nr.U9 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, 29. Zum l939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heirat im Bild-DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrSHIsche UuiverfitStrdruckerei «.Lange in Siehe«. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8V,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Spiegelfechterei. Zu dem in Berlin überreichten britischen Memorandum schreibt der Deutsche Dien st: Das vorliegende Dokument ist ein typisches Beispiel für englische Spiegelfechterei. Wenn versucht wird, nachzuweisen, daß die Voraussetzung die 35prozentige Begrenzung der deutschen Flotte nicht der Ausschluß jeder Kriegsmöglichkeit zwischen England und Deutschland sei, sondern nur die Ansicht, zur Rüstungsbegrenzung beizutragen, so ist das nicht nur eine, sachlich unrichtige, sondern auch sinngemäß unverständliche Darstellung. Sachlich unrichtig insofern, als der Führer in seiner Reichstagsrede vom 21. Mai 1935 zum ersten Mal unter ausdrücklicher Bezugnahme auf den Wunsch und die Ueberzeugung, für alle Zukunft einen Krieg zwischen Deutschland und England unmöglich zu machen und als unmöglich anzusehen, eine 35prozentige Begrenzung als deutschen Beitrag zu dieser deutsch-englischen Verständigung angeboten hat. In allen Besprechungen, die zum Teil auch der Führer persönlich schon anläßlich des Besuches des englischen Ministers Sir John Simon in Berlin hatte, wurde dies der einzige Grund für die Konzedierung von 35 v. 5). einer deutschen Flottenbegrenzung ausgesprochen. Die englische Behauptung, daß eine solche Konzedierung nur als Beitrag zur Rüstungsbegrenzung anzusehen sei, ist sinnlos. Denn welchen Anlaß hätte gerade Deutschland, freiwillig seinen Flottenstand auf 35 v. 5). der britischen Flotte zu begrenzen, wenn nicht dafür als primitivste Gegenleistung die Aussicht auf eine wirkliche deutsch-englische Freundschaft bestünde. Denn die anderen Flottenabmachungen mit den übrigen Mächten find ja auch zum Zweck der Rüstungs- begrenzung erfolgt, ohne daß sich irgend eine Macht auf 35 v. S). festgelegt hätte. Dieser englische -Versuch also, die Voraussetzungen zum Abschluß des Flottenabkommens nun abzuleugnen, ist ebenso unverständlich wie zwecklos. Die britische Regierung versucht weiter nun aber Überhaupt abzu ft reiten, daß sie Ein- kreisungsabfichten hätte. Die Politik der englischen Regierung entspricht genau der Politik der britischen Regierung vor dem Weltkrieg. Auch die damaligen britischen Regierungen bestritten diese Einkreisungsabsicht. Nach dem Weltkrieg gab Lloyd George aber in einer öffentlichen Rede zu, daß er bereits einige Jahre vor dem Krieg zum ersten Mal Kenntnis erhielt von den Abmachungen eines gemeinsamen britisch-französisch-russischen Angriffs auf Deutschland und Oesterreich. Wenn die britische Reaierung nun plötzlich bestreitet, daß sie eine Einkreisungspolitik betreibt, dann kann ihr das aus unzähligen Kommentaren englischer Zeitungen und auch französischer Zeitungen das G e ge n t e i l nachgewiesen werden. Denn in diesen Blättern ist trotz der doch sichtlich tätigen Regie des Foreign Office ganz unverhohlen die derzeitige Politik a l s Einkreisungspolitik bezeichnet worden. Die Definition, die die britische Note von den Absichten der englischen Einkreisungspolitk gibt, jetzt einen geradezu naiven Verstand besonders bei denen voraus, an die diese Definition ersichtlich gerichtet ist und bei denen sie wohl Eindruck machen sollte. Wenn die britische Regierung erklärt, daß sie nur gegen Angreifer vorgeht, dann vergißt sie anzugeben, werden Angreifer fest- st e U t. Wahrscheinlich die britische Regierung selbst! Oder sollte zu dem Zweck vielleicht wieder der Völ- ferburti) zu neuem Leben erweckt werden? Diese Spiegelfechtereien der englischen Einkreisungspolitik .Krieg dem Angreifer" sind wirklich zu kindlich, um von irgend jemand ernst genommen zu werden. Die deutsche Kennzeichnung der britischen Politik als Einkreisungspolitik beruht daher nicht auf einem Mißverstehen oder auf einer Mißdeutung der britischen Absichten,sondern auf einer der britischen Regierung unerwünschten Erkennt- nis ihrer wahren Absichten, auf einem Durchschauen der Ziele der britischen Politik und ihrer Methode. Wenn in der Note endlich davon gesprochen wird, daß Deutschland eine Reihe von Ländern aggressiv behandelt habe, so ist dies der Gipfelpunkt einer ebenso dreisten wie dummen Heuchelei. Weder Oesterreich noch das Sudetenland noch Memel sind von Deutschland vergewaltigt worden, sondern sie wurden einst 1918 bzw. 1919 durch die alliierten Aggressoren aus dem Deutschen Reich bzw. aus der deutschen Volksgemeinschaft he rau s- gerissen und gegen den Willen der Bevölkerung solange vergewaltigt, bis endlich das nationalsozialistische Deutschland dieser Vergewaltigung ein Ende bereitete. Das Gleiche gilt auch von Böhmen und Mähren, die niemals einem britischen Einfluß unterstanden haben, wohl aber seit nunmehr 1000 Jahren nicht nur zum d euts ch en Lebensraum, sondern auch zum Deutschen Reich bzw. zu Oester- reich-Ungarn gehörten. Die britische Regierung weiß ganz genau, daß es das Ziel der deutschen Regierung ist, die tyrannische Vergewaltigung durch das Persailler Diktat zu beseitigen. Um nun die Aufrechterhaltung dieses Diktates zu ermöglichen, betreibt die britische Regierung die Einkreisungspolitik. Sie mag das tun, aber sie soll nicht annehmen, daß besonders in Deutschland irgendjemand dumm genug ist, um schwarz nicht für schwarz und weiß nicht für weiß anzusehen. — Zu dem fachlichen Inhalt der englischen Note wollen wir zunächst noch keine Stellung nehmen. Hierzu wird sicherlich die Reichsregierung zu gegebener Zeit eine Antwort erteilen. Englisches Memorandum zur Flottenfrage. Das Kabinett Chamberlain weicht den deutschen Argumenten aus. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Der britische Bot- seine Abänderung in Aussicht genommen waren, Memorandum Landverkehrsmaschine „tionbor" in 30S0-km-Nachtflug über den Südatlantik Keine Verdrehungen! Berlin, 29. Juni. (DNB. Funkspruch.) Heute morgen 6.21 Uhr deutscher Zeit traf das Focke - Wulf-Großflugzeug FW 200 „C o n - d o r" D—AXFO auf dem Lartdeflugplatz Natal in Brasilien ein. Der „Condor" war am Dienstag um 22.30 Uhr in Berlin Tempelhof zum Fluge nach Südamerika gestartet und wird noch heute seinen Flug nach Rio de Janeiro fortsetzen, wo er in den Spätnachmittagsstunden erwartet wird. Die D—AXFO mit dem deutschen Taufnamen „Pommern" wird geführt von den Flugkapitänen Alfred Henke von der Deutschen Lufthansa, der bekannt ist durch seine Flüge nach Neuyork und Tokio, und Günther Schuster vom brasilianischen Condor-Syndikat, der seit 1927 in Brasilien tätig ist und heute auf mehr als Via Millionen Luftkilometer zurückblicken kann. Das Flugzeug D—AXFO wurde vom Condor-Syndikat erworben, um künftig auf den großen Strecken der brasilianischen Fluggesellschaft, die ausschließlich deutsches Flugzeug- material verwendet, eingesetzt zu werden. Dieser erste Ueberführungsslug eines Landverkehrsflugzeugs über den Südatlantik wurde auf völlig v e r k e h r s m ä ß i g e r Grundlage durchgeführt. Die D—AXFO flog von Berlin völlig klar hervorgehen. 10. In der ersten Note nahm Sir Samuel Hoare auf die stattgehabten Unterredungen Bezug, deren Hauptzweck darin bestand, den Boden für eine allgemeine Begrenzung zur Begrenzung der Seerüstungen vorzubereiten. Er erwähnte sodann den deutschen Vorschlag, das Stärkeverhältnis von 100:35 zwischen den Flotten des britischen Reiches und Deutschlands einzuführen, und sagte, „die Regierung Seiner Majestät sähe diesen Vorschlag als einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur zukünftigen Seerüstungsbeschränkung an". Er brachte zum Ausdruck, daß er glaube, das Abkommen werde „den Abschluß eines allgemeinen Abkommens über eine Seerüstungsbegrenzung zwischen allen Seemächten der Welt erleichtern". 11. In seiner Erwiderung vom gleichen Tage wiederholte Herr von Ribbentrop den Wortlaut der Note Sir Samuel Hoares und bestätigte, daß sie den Vorschlag der deutschen Regierung richtig wiedergebe. Er äußerte die Meinung, das Abkommen werde „den Abschluß eines allgemeinen Abkommens über diese Frage zwischen allen Seemächten der Welt erleichtern". 12. Der Inhalt der Noten zeigt also deutlich, daß das Abkommen als ein Beitrag zur Lösung des Problems der Begrenzung der Seerüstung angesehen wurde. Wenn die deutsche Regierung jetzt behauptet, das Abkommen habe eine andere Bedeutung, so muß Seiner Majestät Regierung bemerken, daß eine solche Behauptung im Abkommen selbst keine Rechtfertigung findet, so umfassend und eingehend dieses auch ist. 13. Ebenso schlagend war das Abkommen in Bezug auf seine Geltungsdauer. In der Note Sir Samuel Hoares heißt es, es sei „eine vom heutigen zunächst nach Sevilla und von dort nach eines kurzen Pause weiter nach Bathurst, dem west, afrikanischen Stützpunkt des Luftpostdienstes Deutsche land—Südamerika. Von hier aus erfolgte dann am Mittwochabend der Start zum Fluge über den 3050 Kilometer langen Atlantikabschnitt nach Natal an der brasilianischen Küste. Die D—AXFO ist ein normales (5 e r i e n i flugzeug, wie es auch im Streckendienst Der* wendet wird. Sie ist mit BMW.-132-F-MotoreN! von je 750 PS ausgerüstet, mit Askania-Kurssteuex rung, mit Telefunken- und Lorenzfunkgeräten oerx sehen. Sie kann neben vier Mann Besatzung 2 6 Fluggäste befördern. Die Tatsache, daß nun dis. zur Zeit schnellsten und wirtschaftlichsten Grohverx kehrsflugzeuge auch in Südamerika Verwendung finden — in wenigen Wochen soll eine zweite Focke-Wulf SW 200 nach Brasilien übergeführt werden —, muß man als eine Anerkennung dec Leistungsfähigkeit unserer Luftfahrtindustrie buchen, zumal die SW 200, abgesehen von einer Reihe eurox päischer Staaten, auch von Japan a n g e « kauft worden ist, um dort im planmäßiges Streckendienst zu fliegen. L o n d o n, 29. Juni. (DNB.) Im britischen Unterhause hat der ßabourabgeorbnete Henderson den Premierminister um Auskunft ersucht, ob die britische Regierung nicht im Interesse der Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zum deutschen Volk die Reichsregierung auf die herabsetzenden Angriffe in den kürzlichen Ansprachen des Reichspropagandaministers aufmerksam machen wolle. Chamberlain hat erwidert, daß er besonders in der deutschen Presse Artikel bemerkt habe, in denen jede Rede eines britischen Staatsmannes, in der versucht werde, Verständnis für die Lage Deutschlands zu zeigen, heruntergeris- sen und verhöhnt werde. Er habe jedoch nicht die Absicht, deshalb bei der Reichsregierung Vorstellungen zu erheben. Dazu schreibt der Deutsche D i e n st u. a.: Don herabsetzenden Angriffen des Propagandaministers auf die englische Regierung kann überhaupt keine Rede sein. 'Reichsminister Dr. Goebbels hat in seinen Reden und Aussätzen lediglich den deutschen Standpunkt in eindeutiger Weise dargestellt und dabei die von Deutschland notwendiger- und gerechterweise zu erhebenden Forderungen unmißverständlich wiederholt. Wir wissen, daß sich die englischen Staatsmänner über die Berechtigung dieser Forderungen im klaren sind. Nicht die Darlegungen von Reichsminister Dr. Goebbels waren herabsetzend, sondern herabsetzend wirkt nur die Tatsache, daß England glaubt, diese Forderungen übersehenundindenWind schlagen zu können. Während die englischen Staatsmänner einerseits Friedfertigkeit und Verständigungswillen im Munde fuhren, sind sie auf dec anderen Seite fieberhaft Tage ab gültige, dauernde und endgültig^ Einigung". Herr von Ribbentrop erklärte int seiner Erwiderung, die deutsche Regierung betracht- . es ebenfalls „als eine vom heutigen Tage atij gültige dauernde und endgültige Einigung". 14. In Ziffer 2 (a) der Noten heißt es, „daH Stärkeverhältnis 35 :100 soll ein ständige 4, Verhältnis sein, d. h. die Gesamttonnage betf deutschen Flotte soll nie einen Prozentsatz von 33i der Gesamttonnage der Seestreitkräfte der Mit» glieder des britischen Commonwealth überschreiten". 15. In Ziffer 2 (c) der Noten heißt es, „Deutsch» land wird unter allen Umständen zu dem Stärke» Verhältnis von 35:100 stehen, d. h., dieses Stärkex Verhältnis wird von den Baumaßnahmen anbered Länder nicht beeinflußt. Sollte das allgemein- Gleichgewicht der Seerüstung, wie es in der Verx gangenheit normalerweise aufrechterhalten wurde« durch irgendwelche anormalen und außerordentlichen Baumaßnahmen anderer Mächte! heftig gestört werden, so behält sich die Regierung des Deutschen Reiches das Recht vor, die Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich aufzux fordern, die auf diese Weise entstandene neu«! Lage zu prüfen." Dies war die einzige Bestimmung, die überhaupt eine allgemeine Abänderung der Bestimmungen des Abkommens vorsah — abgesehen von dem Sonderfall der Unterseeboote —1 und wie ersichtlich, war der einzige darin vor» gesehene Fall, der zu einer Abänderung führen könnte, eine heftige Störung des allgemein n e n Gleichgewichts der <5eerü ft ungen» Ueberdies konnte selbst dann nach den Bestimmun» gen des Abkommens eine Abänderung erst statt» finden, nachdem die Lage durch Konsultation mit Seiner Majestät Regierung geprüft worden war. 16. Die deutsche Regierung behauptet aber gad tätig, um Deutschland einzukreisen. Dabei schrecken sie nicht einmal vor ideologisch völlig entgegen» . gesetzten Partnern, wie der Sowjetunion, zurück. Die Verhandlungen in Moskau beweisen das zur Genüge. Die Engländer find sogar bereit, die baltischen Staaten gegen ihren Willen in die Einkreisungsfront hineinzuzwingen, zumindest wollen sis den Versuch hierzu machen. Wenn dies das Verständnis ist, das England Deutschland entgegen» bringt, so ist es dasselbe „Verständnis", das England vor dem Kriege Deutschland entgegen» gebracht hat, mit dem Ergebnis, daß 1914 die ganze Welt über Deutschland hergefallen ist. Diesen dummdreisten Schwindel konnten sich die Engländer mit dem kaiserlichen Deutschland erlauben, mit dem Dritten Reich aber nicht. Wir haben diesen Schwindel durchschaut und scheuen uns auch nicht, dies deutlich zu sagen. Wir denken nicht daran, die englischen Reden zu verhöhnen, sondern stellen nur die schreiende Dissonanz fest, die w.N hören zwischen dem, was England tut, und dem, was feine Staatsmänner sagen. Daß diese Feststellung England unangenehm ist« können wir verstehen, dies kann uns aber'nicht beirren, die deutschen Forderungen unerbittlich weiter zu erheben und das deutsche Volk auf den Unterschied zwischen den englischen Taten und Worten aufmerksam zu machen. Richt durch uns find die Beziehungen vergiftet worden, sondern durch Churchill, Eden, Duff-Cooper und andere. Es ist deshalb verständlich, wenn Herr Chamberlain erklärt, er habe nicht die Absicht. Vorstellungen bei der deutschen Regierung zu erheben. Denn beklagen müßte er sich bei feiner .eigenen Presse, bei seinen früheren Regierungskollegen rmd andern englischen PolitUecll, schafter in Berlin hat dem Auswärtigen Amt ein Memorandum zur Flottenfrage überreicht, das die Antwort auf das deutsche Memorandum vom 27. April d. I. darstellt. In dem heißt es: 1. In Ihrem Memorandum vom 27. April d. I. erklärt die deutsche Regierung, daß sie, als sie im Jahre 1935 das Angebot machte, sich auf einen Prozentsatz der britischen Flottenstreitkräfte zu beschränken, dies getan habe, „aufgrund der festen Ueberzeugung, daß die Wiederkehr eines kriegerischen Konfliktes zwischen Deutschland und Großbritannien für alle Zeiten ausgeschlossen fei". 2. Die deutsche Regierung rechtfertigt die Lösung des englisch-deutschen Flottenabkommens damit, daß das Verhalten der Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich zeige, daß diese jetzt der Ansicht sei, daß, ganz gleich'in welchem Teile Europas Deutschland in einen kriegerischen Konflikt verwickelt werden würde, Großbritannien stets gegen Deutschland Stellung nehmen müsse, selbst in dem Falle, daß Englands Interessen durch einen solchen Konflikt nicht berührt würden. 3. Die Frage, ob die Haltung der Regierung Seiner Majestät überhaupt eine Rechtfertigung dafür sein kann, daß die deutsche Regierung diese Verträge löst, ohne daß vorher eine Konsultation zwischen den beiden Regierungen stattgefurtden hatt^e, wird weiter unten behandelt. Es trifft nicht zu, daß, gleich >n welchem Teile Europas Deutschland in einen kriegerischen Konflikt verwickelt werden würde, Großbritannien stets gegen Deutschland Stellung nehmen müßte. Großbritannien müsse nur dann gegen Deutschland Stellung nehmen, wenn Deutschland eine Angriffshandlung (act of aggression) gegen ein anderes Land begehen sollte; und die Garantien Großbritanniens an gewisse Länder könnten sich nur dann auswirken, wenn die betreffenden Lander von Deutschland angegriffen werden sollten. 4. Die deutsche Regierung nimmt m ihrem Memorandum das Recht in Anspruch, die britische Politik als eine Politik der Einkreisung zu bezeichnen. Diese Bezeichnung ist ohne jede Berechtigung und offenbar ein Mißverstehen der britischen Absichten, die richtiggestellt werden müssen. 5. Die Handlungsweise, mit der Deutschland kürzlich gewisse Gebiete dem Reiche einoerleibte, hat, gleichviel, was nach Ansicht der deutschen Regierung die Rechtfertigungsgründe dafür gewesen sein mögen, zweifellos zu einer stark zunehmenden Beängstigung geführt. Die Schritte, die die Regierung des Vereinigten Königreiches daraufhin getan hat, haben keinen anderen Zweck als den, zur Besei- tiguna dieser Angst beizutragen, und zwar dadurch, daß fie kleineren Nationen dazu verhilft, sich im Genuß ihrer Unabhängigkeit sicher zu fühlen, wozu fie das gleiche Recht haben wie Großbritannien oder Deutschland selbst. Die Bindungen, die Großbritannien in dieser Absicht kürzlich eingegangen ist, sind begrenzt, und fie können nur bann wirksam werden, wenn die betreffenden Länder Opfer eines Angriffes würden. 6. Ebenso hat die ^Regierung Seiner Majestät auch weder die Absicht noch den Wunsch, der Entwicklung des deutschen Handels Schranken zu setzen. Im Gegenteil, aufgrund des englisch-deutschen Zahlungsabkommens ist Deutschland ein erheblicher Betrag von freien Devisen zum Erwerb von Rohstoffen zur Verfügung gestellt worden. Dieses Abkommen ist für Deutschland so günstig wie nur irgendeines, und Seiner Majestät Regierung würde gern weitere Erörterungen über Maßnahmen zur Besserung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands in Aussicht nehmen, wenn nur die wesentliche Vorbedingung sichergestellt werden könnte, nämlich die Herstellung gegenseitigen Vertrauens und guten Willens. 7. Der ständige Wunsch der Regierung Seiner Majestät war und ist keineswegs die Betreibung eines Krieges mst Deutschland, sondern die Herstellung englisch-deutscher Beziehungen auf der Grundlage gegenseitiger Anerkennung der Notwendigkeiten beider Länder bei gleichzeitiger gebührender Rücksicht auf die Rechte anderer Nationen. 8. Da aber Seiner Majestät Regierung aus diesen Gründen nicht xugeben kann, daß in ihrer Politik irgendeine Aenderung eingetreten wäre, die den kürzlichen Schritt der deutschen Regierung rechtfertigte, muß sie hinzufügen, daß ihrer Ansicht nach der Hauptzweck des englisch-deutschen Flottenabkommens darin bestand, in die Lage zur See eine gewisse Stabilität zu bringen und ein unnötiges Wettrüsten zu vermeiden. Das Flottenabkommen von 1935 9. Aus diesem Grunde sahen die Abkommen keineeinseitigeKündigung auf Betreiben nur einer der Parteien vor, sondern nahmen eine Lösung oder Abänderung nur durch gegenseitige Konsultation in Aussicht — und Seiner Majestät Regierung bedauert, daß die deutsche Regierung sich nicht in der Lage gesehen hat, dieses Verfahren auch im vorliegenden Fall einzuschlagen. Denn in dem Abkommen von 1935 war ausdrücklich gesagt, daß es ein dauerndes' sein sollte, und Seiner Majestät Regierung möchte die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf den Notenwechsel vom 18. Juni 1935 hinlenken, aus dem sowohl der Charakter des Abkommens wie die Umstände, die für Deutsche Großflugzeuge im brasilianischen Streckendienst Forderungen als Doraus- Beklegung des Zwischen- etzung Tokio, 28. Ium (DNB.) Zu den angekündigten Verhandlungen, die auf Bitten Englands in Tokio über die Tientsinfrage stattfinden sollen, veröffentlicht die militärische Kommando stelle m Trent" ---------“ -----$nrtrrt1,6s s in folgende vier für die friedliche stellen, daß etwaige Schritte im Sinne einer Kündr- aung oder Aenderung des neuen Abkommens wahrend seiner Tätigkeitsdauer die Zustimmung beider Parteien hätten. Oer Tientsin-Zwischenfall. Lehnt England die Forderungen des japanischen Militärs ab? den Namen Iuerges hört, brachte angebliches Be- i lastungsmaterial zusammen, aus dem hervorgehen : sollte, die Auslandsorganisation unterhalte einen ausgedehnten Spionagedienst in Patagonien. Obwohl von deutscher Seite sofort erklärt wurde, daß es sich um Lügen und Fälschungen einer internatio- nalen jüdischen Clique handele, setzten doch scharfe Maßnahmen gegen die deutsche Organisation und den Landesgrupp^ileiter Müller ein. Nunmehr hat das Höch st e Gericht Argentiniens, die Bundeskammer, ihre Untersuchungen abgeschlossen und festgestellt, daß Müller völlig schuldlos sei und re st los rehabilitiert werde. Gegen den Fälscher Juerges wird ein Verfahren eingelei- tet. — Es ist erfreulich, daß es in einem Einzelfalle gelungen ist, ein Lügengewebe zu zerstören, das dazu bestimmt war, in Argentinien Mißtrauen und Feindschaft gegen Deutschland zu verbreiten. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, daß die Auslands- organisation der NSDAP, in ihrer treuen Arbeit für das deutsche Volkstum von jeder Verdächtigung frei gesprochen worden ist. LSA. seßt den Silberpreis herab Paris, 29. Juni. (Europapreß.) Das Schatzamt der Vereinigten Staaten hat den Preis für das aus dem Auslands nach den Vereinigten Staaten eingeführte Silber von 43 Cents auf 40 und am folgenden Tage auf 38,5 Cents für die Unze herabgesetzt mit Rücksicht auf das Sinken des Silberpreises auf dem internationalen Markt. Verursacht wurde die Baisse durch die Annahme eines Gesetzentwurfes im nordamerikanischen Senat, wonach es der Regierung der Vereinigten Staaten untersagt wird, im Auslande, d. h. praktisch in Mexiko und China, Silber aufzukaufen. Allerdings bedarf dieser Gesetzentwurf noch der Zustimmung des Repräsentantenhauses. Auch hat Präsident Roosevelt noch die Möglichkeit, > sein Veto einzulegen. Die Stellung Roosevelts ist ■ aber bereits durch den Beschluß des Senats erschüt- , tert worden, wonach dem Präsidenten das bisher Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesel l s ch a f t berichtet die „Deutsche Postzeitun« über die Entwicklung der deutschen Seekabeltelegraphie. Vor dem Weltkrieg hatte Deutschland em Kabelnetz von rund 20 500 Seemeilen oder 38 000 Kilometer. Die deutschen Vorkriegskabel batten somit fastdie Längedes Aequators. Deutsche land stand damals im privaten Seekabelbesitz nur hinter England und den Vereinigten Staaten von Amerika zurück. Eine der ersten Kriegshandlungen gegen uns war die Durchschnei dun gder deutschen Ueberseekabel. Nach dem Kriege wurden uns dann alle Rechte an den Kabeln genommen. Aber auch bei diesem Diktat hat sich zeigt, daß die Verhältnisse stärker waren als die Unvernunft. Die Kabelverbindungen konnten zwa durchschnitten werden, die Notwendigkeit eines deu- schen Ueberseekabels war jedoch nicht zu beseitigen. Die Deutsch-Atlantische Telegraphengesellschaft über nahm das mühselige Welk, neue Kabelverbindungen herzustellen. Schon 1927 konnte das 2( 5 0 re • kabel Emdcn - Neuy 0 rk, ein Schnelltet Engstes Zusammenwirken der deutschen und italienischen Lustwaffe Unterredung zwischen Generalfeldmarschall Göring und Staatssekretär Balle Berlin, 28.Juni. (DNB.) Am 27.Juni empfing Generalfeldmarschall Göring in Karinhall den mit einer Kommission italienischer General- stabsoffiziere seit einigen Tagen in Berlin weilen- den Staatssekretär der italienischen Luftfahrt, Armeegeneral Valle, in Gegenwart von Generaloberst Milch. In einer besonders herzlichen zweistündigen Unterhaltung wurden Generalfeldmarschall Göring die von Armeegeneral Valle mit Generaloberst Milch vor vier Wochen in Rom und in den letzten Tagen in Berlin besprochenen Vereinbarungen vorgetragen. Hierbei wurde übereinstimmend festgestellt, alle Fragen der Einsatz- grundsätze, Organisation, Ausbildung undTechnik über das bisher vereinbarte Maß weiterhin zu klären "und zu vertiefen. Die Grundlagen für engstes Zusammenwirken der deutschen und italienischen Luftwaffe sind damit gesichert. Nach einer Ordensverleihung im Auftrage des Führers an alle anwesenden ita- lienischen Offiziere durch den Generalfeldmarschall verbrachte dieser bei einem Frühstück noch längere Zeit in kameradschaftlicher Unterhaltung mit seinen italienischen Gästen. Staatssekretär Dalle ist von Berlin aus zum Rückflug gestartet. Zu seiner Verabschiedung waren auf dem Flugplatz Staaken der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, sowie der italienische Botschafter und der italienische Luft- ottachs anwesend, ferner zahlreiche Generale der rativen Kammer, Graf Costanzo Ciano, auf dem Monte Nero ein großes Denkmal ernchtet werden. Hier wird auch die endgültige Bei- etzung erfolgen. Oie italienischen Frontkämpfer in Döberitz. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Di- 500 italienischen Frontkämpfer legten zu Ehren der im Weltkriege gefallenen deutschen Helden am Ehrenmal Inter den Linden einen Kranz nieder. Auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres statteten die Vertreter des italienischen Kriegsopser- oerbandes dann der Infanterieschule Do- beritz einen Besuch ab. Sie sahen eine Vorführung aus der Nahkampfschule und Gefechtsübungen, denen sich ein Rundgang durch die neuen Kasernen und das olympische Dorf anschloß. Anschließend waren die italienischen Gäste zu einem Abendessen im Offizierskasino der Jnfanterieschule geloben. Oberstquartiermacher Generalmajor von T i p - pelskirch begrüßte hier die Gäste tm Namen des Oberbefehlshabers des Heeres und im Auftrage des Chefs des Generalstabes des Heeres. Der Besuch endete mit einem Zapfenstreich. ♦ Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop veranstaltete am Mittwochmittag zu Ehren der 500 italienischen Frontkämpfer ein Frühstück im Marmorsaal des Zoo. Im Namen des Reichsaußenministers begrüßte Staatssekretär von Weizsäcker die Gäste. In seiner Erwiderung gedachte Delcroix der weitgehenden Unter- tützung, die Reichsaußenminister von Ribbenttop den Bestrebungen, die Frontkämpfer zur Sicherung des Friedens einzusetzen, seit vielen Jahren zuteil werden ließ. Frieden könne man nicht schaffen, indem man aus seinen eigenen Vorrechten ein Prinzip mache, vor dem sich andere Völker zu beugen hätten, sondern nur durch die Herstellung einer neuen Ordnung, an deren Verteidigung alle ein gleiches Interesse hätten. Deutschland und Italien seien durch die Größe ihrer Führer und die Tatkraft ihrer Völker auf alle Ereignisse am besten vorbereitet. Sollten die reaktionären Umtriebe der konservativen Mächte einen neuen Zusammenstoß herbeiführen, dann könne der Ausgang nicht zweifelhaft sein, weil die Vergangenheit niemals recht über die Zukunft behalten habe. Oie deutschen Forstmänner in der Schorfheide. 23. Im letzten Absatz ihres Memorandums erklärt die deutsche Regierung, daß sie bereit sei, in Ver- han dlu n gen über zukünftige Fragen ein,zutreten, wenn Seiner Majestät Regierung es wünscht. Wie eben gesagt, ergibt sich aus der deut- schen Handlungsweise bestimmt in der letzten Zeit eine Lage, die in mancher Hinsicht ungewiß ist, und ein Meinungsaustausch würde dazu beitragen, sie zu klären. So ist es z. B. neben der Tonnage- und Geschützbegrenzungen für Kreuzer wünschenswert zu wissen, ob die deutsche Regierung beabsichtige, sich an alle Teile des Abkommens von 1937 außer denen im Teil III gebunden zu halten. 24. Wenn jedoch die deutsche Regierung an Verhandlungen über ein anderes Abkommen denkt, dos an die Stelle der jetzt von ihr gelösten Vereinbarungen treten soll, so würde Seiner Majestät Regierung gern Angaben über den Umfang und Zweck haben, die die deutsche Regierung für ein solches Abkommen angemessen finden würde. 25. Insbesondere wünscht Seiner Majestät Re- gierung zu wissen, erstens, wann nach deutscher An- ' sicht die Erörterungen für den Abschluß eines solchen Abkommens stattfinden sollen. Zweitens wünscht Seiner Majestät Regierung zu wissen, was die deutsche Regierung vorschlagen würde, um sicherzu- 22. Die Voranschläge für die Flotten- stärke Ende 1942 und 1943, die Seiner Majestät Regierung der deutschen Regierung bereits hat zugehen lassen, sind lediglich zu dem Zweck abgegeben worden, um die Bestimmungen des Abkom- mens von 1937 zu erfüllen. Es liegt auf der Hand, daß weitere Voranschläge nicht mehr nötig sein werden, da sie lediglich den Zweck hatten, Deutschland die volle Ausnutzung seiner 1935er Quote zu ermöglichen. Wenn Deutschland aber an die in dem Abkommen festgelegte Grenze von 35 v. H. nicht mehr gebunden ist, so kann auch Seiner Majestät Regierung an ihre früheren Voranschläge nicht mehr gebunden fein, und sie sind des- halb als hinfällig anzusehen. alles: _ . 1. Gemeinsame englisch-japanische Kontrolle und Feststellung der Terroristen in der britischen Nieder- 2. Ausreichende Ueberwachung der anttjapanischen Elemente in der Konzession. 3. Vollkommene Zusammenarbeit zur Beendigung der wirtschaftlichen Störungen in Nordchina. 4. Uebergabe von 48 Millionen Puan Silber an die vorläusige Regierung in Peking. Dazu wird erklärt, daß es an England liege, ob die Verhandlungen in Tokio zu einem Erfolg führten. . In politischen Kreisen Tokios wird daran erinnert, daß alle bisherigen Verlautbarungen den japanischen Standpunkt dahin festgelegt hätten, daß eine örtliche Regelung der Tientsinfrage nicht mehr genüge. Vielmehr müsse England Garantien geben, daß Vorfälle, wie sie durch die englische Chinapolittk zwangsläufig verursacht worden seien, sich nicht mehr wiederholten. Darüber hinaus würde sinngemäß eine Anerkennung der neuen Lage in Ostasien durch England und eine Zusammenarbeit mit Japan und den neuen chinesischen Behörden verlangt. Wenn Tokio auch bisher mit konkreten Vorschlägen nach der grundsätzlichen Seite des Problems hin zurückgehalten hätte, so sei doch ohne weiteres klar, daß die japanische Regierung eine Lösung der mit Tientsin und der brittschen Konzession zusamenhängenden Fragen erwarte. Man glaubt also, daß die japanische Regierung gelegen!- sich der nun angekündigten diplomatischen Verhandlungen Vorschläge machen werde, die das Problem Tientsin auf eine breitere Basis stellen. Die Times sagt, daß England bereit sei, das Schicksal der vier des Mordes bezichtigten Chinesen sowie die Mittel und Wege zur Sicherung der Neutralität der Niederlassung zu „erörtern", aber die Regierung habe bereits die weitergehenden Forderungen örtlicher japanischer Kommandierender a b g e l e h n t, daß England den „Ein- drinalingen" helfen und der chinesischen Währung die Unterstützung entziehen sollte. Im Augenblick könne man nur sagen, daß, welche Form die japanischen Forderungen auch annehmen würden, — einige von ihnen mögen so unannehmbar fein wie andere, die schon abgelehnt seien — der Wechsel d e s Verhandlungsortes von Tientsin nach Tokio „schon ein Erfolg fei". Luftwaffe. Das Staatsbegräbnis für Graf Costanza Ciano. Livorno, 28. Juni. (DNB.) Vor dem Staatsbegräbnis für den ersten Präsidenten der faschistischen und korporativen Kammer, Graf Costanzo C i a n o waren Tausende an dem in Admiralsuniform aufgebahrten Verstorbenen vorübergezogen. Das zweite Geschwader der italienischen Kriegsmarine lief in den Hafen von Livorno ein und er- wies dem Helden von Buccari und Cortelazzo die letzten Ehren. Botschafter von Mackensen legte im Namen des Führers, des Generalfeldmarschalls Göring, des Stellvertreters des Führers, des Reichsaußenministers, in feinem eigenen Namen sowie für die Landesgruppe Italien und die Ortsgruppe Livorno der AO. der NSDAP, sieben große Lorbeerkränze an der Bahre nieder. Ein unübersehbarer Trauerzug geleitete dann unter dem Trauersalut der Kriegsschiffe und unter Glockengeläut den Verstorbenen in den Dom, wo der Bischof die Einsegnung vornahm. Dor dem Dom hatte sich ganz Livorno eingefunden, um bei dem faschistischen Totenappell des Parteisekretärs Starace mit einem hunderttausendfachen „Hier!" zu antworten. Danach nahm der Trauerzug seinen Weg zum Friedhof. Der Lafette mit dem Sarg folgten die Angehörigen, der Duce und ein Vertreter des Kaisers und Königs sowie die Regierung, der Große Rat des Faschismus, Botschafter von Mackensen, die Botschafter von Spanien und Japan sowie die Vertreter von Mandschukuo, Uruguay und Ungarn, die faschistische und korporative Kammer sowie eine' Abordnung des Senats der Königlichen Akademie, die Gauleiter von ganz Italien, Offiziere der Wehr- : macht mit Abordnungen der Marine. Auf Inittattve des Parteisekretärs wird zum ehrenden Gedenken des ersten Präsidenten der faschistischen und korpo- Berlin, 28.Ium. (DNB.) Das Ereignis des dritten Tages der Großoeutschen Reichstagung der Forstwirtschaft war der Empfang der deutschen Forstmänner beim Reichsforstmeister Generalfeldmarschall Göring in der Schorfheide. Arbeitsmänner des Reichsarbeitsdienstes hatten am Ufer des Werbellinsees ein Zeltlager errichtet, in das der Generalfeldmarschall seine Gäste zu einem zünftigen Iagdessen eingeladen hatte. Den Höhepunkt des Festes brachte ein eigens für dieses Treffen in launigen Versen verfaßtes L a g e r f p i e l, das Mitglieder des Staatstheaters gemeinsam mit Chorherren der Staatsoper und Tänzerinnen der Berliner Meisterstätten für Tanzkunst aufführtsn. Als Iagdfanfaren die Gäste des Generalfeldmarschalls nach dem Jagdmahl an das Ufer des Sees riefen, bot sich ihnen ein Bild bunt bewegten Lagerlebens mit Jägern und Treibern, mit Maiden und Marketendern in althistorifchen Trachten. Die Lagerlieder, der Reigen der Mädchen, das Fahnenfchwin- gen und ein ausgelassener Tanz der Treiber fanden den großen Beifall der Gäste. Eine besondere Freude war es den Gästen, daß sich auch Frau Goring zu diesen Aufführungen eingefunden hatte, die ihren Abschluß fanden mit der Darreichung eines Lagertrunkes, den die Jagbmaiden dem Generalfelbmarschall barboten. Noch lange nachdem der Generalfeldmarschall mit feiner Pacht ,Larjnruh II" vorn Lager abgefahren mar, vergnügten sich die Festteilnehmer bei herrlichstem Wetter mit Armbrust- und Bogenschießen, mit Speerwurf nach beweglichen Zielen in frohester Stimmung und kameradschaftlicher Gemeinschaft. Ein zusammengebrochener Schwindel. Vor einigen Wochen, als die Lügenkampagne gegen Deutschland auch auf Südamerika ausgedehnt wurde, richtete sich die deutschfeindliche Hetze gegen den Landesgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP, in A r g e,n t i n i e n , namens Müller. Ein Dokumentenfälscher, der au SegelschuNckiffe lehren heim. Kiel, 28.Juni. (DNB.) Am Dienstagnachmittag kehrte das Segelschulschiff „G o r ch F o ck" von der üblichen ausländischen Ausbildungsreise nach West in di en in den Heimathafen Kiel zurück. Das schmucke Schiff, das feit dem 6. April unterwegs war, lief in dieser Zeit nur für wenige Tage einige Häfen an und blieb während der letzten fünf Wochen ausschließlich auf See. Auf btt Rückfahrt benutzte es den Seeweg um die Ork- ney-Jnseln und Kap ©tagen und konnte am Sonn- tagmorgen vor Laboe vor Anker gehen. Das Segel- schulschiff „Albert Leo Schlageter" wiw am Mittwoch von seiner Auslandsreise zu* r ü ck e r w a r t e t. Deutsche Kabel. Nationalbank sowie die anderen mexikanischen Banken haben vorsorglich bereits alle Transaktionen in ausländischen Devisen eingestellt. In den Vereinigten Staaten hält man es für nicht ausgeschlossen, daß die mexikanische Regierung zu einer Enteignung der in nordamerikanischem Besitz befindlichen Silberbergwerke schreiten werde. General Knochenhauer 1*. Hamburg, 29.Juni (DNB.) Der Kommandierende General des X. Armeekorps, General der Kavallerie Knochenhauer, ist Mittwochabend gestorben Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat für den Verstorbenen Staatsbegräbnis befohlen. Der Staatsakt stndet am nicht, daß ein solcher Fall tatsächlich vorläge. Noch s weniger hat sie Seiner Majestät Regierung auf- c gefordert, die Lage zu prüfen, bevor sie ihren i Schritt tat. Daß eine solche Konsultation wesentlich war, geht weiterhin auch aus Ziffer 3 der Note klar hervor, die besagt, daß Seiner Majestät Regierung das Recht Deutschlands anerkennt, unter den in Ziffer 2 (c) vorgesehenen Umständen von dem Stärkeverhältnis von 35 v. H. abzuweichen, wobei Einverständnis darüber besteht, daß das Verhältnis 35 zu 100, falls zwischen den beiden Re- gierungen nichts Gegenteiliges vereinbart wird, ! aufrechterhalten bleibt. 17. Selbst wenn das Memorandum, das die deut- | sche Regierung jetzt an die Regierung Seiner Majestät gerichtet hat, nicht als eine Kündigung, sondern als eine Meinungsäußerung der deutschen Regierung in dem Sinne aufgefaßt werden soll, daß das Abkommen durch die Handlungsweise der Regierung Seiner Majestät kraftlos geworden sei, so kann Seiner Majestät Regierung nicht zugeben, daß ohne vorherige Konsultation zwischen den beiden Regierungen ein solches Argument mit Recht als Grund dafür angeführt werden konnte, daß die ausdrücklichen Bestimmungen des Abkommens nicht eingehalten werden. Das Flottenabkommen von 1937 18. Erwägungen ähnlicher Art gelten für die deutsche Handlungsweise in Bezug auf Teil HI des englisch-deutschen F l 0 11 e n a b k o m - mens vom 17. Juli 19 37. Auch in diesem Abkommen ist eine einseitige Kündigung der Abänderung nicht vorgesehen, abgesehen von den Sonderfällen, die in den sogenannten „G l e i t b e st i m mun g e n " (escalator clauses) vorgesehen sind, um die es stch hier nicht handelt. Von diesen Fällen abgesehen, soll das Abkommen ausdrücklich „bis zum 31. Dezember 1942" in Kraft bleiben. 19. Dieses Abkommen stellt außerdem eine E r» qänzung zu demLondoner Flottenoer trag 1936 dar, an dem auch Frankreich, Italien und die Vereinigten Staaten beteiligt find, sowie zu ähnlichen Abkommen zwischen Seiner Majestät Regierung und anderen Seemächten. Zweck aller dieser Verträge ist die Vermeidung eines nutzlosen, kostspieligen Wettrüstens zur See. Selbst wenn die Beziehungen zwischen zwei Ländern nicht gut wären, so wäre das in den Augen Seiner Majestät Regierung kein Grund, ein Abkommen zu lösen, das ein verschwenderisches Wettrüsten, das keiner Partei zum Vorteil gereicht, verhütet. Qualitative Begrenzung. 20. Don diesen Erwägungen geht die deutsche Regierung vermutlich aus, wenn sie wünscht, daß die „qualitativen Bestimmungen des eng- lisch-deutschen Abkommens vom 17. Juli 1937 unberührt bleiben sollen". Grundsätzlich möchte Seiner Majestät Regierung diesen Wunsch teilen; sie ist aber genötigt, darauf hinzuweisen, daß die Beibehaltung der qualitativen Bestimmungen allein nicht genügen wird, um jenes Gefühl gegenseitiger Sicherheit zu schaffen, zu dem das englisch-deutsche Abkommen beitragen sollte, und das in den Bestimmungen über den Nachrichtenaustausch zum Ausdruck kam. Seiner Majestät Regierung würde aber zu jeder Zeit bereit fein, mit der deutschen Regierung die Möglichkeit zu prüfen, auf einer sicheren Grundlage zu einer, wie es in der deutschen Note heißt, „klaren und eindeutigen Verständigung" zu gelangen. 21. Aus dem Wortlaut, mit dem die deutsche Regierung ihren Entschluß angekündigt hat, die quali- tativen Begren.zungen des Abkommens von 1937 beizubehalten, geht nicht klar hervor, welches die genauen Bestimmungen sind, an die sie sich in bezua auf Kreuzer gebunden hält. Die qualitativen Begrenzungen für Kreuzer sind in Artikel 6 (1) des englisch-deutschen Abkommens von 1937 auf eine Wasserverdrängung von 8000 Tonnen und die Geschütze mit einem Kaliber bis zu 6,1 Zoll (150 Millimeter) festgesetzt, und an diese Begrenzung sind sämtliche Signatarmächte des Londoner Flottenvertages von 1936 ebenfalls gebunden. Obgleich Artikel 6 (2) des englisch-deutschen Abkommens von 1937 Deutschland unter gewissen Umstanden erlaubte, seine Tonnage an Kreuzern mit achtzolligen Geschützen zu erhöhen, war es praktisch durch die Begrenzungen seiner Quote auf Grund des Abkommens von 1935 daran gehindert, mehr als fünffolcher Kreuzer zu bauen. Nachdem nun die deutsche Regierung das zuletzt genannte Abkommen gelöst hat, ist die Lage in bezug auf die Begrenzung für Kreuzer nicht mehr klar. Es wird aber angenommen, daß die Grenze, an der die deutsche Regierung festzuhalten beabsich- figt, bei 8000 Tonnen und 6,lzölligen Geschützen liegt. Die deutsche Regierung wird gebeten, diese Annahme zu betätigen. 2. Juli in Hamburg statt. Der Führer sandte an eine Witwe folgendes Beileidstelegramm: Zu dem chmerzlichen Verlust, den Sie durch den Tod Ihres in Krieg und Frieden bewährten und von mir hochgeschätzten Gatten erlitten haben, spreche ich Ihnen mein aufrichtigstes Beileid aus. * . Wilhelm Knochenhauer wurde 187ß in Meiningen als Sohn eines Oberforstmeisters geboren. Er trat 1899 als Fahnenjunker beim Infanterie-Regiment 97 in Saarburg ein und wurde hier 1900 Leutnant. Nach Besuch der Kriegsakademie wurde er zur Dienst- leiftung beim Großen Generalstab kommandiert und nach Beförderung zum Hauptmann am 1. Oktober 1913 Adjutant der Inspektion der Kriegsschulen^ Bei Kriegsausbruch rückte er als Kompaniechef mit dem zweiten Garde-Reserve-Regiment ins Feld. Im November 1914 wurde er verwundet. Später wurde er in verschiedenen Generalstabsstellungen verwandt und am 18. Min 1918 zum Major befördert. Nach dem Kriege wurde er Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment 3 und dann als Oberstleutnant Chef des Stabes der ersten Kavalleriedivision, ©pater wurde er Kommandeur des Reiter-Regiments 16 und als solcher am 1. Februar 1928 Oberft. Am 1. Oktober 1931 wurde er Generalmajor, vier Wochen später erfolgte feine Ernennung zum Kommandeur der dritten Kavalleriedivision in Weimar. Im Herbst 1933 wurde er Generalleutnant und Inspekteur der Kavallerie, im Frühjahr 1935 Kommandierender General des X. Armeekorps, als solcher wurde er am 1. Januar 1936 zum General der Kavallerie befördert. Angestellte über 65 Lahre im öffentlichen Dienst. Durch einen Erlaß des Reichsfinanzministers ist die Beschäftigung von nichtbeamteten Gefolaschafts- mitgliedern über 65 Jahre in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben geklärt worden. Bei dem Mangel an Arbeitskräften bestehen keine Bedenken gegen die Weiterbeschäftigung über das 65. Lebensjahr hinaus bis zu drei Jahren, wenn sie körperlich und geistig ausreichend rüstig sind, unter den gleichen Voraussetzungen auch nicht gegen die Neueinstellung von nichtbeamteten Gefolgschaftsmitgliedern über 65 Jahre, wenn sie nach ihrer früheren Tätigkeit für die in Aussicht genommene Beschäftigung geeignet erscheinen. Die Bewerber sind zunächst als Aushilfsangestellte einzustellen und können bei Bewährung längstens bis zur Vollendung des 68. Lebensjahres beschäftigt werden. Mit diesen ist ein besonderer Arbeitsvertrag ab zu schließen, der bis zur Vollendung des 68. Lebensjahres, längstens aber bis zum 31. März 1941 zu befristen ist. Eine Beschäftigung von nichtbeamte- ten Gesolgschaf tmitgli edern, die das 68. Lebensiahr vollendet haben, bedarf der Genehmigung des Führers der Verwaltung oder des Betriebes. Voraussetzung ist, daß der Bewerber voll leistungsfähig und körperlich rüstig ist. durch ein Gesetz festgelegte Recht genommen wurde, den Dollar noch weiter abzuwerten. Der Beschluß des Senats hat in Mexiko be« . « v ... w v .. v - v ~ - - reits ernste Rückwirkungen gehabt. Die mexikanische graphenkabel neuester Bauart, in Betrieb genon Ein Weltwanderer in der Weltenwende, das ist in des Wortes wahrster Bedeutung wie kaum ein anderer Deutscher seiner Generation zeit seines Lebens Paul Rohrbach gewesen, der am 29.Juni seinen 70. Geburtstag begeht. Als Sohn des Baltenlandes sind das volksdeutsche Erlebnis und die genaue Kenntnis des alten Rußlands bestimmende Eindrücke für seine politische Arbeit geblieben, die sich nach geschichtlichen und theologischen Studien ganz der Auslandskunde zuwandte. Rohrbach ist alter Afrikaner, der als Siedlungskommissar in Südwest den Herero-Aufstand niederschlagen half und in Kamerun zusammen mit unserem unvergeßlichen Gießener Hygieniker Philalethes Kuhn die Bekämpfung der Schlafkrankheit studiert hat. Seitdem zieht es ihn immer wieder zum Schwarzen Erdteil, und auch nach dem Kriege haben ihn mehrere Reisen durch alle Teile Afrikas geführt. Seine Erfahrungen hat er in einer Reihe kolonial- politischer Bücher niedergelegt, deren jüngstes „Afrika heute und morgen" Entwicklung und Grundlagen künftiger afrikanischer Kolonialwirtschaft systematisch darstellt. Wir werden auf dies bedeutsame Werk noch zurückkommen. Heute gilt es uns, des Mannes zu gedenken, der lange Zeit hindurch, als Außenpolitik in Deutschland so gut wie ausschließlich Sache zünftiger Diplomaten oder — Phantasiebegabter Dierbank- politiker war, in der deutschen Publizistik eine Sonderstellung eingenommen hat, weil er die Gründlichkeit des gelehrten Forschers mit dem nüchternen unb klaren, das Ganze sehenden und erfassenden Blick des geborenen Politikers verband und zudem die Begabung besaß, seine Erkenntnisse und Forderungen ebenso verständlich wie faszinierend einer breiten Oeffentlichkeit darzulegen. Dazu befähigte ihn eine umfassende Bildung und das Streben, niemals stehen zu bleiben. Rohrbach ist 'IV eiiwanderer in der Welienwende. Paul Rohrbach zum 70. Geburtstag. Das zweite Äalien. Ferrara, den 2. April 1930. „... xprirne lo spazio a mille a mille, non sol per abitarvi in sicurezza: ma in operosa libertä!“ Es waren die Verse aus dem Schluß von Faust, II. Teil: „Eröffn' ich Räume vielen Millionen, nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen!" Wir standen ein Deutscher und ein Italiener, auf dem hohen Damm mitten in den Valli di Comachio bei Ravenna, und unsere Blicke gingen über eine unabsehbare Fläche von grauem Schlick, den noch blanke Wasserfäden durchzogen. Sie dehnte sich weit landeinwärts, bis an den Rand eines grünen Deichs, hinter dem die roten Dächer ganz neuer Bauernhäuschen hervorschauten. Es war ein Stück mitten aus der Arbeit der Bonifica Integrale, ber großen Landbesserung in Italien. Ihre Anfänge sind nicht von heute, aber sie hat durch Mussolini einen mächtigen Antrieb bekommen. Aus dem Maschinenhaus dicht neben uns klang im Takt das Arbeiten der ungeheuren Pumpen, die in zwei Wochen aus der eingedeichten Fläche schon das meiste Wasser fortgesaugt hatten. Mein Nachbar, der eben auf Italienisch den Faust zitiert hatte, fuhr fort: „Wenn ich heute gefragt würde, ob für uns Italiener Goethe oder der Diesel- von Haus aus Theologe, theologisch-historische Stu- dien führten ihn zum ersten Mal ins Ausland, nach Dorderasien, und religiöse Probleme finden auch heute noch seine ganze Aufmerksamkeit, wovon sein 1937 erschienenes schönes Buch „Der Gottes- gedanke in der Welt" Zeugnis ablegt. Seit dieser ersten Reise nach Dorderasien vor mehr als vierzig Jahren hat er die ganze Welt durchwandert mit dem gediegenen Rüstzeug, das ihm die deutsche historische, geographische und wirtschastskundliche Wissenschaft zur Verfügung stellte, aber auch mit dem offenen Blick und der Kombinationsgabe des Politikers und einem feinen Verständnis für die Eigenart fremder Völker und ihrer Lebensbedingungen. Diele seiner Bücher von dem 1912 erschienenen „Der deutsche Gedanke in der Welt", das geradezu sensationelles Auftehen erregte, von seiner packenden „Geschichte der Menschheit" und dem „Weltpolitischen Wanderbuch" — diese drei in einer Auflage von fast einer halben Million verbreitet — bis zu seinen letzten Schriften über Amerika, Asien unb Afrika und der 1938 erschienenen ausgezeichneten „Politischen Weltkunde fürdenDeutschen" find mahnend und erziehend nicht ohne tiefgreifenden Einfluß geblieben. Wenn einst Rohrbach als ein Prediger in der Wüste erscheinen mochte, so begreifen heute seine Volks- genossen Idee und Realität seiner Lebensarbeit. Paul Rohrbachs Versönlichbett kennen unsere Leser aus zahllosen Reiseberichten und politischen Tagesaufsätzen, die der Gießener Anzeiger in den letzten beiden Jahrzehnten veröffentlicht hat. Wir möchten dieser treuen Lesergemeinde nun heute mit dem Abdruck einiger Reiseskizzen aus dem Buch „W eltwandern in der Weltenwende" (Verlag Oldenbourg, München) eine Freude machen. Sie zeigen, als Ganzes genommen, am besten Paul Rahrbach, den Mann und sein Werk. Fr. W. L. motor das wichtigere Jmportstück aus Deutschland ist — ich wüßte es wirklich nicht zu sagen. Unsere Pumpen arbeiten mit Dieselmotoren, die in Deutschland gekauft sind, und sie machen eine technische Begleitmusik zu Goethe: „Solch ein Gewimmel möcht ich sehn, Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. Zum Augenblicke dürst ich sagen: Verweile doch, du bist so schön! Es kann die Spur von meinen Erdentagen Nicht in Aeonen untergehnl" Wir hatten über den Duce gesprochen, und der italienische Gastfteund hatte versucht, mir die Seele des Mannes mit dem tiefen Wort des alten Revolutionärs Mazzini zu erklären: „Ideal, du große Realität!" Das Ideal und die Verwirklichung — für den Duce sei es ein und dasselbe. Wie zum Beweis streckte er beide Hände gegen das vom Wasser befreite Land aus, aus dem nun noch der Regen die Salze herauswaschen mußte, die von der einstigen Meeresbedeckung her- rührten. Haben erst die Naturkräfte auch diese Arbeit vollführt, dann mögen Hunderte und Aberhunderte von Bauernfamilien kommen, um auf dem neugewonnenen Boden zu leben. Bonifica Integrale! Im Grunde ist es ein seltsames Gefühl, jetzt, nachdem man Italien von Venedig bis Syrakus gesehen hat, von Bodenmeliorationen sprechen zu sollen. Unwillkürlich men werden. Die Telegrapdiergeschwindigkeit tft sehr hoch und beträgt etwa 300 Wörter in der Minute. Sie ist weit größer als die der beiden atlantischen Dorkriegskabel zusammen. 1929 wurde die Kabel- verbindung Emde n—D i g o wiederhergestellt. Dieses Kabel hat gerade während der Kämpfe in Spanien — Vigo hat immer zu Nationalspanien gehört — dem deutschen Handel wertvolle Dienste geleistet. Die Zahl der auf den Kabeln der Deutsch- Atlantischen Telegraphengesellschaft in den letzten Jahren übermittelten Telegramme betrug rund eine Million, die Zahl der gebührenpflichtigen Wörter 18 bis 19 Millionen jährlich. Das heutige Kabelnetz hat eine Länge von 3300 Seemeilen. Ob es die Ausdehnung des ehemaligen Netzes jemals erreichen wird, erscheint bei dem heutigen Stande der Funtentelegraphie ftaglich. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Leiter der Reichswirtschaftskammer und Präsidenten der Industrie- und Handelskammer München, Ingenieur Albert P i e tz s ch, aus Anlaß der Vollendung seines 65.Lebensjahres den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Widmung: „Dem Führer und Förderer der deutschen Wirtschaft" verliehen. Nach den soeben im österreichischen statistischen Landesamt zusammengestellten vorläufigen Ergebnissen der ersten großdeutschen Volkszählung am 17. Mai 1939 beträgt die ortsan- wefende Bevölkerung in der Ostmark insgesamt 7 003 000 Einwohner, das sind rund 9 v. H. der Reichsbevölkerung (ohne Protektorat). König Boris hat dem zur Zeit als Gast in Bulgarien weilenden Reichsminister Dr. Frank sein Bild in silbernem Rahmen mit einer herzlichen Widmung überreicht. Nach dreitägigem Aufenthalt in Estland hat der Ehef des Gsneralstabes des deutschen Heeres, General der Artillerie Halder, Reval verlassen, um sich zu einem Gegenbesuch beim finnischen Armeebefehlshaber, General Oesterman, nach H e l s i nk i zu begeben. Er richtete an den Oberbefehlshaber der estnischen Armee, General Lai- boner, ein Telegramm, in dem er in Dankbarkeit und aufrichtiger Verbundenheit der estnischen Wehrmacht und iyres Oberbefehlshabers gedachte. Wie bekanntgegeben wird, soll der Besuch Graf C i a n o s in Spanien in der ersten Hälfte des Juli erfolgen. Als Ort der Besprechungen ist San Sebastian ausersehen worden. Wahrscheinlich wird auch der Caudillo den italienischen Gast in San Sebastian begrüßen. Man nimmt an, daß Graf Ciano an den Befreiungsfeiern in Madrid am 18. Mi, anläßlich des Jahrestages der nationalen Erhebung teilnehmen wird. König Georg von Griechenland ist jur Teilnahme an der Hochzeit seiner Schwester Irene mit dem Herzog von Spoleto an Bord der Jacht Hellas" in Venedig ein getrosten, wo er von einer Delegation der italienischen Regierung und des Königshauses empfangen wurde. Nach kurzem Aufenthalt reiste er im Sonderzug nach Florenz weiter, wo die Hochzeit stattfinden wird. Aus aller Wett. Neue Explosionen und Brände in London. Die Brandherde des Großfeuers in der ßonboner City boten am Mittwochmorgen ein trauriges Bild. Noch immer steigen dichte Rauchwolken aus den Trümmern der ausgebrannten Speichergebäude auf. Ein Teil der Außenmauern der ausgebrannten Häuser stürzte in die Barbican genannte Straße, eine der Hauptverkehrsadern ber Londoner City, die für den Verkehr gesperrt werden mußte. Während das Feuer in der City noch im Gange war, wurde die Londoner Feuerwehr von einem neuen Brand verständigt, der nach mehreren Explosionen in einer Schokoladenfabrik im- Stadtteil Islington ausgebrochen war. Nach den Explosionen flüchteten sich zahlreiche Einwohner der umliegenden Ortschaften in notdürftiger Bekleidung aus ihren Häusern, weil sie neue Bombenanschläge der irischen Extremisten vermuteten. Ob die Bombenanschläge und das Feuer tatsächlich von diesen verursacht worden sind, ist noch nicht geklärt. Dem Eingreifen der Feuerwehr gelang es, das Feuer auf das Fabrikgebäude zu beschränken. Gin drittes Feuer brach in der Upperhames- Street aus. Hier waren zwei Speicher in Brand geraten, kurz nachdem die Arbeiter und Angestellten die Lagerräume verlassen hatten. Don ber Polizei ist sofort eine Untersuchung eingeleitet worden, da man als Brandstifter auf in diesem Falle wieder Angehörige der irischen Extremisten vermutet. Die 4. Deutsche Pflanzenzüchtertagung in Wien. In Wien wurde vom Vorsitzenden des neuaegrün- beten Reichsoerbandes der Pflanzenzucht, Landes- bauernführer Graf Grote, die 4. Deutsche Pflanzenzüchtertagung eröffnet. Das Streben der Pflanzenzüchter konzentriere sich jetzt auf eine Steigerung des Futtermittel- und Oelpflanzenanbaus. Jede Neuzüchtung, die in Deutschland ermöglicht wird, sei ein Baustein für die Sicherung der Nahrungsmittelfreiheit unseres Volkes. Landeshauptabteilungsleiter Dr. Feich- i i n g c r hob hervor, daß die Ostmark auch klimatisches Grenzland sei, ein Kampfgebiet zwischen dem Seeklima und dem Steppenklima Osteuropas. Das vannonifche Gebiet fei besonders geeignet für die Pflanzenzucht. Große Bedeutung haben alpine Landsorten für die Blutauffrischung, Neuzüch- tung und Huchtrichtungsänderungen in andere Getreidebaugebieten des Reiches, Zur Auswertung der alpinen Getreidelandsorten durch Deredelungszüch- tung bestehen neun Zuchtftellen in den Alpen- ländern. Weitere Zuchtstellen werden mit Unterstützung des Forschungsdienstes errichtet. Es wird auch ein Versuchsfeld im Odenwald angelegt, auf dem Versuche über die Eignung der alpinen Getreidelandsorten in den rauhen Sagen der Mittelgebirgslandschaft gemacht werden. Autofallensteller zum Tode verurteilt. Das Sondergericht Halle a. b. S. verurteilte in Haldensleben den 20iährigen Willi Grathenauer wegen Stellens einer Autofalle in räuberis cher Absicht zum Tode und die Mitangeklagte 17jährige Else Brandes aus Hillersleben wegen Stellung einer Autofalle in räuberischer Absicht zu fünf Jahren neun Monaten Gefängnis. Die beiden Angeklagten hatten in der Nacht zum 3. Februar vom Marktplatz in Haldensleben aus den Kraftwagenbesitzer Ohlendorf telephonisch zu einer Mietfahrt nach Dahlenwarsleben bestellt. Das Paar trat die Fahrt in ber Ab- sicht an, den Fahrer unterwegs x u ermorden. Unterwegs wollte zunächst Grathenauer den Ohlendorf erschießen. Im letzten Augenblick fehlte ihm jedoch der Mut. Im Verlaufe einer längeren Irrfahrt forderte er nun die Brandes zur Ausführung der Tat auf. Aber auch ihr fehlte der Mut. Das verbrecherische Vorhaben kam dadurch heraus, daß der Kraftwagenbesitzer das Fahr- gelb nicht erhielt und daraufhin Anzeige gegen die beiden erstattet hatte. 19 Menschen bei einer Hochwasserkatastrophe in einem serbischen Dorf ertrunken. Infolge plötzlichen Hochwassers kamen 19 Personen im serbischen Dorf Subotinac in der Nähe ber Stadt Aleksinac ums Leben. Durch einen nächtlichen Wolkenbruch schwoll der durch diesen Ort führende Gebirgsbach in kürzester Zeit so an, daß eine 8 Meter hohe Flutwelle das ganze Dorf überschwemmte. Die meisten Häuser wurden 1 z e r st ö r t Fast das ganze Vieh ist ertrunken. Die Katastrophe übertrifft in ihren Ausmaßen noch diejenige, welche vor vier Wochen bas Nachbardorf Beli Palanka heimgesucht und elf Menschenleben gefordert hatte. Zwei Tiger ausgebrochen. Bei einer Zirkus-Vorführung für Schulkinder brachen in Birkenhead, in der Nähe von Liverpool, zwei Tiger aus ihren Käfigen aus und entkamen in b i e Stadt. Während bas eine Tier kurze Zeit später wieder eingefangen werden konnte, tauchte der zweite Tiger in Gärten auf, klopfte mit feinen Pranken bei harmlosen Bürgern ans Fenster und trieb auch sonstigen Unfug. Schließlich gelang es aber, auch diesen Tiger in seinen Käsig zurückzubringen, nachdem man ihn in einer Garage eingefangen hatte. Gewissenlosigkeit eines französischen Kraftfahrers. Die französische Polizei fahndet nach einem Kraft- fahrer, ber in ber Nähe von Caen an der Kanalküste eine ganze Familie überfahren hat ohne anzuhalten. Während bas 9 Monate alte Kind auf die Straße flog, wurde der Vater mit einem Schädelbruch in den Straßengraben geworfen. Erst mehrere Stunden später entdeckte ein Taxichauffeur in der Nähe von Caen die Leiche der 28jährigen Mutter, die fürchterlich verstümmelt war. Es stellte sich heraus, daß ber flüchtige Fahrer die Leiche der Frau am Wagen hängend über drei Kilometer mitgeschleift hatte. Augenzeugen bekunden, daß er an der Wegkreuzung, wo man die Leiche fand, in eine Seitenstraße einlenkte und mit gelöschten Lichtern beim Wenden die furchtbar zugerichtete Leiche nach einmal überfuhr. Gasmasken für die Herren Dsputes. Die französischen Abgeordneten haben am Dienstagnachmittag in der Kammer ihre Gasmasken in Empfang genommen, nachdem der größte Teil der Pariser Bevölkerung bereits seit längerer Zeit im Besitz der Gasmasken mar. Die Gasmasken sind den Abgeordneten aus Beständen ber französischen Armee geliefert worden, zum Unterschied von den Gasmasken der übrigen Bevölkerung, die zum größten Teil aus möchten sich doch zuerst die großen alten Dinge erheben, das Historische, Heroische, die Basiliken von Ravenna, das Kolosseum in Rom, die Hohenstaufengräber in Palermo, der Normannendom in Monreale, die Burg des Dionysius über dem alten Syrakus — wie in Empörung dagegen, daß vor ihnen die Schöpfmaschinen im Haff von Comachio und dis Meliorierung des Agro Romano bewundert werben sollen. Für den Besucher Italiens, der historisch und politisch zu fühlen weiß und zugleich doch auch den wirtschaftlichen Fragen zugewandt ist, liegen diese Dinge auch wirklich in stetem Kamps. Aber wo sind heute Dionysius und wo sind die Normannen» röntge von Sizilien? Was blieb von ihren Reichen, außer den Ruinen einer Festung und einer Kirche, wie es sie nur einmal auf der Welt gibt? Und was wird bleiben, wenn nach Jahrzehnten durch aanz Italien das nüchterne Werk der Bonifica Integrale getan ist und für 5 Millionen Italiener mehr eine Heimaterde im Vaterlande geschaffen wurde? Ideal, du große Realität! Eine Paradoxie für den oberflächlichen, ein Herztreffer für den nachdenklichen Hörer. Gibt es eine stärkere aktive Kraft als den Mann, der von einem großen Ideal besessen ist und den sein Glaube unaufhaltsam treibt, e i n e Wirklichkeit aus ihm zu machen? Der italienische Faschist glaubt an seinen Duce als an eine solche Kraft, und auch ber Fremde spürt, welch ein unerbittlich treibender Wille die große Melioration Italiens vom Fuß der Alpen bis an die Küsten, die nach Afrika hinübersehen, im Gange hält. Aber es gilt nicht nur die Landgewinnung in den Sümpfen und Haffs an der Pomünbung, in Toscana, in Latium, auf Sizilien. Es gilt auch die Battaglia del Grano, die Kornschlacht, dis jedes Jahr wiederkehrt und die darum geschlagen wird, Italiens ganzes Brot vom italienischen Acker zu gewinnen. Bonifica und Battaglia! Ich habe gesehen, wie ein versumpftes Stück der römischen Campagna, 4000 Hektar groß, man nennt es die Maccarese, wo vor wenigen Jahren nur ein einziges, von Malaria verseuchtes Dorf lag, in Kulturland umgewandelt ist. Hier leben und nähren sich jetzt 4000 Menschen, und 60 000 Liter Milch werden täglich nach Rom geliefert. Drei verschiedene Kanalsystems arbeiten. Das eine führt die Frühjahrshochwasser unschädlich ab; das zweite sammelt das Grund- wasser und führt es zu den Pumpen, die es ins Meer heben; mit dem dritten werden vom Tiber her die Felder bewässert, auf denen bas Futter für die Tausende von Kühen wächst. Noch viel großartiger wird der Landgeminn in den Valli di Comachio sein, wenn in Jahr und Tag die Dieselmotoren dort ihr ganzes Werk getan, alle Ein» deichungen leergepumpt haben werden. Und zwischen diesen Arbeiten sieht man die Riesenmotorwagen fahren, in denen ganze landwirtschaftliche Wanderschulen durchs Land reifen. Gebt mir ein paar Quadratmeter von eurem Acker, sagt ber Wanderlehrer zu den Bauern in einem Dorf, ich will sie auf meine Art düngen und will meine Saat einsäen; wenn sie reif ist, komme ich wieder. Dann wollen wir vergleichen, welches Korn beste« steht, eures oder meines! Und hinter alledem steht Mussolinis größte Bonifica, die Erziehung des italienischen Volkes zu stärkerer nationaler Einheit und stärkerem Willen. dem Ausland bezogen worden sind. Die Blätter berichten, die Wandelgänge der Kammer hatten am Dienstaanachmittag ein recht ungewohntes Bild geboten. Zahlreiche Abgeordnete hätten sich gar nicht mehr von ihren Gasmasken trennen wollen; einige hätten sogar damit in den Sitzungssaal ein» bringen wollen. Aber die Saaldiener hatten strenge Anweisung erhalten, keinen Abgeordneten mit ber Gasmaske in ben Sitzungssaal einzulassen. Eine Lektion für Schmierfinken. Es gibt Menschen, die sich überall, wo es schon ist, verewigen müssen. Diese Unsitte hat schon manchen schonen Platz arg verschandelt. Eine durchgreifende Maßnahme gegen die Schmierfinken hat die Verwaltung der Rübeländer Hohlen im Harz jetzt getroffen. Sie hat alle die Anschriften in den Höhlen gesammelt und die Schmierer polizeilich ermitteln lassen. Erfreulicherweise haben viele Besucher ihre volle Adresse angegeben ober wenigstens den Wohnort vermerkt, so daß ihre Feststellung keine großen Schwierig* feiten bereitet. Die Betreffenden werden jetzt ersucht, einen nochmaligen Höhlenbesuch vorzunehmen und hierbei ihre Sudeleien zu entfernen. Wenn sie sich weigern, erfolgt Strafanzeige wegen 23ert schandelung von Naturdenkmälern.____________' Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: H. L. Neuner. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. 23.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner, Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939t 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen, Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. ME AM UerlangervSie die neuere Vudding-R&eptblätter von fflan bringt die milch mit Zucker und UcuMnzucks M» Rochen. Sobald sie bockt, nimmt man sie von der Rockstelle, gibt das mit mild) und Eigelb verquirlte Sossenpulver unter Rühren hinein und lässt noch einige Male uufkocken. Damit fick keine staut bildet rührt man die Sosse toähttti) des Erhaltens häufig um. fiurj vor drmDnrickttv tolch oas Eiweiss za Schnee geschlagen anö unter 6Ü Sosse gezogen. Man reicht sie ju frischem, grZUcköttSM Obit l-U. uwtfiB, Johannisbeeren, fjimbeeren, entsteinten ssirsckS? ufio. UQfic Obstsalat aus beliebigen feuchtem BUtcMiusfchnelbaiil Etwas Seines: tjrÜchtE mitVcUlÜleSUßß aus5)t. Oetkee SoßenpulverVaniUe- Geschmack nadi der Seörrmcksomoeifung ober oerfeinett noch folgendem Rezept: 3/41 milch, 50 8 (2 gehäufte Essl.) Zucker, 1 Päckchen vc. Oetker Oanlllinzucker. 1 päckcken Dt Oetker Sossenpulver ÜaniUe-fiefchmaA 5 Efll Milch (Master). 1 EL läßt nicht locker, bis das Hühnerauge locker istl Eih Hühnerauge — und ein einsames Mädchen« Dö< war das Ende eines Ausflugs, von dem das Mädchen sich soviel versprochen hatte. Schon das Gehen war ihrzurQuol geworden,akerals nun zum Abschluß des Tages noch getanzt werden sollte, da machte ihr Hühnerauge nicht mehr mit. Mußte das sein? Nein, das mußte nicht sein! Mit Elastocorn wäre sie ihr Hühnerauge längst losgeworden. Elastocorn gibt es in Apotheken, Drogerien u. Sanitätsgeschäften. Eine Blechschachtel mit 6 Pflasterbinden kostet 50 Pf. draußen Interesse Die Verordnung über die Senkung der Preise der von der Landwirtschaft benötigten Elektrogeräte und Elektromotoren hat den Schlußstein unter eine von der Landwirtschaft feit langem angestrebte Entwicklung gesetzt. Der wichtigste Markstein dieser Entwicklung war die Verordnung, durch die die Stromlieferungs-Unternehmungen veranlaßt wurden, ihre Stromtarife in weit stärkerem Maße den Bedürfnissen der ländlichen Abnehmer anzupassen als bisher. Lag vor dem damaligen Zeitpunkt der „Engpaß" so, daß Bauer und Landwirt sagten, wir würden ja gern mehr Hilfe aus dem Elektromotor und dem Elektrogerät haben, aber die Betriebskosten dieser Einrichtungen sind bei Kilo- wattstundenpreisen bis zu 40 und mehr Pfennig ja viel zu hoch, so hatte sich nunmehr der „Engpaß" dahin verschoben, daß zwar die Betriebskosten gesunken waren, daß aber der Einsatz zusätzlichen elektrischen Stroms daran scheiterte, daß die Anschaffungs- k o st e n für die den Strom nutzenden Geräte teilweise noch recht hoch lagen, wenn man dabei nur den vorerst noch geringen geldlichen Nutzen in Betracht zog. Nun ist aber auch dieser zweite Engpaß beseitigt; fünf Jahre lang sollen jedes Jahr bis zu 35 Millionen Reichsmark von allen Unternehmen und Betrieben nach einem aus den abgegebenen Kilowattstunden errechneten Schlüssel aufgebracht werden, die Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung oder Abgabe von Elektrizität besitzen oder verwalten, um damit eine ganz großzügige teils kostenlose, teils stark verbilligte Versorgung der land wirt sch aftlichen Betriebe mit Elektrogeräten und -motoren in die Wege zu leiten, durch die eine merkliche Entlastung des Bauern und Landwirts, in vielleicht noch stärkerem Maße der Bäuerin und Landfrau, hsrbei- geführt werden soll. Der kenntnisreichen Bewunderung und wissenden Verehrung bedarf es nicht in einem anderen Raum, der ebenfalls musealen Zwecken dient: im „ Bleitel l e r " des Domes. Hier liegen in offenen Särgen ein Dachdecker, ein Student, eine Gräfin und ein General. Der Dachdecker machte den Anfang. Vor etwa 500 Jathren stürzte er bei einer Ausbesserung am Dom ab. Seine Leiche wurde einstweilen in den Keller getragen, wo Blei lagerte. Als nach mehreren Tagen die Bestattung erfolgen sollte, zeigte der Leichnam keinerlei Veränderungen, und so wurde die Tatsache offenbar, daß in diesem „Bleikeller" Leichen nicht verwesen, sondern ohne Einbalsamierung zu Mumien werden. Zehntausende von Besuchern, die ausziehen, das Gruseln zu lernen, werden alljährlich an den offenen Särgen vorbeigeführt. Zweifellos eine angenehmere Berühmtheit hat demgegenüber der Rathaus- k e U e r aufzuweisen'. Nicht nur, daß man dort in „Schiffskojen" seinen Rotspon genehmigen kann, für dessen Güte Bremen besonders bekannt ist, sondern in den tiefen Kellern der Stadt liegen auch Kostbarkeiten aus deutschen Weingärten, so u. a. ein Rüdesheimer aus dem Jahre 1653! Hier läßt es sich gut erzählen von der Geschichte sowohl, die denkmalswürdiq ist, wie von der anderen, die diskreter verlief. Aber immer wieder klingt das „Buten und Binnen, Wagen und Winnen" wieder an. Denn bremischer Wagemut kann auf lange, gute Ueberlieferung zurückblicken: vor 1000 Jahren stießen bremische Schiffe bis in das nördliche Eismeer vor, um 1500 fuhren sie bis Afrika und unternahmen im 17. Jahrhundert Walfangreisen nach Grönland, 100 Jahre später vertrauten sie sich dem Stillen Ozean an. Bremer fahren auf allen Meeren, und mit allen Handelsplätzen der Welt sind sie vertraut. und „in Wetterbericht Das festländische Hochdruckgebiet hat sich rasH rückwärts verlagert. Die lebhaft verstärkte Wirbels tätigkeit über dem Ostatlantik hat daher aus Deutschland übergegriffen und auch bei uns wieder! unbeständige Witterung herbeigeführt. Im Zufuhrbereiche feuchter Meeresluft kann auch für die Folgs mit weiteren Niederschlägen gerechnet werden, doch wird das Wetter im ganzen nicht unfreundlich sein. Vorhersage für Freitag: Häufig aufheh ternb, doch auch Neigung zu einzelnen meist schauen artigen Niederschlägen, bei lebhaften Winden aus Süd bis West Temperaturen wenig geändert. Vorhersage für Samstag: Unbeständiges aber kein durchaus unfreundliches Wetter. Witterungsvorhersaae für die Zeil vom 29. Juni bis 8. Iuli 1939. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für lang« fristige W i t t e rungs vo rhersage des Reich sw etter« dienstes Bad Homburg vom 28. Juni 1939, abends. In den nächsten zehn Tagen im ganzen Reich überwiegend freundliche Witterung, die aber voraussichtlich zweimal durch Vorstößs kühler Meeresluft für mehrere Tage unten brachen wird. Im w e st l i ch e n Deutschland wird bereits im Anfang des Dorhersagezeitraums ein Uebergang zu vorübergehend kühlerem und veränderlichem Wetter mit verbreite« ten, vielfach gewittrigen Regenfällen stattfirr- den, während im Osten des Reiches in den nächsten Tagen schönes, warmes Wetter herrschen wird. Tem« peraturen im Mittel des zehntägigen Zeitraumes meistenorts etwas über dem Regelwert, Höchsttemperatur über 25 Grad ansteigend, jedoch nur selten über 30 Grad hinausgehend. Gesamtsonnen« sch eindauer örtlich stark verschieden, im Tiefland meistenorts zwischen 60 und 85 Stunden. Anzahl der Tage mit Niederschlag im Nordwestsri und Süden zwischen 4 und 6, sonst nicht größer als 5. Hilfe der „Roland-Stiftung" erworben historischer Treue" wieder hergestellt. Daß es dazu erst eines Anstoßes von bedurfte, soll nicht gegen das historische der Bremer sprechen. Ihre Bewahrung alten Gutes tut sich aufs schönste im V ä terkunde - Museum kund, im Haus Atlantis der Böttcherstraße. In vorbildlicher Anordnung und künstlerischer Darbietung zeigt es die Kultur unserer Vorfahren. Der Leiter des Museums, Hans Müller-Braues, erzählt davon in seinem prächtigen Heftchen „Wo wi herkamt und woans dar hier in oler Tied wör" (wo wir Herkommen, und wie es hier in alter Zeit war). Zu den zahllosen reizvollen Funden gehört das älteste Garn- knäul der Welt! Es ist wohl um 1600 vor Christus gesponnen worden, dürfte also rund 3500 Jahre alt sein. Es wurde in der Schweiz in einem Pfahlbau gefunden. Unsere norddeutschen Moore haben uns aber auch allerlei aufgehoben, denn der Luftabschluß im Torf ließ die Stoffe, mit denen die Leichen bekleidet waren, nicht zerfallen; nur die Farben vergingen. Es wird nun seit Jahren daran gearbeitet, aus gleichem Werkstoff und in gleicher Technik naturgetreu die Kleidung unserer Vorfahren herzustellen. Die Tracht von Mann und Frau vor etwa 3500 Jahren ist so, wie sie im Däterkunde-Museum ihre Darstellung gefunden hat, keine Phantasie, keine Erfindung, sondern sie entspricht in allen Einzelheiten den alten Funden. Oie Verbilligung der Elektrogeräte für die Landwirtschaft. Roland derRiese am Rathaus zu Bremen Kaffeesäcke und Tabakballen. - Historischer Sammeleifer. Von unserem ems.-Miiarbeiier. Arbeitsgemeinschaft zur Fördern nH der Elektrowirtschaft geleistet haben, bef züglich der Einsatzlenkung ebenso bewähren, wie bij Arbeit ber technischen Abteilungen bes Nährstande^ Nicht ganz leicht wirb es sein, mit den 3 n ft au lationen für alle diese neuen Elektto-EinriclstunH gen fristgemäß, d. h. so zu recht zu kommen, daß' die erhoffte Entlastung der ländlichen Betriebe auch wirklich schon etwa bis zur Hackfruchternte, eintritt. Das Elektrohandwerk ist auf dem Land zwar feiR weise durchaus auf der Höhe. Man darf aber nichts verkennen, daß hier durch die neue Werkstoff-Ent^ Wicklung manches in einer gewissen Umstellung be« ■griffen ist, so daß stoßweise Inanspruchnahme zu! mancher Verzögerung Anlaß geben kann, selbst wenn die Leitungsbaustoffe und -Einrichtungen auch ohne Lieferfristen zur Verfügung stehen. Die Geräte-Derbilligungsaktion kann für dis Elektrizitätswerke besonders wichtig werden, wentt eine wirklich nutzbringende Energie-Lenkung ftattfinbet, das heißt, wenn es gelingt, die neu aufs Land gebrachten Elektroeinrichtungen und ihren Stromverbrauch im wesentlichen zur Auffüllung beiJ Stromabnahme-Täler einzusetzen, ohne die Winter« lichen Spitzen-Beanspruchungen zu erhöhen. Gerade die Erkenntnis, daß hierzu der Elektrowärme-Absatz auf dem Land, wie er im Herd, im Heiß wasser-^ speichet und Futterkocher vor sich geht, entscheidend beizutragen vermag, war ja auch einer der Haupte gründe, weshalb fortschrittlich eingestellte Elektro« werke schon vor Jahren, also lange vor dem jetzigen: Zwang, ihre Stromtarife für elektrisches Kochen! usw. für den Bezug auf dem Lande niedrig, d. nahe den Selbstkosten hielten. Sie erreichten damit außerdem eine wesentlich bessere Ausnutzung bet* für die Vrteilung von Licht- und Kraftstrom allein! meistens kaum lohnenden weitläufigen ländlichen Leitungsnetze. In ihren weitgreifenden Folgen berührt dabei die Verordnung keineswegs nur die Verhältnisse bei der Landwirtschaft ober bei den Stromversorgungs- Unternehmungen. Das leuchtet sofort ein, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Elektro-Einrichtungen für 35 Millionen im Jahr beschafft werden können. Denkt man dabei — womit die Gerätezahlen geringer werden — nur an kostenlose Lieferung, sodaß der Bauer und der Hof nur die Installation und die Zusatzgeräte selbst zu bezahlen haben und nimmt man ganz roh an, daß der Durchschnittspreis einer gelieferten Einrichtung — ob es sich jetzt um ein Hauswasserwerk, einen Karrenmotor, eine Kühlzelle, einen elektrischen Herd ober sonst etwas han- beU — immerhin 500 RM. betrage, dann sind das in einem Jahr allein 70 000 solcher Einrichtungen, die nun neu und zusätzlich für fünf Jahre in die Landwirtschaft Großbeutsch- lands wandern sollen. Die rasche Bereitstellung einer solchen Menge zusätzlich ober mindestens äußerst beschleunigt zu liefernder Einrichtungen stellt unserer elektrotechnischen Industrie eine außerordentliche Aufgabe, die auch bann nach sehr beachtlich bleibt, wenn man annimmt, baß im ersten Jahr, wenn von jeder Art elektrischer Einrichtungen nicht allzu^viele Stück aufgestllt werden sollen, teilweise auf die allerdings nirgends mehr sehr großen Vorräte zurückgegriffen wird. Es liegt hier zweifellos auch eine besonders wichtige Aufgabe für bie R o h ft o f f z u t e i l u n g bzw. hinsichtlich einer Revision der Kontingente vor. Wir müssen auch baran benten, daß weder Motor gleich Motor, noch Herb gleich Herb ist, und daß wir unter allen Umständen vermeiden müssen, unrichtige Geräte- unb Maschinenarößen einzusetzen. Hier wird sich bie ausgezeichnete Vorarbeit, bie das Reichskuratorium für Technik in der Landwirt- 'schäft und von der anderen Seite die AFE., die Am 1. Juli wirb in Bremen ein schwerer Kreuzer vom Stapel laufen. Wenn in Bremen ein neues Schiff ber Kriegsmarine vom Stapel läuft, ist fein Hotelbett zu haben! Es ist nicht nur bas Schauspiel eines Stapellaufes allein. Wohl locken auch bie lieber« feebampfer zu Besichtigungen, wohl läßt man sich packen von ben technischen Ginrichtungen ber Hafen- anlagen, wo ein Drittel der deutschen Hanbelsflotte ihre Heimat hat, aber es ist auch bie Stabt selbst, bie einen unwiberstehlichen Zauber ausübt. Er umfängt ben Fremben, ber vor bcm herrlichen Rat- Ha u s b a u steht, vor einem ber vielen Zeugen hanseatischer Prachtentfaltung. Der Rolanb bewacht auf bem Marktplatz nicht nur Rathaus unb Dom, fonbern auch bas alte Gilbehaus, ben „Schütting", ber wie Dom unb Rathaus ursprünglich im gotischen Stil errichtet, bann aber von ben prachtliebenben Bremer Kaufleuten mit bem Ge- roanb ber Renaissance geschmückt würbe. Der Wahlspruch bremischer Kaufleute steht am Portal bes „Schütting", ber heute bie Wirtschaftskammer beherbergt: „Buten unb Binnen, Wagen unb Winnen." Es gibt für ben Fremben auf einer Wanderung durch bie Stabt viel zu sehen unb zll hören. Aber wir wollen ihm biesmal nicht vom Wind unb Wetter ber Geschichte sprechen, ihn nur an einzelne Winkel unb Erinnerungen führen. Es ist nicht leicht für ben Fremben, sich zurechtzufiuben, benn kaum ein Ziel ist auf geraben Wegen zu erreichen „Man yiuß immer erst um Kap Horn" herum, wie die Bremer sagen. So geht man am besten ber Nase nach, im wahrsten Sinne bes Wortes. Der Kaffeebuft führt uns an bie reizvollen alten Lagerhäuser an ber Weser. Sie stehen nicht als romantische Kulisse ba, sie entbehren jeglichen musealen Charakters. Nach wie vor herrscht in ihnen reges Leben. Aus Kähnen werben Waren in bie Lagerhäuser gebracht, in Kähne werben sie verloben. Wohl find Auszüge, bie von den Anlegeplätzen unmittelbar in die Höhe führen, vielfach an Htelle ber Seilwinbe getreten, aber auch die alten Winben finb noch in Betrieb zu sehen. Viele Kaffeesäcke unb Tabakballen finb unter ben Gütern. Der Kaffee wird hier geröstet unb erfüllt mit seinem Duft ganze Straßenzüge. Auch Tabak wird hier gelagert unb weist begehrlichen Rauchern burch fein Aroma ben Weg. Dieser Ruch gehört zu Bremen, er bestimmt bie Atmosphäre ber Stabt. Denn bem Kaffee unb Tabak verbankt bie Hansestadt ein gut Teil ihres Wohlstandes. „Haß, Nett, Abgunst is gar umsunst, Was Gott bescheret, bleibt unverwehret." Das schrieb der Bremer Ratsherr Esich an sein Haus eben in bem Jahre, als der Dreißigjährige Krieg begann. Nur drei Fenster breit, aber sieben Stockwerke hoch — bie beiben oberen verjüngen sich bis auf ein Fenster — steht es in feiner ganzen Pracht zwischen anderen alten Häusern. Damals Ratsherr zu sein, bedeutete viel, benn die Hanse bestand nur noch aus den brei Städten Hamburg, Bremen unb Lübeck. So war bas Haus von Lüber von Bentheim, einem ber besten Baumeister seiner Zeit, mit allem Prunk errichtet. Zu Anfang bes 19. Jahrhunderts wurde es — merkwürdiger Anklang an ben Namen des Bauherrn Esich — zu einer Essigfabrik erniedrigt. Man wußte wohl um den Wert des herrlichen Giebels unb ber Inneneinrichtung des Hauses, aber es geschah lange nichts, um dieses Zeugnis alter Bremer Kultur zu schützen. Erst als bas South Kensington Museum in London den kostbaren Giebel bes Essighauses für sehr viel Gelb erwerben wollte, würbe bas Haus mit (Ein Quell der Freude für den Naturfreu^ Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie« deren Tierwelt mit erläuternden Dildunter« schriften, Namensangaben und ausführlichem Tert (62 Setten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität »ernn. Dieses Werk bringt erstaunlich vielieittge und trefflich gelungene Einzelbilder und Diloso gen aus dem reichen Leben der zahllosen m neren Lebewesen. Aus der Freude am Aeo° achten ist ein wertvolles naturgcfchlchtlich Urkundenbuch geworden, dos hcroorrag geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten turgeschehen zu erwecken. Gebunden RM. . Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblatteri Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichlertewe Wir suchen für Gießen fachkundige(n) jüngere(n) Verkäufer(in) Angebote mit Zeugnisabschriften an Schade & Füllgrabe A.-6. Ffm., Hanauer Landstraße 161—173 __________________________4578D Eigenhaus-Interessenten! Morgen Freitag, von 18-21 Uhr, im Hotel Kobel, Gießen, Liebigstraße 9, kostenlose Beratung über lückenlose Bausincmzierung durch I. u. II. Hypotheken ohne Reichsbürgschaft. In geeign. 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Mittags, wenn ich nach Hause gehe, komme ich durch ein Stückchen Anlage, da sitzen zwei Mädchen auf einer Bank, sie haben weiße Arbeitskittel an und stecken die schlanken Beine in die Sonne. Die Mädchen nutzen ihre Mittagspause auf die schönste Weise der Welt. Sie blinzeln in die Sonne Manchmal erzählen sie sich Geschichten. Manchmal hakten sie mich für der Gnade wert, angelächelt zu werden. Ich sah einem Amselmännchen zu. Es flatterte von einem Eisengitter in eine Wasserpfütze, badete wie ein ungezogener Familienvater, der alles Wasser verspritzt, warf den Kopf herum, als wollte er die Gefährtin rufen, flog dann schwirrend davon — schnurgrad in eine Wiese hinein, auf der sich vieltausend weiße Margueriten drängten. Sommer — das ist auch Schlaf am hellen Tag, hinter herabgelassenen Läden, wenn über die Decke die Schatten der vorbeifahrenden Wagen tanzen und du schließlich auf dem kühlen Leinen einschläfst, tief und gut. Die weißen, flimmernden Plätze in der Nähe der Kirche, völlig verwaist in der Mitta-gsglut und nur da und dort von einem blauen Baumschatten gesegnet: auch das ist der Sommer. Und das ewige Rauschen der Brunnen. Die Erinnerung an die roten Sprengwagen unserer Knabentcige, wenn wir mit hochgeschürzten Hosen und barfuß dem Wagen nachrannten, lachend, vergnügt, verferkelt vom hochaufspritzenden Straßenstaub, der rasch zu Dreck wurde ... aber sehr -glücklich. Spürst du nicht heute noch das heiße Plaster? Und den Geruch des Teers, der in riesigen rostigen Kesseln sott? r. k. Musterung und Aushebung 1939. Die Polizeidirektion Gießen gibt in einer umfangreichen Bekanntmachung zur Kenntnis, daß die Dienstpflichtigen verschiedener Jahrgänge, die in der Stadt Gießen, einschließlich der Vororte Klein-Linden und Wieseck, wohnen oder sich vorübergehend hier aufhalten, zur Musterung und Aushebung zu erscheinen haben. Die Bekanntmachung enthält alle Einzelheiten, die für die Musterung und Aushebung zu wissen wichtig sind. Den Dienstpflichtigen sei das Studium dieser Bekanntmachung eindringlich empfohlen, da eine Einzelladung zur Muter ung und Aushebung nicht erfolgt. Professor Dr. Küster 65 Jahre alt. Der ordentliche Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Instituts unserer Universität, Professor Dr. Ernst K ü ft e r, konnte gestern seinen 65. Geburtstag feiern. Professor Dr. Küster, der ausgezeichnete Lehrer und unermüdliche Forscher wurde 1874 in Breslau geboren, studierte in Leipzig, promovierte 1896 in München und habilitierte sich im Jahre 1900 bei Klebs in Halle, der ihn zu Experimentaluntersuchungen auf dem Gebiete der Mikroorganismen und der Zellenlehre anregte. Nach seiner Tätigkeit an den Botanischen Instituten in Kiel und in Bonn kam er 1920 als Direktor des Botanischen Instituts unserer Universität nach Gießen. Professor Dr. Küster entfaltete im Laufe seines arbeitsreichen Lebens eine ungemein umfangreiche Tätigkeit und trat mit ungewöhnlich zahlreichen und glänzend geschriebenen wissenschaftlichen Arbeiten hervor. Der bedeutende Wissenschaftler hat es von jeher verstanden, sein botanisches Wissensgebiet von hoher Warte aus an seine Hörer heranzubringen, lieber seine fachwissenschaftliche Arbeit hinaus ist dem Jubilar eine erstaunliche Vielseitigkeit zu eigen, die cs verhindert hat, daß er je in den Ruf eines einseitigen Fachgelehrten geraten konnte. Er verfügt über ein umfassendes Wissen in der Archäologie, in den alten Sprachen, in der Kunst und in der Literatur. Professor Dr. Küster besitzt eine umfangreiche Gemäldesammlung, eine Autographensammlung aus der Zeit um Goethe und eine Iean-Paul-Sammlung. Ein freundschaftliches Verhältnis besteht zwischen ihm und seinen Schülern, von denen er aber als gewissenhafter Lehrer viel verlangt, denen er aber auch ein menschlicher Berater ist. Im Hinblick auf den Botanischen Garten ist es Professor Dr. Küster stets aelungen, trotz mancher Sparmaßnahme das Bestehende zu sichern, zu pflegen und auszubauen. Aus Anlaß seines 65. Geburtstages sind dem bekannten Lehrer und Forscher viele Glückwünsche zugegangen. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Wer war der Täter?" (nach dem Theaterstück „Parkstraße 13"). — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Peter spielt mit dem Feuer". Zweiter Stall für das EHW. im Rohbau fertig. <# Xi-, ' . 4e <- y; **'*X-' - C.' MW •> x .5.- - W ■ ■** Der Bau des zweiten Stalles für das Ernährungshilfswerk hat gute Fortschritte gemacht. Das Gebäude, das in Zukunft eine stattliche Anzahl Schweine beherbergen wird, ist unmittelbar neben dem ersten Schweinestall entstanden, und bereits unter Dach. Gegenwärtig sind die Ausbauarbeiten im Inneren im Gange. Unser bild zeigt die beiden Ställe von der Gleiber- ger Straße aus gesehen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gießener HZ.-Heim im Ban begriffen. Die Arbeiten für die Erstellung des Heimes der Gießener Hitler- Jugend wurden energisch in Angriff genommen. Ausschachtungs- und erste Bauarbeiten find in vollem Gange. Unser Bild zeigt bereits die Grundmauern des stattlichen Hauses, das auf bevorzugtem Platz hoch über der Stadt am Wartweg entsteht und nach feiner Fertigstellung der Gießener Hitler-Jugend ein Heim fein wird, wie sie es sich schöner kaum wünschen kann. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 3179,96 NM. für den VDA. Das Sammelergebnis in Gießen. Innerhalb unserer Stadt wurden bei der Sammlung, die am Samstag und Sonntag für die Sache des VDA. durchgeführt wurde, insgesamt 3179,96 Reichsmark aufgebracht. Die Opferfreudigkeit der Bevölkerung unserer Stadt rourbeebamit erneut bewiesen. Omnibus-Verkehr im Südviertel gut beansprucht. Wie wir auf Anfrage hören, hat sich bie neue Omnibuslinie, die vorn Lubwigsplatz aus bas Süd- viertel in regelmäßigem Verkehr erschließt, über jegliche Erwartung hinaus günstig einge- fuhrt. Die Linie brachte von Anfang an so viele Einnahmen, baß bie Lohnkosten für bie Fahrer ohne weiteres gebeckt werben konnten. Wenn bie Linie auch weiterhin so wie bisher benützt wirb unb sich ber Verkehr womöglich noch steigert, bann wirb ber Fortbestand dieser Verkehrslinie gesichert sein. Es liegt im Interesse der Bewohner des Südviertels, wenn sie sich durch rege Inanspruchnahme der Omnibuslinie diese verkehrstechnische Annehmlichkeit erhalten. Bon Frankfurt a. M. nach SerSfeld über die NeichSautobahn. Am l.Juli eröffnet die Deutsche Reichsbahn eine neue Kraftvmnibuslinie Frankfurt a. M.—Hersfeld; gleichzeitig werden die Linien Frankfurt a. M.— Bad-Nauheim und Frankfurt a. M.—Gießen eingestellt. Bei der neuen Linie find Unterwegshalte in Bad Homburg, Friedberg, Bad-Nauheim, Niedermörlen, Gießen und Alsfeld vorgesehen. Die Haltestelle Friedberg wird erst nach Fertigstellung des Zubringers zur Reichsautobahn eingerichtet. Am 26. Juni werden auch die im Oktober vorigen Jahres eingestellten Reichsbahn-Kraftomnibuslinien Göttingen—Kassel und Kassel—Hersfcld wieder in Betrieb genommen. Technische Neuerung im Botanischen Garten. In umfangreicher und nicht leichter Montagearbeit wurde in den vergangenen Wochen durch die Beauftragten einer Spezialfirma in Hannover das Gewächshaus 1 (das ausschließlich tropische Pflanzen birgt) mit einer technischen Neuerung versehen, die sich im Interesse der Erhaltung der Pflanzen-- bestände als notwendig erwies. Es handelt sich um die Montage großer „ S ch a 11 e n d e ck e n ", die am First des Glashauses befestigt find und auf eine einfache Weife auf schmalen Schienen über die breiten Glasdachflächen herabgerollt werden können. Die Schattendecken bestehen aus vielen schmalen Holzstäben, die mit einem wetterfesten aluminiumartigen Anstrich versehen sind. Die Dek- ken haben den Zweck, die tropischen Pflanzen vor Verbrennungen durch die Sonne zu schützen. Es erscheint zunächst eigenartig, daß tropische Pflanzen von der Sonneneinstrahlung der gemäßigten Zone geschützt werden müssen, die Notwendigkeit erklärt sich aber daraus, daß die Pflanzen in ihrer Urheimat meist einem stetigen Windstrom ausgesetzt sind, während sie in den Gewächshäusern unseres Botanischen Gartens bewegungslos den Strahlen der Sommersonne ausgesetzt sind und dabei Schaden leiden können, der durch die neuen Schattendecken verhindert werden kann. Wiedersehensfeier aller Tannenberg-Kämpfer. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Am Sonntag, dem 27. August 1939, findet am Reichsehrenmal ein Staatsakt aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Tannenberg statt. Dieser Staatsakt, an dem führende Männer von Staat, Partei und Wehrmacht teilnehmen, wird von über 100000 Teilnehmern besucht werden. Vornehmlich werden jedoch die ehemaligen Mitkämpfer der Schlacht bei Tannenberg dieser großen Kundgebung beiwohnen. Mit der Erfassung der Teilnehmer der Schlacht bei Tannenberg und der Interessenten aus dem Reiche ist der N S.-» Reichskriegerbund „Kyffhäujer" beauftragt. Alle Wünsche zur Teilnahme an diesem Staatsakt, der zugleich zu einer großen Wiedersehensfeier aller Tannenberg-Kämpfer werden soll, sind sofort zu richten an alle Dienststellen des NS.-Reichskriegerbundes „Kyffhäuser". Mutter und Kind auf der Eisenbahn. Sondermahnahmen der Reichsbahn. LPD. Die Reichsbahn macht darauf aufmerksam, daß Kinderwagen mit einer Breite von mehr als 65 Zentimeter nicht in die Traglastenwagen der Personenzüge mitgenommen werden können und daß die Mitnahme nichtzusammenklappbarer Kampf um Kirsch-Kuchen. Eine Konzentration der Ernährung bedeutet Verdichtung unseres Lebensglücks. Warum würde die Hausfrau sich sonst die Mühe machen und am Samstagnachmittag köstliche Kuchen backen?? Wir wollen eben mit Zunge und Magen erleben, wie schön es auf der Welt ist, wir wollen uns daran verschlucken und es mit Milch und Kaffee begießen, daß es fhufert! Wenn daher unverkennbare, süße Düfte durch die Wohnung ziehen, so werden wir Männer unruhig, wir heben schnuppernd die Nase, und schließlich treibt cs uns dvrchin, wo mir jetzt nicht gern gesehen werden. Man weiß ja, man macht sich unbeliebt, aber was hilft das alles, wenn es so betäubend eßbar riecht! Triebfeder ist der Magen, und der Magnet heißt Küche: Denn hier gibt es heute etwas Gutes! Und nun brauchen Sie sich nur den Ort der Handluna vorzustellen — ein Kochraum, dann eine junge Frau mit weißer Schürze und hochgekrempelten Aermeln und auf Tisch und Anrichte das Zubehör des Kuchenbackens. Zunächst bemerkt man nur die Geschäftigkeit besagter Frau. Nach einer Weile aber klinkt es vorsichtig an der Tür, jemand streckt spähend den Kopf herein, man vernimmt ein langgezogenes „Aahhhh! Hmmmmm! Fein!" Dann öffnet sich die Tür ganz und zwei Männer treten ein. In Haltung und Mienen spiegel^ sich Unsicherheit wie ausgeprägte Begehrlichkeit. Der eine Mann dürfte etwa dreißig, der andere drei bis vier Jahre alt sein. Beide halten die Hände auf dem Rücken verschränkt und nähern sich dem Küchentisch, wobei sie sich bemühen, einen gänzlich harmlosen Eindruck zu machen. Dermaler spricht: „Das wird aber mal wieder ein Kuchen, den uns Mutti da macht! Sicher ein Koniskuchen — kuck mal, 'ne ganze Schüssel voll Rosinen!" . , Der Sohn erwidert: „Pappa, dibb mir n paar!" Der 23 at e r: „Keine schlechte Idee. Muß mal selbst eine Kostprobe machen. Was sagst du, Mutti? Wir sollen keine essen? Warum denn? Sind doch genug ba. So viele brauchen aar nicht in den Kuchen. Bestimmt, etwas verstehe ich ja nun auch davon. Die sind doch ziemlich billig im Einkauf. Da hast du'n paar, Fritzchen. Wirklich ein preiswertes, aber hochwertiges Volksnahrungsmittel. Wie meinst du? Ach was, ich hör' ja schon auf." Der Sohn: „Dibb mich noch'n paar!" Der Vater: „Wieso denn, Mutti, nur noch diese hier. Da, Fritzchen. Wir wollen nur jeder fünf, oder sagen wir fünfzehn, oder — nicht doch!!! Jetztl hat sie uns die Schüssel weggenommen!" Der Sohn: „Muddi alle Rosinen weddenom- men!" Der Vater: „Sie meint das nicht böse. Weißt du, Mutti will nicht, daß wir uns den Appetit mit Rosinen verderben, wo doch noch so 'ne ganze Menge Mandeln dastehn. Sogar fertig geschält. Da wollen wir gleich mal eine versuchen." Der Sohn: „Ich auch versuchen!" Der Vater: „Halt! Um Gottes willen, Maili! Nimm mir nicht auch noch die Mandeln weg! Du hast gar kein Herz. — Wie bitte? Aber warum sollen wir rausgehn? Wir stören doch nicht im geringsten. Sage mal, im Vertrauen: Was hast du alles in den Teig getan, den du da rührst? — Doch, das geht mich wohl etwas an. Maili, gestehe es mir ein, ich frage dich auf Ehre und Gewissen — schmeckt der Teig süß? Dann brauchst du dir nämlich die viele Arbeit mit dem Rühren nicht zu machen. Du kannst uns beiden unfern Anteil gleich herausgeben. Tue es auf Teller. Wir wollen unfern Teig mit dem Löffel essen--" Der Sohn: „Au ja, Pappa!" Hier endet die erste Szene unseres so lehrreichen Schauspiels ganz unvermittelt. Die beiden Männer, die doch mit den besten Absichten gekommen waren, fliegen nämlich hochkantig aus der Küche. Sehr verwundert und betrübt ziehen sie sich ins Eßzimmer zurück. Hier überlegen sie einerseits, was sie denn falsch gemacht haben konnten, daß man ihnen mit so wenig Wohlwollen begegnet, und andererseits, wie gut es ist, daß sie eine Mutti haben, die so herrliche Kuchen bäckt. . Lob und Preis gebührt den Frauen, die nach unjerm Magen schauen und aus heißen Ofenrohren Schätze zaubern zum Verzehren! Wohlbeleibt, das bist du dann, wenn die Gattin backen kann!! Sei es Kuchen oder Torte, futtre dankbar jede Sorte, fürchte dich vor keiner Stauung: Essen fordert die Verdauung! Aber in der Küche ^nuß inzwischen die Kirschtorte lange aus dem Ofen fein, ja, wahrscheinlich bräunt auch der Königskuchen schon seiner Vollendung entgegen! Wenn man nur hinein könnte! Doch in dieser Not kommt den beiden Männern die rettende Idee: Wir sagen, wir wollen ihr helfen und den Abendttsch decken? Da kann sie uns nicht wegschicken! Sie nähern sich also wieder dem verbotenen Paradies, öffnen scheu die Küchentür und finden, daß es jetzt noch viel aufregender riecht als I vorhin. Der Vater erklärt: „Nicht rauswerfen, bitte erst anhören! Wir find in gänzlich uneigennütziger Absicht gekommen. Wir wollen dich entlasten, Maili, und den Abendtisch decken." Der Sohn: „Wir beide woll'n ’n Tisch decken!" Der Vater: „Siehst du, das erlaubt sie uns. Wollen wir gleich mal die Teller rausholen. Uebri- gens, Maili, wo hast du eigenttich den Kirschkuchen hingestellt? Der muß doch längst aus dem Ofen sein. Wo wir dir jetzt die ganze Arbeit abnehmen, konntest du ruhig so anständig sein und uns mal ’n Happen zu kosten geben. Ueberhaupt, wenn du mir das rechtzeitig gesagt hättest! Kirschen eß ich nämlich furchtbar gerne roh. Wie bitte? Wir gehn ja schon rüber. Ich kann doch nicht hexen. Ich muß doch die Teller erst aus dem Schrank nehmen. Warum hast du eigentlich den Schlüssel von der Speisekammer abgezogen? Ist sie da etwa drin? Ich finde das direkt beleidigend, daß du alles vor mir abschließt. Als ob ich an die Kirschtorte ginge. Da habe ich doch auch meinen Stolz. Außerdem machte meine Mutter immer noch Streuseln zwischen die Kirschen." Nach diesen Worten begeben sich die Männer nebst Teller ins Eßzimmer. Bei ihrer Rückkehr werden sie schier geblendet vom Anblick des frischen Königskuchens. Der S o hn: „Muddi, ich hab'n ganz dollen Hunger! Danz doll!!" Der Vater: „Maili — um ein ernstes Wort zu sprechen: Ich bin jetzt fünf Jahre mit dir verheiratet. Ich war ein vorbildlicher Gatte, ich habe dir einen Sohn geboren und habe dich immer geliebt. Ja, ich will dir noch mehr sagen: Ich habe nie eine andere Frau als dich geliebt! Gib mir jetzt ein Stück Kuchen! Was sagst du? Der fällt zusammen, wenn man ihn anschneidet? Ach was! Der wird schon nicht fallen. — Nein, der bekommt mir sogar prima. Ich kriege von frischem Kuchen bestimmt keine Leibschmerzen. Und wenn, dann macht das auch nichts. Den Kuchen kann ich gleich essen, die Magenschmerzen kriege ich doch erst später!" Und zum Schluß, welch Hochgenuß, gibt's ’nen Schokoladenguß! Der Sohn: „Jetzt wird die Schokolade gerührt. Ich hab fo’n dollen Hunger." Der Vater: „Nein, Maili, es muß etwas geschehen. — Warum ich das Messer immerzu wetze? Mein Gott, ich soll doch den Tisch decken. Da muß ich doch ein Messer aus dem Kasten nehmen. Maili, mich bedrückt eine schwere Sorge, und ich will sie dir anvertrauen: Es ist Sommer, es ist heiß — ich fürchte, der Kuchen hält sich nicht bis morgen. Ja, wer weiß — der kann schon, ehe cs dunkel wird, ! verdorben sein. Bestimmt, du. Ich habe mal einen Kuchen gesehen, der fing schon nach einer knappen Stunde an, schimmlig zu werden, weil ihn die Leute nicht gegessen haben. Das Messer ist jetzt scharst Höre mich an: Ehe er nutzlos verdirbt, will ich deni Kuchen lieber auf der Stelle notschlachten!" Hier erfolgt der zweite, noch heftigere Hinauswurf aus der Küche. Verdutzt stehen die beiden Männer im Korridor. „Muddi böse!" bemerkt der Sohn nachdenklich. Ader sie bekommen doch noch zwei Stück Kirschkuchen durch einen Türspalt hinaus» gereicht. Dann gehen sie einträchtig aus dem Haus, um zur Versöhnung Einkäufe zu'machen. Sie erstehen für teures Geld und für sich selbst einen Liter Bier und eine Stange Lakritze. Ferner für Mutti: Einen Blumenstrauß, zwei Pfund Mehst zwei Pfund Erdbeeren, ein Pfund Zucker, ein hals bes Pfund Margarine sowie eine interessante Bro» schüre mit dem Titel „Allerlei neue Rezepte für Obstkuchen" ... Hans Joachim Müller. Die diebische Elster. Daß die Elster ihren schlechten Nus nicht ohne Grund hat, mußte, wie aus Budapest berichtet wird, ein reicher ungarischer Herr erfahren, der in einem alten Schloß in der Provinz lebt. Schon seit längerer Zeit bemerkte er mit wachsender Sorge, wie Juwelen von hohem Wert, die zu seiner bedeutenden Sammlung gehörten, auf geheimnisvolle Weiss verschwanden. Die Dienerschaft war nicht zu verdächtigen, da ihre Treue in jahrzehntelangem ^Dienst erprobt war. Ein Fremder war nicht in das Schloß gekommen, und die Schlösser trugen auch keinerlei Anzeichen, daß jemand sich gewaltsam Zutritt verschafft hätte. Als alle Nachforschungen vergeblich waren, wandte sich der reiche Herr an die Polizei in Budapest, und diese sandte ihm zwei ihrer geschicktesten Detektive. Als diese angetommen waren und sich umgesehen hatten, dauerte es kaum zwei Stunden, bis sie den Schuldigen entdeckt und verhaftet hatten, dann steckten sie ihn — in einen Bauer, obwohl er sich das durchaus nicht gefallen lassen wollte und furchtbar schrie. Damit war bie Sache aufaetlärt. Der Schloßbesitzer hatte mit Liebe und Sorgfalt eine Elster aufgezogen und ihr auch beigebracht, wie ein Papagei zu sprechen, aber trotz aller Erziehung verleugnete der Vogel seine wahre Natur nicht und fand einen Weg, sich in den Besitz der in den Glaskästen so sorgsam gehüteten Juwelen zu setzen, indem er die Augenblicke auszunutzen wußte, in denen die Diener die Reinigung vornahq men. Dann hatte die Elster die gestohlenen Gegen-, stände hinter der Badewanne eines Gastzimmers versteckt. Die diebische Elster muß für ihre unoer« besserliche Natur jetzt hinter den Stäben eines Vo, gelkäsiges büßen. B, Kinderwagen bei den v- und Eilzügen ausgeschlossen und nur bei Personenzügen zulässig ist, mit Ausnahme derjenigen, die im Fahrplan mit den Buchstaben „o. G." („ohne Gepäck- und Fahrradbeförderung") oder „b. G." („mit beschränkter Gepäck- und Fahrradbeförderung") gekennzeichnet sind Um auch in D= und Eilzügen die Bequemlichkeit der mit kleinen Kindern reisenden Mütter zu steigern, ist in diesen Zügen in einem Wagen der dritten Wagenklasse möglichst in der Nähe des Dienstabteils und Gepäckwagens ein Nichtraucherabteil freizuhalten, damit die Mutter mit dem Kind bei Aufgabe des Kinderwagens am Gepäckwagen möglichst schnell das Sonderabteil erreichen kann. Die gleiche Regelung gilt für andere weibliche Personen, die an Stelle der Mutter mit einem kleinen Kinde reisen. Das Sonderabteil wird durch deutliche Anschrift „Vorzugsweise für Mütter mit kleinen Kindern" kenntlich gemacht. Andere Reisende werden in diese Abteile nur zu- gelassen, wenn Mütter mit kleinen Kindern das Abteil nicht beanspruchen. Gießener wochenmarktprelse. * Gießen, 29. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Güteklasse I A 12^, B 12, Wirsing, Vi kg 15 bis 20, Weißkraut 15 dis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüden, das Bündel 10, Spinat 16, Römischkohl 15 dis 20, Bohnen, grün, 25 bis 30, Spargel 43 bis 48, Erbsen 25 bis 30, Tomaten, 35 bis 40 und 70, Zwiebeln, 15 bis 16, das Bündel 10 bis 15, Rhabarber, kg 14 bis 15, Pilze 50, Kartoffeln, neue, Vi kg 13 bis 14 Pf„ alte, Yi kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Pfirsiche, Vt kg 45 Pf., Himbeeren 40 dis 45, Kirschen 35 bis 50, Stachelbeeren 15 bis 28, Johannisbeeren 35, Erdbeeren IA 49 bis 60, A 42 bis 50, B 35 bis 44, C 30 Pf., alte Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60 Pf., Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 50, Oberkohlrabi 5 dis 10, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 15 Pf. ** Mutmaßlich an den Folgen eines Unfalles gestorben. Dor einiger Zeit — wir berichteten darüber — stürzte der Dachdecker Albert Bie rau, Löberstraße 10, bei seiner Arbeit an einem Hause aus dem vierten Stockwerk ab. Damals kam er sichtlich ohne ernstere Verletzungen davon, denn er konnte nach zehn Tagen wieder aus der Klinik entlassen werden. Nunmehr verstarb plötzlich der bereits etwa 60 Jahre alte Mann an einem Gehirnschlag. Da er in letzter Zeit [ öfter unter Kopfschmerzen litt, liegt die Vermutung I nahe, daß es sich bei Dem plötzlichen Tod um eine I Folge des damaligen Unfalles handelte. Volksschule Gießen-Klein-Lmden acht Tage am Rhein. Am vergangenen Montag gingen etwa 40 Km- Der der Volksschule des Vororts Gießen-Klein- Linden mit zwei Lehrern und einer Lehrerin auf frohe Fahrt an den deutschen Rhein. In Bindfaden regnete es, und der Himittel zeigte sich grau in grau. Unter diesem Zeichen wurde die Eisenbahnfahrt durch das herriilye Lahntal angetreten. Bootsfahrt auf Rhein und Mosel. Schon in Koblenz änderte sich das Wetter, so daß es möglich war, in einem Rund gang die Schönheiten des herrlichen Fleckens deutscher Erde aufnehmen zu können. Eine Bootsfahrt auf Rhein und Mosel war für alle Kinder ein noch nie gekanntes Erlebnis. In froher Cisenbahnfahrt, gemeinsam mit einer Jugendgruppe aus Hamburg, fuhr man gegen Abend in Kamp, dem Standquartier der nächsten Tage ein. Gastfreundliche Aufnahme. In der bärtigen Jugendherberge, unmittelbar am Ufer des Rheins gelegen, warteten ein freundlicher Herbergsvater und eine gastfreundliche Herbergsmutter mit einem kräftigen Nachtessen auf. Eine Gruppe Engländer und Engländerinnen waren ebenfalls Gäste der Herberge, und bald fand ein reger Gedankenaustausch zwischen Ausländern und deutschen Kindern statt. Noch zweimal sollten sich die Wege beider Gruppen kreuzen. Früher als daheim und doch froh darüber, daß man am vorläufigen Endziel an gelangt war, ging man schlafen. Erlebnisreicher Tagesablauf. „Aufftchen und Antreten zum Frühsport!" so lautet nun jeden Morgen der erste Gruß, und wenige Minuten später ist alles in Turnkleidern zum Lauf, zur Körperschulung und zur Fahnenhissung im Hof der Herberge angetreten. Ein Lied, der Wochenspruch — und die Morgenfeier ist be- endet. Dann werden in Gemeinschaft die Betten gebaut, Stuben gefegt und Flure gesäubert. Emer hilft dem andern, jeder ist bereit, die Verantwortung mit zu übernehmen, daß alles in Ordnung ist, daß die Herberge so aussehen soll, wie sie am Ankunftstage angetroffen wurde. Eines der Hauptziele des Schullandheimaufenthaltes im nämlich die E r - ziehung zur Gemeinschaft, die erreicht werden soll und auch erreicht werden kann. Gutes Essen... Das Essen ist gut und auch sehr reichlich, und kaum können die aufgetragenen Mengen selbst von den „Sportessern" bewältigt werden. Die Herbergsmutter kann auf dem Gebiet der Speiseversorgung so leicht nicht „in Verlegenheit" gebracht werden. Jeder Tag bringt neue Eindrücke. Es werden kleinere und arößere Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung gemacht, dabei Land und Leute kennengelernt und der Weinbauer bei seiner Arbeit besucht. Den Höhepunkt des Schüllandheimaufent- haltes bildet ein Tagesausflug mit dem Schiff nach Rüdesheim und dem Niederwalddenkmal durch die Felsenstrecke des Rheins. Der Ausflug wurde am Mittwoch durchgeführt. Die Kinder sahen die weltbekannten Wein- orte mit den Zeugen der Vergangenheit deutscher Geschichte, den sagenumwobenen Burgruinen, und waren des Staunens und der Bewunderung voll über das Geschaute. ... und körperliche Ertüchtigung. Der körperlichen Ertüchtigung dient neben der morgendlichen Gymnastik ein fast tägliches Bad in dem erst vor zwei Wochen ein gemeinten wunderbaren Schwimmbad der Gemeinde Kamp, das selbst bei kühlerer Witterung besucht werden kann, da das Wasser für das Bad vorgewärmt wird. Nur zu rasch verfliegen die schönen Stunden und Tage, denn jeder Tag bringt etwas Neues. Die Kinder kommen aus dem Staunen kaum heraus, zumal sich auch die rheinische Landschaft infolge des herrlichen sommerlichen Wetters nur von der besten Seite zeigt. Wenn der Abend kommt, wird das Erlebte und Erschaute kurz zusammengefaßt und in ein Büchlein eingetragen, und dankerfüllt begibt sich alles zur Ruhe. Wie schön, daß wir mitfahren durften! Gar manches Kind spricht auch offen seinen Eltern, die ihm die schöne Fahrt ermöglicht haben, den Dank aus, der sich äußert in Worten: „Was bin ich so froh, daß mich mein Vater und meine Mutter haben mitfahren lassen!" Die Kinder haben ein schönes Stück unseres herrlichen Vaterlandes kennen und lieben gelernt, haben aber auch gelernt, sich einzufügen in die Gemeinschaft, ohne die ja eine Fahrt unmöglich ist. Kuliurschöpferisches deutsches Handwerk. ($in Lichtbilder-Dortragsabend. Die Deutsche Arbeitsfront und die Kreishandwerkerfchaft hatten für den gestrigen Mittwochabend zu einem Lichtbildervor- tragsabenb in das „Hotel Hindenburg" eingeladen, der allen Zuhörerinnen und Zuhörern reichen Gewinn brachte. Kreisfachgruppenwalter Stein hieß die zahlreichen Teilnehmer herzlich willkommen und begrüßte insbesondere die Rednerin des AbeNds, Frau Christoph. Die Rednerin, die ihren Vortrag unter das Thema „Nordische Ueberlieferung und neue deutsche H e im g e sta l tu n g" stellte, führte die Zuhörer weit zurück in die Geschichte unseres Volkes und unserer Rasse und ließ die Grundzüge erkennen, aus der die Haltung unserer Art erwuchs und als Erbe noch in uns lebt. Sie schilderte dann die Gegenwart als eine Zeit der Lebensverinner- lichung, in der man sich wieder lebhaft der Art und des Wesens unferer Vorfahren entsinne und neue Beziehung gewinne zu den Sinngebungen unseres Lebens, wie sie vom germanischen Wesen her verstanden sein wollen. Sm Geiste dieser Lebensver- innertichung gewinne, so führte die Rednerin weiter aus, die Familie, als kleinste Zelle im Staate, eine neue Wertung und die Wohnung der Familie werde wieder so gestaltet, wie es der unserer geistigen Haltung entspreche. Die Wohnung müsse auch wieder mehr als bisher das Spiegelbild unserer gei- ftigen Haltung werden. Der Hausrat solle Träger und äußerer Ausdruck unserer Gesinnung sein. Der Weg dazu gehe über das Handwerk! Das Handwerk sei berufen zur Mitarbeit an der Schaffung einer gesunden Volkskultur. Das fetzte allerdings voraus, daß auch der Handwerker Haltung beweise und sein Werk wahrhaftig sei. Ein Werk edlen Gehaltes sei nur möglich aus der entsprechenden Geisteshaltung heraus. Dabei müsse sich jedermann darüber klar sein, daß es auf die Neu- schöpsung guten Hausrats ankomme, nicht etwa auf eine Nachahmung der Vorbilder. Am Alten solle lediglich der Blick geschult werden. Es solle wieder der Schönheitswert aus dem harmonischen Maßstäblichen heraus entwickelt werden. Es sei not» wendig, daß der Sinn für den Schmuck und der Sinn für die Verwendung des Sinnbildes wieder geweckt werde. Alles Schematische sei hier abxu« lehnen. Die Jugend erfahre gegenwärtig schon die! Revolution des Herzens, sie erfahre, wie es möglich fei, das Heim unserer neuen Lebensart entsprechend zu gestalten. Die Jugend sehe in der Einrichtung ihrer HJ.-Heime, wie ein Heim im Geiste unserer Zeit und in der Ehrfurcht vor der angestammten Art unserer Vorfahren gestaltet werden könne. Sicherlich werde diese Jugend darauf bringen, später solcherart zu wohnen und damit der deutschen Dolkskultur den Weg bereiten helfen. Unsere neue Wohnkultur solle bestimmt sein vom Urkult der Ahnen her. In ihren weiteren Darlegungen und an Hand zahlreicher herrlicher Lichtbilder vermittelte die Rednerin einen starken Eindruck von gutem alten Hausrat, der — schon Jahrhunderte und Jahrtausende alt — uns heute noch Beispiel der Zweckmäßigkeit, wie auch im Hinblick auf feine Schönheit sein kann. In Gegenüberstellungen ließ die Rednerin erkennen, in welcher Form und in welcher Richtung sich handwerkliches Kulturschaffen in der Gegenwart bewegen kann, wie es möglich sei, dem Hausrat eine persönliche Note zu geben, zu beseeltem Hausrat zu gelangen und wie gerade die Umgebung zu Hause so gestaltet werden könne, daß sis ein gesundes Gegengewicht gegen die Technisierung darstelle, der sich unser Alltag kaum entziehen kann und auch nicht entziehen solle. Der Dorttag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Kreisfachgruppenwatter Stein dankte im Namen der Versammlung der Vortragenden und empfahl den Handwerkern und Handwerkerinnen, sich ihrer kulturellen Sendung stets bewußt zu fern und entsprechend zu handeln. Bann 116 rüstet zur Hessen-Nassau-Fahrt. Fahrlgruppenführerbesprechungen. Am 5. Juli 1939 findet für den Kreis Friedberg in der ehemaligen Dienststelle in B a d° Nauheim die Fahrtgruppenführerbesprechung statt. Es haben daran u. a. teilzunehmen: Stamms., Jungstammf., Geft., Flf., Fahrtabteilungsführer und Fahrtgruppenführer. Beginn: 20.15 Uhr. Am 6. Juli 1939 findet die gleiche Besprechung für den Kreis Gießen in dem Heim der Ma- rine-HJ. in Gießen, Roonsttaße, statt. Die Teilnehmer sind dieselben wie für den Kreis Friedberg. Beginn: 20 Uhr. Teilnehmerappelle des Bannes. Die Teilnehmerapvelle der Fahrtgruppen des Bannes werden durch nachstehend mrfgefuhrte Füh- rer am 1. und 2. Juli durchgeführt. Stamm I: Oberstaf. Dr. Schneider, Gießen; Stamm II: Stas. Nickel, Gießen; Stamm III: Ober- scharf. Klein, Lich; Stamm IV: Oberstaf. Dr. Schneider. Gießen; Stamm V: Gefs. Krechberger, Gießen; Stamm VI: Geft. Weisel, Gambach; Stamm VII: Geft. Wieland, Friedberg; Stamm VIII: Geft. Köhler, Rodheim v.d. H; <5tanrm IX: Geft. Köhler, Rodheim v.d.H. Teilnehmerappelle des Jungbannes. Termine für die Fahrtteilnehmerappelle durch den Jungbannführer: Samstag, 1.Juli: 14.30 Uhr Fähnlein 19 in Wieseck; 15.15 Uhr Fhl. 23 in Staufenberg; 16 Uhr Fhl. 22 in Allendorf a.d.Lda.; 16.45 Uhr Fhl. 24 in Geilshausen; 17.30 Uhr Fhl. 21 in Grimberg; 18.15 Uhr Fhl. 16 in Reiskirchen; 19 Uhr Fhl. 18 in Großen-Buseck. Montag, 3.Juli: 16 Uhr Fhl. 8 in Watzenborn-Steinberg; 16.45 Uhr Fhl. 10 in Holzheim; 17.30 Uhr Fhl. 9 in Großen-Linden; 18.15 Uhr Fhl. 7 m Klein-Linden; 19 Uhr Fhl. 6 in Heuchelheim. Dienstag, 4. IM: 16 Uhr Fhl. 26 in Butz« bad); 16.45 Uhr Fhl. 29 in Ni oder-Weisel; 17.30 Uhr Fhl. 28 in Rockenberg; 18.15 Uhr Fhl. 27 in Münzenberg; 19 Uhr Fhl. 37 in Wölfersheim. Rundfunkprogramm Freitag, 30.3utü: 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6t Morgenspruch — Nachrichten. Gymnastik. 6.30t Frühkonzert. Es spielt das Mllsikkorps des Flak» Regts. 11. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit berrt Kind: „Zwergenfest". 8.40: Froher Klang zur Werk pause. Es spielt das Hermann-Hagesteot-Orchester. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Was Reisende nicht wissen. 10.30: Ein Volk hinter Motoren. Eine Sendung ntit Berichten über die Motorisierung Deutschlands. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mrttggskonzeri. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das gibt's halt nur in Wien! (Industrie- Schallplatten). 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.10: „Pilze und Schwämme", Plauderei von Friedrich Schnack. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: In froher Runde — dreiviertel Stunde. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der GROSSGARAGE ■Qltei Werten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Vallendar atmete tief. Gott sei Dank, daß heute Margtt kam! Da würden die dummen Gedanken vergehen. Sie würden über den neuen Film reden. Wie war denn das nur? Da sollte noch Verschiedenes besprochen werden. Die Gedanken gehorchten ihm nicht; sie freisten um das Erlebnis Ecke Kurfürstendamm und Joachimsthaler Straße ... „Vorsicht, Doktor! Der Wagen hätte sie beinah überfahren!" Der Arzt schrak zusammen. Er lächette in sich hinein. „Ja, danke!" antwortete er zeiftreut. Man merkte, er horchte in den Tunnel hinab. Vallendar schwieg wieder. Jetzt schoß ein Wagen aus der Ausfahrt hoch. Der Fahrer winkte durchs offene Fenster. „Tag, Herr Vallendar!" „Tag, Herr Neumann!" Richtig: Neumann, der seine abendliche Rundfahrt durch Berlin machte, die Zigarre im Munde und mit einem unternehmungslustigen Gesicht. Jetzt bog der Wagen, den die Wäscher „Gemüse- Fraft7' getauft hatten, um die Ecke. Es wurde still. Und dann hörte man leichte Schritte. Römer ging an Vallendar vorbei auf den Tunnel )u. Und gleich darauf tauchte Charly auf. Sie trug ein knappsitzendes Kostüm und an den kleinen, schmalen Füßen Schlangenschuhe mit flachen Absätzen; ihre hauchdünnen Strümpfe zeigten die Schönheit ihrer Beine. „Charly!" Römer streckte ihr beide Hände entgegen. „Ich war schon in Sorge um Sie. Sie fernen so spät!" Ihre Augen suchten die feinigen. Dann schüttelte sie den Kopf, und die Locken flogen um ihr Gesicht. Es mar nicht mehr blaß, aber hinter ihren Augen stand etwas Fremdes, Erschrecktes. Sie schloß die Lippen so fest, als wolle sie sich selbst am Reden hindern. „Darf ich vorstellen? Herr Vallendar — Fräulein Charly Sandner." Sie nickte leicht. Ein Zucken lief um ihre Mundwinkel. Kein Zweifel: Sie erinnerte sich an ihre Begegnung. Aber ihr Gesichtsausdruck war abweisend. Vallendar konnte die Frage nicht zurückhalten: „Was war es denn, Fräulein, daß Sie an der Ecke Joachimsthaler //Kurfürstendamm so außer Fassung brachte? Ich vielleicht?" Er lachte übermütig. „Das ist mir noch nie widerfahren, daß sich ein junges Mädchen über meinen Anblick so ent- etzt!" Ihre Augenbrauen hoben sich. „Beruhigen Sie ich nur!. Ich habe Sie kaum bemerkt. Ihretwegen vürde ich bestimmt nicht erschrecken..Sie wandte ich an Römer: „Doktor — wollen Sie mich nach Hause bringen? Ich habe--ich möchte-- ich muß Ihnen unbedingt was erzählen!" Sie vermied es, Vallendar anzusehen. Sie schenkt mir fein Vertrauen! dachte der und bedauerte sich selbst. „Gern, Charly! Ich kann dabei nochmals nach Frau Preetz sehen." „O, es geht ihr ausgezeichnet. Sie glauben gar nicht wie sie sich auf das Kind freut!" — „Ja, das tut sie. Preetz ist doch fortgefahren. Er macht sich so viel Hoffnungen wegen des Telegramms." Vallendar fühlte sich ausgeschlossen. Die beiden sprachen von Dingen, die er nicht kannte. Es bestand eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen die die Nähe eines Dritten nicht zuließ. Obwohl er doch in ein Geheimnis hineingesehen hatte — deutlicher vielleicht als Römer selbst... „Aus Wiedersehen, gnädiges Fräulein!" Er streckte die Hand aus. Sie mußte ihn ansehen. Er fühlte den fünften Druck ihrer Hand und war entzückt. Sie hatte eine schmale Hand. In dem leichten Druck war etwas, das ihm wohltat. Diese Hand erschien ihm so zuverlässig, so schutzsuchend und so eigenwillig zugleich. ,Zch würde mich freuen, Sie wiederzusehen!" Der Satz hatte sich nicht unterdrücken lassen. Goldbraune Augen hatte sie. Ganz goldbraune Augen. Und ihre Wimpern waren wie ein feines Netz. „Auf Wiedersehen, Herr Vallendar!" erwiderte sie nun, und es kam ihm vor, als klänge ihre Stimme kühl. Ach, was für ein verrückter Abend! Dieses Heim- kommen und Sichglücklichfühlen ... Nein, jetzt fühlte er sich gar nicht mehr so glücklich. Jetzt nicht mehr. Warum nur? Nun nahm sie Römers Arm, und sie gingen fort. Römer hatte Vallendar herzlich die' Hand gedrückt. „Wir sehen uns nun doch endlich einmal, wie?" Und der Schauspieler versprach es gedankenlos. Die beiden gingen in den Nebel hinein. Irgend etwas steckte dahinter! grübelte Vallendar. Jetzt wird sie es Römer erzählen! Und er wunderte sich. Sonst war es doch nie geschehen, daß er neben der Tafel des Lebens geftanben hatte ... • Huckemann hatte den Wagen beiseite geschoben, der so ungeschickt die Tür zu Vallendars Box versperrt hatte. Wenn jetzt nur keiner kam, um zu tanken! Da drüben stand die „Verleih" Hilde Webers, und Hilde war dabei, die Bücher neu einzupacken; sie hatte schon ein paarmal gewinkt. Wie ein Wiesel lief er noch hinten, „'n Abend, Hilde!" Sie nickte heftig, „'n Abend, Fritz! Willst du helfen?" „Werde keine Zeit haben ..." Vorsichtig spähte er nach allen Seiten. Gar so hell war es nicht in dem langen unterirdischen Gang, in dem all die Wagen wohnten. Plötzlich umfaßte er das Mädchen und drückte ihr einen heißen Kuß auf die kirschroten Lippen, die keiner Schminke bedurften. „Du!" sagte er leise. „Du!" , Sie rührte sich nicht. Sie schloß die Augen. „Das sollst du nicht!" rügte sie, als er sie endlich losließ, und sie versuchte, böse auszusehen. Verschmitzt lachie er ihr ins Gesicht. Ach, wie sollte Hilde es nur machen, um böse auszusehen? Sie konnte versuchen, den Muftd nach unten zu ziehen, daß die Ahnung zweier kleiner Falten von der Stupsnase zu dem Kirschenmund lief, sie konnte mrt den schwarzen Augen blitzen — es blieb doch immer das fröhliche, schalkhafte Gesichtchen seiner Hilde. Aber er wollte ihr den Gefallen tun, als fürchte er ihren Zorn, obwohl er sie am liebsten wieder ganz fest in seine Arme hätte schließen mögen. Er beugte sich vornüber und griff nach ein paar Bü- chern, die sie vor sich zu einem hohen Stapel aufgeh äust hatte. „Ich helfe dir rasch, Hilde. Wie geht es Vater?" Sie hatte schon wieder vergessen, daß sie böstun wollte. „Ach, der dumme Rheumatismus! Ist doch immer so im Herbst. Da kann er die Leihbücherei in der Stadt machen. Ich fahre schon für ihn." Sie schob ein paar Bücher auf die Bretter des Wagens, der eigens für diesen Zweck gebaut war. Fritz seufzte wehleidig. „Daß du immer wegsah- rren mußt, Hilde! Weiß du, daß die Garage neu verpachtet wirb? Wenn ich das machen könnte —!" In ihrem frischen Gesichtchen spielten alle Lichter der Wünsche und Hoffnungen. „Ist denn das so schlimm? Pachten?" „Na ja, man muß doch die Miete im voraus bezahlen — und dann alles übernehmen: die Mietwagen und die Einrichtungen. Nee, Hilde, da kann ich gar nicht dran denken?" Betrübt senkte sie den Kopf. „Vater will es vorläufig nicht. Er sagt, das wäre keine Ehe, wenn ich in der Leihbücherei arbeite und du hier in der Garage. Er meint, ein Mann müsse feine Frau ernähren." „Könnte ich ja, Hilde. Es würbe ja langen. Aber, siehst du, die Einrichtung! Man will doch nett wohnen und sich mal was gönnen, Kino und mal Theater und vielleicht sonntags mal mit dem Garage- wagen hinaus." Er starrte vor sich hin. Man mußte eben warten. Er sah es ein. Hilde sollte in ein nettes Heim hinein — in ein freundliches, schönes Heim. „Und wenn dann die Kinder kommen?" fügte er sachte hinzu. „Na, das märe das wenigste — die kriegen wir schon durch!" verkündete sie energisch. „Vielleicht hab' ich auch mal solch Dusel wie der Preetz. Was? Privatchauffeur bei dem ollen Amerikaner — da wird ’ne Stange Gold abfallen!" „Och, wer weiß? So — jetzt ist auf gepackt! Mor< gen um sechs fahre ich los. Nach Börnicke. Und bann bis Mecklenburg. Glaubst gar nicht, wie sich die Menschen freuen, wenn ich mit der Bücherkarre angebraust komme." Sie klappte die Tür zu. Ihre Augen lockten. „Sonntag, wie? Wannsee, Fritz?" „Woraus du Häuser bauen kannst, Hllde. Da werden wir aber ’nen Wirbel aufs Parkett legen. .♦ Du — ich könnte dich auffreffen vor lauter Liebe!* Sie wehrte sich, als er sie wieder an sich ziehett wollte. „Rede nicht Bruch, Junge! Sei bescheiden! Horst du: Da will einer getankt sein ... Wiedersehen, Fritz!" Lachend lief sie ihm davon. Gott, was für ein Mädel! Fritz seufzte wieder tief. Es war ja nicht einfach. Aber recht hatte sie, wenn sie so standhaft blieb. Bloß eben — leicht war es nicht. Wahrhaftig! Er schob die fahreiÄe Leihbücherei ein wenig nach rückwärts. Dahinten konnte noch ein Wagen stehen« Sollte der Wagen 'rein, den Preetz im Auftrag des Amerikaners gemietet hatte. Nun aber rasch nach oben! Sonst kriegte er von Mühsam eine Zigarre verpaßt, an der er die ganze Nacht rauchen konnte ... Er lief durch den Tunnel« Eine Hupe heulte auf ... Donnerwetter — das war ja Preetz! Preetz mit dem Amerikaner! Gleich würde er einfahren. Mußte ein komischer Onkel fein, der Amerikaner, daß er verlangt hatte, Preetz mün® ihn in Hamburg abholen. Es gab doch den „Flie* genben Hamburger" — der schaffte es doch schnellet als ein Mietwagen! Jetzt kam Preetz die Einfahrt herunter und fuht an ihm vorbei. Der Chauffeur mußte den Fuß auf der Bremse haben, denn die Stopplichter des Wagens leuchteten auf. Richtig, der Wagen hiett! Preetz' Kopf erschien aus dem Fenster. „Warum ist meine Box $u?'z „Sollst in die Sammelgarage, hat Mühsam befohlen. Der Wagen kann genau so gut dort stehen. Fährst ihn ja so wie so immer selber 'raus/ Fritz trabte heran. Er späte in das Wageninnere. „Wo haste denn deinen Amerikaner? Hat er sich dünne- jemacht?" ,^>ab in gleich ins Palasthotel jefähren ... Wo soll ick denn nur hier ’rein. Ick muß mir sputen. Js Fräulein Sandner schon da?" „Dagewesen und fort. Wat willst du denn von ihr?" Den Gang herunter schlenderte Vallendar.^ Er hatte Preetz vorbeifahren sehen. Hatte nicht Romer erzählt, das Fräulein wohne bei Preetz? Sonder' bar: Er konnte den Gedanken an das Mädchen nicht loswerden. Verrückt, aber nicht zu ändern. Also stillte man seine Neugierde, ,/r. Abend Preetz? „’n Abend, Herr Vallendar! Na — wat machen die Pyramiden?" (Fortsetzung folgt.). eines volksschädigenden Vertriebs von Kunsthonig unter der Bezeichnung „reiner Bienenhonig" festzustellen und etwa 25 Einwohner als beteiligt an diesen Betrugsfällen zu ermitteln, hat das Schöffengericht Hanau nach und nach die betreffenden Personen abzuurteilen. Aus den bisherigen Verhandlungen war zu ersehen, daß der Vertrieb von Kunsthonig, der als reiner Binenhonig bezeichnet wurde, hauptsächlich in den Städten Große Ueberraschungen in Wimbledon. Roderich Menzel geschlagen! Der Mittwoch war bei den All-England-Tennis- Meisterschaften in Wimbledon ein Tag der Ueber- raschungen. Es herrschte regnerisches Wetter und das nasse Gras hatte seine Tücken, was einigen Favoriten zum Verhängnis wurde. Im Männer» einzel blieben von den „Gesetzten" der neue Frankreichmeister Don M c N e i l (USA.) und leider auch unser Davispokalspieler Roderich Menzel auf der Strecke. Menzel konnte sich im Kampf gegen den ziemlich unbekannten Amerikaner E. Smith auf dem nassen Platz nur schlecht bewegen und als der Gegner seine Chance erst einmal wahrgenommen hatte, da spielte er auf Biegen und Brechen. Nur einmal gab der Amerikaner seinen Aufschlag ab und wenn er ans Netz ging, gab es jedesmal einen Punkt. Der Reichenberger kam nicht von der Grundlinie weg und verlor schließlich in vier Sätzen mit 1:6, 6:3* 3:6, 5:7. Zu gleicher Zeit ging auf dem „centre-court“ McNeil gegen den jugoslawischen Daoispokalspieler Franz K u k u l j e v i c , der in der vergangenen Woche beim Queens-Clüb-Turnier den 10 Jahre Handball im TV. Lützellinden. Frankfurt a. M., Aschaffenburg, Hanau, Gelnhausen, Friedberg, Fulda und Marburg erfolgte und bei dem Absatz ein Gewinn von 100 Prozent erzielt worden war. In allen Fällen ist auf empfindliche Freiheitsstrafen erkannt worden, da in Berücksichtigung gezogen wurde, daß die Käufer den erworbenen falschen „reinen Bienenhonig" in vielen Fällen zu Heilzwecken benutzen wollten. Briten Austin geschlagen hatte, in drei glatten Sätzen mit 6:4, 7:5, 6:1 ein. Unser Heinrich Henkel, der den Engländer Comery leicht 6:1, 6:2, 6:4 ab» fertigte, ist nun zwar einen starken Mitbewerber los, aber der Linkshänder Kukuljevic ist ein nicht minder gefährlicher Gegner. Außer Henkel ist erfreulicherweise auch Rolf ©opfert noch im Wettbewerb. Er gab, mit Socken über den Schuhen spielend, dem Belgier Jack van den Eynde ohne Satzverlust mit 7:5, 6:4, 6:2 das Nachsehen, wobei der Rot-Weiße mit harten Treibschlägen und Flugbällen seinem Gegner besonders schwer zusetzte. Bei den Frauen gehen die Kämpfe ohne deutsche Beteiligung weiter. Nach Anneliese Ullstein blieben am Mittwoch auch Inge Schumann und Thilds Dietz-Hamel auf der Strecke. Frl. Schumann wehrte sich zwar im zweiten Satz gegn die Engländerin Suzy Noel mit allen Kräften, wehrte auch bei 7:6 gegen sich einen Matchball ab, aber die 3:6-, 8:10-Niä>erlage war nicht zu verhindern. Und Frau Dietz mußte nach einem umkämpften ersten Satz der am Knie bandagierten Französin Sylvia Henrotin einen 7:5-, 6:3-Sieg überlassen. fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Musik aus Dresden. Tanz auf der Tenne. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Bilderbuch der Woche. 22.30 bis 24: Don Leipzig: Tanz und Unterhaltung. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. 4j- Allendorf (Lahn), 29. Juni. Im Briefkasten einer Hoftüre hat sich hier ein Grasmückenpärchen ein Nest gebaut. Glücklicherweise wurde das Vorhaben rechtzeitig bemerkt, und der Hofbesitzer hat den Postboten veranlaßt, die Post für die Familie für die nächste Zeit nicht in den Briefkasten zu werfen, so daß das Grasmückenpärchen ungestört hausen kann. Der Platz, den sich das Vogelpärchen zum Nisten ausgesucht hat, fft um so ungewöhnlicher, als die Eingangstüre täglich un- zähligemal und oftmals auch reichlich unsanft auf und zugemacht wird. Daß sich das Dogelpaar in dem Briefkasten trotzdem sehr zuhause fühlt, geht schon daraus hervor, daß gegenwärtig die junge Brut aus dem Kasten zwitschert und von den Eltern eifrig mit Futter versorgt wird. Die Bewohner des Hauses lassen dem Vogelidyll im Briefkasten allen Schutz angedeihen. ch D a u b r i n g e n , 28. Juni. Aus Anlaß des „Tages des deutschen Liedes" ließ am Sonntag der Gesangverein „S ä n g e r l u st" an verschiedenen freien Plätzen innerhalb des Ortes seine Lieder erschallen und erfüllte damit eine Ehrenpflicht. * Bersrod, 29. Juni. Auf der Reichsautobahn im Bereich unserer Gemarkung ereignete sich gestern ein Unfall in einer Form, in der man ihn gerade auf der Reichsautobahn kaum erwarten sollte. Ein Motorradfahrer der in der Richtung von Alsfeld nach Gießen fuhr, stieß mit einem anderen Motorradfahrer zusammen, der sein Motorrad quer über die Fahrbahn schob. Beide Motorradfahrer wurden leicht verletzt, die Motorräder erheblich beschädigt. kreis Bübingen. © Nidda, 27. Juni. Nachdem man im Herbst 1936 die durch Tageswasser und sonstige Abwässer entstandenen Mißstände in einzelnen niedrig gelegenen Stadtteilen, wie in der Gerbergasse, Kuhgasse bis zum Marktplatz und darüber hinaus bis zur Schloßgasse und Mühlstraße, mangels notrven- oigen Gefälles zur Nidda durch eine Teilkanalisation beseitigt und danach auch die Raun damit versehen hatte, hat man nun auch die Schiller- und Kröten- burgsttaße bis zur Ueberbrückung der Nidda durch Zementröhren mit einem lichten Durchmesser von 50 Zentimeter kanalisiert. Durch Aufnahme des Wassers aus Höfen, von Dachkandeln und fon- sttgen Plätzen wird ein Zustand geschaffen, der trotz wirtschaftlicher Opfer der Sttaßenanlieger schon lange gewünscht wurde, weil dadurch eine rasche Beseitigung alles unerwünschten Wassers gewährleistet wird. In Ermangelung hiesiger Arbeitskräfte konnte diese Kanalisation nur durch Arbeitskräfte aus nahen und teilweise fernen Gemeinden ausgeführt werden, die durch einen Omnibus zur Arbeitsstätte gebracht und nach der Tagesarbeit wieder heimbefördert wurden. Wenn auch der Durchgangsverkehr mit allen möglichen Fahrzeugen, namentlich in den Hauptverkehrszeiten, durch Sperrung einzelner Straßen mitunter beängstigende Formen annahm, so konnte er doch durch Umleitung über die Beundestraße ohne nennenswerte Störungen bewälttgt werden. Nun sind nach Beendigung dieser weiteren Teilkanalisation alle Schranken für den Verkehr beseitigt. Honigschwindler mit Gefängnis bestraft LPD. Hanau, 28. Juni. Nachdem es durch eine Aktion der Hanauer Kriminalpolizei und der Gendarmerie gelungen war, die kleine Landgemeinde Kassel im Kreise Gelnhausen als Ausgangspunkt Der Turnverein Lützellinden bzw. seine rührige Handballabteilung beschließt das Spieljahr 1938/39 mit einem Handballturnier, das aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens aufgezogen worden ist. Wenn eine Mannschaft Grund hat, eine derartige Veranstaltung aufzuziehen, so ist es Lützellinden! Kaurn eine Gemeinschaft hat im Laufe der vielen Jahre so viel geleistet, wie dieser Landverein. Lützellinden war wohl einer der ersten Land vereine, die in einer nicht gerade günstigen Zeit das Handballspiel aufnahmen. Wenn es trotzdem gelang, sich durchzusetzen und aus der untersten Klasse zu den spielstärksten Einheiten aufzurücken, so mag das beweisen, mit welchem Idealismus und mit welchem Einsatz man bei der Sache war. Wo hat man jemals größere Zuschauerzahlen gesehen, wer kann für sich in Anspruch nehmen, daß die ganze Gemeinde hinter ihm steht!? Das ist selten! Bei Lützellinden aber war es der Fall! Heute ist das Interesse leicht zurückgegangen, weil die Mannschaft in der letzten Runde nicht restlos überzeugt hat. Fest steht, daß Lützellinden als alter Handball- pionier viel für den Handball und seine Ausbreitung getan hat. Der gute Klang, den der Name Lützellinden hat, mag nicht zuletzt die Meldungen maßgeblich beeinflußt haben. Eine ganje Reihe von Zusagen ging ein, so daß es sicherlich eine schöne Veranstaltung geben wird. In der Klasse I treffen aufeinander: Hörnsheim, Heuchelheim, Münchholzhausen und der Jubilar selbst. Die Klasse II fft wie folgt besetzt: Dutenhofen, Krofdorf, Lich, Hochelheim, Münchholzhausen II, Atzbach und Katzenfurt. In der Klasse I wird es zu einem spannenden Rennen zwischen den einzelnen Teilnehmern kommen. Hörnsheim hat seine führende Stellung gegen bie in letzter Zeit stark nach vorne gekommenen beiden arideren Vereine zu behaupten. Inwieweit das möglich sein wirb, kommt auf die Umstände an. Fest steht, daß kein Gegner den anderen unterschätzen darf, weil es sonst vermutlich schon zu der Ueberraschuna kommen wird. In der Klaffe II geht der Tv. Hochelheim mit einer gewissen Erfahrung in die Spiele; er hat gerade bei derartigen Turnieren bisher eine ausgezeichnete Figur abgegeben und vor allen Dingen in Holzheim für eine schöne Ueberraschung gesorgt. Sollte es ihm gelingen, auch diesmal wieder die Oberhand zu behalten? Anzunehmen ist es, weil ja alle die Möglichkeit haben, nach vorne'zu kommen. Das Turnier wirb im Punktsystem ab gewickelt. Lehrgangsarbeit im IachamtHanbball. Die Lehrgangsarbeit im Fachamt Handball, die bisher einen ausgezeichneten Verlauf genommen hat, konzentriert sich von nun an in der Haupffache auf den Einsatz der NSRL.-Lehrers Spengler, dem vielfachen Internationalen, der vom 8. bis 12. Juli d. I. in unserem Kreis weilt und die Spieler in Stützpunktlehrgängen in Gießen, Hörnsheim, Wetzlar-Niedergirmes und Katzenfurt schult. Eine besondere Bedeutung kommt dem Einsatz um deswillen zu, weil am 8. die Spitzenspieler des Kreises zusammengezogen sind und weil an diesem Tage die Kreismannschaft ihr endgültiges Aussehen erhalten wirb. Aachisuchfahrt des Sturmes 2/51147 Am Samstagabend unternahm der Sturm 2/M 147 Lang-Göns eine Nachtsuchfahrt, die an die Teilnehmer hohe Anforderungen stellte. Die zurückzulegende Strecke betrug 120 Kilometer und war so gelegt, daß sowohl gute Straßen, wie auch Waldwege und schlechte Feldwege zu passieren waren. An der Fahrt waren 30 Fahrzeuge beteiligt. Als bester Fahrer erwies sich NSKK.-Rottenführer Willy Bergt. Goldenes Turnerjubiläum Paul Schülers. Paul Schüler! Unter den Turnern unseres NSRL.» Kreises Gießen bei alt und jung ein Name von gutem Klang! Jahrzehntelang hat der einfache Mann, den Ehrengauoberturnwart Wilhelm Will als einen seiner treuesten und tüchtigsten Mitarbeiter bezeichnete, in der turnerischen Führung unseres Heimatgebietes mit sicherem Können und reicher Erfahrung äußerst segensreich gewirkt, und noch heute sehen wir den jugendlichen Alten bei -jeder turnerischen Veranstaltung unseres NSRL.-Kreffes Gießen helfend und wertend an der Seite der jüngeren Kräfte, die nach ihm die technische Leitung des Turnens übernommen haben. Wenn Paul Schüler in diesen Tagen das goldene Jubiläum als ausübender Turner begehen kann, werden sich viele seiner alten und jungen Freunde seiner in Dankbarkeit gern und froh erinnern. Im Juli 1889 trat Paul Schüler als Zögling in den Turnverein 1847 Wetzlar ein, wo er durch die ausgezeichnete Turnschule unseres späteren Gau- oberturnwarts Wilhelm Will ging. 1891 steht der strebsame Juaendturner bereits in der Dorturnerschaft feines Vereins, 1892 vertraut man ihm das Amt des Zeugwarts an. Auf den Gau- und Bezirksfesten des alten Heffengaues der DT. holte er sich manchen Eichenkranz. Ein Vierteljahrhundert, von 1902 bis 1927, führte er in feinem Heimatverein im Geiste feines Lehrers und Vorgängers Wilhelm Will das verantwortungsvolle Turnwart» amt. Der Riegenausbildung galt sein besonderes Augenmerk. Vorzügliche Bewertung fanden seine Vereinsriegen bei den Gaufesten und auch bei den Deutschen Turnfesten 1908 in Frank f urt a. M. und 1913 in Leipzig. Heute noch liegt die Leitung der Wetzlarer Altersriege in Paul Schülers bewährten Händen. 1907 wurde Paul Schüler Bezirksturnwart des 2. (Gießener) Bezirks des ehemaligen mittelrheinischen DT.-Gaues Hessen, und er blieb auch nach der Neuordnung von Turnen und Sport im Dritten Reich noch in der turnerischen Führung unseres Heimatgebietes. Als Kreisoberturnwart des neuen Kreises 8 Gießen im NSRL. war er bis 1936 tätig, in welchem Jahre fein Schüler und Freund Karl Reuter (Gießen) die Leitung des Männerturnens in unserem Kreise übernahm. Paul Schüler war jederzeit ein tüchtiger und gewissenhafter Uebungsleiter und erfahrener Kampfrichter, der auch bei größeren turnerischen Veranstaltungen im Reiche wiederholt eingesetzt wurde, so bei den Deutschen Turnfesten in München 1923, Köln 1928 und Stuttgart 1933. Der Jubilar ist heute noch ausübender Turner. Daß er die Kippe am Barren und die freie Felge am Tiefreck noch einwandfrei „hinlegen" kann, will er als Wettkämpfer beim Gaualterstreffen der Hef- fentumer in Heuchelheim am 30. Juli erneut unter Beweis stellen. Auf eine 50jährige reiche turnerische Arbeit kann Paul Schüler jetzt zurückblicken. Es war einsatz- und opferbereite, stets froh gestimmte Arbeit im Dienste unserer Jugend und damit im Dienste von Volk und Vaterland. 3000 aktive Kämpfer in Kassel. NSG. An den 5. (9ruppenmettfämpfen der SA.- Gruppe Hessen in Kassel werden am 1. und 2. Juli insgesamt 3000 SA.-^Führer und -Männer als aktive Wettkämpfer teilnehmen. Hinzu kommen aber noch alle SA.-Führer des ©ruppenbereiches bis zum Sturmführer einschließlich, die an den ©ruppenwett» kämpfen nicht direkt teilnehmen, aber nach Kassel kommandiert sind, so daß am kommenden Samstag und Sonntag das Braunhemd der SA. nicht nur die vielen Wettkampfstätten, sondern darüber hinaus auch das Stadtbild Kassels selbst beherrschen wird. Schon seit Tagen ist der Wettkampfftab der SA.» © nippe Hessen in Kassel an der Arbeit, um die umfangreichen Vorbereitungen, die derartiae Kampf- I tage der SA. erfordern, zu treffen. Hunderte von Bekanntmachung. Bett.: Musterung und Aushebung 1939. Auf Grund des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1936, des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26. 6.1935, der Verordnung über die Musterung und Aushebung vom 17. 4.1937 und der Anordnung über die Erfassung und Musterung für den aktiven Wehrdienst und Reichsarbeitsdienst im Jahre 1939 vom 18. 4.1939 wird hiermit folgendes bekannt gemacht: Die nachstehend aufgeführten Dienstpflichtigen, die in der Stadt Gießen einschließlich der Bororte Klein-Linden und Wieseck wohnen oder sich vorüber- gehend aufhalte«, haben zur Musterung und Aushebung zn erscheinen. A. Zur Musterung. I. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1. September bis 31.Dczem- ber 1919 geboren sind; 2. die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1920; 3. die bei der letzten Musterung wegen „zeitlicher Untauglichleit" zurückgestellten Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1913; 4. die bei der letzten Musterung wegen „zeitlicher llntauglichkeit" oder aus beruflichen, sowie haus- lichen und wirtschaftlichen Gründen zurückgestellten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914, 1915,1916,1917,1918 und diejenigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1.1. bis 31. 8. geboren sind; 5. die wegen „zeitlicher Uutauglichkeit" aus dem Reichsarbeitsdienst entlassenen Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1915 bis einschl. 1918 und diejenigen des Geburtsjahrganges 1919, die in der Zeit vom 1.1. bis 31. 8. geboren sind, die eine Arbeitsdienstzeit unter 3 Monaten abgeleistet haben, foweit nicht ihre endgültige Entlassung aus dem Reichsarbeitsdienst verfügt ist, d. h., daß mit der abgeleisteten Arbeitsdienstzeit unter 3 Monaten die gesetzliche Arbeitsdienstpflicht als erfüllt anerkannt worden ist; 6. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit" bei der Ein- stellung auS der Wehrmacht entlassenen Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914 bis 1917; 7. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit" bei der Einstellung aus der Wehrmacht entlassenen ehemaligen Freiwilligen (jetzt Dienstpflichtigen) der Gebartsjahrgänge 1918, 1919 und 1920; 8. alle ungedienten ehemaligen österreichischen Bundesbürger, sowie Sudetendeutsche und Memel» länder, die durch die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich deuffche Staatsangehörige geworden sind und den Geburtsjahrgängen 1913 bis 1920 angehoren. B. Zur Aushebung. 1. Die Dienstpflichtigen (Ers.Res. I) des Geburtsjahrgangs 1918 und diejenigen des Geburtsjahr- gangs 1919, die in der Zett vom 1.1. bis 31.8. ?eboren sind (Taugliche und bedingt Taugliche); ie Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914 bis 1917, die bei der Aushebung 1938 a) als Nachersatz und b) zur Gestellung zur Aushebung 1939 bestimmt worden sind. Militärische Behörde für die Musterung und Aushebung 1939 ist das Wehrbezirkskommando Gießen, Bahnhofstr. 83. Die Musterung und Aushebung findet für die Stadt Gießen einschließlich der Bororte Klein- Linden nnd Wieseck (Stadtkreis Gießen) vom 7. Juli bis 14. Juli 1939 jeweils von 7% Uhr ab im Restaurant »Lum Burghof", Burggrabe« 9, nach folgendem Plane statt: Es habe« sich somit jeweils um 7^ Uhr zu stellen: I. Zur Musterung: 1. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1. 9. bis 31.12. geboren sind.............am 7. 7. 1939 2. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1920, deren Familiennamen beginnen: von A bis G........am 8. 7. 1939 von H bis O........am 10. 7. 1939 von P bis Z........am 11. 7.1939 3. Tie unter A 3—8 genannten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915 und 1916 am 12. 7. 1939 4. Die unter A 3—8 genannten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1917, 1918 und diejenigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1.1. bis 31. 8. geboren sind.....am 13. 7. 1939 II. Zur Aushebung: Die unter B 1 und 2a und b genannten Dienstpflichtigen ...........am 14. 7. 1939 Zur Musterung und Aushebung sind folgende Papiere mitzubringen: a) Geburtsschein, b) Nachweis über seine Abstammung, soweit sie in seinem oder seiner Angehörigen Besitz sind (Ahnenpaß), c) die Schulzeugnisse und Nachweise über seine Berufsausbildung (Lehrlings- und Gesellenprüfung), d) das Arbeitsbuch; dieses hat der Unternehmer dem Dienstpflichtigen zu diesem Zweck auszuhändigen, e) Ausweise über Zugehörigkeit zur HI. (Marine HI), Fliegereinheiten der HI., zur SA. (Marine SA.), zur SS., zum NSKK., zum NS.-Reiterkorps, zum NS.-Fliegerkorps (NSFK.), _ zum RLB. (Reichsluftschutzbund), zum FWGM. (Freiwillige Wehrfunk»Gruppe Marine), zum DASD. (Deutscher Amateursende- und Empfangsdienst), zur TN. (Technische Nothllfe), zum Deutschen Roten Kreuz, Bereitschaft mz f) den Nachweis über den Besitz des Wehrsportabzeichens und Reichssportabzeichens, g) Freischwimmerzeugnis, Rettungsschwimmerzeugnis, Grundschein, Leistungsschein, Lehrschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG.), h) den Nachweis über fliegerische Betätigung; für Angehörige des fliegerischen Zivilpersonals der Luftwaffe, der Luftverkehrsgesellschaften und der Reichsluftverwaltung die Bescheinigung des Dienststellenleiters über fliegerisch-fachliche Verwendung und Art der Tätigkeit, i) den Führerschein (Kraftfahrzeuge, Motorboote), k) die Bescheinigung über die Kraftfahrzeugausbildung beim NSKK. — Amt für Schulen —, den Reiterschein des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung, 1) den Nachweis über die Ausbildung beim Roten Kreuz, m) den Nachweis über Seefahrtzeiten — Seefahrtbuch —, über den Besuch von Seefahrtschulen, Schiffsingenieurschulen, der Debegfunkschule — Befähigungszeugnisse, n) das Sportseeschifferzeugnis, das Sporthochseeschiffahrtszeugnis, den Führerschein des deutschen Seglerverbandes für Seefahrt oder für ortsnahe Küstenfahrt, den Führerschein des Hochseesportverbandes „Hansa" und das Zeugnis zum „E"- Führer für Seesport ber Marine-HI., o) den Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Wehrpaß, Arbeitspaß ober Arbeitsbienstpaß, Dienstzeitausweise, Pflichtenheft ber Studentenschaft, p) den Nachweis über geleisteten aktiven Dienst tn der Wehrmacht, Landespolizei ober SS.-Ver- fügungstruppe, q) ben Annahmeschein als Freiwilliger ber Wehrmacht, bes Reichsarbeitsbienstes ober der SS.- Versügungstruppe. Jeber Dienstpflichtige/ hat außerbem zwei Lichtbilder in ber Größe 37 x 52 mm vorzulegen, auf benen er in bürgerlicher Kleidung, ohne Kopfbebeckung von vorne gesehen, abgebilbet ist, soweit er sie nicht bereits bei der Erfassung zur Wehrstammrolle abgegeben hat. Brillenträger und solche, die glaube«, schlecht zu sehen, haben das Brillenrezept, auf dem die Sehstärke vermerkt ist, vorzulegen. Die zur Aushebung kommenden Dienstpflichtigen haben außerdem folgende Papiere vorzulegen: 1. Den Wehrpaß, 2. Nachweis über die seit der Musterung und Aushebung 1938 stattgefundenen Familienstanbsver- änberurtgen (Verheiratung), 3. sonstige Personalpapiere, die bereits bei der Musterung und Aushebung 1938 verlangt, aber erst später erworben wurden (Abstammungspapiere, Führerschein, Sportabzeichen usw.). Zur Musterung und Aushebung hat auch der Dienstpflichtige zu erscheinen, der seine Zurückstellung vom Wehrdienst beantragt hat. Der Antrag auf Zurückstellung ist vor der Musterung und Aushebung bei der Polizeidirektion Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 1, einzureichen. Den Anträgen ist das erforderliche Beweismaterial bei^u- fügen; bei Anträgen aus beruflichen Gründen eine Bescheinigung der Ausbildungsstelle oder Lehranstalt. Der Antrag kann von dem Dienstpflichtigen, seiner Ehefrau oder seinen Verwandten ersten Grabes gestellt werben. Treten Grünbe für bie Zurückstellung erst nach ber Musterung unb Aushebung ein, so kann ber Antrag nachträglich bei ber Polizeibirektion gestellt werben. Ein Dienstpflichtiger, ber durch Krankheit an der Gestellung zur Musterung und Aushebung verhindert ist, hat hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. , Die Polizeidirektion kann völlig Wehruntaugliche auf Grund eines amtsärztlichen Zeugnisses von der Gestellung befreien. Jeder Dienstpflichtige hat gewaschen, mit geschnittenem Haar und sauberer Wäsche zur Musterung unb Aushebung zu erscheinen. Sport- ober Babehose, Turn- ober sonstige leichte Schuhe finb mitzubringen. Vor und bis zum Abschluß der Musterung und Aushebung ist der Genuß von alkoholischen Getränken verboten. Ein .Anspruch auf Reisekosten und Lohnausfall besteht nicht. Einzelladung zur Musterung und Aushebuug durch die Polizeidirektion erfolgt nicht. Jeder Dienstpflichtige, ber einen seit ber Musterung unb Aushebung 1938 vorgenommenen Wohnungs- unb Wohnsitzwechsel bei ber polizeilichen Melde- behörbe ober beim Wehrbezirkskommando (Wehrmeldeamt) Gießen nicht gemeldet hat, hat dies sofort nachzuholen. Dienstpflichtige, die ihrer Gestellungspflicht nicht ober nicht pünktlich nachkommen, ober den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandeln, werden, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, bis zu RM. 150,— ober mit Haft bestraft. Gegebenenfalls werden sofortige polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen sie ergriffen. Dienstpflichtige, die während ber Musterung und Aushebung gegen bie militärische Zucht unb Ordnung verstoßen unb den Anordnungen des Wehrbezirkskommandeurs zuwiderhandeln, können vom Wehrbezirkskommandeur disziplinarisch bestraft werden. Versuche Dienstpflichtiger zur Vortäuschung von Krankheiten werden nach § 143 des Reichsstrafgesetzbuches bestraft. Gießen, den 26. Juni 1939. 4582D Der Polizeidiretto«. I. B.; Heinackes» Zu- Konradsdorf (Post Stockheim/Hessen), Wetzlar, 28. Juni 1939. Die Einäscherung hat in aller Stille stattgefunden. 4579D Annerod, Büdingen, Columbus Oh io (USA.), den 28. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. Juni 1939. nachmittags 3 Uhr. statt. 4595D 4571 D 03211 4580V Gießen, den 29. Juni 1939. 4590V Wir verlieren in ihm einen fleißigen und gewissenhaften Mitarbeiter und guten Kameraden. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tochter. Schwester. Schwägerin und Tante Für die trauernden Hinterbliebenen: Marianne Künanz, geb. Weberling Ilse Brandau, geb. Weberling Meyers Lexikon mit Atlasband neu, zu verkauf. Daselbst gutes Fernglas. Bit erfragen im Gießen. Anzeig. Der Betriebsführer und die Gefolgschaftsmitglieder der Firma Wilhelm Röhrig Inh. Hermann Röhrig,Dachdeckermeist., Alicenstr.30 Kampfrichtern müssen in ihr Aufgabengebiet eingewiesen werden, um dann am Kampftage selbst die Gewähr dafür bieten zu können, daß die Durchführung der Kämpfe und die Betreuung der Kämpfer ohne Zwischenfall vor sich geht. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI MetzP SwM an SSV AM« Leistungen aufgerückt und welche Leistungen in der Sportarbeit der nächsten Zeit zu erwarten sind. Bei den Kämpfen werden gute Leistungen in kurzen Strecken zu erwarten sein, obwohl die Zeit von 10,5 Sekunden der vorjährigen Deutschen Jugendmeisterschaft in diesem Jahr kaum erreicht werden wird. Immerhin wird das Gebiet Hessen-Nassau aber vier bis fünf Kameraden herausbringen, tue mit Sicherheit die 100 Meter mit 11 Sekunden durchlaufen. Ausgezeichnete Ergebnisse werden das Stabhochspringen und der Dreisprung bringen. Im Dreisprung wurde in diesem Jahr schon die Weite von 14,7 Meter erreicht und im Stabhochsprung sind 3,60 Meter bereits einige Male übersprungen worden. Beide Ergebnisse sind noch sehr verbesserungsfähig. Bei den Bannsportfesten wurden mehrere Jungen ermittelt, die im Hochsprung 1,75 Meter sicher bewältigten und im Weitsprung das beachtliche Ergebnis von 6,80 Meter erzielten. Die Stärken des Gebietes Hessen-Nassau sind weiterhin die Mehrkämpfe, auf die besonders starkes Gewicht gelegt wird. Die allgemeinen weiteren Aussichten können schon heute als gut bezeichnet werden. Die Spitzenkönnerschulung der Reichsjugendführung beginnt jetzt ihre Früchte zu tragen. Ob Hessen-Nassau allerdings in diesem Jahr wieder die Deutsche Jugendmeisterschaft in der 4X100-Meter-Staffel erringt, die es im vorherigen Jahre in Frankfurt a. M. in einem dramatischen Endlauf gewinnen konnte, ist ungewiß, da die besten Kurzstreckler inzwischey wegen Erreichen des vorgeschriebenen Alters aus dem Jugendsport ausgeschieden sind. Aus dem Lager der Sportkegler! Der Kegelfportoerein „Kegelkranz Vorwärts Wieseck" bereitet gegenwärtig sein 35. Stiftungsfest am 1. und 2. Juli 1939 in Gießen-Wieseck vor, das mit Mannschafts- und Einzelpreiskegeln verbunden fein wird. Es werden auf zwei Scherenbahnen Ehrenpreise ausgekegelt. Eine stattliche An- Die Plakette für die 5. Gruppenwettkämpfe der SA.-Gruppe Hessen, die am 1. und 2. Juli in Kassel zur Durchführung kommen. Das Gebietssportfest in Frankfurt. NSG. Am Samstag und Sonntag finden in Frankfurt a. M. die Endkämpfe um die Gebietsmeisterschaften der HI. statt. Sie werden einen Ueberblick geben, wieweit der Nachwuchs in seinen Auch am R e n t e n m a r k t lag weiteres Angebot, besonders in Pfandbriefen, vor, die Kurse blieben jedoch gehalten. Diese Verkäufe werden im wesentlichen mit Tauschoperationen gegen die neue 4,5prozentige IG. Farben-Anleihe in Zusammenhang gebracht, deren Zeichnung sehr befriedige, Steüergutscheine I im Verkehr von Bank zu Bank lebhaft mit 103,05 bis 103,25 (103,13) nach vor- Statt jeder besonderen Anzeige. Am 26. d. M. ist meine geliebte Mutter, unsere gute, treubesorgte Schwiegermutter und Großmutter Frau Emma Schmidt, geb. Geuter Witwe des Regierungs- und Baurats i. R. Friedrich Schmidt nach langem, schwerem Leiden in Gottes Frieden eingegangen. In tiefer Trauer: Sofie Wißmann, geb. Schmidt Pfarrer Lic. Erwin Wißmann Wilfried Wißmann Frohilde Wißmann. Gießen (Liebigstraße 56), den 29. Juni 1939. Die Beerdigung fand in Darmstadt statt. Wir bitten herzlich, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. börslich 103,25. Serie II halbamtlich Juni 97,65 bis 97,50 (97,70), per Juli 97,45 bis 97,40 (97.60). Kommunal-Umschuldung bröckelten auf 93,65 (93,70) ab. In der zweiten Börsenstunde kam das Angebot zum Stillstand, und auf Käufe von Berliner Seite setzten sich vielfach Erholungen und leichte Befestigungen durch. Verein. Stahl 98 nach 97,25, fest Bemberg mit 124 nach 122,40. IG. Farben schwankten zwischen 143 bis 143,25. Bei den spater notierten Papieren lagen noch meist Rückgänge bis 1 d. H. vor, Adlerwerke Kleyer — 2 v. H. auf 96. Höher notierten jedoch die meisten Elektropapiere. Abendbörse behauptet. Die gegenüber den tiefsten Kursen teilweise ein- getretenen leichten Erholungen im Mittagsjchluß- öerkehr konnten an der Abendbörse bei meist nur kleinem Geschäft behauptet werden. Angebot war nicht mehr vorhanden, allerdings auch keine sonderliche Nachfrage. IG. Farben weiter gebessert auf 143,50 (143,25), ferner Bemberg auf 123,75 (123,50), Metallgesellschaft auf 111,75 (111,50), AG. für Verkehr auf 104,75 (104,50) und Schuckert auf 171.50 (170,50). Dagegen gingen Hapag in Anpassung an Berlin noch 1 o. H. zurück auf 42, ebenso waren Gesfürel mit 130 und AEG. mit 109 je 0,2a v. H. niedriger gefragt. Verein. Stahl mit 98 und Mannesmann mit "102,50 (102,40) lagen u. a. gut gehalten. Am Rentcnmarkt blieben 6 v. H. IG. Farben zu 122,25. Reichsbahn-VA. zu 121,65 unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Rinder 1145 (Ochsen 137, Bullen 234, Kühe 524, Färsen 250), Kälber 700, Hämmel 40, Schafe 30, Schweine 600. Es kosteten: Ochsen 37 bis 46,5, Bullen 40,5 bis 44,5, Kühe 21 bis 44,5, Färsen 28 bis 45,5, Kälber 30 bis 65, Hämmel 38 bis 50, Schafe 22 bis 42, Schweine 50 bis 59. Marktoerlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. ___________ zahl von 5er-Mannfchaften hat bereits Meldungen abgegeben. Eine Ehrung der gefallenen Mitglieder des Weltkrieges am Ehrenmal soll die sportliche Veranstaltung einleiten. In tiefer Trauer: Familie Philipp Engelhardt, Gastwirt nebst Angehörigen Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Daun.-Steppdecken direkt vom Hersteller Gr.150/200 cm,beider« seits Zwischenfutter, extra Nahtdicht.,gute DaunenfUILu.Verarb. das Paar ab Mk. 95.- yeg.bar. AufWunsch hier in Gießen unverbindlich anzuseh. Schreib. Sie bitte sofort an Firma losros J.C.WehrleNchi, Göppingen,Daunen- deckenfabrikation. rNittagsbörse: Aktien meist schwächer. Frankfurt a. M., 28. Juni. Offenbar im _ sammenhang mit Geldbeschaffungsverkäufen zum Halbjahres-Ültimo setzten sich am Aktien m a r k t überwiegend Abgaben der Kundschaft fort, wahrend Kaufaufträge nur vereinzelt eingegangen waren. Bei verhältnismäßig regen Umsätzen schwächten sich die Kurse daher überwiegend weiter etwas ab, teilweise waren die Rückgänge wieder empfindlich. In den Hauptwerten blieben die Kurse dagegen recht gut gehalten, IG. Farben 143,13 (143,25). Verein. Stahl 97,25 (97,50), Mannesmann 102,40 (102,50), Rheinstahl 131 (131,25), Hoesch jedoch 0 65 v. H. niedriger mit 105,65, etwas höher AEG. mit 109,25 (109) und Reichsbank mit 184,75 (184,65). Schwach lagen erneut Schiffahrtswerte, Hapag nach Pause 43 (46), Nordd. Lloyd etwa 46 (zuletzt 50). Ferner gingen u. a. BMW. auf 128,a0 (130,50), Junghans auf 84,25 (86,40), Feldmühle Papier auf 96,75 (98) und Scheideanstalt auf 203 (204,13) zurück. Fest waren anderseits Felten nut 133,13 (131,25) und Berger Tiefbau mit 143,75 Was Sie für die Reise brauchen finden Sie alles bei [4569A Leder-Becker Bahnhofstr. 16 Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndunfl her zu Ihren Erzeufl- nissen.Man stellt »len die Beschaffenheit Ihrer Waren so *°r* wie man Briefbogen* Briefumschläge,P°8t* karten, Rechnungen« Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drude Sachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert! BrUhrsche Druckerei sdmistr. 7, auf usr Plötzlich und unerwartet verschied am Dienstagabend mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Albert Bierau, Dachdecker im fast vollendeten 60. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Anna Bierau, geb. Janssen Paul Szymkowiak und Frau Marie, geb. Bierau. Gießen (Löberstraße 10), den 27. Juni 1939. Die Trauerfeier findet Freitag, den 30. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefem Schmerz: Daniel Kusch Luise Schlaudraff, geb. Caspari und Angehörige. Gießen (Bückingstraße 5), den 28. Juni 1939. Die Trauerfeier findet am Freitag, 30. Juni, nachmittags 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. Meine liebe, herzensgute Frau, unsere treusorgende Schwester und Tante Lina Kusch, geb. Caspari ist heute nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, nach Gottes Willen sanft im Alter von 60 Jahren entschlafen. Unsere liebe Mutter Frau Rosa Weberling geb. Teubner ist am 25. Juni von uns gegangen. Am 27. Juni verschied plötzlich und unerwartet unser Gefolgschaftsmitglied und Arbeitskollege Albert Bierau Lina Engelhardt am Dienstag nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 36 Jahren zu sich zu rufen, 6500 qm Heugraz billig zu verkauf. Näheres i563ö Schubertstr. 2 | Kaufgesuche" Rentables MrsWilien Aus bei 10000 Mark Anzahlung zu kaufen gesucht. 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Ein arbeitsreiches Leben voll treuester Pflichterfüllung und Hingabe ist zu Ende gegangen.