Beweisaufnahme mürben Die Angeklagten üb erführt. Der Anklagevertreter beantragte, Die Angeklagten zu ©elDftrafen von 100 RM, ersatzweise 20 Tage Gefängnis, zu verurteilen. Die Angeklagten rourDen zu Geldstrafen von je 80 RM., ersatzweise drei Wochen Gefängnis, verurteilt. Aus der engeren Heimat. Gcheunenbrand in Affenheim. Brandstiftung. Die Staatliche Kriminalpolizei in Gießen teilr mit: Am 27. 8. 1939 gegen 22 Uhr brach in einer Scheune in Affenheim Feuer aus, Dem fast Die gesamte Ernte von etwa 150 Morgen Land zum Opfer fiel. Nach den Feststellungen kommt mit großer Wahrscheinlichkeit vorsätzliche Brandstiftung durch Den bei Dem Brandgeschädigten beschäftigten 47jährigen Michael G l a p a aus Buchowitz in Frage. Glapa ist seit Brandausbruch flüchtig. Der Schaden an Erntevorräten und landwirtschaftlichen Geräten beträgt etwa 45 000 RM. und der Gebäudeschaden etwa 10 000 RM. hinterher ernstlich, daß in dieser gottverlassenen Gegend jemals irgend etwas los sein könnte. Nun hat er die Wirtin da, wohin er sie haben will. Natürlich, sie tischt ihm Die ganze Geschichte von Dem ToD Des „berühmten Fabrikbesitzers" in aller Ausführlichkeit auf. Er tut auch gewaltig erstaunt, als er hört, Daß man im Dorf munkelt, es fei nicht mit rechten Dingen zugegangen. „Ach nee, ist etwa der Leibhaftige Dabei beteiligt gewesen?" versucht er zu scherzen, Doch Die Wirtin geht auf feinen Spaß nicht ein. „Im Gegenteil! Perkins, Der Die großen Fabriken in Der Stadt gehabt hat, war ein sehr frommer Mann. Ich habe Das Bild in Der Zeitung gesehen: Muß 'ne schöne Leiche gewesenem. Aber das lassen wir uns hier nicht ausreben: Da stimmt was nicht. Wenn bloß Der alte Maxwell nicht so sauDämlich wäre. Dann könnte man’s graD Der Polizei melDen." „Tun Sie's Doch, liebe Frau", wirft Pembroke ein, was ihm einen oerroeifenDen Blick feines Freun- Des einbringt. Die Frau sieht erschrocken auf. „Um Des Himmels willen! Bloß nicht Die Polizei! Daß man die Beamten hier Herumsitzen hat und keine Ruhe mehr kennt vor lauter Gerenne und Gelaufe! I bewahre! Und außerdem — ich weiß ja auch von rein nix. Vielleicht ist alles dummes Gerede. Man soll da nicht zuviel drauf geben, was so in der Wirtsstube verzapft wird." Sie fährt schnell mit der Schürze über Den Tisch- „Die Herren entschulDigen mich wohl — ich muß in Die Küche!" Weg ist sie. „Alter Esel!" faucht Linkerton Den Freund an. „Nun hast Du sie richtig verscheucht. Du brauchst ihnen bloß das Wort „Polizei" an Den Kopf zu werfen — aus ift's Dann. Na, versuchen wir unser Glück mal beim alten Maxwell!" Auf Der Straße schnappen sich Die zwei ein kleines Mädchen, Das sie zu ihrem Ziele führt. In einer halbverfallenen Hütte haust Der Alte, Der so schwerhörig ist. Daß sie ihm erst auf die Schulter klopfen müssen, Damit er sie bemerkt. Linkerton bringt ihn auf eine klassische Art zum ReDen. Er legt ihm nämlich nur Das Bild Des Toten vor unD einen Schilling Daneben. Gleich leuchten Die Augen des Alten auf. (Fortsetzung folgt.) neuzeitlichen Einrichtungen versehen werden. In dem Hause soll auch die N S V. ° S ch w e st ernst a t i o n Unterkunft finden. Die Gesamtkosten des Baues sind auf etwa 30 000 RM. veranschlagt. Man hofft, in dem Heim etwa 60 Kinder unterbringen und dadurch den Müttern eine erhebliche Entlastung für ihre landwirtschaftlichen Arbeiten bieten zu können. Heldengedenkfeier der hessischen Dragoner. Lpd. Darmstadt, 28. August. Die Kameradschaften der ehem. hessischen Garde - und Leibdragoner hielten am Sonntagabend an dem Gefallenen-Ehrenmal in Darmstadt eine G e - Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 28. August. Die Börse begann die neue Woche in nicht ganz einheitlicher Haltung, doch wiesen die Aktienkurse überwiegend Befestigungen von etwa 1 v. H. im Durchschnitt auf. Den mäßigen Käufen stand weiterhin kaum Angebot gegenüber, das Geschäft blieb daher begrenzt. Zunächst kamen IG.-Farben mit 154,13 (153,20), Scheideanstalt mit 211 (210), Vereinigte Stahl Mit 98,25 (98), von Maschinenaktien Daimler mit 119 (118), Nheinmetall mit 119,75 (119), am Elektromarkt RWE. mit 115,50 (115) und AEG. mit UND. 116,25 zur Notiz. Ferner setzten Heidelberger Zement mit 146 bis 147 (145), Feldmühle Papier mit 103 (102,50), aber Waldhof mit 109,13 (110,40), Mannesmann mit 104 (104,75) und Hoefch mit unv. 105,50 ein. Der Rentenmarkt war leblos. Zunächst notierten nur Reichsaltbesitz mit 131,95 (131,90). Industrie-Obligationen waren an geboten und teilweise empfindlich gedrückt: 5 v. H. Eisenbahn-Bank 87,50 (88,50), 5 v. H. Mittelstahl 97,50 (98,50), 5 v. H. Gelsenkirchen Berg etwa 97 (98,40), 4,50 v. H. Voigt & Hcreffner 93 (93,75) usw. Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen lagen still und behauptet, Lignidationspfandbriefe teilweise 0,13 bis 0,25 ermäßigt. Im Freiverkehr fielen Steuergutscheine I auf 97,50 bis 97,60 bis 97,50 (98,05) zurück. Still und nachgebend. An der Abendbörse enthielt man sich fast jeder Tätigkeit, so daß weitestgehende Geschäftsstille herrschte. Es zeigte sich meist das Bestreben zu weiteren Glattstellungen, auch seitens der Kundschaft. Infolgedessen nahm der Aktienmarkt zwar keinen einheitlichen, überwiegend aber einen schwächeren Verlauf. IG.-Farben verloren 0,65 v. H. auf 153,50, Rheinmetall 0,75 v. H. auf 119, Rheinstahl 1 v. H. auf 126, Laurahütte 0,75 v. H. auf 18,75, Verein. Stahl 0,25 auf 98, BMW. 1 v. H. auf 132,50 und Bemberg 0,25 v. H. auf 130,50. Etwas höher lagen Buderus mit 96 (95,75), Daimler Mit 120 (119,50) und Deutsche Erdöl mit 123,50 (122,75). Unverändert blieben u. a. Adlerwerke mit 95, Demag mit 142, Metallgesellschaft mit 111 und Moenus mit 116. Am Rentenmarkt gingen Krastsahrzeugbefitzer — Achtung! Preisregelung für gebrauchte Kraftfahrzeuge durch den Reichskommiffar für die Preisbildung. d e n k f e i e r zur Erinnerung an die Feuertaufe, die die Regimenter im Weltkrieg Ende August bei Brandeville erhielten und bei der sie sich gegen eine Uebermacht französischer Infanterie halten mußten. Der Kameradschaftsführer der Vereinigung ehem. Gardedragoner bezeichnete die Leistungen der hessischen Dragoner als Glanzleistungen und legte am Ehrenmal einen Kranz nieder. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriflleitung.) H. in R. Die von Ihnen gestellten Fragen sind der zuständigen Stelle in Gießen unbekannt. Wir empfehlen Ihnen, sich in dieser Angelegenheit direkt an den Wehrmachts-Fürsorgeoffizier in Gießen, Bergkaserne, zu wenden. 5 v. H. Gute Hoffnungshütte nach Pause um 2 v. H. auf 97, 6 v. H. IG.-Farben 0,13 v. H. auf 120,25 zurück, während 5 v. H. Elektr. Lieferung v. 1912 mit 97,50, 4,50 v. H. Stadt Baden-Baden mit 98 und Reichsbahn-VA. mit 122,13 unverändert notierten. Steuergutscheine I weiter etwas erholt auf 97,75 bis 97,85 bei einigem Umsatz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Aug. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 195, WH 197, W 12*198, W 13 199, W16 202, W 18 204, W 19 206, W 20 208, Roggen R 11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R16 187, R17 188, R18 189, R19 191 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschließlich Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40, do. Type 630 W13 bis W 20 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55, do. Type 1600 W 13 bis W 20 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R16 22,95, R 18 23,40, R19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl W 19 13,60. Weizenvollkleie W 19 11,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 18 12,90. Rog- genvollkleie R18 10,90, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,00 bis 5,20, do. gut, gesund, trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30; Kleeheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40, do. gut gesund, trocken 6,40 bis 6,80; Luzerneheu, handelsüblich 6,60 bis 7,00; do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,50, Roggenstroh 2,70, Hafer- und Gerstestroh 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. August. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 360 Kälber, 120 Hämmel, 80 Schafe, 1700 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 RM., Hämmel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 53 bis 62 RM. Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe flott. Unfälle bei der Erntearbeit. Der Dreschmaschinenbesitzer Julius Ludwig Acker stürzte m Saasen bei der Erntearbeit ar der Dreschmaschine so unglücklich ab, daß er eh?n schweren Schädelbasisbruch erlitt. — In R Uttershausen verunglückte der 48 Jahre alte Hein- rid Sauer durch Sturz vom Erntewagen wobei er ich einen Armbruch zuzog. — Die Landwirtsfrau Acroline Weber in Launsbach fiel vom Entewagen herab und schlug mit dem Oberkörper so unglücklich auf den Leiterbaum des Wagens auf, das sie mehrere Rippenbrüche davontrug. — In D. rf - Gill erlitt die Elisabeth Geißler durch Sstrz vom Erntewagen einen Schulterbruch. — 3r< Kirtorf (Kreis Alsfeld) fiel der Adolf Son- ncnschein beim Fruchtabladen vom Scheunen- geüst herab auf den Leiterwagen. Dabei stürzte bei bedauernswerte Mann so unglücklich, daß ihm eir* Stange des Leitergerüsts in die Brust und in de- Leib eindrang. Schwerverletzt wurde der Ver- niglückte nach Gießen in die Klinik eingeliefert, (fcnfo kamen die übrigen Verunglückten nach Gie- in die Klinik. Beim Sturz vom Erntewagen das Genick gebrochen. Lpd. Alsfeld, 28. Aug. Einem Unfall fiel bit 69jährige Elisabeth Jacobi in Ober-Gleen im Opfer. Sie hatte auf der Wiese einen Wagen mi: Grummet geladen und wollte auf dem Heim- M auf dem Wagen sitzen bleiben. Als der Wagen dach einen Graben fuhr, geriet er ins Schwanken, mkiurch die alte Frau den Halt verlor und so unglücklich herunterfiel, daß sie sich das Genick bia ch. Der Tod trat sofort ein. Wegelagerer dingfest gemacht. lpd. Wetzlar, 28. Aug. Ein 16 Jahre altes JOhbdjen aus Groß-Rechtenbach, das sich nach btr Besuch eines Ausbildungskursus spät abends int dem Fahrrad auf Dem Heimweg befand, wurde an einer e infamen Stelle der Landstraße bei Wetzlar von einem jungen Mann überfallen und Dor Fahrrad gerissen. Der Täter versuchte an dem Machen ein Sittlichkeitsoerbrechen, die Ueberfallene (e|’ sich aber kräftig zur Wehr. Glücklicherweise far im Augenblick der größten Gefahr ein Auto Hern, dessen Insassen die Hilferufe des Mädchens hören und herbeieilten. Der Täter ging flüchtig, lorite aber später verhaftet werden. Er ent- pwpte sich als ein junger Mann aus dem Dorfe Mnchholzhaufen. Heiratsschwindler und Darlehensbetrüger. tyb. Wetzlar, 28. Aug. Mitte Juni machte sich in ®g(ar der 24jährige Herbert Schott aus Sechshel- !>er (Dillkreis) als gerissener Heiratsschwindler jererfbar, der auf diesem Gebiete vorher schon ät; gewesen und in Gießen auch als Dar« ei en 5 betrüget aufgetreten war. Bei seiner 3enaftung riß er sich von dem Polizeibeamten los .nt flüchtete, wobei er durch einen nachgesandten rchiß des Polizeibeamten verletzt wurde. Tagelang )u:je der Flüchtling verfolgt, beinahe hätte man M auch in einem Dorfe des Kreises gefaßt. Dann er'chwand er spurlos. Jetzt konnte er im Gau ■tie: eröonau fest genommen und in gerichtliche )cf: gebracht werden. Landkreis Gießen. »g. Großen-Bufeck, 28. August. Heute be- apni der Landwirt und Weißbinder Philipp P-otz 111., Schloßstraße 6 wohnhaft, in geistiger iml körperlicher Rüstigkeit feinen 8 0. Geburts - ia},. Der alte Herr arbeitet seit etwa acht Jahren mKirchenvorst and mit und war schon lange Jahre wher Mitglied der Kirchengemeindevertretung. Im D"f erfreut er sich allgemeiner Wertschätzung. Dem Ücoilar gelten auch unsere herzlichen Wünsche zum Avurtstag. & Leihgestern, 29. Aug. Ihren 79. G s - i.rtstag0 kann am morgigen Mittwoch, Mugust, Frau Elisabeths Schäfer Wwe., geb. FHer, in guter Gesundheit begehen. Der Jubilarin ursren herzlichen Glückwunsch. Kreis Wetzlar. b Frankenbach, 28. August. In unserer Ge- Mude wird der Bau eines Kinderheims galant, in dem auch der NSV. -Kinder- ßfl-ten untergebracht werden soll. Nach der Be- ftinmung des Bauplatzes sind die Vorarbeiten zum jjci im Gange. Das Kinderheim soll mit allen FWD. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat durch eine Anordnung vom 29.4.39 die Preise für gebrauchte Kraftfahrzeuge einer besonderen Regelung unterworfen. Diese Regelung hat nicht allein Bedeutung für den gewerblichen Handel, sondern vor allem auch für unmittelbare Verkäufe gebrauchter Kraftfahrzeuge von Privat zu Privat. Gewerblicher handel. Für den gewerblichen Handel bestimmt die Anordnung des Preiskommissars, daß die Kraftfahrzeughändler ein Angebot auf gebrauchte Kraftfahrzeuge nur dann abgeben, oder solche Kraftfahrzeuge nur dann ankaufen, oder in Anrechnung auf ein anderes Fahrzeug in Zahlung nehmen dürfen, wenn das Fahrzeug innerhalb des letzten Monats von einer von der Deutschen Automobil- Treuhand GmbH, in Berlin zugelassenen Schätzungsstelle abgeschätzt worden ist und die Schätzung durch Vorlage der Schätzungsurkunde nachgewiesen werden kann. Der Schätzpreis ist als Höchstpreis festgesetzt, zu welchem ein Kraftfahrzeughändler ein gebrauchtes Kraftfahrzeug ankaufen darf. Der Handelsaufschlag, den der Kraftfahrzeughändler für sich im Höchstfälle berechnen darf, wird durch die Anordnung auf eine angemessene Höhe begrenzt. Neben der dem Händler erlaubten Handelsspanne darf er lediglich die zum Zwecke des Wiederverkaufs aufgewendeten Instandsetzungskosten gesondert berechnen. Bei mehrmaligen Verkäufen eines Fahrzeugs von Händler zu Händler müssen sich die beteiligten Händler den erlaubten Höchstaufschlag entsprechend teilen. Der endgültige Preis darf sich hierdurch nicht erhöhen. Dec Verkauf unter Privatleuten. Für den Verkauf eines gebrauchten Kraftfahr» zeugs vom Besitzer an einen anderen Verbraucher besteht kein Schätzzwang, jedoch hat auch hier der Reichskommissar scharf eingegriffen, da ohne eine Regelung der Verkäufe von Privat zu Privat eine Ordnung der Preisgestaltung nicht zu erzielen ist. Der Kraftfahrzeugbesitzer darf sein Fahrzeug nicht nur nicht teurer verkaufen, als er es selbst eingekauft hat, sondern er ijt außerdem verpflichtet, seinen Verkaufspreis entsprechend der durch den Ge« brauch entstandenen Abnutzung und den zwischen- zeitlich eingetretenen wirtschaftlichen Minderwert zu senken. Der Privatmann, der den Verkaufspreis nicht in dieser ihm vorgeschriebenen Weise berechnet, macht sich ebenso strafbar wie der Händler, der die Anordnung des Reichskommissars nicht beachtet. Legt der Kraftfahrzeugbesitzer seinen Verkaufspreis aber den von einer Schätzstelle der DAT. festgesetzten Schätzpreis zugrunde, so ist er von der Nachprüfung über die Gerechtigkeit des von ihm verlangten Verkaufspreises befreit." Im Falle eines Verkaufes an einen anderen Verbraucher ist er berechtigt, auf den Taxpreis einen Aufschlag von höchstens 10 v. H. zu nehmen. Will der Kraftfahrzeugbesitzer jedoch sein Fahrzeug durch einen Händler verkaufen lassen, so ist ihm dringend zu empfehlen, sich Ausweise des betr. Händlers über feine Berechtigung zum Handel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen vorlegen zu lassen, damit er vor Benachteiligungen und Schäden bewahrt bleibt. Verkaufserlösmeldungen bei Umschreibungen. Seit dem Inkrafttreten der Anordnung vom 29.4.39 hat sich gezeigt, daß ihre Vorschriften bei den Verkäufen von Privat zu Privat in äußerst ungenügender Weise Beachtung gefunden haben. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat daher zum Zwecke der besseren Uederwachung der Preis- aestaltung bei Verkäufen von gebrauchten Kraftfahrzeugen in seiner Durchsührungs- und Ergänzungsanordnung vom 30. 6.1939, die am 1. 8.1939 in Kraft getreten ist, u. a. sogenannte Derkaufs- erlösmeldungen eingeführt, die eine laufende Ueber- wachung der erzielten Verkaufspreise ermöglichen werden. Diese Verkaufserlösmeldungen sind von den Verkäufern auf einem für jede Fahrzeugart besonders herausgegebenen Vordruck bei den Zulassungsbehörden zugleich mit dem Umschreibungsantrag einzureichen. Meldepflichtig sind Verkäufe von Verbrauchern an Verbraucher und vom Handel an Verbraucher. Der Meldepflicht unterliegen dagegen nicht die Verkäufe innerhalb des Handels und vom Verbraucher an den Handel. Die Verkaufserlösmeldungen find sofort bei der Umschreibung bei den Zu- lassungsbehörden einzureichen. Die Nichtabgabe einer Verkaufserlösmeldung bedeutet einen Verstoß gegen die Bestimmungen des Reichskommiffars für die Preisbildung und ist dementsprechend mit hoher Strafe bedroht. Die erforderlichen Formblätter sind bei den von der Deutschen AutomobiUTreuhand G.m.b.H. zugelassenen Schätzstellen und bei den Preisbehörden (bei den Landräten bzw. in größeren Städten bei den Preisstellen) zu erhalten. Kampf dem Schwarzhandel. Da der Umsatz in gebrauchten Kraftfahrzeugen sich feit Inkrafttreten der Anordnung vom 29. 4. 39 vielfach mit dem Kraftfahrzeughandel auf den bisher nur sehr schwer kontrollierbaren privaten Markt verlagert und hier vielfach schwarzhandelsartigen Charakter angenommen hatte, wird dem unberechtigterweise ausgeübten Handel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen in Zukunft seitens der Behörden ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Außerdem werden durch die neue Anordnung des Preiskommissars auch die unerwünschten Kaffeehaus- und Stubenhändler ausgeschaltet, die erfahrungsgemäß stark preistreibend gewirkt und besonders häufig zu berechtigten Beanstandungen Anlaß gegeben haben. Die Durchsührungs- und Ergänzungsanordnung beschränkt den gewerbsmäßigen Handel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen auf solche Händler, die den Einzelhandel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen bereits vor dem 14.5.1933 angemeldet und seitdem ununterbrochen ausgeübt haben, oder die eine Einzelhandelsverkaufsstelle in einer nach dem Einzelhandelsschutzgesetz gestatteten Weise betreiben. Die Händler, die also vor dem 14.5. 1933 noch keinen Handel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen betrieben haben, müssen im Besitz einer besonderen Genehmigung nach dem Einzelhandelsschutzgesetz sein. Für Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung oder die Durchsührungs- und Ergänzungsvorschriften sind Gefängnis- und Geldstrafen, letztere in unbegrenzter Höhe bzw. Ordnungsstrafen des Reichs- kommisfars vorgesehen. „Gut, die erste ECKSTEIN n~~h dem guten Fang!“ „Auch ohne Fang: ECKS TEIN ist immer gut sogar sehr gut!“ V* Merkregeln für die püzzett. 1. Wer glaubt, allein nach diesen Merkregeln rasch ein guter Pilzkenner werden zu können, lasse «seine Hände besser weg von den Pilzen. 2. Allgemeine Merkregeln über die Eßbarkeit oder Giftigkeit der Pilze (Märchen von der Zwiebel und dem silbernen Lössel, Verfärbung, unangenehmer Geruch oder Geschmack, ausfallende Färbung usw.) gibt es nicht. 3. Iß nur solche Pilze, die Du ganz genau und als unschädlich kennst! 4. Der Anfänger sammle zuerst nur die bekannt testen Arten, wie Pfifferlinge und Steinpilze* die bei genauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Erst nach und nach mache Dich mit anderen häufigen und unschädlichen Pilzarten genau vertraut. Was Du Nicht kennst, lasse ruhig im Walde stehen; nur Roynnge treten alle Pilze um oder schlagen sie kurz und klein. 5. In Zweifelsfällen wende Dich an einen wirklich guten Pilzkenner, an die nächste Pilz-Be- ratungsftelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung). 6. Der Pilzreichtum und die Artenzahl unserer Wälder sind viel größer, wie meist angenommen wird. Nur leichtsinnige Prahlhänse kennen „alle Pilze". Vergiftungen sind dann unausbleiblich. Der Steinpilz (Röhrenpilze Mit Röhrchen auf der Hutunterseite) hat ungefähr 50 ähnlich aussehende Verwandte ; Vlätterpilze (Verwandte des Champignons und des grünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Hutes) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten, deren Genußwert und sonstige Merkmale großenteils überhaupt noch nicht wissenschaftlich erforscht sind. 7. Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, zu alte, an gefaulte und stark zerfressene Schwämme lasse im Walde zurück. 8. Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Boden heraus, damit Du das Pilzgeflecht (die eigentliche Pilzpflanze!) und junge Fruchtkörperanlagen Nicht heraus reißt und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub und Erde, damit die Putzarbeit zu Haufe einfacher wird. Bedenke * Beim Sammeln von Steinpilzen hüte Dich vor Verwechslung mit dem bitteren Gallen- Röhrling. Dessen Röhren werden im Alter rosa, beim Steinpilz dagegen grünlich. Es gibt noch andere ungenießbare Röhrlinge mit bitterem Geschmack. Deren Fleisch verfärbt sich beim Anschnitt jedoch bläulich, während es beim Steinpilz weißlich bleibt. Heber diese Dinge wird unser späteres Merkblatt über die verschiedenen Pilzgruppen Aufklärung bringen. Buntes Fischfang mit dem (Speer. An der Küste von Neapel erscheint in jedem Jahre ein seltsamer Fischer, den die Ortsansässigen verwundert betrachten, weil er ihren Berus auf eine Weise ausübt, die sie ihm nicht nachmachen können, ja die sie kaum recht verstehen. Und doch gelingt es ihm, prachtvolle Eremplare der Meeresbewohner zu fangen. Die Fischer sind überzeugt, daß er mit erstaunlicher Geschwindigkeit unter Wasser schwimmen kann. Es ist ein rüstiger, hagerer Mann mit völlig glattem Kovf und einem Gesicht, das von dem Salz des Wassers fast zerftessen scheint. Er kann augenscheinlich den Atem ungewöhnlich lange anhalten, und wenn er mit seiner Beute auftaucht, könnte man glauben, daß er den Meeresbemohnern einen Nahkarnpf geliefert hat. Aber es ist nicht so, vielmehr fischt der Mann auf javanische Art, die er unter ungewöhnlichen Umständen erlernt hat Es gehört viel Geist und Mut zu dieser Methode, die zunächst eine ungewöhnliche Fähigkeit im Unterwasserschwimmen und ein scharfes Auge erfordert. Der Fischer muß ferner die Verstecke und Gewohnheiten der Fifche genau kennen, und er lauert ihnen am Ausgang ihrer Schlupfwinkel auf. In der Rechten hält er einen langen Sveer, der eine scharfe Eifenspitze hat. Wenn er den Fisch aufgejaqt hat, beginnt ein richtiger Zweikampf. Es handelt sich dabei nicht nur darum, den Fisch mit dem Speer zu treffen, was verhältnismäßig leicht wäre, sondern der Sveer muß durch den Körper gehen und sich in den steinigen Boden einbohren und festhaften, so daß die Beute nicht den Speer und den Gegner hinter sich fortzieht. Wenn man bedenkt, daß diese Art des Fischfangs gewöhnUch großen Meerbewohnern gegenüber ausgeübt wird, die eine Länge von zwei Meter erreichen und ein Gewicht von fünfzig Kilogramm haben, so kann man sich vorstellen, wie schrecklich der Kampf sein kann, der zwischen dem Menschen und seiner Beute unter Wasser ausgefochten wird. Es ist etwa zehn Jahre her, daß im Golf von Neapel ein kleines Boot erschien, dessen Besabung vier junge Japaner bildeten. Man sah sie Netze oder Reusen auswerfen, aber wenn sie an Land kamen, hatten sie immer einen großartigen Fang aber, daß geputzte und zerschnitte Pilze selbst für den besten Kenner sehr schwer kenntlich werden. Deshalb nur tatsächlich eßbare und einwandfreie Schwämme in den Sammelbehälter. 9. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder einen offenen Kasten im Rucksack, damit die Pilze nicht zermatscht werden und sich nicht erhitzen. 10. Die gesammelten Pilze werden am besten sofort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andernfalls lagere man sie an einem kühlen luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Masse aufeinander liegen dürfen. Pilze enthalten ungefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich. 11. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite (Blätter, Röhrchen usw.) schneide man nicht weg, wenn dieselbe keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen. 12. Das Brühwasser schütte man nicht weg, weil es die am leichtesten löslichen Nährstoffe enthält. Pilze, die nur nach dem Fortgießen des Brühwassers „genießbar" werden (z. B. die gefährliche Frühjahrs-Lorchel u. a.), sind nicht empfehlenswert. 13. Pilze sind schwer verdaulich. Sie müssen deshalb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeifen gut zerkaut werden. Abends sind größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nicht- beobachtung dieser Vorschriften kann Verdauungs- befchwerden verursachen, die mit Vergiftungen nichts zu tun haben. — Vorsicht auch beim Genuß roher P i l z e (Pilz-Salat u. dgl.). 14. Die meisten Pilzvergiftungen werden durch den grünen Knollenblätterpilz hervor- gerufen, der leichtsinnigerweise als Champignon, als Grünling ober als grüner Täubling eingetragen wird. Eine Gabelfpitze von ihm kann den Tod herbeiführen. In manchen Jahren hat er in Deutschland bis zu 100 Todesfälle verursacht. Genaue Auskunft über diesen Giftpilz bekommt Du durch das Knollenblätterpilz-Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, und durch die reichsbehördlich empfohlene Wandtafel dieses gefährlichsten Giftpilzes, die in einer großen Anzahl von Bahnhöfen als Warnungsmittel ausgehängt ist. 15. Zum Schutz vor dem gefährlichen Knollenblätterpilz sorge man dafür, daß der charakteristische Knollen, der oft tief im Boden steckt, beim Aufneh- men nicht in der Erde zurückbleibt und übersehen wird. 16. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sorge man für sofortige und gründliche (Entleerung von Magen und Darrn durch Brech- und Abführmittel, wie für rascheste ärztliche Hilfe. Allerlei. mit. Sie lieferten auch dem Aquarium Meertiere, die vorher noch nie gefangen worden waren, riesige Volpven, Schaltiere, Mollusken, und immer konnten sie Fische von bester Qualität und größtem Wuchs verkaufen. Sie hielten sich von allen Einheimischen fern, nur ein junger Naturforscher, der im Laboratorium des Aquariums arbeitete, Luigi Miraglia, kam mit den Japanern in Berührung und wurde schließlich ihr Freund. Er zeigte ihnen bis nach Sizilien hinunter die heften Fifchplätze, und sie lehrten ihn ihre Art des Fischfangs, bi.e verschiedenen Stellungen, die man norm Abschleudern des Speers einnehmen muß, und die feineren Kunstgriffe. Miraglia lernte das alles und hatte dazu noch den Vorteil, daß er die Lebensgewohnheiten der Fische in diesen Gewässern besser kannte als die Japaner. Seit jener Zeit hat er feine Vorliebe für diesen Fischfang beibehalten und übt sie immer wieb-r aus. Er ist heute Lehrer, aber sobald die Fer' n da sind, hält es ihn nicht mehr zu Hause, er eilt ans Meer und richtet sich auf seinem kleinen Boote für seine Fischjagd ein. B. Das „sprechende Ruch". Seit zehn Jahren sind in Deutschland mühevolle Vorarbeiten geleistet worden, die Technik des „sprechenden Buches" zu entwickeln, das nicht gelesen wird, dessen Inhalt man vielmehr am Lautsprecher abhört. Der Segen des sprechenden Buches und feiner selbsttätigen Vorlesungsmaschine ist natürlich besonders für Blinde groß; ferner sind als Stoff hierfür unter anderem auch die Hörspiele und andere Darbietungen des Rundfunks, die sonst mit der Sendung verrauschen, besonders geeignet, lieber die Technik des sprechenden Buches werden in „Reclams Universum" nähere Mitteilungen gemacht. Es ist eine bestimmte Art des sogenannten Schallfilms bei dem deutschen Verfahren entwickelt, bei dem einem Filmband üblicher Art und Breite in derselben Weise wie einer Schallplatte die Tonspuren auf mechanischem Wege als feinste Rillen eingenrägt werden. Nur verlaufen diese Rillen, die in ihren geschlänaelten Linien alle Feinheiten der Sprachlaute in sich bergen, nicht spiralig wie auf der Schallplatte, sondern gradlinig nebeneinander. Eine solche „Tonspur" ist nur ein ihm lag, während er schrieb. B. Kurzschluß im Mittelspiel. Oie Narrenkappe Schach-Ecke Bearbeitet von K. Helling. Viertelmillimeter, breit; auf dem 3,5 Zentimeter breiten Filmstreifen finden daher nicht weniger als hundert Schallrillen nebeneinander Platz. Dadurch, daß man die Enden eines solchen „Schallfilms" seitenverkehrt zusammensügt. wird eine Rille stetig in die nächste übergeführt, Jo' daß der Film zusammenhängend und pausenlos auf beiden Seiten ablaufen kann. Die Wiedergabe erfolgt wie bei einer Schallplatte. Das Wiedergabegerät bildet mit einem Lautsprecher die selbsttätige Dorleseeinrichtung für bas sprechende Buch. Ein Schallfilm von 100 Meter Länge mit 100 Schallrillen auf der Vorder- und Rückseite enthält eine Tonspur von insgesamt 20 000 Meter; wird er bei einer Ablaufgeschwindigkeit von 45 Zentimeter in der Sekunde besprochen und abgespielt, so entspricht das einer pausenlosen Spieldauer von etwa zwölfeinhalb Stunden. Für eine Vorlesung von einer Stunde genügt ein Filmstreifen von nur acht Meter Länge. Die Vervielfältigung solcher Schallfilme erfolgt auf elektrischem Wege, indem die Uraufnahme, gewissermaßen das Manuskript, abgetastet wird, wobei beliebig viele neue Schallfilme angefertigt werden können. C. K. Kleine Zeugen großer Augenblicke. Eine eigenartige Ausstellung findet gegenwärtig in London statt. Man sieht hier Gegenstände aus dem Alltagsleben, die in Beziehung zu berühmten Persönlichkeiten gestanden ober in bestimmten dramatischen Augenblicken ber Geschichte eine Rolle gespielt haben. Da sieht man zum Beispiel ben juwelenbesetzten Orben, ben Napoleon einem Freunde gab, als er den „Bellerophon" verließ und in die Verbannung ging. „Napoleon stieg allein ins Boot", so beschreibt ein Augenzeuge diesen Augenblick. „Bald folgten ihm zwei französische Generäle und zwei französische Damen... Die beiden Generäle saßen schweigend mit gesenkten Köpfen, den Hut zwischen den Knien haltend. Die beiden Damen meinten während der ganzen Fahrt leise vor sich hin. Als er im Begriff war, an Bord der „Northumberland" zu gehen, löste Napoleon von feinem Halse den Orden mit seinem abgescheuerten 2)c2Xg2+ kann Schwarz ein gleichstehendes Turin» endspiel herbeiführen.) 4. 2)1)3—03 + ! Ke7—e8. i. Tfl—f8+, Ke8—d7. 6. Da3—d6 matt. Lösung der Schachaufgabe „Türme auf offenen Linien", Weiß: Kgl, De4, Tal, Tfl, Le2, Ba3, b4, c4, U, f2, g3 (11). Schwarz: Kg8, Dg5, Ta8, Tf8, Ld7, b7, c7, d6, g6, H7 (11). Schwarz gewinnt. — 1. Ta8—e8. 2. De4—c2. (Oder 2. De4—d3, 2cM,( 3. Dd3—dl, Lf5—H3. 4. Tfl—el, Tf8Xf2! 5. KglXstl 2)g5—e-3 matt.) 2. ..., Ld7—H3. 3. Tfl—bl. (Aü andere Züge des Tfl entscheidet das schwarze Turm« opfer noch schneller.) 3. ..., Tf8Xf2! 4. KglXA Dg5—e3+. 5. Kf2—el, Te8—f8. (Damit brobe Tf8—fl matt.) 6. Kel—dl, LH3—g4. 7. Dc2-dL Tf8—fl+. 8. Kdl—c2, Lg4—f5+, und Schwarz er obert mindestens die Dame. . Band, da, wo es an seinem Kragen befestigt wesen war, und reichte ihn Manning, indem er mj französisch zu ihm jagte: „Behalten Sie bas Erinnerung an mich." Manning erwiderte: zu meinem Tode, Sir!" » Ein auffallendes Stück der Ausstellung ist ey wundervolles gelbes Brokatkleid aus dem Iah, 1760. Mit diesem Kleid hat es folgende Bewanto- nis. Jone Wainwright, die schöne, sittsame Tochix. eines Quäker-Arztes aus Porkshire, kam nach ß0ls don, um ben Leibarzt des Königs zu besuchen. schenkte ihr bas Kleib unb nahm sie mit auf Hofball, wo sie wegen ihrer Schönheit von gQrT Lonbon gefeiert würbe. Als aber ber Vater vo, biefem „schamlosen" Benehmen hörte, holte er jj, Tochter sofort nach Hause, stutzte ihr bie schillernd^ Flügel unb verheiratete sie kurzerhanb an würbigen Ouäker-Wollhändler. Man kann bas Bett bewundern, in dem Wellig ton während des Waterloo-Feldzuges schlief, um; die Rasierschüssel, bie er am Morgen ber Schlich benutzte, ben Felbstecher, durch ben Florenz Nightingale bie Schlacht bei Sebastopel beobachte;, bie kleine Säge, mit ber Nelsons Arm nach be Schlacht von St. Vinzent amputiert mürbe, uu seine ersten Kinberkleibchen. Viele Stücke rufen di Zeit ber Königin Viktoria ins Gebächtnis: jh- Schreibtisch, gekrönt von einer Büste des Prinzgemahls, Briefpapier mit einem Bilb von Schl»; Windsor, ein Lieblingsstuhl, ihr Schal, Skizzen ihr in Wasserfarben unb Bilber von ihr als KinZ Mäbchen, junge Frau und Großmutter im Kreit? ihrer Enkelkinder, bie kleine Geige, die der Priip gemahl Prinz Alfred schenkte, als er acht Johp alt war unb auf ber bieser am Morgen bes Es burtstages ber Königin vor ihrer Schlafzimmer!« „God save the king" spielte. Unserer Zeit näfjet stehen Anbeuten an die unglückliche SüdpolerpG tion bes Captain Scott, Schneeschuhe, Schlitten» iähnchen unb vor allem Scotts letzter ergreifende! Brief an Frau Wilson, bereu Gatte sterbend nebta 4 8 5 8 2 a b d f g h 8 7 6 5 4 8 2 1 1 d e f g h a b In einer Partie zwischen Fontein (Weiß) unb Dr. Euwe (Schwarz) aus einem holländischen Turnier entstand die abgebildete Stellung. Weiß hatte zuletzt ahnungslos Sa4—b6 gezogen unb wurde nun durch einen starken Gegenzug überrascht. Wie spielte 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c b e f g h ■ - . M Schwarz? Läufer gegen Springer. a b e d e f g h Die abgebildete Stellung kam vor bei den Vereinskämpfen in Stuttgart zwischen H. Müller (Weiß) und Bogoljubow (Schwarz). Der Weiße ist am Zuge, wie setzt er am stärksten fort? Losung der Schachaufgabe „Bewegliche Figuren". Weiß: Kgl, DH3, Tal, Tfl, Lg5, Ba2, b2, d4, e5, g2, H2 (11). Schwarz: Kg8, Dc2, Ta8, Tj7, Lb7, Le7, Ba6, b6, e6, g7, H7 (11). Weiß hält unentschieden. — 1. TflXf7, Kg8Xf7. 2. Tal—fl+, Kf7—e8. 3. Lg5Xe7, Ke8Xe7? (Mit 3. Der Storch. Im Dorf haben sie eine Anzahl recht sakrisch«'-: Lausbuben, aber der größte von allen ist der Sini- zinger Taver. Ein Hundsbua sondergleichen. (Eintu Tages kommt er zu spät in bie Qdjule. Gleich ein«- Stunde, bamit sich's rentiert. Und der Lehrer freutt sich, daß er den Lauser mal richtig aufbügeln tanni wie er’s verdient. „T'schuldigen S', Herr Lehrer!"' sagt der Taver unverzagt. „Bei uns ist ber StorK femma, da hab i d' Hebamm holen müssen!" Hm die Ausrede scheint ausnahmsweise wahr zu feinn „Ja, hält denn bas net auch dein großer Bnida: machen können?" — Der lauer schaut den Lehm: treuherzig an: „Naa! Des muaß scho b' Hebamm rnacha, Herr Lehrer!" („Jugend".) Bache. Heinz ist erst sechs Jahre alt, aber ein Benqck vor bem man sich fürchten muß. Am meisten fürcht:: ihn Taute Olga, die ihn deshalb stets mit äußerst«'.' Rücksicht behandelte. • Heute hat sie diese Rücksicht einmal außer W gelassen und Heinz einen unsauberen Beugel ci:: nannt, weil er sich nicht noch einmal bie Hand« bat waschen wollen, ehe sie sich mit ihm auf ton Weg zu einem Besuch beim Onkel Fabian macht:: Jetzt sitzen sie in ber Straßenbahn, und Hein- möchte vor Groll platzen. Finster schaut er auf Tant.f Olga, die sich sehr herausgeputzt hat. Denn fw möchte immer noch wie ein junges Mädchen ar treten. Da durchzuckt es Heinz, und er schreit neu' allen Leuten: „Wie weit fahren wir, Großmutter?"' („Fliegende Blätter") Greifen gilt nicht. Max und Theo sitzen am Kai und angeln um toi Wette — stundenlang und ohne jeden Erfolg. Plö',? lich gerät Max, der ganz fachte eiugeschlafen ist, 'M Uebergewicht unb stürzt vornüber ins Masse': „Greifen gilt nicht", protestierte Theo. („Der Stern".) ÄerWinnung für Stadt- und Landkreis Gießen Infolge Mangel an Arbeitskräften ist das Austragen von Backwaren mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres zu unterlassen. Das Publikum wird gebeten, die Backwaren bei dem Bäcker selbst abzuholen. 5763d Lhring, Obermeister. Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat Don D-erner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Wir glauben, bah diese Geschichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind,vertiefen und befesligcn den Eindruck der Lektüre auf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weihnachtsgeschenk für seinen Junge«« verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. Gießener Anzeiger Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen 3-Zimmer-Wohn. an Einzelperson ober Ehepaar zu oerm.Schr.Anfr. u.04114a.d.G.A. Kleine 2-Zimmerwohnung mit Küche part. zum 1. Sevtbr. zu vermieten. Schr. Anq. unt. 04110 a.d.G.A. | Mietgesuche] Gröhes Zimmer mit kleinerKüche gesucht. Schr. Ang. unt. 04109 a.b.G.A. KleineAn-eigea lm Gießener Anzeiger werden von Tauiendeu beachtet und aeleieu. 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