Samstag, 29./$onntag,3O. April 1939 189. Jahrgang Nr. 100 Erstes Matt Erscheint tügltch, nutzer Sonntags und Feiertags Belagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatt-Vezugrprtir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzeu poftschecklonto: Zranlfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShIsche Univerfitätrdruckerel R. Lange In Stehen. Lchristleltung und Seschäslsftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.Uhrdes Dormittags Grundpreife für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. 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Der ehemalige Kolonial- zu drei Verhandlungen oder Gedankenaustauschen mit England, Polen und den Bereinigten Staaten. Es sei für die Franzosen ein Grund mehr, auf der Hut zu bleiben, sich vor jeder Ueberraschung zu hüten, sich zu einigen und zu rüsten. bemühungen abzuschwächen. 'Der „Daily Erpreß" legt das Hauptgewicht auf seinen Eindruck, daß der Führer durch seine Rede den Weg zu.neuen Verhandlungen geöffnet habe. Zu den deutschen Forderungen an Polen meint das Blatt, es würde möglich ziehung in einer Weise behandelt werden würde, die der Führer in seiner Rede erwähnt habe und auf die auch das Memorandum der Reichsregierung ein- britischen Imperiums" feststellen, was durchaus unerwartet sei. Unter Hinweis auf die tschechischen Waffen, die die Deutschen Übernommen hätten, erklärt das Blatt, bei diesen Worten des Führers werde man sich erst richtig klar darüber, welche gewaltige Schlacht man da kampf- Volle Zustimmung in Rom. 8.6. Rom, 29.April. Die große Reichstagsrede des Führers hat in Italien starke Beachtung und Zustimmung gefunden, nicht zuletzt deswegen, weil man die Antwort des Führers an Roosevelt hier in ihren großen Zügen auch als eine Darlegung des italienischen Standpunktes empfunden hat. Auf den Straßen und in den Lokalen hatte sich eine große Menschenmenge vor den Lautsprechern versammelt, um den Ausführungen des Führers lauschen zu können.. Von den Nachmittagsblättern, die bereits eine Stunde nach Beendigung der Reichstagssitzung mit seitenlangen Auszügen aus der Führerrede erschienen und reißenden Absatz fanden, werden besonders die Aufkündigung des deutsch-englischen Flottenabkommens und des deutsch-polnischen Freundschaftspaktes her- polen znr Mrerrede. Die Negierungspresse weicht aus. - Völlige Verständnislosigkeit der Opposition abs. London ,«29. April. Die Rede des Führers beherrscht das öffentliche Interesse vollständig. Schon die Mittagsausgaben der Londoner Blätter brachten unter großen Schlagzeilen ins einzelne gehende Beschreibungen des Rahmens der Reichstaassitzung. In jeder weiteren Ausgabe erschienen umfangreichere Inhaltsangaben der Rede. Die Ankündigung, daß das deutsch-englische Flottenabkommen nicht länger als in Kraft befindlich betrachtet werden könne, kam nicht ganz überraschend. Mit einer gewissen Unruhe vermerkt man die Feststellung des Führers, daß Polen den deutsch-polnischen Vertrag von 1934 gebrochen hat. Auch die Börse stand ganz im Schatten der deutschen Reichstagssitzung. Das Geschäft hielt sich bei Börsen- beginn in sehr engen Grenzen, doch wurde das Publikum zuversichtlicher, nachdem die Ausführungen des Führers, die allgemein als gemäßigt betrachtet werden, im einzelnen bekannt wurden. Die Morgenpresse beschäftigt sich in ausführlichen Leitartikeln mit der Rede. Der „Daily Telegraph glaubt feststellen zu können, die Rede des Führers verändere die internationale Lage überhaupt nicht. Das Blatt vermißt eine „Aufklärung über die wahren Absichten des Führers" und spricht in dieser Hinsicht von enttäuschten Hoffnungen. Der Überlegen spöttische Ton Und die Hinweise des Führers auf die Versailler Diktat-Sünden verursachen dem Blatt sichtliches Unbehagen. Im übrigen meint das Blatt, die vom Führer aufgezählten Ansprüche durften eigentlich der Möglichkeit einer Konferenz, auf der sie alle frei erörtert werden könnten, nicht hindernd im Wege stehen. Die Gründe, die der Führer für die Aufkündigung des Flottenvertrages aufgezählt hat, find dem „Daily Telegraph" nicht gelegen gekommen, der sich weiter sophistisch bemüht, den schlechten Eindruck der englischen Einkreisungs- kratischen Staaten gewandt. Der ,Temps" schreibt, wenn die Rede des Führers auch eine schroffe Antwort auf den Appell Roosevelts darstelle, so sei sie andererseits doch auch ein Zeichen dafür, daß der Führer bereit sey ledern der in der Roosevelt-Botschaft genannten Staa en Zusicherungen unter der Bedingung der Absoluten Gegenseitigkeit zu geben. Der „Paris Soir" schreibt, Hitler habe von Roosevelt nähere Mitteilungen gefordert, was darauf schließen lasse, daß er die Tür zu Verhandlungen nicht Zuschlägen wollen Man nehme diese guten Absichten zur Kenntnis. Allerdings würden Frankreich und England, so meint das Blatt, trotz ihrer grundsätzlichen Bereitschaft zu internationalen Gesprächen nicht im geringsten ihre gegenwärtigen „Vorsichtsmaßnahmen" verringern. Der ,^Jour" erklärt, man müsse zugeben, daß die Rede i n u n g e w ö h n l i ch h o f - kicher Form gehalten sei. In einem Berliner Bericht des Blattes heißt es, die Warschauer Regierung sei der Ansicht, daß keine ausländische Garantie einen Gegenwert für den Verlust einer so lebenswichtigen strategischen Stellung wie der Danzigs sein könne. Man füge Hinzu, daß Danzig ohne Polen „lebensunfähig" sei. Danzig gehöre zum polnischen und nicht zum deutschen Lebensraum. (.) „Excelsior" meint, die Kündigung des deutsch-pot- Nischen Nichtangriffspaktes stelle emen ..Pyysialo- gischen Fehler" dar. Die „Epoque • bezeichnet die Rede als „maßvoll". Mit Erstaunen könne man sogar eine „Lobrede an die Adresse des vorgehoben. Im halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" schreibt Gayda, der Führer habe mit Genauigkeit jedes Ding auf seinen richtigen Platz gestellt und die Tatsachen in ihrer geschichtlichen und gegenwärtigen Wahrheit zum Ausdruck gebracht. Es fei von Anfang an klar gewesen, daß Deutschland ebensowenig wie Italien tatenlos die Einkreisungspolitik über sich ergehen lassen würden, die in ihren Mitteln und offenkundigen Zielen eine „offensive Kriegshandlung" darstelle. Großbritannien habe durch seine politischen und militärischen Initiativen, die nicht einer Politik der Zusammenarbeit gegenüber Deutschland entsprachen hätten, die Grundlagen des Flottenvertrages und des Vertrauens zwischen den beiden Mächten zerstört? Aehn- lich habe die polnische Regierung durch ihre Politik der letzten Zeit den deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag von innen heraus ausgehöhl t: sie habe auf den Versuch Hitlers, Polen die Versöhnungs- Hand entgegenzustrecken, durch den Garantievertrag mit England geantwortet, der sich in das gegen Deutschland gerichtete englisch-französische Einkrei- sungssystem einfüge Die Führer-Rede sei die stolze Kundgebung eines Deutschlands, das sich stark in seinen Rechten, sicher seiner nationalen Mittel und seiner internationalen Freundschaften fühle. Zusammen mit den festen und inhaltsreichen Worten Mussolinis stelle sie auch eine Bekräftigung der nationalen und geschichtlichen Position der Achsenmächte dar, die entschlossen seien, sie gemeinsam zu gestalten. Die Auffassung in Paris. E. F. Paris, 29. April. Die Pariser Blätter lassen in den Heberschristen die große Bedeutung erkennen, die man den in -er Erklärung Adolf Hitlers enthaltenen konkreten Punkten beimißt. Obwohl also die Presse sich bemüht, die Wirkung der Rede auf die französische Oeffentlichkeit abzudämpfen, herrscht — außer bei den marxistischen Blättern und den Zeitungen an der äußersten Rechten — eine freundlich reservierte Auffassung der Rede vor. Die Zeitungen vertreten durchgehend, ebenso wie die amtlichen Kreise, die Anschauung, daß die Rede nicht ungünstig gewesen sei und daß sie in bezug auf England und Polen die Tür offen lasse. Der halbamtliche „Petit P a r i s i e n" schreibt, die Rede des deutschen Reichskanzlers gliedere sich deutlich in drei Teile: Sie stelle erstens dar die Rechtfertigung des deutschen Dranges, sich auszudehnen, sie enthalte zweitens eine Antwort an den Präsidenten Roosevelt und schließlich die Kündigung des deutsch-englischen Flottenabkommens und des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes mit. Die Kündigung des Vertrages mit Polen wird als die wichtigste der Maßnahmen bezeichnet. Sehr aufschlußreich ift die Fest- stellüng einer Nachrichtenagentur, der deutsche Reichskanzler habe sich eher unmittelbar an die Völker als an die Regierungen der demo- gehe. , . „Polska Zbrojn a", das Blatt der polnischen Armee, schreibt: Besprechungen über die friedliche Regelung der deutsch-polnischen Fragen lägen grundsätzlich im Geiste der polnischen Politik, allerdings unter der Voraussetzung, daß sie in einer „geeigneten Atmosphäre" und vor allem unter Berücksichtigung der Interessen beider Partner erfolgten. Weiter behauptet das Blatt in bewußter Verdrehung der Tatsachen, nicht Deutschland werde eingekreist, sondern Polen von Deutschland. (!) Danzig liege an der Weichselmündung, eines Flusses, der ----, , von her Quelle bis zum Meer polnisch ihm mit seinem (streben nach einer dauernden sei. Die Polonisierung Danzigs sei und Befriedung Europas heiliger Ernst ist und daß es vermeidlich, und das Schicksal „dieses kleinen!bereit ist, für dieses Ziel seinerseits auch schwere Provinzstaates" sei auf völlig natürlichem Wege materielle und moralische Opfer zu bringen. Der entschieden. (!) Der konservative Czas meint in feierliche Verzicht auf Elsaß-Lothringen war ein seinem recht unfreundlichen Leitaufsatz, die Rede des solches Opfer, das freilich Frankreich allzu selbst- Führers verschärfe die Lage nicht, sie biete aber verständlich hingenommen hat, statt es als Zeugnis auch keine Grundlagen zu irgendwelchen Derhand- deutschen Verständigungswillens nach Gebühr zu lunqen. würdigen. „Kurser Warszawski" behauptet, daß das Abkorn- Aber mit der gleichen klaren Entschiedenheit hat men aus dem Jahre 1934 keinerlei Vorbehalte für der Führer zu jeder Zeit es abgelehnt, Yen durch den Abschluß anderer Abkommen enthalte. Der die Pariser Vorortverträge im eigensten Lebensrechtsrevolutionäre „Dziennik Narodowy" meint, raum des deutschen Volkes geschaffenen Zustand als die Kündigung des Nichtangriffspaktes durch Deutsch- endgültig und für Deutschland tragbar anzuerkennen, land trage nur dazu bei, ,>daß gewisse Jllu- Die Rückführung der Ostmark ins Reich war sionen zerstört werden, die man in bestimmten ebenso nur logische Folge dieser grundsätzlichen po- polnischen Kreisen bezüglich der Möglichkeit einer litischen Einstellung wie die Errichtung des deutschen Politik der Verständigung mit dem Reich hatte." — Reichsprotektorats über Böhmen und Mäh- Der deutschfeindliche schwerindustrielle „Kurs er ren. In großartigem geschichtlichen 'Jtnd'blitf wies Polski" schreibt, auf die Forderungen des FÜH- der Führer nach, wie Deutsche und Tschechen in die- rers gebe es nur eine Antwort: Niemals. |em Raum auf engste Zusammenarbeit von jeher Auch das nationalradikale „ABC." erklärt in völ- angewiesen waren und Zeiten der Feindschaft im= liger Verblendung, die Antwort Polens auf die deut- mer auch für das tschechische Volk Zeiten des wirt- schen Vvrschläge könne nur ein Nein sein. schaftlichen Niedergangs und des nationalen Un- -------- glücks bedeutet haben. Wie die dilettantische Staats- _ konstruktion der Tschecho-Slowakei lediglich dem । Haß gegen Deutschland ihre Entstehung verdankte I und dem Wunsch der Versailler „Friedensmacher", _ . hier im Südosten dem wehrlosen Deutschland einen sein, tm Wege sreundschaftlicher Verhandlungen die bis an die Zähne bewassneten Auspasscr vordie Rückkehr Danzigs zum Reich zu erreichen, ohne die Nase zu setzen, so mußte diese >e be Tschecho-^ nationale Unabhängigkeit Polens zu gefährden. - mafei in dem Augenblick zwangsläufig zui ammen- Auch die Daily Mail" gibt der Ansicht Aus- brechen, wo cm in neuer Kraft wiedererftandene- druck, daß Danzig und der Korridor Gegenstand Deutschland die KergemaUiqung ber «n Men ©taa deutsch-polnischer Verhandlungen sein könnten. Das hineingezwungenen vier Millionen Deutschen nicht Blatt aibt zu daß die Rede des Führers b i e mehr langer ruhig hmnehmen und dann auch die fioffnunae'n der Welt auf Frieden andern nichttschechlschen Nationalitäten ihr völkisches gebessert habe,- aber es versucht der Aufkündi- Selbstbestimmungsrecht forderten Die Münchener gung des Flottenvertrages mit formalen Einwän- Entscheidung oedeutete keine restlose ^Grcl”^ung ben entgegenzutreten und erhebt die Forderung nach dieies Problems sie ließ eine Reche von Fragen we itest en Rüstungen Englands. Der arbeiter-offen, die auch der Wiener Schiedslpruch der von parteiliche „Daily Her alb" hebt den Eindruck den nächstinteressierten Staaten ausschließlich ange- heroor, daß der Führe? keinen Krieg wolle, betrach- rusenen beiden Achsenmächte feiner ^atur nad) nicht tet aber die Aufkündigung des deutsch - polnischen zu voller Befriedigung aller Beteiligten, zu losm Paktes mit Sorge. Das linksliberale „ N e w s - vermochte. Dem Wunsch Polens und Ungarns nach Chroniclc" muß immerhin zugeben, manche einer gemeinsamen Grenze hat Deutschland nicht Teile der Rede hätten einen guten Eindruck hinter- länger widerstrebt um nicht das Odlmn zu gelassen. Es spricht sogar von einem sehr geschickten raten, als ob es sich eine Vormar,chstraye nach Ru Beguck, des Führers", England zu versöhnen, mamen schaffen wolle, obwohl grade ^umamen äußert sich aber gleichzeitig besorgt über die Behänd- stlbst auf eine direkte Nachbarschaft mit Deustchlan 1U iVlTm e s" toreibt, di- Sänge ber Rebe und Mit schlagenden Gründen widerlegte der Führer die äußerste Sorgfalt, mit der sie offensichtlich vor- die in den westlichen Demokratien immer wieder bereitet worden fei, seien charakteristisch für den erhobene Behauptung, als ob..die Begründung des Redner und seine Methoden Hitler habe aufs neue Reichsprotektorats dem Münchener Abkommen rtPipiat daß er ein Meifter fei". widersprochen habe. Sie hatte mit ihm ebenso wenig 9 Wenn "Deutschland wirklich beabsichtige, zusam- etwas zu tun, wie mit der persönllchenAbmachung menzuarbeiten, bann würden die anderen Lander des Führers und Chamberlains, die sich ousMeß- im eigenen Interesse mehr als den halben Weg lich auf Fragen des britisch-deutschen ' Deutschland entgegenkommen. Das gelte für die Gebens bezog, wozu wie der Führer wU Mfficher Kolonien. In einer friedlichen Welt müsse alles Sarkasmus bemerkte, der deutsche Lebensraum im möglich sein. Man sei sich mit Hitler in einem Sudosten ebenso wenig gehört wie etwa Palastma Punkt? einig, nämlich daß jeder Bereinigung unö Abrüstung folgen müsse, nicht aber ihr vorausgehen chidertc dann der Führer seinevon Lanzgrund könne. Hitler könne mit großem Erfolg auf die faßlichen Erkenntnissen au59eM^n Se^u^n9Gn< unsinnge Weigerung Hinweisen, daß all seine Ru- um die Herstcllunej einerengen öeu ^eng stungsbegrenzungsangebote nicht angenommen wor- lischen Freundschaft un Z I EZ9Z das auch eine Dummheit ge» arbeit, die indessen volle Gegen e.trgkeit n der wefen sei so fei sie doch nicht unwid er ruf -Achtung der Gefühle und Lebensinterefsen des an lich Die britische Diplomatie fei auch weiterhin deren voraussetzt. Nur aufJnefer reit us tem Glauben mit gutem Glauben Grundlage war das deutsch-englisch>G FlMenabkmn- auf Sim Verhandlungswege zu antworten". men denkbar als eine freiwillige Anerkennung der I Der Führer hat gesprochen. Seine mehr als zwei- griff weit über den Rahmen dessen hinaus, was man als Antwort ayf die ebenso anmaßenden wie ten^Staat^n"in^einer Botschast^on^die^Re^erungs- chess Deutschlands und Italiens hätte erwarten können. Der Führer legte in seiner Rede mit der Offenheit, die schon Bismarck als die Mrfste Waffe des großen Staatsmannes bezeichnet hat, und mit der kristallenen Klarheit und Ueberzcugungskraft, der sich niemand zu entziehen vermag, die außenpolitischen Grundauffassungen des Nationalsozialismus dar und leitete daraus mit zwingender Folgerichtigkeit Deutschlands Haltung zu den konkreten die Rede „jedenfalls für spätere Verhandlungen I Ereignissen des letzten halben Jahres ab, wobei es nicht die Tür schließe". Frossard erklärt in ber il)m nid)t schwer fiel, bie ganze Hohlheit ber Kritik linksgerichteten „Juftice", „trotz des oft bitteren und „och^rveifen, die Deutfchlanbs Maßnahmen zur apokalyptischen Tones „öffne Adolf Hitler die Tür Sicherung feines Lebensraums in einer gewissen * "" ' t-.r-l.— 'öffentlichen Meinung des Auslands und bei den Regierungen der westlichen Demokratien gefunden haben. Dor aller Welt entrollte er noch einmal den furchtbaren Leidensweg des deutschen Volkes, an dessen Anfang das Diktat von Versailles und der Wort- bruch eines amerikanischen Präsidenten standen. Seine Ausführungen waren eine erschütternde Anklage des Hasses, der Bosheit und Unvernunft jener in ihrer unersättlichen Habgier und ihrem unstillbaren Machtkitzel verblendeten politischen Dilettanten, die die Hoffnung der Menschheit auf eine bessere und gerechte Weltordnung nach dem schrecklichsten aller Kriege so bitter enttäuscht haben. Sie haben die Lösung der Aufgabe nicht zuwege gebracht, zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und ber Anerkennung in der geschichtlichen Entwicklung Europas gewordener staatlicher Gebilde das Kompromiß herzustellen, das ohne Zerstörung der staatlichen Ordnung und damit der wirtschaftlichen Grundlagen aller Völker Europas die Erhaltung der völkischen Werte ermöglicht hätte. Der Führer konnte mit Recht darauf Hinweisen, daß er schon von seinem Eintritt in das politische Leben an diese Aufgabe in ihrer ganzen Tragweite klar erkannt und die Außenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands von jeher darauf ausgerichtet habe. | Das Dritte Reich hat durch die Tat erhärtet, daß es Warschau, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Presse hat am Samstagmorgen nur ein einziges Thema: Die Rede des Führers, die in riesiger Aufmachung in spaltenlangen Auszügen und mit ausführlichen Kommentaren das Bild sämtlicher Blätter beherrscht. Die klare Sprache des Führers über das Problem der deutsch-polnischen Beziehungen und die Beendigung des Nichtangriffsabkommens haben größten Eindruck gemacht. Die der Regierung näherstehenden Blätter sind alle auf den gleichen Ton abgestimmt, wobei auffallend ist, daß zum Beispiel „Gazeta Polska" das Einverständnis der polnischen öffentlichen Meinung als entscheidendes Argument gegen bie Annahme ber deutschen Vorschläge ins Feld führt. „Gazeta Polska", „Expreß Poranny" und „Kurser Poranny" operieren in ber Hauptsache mit allgemeinen Gedankengängen und versuchen die polnische Ablehnung der deutschen Vorschläge irgendwie zu entschuldigen. Polen habe mehr als einmal den Beweis dafür geliefert, wie großen Wert es auf eine gute Nachbarschaft mit dem Reich lege. Die vom Führer erwähnten Vorschläge seien der polnischen Oeffentlichkeit nicht bekannt gewesen und man wisse auch Nicht, ob sie den maßgeblichen polnischen Stellen bekannt gewesen seien(?). Die polnische Regierung habe volles Verständnis für das Gewicht einer guten Nachbarschaft und stets die Frage des Transitverkehrs durch Pomerellen wohlwollend behandelt. „Gazeta Polska" will glauben machen, daß das polnisch-englische Abkommen nicht in „Widerspruch mit dem Abkommen mit Deutschland vom Jahre 1934 stehe". Im übrigen werde die polnische Regierung ihre Auffassung über die Frage der Heben einstimmung der polnisch-britischen Annäherung mit dem Abkommen des Jahres 1934 auf diplomatischem Wege klarstellen. „Gazeta Polska" versichert zum Schluß, daß in Polen stets der Gedanke einer „positiven Gestaltung" der nachbarlichen Be- überragenden Interessen Englands zur See, die indessen an die Erwartung geknüpft war, daß auch England seinerseits die lebenswichtigen Interessen Deutschlands in gleicher Weise respektiert. Die letzten Ereignisse haben gezeigt, daß dies nicht der Fall ist. Der britische Premier hat erkennen lassen, daß er den deutschen Versicherungen kein Vertrauen mehr schenkt und mit der Politik der Einkreisung deutlich gemacht, daß Großbritannien in welchem Konflikt auch immer gegen Deutschland Stellung nehmen will. Der Führer hat deshalb in London mitteilen lassen, daß er damit die Voraussetzungen für den Flottenvertrag als beseitigt erachte, indessen wenn England es wünsche, zu neuen Verhandlungen bereit sei, um vielleicht doch noch zu einer klaren und eindeutigen Verständigung zu kommen. Es liegt also ganz in der Hand der britischen Staatsmänner, zu entscheiden, ob es eine aufrichtige Freundschaft mit dem Großdeutschen Reich nicht für nützlicher hält, als eine immer bedrohlicher werdende Entfremdung und ein daraus resultierendes Wettrüsten, das, wie die letzten Tage ja gegeigt haben, auch dem reichen britischen Volk ungeheure Lasten aufbürden müßte. Freilich ohne freimütige und ehrliche Anerkennung des deutschen Lebensrechts ist Deutschlands Freundschaft nicht zu haben. Nachdem der Führer dann die Rückkehr des M e m e l l a n d e s ins Reich und damit die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen zu Litauen gestreift hatte, kam er auf das Verhältnis 3 u Polen zu sprechen. Er gab einen Rückblick auf die konfliktsreiche Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen, in die der Nichtangriffspakt des Jahres 1934 eine grundsätzliche Wendung bringen sollte, indem er die Grundlage für eine zweiseitige Verständigung schuf, die die auch hier durch das Versailler Diktat bewußt geschaffene Entfremdung zweier aufeinander angewiesener Nachbarvölker für immer beseitigen sollte. Es kann nicht geleugnet werden, daß weite Kreise in Polen den Geist dieses Vertrages nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten. Trotzdem hatte sich der Führer entschlossen, in diesem Frühjahr der polnischen Regierung ein Angebot zur Konkretisierung dieses Vertrages zu machen, das in seiner großzügigen und weisen Mäßigung, von wahrhaft staatsmännischem Geist ein- gegeben, geeignet gewesen wäre, dem jahrhundertelang wahrenden Streit zwischen Polen und Deutschen für immer ein Ende zu machen und die Beziehungen beider Nachbarvölker auf eine neue, dauerhafte Grundlage zu stellen. Das Angebot, das die Rückkehr der alten deutschen Stadt Danzig zum Reich, Schienenweg und Autobahn unter deutscher Souveränität durch den Korridor nach Ostpreußen und dafür, die feierliche Anerkennung des gesamten übrigen polnischen Besitzstandes uni) die Zubilligung eines polnischen Zugangs zum Meer vorfah, hätte für Deutschland zweifellos schmerzliche Opfer des Verzichts auf altes deutsches, einst heiß umkämpftes Land gefordert. Aber sie wären gebracht worden um des hohen Ziels der Befriedung Europas willen. In Warschau hat man für die Großzügigkeit dieses An- gebots kein Verständnis aufgebracht und es abge- lehnt. Ja, Polen hat es in völliger Verkennung der deutschen Motive für zweckmäßig erachtet, sich England in die Arme zu werfen, wobei es sogar sich auf eine zweiseitige Garantie einließ, die einer Beteiligung Polens an der englischen Einkreisungs- Politik gleichkommt. Daß dieses Verhalten einen Bruch des deuffchen-polnischen Nichtangriffspaktes bedeutet, liegt auf der Hand. Der Führer hat deshalb in Warschau nritteilen lassen, daß er den Vertrag als erloschen betrachten müsse, jedoch zu Verhandlungen über ein Konsolidierung der deutsch-polnischen Beziehungen bereit sei. Auch hier wird es an Polen sein, den Willen zu einer aufrichtigen Verständigung auf dauerhafter Grundlage zu zeigen. Erst zum Schluß seiner Rede kam der Führer auf die Botschaft Roosevelts. Mit überlegener Ironie und oft beißendem Sarkasmus, aber auch in Gedankengängen von zwingender Folgerichtigkeit zerpflückte er Punkt für Punkt der anmaßenden Forderungen des nordamerikanischen Präsidenten, wobei er Roosevelts Argumente mit den konkreten Tatsachen der amerikanischen Politik selbst vollkommen schlüssig ad absurdum führte. So wenn er zur Illustrierung der Forderung Roosevelts, daß alle Nattonen die Verpflichtung übernehmen sollten, nur zur Selbstverteidigung zu den Waffen zu greifen, Amerikas Eintritt in den Weltkrieg anführte, der nach den Feststellungen des amerikanischen Untersuchungsausschusses einzig und allein aus rein kapitalistischen Gründen erfolgt war. Oder wenn er Deutschlands Mißtrauen gegen jede internattonale Konferenz mit der Absage Amerikas an den Völkerbund, als größte Konferenz aller Zeiten die Gründung eines amerikanischen Präsidenten, in Paralelle setzte und daran erinnerte, daß Deutschland, als es den Völkerbund verließ, damit nur das Beispiel Amerikas nachgeahmt habe' Der Führer ließ keinen Zweifel darüber, daß das deutsche Volk nach den furchtbaren Erfahrungen, die es mit dem Wortbruch des Präsidenten Wiffon gemacht hat, niemals wieder wehrlos eine Kon- serenz betreten werde und nach dem gebrochenen Versprechen der allgemeinen Abrüstung Deutschlands Skepsis in die Möglichkeit der Verwirklichung des Abrüstuügsgedankens es dem Präsidenten überlassen müsse, sich erst einmal an die andern .zu wenden. Aber trotz der ebenso anmaßenden wie taktlosen Art, zu der sich Roosevelt zum Wort- führer der aanzen Welt gegenüber den totalitären Staaten aufruft — wie eine Rundfrage der deutschen Regierung festgestellt hat, ungefragt und un. gebeten — steht der Führer nicht an, erneut den aufrichtigen und umfassenden Friedenswillen des Großdeutschen Reiches zu bekunden, indem er jeder Nation, die es wünschen sollte, selbstverständlich auf dem Boden der Gegenseittgkeit den Abschluß eines Nichtangriffspaktes anbietet. Und darüber nimmt der Führer die Gelegenheit wahr, allen uns zwar höchst lächerlich dünkenden, aber in der vergifteten Atmosphäre dieser Zeit bösartigen und gefährlichen Gerüchten von einer deutschen Invasion in Amerika mit der feierlichen Erklärung die Spitz abzubrechen, daß Deutschland auf dem amerikanischen Kontinent keinerlei irgendwie gearteten Absichten verfolge, die die Souveränität und Integrität irgendwelcher amerikanischer Staaten berühre. Mit einer eindrucksvollen Gegenüberstellung der großartigen Möglichkeiten, die dem Präsidenten die ungeheuren Reichtümer und die Weite seines Landes bieten, und der gewaltigen L e i st u n g e n , die der Nationalsozialismus unter der Führung Adolf Hitlers in den weit bescheideneren Verhältnissen Deutsch- lands und unter weit größeren Schwierigkeiten vollbracht hat, schließt der Führer. Dem Führer ist nicht darum zu tun, sich in der Rolle eines überheblichen Weltverbesserers zu gefallen und nebelhaften Gedankenspielereien nachzu- hängen. Er steht fest auf dieser Erde höchst greifbarer Realitäten und mitten in seinem Volk, aus dem er vor zwanzia Jahren als unbekannter Ar- beiter und Soldat herausgewachsen ist zum überragenden Staatsmann und einzigartigen Leiter der Geschicke seines Volkes. Nur in seinem Glück sieht er seine wohl begrenzte Aufgabe und hofft damit auch seinen Anteil zum Glück der ganzen menschlichen Gemeinschaft beizutragen. Don tiefstem, ergreifendem Eindruck war dieses politische Glaubensbekenntnis Adolf Hillers, von dem man nur wünschen möchte, daß es in seiner menschlichen Größe und in seinem positiven Wert für die friedliche Gestaltung der Beziehungen zwischen den Berlin, 28. April. (DNB.) In den Mittagsstunden des 28. April hat der Führer vor den Abgeordneten des großdeuffchen Volkes, darunter auch den Vertretern des Memellandes und des Reichsprotektorates Böhmen und Mähren, den internationalen Kriegshetzern und Einkreisungspolitikern eine Antwort erteilt. Mit dem 80-Millionen-Dolk des Großdeutschen Reiches, das sich in dieser Stunde um den Führer geschart hatte, wurde die Rede Adolf Hitlers durch den Aether in alle Erdteile a e - sändt und vornehmlich von allen amerikanischen Sendern übernommen. Der Sitzungssaal des Reichstages zeigte eine würdige und schlichte Ausschmückung. Blickpunkt ist das große Hoheitszeichen auf weißem Grunde an der Rückwand der Regierungstribüne, die von beiden Seiten von den Fahnen der deutschen Freiheitsbewegung flankiert wird. Die Sitze der Ab- georimeten find um 7 auf 862 vermehrt. Die 200 Plätze für die Presse im Ersten Rang, die rund 600 Plätze für die Zuschauer im Ersten und Zweiten Rang sind kurz nach Einlaß restlos besetzt. Auch in der Diplomatenloge treffen die ersten Besucher schon frühzeitig ein. Die überwiegende Mehrzahl der Abgeordneten zeigt die Uniform der politischen Soldaten Adolf Hitlers, nur wenige sind in Zivil erschienen. Auf den Regierungsbänken haben auch die Reichsmini- ft er, die gleichzeitig Abgeordnete find, ihren Platz eingenommen. Unter den Zuhörern des ersten Ranges sieht man viele Offiziere der Wehrmacht, und auch die Loge des Diplomatischen Korps ist bis auf den letzten Platz besetzt. In der ersten Reihe sieht man Reichsaußenminister von Ribbentrop, Großadmiral Raeder, Reichsminister Dr. Goebbels, den Reichsprotektor Freiherrn von Neurath; in der zweiten Reihe die anderen Reichsminister, in der dritten Reihe den Oberbefehlshaber des Heeres und den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, weiter Staatsminister Dr. Meißner, Generalinspektor Dr. Todt und Generalinspektor Speer, Unmittelbar unter dem Reichstagspräsidium haben Reichsminister Lammers als Chef der Reichskanzlei und Reichspressechef Dr. Dietrich ihren Platz eingenommen. Wenige Minuten nach 12 Uhr betritt der Führer, von Reichstagspräsident Göring, dem Stell- Dertreter des Führers, Reichsminister Dr. Frick, Reichsführer ff Himmler und feinen Adjutanten begleitet, den Saal. Das ganze Haus hat sich von den Plätzen erhoben und grüßt ihn mit erhobener Rechten. Als der Führer seinen Platz eingenommen hat, begrüßen ihn tosende Ovationen, für die er, freundlich lächelnd, dankt. Dann eröffnet Reichstagspräsident Göring die Sitzung und gedenkt der feit der letzten Sitzung am 30. Januar d. I. verstorbenen Abgeordneten, zu deren Ehren sich das Haus von den Plätzen erhebt. Anschließend gibt er unter dem Beifall der Abgeordneten von der Berufung der Abgeordneten des Memellandes und des Reichsprotektorates Böhmen und Mähren Kenntnis. Unter atemloser Spannung gibt er bann das Wort dem Führer. Der Führer spricht. Abdeordnete, Männer des Reichstags? Der Präsident der Nordamerikanischen Union hat an mich ein Telegramm gerichtet, dessen eigenartiger Inhalt Ihnen bekannt ist. Da, ehe ich als Empfänger dieses Dokument zu sehen bekam, die an- d e r e Welt durch Rundfunk und Presse davon bereits Kenntnis erhalten hatte und wir außerdem aus zahllosen Kommentaren demokratischer Weltorgane die freundliche Aufklärung erhalten hatten, daß es sich bei diesem Telegramm um ein sehr geschicktes taktisches Papier handele, das bestimmt sei, den volksregierten Staaten die Verantwortung für die kriegerischen Maßnahmen der Plutokratien aufzubürden, habe ich mich entschlossen, den Deuffchen Reichstag einberufen zu lassen, um damit Ihnen, meine Abgeordneten des Reichstags, die Möglichkeit zu geben, meine Antwort als d i e gewählten Vertreter der deutschen Nation zu aller er st kennenzulernen unb sie entweder zu bestätigen oder abzulehnen. Darüber hinaus aber hielt ich es für zweckmäßig, dem vom Herrn Präsident Roosevelt eingeschlagenen Verfahren treu zu bleiben und von meiner Seite aus mit unseren Mitteln der übrigen Welt Kenntnis von meiner Antwort zu geben. 2ch will diese Gelegenheit aber auch wahrnehmen, um jener Empfindung Ausdruck zu verleihen, die mich angesichts der gewaltigen geschichtlichen Geschehnisse des Monats März dieses Jahres bewegt. Meine tiefften Gefühle kann ich nur in der 3°rm eines demütigen Dankes der Vorsehung gegenüber abstatten, die mich berufen hat und die es mir gelingen ließ, als einstiger unbekannter Soldat des Krieges zum Führer meines heißgeliebten Volkes emporzusteigen Sie hat mich die Wege finden lassen, um ohne Blutvergießen unser Volk aus feinem tiefften Elend freizumachen und es wieder nad) aufwärts zu führen. Sie hat es gestattet, die einzige Aufgabe meines Lebens zu erfüllen: Mein deutsches Volk aus seiner Niederlage zu erheben unb es aus den Fesseln des schandvollsten Diktats aller Zeiten zu lösen. Denn dies war das alleinige Ziel meines handelns. 3d) habe feit dem lag, da ich mich dem politischen Leben zuwandte, keinem anderen Gedanken gelebt als dem der Medererrinaung der Freiheit der deutschen Nation, der Auf- richtung der Kraft und Stärke unseres Reiches der lleberroinbung der Zersplitterung unseres Volkes im 3unem, der Beseitigung der Trennung nach außen und feiner Sicherung in bezug auf die Erhaltung seines wirtschaftlich und politisch unabhängigen Lebens. 3ch habe nur wiederherstellev wollen, was andere einff mit Gewalt zerbrochen hatten, wallte nur wiedergutmachen, was satanische Bosheit oder mensch- Völkern auch im Ausland ganz erfaßt und voll gewürdigt werde. Nirgends hat Deuffchland die Tür zugeschlagen. Es will keinen Krieg und keine imperialistischen Eroberungen, wie ihm eine lügenhafte Panikmache ausländisd)er Katastrophenpolltiker unterstellen möchte. Aber es fordert allerdings das Recht, in feinem eigenen Lebensraum feine Interessen nach seinen Prinzipien zu ordnen, mie es die plutokratischen Mächte ja von jeher für sich in Anspruch nehmen, und es spürt die Kraft in sich, fremden Angriffen auf dieses sein Lebensrecht mit allen Machtmitteln entgegenzutreten. Der Führer hat zur Welt gesprochen, an ihr ist es nun, die richtigen Folgerungen daraus zu ziehen. Deutschlands Weg hegt offen und klar. In unerschütterlicher Mannentreue wird bas deutsche Volk mit dem Führer diesen seinen Weg gehen in eine große deutsche Zukunft. Fr. W. Lange. Der Führer sprach zur Welt. Die Antwort an die Kriegshetzer. — Flottenabkommen und Polenvertrag hinfällig. Deutschlands Friedensbereitschast erneut bestätigt. liehe Unvernunft zerstörten oder verdarben. 3ch habe daher auch keinen Schritt vollzogen, der fremde Rechte verletzte, sondern nur das vor 20 Jahren verletzte Recht wiederhergestellt. 3m Rahmen des heutigen Grohdeutschen Reiches befindet sich kein Gebiet, das nicht seit ältesten Zeiten zu ihm gehört hat, mit ihm verbunden war oder seiner Souveränität unterstand. Langst, ehe ein amerikanischer Kontinent von Weißen entdeckt oder gar besiedelt wurde, hat dieses Reich bestanden, nicht nur in seiner heutigen Gröhe, sondern um viele, seitdem verlorene Gebiete und Provinzen darüber hinaus. Als vor 21 Jahren der blutige Krieg fein Ende fand, brannte in Millionen von Gehirnen die heiße Hoffnung, baß ein Friede der Vernunft unb der Gerechtigkeit die von der furchtbaren Geißel des Weltkrieges heimgefuchten Völker belohnen unb beglücken würde. Ich sage „belohnen"; denn alle diese Menschen hatten ihrerseits, ganz gleich, wie auch die Feststellungen der Historiker lauten mögen, feine Schuld an diesem furchtbaren Geschehen. Und wenn es auch in einigen Ändern heute noch Politiker gibt, die schon damals als verantwortlich genannt werben konnten für dieses grausamste Gemetzel aller Zeiten, dann war die große Masse der kämpfenden Soldaten aller Länder und Völker höchstens zu bemitleiden, auf keinen Fall aber schuldig. Ich selbst — wie Sie wissen — war ein vor dem Kriege politisch nie hervorgetretener Mann, der deshalb nur wie Millionen andere als anständiger Bürger unb Soldat die ihm -zukommende Pflicht erfüllte. Ich konnte daher im und nach dem Kriege mit reinstem Gewissen für die Freiheit und die Zukunft Der Leidensweg des deutschen Volkes Nahezu 115 Millionen Menschen Wurden nicht von den siegreichen Soldaten, sondern von wahnsinnigen potikikern in ihrem Setbstbestimmungsrecht vergewaltigt, willkürlich aus alten Gemeinschaften g e - l ö st und zu neuen Gemeinschaften zusammengeschlossen ohne Rücksicht auf Blut, auf ihr Herkommen, auf die Vernunft und auf alle wirtschaftlichen Lebensbedingungen. Die Folgen waren entfehlich. Denn was die Staatsmänner damals auch zu zerstören vermochten, eine Taffache konnten sie nicht beseitigen: diese gigantische, in Mitteleuropa lebende M e n s ch e n m a s s e, die auf beengtem Raum zusammengedrängt überhaupt nur in höchst e r 3 n t e n s i t ä t der Arbeit und damit der Ordnung sich das täglich Brot sicherstellen kann. Was haben aber diese Staatsmänner der sogenannten demokratischen Imperien von diesen Problemen gewußt? Eine Schar dümmster Ignoranten, die auf bie Menschheit losgelassen wurde, die in Lebensräumen, in denen fast 140 Menschen auf dem Quadratkilometer ihr Auskommen finden müssen, eine sich in fast 2000 Jahren geschichtlicher Entwicklung gebildete Ordnung einfach zerrissen und in eine Unordnung verwandelten, ohne dabei aber die P r o b l e m e fe I b ft lösen zu können oder auch nur lösen zu wollen, die dem Zusammenleben dieser Menschen nun einmal gestellt finb und für die sie damals als Diktatoren der neuen Welt- Ordnung die Verantwortung übernommen hatten. Allerdings, als diese neue Weltordnung sich in ihren Folgen später als eine katastrophale herausstellte, da waren die demokratischen Friedensdiktatoren amerikanischer und europäischer Herkunft so feige, daß keiner die Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen wagte. Einer schob die Dos Verbrechen des Versailler Siklals Deucschland hatte diese Zustände früher nie gekannt. Im Lebensraum des großen deutschen Volkes und des zu ihm gehörenden alten Habsburgischen Staates war bei aller Schwere des Lebenskampfes, bedingt durch die Ueberfieblung des Bodens, die Sicherheit des wirtschaftlichen Lebens im Laufe der Zeiten nicht geringer, sondern im Gegenteil immer größer geworden. Fleiß und Arbeitsamkeit, ein ausgeprägter Sparsinn sowie die Liebe zu einer gewissenhaften Ordnung haben den Menschen in diesem Lebensraum wohl keine übergroßen Reichtümer zu schenken vermocht, sie aber dafür auch vor bitterster Verelendung bewahrt. Um fo entsetzlicher empfanden aber alle diese nunmehr in Versailles Verdammten die Folgen des ihnen von den demokratischen Diktatoren ansgezwungenen Elendsfriedens. Wir kennen heute die Gründe für diesen furchtbaren Ausklang des Weltkrieges. Erstens war es die Gier nach Beute. Was in einzelnen menschlichen Leben schon selten von Nutzen ist, glaubte man, ins millionenfache vergrößert der Menschheit als nützliches Experü ment vorererzieren zu können. Man plünderte große Völker aus, erpreßte ihnen ab, was erpreßt werden kann, und man wird dann ein eigenes Leben im sorglosen Nichls- l u n feiern können. Das war die Meinung dieser wirtschaftlichen Dilettanten. Zu diesem Zweck mußten aber auch 1. bie Staaten selbst zerrissen werden. Man mußte Deutschland seinen kolonialen Besitz rauben, obwohl dieser für die Weltdemokraten gänzlich wertlos war, man mußte in die wichtigsten Rohstoff- gebiete einbr- ' en und sie — wenn nötig — dem eigenen Ueberfluß unterstellen, meines Volkes eintreten. Ich kann daher aber auch im Namen der Millionen und Millionen ebenso Unschuldigen sprechen, wenn ich erkläre, daß sie alle, die nur in treuester Pflichterfüllung für ihre Völker gekämpft hatten, ein Anrecht besaßen auf einen Frieden der Vernunft und der Gerechtigkeit, so daß die Menschheit in gemeinsamer Arbeit endlich wieder an die Heilung der gemeinsamen Schäden heran- treten konnte. Um diesen Frieden aber wurden diese Millionen damals betrogen, denn nicht nur die Deuffchen oder die anderen auf unserer Seite kämpfenden Völker sind durch die Friedensverträge geschlagen worden, nein, ihre Wirkung war eine vernichtende auch für öie Sieger! Damals zeigte sich zum ersten Male das Unglück, daß Männer die Politik bestimmten, die im Kriege nicht gekämpft hatten; denn die Soldaten kannten keinen Haß, wähl aber jene alten Politiker, die ihr eigenes kostbares Leben sorgfältig vor der Schrecknis des Krieges verschont hatten, aber nun mehr als wahnsinnig gewordene Rachegeister über die Menschheit herfielen. Haß, Bosheit und Unvernunft waren die intellektuellen Väter des Versailler Diktates. Tausendjährige Lebensräume und Staaten wurden willkürlich zerschlagen und aufgelöst, feit ewigen Zeiten zueinander gehörige Menschen voneinander gerissen, wirtschaftliche Lebensvorausfetzungen mißachtet, die Völker selbst aber als Sieger und Unbesiegte in allein berechtigte Herren' und rechtlose Knechte eingeteilt. Dieses Dokument von Versailles ist zum Glück einer späteren Menschheit schwarz auf weiß niedergelegt. Denn ohne dem würde man es' später einst nur als die sagenhafte Ausgeburt einer verdorbenen Phantasie halten. Schuld auf den anderen und versuchte sich damit selbst vor dem Urteil der Geschichte zu retten. Die von ihrem Haß und ihrer Unvernunft aber mißhandelten Menschen waren leider nicht in der Lage, sich dieser Rettung ihrer Verderber anschließen zu können. Die Stationen des Leides unseres eigenen Volkes aufzuzählen, ist unmöglich. Um feinen ganzen kolonialen Besitz beraubt, an allen Barmitteln ausgeplündert und damit verarmt, mit sogenannten Reparationen erpreßt, stürzte unser Volk in die düsterste Zeit seines nationalen Unglücks. Und wohl gemerkt, das war nicht das nationalsozialistische Deutschland, sondern das demokratische Deutschland. Jenes Deutschland, das einen Augenblick schwach genug gewesen war, den Versprechungen demokratischer Staatsmänner zu trauen! Das daraus entstehende Elend, die andauernde Not begann unser Volk politisch der Verzweiflung auszuliefern. Die anständigsten und fleißigsten Menschen Mitteleuropas glaubten, in der restlosen Zerstörung der scheinbar zum Fluch gewordenen Ordnung die Möglichkeit einer Erlösung zu sehen. Jüdische Parasiten plünderten die Nation auf der einen Seite unbarmherzig aus und verhetzten auf der anderen die verelendeten Massen. Da für diese Rasse das Unglück unseres Volkes zum Selbstzweck wurde, gelang es dann, in dem entstehenden Heer der (Eryerbslofen für die bolschewistische Revolution die geeigneten Elemente zu züchten. Der Verfall der politischen Ordnung, die Verwirrung der öffentlichen Meinung durch'eine unverantwortliche jüdische Presse führte zu immer stärkeren Erschütterungen des wirtschaftlichen Lebens und damit zur steigenden Not und zu einer erhöhten Empfanas- bereitschaft bolschewistischer Umsturzgedanken. Die Armee der jüdischen W e 11 r e d o 1 u t i o n , wie man das Arbeitslosenheer bezeichnete, stieg endlich auf fast sieben Millionen. unb vor allem, 2. man muhte verhindern, daß sich die unglücklichen Opfer dieser demokratischen Völker- und Menschenmißhand- lung jemals würden wieder erholen oder gar erheben können. So hat man den teuflischen Plan entwickelt, Generationen mit dem Fluch dieser Diktate zu beladen. 60, 70 ober 100 Jahre lang sollte Deutschland Beträge zahlen, deren praktische Aufbringung voll- tommen schleierhaft bleiben mußte Die Realisierung solcher gigantischen Beträge war weder golb- ober devisenmäßig noch auf dem Wege laufender Pro- buftionsabgaben benfbar, ohne daß nicht auch die verblendeten Tributeinnehmer daran zugrunde gehen mußten. Tatsächlich haben diese demokratischen Friedensdiktatoren mit ihrem Versailler Wahnsinn die Weltwirtschaft gründlich zerstört. Ihre geistlose Zerreißung von Volkern und Staaten führte zur Vernichtung der im Laufe langer Jahrhunderte eingespielten wirtschaftlichen Produktions- unb Handelsgemeinschaften, dadurch zum Zwang zu autarker Selbständigkeitsbestrebungen und damit wieder zur Vernichtung bisheriger allgemeiner Weltwirtschaftsbedingungen. Als ich mich vor 20 Jahren als siebentes Mitalied der damaligen Deutschen Arbeiterpartei zu München in das Buch des politischen Lebens eintrug, sah ich um mich bie Erscheinungen biefcs Verfalls überall wirksam werden. Das Schlimmste war — wie schon betont — bie baraus refultierenbe ooUftänbige Verzweiflung der Masse, bas Verschwinden jeden Vertrauens in die menschliche Vernunft ober gar Gerechtigkeit bei den Gebildeten, ebenso aber auch bas brutale Hervortreten der Selbstsucht aller egoistisch veranlagten Kreaturen. Inwieweit es mir nun möglich wurde, im Laufe von nunmehr 20 Jahren aus diesem chaotischen Zerfall wieder eine Nation Deutschland sorderte seinen Lebensraum Der Trabant der ptutokratie Trinkt Kathreiner, den guten Kneipp Mahkaffee / 2. der Ich habe nun über diese meine Auffassung und Einstellung ebenfalls Niemals einen Zweifel gelassen. Gewiß, solange Deutschland selbst ohnmächtig und wehrlos war, konnte man die Vergewaltigung von fast vier Millionen Deutschen ohne praktischen Widerstand des Reiches eben durchführen. Nur ein politisches Kind aber dürfte alau- den, daß die deutsche Nation für alle ewigen Zeiten im Zustand des Iabres 1919 bleib-n wurde Nur solange die vom Ausland crusgebaltenen internationalen Landesverräter die deutsche Staatsmh- rung innel>atten, war mit einer geduldigen yyin* nähme vieler schandbaren Zustände zu rechnen. (Lebhafter Beifall). Sowie seit dem Siege des Nationalsozialismus diese Landesverräter ihr Domizil dorthin verlegen mußten, woher sie ja auch die Sub- sidiengelder bezogen hatten, war die Losung di-'es Problems nur eine Frage der Zeit iMe- d^rbolt lebhafter Beifall). Und es bandelte sich dabei ausschließlich um eine Frage der davon betroffnen Nationalitäten, nicht um eine Frage Westeuropas. Daß sich Westeuropa für den in seinem Interesse geschaffenen künstlichen Staat interessierte, war ja wohl beareillich. Daß aber di- um diesen Staat liegenden Nationalitäten dieses Interesse als für sie maßgeblich ansehen würden, war ein vielleicht für manche bedauerlicher Trugschluß. Inwieweit dieses Interesse nun auf die finanziell« Fundierung dieses Staatswesens gerichtet war, wäre von deutscher Seite nichts einzuw-nden gewesen, wenn nicht dieses finanzielle Interesse lebten Endes Volk verdient in seiner Summe geschickter Fähigkeiten, seiner Arbeitsamkeit, seinem Fleiß, seiner Liebe 'zum eigenen Heimatboden und zum eigenen Volkstum unsere Achtung. Tatsächlich gab es Zeiträume, in denen diese Respektierung der beiderseitigen nationalen Gegebenheiten etwas Selbstverständliches war. Die demokralischen Friedensmacher von Ver- Es gibt aber ebenso wenig keine Zeile und keine Rede, in der ich in den anderen Fällen etwas anderes ausgedrückt habe, als ich das durch mein praktisches handeln Böhmen und Mähren. Als im Zuge Völkerwanderung deutsche Stämme aus dem Diesen Zustand zu beseitigen habe ich stets als meine höchste und heiligste £e- bensausgabe angesehen. Diesen Dillen zu proklamieren, habe ich nie unterlassen. Und ich war zu jeder Stunde entschlossen, diese mich Tag und Rächt verfolgenden Gedanken zu verwirklichen. Ich hatte mich an meiner Berufung durch die Vorsehung versündigt, wenn ich in dem Bestreben, meine Heimat und mein deutsches Volk der Ostmark an das Reich und damit zur deutschen Volksgemeinschaft zurück;uführen, zum Verräter geworden wäre. (Langanhaltender Beifall.) Ich habe damit aber auch die schandbarste Seite des Versailler Vertrages ausgelöscht. Ich habe für 7V2 Millionen Deutsche das Selbstbestimmungsrecht wiederherge- stellt. Ich habe die demokratische Vergewaltigung dieser 7'/- Millionen beseitigt. Ich habe das Verbot, über ihr Schicksal abzustimmen, aufgehoben und vor der Geschichte diese Abstimmung durchgeführt. Sie hat ein Resultat ergeben, das nicht nur ich erwartet habe, sondern das auch die legen , , . , ' Wenn diese Spannung nun t r o n d e m entstanden ist, dann ist dafür nicht Deutschland verantwortlich, sondern es sind jene internationalen Clemente, die diese Span- nung planmäßig herbeiführen, um ihren kapitalistischen Interessen dienen zu können. Denn ich habe einer ganzen Reihe von Staaten bindende Erklärungen abgegeben. Kerner dieser Staaten kann sich beklaaen, daß auch nur einmal die Andeutung einer Forderung Deutschlands an ihn gerichtet worden wäre, die zu dem im Gegensatz stände. Keiner der nordischen Staatsmänner z. B. kann es behaupten, daß ihm von feiten der deutschen Reichsregierung oder von feiten der deutschen öffentlichen Meinung jemals em Ansinnen gestellt wäre, das mit der Souveränität oder Integrität diefer Staaten nicht vereinbarlich gewesen wäre. Ich war glücklich darüber, daß eine Anzahl europäischer Staaten diele Erklärungen der deutschen Reichsregierung mm Anlaß nahmen um auch ihrerseits den Willen .zu einer unbedingten Neutralität auszusprechen und zu vertiefen. Dies gilt für h o l l a n d. B e l a i e n, die S timet z. Dänemark usw Ich habe Frankreich schon ermähnt. Ich brauche nicht zu erwähn en^I t al ie n mit dem uns die tiefste und engste Freundschaft verbindet, oder Ungarn und I u a oslawien , mit denen wir als Nachbarn das Glück haben, herzlich befreundet zu fein. Ich habe umgekehrt vom ersten Muaenbluf meiner politischen Tätigkeit an keinen Zweifel darüber gelassen, daß esandere Zustände gab, die eine so gemeine und grobe Bet- lehungdes Selbsthestirnmungsrech- f e s unseres Volkes darstellen, daß wie sie n i e akzeptieren und annehmen würden können. Es existiert von mir nicht eine Zeile, und es gibt keine Rede, in denen ich gegenüber den vorher erwähnten Staaten eine andere öal- tuna angenommen hätte als die angegebene. heutigen böhmisch-mährischen Raum aus uns unerklärlichen Ursachen weiterzuwandern begannen, schob sich in diesen Raum und zwischen die noch zurückbleibenden Deutschen ein fremdes slawisches Volk. Sein Lebensraum wird seitdem vom deutschen Volkstum hufeisenförmig umschlossen. Wirtschaftlich ist auf | bie Dauer eine selbständige Existenz dieser Länder, außer im Zusammenhang mit dem deutschen Volk und seiner Wirtschaft, nicht denkbar. Darüber hinaus lebten aber in diesem b ö h - misch- mährischen Raum fast vier Millionen Deutsche. Eine besonders seit dem Versailler Diktat unter dem Druck der tschechischen Mehrheit einsetzende völkische Dernichtungspolitik, zum Teil aber auch wirtschaftliche Bedingungen und die steigende Not, führten zu einer Auswanderung dieses deutschen Elements, so daß die zurückbleiben- den Deutschen auf rund 3,7 Millionen absackten. Das Gebiet ist am Rande geschlossen deutsch besiedelt, besitzt aber auch im Innern große deutsche Sprachinseln. Das tschechische Volk ist seiner Herkunft nach em uns fremdes. Allein in tausendjähriger Gemeinschaft ist seine Kultur im wesentlichen durch den deutschen Einfluß geformt und gebildet worden. Seine Wirtschaft ist das Ergebnis der Zugehörigkeit zur großen deutschen Wirtschaft. Die Hauptstadt dieses Landes war zeitweise deutsche Kaiserstadt, sie besitzt die älteste deutsche Universität. Zahlreiche Dome, Rathauser, Adels- und Bürgerpaläste sind die Zeugen des deutschen kulturellen Einflusses. Das tschechische Volk selbst hat sein Verhältnis zum deutschen Volk m Jahrhunderten bald enger, bald loser gestaltet. Jede Verengung führte zur Blüte des deutschen und tschechischen Volkes, jede Entzweiung zur Katastrophe Die Vorzüge und Werte des deutschen Volkes sind uns bekannt. Allein auch das tschechische sailles können für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, diesem tschechischen Volk die besondere Rolle eines gegen Deutschland ansehbaren Trabanten zugedacht zu haben. Sie haben zu diesem Zweck dem in seiner tschechischen Volkssubstanz überhaupt nicht lebensfähigen Staat willkürlich fremdes Volksgut zu- gesprochen, d. h. also andere Rationalitäten v e r g e w a l ti g t, um auf solche Welse eine latente Bedrohung der deutschen Ration in Mitteleuropa staatlich sicherstellen zu können. Denn dieser Staat, dessen sogenanntes Staats- volk in der Minorität war, konnte nur durch eine brutale Vergewaltigung der volklichen Majoritäten erhalten werden. Diese Vergewaltigung aber war wieder nur denkbar unter der Zubilligung eines Schutzes und einer Hilft von feiten der europäischen Demokratien. Diese Hilfe aber war selbstverständlich nur dann zu erwarten, wenn dieser Staat die ihm anläßlich seiner Geburt zugedachte Rolle getreu zu übernehmen und zu spielen bereit war. Diese Rolle aber hieß nichts anderes, als die Konsolidierung Mitteleuropas 3" verhindern, eine Brücke bolschewistischer Agressivitat nach Europa darzustellen und vor allem Landsknechte der europäischen Demokratien gegen Deutschland zu sein. Alles weitere ergab sich dann von selbst. essierl sie ein kleines braves Volk, was kümmert sie das Leben von hunderttausend braven Soldaten, die das Opfer ihrer Politik werden mußten? Diesen westeuropäischen Frie- denshehern kam es nicht darauf an, Frieden zu stiften, sondern Blut vergießen zu lassen, damit es ihnen durch dieses Blutvergießen gelang, die Völker zu verhetzen und dann noch mehr Blut fließen zu lassen. Deshalb wurde die deutsche Mobilmachung erfunden und der Prager Oeffentlichkeit vorgeschwin- dell. Sie sollte der tschechischen Mobilmachung die Argumente liefern. Durch sie glaubte man dann vor allem aber auch, die nicht zu umgehenden Wahlen im Sudetenland unter den erwünschten militärischen Druck sehen zu können. Rach ihrer Meinung gab es dann für Deutsch- land nur zwei Möglichkeiten: entweder die Hinnahme dieser tschechischen Mobilisierung und damit das Einstecken einer beschämenden Riederlage oder die Auseinandersetzung mit der Tschecho- Slowakei, einenblutig en Krieg, und damit vielleicht die Möglichkeit, die an diesen Dingen gar nicht interessierten Völker Westeuropas zu mobilisieren, sie ebenfalls in den notwendigen Blutrausch zu bringen, um dann die Menschheit in eine neue Katastrophe zu tauchen, bei der die einen die Ehre besitzen, ihr Leben zu verlieren, und die anderen die Annehmlichkeit, Kriegsgeschäfte zu machen. Sie kennen, meine Abgeordneten, meinen damals Pfort gefaßten Entschluß-. 1. Lösung dieser Frage, und zwar noti im Jahre 1938, spätestens am 2. Ob tober; 2. Vorbereitung dieser Lösung mit all jenen Mitteln, die keinen Zweifel darüber lassen konnten, daß jeder Versuch einer Einmischung nunmehr von der geeinten Kraft der Nation abgewehrt werden mürbe. Ich habe damals den Ausbau unserer Westbefestigung angeordnet und befohlen. Sie war bereits am 25. September 1938 in einem Zustand, der die Widerstandskraft der einstigen Siegfriedslinie des Krieges 30» oder 40mal über» traf. Sie ist nunmehr im wesentlichen fertig g e st e l l t und erhält zur Zeit die später von mir neu anoegeben"n Linien vor Aachen "nb Saarbrücken. Auch biese sinb bereits in einem, hohen Ausmaß verteibigungsfertig. In bem Zustand, in bem sich bieses gewaltigste Fe» stungswerk aller Zeiten heute frefinbet, kann die deutsche Nation die beruhigenbe Ueberzeugung ihr eigen nennen, baß es keiner Matit ber Welt gelingen wirb, diese Front jemals zu durchbrechen. r , v Nachbem ber erste Provokationsversuch burti bte tschechische Mobilisation noch nicht zum gewünschten Ergebnis führte, begann bie zweite V H ass, in ber bie Tendenz für biese ausschließlich Mitteleuropa angehenbe Angelegenheit erst recht unverhüllt zu Tage trat. Wenn heute der Schrei in der Welt erhoben wirb: „Niemals mieber Münti en!", bann ist bies bie Bestätigung dafür, daß den Kriegshetzern bie friebtitie Lösung bes Problems als bas verberblichste erschien, was jemals geschah. Sie bebauern, baß kein Blut geflossen ist. Nicht ihr Blut natürlich: benn diese Hetzer stehen ja nicht bort, wo geschoßen, sondern nur bort, w o d erbt en t wirb. (Lebhaft« Zustimmung.) Sondern bas Blut viel namenloser Soldaten. (Fortsetzung im 2. Blatt.)__________ zubringen. Ich brauche es nicht noch einmal zu wiederholen, daß Deutschland im Mai des vergangenen Jahres keinen Mann mobilisiert hatte, wohl aber, daß wir alle der Meinung waren, daß gerade das Schicksal des Herrn Schuschnigg allen anderen raten mußte, auf dem Wege einer gerechteren Behandlung der nationalen Minoritäten eine Verständigung anzubahnen. Ich für meine Person war jedenfalls bereit, mit Geduld und wenn notwendig auch aus Jahre hin eine solche friedliche Entwicklung zu versuchen. Allein gerade diese friedliche Lösung war den Hetzern der Demokratien ein Dorn im Auge. Sie Haffen uns Deutsche und möchten uns am liebsten ausrotten. Aber was find für sie auch fchon Tschechen? Prag war für sie auch nur ein Mittel zum Zweck! Das inter- w formen und eine neue Ordnung herzustellen, gehört schon jetzt ber beutschen Geschichte an Was ich heute vor ihnen als Einleitung aber klarstellen will ist vor allem bte Zielsetzung meiner politischen Absichten nach außen unb ihre Verwirklichung. m den schandbarsten Vergewaltigungen des Versailler Diktates gehört für alle Zeiten bte Zerreißung ber deutschen Nation sowie bte politische Auflösung ^s Lebensraumes in den sie nun einmal seit Jahrtausenden gestellt HL Ich habe, meine Abgeordneten, Männer bes Reichstages, nie einen Zweifel darüber gelassen, daß es an sich in Europa kaum möglich ist, jemals eine allseitige befriedigende Uebereinftimmung staatlichen und völkischer Grenzen zu finden. Die un Laufe ber letzten Jahrhunberte allmählich zum Stilb stand gekommene volkliche Wanderung einerseits und die Bildung großer Gemeinwesen anderseits schuf auf diesem Gebiete einen Zustand, der nach der einen ober anderen Seite hin von den betroffenen fast stets als unbefriedigend empfunden werden wirb. Allein gerabe die Art des allmählichen Abklingens dieser volklichen unb staatlichen Formungen ließ im vergangenen Jahrhundert für viele die Hoffnung als berechtigt erscheinen, daß am Ende zwischen der Respektierung bes nationalen Eigenlebens der europäischen Völker unb ber Anerkennung gewordener staatlicher Gebilde et n Kompromiß gefunden werben würbe, der ohne Zerstörung der staatlichen Ordnung in Europa und damit der nun einmal in ihr gegebenen wirtschaftlichen Grundlagen trotzdem bie Erhaltung der Volkskörper ermöglichen würde. Diese Hoffnungen hat derWelt- krieg beseitigt. Durch bas Versailler Frie- densdiktat ist weder dem einen noch dem anderen Prinzip Genüge getan worden. Es wurde weder das Selbstbestim- mungsrecht der Völker beachtet, noch wurden die staatlichen oder gar wirtschaftlichen Rotwen- digkeiten oder Bedingungen der europäischen Entwicklung in Rechnung gestellt. Trotzdem ober habe ich nie darüber einen Zweifel gelassen, daß — wie schon betont — auch eine Revision des Versailler Vertrages irgendwo ihre Grenze finden würde. Und ich habe dies in freimütiger Weife auch immer offen ausge- sprachen: und zwar nicht aus taktischen Gründen, sondern aus tief innerster Ueberzeugung. Ich habe als nationaler Führer des deutschen Volkes keinen Zweifel darüber gelassen, daß es mir mit dieser Auffassung heiliger Ernst ist. Ich habe aus diesem Grunde für eine ganze Anzahl von vielleicht strittigen Gebieten endgültige Lutsche»- y düngen getroffen und sie nicht nur nach außen, sondern auch nach innen bekannlgegeben und ihre Respektierung durchgesetzt. ebenfalls ausschließlich den rnachtpoliti- chen Zielen ber Demokratien unter- stellt gewesen wäre. Auch die finanzielle Förderung bieses Staates verfolgte nur einen leitenden Gedanken: Einen militärisch gut gerüsteten Staat zu schaffen mit der Aufgabe, eine in bas Reich hinein- reichende Bastion zu bilden, bie — fei es als Ausgangspunkt militärischer Unternehmungen in Verbindung mit westlichen Einbrüchen ins Reich oder nur als Flugzeugstützpunkt — einen unzweifelhaften Wert versprach. Was man von diesem Staat erwartet hatte, geht am eindeutigsten aus der Feststellung des französischen Luftfahrtministers Pierre Lot hervor, der es ruhig aussprach, daß es die Aufgabe dieses Staates wäre, in jedem Konfliktfall Bombenlande- und Bombenab- flugplatz zu fein, von dem aus man die wichtigsten deutschen Industriezent- ren in wenigen Stunden würde vernichten können. Ls ist daher verständlich, wenn die deutsche Staatsführung ihrerseits ebenfalls den Entschluß faßte, diesen Bombenabflugplatz zu vernichten. (Lebhafte, anhaltende Heilrufe und Händeklatschen). Je mehr dieser Staat dieser seiner Ausgabe ent- prech n wollte, um so größer wurde der Wider- taub der sich dem wibersetzenden nationalen Minoritäten. Je größer sich aber biefer Wiberstand auswuchs, um so stärker mußte bie U n t er- drückung einsetzen. Diese zwangsläufige Derstei- ung ber inneren Gegensätze führte wieder zu einer um so größeren Abhängigkeit von den demokratischen Staatsbegrünbern und Wohltätern. Denn: Sie allein waren fa in der Lage, auf bie Dauer die unnatürliche künstliche Existenz bieses Gebilbes wirt- chaftlich aufrechtzuerhalten. Primär hatte nun Deutfchlanb im wesentlichen nur ein In - t«r esse: Nämlich biese fast vier Millionen D e u t sch e n in diesem Land aus ihrer unerträglichen Situation zu befreien und ihre Rückkehr in ihre Heimat und damit zum tausendjährigen Reich zu ermöglichen. Daß dieses Problem ofort das gesamte übrige Nationalitätenproblem ausrollte, war selbstverständlich. Ebenso aber auch die Tatsache, baß bas Abziehen aller Nationalitäten b e n R e st sta a t um jebe Lebens- Möglichkeit bringen mußte, etwas, was ben Versailler Staatsgrünbern ja auch klar war, benn w e il sie bieses wußten, haben sie ja bie Vergewaltigung ber anberen Minoritäten beschlossen unb biese gegen ihren Willen in diese dilettantische Staatskonstruktion hineingezwungen. haben. Ich bin glücklich, baß es, wenn auch zum Aerger ber demokratischen Interessenten, gelungen ist, diese mitteleuropäische Katastrophe bank unserer eigenen Mäßigung unb bank aber auch ber Einsicht bes tschechischen Volkes zu verm eiben. Das, ür was bie besten unb einsichtsvollsten Tschechen einst jahrzehntelang gekämpft hatten, wirb biesem Volk im nationalsozialistischen Reich von vorn- Heroin zugebilligt, nämlich bas Recht auf bas eigene Volkstum unb bas Recht auf bie Pflege bieses Volkstums unb bas Recht auf das Ausleben in biesem Volkstum. Das national» sozialistische Deutfchlanb benkt nicht baran, bie Rassengrundsätze, bie sein Stolz sinb, jemals zu verleugnen. Sie werden nicht nur den Deutschen, fonbern auch bem tschechischen Volke zugute kommen. Was wir verlangen, ist bie Respektierung einer geschichtlichen Notwendigkeit unb einer wirtschaftlichen Zwangslage, in ber wir uns alle befinben. Als ich die Lösung dieses Problems am 22. Februar 1938 im Reichstag ankündigte, war ich überzeugt, hier einer mitteleuropäischen Notwendigkeit zu gehorchen. Noch im März 1938 aber war ich des Glaubens, daß es gelingen könnte, auf dem Wege einer langsamen Evolution die Minovitätenfrag« in diesem Staate zu lösen und früher ober später durch eine vertragliche Zusammenarbeit jene gemeinsame Plattform sicherzustellen, bie nicht nur politisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich für unser aller Interesse nützlich sein konnte. Erst als ber sich restlos in ben Händen seiner international demokratischen Finanziers befindlich« Herr B e n e s ch bas Problem zu einem militärischen auftrieb unb eine Welle von Un» ■ terdrückung über das Deutschtum losließ, zugleich i aber durch die bekannte Mobilmachung ver- i suchte, dem deutschen Staat eine internationale Nie- - Vertage zuzufügen unb sein Prestige zu schäbigen, • wurde mir klar, daß auf diesem Wege eine Lösung nicht mehr gelingen konnte. Denn die damalige Lüge einer deutschen Mobilmachung war ja ersichtlich vom Ausland inspiriert und ben Tschechen unterbreitet worben, um dem Deutschen Reich eine solche Prestige-Niederlage bei» Ich habe nicht, wie Frankreich im Jahre 1870/71 es tat, die Abtretung Elsaß-Lo th ringens als für bie Zukunft untragbar bezeichnet, sondern ich habe hier einen Unterschied gemacht zwischen den damaligen und ben beiden einstigen Reichendem. Und in dieser meiner Einstellung ist feine Revision erfolgt noch wird eine Revision er» folgen. Unb ich habe diese Einstellung im Innern weder publizistisch noch sonst irgendwie ein einziges- mal durchbrechen ober in Frage stellen lassen. Die Rückkehr des Saargebietes hatte sämtliche territorialen Probleme zwische Frankreich unb Deutschland aus ber Welt geschaff t. Ich habe es allerdings immer als bedauerlich empfunden baß bte französischen Staatsmänner biese Haltung als etwas Selb st ver st ändliches betrachteten So liegen diese Dinge nun nicht. Ich habe biese Einstellung nicht etwa gepredigt aus Angst vor Frankreich. (Lebhafter Beifall.) Ich sehe al«; einstiger Soldat keinerlei Veranlassung für em« solche Angst. Außerdem habe ich ja in bezug auf bas Saargebiet feinen Zweifel gelassen, daß bie Nichtzurückgabe dieses Gebietes an Deutschland von uns nicht hingenommen werden würde. Nein, ich habe diese Einstellung Frankreich gegenüber betätigt als ben Eindruck einer Einsicht in bie Notwenbigkeit, in Europa irgenbroie zum Trieben zu kommen, unb nicht burch bie Offenhaltung unbearenzter Forberungen und ewiger Revisionen den Keim für eine fortdauernde Unsicherheit ober gar Spannung zu Sie hat bissen Entschluß nicht gefaßt etwa aus Haß gegen bas tschechische Volk. Eher im Gegenteil. Denn im Laufe eines tausendjährigen Zusammenlebens hat es zwischen bem deutschen und tschechischen Volk oft jahrhundertelange Perioden engster Zusammenarbeit gegeben unb dazwischen allerdings nur kurze Perioden von Spannungen. In solchen Spannungszeiten kann sehr wohl die Leidenschaft ber in ben vorbersten Sapven der volklichen Stellung mHeinanber ringenden Menschen bas Gerechtigkeitsgefühl perbüftern unb dabnrch zu einer falschen (Sefamtbeurteiluna führen. Dies ist ein Merkmal in iebem Krieg. Allein, in ben großen Epochen bes verständnisvollen Zusammenlebens waren sich die beiben Völker noch immer darüber einig, baß sie beiderseits einen heiligen Anspruch auf die Achtung unb Respektieru n g i h re s V o l k s t u m e s erheben konnten. Ich selbst trat aber auch in biefen Jahren bes Kampfes dem tschechischen Volk nie anders geaenüber benn als Wahrer nitit nur eines einseitigen Volks- unb Reichsinteresses, fonbern auch als Achter des tschechischen Volkes selbst. Eines ist sicher: Wenn es ben demokratischen Geburtshelfern bieses Staates gelungen fein würbe, ihr letztes Ziel zu erreichen, bann wäre bestimmt nicht bas Deutsche Veiti zugrunde gegangen, obwohl wir ebenfalls Verluste haben könnten. Nein: bas tschechische Volk würbe es vermutlich seiner Größe unb Lage nach furchtbarere, ia, wie ich überzeugt bin, katastrophale Folg e n zu tragen gehabt feither erhärtete. 1. Oesterreich. Die älteste Ostmark bes beut« chen Volkes war einst die Schutzmark ber beutschen Nation nach dem Südosten bes Reiches. Die Beut- chen in biesem Land« rekrutieren sich aus Siedlern aus allen deutschen Stämmen, wenn auch ber bajuwarische Stamm den Hauptanteil gestellt haben mag. Später wurde biese Ostmark die Hausmacht eines halbtausendjährigen deutschen Kaisertums und Wien damit bie Hauptstadt bes damaligen Deutschen Reiches. Dieses Deutsche Reich ist im Zuge einer allmählichen Auflösung durch den korsischen Napoleon endgültig zerschlagen worden, lebte bann aber als Deutscher Bund weiter und hat, wenn auch nicht mehr in staatlicher, so doch in volklicher ersehnter Einheit den größten Krieg aller Zeiten neuerdings gemeinsam gekämpft und gemeinsam erduldet. Ich selbst bin ein Kind dieserOstmark. Durch die Versailler Verbrecher ..... ------- wurde nicht nur das Deutsche Reich zerschlagen, Versailler demokratischen Dölkervergewaltiger ge« Oesterreich aufgelöst, sondern auch ben Deutschen n a u vorausgesehen hatten. Denn warum verboten, sich zu jener Gemeinschaft zu bekennen, hätten sie sonst die Abstimmung über ben Anschluß der sie über tausend Jahre lang angehört hatten. I verboten? Näh. Lessiugstratze 18. 3I3oO lichkeit., 3122V Zuschriften unt. *<3 und 2 Jahre) zuverläss. junges Wetzlar. 29160 Stellenangebote UNd 02189 Limousine Gebr. 02190 F. Ackermann K.-€>. Halle/Saale 2, Schließfach 96. Suche sofort einen jung., tüchtigen Gärtnergehilfen 1 Gartenarbeiter Hrch. Zungermann ©artenöouöetr. u. Srieöbofsgörmerei Am Neuen Friedhof. Schlosser, Dreher, Schmiede Elektroschweißer Rohrinstallateure, Billsdreher sowie Leute zum Anlernen gesucht. Holl mann-Werke SonntagSdienstfürAerzte Arzt. 30.4.: Dr. Wolf, Wall- torstrahe 48. Fernsprecher 3601. — 1. 5.: Dr. Kröck, Goethestrahe. 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Es wäre im übrigen aber auch gar nicht notwendig gewesen, daß die Konferenz von München stattfand; denn diese Konferenz war nur deshalb zu Stande gekommen, weil die erst zum Widerstand um jeden Preis aufhetzenden Staaten später, als das Problem so oder so zur Lösung drängte, in einer mehr oder weniger anständigen Form versuchen mußten, sich den Rückzug zu ermöglichen; denn ohne München, d. h. ohne die Einmischung dieser westeuropäischen Staaten wäre die Lösung des ganzen Problems — wenn es überhaupt zu einer solchen Zuspitzung gekommen sein würde — wahrscheinlich spielend möglich gewesen. Die Münchener Entscheidung führte, nun zu folgendem Ergebnis: 1. Rückkehr der wesentlichsten Teile der deutschen Randbesiedlung in Böhmen und Mähren zum Reich. 2. Offenhaltung der Lösung der übrigen Probleme dieses Staates, d. h. der Rückkehr bzw. des Ausscheidens der noch vorhandenen ungarischen und keinen Zweifel darüber gelassen, daß, wenn die Tschechei irgend welche Schritte unternehmen würde im Sinne der politschen Tendenzen des abgetretenen Herrn Dr. B e n e j ch, Deutschland eine Entwicklung in dieser Richtung nicht hinnehmen, sondern schon im Keime auslöschen würde. Ich zielte damals auch darauf hin, daß die Aufrechterhaltung eines so gewaltigen militärischen Arsenals in Mitteleuropa ohne Sinn und Zweck nur als Gefahrenherd angesehen werden müsse. Wie richtig diese meine Warnung war, wurde durch die spatere Entwicklung erwiesen. Durch eine fortgesetzt sich steigernde Flüsterpropaganda sowohl als durch ein allmähliches Abgleiten tschechischer Zeitungen in die frühere Tonart mußte auch dem Einfältigsten klar werden, daß in kurzer Zeit d i e alten Zustände wieder vorhanden sein würden. Die Gefahr einer militärischen. Auseinandersetzung war um so größer dann, als ja immer damit gerechnet werden mußte, daß sich deutschen Volkes. Vordem war Deutschland ein großes Weltteich. Es beherrschte einst das Abendland. In.blutigen Kämpfen und religiösen Streitigkeiten sowie aus den Gründen einer inneren staatlichen Aufsplitterung ist dieses Reich an Macht und Größe gefallen und endlich in tiefem Schlaf versunken. Allein als dieses alte Reich sein Ende zu nehmen schien, da wuchs bereits der Keim zu seiner Wiedergeburt. Aus Brandenburg und Preußen entstand ein neues Deutschland, das Zweite Reich, und aus ihm wurde nunmehr endlich das Deutsche Volksreich. Es müßten nun alle Engländer begreifen, daß wir nicht im geringsten das Gefühl einer Inferiorität den Briten gegenüber besitzen. Dazu ist unsere geschichtliche Vergangenheit zu gewaltig! (Stürmischer Beifall.) England hat der Welt viele große Männer geschenkt, Deutschland nicht weniger. Der schwere Kampf um die Lebensbehauptung unseres Volkes hat im Laufe von drei Jahrhunderten nur in der Verteidigung des Reiches von uns Blutopfer gefordert, die weit darüber hinausgingen, was andere Völker für ihre Existenz zu bringen hatten. Wenn Deutschland als ewig angegriffener Staat aber trotzdem feinen Besitzstand nicht zu wahren vermochte, sondern viele Provinzen opfern mußte, dann nur infolge seiner staatlichen Fehlentwicklung und der daraus bedingten Ohnmacht! Dieser Zu st and ist nun überwunden. Wir haben daher als Deutsche nicht im Geringsten die Empfindung, dem britischen Volke etwa unterlegen zu sein. Die Achtung vor uns selbst ist genau so groß wie die eines Engländers vor England. Die Geschichte unseres Volkes hat in ihrer nunmehr fast 2000jäl)rigen Dauer Anlässe und Taten genug, um uns mit einem aufrichtigen Stolz zu erfüllen. (Lebhafter Beifall.) Wenn nun England für diese unsere Einstellung kein Verständnis aufbringf, sondern in Deutschland glaubt vielleicht einen Vasallen st aal erblicken zu können, dann ist allerdings unsere Liebe und unsere Freundschaft an England umsonst bargeboten worden. Wir werden deshalb nicht verzweifeln oder verzagen, sondern wir werden dann — gestützt auf das Bewußtsein unserer eigenen Kraft und auf die Kraft unserer Freunde — die Wege finden, die unsere Unabhängigkeit sicherst ellen und unserer Würde keinen Abbruch tun. (Lebhaster stürmischer Beifall.) Ich habe die Erklärung des britischen Premierministers vernommen, nach der er meint, in Versicherungen Deutschlands kein Vertrauen setzen zu können. Ich halte unter diesen Umständen es für selbstverständlich, daß wir weder ihm noch dem englischen Volk weiterhin eine Lage zumuten wollen, die nur unter Vertrauen denkbar ist. Als Deutschland nationalsozialistisch wurde und damit seine Wiederauferstehung ein- leitete, habe ich im Verfolg meiner unentwegten Freundschaftspolitik England gegenüber von mir aus selbst den Vorschlag einer freiwilligen Begrenzung der deutschen Seerüstung gemacht. Diese Begrenzung setzte allerdings eines voraus, nämlick den Willen und die Ueberzeugung, daß zwischen England und Deutschland niemals mehr ein Krieg möglich sein würde. Diesen Willen und die Ueberzeugung besitze ich auch heute noch. Ich muß aber nunmehr feststellen, daß die Politik Englands inoffiziell und offiziell keinen Zweifel darüber läßt, daß man i n London dieseUeberzeugungnicht mehr teilt, sondern im Gegenteil der Meinung ist, daß ganz gleich, in welchen Konflikt Deutschland einmal verwickelt werden würde, Großbritannien stets gegen Deutschland Stellung nehmen müßte. Man sieht also dort den Krieg gegen Deutschland als etwas selbstverständliches an. Ich bedaure dies tief, denn die einzige Forderung, die ich an England stellte, und immer stellen werde, ist die nach Rückgabe unserer Kolonien. (Stürmischer Beifall.) Ich ließ aber keine Unklarheit darüber, daß dies niemals der Grund für eine kriegerische Auseinandersetzung sein würde. Ich war immer des Glaubens, daß England, für das diese Kolonien keinen Wert haben, einmal Verständnis für die deutsche Lage aufbringen würde und die deutsche Freundschaft dann höher bewerten müßte als Objekte, die keinerlei realen Nutzen für England abwerfen, während sie für Deutschland lebenswichtig sind. Ich habe aber, davon abgesehen, nie eine Forderung gestellt, die irgendwie britisches Interesse berührt haben würde oder die dem Weltreich hätte gefährlich werden können und mithin für England irgendeinen Schaden bedeutet haben könnte. Ich habe mich immer nur im Rahmen jener Forderungen bewegt, die auf das engste mit dem deutschen Le- b e n s r a u m und damit dem ewigen Gesicht der deutschen Nation Zusammenhängen. Wenn nun England heute in der Publizistik und offiziell die Auffassung vertritt, daß man gegen Deutschland unter allen Umständen und aufrechterhalten kann. Deutschland hat daher auch auf eine wenige Tage vor der Auflösung dieses Staates von England und Frankreich eingegangene Anfrage über eine Garantie diese abgelehnt; denn es fehlten ja 'n [le seinerzeit in München dafür vorgesehenen Voraussetzungen. Im Gegenteil. Als sich endlich die deutsche Reichsregierung — nachdem das ganze Gebilde in Auflösung begriffen war und sich auch schon praktisch aufgelöst hatte, entschloß, nunmehr ihrerseits ebenfalls einzugreifen, geschah dies nur in Vollzug einer selbstverständlichen Pflicht; denn folgendes ist noch zu bemerken: Die deutsche Reichsregierung hat bereits beim ersten Antrittsbesuch des tschechischen Außenministers C h v a l k o v s k i in München ihre Auffassung über die Zukunft der Tschecho-Slowakei klar zum Ausdruck gebracht. Ich selbst habe damals dem Herrn Minister Chvalkovski versichert, daß wir unter der Voraussetzung einer loyalen Behandlung der in der Tschechei verbliebenen großen deutschen Minderheiten und einer Voraussetzung einer Beruhigung des ganzen Staates eine loyale Haltung Deutschlands stcherstellen würden und von uns aus diesem Staat keinerlei Hindernisse bereiten wollten. Ich habe aber auch slowakischen Minoritäten, 3. blieb noch offen die Frage der Garantie. Die Garantie dieses Staates war, soweit es sich um Deutschland und Italien handelte, von vornherein abhängig gemacht worden von der Zustimmung aller an diesem Staat angrenzenden Interessenten und damit von der tatsächlichen Lösung der diese Interessenten beruf)- renben und noch offen gebliebenen Fragen. Fol- ( genbe Fragen aber waren offen geblieben: 1. Rückkehr ber magyarischen Teile zu Ungarn; 2. Rückkehr der polnischen Teile zu Polen; 3. Lösung der slowakischen Frage unb 4. Lösung der ukrainischen Frage. Wie Ihnen bekannt ist, haben nun, nachdem kaum die Verhandlungen zwischenUngarnundder Tschecho-Slowakei begonnen hatten, sowohl die tschecho-slowakischen als auch die ungarischen Unterhändler an Deutschland unb an das an unserer Seite stehende Italien die Bitte gerichtet, als Schiedsrichter die neue Grenzziehung zwischen der Slowakei, der Karpatho-Ukraine unb Ungarn vorzunehmen. Damit haben bie Betroffenen selbst von der Möglichkeit — an d i e vier Mächte zu appellieren — keinen Gebrauch gemacht, sondern ausdrücklich Verzicht geleistet, d. h. sie abgelehnt. Und dies war selbstverständlich. Alle die in diesem Lebensraum Wohnenden wollten Ruhe unb Frieben erhalten. Italien unb Deutschland waren bereit, biesem Ruf zu folgen. Ein Einspruch gegen diese, an sich ja schon die Münchner Abmachung formell verlassende Abmachung wurde weder von England noch von Frankreich erhoben unb konnte nicht erhoben werden; denn es wäre ja wahnsinnig gewesen, etwa von Paris oder London aus zu protestieren gegen eine Handlung Deutschlands ober Italiens, die allein auf Grund des Ansuchens der Betroffenen selbst stattfand. Der Schiedsspruch von Italien und Deutschland hat — wie in solchen Fällen stets — keine Seite re st los befriedigt. Er krankte von vornherein daran, daß er von beiden Seiten freiwillig anerkannt werden mußte. Als daher dieser Schiedsspruch zur Verwirklichung kam, erhoben sich sofort in kurzer Zeit nach der Annahme von zwei Staaten heftige Einsprüche. Ungarn forderte aus allgemeinen und besonderen Interessen die Karpatho-Ukraine, Polen forderte desgleichen eine direkte Verbindung mit Ungarn. Es war klar, daß unter solchen Umständen auch der R e ft ft a a t dieser einstigen Versailler Geburt zum Tode bestimmt war. Tatsache war, daß an der Aufrechterhaltung des bisherigen Staates vielleicht überhaupt nur ein einziger Staat interessiert war, nämlich Rumänien, das durch seinen berufensten Mund mir persönlich zum Ausdruck brachte, wie erwünscht es ihm wäre, über bie Ukraine unb Slowakei vielleicht einen direkten Weg nach Deutschland erhalten zu können. Ich erwähne dies als eine Illustration für das Gefühl der Bedrohung durch Deutschland, unter der die rumänische Regierung nach der Auffassung amerikanischer Hellseher gelitten haben soll. (Lachen.) Es war aber nun klar, daß es nicht die Aufgabe Deutschlands sein konnte, sich auf die Dauer einer Entwicklung zu widersetzen ober gar für einen Zuftanb zu kämpfen, für den es keine Verantwortung hätte übernehmen können. Es kam daher jener Augenblick, in dem ich mich namens der Reichsregierung enlfchloh, zu erklären, daß wir nicht daran dächten, uns länger mit dem Odium zu betasten, um etwa eine deutsche Vormarschstraße nach Rumänien offenzuhatten. dem gemeinsamen Grenzwunsch der Polen und Ungarn zu widersprechen. Da außerdem die tschechische Regierung zu ihren alten Wethoden zurückkehrte und auch die Slowakei ihre Selbsiändigkeitswünsche offenbarte, war von einer weiteren Erhaltung des Staates keine Rede mehr. Die Versailler konstruklion der Tschecho-Slowakei hat sich s e l b st überlebt. Sie verfiel der Auflösung, nicht weil Deutschland dies wollte, sondern weil man am Konferenztisch auf die Dauer nicht künstlich lebensunfähige Staaten konstruieren Ich glaube, es ist ein Glück für Millionen unb Abermillionen Menschen, baß es mir gelungen ist, bank ber in letzter Minute wirksam roerbenben Einsicht verantwortlicher Männer auf der anberen Seite eine solche Explosion verhindert unb eine Lösung gefunben zu haben, bie meiner Ueberzeugung nach bieses Problem als einen mitteleuropäischen Gefahrenherb enbgültig aus ber Welt schafft. (Lebhafter Beifall.) Die Behauptung, daß nun diese Lösung i m Gegensahzur AbmachungvonWün- ch e n stünde, kann durch gar nichts begrün b e t oder erhärtet werden. Die Wünche- ner Lösung konnte unter keinen Um- ständen als eine endgültige gelten; denn sie hat selbst zugegeben, daß weitere Probleme noch der Lösung bedürften und gelöst werden sollten. Daß sich nun die Betroffenen — und dies ist entscheidend — nicht an d i e vierTNächte gewandt haben, sondern nur an Italien und Deutschland, kann wirklich nicht uns vorgeworfen werden. Ebensowenig auch, daß der Staat endlich als solcher von selb st verfallen war und damit eine Tschecho-Slowakei nicht mehr existierte. Daß aber, nachdem das ethnographische Prinzip schon längst außer Kraft gesetzt worden war, nunmehr auch Deutschland seine immerhin tausendjährigen Interessen, die nicht nur politischer, sondern auch wirtschaftlicher Art sind, in seine Obhut nahm, ist wohl selbstverständlich. (Lebhafter Beifall.) Ob die Lösuna, die Deutschland gefunden hat, richtig oder nicht richtig ist, wird die Zukunft erweisen. Sicher aber ist das eine, daß die Lösung nicht einer englischen Kontro11e ober englischem Prinzip untersteht. Denn bie Länber Böhmen unb Währen haben als letztes Restgebiet ber ehemaligen Tschecho-Slowakei m i t ber Wünchener Abmachung überhaupt nichts mehr zu tun. So wenig, als etwa englische Wahnahmen, sagen wir in 3rlanb, mögen sie richtig ober falsch sein, einer beutschen Kontrolle ober Kritik unterstellt sinb, so wenig ist dies bei biesen alten deutschen Kurfürstentümern der Fall. (Wiederholter stürmischer Beifall.) Wie man aber bie in München zwischen Herrn Chamberlain unb mir perfön- l i ch betätigte Abmachung auf diesen Fall beziehen kann, ist mir gänzlich unverstänblich, benn biefer Fall ber Tschecho-Slowakei war ja in dem Münchener Protokoll ber vier Mächte geregelt worben, soweit er eben bamals geregelt werben konnte. Darüber hinaus war nur vorgesehen, baß, wenn bie Beteiligten nicht zu einer Einigung kommen würben, sie sich an bie vier Mächte würben roenben könnten. Unb biese wollten bann nach brei Monaten zu einer weiteren Beratung zusammentreten. Nun haben aber biese Beteiligten sich überhaupt nicht mehr an bie vier Mächte gewandt, sondern nur an Deutschland und Italien. Wie sehr diese dazu doch letzten Qmbes berechtigt waren, geht daraus hervor, daß weder England noch Frankreich dagegen Einspruch erhoben haben, sondern den von Deutschland unb Italien gefällten Schiebsspruch ohne weiteres auch selbst akzeptierten. Rein, die Abmachung, die zwischen Herrn Chamberlain und mir getroffen wurde, hat sich nicht auf dieses Problem bezogen, sondern ausschließlich auf Fragen, die das Zusammenleben Englands und Deutschlands betreffen. Das geht auch eindeutig hervor aus der Feststellung, daß solche Fragen im Sinne des Wünchener Abkommens und des deutsch-englischen Flottenvertrages in Zukunft also freundschaftlich behandelt werden sollten, und zwar auf dem Wege der Konsultierung. Wenn sich aber dieses Abkommen auf jede künftige deutsche Betätigung politischer Art bezogen haben würde, dann dürfte auch England keinen Schritt mehr unternehmen, sei es z. B. in Palästina oder wo anders, ohne sich mit Deutschland erst zu konsultieren. Cs ist selbstverständlich, daß wir dies nicht erwarten, ebenso aber lehnen wir jede ähnliche Erwartung, die an uns gestellt wird, ab. Wenn nun Herr Chamberlain daraus folgert, daß diese Wünchener Abmachung damit hinfällig sei, weil sie von uns gebrochen worden wäre, so nehme ich nunmehr diese Auffassung zur Kenntnis und ziehe daraus die Konsequenz en. (Stürmische Beifallskundgebungen.) irgendwelche Wahnsinnigen ber aufgestapelten u n - geheuren Kriegsmaterialien bemächtigen konnten. Dies barg in sich bie Gefahr von Explosionen unabsehbaren Umfanges. Ich kann nicht umhin, zum Beweis Ihnen, meine Abgeordneten, einen Einblick zu geben in bie geradezu gigantisch anmutenben Zahlen dieses mitteleuropäischen internationalen Spreng st offlagers. Seit ber Besetzung dieses Gebietes wurden beschlagnahmt und sichergestellt: A. Luftwaffe: Flugzeuge 1582, Flakgeschütze 501; 8. Heer: Geschütze (leichte und schwere) 2175; Minenwerfer 785, Panzerkampfwagen 469, Maschinengewehre 43 876, Pistolen 114 000, Gewehre 1090 000; C. Munition: Jnfanteriemunition über 1 000 000 000 Schuß, Artilleriemunition über 3 000 000 Schuß; D) Sonstiges Kriegsgerät altert 21 r t wie: Bruckengerät, Horchgerät, Scheinwerfergerät, Meßgerät. Kraftfahrzeuge unb Sonberkraftfahrzeuge in größten Mengen! Ich habe während meiner ganzen politischen Tätigkeit immer den Gedanken der Herstellung einer engen deutsch - englischen Freunb- schaft unb Zusammenarbeit vertreten. Ich fand in meiner Bewegung ungezählte gleichgesinnte Menschen. Vielleicht schlossen sie sich mir auch wegen dieser meiner Einstellung an. Dieser Wunsch nach einer deutsch-englischen Freundschaft und Zusammenarbeit deckt sich nicht nur mit meinen Gefühlen, die sich aus der Herkunft unserer beiden Völker ergeben, sondern auch mit meiner Einsicht in die im Interesse der gangen Menschheit liegende W i ch- tigkeit der Existenz des britischen Weltreiches. Ich habe niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß ich im Bestände dieses Reiches einen unschätzbaren Wertfaktor für die ganze menschliche Kultur und Wirtschaft sehe. Wie immer auchGroß- britannien seine kolonialen Gebiete erworben hat — ich weiß, es geschah dies alles durch Gewalt und sehr oft durch brutalste Gewalt —, so bin ich mir doch darüber im klaren, daß kein anderes Reich auf anderem Wege bisher entstanden ist, und daß letzten Endes vor der Weltgeschichte weniger die Methode als der Erfolg gewertet wirb, unb zwar nicht im Sinne des Erfolges ber Methode, sondern des allgemein nen Nutzens, der aus einer solchen Methode entsteht. Das angelsächsische Volk hat nun ohne Zweifel eine unermeßliche kolonisatorische Arbeit auf dieser. Welt vollbracht. Dieser Arbeit gehört meine aufrichtige Bewunderung. Der Gedanke an eine Zerstörung dieser Arbeit erschiene und erscheint mir von einem höheren menschlichen Standpunkt aus nur als ein Ausfluß menschlichen Herostratentums. Allein dieser mein aufrichtiger Respekt vor dieser Leistung bedeutet nicht einen Verzicht auf d i e Sicherung des Lebens meines eigenen Volkes. Ich halte es für unmöglich, eine dauernde Freundschaft zwischen den deutschen unb dem angelsächsischen Volk berzultellen, wenn nicht auch auf ber anderen Seite die Erkenntnis vorhanden ist, daß es nicht nur britische, sondern auch deutsche Interessen gibt, daß nicht nur die Erhaltung des britischen Weltreiches für die britischen Männer Lebensinhalt und Lebenszweck ist, sondern für die deutschen Männer die Freiheit und Erhaltung des Deutschen Reiches! Eine wirkliche dauernde Freundschaft zwischen diesen beiden Nattonen ist nur denkbar unter der Voraussetzung ber gegenseitigen Respektierung Das englische Volk beherrscht ein großes Weltreich. Es hat dieses Weltreich gebildet in einer Zeit der Erschlaffung des auftreten müßte unb dies durch die uns bekannte Politik der Einkreisung bestätigt, dann ist damit die Voraussetzung für den Flottenvertrag beseitigt. Ich habe mich daher entschlossen, dies der britischen Regierung mit dem heutigen Tage m i 1 z u - leiten. Es handelt sich dabei für uns nicht um eine materielle Angelegenheit — denn ich hoffe noch immer, daß wir ein Wettrüsten mit England vermeiden können, sondern um einen Akt der Selbstachtung. Sollte die britische Regierung aber Wert darauf legen, mit Deutschland über dieses Problem noch einmal in Verhandlungen einzutreten, dann würde sich niemand glücklicher schätzen als ich, um vielleicht doch noch zu einer klaren und eindeutigen Verständigung kommen zu können. 3m übrigen kenne ich mein Volk — und ich baue darauf. Wir wollen nicht, was uns nicht einst gehört hat, kein Staat wird von uns in feinem Eigentum jemals beraubt werden, allein jeder, der Deutschland glaubt angreifen zu können, wird eine Wacht und einen Widerstand vorfinden, gegenüber denen die des 3ahres 1914 unbedeutend waren. (Stürmischer Beifall.) Ich möchte im Zusammenhang damit auch gleich jene Angelegenheit besprechen, bie von denselben Kreisen, bie einst die Mobilisierung der Tschecho- Slowakei veranlaßten, als Ausgangspunkt der neuert Kampagne gegen bas Reich gewählt wurde. Ich habe schon eingangs meiner Rede Ihnen, meine Abgeordneten, versichert, daß ich niemals, fei es im Falle Oesterreich ober sei es im Falle der Tschecho- Slowakei in meinem politischen Leben eine andere Haltung eingenommen habe, als wie sich mit den nunmehr. vollzogenen Ereignissen vereinbaren ließ. Ich habe daher auch dem Problem des Memel» b e u t s ch t u m s gegenüber darauf hin gewiesen, daß diese Frage, wenn sie nicht von L i t a u e n f e 1 b ft in einer vornehmen unb großzügigen Weise ihre Lösung finden würde, eines Tages Deutschland auf den Platz rufen müßte. Sie wissen, daß das Memelgebiet einst durch das Diktat von Versailles ebenfalls gänzlich willkürlich vom Deutschen Reich gerissen wurde, unb daß endlich im Jahre 1923, also schoninmittendestief» ft en Friedens, dieses Gebiet von Litauen besetzt und damit mehr ober weniger beschlag- nahmt worden war. Das Schicksal der Deutschen ist dort seitdem ein wahres Martyrium gewesen. Es ist mir nun im Zuge der Rückgliederung Böhmens und Mährens in den Rahmen des Deutschen Reiches auch möglich geworden, eine A b» machung mitderlitauischen Regierung zu finden, die die Rückkehr dieses Gebietes ebenfalls ohne jeden Gewaltakt und ohne Blutvergießen nach Deutschland gestattete. Auch hier habe ich nicht eine Quabratmeile mehr verlangt, als wir vorher besaßen und uns geraubt worben war. Das heißt also, es ist nur bas Gebiet, bas die wahnsinnigen Friedensdiktato» ren non Versailles von uns gerissen hatten, wieder zum Deutschen Reich zurückgekehrt. Für das Verhältnis Deutfchlanbs zu Litauen wird aber diese Lösung — dessen bin ich überzeugt — nur vorteilhaft sein. Denn Deutschland hat — dies würbe ja durch unser Verhalten bewiesen — nunmehr fe i n anderes Interesse, als auch mit diesem Staat in Frieden unb Freundschaft zu leben unb unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu ihm zu finden und zu pflegen. Und hier muß ich grundsätzlich eines erklären: Die Bedeutung wirtschaftlicher Abmachungen mit Deutschland liegt nicht nur darin, daß Deutschland a(f ExPor» in Polen Hal das deutsche Angebot abgelehnt gegenseitige; A b- Wie oft haben mir das Aichtangriffspakt besieht nicht mehr Ltnerschütterttches Vertrauen 2. Erleichterungen für den Durchgangsverkehr durch den Korridor zu erwägen. Ich habe diese mir unverständliche Haltung der polnischen Regierung aufrichtig bedauert, jedoch, das allein ist nicht das Entscheidende, sondern das schlimmste ist, daß nunmehr, ähnlich wie die Tschecho-Slowakei vor einem Jahr, auch P o - len glaubt, unter dem Druck einer verlogenen Welthetze Truppen einberufen zu müssen, obwohl Deutschland seinerseits überhaupt nicht einen einzigen Mann eingezogen hat und nicht daran dachte, irgendwie gegen Polen oorzugehen. Wie gesagt, dies ist an sich sehr bedauerlich, und die Nachwelt wird einmal entscheiden, ob es nun wirklich so richtig war, diesen von mir gemachten einmaligen Vorschlag abzulehnen. Dies — wie gesagt — war ein Versuch von mir, eine die ganze deutsche Nation innerlich bewegende Frage in einem wa'hr= hast einmaligen Kompromiß zu lösen, und zwar zu lösen zu Gunsten beider Länder. Meiner Ueberzeugung nach war Polen bei dieser Lösung überhaupt kein gebender Teil, sondern nur ein nehmender, denn daß Danzig niemals polnisch werden wird, dürfte wohl außer Zweifel stehen. Die Deutschland nunmehr von der Weltpresse einfach angedichtete Angriffsabsicht führte in der Folge zu dem Ihnen bekannten Jo- genannten Garantieangebot und zu einer Verpflichtung der polnischen Regierung, für einen gegenseitigen Beistand, der also Polen unter Umständen zwingen würde, im Falle eines Konflikts Deutschlands mit irgendeiner anderen Macht, durch den wieder England auf den Plan gerufen würde, nun seinerseits gegen Deutschland militärisch Stellung zu nehmen. Ich habe nunmehr der polnischen Regierung folgenden Vorschlag unterbreiten lassen: 1. Danzig kehrt als Freistaat in den Rahmen des Deutschen Reiches zurück. 2. Deutschland erhalt durch den Korridor eine Straße und eine Eisenbahnlinie zur eigenen Verfügung mit dem gleichen exterritorialen Charakter für Deutschland, als der Korridor ihn für Polen besitzt. Dafür ist Deutschland bereit: 1. Sämtliche wirtschaftlichen Rechte Polens in Danzig anzuerkennen. 2. Polen in Danzig einen Freihafen beliebiger Größe und bei vollständigem freien Zugang sicherzustellen. 3. Damit die Grenzen zwischen Deutschland und Polen endgültig als gegeben hinzunehmen und zu akzeptieren. 4. Einen 25jahrigen Richtangriffspakt mit Polen abzuschließen, also einen Pakt, der weit über mein eigenes Leben hinausreichen würde, und 5. die Unabhängigkeit des slowakischen Staates durch Deutschland, Polen und Ungarn gemeinsam ficherzustellen, was den praktischen Verzicht auf jede einseitige deutsche Vormachtstellung in diesem Gebiet bedeutet. Die polnische Regierung hat dieses mein Angebot abgelehnt und sich 1. nur bereit erklärt, über die Frage des Ersatzes des Volkerbundskommissars zu verhandeln und allein 14 Kriege geführt worden, an denen allerdings Deutschland in keinem Fall beteili.gt war, wohl aber Staaten der „westlichen halbkugel", in deren Ramen Herr Präsident Roosevelt ebenfalls das Dort ergreift Dazu kommen aber noch im selben Zeitraum 26 gewaltsame Interventionen und mit blutiger Gewalt durchgefutzrte Sanktionen. Auch daran ist Deutschland gänzlich unbeteiligt gewesen. Die amerikanische Union allein hat in sechs ballen seit 1918 militärische Interventionen durchgeführt. Sowsetruhland hat feit 1918 zehn Kriege und militärische Aktionen mit blutiger Gewalt geführt. Auch hieran war Deutschland in keinem Falle beteiligt. Es war auch nicht die Ursache eines dieser Vorgänge. Es würde also in meinen Augen ein Irrtum fein, anzunehmcn, daß die Furcht der europäischen oder außereuropäischen Völker vor Kriegen gerade in diesem Augenblick auf wirkliche Kriege selbst zu- rückgeführt werden könnte, für die Deutschland verantwortlich gemacht werden dürfte. Der Grund für diese Furcht liegt ausschließlich in einer ungezügelten, ebenso verlogenen wie niederträchtigen P r e fJ e s Hetze, in der Verbreitung übelster Pamphlete über Jremde Staatsoberhäupter, in der künstlichen Panikmache, die am Ende so weit führt, daß selbst Interventionen von Planeten für möglich gehalten werden und zu heillosen Schreckenszenen führen. Ich glaube, daß, sobald die verantwortlichen Regierungen sich selbst und ihren publizistischen Organen über die Beziehungen der Völker untereinander und in Sonderheit über die inneren Vorgänge bei anderen Völkern die notwendige Zurückhaltung und Wahrheitsliebe auferlegen, die Kriegsangst sofort verschwinden wird und die von uns allen erwünschte Ruhe eintreten könnte. 2. Herr Roosevelt glaubt in seinem Telegramm, daß jeder größere Krieg, sogar wenn er auf andere Kontinente beschränkt bleiben sollte, sich während feiner Dauer und noch auf die ganze Lebenszeit mehrerer Generationen nachher schwer auslösen wird. Antwort'. Dies weiß niemand mehr als das deutsche Völk, denn dem deutschen Volke wurden i m Friedensvertrag von Versailles Lasten aufgebürdet, die in nicht ei nm al hundert Jahren abzutragen gewesen wären, obwohl gerade amerikanische Staatsrechtslehrer, Historiker und Geschichtsprofefforen nachgewiesen haben, daß Deutschland am Ausbruch des Weltkrieges genau so schuldlos war, wie irgendein anderes Volk. Allein ich glaube nicht, daß jeder Kampf sich für eine ganze Umwelt, d. h. für die ganze Erde, katastrophal aus- wirken muß, dann, wenn man nämlich nicht künstlich durch ein System undurchsichtiger Paktverpflick)- hingen die ganzer Erde planmäßig in solche Konflikte hineinzieht. Denn da die Welt bisher in früheren Jahrhunderten und — wie ich eingangs in meinen Antworten nachwies — auch in den letzten Jahrzehnten fortgesetzt Kriege erlebte, würde im Falle des Zutrefens der Auffassung Roosevelts schon jetzt in der Zusamrnenaddierung der Auswirkung all dieser Kriege die Menschheit noch Jahr- Millionen zu tragen haben. 3. Herr Rooofevelt erklärt, daß er sich schon bei einer früheren Gelegenheit an mich gewandt Hobe im Interesse der Regelung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Probleme auf friedlichem Wege mit der Hoffnung, dabei ohne Appell an die Waffen oorzugehen. Antwort: Ich habe diese Auffassung bisher auch selbst stets vertreten und, wie die Geschichte es ja auch erweist, ohne Waffengewalt, dH. ohne Appell an die Waffen die notwendigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme geregelt. Leider ist diese friedliche Regelung aber durch die Hetze von Politikern, Staatsmännern und Presseleuten erschwert worden, die von den in Frage stehenden Problemen weder betroffen oder auch nur berührt werden konnten. 4. Herr Roosevelt glaubt, daß die „Zeitströ- m u n g" jetzt wieder drohende Waffengewalt mit sich bringe und daß, wenn derartige Bedrohungen fortdauern, es unvermeidlich erscheine, daß ein großer Teil der Welt gemeinsam dem Verderben anheimfalle. Antwort: Soweit es sich um Deutschland handelt, ist mir von einer derartigen Bedrohung verfässer herumstellten, von denen jedes einzelne außerdem noch mit kaum auslöschbaren Lunten versehen worden war. Man kann nun diese Probleme nicht nach irgendeinem alten Schema lösen, sondern ich halte es für notwendig, daß man hier neue Wege geht. Denn der Weg Polens zum Meer durch den Korridor und umgekehrt ein deutscher Weg durch diesen Korridor haben überhaupt keinerlei militärische Bedeutung. Ihre Bedeutung liegt ausschließlich auf psychologischem und wirtschaftlichem Gebiet. Einem solchen Verkehrsstrang eine militärische Bedeutung zuweisen zu wollen, hieße, sich einer militärischen Naivität von seltenem Ausmaß ergeben. So hat die deutsche Reichsregierung auch im tieften Verständnis das Recht der Aktion des italienischen Freundes in Albanien begriffen und diese daher begrüßt. Ja, der Faschismus hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, in dem Italien von Natur und Geschichte zugewiesenen Lebensraum für die Aufrechterhaltung einer Ordnung zu sorgen, durch die allein eine wirkliche Blüte der menschlichen Kultur begründet und gesichert erscheint. lieber die zivilisatorischen Arbeiten des Faschismus kann man in der übrigen Welt aber letzten Endes genau so wenig im Zweifel sein wie über die des Nationalsozialismus. In beiden Fäl- » len sprechen unbestreitbare Tatsachen gegen das haltlose Geflunker und die unbewiesenen Behauptungen der anderen Seite. Die Verengung der Beziehungen Deutschlands zu Italien und zu Japan ist bas dauernde Ziel der deutschen Staatsführung. Wir sehen in dem Bestand und der Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit dieser drei Weltmächte das stärkste Element • der Aufrechterhaltung einer wirklichen menschlichen Kultur, jener praktischen Zivilisation, sowie einer gerechteren Weltordnung für die Zukunft. Wie nun schon eingangs erwähnt, erhielt die Welt am 15. April 1939 Kenntnis des Inhalts von einem Telegramm, das ich dann später tatsächlich auch versönlich zu sehen bekam. Es ist schwierig, dieses Dokument zu klassifizieren ober in eine bekannte Ordnung einzureihen. Ich will daher vor Ihnen, meine Abgeordneten des Deutschen Reichstages, und damit vor dem ganzen deutschen Volk eine Ana- lysierung des Inhalts dieses merkwürdigen Schriftstückes versuchen und daran anknüpfend auch gleich in Ihrem Namen und im Namen des deutschen Volkes die notwendigen Antworten geben. 1. Herr Roosevelt ist der Meinung, daß auch ich mir darüber klar sei, daß in der ganzen Welt Hunderte von Millionen der menschlichen Wesen häufig vor ständiger Furcht vor' einem neuen Krieg, ja sogar vor einer Reihe von Kriegen lebten. Dies ginge auch das Volk der Vereinigten Staaten, dessen Wortführer er sei, nabe an, und ebenso müsse es auch alle die anderen Völker der ganzen westlichen Halbkugel angehen. Dn-n wäre zu sagen, daß diese Furcht vor Kriegen ohne Zweifel seil jeher die Menschheit und mit Recht erfüllt hat. So sind zum Beispiel nach dem Friedensschluß von Versailles vom Iahre 1919 bis 1938 Was in den letzten Wochen diese internationalen Kriegshetzer an verlogenen Behauptungen zusammenfälschten und vor allem in den zahlreichen Zeitungen zum Besten gaben, ist zum Teil ebenso kindisch wie bösartig. Der erste Erfolg ist — soweit dies nicht den innenpolitischen Zwecken der demokratischen Regierungen dienen soll — die Verbreitung einer nervösen Hysterie, die im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten zur Zeit bereits die Landung von Marschbewohnern für möglich hält. Der eigentliche Zweck soll allerdings die Vorbereitung der öffentlichen Meinung sein die englische Einkreisungspolitik als notwendig anzusehen und sie mithin auch im schlimmsten Falle z u unter st ütze n. Das deutsche Volk kann demgegenüber mit größter Ruhe seiner Arbeit nachgehen. Seine Grenzen werden vom besten Heer der deutschen Geschichte verteidigt, sein Luftraum wird von der gewaltigen Luftflotte geschützt, unsere Küsten sind für jede feindliche Macht unangreifbar gemacht. Im westen ist das stärkste Verteidigungswerk aller Zeiten entstanden. Das Entscheidendste aber ist die Geschlossenheit des Volkskörpers selbst, das Vertrauen der Deutschen untereinander, auf die gemeinsame Wehrmacht und — ich darf dies wohl aussprechen — das Vertrauen aller auf die Führung. Nicht geringer aber ist das Vertrauen von Führung und Volk zu unseren Freunden. Und hier an der Spitze zu dem Staat, der uns in seiner schicksalhaften Verbundenheit in jeder Hinsicht am nächsten steht. Auch in diesem Jahr hat bas faschistische Italien bas höchste Verständnis für die berechtigten beutschen Interessen aufgebracht. Es bars niemand wundernehmen, wenn auf unserer Seite das gleiche Empfinden gegenüber den italienischen Lebensnotwendigkeiten besteht. Der Bund, der diese beiden Völker umschließt, ist unzerreißbar. Jeder Versuch, an dieser Tatsache zu rütteln, erscheint uns als lächerlich. Er erhält in jedem Fall seine beste Illustrierung und Aufklärung in dem Artikel, den vor wenigen Tagen erst eine große demokratische Zeitung schrieb, daß man nicht mehr daran glauben dürfe, Italien und Deutschland aus- einanber manövrieren zu können, um sie bann im einzelnen zu vernichten. Diese Verpflichtung widerspricht der Abmachung, die ich seinerzeit mit dem Marschall Pitsudski getroffen habe. Denp in dieser Abmachung ist ausschließlich Bezug genommen auf bereits, also damals bestehende Verpflichtungen, und zwar auf die uns bekannten Verpflichtung Polens Frankreich gegenüber. Diese Verpflichtungen nachträglich zu erweitern, steht im Widerspruch zur deutsch-polnischen Rich tau gri f ss - Pakterklärung. Ich hätte unter diesen Umständen damals diesen Pakt nicht abgeschlossen. Denn was haben Richtangriffspakte überhaupt für einen Sinn, wenn sich der eine Partner praktisch eine Menge von Ausnahmefällen offen läßt! Es gibt entweder kollektive Sicherheit, d.h. kollektive Unsicherheit und ewige Kriegsgefahr, oder klare Abkommen, die aber auch grundsätzlich jede Daffenwirkung unter den Kontrahenten ausschließen. Ich sehe deshalb das von mir und dem Marschall Pil- sudski seinerzeit geschlossene Abkommen als durch Polen einseitig verletzt an und damit als nicht mehr bestehend! Ich habe dies der polnischen Regierung mitge- teilt. Ich kann aber auch hier nur wiederholen, daß dies keine Aenderung meiner grundsätzlichen E i n st e 11 u v g zu den angeführten Problemen bedeutet. Sollte die polnische Regierung Wert darauf legen, zu einer neuen vertraglichen Regelung der Beziehungen zu Deutschland zu kommen, so werde ich das nur begrüßen, allerdings unter der Voraussetzung, daß eine solche Regelung bann~ a u f einer ganz klaren und gleichmäßig beide Teile bindenden Verpflichtung beruht. Deutschland ist jedenfalls gerne bereit, solche Verpflichtungen zu übernehmen und zu erfüllen. , Wenn nun aus diesen Anlässen in den letzten Wochen eine neue Unruhe über Europa hereingebrochen ist, dann ist verantwortlich dafür ausschließlich jene uns bekannte im Dienst internationaler Kriegshetzer stehende Propaganda, die von zahlreichen Organen in den demokratischen Staaten betrieben, versucht, durch eine fortgesetzte Steigerung der Nervosität, durch bas Fabrizieren an= bauernber Gerüchte Europa reif für eine Katastrophe zu machen, jene Katastrophe, von der man bann erhofft, was auf anderem Weg bisher nicht gelungen ist: die bolschewistische Vernichtung der europäischen Kultur! Der Haß dieser Hetzer ist um so verständlicher, als ihnen unterdes einer der größten Gefahrenpunkte der europäischen Krise dank des Heldentumes eines Mannes, seines Volkes und — bas barf ich aussprechen — auch bank der italienischen und der deutschen Freiwilligen entzogen wurde. Deutschland hat in diesen Wochen mit der heißesten Anteilnahme den Sieg des nationalen Spaniens miterlebt und gefeiert. (Lebhafter Beifall.) Als ich mich einst entschloß, dem Ruf Francos und feiner Bitte, gegenüber der internationalen Unterstützung der bolschewistischen Mordbrenner ihm auch durch bas nationalsozialistische Deutschland Hilfe zukommen zu lassen, zu entsprechen, wurde dieser Schritt Deutschlands von diesen selben internationalen Hetzern in der infamsten Weise mißdeutet und beschimpft. Man erklärte damals,, daß Deutschland die Absicht habe, sich in Spanien festzusetzen, daß wir spanische Kolonien zu nehmen gedachten, ja, es wurde in einer niederträchtigen Lüge die Landung von 20 000 Mann in Marokko erfunden, kurz, man hat nichts unterlassen, den Idealismus unserer und der italienischen Unterstützung zu verdächtigen und daraus die Elemente für eine neue Kriegshetze zu finden. In wenigen Wochen wird nun der siegreiche Held des nationalen Spaniens feinen feierlichen Einzug in der Hauptstadt feines Landes halten. Das spanische Volk wird ihm zujubeln als dem Erlöser von einem unsagbaren Grauen, als dem Befreier von Mordbrennerbanden, die nach den Schätzungen allein an Hingerichteten und Ermordeten über 775 000 Menschen auf dem Gewissen haben. Man hat die Bevölkerung ganzer Dörfer und Städte förmlich abgeschlachtet unter der stillen, huldvollen Patronanz westeuropäischer und amerikanischer Humanitätsapostel. An diesem seinem Siegeseinzug nehmen in den Reihen der tapferen spanischen Soldaten neben den italienischen Kameraden auch die Freiwilligen unserer deutschen Legion teil. (Lebhafter Beifall.) Wir hoffen, sie ganz kurze Zeit später bei uns in der Heimat begrüßen zu können. Das deutsche Volk wird dann erfahren, wie tapfer seine Söhne auch auf diesem Platze für die Freiheit eines edlen Volkes mitgekämpft haben und damit letzten Endes für die Errettung der europäischen Zivilisation. Denn der Sieg des bolschewistischen Unmenschen- tums in Spanien hätte nur zu leicht seine Wellen über ganz Europa schlagen können. Daher auch der Haß derer, die es bedauern, daß Europa nun wieder nicht in Feuer und Flammen auf ging. Sie wollen sich daher erst recht keine Möglichkeit entgehen lassen, um zwischen die Völker das Mißtrauen I zu säen und die für sie erwünschte Kriegsstimmung | anderwärts zu schaffen. t c u r befähigt ist, fast alle industriellen Anforderungen zu erfüllen, sondern daß es zugleich auch a l s gewaltiger Konsument der Käufer zahlreicher Produkte ist, die es anderen Ländern überhaupt erst ermöglichen, ihrerseits am Welthandel teilzunehmen. Wir haben nun ein Int er- effe daran, diese wirtschaftlichen Märkte uns nicht nur zu erhalten, sondern vor allem sie auch zu pflegen. Denn barauf basiert zu einem hohen Prozentsatz bie Existenz unseres Volkes. Es gehört wieder zur Größe f »genannter demokratischer Staatsmänner, einen eminenten politischen Erfolg darin fehen zu wollen, einem Volk seinen Absatz zum Beispiel durch Boykott an Verkaussmärkten zu verschließen, um es damit — so nehme ich wohl an — zum Aushungern zu bringen. Ich brauche Ihnen nicht zu versichern, daß meiner Ueberzeugung nach bie Völker nicht verhungern, sondern daß sie unter solchen Umständen eher noch immer lieber kämpfen würden. (Lebhafter Beifall.) Was Deutschland betriffi, ist es jedenfalls entschlossen, sich gewisse lebenswichtige Märkte nicht durch terroristische Eingriffe von außen oder Drohungen rauben zu lassen. Dies liegt aber nicht nur in unserem Interesse, sondern ebenso auch im Interesse unserer Handels- Partner. Es ist hier roi? bei jedem Geschäft, nicht eine einseitige, sondern eine gegenseitige A b- h ä n g i g k e 11 vorhanden. Wie oft haben wir das Vergnügen, in den dilettantischen wirtschaftlichen Abhandlungen unserer demokratischen Pressen zu lesen, daß Deutschland deshalb, weil es mit einem Land enge wirtschaftliche Beziehungen unterhält, dieses Land in seine Abhängigkeit bringt Ein geradezu haarsträubender jüdischer Unsinn. Denn wenn heule das Deutsche Reich einem Agrarstaat Maschinen liefert und dafür von diesem Lebensmittel erhält, dann ist das Reick als Konsument von Lebensrnitteln von diesem Agrarstaat mindestens ebenso, wenn nicht noch mehr abhängig, als der Agrarstaat, der von uns als Bezahlung Industrie- Produkte empfängt. kommen darstellt, das an sich denkbar war. Ich habe wie schon betont, bie Notwendigkeit eines Zuganges dieses Staates zum Meere stets eingesehen und damit auch^in Rechnung gestellt. Ich bin ja kein demokratischer Staatsmann, sondern ein realistischer Nationalsozialist. Ich hielt es aber auch für notwendig, der Warschauer Regierung klarzumachen, daß so, wie sie einen Zugang zum Meere wünscht, Deutschland einen Zugang/ braucht z u seiner Provinz im Osten. Es sind dies nun einmal schwierige Probleme. Dafür ist nicht Deutschland verantwortlich, sondern lene Zauberkünstler von Versailles, die in ihrer Bosheit ober ihrer Gedankenlosigkeit in Europa hundert Pul- Deulschland sieht in den baltischen Staaten mit bie wichtigsten Handelspartner. Wir sind aus diesem Grunde interessiert. daß sie ein eigenes und unabhängiges geordnetes nationales Leben führen. Dies ist in unseren Augen die Voraussetzung für jene innere wirtschaftliche Entwicklung, die selbst wieder die Voraussetzungen für den Tauschverkehr liefert. Ich bin daher glücklich, daß wir auch mit Litauen den Streitpunkt, der zwischen unseren Ländern lag, beseitigen konnten. Denn damit ist das einzige Hindernis aus dem Wege geräumt für eine freundschaftliche Politik, die sich nicht in politischen Komplimenten, sondern in wirtschaftlicher praktischer Arbeit bewähren kann, und — wie ich überzeugt bin — bewähren wird. Die demokratische Welt hat allerdings auch hier zutiefst bedauert, daß bas Blutvergießen ausblieb, daß also 175 000 Deutsche in die von ihnen über alles geliebte Heimat zurückkehren konnten, ohne daß ein paar Hunderttausend andere deshalb erschossen wurden! (Lebhafte Zustimmung.) Dies schmerzt die humanen Weltapostel tief. Es war daher nicht verwunderlich, daß sie sofort im Anschluß daran nach neuen Möglichkeiten Ausschau hielten, die europäische Atmosphäre eben doch noch einmal gründlich zu stören. Und so, wie im Falle der Tsche- cho-SIowakei griffen sie dieses Mal wieder zur Behauptung deutscher militärischer Maßnahmen, d. h. also einer sog. deutschen Mobilmachung. Das Objekt dieser Mobilmachung sollte Polen fein, lieber bas deutsch-polnische Verhältnis ist wenig zu sagen. Der Friedensvertrag von Versailles hat auch hier, und zwar natürlich' mit Absicht, dem deutschen Volke die schwerste Wunde zugefügt. Durch die , eigenartige Festlegung des Korridors Polens zum Meer sollte vor allem auch für alle zukünftigen Zeiten eine Verständigung zwischen Polen und Deutschland verhindert werden. Dos Problem ist — wie schon betont — für Deutschland vielleicht das allerschmerzlichste. Allein trotzdem habe ich unentwegt die Auffassung vertreten, daß die Notwendigkeit eines freien Zuganges zum Meer für den polnischen Staat nicht übersehen werden kann, und daß überhaupt grundsätzlich auch in diesem Fall die Völker, die nun einmal von der Vorsehung dazu bestimmt oder meinetwegen verdammt sind, nebeneinander zu leben, sich zweckmäßigerweise nicht künstlich und unnotwendig das Leben noch verbittern sollten. Der verstorbene Marschall P i l s u d s k i, der derselben Meinung anhing, war daher bereit, die Frage einer Entgiftung des deutsch-polnischen Verhältnisses zu überprüfen und endlich das Abkommen abzufchließen, durch das Deutschland und Polen in der Regelung ihrer beiderseitigen Beziehungen entschlossen waren, auf das Mittel des Krieges endgültig zu verzichten. Diese Abmachung hatte allerdings eine einzige Ausnahme: 1 Sie wurde praktisch Polen zugestanden. Es wurde , festgestellt, daß die von Polen schon bisher getroffenen Beistandspakte, es war dies der Beistandspakt mit Frankreich, dadurch nicht berührt werden sollten. Es mar aber selbstverständlich, daß sich dies ausschließlich aus den bereits vorhandenen Beistandspakt beziehen konnte und nicht aus beliebig neu abzuschließende. Tatsache ist, daß das deutsch- oolnische Abkommen zur außerordentlichen Entspannung der europäischen Lage beitrug Immerhin war zwischen Deutschland und Polen eine Frage offen, die früher ober später ganz natürlich gelöst werden mußte, die Frage der deutschen Stadt Danzig. Danzig ist eine deutsche Stadt, und sie will zu Deutschland. Umgekehrt hat diese Stadt vertragliche Abmachungen, die ihr allerdings aufgezwungen waren durch die Versailler Friedens- biftatoren mit Polen. Da nun außerdem der Völkerbund früher als größter Unruhestifter, nunmehr mit einem allerdings außerordentlich taktvollen Hohen Kommissar vertreten ist, muß spätestens mit dem allmählichen Erlöschen dieser unheilvollen Institution das Problem Danzig s o oder so erörtert werden. Ich sah nun in der friedlichen Lösung dieser Frage einen weiteren Beitrag für eine endgültige europäische Entspannung. Denn dieser Entspannung dient man sicherlich nicht durch die Hetze wahnsinnig gewordener Kriegstreiber, sondern durch die Beseitigung wirklicher Gefahrenmomente. Ich habe nun der polnischen Regierung, nachdem das Problem Danzig schon vor Monaten einige Male besprochen worden war, ein konkretes Angebot unterbreiten lasten. Ich teile Ihnen, meine Abgeordneten, nunmehr dieses Angebot mit. und Sie werden sich selbst ein Urteil bilden, ob es nicht im Dienste b es europäischen Friedens das gewaltigste Entgegen- Richt ein Staat suhlt sich von Deutschland bedroht V Deutschland mit einem entsprechenden tragbaren Vorschlag wendet, um eine Zusicherung der uon Roosevelt gewünschten Art zu erhalten, .diese Zusicherung unter der Voraussetzung der unbedingten Gegenseitigkeit auch zu geben. Bei einer ganzen Reihe der von Roosevelt angeführten Staaten dürste sich dies allerdings von vornherein erledigen, weil wir mit ihnen ohnehin sogar entweder verbündet oder zumindest engst befreunde, sind. Auch über die Zeitdauer dieser Abmachungen ist Deutsch- Wir werden nie wieder wehrlos eine Konserenz besuchen. Herrn Roosevelt festzustellen, ganz abgesehen von der Schwierigkeit militärischer Operationen Deutsch- lands in Staaten und Ländern, die zum Teil zwei, zum Teil fünftausend und mehr Kilometer von uns entfernt sind Ich will aber abschliehend hier folgendes erklären: Die deutsche Regierung ist trohbem be- Antwort: Wenn dies zutrifft, dann ist es ein strafbarer Leichtsinn, um kein schlimmeres Wort zu gebrauchen, wenn die Führer von Völkern, die über eine solche Macht verfügen, es nicht fertig und zuwege bringen, ihrer zum Kriege hetzenden Presse die Zügel' anzulegen, um dadurch die Welt vor dem drohenden Unheil einer kriegerischen Auseinandersetzung zu bewahren. Ich halte es dann weiter für unverständlich, wie diese verantwortlichen Führer statt die diplomatischen Beziehungen der Völker untereinander zu pflegen, diese durch die Abberufung von Botschaftern usw. ohne jeden Grund erschweren, ja Deutschland war viele Jahre durch den Friedens- vertrag von Versailles an der Teilnahme dieser größten Weltkonferenz, entgegen dem Versprechen Wilsons, ausgeschlossen. Trotz vorliegender bitterster Erfahrungen glaubte aber dennoch eine deutsche Regierung nicht, dem Beispiel der amerikanischen Union folgen zu sollen, sondern sich später an diesen Konferenztisch sehen zu müssen. Ich selbst habe mich dann entschlossen, nach jahrelanger zweckloser Teilnahme das Beispiel Amerikas nachzuahmen und die größte Konferenz der Welt ebenfalls zu verlassen. Seitdem habe ich nun die mein Volk betreffenden Probleme, die am Konferenztisch des Völkerbundes leider wie alle anderen nicht gelöst worden sind, gelöst, und zwar ausnahmslos ohne Krieg! reit, jedem dieser genannten einzelnen Staaten, wenn er es wünschen sollte und sich selbst an ferenztisch. Allerdings hat man mit dem Augenblick, da die deutsche Ration die Waffen niedergelegt hatte, sie nicht einmal mehr zur Kon- | ferenz eingeladen, sondern entgegen allen Zusicherungen den größten Wortbruch aller Zeiten verübt. Eines Tages wurde, statt am Konferenztisch die größte Verwirrung aller Zeiten zu lösen, durch das grausamste Diktat der Welt eine noch schrecklichere Verwirrung angerichtet. Die Vertreter des deutschen Volkes aber, die im Vertrauen auf feierliche Zusicherungen eines amerikanischen Präsidenten die Waffen niedergelegt hatten und mithin waffenlos erschienen, wurden nicht einmal bei der Entgegennahme des Diktats als die Vertreter einer Ration empfangen, die immerhin im Kampf für ihre Freiheit und Unabhängigkeit über vier Jahre einer ganzen Welt mit unermeßlichem Heldentum fiandgehalten hatte, sondern entehrender behandelt, als dies früher bei Siouxhäuptlingen der Fall fein konnte. Die deutschen Delegierten wurden vom Pöbel beschimpft, mit Steinen beworfen, wie Gefangene nicht vor den Konferenztisch der Welt, sondern vor das Tribunal der Sieger geschleift und dort mit vorgehaltener Pistole zur Annahme der schandbarsten Unterwerfung und Ausplünderung aller Zeilen gezwungen. gleichen Anteil haben. Es dürfte dann nicht Vorkommen, daß ein Volk so viel Lebensraum beansprucht daß es mit noch nicht einmal fünfzehn Menschen auf dem Quadratkilometer auskommen kann, während andere Völker gezwungen find, 14 0, 150 oder gar anderer Nationen nichts bekannt, wohl aber lese ich in den demokratischen Zeitungen leben Tag die Lügen von derartigen Bedrohungen. Ich lese an jedem Tag -von deutschen Mobilmachungen, von Truppenlandungen, von Erpressungen, und zwar alles an Staaten, mit denen wir nicht nur im tiefsten Frieden leben, sondern in vielen Fällen auch auf das engste befreundet stören lassen können. . . > 7. Herr Roosevelt erklärt, daß in Europa drei und in Afrika eine unabhängige Nation ihre Existenz eingebüßt hätten. Antwort: Ich weiß nicht, welche Rationen unter diesen drei in Europa verstanden werden. Sollte es sich dabei um die dem Deutschen Reich zurückgegliederten Provinzen handeln, dann muß ich den Herrn Präsidenten auf einen geschichtlichen Irrtum aufmerksam machen. Diese Rationen haben nicht jetzt in Europa ihre unabhängige Existenz eingebüßt, sondern im I a h r e 1S18, als man sie unter Bruch eines feierlich gegebenen Versprechens ans ihren Gemeinschaften riß und zu Rationen stempelte, die sie nie sein wollten, nicht waren, uns als man ihnen eine Unabhängigkeit aufoktroyierte, die keine Unabhängigkeit war, sondern höchstens nur die Abhängigkeit von einem internationalen Ausland, das sie haßten, bedeuten konnte. Allein, auch was die eine Ration in Afrika anbetrifft, die dort ihre Freiheit verloren haben fall, so liegt auch hier wohl nur ein Irrtum vor, denn nicht eine Ration in Afrika hat ihre Freiheit verloren, sondern nahezu alle früheren Einwohner dieses Kontinents find mit blutiger Gewalt der Souveränität anderer Völker unterworfen worden und haben mithin ihre Freiheit verloren. Marokkaner, Berber, Araber, Reger usw. sind alle einer fremden Gewalt zum Opfer gefallen, deren Schwerter und Bomben freilich nicht die Aufschrift „Made in Germany“, sondern „Made by qTL ha wirklich glauben, daß dies möglich fein könnte, normalen Staats- denn die Vernunft würde ja in vielen Fällen^ die imh für Berechtigung von Forderungen auf der einen Seite SBeltfrieg unb Jur I ^ingen^ Notwendigkeit des Entgegenkommens auf der anderen ohne weiteres aufweisen. Zum Beispiel: Nach aller Vernunft, Logik und nach allen Grundsätzen einer menschlichen, allgemeinen und höheren Gerechtigkeit, ja sogar nach den Gesetzen eines göttlichen Willens müßten alle Völker an den Gütern dieser Welt greiser zu nennen. ----- — « • ■ „ durch kurze Erklärungen diese ungeheuerlichen allgemeinen Beschuldigungen aus der Welt zu schassen 9 Herr Roosevelt erklärt, daß offensichtlich die Welt dem Augenblick zutreibt, wo diese Lage i n einer Katastrophe enden muß, wenn nicht ein rationeller Weg gefunden wird>, bie Ereignisse zu lenken. Er erklärt endlich, ich hatte wiederholt versichert, daß ich und das deutsche Volk den Krieg nicht wünschten unb daß, wenn dies zutresfe, auch kein Krieg geführt zu werden brauchte. Meine Antwort: Ich darf noch einmal feststellen daß ich 1. keinen Krieg geführt habe, daß ich 2. seit Jahren meiner Abscheu vor einer Kriegshetze Ausdruck verlieh und daß ich 3. nicht wüßte, für welchen Zweck ich überhaupt einen Krieg fuhren sollte Ich wäre Herrn Roosevelt dankbar, wenn er mir darüber Aufklärung geben wollte 10 Herr Roosevelt ist endlich der Meinung, daß die Völker der Erde nicht davon überzeugt werden könnten, daß irgendeine Regierungsgewalt irgendein Recht oder irgendeinen zwingenden Anlatz hat, auf ihr eigenes ober auf andere Völker die Folgen eines Krieges herabzuzwingen, es sei denn aus dem Grunde unzweideutiger <5 e 1 b ft p e r t e t b i a u n g. Antwort: Ich glaube, dies ist die Auffassung aller vernünftigen Menschen, nur scheint es mir, daß der Fall der unzweideutigen Selbstverteidigung fast in jedem Krieg von beiden Seiten in Anspruch genom- m e n wird und daß jene Einrichtung auf der Welt einschließlich der Person Roosevelts nicht vorhanden ist, um dieses Problem eindeutig zu klären. Es kann wohl keinen Zweifel darüber geben, daß z.B. Amerika in den Weltkrieg in keinem Fall zur „unzweideutigen Selbstverteidigung" eingetreten ist. Ein vom Herrn Präsidenten Roosevelt selbst eingesetzter Untersuchungsausschuß hat im Gegenteil die Ursachen des Eintritts Amerikas in den Weltkrieg untersucht und kam dabei zur Feststellung, daß dieser Eintritt im wesentlichen aus ausschließlich kapitalistischen Gesichtspunkten erfolgt ist. Trotzdem sind daraus keinerlei praktische Konsequenzen gezogen worden. Wir wollen also nur hoffen, daß wenigstens die nordamerikanische Union diesen edlen Grundsatz endlich auch s e l b st in der Zukunft vertritt und nur dann gegen das eine oder andere Volk in den Krieg zieht, wenn wirklich der Fall der unzweideutigen Selbft- XM. v/vxx „v—,.....stellt weiter fest, daß es keine nerr. 2lntmort auf die Befürwortung srieteicher Bespre- Auae chungen sei, wenn die eine Seite ausführt, sie werde -- - 1 die Waffen nicht aus der Hand legen, wenn sie nicht von vornherein die Zusicherung bekäme, daß die die in Frage rommenoen . °°n ° für sie fallen weL. Es wirb bann möglich fe J nii e i n c Antwort: Glauben Sie, Herr Roosevelt, daß, wenn letzte Dölkerschicksale auf dem Spiele stehen, eine Regierung oder eine Volksführung vor einer Konferenz die Waffen niederlegen — ober vielleicht ausliefern wird, einfach in oer blinden Hoffnung, daß die Klugheit der anderen Konferenzteilnehmer ober meinetwegen ihre Ein- ich schon das Richtige beschließen werden? Herr Roosevelt, es hat in der Weltgeschichte bisher nur e i n Volk unb eine einzige Regierung gegeben, die dieses ihr angepriesene Rezept befolgt haben: Deutschland. Die deutsche Ration hat einst im Vertrauen auf die feierlichen Zusicherungen des amerikanischen Präsidenten Wilson und auf die Bestätigung dieser Zusicherung durch die Alliierten die Waffen niedergelegt und ging also waffenlos zum kon- 200 Menschen auf derselben Fläche ZU ernähren. Auf feinen Fall aber dürften diese glücklichen Völker dann den an sich leidenden noch ihren vorhandenen Lebenraum beschneiden, chnen z. B. auch noch ihre Kolonien wegnehmen. Ich würde mich also freuen, wenn am Konferenztisch wirklich diese Probleme ihre Lösung finden könnten. Meine Skepsis beruht aber darin, daß es Amerika selbst war, das feinem Mißtrauen über die Wirksamkeit von Konferenzen den schärfften Ausdruck verlieh. Denn die größte Konferenz aller Zeiten war ohne Zweifel der Völkerbund. Dieses nach dem Willen eines amerikanischen Präsidenten geschaffene Gremium aller Völker der Welt sollte die Probleme der Menschheit am Konferenztisch lösen. Der e r st e Staat aber, der sich von dieser Arbeit zurückhielt, war die amerikanische Union. Und zwar, weil bereits der Präsident Wilson äußerste Bedenken hegte über die Möglichkeit, an einem solchen Konferenztisch die wirklich entscheidenden internationalen Probleme lösen zu können. Ihre gute Meinung in Ehren, Herr Roosevelt, aber dieser Ihrer Meinung steht gegenüber die reale Tatsache, daß es in fast zwanzigjähriger Tätigkeit der größten permanenten Konferenz der Welt, nämlich dem Völkerbund, nickt gelungen ist, auch nur ein wirklich entscheidendes internationales Problem zu lösen. solche Sortierung als eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des amerikanischen Kontinents ablehnen. Genau die gleiche Doktrin vertreten wir Deutsche nun für Europa, auf alle Fälle aber für den Bereich und die Belange des Grohdeuffchen Reiches. Im übrigen werde ich mir selbstverständlich nie erlauben, an den Herrn Präsidenten der Bereinigten Staaten Nordamerikas eine solche Aufforderung zu richten, da ich annehme, daß er eine solche Zumutung mit Recht wahrscheinlich als t a f t - l o s empfinden würde. (Lebhafte Zustimmung und Gelächter). • 17. Herr Roosevelt erklärt nun weiter, daß ev die ihm gewordenen Mitteilungen über die politischen Ziele Deuffchlands dann anderen sich bedroht fühlenden Völkern vermitteln würde, die jetzt Befürchtungen haben über die Richtung dieser unserer Politik. Antwort: Durch welches Verfahren hat Herr Roosevelt überhaupt festgestellt, welche Nationen sich durch die deutsche Politik bedroht fühlen und welche nicht? Oder ist Herr Roosevelt trotz der doch sicherlich auch auf ihm lastenden ungeheuren Arbeit in seinem eigenen Lande in der Lage, von sich aus alle diese inneren Seelen- und Geistesverfassungen anderer Völker und ihrer Regierungen zu erkennen? 18. Herr Roosevelt verlangt endlich die Bereitwilligkeit, ihm die Zusicherung zu geben, daß die deutschen Srreitkräfte das Staatsgebiet oder die Besitzungen folgender unabhängiger Nationen nicht angreifen und vor allem nicht dort einrnar- schieren würden. Und er nennt als dafür in Frage kommend nun: Finnland, Lettland, Litauen, Estland, Norwegen Schweden, Dänemark, Niederlande, Belgien, Großbritannien, Irland, Frankreich, Por- tugal, Spanien, die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, s Rußland, Bulgarien, Türkei, Irak Arabien, Syrien, s Palästina, Aegypten und Iran. Antwort: Ich habe mir zunächst die Mühe genommen, bei den angeführten Staaten festzustel- len, erstens, ob sie sich bedroht fühlen und zweitens, ob vor allem diese Anfrage Herrn Roosevelts an uns durch eine Anregung ihrerseits oder wenigstens mit ihrem Einverständnis erfolgt sei. sind. , £ .. ... _ ,f 12. Herr Roosevelt erklärt nun weiter, daß es 5. Herr Roosevelt glaubt weiter, daß tm Falle I flieht, daß sich alle internationalen eines Krieges siegreiche, besiegte und neutrale Na- Probleme am Konferenztisch lösen lassen. tionen zu leiden haben werden. Meine Antwort: Theoretisch müßte man Antwort: Diese Ueberzeugung habe ich als« - Politiker 20 Jahre lang vertreten in einer Z " leider die amerikanischen verantwortlichen Staatsmänner für ihre Beteiligung am !"*" c"- bie Art des Ausganges desselben sich nicht zu gleichem Verständnis durchdringen konnten. 6. Herr Roosevelt glaubt endlich, daß es in der Hand der Führer großer Nationen liege, ihre Völker vor dem drohenden Unheil zu retten. Verteidigung gegeben ist. 11. Herr Roosevelt meint weiter, daß er nicht aus Selbstsucht, Schwäche oder Furcht so spreche, sondern nur mit der Stimme der Kraft und aus Freundschaft für die Menschheit. Antwort: Wenn diese Stimme der Kraft unb der Freundschaft zur Menschheit von Amerika aus zur richtigen Zeit erhoben worden wäre, und wenn vor allem dieser Stimme dann ein praktischer Wert zugekommen sein würde, dann hätte zumindest jener Vertrag verhindert werden können, der zur Quelle der größten Menschheitszerrüttung aller Zeiten wurde, nämlich das Versailler Diktat. 15. Herr Roosevelt glaubt, daß die Sache des Weltfriedens sehr gefördert werden würbe, wenn die Nationen der Welt eine offene Erklärung über die gegenwärtige und künftige Politik der Regierungen abgeben würden. Antwort: Ich habe dies, Herr Roosevelt, bisher in zahllosen öffentlichen Reden stets getan. Auch in der heutigen Sitzung des Deutschen Reichstages habe ich wieder — soweit dies in zwei Stunden denkbar ist — eine solche Erklärung abgegeben. Ich muß es aber ablehnen, eine solche Erklärung jemand anderes zu geben als dem Volk, für dessen Existenz und Leben ich verantwortlich bin und das umgekehrt allein ein Recht hat, von mir Rechenschaft zu fordern. Ich gebe aber diese Zielsetzung der deutschen Politik so öffentlich, daß sie ohnehin die ganze Welt hören kann. Alein diese Aufklärungen sind solange für die übrige well ohne Belang, als es einer Presse möglich ist, jede Erklärung zu verfälschen, zu verdächtigen, sie in Frage zu stellen oder mit neuen lügenhaften Antworten zu überdecken. 16. Herr Roosevelt glaubt, daß die Vereinigten Staaten als eine der Nationen der westlichen Halbkugel nicht unmittelbar in die Streitigkeiten verwickelt seien, die in Europa entftanöen fein fölten, unb daß ich daher schon deshalb bereit sein mutzte, ihm als dem Oberhaupt einer so weit von Europa entfernten Nation eine solche Erklärung der deutschen Politik abzugeben. Antwort? 1. Herr Roosevelt glaubt also ernstlich, daß die Sache des Weltfriedens wirklich gefördert werden würde, wenn den Nationen der Welt eine offene Erklärung über die gegenwärtige Abgesehen davon sind aber in den letzten Jahren, wie schon betont, zahlreiche andere Probleme vor Weltkonferenzen gebracht worden, ohne daß irgendeine Lösung gelungen war. Wenn aber überhaupt diese Ihre Auffassung, Herr Roosevelt, daß jedes Problem am Konferenztisch gelöst werden kann, zutrifft, bann würben die Völker, einschließlich der amerikanischen Union, im Laufe der übersehbaren 700 ober 800 Jahre entweder von Blinden oder von Verbrechern geführt. Denn sie alle, einschließlich der Staatsmänner der I amerikanischen Union, unb zwar ihre größten, haben im wesentlichen die Geschichte nicht am Konferenztisch, sondern im Einsatz der Kraft ihrer Völker gestaltet. Die Freiheit Nordamerikas ist so wenig am Konferenztisch errungen worben, wie der Democracies“ trugen. Konflikt zwischen ben Nord- und Südstaaten am 8 fierr Roosevelt spricht endlich von Gerüchten, Konferenztisch entschieden wurde. Don den unzah- von tenen er aUerbings glaubt, bafc sie nicht zu- ligen Kämpfen ber aUma^en treffen die aber besagen, daß gegen noch weitere nordamerikanischen Kontinents will Aschen gen werben. . , h aüer Ehren wert ist, allein in ber Geschichte weber in bcr ber übri9en ®eU bÄeitc?" I --13- *tr es hta. vösmachung kleinerer Nationen. Sollte aber Herr Roosevelt hier wirklich bestimmte Falle lm N«2- haben, bann würbe ich bitten, die vom Eingriff be- drohten Staaten unb die in Frage kommenden An- Die Beantwortung mar eine durchgehend negative, zum Teil schroff ablehnende. Allerdings konnte an einige der angeführten Staaten unb Rationen diese Rückfrage von mir nicht zugeleitet werden, weil sie sich — wie z. B. Syrien — zur Zeit nicht im Besitze ihrer Freiheit befinden, sondern von den militärischen Kräften demokratischer Staaten beseht gehalten und damit rechtlos gemacht sind. Drittens: Abgesehen davon haben aber alle an Deutschland angrenzenden Staaten viel bündigere Zusicherungen und vor allem viel bündigere Vorschläge erhalten, als sie sich Herr Roosevelt in seinem eigenartigen Telegramm von mir erbittet. Viertens: Sollten aber diese von mir schon so oft abgegebenen allgemeinen und direkten Erklärungen etwa in ihrem Wert angezweifelt werden, dann würde doch wohl die Abgabe einer weiteren solchen Erklärung, auch wenn Herr Roosevelt der Emp- Herr 9toofroelf. ich darf Ihnen versichern, d-h! länger feinjottk -ben,<>w-r«°,!-,n.D-nnen,. » mein nnerichüiterlicher Wille ift bafür zu for- Me'benb ist letjten Snbes i- mchl d'e vewer- gen, daß nicht nur jetzt, sondern für alle Zukunft lang, die Herr Roosevelt an solchen Erklarun- fein Deutscher mehr wehrlos eine gen vornimmt, sondern entscheidend ist der Konferenz betritt, sondern daß hinter jedem Wert, den die in Frage kommenden Staaten deutschen Unterhändler für alle Zeiten die geeinte solchen Erklärungen beimessen. Macht der deutschen Nation stehen soll und ftcJlcn kcünften5: Ich muß aber nun auch Herrn Roosevelt wird, so wahr mir Gott helfe. außerdem noch auf einige historische Irrtümer auf» 14. Herr Roosevelt glaubt, daß es nötig fei, in merksam jnachen. Er erwähnt z.B. auch Irland einen Konferenzsaal so hin-einzugehen wie in ein Ge- und bittet um die Erklärung, daß Deuffchland Ir- richt, teß bei Parteien in einem guten Glauben ein- land nicht angreife. Ick) habe nun soeben eine Rede treten unb davon ausgehen, daß taffächlich beiden des irischen Minifterpräsibenten be Dalera ge- Gerechtigkeit zuteil werden wirb. lesen, in ber dieser nun eigentümlicherweise im ©t= Antw°rt-M. b» Bieter werden nie- Ä rnals mehr in eine Konferenz hineingehen die für $ Ia'n'b vorwirst, daß Irland unter der forte sie ein Tribunal ist. Denn wer soll hier Richter em? senden Aggression dteses Staates zu leiden Es gibt vor einer Konferenz keinen Klager unb keinen aa Richter, sonbern nur zwei Streitende. Und wenn nicht alIer Einsicht Roosevelts in die Nöte und die Vernunft der beiden Betroffenen einen Ausweg en ant>ercr. Staaten ist immerhin trotzdem an« Zum Ausgleich findet, bann werden sie sich 'memcks 'hmen, daß ber irische Präsident die Gefahren, dem Richterspruch desinteressierter fren^er Gewalten 1'^ ' ßang bedrohen, doch wohl noch besser ausliefern. Im übrigen hat es ja gerate bu: anjeri« knncn mirb/ a[5 ber Präsident der Amerikanischen kanische Union abgelebt, sich in den Dotterbund zu Union Heiterkeit und stürmische Zustimmung.^ begeben und dort das Opfer eines Gerichtshofes zu Wenfalls ift Herrn Roosevelt ersichtlich die Tat- werden, ter mit derMehrheider entgangen, daß Palästina zur Zeit ja Sage war gegen die Interessen einzelner zu ent-1 njd)t von deutschen Truppen, sondern von Eng- scheiden. Ich wurde daher dankbar fein, wenn Herr j^ern besetzt ist und mit brutalsten Gewaltmitteln Roosevelt erläutern wollte wie denn nun der n e ue Freiheit beschränkt und um seine Unab- Gerichtshof der Welt beschaffen sein soll. Wer finb Gängigkeit gebracht wird und zugunsten jüdischer hier die Richter, und nach welchem Derfahren wer- » bie grausamsten Mißhandlungen erben sie ausgesucht, und nach welcher Verantwortung duldet Die in diesem Lande lebenden Araber bürf» hanteln sie? Und vor allem, vor welche Derantwor- r • qcgenüber Roosevelt daher sicher nicht über tung können sie gezogen werten-' | eim? klitsche Aggression beschwert haben, aber sie beklagen sich in andauernden Appellen an die Weltöffentlichkeit über die barbarischen Methoden, mit denen England dort ein seine Freiheit liebendes und nur seine Freiheit verteidigendes Volk nieder- , zuzwingen versucht. Auch dies wäre vielleicht ein Politik ber Regierungen abgegeben werten konnte. Problem, das man nach ber Auffassung des Herrn Wie kommt aber Präsident Roosevelt dazu, ge- P^velt am Konferenztisch würde losen müssen, rabe dem deutschen Staatsoberhaupt zuzumuten, I ^^r einem gerechten Richter also, und nicht durch ihm eine Erklärung abzugeben, ohne daß nicht auch brachiale Gewalt, durch militärische Mittel, durch die anderen Regierungen diese Erklärung ihrer Massen erschießungen, durch das Nie- Politik abzugeben eingeladen werten? Ich glaube Verbrennen von Dörfern, Sprengungen freilich, daß es nicht angängig ist, überhaupt eine DOn Häusern usw. Denn eines steht doch unzwei- solche Erklärung, irgendeinem fremden Staatsober- haß England in diesem Falle nicht m Haupt abzugeben: sondern solche Erklärungen sollten I Abwehr eines drohenden arabischen Angriffs auf entsprechend den seinerzeitigen Forderungen des England handelt, sondern als von niemand gerufe- Präsidenten Wilson über die Abschassung ber neT' Eindringling in einem England nicht gehören- Geheimdiplomatie am besten vor ber gan= b(?n hinten Gebiet seine Gewalt au fristen will, zen Welt bekanntgegeben werden. Dazu war ich 1 roären "»ch eine Reihe ähnlicher Irrtümer des bisher nicht nur stets bereit, sondern das habe ich — - - ...... " " ----- ------------- wie schon erwähnt — nur zu oft getan. Leider sind gerade die wichtigsten Erklärungen über die Ziele und Absichten ber deutschen Politik m vielen sogenannten demokratischen Staaten dank der Presse entweder den Völkern vorenthalten ober] verdreht worden. Wenn aber nun ber amerikanische Präsident Roosevelt sich berufen glaubt, ausgerechnet an Deuffchland oder an Italien eine solche Anforderung richten zu dürfen deshalb, weil Ame-^ rika soweit von Europa entfernt sei, dann würde, die die Entfernung Europas von Amerika die gleiche ist, mit demselben Recht auch von un erer Seite an ben Herrn Präsidenten ter amerikanischen Republik die Frage gerichtet werten können, welche Ziele benn die amerikanische Außenpolitik ihrerseits verfolge und welche Absichten denn dieser Politik zugrunde liegen, sagen wir z. B. den mittel- und südamerikamschen Staaten gegenüber. Herr Roosevelt wirb sich in diesem Falle sicherlich auf bie IHonroc-Doffrin berufen unb eine taub gerne bereif, mit jedem einzelnen Staat die von ihm gewünschten Vereinbarungen zu treffen. Ich möchte aber diese Gelegenheit doch nicht vorübergehen lassen, ohne dem Präsidenten der nordamerikanischen Union vor allem eine Versicherung über die Gebiete abzugeben, die doch wohl in erster Linie für seine Besorgnis in Frage kamen, nämlich die nordamerikanische Union selbst und die übrigen Staaten des amerikanischen Kontinents. Und hier erkläre ich feierlich, dah alle irgendwie verbreiteten Behauptungen über einen beabsichtigten deutschen Angriff oder Eingriff auf oder in amerikanische Gebiete plumper Schwindel oder grobe Unwahrheit sind. Ganz abgesehen davon, dah solche Behauptungen übrigens auch vom militärischen Standpunkt aus nur einer albernen Phantasie entstammen können. 19. Herr Roosevelt erklärt nun im Zusammenhang damit, daß er sich dann vor allem die Erörterung der wirksamsten und schnellsten Art und Weise, nach der die Völker der Welt von ber_ erdrückenden Last der Rüstungen befreit werden könnten, als wichtiges Moment vorstelle. Antwort: Herr Roosevelt weiß vielleicht nicht, daß dieses Problem, soweit es Deutschland betrifft, schon einmal vollständig gelöst war. Das Deutsche Reich hstt, und die alliierten Kommissionen bestätigen dies ausdrücklich, schon im Jahre 1919 bis 1923 restlos abgerüstet, und zwar in folgendem Umfang: Es wurden zerstört im Heer: 59 000 Geschütze und Rohre, 130 000 Maschinengewehre, 31 000 Minenwerfer und Rohre, 6 007 000 Gewehre und Karabiner, 243 000 MG.-Läufe, 28 000 Lafetten, 4390 MW.-Lafetten, 38 750 000 Geschosse, 16 550 000 Hand- und Gewehrgranaten, 60 400 000 scharfe Zünder, 491 000 000 Schuß Handwaffenmunition, 335 000 Tonnen Geschoßhülsen, 23 515 Tonnen Kartusch- und Patronenhülsen, 37 600 Tonnen Pulver, 79 000 Munitionslehren, 212000 Fernsprecher, 1072 Flammenwerfer usw. usw. Es wurden weiter zerstört: Schlitten, fahrbare Werkstätten, Flakgeschützwagen, Protzen, Stahlhelme, Gasmasken, Maschinen der »ehemaligen Kriegsindustrie, Gewehrläufe. Es wurden weiter zerstört in der Luft: 15 714 Jagd- und Bombenflugzeuge, 27 757 Flugzeugmotoren. Und zur See wurden zerstört: 26 Großkampfschiffe, 4 Küstenkreuzer, 4 Panzerkreuzer, 19 Kleine Kreuzer, 21 Schul- und Spezialschiffe, 83 Torpedoboote, 315 U-Boote. Ferner sind noch zerstört worden: Fahrzeuge aller Art, Gaskampf- und zum Teil Gasschutzmittel, Treib- und Sprengmittel, Scheinwerfer, Visiereinrichtungen, Entfernungs- und Schallmeßgeräte, optische Geräte aller Art, Pferdegeschirr usw. usw., glle Flugzeug- und Luftschiffhallen usw. Vach den Deutschland einst gegebenen feierlichen Versicherungen, die sogar im Friedensvertrag von Versailles ihre Erhärtung fanden, sollte dies nur eine Vorschußleistung fein, um der anderen Welt es ohne Gefahr zu ermöglichen, nunmehr ebenfalls abzurüsten. Auch hierin ist Deutschland, wie in allen anderen Fällen, in seinem Vertrauen auf die Einlösung eines gegebenen Wortes auf das schändlichste getäuscht worden. Alle Versuche, in langjährigen Verhandlungen am Konferenztisch die Abrüstung der anderen Staaten ebenfalls herbeizuführen — was wirklich nur ein Element der Klugheit und Gerechtigkeit und darüber hinaus auch die Durchführung versprochener Verpflichtungen gewesen wäre — scheiterten bekanntlich. Ich selbst, Herr Roosevelt, habe eine ganze Reihe von praktischen Vorschlägen zur Diskussion gestellt und versuchte, darüber eine Erörterung einzuleiten, um wenigstens eine allgemeine Rüstungsbegrenzung auf niedrigstem Stand zu ermöglichen. Ich schlug eine Höchststärke für alle Armeen von 200 000 Wann vor, desgleichen die Abschaffung aller zum Angriff geeigneten Waffen, Abschaffung aller Bombenflugzeuge, des Giftgaskrieges usw. usw. Es war aber leider nicht möglich, diese Vorschläge einer übrigen Welt gegenüber durchzusehen, obwohl Deutschland selbst schon vollständig abgerüstet war. Ich stellte dann die Vorschläge über ein 300 000-Wann-Heer zur Diskussion. Wit dem gleichen negativen Resultat. Ich habe dann eine ganze Anzahl detaillierter Abrüstungsvorschläge gemacht, und zwar stets vor dem Forum des Deutschen Reichstages und damit vor der ganzen Weltöffentlichkeit. Es fiel niemanden ein. darüber auch nur in eine Erörterung einzutreten. Dafür aber begann die übrige Welt ihre an sich schon vorhandenen enormen Rüstungen noch mehr zu verstärken. Und erst, als im Jahre 1934 der letzte meiner umfassenden deutschen Vorschläge, der ein 300 000-Wann-heer betraf, endgültig abgelehnt worden war, gab ich den Befehl zu einer deutschen, nunmehr allerdings gründlichen Wiederaufrüstung. Trotzdem möchte ich kein Hindernis sein für die Erörterung von Abrüstungsfragen, an denen Sie, Herr Roosevelt, selbst teilzunehmen beabsichtigen. Nur bitte ich, sich zunächst nicht an mich und Deutschland, sondern an die anderen zu wenden. Ich sehe hinter mir die Summe praktischer Erfahrungen und bin daher so lange skeptisch veranlagt, als ich nicht durch die Wirklichkeit eines besseren belehrt werde. 20. Herr Roosevelt versichert endlich, daß er bereit sei, an der praktischen Art und Weise der Erschließung internationaler Handelswege teilzuneh- men mit dem Ziel, daß jede Ration der Erde in den Stand gesetzt wird, mit dem gleichen Recht auf dem Weltmarkt zu kaufen und zu verkaufen und die Sicherheit zu haben, Rohstoffe und Erzeugnisse des friedlichen Wirtschaftslebens zu erlangen. Antwort: Ich glaube, Herr Roosevelt, daß es sich nicht darum handelt, solche Probleme theoretisch zu erörtern, sondern daß es sich zunächst darum handelt, durch Taten die wirklichen Hemmungen der internationalen Wirtschaft zu beseitigen. Die schlimmsten Hemmungen liegen aber innerhalb der einzelnen Staaten selbst. Die bisherige Erfahrung zeigt jedenfalls, daß die größten Weltwirtschasts- konferenzen einfach daran gescheitert sind, daß die einzelnen Staaten ihre Binnenwirtschaft nicht in Ordnung halten konnten oder daß sie durch Währungsmanipulationen die Unsicherheit in den internationalen Kapitalmarkt trugen und vor allem die Bewertung der Währungen untereinander fortgesetzten Schwankungen unterwarfen. Ebenso ist es eine unerträgliche Belastung weltwirtschaftlicher Beziehungen, wenn es tn Ländern möglich ist, aus irgendwelchen ideologischen Gründen über andere Völker und ihre Waren eine wilde Boykotthetze loszulassen und diese damit praktisch vom Markte auszuschließen. Ich glaube, Herr Roosevelt, daß es ein großes Verdienst sein würde, wenn Sie zunächst in der amerikanischen Union gerade diese Hemmungen eines wirklichen freien Wirtschaftsverkehrs mit Ihrem starken Einfluß beseitigen würden. Denn ich glaube nun einmal, daß, wenn es den Führern der Völker schon nicht einmal möglich fein sollte, die Produktion iimerhalb ihrer eigenen Staaten in Ordnung zu bringen oder die aus ideologischen Gründen betriebenen Boykotthetzen, die dem Wirtschaftsverkehr der Völker untereinander so sehr zu schaden vermögen, zu beseitigen, noch viel weniger Aussicht bestehen könnte, durch internationale Vereinbarungen etwas wirklich Fruchtbares zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen zu leisten. Rur so wird das gleiche Recht, auf dem Weltmarkt zu kaufen und zu verkaufen, sichergestellt, und zwar für alle. Irn übrigen Hal hier das deutsche Volk sehr konkrete Forderungen aufgestellt, und es würde mich freuen, wenn Sie, Herr Präsident, als einer der Vachfolger des einstigen Präsidenten Wilson dafür eintreten wollten, dah nunmehr endlich das Wort einge- Ohne Aulvergießen 21. Herr Roosevelt erklärt dann abschließend, daß die Ehess aller großen Regierungen in, diesem Zeitpunkt für das Geschick der Menschheit verantwortlich seien. Sie mühten die Bitten ihrer Völker hören, um sie vor dem vorauszusehenden Chaos de» Krieges zu schützen. Und dafür trüge auch ich eine Verantwortung. Herr Präsident Roosevelt! Ich verstehe ohne weiteres, daß es die Größe Ihres Reiches und der immense Reichtum Ihres Landes Ihnen erlauben, sich für die Geschichte der ganzen Welt und für die Geschicke aller Völker verantwortlich zu fühlen. Ich, Herr Präsident Roosevelt, bin in einen viel bescheideneren und kleineren Rahmen gestellt. Sie haben 135 Millionen Menschen auf 9,5 Millionen Quadratkilometern. Sie haben ein Land mit einem ungeheuren Reichtum an allen Bodenschätzen, fruchtbar genug, um mehr als eine halbe Milliarde Menschen zu ernähren, und mit allem Notwendigen zu versorgen. Ich übernahm einst einen Staat, der dank seines Vertrauens auf die Zusicherungen einer andern Welt sowie durch das schlechte Regime einiger demokratischer Staatsführungen vordem vollkommenen Ruin stand. In diesem Staat leben, nicht wie in Amerika 15, sondern rund 140 Menschen auf den Quadratkilometer. Die Fruchtbarkeit unseres Landes ist nicht zu vergleichen mit der Fruchtbarkeit des Ihren. Zahllose Bodenschätze, die Ihnen in unbegrenzten Mengen die Natur zur Verfügung stellt, fehlen uns. Die Milliarden deutscher Ersparnisse aus langen Friedensjahren in Gold und Devisen wurden uns abgepreßt und weggenommen. Unsere Kolonien haben wir verloren. Im Jahre 1933 hatte ich in meinem Lande sieben Millionen Erwerbslose, einige Millionen Kurzarbeiter, Millionen verelendeter Bauern, ein vernichtetes Gewerbe, einen ruinierten Handel, kurz: ein allgemeines Chaos. Ich habe seit dieser Zeit nun, Herr Präsident Roosevelt, nur eine einzige Aufgabe erledigen können. Ich kann mich nicht für das Schicksal einer Welt verantwortlich fühlen, denn diese Welt hat am jammervollen Schicksal meines eigenen Volkes auch keinen Anteil genommen. Ich habe mich als von der löst wird, auf Grund dessen Deutschland einst seine Waffen niederlegte und sich in die Hand der sogenannten Sieger begab. Ich denke dabei zunächst weniger an die Deutschland abgepreh- ten zahllosen Milliarden an sogenannten Reparationen als vielmehr an die Rückgabe der Deutschland geraubten Gebiete. Denn bas deutsche Volk hat in Europa und außerhalb Europas rund 3 Millionen Quadratkilometer Land verloren. Dabei ist das ganze deutsche koloniale Reich, zum Unterschied von den Kolonien anderer Nationen, nicht durch Kriege erworben worden, sondern nur durch Verträge oder durch Kauf. Präsident Wilson hat uns in feierlicher Weise sein Wort verpfändet, daß der deutsche koloniale Anspruch, genau »so wie jeder andere, der gleichen gerechten Prüfung unterliege. Statt dessen aber wurde den Nationen, die an sich schon die größten Kolonialreiche aller Zeiten besitzen, auch der deutsche Besitz noch zugeschlagen und unser Volk einer, besonders heute und in der Zukunft wirksam werdenden großen Sorge ausgeliefert. Es würde eine edle T a t sein, wenn der Präsident Franklin Roosevelt das Wort des Präsidenten Woodrow Wilson zur Einlösung bringen würde. Dies würde vor allem ein praktischer Beitrag zur moralischen Kon- । solidierung der Welt und damit zur Hebung ihrer Wirtschaft sein. (Stürmische Zustimmung des Hau- I ses.) -aus eigener Kraft! Vorsehung berufen angesehen, nur meinem eigenen Volk zu dienen und es aus seiner furchtbaren Not zu erlösen. Ich habe daher in diesen nunmehr zurückliegenden sechseinhalb Jahren Tag und Nacht stets nur dem einen Gedanken gelebt, die eigenen Kräfte meines Volkes angesichts des Verlassenseins von der ganzen anderen Welt zu erwecken, auf das äußerste zu steigern und sie für die Rettung unserer Gemeinschaft einzufetzen. Ich habe das Ehaos in Deutschland überwunden, die Ordnung wiederhergestellt, die Produktionen auf allen Gebieten unserer nationalen Wirtschaft ungeheuer gehoben, durch äußerste Anstrengungen für die zahlreichen uns fehlenden Stoffe Erfaß geschaffen, neuen Erfindungen die Wege geebnet, das Verkehrsleben entwickelt, gewaltige Straßen in Bau gegeben, ich habe Kanäle graben lasten, riefenhafte neue Fabriken ins Leben gerufen und mich dabei bemüht, auch den Zwecken her sozialen Gemeinschaftsentwicklung, der Bildung und der Kultur meines Volkes zu dienen. Es ist mir gelungen, die uns alle so zu Her,zen gehenden sieben Millionen Erwerbslosen restlos wieder in nützliche Produktionen einzubauen, den deutschen Bauer trotz aller Schwierigkeiten auf feiner Scholle zu halten und diese selbst ihm zu retten, den 'deutschen Handel wieder zur Blüte zu bringen und den Verkehr auf das Gewaltigste zu fördern. Um den Bedrohungen durch eine andere Welt vorzubeugen, habe ich das deutsche Volk nicht nur politisch geeint, sondern auch militärisch ausgerüstet, and ich habe weiter versucht, jenen Vertrag Blatt um Blatt zu beseitigen, der in seinen 448 Artikeln d i e gemein st e Vergewaltigung enthält, die jemals Völkern und Menschen zugemutet worden ist. Ich habe die uns 1919 geraubten Provinzen dem Reich wieder zurückgegeben, ich habe Millionen von uns weggerissener, tiefunglücklicher Deutscher wieder in die Heimat geführt, ich habe die Oie Meinung -es Auslandes. DieAuffaffung he^or eign Office .Henderson soll um weitere Erläuterungen bitten. Paris, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Der „F i g a r o" läßt sich aus London melden, daß sich die diplomatische Haltung Englands bezüglich der Danziger Frage etwa folgendermaßen darstelle: Wenn es sich nur um die freundschaftliche Regelung einer Streitfrage handeln würde, würde die englische Regierung als erste Warschau zu Verhandlungen mit der Reichsregierung raten. Es unterliege jedoch keinem Zweifel, daß die polnische Regierung in ihrem Wunsche, gute Beziehungen mit Deutschland zu unterhalten, in einem solchen Falle ihrerseits bereits bedeutende Zugeständnisse gemacht hätte. Großbritannien sei davon überzeugt gewesen, daß eine Heimkehr Danzigs nur den ersten Schritt der Reichsregierung auf eine Zerteilung des polnischen Gebietes oder in Richtung auf einen Konflikt gewesen märe(l). Am Freitagabend habe der englische Rundfunk einen wahrscheinlich von Regierungsseite beeinflußten Kommentar verbreitet, in dem wieder einmal versichert wurde, daß England Deutschland nicht einzukreisen beabsichtige. Die britische Politik suche nur den „An greiser einzukreise n", und wenn die deutsche Regie- rung sich bedroht fühle, so sei Großbritannien durchaus bereit, Deutschland eine gleiche G a - rantie wie den anderen Mächten anzubieten. Der „Matin" meldet aus London, in diplomatischen Kreisen erkläre man, daß Botschafter Henderson beauftragt werde, von der Reichsregierung genaue Aufklärungen über gewisse in der Rede enthaltene Punkte und besonders über die Erklärungen des Führers zu erlangen, wonach Hitler neue Verhandlungen mit England im Hin- blick auf ein neues Flottenabkommen aufnehmen würde. — Aus London wird der Pariser Ausgabe der „New Port Herold Tribüne" gemeldet, Großbritannien und Frankreich würden bereit sein, mit Deutschland über Nichtangriffsabkommen ZU verhandeln, wenn sich hieraus die Aussicht auf eine Verminderung der Spannungen in Europa ergeben wurde. Diese Ansicht hätten jedenfalls Kreise des Foreign Office geäußert, als sie die Hitler-Rede gelesen hatten. Erstes Presseecho aus Tokio. „England und Frankreich müssen einen Beitrag zur friedlichen Aenderung des Status quo leisten." Tokio, 29.April. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte japanische Presse steht ausschließlich unter dem Eindruck der Führer-Rede. Tokio Asahi Schimbun hebt die Erklärung des Führers hervor, daß er ein 20jäf)riges Unrecht ohne Verletzung fremder Rechte wieder gutgemacht habe, und betont, daß die zahlreichen Abmachungen mit England. Frankreich, Palen usw. ein deutlicher Beweis für bie deutsche Friedensbereitschaft seien. Demgegenüber habe England durch die Agitationslüge von einer angeblichen deutschen Bedrohung eine Panik unter den europäischen Nationen hervorgerusen, und zwar allein zu dem Zweck, durch die Einkreisung Deutschlands den Status quo aufrecht erhalten zu können. Nachdem der Führer seine Bereitschaft zu weiteren Garantien angekündigt habe, sei nun bie Reihe an England und Frankreich, ihrerseits zur „friedlichen Aenderung des Status quo" beizutragen. Jominri Schimbun weist besonders auf die enge Zusammenarbeit ber Antikominternmächte hin, die allein die Welt vor einer Katastrophe bewahre. Die Aufforderung des Führers an Roosevelt, die Initiative zur Wiedereröffnung des Welthandels durch den Abbau künstlicher Schranken au ergreifen, sei ein scharfer Vorwurf gegen die sogenannten Demokratien, die nur auf Wahrung ihres eigenen Vorteils bedacht feien und dabei andere Staaten anklagten, anstatt sich selbst zu prüfen. Freundliche Beurteilung in Holland. A m st e r d a m, 28. April. (Europapreß.) Der erst« Eindruck der Hitter-Rede wirkt auf hiesige Kreise beruhigend. Die Extrablätter roePben eifrig gekauft. Auf den Straßen bilden sich Gruppen, die die Rede besprechen. Die Ansicht des Mannes auf der Straße ist, daß die internationale Lage durch sie nicht verschärft wurde. Es ist vielmehr nach Ansicht holländischer politischer Kreise keine Tür geschlossen worden, und selbst ber Rücktritt vom Flottenabkommen mit England und vom Vertrag mit Polen läßt alle Möglichkeiten friedlicher Regelungen und neuer Annäherung offen. Die Rede selbst wird als die b e ft e bezeichnet, die Hitler je gehalten hat. Man rühmt die Ruhe des Vortrages und die besonnene, teilweise humorvoll-sarkastische Art, mit der die internationale Beunruhigung glossiert wurde. Die Börse, bie am Freitagmorgen oon London ausgehend, fest einsetzte, hat sich mit Schwankungen während und nach ber Rede behauptet. „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt, die Rede sei messerschaxf. Aus ihr gehe deutlich hervor, daß Hitler fest entschlossen sei, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen. So bedauerlich die Aushebung der beiden Verträge mit England und Polen auch sei, so seien bisher doch noch nicht alle Möglichkeiten für ein friedliches Uebereintommen abgeschnitten. Auch das „Allgemeen Handelsblad" bringt tausendjährige historische Einheit des deutschen Lebensraumes wieder hergeftellt, und ich habe, Herr Präsident, mich bemüht, dieses alles zu tun. ohne Blut zu vergießen und ohne meinem Volk oder anderen daher das Leid des Krieges zuzufügen. Ich habe dies. Herr Präsident, als ein noch vor 21 Iahren unbekannter Arbeiter und Soldat meines Volkes. aus meiner eigenen Kraft geschaffen und kann daher vor der Geschichte in Anspruch nehmen, zu jenen Menschen gerechnet zu werden, die das höchste leisteten, was von einem einzelnen billiger- und gerechterweise verlangt werden kann. (Langanhaltender, jubelnder Beifall.) Sie, Herr Präsident, haben es demgegenüber unendlich leichter, Sie sind, als ich 1933 Reichskanzler wurde, Präsident ber amerikanischen Union geworden. Sie sind damit im ersten Augenblick an die Spitze eines der größten und reichsten Staaten der Welt getreten. Sie haben das Glück, kaum 15 Menschen auf den Quadratkilometer Ihres Landes ernähren zu müssen. Ihnen stehen bie unenblichsten Bobenreichtümer ber Welt zur Verfügung. Sie können durch die Weite Ihres Raumes und die Fruchtbarkeit Ihrer Felder jedem einzelnen Amerikaner das Zehnfache an Lebensgütern sichern, wie es in Deutschland möglich ist. Die Natur hat Ihnen dies jedenfalls gestattet. Obwohl die Zahl ber Einwohner Ihres Landes kaum ein Drittel größer ist als die Zahl der Bewohner Großdeutschlands, steht Ihnen mehr als fünfzehnmal soviel Lebensfläche zur Verfügung. Sie können daher Zeit und Muße finden, bestimmt durch bie Größe Ihrer ganzen Verhältnisse, sich mit universalen Problemen zu beschäftigen. Für Sie ist daher sicherlich auch deshalb die Welt so klein, daß Sie glauben mögen, überall mit Nutzen eingreifen und wirken zu können. In diesem Sinne können daher Ihre Besorgnisse und Anregungen einen viel größeren und weiteren Raum umspannen als bie meinen, denn meine Welt, Herr Präsident Roosevelt, ist die, in die mich die Vorsehung gesetzt hat und für die ich daher zu arbeiten verpflichtet bin. Sie ist räumlich viel enger. Sie umfaßt nur mein Volk. Allein ich glaube, dadurch noch am ehesten dem zu nützen, was uns allen am Herzen liegt: der Gerechtigkeit, ber Wohlfahrt, dem Fortschritt und dem Frieden der ganzen menschlichen Gemeinschaft. • Als der Führer geendet hatte, erhoben sich bie Abgeordneten von ihren Bänken und bereiteten ihm immer erneute stürmische Ovationen. Reichs, tagspräfibent Göring aber machte sich zum Dolmetsch der Empfindungen, die in diesem Augenblick jeden Deutschen beseelten, als er dem Führer die Versicherung gab, nicht nur die Männer des Deutschen Reichstages, sondern das ganze deutsche Volk würde mit leidenschaftlichem Herzen bestätigen, daß das Vertrauen zum Führer und der Glaube an ihn unbegrenzt und ewig sind. Das Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation waren ein einziges Bekenntnis zum Führer. Bei seiner Abfahrt vom Reichstag und auf dem Wege zur Reichskanzlei wurden dem Führer von den Zehntausenden Berliner, die hier an den Lautsprechern seiner weltgeschichtlichen Rede gebannt gelauscht hatten, aus dankbarem und stolzem Herzen unaufhörliche Freudenkundgebungen bereitet. Die Jubel- ftürme ber Begeisterung steigerten sich zu einem Orkan ber Freude, als der Führer vor der Reichs-? kanzlet eintraf. bie Rebe unter der Ueberschrift: „Die Tür bleibt für Verhandlungen offen." Starker Eindruck in Belgien. Brüssel, 28.April (Europavreß). Wenn die großen Reichstagsreden des Fichrers in Belgien stets ein Ereignis sind, das bie politischen Kreise beherrscht, so waren am Freitag gerade so wie im September auch die breiten Volksmassen mit Spannung erfüllt, weil sie auf bie Beantwortung der dringlichen Fragen warteten, die heute bie Weltöffentlichkeit bewegen. Aus diesem Grunde hatten sich auch die Zeitungen beeilt, unmittelbar nach ber Rede ihren Wortlaut nach Möglichkeit vollständig und in großer Aufmachung wiederzugeben. Außer dem sozialistischen „Peuple", ber die Rede auf Grund feiner marxistischen Einstellung als eine Warnung und eine Drohung bezeichnet, hat man mit Kommentaren noch zu rück geh alten, und nur die Ueberschriften zeigen, welch starken Eindruck bie Kündigung des deutsch-englischen Flottenvertrages und des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes in Belgien gemacht haben. „La Nation Beige" vergißt dabei nicht, in großen Lettern darauf aufmerjam zu machen, daß ber Führer den Anschluß neuer Verträge in Aussicht ge ft eilt habe, die friedliche Lösung ber schwebenden Fragen also von Deutschland nach wie vor angestrebt werde. Auch ber Satz, daß diejenigen, bie die Panikstimmung in der Welt durch die Ausstreuung von Kriegsgerüchten verursachten, die einzig Verantwort« iichen für eine Kriegsangst seien, wird im „Le Soir" hervorgehoben. In politischen Kreisen- wird ebenfalls der Nachdruck auf die neuen Vertragsangebote gelegt, die der Führer unmittelbar nach ber Aufkündigung ber beiden hinfällig gewordenen Pakte jedem gutwilligen Staat gegenüber gemacht hat. Größtes Interesse in der Schweiz Basel, 29. April. Die Reichstagsrede des Führers ist in der Schweiz mit größtem Interesse ausgenommen und auch von einem weiteren Publikum am Rundfunk mit angehört worden. In den Blättern wird vor allem die Kündigung ber beiden Abkommen mit Polen und England vorangestellt. Die „Neue Zürcher Zeitung" erklärt, Hitler habe die Initiative des amerikanischen Präsidenten in allen wesenllichen Punkten abgelehnt. In der Frage ber Abrüstung halte der Kanzler dem „Appell" Rovse- velts bie Erklärung entgegen, man müßte mit einem solchen Vorschlag sich nicht an ihn und an Deutschland, sondern an die anderen Mächte wenden, die in seiner Darstellung als die eigentlichen Urheber des Wettrüstens und der Kriegsfurcht erschienen. Die Hauptargumente für seine Ablehnung habe Hitler jedoch aus dem von ihm aufgestellten Sündenregister der Mächte von Versailles geschöpft, das den Frieden von 1919 als den größten Betrug der Weltgeschichte und als Quelle unzähliger Leiben des deutschen Volkes darstelle. 29./3V.April 1939 Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberhessen) Hr.iOO Drittes Blatt mein verlorenes Blond! Sinb auch vielleicht Sie manchmal traurig, weil Ihr blandes fjaar streifig und immro dunkler wird i Tlun—'oft geht mit der Zeit sein, prahlend heller Ton verloren. Vach jefit gibt <6 filcinol Blondier Shampoo! ks macht Sil dlond wie einst. Dabei ist es so milde, dofi «s dem zarten fiaar nie Schaden bringen kann» natürlich dürfe ein Raubbau nicht getrieben werden. Dafür seien ja die Schutzgesetze da, und es tei erforderlich, daß sie noch mehr ausgebaut würden. Auch in anderer Beziehung hat der Kapitän aus eigner Erfahrung die richtige Lehre gezogen, Ge- rade auf dieser Fahrt mit dem ,LLikinger", die vom Wetter keineswegs begünstigt war, wie das ja den Walfängern aller Rationen ergangen ist, hat sich deutlich erwiesen, daß zur großen starken Walkocherei auch große Fangboote gehören. Sie müssen auch bei schwerem Seegang mit großer Geschwindigkeit manövrierfähig fein. Sonst kommen sie dem Wal nicht nahe genug, um gute Beute zu haben. Kam es doch in diesem Jahr vor, daß der Wal dreimal so lange wie sonst unter Wasser blieb, weil er dem kleinen Krebs Krill bis in die tiefsten Tiefen folgen mußte. Wenn er dann auftauchte, stand er mellt weit ab vom Fangboot und die Jagd mußte von neuem auf weite Entfernung beginnen. Kapitän Kircheiß hat die Geschichte des deutschen Walfangs mit größter Gründlichkeit studiert. Er hat von vornherein den Glauben daran gehabt, daß so wie einst die großen Harpuniere von den Nordseeinseln Föhr, Amrun, Sylt, Borkum weit berühmt und nach den Holländern die bekanntesten Fänger waren, sich auch heute wieder ein neuer Stamm bester deutscher Fänger wird heranbilden lassen. Fesselnd schildert Kapitän Kircheiß den Fang eines solchen Riesentieres. Er betont, daß ja sonst kein Tier der Erde die Ausmaße eines Blauwals erreicht. Sichtet nun ein Fangboot den Blas eines Hamburg, den 21. April 1939. Wer lange Jahre Hamburg nicht wieder- gesehen hat, stürzt sich ein wenig erstaunt in das Hasten und Treiben der Altstadt. Em Tempo herrscht da, das dem Fremden imponieren muß, und das man am eindrucksvollsten im Hafe n in sich ausnimmt. Aber man kommt an die Seele dieses wiedererwachten Hamburgs doch nicht ganz heran, wenn man nicht auch die Elbe abwärts, die große und doch so anheimelnd wirkende Elbstraße hinuntergewandelt ist, die von Altona aus Blankenese zuführt. Auch hier ein Wandel, der deutlich spürbar ist. Ein Snobismus, der einst Altes, Traditionsreiches zu überwuchern drohte, ist restlos verschwunden. Wohin man sieht: geschmackvolle Kaufherrnsitze und die schönen- Klinkerbauten der großen und kleinen Kapitäne, die hier mit der Sicht auf die Elbe auch, in der Ruhezeit die Puls- schläqe des Meeres nahe wissen. Mittendrin zeigt sich uns plötzlich ein kleiner Heller Bau, und wenig später ’ steht man vor dem Hausherrn. Kapitän Kircheiß ist es, der Mann, dessen Abenteuer als Offizier des Grafen Luckner und als Weltumsegler im kleinen Kahn weltbekannt sind. Man weiß, daß er genau so wie er einst gegen die Kriegsschuldlüge zu 'Felde gezogen, dann als Deutschland nationalsozialistisch geworden war, auch für die Wiederaufnahme eines eigenen deutschen Walfangs unab- Erfahrungen einer Walfang-Fahri Besuch im Haufe des Kapitäns Kircheiß. Don unserem H. Gr.-Äerichierstatter. Wals, so wird mit Volldampf darauf zugehalten, ober oft ist der Wal schon weggetaucht. Nun ist die große Frage, wo er wieder an die Oberfläche kommt. Da er in diesem Jahr meist tief stand, gab es dann ein Hin und Her, bis endlich der Schütze die Kanone zum Schuß einschwenken kann und bann, wenn der unförmige graue Klotz des Kopfes über dem Wasser sichtbar wird, den Schuß löst. Die 130 Pfund schwere Harpune saust durch die Luft und bohrt sich in die Seite des Wales. Einige Sekunden später ertönt ein dumpfes Krachen, die Granate ist in dem Körper des Wals geplatzt. Nun scheint in dem Wasser eine Unterseebombe hochzu- qehen, o schäumt es auf, in rasender Fahrt geht der Wal ab, über dem Boot rutscht die Leine ihm nach Nun kommt alles darauf an, daß die oft über 1000 Meter lange Leine von dem Ungestüm des Wals nicht zerrissen wird. Das Fangboot muß den Kurs so einrichten, daß die Leine immer noch federt und sich nicht strafft, sonst würde sie wie em seidener Faden zerrissen werden. Eine Viertelstunde vergeht und noch eine bei dieser Jagd nach dem Wal, erst dann hat sich das Boot wieder so weit herangearbeitet, daß erneut ein Schuß angebracht werden kann. Nun wird der Wal schon müde. Ein blutiger Blas zeigt an, daß er dem Sterben nahe ist. Der Körper wird nun an das Fangboot herangezogen und mit Druckluft durch eine Luftlanze so aufgeblasen, daß er auf dem Wasser schwimmt. So läßt er sich muhelos an das Walfangmutterschiff heranbringen, wo bereits alles auf Posten steht. Wenn der Wal durch die große Oeffnung im Heck des Schiffes an Bord gezogen ist, dauert es nur kurze Zeit, dann ist das ganze Deck ein einziger Wirrwarr von Blut, Fleisch und Speck. Als wir vom Käpten schieden, nahmen wir die Gewißheit mit, daß diese Fahrt nicht seine letzte sein wird. Oie Studentin im Dritten Reich. Der goldene Schlüssel. Äon Otto Eorbach Onkel Sam oder „Uncle Shylock", um den Spitz- Minen zu gebrauchen, den ihm Detter John Bull cnhängte, als er sich ihm noch nicht mit Leib und .Seele verschrieben hatte, spottete kürzlich seiner sibst, indem er einen seiner eifrigsten Werbeapostel v der „New York Tribuna" schreiben ließ: „So besten wir 14 Milliarden im Werte eines Metalls, ins jeder froh wäre zu besitzen, ohne daß jemand hnran rühren dürste. Für Gold ist überall alles r haben: es ist das größte einzelne Angebot uni- prsaler Kaufkraft, das es gibt. Doch haben wir e; zu beträchtlichen Kosten für uns selbst sorgfältig ergraben, um es vollständig nutzlos zu machen. Las ist eine Absurdität. Wenn Nichts irgendwo in br Welt produziert wird, was wir dafür ober fit einen wesentlichen Teil davon zu kaufen vünschen, bann ist es bas einzig richtige, es j e - rauben z u leihen, der irgend etwas kaufen vill, und dabei zu profitieren, indem,wir uns mit Z nsen bezahlt machen. Ein Mann, der seine Erspar- isse in die Matratze seines Bettes stopft oder im Mterhof vergräbt, gilt nicht als Geschäftsmann, 'ludern als Geizkragen ..." Nun behauptet der amerikanische Allerwelts-Jour- Mlist Walter Lippmann, Onkel Sam sei zur Ein- ffl)t gekommen, daß sein zusammengerafster Gold- jlyatz „irgendeine andere Bestimmung habe, als in tentucky. vergraben zu bleiben". Er habe zunächst (men kleinen Teil eines untätigen und bisher nutz o- m Goldhortes für eine Anleihe benutzt, die B r a s i- !1 e n instandsetzen soll, „ein normales Finanzsystem iufzubauen und normale Handelspraktiken wieder- j rzustellen". Dadurch werde der Welt angefunbigt, ,*af3 wir begonnen haben, von bloßen Predigten einer Wiederbelebung des Handels zu konkreten Maßnahmen überzugehen, die den Handel in Wirk- lchkeit wiederbeleben werden". Endlich habe Onkel Um begonnen, „von dem goldenen Schlüssel Ge- i-auch zu machen, der so viele Türen aufschließen Lnn, die einer wirtschaftlichen Wiederbelebung ver- nordamerikanische Oelgesellschaften unter Porfir o Diaz in Mexiko erlebten, wenig dagegen drang davon in die Außenwelt, wie die Dollardiplomatie unter dem „Präsidenten" Leguia noch in der Nachkriegszeit mit dem Wohl der breiten Massen der Bevölkerung Perus umspringen konnte. Für das Zustandekommen einer neuen Goldeinspritzung erhielt der Sohn des Präsidenten, Juan Leguia, als die Kommission, die Kleinigkeit von einer halben Million Golddollar ausgezahlt. Aus jahrhundertelanger Verwahrlosung die vorwiegend einer räuberischen britischen Pfund- und nordamerikanischen Dollardiplomatie zugutekam, haben sich einige lateinamerikanische Länder gerade in den Jahren, wo der lähmende Einfluß der Welt- wirffchaftskrise auf die Kräfte britischen und nord- amerikanischen Finanzkapitals noch nachwirkten, zu einer bemerkenswerten Höhe staatlicher Ordnung und wirtschaftlichen Wohlstandes emporzuarbetten vermocht. Es handelte sich um eine weniger gründliche und planvolle, aber im wesentlichen gleichartige Entwicklung, wie sie Japan im Fernen Osten, Italien im Mittelmeergebiet, das neue Deutschland bei sich wie im übrigen Mitteleuropa und durch die natürliche Auswirkung seiner Dynamik mehr und mehr in Südosteuropa anzubahnen vermochte. Die treibenden Kräfte der neuartigen Entwicklungsrichtungen entsprangen hüben und drüben, wie im Fernen Osten, unabhängig voneinander einer Notlage, in die das Zerreißen aller herkömmlichen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Zusammenhänge unter den nachhaltigen Wirkungen des Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise lebenskräftige Volksgemeinschaften gebracht hatte. Die neue Fuhrungskunst, die sich dabei bewährte, bestätigte eine verschollene Wahrheit, die schon Friedrich List klar erkannte, als er schrieb: „M acht ist wichtig e r a l s R e i-ch t u m , weil eine Nation vermittelst der Macht nicht bloß sich produktive Quellen eröffnet, sondern sich auch im Besitz der alten und ihrer früher erlangten Reichtümer behauptet, — und weil das Gegenteil der Macht — die Unmacht __ alles, was wir besitzen, nicht nur den Reich- lässig geworben hat. Gesund und braun gebrannt steht der Kapitän vor uns. Man merkt ihm nicht an, daß er eine halbjährige Fahrt nach der Antark- t i 5 hinter sich hat. Dieser Tage erst hak sein großes Walfangmutterschiff „Wikinger" im Hamburger Oelhafen festgemacht. Nun blieb ihm kaum Zeit, seine Frau und zwei reizende Kinder zu begrüßen, und um natürlich noch einmal — so ist das See- mannsleben — mit den Kleinen nachträglich Osterhase zu spielen. Schon stürmen die Besucher ins Haus, Blumen zum Empfang werden gebracht — man erkennt unschwer, welche große Beliebtheit sich der Kapitän errungen hat. Im übrigen aber sind mir bald' mitten drin im Gespräch über seine jüngsten Erfahrungen b e t m Walfang. Wieder wird ihm, wie schon oft, die Frage gestellt, ob denn der Wal nicht eines Tages überhaupt aussterbeil müsse, ob es wahr sei, was die Engländer vor allen Dingen immer behaupten, daß der Wal sehr bald ausgerottet sein würde. Man begreift sehr schnell, warum der Kapitän darüber so herzlich lachen kann. Er meint nämlich mit Recht, daß ja, wenn der Wal wirklich so selten werden würde, sehr bald die großen, so viel Geld kostenden Expeditionen nicht mehr durchgefuhrt werden könnten. Aber ernst werdend fügt er hinzu, tum, sondern auch unsere produktiven Kräfte, unsere Kultur, unsere Freiheit, ja unsere Nationalselbständigkeit in die Hände derer gibt, die uns an Macht überlegen sind ..." Wären die Männer von Wallstreet und Washington klug beraten, so würden sie ihren Goldreichtum den neuen Produktivkräften anzu passen suchen, die Schuldnervölker unabhängig von ihnen mit Schlüsseln aus Eisen, ftatt Gold aufzuschließen wußten. Es ist nämlich ein verhängnisvoller Irrtum, zu dem amerikanische Kröfus-Philo- sophie verführte, daß für Gold „überall alles zu haben" sei. Sein gesamter Goldschatz könnte Onkel Sam nicht retten, wenn er sich auf einmal durch blockierte Mittelmeer- und Südsee-Wege von so wich- tischen Rohstoffquellen, wie Zinn und Kautschuk, abgeschnitten sähe. Mit dem „goldenen Schlüssel" mag er sich wohl manche Zugänge zu südamerikanischen Rohstoffquellen öffnen können, die bisher durch verkehrspolitische und andere Hindernisse versperrt waren, aber schon seit einer Reihe von Jahren müht sich Henry Ford vergebens damit ab, aus dem Dschungel am Tapajos, einem Nebenfluß des Amazonas, genügend fleißige Hände hervorzuzaubern, die auf gepflegten Gummiplantagen Aehnliches zu leisten verstünden, wie ganze Heere asiatischer Kulis in den künstlich angelegten Gummiwäldern Malayas. Aehnlich verhält es sich mit den Zinnvorkommen Boliviens und anderer lateinamerikanischer Länder. Und wenn sich Onkel Sam mit seinem goldenen Schlüssel auch Zugang zu den Gedankenwerkstätten der besten Kopfe seines Landes zu verschaffen vermag, fo hilft ihm das doch wenig, wenn diese Kopfe weniger erfinderisch sind, als die Bahnbrecher der deutschen chemischen Industrie. Es wäre Heller Wahnsinn, wenn ipgendwelcher autoritärer Staatsmann in Asien oder Europa davon träumte, die Unabhängigkeit der Länder der westlichen Erdhälste zu bedrohen, aber es. kann nichts sicherer dazu führen, den Frieden der Völker der „Neuen Welt" zu stören, als wenn Onkel Sam nur seine amerikanische, nicht auch eine asiatische und europäische „Monroe-Doktrin" gelten läßt. wird. . * Was die Einbildung nicht ausmacht! Sogar physiologische Wirkungen/die ohne ihr willkürliches und ganz plötzliches Eingreifen in den Gefamtzu- tand des Menschen nicht vorstellbar wären, kann ie heroorzaubern. Wie oft hat man schon an sich elber die Erfahrung machen können, daß der bloße Gedanke an eine Möglichkeit, die eintretendenfalls von schlimmen Folgen begleitet wäre, körperliche Funktionsstörungen nach sich zieht, die wieder aus- hören, sobald man sich der Irrealität solcher Eventualitäten bewußt wird. Da bemerkt, wie kürzlich die Zeitungen meldeten, ein fränkischer Dorfbewohner eines Morgens beim Erwachen, daß sein Gebiß, das er vor dem Einschlafen sorglich auf den Nachttisch zu legen pflegte, spurlos verschwunden war. Erster Gedanke: das kann ich nur wah- rend des Schlafes verschluckt haben. Sofort stellen sich auch die Symptome ein: unerträgliche Magenschmerzen, verursacht durch die Anwesenheit des unverdaulichen Fremdkörpers im Darm. Strenge Diätvorschriften des Arztes vermögen sie nicht zu lindern: erst die W i e d e r a u f f i n d u n g des nicht verschluckten, sondern nur verlegten Gebisses können unseren malade imaginaire von seinen Qualen befreien. Ein anderer Fall. Ein Ingenieur in Budapest, der sich verheiraten will, wird von seiner außer Dienst gestellten Freundin zu einem Abschiedssouper^ geladen und erfährt am nächsten Morgen durch einen Brief der Gastgeberin, daß die Weine, die beide getrunken haben, von ihr vorher vergiftet worden seien. Kaum hat er den Brief gelesen, als er auch schon die Wirkung des Giftes spurt, in kalten Schweiß gebadet zum nächsten Krankenhaus eilt und sich den Magen auspumpen läßt — alles nur, um wenige Stunden später aus einem zweiten Briefe zu erfahren, daß die ganze Geschichte von der „Giftmischerin" bloß erfunden worden sti, um dem Treulosen einen kleinen Denkzettel in die Ehe mitzugeben. Sollten die hier berichteten beiden Fälle nicht aber doch eine Bestätigung der heute von den Aerzten wohl ziemlich allgemein wieder erkannten Wahrheit sein, daß Körper und Seele in einem innigen Kontakt stehen, Krankheiten also zwar nicht immer Einbildungen sind — das wäre natürlich ein irriger Schluß — sich aber in sehr vielen Fällen auf Störungen im Seelenleben zurückführen lassen, ihre wirksame Bekämpfung also auch da einsetzen muß, wo die wahre Ursache des Leidens zu suchen ist? In der italienischen Oper soll das „Da cap o" für immer abgeschafft werden. Eigentlich schade! Denn das Theater, insbesondere die Oper, , ift für den Südländer nun einmal etwas anderes - als für uns: es ist Volkskunst in dem Sinne, - daß zwischen Bühne und Publikum Beziehungen i bestehen, die eine grundsätzlich anerkannte Treii- . nung der beiden Faktoren nicht zulassen, demnach - auch den uns so geläufigen Begriff der andächtig > und still dem Kunstwerk folgenden Gemeinde nicht i kennen. Dem lebhafteren Temperament des Sud- - länders hatte das Gewohnheitsrecht eine aktivere Art der Anteilnahme, auch eine spontMiere Form Randglossen zur kleinenZeitgeschichte Von Ernst von Iiiebelschüh. Im Zuge der Neugestaltung Berlins hat sich die Viktoria mitsamt der Siegessäule, auf der sie steht, dazu bequemen müssen, ihr angestammtes Quartier auf dem Königsplatz aufzugeben und ein neues auf dem „Großen Stern" zu beziehen, wo sie dem Auge, das beim Abwandern einer so langen Straßenzeile, wie die Ost-West-Achse ist, leicht ermüdet, nun den hier bisher fehlenden Ruhepunkt bietet. Erstaunlich zu sehen, um wie vieles besser sie auf dem ihretwegen vergrößerten Rondell wirkt, besonders aus angemessener Entfernung. Woran liegt es? Im Grunde nur an einer kleinen s stärker denn je als Magnet auf blinkendes Edel- metall aus aller Herren Länder wirkt. E- hat merk, würdraerweise überall seine Rolle als Tauschmittel reerloren, um auf die eines Wertspeichers beschrankt n werden. Als solcher läßt man es fluchtartig um ioen Machtmittelpunkt der Neuen Welt zusammen- rr ihnen, weil man es dort für am fi^rften gebor= ,-en hält. Dort trennt es die Weite der Weltmeere .int) die Stärke der angelsächsischen Flotten von den 1 Unruheherden der übrigen Welt. Rastlos suchte der Wettgläubiger durch feinen zu lußerster Vollendung entwickelten Anleihemechanismus alle Volker aller Erdteile für immer in feine loldenen Feffeln zu schlagen, als die Weltwirt- tbaftsfrife jenen Mechanismus für lange Jahre in Unordnung brachte und den Schuldnerlandern eine Atempause verschaffte, in der sie versuchen konnten, tnr Wirtichaftsleben möglichst unabhängig von der Tyrannei des Goldes zu regeln. Wo solche Versuche langen, wurde überall der überlebte Grundsatz verkommener „Demokratie": Laßt gehen, laßt tiufen!" zugunsten strenger Arbeitsdisziplin und mehr oder weniger „autoritärer" Regierungsweise nufgegeben, nicht nur in der „alten , sondern auch m der „neuen" Welt. Gerade m den iberoamerika- üschen „Republiken" wurde schon vor dem großen Kriege meist nicht „demokratisch", sondern „a u t o - i t ä r" regiert, nur handelte es sich bei den „Dlk- ntoren", die nach oft recht blutigen Umstürzen ein- nber ablösten, um solche von Gnaden noro- c merikanischer oder britischen n a n z- 1 apitals, nicht organisierter Volksgemeinschaf- xn. Allgemein bekannt ist, welch goldene Zeiten Jetzt, wo wieder erste Semester von Studentinnen auf die Hochschule kommen, gibt die Reichs- ftudentenführung einen Ueberblick über die von ihr in der Arbeitsgemeinschaft SJlati o n al» sozialistischer Studentinnen (ANSt.) im NS.-Deutschen Studentenbund geleistete Erziehungsarbeit. Der Eintritt in eine ANSt.-Gruppe ist freiwillig. BDM.-Mädel jedoch, die zur Hochschule kommen, sind verpflichtet, mit Beginn ihres Studiums einer ANSt.-Gruppe beizutreten. Hier werden die Studentinnen der 1. bis 3. Semester zusammengefaßt. Aufbauend auf der Schule des Arbeitsdienstes, durch die fast alle Studentinnen gegangen sind, setzt ein d r e i s e m e st r i g e r Schulungsplan ein, der einen sich regelmäßig wiederholenden Zyklus dreier übergeordneter Haupt- themen zeigt: Im 1. Semester werden einheitlich Hochschul-, allgemeine Frauen- und Frauenberufsfragen behandelt. Das 2. Semester greift im Hinblick auf den in den Sommerferien erfolgenden praktischen Einsatz im Landdienst Bauern- und At-, Volkstums- und Bevölkerungsfragen auf. Das 3. Semester, erlebnismäßig ausaerichtet auf den studentischen Fabrikdienst, befaßt sich mit den gesamten Fragen des Arbeitertums. Bedeutsam ist auch Die musische Erziehung und Kulturarbeit. Lied- und Musikarbeit, praktische Beschäftigung nut Laienspiel- und Puppentheater und eine neue Geselligkeit, die mit Tanz eng verknüpft ist, kennzeichnen Teilgebiete der musischen Erziehung, die ihr Ziel darin sieht, die Mädchen bereitzumachen für die Entscheidungen, die sie als Mütter oder Frauen in Familie und Beruf später zu treffen haben werden. Auch zur politischen Einsatzfreudigkeit wird erzogen. Hat die Studentin während dieser drei ersten Semester Fähigkeit bewiesen, ihren Beruf einmal nicht nur sachlich auszuüben, sondern ihn auch als verantwortungsvolle politische Aufgabe menschlich ganz zu erfüllen, so wird sie als Vollmitglied in die AR-vt. im NSD.-Studentenbund berufen. Mit dem 4. Semester beginnt bann der wissenschaftliche Einsatz, bei dem auch Sonderfragen für Frauen aus Haus und Familie, Mutter und Kind, Familienrecht ufw. behandelt werden. flössen waren." Leider ist aus dem Handelsabkommen, das die iordamerikanische Union mit Brasilien schloß, nichts £i entnehmen, als daß Onkel Sams „goldener Schlüssel" wieder, wie in den Zeiten der Dollar- jiiplomatie alten Stils, die die Weltwirtschaftskrise ;i Grabe läutete, dazu dienen soll, einerseits Türen !mfzu schließ en, die zu fremden Roh- j y f f q u e 11 e n führen, und andererseits Türen zu verschließen, durch die arme Länder die E r - ^ugnisse ihres Gewerbefleißes ein- juhren konnten, um sie zu beiderseitigem Korrektur, die jedoch, da sie einen Mahstabsfehler berichtigt, von einschneid eist) er Bedeutung ist. Nach einem bekannten Berliner Denkmalswitz wurde der Viktoria nad)gefugt, daß sie „kein Verhältnis" habe. Nimmt man dieser Kritik den zweideutigen Sinn, so trifft sie den Uebelftanb aufs Haar, nämlich die fehlenden Maßbeziehungen sowohl des Monuments zu der Randb^buuung des Königsplatzes wie auch der Figur selber zu der ihr als Sockel dienenden Säule. In seiner bisherigen Aufftellung war das Denkmal nicht der formensammelnde Mittelpunkt eines Freiraums, es schwamm sozusagen im Leeren. Vor allem aber: die Siegessäule war in sich maßstäblich verunglückt, da sich der Schaft über die Figur als zu niedrig erwies. Leute, die über jede Veränderung des gewohnten Zustandes sentimentale Tränen vergießen, haben also wirklich nicht den mindesten Grund, sich über die Versetzung der Siegessäule zu beklagen, die in der Tat nicht weniger als die Rettung einer von Anfang an verpfuschten städtebaulichen Situation bedeutet. Um es kurz zu agen: durch Einfügen einer vierten Säulentrommel ist die Siegesgöttin um sieben Meter gehoben worden. Das Ei des Kolumbus! Der Fall zeigt mit alter nur wünschenswerten Deutlichkeit, wie sehr die Wirkung eines öffentlichen Denkmals, auch wo es sich, wie hier, um ein weniger hervorragendes Kunstwerk handelt, von den richtigen Maßstabsbeziehungen zu seiner Umgebung abhängig ist — eine Wahrheit, gegen welche immer wieder verstoßen Nutzen gegen Erzeugnisse auszutauschen, für die zu , fr auf e klimatische oder andere Bedingungen fehlen. , las aber ist gerade das Gegenteil wirtschaft- . Icher Wiederbelebung und kann nur immer wieder । izrju führen, daß zu dem „Wettgläubiger" mehr ßiold zurückströmt, als er in fremde Länder leitet, um sich dort Handelsmonopole zu sichern. Die Geschichte aller untergegangenen großen Reiche l- hrt, daß ihr Schicksal von dem Augenblick an be- jsegett war, wo sie mehr Gold und Silber an sich ;j liehen begannen, als nah und fern aus der Erde (sforbert wurde. Fremde gröberer,«bie den morschen tau jeweiliger Weltkultur stürzten, unternahmen in ter Vergangenheit meist eine Neuverteilung. Ns die Westgoten unter Atari ch 410 Rom einnah- tuen, mußte ihnen laut dem Zeugnis des Zofimas < ne Brandschatzung von 5000 Pfund Goldes und 13 000 Pfund Silbers bezahlt werden. In langen Nagenzügen schleppten sie die errungenen Schatze jväter nach Südgallien und Spanien. Nicht viel (Bringer kann die Beute gewesen sein, die die Sue- ien, Alanen, Burgunder, Vandalen und Franken t den von ihnen besetzten Provinzen machten. In der Neuen Welt machten die spanischen Erobe- tSr bald die Entdeckung, daß es das meiste Gold nicht dort zu plündern gab, wo es Mutter Erde '6gerungen wurde, sondern dort, wo es auf den Degen des Handels in den größten Mengen auf- -efpeichert worden war. Der Umfang der ge- ioorteten Goldschätze der Azteken und Inkas erwies i.ch als ein Gradmesser für die Morschheit ihrer Staatswesen. Früher oder später waren sie von j. qendfrifcheren indianischen Völkerschaften überrannt worden, wenn nicht schreckliche „weiße Götter" aus unbekannter Ferne übers Meer gekommen waren. Die politische Krise, die zum großen Kriege führte, war zugleich eine Welt-Währungskrise, ftie schwarze Magie des gelben Metalls brachte es '«rüg, Onkel Sam, der vorher an Europa stark ver- -thuld'et war, sozusagen im Handumdrehen, im Lause mn einigen Jahren Kriegskonjunktur, in den Wett- cläubiger zu verwandeln. Wie hätte bloße Mehr- jrbeit ein solches Kunststück fertigbringen können? I Gearbeitet wurde in den Vereinigten Staaten m ten Kriegs- und Nachkriegsjahren eher weniger als vorher hatte man doch den Auswanderermajsen Die Tore verschlossen, die bis zum Ausbruch des Krieges Tahr für Jahr auf dem Arbeitsmarkt der Union lohnende Beschäftigung fanden. Heute feiern gegen Wölf Millionen voll Erwerbsfähige im sogenann- fen Lande der unbegrenzten Möglichkeiten, obwohl Xamv. ni« m?nnnet auf blinkendes Edel- KLEINOL KLEINOL BERLIN-NEUKOLLN Verlangen Sie’ von Ihrem IHwur eine Blondierungl Blondier Shampoo Der Hinweis - ein Blick in die Zeitschriften dH/ L den in der den Lied Warta die Seife, deren Schaum dieVfaut DUjingt 2$ 4 Seilersweg Nr. 67 Telephon Nr. 3170 mir!« einen UHL adio eparaturen eines heute vergessenen Dichters (Christian Adolf Overbeck), „Komm, lieber Mai, und mache / Die Bäume wieder grün", durch seine Melodie unsterblich. Kaum hundert Jahre alt ist das wie ein Volkslied aninutende Gedicht von Emanuel G e i b e l: Solches in Worte zu fassen gelingt nur dem lichen Dichter, zum Beispiel Rilke, der „Maitag" malt: Still! — Ich hör' wie an Gelände» leicht denen Mitbegründer des Hainbundes: Die Luft ist blau, das Tal ist grün, Die kleinen Maienglöckchen blühn Und Schlüsselblumen drunter; Der Wiesengrund Ist schon so bunt Und malt sich täglich bunter. Drum komme, wem der Mai gefällt, Und freue sich der schönen Welt Und Gottes Vatergüte, Die solche Pracht, Hervorgebracht, Den Baum und seine Blüte? Etwa um dieselbe Zeit machte Mozart das wurde sein Lenzlied: So die Blumen aus dem Grase dringen, Gleich als lachten sie zu der spielenden Sonne, In einem Maien, in des Morgens Frühe, Und die kleinen Vögelein wohl singen In der besten Weise, die sie kennen, Was für Wonne kann sich da vergleichen? Es ist wohl halb ein Himmelreich. Weiter ausgemalt wird der Maitag in dem Früh- lmgslied von Ludwig Holty, dem jung gestor- der Kritik an der Dühnenleistung zugestanden. Ein Ausdruck dieses unmittelbaren Mitgehens war auch das Dakapo, das ungeschriebene Recht des Theaterpublikums, von einem beliebten Sänger die Wiederholung eines Bravourstückes so lange zu fordern, bis fein musikalisches Bedürfnis restlos befriedigt war. Die mit dem Dakapo verbundene Unterbrechung des Handlungsablaufs wurde um so weniger als ein Uebelstand empfunden, als im Süden die Kenntnis des Stücks als selbstverständlich vorausgesetzt wird, die Musik jedermann vertraut ist, der Durchschnitts-Italiener also eigentlich nur ins Theater geht, um dem Tenor aufs Mundwerk zu sehen und festzustellen, wie dieser mit dem hohen C fertig wird. Jedenfalls trifft das für die italienischen Opern, namentlich die des leichteren Schlages, ohne Einschränkung zu. Denn natürlich gibt es Unter- Geheimnissen der Natur offen zu stehen, wir glauben die Dinge in ihrem Werden und Wesen besser zu begreifen; auch der Oberflächliche spück einen herbsüßen Hauch, einen berückenden Klang, er ahnt vielleicht, daß nun „die Liebe segnend über die Fluren" geht in immer wechselnden Gewändern, Dieser Monat ist ein Kuß, Den der Himmel gibt der Erde, Daß sie jetzund seine Braut, Künftig eine Mutter werde. In den Maientagen scheinen die Tore zu „Der Mai ist gekommen / Die Bäume schlagen aus / Da bleibe, wer Lust hat / Mit Sorgen zu Haus!" Wenig bekannt ist, daß die sehr sangbare Melodie hierzu von dem vielseitig begabten Dichter und Zeichner Justus Wilhelm Lyra stammt. Den tieferen Sinn des Wonnemonds suchte Friedrich von L o g a u , der Verfasser der Deutschen Sinn-Gedichte (um 1650), festzuhalten in dem Vergleich: Wind vorüberhüpft, Wie die Sonne Strahlenenden an Syringendolden knüpft. Stille rings. Nur ein geblähter Frosch hält eine Mückenjagd. Und ein Käfer schwimmt im Aether, ein lebendiger Smaragd.' Im Geäst spinnt Silberrhomben Mutter Spinne Zoll um Zoll, Und von Blütenhekatomben hat die Welt die Hände voll. Dem tieferen Sinn des Naturgeschehens spürt Oskar L o e r k e nach in seiner „Maienmeditation", aus der einige Verse hier stehen sollen: Im Abend steht ein Regenbogendom. Ein alter Baumgang quert durch das Phantom. Die Lampenschirmchen der Kastanien sind Von ihrem grünen Lichte schlaff und blind. Das Licht, hat sich an keinem Docht genährt. Es ist der Geist, der in den Stämmen fährt, Der dunkel auffährt, immer auf und auf, Aus ewiger Mitte ein Getrief, Getrauf ... Du Geist, —ich Geist, wir kennen uns nicht mehr Und fahren aus demselben Grunde her. Die beiden letzten Zeilen besagen, daß die heutigen Menschen sich von der Natur entfernt haben; der Wunsch der Dichter ist es, uns wieder hinauszulocken in den Maientagen zu den Werdewundern unserer Erde; wir sollen wieder hören, wie „in diesen Tagen und Nächten alles Wachsende Stimme bekommt", und mitschwingen in dem bunten Reigen des Werdens, bis „wir werden ganz Musik". sangen: Nun Han den Tod wir ausgetrieben Und bringen den Hellen Frühling wieder. Den Sommer und den Maien, Der Blümlein mancherleien; Wir kommen und bringen mit herein Des Maien reifenden Sonnenschein. Aehnlich dachten unsere Vorfahren, wenn sie ihren Frühlingsspielen, in denen Winter und Tod verbrannt oder ausgetrieben wurden, im Reigen Legende von den Männern auf dem Baum Zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes. Von Herbert Kranz. Walther von der Vogelweide hat Mai in manchen Versen besungen; am bekanntesten „Preisen wollen wir den Maien." Stimmen der Dichter zur deutschen Frühlingsfeier. Von Hans Sturm. Wie nennen den fünften Monat des Jahres den Wonnemond, doch diese Bezeichnung hat nichts mit wonnig zu tun, sondern stammt von dem altdeutschen Wünnemonat, und Wünne hieß soviel wie Weide; und vom 1. Mai ab wurde das Pieh aus den winterlichen Ställen hinaus auf die saftgrünen Wünnen getrieben. Natürlich trifft das Wort Wonnemond auch den Mai als ersten wirklichen Frühlingsmonat, wie Eduard Mörike in einem Gedicht schrieb: Es ist doch im April fürwahr Der Frühling weder halb noch gar. Komm, Rosenbringer, süßer Mai, Komm du herbei! So weiß ich. was der Frühling sei. werten und waren mit Pinsel und Farbtöpfen tätig, manche noch mit der Kindergewohnheit, im Eifer der Arbeit das rosige Zungenspitzchen aus dem Munde gucken zu lassen, die Kleinsten brachten, wie reizende Putten anzusehen, in blinkenden Eimerchen, in Tassen, ja eins sogar in einem Vogelnäpfchen Wasser an, das sie in die Behälter aossen, in welche die Birkenstämme gesetzt werden sollten. Dabei eilten die Hausfrauen noch rasch in die Läden, um vor dem unverhofften Feiertag rechtzeitig alles ins Haus zu bekommen, was an einem Fest gebraucht wurde, und über all dem Gewimmel wehten die Fahnen. Aber es ist gut, wenn man der allgemeinen Un- besonnenheit gegenüber sich auf seine Grundsätze besinnen kann. „Manch einer hat schon geglaubt, er aäb einem Engel die Hand, und da war es der Gottseibeiuns!" sagte sich Meister Hediger. „Fahnen, Birkengrün und Girlanden", dachte Meister Frymann, „das nimmt sich nicht schlecht aus: aber wie ist es mit der Aufhebung der Unterschiede?!" Und der Schreiner Bürgi kam sich wie ein Prophet vor: „Sie können sich stellen wie sie wollen — überall seh ich den Maibaum durchschimmern! Es geht gegen den Fortschritt, und damit Punktum!" Und. wem die verhaltene Fröhlichkeit einer ganzen Stadt, zu der keiner gezwungen war, sondern die sich wie von selbst eingestellt hatte, doch mehr ans Herz ging, als er für möglich gehalten hatte, der hielt sich an den gemeinsamen Beschluß im Herren- stübli wie an einem Geländer und ging daran seinen Weg ganz sicher weiter. So saßen die sieben Aufrechten in ihren Häusern wie alte Einsiedlerkrebse in ihren Schneckenschalen, nur daß ihnen ihre Gehäuse viel zu groß waren, weil nämlich alle Hausbewohner draußen das Fest mitfeierten, so daß jeder, der nun durch die leeren Stuben schlurrte, gleichsam darin klapperte wie eine Haselnuß, die in ihrer einst wie angemessen passenden Schale einschrumpfte, elend vertrocknete und nun rasseldürr geworden ist. Gewiß hatte ein jeder dies und das vorzunehmen, aber es war nicht das Rechte. Da sie den unwillkommenen Feiertag nicht anerkannten, wollten sie ihm auch die Ehre der Sonntagszigarre nicht antun; andererseits sah es mit dem Essen recht windig aus, da die Hausfrauen, obwohl die Gatten sie deswegen angeknurrt hatten, mit dem jungen Volke hinausgezogen waren und den grollenden Achill auf den Abend vertröstet hatten. So mußte ein jeder in der Küche in einem Töpfchen etwas einrühren oder gar etwas vom gestrigen Tag aufwärmen, was sie kränkte, weil sich die gestandenen Männer auf einmal wi? die Handwerksburschen vorkamen, denen man notdürftig einen Teller voll Suppe auf die Treppe setzt. Denn um etwa die Gelegenheit auszunutzen, sich ein Rumpfstück aus der Speisekammer zu nehmen, es in doppelt so viel Butter zu braten wie die sparsame Hausfrau und sich noch ein leckeres Ei darüber zu schlagen und sich so einen delikaten Imbiß zu bereiten, auf den der Rote dann auch doppelt gut schmeckte — dazu waren sie doch wieder zu lobesame Ehemänner und Väter, die nun einmal gewohnt waren, das Gute mit Frau und Nachkommen zu teilen und nicht für sich allein zu verschieden und zu verschlemmen wie Hagestolze, die beim genüßlichen Bruzzeln und Bräteln sich darüber hinwegzutäuschen suchen, welch hunds- traurig einsamem Ende sie so langsam entgegen- schmoren. Das Aerafte aber war der Südwind, der heute den ganzen Tag wehte, denn der brachte in die leere Stadt vom Festplatz her unaufhörlich die Klänge der Musik, und das Jauchzen, der Jubel der Tausende schmolz in dem leichten Wehen zu einem Klang zusammen, als jubiliere da draußen der Frühling in eigener Person und tanze zur Musik. Es war etwa gegen zwei Uhr, als Meister Hediger sich sagte, daß gerade ein Mann, der ein Fest wie dieses da draußen mißbilligte, doch allen Grund hätte, einmal hinauszugehen, um nach dem Rechten zu sehen, und um, wenn er schon das Schlimme nicht hatte verhindern können, doch das Schlimmste zu verhüten. Nicht viel später kam Meister Fry' mann darauf, man müsse doch einmal mit eigenen Augen betrachten, wie arg es sich auswirke, wenn es keine Unterschiede mehr gäbe, und schon griff er nach den Sonntagsstiefeln, denn wo alles sih geputzt hatte, konnte man auch nicht wie ein rostet Schlot erscheinen. Der Schreiner Bürgi wieder fand, die gewichtigsten Argumente gegen Die Wiedereinführung fortschrittswidriger Bräuche verlören durch den Einwand, man sei ja gar nicht dabei gewesen, in der Meinung des großen Haufens ihren ganzen Gehalt, und damit nahm er feinen Bratenrock aus dem Schrank. Im Oechsli und im Glöckli fiel es zwei Männern schwer auf die Seele, daß sie wohl zu den sieben Aufrechten gehörten, aber auch Wirte waren, und wie kann man sich gerade als Witt von dem ausschließen, was alle tun, wo man doch darauf angewiesen ist, daß möglichst alle wieder zu einem ins Haus kommen? Wenn sie sich da draußen einmal sehen ließen, meinten sie, so bleiben sie noch immer sauber überm Nierenstück, und was die restlichen zwei betraf, so galt für sie, was auch für die andern Geltung hatte: ein eigentliches Gelöbnis war doch gestern im Herrenstübli gar nicht gefpro» chen worden! Gewiß, sie hatten an den Rütlischwur gedacht — aber es hatte keiner geschworen, waS bei einem solchen nichtigen Anlaß sich auch gar nicht gehört hätte. Das war es überhaupt: man mußte die Sache nicht wichtiger nehmen als sie war! Hieß fernbleiben nicht beinahe so viel wie sich fürchten? Ein Aufrechter und sich fürchten — nein, das gab es nicht, und so war es denn eigentlich gar nicht Ueberrafchendes, daß sich die sieben Aufrechten plötzlich und vollzählig auf dem Festplatz trafen. ten Verlust an Volksintelligenz in seiner kulturellen Auswirkung niemals ausgleichen. Deshalb darf das Hochschulstudium oder die wissenschaftliche Arbeit der Frau auch nicht Veranlassung zur Ehelosigkeit oder Beschränkung der Kinderzahl werden Die Akademikerin muß sich stets bewußt bleiben, daß nicht nur Adel und Reichtum, sondern auch Begabung verpflichtet." Bauerntum und Politik in Frankreich. Frankreich ist überwiegend Bauernland. Trotzdem hat das Bauerntum an der politischen Vertretung einen sehr geringen Anteil und auch in der französischen Literatur spielt es nur eine geringe Rolle. Trotzdem hat, wie Fran^oise Denis in einem Aufsatz „Zur Psychologie des französischen Bauerntums" in der Aprilnummer der „Deutsch- Französischen Monatshefte" ausführt, der Bauer die französische Politik aufs stärkste beeinflußt: „Der hartnäckige Rechts- und Eigentumsbegriff des Bauern, sein ausgeprägter Sparsinn, seine Abneigung gegen Eroberungen und sein Fanatismus in der Verteidigung des eigenen Grund schiede. Auf den großen Bühnen mit ihrem internationalen Publikum genießt das Dakapo nur noch ein stark beschnittenes Heimatrecht, und das ist auch ganz in der Ordnung, zumal man als Fremder in Rom, Mailand, oder Neapel ja nicht ins Theater geht, um italienische Volkssitten kennenzulernen. In der Provinz indessen geht es zuweilen noch hoch her, und niemand, der einmal das einfache Volk in solchen kleineren Theatern zu beobachten Gelegenheit hatte, möchte es anders haben. Italien hat im Laufe des letzten Jahrhunderts schon so viel von echter Ursprünglichkeit verloren, daß man die Hoffnung aussprechen darf, das strenge Verbot möge sich auf diejenigen Operncheater beschränken, auf denen sich das Dakapo ohnehin überlebt hat. Die sieben wackeren Handwerksmeister und biederen Gastwirte, die man nicht anders als die sieben Aufrechten nannte, saßen nach getaner Arbeit im Herrenstübli ihrer Alt-Zürcher Gastwirtschaft beisammen, aber es ging nicht kurzweilig und gemütlich her wie sonst. So still urtb ernst sie sich in größeren Versammlungen zeigten, so taut und munter pflegten sie dann zu tun, wenn sie unter sich waren — keiner zierte sich und keiner nahm ein Blatt vor den Mund, und oft genug sprachen alle zusammen. Heute aber sagte keiner ein Wort: der Zimmermeister Hediger, der immer der Wohl- redenste war, schwieg, es schwieg Frymann, der Zimmermeister, es schwiegen die beiden Schmiede, von denen Kuser das Silber und Syfrig das Eisen hämmerte, es schwiea nicht minder Bürgi, der listige Schreiner, und Die beiden Wirte Pfister und Ehnsmann gaben auch keinen Laut von sich. Ja, es schien, als wären die alten Kopfe nicht vom Trinken rot, sondern vom angestrengten Schwaigen, und wie sie jetzt die sieben roten Köpfe schweigend schüttelten, war es nicht anders, als wären mit einemmal sieben rote Monde in Bewegung gekommen, die um den dunklen Tisch wie um eine runde Erdscheibe und in dem verqualmten Herrenstübli wie in einem dämmerigen Weltall schwebten Nein, nein, das junge Volk? Das liebte, das heiratete, das setzte Kinder in die Welt, und jetzt wollte es in der Stadt ein Fest feiern, ganz, ganz anders, als es die Alten gewohnt waren. Ein Schützenfest, ja, das war noch ein Fest, wie es sich gehörte, auf dem letzten waren auch sie noch mit ihrem Banner mitmarschiert — aber ein „Fest der Arbeit", wie die Jungen sagten, nein, das war nichts, oder vielmehr, es steckte etwas dahinter. „Ich will euch sagen", — mit diesen Worten brach Meister Hediger das lastende Schweigen — „was das in Wahrheit bedeutet, dieses neumodische Fest: es soll eben von dem Tage an alles anders gemacht werden! Damit fängt der Umsturz des guten Alten an!" „So ist es", stimmte Frymann mit umwölkter Miene zu. „Sie sagen sogar, es solle keine Unterschiede geben, der Meister neben dem Gesellen sitzen, die Hausfrau neben der Magd, denn so verschieden ein jeder und eine jede wirke, so webten doch ge» und Bodens sind Züge, welche die französische Voli- ttk täglich widerspiegelt. Selbst der im politischen Leben der Hauptstadt Paris so ausschlaggebende Advokat ist dem französischen Bauern verwandt, der lieber eine Million für einen Prozeß opfert, als ■einen Acker von 10 000 Franken Kaufwert preiszu« geben, auf d'en er Anspruch zu haben glaubt. Der Sparsinn, der das ge|amte französische Volk unfeine öffentliche Verwaltung kennzeichnet, und im Ausland schon oft auch Anlaß zu kritischen Bemerkungen gegeben hat, ist ebenfalls rein bäuerlichen Ursprungs. Der Bauer und die Bäuerin, die sich im Lauft eines Jahres hundertmal bücken müssen, bis aus Saat und Ernte einige Franken in die Kasse des Hofes kommen, wissen den Wert eines Franken höher einzuschätzen als die Arbeiter, Handwerker und Beamte der Städte, denen Lohn und Gehalt müheloser zufließen, als der Kapitalist, der Tantiemen einstreicht, ja selbst als der Arbeitslose, der für seinen Lebensunterhalt eine zwar kleine, aber ohne körperliche Mühen und Pein erworbene Unterstützung erhält. Die dritte der Eigenschaften des französischen Bauerntums, die sich dem Charakter der gesamten Nation aufgeprägt hat, die Zähigkeit in der Verteidigung des heimischen Grund und Bodens, ist vom Weltkrieg her noch in zu lebendiger Erinnerung, um hier einer besonderen Erläuterung zu benötigen. Aus dem nach deutschen Begriffen „unmilitärischen" Soldaten der Friedenszeit wurde da plötzlich der fanatische Kämpfer der Marneschlacht, des Chemin des Dames, des Hartmannsweiler Kopfes und des Forts von Verdun, der mit ungewöhnlichem Heldenmut und Verbissenheit jeden Fußbreit der heimischen Erde verteidigte und an Tapferkeit den vorstürmenden deutschen Regimentern nicht nachstand. Die Holzkreuze, die heute von Flandern bis zu ten Vogesen in langen Reihen in Frankreichs Erde stehen, sind vor allem Söhnen französischer Bauernfamilien errichtet, und es sind Namen aus den Dörfern der Bretagne, Lothringens, der Ile de France, der Picardie und des Landes, Savoyens und der Provence, die wir auf diesen Holzkreuzen finden. Der Prozentsatz an Gefallenen des französischen Bauerntums ist um vieles höhn als der Anteil der anderen Bevölkerungsschichten am großen Blutopfer der Nation." wissennaßen alle an ein und demselben Webstück, und darum sollten auch alle einmal nebeneinandersitzen!" „Das ist etwas Neues, und das ist immer gefährlich", sagte der Schmied Syfrig. „So ist es", erwiderte Ehrismann, der Wirt vom Silbernen Glöckli, und alle anderen bekräftigten das Wort mit bedeutsamem Nicken. „Jedenfalls weiß ein aufrechter Mann, was er morgen zu tun hat", sagte Meister Hediger düster. „Er bl erbt zu Haus und hält sich an seine Grundsätze." „Das tut er", sagten die sechs übrigen einer nach dem andern und hatten dabei das Gefühl, als habe sich hier im Herrenstübli der Rütlischwur noch einmal wiederholt. Das tat ihnen wohl, denn im Grunde waren sie tief bekümmert. Sie waren ja keine überfälligen ©riesgramler, keine aalliaen Raunzer, die das Gute nicht sehen, weil sie eben nicht mehr gut sehen, und auch keine spitzfindigen Klügler, die, weil sie selbst nicht das Zeug zum Ja in sich haben, einer Sache nur das Nein ent» gegenhalten, das in jeder verborgen ist — sondern sie waren ernschafte Männer, denen nur das Bekannte sicher, das Unbekannte aber ungewiß schien, und als sorglichen Hausvätern mußte ihnen nichts verhaßter fein als das Ungewisse und darum Unsichere. Als sie nun alle auf verschiedenen Wegen «ihren Häusern zustrebten, sah ein jeder das gleiche, lieber» all waren die jungen Leute tätig: sie zogen grüne Gewinde über die Straße, und indes in Dem einen Giebelfensterchen ein junger Bursch die Tanney- mrlande festmachte, band deren anderes Ende im Giebelfensterchen gegenüber ein junges Mädel an das Fensterkreuz. So halten über alten Türen wohl zwei pausbäckige Engel, aus Holz geschnitzt und vom Alter nachgedunkett, ein starres Gebilde von Mumen und Früchten in den feisten, unbeweglichen Händchen — hier aber war es lebendiges junges Blut, das über das schwankende grüne Band hinweg sich anlachte und das es als Verheißung empfand, bald werde wohl noch ein ganz anderes Band sie aufs innigste verbinden. Junge Männer kamen mit sttsch geschlagenen Birken singend aus dem Wald; bie älteren Buben standen auf den Leitern, häm- $rou und Wort. Wer konnte berufener fein, über „Frau und Wort" zu sprechen als Ina Seidel? Wir freuen uns, von ihr im Aprilheft der Zeitschrift „Frauen- k u l t u r" einen Beitrag zu finden, der dem Verhältnis der Frau zum Wort mit tiefstem Verstehen nachspürt. Sie knüpft an ein Goethe-Wort an, das in Wirklichkeit aus der Bibel stammt und das lautet: „Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß", und sie führt aus, daß eben die Antwort das innerste Wesen der fraulichen Rede sei: „Folgerichtig müssen wir annehmen, daß die der Frau angeborene natürliche Haltung die des Lauschens, des Zuhören-Konnens ist. Dies entspricht im weitesten Sinne der Bereitschaft zur Hingabe, in der die Frau die Empfangende ist und sich erschließt, um einen Lebenskeim in sich aufzunehmen und aus» zutragen. Welch ein Wunder und welche Wohltat ist es um das richtige Zuhören-Können — wer hat das nicht schon erfahren! Wer in der Aussprache auf das, was er sich von ter Seele redete, die richtige Antwort empfing, ter fühlt sich wahrlich beschwichtigt und getröstet, entspannt und befreit Dieser „liebliche Kuß" hat nicht das heftig Besitzergreifende der Leidenschaft, sondern die erlösende Wärme sanfter, seelisch durchdrungener Zärtlichkeit, in der das Verworrene sich glättet, das Verhärtete auf taut, die gepreßte Brust wieder tief zu atmen beginnt, und die den Horizont für neue Zuversicht sich ent- wölken läßt. Dabei braucht nicht einmal Entscheidendes oder Endgültiges geantwortet worden z.u fein. Aber wie sich in der Musik die Harmonie erst durch den vollkommenen Akkord, durch den Einklang einstellt, fo muß auch die Antwort einen Einklang heroorbringen, und in diesem vollendeten Einklang liegt dann zugleich das Neue, was vorher nicht da war und was der einsam rufende Ton allein nicht herzustellen vermochte. In Rede und Antwort kann sich neues Leben erzeugen, wie das unnennbare Wunder des Kindes nur durch Mann und Frau vereint zur Wirklichkeit werten kann." Intelligente Männer brauchen intelligente Frauen. Im Aprilheft der Zeitschrift „F r a u e n k u l t u r" berührt Dr. med. Agnes Bluhm in einer Abhandlung „Von der geistig-seelischen Verschiedenheit der Geschlechter und ihrer Vererbung" Probleme, die nicht nur die Frau, sondern 'auch den Mann und in ihrer Tragweite das ganze Volk überhaupt angehen. Die Verfasserin beschäftigt sich mit der für die Zukunft eines Volkes entscheidenden Fragen der Vererbung, der Begabung und schließt mit den Feststellungen: „Wir haben bärge legt, daß die geistig- seelischen Anlagen sowohl vom Vater als auch von der Mutter auf Sohn und Tochter vererbt werden, und wir haben angebeutet, daß es für die Durchschlagskraft einer Anlage nicht gleichgültig ist, ob ihr Träger dieselbe in einfacher oder boppeltej Dosis besitzt, d. h. nur von einem ober beiden Eltern über* kommen hat. Daraus folgt, daß ein intelligenter Mann, der intelligente Kinder wünscht, als Gattin eine Frau wählen sollte, die n e b e n ausgesprochen mütterlichen Eigenschaften auch über einen guten B e r st a n d verfügt. Ein etwas mnisch in die Worte „hübsch, reich unb bumnj" gefaßtes Ehefrauenideal führt unweigerlich zu einem Niedergang der Durchschnitts!) eaabung und damit ber Kultur eines Volkes. Eine Abnahme der Volkskultur ist auch dann zu euroarten, wenn überdurch- chnittlich begabte Frauen sich in geringerem Maße ortpflanzen als minberbegabte. Ihre eigenen wiffen- chaftlichen Leistungen können den dadurch bewirk '0 Geschichten aus aller Welt 3200V sofort 02178 Gießen, den 29. 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'M »nett. *!> riunu * Qru Unverbindliche Vorführung durch: Carl Baum,Gieben Tannenweg 2 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Entschlafenen und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schmidt sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Polizeihauptwachtmeister Hch. Becker und Frau Emma, geb. Reuter Susanne Reuter. Riemen Großes Lager Sil gespült, duftet frisch und i angenehm! Willi Appel Kraftfahrzeuge Reparatur Treib aller Art Ju einem weltgeschichtlichen Augenblick... Ndz. Rom. Die junge Telephonistin in Danda Bianchi in Rom ist durch ein großes Bild des Regierungschefs Benito Mussolini mit dem eigenhändigen Namenszug des Duce ausgezeichnet worden als Anerkennung treuer Pflichterfüllung in einem geschichtlichen Augenblick. Es war an dem historischen 28. September vorigen Jahres, als Fräulein Bianchi das Ferngespräch zwischen Mussolini und dem Führer Adolf Hitler vermittelte, das zu der Münchner Konferenz führte und einen Weltkrieg verhinderte. Nun hat der Duce das Fräulein vom Amt persönlich angerufen, ihr für ihre gute Arbeit gedankt und sie dazu beglückwünscht, daß auch sie bei einem so wichtigen Abschnitt der Weltgeschichte eine kleine Rolle spielen durfte. Er hat gleichzeitig mit der Uebersendung seines Bildes auch dafür gesorgt, daß dem jungen Mädchen ein besonderer Urlaub mit einem Zuschuß von 2000 Lire bewilligt worden ist. Die teuerste Tapete der Welt. B. London. Wenn Füße versagen, immer FußsBues fragen enW niinö, fr machte t örlich fr ler 3$ Men F L draH tanze? Es gibt viele wertvolle Briefmarkensammlungen in der Welt, aber keine dürfte so ungewöhnlich sein wie-die, die die Wäicke der Bibliothek in einem Hause in Ipswich bedeckt. Dieses Zimmer ist weithin bekannt, weil die eigenartige Tapete, die sicher die teuerste der Welt ist, völlig aus unbenutzten Briefmarken zusammengesetzt ist, die von überallher zusammengetragen wurden. Auf den merkwürdigen Einfall, sein Zimmer aus diese Art auszu- statten, ist ein BriefmarkenhäMer, Whitfield King, gekommen. Der Dibliothekraum mißt 4,20:4,50 Meter, und die Wände ganz mit Marken zu bedecken, waren genau 61242 Marken erforderlich. Es war eine schwierige Aufgabe, die nur ein geschickter Handwerker ausführen konnte. Nachdem ein sorgfältiger Plan aufgestellt war, wie die Marken angeordnet werden sollten, begann der Dekorateur seine Arbeit. Jede Briefmarke wurde in der üblichen Weise angefeuchtet und an- den vorher bestimmten Platz an der Wand geklebt. Die Arbeit dauerte bei elf Stunden täglich volle drei Monate. Die Kosten der ungebrauchten Briefmarken allein beliefen sich auf rund 60 000 Mark. Es wurden Exemplare aus allen möglichen Ländern herbeigcholt, aus Samoa, den Philippinen, von Argentinien und Kuba, aber auch ältere Marken aus der Vorkriegszeit, darunter deutsche aus Lübeck, Hannover und Bergedorf wur- den verwendet. Bei der Anordnung dieser einzigartigen Tapete wurde auch darauf geachtet, daß sich ein farbig harmonisches Ganze ergab. Diele Gesegneter Appetit. B. Paris. Anläßlich eines Festessens, das kürzlich in Paris stattfand, werden in den Zeitungen Geschichten von berühmten Essern erzählt. Im 18. Jahrhundert hatte der Vertreter Frankreichs bei einer Friedenskonferenz in Genf, Marquis de Contades, einen Burschen aus Burgund, dessen Appetit keine Grenzen kannte. Der Marquis liebte es, Wetten auf die Aufnahmefähigkeit des Magens seines Dieners abzuschließen, die er stets sicher gewann. Eines Tages wagte er sich etwas weit vor. indem er wettete um 25 000 Francs, daß der Burgunder ein ganzes Kalb zum Frühstück essen würde. „Das wird ein bißchen schwer sein", jagte der Mann, als er von der Wette hörte, „aber ich werde mein Bestes tun." Man bewilligte dem Soldaten 24 Stunden Fastenzeit und dann vier Stunden zum Verzehren des ganzen Kalbes. Der Marquis gab dem Hvtelkoch, der das Esten vorbereiten sollte, genaue Weisungen: „Bereiten Sie den Kopf, die Füße, die Rippen, die Brust auf möglichst verschiedene Art zu." Um 11.30 Uhr vormittags begann der brave Soldat sein kleines „Frühstück" zu sich zu nehmen. Als sein Herr nach 4 Stunden wieder zu ihm kam, schien sein Bursche unzufrieden zu sein. „Es wäre nun bald Zeit", rief er, „das Kalb aufzutragen". Taufende von Besuchern haben das Bibliochek- zimmer mit der einzigartigen Tapete schon besucht, aber es wird besonders hervorgehoben, daß bisher noch kein Loch in der Wand durch einen allzueifrigen Briefmarkensammler, der sich von einer langersehnten Seltenheit nicht trennen konnte, ent- standen ist. Büchertifch. Steuerbücher. Unser Mitarbeiter, der Steuerberater Dr. jur. et rer. pol. K. Wuth in Berlin, hat jüngst zwei neue Steuerbücher geschrieben, die den Steuerpflichtigen in allen Steuerfragen zuverlässige Berater sein sollen. Das eine Buch unter dem Titel „Die Steuern 1939" ist im Streitberger-Der- lag in Pößneck (Preis 1,25 RM.) erschienen. — (44) — Es enthält eine Steuerübersicht, Einkommensteuer-, Lohnsteuer-, Wehrsteuer- und Gewerbesteuertabellen, in einem Anhang Ratschläge für die Abgqhe der Steuererklärungen, die Einlegung von Rechtsmit- % itt aber brauchen diese Traumstunden, um mutig eben durch die Tage zu marschieren, an denen das Leben nicht ist, wie es sein sollte ... Da schlug den wackeren Sieben die heilige Festfreude so ins Geblüt, daß es sie nicht länger hielt, und sie mithin wollten. Aber es war für sie kein Platz mehr an den Tischen, und sie wollten den auch niemand wegnehmen, da sie ja zu Haus, wenn auch auf kümmerliche Weise, doch rundherum satt geworden waren. Nun stand am Rande des Waldes ein sehr alter Kastanienbaum, um den der Boden ringsherum freigehalten worden war, so daß seine Aeste schon wenige Handbreit über der Erde sich ausbreiteten. In ihrem Ueberschwang, in dem auch die tiefe Freude darüber war, nicht länger von ihren Landsleuten abgeschieden zu sein, kletterten die alten Kracher wie sieben junge Buben in die Aeste und saßen da nun zwischen den wild duftenden den weißen Blüten, mit denen der Baurn wie mit dicken Kerzen besteckt war; sie ließen sich Wein hinausteichen, tranken einander zu und allem Volk. Die Musik spielte wieder, die letzte Mannschaft aß an den Tischen, die Paare drehten sich auf den Tanzböden — und über dem Ganzen thronten die Sieben, -^mlacht und umjauchzt von den Tausenden, und es begab sich, daß alle, die später von diesem Fest erzählten, als dessen Schönstes, ja als dessen Höhepunkt immer schilderten, wie sieben alte Männer in einem Daum gesessen und sich des Lebens gefreut hätten, so daß es späteren Geschlechtern schien, als sei jenes erste Fest überhaupt nur dieser Sieben wegen gefeiert worden. teln und für Anträge auf Steuererlaß, ferner in Anlagen reiches Hilfsmaterial für Rechtsmittel nebst Gebühren, Grundstückskaufverträge, den Iahressteuerterminkalender 1939 Ufw/ Dieses Buch ist für alle Steuerpflichtigen ein brauchbarer Wegweiser in allen Steuerfragen, und man kann es darum nur empfehlen. Das andere Buch, betitelt „Steuer-ABC. für Betriebe d e r ge- werblichen Wirtschaft", im Verlag von Jüstel & Göttel in Leipzig (Preis 3,80 RM.) erschienen. — (19) — ist speziell für Handel, Handwerk und Industrie geschrieben. In alphabetischem und übersichtlichem Aufbau bringt es eine Menge von wertvollen Ratschlägen und Hinweisen, die für die Praxis ein guter Leitfaden sind. Beispiele und Steuertabellen sind als wertvolle Bereicherung bei- gegeben. Dieses Buck verdient gleichfalls, dem Steuerpflichtigen angelegentlich empfohlen zu werden. — Der Almanach de Gotha, das yenealo- gischMplomatisch und statistische Jahrbuch für 1939 ist wiederum im Verlag Justus Perthes in Gotha zum Preise von 28,— Mark erschienen. Es ist bereits der 176. Jahrgang dieses Buches, das ein unentbehrliches Handwerkszeug für jeden Diplomaten, Journalisten und Wirtschaftler ist, aber darüber hinaus auch jedem politisch interessierten Zeitungsleser willkommen sein wird, denn er enthält ja nicht nur in seinem ersten Teil die Genealogie aller regierenden und ehemals regierenden Herrscherhäuser der Welt sowie der mediatisierten standesherrlichen Familien und zahlreicher Herzogshäuser der wichtigsten europästchen Länder, sondern gibt in seinem zweiten Teil erschöpfend und auf den neuesten Stand ge- bracht, Auskunft Übex Verfassung, staatliche Organisation, bevölkerungs- und wirtschaftspolitische Statistik aller Länder. Wenn diesmal trotz des umfang- reichen Nachtrags der Aenderungen, die während der : Drucklegung eingetreten find, der neue Almanach i nicht mehr höchste Aktualität beanspruchen kann, so I ist das auf die überraschende Schnelliakeit der politi- i scheu Ereignisse im Osten sowie auf dem spanischen , Kriegsschauplatz zurückzuführen. Den Band schmücken - Bilder des Kronprinzenpaares von Griechenland, des : Prinzen von Isenburg, Professors der Genealogie . an der Universität München, des spanischen Staats- - chefs General Franco und des Präsidenten der Re- \ publik Portugal, General Carmona. In einer vollbesetzten Straßenbahn, die durch die Warschauer Innenstadt fuhr, gab es plötzlich einen Höllenkrach, als ob der Wagen auf eine kleine Mine gefahren wäre. Gleichzeitig ergoß sich eine klebrige, braune Flüssigkeit über die Passagiere, die m panischer Angst aus dem fahrenden Wagen sprangen und dabei — zum Glück nur leichtere — Verletzungen erlitten. Als die Straßenbahn zum Stehen gebracht worden war, fand das Geschehnis eine unerwartete Aufklärung. Eine Frau hatte in eyiem Korbe einige große Flaschen selbstgebrauten Bieres transportiert, die bei dem Rattern des Wagens m die Luft gegangen waren. Für die um den Genuß betrogene Besitzerin des Korbes wird diese Bierexplosion noch ein gerichtliches Nachspiel haben, da einige weibliche Fahrgäste, deren neue Kostüme | unter den Strömen des edlen Gerstensaftes gelitten Er forbert die Akademie auf, „Liebe" als das, zu erkennen und in der wissenschaftlichen Erläuterung der Sprache zu definieren, „was es wirklich ist", und nicht einfach als einen Zustand erhöhten Blutdrucks. Er möchte bewirken, daß die Akademie ihre Definition von 1935 auf gibt und durch eine neue ersetzt. Damals hatte die Akademie „amour" gedeutet als „eine lebhafte Zuneigung für jemanden oder etwas". Das ist gewiß akademisch zurückhaltend, denn die Dichter haben ganz andere Charakteristiken gegeben. Und so meint denn auch der Anfrager, daß die Akademie die Liebe einfach unterschätzt. Man kann gespannt sein, wie die Akademie auf die liebenswürdige Anzapfung reagieren wird. Es ist natürlich nicht das erstemal, daß sie sich mit diesem, besonders im Frühling beunruhigenden Thema aus» einandersetzen muß. Schon 1694 enthielt das Wörterbuch der Akademie eine Erklärung der Liebe mit den Worten: hauptsächlich eine Passion, die eine Person eines Geschlechts für eine Person des anderen Geschlechts empfindet, verbunden mit dem Wunsch, diese Person zu besitzen"; sicherlich sehr korrekt, aber doch etwas phantasielos. Und was wäre die Liebe ohne Phantasie?! Panik in der Straßenbahn. AS. Warschau. Mne Offenbarung für jeden Tierfreund! Here mit Gefühl und Verstand. 6ne uineme'iiDenmnbiicbe DarneUunn oei >voy äiunaseraelm sie übei k>ad Seelenleben bei Tiere ir t vraftncken Bei ncdsanie'tunqen oonTr Werner S tthe Veiter öer ftordninflvftelle rü> 'Jier eeieti ;inöe am Westfälnchen Zoo (harten tu Münster IN» Seiten mir 10(» Abbildungen, n Leinen geb M TRO — eher Giehene' fRiifbbntihhmr «'TbäiO'cb w« Bermömet Betlag. Berlin £idiierleiöe Bekanntmachung. Bcfr.| Otnnibusünie Ludwigsplah—Schuberlsirahe. Der Betrieb der Omnibuslinie Ludwigsplatz— Schubertstraße wird am 1. Mai d. I. ausgenommen. Die Linie nimmt folgenden Weg: vom Ludwigsplah durch die Ludwigstrahe, Röntgensirahe, Wartweg, Uhlandstrahe, Gaffkystrahe, Schubertstraße, Frank- furterstraße. Am Steg, Wetzlarer Weg, Friedrichstraße, Ludwigstrahe zurück zum Ludwigsplah. Es sind folgende Haltestelle^. vorgesehen: Ludwigsplatz; Dorlesungsgebäude der Universität; Ludwigstrahe, Ecke Bleichstraße; Ludwigstrahe, Ecke Wilhelmstrahe; Röntgenstraße, Ecke Friedrichstraße; Friedrichstraße, Ecke Frankfurter Straße; Wetzlarer Weg, Ecke Friedrichstraße (Bahnhof); Am Steg, Ecke Frankfurter Straße; Schubertstraße, Ecke Gaffkystrahe (Standortlazarett); Gaffkystrahe, Ecke Klinikstrahe (Kliniken). Umsteigemöglichkeit in die elektrische Straßenbahn besteht am Ludwigsplatz und am Bahnhof. An der Ecke Röntgenstrahe/Friedrichstraße kann innerhalb der Omnibuslinie umgestiegen werden. Die Wagen verkehren von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr in Abständen von 10 Minuten. Der Fahrpreis beträgt innerhalb der Omnibuslinie einheitlich 10 Rpf. Vom Omnibus auf die Straßenbahn (Umsteigen Bahnhof oder Ludwigsplatz) bis zum Marktplatz und umgekehrt 15 Rpf. Bei Fahrten über den Marktplatz hinaus und in Richtung Kasernen ist für jedes Verkehrsmittel gesondert eine Fahrkarte zu lösen, wofür der tarifmäßige Fahrpreis zu entrichten ist. Für die Omnibuslinie gilt für Militärpersonen der gleiche Fahrpreis. 3118A Gießen, den 27 April 1939. Stadtwerke Gießen. Abt. Straßenbahn. teiM r ein F [en N m* SdF schliß ister v rit irle, » schon I em » 'M w w i p®* m g;n;. O dadlE >en P 5' s « >5 E w, >? laUPk s Häuser, Ludwigstr.8 Dissertationen liefert Brühl'sche Druckerei Beto Normal der ideale Acetylen-H ochdruck- Schweiß-Schneid- und Lötapparat wie Sie ihn Der Sparstrumpf in der Mauer. B. Paris. Sin unangenehmes Abenteuer, bei dem der „Spar- ftumpf" eine peinliche Rolle spielte, ist einem Pari r Chauffeur, Jean Scuiller, zugestoßen. Er wollte nr seinen Ersparnissen, rund 60 000 Franks, besonders sicher gehen und kam vor einigen Monaten (TfC sich zwei Pakete von je 30 Tausendftanksnoten macht und jedes in einen Wollstrumpf gesteckt, das ! nze mit einem Packpapier umwickelt und in ein ch in der Mauer im Keller, aus der ein Stein ^ausgenommen war, niedergelegt. Vor kurzem te Scuiller eine Reife angetreten, von der er cr einigen Tagen zurückkam. Da hörte er zu eiern Schrecken, daß die Gesellschaft beschlossen cte, einen Luftschutzkeller auszubauen, und daß r Arbeiten bereits begonnen hätten. Voll böser L nung eilte er in den Keller und sah seine Befürch- Gingen bestätigt: die Mauer, in der er das Geld Der- stickt hatte, war bereits abgebrochen, und von seinem ^»arstrumpf war keine Spur mehr zu entdecken. 9Ce seine Nachforschungen waren vergeblich, so daß •tt sich schließlich an die Polizei wandte. Auch die D chore, die jetzt begannen, führten nicht zum Ziel; fcr Arbeiter, die die Mauer abgebrochen hatten, er- klcrten, daß sie bei ihrer Arbeit keinen Strümp timerkt hätten, und das Gegenteil war ihnen nicht uchzuweisen. Es scheint vielmehr, daß die Arbeiter tlrsächlich den Sparstrumpf nicht beachtet und ihn mit den Steinen zusammen wegbefördert haben, so dch das Vermögen des Chauffeurs jetzt irgendwo m . im Schutthaufen an der Seine liegt, wohin man drs Ganze abgefahren hat. Die Akademie und die Liebe. Ndz. Paris. Da saß nun eine Tischgesellschaft von einigen taiicnb Köpfen an gedeckten und geschmückten Ü'chen. Landleute und Städter, Männer und Wei- bei Alte und Junge, Gelehrte und Ungelehrte, alle lasen fröhlich durcheinander. Nirgends blickte ein dänisches Gesicht, nirgends ließ sich ein Aufschrei JjIT ein kreischendes Gelächter hören, sondern nur tw hundertfach verstärkte Gesumme einer frühen Hochzeit, der gemäßigte Wellenschlag einer m sich oeianügten See. Doch die sitzenden Heerscharen bil- bepr. nur die Hälfte der Versammlung; ein un- im erbrochener Menschenzug, ebenso zahlreich, trimte als Zuschauer durch die Gänge und Zwi- chknräume und umkränzte, ewig wandelnd, die Vfenden und wartete darauf, daß für sie Platz ge- m cht werde, wenn jene satt waren. Sie genossen den Duft des einfachen Esfens, das es heute gleich- mßig für alle gab, als eine Art Vorspeise, wenn di! Schüsseln eilig an ihnen vorübergetragen wurde!, und das ließ sie geduldig warten, bis auch an sie die Reihe des Schmausens kam. wahrhaftig, hier war nichts, demgegenüber sich die sieben Aufrechten auf ihre Grundsätze hätten be- firien müssen. Sie waren ehrliche Männer, die sich keiie Scheuklappen umhingen, um nur einzelnes und niejt das Ganze zu sehen, um vielleicht dies oder böj zu finden, worüber sie sich mit Fug hätten ent- rüten können. Nein, sie sahen mit Staunen, daß aiich dieses neue Fest, mochte es nun vom Fort- schütt oder vom Rückschritt stammen, das Wesen be- echten Festes hatte, das wie die Träume der Dichter den Menschen das Leben nicht zeigt, wie ei ist, sondern wie es fein sollte. Die Menschen Arbeitsvergebung. Die nötigen Weißbinder- und Anslreicherarbeilen I. für die Johanneskirche zu Gießen, II. für das Pfarrhaus der Johannesgemeinde sollen an hier ansässige Meister im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. 31720 Unterlagen hierfür können im Büro des Architekten Baurat H. Meyer, Alicenstraße 27, täglich nachmittags von 15 bis 18 Uhr in Empfang genommen werden. Die Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Monlag, den 8. IRai 1939, vormittags 11 Uhr, bei Herrn Pfarrer Becker, Kirchstraße 5, in verschlossenen Umschlägen, mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 29. April 1939. Evangelischer Gesamtkirchenvorstand. Wertholz-Versteigerung und Nutzholz-Verkauf zu Merlau am Mittwoch, dem 3. 2Hai 1939, vormittags 930 Uhr, in der Gastwirtschaft Hörle aus verschiedenen Forst- orten des unterzeichneten Forstamtes. Es kommen zur Versteigerung bzw. zum Freihand- oerkauf nachstehende Hölzer: 31870 Langholz: Eichen (Wertholz) = 28 fm; Buchen (Wertholzs - 19 fm; Kiefern (Wertholz) = <6 fm; Fichten (Werfholz) = 21 fm; Hainbuchen = 5 fm; Eschen - 8 fm; Kirschbaum - 1 fm; Linde B4 fm; Ahorn - 6 fm; Birken - 2 fm; Buchen - 2V fm; Eichen = 58 fm; Lärchen = 20 fm; Lärchen = 10 fm (Gemeindewald), sowie Derbstangen, Nutzscheiter, Nutzknüppel. Einkaufsscheine sind unbedingt mitzubringen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachttägliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft ourch die unterzeichnete Stelle und die zuständigen Revierförster. Das bereits ausgesuchte A-Holz wird öffentlich versteigert. Nummernauszüge werden ab Samstag, dem 29.4.1939, zum Preise von 30 Pf. auf dem Ge- 'ftäftszimmer des Forstamtes abgegeben. Grünberg (Hessen), den 27. April 1939. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Bähringer. Der Schriftsteller Marcel Prevost hat eine kleine Anfrage über die Liebe an die Französische Aka- Ihmie gerichtet. Sie wird die Gelehrten vielleicht in Schwierigkeiten bringen, denn es geht um die rich-. ti?e Definition dessen, was die Liebe ist. Der an» --- ------ - siigendc Schriftsteller macht sich die Sache leicht. I haben, ihre Er^^nspruche^angemeldet^haberu 'fltr Griebe unter ständiger Kontrolle des Reichsnährstandes liefert Carl Becker II GieBen, Bahnhofstr. 49, Bn! 3941 Lederfabrik Lederhandlung Lederwaren Gießen, Bahnhofstraße 16 3138A Siebener Straße -5 fernfpredber «05 Werbe-Drucksachen ■iefert Brühl'sche Druckerei Span und Darlctinskafl'e c.6.m.v.k.-wiclcck Annahme von Spareinlagen, flusleipnng, Kontokorrent*, Scheck* und UebertDCifungsücrkepr Erledigung bankmäßiger Seschäfte Kaffcftundcn: wochentagz von s-B und 15-17 Ubr Samstags von 8-13 Ubr Mittwoch und fteitag abends von 20-21 Ubr Durchschreibe- Buchhaltung mit komplettem Zubehör nur RM. 50.- Verlang.SiekostenLProspekt Gehmüdigkeit und Krampfaderleiden kann man mit Gummistrümpfen vermeiden! Lassen Sie sich beraten im Modi». Fachgeschäft Jfarl £gncr Frankfurter Str. 9 Tel. 3707 Zu allen Krankenkassen zugelassen Malerund Weißbindergeschäft Ernst Petri Aslerweg 31 Fernruf 3680 Gegründet 1650 3143D Ausführung sflmtl. 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SELTERSWEG 81 Nr. 100 viertes Slay Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) 29./30.ApnI 1939 Der Nationalfeiertag des deutschen Volkes. Krühlingsfesi deutscher Volkwerdung. Zum 7. Male begeht das deutsche Volk den 1. Mai »ls seinen nationalen Feiertag. Fast ist es vergessen, !»aß der gleiche erste Maientag über 40 Jahre lang li»ic Proklamation des Klassenkampfes und der Zwietracht gewesen ist. Die sozialen Kämpfe hatten u einer Aufspaltung der Volkseinheit in Kasten und klassen geführt und es schien keine Brücke zu geben, ie über den Graben hinwegführte, der unsere Na- ion in zwei Teile zerschnitt. Der Sozialismus in Deutschland war zum Marxismus geworden, ein 3olf, das sich den Luxus der Uneinigkeit gar nicht sisten durste, weil es inmitten einer feindlichen Veit lebte, wurde dadurch entscheidend geschwächt, i r ft sechs Jahre sind vergangen, seitdem der Nationalsozialismus die Macht übernahm und da- nit einen neuen Abschnitt der deutschen Geschichte röffnete. Mit Feindseligkeit und Widerstreben hat ^zwischen das Ausland erkennen müssen, daß der Nationalsozialismus ein ordnendes Prinzip iarstellt, das so stark und mächtig ist, unser ganzes faatliches und völkisches Leben auf eine neue Grundlage zu stellen. Der große Prozeß, der fch in Deutschland vollzog, und der noch nicht ab- isschlossen ist, ist die Volkwerdung, wie htolf Hitler selbst den Sinn unserer Zeit bezeich- iet hat. Aus diesem Willen heraus ergab sich mit Naturnotwendigkeit, daß die Kräfte der Zwietracht und 7r Spaltung aus dem deutschen Volkskörper ver- shwinden mußten. Als ein Symbol dieses Vor- pngs mußte es wirken, als der Führer den 1. Mai :$im nationalen Feiertag des deutschen Volkes er- cirte. Damit wurden die alten Erinnerungen einer ^merzlichen Vergangenheit ausgelöscht, damit wurde i'r 1. Mai zum Frühlingstag der Volk- > erbring. Hinter uns liegt die graue Zeit einer lechseloollen Geschichte, so wie die Wintermonate verwunden sind. Mitten im Werden der Natur mmelt sich das Volk um seinen Führer und seine ahnen und blickt mit mutigem Vertrauen in seine I jiufunft. So sehen wir den neuen und stolzen Sinn der Rutschen Maifeier. Der Führer Adolf Hitler hat es W einigen Jahren ausgesprochen, daß es nicht ge- rögen kann, den Bauern oder den Unternehmer : fi:r den nationalen Staat zu gewinnen, wie es an- d rseits kein großer Erfolg wäre, wenn allein der Arbeiter den Weg züm Sozialismus gefunden hätte. Alle Teile der Nation müssen national und so- 8>olistisch denken und handeln, müssen einig sein in D:i Ablehnung der Internationale und in der Bekämpfung des Marxismus und Bolschewismus. Mit b-rechtigtem Stolz hat der Führer dazu folgende Torte gefunden: („Wenn in der Zukunft die Frage an uns gerichtet wird: Was schätzt ihr denn als eure größte Leistung ein?, dann kann ich nur sagen, daß es uns gelungen ist, den deutsche nArbeiter wieder in die Nation hineinzustel- I e n und ihm klarzumachen: Die Nation ist nicht ein Begriff,' an dem du keinen Anteil hast, sondern du selbst bist Träger der Nation, du gehörst zu ihr, du -kannst dich nicht von ihr trennen, dein Leben ist gebunden an das Leben deines ganzen Volkes: dos ist nicht nur die Wurzel für deine Kraft, sondern auch die Wurzel für dein Leben!" Tin neues Sekbstbewußtsein ist so entstanden, das vian Säbelrasseln ebenso entfernt ist wie von i icjryächlicher Sentimentalität. E i n neuer deut- t* e r Sozialismus fand seine Prägung, der einen Ausdruck in der Solidarität d e s V o l - i s, also in seiner Gemeinschaft findet. Auf solche g<> stige Kräfte gestützt überwand der Nationalsozia- i‘tnu5 das Elend der Arbeitslosigkeit. Er stellte die libeit der Fäuste und der Köpfe bewußt in den )snst des Ganzen. Der Unternehmer wurde von iem marxistischen Vorwurf befreit, ein kapitalisti- tfcr Ausbeuter zu sein, dem Arbeiter aber gab der sichrer seine Ehre wieder, indem er ihn fest in die ’t Hon eingliederte. Die Wirtschaft, die aus Be- riebsführern und ihren Gefolgschaften besteht, erfreut sich des Schutzes und der Lenkung des Staates, der seinerseits der oberste Treuhänder aller wirtschaftlich Schwachen ist und bleibt. Die großen wirtschaftlichen Erfolge unserer Zeit, ihre stolzen Bauten, ihre neuen Jndustriewerke und Autobahnen sind ein einziger Triumph deutscher Arbeit. In opferwilliger Disziplin haben Arbeiter und Unternehmer alle Hindernisse überwunden, die sich auf dem Gebiete der Rohstoffe ergeben mochten, als es galt, den Neuaufbau mit gigantischen KräfGroßdeutschen Reich, das seinerseits etwa 7 Millionen Tschechen die Erhaltung ihrer volklichen Eigenständigkeit sichert. Fürwahr, unsere Nation hat ein Recht darauf, selbstbewußt in die Welt zu blicken. Deutschland und Italien haben die Front der jungen Völker aufgerichtet, die mit starkem Willen ihre Ziele verfechten, während die Demokratien des Westens an den überlieferten Formen und Fehlern des 19. Jahrhunderts festhalten und im Status quo den ten vorwärts zu treiben und gleichzeitig im deutschen Westen jenen Wall aufzurichten, der uns vor jeder feindlichen Invasion zu schützen vermag. Der deutsche Arbeiter schmiedet die Waffen, die der deutsche Soldat in der Stunde der Gefahr für sein Volk zu führen hat. Darin beruht die tiefe innere Gemeinschaft zwischen Arbeitertum und Wehrmacht. Der große Vorgang der deutschen Volkwerdung hat sich in diesen wenigen Jahren ungeahnt entwickelt. Das machtlose Reich von 1932 ist zu Kraft und Ehren emporgestiegen, es hat seine Kinder aus dem Saarland, aus Oesterreich, aus dem Sudetengau und aus dem Memelland heimgeholt, gleichzeitig durch das Protektorat über Böhmen und Mähren seinen Lebensraum abgerundet und seine Grenzlinien verkürzt. Statt der 67 Millionen deutscher Menschen leben jetzt über 80 Millionen im Rettungsanker suchen. Deutschland und Italien haben die Mitte Europas neu geformt, während England und Frankreich sich bemühen, Nordamerika ober das halbasiatische Sowjetrußland in die europäische Frage einzuschalten. So kämpft Deutschland letztlich für die europäische Idee in ihrer besten Gestalt, für die Erhaltung einer Kultur, die die Welt zu erfüllen vermochte. Der 50. Geburtstag Adolf Hitlers war der freudig begrüßte Anlaß für alle Deutschen, dem Manne zu danken, der aus unbekannten Schichten des Volkes zu seinem Führer und Erretter empor- geftiegen ist. Wenn wir am 1. Mai die Volkwerdung unserer deutschen Geschichte festlich feiern, so danken wir dem Schicksal, daß es uns Adolf Hitler gegeben hat. jAufnahme: Elisabeth Hase, Frankfurt a. M.s Der Weg der deutschen Sozialpolitik. Die staunenerreaenden Leistungen der modernen Technik schienen im letzten Jahrhundert dem Leben ein neues glückliches Gesicht zu geben; wo früher Postkutschen das Reisen zur Qual machten und den arbeitsfreudigen Menschen kostbare Zeit raubte, dampften die Eisenbahnen, während man einst am Webstuhl tagelang an der Anfertigung eines Stoffballens schaffen mußte, webten jetzt mühelos und rasch die Maschinen, wo ehedem Petroleumlampen qualmten, erstrahlten nun elektrische Glühbirnen. Reichtum sammelte sich. Hand-- werker wurden durch Erfindungen und durch die Einstellung von Maschinen reicher als Könige. Aber nicht alle teilten das glückliche Geschick. Der weitaus größte Teil von ihnen wurde zum Heer der Sklaven, die im Dienst der Reichen ein Leben des Elends und der Armut fristeten. Wenn einst das Gesamtergebnis des nationalen Schaffens sich einigermaßen gleichmäßig auf Meister und Gesellen verteilte, so entstand jetzt ein nie gekannter Gegensatz in der Lebenshaltung der einzelnen Volksgenossen. Neue Erfindungen machten Arbeitskräfte überflüssig, und das Gespenst der Arbeitslosigkeit tauchte zu dieser Zeit in Deutschland auf. Daß der Staat dem Wachsen dieser Spannungen nicht tatenlos hätte zusehen dürfen, kam den liberalistisch denkenden Menschen jener Zeit nicht in den Sinn. Man freute sich der glänzenden Fassade, und meinte, Gewehre würden Immer noch ausreichen, Proteste gegen die Not zu unterdrücken. Es war ein unersetzbarer Verlust für unser Volk, daß sein großer Wirtschaftspolitiker Friedrich List, von den Anfeindungen und Demütigungen einer Zeitgenossen verbittert, seinem Leben ein rühzeiliges Ende machte. Er hatte die sozialen Ge- ahren erkannt und war gewillt, aus völkischer Verantwortung heraus einzugreifen. „Diese Radikalkur aber erforderte unermeßliche Aufopferungen von feiten derer, welche die Macht in Händen haben — der Wohlhabenden, der Reichen und Bevorzugten — nicht bloß an Geld, sondern auch an National- stolz und an Vorteilen. Die Möglichkeit, die übergroße Last der Arbeitenden auf die Schultern der Besitzenden zu übertragen, steht demnach außer Zweifel. Nicht minder unzweifelhaft ist die Verpflichtung der letzteren, diese Lasten zu übernehmen; denn offenbar ist die Nationalschuld von Unternehmungen verursacht worden, die lediglich der Kapitalaufhäufung, nicht dem Arbeiterstand zugute gekommen sind. Wird die englische Aristokratie sich freiwillig zu diesen großen Opfern verstehen, solange es noch Zeit ist, oder wird man den Notstand des Proletariats erst noch höher steigen lassen?" So zeigt Friedrich List am englischen Beispiel, welchen Weg die soziale Reform zu gehen hätte. Aber diese Worte, die er 1844 zur Mahnung an die Träger des Nutzens richtete, ver-. hallten ungehört. Was wunder, wenn nun die Wünsche derer, die vom Schicksal benachteiligt wurden, zu scharfen, teils übertriebenen Forderungen wurden? Wenn and) Anordnungen erlassen wurden, in denen die Arbeitszeit auf dreizehn Stunden beschränkt wurde, oder eine preußisches Gesetz von 1839 als wesentliche „soziale" Neuerung die Beschränkung der Arbeitszeit der Jugendlichen unter 16 Jahren auf 10 Stunden gebot, so zeigen diese Zustände nur, daß hier der denkbar günstigste Nährboden für eine Weltanschauung sich bot, die die bestehende Ordnung verneinte, an Volksgemeinschaft nicht g tauben konnte und sie verwarf und über alles die Befreiung des Proletariats stellte. Erft unter Bismarcks Führung begann in der Zeit von 1878 bis 1890 die erste Periode der deutschen Sozialgesetzgebung, nachdem die Anfänge des deutschen Sozialismus, die sich bei Friedrich List und Carl Rodbertus-Jagetzow zeigten, in der Auseinandersetzung zwischen dem internationalen Marxismus und dem ebenso volksfremden Kapital sich zerrieben hatten. Diese sozialen Reformen kamen sehr, sehr spät und standen unter unglücklichen Vorzeichen. Auf der einen Seite stand das Unternehmertum, das um jeden Preis feinen Besitzstand zu er- Ehre der Arbeit. Von Wilhelm Mehl. Die Ehre ist das Wahrzeichen unserer freien U»nschenwürde. Wir haben Ehre, indem wir uns elnjt als eine sittliche Persönlichkeit wissen und füllen; wir zeigen uns ehrenhaft, indem wir das it uns erkannte Urbild unserer sittlichen Persönlich- eid zum Richter unserer Taten machen. Ls genügt uns aber nicht, daß wir uns in unsere, persönlichen Ehre begreifen und ehrenhaft han- letn; mir wollen auch von andern in beiden er= a.nt sein. Diese Anerkennung unserer Ehre ist iigts anderes als die Anerkennung des Rechtes W ercr Persöylichkeit, worauf alles menschliche Ge- tiiinleben ruht. Wir fordern aber solche Anerkennung Dritter nicht bloß für unsere Person schlecht- ti;, sondern auch für einzelne Handlungen und conz besonders für dasjenige Wirken, welches uns & i bestimmten Platz in der bürgerlichen Gesellschaft •ermeift. In diesem Sinne nun sprechen mir von e Ehre des Berufes und der Arbeit. Wir roollen mVer eigenstes, persönliches Wesen in unserer Ar- ei geehrt sehen, und aus diesem Drang nach per- üllicher Ehre der Arbeit, der um so mächtiger in Ihn Volks kreisen erwacht, je höher die Gesittung •egt, kann man schon schließen, daß die periön- dfite Arbeit die menschenwürdigste sei. Bon der religiösen Weihe der Arbeit, die nur den N nschen vorausfetzt, predigen die ältesten Prophe- ■l!T;; die Eb^ der Arbeit aber ist zu einem moder- ei Begriff ausgewachsen, der erst vollgültig roirb i einer hochentwickelten Gesellschaft. Mr wünschen jedoch nicht bloß äußere Anerken- rng unserer Ehre: wir machen sogar den Voll- e iand ber Ehre abhängig von jener. Mag einer och soviel Ehre im Leib hoben und dessen gewiß in: bas genügt ihm nicht. Wenn er seine Ehre verkannt sieht ober gar geleugnet von anbern, so ilet er bamit biefe Ehre selbst für tödlich verletzt. Zyre will geehrt fein." Darum ist Ehre nicht bloß i Selbstbewußtsein unserer sittlichen Persönlich- iiv noch bloß die Kundgabe desselben in ehrenden 2atenz sondern auch die Anerkennung alles diesen von der bürgerlichen Gesellschaft. Der sittlich selbstbewußte Mann beansprucht bei Dritten ein Recht auf Ehre; so fordert auch das Volk, welches sich der sittlichen Kraft seiner Arbeit bewußt geworden, die Ehre dieser Arbeit als ein Recht. Der Arbeiter und der Dichter. 23 on Maf Bartbel Um die Trümmer peruanischer Sonnentempel und um die verwitterten ägyptischen Pyramiden geistern und seufzen immer noch die Arbeitslieder unbekannter Geschlechter. Jeder Stein, jedes Tor, jeder Bogen unserer mittelallerlichen Dome ist erfüllt von den Schmerzen und Seligkeiten namenloser Kameraden. Die Viadukte der antiken Wasserleitung werfen ihren Schatten in die Campagna, und ein Brunnen in einer Stadt am Neckar ober am Main quillt und schwillt über von den Träumen derer, die vor uns gewesen sind und die in die Zukunft hineinbauten. In der Dichtung steht Viadukt neben Viadukt, und von Bogen zu Bogen rinnen Klage und Sage der Arbeit, stürzen ab in tiefe Trauer, schäumen hoch in Jubel und Freude. Die Schmerzensschrei der Sklaven, die Rebellenlieber ber Ausgebeuteten und die Hymnen der Aufständischen klingen und singen von den Bergen ber Schöpfung und münden ein in das Meer der Gemeinschaft Arbeit ist Kampf, Kampf ist Bruber der Freiheit, die Freiheit vollendet sich aber erst tn der Gemeinschaft. Der Arbeiter und der Dichter — sie gehören zusammen. lieber ihnen steht em Schicksal. Der Dichter wie fein namenloser Bruber am Schmiedefeuer oder im Kontor, sie schaffen nicht für sich, sie schaffen mit ihrem Werk an der heiligen Gemeinschaft des Volkes, das ihrer bedarf wie Brot und Schönheit. Der eine vollendet einen Hammer, der andere ein Gedicht. Der Hammer hat fo gut feine Mission zu erfüllen wie das Gedicht. Ihr Wert ist nicht der Kaufwert. Ihren Wert gewinnen Hammer und Gedicht erst burdj den Gebrauch, durch ihre Nutzanroenbung. Was zwingt ben Dichter, sein Lieb zu fingen? Was zwingt den Arbeiter, einen Hammer zu schmieden? Sie schaffen, auch wenn sie. bezahlt werden, im Auftrage eines großen Befehls. Arbeit ist Schöpfung, Dichtung ist Schöpfung, unb beide haben nichts zu tun mit dem abgegriffenen Falschgeld alter Zeit: Angebot und Nachfrage. Arbeit unb Dichtung schaffen erst jenen Zustanb, der das Leben des einzelnen unb des ganzen Volkes erträglich macht, unb den wir bas zweite Dasein nennen. Das zweite Dasein ist die große Atempause der Besinnung, wenn die Maschinen verstummt sind. Das zweite Dasein ist das leichtere Leben nach dem verpflichtenden Zwange um den Bissen Brot. Das zweite Dasein ist die Umschmelzung des einzelnen in den Blutkreislauf feines Volkes. Das zweite Dasein ist aber auch die Umwandlung gleichgeschalteter Herzen unb Hirne hinüber in die Bezirke der eigenen Persönlichkeit. Und um dieses zweite Dasein kämpft ber Mann, der bert Hammer schmiebet, genau so glühenb wie ber Dichter in ber Stunbe seiner Begnabung. Der Weg nach Deutschlanb ist von Hitlers marschierenden Kolonnen der Revolution für alle schaffenden Menschen verkürzt und frei gemacht worden. Die deutschen Arbeiter — zu Beginn ihrer Kämpfe steht ber utopische Sozialismus und am Ende ihrer Kämpfe der deutsche Sozialismus —, die schaffenden Menschen der Faust und der Stirn bekennen sich zu dieser Revolution, an deren Spitze musische Menschen stehen. Die Freiheit der - Kunst und die Freiheit des schöpferischen Menschen sollen nicht angetastet werden, aber der Raum wird geordnet, auf dem der Künstler steht und in dem er schaffen muß, der Raum, in dem mir alle stthen unb schaffen: ber Schicksalsraum unseres Volkes unb Vaterlandes. BaUm und Korn gedeihen nicht im luftleeren Raum. Auch die Kunst hat ihre Wachstumsgesetze. Aus ber Weltliteratur wissen wir, baß nur die Kunstwerke ihre immergrünen Wipfel allen Völker neigen, die fest und tief im eigenen Lande unb Volke wurzeln und wachsen. Auch die neue Kunst muß ihren Wurzelgrund im eigenen Lande unb Volke, im Blut und in ber Seele des Vaterlandes haben. Kunst kommt von Können. Die Gesinnung in ber Kunst allein treibt nur Blüten, aber sie trägt keine Früchte unb spendet keinen Samen. Der neue Mensch in Deutschland ist auf dem Marsch: ber soldatische Mensch. Wir wollen nicht mehr mit den erstaunten Gesichtern der Laternenanzünder Herumlaufen, wenn in ben großen Stäb- ten von einem Punkte aus alle Lichter und Laternen angezündet werden. Der neue Mensch! Immer schon haben wir von den Schlachtfeldern ber Arbeit gesprochen. Die Kameraden in den Kohlenschächten, an den Drehbänken, an ben Setzmaschinen, an ben laufenben Bänbern, an den' Schreibmaschinen, die Freunde in den chemischen Industrien, die Flieger, die Monteure, die Chauffeure — sie alle tragen schon Gesicht und Uniform des neuen Menschen. Der neue soldatische Mensch will keinen Krieg auf europäischen Schlachtfeldern. Der neue Mensch in Deutschland will Arbeit unb Frieden. Der neue Mensch hat genug in seinem eigenen Lande zu kämpfen. Bei uns stoßen die Dinge unb die Gegensätze viel zu eng zusammen, um nicht neu geordnet werden zu müssen. Unb sie werden auch neu geordnet! Und nun kommen die Männer von ben Feuern und den Drehbänken, von ben Schreibtischen unb von den Feldern, die Männer der Faust unb der Stirn, und reihen sich ein in den Zug der Millionen, ber durch Deutschland marschiert, einer- neuen Zukunft entgegen. Wir haben feine Angst vor der Zukunft. Wir marschieren mit im gleichen Schritt und Tritt. Die Dichtung und die Arbeit sind berufen, eine neue Ordnung zwischen den Völkern unb ben Klassen zu schaffen. Die Dichtung unb die Arbeit find die beiden Hämmer, die alle Klassengrenzen zerschlagen. Der Dichter unb ber Arbeite^ hämmern an einer neuen Schöpfung: an der Schicksalsge- meinschaft bcs ganzen Volkes. halten trachtete, und das die nationalen Ideen für sich pachtete und damit kompromittierte. Auf der anderen Seite kämpfte die Sozialdemokratie für die Diktatur des Proletariats. Durch feine Maßlosigkeit und weltanschauliche Gefährlichkeit zwang es die staatstragenden Kräfte zu schärfster Unterdrückung dieser zersetzenden Tendenzen. Jede sozialpolitische Maßnahme mußte in dieser Lage als Konzession, als ein Ausdruck der Schwäche der Staatsführung gegenüber der Sozialdemokratie ausgelegt werden. „Mir schien", so schrieb Bismarck, „daß zunächst nicht der Weg der Konzessionen, sondern der der Verteidigung gegen die sozialdemokratischen Ueberwucherungen zu betreten sei. Die Sozialdemokratie stellte in höherem Grade wie gegenwärtig das Ausland eine Kriegsgefahr für Monarchie und Staat dar." Deshalb forderte Bismarck das S o - zialistengesetz, das die Macht des Marxismus zunächst lahmlegte. Er setzte es durch und schuf sich damit freie Bahn für seine sozialen Reformen. Sein Ziel war die Vernichtung des Marxismus und die allmähliche Lösung der sozialen Frage. Beides erreichte er nicht. Der Regierungsantritt Wilhelms II. im Jahre 1888 setzte der planmäßigen Durchführung seines Werkes ein frühzeitiges Ende. Dieser suchte durch Friedensschluß mit der Sozialdemokratie die Gefahren eines blutigen Aufstandes zu vermeiden, während Bismarck für die Bildung eines Kampfministeriums gegen den Marxismus war. Die Verantwortung für eine blutige Auseinandersetzung liege bei den Sozialdemokraten, und erst eine Vernichtung dieser staatsgefährlichen Macht könne den Weg zu einer allmählichen sozialen Neuordnung frei machen. Der Kaiser stellte sich gegen Bismarck und zwang ihn damit zum Rücktritt. Hier liegt der Grund dafür, daß die sozialen Reformen Bismarcks nur ein Beginn und längst keine Vollendung waren. Der Grundgedanke der Neuordnung konnte für Bismarck nicht in Einzelfragen wie Lohn, Arbeitszeit usw. liegen. Sein Hauptziel war die Eingliederung des Arbeiters in die Schick- falsgemeinfchaft der Nation. In seinen „Gedanken und Erinnerunaen" spricht Bismarck in diesem Sinne von der Befreiung der Bauern und Bürger durch die preußischen Könige und von der Aufgabe der Gegenwart, „heute in entsprechender Entwicklung die Arbeiter auf Kosten der Arbeitgeber zu emanzipieren". Dabei vergißt der Alte aus dem Sachsenwalde nicht, auf die lange Zeitspanne hinzuweisen, in der einst die preußischen Könige das Befreiungswerk unterdrückter Stände durchführten. Es ist Bismarcks Geist, der sich in der von ihm ‘ entworfenen Erklärung des Kaisers vom 4. Februar 1890 spiegelt, indem es heißt: „Neben dem weiteren Ausbau der Arbeitsversicherungsgesetzgebung sind die bestehenden Vorschriften der Gewerbeordnung über die Verhältnisse der Fabrikarbeiter einer Prüfung zu unterziehen, um auf diesem Gebiet laut gewordenen Klagen und Wünsche, soweit sie begründet sind, gerecht zu werden. Diese Prüfung hat davon auszugehen, daß es eine der Aufgaben der Staatsgewalt ist, die Zeit, die Dauer und die Arbeit so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf gesetzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben." Nach Bismarcks Rücktritt fehlten Kraft und Willen zu einer gesamten sozialen Neuordnung. Es fehlte allerdings auch an einer politischen Idee, die besser und größer war als die Ueberzeugung der Sozialdemokratie, die den Marxismus innerlich hätte überwinden können,' und es fehlte an dem Mut zur Zerschlagung der martistischen Organisationen, so daß die Sozialgesetzgebung der Jahre 1878—1891 nur als schwächlicher Kompromiß der Regierung wirkte, die im Grunde vor der Tatsache des Marxismus kapitulierte. Dennoch war die deutsche Sozialgesetzgebung die beste der Welt. Sie schuf die Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Sie verbot die gewerbliche Sonntagsarbeit, die Fabrikarbeit für noch nicht dreizehnjährige Kinder, sie bestimmte für Frauen als Höchstarbeitsgrenze elf Stunden und verbot ihnen die Nachtarbeit. Sie schuf schützende Bestimmungen über Lohnzahlungen,Kündigungsfristen und vieles andere. Dieses Reformwerk war und blieb Stückwerk, weil es eine Arbeitsklasse als solche anerkannte, bestätigte und mit gen) i ff en Rechten versah. Es blieb eine Degradierung, eine deutliche Distanzierung. Der Arbeiter sah in den Reformen magere Früchte eines jahrzehntelangen Kampfes, er blieb unzufrieden, er fand nicht den Weg zur Nation, der tiefste Grund des sozialen Elends, der Klassenhaß blieb bestehen, wuchs und wucherte ins Unermeßliche. Der Weltkrieg schuf an der Front eine Volksgemeinschaft, die aber in den November tagen 1918 wieder zerbrach. Die Systemregierung ging mit großer Energie an das soziale Reformwerk. Was ober durch Streiks an Lohnerhöhungen ertrotzt wurde, fraßen die Beiträge an die Gewerkschaften auf, sie schufen nicht nur den Achtstundentag, sondern sorgten zugleich dafür, daß ein großer Teil der deutschen Arbeiter den ganzen Tag feiern durfte. An der Spitze der Lösung der sozialen Frage mußte, das ist die Lehre des letzten Jahrhunderts, die Beseitigung der Klassen stehen. Mit der nationalsozialistischen Weltanschauung ist nicht nur die Voraussetzung für die Ueberwindung der sozialen Frage gegeben, sie ist durch die sozialpoli- tischen Taten des Führers, im ganzen gesehen, über- - wunden. Betriebsführer und Gefolgschaften arbeiten in der Deutschen Arbeitsfront kameradschaftlich zusammen, ihre Kraft, gemeinsam eingesetzt, hat einen Arbeitsfrieden geschaffen, nüe er noch vor zehn Jahren von niemandem auch nur geahnt wurde. Die Lohnftage, die einst die Gegensätze verschärfte, wird heute von den Treuhändern der Arbeit, die von keiner der beiden Gruppen abhängig und als staatliche Organe unbeeinflußt sind, gelöst. In den großen politischen Gemeinschaften des deutschen Volkes stehen Betriebs- sührer und Beschäftigte gemeinsam, und alle sind wieder stolz darauf, schaffende Glieder des Volkes zu sein. Darum ist die soziale Frage auch nicht nur in erster Linie mit wirtschaftlichen Mitteln gelöst worden, sondern mit der Vertiefung "ber sozialen Ehre. In dieser Idee sind alle Gegensätze überwunden, und alle einst gegeneinander gerichteten Kräfte wirken heute in die eine große Richtung der Leistungsgemeinschaft, zum Segen der beiden Gruppen, zum Segen des Ganzen. Dr. H. Merzdorf. Familientrogödie in Mannheim. Lpd. Mannheim, 28. April. Auf dem Waldhof hat sich in der vergangenen Nacht eine Frau mit ihren fünf Kindern im Alter von 1% bis 6 Jahren vergiftet. Der Mann der Frau war im Dezember vorigen Jahres gestorben. Der Grund zur Tat ist in Nervenüberreizung zu suchen. SJ.-fpor< Aufstiegskampf zur Sauliga. Teutonia Steinberg — FL. Wirges. Zum ersten Aufftiegsspiel in die höchste deutsche Fußballklasse treffen morgen die beiden oben angeführten Gegner aufeinander. Mit größtem Interesse sieht die große Sportgemeinde Watzenborn- Steinberg und wohl auch die gesamte nähere Umgebung diesem Treffen entgegen. Nach schweren Spielen in der Bezirksklasse ist es den Teutonen gelungen, Meister zu werden und damit haben sie sich die Berechtigung errungen, um den Aufstieg zu kämpfen. Was hier auf dem Spiele steht, darüber ist sich wohl jeder Spieler und jedes Vereins- Mitglied im klaren. Schon lange ist es her, daß es einem Vertreter der hiesigen Bezirksklasse gelang, in die Gau klasse aufzusteigen. Nun bietet sich den Teutonen die Gelegenheit dazu. Ob es ihnen aller- dings gelingt, bei aller Anerkennung ihrer guten Spielweise, ist jedoch eine Frage, die man jetzt noch nicht beantworten kann. Die Gegner, mit denen die Steinberger kämpfen werden, sind uns hier weniger bekannt. Die Steinberger werden gut tun, ganz aus sich herauszugehen. Hoffentlich gelingt den ^Teutonen der Siea. Die Gastgeber kämpfen mit folgen« der Mannschaft: Happel, Fett, Schmant, Fritsche, Hederich, Heinzemann, Buß, Haas, Schmidt, DäUb- lin, Lang. Schiedsrichter: Wingenfeld, Fulda. Teutonia II. — Leihgestern I. Zwei alte Rivalen treffen sich hier! Es sollte zu einem interessanten Spiele kommen. Teutonia Iugend — Lollar Jugend. Auch die Jugendmannschaft tritt auf den Plan. Die Gäste werden wohl hier den Sieg mit nach Hause nehmen. Bor letzten Punktekämpfen in der Bezirksklaffe. Der vorletzte Verbandsspielsonntag führt unsere heimischen Vertreter mit zwei Mannschaften zusammen, die nur mit einer guten Leistung bezwungen werden können: 1900 gegen Naunheim und Frohnhausen gegen VfB.-Reichsbahn. 1900 — Naunheim. Zum letzten Verbandsspiel auf eigenem Gelände empfangen die Blau-Weihen morgen den Turn- und Svieloerein Naunheim. Damit ist ein würdiger Abschluß gefunden, denn die Gäste gehören wieder mit zu den spielstärksten Mannschaften der Klasse. Das bewies das Spiel vor vierzehn Tagen auf dem Waldsportplatz, wo der knappe Ausgang für die Grün-Weißen ebenso gut für die Gäste hätte lauten können. Für die Blau-Weißen bedarf es also schon einer ähnlichen Leistung wie am Vorsonntag, wenn der zweite Platz erreicht werden soll. Mit der Mannschaft Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Quick, Schäfer, Löbsack, Schellhaas, Rensing, Hormel (2/116), Heuser darf man wohl annehmen, daß ein Sieg der Platzbesitzer möglich ist. 1900 II. — Naunheim II. Das Spiel der Reservemannschaften findet nunmehr in Naunheim statt, da beim Vorspiel die Blau-Weißen durch das Fehlen der Soldaten in Aufstellungssorgen waren und das Spiel nicht austragen konnten. Frohnhausen I. — vfV. Reichsbahn I. Zum letzten Meisterschaftsspiel fährt die erste Mannschaft nach Frohnhausen. Dieses Spiel dürfte mehr ein Freundschafts- als ein Meisterschaftsspiel werden, denn die Grün-Weißen lassen einige Spieler, die am Sonntag Verletzungen erlitten fraben, pausieren, damit sie für den Pokalkampf gegen Friedberg mietert fit sind. Die Gastgeber schlagen eine gute Klinge und sind auf eigenem Platz sehr gefürchtet. Da die Grün-Weißen mit vielfachem Ersatz antreten, dürfte ein Sieg kaum zu erhoffen fein. Frohnhausen II. — VfB -Reichsbahn II. Im Spiel der Reserven halten wir die Grün- Weißen für stärker und rechnen mit einem knappen Siege. Kampf um den Aufstieg. Lollar I — Sportfreunde Wetzlar I. Ein weiteres Aufstiegsspiel zur Bezirksklasse bestreitet die Lollarer 1. Elf gegen die gleiche der Sportfreunde Wetzlar. Die Aussichten ter Lollarer auf einen Aufstieg haben sich durch das letzte Der« lorengegangene Spiel gegen Burgsolms ziemlich zerschlagen. Es müßte denn höchstens fein, daß die beiten Tabellenführer durch besondere Umstände noch Punkte einbüßen. Nur dann könnte es möglich sein, daß sich das Blatt für Lollar noch zum Besseren wenden kann. Für Lollar wäre es dann aber notwendig, daß die noch ausstehenden Spiele gewonnen würden. Was den morgigen Kampf an- betrifft, so sollte es den Platzbesitzern bei einer einigermaßen guten Leistung gelingen, Sieger zu werden. * Heuchelheim I. — Leihgestern L In Heuchelheim treffen sich die beiden Kreisklassenmannschaften, die beide in ihren Gruppen bei den Punktkämpfen schon immer an führender Stelle standen. Die Einheimischen, die am Vor- fonntage eine überzeugende Partie gegen Lick lieferten, werden auch diesmal alles daran setzen, damit ter Sieg in Heuchelheim bleibt. Allerdings müßte die Verteidigung ein erfolgreicheres Abwehrspiel wie in den letzten Spielen aufweisen, denn dem Gästesturm geht ein guter Ruf voraus. Saasen I — Rodheim (Bieber) I. Am morgigen Sonntag weilt Rodheims 1. Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel in Saasen. Da die Gäste als die besseren gelten, dürften die Einheimischen einen schweren Stand haben. Das Spiel wird mit Spannung erwartet. Anschießen der Schühengesellschast 1926 Gießen Die Schützenaesellschaft 1926 Gießen hielt ihr Anschießen ab. Dlwurch, daß auch während der Wintermonate mit Zimmerstutzen im Saal geschossen wurde, waren die Schützen in ter Hebung geblieben. Es wurden trotz der einsetzenden Regenfchauer und das starken Windes sehr schöne Resultate erzielt. Gegen Abend nahm der Dereinsführer Ed. Gond - n e r die Preisverteilung vor. Die Ergebnisse. 10 0 Meter Gabenscheibe (Großkaliber, 3 Schuß stehend aufgelegt): 1. H. Balzer, 36 R.; 2. Ldg. Schneider, 34 R.; 3. K. Heitz, 34 R.: 4. W. Becker, 34 R.; 5. Ed. Gondner, 34 R.; 6.Krd. Becker, 33 R.; 7. H. Meckel, 33 R.; 8. H. Blum, 32 R.: 9. H. Herröder, 31 R.; 10. Gg. Hammel, 30 R.; 11. K. Neeb, 30 Ringe. 100 Meter Meisterscheibe (Großkaliber, 3 Schuß stehend aufgelegt): 1. H. Balzer, 36 R.; 2. K. Heitz, 34 R.; 3. ßbg. Schneider, 34 R.: 4. Ed. Gondner, 34 R.; 5. H. Meckel, 33 R.; 6. W. Becker, 33 R.; 7. K. Neeb, 31 Ringe. 50 Meter Meisterscheibe (Kleinkaliber, 3 Schuß stehend freihand): 1. Ldg. Schneider, 34 R.; 2. Hch. Balzer, 32 9t.; 3. K. Heitz, 32 9t; 4. W. Becker, 31 9t.; 5. Blum, 31 R.; 6. K. Neeb, 31 9t.; 7. K. Becker, 31 9t.; 8. Ed. Gondner, 31 Ringe. Die Ehrenscheibe (Großkaliber, 100 Meter) errang H. Meckel und die Ehrenscheibe Kleinkaliber 50 Meter errang Ed. Gondner. Wieder 2Spiele derHandball-kreismannschasten Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß durch die Kreisspielleitung alles geschieht, um das Spielprogramm so interessant wie möglich zu gestalten. Denn, nachdem erst am letzten Sonntag die Kreismannschaft in Erscheinung trat, sind für den 30. d. M. gleich zwei Spiele vorgesehen. Diesmal ist es der Kreis 10 (Westerwald), gegen den eine Einheit des Kreises Gießen im Jahre 1937 gespielt und damals knapp gewonnen hat. Ob sich seitdem die Spielstärke der Gäste aufwärts entwickelt hat, ist nicht zu sagen. Fest steht, daß sie sich schon seit Jahren redlich bemühen, den Anschluß an die Spitzengruppe des Bezirks II zu halten, daß es ihnen dabei allerdings an den notwendigen Gegnern fehlt. Immerhin sollte ihre Spielstärke ausreichen, um dn von uns eingesetzten Nachwuchsmannschaften ebenbürtige Gegner abzu- geben. Das um so mehr, als sich sämtliche Spieler aus drei Vereinen zusammensetzen. Es darf wohl als selbstverständlich vorausgesetzt werden, daß beide Treffen genau denselben Anklang finden, wie das Spiel in Holzheim, zumal die Vorbereitungen ebenso mustergültig sind. Das aber ist, wie immer wieder betont werden muß, der Hauptgrund, weshalb die Kreisspielleitung zu derartigen Veranstaltungen aufruft. Es werden antreten: 3n Hochelheim: Altmann (Dutenhofen); Klee und Röhrig (beide Holzheim); Philipp (Lützellinden), Sann (Holzheim), Müller (Hörnsheim); Jakobi (Hörnsheim), Mehl (Dutenhofen), Atten- dörfer (Lützellinden), Lang (Hochelheim), Will (Lützellinden). In Katzenfurt: Raab (Katzenfurt); Fischer und Heller (beide Katzenfurt); Rupp (Garbenheim), Demert (Dillenburg), Bingel (Katzenfurt); Hofmann (Katzenfurt), Gretel (Dillenburg), Wießner (Garbenheim), Rheinstädtler (Garbenheim), Bill (Niedergirmes). Wenn auch eine ganze Reihe von Vereinen berück- Üchtigt worden ist. so gibt es an der Geschlossenheit ter beiden Mannschaften trotzdem nichts zu beuteln, ^anz gleich, ob es sich um die Hintermannschaften u„hr hi» Funferreihen handelt, sie sind gleich gut unö sollten auch den bestgemeintesten Angriffen ter Gegenseite Stand halten können. beiden Großveranstaltungen nehmen aN- C -,I)rc£ F0stS°"g. Diesmal stehen alle Mannschaften im Kampf, und zwar Tv Hörnsheim — MSV Barbara Tgde. Hanau — Tv. Kirch-Göns. Wir glauben kaum, daß die „Barbara" in Hörnsheim gewinnen wird, wenigstens nicht nach den Leistungen ter letzten Zeit gerate Hörnsheim hat am vergangenen Sonntag bewiesen, daß sich eine grundlegende Veränderung Platz gemacht hat und daß man auf dem besten Wege ist, zu ter erforderlichen Form aufzulaufen. — Es bleibt nur abzuwarten, wie sich Kirch-Göns in Hanau halten wird. Erst danach kann man die Aussicht für die Zukunft beurteilen. 3n Dutenhofen treffen sich Dutenhofen und Gar- bcnheim zu dem nachträglich neu angesetzten Pokal- fpiel- Die Platzbesitzer haben schon einmal verloren. Sie werden auch diesmal nicht viel besser abschneiden, wenn der Sturm abermals so eigensinnig spielt. Daran ist aber kaum zu denken, nachdem man sicherlich die erforderlichen Lehren aus dem Vorkampf gezogen hat. Radball -Länderkampf fltflcn die Schweiz Der Länterkampf Deutschland —Schweiz am Samstag in St. Gallen ist wieder ein Ereignis von besonderer Bedeutung für die Freunde des Radballsports, weil sich gerate diese Nationen bei den Weltmeisterschaften stets als die ernsthaftesten Anwärter gezeigt haben. Am Sonntag vertreten wieder die 7fachen Frankfurter Weltmeister Schreiber-Dl er sch (RV. Wanderlust) die deutschen Interessen, unterstützt von den jungen Leipziger Gebrüdern Simeth. Die Schweiz stützt sich auf den Landesmeister Osterwalder-Gabler (St. Gallen - St. Georgen) und Mächler-DeZordi (Winterthur). Kurse Sportnotizen Ein Sonderflugzeug hat sich für den kommenden Sonntag ter Deutsche Pokalmeister Rapid Wien gechartert, um damit zum Pvkalkaiups gegen die „Bayern" nach München zu fliegen. Drei BMW. -Maschinen ft arten Mitte Juni bei der englischen TT., dem schwersten Motorradrennen der Welt, auf der Insel Man. Am Steuer werden Georg Meier, Kari Gall und der Engländer Jock West sitzen. ♦ M i t einem BMW. - Sieg wurde die neue Rennzeit auf ter Insel Ceylon eingeleitet. Der Eng- länber Allan Clarke siegte mit einem Mittel von 87,9 km st auf einer serienmäßigen BMW.-Sportmaschine Typ R 51 ganz überlegen. Jur Ostpreußenfahrt vom 10. bis 12. Mai entsendet Daimler-Benz eine Fabrikmannschaft auf tem 2,3-Liter-Sportwagen mit den Fahrern Rauch, Wette und Kling. Der Ettenriede-Sieger Ludwig Kraus fährt eine 600-ccm.BMW. mit Beiwagen. r ^'ne vollständige Rennmannschaft setzt DKW. am 21. Mai beim Eifelrennen zum ^rftenmal ein Kluge, Winkler und Wünsche fahren bie -^)^cm-Maschine, Fleischmann, Petruschke und Hamelehle starten in der 350-ccm-Klasse. Amtsgericht Gießen. Der H. S. in Gießen erhielt einen Strafbefehl über drei Wochen $aft wegen ter Beschuldigung, sich der gesetzlichen Unterhaltungspflicht gegenüber seiner geschiedenen Ehefrau und seinem Kind entzogen zu Haden, so daß fremde Hilfe (Sozialamt) in Anspruch genommen werten mußte. Gegen den Sttafbefehl legte er Einspruch ein. Die Verhandlung, die kürzlich stattfand, wurde abgesetzt, da die Ehefrau und ein weiterer Zeuge gehört werden sollten. Die Ehefrau verweigerte die Aussage, der andere Zeuge war von der Schweigepflicht nickst entbunden. Der Angeklagte behauptet, seiner Unterhaltspflicht nachgekommen zu sein, es sei ihm Lohn gepfändet bzw. einbehalten worden, außerdem sei die Frau in der fraglichen Zeit wirtschaftlich bessergestellt gewesen als er. Der Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe von drei Wochen verurteilt. Große Strafkammer Gießen. Der K. P. in Watzenborn-Steinberg war durch Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen vom 21. März 1939 zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt worden. Er war beschuldigt, einen SA.-Führer beleidigt zu haben. Gegen das Urteil Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! legte er Berufung ein, und zwar wegen der Straf» höhe. Der Verteidiger beantragte an Stelle tet Freiheitsstrafe auf eine Geldstrafe zu erkennen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, die Berufung zu verwerfen. Das Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen wurde dahin abgeändert, daß der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt wurde. Möbelhaus Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 29. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A lO1^, B 10, C 9K, D 8%, Enteneier 10^ und 9%, Weißkraut, % kg 13 bis 15, Rotkraut 18, gelbe Rüben 16 bis 18, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 17 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 10, Feldsalat, 1/io 10, Tomaten- Vi kg 45, Zwiebssln 15 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 18 Pf., alte, kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Hähne, Vt kg 90 Pf., alte 85 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 20 bis 40, Salatgurken 80 Pf. bis 1,20 Mark, Oberkohlrabi 30, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60, % kg 50 bis 55, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. Rhein-Mainische Börse. ANttagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 28. April. Die Börse behielt ihre freundliche Haltung. Das Geschäft kam allerdings nur langsam in Gang und erfuhr auch späterhin kaum eine Ausweitung, da das Interesse allgemein auf die Führerrede gerichtet war. Lebhaft erörtert wurden die Durchführungsbestimmungen zum neuen Finanzplan und die Erleichterung der Mehreinkommensteuer. An den Aktienmärkten kamen infolge des ungewöhnlich frühen Börsenbeginns zunächst nur wenig Abschlüsse zustande, doch war die Kursentwicklung weiterhin leicht nach oben §erichtet. Don den führenden Papieren gingen IG. arten zu 150 (149,90) lebhafter aus dem Verkehr. Einiges Interesse verblieb außerdem in Maschinenwerten bei mäßig höheren Kursen; Demag 144 (143,75), Junghans 97,40 (97), Eßlinger unverändert 112. Am Elektromarkt zeigten Siemens nach längerer Pause eine Steigerung um 5,25 v. H. auf 196; Lahmeyer gewannen 1 v. H. auf 112, AEG. 0,25 d. H. auf 116,25. Bergwerkspapiere lagen sehr ruhig und wenig verändert, Hoefch nur knapp gehalten mit 108,50 (109), Mannesmann unverändert 107. Von sonstigen Werten befestigten sich Contt Gummi bei nur kleinem Bedarf um 3 v. H. auf 217. An den Rentenmärkten entwickelte sich ebenfalls nur wenig Geschäft, wobei die Kurse gegenüber dem Vortag kaum Abweichungen aus- da& üüAlujzqAtäfüqe c&iaft 29/30 - 2 A wiesen. Reichsaltbesitz zum Einheitskurs 131,60 (131,75). Kommunal ^Umschuldung hörte man ex Ziehung mit 93,40 (93,50). Pfandbriefe wiesen bei kleinem Umsatz kaum Veränderungen auf, ebenso blieben die meisten Stadtanlechen und Industrie- Obligationen ziemlich unverändert Je 0,25 v. H. höher 6 v. H. IG. Farben mit 122 und 4,50 v. st. Doigt & Haeffner mit 96, anderseits 4,50 v. st. Mainkraft 96,25 (96,50). Kommunal--Umschuldung gingen schließlich mit 93,30 um. Im Verlaufe war die Entwicklung am Aktienmarkt uneinheitlich. Bei anhaltend sehr kleinem Geschäft wiesen die Kurse der Hauptwerte Schwankungen bis zu 0,50 v. H. auf, wobei aber Rückgänge überwogen. IG. Farben 149,65 nach 150, Mannesmann aber 0,65 v. H. höher mit 107,65, schwächer Junghans mit 96,50 nach 97,40. Bei den jpäter notierten Papieren bewegten sich die Veränderungen meist unter 1 v. H. Das Schlußgeschäft kam frühzeitig zum Erliegen, man hörte vorwiegend nur knapp gehaltene Kurse. Der yreioerfeljr brachte eine Sonderbewe«• gung in Dingler Maschinen, die bei lebhaften Umsätzen bis auf 115 (109,50 bis 110) anftiegen und mit günstigen Abschlußerwartungen (man sprach von einer Wiederaufnahme ter Dividenden,Zahlung mit voraussichtlich 7 v. H. und einer evtl. Kapitalerhöhung) motiviert wurde. — Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Schweinemarkt in Schotten. * Schotten, 28. April. Nach langer Unterbrechung sind auch hier die Schweinemärkte miete r ausgenommen worden. Am Donnerstagsmarkt wurden etwa 200 Ferkel und Einlegeschweine auf- getrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 28 bis 32 Mark, für 8 bis 10 Wochen alle 33 bis 38 Mark, für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 39 bis 42 Mark bezahlt und Einlegeschweine erzielten bis ZU 75 Mark je Stück. Nach flottem Geschäft wurde der Markt geräumt. Neu aufgenommen Beiher Gießen Gießen, Marktplatz 6 Nur 3 Tage! Nur 3 Tage! Preise ab 60 Pfennig, Kinder nachmittags halbe Preise 3166A Barlay sucht 3178D Zur Maiennacht und am 1. Mai ins 'Conrad Mühsamen Ä.-S 'afe-Restaurant„Rheingold' 2872V GLORIn Rest. „Stadt Mainz“ Samstag und Sonntag ab Bahnhof (Sieben... 15*10 Uhr r bolz 1 br Keller 6r j. We J. Wellhöfer. Gießen gVicuSjla.'iCa.y In Reparaturen gibts Unterschiede - - Bedenke, daß ich was Gutes biete! Lieferfirma sämtlicher Baustoffe für Hoch-, Tief-, Eisenbeton-, Straßen- und Brückenbau für seinen groben Tierpark: Hafer. Kleie, Heu, Stroh, Mischfutter, altes Brot usw. für das Heer d. Mitarbeiter: Möbl. 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Mai, Die Kinderlandverschickung braucht Pflegestellen für unsere Jugend! Aus der Stadl Gießen. Freude durch Leistung. Don Reinhold Braun. Es mag einer tätig sein, wo immer er soll, er darf nie vergessen, daß die Nation nur lebt durch die Arbeit aller. Adolf Hitler am 1. Mai 1933. Den 1. Mai begehen wir nun das siebente Mal. Auch in der Gestalt dieses Nationaltages spiegelt sich von einem zum anderen Male das gewaltige Werden des Dritten Reiches. Immer mehr Kamerad- schaftskolonnen marschierten, immer fester wurde der Wille, mächtiger breitet sich dek Strom der Freude aus. Wo in der Welt ist die Festgestalt einer Nation eindrucksvoller und geschlossener denn die unsrige! Auch hier ist „geprägte Form, die lebend sich entwickelt". Die Welt sollte sich klar machen, daß der 1. Mai kein theatralischer Vorgang ist, sondern daß alles, was an diesem Tage so überwältigend in Erscheinung tritt, Blüte aus dem innersten Grunde der Nation ist. Auch unser 1. Mai gehört zu dem neu* geformten Offenbarwerden der ewigen Jugend unseres Volkes. . v . Freude durch Leistung! Am besten wird man dem Sinn dieses Tages gerecht durch eine ehrlich nach innen gerichtete „Leistungsschau". Der starke Appell an sich selber, dies Sich-Rechenschaft-geben über seine persönliche Leistung im Schafferverbande Großdeutschlands: Das gehört unbedingt zum vertieften Begehen dieses Feiertages. Die größte Freude aber bleibt: vor seinem Gewissen, vor Volk und Führer bestehen zu können als ein leistungs-ehrlicher und -freudiger Volksgenosse. Ihre Krönung erfährt dann unseres Herzens Freude, wenn man sich eins fühlt mit der großen Kameradschaft aller Leistenden deutscher Zunge, wenn man Kamerad mit Kameraden fein darf in den hellen, mailichen Stunden. Vor uns im Geiste erhebt sich die gewaltige Lei- stungspyramide unseres Volkes. Ihr tragender Grund bleibt das stille, wackere Tun der Millionen und aber Millionen. Nur, wenn dieser Grund, gediegen und stark ist, dann baut sich das Ganze fest und, allen Stürmen trotzend, empor bis zu der Spitze, die unser Führer ist. Seine Leistung ist Schöpfung, Schöpfung Großdeutschland, wie sie am 1. Mai 1933 noch keiner in solcher Kraft und Große erahnte. Joachim Popelka. Ausführende: Das Städtische Orchester. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 Mark. Beginn 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend Wiederholung des mit großem Erfolg aufgeführten musikalischen Lustspiels „Meine Schwester und ich" von Benatzky. Spielleitung: Gert Buchheim, am Flügel: Joachim Popelka. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Dienstag, 2. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: „Meine Schwester und ich", Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung: Gert Buchheim. Dienstag- Miete, 30. Vorstellung. Mittwoch, 3. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 21.30 Uhr: Zum letztenmal „Einen Sommer lang", Lustspiel von Kath. Stoll. Spielleitung: Günter Winkel. Mittwoch-Miete, 29. Vorstellung. Donnerstag, 4. Mai, Einmgliges Gastspiel Carola Höhn-Charlott Daudert in „Intimitäten", Lustspiel von Coward. Spielleitung Kurt Richards. Außer Miete. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr.__________ „Volkstum und Brauchtum" für Jedermann. Treffen und Lehrgang in Gießen. — Bolkstumsarbeit - ein politischer Dienst. garten; 12.15: Ansprache des Führers. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Ein hoffnungsloser Fall." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Seekadetten". Spielptan des Stadtheaters vom 30. April bis 7. IHai 1939. Am Sonntag, 30. April, findet im Stadttheater die 14. Morgenveranstaltung statt. Das Programm des „Karnrner-Orchester-Konzertes" sieht vor: Tschaikowsky, Serenade für Streichorchester, Popelka: Musik füi Klavier und Kammerorchester. Leitung: Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 15 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Auch der Mensch braucht Sonne zum Gedeihen, wie alle Kreatur, und eigentlich, wenn sie es recht überlegte, allzu sonnig war ihr Leben bisher nicht gewesen. Nach dem' Tode der kleinen Schwester hatte man sie als einziges Kind doppelt ängstlich behütet und aus übertriebener Sorge vielem fern- gehalten. Ä ... . Kaum hatte sie sich an einen Ort gewohnt, war Versetzung des Vaters verbunden mit Schulwechsel für sie gekommen, niemals hatte sie genügend Zeit gehabt, sich gleichaltrigen Kameradinnen anzuschließen Dem frühen Tod der Mutter war die Erziehung durch den Vater gefolgt, der es herzlich gut nut ihr gemeint, aber keine Ahnung gehabt hatte, was em junges Mädel denkt, fühlt und braucht. So hattt Dina sich, da sie niemanden gehabt, dem sie sich hätte erschließen können, immer ängstlicher m sich selbst zurückgezogen, hatte sich, je eintöniger ihr äußeres Leben wurde, immer mehr in Phantasien, eingesponnen und war erstaunlich weltfremd geblieben, obwohl sie in Berlin wohnte. Nur so ift cs zu erklären, daß sie in einem Mann von der Schönheit Mikenys den Prinzen ihrer Träume zu finden geglaubt, daß diese erste und einzige Leidenschaft gleich einer wilden Flut alle Hemmungen durchbrochen, die Erziehung und natürliche Scheu um sie gelegt hatte. Und so ist es auch zu erklären, daß alles, was nachher geschehen war, die Scheidung und die Jahre hinterher, nicht vermocht hatte, die Erinnerung an diese große Leidenschaft auszulöschen. In diesen Wochen nun fühlte sie sich zum erstenmal auch innerlich frei, die Schatten der Vergangenheit waren vor der strahlenden Sonne hier oben gewichen. Sie fühlte sich frei und damit empfänglich für neue Eindrücke und vielleicht auch — für neues Erleben. Sie selbst war sich dessen nicht bewußt, aber Holk hatte die Veränderung bereits, als er sie das erfte- mal in Arosa besucht hatte, ungefähr zehn Tnge nach ihrer Ankunft, empfunden. Sie hatten in Biringen nur wenig Zeit gehabt, aber immerhin genug, um ein Wiedersehen zu verabreden. Der Winterflug war im übrigen herrlich gewesen, voll Sonne und strahlender Bläue über weißen Wolken; nicht einen Augenblick lang hatte Dina das verlorene und unheimliche Gefühl gehabt, wie damals im Nebel. Schon lange vor der Landung hatte sie versucht, unter den winzigen Punkten vor dem Gebäude Holk ausfindig zu machen. Sie hatte gewußt, daß er dort stehen würde, es war ein wundervolles Gefühl gewesen, erwartet zu werden! Blumen hatte er nicht für sie gehabt, denn: „erstens erfrieren sie doch gleich, und zweitens wußte ich nicht recht — nach den Blumensträußen damals —", hatte er lächelnd gemeint. Dafür aber war in seinem Zimmer ein Frühstückstisch gedeckt, und bei den wenigen Passagieren hatten die Zollbeamten ein Einsehen gehabt. Sie hatten tatsächlich genug Zeit zum Frühstücken und zum Verabreden. Er hatte die Veränderung, die in diesen zehn Tagen in Arosa mit ihr vorgegangen war, also sofort empfunden: es schienen sich ganze neue Seiten ihres Wesens zu entfalten. Sie zeigte eine erstaunliche Beobachtungsgabe und vor allem eine Heiterkeit, die stets mitriß, weil sie echt war. Auch äußerlich hatte sie sich erholt, sie sah, ohne eigentlich schön zu sein, sehr gut aus, und das Endergebnis dieses Besuches war, daß Holk nunmehr darauf verzichtete, noch länger vor sich selbst Ausreden zu suchen. Es hatte ihn — und zwar gründlich. Im Gegensatz zu ihm war Dina völlig unbefangen und noch viel zu erfüllt von ihrer neuen Daseinsform, um an Liebe oder ähnliches zu denken. Sie hatte Holk gern, sehr gern sogar. Er war der einzige Mensch, dem sie vertraute, mit dem sie alles Wichtige besprach, dessen Rat sie einholte und respektierte. Er kannte ihr tägliches Leben jetzt genau; er wußte, wieviel Geld sie überwiesen bekam und was sie im Hotel an Pension bezahlte, er mußte entscheiden, ob die goldene Armspange, die beim Juwelier auslag und ihr so gut gefiel, ein Luxus fei, oder ob sie sich diese Anschaffung leisten dürfe, er bekam sämtliche neuen Abendkleider zur Beurteilung vorgeführt, aber das, was er wissen wollte, das erfuhr er nicht, nämlich: wie sie — abgesehen von der freundschaftlichen Vertrautheit, die seinen Wünschen nun nicht mehr genügte — innerlich zu ihm stand. Es gibt für einen Mann, der sich ernstlich in eine Frau verliebt hat, zwei Möglichkeiten: entweder zu verzichten oder ihren Besitz anzustreben. Und für das letztere gibt es wieder zwei Möglichkeiten: flüchtige Liebesbeziehung oder Ehe. Holk war ein Mann, der das Leben und die Frauen ziemlich gründlich kennengelernt hatte. Es beweist am besten, wie tief die Sache bei ihm ging, daß er stets nur an Heirat dachte. Er war in Dina verliebt und begehrte sie, aber sie war zugleich die Frau, die er sich als Lebenskameradin wünschte. Sämtliche Gießener Gruppen treten am 1. Mai, 8 Uhr, in Gießen an der Dolkshalle in Kluft an. Die übrigen Einheiten des Untergaues treten bei ihren Ortsgruppen um dieselbe Zeit an. Betr.: Einholen des Maibaumes. Heute abend wird für Gießen der Maibaum eingeholt. Es treten darum alle Mädel und BDM - Werkmädel um 15.45 Uhr am Bahnübergang Schiffend er ger Weg in Kluft an. Diejenigen Madel, die Volkstänze zeigen, kommen in Dolkstanz- kleidern. Dornotizen. Tageskalender für Samstag: 17 Uhr Aufstellung des Maibaumes auf dem Trieb — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Minna von Barnhelm". — Gloria-Palast (Seltersweg): , Liebe streng verboten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Werkpilot". — Hessische Deremi- crunq für Volkskunde: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr A Götze „40 Jahre volkskundlicher Arbeit ; Professor Dr. Martin, Marburg, „Das Lautdenkmal der deutschen Mundarten". Tageskalender für Sonntag. Jungmädeluntergau 116: Kinderfest anläßlich des Nationalen Feiertags. — SA.-Standarte 116: 7.45 Uhr auf dem vorderen Trieb Vorbereitungsübung für die Wiederholungsübung zum SA.-Wehrab- zeichen. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: Kam- mer-Orchester--Konzert; 19 bis nach 21.30 Uhr Meine Schwester und ich". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebe streng verboten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Werkpilot". — Gießener Radfahrer-Vereinigung e. V. 15 Uhr auf dem Waldsportplatz Bahn-Radrennen. Tageskalender für Montag (Rationaler Feiertag). Anläßlich des Nationalen Feiertages: 6 Uhr Wecken; 6.30 Uhr: Gießener Gesangvereine singen; 8 30 Uhr: Jugendkundgebung auf dem Trieb; 11.30: Feierstunde auf dem Trieb, anschließend Ueber- hagunq des Staatsaktes aus dem Berliner Lust- deutsche und manches fast vergessene Volkslied lebendig wurde, fanden in einer feinen und vorbildlichen Form Uebungen in mancherlei Volktänzen statt, die in ihren einfachen und doch zwingenden Figuren und Rhythmen sofort alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Bann zogen. Zur Unterstützung der Arbeit war eine stattliche Gruppe von jungen Menschen aus Koblenz gekommen, die nun zusammen mit Gießener Studentinnen und Studenten übten. Rasch war die Verbindung hergestellt und nach schönen Weisen wurden Tänze geübt, die sehr bald erfaßt und richtig getanzt wurden. Dabei sah man schöne Formen des Gemeinschaftstanzes, die, weit entfernt von den Formen des Gesellschaftstanzes unserer Gegenwart, in ihrer Einfachheit erkennen ließen, daß ein feiner und tieferer Sinn in ihnen enthalten ist. So war schon in dieser ersten Uebungsstunde jedermann mit ganzem Herzen bei der Sache. Die Uebungsardeit in Musik, in Tanz und Gesang wird im Laufe des heutigen Tages fortgesetzt und im Rahmen eines Kameradschaftsabends wird den Gästen heute abend schon gezeigt werden können, was erarbeitet wurde. Der morgige Sonntag wird dann in einer Morgenveranstaltung für eine breitere Oeffenttichkeit all das bringen, was schon gezeigt und gehört werden kann. Dabei wird auch eine Werkscharabteilung mitwirken, die es sich zur Ausgabe gemacht hat, in den Opelwerken zu Rüsselsheim den Geist für Volkstum und Brauchtum aufzuschließen. Am Sonntagnachmittag findet dann außerdem ein Volkstunisnachmittag statt, bei dem auch die Ober-Rosbacher Volkstumsgruppe und die Hüttenberger Volkstumgruppe (unter der Leitung von Georg H e ß) mitwirken wird. Die Arbeit in ihrer Gesamtheit stellt dem Sinne nach eine Fortsetzung der Arbeit, wie sie die Brüder Grimm erstrebten und leisteten, dar. Es wäre zu hoffen, daß die Veranstaltungen, die im Rahmen dieser gemeinsamen Arbeitstagung vom NSD.- Sludentenbund und „Kraft durch Freude" stattfinden, in unserer Bevölkerung das Echo finden, das sie verdienen. Nur, wie sie sich dazu stellte, darüber tappte er völlig im Dunkeln. Sie war mehr als freundschaftlich, sie war geradezu herzlich zu ihm, aber von jener unbefangenen Herzlichkeit, die dem erfahrenen Frauenkenner gar nicht paßte. Als er sie beim Tanzen etwas fester an sich zog, fragte sie: „Bin ich so schwer zu führen?" Ja, sie fragte es dermaßen harmlos, daß er murmelte: „Fürchtete, den Doktor anzutanzen", und sie sofort wieder losließ; den Rest des Abends mußte er gegen seine Enttäuschung ankämpfen. Sie hatte ihn gern, sicher, aber der Kontakt zwischen Mann und Frau, der fehlte. Bin ich denn solch ein unansehnlicher Kerl? dachte er unwillig, als er am Sonntagabend vor dem Spiegel stand und seine Smokingschleife band. Nicht mehr ganz jung natürlich, aber schließlich hatte sie doch auch schon allerhand hinter sich und sechsunddreißig und siebenundzwanzig paßte ganz gut. Er strich sich die Haare zurück, bann nahm er einen Handspiegel und betrachtete eingehend seinen Kopf: Mit einem befriedigten Seufzer legte er den Spiegel wieder hin; nicht die leiseste Andeutung einer Glatze. Ich muß sehen, daß Döhnert mich nächste Woche noch mal vertritt, dachte er, während er durch den Verbindungsgang in das Hotel hinüberging — er wohnte in einer kleineren, dazugehörigen Villa — wer kann wissen, was für Einflüssen sie ausgesetzt ist, wenn ich sie zu lange allein lasse. So verabschiedete er sich von ihr mit dem Versprechen, zum nächsten Wochenende wiederzukom- men. Schon war der Freitag herangerückt. Tatsächlich, der Januar ist fast zu Ende, dachte Dina überrascht, als Herr Kaspar ankündigte, daß Montag, den zweiten Februar, ein neuer Schikursus beginnen würde. „Natürlich mache ich wieder mit, Herr Kaspar, ich will noch den ganzen Februar hier oben bleiben." „Ist recht", erklärte Herr Kaspar, „alsdann nehme ich Sie nächste Woche mit aufs Weißhorn." Dina freute sich wie ein Kind, das ein gutes Zeugnis bekam. „Fein, Herr Kaspar, ich bin auch wirklich gut im Training. Auf Wiedersehen." Sie war so wenig müde, daß sie beschloß, zum Kaffee ins Dorf hinunterzugehen, es gab dort in der Konditorei eine Kuchenspezialität, die nicht zu verachten war. Sie holte ihren Stock und ging langsam die glatte Straße hinab; wo die Sonne hinkam, rieselten kleine Bäche, aber darunter und an schattigen Stel- len war das blanke Eis. Im Cafä fand sie einen netten Platz, und die Kuchen schmeckten wirklich ausgezeichnet, sie bestellte gleich noch eine Portion. Nachdem auch die bewältigt war, ergriff sie eine Freitag, 5. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 23.30 Uhr: „Die Königin Isabella", Schauspiel von Hans Reh- bera Spielleitung: Hannes Razum. Freitag-Miete, 30. Vorstellung. Sonntag, 7. Mai, Anfang 11 Uhr, Ende 12.30 Uhr: Veranstaltung zur Eröffnung der Gaukulturwoche, gleichzeitig 50. Morgenoeranstaltung des Stadttheaters. Ansprache: Kreisleiter Backhaus, hierauf Uraufführung „Der Prinz Eugen" von Eberhard Wolfgang Möller, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Sonntag, 7. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: Zu kleinen Preisen: „Meine Schwester und ich", Lustspiel von Benatzky, Spielleitung: Gert Buchheim. Am Flügel: Joachim Popelka. Außer Miete. Aufnahme des Omnibus-Verkehrs Ludwigsplatz - Schubertstraße. Arn kommenden Montag, 1. Mai, am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, wird der Betrieb der Omnibuslinie Ludwigsplatz — Schubertstraße ausgenommen. (lieber die verkehrstechnische Neuerung in unserer Stadt, die von der Einwohnerschaft des Südviertels lebhaft begrüßt werden wird, berichteten wir bereits in Wort und Bild.) Die Linie nimmt folgenden Weg: Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Röntgenstraße, Wartweg, Uhlandstraße, Gaffkysttaß'e, Schubertstraße, Frankfurter Straße, Am Steg, Wetzlarer Weg, Friedrichstraße und über die Ludwigstraße zurück zum Ludwigsplatz. Auf der Linie sind zehn Haltestellen vorgesehen. Umsteigemöglichkett in die elektrische Straßenbahn besteht am Ludwigsplatz und am Bahnhof. Die Wagen verkehren von 7 bis 20 Uhr in Abständen von je 10 Minuten.___________ illustrierte Zeitung und blätterte darin, mit sich und der Welt durchaus zufrieden. Ein Schatten fiel über das Blatt, eine melodische Stimme erklang neben ihr: „Guten Tag, Claudette, welche Freude, dich wiederzusehen. Wie geht es dir?" Dina hielt das Blatt immer noch vor sich. Ihre Hand zitterte nicht, so gelähmt war sie von dem plötzlichen Schreck. Sie hatte das Gefühl, daß ihr Blut von den Füßen aufwärts langsam zu Eis wurde — wie die kleinen Bäche auf der Dorfstraße, wenn der Schatten über sie kam. Aber dann löste sich mit einem Male diese Erstarrung, eine Fieber» welle jagte durch ihren Körper, und all dies geschah in der kurzen Sekunde, bis sie das Blatt sinken ließ und den Kopf nach dem Manne wandte, der neben ihrem Tische stand. „Guten Tag", sagte sie höflich, „ich danke, mir geht es gut." Er stand zwischen der Beleuchtung und ihr, so entging es ihm, daß ihre braune Son» nenfarbe plötzlich ii\s Aschgraue spielte; ihn überraschte ihre scheinbare Gelassenheit. Alles hatte er erwartet, selbst auf eine empörte Ablehnung war er gefaßt gewesen, aber nicht auf diese ruhige Höflichkeit. Sie machte ihn unsicher. „Darf ich mich auf eine Minute zu di» setzen?" fragte er zögernd. Sie nickte und deutete mit einer kurzen Beweaung auf einen Stuhl. Dann schwiegen beide einen Augenblick, aber Mikeny war viel zu gewandt, um nicht sofort einen Anfang zu finden. Und er war außerdem im Vorteil: er hatte gewußt, daß er Dina in Arosa treffen würde, während sie völlig ahnungslos gewesen war. „Du siehst blendend aus", sagte er ehrlich. „Wie lange bist du schon hier oben?" „Heber drei Wochen, seit Anfang Januar." „Mit dem Wetter hast du Glück gehabt." „Sehr. Ein paarmal Neuschnee, aber der fiel nachts. Man konnte jeden Tag Schi laufen." „Hier wimmelt es ja auch von Schiläufern. Man bekommt tatsächlich Lust, es selbst noch zu lernen." Dina lächelte mühsam. Sie war froh, daß er nach der Kellnerin rief und ihr so Zeit ließ, sich zu fassen. Der große feurige Kreis unter der Decke wurde allmählich wieder zur harmlosen Kugellampe. Auch die Wände versuchten nicht mehr durch heftiges Aufund- niederschwanken den Eindruck eines Schiffes auf hoher See zu machen; sie standen gerade und unbeweglich, wie es sich für ein solches Cafe gehört. Aber was kein Spukgebilde war, was blieb, unveränderlich blieb — war der Mann neben ihr. (Fortsetzung folgt.) In gemeinsamer Arbeit sind in diesen Tagen (Freitag bis Sonntag) der NSD.-Studentenbund Gießen und das Reichsamt „Feierabend" der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" (Abteilung „Volkstum und Brauchtum") darum bemüht, innerhalb der Kameradschaften des Gießener Studenten- bundes einen Kreis junger Menschen zusammenzu- füljren, der zur Pflege des Volks- und Brauchtums bereit ist und für die Zukunft dazu beitragen will, das Bewußtsein ureigensten deutschen Volks- und Brauchtums breiteren Volkskreisen durch unmittelbar praktische Arbeit zu vermitteln und zu verankern. Diesem Zwecke dient die Zusammenfassung zu dieser gemeinschaftlichen Arbeitstagung, die alle Teilnehmer in tatfroher Bereitschaft fand. Die Abteilung „Volkstum und Brauchtum" geht — das ist hier grundsätzlich zu sagen — bei ihrer Arbeit von der Erkenntis aus, daß Volkstumsarbeit ein nicht zu unterschätzender politischer Dienst ist. Wer daran praktisch teilnimmt, formt mit am Gesicht des deutschen Volkes. Volkstumsarbeit ist aber auch eine weltanschauliche Aufgabe, denn sie läßt Werte zum Bewußtsein kommen und lebendig werden, die seit Jahrhunderten im deutschen Volke verankert ind. Deshalb soll unser Volkstum und Brauchtum nicht nur in kleinen Gruppen Formung und Ausprägung finden, sondern wieder Allgemeingut werden. Die Volkstumarbeit ist ein Mittel, weiter an der Vertiefung unserer Volksgemeinschaft zu arbeiten. Dem schaffenden Menschen soll damit gleichzeitig ein Weg zur Ausspannung und zur Freude gewiesen werden. Es soll ihm der Weg zu den Quellen der Lebenserfahrung unserer Vorfahren, zu ihren Lebensweisheiten und zu ihrer Naturverbundenheit gezeigt werden. Gingen •- Tanzen - Musizieren. Die Arbeitstagung, die ganz auf praktische Arbeit eingestellt ist, fand gestern im Saal des Studentenhauses ihren schönen Auftakt. Nach einigen musikalischen und gesanglichen Hebungen, in denen schöne JIN.-Gruppe 3/116, GiehenOst. Die gesamte JM.-Gruppe 3/116 tritt zur Einholung des Maibaumes heute um 14.45 Uhr am Ludwigsplatz an. Braune Glücksmänner kommen am 1. Mai. Aus Anlaß des Nationalen Feiertags des deutschen Volkes treten im Straßenbild unserer Stadt wieder einmal die braunen Glücksmänner auf, um den Volksgenossen die Lose der „Reichslotte- rie der NSDAP, für nationale 21 r b e i t' anzubieten. Der Zweck der Lotterie ist darin begründet, daß — nachdem zwar das Problem der Arbeitsbeschaffung gelöst ist — durch die Ereignisse des vergangenen Jahres eine Fülle von neuen Aufgaben entstanden ist, die dringend ihrer Erfüllung harren. Es gilt, in der Ostmark, im Sudetengau, in Böhmen und Mähren, wie auch im Memelland manche Aufbauarbeit zu leisten, die eine Arbeit von größter nationaler Bedeutung ist. Wohl jeder Volksgenosse, der die großen Ereignisse des vergangenen Jahres bewußt .miterlebt hat, wer in Spannung und Freude teilnahm am Geschehen im großdeutschen Raum, wird es für seine Pflicht Hal« ten, mitzuhelfen an dem Aufbauwerk, das nun auch in den für Deutschland wiedergewonnenen Gebieten begonnen hat. So wird erwartet werden dürfen, daß den braunen Glücksmännern mit ihren Loskästen freundliche Aufnahme zuteil werden wird. Die neue Reichslotterie der NSDAP, führt wiederum die Losbriefe mit sofortigem Gewinnbescheid. Die Gewinne kommen also sofort zur Auszahlung. Sicherlich würden viele Volksgenossen für den geringen Betrag von 50 Pfennigen gerne einmal 500 ober 1000 Mark kassieren! Die Voraussetzung dafür ist aber, daß einmal oder einige Male in den Kasten der braunen Glücksmänner gegriffen wird! Insgesamt werden 5 130 000 Gewinne im Werte von 5 814 000 Mark ausgespielt. (Eine Niete, die aus dem Kasten gezogen wird, ist dabei noch lange nicht wertlos, denn es befindet sich an jedem Los noch ein besonderes' Prämienlos, das am 31. Juli 1939 zur Ziehung gelangt. 748 Prämien im Gesamtwert von 86 000 Mark werden gezogen? Die grauen Glücksmänner, die unmittelbar nach der Kundgebung ihre Arbeit für die große Sache aufnehmen, werden geschlossen an der Kundgebung zum Nationalen Feiertag des Volkes teilnehmen. Zirkus Barlay kommt nach Gießen! In den nächsten Tagen wird es in Gießen wieder einmal Gelegenheit geben, Zirkuskunst zu bewundern. Der Zirkus Barlay, der aus dem großen ■ Zirkus film „Fahrendes Volk" wohl überall in : Deutschland bekannt geworden ist, wird ein Gast« spiel in Gießen geben und dabei mit guter alter • Zirkuskunst aufwarten. Das Gastspiel wird drei «929 Tage dauern. Der Zirkus, der mit einem Heer von Mitarbeitern kommen wird, bringt auch einen großen Tierpark mit und sicherlich wird er auch in unserer Stadt viele Volksgenossen finden, die nach langer Pause gerne wieder einmal Zirkuskunst sehen. Kolonialvortragsabend des lieichstreuebundes. Auf Einladung des Standortes Gießen des Reichstreubundes hielt der Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts, Professor Dr. S e s s o u s, am Mittwochabend im Hörsaal seines Institutes einen Vortrag über die deutsche Kolonie Samoa. Professor Dr. S e s s o u s , der vor dem Kriege in Samoa und nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in dem türkischen Thrazien als landwirtschaftlicher Sachverständiger tätig war uni> in letzter Zeit vielfach den Balkan bereist Hot, skizzierte kurz die außenpolitische Lage. Mit Unterstützung einer reichen Auswahl seiner schönsten Aufnahmen von Samoa führte er seinen aufmerksamen Zuhörern den Reichtum und die Ueppigkeit der Vegetation dieses Südsee-Paradieses vor Augen. Seine außerordentlich lebendigen Schilderungen, die seine Vorträge über Samoa immer wieder interessant machen, weil sie stets neue Blickpunkte eröffnen, galten der Beschreibung von Land und Leuten, Sitten und Gebräuchen auf Samoa und dermittelten den Zuhörern einen umfassenden Einblick in eine unserer Kolonien, die sich unter deutscher Führung in kurzer Zeit zu einem Wohlstand entwickelte, der berechtigte Hoffnungen auf einen reichen Ertrag für das Mutterland zuließ. Daß diese Hoffnungen so bald zunichte gemacht werden sollten, gab der Redner aus den Ereignissen bei Ausbruch des Krieges zu erkennen, von dem man anfangs annahm, daß er nur in Europa ausgetragen würde. Daß es anders kam, verdanken wir den Engländern, die durch die schimpfliche Verhaftung des deutschen Gouverneurs das Ansehen des deutschen Mannes herabsetzen wollten. Auch Professor Sessous war fünf Jahre in englischer Gefangenschaft upd gab deren zermürbenden Einfluß zu verstehen. Wie Professor Sessous abschließend berichtete, haben die Engländer später durch eine Nachlässigkeit das Eindringen einer Grippe in dieses beschauliche Eiland verschuldet, der tausende Eingeborene zum Opfer fielen, wodurch die Sympathien für den Engländer nicht gestiegen sind. Die Eingeborenen fühlten sich unter deutscher Herrschaft geborgener und ihre Anhänglichkeit schilderte er an dem Verhalten des eingeborenen Dieners der Gouverneurs, der Dr. Schultze -E. werth freiwillig in eine fünfjährige Gefangenschaft folgte. Der Stondortführer des Reichstreubundes, Schwende r, dankte dem Vortragenden für den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag und sprach den Wunsch aus, daß er auch einmal über seine Forschungen auf dem Gebiete der Züchtung der Sojabohne, die für den Kampf um unsere Ernährungsfreiheit eine große Bedeutung gewonnen hat, vor dem Reichstreubund sprechen möge. * i ** E i n Fünsund sieb zigjähriger. Am kommenden Dienstag, 2. Mai, kann der Wagen- meister i. R. Dhilipp Flocke-Boßmann, früher Buddestraße 6, jetzt Löbershof 7, bei bester Gesundheit seinen 75. Geburtstag feiern. Seit 40 Jahren ist der Jubilar treuer Leser des Gießener Anzeigers. (Wir beglückwünschen zum Geburtstage!) ** Treuer Mitarbeiter. Der Sekretär Theodor Schäfer (Leihgestern), tätig bei der Landkrankenkasse für den Landkreis Gießen, feierte am 27. April sein 25jähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar genießt bei seiner Betriebsführung und seinen Arbeitskameraden das beste Ansehen. Er wurde durch Geschenke geehrt. , Uraufführung zur Eröffnung der Gaukulturwoche. Am 7. Mai wird die Gaukulturwoche 1939 eröffnet, in der das Stadttheater am 9. Mai als 6. diesjährige Uraufführung „Der Alte geht um", ein Dolksschauspiel aus Oberhessen von Karl Ruckelshausen bringt. WresMchau derASM.- Ortsgruppe Gießen Erfolgreiches Sportjahr 1938. — Die Veranstaltungen 1939. Dank an die Stadtverwaltung. Gestern abend fanden sich die Fachamtsvertreter des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen in der „Puloermuhle" zur Jahreshauptversammlung der NSRL.-Ortsgruppe Gießen ein, um einerseits Bericht über die Tätigkeit der Fachämter im Jahre 1938 zu erstatten, anderseits, um zu hören, in welcher Form und zu welchen Terminen die Veranstaltungen des Reichsbundes im Jahre 1939 stattiinden sollen. Der Leiter der Ortsgruppe, Dr. König, begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die Vertreter der Gliederungen der Partei, den Vertreter der Stadtver-- waltung und die neu zu Gießen gekommenen Kameraden aus Klein-Linden und Wieseck. In wenigen Sätzen würdigte er die Bedeutung der Umbenennung des Reichsbundes zum „Nattonalsozialistifchen Reichsbund für Leibesübungen". Sodann erstattete er einen gedrängten Jahresbericht über die Veranstaltungen, die durch den Reichsbund selbst durchgeführt wurden. Er erinnerte an den schönen Erfolg des Anlagenlaufes, an das Handball-Blitzturnier, an die Schwimm-Wettkämpfe gegen Marburg und an das große Erlebnis, das Breslau vermittelt hatte. Herzliche Worte des Dankes widmete der Redner der Stadtverwaltung Gießen, die in großzügiger Weise und nach besten Kräften die Sache der Leibesübungen durch Geldzuwendungen förderte und dadurch manche Wettkampfreise ermöglichte. Er gab die Versicherung ab, daß der Reichsbund jegliche Zuwendung ausschließlich für aufbauende Arbeit verwenden werde. Geschäftsführer Ludwig Gerhardt gab den Kassenbestand bekannt, der mit einem Ueberschuß von etwa über 100 Mark abschloß. Die Kasse wurde in bester Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Berichte der Fachwarte. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstatteten die einzelnen örtlichen Fachwarte Bericht über die Tätigkeit in den Fachämtern. Kamerad R e i n i n g sprach für das Fachamt Turnen von der Teilnahme an Wettkämpfen in Kreis und Gau, von der erfolgreichen Teilnahme in Breslau, von der umfangreichen Lehrgangsarbeit und gab anschließend noch eine kurze Hebersicht über die Sommerspiele. Fachwort R i ch t b e r g gab einen Ueberblick über die leichtathletische Betätigung, die Klotz von den Bemühungen, die Schwerathletik auch in Gießen populär zu machen. Er konnte hier von einigen (Erfolgen sprechen. Er berichtete insbesondere von den Veranstaltungen des 1. Kraft- und Sportklubs 1893, der allerdings im vergangenen Jahre nicht immer glücklich kämpfte, da ihm durch Einberufungen die besten Kräfte verloren gingen und der Nachwuchs mit Siegen noch nicht aufwar- ten konnte. Für die Fechterinnen und Fechter sprach Kamerad Gerhardt, der lebhaft bedauerte, daß es immer nur die gleichen Kameraden sind, die sich zum Fechten einfinden und die Erfolge erzielen. Es ist dringend notwendig, daß sich die Jugend mehr für diesen schönen Sport interessiert. In weiteren Darlegungen sprach er von den Erfolgen des vergangenen Jahres gegen die besten Fechter des Gaues. Kamerad G o n ü n e r erstattet« einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Schützen. Zu den Schützen hat sich nun die Wettkampfgemeinschaft Poppe & Co. gesellt. Die Schützen sind in sechs Wettkampfklassen eingeteilt worden, die sich bewahrt haben. Von den Schützen ist bisher mit gutem Erfolg die Schießausbildung der HI. übernommen worden. Der Schützenverein hat mit ausgezeichneten Ergebnissen aufwarten können: auch die Leistungen der Kameraden der Schützengesellschaft sind durchaus beachtenswert. Im Fernwettkampf im Kleinkaliberschießen gelang es den Gießener Schützen, unter den beteiligten Schützen aus 220 Städten den 25. Platz zu belegen. Kamerad Dr. D ö n g e s konnte, für das Fachamt Tennis von einer Steigerung des Interesses für den weißen Sport berichten. Der Tennisklub von 1922 hat eine Steigerung in der Mitgliederzahl um etwa 30 v. H. verzeichnen können. Sodann berichtete er über die Erfolge der Gießener Tennisspieler in den Gau-Medemspielen. Worte besonderen Dankes widmete er der Stadtverwaltuna, die durch die Heberholung der Plätze, wie auch durch Schaffung eines weiteren Platzes dem Sport sehr gedient hat. 7 Plätze stehen jetzt zur Verfügung. Für Fachamtsleiter Deibel verlas Kamerad Hauck den Bericht über die Jahresarbeit der Radfahrer. Es wurde an die großen Veranstaltungen erinnert, die im vergangenen Jahre den Namen der Stadt Gießen im ganzen Reich bekannt machten. Er konnte darüber hinaus von erfolgreicher Jugendarbeit berichten. Dank sagte er der Partei und der Stadt für gewährte tatkräftige Unterstützung. Von Fachamtsleiter Lev er mann lag der Bericht über die - Tätigkeit der Ruderer vor. Es wurde dabei an den guten und erfolgreichen Verlauf der Regatta erinnert, an den traditionellen Städteachter, allerdings wurde bedauert, daß es nicht möglich war, Rennmannschaften zu stellen', die mit außerordenttichen Erfolgen hätten aufwarten können. Besondere Sorgfalt galt der Ausbildung des Nachwuchses. Erwähnt wurde der Sieg des Ruderklubs „Hassia" bei der Gebietsregatta in Kassel.. Für Eissport und Rollschuh berichtete Kamerad Dr. Pfeffer sehr ausführlich. Er sprach von dem großen Aufschwung, den der Rollschuhsport in unserer Stadt genommen hatte, von der leider nur geringen Möglichkeit zu wettkämpferischer SPITZENLEISTUNG OPEL , Betätigung, von dem großen Interesse, das die Jugend der Sache entgegenbringt und schließlich von einigen Mängeln der Rollschuh bahn, die behoben zu werden verdienten. Im Jahre 1939 sollen die Gaumeisterschaften im Rollschuhlauf in Gießen aus- getragen werden, außerdem soll ein Schaulaufen stattfinden. Der Eislauf hat an 15 Eistagen gepflegt werden können. Heber verschiedene in den erstatteten Berichten angeschnittene Fragen wurde eine lebhafte Aussprache gepflegt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden noch die Termine für dos Jahr 1939 festgelegt. Der Groß-Staffellauf „Rund um die Anlagen" wird am 14. Mai stattfinden, das Handball-Blitzturnier wird für den 26 August vorgesehen, das Abendsportfest soll am 21. Juni gestartet werden und das Langst r e ck e n s ch w i m m e n soll am 8. Juli stattfinden. Rundfunkprogramm. sehr rege war. An amtlichen Veranstaltungen wurden zehn durchgeführt. Die Gaumeisterschaften wurden ausgerichtet. Manche Gaumeisterschaft konnte von Gießener Teilnehmern errungen werden. Der Anlagenlauf wurde ein großer Erfolg. Günstige Plätze konnten in den Bestenlisten belegt werden. Eifrige Schulungsarbeit wurde geleistet. Die Zusammenarbeit mit der HI. war sehr gut. Heber das Fachamt Handball berichtete Kamerad Becker, der von einem regen Handballspielbetrieb in Gießen sprechen konnte. Dreizehn Mannschaften lagen in den Wettbewerben. Die Jugend hat bei den Kämpfen um die Bannmeisterschaft hervorragende Leistungen gezeigt. Das Hallen-Handball- turnier in der Volkshalle war wiederum ein außerordentlicher und werbender Erfolg. Sodann gab Kamerad Becker auch einen Bericht über die sehr günstige Entwicklung im Basketball. Heber das Schwimmen berichtete Fachamtsleiter Sauer. Er führte u. a. aus, daß die örtlichen Veranstaltungen in den Hintergrund treten mußten. Lehrgänge wurden mit gutem Erfolg abgehalten. Der Städtewettkampf gegen Marburg fei im Dorkampf gewonnen und im Rückkampf mit nur einem Punkt Unterschied verloren worden. Er bedauerte in feinen weiteren Ausführungen sehr, daß den Springern im Winter kein gutes Sprungbrett zur Verfügung steht und daß dadurch das, was von den durchaus befähigten Springern im Sommer erarbeitet wird, im Winter wieder verloren geht. Für das Fachamt Kraftfport sprach Kamerad Sonntag, 30. April. 6 Hhr: Hasenkonert. 8.10: Besinnliche Morgenfeier. 9: Musik für Violine und Klavier. 9.45:. Dichter int Dritten Reich: Hans Carosfa. Goethes Wirkungen in die Gegenwart. 10: Chorgesang. (Ausführung:Män° nergefangoerein 1855 Horchheim bei Worms.) 10.30: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schall- platten. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11.15: „Lob der Freundschaft". Hörfolge. Zusammenstellung Dr. Adolf Frise. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Musikkorps des Jnf.-Regts. 119. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag. 14: Schwabenstreich' und Schelmenlieder bringt die Kameradschaft Frieder. Für groß und klein. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15.15: Volkstum und Heimat: „Dorflonntag im Dreiländereck". 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Sportereignisse des Sonntags. Pferderennen zu Frankfurt a. M. 18: Herzenswunsch 777. Kleines musikalisches Rundfunkfpiel von Eva Agnes Ziefe- mer. 19: Volksmusik. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.30: Sportspiegel des Sonntags. Rudern: Quer durch Frankfurt a. M. Radrennen Saarbrücken. Städtekampf der Fechter: Frankfurt — Mailand. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert des Pariser National-Orchesters. 22: Nachrichten. IHonfag, 1. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 6: Frühkonzert. Zeitgenössische Blasmusik. 8: Reichssendungen ausAnlaß des Nationalen Feiertags des deutschen Volkes. 14: Nachrichten. 14.10: Melodien am Rhein. 15.20: Franz Schubert: Quintett für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabaß, A-dur, Werk 114 (Forellenquintett). 16: Musik am, Nachmittag. 18: Im Heberschwang der Freude. 20: Nachrichten. 20.15: Konzert. 22: Reichssendung. Dienstag, 2. Mai. 5 Hhr: Frühmusik. 6: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielen die Münchner Rundfunkschrammeln. 10: Schulfunk: Joh. August Röbling. Ein Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Ausführung das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Kleine Ton- film-Reoue. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Orchester des Reichssenders Königsberg. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Volk und Wirtschaft: „Glas im Vierjahresplan". 18.15: Schmuck für Afrikas Frauen und Mädchen. 18.30: Klang der Landschaft: „Der Mai ist gekommen." Emanuel Gei- bels Frühlingsfahrt ins Hessenland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Willkommen, lieber, schöner Mai ... Unsere Jungen und Mädel fingen den Maien ein. 20: Nachrichten. 20.15: Großes Abendkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Politische Zeitungsschau. Statt Karten Emmi Schweitzer Hermann Lorenz Verlobte ließen Magdeburg Arn Kugelberg 53 Äismarckstraße 34 l.Dlai 1939 ____________________3151D Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Paul Langer, Pfarrverwalter Gertrud langer, geb. Böhringer Schwarz (Kreis Alsfeld) Gießen, Goethestraße 22 den 30. April 1939 ___________________________________________________________________ 02168 SELTERSWEG 47 »TELEFON 2373 Für die uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit erwiesenen Ausmerflamkeiten sagen wir herzlichen Dank WilhelmZungV. undFrau Klein-Linden, im April 1939 _____________________________________________________02150 Maosischwänzcheo jetzt wird's fein, ich mach doch meinen Führerschein bei P-iMchil tn Fahrschule Müller Nur 2674 »»wtj Geburtsanzeigen bei Brühl,Gießen Vom Alltag löst Dich die Weite des Meeres! Lloydreisen zur schönen Sommerszeit mit Erholungsreisendampfer >Steuben< LLOYD-SPANIENFAHRT vom 22. Mai bis 12. Juni 1939 / Reisedauer 21 Tage Fahrpreis ab RM 450.— i Genua - Livorno - Neapel Barcelona - Palma de Mallorca - Ceuta - Tenerife - Las Palmas - Lissabon - Vigo - Santander - Bremen GROSSE NORDLANDREISEN Lloyd-Ostsee -Skandinavien-Fahrt vom 20. Juni bis 7.Juli 1939,Reisedauer ITTage, Fahrpreis ab RM 400.- Qrosse Lloyd-Polarfahrt vom 10. Juli bis 4. 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Zu ebener Ewe rattert die Betonmischmaschine, werden in den bekannten flachen Kästen Kalk und Sand untereinander gebracht; ein Lastauto hält und Steine werden abgeladen — kaleidoskopartig wechseln die Bilder, die sich dem bieten, der die Zeit dazu hat, zuzusehen. Dem aufmerksamen Betrachter unserer Bilder wird es nicht entgehen, wie dabei in scheinbaren Kleinigkeiten eine Fülle der Erfahrung steckt^So ist es interessant, wie in dem Bild mit dem Manne, der Steine zu tragen hat, diese Steine geschichtet sind! Der Stein unmittelbar über seinem Kopf scheint gar keinen Halt haben zu können. Und erst bei genauem Zusehen sieht man, daß durch die Schrag- stellung der Steine links und rechts des Kopfes dieser mittlere Stein gehalten wird! Und wer sich das Gerüst ansieht, von dem aus die Weißbinder die Hausfront verputzen, dem muß es auffallen, mit welch geringen Mitteln das Gerüst gebaut ist, das die Männer trägt und doch gestattet, bequem jeden Teil' der Frontfläche bearbeiten zu können. Und während hier der Rohbau entsteht, wird für ein anderes Haus das Dachgebälke aufgeschlagen und der Balkon gezimmert. Sicher und schwindelfrei bewegen sich die Zimmerleute m ihrem Bereich. Es sicht sehr hübsch aus, wenn ein neues Dachgebälk hell und in seinen vielfachen Linien gegen dunkelblauen Himmel und Wolken steht. Indessen schneidet sich der Klempner auf seiner kleinen Arbeitsbank die Rohre für Gas und Wasserleitungen zurecht, schneidet Gewinde, schraubt Fittinge auf und verschwindet dannn mit seinem Rohrstück im Haus. ( Und wieder in einem anderen Neubau sind die Schreiner am Werk, setzten Türenfutter oder Fensterrahmen ein, legen Fußböden, während im nächsten Hause die Weißbinder die Pinsel schwingen oder auf schwankenden Gerüsten den Außenverputz Der Zimmermann im Dachgebälk hat einen luftigen Arbeitsplatz. manden überflüssig sein. Es liegt viel Arbeit zwischen dem ersten Spatenstich und dem Bild oder der Plastik die dem oder jenem Raum den besonderen ehr viel gebaut worden t und diese Neubauten den Charakter der bis vor kurzem selbständigen Gemeinde grundlegend verändert haben. Gießen und Wieseck wachsen in mehr als einem Sinne immer mehr zusammen. Dabei soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß auch einige Gebäude, insbesondere im Stadtinnern allen mußten. Welche es auch gewesen sein mochten: es war nicht schade darum! — Im Wohnungsbau innerhalb unsrer Stadt reichten sich häufig private Initiative und öffentliche Förderung die Hand. Aber auch die öffentliche Hand entfaltete eine lebhafte Bautätigkeit. Durch die Stadt Gießen wurde mancher Bau erstellt, der dem öffentlichen Interesse dient. Da entstand der Komplex Kirchenplatz - Schloßgasse Lindenplatz, dem der baufälligsten Teile des ältesten Stadtgebietes Platz machen mußte; es wurde die Diehmarkthalle Rhein- Main mit der hübschen Bauernschänke gebaut, da entstand für den Schlachthof eine neue Kuttelei und ein neues Verwaltungsgebäude, bevorsteht der Bau des HJ.-Heimes, ein Bauvorhaben von nicht alltäglichem Umfang. Für die Universität wurde durch den Staat mancher Um- und Ausbau vorgenommen, wenngleich hier umfang- 1 reichere Bauten der nahen Zukunft vorbehalten sind. In der Reihe der großen Bauten dürfen die Bauten der Wehrmacht nicht vergessen werden, für die über Jahr und Tag die Lastwagen rollten, um das Baumaterial herbeizuschaffen. Gießen ist dadurch eine Garnisonstadt ersten Rangs geworden. Auch die Wirtschaft und die Industrie ist in unserer Stadt mit manchem Um- und Erweiterungsbau hervorgetreten. muß, um Nachschau zu halten. Denn schneller wird das Haus dadurch auch nicht fertig! Solcherlei Gedanken um das Haus sind ganz privat und ließen sich deshalb weit und immer weiter ausspinnen — es ist aber nicht der Zweck dieser Zeilen den Empfindungen eines angehenden Hausbesitzers oder gar denen eines „Unbefugten nachzuspüren, dem „das Betreten der Baustelle verbo- Vielmehr ist das ganze Bpuwesen eine höchst öffentliche Angelegenheit, eine Sache von wirtschaftlicher Bedeutung, von öffentlich-rechtlichem Charakter es ist zweckbetont, es ist eng verknüpft mit Zivilisation und Kultur und immer auch mit der Kunst und mit der Aeschetik verwandt und verschwägert. Das Bauwesen ist eines der großen belebenden Elemente unserer Wirtschaft — unserer heimischen Wirtschaft. Das Baugewerbe ist Schlüsselgewerbe! Es spannt den Tiefbauarbeiter Hochinteressant, einmal Rückschau zu halten, z.B. auf die vergangenen sechs Jahre, feit denen Deutschland und damit auch unsere Stadt Gießen im Zeichen des Aufbaues steht. Es ist viel Neues geschaffen worden in diesen sechs Jahren und wenn hier in den folgenden Zeilen der Versuch gemacht werden soll, einmal aufzuzählen, was in Gießen alles gebaut worden ist, dann erhebt die Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn man schon mit den Wohnhausbau- t e n beginnen will, dann kann man sich auf summarische Zusammenfassungen beschränken. Ganze Straßenzüge sind neu entstanden! Ostmarkenviertel mit Danziger, Memeler, Posener, Schlesischer, Hult- schiner, Graudenzer Straße usw. Im Eichgärtengebiet sind die Fröbelstraße, die Curtmannstraße, der Tannenweg entstanden, am „Alten Friedhof" wurden viele Häuser gebaut, die Bergstraße wurde verlängert, in der Lessingstraße entstand ein mäch- Erinneruna an das Richtfest für das nun eingeweihte Lazarett. Der schöne Richtfestkranz wird aufgezogen. Es ist ein Vergnügen ganz eigener Art, in Häusern herumzusteigen, Jbie noch gar keine Hauser sind, sondern erst welche werden wollen! Es ist von eigenem Reiz, in Räumen zu sein, die dereinst Wohnräume fein sollen, Leben bergen werden und in ihrer Halbfertigkeit vorerst nur steinerne Wände sind, nur Rohbau! Die Phantasie geht dann spazieren und beginnt sich auszumalen, was wohl für Bilder an den Wänden hängen werden, wie woyl die junge Hausfrau aussehen mag, die hier In durchaus absehbarer Zeit schalten und walten wird und wieviel Kinder da herumspringen werden, wo jetzt noch Sand den Boden bedeckt, der Wind durch die noch offenen Fensterhöhlen bläst und der Regen hereinjagt. Wie schön mag es sein, ein eigenes Haus so heranwachsen zu sehen! — Wenn da die zukünftige Hausfrau Umschau im Rohbau hält, dann sieht sie schon — ohne viel darüber zu reden — ob gute „Stellwände" da sind, ob hier der Kuchenschrank hinpaßt und dort das Büfett, der Kleider- schrank und die Betten ... Aber jetzt haben noch die Handwerker die Herrschaft und sie fragen sich wobl oft, ob der zukünftige Hausbesitzer mit all seiner Ungeduld so oft kommen tiger Wohnhauskomplex, und am Nahrungsberg 5--- . ..... , stehen neue fiäufer. Im Süden der Stadt wuchsen erer Stadt haben nun schon Jahre -'ne ange- am Wartweg. am Aulweg. am Schlangenzahl viele r‘-—11 n1*1 nur schöne Wohnhäuser heran; neu entstand die Schu- bertstraße und wenn sich auch die Stadt nicht nach dem Westen ausdehnen konnte, so tat sie es doch in nördlicher Richtung. In den Schießgärten entstanden hübsche Ein- und Zweifamilienhäuser, Kleinwohnungen wurden an der Krofdorfer Straße, am Leimenkauter Weg erbaut und gerade die dortigen Wohnhausbauten sind auf eine feine Weise der weiten Landschaft verbunden. Ein Wohnungsbauvorhaben außerordentlichen Ausmaßes hat die „Schwarzlach" von Grund auf verändert. Dort entstanden 300 Wohnungen, die bald alle bezugsfertig sein werden. Ueberall, bei einer Runde in den Grenzbezirken unserer Stadt trifft man neue Wohnhäuser an. Wenn man der Konsequenz halber Eine Last schwerer Steine, kunstvoll geschichtet. Das Bauen selbst ist ein zutiefft sinnvolles Wir- ken. Wenn man auf einem Bauplatz steht, so spürt man fast auf jedem Arbeitsplatz, daß die Theorie überwunden und in Plänen fixiert ist. Die praktische Arbeit beherrscht das Feld! Es ist schön, dabei zu sein, wenn sich auf einem verhältnismäßig kleinen Raum die Möglichkeit bietet, den Hausbau in allen feinen Etappen sehen zu können, wie es z.B. gerade gegenwärtig an der Jahnstraße und am Tannenweg der Fall ist. Dort kann man jetzt alle Handwerker sehen, die überhaupt am Hausbau beschäftigt sein können, Hier Ein fröhlicher Maurer bei seiner Arbeit. besorgen. Die Elektriker ziehen ihre Leitungen, drüben sind die Dachdecker an der Arbeit, hier werden die Pfosten für die Gartenmauern betoniert und ein Haus weiter — da liegen etwa 15 Badewannen einträchtig beieinander und harren des Einbaus. ,, . Und überall ist der tätige Mensch an der Arbeit, der Bauhandwerker, der, wie es kürzlich bei der Lazarett-Einweihung so schön gesagt wurde, in das Namenlose zurücktritt und das Werk seiner Hande verläßt, wenn das Haus schlüsselfertig ist und seiner Bestimmung übergeben werden kann, N« Die Decke eines Wohnhauses entsteht, Holz, Eisen M Stein fierbi öU Energie- und Wasserversorgung auf dem Lande. Reichsernährungsminister Darrö weist in einem Erlaß darauf hin, daß zu den Maßnahmen, der Landfrau die Arbeit zu erleichtern, auch die neuzeitliche Versorgung der Bauernhöfe und Dörfer mit Wasser gehört. Zentrale Wasserversorgungsanlagen mit Zapfstellen in 5)aus und Hof bedeuteten eine erhebliche Arbeitserleichterung gegenüber den Brunnen. Ebenso sei eine erhöhte Ausnutzung elektrischer Energie aus arbeitssparenden Gründen wünschenswert. Um dies zu erreichen, sei erforderlich, die Landbevölkerung mit der Anwendung der elektrischen Energie zum Kochen, Waschen, Backen und für sonstige Hausarbeiten vertraut zu machen. Der Minister ersucht in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und Parteistellen zu prüfen, inwieweit bei der Neubildung deutschen Bauerntums durch Schaffung guter Wasseroersorgungsanlagen und Ausnutzung elektrischer Energien sowie durch Schaffung geeigneter Lehr- und Vorführräume eine Hebung des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Neubauerndörfern erfolgen können. Der Minister erklärt sich bereit, sich an der Aufbringung der erforderlichen Geldmittel zu beteiligen. Oer hessische Schweinebestand am 3. März 1939. Fwd. Die am 3. März 1939 durchgeführte Zählung des Schweinebestandes im Altreichsgebiet zeigte eine Zunahme um 5,1 v. H. von 20 272 auf 21304 Millionen Stück. Die Entwicklung des Bestandes war dabei in den einzelnen Landesteilen und Ländern sehr uneinheitlich. An der Spitze steht Oldenburg mit einer Zunahme um 44,9 v. H. von 0,299 auf 0,453 Millionen Stück, lieber dem Reichsdurch- schmtt liegt auch die Zunahme des Bestandes im Lande Hessen mit 337 400 (315 640) Schweinen das sind 6,9 v.H. mehr. Allerdings war von 1937 auf 1938 dort der Bestand über dem Reichsdurchschnitt von 10,5 v. H. mit 16,8 v. H. Rückgang erheblich höher gewesen. Auch jetzt ist der Stand vom 3. März 1937 (379 478) noch nicht wieder erreicht worden. In Hessen-Nassau betrug die Zunahme 1938 auf 1939 rund 4,5 v. H. (Abnahme um 10,1 v. H ), womit der Bestand am 3. März 1939 wieder 744 522 (gegenüber 712 735 am 3. März 1938 und 792 706 am 3. März 1937) erreicht. Im einzelnen waren am Stichtag im Lande Hessen vorhanden 62 913 (60 534) Ferkel unter acht Wochen, 158 326 (146 399) Jungschweine von acht Wochen bis noch nicht ein halbes Jahr alt, 409 (263) Zuchteber ein halbes bis ein Jahr alt, 639 (688) Zuchteber über ein Jahr alt, 4679 (2922) trächtige, 3361 (2512) nichtträchtige Zuchtsauen von einem halben bis noch nicht ein Jahr, 9855 (7880) trächtige und 5958 (6673) nichtträchtige Zuchtsauen von einem Jahr und älter, 86 057 (82 818) andere Schweine von einem halben bis noch nicht ein 2ahr und 5203 (4951) ältere Schweine. In der Provinz Hessen-Nassau waren vorhanden: 136 672 (123 651) Ferkel unter drei Wochen 368 956 (357 898) Jungschweine, 1557 bzw. 1433 (924 bzw. 1338) Zuchteber, 10 266 (7741) Zuchtsauen bis noch nicht ein Jahr alt, trächtig, 5573 (4587) nichtträchtiq, 21 314 (18 645) trächtige und 13 003 (12 250) nichtträchtige Zuchtsauen von einem Jahr und älter, 17 2 447 bzw. 13 301 (171720 bzw. 13 981) andere Schweine. Kredite zur Neuanschaffung weiblicher Schafe. Berlin, 27. April. (DNB.) Um unsere Rohstoffversorgung mit Wolle aus eigener landwirtschaftlicher Erzeugung zu verstärken, ist der Reichs- minister der Finanzen ermächtigt worden, zur Forderung der Schafhaltung und Wollerzeugung Garantien bis zur Höhe von 20 Millionen R M. zu übernehmen. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat auf Grund dieser Garantieermächtigung die erforderlichen Mittel bei einem Bankenkonsortium beschafft. Aus diesen Mitteln, die bereits bis zur Höhe von etwa 14 Millionen RM. in Anspruch genommen worden sind, werden Kredite zur Neuanschaffung von weiblichen Schafen gewährt. Die Verzinsung beläuft sich auf 2,7 v.H. einschließlich der Unkosten. Die Kredite sind innerhalb von zehn Jahren aus dem Erlös der anfallenden Wolle, die an die Reichswollverwertung GmbH, abzuliefern ist, zu tilgen. Es werden gewährt zum Ankauf von a) weiblichen Schafen bis zu 6 Monaten ein Kredit bis zu 30 RM. je Stück, b) weiblichen Schafen von über 6 Monaten bis zu 5 Jahren ein Kredit bis zu 45 RM. je Stück. Der Rest der Kaufsumme muß vom Käufer' selbst aufgebracht werden. Für den Ankauf männlicher Tiere und für Wanderschafherden werden nur ausnahmsweise Kredite gegeben, für Wanderschas- herden außerdem nur gegen Nachweis gesicherter Weide Möglichkeiten. Für den Ankauf von weniger als zehn Schafen im Einzelfalle wird ein Kredit nicht gewährt. Anträge sind durch die Ortsbauernführer den Landesschafzuchtverbänden bei den Landesbauernschaften zuzuleiten. Der Schiilerwetibewerb des NSLB. Leipzig, 27.April. (DNB.) Mit einer Feierstunde im Alten Theater, deren festliches Gepräge durch die jugendfrischen Gesänge des Thomaner Chors unter Leitung von Prof D. Dr. Straube besonderen Ausdruck erhielt, wurde die Reichs- Ausstellung des NS.--Lehrerbundes ,^)ilf mit" — Schülerwettbewerb „Volksgemeinschaft — Schicksalsgemeinschaft" eröffnet. Reichswalter Gauleiter W ä ch t l e r wies darauf hin, daß Erziehung durch Selbsttätigkeit und Erlebnis- gestaltung der erzieherische Grundsatz sei. der dem Wettbewerb des NSLB. zugrunde liege. Was in den Tausenden von Zeichnungen, Bildern, Aufsätzen und Basteleien entstanden fei, seien nicht Schülerarbeiten schlechthin, sondern hier habe die deutsche Kinderseele ihrer Sehnsucht nach Gemeinschaftsverbundenheit und gemeinsamer Schicksalsgestaltung Form und Ausdruck verliehen. Jeder Schulunterricht müsse unfruchtbar bleiben, wenn er nicht gleichzeitig den Lehrer als Persönlichkeit wirksam werden lasse. Einen wesentlichen Weg der Ausweitung der erzieherischen Tätigkeit habe der NSLB. mit seiner Schülerzeitschrift ,^Hilf mit" und seinem Wettbewerb mit von Jahr zu Jahr steigendem erzieherischen Erfolg beschritten. Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolge er, so führte Wächtler weiter aus, die von Leipzig ausgehende Bewegung des Freiluftunterrichts. Dem als Auftakt des Internationalen Kongresses in Rom im Juni dieses Jahres in Leipzig stattfindenden Kongreß für Freiluftunterricht wünsche er schon jetzt vollen Erfolg. Zum Schluß verkündete der Reichswalter den neuen Schülerwettbewerb des NS.-Lehrerbundes für 1939/40, der den Namen „Schaffendes Deutschland" trägt. Durch diesen Wettbewerb solle die Kenntnis der Heimat gepflegt und erweitert werden. Aus aller GastsiStten-Fachschau in München. Die Hauptstadt der Bewegung wird vom 5. bis 14.Mai im Zeichen der Fachschau für das Gaststätten- und B eher b er gung s ge° werbe stehen, die auf der Theresienhöhe durchgeführt wird. Träger dieser Veranstaltung sirrd die Wirtschaftsgruppe für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe und das Institut für Deutsche Kultur- und Wirtschastspropaganda. Die Veranstaltung will erneut den Blick der Oeffentlichkeit auf die hohe kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung dieses Gewerbes lenken, die durch einen Jahresumsatz von 6 Milliarden RM., der den der Kraftwagenindustrie um das doppelte und den der chemischen Industrie um eine Milliarde übertrifft, gekennzeichnet ist. In zahlreichen Einzelschauen werden, die verschiedenen Bedürfnisse eines modernen Gaststättenbetriebes gezeigt, wobei der bevorzugten Verwendung deutscher Roh- und Werkstoffe sowie den Fragen des richtigen Verbrauches, der gediegenen und zeitgemäßen Dorratswirtschaft im Sinne des Dierjahresplanes besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. 16. Große Deutsche Rundfunk-Ausstellung vom 28. Juli bis 6. August. In der Reichsrundfunkkammsr trat der Arbeitsausschuß für die 1 6. G r o ß e D e u t s ch e R.u n d - funk - Ausstellung Berlin 1939 zu einer Sitzung zusammen, in der die Durchführung der Ausstellung besprochen wurde. Präsident Kri egler gab das Ausstellungsprogramm bekannt, das auch in diesem Jahre wieder der Oeffentlichkeit in volkstümlicher Form einen Ueberblick über den Stand der Rundfunkentwicklung vermitteln soll. Als endgültiger Termin wurde die Zeit vom 28. Juli bis 6. August bestimmt. Erster Großdeutscher Vaugewerbelag in Wien. Der Reichsinnungsverband des Baugewerbes, dem 80 000 baugewerbliche Betriebe angehören, veranstaltet vom 21. bis 24. Juni in Wien seinen ersten GroßdeutschenBaugewerbetag, an dem mehrere Tausend Vertreter des großdeutschen Baugewerbes teilnehmen werden. Der Generalbevollmächtigte für die Regelung der Bauwirtschast, Generalinspektor Dr.-Jng. Todt, hat die Schimcherr- schast übernommen und wird bei der öffentlichen Tagung sprechen. Der Baugewerbetag wird von einem gesellschaftlichen und künstlerischen Programm umrahmt, dessen Höhepunkt eine Festaufführung der „Fledermaus" in der Wiener Staatsoper ist. 'XX' Philatelistentagung in München. Der diesjährige 4. Reichsbundestag und 45. Deutsche PHilatelistentaa wird vom 2. bis 4. Juni in München abgehalten. Am 2. Juni beginnen die Sitzungen der Reichbundesstellen für wissenschaftliche Philatelie, für Presse und Propaganda, für Fälschungsbekämpsung und Ausstellungswesen. Am 3. Juni findet der 4. Reichsbundestag statt. Am 4. Juni wird der 45. Deutsche Philatelistentag eröffnet, auf dem wieder die Verleihung des „Gelben Bandes der deutschen Philatelie" erfolgt. Auf einer größeren Briefmarken-Ausstellung werden hervorragende Sammlungen zu sehen sein. Der erste großdeutsche Reichskriegertag in Kassel. Nur noch sechs Wochen trennen uns vom Reichs- friegertag 1939, der erste großdeutsche Reichskriegertag. Er beginnt am Donnerstag, dem 1. Juni, mit einem Empfang für die Presse. Am Freitagabend findet ein Empfang im Rathaus statt, am Samstagvormittag die feierliche Eröffnung des Reichskrieger- tages im Staatstheater. Am Samstagabend findet die erste Aufführung des großen Festspieles auf der Karlswiese statt, bei dem 6000 Menschen Mitwirken. Die zweite Aufführung am Sonntagabend schließt den Reichskriegertag. Der Sonntag ist mtt dem großen Aufmarsch auf der Karlswiese und dem Vorbeimarsch auf dem Friedrichsplatz der festliche Höhepunkt des Reichskriegertages. Die Ausschmückung der Stadt Kassel wird nach einheitlichen Plänen vorgenommen, die Professor Ludwig Hohlwein (München) entworfen hat. Weihe des Hindenburg - Denkmals auf dem kyffhäufer. Am 6. Mai wird das auf dem Kyffhäuser vom NS.-Reichskriegerbund errichtete Hindenburg- Denkmal in Anwesenheit von Abordnungen sämtlicher Gaukriegerverbände feierlich geweiht werden. Um der soldatischen Erscheinung und der Wesensart des Feldmarschalls gerecht zu werden, wählte der Künstler Professor Hermann H o s a e u s härtestes deutsches Urgestein, den unvergänglichen bayerischen Porphyr aus dem Fichtelgebirge. Das Denkmal findet im Vorgelände des Kyffhäuser- denkmals Aufstellung. Auch ein Reichswanderweg Nord—Süd. Auf einer Arbeitstagung des Führerrates des Reichsverbandes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine teilte der deutsche Wanderführer Prof. Werner mit, daß die Anlage großer durchgehender Wanderwege mit einheitlicher Markierung auch weiterhin erfolgen soll. Neben dem O st - W e st - Weg soll der Nord-Süd-Weg von Hamburg nach Basel mit einer Abzweigung nach dem Bodensee und zum Pfälzer Wald über den Ost-West-Wanderweg Schlesien — Saarpfalz ausbaut werden. Letzte Nachrichten. Italienreise des Generalobersten von Branchitkch. Berlin, 28. April. (DNB.) Der D b e r b e«' sehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, brgab sich zu einem mehrtägigen Besuch nach Italien. Generaloberst v. Brauchitsch folgt einer Einladung des Generalstabschefs des italienischen Heeres, P a r i a n i, im Auftrage Ihrer Krankenkasse des Duce. Die Reife, die in erster Linie dem B e - s u ch non Truppen und Einrichtungen d e r italienischen Armee gilt, führt u. a. auch nach Libyen. In der Begleitung des Oberbefehlshabers befindet sich außer den Offizieren seines Stabes der italienische Militärattache, General M a r r a s und Generalmajor v. Tippelst irch vom deutschen Generalstab. Eine zweite Panzer-Division stellt England ans. London, 29. April. (Europapreß.) Die reguläre Armee in England soll durch eine zweite Panzer-Division verstärkt werden. Wie „News Chronicle" berichtet, ist diese Entscheidung unabhängig von der Einführung der Wehrpflicht zurückzafuhren auf eine Ankündigung des Kriegsministers H o r e - B e l i f h a bei der Einbringung des Heeresaushalts im März dieses Jahres. Drr Kriegs Minister hatte erklärt,, die Regierung habe die Absicht, eine größere Anzahl von schweren Tanks einzuführen. Wetterbericht Vom Ostatlantik.erstreckt sich jetzt ein Hochdruckrücken bis nach Rußland hinein, so daß die weitere Zufuhr arktischer Kaltluft auf das europäische Festland abgeschnitten ist. Schon dadurch kann nun auch bei uns Wärmezunahme erwartet werden, die noch durch den Zustrom warmer Luftmassen von Südost verstärkt wird. Das Zusammentreffen dieses Warmluftstromes mit den über Deutschland noch vorhandenen Kaltluftmassen bedingt daher noch weitere Unbeständigkeit, die vornehmlich im mittleren und südlicheren Deutschland auftritt. Doch kann im Ganzen mit fortschreitender Besserung gerechnet werden. Vorhersage für Sonntag: Häufig aufheiternd und tagsüber wieder wärmer. Nur noch vereinzelte Niederschläge, lebhafte östliche Winde. Vorhersage für Montag: Weitere Wärmezunahme und freundlicher als seither. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot-, für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (in Urlaub), i. V.: H. L Neuner: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Prühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 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