Lr. 75 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch,29.MSl^ 1939 Lrichenn täglich, außer Sonntags und Feiertags letlagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter h,eimat im Bild - Die Scholle Momttr Bezugrpretr: Ni- 4 Beilagen RM.1.95 l»hne illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -25 Luch bei Nichterscheinen lwn einzelnen Nummern «folg» höherer Gewall Zernsprechanschlüfie mter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnach. achten: Anzeiger Gietzeu Postscheckkonto: jiankfurl am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche Univerfitätrdruckerei R. Lauge in Sieben. Schristlettung und Seschästrftelle: Lchulstrahe 7 Amrahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise fürs mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/o mehr. LrmShigte Grundprette: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Spaniens Hauptstadt feiert ihre Befreiung. ■ H M < WÄ! Unser Bild zeigt einen Ueberblick über die unter dem Regime Primo de Rivera mit modernen Geschäftshäusern geschmückte Innenstadt von Madrid. Links das Telephon-Hochhaus, seinerzeit das höchste Europas. — (Scherl-Bilderdienst-M.) E. P. Burgos, 28. März. Das Schicksal Madrids ist besiegelt. Nachdem es etngen Abteilungen der Truppen des Generals ffcmco bereits in den Abendstunden des Montag gcungen war, in verschiedene Vororte der Hmptstadt einzudringen und die überaus stark be- feiigten Straßenzüge zu besetzen, sahen die Ma- diLer Machthaber ein, daß weiterer Widerst nd zwecklos war. „Oberst" Casado vom Mdrider „Verteidigungsausschuß" hielt in den Wagenstunden des Dienstag über den Rundfunk em Ansprache, in der er die Bevölkerung auf- foDerte, „Ruhe zu bewahren". Obwohl Casado kenerlei sonstige Anspielung machte, begriff doch di Bevölkerung sofort, daß das Ende der ritte n Herrschaft gekommen war. Kurz dc.auf bestätigte es sich denn auch, daß sich der „^rteidigungsausschuß" entschlossen hatte, die Stadt BHF. TOLEDO BR- As- i UNIVERSITAS 6T4DT ISEGÖVIA 1 Z/br (fine Karte der wichtigsten Bauten in Madrid. (Scherl-Bilderdienst-M.) //JT ■ v S. LORENZO Dem Truppen des Generals Franco fiu übergeben. Im Laufe der Nacht hatten sich i niMordwesten und Süden von Madrid starke Ab- ttlmgen der Milizen den Nationalen ergeben. Des- |)ii vollzog sich das Vorrücken der nationalspani- schn Truppen in die Hauptstadt nahezu kampflos. sereits in den frühen Morgenstunden des Diens- lec hatten sich vor dem Sitz des „Verteidigungs- rir-chusses" große Menschenmassen angesammelt, die Im.er wieder in Sprechchören die sofortige Beendi- jmg des Krieges und die Uebergabe der Stadt verölten. Zu gleicher Zeit wurden überall in Madrid fvtii ß e Fahnen gehißt. Nationalspamsche Mer, die über der Hauptstadt kreisten, konnten machten, wie die Menschen irt den Straßen Fah- nr Wimpel und Tücher schwenkten und sich die Be ige zu den Straßen drängte, auf denen die na- fimlen Truppen heranmarschierten. Wie ein Lauf- tuttr verbreitete sich dann durch die Stadt die Nach- ih . daß der „Verteidigungsausschuß" die Aufgabe «zlahen Widerstandes beschlossen hatte. Nach dieser Bin eilung brach die Menge in den Straßen in be» [djserte Hochrufe auf General Franco und die na- vmlen Truppen aus. Alsbald sah man auf den rjlsr von den Roten besetzten Amtsgebäuden die ctmldrote Flagge Nationalspaniens wehen. In den Nvagsstunden wurden von dem Sender Madrid »m erstenmal die Nationalhymnen und die Lieder - brsFalange gespielt. Dann brachte der Sprecher bsiSenders Hochrufe auf den Befreier Spaniens, Lrrsral Franco, und seine Truppen aus. Er er» Hirse, nun sei die Tyrannei verschwunden, Ordnung L'LMerechtlgkeit kehrten wieder zurück. Weiter wur- [fitibte Falangischen aufgefordert, sämtliche Mi- Wü n sofort zu entwaffnen. ! x -reits in der Nacht zum Dienstag konnte von 1 « mationalfpanifchen Stellungen vor Madrid be- 1 ihegtet werden, daß zahlreiche Kommun- 1 ifien die Stadt verließen und nach Va- n-cn flüchteten. Der „Verteidigungsausschuß soll (ißt! in Bewegung gesetzt haben, um seinen Mit- g liel-sern und Anhängern zur Flucht zu verhelfen. \ Kieses heißt, soll auch „Oberst" Casado gellohen fern. |D?b nationalen Truppen waren in der Nacht zum L Öiiwtag bereits in das Universitätsviertel «lügödrungen und hatten den von den Roten stark 1 imebauten Madrider Vorort B e l l a v i st a be- jlejt der bei dem ersten Ansturm der nationalen ® tilgen auf Madrid im Jahre 1936 Schauplatz f^ilMutiger Kämpfe war. Ueber Bellavista rückte 115* auch Napoleon nach Madrid ein. Seit dem 1|1 November 1936 standen sich hier die nationalen Llr) Toten Truppen in harten Kämpfen gegenüber. mtwickelte sich durch den Ausbau der Häuser i! iti ^Straßen eine einzigartige Front, an der die c Bpser sich an verschiedenen Stellen nur mit einem Wt:nb von wenigen Metern gegenüberstanden. 3hci das heftige Ärtilleriefeuer sind die Gebäude äte: Iniversität nur noch Ruinen. Her Einmarsch der nationalspanischen Kolon- niei iach Madrid begann genau um 13.10 Uhr vom Lbri rfitätsDiertel her über die Puento de los Francs ^|s Trotzdem durch die Uebergabe der Stadt die niacnalspanischen Operationen, die eine vollständige Gfifscifung vorsahen, erheblich beschleunigt werden mußten, sind doch durch die angeordnete sofortige Besetzung Madrids keinerlei Stockungen eingetreten. Im Rundfunksender der Union Radio hat bereits ein Nationalspanier die Sendungen übernommen und gibt der Bevölkerung laufend Mitteilungen über die Entwicklung durch. Die sich auf den Straßen zum Empfang der nationalen Truppen ansammelnden Menschenmassen vergrößern sich immer weiter. Sämtliche Geschäfte haben geschlossen, um den Angestellten die Teilnahme an den Empfangsfeierlichkeiten für die Soldaten Francos zu ermöglichen. Alle Fenster und Balkone sind mit freudig erregten Menschen besetzt, die ungeduldig Ausschau nach den Befreiern halten. Auch die Dächer der Häuser füllen sich immer mehr mit Begeisterten. Große Freude hat unter der Bevölkerung die durch Rundfunk verbreitete Nachricht ausgelöst, daß die Verpflegung der Stadt gesichert fei. Unmittelbar nachdem innerhalb der Bevölkerung von Madrid die Nachricht bekannt, wurde, daß der „Verteidigungs-Ausschuß" kapituliert und die Stadt Geneval Franco ausgeliefert habe, verschwanden von allen öffentlichen und privaten Gebäuden schlagartig die Fahnen des früheren Regimes. Seit langem waren von den Anhängern General Francos in der Madrider Bevölkerung rot-goldene nationalspanische Flaggen in großen Mengen hergestellt worden, die nun, vermischt mit weißen Fahnen, auf einen Schlag die Hauptstraßen der Stadt schmucken. Als noch kein einziger Soldat General Francos die Madrider Innenstadt betreten hatte, gingen die Madrider Einwohner bereits dazu über, sich offen mit dem faschistischen Gruß zu grüßen. Als dann die ersten Panzerwagen und Lastkraftwagen mit nationalspanischen Truppen durch die Stadt fuhren, schallte den Befreiern ein unbeschreiblicher Jubel entgegen, der zeigte, unter welch furchtbarem Druck die Bevölkerung der Stadt während der mehr als zweieinhalbjährigen sawjetspani- schen Schreckensherrschaft gelebt hat. Selbst Angehörige der raten Milizen, die in Scharen vor den herannahenden natianalspanischen Abteilungen in die Madrider Innenstadt geflüchtet waren, stimmten, nachdem sie sich ihrer Waffen entledigt und die roten Abzeichen von ihren Uniformröcken gerissen hatten, in den Jubel ein, der den nationalspanischen Truppen entgegenschallte. Unmittelbar, nachdem die ersten nationalspanischen Abteilungen in Madrid eingerückt waren, kamen auch die Lebensmitteltransporte, die von nationaler Seite bereits seit mehreren Tagen vor den Toren der Stadt zusammengestellt worden waren, ins Innere der Stadt. Sie wurden mit einem Jubel ohnegleichen von der völlig ausgehungerten Bevölkerung, besonders den Frauen und Kindern, begrüßt. Während die ersten Lastzüge von Soldaten und nationalspanischen Vertrauensleuten ausgeladen und ihr Inhalt unter die Bevölkerung verteilt wurde, rollte unaufhörlich ein Lebensmittelwagen nach dem anderen heran. Inzwischen war die Besetzung der Stadt durch nationalspamsche Truppen vollkommen durchgeführt worden. Die mit Revolvern und Karabinern bewaffneten national- spanischen Zivilisten, die im Augenblick des Zusammenbruchs der bolschewistischen Herrschaft alle strategisch wichtigen Punkte in Besitz genommen und gesichert hatten, wurden allenthalben von Abteilungen der nationalsvanischen Armee abgelöst. Die politischen Flüchtlinge, die bisher seit 32 Monaten das Asylrecht der diplomatischen Vertretungen des Auslandes genossen haben, strömten auf die Straßen und versammelten sich zu einer Dankkundgebung vor dem Hause des Falange-Gründers Jose Antonio Primo de Rivera, der von den Bolschewisten in Alicante ermordet wurde. Nach einem stillen Gedenken an diesen ersten Blutzeugen der Bewegung fang die Menge der Befreiten tief ergriffen die bisher in sowjetspanischem Gebiet streng verbotene Falange- Hymne. Aus alten Falangisten ist eine provisorische Z iv i lv e rw a ltun g gebildet worden sowie ein besonderer Ausschuß für die Aufrechterhaltung der Ordnung, dem in Madrid versteckte oder in den dortigen Gesandschaften verborgene nationale Kreise angehören. Trotz der riesigen Begeisterung und der zahlreichen Freudenkundgebungen aller Art über das Vordringen der nationalen Truppen ist es zu keinem einzigen Zwischenfall gekommen. Die Bevölkerung wahrt bewundernswerte Disziplin und die freiwilligen Mitglieder des Ordnungsdienstes sorgen für reibungslose Abwicklung aller Kundgebungen und Geschehnisse. AnderBeseitigungderBefestigungen und Barrikaden im Stadtinnern wird bereits fieberhaft gearbeitet. Die Zerstörungen in der eigentlichen Stadt sind, abgesehen von einigen Verwüstungen durch bolschewistischen Mob, nur gering. Da- Madrid, 29. März. (DNB. Funkspruch.) Die Truppen Francos drangen am Dienstagvormittag in die Provinz Cuenca ein und besetzten den Ort Taracon, 80 Kilometer südöstlich von Madrid. Auf die Kunde hiervon brach in der 70 Kilometer von Taracon entfernten Provinzialhauptstadt Cuenca unter den roten Bonzen eine Panik aus; der größte Teil floh. Eine Gruppe entschlossener Falangisten brachte alle Verwaltungsstellen und Kasernen überraschend in ihre Hand, verhaftete die zurückgebliebenen roten Bonzen und rief i) i e na» tionale Herrschaft aus. Die Bevölkerung schloß sich begeistert dem Aufstand an, so daß sich schon in der Nacht zum Mittwoch ganz Cuenca für Franco erklärte, ohne daß bisher auch nur ein nationaler Soldat in die Stadt eingedrungen war. Auf den Verwaltungsgebäuden wehen die nationalen Farben. Der Rundfunksender Cuenca erbat die Entsendung von Truppen, denen die Bevölkerung einen begeisterten Empfang bereiten walle. Die rote Herrschaft habe jetzt für immer ein Ende gefunden. Cuenca war von jeher sehr national eingestellt. Daher hat es auch unter der brutalen roten Herrschaft unsägliche Leiden durchmachen müssen. Aus Cuenca flammt auch Jose Antonio, der Gründer der Falange, der Abgeordneter für Cuenca war. Die Machtübernahme durch die Falangisten i n C i u d a l Real, 170 Kilometer südlich von Madrid, erfolgte ähnlich wie in Cuenca durch lieber» rumpelung. Angesichts des schnellen Vormarsches der Kolonnen des Generals Yague auf Ciudad Real herrschte bei den örtlichen roten Machthabern große Nervosität. Zum Teil suchten sie das Weite. Van der Front zurückströmende rote Milizen taten das übrige. Falangisten, die sich bisher in der Stadt verborgen gehalten hatten, besetzten mit einem Schlage die wichtigsten Gebäude und riefen über den Rundfunksender dann Francos Truppen herbei. Die Roten wagten keinerlei Gegenmaßnahmen. Die Bevölkerung stürzte sich auf die Straßen, wo es zu begeisterten Kundgebungen kam. gegen sind die Stadtteile, die innerhalb des roten Befestigungsgürtels lagen, völlig menschenleer und auf das schwerste zerschossen. Sie Bevölkerung, die sich heute zum erstenmal wieder in diese Viertel wagt, steht staunend vor riesigen Granattrichtern, in denen ganze Häuserblocks verschwunden find. Die größten Schäden wurden im Stadtteil Arguelles angerichtet, wo kaum noch ein Haus bewohnbar ist. Dankbar erinnert sich die Bevölkerung der großmütigen Haltung General Francos, der bekanntlich bestimmt hatte, daß gewisse Stadtteile von Madrid innerhalb der Verteidigungsgürtels völlig geschont werden sollten, falls sich dort keine militärischen Ziele befänden. Gegen 18 Uhr begann in Madrid eine große Befreiungskundgebung, an der alle Schichten der Bevölkerung teilnahmen. In der riesigen Begeisterung bildeten sich anschließend große U m z ü g e, die unter dem Gesang nationaler Lieder ihren Weg durch die Hauptstraßen nahmen. Bis in die Nacht hinein hatte sich die Menge noch nicht verlaufen. Sie kostete vielmehr feit langer Zeit wieder einmal die Möglichkeit aus, sich auch des Abends auf den Straßen frei bewegen zu können, ohne sogleich verhaftet zu werden. So strahlt Madrid in dem millionenfachen Schein aller Lichter der Straßen und Wohnungen, die heute nach fast zweijähri- ger Pause wieder eine Festbeleuchtung einschalten können und durch die geöffneten Fenster das Licht auf die Straßen fluten lassen. Mit besonderer Freude wurde die Mitteilung aufgenommen, daß Mtttwoch am Toledo-Tor nach langer Pause wieder der erste Lebensmittelmarkt abgehalten wird. Aach modernsten Grundsätzen befestigt. Die meisten roten Bonzen geflohen. General Espinosa de Los Monteros, der Chef der Befreiungsarmee, bezog Quartier im Theater „Capitol". Man ist darangegangen, die roten Waffenlager zu Übernehmen. Militärkreise betonen, daß die roten Verteidigungsanlagen bei Madrid nach den Grundsätzen modern- ster Kriegskunst erbaut sind, wobei der Materialverbrauch so gut wie keine Rolle spielte. Deutlich könne man die Anleitung ausländischer Sachverständiger beim Bau der Werke bemerken. Zum großen Teil ist Madrid unterminiert. Die Roten wollten auf diese Weise jederzeit die Möglichkeit haben, ganze Stadtteile in die Luft zu sprengen. Glücklicherweise konnten aber alle Zündleitungen rechtzeitig übernommen werden, ohne daß irgendwelches Unheil passierte. Allein das Madrider Modell-Gefängnis war mit 30 000 Kilo Brennstoff „gesichert". Alle roten Bonzen sind im letzten Augenblick geflüchtet, mit Ausnahme einiger Mitglieder des „Verteidigungsrates". Von ihnen sollen Bes - keiro und Prada, der Befehlshaber der roten Madrid-Front, verhaftet fein. „General" M i - a j a s Privatwohnung ist völlig leer vorgefunden worden. Er hat feine gesamte Wohnungseinrichtung mitgenommen. Er soll sich unterwegs nach Cartagena befinden, von wo er Französisch-Marokko erreichen wolle. Vor dem Fall von Guadalajara. Madrid, 29. März. (DNB. Funkspruch.) In nationalen Militärkreisen erwartet man für heute den Fall von Guadalajara, wo sich der größte Teil der Bevölkerung bereits mehr oder weniger offen für Franco erklärt hat. Die roten Bonzen flüchteten aus der Stadt. Guadalajara istfastvöl - lig von den nationalen Truppen ein» gekreist. Die freiwillige Uebergabe der Städte in der roten Restzone ist der beste Beweis für die rote Terrorherrschaft, hinter der so gut wie keine Anhänger aus der Bevölkerung standen. Diese benutzt nun den ersten Augenblick, um das rote Joch abzuschütteln. Auch Murcia in nationaler Gewalt! Madrid, 29. März. (DNB. Funkspruch.) Der Rundfunksender Murcia gab Mittwoch früh bekannt, daß sich die Stadt Murcia an Nationalspanien angeschlossen hat. Die nationalen Elemente haben die Gewalt in der Stadt übernommen. In Oran (Franz.-Marokko) sind Dienstag 14 rotspanische Militärflugzeuge aus Murcia mit 48 Personen an Bord eingetroffen. Stürmische Fortschritte an allen Fronten. Salamanca, 29. März. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationale Heeresbericht meldet, schritt an der Andalusien-Front der Vormarsch im gleichen Tempo wie bisher fort. Nach Besetzung des Ortes Adamuz, 30 Kilometer nördlich von Cordoba, wurde der Vormarsch in Richtung auf Linares forgefetzt. Hier haben die Nationalen die Orte Marmolejo und Andujar in Besitz genommen und sind somit schon bis auf 30 Kilometer an Linares heran» gefommen. Nördlich davon im Abschnitt Almaden gingen die Nationalen in östlicher Richtung auf Luenca und Liudad Real durch Handstreich der Falangisten in nationalem Besitz. Ciudad Real vor. In den Bergwerken bei Almaden wurden große Ouecksil-bervor- r ä t e gefunden. Im Toledo-Abschnitt zogen die nationalen Truppen in Aranjuez ein, andere Abteilungen besetzten die etwa 50 Kilometer südlich davon gelegenen Orte Tembleque und Lillo. Südwestlich von Toledo sind die Nationalen an der Straße Toledo—Trujillo bereits b i s Navahermofa oorgedrunqen. Nordwestlich von Madrid besetzten die Nationalen im Guadarrama-Abschnitt mehrere Orte am Fuße des Gebirges, darunter das berühmte Kloster mit den Gräbern der spanischen Könige Escorial. Nördlich von Madrid im Abschnitt Somo- sierra rückten die nationalen Truppen in Richtung auf die Hauptstadt vor und besetzten u. a. die wichtigen Orte B u i t r a g e und Lozoya. Nordöstlich von Madrid im Abschnitt Guadalajara begann gleichfalls der nationale Vormarsch, bisher wurden zehn Orte besetzt, darunter Cifuentes, Masegoso und Gajanejos an der Straße Madrid— Saragossa. Dieser Abschnitt meldet 7500 Gefangene. Die letzten Vorflöße. VrRarfi Comtona I Ioana c•AtittälM.d■ ’GJBRAll Villonwevo [deCßrdoba.. Unsere Karte veranschaulicht Ausgangspunkte und Ziele der letzten nationalspanischen Offensive. Besonders wichtig waren die Vorstöße bei Toledo und der Vorstoß von Cordoba aus auf I a e n, der Vormarsch auf Almaden, das mit seinen Quecksilbergruben zum wichtigsten spanischen Industriegebiet rechnet. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Begeisterung in Rom. Huldigungen für Mussolini. Rom, 28. März. (Europapreß.) Aus Anlaß des Einzugs der nationalspanischen Trupven in Madrid kam es in der italienischen Hauptstadt zu b e g e i - fierten Kundgebungen a u f der Piazza Venezia. Die jubelnde Menge brachte ununterbrochen Hochrufe auf Mussolini und Franco aus, bis der Duce auf den historischen Balkon trat. Er betrachtete mit sichtlicher Genugtuung die huldigende Menge und hielt dann eine kurze Ansprache, in der er erklärte: „Die Truppen Francos und die italienischen Legionäre sind in Madrid eingezogen. Mit dem Fall Madrids kann der Krieg als beendet betrachtet werden. Er endete mit dem Zusammenbruch des Kommunismus und so werden alle Feinde des Faschismus und Italiens enden." Die Huldigungskundgebungen der Menge zwangen Mussolini immer wieder, auf den Balkon zu treten. Züge begeisterter Menschen durchzogen die Straßen Roms. Vor der festlich beleuchteten Botschaft Nationalspaniens kam es zu Freudenkundgebungen. Auch die spanische Kolonie Roms feierte die Einnahme von Madrid. Der Führer beglückwünscht Franco zum Endsieg. Berlin, 28.März. (DlNB.) Anläßlich des Einmarsches und der Besetzung Madrids durch die nationalspanischen Truppen hat der Führer an Generalissimus Franco nachstehendes Telegramm gerichtet: „3um Einmarsch Ihrer Truppen in Madrid und dem damit errungenen Endsieg des nationalen Spanien über den völkerzerstörenden Bolschewismus spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Deutschland gedenkt heute mit mir in aufrichtiger B e- wunderung der hervorragenden Leistungen Ihrer tapferen Truppen und ist überzeugt, daß nunmehr für Spanien eine Zeit des Aufbaues anbricht, welche die großen Anstrengungen und Opfer der Jahre des Kampfes rechtfertigen wird. Adolf Hiller." Der „Tag der Luftwaffe" in Rom. Strategische Grundsätze der italienischen Luftwaffe. R o m, 28. März. (DNB.) Die am „Tag der Luftwaffe" in ganz Italien durchgeführten Veranstaltungen erreichten in der Hauptstadt des Faschismus ihren Höhepunkt. 18 000 Flieger, darunter 3000 Spanien-Freiwillige, waren auf der Piazza Venezia vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten angetreten, wo Mussolini nach einer Kranzniederlegung zwei hervorragende Mitglieder mit der Goldenen Verdienstmedaille auszeichnete und 30 Angehörigen in Afrika oder in Spanien gefallener Flieger Auszeichnungen überreichte. Den Abschluß der Feier bildete die Parade vor dem Duce auf der Dia del Jmpero, an der mit zahlreichen Mitgliedern der Regierung, der Wehrmacht, Senat und Kammer und dem diplomatischen Korps auch die deutsche Abordnung unter Führung von Reichsorganisations- leiter Dr. Ley teilnahm. Aus Anlaß des Tages der Luftwaffe macht Gayda im „Giornale d'Italia" einige Angaben, die — obwohl nicht unbedingt neu — dennoch durch ihre Formulierung Beachtung verdienen. Er schreibt: „Die Einteilung der italienischen Luftstreitkräfte ist ganz auf Massenwirkung abgestellt. Als erste Macht hat Italien Luft-Divisionen aufgestellt, und als erstes Land ist es dazu übergegangen, ganze Luftge schwader zu bilden, die aus einer Masse von 400 Apparaten bestehen, die in Bomben- und Kampfflugzeug-Divisionen ein- aeteilt sind. Jedes dieser Bombenflugzeuge hat eine Tragkraft von mehr als 1000 Kilogramm Sprengstoff und einen Aktionsradius von über 2000 Kilometer, bei einer Geschwindigkeit, die 400 Kilometer in der Stunde überschreitet. Die Organisation der italienischen Luftstreitkräfte als unabhängige Waffe sichert Italien im Luftkrieg die schnellsten Ergebnisse. Das entspricht den Worten Mussolinis, der im März 1938 den zukünftigen Krieg als einen Krieg des schnellen Ablaufs bezeichnete." Auch Wuning von japanischen Truppen besetzt. Hongkong, 29. Marz. (Europapreß.) Nach dem Fall von Nantschang wurde am Dienstagabend von den Japanern die zweite wichtige Stadt der Provinz Kiangsi, Wuning, eingenommen. Um diese Schlüsselstellung war 72 Stunden lang erbittert gekämpft worden. Wie bei den Kämpfen um Nan- tschang spielte auch hier das japanische Artillerie» feuer sowie der Einsatz von mechanisierten Verbänden eine entscheidende Rolle. — In Wuning hatte sich bis vor kurzem das Hauptquartier der in der Provinz Kiangsi operierenden chinesischen Truppen befunden. Zur Ablenkung versuchten die Chinesen einen Gegenstoß. Wenn auch die eingesetzten sechs chinesischen Divisionen im Abschnitt von Anyi einige Erfolge erzielen konnten, so war doch der siegreiche japanische Vormarsch nicht aufzuhalten. Amerika baut zwei (Schlachtschiffe von je 45 000 Tonnen. Washington, 28. März. (Europapreß.) Präsident R o o s e v e l t hat am Dienstag das amerikanische Marinedepartement beauftragt, zwei Schlachtschiffe mit einer Wasserverdrängung von je 45 000 Tonnen in Bau zu geben. Die Vereinigten Staaten würden nach Fertigstellung dieses Auftrages die größten Schlachtschiffe besitzen. Das bisher größte Schlachtschiff der Welt, das 1918 in Dienst gestellte Schlachtschiff „Hood" mit einer Wasserverdrängung von 42 100 Tonnen besitzt England, wahrend Amerikas bisher größten Schlachtschiffe 33 000 Tonnen haben: im Bau befinden sich auch schon solche von 35 000 und 36 000 Tonnen Wasserverdrängung. Frankreich bestellt weitere hundert Bombenflugzeuge in USA. Paris, 29. März (Europapreß.) Wie aus Neu- york gemeldet wird, hat die französische Regierung bei den Marta-Flugzeug-Werken neuerdings hundert leichte Bomben-Flugzeuge in Auftrag gegeben. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der von der französischen Regierung in den Vereinigten Staaten bestellten Flugzeuge auf 705 Rasche Arbeit des Zollgrenzschuhes an den Protektoratsgrenzen. Berlin, 28. März. (DNB.) Der Zollgrenzschutz, der gemeinsam mit der Wehrmacht in das Protektorat Böhmen und Mähren eingerückt ist, hat sofort den Schutz der Protektoratsgrenzen gegen das Ausland übernommen. Wie schnell und wirkungsvoll dieser Einsatz erfolgt ist, zeigen am besten die in den wenigen Tagen seit der Uebernahme der Grenzüberwachung durch den Zollgrenzschutz erzielten Erfolge. Es wurden namhafte Devisenbeträge und wertvolle Schmuckgeaenstände beschlagnahmt. Unter den an der mährisch-polnischen Grenze festgenommenen 44 Personen befanden sich auch sechs kommunistische Funktionäre. Madrid, die junge Stadt Von unserem d.-i.-Korrespondenten. Burgos, März 1939. Die Geschichte Madrids, im Vergleich zu der aller übrigen nennenswerten Städte in Spanien, ist verhältnismäßig jung. Zwar lag im Mittelalter, im Zeitalter der „reconquista", an der Stelle des jetzigen königlichen Palastes eine kleine maurische Festung zum Schutze des Ueberganges über den Manzanares, der dort, wie sich ja auch neuerdings im Kriege wieder gezeigt hat, trotz der chronischen Wasserarmut des Flüßchens, einen für den Besitz von Neu-Kastilien wichtigen strategischen Abschnitt bildet. Doch die Entwicklung zur spanischen Hauptstadt begann erst, als Philipp II. (1556/98) sich diesen Punkt, weil er beinahe mit geometrischer Genauigkeit in der Mitte des von der Iberischen Halbinsel gebildeten Vierecks liegt, ausgesucht hatte, um hier den Regierungs-Apparat der 1479 durch die Heirat des katholischen Königspaares Isabel von Kastilien und Ferdinand von Aragon vereinigten Monarchie zu zentralisieren. An sich hätte es ja eigentlich näher gelegen, für diese Bestimmung das nur 70 Kilometer entfernte Toledo zu wählen, das schon im Westgotenreich die Hauptstadt war, unter der maurischen Herrschaft der Sitz eines zeitweise selbständigen Emirs wurde und nach der Zurückeroberung (1085 durch Alfons VI.) Hofhaltung der Könige von Kastilien war. Die Lage von Toledo an einem wasserreichen Strom, dem Tajo, der sehr gut bis zu feiner Mündung bei Lissabon schiffbar gemacht werden könnte, ist ungleich günstiger als die von Madrid, und Karl V. hatte entschieden auch vor, diese Stadt als Residenz beizubehalten; denn sonst Hütte er dort nickt den gewaltigen Alkazar gebaut, der durch seine heldenmütige Verteidigung im jetzigen Kriege weltberühmt geworden ist. Für Philipp II. dagegen wäre es um so verständlicher gewesen, wenn er Toledo bevorzugt hätte, nachdem er (1580) die portugiesische Krone mit der (einigen vereinigte: der Tajo hätte hiermit zur natürlichen Verbindungslinie zwischen den Hauptstädten der beiden damals die Welt beherrschenden Königreiche werden können. Doch dieser Monarch, der trotz der ihn umgebenden düsteren Legende ein großer Herrscher war, entschied sich eben aus den zuvor angegebenen Gründen f ü r Madrid, obwohl er für seinen persönlichen Aufenthalt am Ende seines Lebens den von ihm etwa fünfzig Kilometer nordwestlich von Madrid auf einer Höhe von 1000 Meter in Bergeseinfamkeit erbauten Escorial benutzte. Durch diese eigentümliche Vorgeschichte seiner Entstehung — es dankte seine Existenz eigentlich nur einer königlichen Laune —, hat Madrid ein ganz bestimmtes Gepräge bekommen, das es auch beibehalten hat, obwohl es sich feit etwa zwanzig Jahren in der raschen Entwicklung zu einer modernen Millionenstadt befand. Zumal machte sich geltend, daß die Umgebung, in der Madrid liegt, die denkbar ungünstigsten Voraussetzungen für die weitere Ausbreitung der Stadt nach der äußeren Peripherie bietet; es ist die trostlose und unfruchtbare Steinwüste der kastilischen Hochebene. Als daher nach dem Weltkrieg unter dem Einfluß des plötzlichen wirtschaftlichen Aufstiegs in ganz Spanien, der insbesondere in den größeren Städten zu spüren war, die Einwohnerzahl schnell zunahm, wuchs wohl in den mit großem Luxus angelegten Straßen des Verkehrszentrums die Höhe der Häuser, und zehn bis zwölf Stockwerke waren hier beinahe die Regel; doch der Umfang der Stadt wurde kaum merklich größer. Ein nach allen Seiten sich ausdehnender Kranz in Gärten eingebetteter Vororte, von denen sonst neuzeitliche Großstädte in weitem Umkreis umgeben sind, ist in Madrid (bis auf ganz bescheidene erste Ansätze) nicht vorhanden, und vielfach beginnt am Ende einer geschlossenen Häuserreihe ganz unvermittelt die ungepflegte Einöde. Da Madrid eine Schöpfung der habsburgischen 'Dynastie ist, doch im 18. Jahrhundert durch die ersten bourbonischen Könige ein wesentlich verändertes Aussehen erhalten hat, fehlen aus dem Mittelalter stammende Bauwerke fast vollständig. Eine der wenigen Ausnahmen ist die spätgotische Kirche San Jeronimo; doch sie verdient kaum besonders erwähnt zu werden, wie überhaupt die Madrider Kirchen es bei weitem nicht mit denen anderer spanischer Städte aufnehmen können. Denn als die gewaltigen Kathedralen von Toledo, Burgos oder Sevilla gebaut wurden, dachte noch niemand daran, daß am Manzanares später einmal die Hauptstadt des Weltreiches liegen würde. Die älteren- Gebäude von Madrid tragen daher vorwiegend den Charakter der spanischen Spätrenaissance oder des Barock, wäh- rend bei melen von ihnen die mit dem bourbonischen Königshaus nach Spanien gekommenen französischen Einflüsse ziemlich deutlich zu erkennen sind. Auch die majestätische Residenz, die am westlichen Ende der Altstadt liegt und deren Gärten bis zum Manzanares hinuntersteigen, ist eine Schöpfung der Bourbonen, und da bei der ursprünglichen Anlage von Madrid ausschließlich die Bedürfnisse der dorthin verlegten Hofhaltung, die zeitweise die glänzendste von Europa war, berücksichtigt worden sind, ist es eigentlich nur bezeichnend, daß der königliche Palast das einzige wirklich monumentale Gebäude geblieben ist- Die zahlreichen Paläste des Adels, der feit dem Uebergang zur absoluten Monarchie zur unmittelbaren Umgebung des Hofes gehörte, waren, trotz ihrer meist ungeheuer prunkvollen Innenausstattung, äußerlich doch mit geringen Ausnahmen (beispielsweise der des Herzogs von Alba) verhältnismäßig unscheinbar und lagen vielfach ziemlich versteckt in engen, altertümlichen Gassen. Das Haus, das die aristokratischen Familien als ihren Stammsitz betrachteten, stand eben in den meisten Fällen irgendwo in der Provinz in einem Ort, nach dem das Geschlecht seinen Nomen^ führte. Als der Hochadel gezwungen war, auch in der Residenz einen Wohnsitz zu haben, war der dort zur Verfügung stehende Raum zunächst nur beschränkt. Man hätte daher kaum behaupten können, daß im Verlauf von annähernd vier Jahrhunderten Madrid, trotz der Prachtentfaltung des königlichen Hofes und des bis vor kurzem noch unermeßlichen Reichtums eines beträchtlichen Teiles des sich dort zusammendrängen- den Adels, eine schöne Stadt gewesen wäre. Bei den in neuerer Zeit vorgenommenen Veränderungen und Erweiterungen dagegen sind zwar manche bis dahin charakteristische Wahrzeichen verschwunden, während moderne Bauten ohne jeden Versuch, sie einer schon vorher vorhandenen Umgebung irgendwie anzupassen, ziemlich unvermittelt hineingeslickt worden sind. Da anderseits Madrid ausschließlich Residenzstadt und Sitz der Regierung war und ihm ein eigenes industrielles oder kommerzielles Leben fehlt, ist es lange Zeit, auch als es schon weit mehr als eine halbe Million Einwohner hatte, doch nur eine große Kleinstadt geblieben. Hierin ist erst eine ziemlich plötzliche Aenderung eingetreten, als Spanien dank feiner Neutralität im Weltkrieg zu neuem Leben erwachte. Wenn auch in Madrid weiterhin der Hof und die ziemlich exklusive vornehme Gesellschaft tonangebend blieben, so war doch ein bis dahin nicht vorhandener kosmopolitischer Zug in das gesellige Leben gekommen. Hierzu trug bei, daß der Fremdenbesuch stark zunahm, weil eben Spanien eins der wenigen Länder in Europa war, die nicht unter dem Krieg gelitten hatten. Besonders übte die Frühjahrssaison eine starke Anziehungskraft aus, und Madrid war in dem Jahrzehnt von 1920 bis 1930 (bis zum Sturz der Monarchie April 1931) vielleicht die eleganteste Hauptstadt des Kontingents. Der besondere Reiz bestand gerade in der Vereinigung der etwas altertümlichen Vornehmheit mit freieren, wenn auch immer noch anmutigen, modernen Umgangsformen. Die spanischen Damen traten aus ihrer bisherigen Zurückhaltung heraus und gewöhnten sich daran, öffentliche Lokale, wie Teestuben oder Bars zu besuchen, was früher ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Trotzdem behielt dieser sorglose gesellige Trubel seine eigene Note, die zu der gediegenen Pracht mit fürstlichem Luxus eingerichteter Paläste immer noch paßte, und die Spanierin verstand durch die Eigenart ihrer Schönheit und den Glanz ihrer schon von Generation auf Generation vererbten Juwelen selbst die Mode nach ihrem Geschmack zu meistern. Zwar dauerte das Fest, auch als die königliche Familie abgereift und der erste Schrecken überwunden war, unbesorgt weiter. Doch die meisten vornehmen Häuser hatten sich geschlossen, und das Lachen war lauter, der Ton der Unterhaltungen geräuschvoller geworden; man hatte den peinlichen Eindruck, als sollte im Gefühl des nahenden Unwetters eine Selbstbetäubung versucht werden. Was blieb? Gebäude, deren Zerstörung ein nicht wieder gut zu machender Verlust sein würde, sind zwar wenige vorhanden, doch gerade phänomenale Kunstschätze waren in Madrid oufgestapelt, selbstverständlich steht die unvergleichliche Gemäldesammlung des Prado-Museums dabei an der Spitze. Doch macht man sich auch keinen Begriff von dem Reichtum künstlerisch und historisch wertvollen Besitzes in den zahlreichen vornehmen Privathäusern. Der Einmarsch der Truppen Francos in die so lange bis aufs Blut gequälte Hauptstadt wird ihr bald den ersten Schimmer ihres alten Glanzes zurückgeben. lifa« aöt« ifctt nae 'Ma Hs 5Ur [•roten 1 jeden Wieher I Nach Während dieser Zeit der Erfolge im Norden war die Erhebung gegen den Bolschewismus im übri* gen Spanien, insbesondere in Madrid, Barce- 1 |i® nab ü I M bi Inhu? in; XiM1- Wtion- rfrrarng WM caacht u Wien. * M nur I St Eta •Höfe A W Ei' Wahr'! । Erst M zu lassen. Inzwischen war General Franco, von Kanarischen Inseln im Flugzeug herbeigeeilt, 'N Spanisch-Marokko angekommen, wo N« W1 treu ergebenen Truppen brennend auf ihren E-miav zum Kampf gegen den Bolschewismus warteten- Er sah sich vor die Tatsache gestellt, daß Marine zu den Roten übergegangen und oaw der Transport der Marokko-Truppen nach ®Pant n zunächst unmöglich war. Erst als eine Reihe v Transport-Flugzeugen in Tetuan ei getroffen war, mit denen in drei Wochen 17 Mann auf die Halbinsel transportiert wuro - konnte General Franco von Sevilla aus antter ■ Unaufhaltsam kämpfend arbeitete er sich in unaw sich kurzer Zeit in der Richtung auf Madrid und stellte bei Badajoz die bis dorthin n vorhanden gewesene Verbindung m l t Nordgruppe des Generals Mola */ : Sein ursprünglich beabsichtigter schneller Stoß Madrid wurde abgelenkt durch die moralische pflichtung, den heldenhaften Kämpfern, . Alcazar von Toledo von den Roten sngelcy Der Krieg in Spanien militärisch gesehen. Von Or. Ziffer von Goß. Das Ende des Krieges in Spanien läßt es angezeigt erscheinen, seine Entwicklung und seine einzelnen Phasen einmal von der militärischen Seite her in großen Zügen aufzuzeigen. Zur richtigen Beurteilung der Gesamtleistung ist es notwendig, sich das ursprüngliche Ziel der nationalen (Er = Hebung vor Augen zu halten. Es bestand in her Beseitigung der marxistischen Herrschaft durch eine militärische, von den nationalen Organisationen unterstützte Erhebung. Ueberraschend und schlagartig sollten in allen größeren Garnisonen die Militär befehlshaber sich in den Besitz der Staatsgewalt setzen und so über Nacht — ähnlich wie beim Staatsstreich des General Primo de Rivera — bas rote Regime stürzen. Keiner der nationalen Führer dachte damals an die Möglichkeit ober Notwendig, feit eines längeren Kampfes ober gar an einen regelrechten Krieg im eigenen fianb. Solche Gehan- fengänge verbot vor allem ber Zustand, in dem sich die spanische Wehrmacht im Frühjahr 1936 befand. Obwohl die Wehrmacht dem Sturz ber Mcmarchi- im Jahre 1931 mit Gewehr bei Fuß zugesehen uni) dem Aufkommen ber Republik also keine Schwierigkeiten bereitet hatte, sahen bie Boten Machthaber in ihr hoch vom ersten Tage ihrer Herrschaft an benftärfften Gegner. Es geschah daher von ihrer Seite aus alles, was den ideellen Einfluß unh die materielle Kraft der Wehrmacht fchwächeü mußte. Angefangen von unzureichender Bewaffnung und Munitionierung über die planmäßige Herab, fetzung ber Effektivbestänbe bis zur propagandisti- scheu Vergiftung ber Soldaten und des Unteroffizier, korps. Rücksichtslose „Säuberungsaktionen" im Ossizierkorps, denen nicht nur monarchistische, sondern auch eine Reihe überzeugter republikanischer Ossi- ziere zum Opfer gefallen waren, taten ein übriges, um den Zusammenhalt innerhalb der bewaffneten Macht zu unterminieren. Durch bie im Mai unh Juni 1936 von ber Regierung schließlich noch befohlenen Massenb;urlaubungen aktiver Soldaten hatten'die roten Führer es fertiggebracht, die tatsächlich unter den Waffen befindlichen Mannschaften in ganz Spanien auf etwa 80 000 Mann herunter- zudrücken. Aber auch von diesen war im Höchstfall bie Hälfte einsatzfähig, b. h. ausgebilbet und mit hen zustehenden Waffen und ihrer Munition' versehen. Trotzdem glaubten die nationalen Führer, mit den gesund gebliebenen Kräften der Wehrmacht und, gestützt auf die militärisch völlig intakten, spanischen und Eingeborenen-Formationen in Marokko, den Schritt zum Staatsstreich wagen zu können. Als er. schwerender Gesichtspunkt kam allerdings die Tatsache hinzu, daß der Schlag vorzeitig geführt werden mußte, da die Gefahr eines kommunistischen Umsturzes unmittelbar drohte, dessen Gelingen natürlich alle Pläne der Rechten zunichte gemacht hätte. Als erster schlug General Mola im Norden, von Pamplona aus, los. Schon in den ersten Stunden zeigte sich da, daß die ganze Bevölkerung den Sinn der Erhebung erfaßt hatte. Aus dem geplanten Staatsstreich wurde denn auch in kürzester Zeit durch die aktive Beteiligung des Volkes eine a n t i m a r x i sti s ch e Bewegung von gewaltigem Ausmaß, die es dem General ermöglichte, hie nördliche Hälfte Spaniens (ausschließlich des Küstenstreifens Jrun—Bilbao—Santander—Gijon) in einer Woche bis herunter zur Sierra bc @uahurrama (etwa 50 Kilometer nördlich von Madrid) vom roten Joch zu befreien und fest in seine Hand zu bekommen. Militärisch stützte sich Mola auf die ©arnijo« nen von Pamplona, Vitoria, Burgos, Vallaholih, Zaragoza und die anderen in diesem Raum befindlichen Kräfte der Wehrmacht, sowie auf bie starken Freiwilligen-Organisationen ber karlistischen Traditionalisten, ber Requetes, und auf bie neu herzu- ftrömenben Freiwilligen ber spanischen Falange. Daß der erwähnte Äü ft en ft reifen in den Händen der Roten blieb, lag an dem Wankelmut her militärischen Befehlshaber der dortigen Garnisonen — mit Ausnahme des tapferen Generals Slranha, ber Oviebo gegen alle Uebermacht bis zur Befreiung hielt — und an dem Verrat der Basken, hie ihre separatistischen Ziele über ihr religiöses Empfinden setzten und ein unnatürliches Bündnis mit den Bolschewisten schlossen. ncr tittmieri -iah Der stkreichtc merabc er so Madrid! i eie, achte. i, 11, in ii famir iMgner rtfftetien irtorben Mert, £ Mbrote DtÜtzpM 1 ie nat itaben. E bie i Tiner o3 a r a < : iq erst .imb L rliohr h-anifchc National .Wen bi ttuMc lind D L'perati nourbe ir.nird) - "m UI xirfjeblu Mach K 8 Dieb KÄtvehi i'Mi scha iucüjge Atdech ■M Thc tchlacht fnianb -fiten । J b.Gnac Iona und Valencia infolge mangelhafter Organist' : in n a tion und der feindlichen Einstellung des Großstadt- r tfen ■ pöbels restlos gescheitert. Da auch ber größte Teil der Landbevölkerung, verhetzt durch jahrelange marxistische und anarchistische Propaganda, sich gegen die Nationalen gestellt und in Katalonien her Separatismus sein Haupt erhoben hatte, waren Katalonien, ein Teil von Aragon, Neukastilien. Estremadura, der größte Teil von Andalusien und die ganze Levante den Roten zugefallen. Lediglich in Sevilla gelang es dem General QueiP0 d e Llano durch eine geradezu klassische Vorspiegelung falscher Tatsachen sich in den Besitz ber anbo- lusiichen Hauptstadt und der Städte Cordoba, Huelva. Cadiz und Granada, deren Befehlshaber sich ebenfalls sofort ber nationalen Sache zur DersügE gestellt hatten, zu setzen. In Sevilla hat Queipo ^ Llano mit wenigen Truppen, die er ununterbroF durch die Stadt marschieren ließ, den Eindruä^ weckt, als verfüge er über das Zehnfache der N tatsächlich zur Verfügung gestandenen Kräfte. 6*nt außerordentlich geschickte Handhabung des dortigen Radiosenders trug außerdem dazu bei, in der stl durchweg rot eingestellten Bevölkerung das GeM ber Zwecklosigkeit jeden Widerstandes aufkommen b g hin zr r Einnahme zu spät. In der Universitätsstadt von ütat ib fraß sich der Angriff fest. s Ä L IV. 'Htt 2 !* ie i wen in : öt| 1931 t, -unter den schwierigsten Umständen den hero- Widerstand leisteten, zur Hilfe zu eilen. Die- seitverlust, der in der Befreiung von Toledo ru Berechtigung fand, hatten die Bolschewisten I atzt. Waffen, Munition und die ersten inter- I timalen Brigaden von der katalanisch ° franzö- Ichni Grenze aus nach Madrid zu werfen und Uabt in Derteibigungszustanb zu versetzen. Als Ifctros Truppen bann schließlich Anfang Novern- Isr S36 vor ben Toren Madribs stauben, war es efyn' Jn Februar 1937 gelang es ben nationalspani- schön Truppen, zusammen mit italienischen Freiwillig liHrichrrnationen, Malaga zu erobern und die sg' Mitcmeerküste von Algeciras dis über Malaga iQL hitzar- von den Roten zu säubern. Halbwegs zwi- samn Malaga und Almeria wurde der Angriff ab- gerort^en und eine neue Offensive nord- von Madrid von Siguenza aus über e L Gfsad lajara nach Madrid angesetzt. Die Hoffnun- QQQI geai, ie man auf sie gesetzt hatte, Madrid damit zu erV FM jn bringen, erfüllten sich nicht. Der Angriff > g bliWinfolge schlechten Wetters, grundloser Wege [J uniü irrer geschickten Flankenoperation des inzwi- . WN JUM Befehlshaber von Madrid ernannten g ro reu'Generals Miaja, kurz vor Guadalajara m £ ftellfei und ein Teil des eroberten Geländes mußte j ViM dem Feind überlassen werden. Eitt jetzt erkannte man auf der nationalen Seite, d>!lß »ie Erhebung zum Krieg geworden war, der in !n»n. Damit aber war die Improvisation be- enütt und der organisierte Krieg nahm semei Anfang. rr W : st! französischen Grenze führte. Damit hatte Miez in Spanien praktisch sein Ende gefunden. Weitgehende Förderung Heu': ö v> ö ; ; ds»Arbeiterwohnstättenbaues Wchtstagen 1938 ihren Anfang nahm und zur hrne von Barcelona und der rest- ganz Kataloniens zack afao litt,» im yi 1^8 Ä»®« ■ fite: 1 । Ä lose i ^Befreiung z bis **’ - • noi Itai kurzer Pause entschloß sich die national- spcMipe Führung, den roten Streifen an dii b ac Dl o r b f ü st e zu beseitigen. In unglaublich nn(i schltailiigem Gelänbe gegen einen sich tapfer unb heix,;W ixteibigenben Gegner fast pausenlos kämpfenb, W ermtren Francos Truppen Bilbao und waren d mi ge Ad im Begriff, den Vormarsch auf S a n t a n° itui„ T^iLsr ergab sich das Bild, daß die nationale Agck Mrl^ck sich langsam in den Angriff verwanbelte. is Si'Im :stiersten Ringen würbe Rot Meter für Meter ,ur 3urm Norddeutschland ausgedehnte Regenfälle zur Fo,« hat. Da sich das Tiefdruckgebiet vorwiegend r nördlicher Richtung verlagert, wird unser Gebiet i® randlich von dem Schlechtwettergebiet gestreift. & doch wird es zu stärkerer Bewölkung unb einzelne! leichten Regenfällen kommen. Vorhersage für Donnerstag: ÜJleri stärker bewölkt, einzelne leichte Niederschläge, iti Berglanb als Schnee; Temperaturen wenig w- änbert, in Richtung schwankende Winde Lufttemperaturen am 28. März: mittags 4,3 ©ra!: Celsius, abenbs 3,8 Grab; am 29. März: morgen-; 2,2 Grab. Maximum 6,3 Grab, Minimum hem nacht 1,0 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Zielti am 28. März: abenbs 5,0 Grab; am 29. März: mor gens 4,1 Grab. — Nieberschläge 0,3 mm. — Son nenscheinbauer 1,4 Stunben. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm ßangc. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik unb die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. HcmsThyriot für Stabt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Lubwig Neuner Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. 21.11. 38: 10 631. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitäts- bruckerei R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 U. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Prei- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. gesucht. 01562 Gießen, Marktstraße ßrößer.Zimmer zum Unterstellen von Möbel ges. Preisangeb. unt. 01560 a.d.G.A. TiichUDtellißenterBerr der sich eine Dauerexistenz gründen will, von gut eingeführter weltbekannter Firma f. b. Verkauf gesucht. Branchekenntnisse nicht erforderlich, da Einarbeitung erfolgt. Geboten wird Wochenzuschutz und hohe Provision. Schriftl. Angebote mit Angabe des Alters und der seitberigenTätigkeit mit. 2222 D an den Gietz. Anzeiger erbeten. Junger Angestellter kaufm. gebildet, bewand, in Stenogr. u. Schreibmasch., sowie mit all.Büro-u. Lohn- buchh.-Arbeiten vertraut, sucht sich zu verändern gleich welcher Branche. Schriftl. Angebote unter 01554 an den Gießener Anzeiger erb. Mehrere tüchtige 222eD Verkäuferinnen sowie eine Kontoristin zum 1. Mai oder früher gesucht TüchtigeFriseuse sowie tüchtiger Herren - Friseur zu Ostern oder nach Ostern gesucht. Kost und Logis im Hause. Bewerbung mit Gehaltsansvruch zu richt, an Edwin Jung, Darnen- u. 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Und weil es gern am Alten festhält, hat es diese Mode nicht weiterentwickelt, sondern ist jahrhundertelang dabei geblieben. Es hat höchstens noch einmal, wenn ihm in späteren Moden eine Jacke, ein Tuch oder die Schuhe zusagten, dies oder jenes Stück aus der neuen Mode ausgenommen. Man merkte aber doch recht bald, daß in diesen »einfachen Gedankengängen nicht alles stimmen konnte. Die Formen stimmten doch nicht immer so igang genau überein. Da meinte man dann: Die Bauernfrau verzichtet natürlich nicht ganz auf eigene 'Ausgestaltung ihrer Tracht. Sie sucht sich doch nur ldas aus, was zu ihr paßt und was ihr gefällt. Außerdem verändert sie das Uebernommene nach -eigenem Geschmack Bei diesen Ueberlegungen blieb du an dann lange Zeit, bis man plötzlich durch Der» fschiedene Ausgrabungen und durch die genauere Befrachtung ganz alter Steinbilder und Denkmäler eine meue Kenntnis der germanischen und sogar zum Teil ^indogermanischen Trachten bekam. Und nun fiel es uns plötzlich auf, daß Einzelheiten unserer heutigen Lauerntrachten eine ganz enge Verwandtschaft mit Liesen germanischen Trachten haben, ja, daß sich manches in gerader Linie von dieser Zeit bis in un= "ere Gegenwart hinein erhalten hat. Nun wuchs erst recht die Hochachtung vor unsrer Bauernkultur, die solch alte Ueberlieferung in ich trägt und doch auch jetzt noch in der Gegenwart :in lebensvoller Ausdruck echt bäuerlicher Gemein- »chaft ist. Gerade heute erkennen wir wieder, was uns eine solche Gemeinschaft in unserem Volke zu bedeuten hat. Und wenn wir nun einmal unter diesem neuen Gesichtspunkt die Geschichte der Mode ansehen, dann fällt uns immer mehr auf, wie sehr gerade zu Zeiten, die uns für unsere völkische Entwicklung am wertvollsten erschienen, auch die Mode- irachten sich ihre Anregungen von den deutschen Zauerntrachten geholt haben. So, wie sich Stadt- mobe und Bauerntracht wechselseitig beeinflussen, zeigen sie uns ein Bild der gesamten Kräfteverteilung >es Kulturlebens in unserem Volk. Der Bauer lernt >om Städter, und der Städter holt Kraft und Ziel- iichtung vom Bauern. Beide zusammen aber tragen ie die deutsche Kultur. Dik MchMne hülfen nicht vernach'.Mgt werden. Sie sind ebenso wichtig wie die bleibenden Zähne, .’ie Milchzähne sind Platzhalter der bleibenden und naben bis zum 12. Lebensjahr die Kaufunktion lncherzustellen. „Sie fallen ja doch aus", sagt manche Mutter so leichthin, wenn ein Beißerchen Habhaft wird, „es ist ja ,nur* ein Milchzahn" — ind denkt nicht daran, ihn plombieren zu lassen. Ist Jber so ein Milchzahn erkrankt, macht das Kauen Äufig Beschwerden; das Kind kaut schlecht oder gar icht, die ungenügend zerkleinerte Nahrung gelangt iifolgedessen unvollständig vorbereitet in die Ver- Inuungsmege und kann Magen- und Darmstörun- (?n Hervorrufen. Zahnfäule der Milchzähne kann cienfo wie die der bleibenden Zähne zu Kiefer- dfranfungen und den verschiedensten Allgemein- likrankungen führen. Frühzeitiger Verlust der Milch- rihne hat nicht selten Unregelmäßigkeiten der Kie- srr- und Zahnftellung zur Folge. Milchzähne müssen darum genau so gut gepflegt taerben wie die bleibenden. Vom zweiten Lebensjahr ab sollte in halbjährlichen Abständen, zum min- dssten aber sofort, wenn sich Verfärbungen an den lÄlchzähnen zeigen, eine Untersuchung und wenn niitig, Behandlung beim Zahnarzt stattfinden. Daß silche Schäden möglichst frühzeitig behandelt wer- bin, ist schon darum wichtig, weil jede Zahnfäule i: ihrem Anfangsstadium ohne Schmerz für das 5ind behandelt werden farm. ;3ur kräftigen Entwicklung von Zähnen und Kiefen gewöhne man das Kind vom zweiten gebens« jaht ab an den Genuß harter Speisen, z. B. von rchen Mohrrüben, Aepfeln, hartem Vollkornbrot, ome gleichzeitige Zuführung von Flüssigkeit. Das frinb wird dadurch auch frühzeitig an sorgfältiges uib genügendes Kauen gewöhnt. Erst nach dem Es- [tm soll das Kind trinken. Wenn nun noch regelmäßig nach dem Essen die Zahnbürste mit kräftigen Borsten benutzt wird — »in oben nach unten bürsten, dann spülen —, so ifi das Beste getan, was für die gesunde Entwicklung des Kiefers und der bleibenden Zähne getan virden kann. Lfr. Oster-Vorbereitungen. Das Deutsche Frauenwerk, Abteilung | Mkswirschaft — Hauswirtschaft, Gaustelle Hesscn- RJiffau, Frankfurt a. M., schreibt: Wenn die Vorbereitungen zum Osterfest auch nicht lÜIfeitig wie zu Weihnachten sind, so will doch alles lechi bedacht sein, damit mir frisch und unbeschwert n.t unseren Lieben das Fest des wiedererwachten Üoöens begehen können. Sind wir Hausfrauen doch toiür verantwortlich, daß die Feste im Jahreslauf wen seelischen und körperlichen Kraftquell für die scinilie bedeuten. Den Frühjahrsputz haben wir nun größten- !ti» hinter uns. Aus unserer Wohnung ist der Bmterftaub ausgezogen. Draußen fängt alles an u wachsen und zu grünen. Auch unser Körper ist Winters müde, sehnt sich nach Sonne, frischer sLi’t und frischer Nahrung. Diesem Bedürfnis sollten ’ ar gerade in den Dftertagen besonders Rechnung ; tragen. Wie auch zu Weihnachten denken wir uns : drsn Küchenzettel aus, der uns erlaubt, die Feier- ■ in« dazu zu benutzen (falls das Wetter uns keinen rlnch durch die Rechnung macht) möglichst viel m i t iseren Kindern ins Freie zu gehen. Für PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS FÜR . V Der besonders für Reise und Sport geeignete Mantel in weiter, aparter Raglan form (rechts) mit den Bananenärmeln, den schräg einge- schnittenen Taschen und den breiten Steppnähten ist aus sehr breit gegräteter und stark gerauhter n a - turfarbener Wolle. Das Material hat eine hellbraune Abseite, der Mantel daher ein kurzes Rücken- und Aermelfutter aus gesteppter Rohseide. H. Seim Gemüse bleibt es im April zwar bet oer grundsätzlichen Forderung in unserer Ernährung, dem Gemüse einen bevorzugteren Platz als in den letzten Jahrzehnten einzuräümen. Wir müssen aber aud) im April noch bedenken, daß wir uns im Frühjahr bei der Gemüseversorgung in einer Ueber- gangs^eif befinden, die es unmöglich macht, alle Wunsche zu befriedigen, zumal der neue Einbruch non Frost und Kälte die Entwicklung des Früh- gemüfes außerordentlich gehemmt ljat. Die Bestände der Herbstmaffengemüse sind nunmehr so gut wie erschöpft. Wir werden im April noch in erheblichem Umfange aus die Einfuhr von Gemüse und Salaten angewiesen sein. Wir können mit einer ausreichenden Blumenkohl einfuhr rechnen. Audi die Salatversorgung ist im April durch den Umfang der Einfuhr bestimmt. Ende April wird allerdings ,e nach Witterung aud) schon inländischer Salat tetlweise am Markt erscheinen. Der Bedarf an Spinat wird im April noch nicht voll gedeckt werden können, Ende April steht allerdings die Einfuhr beträchtlicher Mengen aus Holland in Aussicht. Immer noch ausreichend sind Kohlrüben vorhanden. Günstiger als im Vorjahr ist Unsere Versorgung mit Zwiebeln. Wir werden erhebliche Einfuhren von den kanarischen Inseln und aus Aegypten in den nächsten Wochen haben ar ®e,inl .D b ft können mir naturgemäß auch im 21^11 ferne großen Ansprüche stellen. Die Aepfel- bestande sind geräumt, Birnen stehen vorübergehend einmal in kleinen Mengen aus Italien zur Verfügung. Die Bananeneinfuhr rnird sich im April etwa auf der Höhe des Vorjahres halten, und bei Apfelsinen rnerden etwa ebensoviel wie im Marz zur Einfuhr gelangen. Zitronen werden aus. selchend vorhanden sein. In diesem Zusammenhang sei darauf hlngewiesen, daß trotz der nickst gerade reichlichen Obstversorgung im letzten Winter infolge der schlechten Obsternte 1938 der Zuckerverbrauch außerordentlich zugenommen hat. In den Monaten Oktober bis Februar 1938/39 wurden fast 15 v. H. mehr Zucker verbraucht als im Oktober bis Februar 1937/38. Je Kopf der Bevölkerung ist der Zucker- oerbraud) von 19,9 kg im Jahre 1933 auf 24 kg im Jahre 1938 gestiegen. Schließlid) kann nod) mitgeteilt werden, daß nack- menschlichem Ermessen die zum Osterfest erwünschten E i e r zur Verfügung stehen werden. Grundsätzlich wird jedoch auch in diesem Jahre wiederum das Ziel verfolgt, in den Monaten der stärksten Eierproduk- tion, d. h. im Frühjahr, möglichst viel Eier in die Kühlhäuser zu bringen,, um auch im Winter eine einigermaßen befriedigende Eierversorgung sichev, stellen zu können. die Kleinen bereitet der Osterhase dann unterwegs manche kleine Freude, mit den größeren Kindern freuen wir uns so recht von Herzen der wiedererwachten Natur. Schon in den Tagen vor Ostern sammeln wir bei diesen Frühlingsspaziergängen alles, was uns draußen an köstlichem jungem Grün zur Nahrung geboten wird. Junge Brennefseln (mit Handschuhen gepflückt) ergänzen den Spinat zum Gründonnerstag. Frischer Sauerampfer dient zur Suppe, Löwenzahn, Gänfeblümchenblätter und Brunnenkresse zum Salat, vielleicht mit Feldsalat gemischt. Haben wir keine Gelegenheit zum Selber- Sammeln, so gibt es doch jetzt allerlei Frisches. Kräuter, Mistbeetsalat und Radieschen auf dem Markt. Einen Schnittlauchstock haben wir ja sicher schon lange ans Fenster gestellt und eifrig geschnitten. Auch der erste Rhabarber wird unseren Hunger nach Obst nach diesem obftannen Winter stillen. „Wenn wir auch nicht so viel Hühnereier färben können, wie früher, so machen wir die wenigen die schon bei kleinen Nachlässigkeiten schnell unerfreulich aussehen. Es sind Arbeiten, die kaum in Erscheinung treten, oft nur unbewußt wohltuend empfunden und in ihrer Selbstverständlichkeit auch nur flüchtig bemerkt werden und doch immer erneut Liebe und Sorgfalt verlangen. Man erwartet nun hier von der Hausgehilfin, und zwar mit Recht, daß sie unermüdlich in Freundlichkeit und Entgegenkommen für die Familiengemeinschaft tätig ist. Ist es da nicht begreiflich, liebe Hausfrau, wenn auch in der Hausgehilfin der Wunsch aufsteigt, jeden Tag, ohne gleich vor Müdigkeit ins Bett sinken zu müssen, ein bestimmtes Maß von persönlichem Leben zu' haben (ich meine damit nicht, daß sie jeden Abend im Kino oder auf dem Tanzboden zu finden sein muß)? Man nenne mir einen Beruf, der in gleicher Weise s o die ganze Zeit eines Menschen beansprucht, wie der der Hausgehilfin! Hinter unseren jungen Mädels, die dank der na» tiönalsozialistischen Erziehung in Schule und Haus an Luft, Sonne und Sport gewöhnt sind, darf keine Tür zum Leben zufallen, wie es heute leider noch immer geschieht, wenn sie den Beruf einer Hausgehilfin wählen. Der Hausfrau erwächst hier die Pflicht, mit Verständnis und mütterlicher Kameradschaftlichkeit dem jungen Mädel die Liebe zu den vier Wänden, und find sie noch so klein, und das Aufgeschlossensein für eine sinnvolle Einteilung der Freizeit tief einzupflanzen. Sei es die Freude an einem schönen Buch oder an einer Handarbeit, der Besuch einer Freundin, das beschauliche Lesen einer Zeitung, das gemeinsame Erlebnis nationalsozialistischer Feierstunden und das einmal auch von den anderen respektierte: „Für sich sein", — so wird sie immer neuen Auftrieb ihrer Fröhlichkeit erfahren und damit Liebe zu ihrer Arbeit empfinden. Die Lösung dieser Aufgabe legt Pflichten auf, die Selbstlosigkeit verlangen; aber in ihrer Erfüllung liegt allein der Grund, auf dem in gegenseitiger Achtung und Zuneigung die Familiengemeinschaft erwächst, die den Boden für di? von der ganzen Nation angestrebte Volksgemeinschaft vorbereitet. A.Ko. Unsere Ernährung im April. Von Dr. Wolsqanq Clauß, Äerlin Der in den letzten Wochen an die Verbraucher wiederholt und mit besonderem Nachdruck gerichtete Appell, dem Verzehr von Seefischen die besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, ist nicht un- gehört geblieben. Wir haben im Januar und Februar 1939 eine erhebliche Steigerung des Vcr« zehrs von Seefischen im Vergleich zu den entspre- chenden Monaten des Vorjahres zu verzeichnen. Wahrend im Januar 1938 32 Millionen kg See- ftiche vom öeutfdjen Volk verzehrt wurden, betrug öer Seefischverbrauch im Januar 1939 40 Millio- nen kg. Im Februar 1939 erreichten wir einen Seefischverbrauch von 39 Millionen kg gegen 30 Millionen im Februar 1938. Wir haben also eine Steigerung des Verbrauchs um 26,9 v. H. zu verzeichnen. Das ist außerordentlich erfreulich. Diese Tatsache sollte besonders in den nächsten Wochen beachtet werden. Wir werden auch im April reichlich über Seefische verfügen; insbesondere wird Kabeljau und Rotbarsd) am Markt fein. Es bleibt also auch weiterhin Volkswirtschaftlid) sehr erwünscht, möglichst viele Seefische zu üerbraud)en. Sies ist um so mehr der Fall, als eine Vermehrung Des Verbrauches an Fleisch volkswirtschaftlich ganz allgemein unerwünscht ist. Vor allem gilt dies für Schweinefleisch und Kalbfleisch. Mit Kalbfleisch müssen wir sparsam fein, weil cs notwendig ist, unseren Rindviehbestand mieder aufzufüllen der unter der Maul- und KlauenseuchS und dem Mangel an Arbeitskräften im letzten Jahr gelitten hat. Beim tod)iDeinefIeifd) ist es notwendig, zu bedenken, daß die Anlieferungen von Schweinen saisonmäßig erfahrungsgemäß im Sommer zurückzugehen pflegen. Cs ist gut, wenn wir für diese Zeit uns von den jeßigcn Anlieferungen Schweinefleisch durch Einlagerung in Kühlhäusern aufheben. Die Verminderung unseres Rindviehbestandes im letzten Jahr macht es naturgemäß aud) erforderlich, eine weitere Verbrauchssteigerung bei Rindfleisch auf jeden Fall Zu verhindern. . Wenn trotz des Rückgangs des Milchkuhbestandes im letzten Jahr um knapp 3 v. H. die Buttererzen- gung gegenwärtig etwa auf der Höhe des Vorjahres liegt, so ist dies lediglich auf die stärkere molferetmaßige Erfassung und erhöhte Einzelleistun- gen im Verfolg des Ausbaues der Milchkontrolle zuruckzufuhren. Die beiden letztgenannten Maßnahmen hatten aber eigentlich eine Steigerung der -öuttererzeugung gegenüber dem Vorjahr erwarten lassen, Hine grundsätzliche Slenberung un- erer Versorgung mit Fett ist demnach nicht zu verzeichnen. Wir müssen hier nad) wie vor besonders sparsam fein, zumal die Buttererzeugung mehr und mehr durd) das Anwachsen des Trinkmilchverbrauchs beeinträchtigt wird. Der T r i n k m i l ch verbrauch ist in den letzten Monaten teilweise gegenüber dem fcorjabr um 8 bis 10 v. H. gestiegen. Auch diese Entwicklung muß auf das unbedingt Notwendige befdjranft werden. Wir müssen uns klar sein, daß jede Steigerung des Verbrauchs von Vollmilch eine -ßermjnberung der für die Buttererzeugung zur Verfügung stehenden Milchmenge zur Folge hat. Wir sollten uns deshalb nod) mehr als bisher auf den Verbrauch von entrahmter Milch bzw. von Erzeugnissen aus entrahmter Mild) cinfteUen. Diese stehen uns ja reichlich zur Verfügung, da die entrahmte Mild) ein zwangsläufiges Nebenerzeugnis der Butterherstellung ist. Als solche Erzeugnisse 'sind besonders, zu nennen: Quark, Harzer-, Mainzer-, Schimmelkäse und ähnliche Käsearten sowie Trocken- milchpuloer. Zur Fettersparnis kann auch weiterhin auf den verstärkten Verbrauch von Kohlehydraten, wie. Zucker, Kartoffeln, Marmelade, die ja zu etwa 50 v.H. aus Zucker besteht, ferner Haferflocken, Graupen und die verschiedenen Erzeugnisse der K a r t o f f e l, wie Sago, Kartoffelstarkemehl und deutsches Puddingmehl, verwiesen werden. Eier für die Kinder besonders hübsd) zurecht, kaufen Biskuithäschen und Eier dazu und schmücken den Ostertisch mit recht viel Frühlingsblümchen. Neben dem traditionellen Hefegebäck (Brotkränzchen usw.) backen wir eine lustige Dftertorte. Der Küchenzettel ist so vorgesehen, daß wir am Ostersamstag alles vorbereiten können. So hat die Hausfrau zum Fest eine Erleichterung und kann sich einmal ganz ihrer Familie widmen. Rezept zur Oftertorte: Man stellt einen einfachen Biskuitteig aus 2 Eiern, 100 Gramm Zucker, Schale einer Zitrone, 2 bis 3 Eßlö fel Wasser, 65 Gramm Mehl, 65 Gramm DPM und % Backpulver her. Form mit Papier auslegen. Nach dem Garwerden Torte stürzen. Von % Liter Milch, 1 Puddingpulver und Zucker einen Pudding Herstellen, bis zum Erkalten rühren und ganz vorsichtig mit 100 Gramm schaumig gerührter Margarine mischen. Torte füllen und bestreichen, mit kleinen Osterfigürchen (Eiern, Häschen) lustig garnieren." Zwei typische Formen für vraktische Mäntel imSommer 1939 haben wir heute skizziert. Der eng in der Taille anliegende und stark glockig geschnittene Mantel in strenger Herrenform (links) ist aus kräftiger, in Fischgrätmuster gewebter und in bleu, grau, fraise gestreifter Wolle gearbeitet. Er ist in sechs Bahnen geschnitten, auf drei Knöpfe geschlossen und hat vier schräggestellte Taschen (mit Patten) und bleu-fraise changierendes Taftfutter. Dte Hausgehilfin in her Famillenaemeiufchafi. Ueberall kann man es hören — und auch lesen: Es gibt keine richtigen Hausgehilfinnen mehr! Jeder, der sich einmal mit dieser Frage zwangsläufig beschäftigt, weil es auch ihn angeht, denkt schnell an sein Elternhaus, wo vielleicht ein guter Hausgeist in Gestalt von Else oder Marie Jahre seines Lebens immer für die anderen sorgend verbracht hat, nickt dann zustimmend mit dem Kopf und ergänzt murmelnd: Ja, ja, das war früher einmal, — aber heute, da ist es schon so. Und dabei bleibt cs denn auch! Wie man diese Hausgehilfinnen-Not, wie wir sie einmal bezeichnen wollen, beseitigen könne, welche Wege man einschlagen müßte, um hier erfolgreich zu fein, davon hört man schon weniger, ja, ich möchte fast sagen, nichts. Sicher haben wir durch den Einsatz der Pflichtjahrmädel den fühlbarsten Mangel an Hausgehilfinnen gelockert, aber wenn man glaubt, daß hiermit allein das Grundübel beseitigt wird, so täuscht man sich gewaltig Wenn unsere jungen Mädel, die Eignung und Liebe zum hauswirtschaftlichen Beruf haben, in diesem verbleiben sollen — sofern sie nicht heiraten, wünschen wir es ja —, muß auch die Hausfrau mit den Forderungen der Zeit mitgehen. Immer, wenn wir vor einer Aufgabe stehen, die uns so groß und so schwierig erscheint, daß uns der Mut zum Anfang fehlt, beginnen mir am besten mit der lieber« Prüfung der einfachsten und am nächsten liegenden Dinge. Schauen wir uns einmal flüchtig den Arbeitstag einer Hausgehilfin, ganz gleich, ob sie älter oder jünger ist, an. Wir entdecken eine Reihe kleinster, fast unwesentlich erscheinender Dinge, die in ihrer verantwortlichen und exakten Erledigung doch das Wohlbefinden einer ganzen Familie bedeuten können. Ich erinnere an die langen Vorbereitungen für das Essen, das so schnell verzehrt ist, und an das sorgfältige Aufräumen und Reinigen der Zimmer, SJlxfport Um die deutsche Basketballmeisterschast Turnier in Heuchelheim. Das Reichssachamt Handball und Basketball hat dem Gau Hessen die Durchführung der Gaugruppenmeisterschaft der Gruppe 3 übertragen und als Austragungsort, da in Gießen keine geeigneten Hallen zur Verfügung stehen, die Turnhalle in Heuchelheim bestimmt. Die Spiele finden am kommenden Samstag und am Sonntag statt. Basketball-Runde. Am Mittwoch wird die Rückrunde fortgesetzt und zwar auch in der Turnhalle zu Heuchelheim. Es spielen :Tv. Heuchelheim gegen Spiel v. 19 00 Gieß en und Mtv. GießengegeneineNSKK.-Mannschaft. Das erste Spiel wird wohl, auch wenn Heuchelheim seine Form stark verbessert hat, 1900 leicht im Vorteil sehen. Der Gaumeister wird alle Trümpfe ausspielen müssen, um gegen die NSKK.-Mannschaft die in der Aufstellung Leutheuser, Moll, Luh, Pfeffer, Häuser und Mohr antritt, zu gewinnen. Handball in Kreisvergleichskämpfen. Den Bemühungen der Kreisspielleitung ist es gelungen, die Kreise Westerwald und Friedberg zu Handballspielen am 30. bzw. 24. April d. I. nach Katzenfurt bzw. Holzheim zu verpflichten. Im Rahmen der dafür notwendigen Schulung hat der Kreis- fachwart die Spitzenspieler des Kreises zu einem Lehrgang für kommenden Sonntag einberufen. Die Gegner sind so stark, daß es unbedingt notwendig ist, die wirklich besten Kräfte zu sichten. Fußball der Kreiöklaffen. 1. Kreisklassc: Klein-Linden — Rodheim 3:0 Großen-Buseck— Wißmar kampflos f. Gr.-Bus. Großen-Buseck — Steinbach (Ges.-Sp.) 5:1 Garbenteich — Hungen 3:0 2. Krcisklasse: Saasen — Harbach 1:5 VfB.-R. III. — Staufenberg 5:1 SA. II. — Londorf 1:11 Ueberraschcnd gewann Klein-Linden das letzte Spiel. Der Gegner wurde durch eine Verletzung eines Spielers gefchwächt. Wißmar verzichtete kampflos auf die Punkte. Großen-Bufeck verpflichtete sich Steinbach und kam zu einem sicheren Siege, obwohl nur neun Mann zur Stelle waren. Schwer hatte Garbenteich zu kämpfen, bis es gelang, die Gäste nach der Halbzeit zu besiegeü. Geilshausen hat sehr mit Mannschaftssorgen zu kämpfen und konnte zum Spiel in Göbelnrod nicht antreten. Bei dem Lokalkampf in Saasen zogen die Platzherren den Kürzeren. Der Gegner war in jeder Beziehung besser und siegte verdient. Eine deutliche Abfuhr holte sich Staufenberg gegen die Dritte vom VfB.-Reichsbahn. Obwohl auf eigenem Platz antretend, hatte die zweite Mannschaft der SA. gegen den Meister nichts zu bestellen und verlor zweistellig. Klein-Linden I — Rodheim I 3:0 (2:0). Rach langer Pause gab es für Klein-Länden einen Sieg: Klein-Linden konnte das letzte Pflichtspiel gegen Rodheim mit 3:0 für sich entscheiden. Rodheim stellte eine schnelle und entschlossen handelnde Elf. Sie trug allerdings gegen den in stärkster Aufstellung spielenden Gegner, der seine Mannschaft durch zurückgekehrte Arbeitsdienstmänner wieder einmal vollzählig aufstellen konnte, eine harte Note in den Kampf. Klein-Linden mußte sich deshalb sehr stark zur Wehr setzen, wenn ein Sseg erzielt werden sollte. In der Mitte der ersten Halbzeit wurde das Führungstor durch den Rechtsaußen erzielt, dem sich kurz vor Halbzeit, nachdem der rechte Verteidiger der Gäste durch eine unglückliche Abwehr schwer verletzt wurde und ausscheioen mußte, das zweite Tor anschloß. Die Platzbesitzer, die für ihre zufriedenstellende Leistung ein Gesamtlob verdienen, spielten in der zweiten Halbzeit sehr verhalten und erzielten gegen die sich tapfer wehrenden Gäste durch einen schön verwandelten Kopfball des Halblinken Ströher den dritten Treffer. Zugend-Jußball im Gwßcn'Linden l.Jgd. — BfB.'R. l.Jgd. 1:5 (1:5). Die 1. Jugend erledigte eine alte Rückspielverpflichtung in Großen-Linden gegen die dortige 1. Jugend. In den früheren Jahren lieferten sich beide Mannschaften immer spannende Spiele, was man auch diesmal erhoffte. Aber die Grünweißen ließen sich nicht überraschen, und spielten ihren Fußball wie man es von ihnen gewohnt war. Die erste Hälfte stand daher im Zeichen der Gießener, die Ins zum Wechsel fünfmal einfenden konnten, während die Platzbefitzer nur zu einem Tore kamen. Besonders der Sturm war in guter Schußlaune. Das Spiel kam jedoch nicht ganz zum Austrag. Bald nach Beginn der zweiten Hälfte wurde das Spiel von leiten der Gastgeber abgebrochen. Die 2. Jugend weilte in Heuchelheim, ryn mit der dortigen 2. Jugend ihre Kräfte zu messen. Durch Absagen in letzter Minute, konnte die Mannschaft nicht ganz vollständig antreten. Obwohl die Spieler ihr bestes hergaben, war es ihnen nicht möglich zu einem neuen Siege zu kommen. Sie mußten sich mit 3:1 geschlagen bekennen. Kurse gegen den Anfang. Die erst später festaestekl. tcn Kurse lagen sehr uneinheitlich, wobei Abschwächungen üoerwogen. Stärker ermäßigt waren Rhein. Braunkohlen auf 212,50 (214,50) und nach Pause Feldmühle Papier auf 111,50 (114). Am Einheitsmarkt gingen Bankaktien z. T. weiter zurück, Deut- sche Bank 117,50 (117,75), Commerzbank 111 (111,25), von Hypothekenbanken Frankfurter Hyp. 104,50 (106). Abendbörse still. An der Abendbörse kam es zwar nur zu kleinem Geschäft, da von der Kundschaft Aufträge kaum ein- gegangen waren, die Grundstimmung war aber nach dem schwankenden Verlauf des Mittagsoerkehrs etwas freundlicher. Indessen entwickelten sich die Kurse weiterhin uneinheitlich. Im allgemeinen betrugen die Abweichungen kaum mehr als 0,25 bis 0,50 o. H. Als fest zu erwähnen sind jedoch Verein. Deutsche Metall mit 175 (173,50), MAN. mit 141,50 (140) und Gesfürel mit 131,50 (130,25). IG.-Farben erholten sich um 0,75 v. H. auf 147,25, ebensoviel höher lagen Deutsche Erdöl mit 122,25. Verein. Stahl lagen mit 103 behauptet, während Mannesmann 0,25 v. H. abbröckelten auf 108,50, ferner Licht und Kraft auf 127,50 (128), Bemberg auf 129,25 (129,50), Rheinmetall auf 126,50 (126,75) und Reichsbank auf 177,25 (177,50). Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille. 6proz. IG.-Farben blieben zu 121 unverändert, ebenso Reichsbahn-VA. mit 123 und im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung mit 93,40. Gießener Schlachtviehmarkt. ,u dem gestrigen Gießener Schlachtoiehmartt lSchlachtviehverteilungsmarkt) in der Versteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wunden 7 Ochsen, 4 Bullen, 45 Kühe, 25 Färsen, 132 Kälber, 186 Schweine, 4 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 29 bis 45, Bullen 41,5 bis 43, Kühe 22 bis 4o,5, Färsen 39 bis 44,5, Kälber 30 bis 65, Schafe 25 bis 41 Pf. je 1!i kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine Zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. März. Auftrieb: Kälber 946 (gegen 909 am 21. 3 ), Hämmel und Schafe 126 (68), Schweine 4956 (4149). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 33 bis 40 (35 bis 40). Hämmel bl) 48 bis 50 (48 bis 50), b2) 44 bis 45 (45 bis 46), c) 33 bis 38 (40 bis 42), d) 20 bis 32 (—). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (33 bis 39), c) 20 bis 32 (22 bis 28). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Jude wegen Raffenschande ins Zuchthaus. LPD. Frankfurt a. M., 28. März. Die Große Strafkammer verurteilte den 35jährigen Juden Salomon Sternbach wegen Rasfen- schände zu drei Jahren Zuchthaus. Der Angeklagte unterhielt, mit . Unterbrechungen durch Reisen nach Polen, seit 1932 Beziehungen ju einer Arierin. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. G. Sch. Wir haben mit Hilfe der Universitäts- Bibliothek nur das folgende Buch ermitteln können: „Das Wetterhexchen und feine Geschwister", Erzählung von I. pon Garten, erschienen im Verlag Bachem, Köln 1912. — Da die Erzählung aus der Universitäts-Bibliothek nicht vorhanden ist, war nicht festzustellen, ob sie mit dem gesuchten Roman identisch ist. Generalversammlung des VsV.-Reichsbahn. Der VfB.-Reichsbahn Gießen hielt im „Schipka- paß" feine Generalversammlung ab. Der Vereins- ührer Reichsbahnrat Ko eh ne begrüßte die Sportkameraden und erstattete den Geschäftsbericht für die Zeit vom 3. September bis zum Ablauf des Jahres. Da bereits bei dieser Veranstaltung am 3. September der Jahresbericht vorgelegt und die sportlichen Erfolge des VfB.-Reichsbahn eingehend gewürdigt worden waren, blieb dem Vereinsführer nur noch übrig, auf die sportlichen Erfolge beim Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau einzugehen. Er konnte der Sportkameradin Lotte Diehl die Siegerurkunde für die Beteiligung am volkstümlichen Dreikampf für Frauen, in dem sie mit 53 Punkten den 17. Platz belegt hatte, überreichen. Der VfB.-Reichsbahn konnte allein zehn Gaumeisterschaften des Gaues XII (Hessen) erringen. Die Gaumeisterschaften im Kugelstoßen mit 13,91 Meter und im Diskuswerfen mit 42,35 Meter errang der bekannte Leichtathlet Dr. Luh, die Gaumeister- chaften im Dreisprung mit 12,23 Punkten, im 100- Meter-Lauf mit 11 Sek. und im 200-Meter-Lauf mit 23,08 Sek. errang Hellmuth Möll, denen die ent- prechenden Siegerurkunden überreicht werden konnten. Außerdem hatten sich die Junioren Menzel im Weitsprung und Zörnsch im 5000-Meter-Lauf als Gaumeister durchgesetzt. Weiterhin errangen die 4 x 100-Meter-Staffeln der Männer, der Frauen und der Junioren die Gaumeisterschaften, so daß der .Verein stolz auf die Erfolge seiner Mitglieder sein kann. In letzter Zeit sind eine Handball- und eine Basketballabteilung gegründet worden. Eine Boxsportabteilung soll unter der Leitung von Kreisfachwart Feldhus arbeiten. Weiterhin sind eine Schützenabteilung und eine Geräte-Turnabteilung im Entstehen begriffen. Auch nach der wirtschaftlichen Seite hin hat sich der Verein günstig entwickelt. Die Mitgliederzahl war am 1.1.1939 auf 1110 aktive und fördernde Mitglieder angestiegen und in den letzten Wochen sind weitere Zugänge zu verzeichnen. Aus dem Bericht des Fachwortes für den Fußball, Kamerad Erb, war zu entnehmen, daß die drei Mannschaften des Vereins sich günstig entwickelt haben, so Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. RUttagsbörse schwankend. F r g n k f u r t a. M., 28. März. Die Börse war am Aktienmarkt anfangs aus mäßige Rückkäufe,, hauptsächlich seitens der Kulisse, nach den Abschwächungen der letzten Tage leicht erholt. Die Umsätze blieben aber infolge der weiterhin schwachen Beteiligung der sogenannten zweiten Hand in engsten Grenzen, während die Besserungen vielfach Über den Durchschnittssatz von 0,25 bis 0,50 v. H. hinausgingen. So lagen beispielsweise Adlerwerke Kleyer fest mit 109 bis 110 (108), ferner Demag mit 143,50 (141), IG. Farben mit 147,50 (146), Hoesch mit 105,50 (104,25) und Mannesmann mit 108,75 (107,75). Noch leicht rückläufig lagen AEG. mit 111,25 (111,75), Reichsbank mit 177,50 (177,75), Gement Heidelberg mit 151,25 (152), Rheinmetall mit 126,75 (127) und Eßlinger Maschinen mit 106,50 (106,75). Nach den ersten Kursen konnten die Erholungen nicht überall voll behauptet werden, zumal daß die 1. Mannschaft mit 22 Punkten an der 2. Stelle in der Bezirksklasse, die 2. Mannschaft mit 14 Punkten aus 11 Spielen gleichfalls an der 2. Stelle der Kreisklasse und die 3. Mannschaft mit 10 Punkten aus 10 Spielen an der 3. Stelle stehen. Die 1. Mannschaft hat sich trotz ihres Abstieges im Vorjahr wieder in der Bezirksklasse durchgesetzt und überraschend den 2. Tabellenplatz erobert. Der Fachwort für Leichtathletik, Kamerad Dr. Luh, hatte keinen großen Bericht vorzulegen, weil der Sportbetrieb im Winter stille liegt. Lediglich beim Hallensportfest konnte die Mannschaft zwei 1. Preise und zwar Dr. Luh im Kugelstoßen und Menzel im Weitsprung, sowie einige 2. und 3. Preise erringen. Die Trainingsarbeiten werden fortgesetzt. Auch bei einem Sportfest in Wiesbaden konnte die Mannschaft sich gut plazieren. Der Fachwort für den Handball, Kamerad Koch, konnte von einer guten Entwickelung der Jugendmannschaft berichten. Auch die Aktiven stehen in der 2. Kreisklasse an 2. Stelle. Der Fachwort für Basketball, Kamerad Luh, legte gleichfalls einen erfreulichen Bericht über die gute Entwickelung der im Vorjahr gegründeten Abteilung vor. Nachdem der Rechner Brühl über die Kassenverhältnisse referiert hatte, wurden dem Geldverwalter und zugleich dem gesamten Vorstand einstimmige Entlastung erteilt. Auf Vorschlag des stellvertretenden Vereinsführers Kamerad Overbeck, der der Arbeit des seitherigen Vereinsführers Dank und Anerkennung zollte, wurde Sportkamerad Reichsbahnrat Ko eh ne einstimmig in seinem Amt bestätigt, der mit Dankesworten an seine Mitarbeiter den bisherigen Führerrat in seinen Aemtern bestätigte. Bei der Besprechung des Haushaltsvoranschlages benutzte der stellvertretende Vercinsführer Overbeck die Gelegenheit auf die gesunde Grundlage des Vereins hinzuweisen, die sich nicht nur aus geordneten Finanzverhältnissen, sondern auch aus dem kameradschaftlichen Geist ergibt, der alle Sportkameraden beseelt und sich in den einzelnen Abteilungen durch gute Erfolge auswirkt. die Märkte noch nicht ganz frei von Abgaben waren und die Geschäftsstille ihr übriges tat. IG. Farben schwankten zwischen 146,50 bis 147 nach 147,50. Am Rentenmarkt war das Geschäft ruhig. Reichsaltbesitz kamen mit unverändert 129,80 zur Notiz, im Freiverkehr lagen Kommunal-Umschul- dung gut behauptet mit 93,40 (93,35). Von Liquidationspfandbriefen gingen Pfälzische auf 100,75 (101), Rheinische auf 101 (101,10) zurück, dagegen Meininger 101 (100,90). Stadt anleih en und Staatspapiere lagen unverändert. Industrie-Obligationen schwankten bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten; 6 v. H. IG. Farben 121 (121,50), 5 v. H. Mittelstahl 100 (100,25), andererseits 5 v. H. Gelsenberg 100 (99,75). Reichsbahn-Vorzugsaktien zogen 0,13 v. H. an auf 123. In der zweiten Börsenstunde kam das Geschäft nahezu zum Erliegen. IG. Farben gaben -1 v. H. ab auf 146,50, ferner AEG. 0,40 v. H. auf 110,90 und Rheinstahl 0,40 v. H. auf 131,65, auch sonst hörte man vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. ermäßigte Rund um die Weltkugel. Von Grete Corzilius. Hans, der Sechsjährige, neugebackener Abc- Schütze, angehender Wissenschaftler, Philosoph und dergleichen, hat von seinem Großvater eine richtiggehende Erdkugel, einen Globus, geschenkt bekommen. Wie hypnotisiert starrt er auf die unzähligen kleinen Pünktchen und Striche, und andächtig zeichnet er mit dem kleinen Finger die Konturen des Atlantischen Ozeans nach. Dann kommt er gesprungen: „Mutti, wo hört die Welt hier auf", und fuchtelt ihr mit dem kugelrunden Ding vor der Nase herum. Die Mutter, teils um ihn zu wecken, teils um unabsehbaren Fragen aus dem Wege zu gehen, deutet aufs Geratewohl zum Nordpol hin: „Dort!" jagt sie. „Hahahaha ..." jubelt er, „... habters alle gehört." Worauf die Mutter hastig sich korrigiert: „Ach nein, hier meine ich!" und schnell zum Südpol weist. Da bricht aus Hänschens Brust ein wahrhaft diabolisches, schadenfrohes Geschrei: „Habters alle gehört? Hier soll, die Welt aufhören und da ...! Weißte denn nicht", sagt er, wieder zur Mutter gewandt, „daß die Erde da bloß dran festgeschraubt ist?" Aus belehrenden, gütig-blauen Augen schaut er die Mutter so eindringlich an, daß sie beschämt den Kopf finken läßt. Aber dann, als wollte der Knirps ihre Niederlage mildern, zeigt er auf die trostlosen Eisfelder Alaskas und sagt: „Da fahre ich später mal mit dir hin!" Schon etwas getröstet, aber dennoch zweifelnd fragt die Mutter zurück: „Aber wirst du denn soviel Geld auch haben? Bedenke, wieviele Stunden, Tage und Wochen wir die Eisenbahn und das Schiff benutzen müßten, um dorthin zu gelangen!" „Ich?" sagt er verwundert, „Batt gibt uns doch natürlich das Geld, wenn du dich darüber freust! Mittlers haben ja soviel Geld nicht, die müssen Brot kaufen und Blumenkohl und eine Oelkanne für Datts Motorrad! Aber weißte was?" Er unterbricht sich und hat offenbar eine neue Idee, „wenn ich zum Geburtstag solch eine Dampfwalze bekomme, die von selber läuft, dann walz ich dir vorm Haus die ganze Straße und bann gibst du mir Geld dafür, nicht wahr? Dann können wir fein fahren!" Eine solche reine Geberfreude strahlt der Mutter aus den Kinderaugen entgegen, daß sie den kleinen Kerl erst einmal fest in ihre Arme Meßen muß. „Warum", eröffnet er danach sofort wieder die Diskussion, „rutscht man denn nicht auf der Erde aus, wenn sie doch eine Kugel ist. Und warum läuft denn das Wasser da nicht über, da hinten am Meer und so?" „Ach, das weißt du doch, das kommt daher, Hans", will die Mutter zum soundsovielsten Male in Erklärungen sich ergehen, doch großzügig schneidet er die stammelnde Entgegnung ab: „Ja, ich weiß schon. Weil se so groß ist! Ameisen rutschen ja auch nicht ab von ihrem Berg, und der ist doch so groß, wie für uns Menschen die Erde. Bloß, daß die Häuser und so alle stehenbleiben ...? Ist doch komisch, nicht, Mutti? Möchtest du lieber eine Flugmaschine sein?" Lachend versichert sie ihm, daß sie mit ihrer Funktion als Mensch ganz zufrieden sei, aber er schwärmt n m allerlei ins Blaue hinein. Daß es doch schön sein müsse, so in den Himmel fliegen zu können und mal fehen, wo denn die Engelchen wären und wo die Luft aufhörte. Die Mutter schweigt dazu und denkt, solange er redet, braucht sie es nicht. Aber die Hoffnung, daß das so fortdauern möge, erweist sich als trügerisch. Mit einem energischen Schwung stellt Hänschen jetzt die Kopie unserer schönen Gotteswelt vor sich hin und verlangt kategorisch zu wissen, wo die Affen wüchsen. Jetzt lacht die Mutter ihn aus und sagt: „Wachsen, Hänschen? Aber bje Affen wachsen doch nicht ...! Natürlich wachsen sie," verbesserte sie sich wieder schnell, „ich dachte nur, du meintest etwa auf den Bäumen!" Er lächelt dünn zurück: „Bleiben die Affen vielleicht immer klein, wachsen die gar nicht?" Hastig antwortet die Mutter, schon sichtlich nervös: „Nun, ich hätte dich bald falsch verstanden! Du mußt richttger fragen: Wo leben die Affen?" „Ach, das", winkt er ab, „das weiß ich ja. Warte mal", flink fährt er mit dem Finger über die blanke Fläche, über Länder und Meere. „A .. a .. affrifa ... darum heißt das ja so!" sagt er. Er sind et den Erdteil nicht gleich und fährt 'wieder weiter fort: „Ich glaube, du, das hamse vergessen .. die Männer .. die Fabrik, ... die den ... den Klobus ... gemacht haben!" „Ausgeschlossen", widerspricht die Mutter, „sieh, hier ist Afrika und hier gibt es auch Assen!" „Ja, das weiß ich doch!" Er nickt. „Ich meine bloß, wo sie denn großwüchsteten, so auf der Erde ober auf die Bäume?" . „Es heißt: auf den Bäumen« Hänschen!" Verzweifelt versucht die Mutter, dem kleinen Plagegeist zu entrinnen, und es gelingt ihr wahrhaftig. Als sie sich an der Tür umdreht, sitzt Hänschen ernsthaft über den Globus gebeugt, den Kopf nachdenklich in die Hand gestützt und mit den Fingern über die Meridiane fahrend. Schließlich bläst er langsam die Backen auf und versucht eifrig, die Erde um ihre Achse zu drehen. Oie Frühjahrsneuerscheinungen des Znsel-Berlages. Der Insel-Verlag zu Leipzig legt von der auf sieben Bände berechneten Stifter-Ausgabe zunächst die beiden ersten vor, die Stifters „Studien" enthalten. Dem erften, Band geht eine Einleitung von Max Mell voraus. Der Band ist mit einem Porträt in Lichtdruck nach einem Gemälde von Bartholomäus Szekelyi geschmückt. Von der bereits angekündigten Dickens- Ausgabe legt der Verlag die ersten Bände vor, vollständige Ausgaben der Romane „Die P i ck w i ck i e r " und „David Copperfield", beide mit je 40 Bildern nach den englischen Originalausgaben. Georg Büchners '„Werke und Briefe" liegen in neuer vermehrter Auflage vor. Die „Briefe Rainer Maria Rilkes aus den Jahren 1892 bis 1914" find in drei Bänden neu gegliedert zusammengefaßt. Mit den bereits erschienenen Briefen der späteren Zeit bilden sie eine Ausgabe „Gesammelte Briefe in sechs Bänden". An neuen Werken erscheinen: Ernest Claes „Donkelhof und Wasinghaus", Roman. Ernst Bertram „Hrabanus", aus der Michaels- berger Handschrift, Sprüche in Prosa. Eberhard Meckel „Durch die Jahre", Gedichte. Benno Papentrigks Schüttelreime. In der „Bibliothek der Romane" erscheinen: Charles de Coster „Die Hochzeitsreise", Theodor Fontane „Der Stechlin", Charles Sealsfielb „Das Kajütenbuch". In der Insel - Bücherei erscheinen folgende Bändchen: Michelangelo „Sibyllen und Propheten", farbige Bilder aus der Sixtinischen Kapelle; „Tilman Riemenschneider im Taubertal"; Kolbe „Bildwerke"; Arnim „Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau"; „Briefe der Frau Rat Goethe"; Edner-Efchenbach „Aphorismen"; Mell „Stifter"; B 1 u n ck „Gestühl der Alten"; Schneider „Elisabeth Tarakanow"; Timmermans „Ich sah Cäcilie kommen"; „Lieder des Hafis", Nachdichtungen von Bethge; „Die Saga vom Skalden ©unnlaug Schlangenzunge"- Die „Räuber" für sechs Personen. Die Schmierendirektoren früherer Zeiten verfügten meist nur über ein beschränktes Personal, fühlten sich aber trotzdem verpflichtet, die klassischen Drq/nen mit der großen Zahl von Rollen aufzuführen. Es gab von den wichtigsten Repertoirestücken „Bühneneinrichtungen", die auf den Mangel an verfügbaren Kräften Rücksicht nahmen. So konnte man für die „Räuber" eine „Ausgabe für 10 Darsteller benutzen, eine „Ausgabe B" für 8 und eine „Ausgabe C" für 6 Personen. In dieser letzten Fasfung waren nicht weniger als zehn Rollen und die ganze Räuberbande durch Briefe ersetzt So wurde zum Beispiel die Szene, in der Kosinsky auftritt, so gegeben, daß der Räuber Moor plötzlich einen Brief aus der Tasche zieht und sagt: „Schreibt mir da e junger behmischer Edelmann — er heißt Kosinsky —, i soll ihm seine Geliebte — sie heißt Amalia — retten helfen, die in den Klauen eines Tigers ihr Leben verseufzt. Na, dös kenn' man ja machen." Zeitschriften. — Die gezähmte Natur der Taxushecken, W* dodendronbüsche und Zierbäume war das Garten« paradies, das unsere Väter und Großväter sich UItl eine Villa mit Türmchen und Pilastern herum träumten. Wie der Garten aussieht, nach dem w>r uns heute sehnen, zeigt die neue 1 i n i e in ihrem März-Heft (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis lr* Mk.) auf großen farbigen Seiten, die sowohl den kleinen Wochenendgarten ohne Haus, wie den 9rtP ßen Wohngarten berücksichtigen und jedem Gaften- freund eine Fülle von Anregungen bringen. — abhängig das Haus vom Grundstück ist, zeigt. die Veröffentlichung fünf verschiedener Typen von Hausern, die aus fünf verschiedenen Landschaften herau entstanden sind. Große und kleine Vorschläge un heitere Randbemerkungen ergänzen die beiden Kerm thernen dieses Haus- und Gartenheftes. — 1,1 Freunde der Photographie werden entzückt sein vo den alten Familienbildern, den Frauen- und Ma nerbildnissen, die zum 100. Geburtstag des ticp bildes zusammengestellt sind und deren geheim Richard Hamann in seinem schönen Aufsatz &eute_ih, Der Landschaftsaufsatz ist diesmal Schlesien geww met. — Das Ergebnis des Erzählerpreifes der neue linie wird ebenfalls in diesem Heft bekcmntgege • gleichzeitig werden die Gewinner oorgeftellt uno erste Preisnovelle von Eugen Roth oerösientncy ■ Nr. 75 Drittes Blatt Mittwoch, 29. März My t> H Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus der Stadt Gießen. Abschied vom März. Fort mit dir, März, du warst nicht sehr freundlich! Noch einmal hast du uns Schnee ins Gesicht geschüttet, noch einmal hast du uns in die dicken Mäntel gescheucht,' und die Dekorateure der Schaufenster waren höchst beleidigt über dich. Denn in den Auslagen standen schon rosig und sehnsüchtig und leicht bekleidet die schlanken Mädchen in Tausendfarbendruck. — Ja, mit Farben übergossen, in Farben eingehüllt, lüftige Wesen, mit unbeschreiblichen Hüten, vor denen es uns Männern schauerte, vor Entzücken und (materieller) Angst zugleich: Sie standen, die Mädchen aus Gips, Holz, Wachs und was weiß ich, und streckten die Arme aus. Es' fror sie mitnichten. Es fror nur uns, die wir vorüberhasteten. Schnee fiel dicht, weiß in schönen Märchenflocken. Aber, März, auch deine Schneeflocken taugten nichts. Zumindest nicht im Tal. Auf der Straße'zerflossen sie wässrig. Kein Schlitten konnte über sie hingleiten, nichts. Doch der Wind blies kalt von den Hängen, der große, letzte Winterwind des Jahres. Sturm geht über den Kontinent. Wir Menschen in den Tälern und auf der festen Erde merken nicht einmal jehr viel von ihm. Wir sagen: „Puhl", schütteln uns, ärgern uns, drücken den Hut fester und gehen weiter. Aber lies nur, mein Junge, was der Sturm am Sonntag erst mit den Schiffen im Aermelkanal getrieben hat: er trieb sie zu Paaren. Es sang in den Masten, grün und kalt brauste das Meer und die Passagiere lagen in den Kabinen und waren mehr als grün. Und wenig half ihnen das kalte Geglitzer von den Küsten, denn der Weg der Lichter ist weit und von da an, wo du sie wie Sterne siehst, bis dorthin, wo das Schiff unter ihren Schutz geglitten ist, ist ein weiter Weg. Zumal im Sturm. Aber nun ist in zwei Tagen der März vorbei. Er hat bisher kaum eine Blüte zerstört. Die Blüten paßten auf. Die Blüten warten, bis der Märzen geht. Das Neue, Duftende, Lockende liegt schon in oer Luft. Wir spüren es alle. Wir beginnen schon wieder leichtsinnig den Mantel zu öffnen. — Wir reißen die letzten Märzblätter im Kalender ab. So erleichtert... r. k. Vomotizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Frauenschaft / Frauenwerk Gießen - Nord: 20.15 Uhr Cafe Leib Gemeinschaftsabend. — Stadttheater: 19 bis 22.30 Uhr „Der Rosenkaoalier". — Gloria-Palast, Seltersweg: ,.Bel Ami“. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich verweigere die Aussage". — Frühjahrsmarkt (Schaumesse) auf Os- waldsgarten. Gastspiel von Kammersänger Franz S ch u st e r (Staatstheater Karlsruhe). Heute abend im Stadttheater Wiederholung der Oper „Der Rosenkavalier" von Richard Strauß. Als Gast wirkt Kammersänger Franz Schuster vom Staatstheater Karlsruhe mit. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Hans Geißler, Bühnen- lbilder: Karl Löffler. Die Intendanz macht darauf .aufmerksam, daß diese Vorstellung um 19 Uhr be- iffinnt und nach 22.30 Uhr endet. Mittwoch-Miete, !25. Vorstellung. Bezirksverwaltungögencht Gießen. In seiner Sitzung vom 25. März fällte das Be- ^lrksverwaltungsgericht Gießen folgende Entschei- , Die Klage der Katharina Gerhard in Ober- Mörlen wegen Versagung des Wandergewerbescheins flfür 1939 wurde als unbegründet kostenpflichtig ab- ggewiesen. Dem Antrag des Otto Schmidt in Bad-Nau- Heim (Kläger) auf Cxteilung der Erlaubnis zum Wetrich einer Gastwirtschaft im Privat-Hotel „Villa OGrunewald" wurde — vorbehaltlich der Nachprüfung Ler Bedürfnisfrage — stattgegeben. Die Gaubesten im Reichsberufswettkampf ermittelt. NSG. Der Gauentscheid im diesjährigen Reichsberufswettkampf fand am gestrigen Dienstag in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. mit der Verkündung der Gaube st en in den verschiedenen Wettkampfgruppen sein Ende. Zu der Abschlußkundgebung des Gauentscheids im Reichsberufswettkampf hatten sich am Dienstagvormittag die 2200Kreissieger aus dem Gau Hessen-Nassau in einer Montagehalle der Adler-Werke versammelt, um nach drei heißen Wettkampftagen der Siegeroerkündung beizuwohnen. Nach der Eröffnung der von HI. und Werkschar gestalteten Feierstunde durch Bannführer Becker, den Gaubeauftragten für den Reichsberufswettkampf, ergriff Gauobmann Becker das Wort. Einleitend sprach er von dem großen Verdienst, das sich die HI. mit der Schaffung dieses beruflichen Wettkampfes erworben habe, um dabei die gute Zusammenarbeit zwischen der DAF. und der HI. herauszustellen. Damit verband er seinen besonderen Dank für Bannführer Becker, den Gaubeauftragten des RBWK., der im diesjährigen Berufswettkampf vorbildliche Arbeit geleistet habe. Er führte dann weiter aus, daß wir durch Leistung und Können dem Führer und dem Volk am besten unseren Dank abzustatten vermögen. Nur die beste Arbeit ermögliche Deutschland, seinen Platz an der Sonne zu behaupten. Reichsberufswettkampf und Leistungskampf seien eng miteinander verbunden, da sie der Steigerung, der Leistung des einzelnen und der Gemeinschaft dienen. Er schloß mit dem Appell, die Jungen und Mädel, Männer und Frauen mögen immer wieder am RBWK. teilnehmen, um ihren Willen zur zur Leistung zu bekunden. Anschließend sprach Gebietsführer Brandt, der zunächst den Wettkämpfern, Wettkampfleitern und den zahllosen unbekannten Helfern für ihre Unterstützung dankte. Dann betonte er, es sei nicht entscheidend, wer Gaubester geworden sei, sondern allein entscheidend sei, daß alle das Gefühl hätten, an einer großen Sache mitgewirkt zu haben. Der RBWK. stelle kein ^Preisausschreiben dar, in dem man etwas gewinnen könne, sondern er gebe jedem Teilnehmer das stolze Bewußtsein, seine Pflicht Deutschland und der nationalsozialistischen Bewegung gegenüber erfüllt zu haben. Der schönste Lohn sei das Gefühl, sich voll eingesetzt zu haben. Bannführer Becker verlas sodann die Namen der G a u b e st e n , die in den einzelnen Sparten ermittelt worden waren. Aus diesen Gaubesten wer- Die Wehrabzeichen-Arbeit unserer SA. - Im Bereiche der SA.-Standarte 116 fanden am vergangenen Samstag und Sonntag wieder Prüfungen zur Erlangung des SA.-Wehrabzeichens statt. Die Prüflinge, die in SA.-Wehrabzeichen- Gemeinschaften auf sportlichem, wehrsportlichem und geländesportlichem Gebiet ihre Ausbildung erhielten, mußten nunmehr ihre erreichte Ausbildungsstufe unter Beweis stellen. Trotz des ungünstigen Wetters wurden gute. Leistungen erzielt. Dies ist auch zugleich ein Gradmesser für den hohen Stand der Ausbildung. Während der mehrmonatigen Ausbildungszeit hat sich unter den Männern der SA., der Politischen Leitung und des NSFK. eine gute Kameradschaft herausgebildet, die ein erfreuliches Bild der engen Zusammenarbeit der Partei und ihrer Gliederungen zeigt. Hitler-Jugend Bann 116. Stamm 1/116. Am kommenden Donnerstag findet 20.15 Uhr eine Führertagung der Gefolgschaftsführer statt. Vertreter können nicht entsandt werden. Ort: Standortdienststelle Seltersweg. ..Heil Hitler! Dr. Schneider, Oberstammführer. den von der Reichsstelle des RBWK. bann die Gausieger ermittelt, die an dem Reichsentscheid in Köln teilnehmen werden. Aus der Namensliste geben wir folgenden Aus« zug für Oberhessen: Gruppe Nährstand. Landmädel ohne Fachschule (Leistung-« klasse 1): Lilli Sterck, Bettenhausen /Kr/Gießen). Geflügelzüchterinnen: L.is«mtte Hüb« n e r, Gießen. Bauer mit Fachschule: Richard V o g e l, Mainzlar (Kreis Gießen). Melker: Erich Heinscher, Selgendorf bei Ulrichstein (Lehrgut der Landesbauernschaft). Forstanwärter: Alexander Aug. Häuser, Ockstadt. Gärtner, Fachgebiet Baumschulen; Willi Engelhardt, Heuchelheim. Gruppe Nahrung und Genuß. Molkerei (Frischmilch): Otto Schorn« bert, Storndorf bei Alsfeld. SPITZENLEISTUNG OPEL Molkerei (Laboranten): Marie W e l« ler, Lauterbach. Hilfsarbeiter: Helga Maurer, Lauter« bad). Gruppe Hausgehilfen. Im hauswirtschaftlichen Jahr: Liefet Klinket, Büdingen. Tagesmädchen: Maria M a i d h o f. Lich^ Gruppe Wald und Holz. Fachschaft Sägewerke: Heinrich Klein« b ö h l, Nidda. Fachschaft Forstanwärter: Paul Pfeifer, Forstschule Schotten. Fachschaft Hilfsarbeiterinnen: ßinct Schneider, Lollar (Kreis Gießen). Gruppe Eisen und Metall. Betriebselektriker: Erich Rudolfs Wetzlar. Gruppe Steine und Erden. Pflast er st einmacher: Martin Kaiser II., Ober-Widdersheim. Ziegler: Erwin Jammer, Gießen. Feuerfest forme r: Wiegand P f ei l, Mainz« lar. Gruppe Bergbau. BL *'* ^z'* Links oben: Beim Entfernungsschätzen. Nebenstehend: PL., NSFK. und SA. beim Keulenzielwurf im Gemeinschaftskampf um das SA.-Wehrabzeichen. (Aufnahmen |2]: Geilfuß, SA.-Standarte 116.) Bergjungmann über Tage: Felix K l i« inowicz, Trais-Horloff. Bedienungsmannschaften maschine l« ler Anlagen: P. Leop. L i e b e r t, Trais« Horloff. Gruppe Textil. Leinenweberei: Otto Hansel-, Kreis Als« feld-Lauterbach. Gruppe Leder. Schuhmacherhandwerk:, Fritz Becker, Kreis Alsfeld-Lauterbach. Gruppe Bekleidung. Schneiderhandwerk: Friedrich Wolf, Kreis Alsfeld-Lauterbach. Kopfbekleidung: Alfred R i n n i n 5 I a n b, Kreis Alsfeld-Lauterbach. Gruppe Druck und Papier. Arbeiterinnen in der Papi et her« stellung: Erika R a s ch , Oberschmitten. Papierausrüster: Hermann Eberhard, Oberschmitten. Am Witdkarnickelbau. Von Karl Scherer. I Als Langohr, der alte Kaninchenrammler, daran- ning, seinen Bau am Hang des Föhrenhügels zu Mallen, standen die jungen Kiefern noch dicht und buschig, Schnee und Regen mußten schon tagelang । allen, ehe die Niederschläge den lettigen Grund durchweichten. Nur wenn der Wintersturm die Mocken in Masse von der Blöße im Grund unter loie Kusseln fegte und fußhohe Wehen auftürmte, Mtten der Flitzer und seine zahlreiche Nachkommenschaft ihre Not im Kampf gegen Wind und Wetter. Im Sommer und Herbst aber war's still mnd heimlich an der entlegenen Föhrenhalde, zu wer sich selten ein Mensch verirrte: Heidekraut trieb 'n dichten Wellen und den Stämmchen, Astmoos und Wurmfarn wucherten zwischen den Stauden und gaben Schutz und Deckung gegen Sicht von l'ben und außen. Doch die Jungföhren wuchsen rasch heran. Manche fielen der Fichtenmotte zum Opfer, andere erstickten, weil die Stärkeren sie im Wachstum Aberholten und das dunkle Nadeldach ihnen Licht ind Luft nahm. So wurde es lichter unter den Stämmchen, und mit der zunehmenden Durchstch- logteit der Schonung wuchs die Gelahr für ihre i Bewohner. * Die Sonne steht schon tief, die hohen Stämme । :oerfen lange Schatten. Am Bau unter den Bäumen regt sich's. Behutsam und zögernd schiebt sich her alte Rammler aus der Röhre, hockt sich vor । Ker Einfahrt nieder und sichert lange in die Runde, äoch der schnuppernde Windfang — für die unberührte Hasensippe die wirksamste Schutzwaffe — i nimmt keine gefahrdrohende Witterung auf. Schon will er in hastigen Fluchten zwischen den sprossen- !°n Weichselbüschen untertauchen, um die weiche Irinbe zu schälen, und die ersten grünen Blatt- I tnofpen zu äsen — da ist er wie der Blitz wieder I i'i der Röhre verschwunden. Denn der große dunkle | Schatten, der in hoher Fahrt unter den Bäumen I hi-rangleitet, ist der gefürchtetste unter seinen gefederten Feinden — der Hühnerhabicht, der zur ' Brutzeit und während des Sommers unter seinen ?■ 2-rtgenossen fürchterlich Musterung hält. Kurze Zeit tsocft er auf dem Dürrast der Sck)warzkiefer, dann l! streicht er weiter seinem Schlafbaum am Wald- - rund über den Wiesen zu ... !Im März steht der Laubwald noch kahl und | grau, doch der Vorfrühling hat schon an Busch u.ib Baum fein Wesen, Sauerklee und Wind-. röschen kommen hervor. Die schlimmste Zeit des Jahres, wo die erfahrene Urahne des Stammes die Hauptröhre im Innern des Baues durch eine feste Wand abfchließen mußte, um dem eisigen Ost- zug den Durchzug zu versperren, und alt und jung sich auf engem Raum zu wechselseitiger Erwärmung zusammenschob, liegt zurück. Auch im Kaninchenbau will es Frühling werden. Das stärkste Paar hat die schwächeren verdrängt, um Raum zu schaffen für den bald zu erwartenden Nachwuchs. Die Verdrängten haben in der Nähe alte verlassene Röhren bezogen ober neue gegraben. * Mutter Graubalg hat es schwer. Bei Kaninchens erneuern sich die Mutterfreuden während des Frühlings und des Sommers fast alle sechs Wochen, und das geht so bis in den Oktober und bei milder Witterung bis in den November hinein. Oft gräbt die Zibbe iij der weitläufigen Burg eine abgelegene, mit weicher Hasenwolle ausgepol- stete Kammer, die den empfindlichen Nachkommen Schutz gegen die groben Zärtlichkeiten des Familienvaters gewähren soll, ober sie bringt ihre Jungen in einem abseits des Hauptbaues unter Wur- zelftöcken gelegenen Notbau zur Welt, wo die rasch Heranwachsende Generation bleibt, bis sie der unmittelbar folgenden Platz macht. Nicht viel größer als eine Faust, huschen die grauen Flitzer von Röhre zu Röhre rupfen an Halm und Kraut oder recken sich neugierig zu handhohen Kegeln auf. Nun jagen sie sich munter über den Grasgrund, daß die steil erhobenen, leuchtendweißen „Blümchen" in der Sonne blitzen, oder balgen sich wie luftige Rängen. Da taucht zwischen den Bäumen das Ochsengespann des Bauern auf — und wie die Gnomen im Märchen ist das Rudel in den Röhren verschwunden — mit gutem Grund: kein anderes Kleinwild ist von so vielen Feinden umdroht wie das Wildkarnickel. * Maisonne über dem frisch ergrünten Buchenhochwald. Auch Familie Reineke hat sich wieder einmal vermehrt; sieben Iungfüchse lungern in den Röhren des labyrinthischen Baues herum und schreien nach Fraß. Vor der Hauptröhre liegen Entenruder, Fasanenschwingen und Rebhuhnflügel durcheinander, und wenn der Förster nicht bald aufräumt, hat er über Wochen sieben rote Räuber mehr im Revier. Der aber will heute den starken Bock bestätigen, der allabendlich um die Dämmerstunde durch die Bachsenke an dem alten Kaninchenbau vorüber nad) der Kleebreite am Waldrand zieht. Gut gedeckt liegt der Grünrock mit dem starken Griffon neben sich im hohen Gras; die Blöße läßt er nicht aus den Augen. Aus den Röhren unter ihm kommt nach und nach ein Dutzend grauer Wichtelmänner hervor und tummelt sich zwischen den Stauden, denn der Wind steht gut. Die Sonne ist versunken, doch das Büchsenlicht hält noch an. Da wird der Rüde unruhig und windet leise winselnd mit erhobenem Windfang nach dem jenseitigen Hang hinüber, von dem fidj dichte Junglärchen wie eine grüne Wayd herabziehen. Zwischen dem Heidekraut unter den Lärchen schimmert es rot, und ein dunkler Strich schiebt sich lautlos aus der Schonung durchs hohe Gras; nun tauchen da und dort noch andere Spitzbubengesichter auf, geduckt und lauernd schleichen sie der Alten nach — die Fähe aus dem eine halbe Stunde entfernten Bau im Hochholz hat ihr Geheck zu einem Ueber- sall auf Familie Graubalg herangefuhrt. Zweimal blitzt es auf, den dritten Rotrock würgt der scharfe Drahthaar ab; die flinken Schemen haben die Röhren eingeschluckt. Morgen in der Frühe wird der Dackel des Försters die vier Ueberlebenden aus dem Mutterbau holen... Hochschulnachrichten. Professor Dr. Konrad Rieger, em. Ordinarius für Psychiatrie an der Universität Würzburg, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Professor Rieger wurde 1878 Assistenzarzt an der Psychiatrischen Abteilung des Julius-Spitals in Würzburg, wo er sich 1882 habilitierte. Vier Jahre später wurde er Professor für Psychiatrie und Oberarzt des Julius-Spitals. Seine Ernennung zum Ordinarius erfolgte 1895, seine Emeritierung 1925. Seine Arbeitsgebiete waren Schädellehre, neurologische, physiologische, psychologische, psycho-pathologische und ge- richtlich-psychiatrische Fragen usw. Die Freudsche Psychoanalyse hat Professor Rieger frühzeitig bekämpft. Professor Dr. Wilhelm Franz, der em. Ordinarius der englischen Philologie an der Universität Tübingen, beging seinen 80. Geburtstag. Professor Franz hat von 1897 bis 1929 in Tübingen gewirkt; sein bedeutendes Werk über Shakespeares Sprache, Metrik und Rhythmus erscheint jetzt in vierter erweiterter Auflage. Geh. Hofrat Professor Dr. Karl Diehl, der em. Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg, vollendete fein 75. Lebensjahr. Diehl habilitierte fick) 1890 in Halle, wurde burd) 1893 ao. Professor und folgte 1898 einem Rufe an die Universität Rostock, ein Jahr später an die Universität Königsberg. 1908 ging er nach Freiburg, wo er nach Ablehnung von Berufungen nach Breslau und Halle bis zu seiner Emeritierung 1934 gelehrt hat. Der Gelehrte hat sich vorwiegend mit S"o- zialwifsenschaften beschäftigt. Lichtspielhaus: „Ich verweigere die Aussage". Der Titel klingt heftig nach einem Kriminalreißer älteren Stils, aber der Fall ist offenbar ernstgemeint und die Schwurgerichtsverhandlung nur das letzte, allerdings entscheidende Kapitel einer langsam brüchig gewordenen, kinderlosen Ehe. Die Ehefrau, die vor der Scheidung steht, um sich anderweitig zu verheiraten, ist der Beihilfe zum Mordversuch an ihrem Gatten angeklagt. Zum Glück kommt dieser mit dem Leben davon, während sich der Täter der irdischen Gereck)tigkeit entzieht. Die Verhandlung steht lange auf des Messers Schneide, weil eine Hauptzeugin^ welche die Angeklagte entlasten könnte, aus selbstsüchtigen Motiven die Aussage verweigert. Dennod) kommt das Gericht, was man kaum noch zu hoffen wagte, zu einer Freisprechung, und die Ehegatten finden sick) wieder. Die Fabel ist, wie man wohl schon diesen knappen Andeutungen entnehmen wird, nid)t eben besonders erfreulich, und der Besuck)er wird vermutlid) auch einige ungeklärte Fragen mit nach Hause nehmen. Immerhin ist der von Otto Linne-- kogel inszenierte Film geeignet, zum Nachdenken über die manchmal hoffnungslose Verflechtung menschlicher Beziehungen wie über die Fragwürdigkeit des Indizienbeweises und der subjektiv getrübten Zeugenaussage anzuregen. Olga Tschechowa und Albrecht Schoenhals spielen mit dankbar empfundener Dämpfung von Gefühlsausbrüchen und Wahrung der Formen das Ehepaar, Gustav Dießl den ein wenig undurchsichtigen, berühmten Dritten. Ein neuer Name: Hanne Mertens; man kann den Umfang ihrer Begabung nach dieser Rolle kaum abschätzen^ möglicherweise beginnt hier eine interessante darstellerische Entwicklung. Die menschlich bewegteste Gestalt gibt wohl Frieda Richards in den paar knappen Szenen der alten Mutter. Mit schönem Temperament und überzeugender Wärme spricht Hans Brausewetter die Rede des Verteidigers. Vom übrigen Ensemble seien Herbert Hübner, Paul Otto und Ewald W e n ck gendnnt. — (Märkische-Panvrama-- Schneider-Südost.) * Die neue Tobis-Wochenschau und ein aufklärender Film über Rundfunkstörungen vervollständigen das Programm. Hans Thyriot. Wohnungsgrundriß und Lnstallationstechnik. Die Stadtwerke Gießen hatten für den gestrigen Abend zu einem Vortrag in den Hörsaal des Chemischen Instituts eingeladen, der in erster Linie diejenigen Interessenten vereinigte, die mit Wohnungsbau und Jnstallationstechnik zu tun haben. Dr. G o e r e s hieß die Zuhörer und den Redner willkommen. Oberingenieur Lothar Pohl, der Leiter der Abteilung „Wasser" in der Zentrale für Gas- und Wasserverwendung Berlin, sprach über das Thema „Der Wohnungsgrundriß und seine Abhängigkeit von der Installationstechnik unter besonderer Berücksichtigung der wasserhygienischen Einrichtungen". . Der Redner ging davon aus, daß das Streben nach einer besseren Wohnkultur so alt sei, wie die Menschheit selbst. Wenn man von den technischen Bedürfnissen in der Wohnung spreche, übergehe man aber meistens das erste und wichtigste Bedürfnis, den Wasseranschluß an eine zentrale Versorgung. Die Frage des Wasseranschlusses sei durchaus nicht selbstverständlich, und auch auf diesem Gebiete gebe es noch manches Problem zu lösen. Leider fehle dem größten Teil der Woynungen noch eine wasserhygienische Einrichtung zur regelmäßigen Körperpflege. Die Gesunderhaltung unserer Jugend ist unsere wichtigste Aufgabe! TNeldet der 3XS*B. Freiplähe für Kinderlandverschickung! Diese Einrichtung fehle vor allem in Wohnungen, in denen sie am notwendigsten sei. Gerade die körperlich arbeitende Bevölkerung mit geringem Einkommen bedürfe besonders der Möglichkeit einer Verbesserung der Gesundheitspflege. Bäder seien meist nur in den teuren Wohnungen vorhanden. Die berechtigte Sorge um die Gesundheit aller Schaffenden und ihrer Familien fordere für jede Wohnung eine Badeeinrichtung. Diese Forderung lasse sich, so sagte der Redner, ohne weiteres durchführen. Ein geräumiges Badezimmer sei dazu gar nicht nötig. Die Badewanne sei keine unbedingte Notwendigkeit. Vielmehr sei der Dusch- und Brauseanlage alle Aufmerksamkeit zuzuwenden. In seinen weiteren Darlegungen sprach der Redner über die kostenmäßig tragbare Warmwasserversorgung für diese Duschanlagen und zeigte außerdem eine Reihe von Plänen, in denen glückliche räumliche Lösungen ohne fühlbare Einschränkungen des an sich schon geringen Wohnraumes festgelegt waren. In grundsätzlichen Darlegungen beschäftigte sich der Redner außerdem mit dem hohen Wert des Wassers für die Pflege der Gesundheit und die Erhaltung des Lebens überhaupt. Gchlußfeier der Landwirtschastsschule Gießen. Die Landwirtschaftsschule Gießen hielt im Saalbau Liebigstraße ihre Schlußfeier ab, zu der auch Kreisbauernführer Ott, der Stabsleiter der Kreis- bauernschaft, Dr. Craemer, Tierzuchtdirektor, Landwirtschaftsrat Dr. E. Wagner, Beigeordneter Nicolaus, mehrere Ortsbauernführer und viele Eltern und Gäste erschienen waren. Die Jungen und Mädchen gaben mit ihren Gedichten, Schargesängen und Volkstänzen einen Einblick in die Fülle des Unterrichtsstoffes. Mit ihren Turn- und Gymnastikübungen zeigten sie, daß auch die Leibesübungen hier eine Pflegestätte gesunden habetz. Ein Schüler sprach über die Aufgaben des Bauern in der Erzeugungsschlacht, und ein Mädchen, die 2. Gausiegerin im Reichsberufswettkampf des Vorjahres, sprach über die Erleichterungen, die notwendig sind, um die Bauersfrau zu entlasten. Der Direktor der Schule, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Lung, dankte allen Eltern, die ihre Kinder in die Landwirtschaftsschule geschickt haben, für ihre Mithilfe. Er stellte die Erfolge der Schule in den Vordergrund, an der Lehrerinnen, Lehrer und Referendare ihre Staatsprüfung abgelegt haben, und berichtete mit Stolz davon, daß durch die Jungen der 1., 2. und 6. Kreissieger, von den Mädchen die Die Landwirtschaft braucht Mdei aus dem Pflichtjahr! Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: In der Tagespresse ist in den letzten Wochen wiederholt darauf hingewiesen worden, daß das Pflichtjahr für Mädchen vor allem den Zweck hat, der deutschen Landwirtschaft zusätzliche Arbeitskräfte zuzuführen. Wenn heute wegen des Kräftemangels in einzelnen Gebieten des Reiches bereits die Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Erzeugungsstandes gefährdet ist, bann ist wirklich der äußerste Zeitpunkt gekommen, um den bäuerlichen Betrieben wirksam zu helfen. Leider zeigen die bisherigen Erfahrungen der Arbeitsämter bei der Durchführung des Pflichtjahres, daß ein recht erheblicher Teil der Eltern und Mädel den Sinn dieser Einrichtung noch nicht in vollem Umfange erfaßt oder jedenfalls noch nicht die persönlichen Folgerungen für sich gezogen hat. In den größeren und Großstädten des Landesarbeitsamtsbezirks Hessen hat sich der überwiegende Teil der Mädel zur Ableistung des Pflichtjahres in städtischen Haushalten gemeldet, während der Hauptbedarf an Pflichtjahrmädeln auf dem Lande gegeben ist. An die Eltern und vor allem an die Müller ergeht deshalb der Appell, sich den Notwendigkeiten des Augenblicks nicht zu verschließen. Jede Mutter muß erkennen, daß die Arbeit in der Landwirtschaft für alle Mädchen, die dafür geeignet sind, eine Pflicht ist, der sich niemand entziehen kann; jede Mutter sollte sich der Verantwortung bewußt sein, die ihr bei der Beratung und Beeinflussung ihres Kindes zufällt. Vor allem müßten sich die Eltern auch vor einer allzu, großen Aengstlichkeit hüten, die nach den tatsächlichen Verhältnissen unbegründet ist. Sie müssen sich, wenn die Mädchen das Kindesalter überschritten haben, auch einmal enl- schließen, sie aus ihrer ständigen Betreuung fortzulafsen. Die Mädchen sollen Gelegenheit erhalten, sich in fremden Verhältnissen zurechtzufinden und mit wachsender Selbständigkeit einen eigenen kleinen Arbeitsbereich auszufüllen. Dssr an sich verständlichen Sorge der Eltern um das Wohlergehen ihrer Kinder wird von den Arbeitsämtern in jeder nur möglichen Weise Rechnung getragen. Jede Arbeitsstelle auf dem Lande wird vom Reichsnährstand geprüft; dieser übernimmt gemeinsam mit BDM. und dem Arbeitsamt die Betreuung der Pflichtjahrmädel. Im übrigen aber sind die Mädel nicht aus der Welt; sie bleiben im Bezirk der Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen, also in der engsten oder näheren Umgebung. Selbstverständlich werden Mädchen, die körperlich nicht leistungsfähig fifib, nicht für landwirtschaftliche Stellen ausgewählt. Aber normal entwickelte Mädel pflegen sich erfahrungsgemäß bei der Landarbeit sehr gut herauszumachen; sie tragen durch den Aufenthalt auf dem Lande einen dauernden Gewinn für ihre g'anze körperliche Entwicklung und ihr ferneres Leben davon, ganz abgesehen von der Erweiterung ihres Gesichtskreises und der allgemeinen Bereicherung, die jeder Städter empfängt, der nicht nur zu Besuch, sondern zum Mitleben und Mitarbeiten auf dem Lande geweilt hat. Neben der verständlichen Sorge der Eltern um ihre Kinder werben aber vielfach von den Erziehungsberechtigten auch Gründe für die Einweisung in einen städtischen Haushalt vorgebracht, die in keiner Weise als berechtigt ober auch nur verständlich angesehen werden können. Das Pflichtjahr wird von manchen Volksgenossen immer noch als ein lästiges liebel empfunden, mit dem man auf die angenehmste Art fertig werden möchte, und so meint man dann, es wäre am bequemsten, wenn das Kind in der Stadt verbleibt. Oder aber die Mädel bzw. deren Eltern wollen die Verzögerung des Eintritts in einen gewerblichen ober kaufmännischen Beruf dadurch umgehen, daß das Mädel außer feiner Tätigkeit im Haushalt am Abend schon einen Stenographiekursus mitmacht ober eine ähnliche zusätzliche Ausbildung bekommt. All diese Versuche lassen sich mit dem Sinn des Pflichtjahres nicht in Einklang bringen. Für alle Pflichtjahrmädchen, die später in einen gewerblichen oder kaufmännischen Beruf gehen wollen, beginnt die Berufsausbildung ein Jahr später. Es geht nicht an, daß einige Mädchen deshalb in städtische Haushalte vermittelt werden wollen, um gegenüber den übrigen einen Vorsprung in der Berufsausbildung oder einen sonstigen angeblichen oder tatsächlichen Vorteil zu erzielen. Da die Eltern und Mädel zum größten Teil nicht von sich aus zu der richtigen Einstellung zum Pflichtjahr gekommen find, hat der Präsident des Landesarbeitsamts Hessen die Arbeitsämter seines Bezirks angewiesen, fortan körperlich geeignete Mädel nur noch in landwirtschaftlichen Stellen a n- zusehen und solchen Mädeln auch nur die Zustimmung zum Antritt einer Stelle in der Landwirtschaft zu erteilen. Neben der ländlichen Arbeitsstelle steht gleichberechtigt die Mitarbeit im Landdienst der HI. Mädel, die das erforderliche Alter erreicht haben und im weiblichen Arbeitsdienst Aufnahme finden, können auch auf diese Welle einen Teil des Pfiichtjastres ableisten. Das hauswirtschaftliche Jahr auf dem Lande schließlich ist für diejenigen Mädel bci- behallen worden, die gern aufs Land gehen wollen, aber noch nicht den vottm Arbeitsplatz einer Jugendlichen ausfüllen können. Ferner gibt es auch Amfchulungslager, in denen die Stadtmädel zunächst zu einer Gruppe zufam- mengefaht und mit den ländlichen Verhältnissen und der landwirtschaftlichen Arbeit vertraut gemacht werden. Es ist nichts Außergewöhnliches, nichts Unbilliges, was von den Eltern und Mädeln verlangt wird, es ist etwas, was Tausende von deutschen Madeln schon erprobt und mit bestem Erfolg geleistet Haben. Der Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften wird voraussichtlich noch lange Zeit anhalten. Es hat daher keinen Sinn, mit der Ableistung des Pflichtjahres etwa zu warten. Das Mädel verliert dadurch nur Zeit, gewöhnt sich an ein leichtes Tagewerk und muß dann später doch den Dienst in der Landwirtschaft ableisten. Darum ist es VZ5 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Holl überlegte zornig, ob er sich diesen Herrn Tinser nicht kaufen sollte. Es war für ihn eine ausgemachte Sache, daß Tinser fein Nachfolger war. Wozu wäre Maxie sonst mit diesem Herrn nach Gattersee gefahren? Holl kaute aus einer Glas- rispe herum und stellte sorgenvoll fest, daß ihm das abtrünnige Mädchen Maxie viel mehr zu schaffen machte als gut war. Ringsum duftete es stark nach Harz, noch Kiefern und Mutter Erde. Ein fleißiger Käfer turnte an einer Marguerite herum, und Grashüpfer sprangen durch die grüne Wildnis. Geschäftige Ameisen liefen kopflos über einen ausgetretenen Pfad, als hätten sie etwas vergessen. Holl preßte sein Gesicht zwischen die Pflanzen und hörte den gesunden Schlag seines Herzens. Er gestand sich, daß er Maxie noch immer liebe, sonst wäre ja alles viel einfacher. In der Ferne meinte ein Kind in langgezogenen Tönen. Andere hatten demnach auch ihre Zusammenstöße mit dem Leben, dachte er, aber es war ein spärlicher Trost. Nun setzten die Töne aus; jetzt kamen sie wieder. War das überhaupt ein weinendes Kind? Das klang doch mehr nach Stöhnen. Holl stützte sich auf die Ellbogen und lauschte. Dann erhob er sich, um nachzusehen. Es schien aus dem Wäldchen zu kommen. Er ging am Rand des Jungholzes entlang. Die langgezogenen Töne nahmen an Stärke zu, ein heller Stein kam in Sicht, der wie eine Bank aussah. Holl drang in die Büsche, kreuz und quer,. immer diesen klagenden Vokalen nach, räumte Blätter zur Seite und Föhrennadeln und stand endlich, ziemlich erschrocken, vor einem menschlichen Körper, der sich schwach bewegte und mit dem Kopf noch im Dunkeln lag. Holl bückte sich, schob Zweige auseinander und erkannte voll Entsetzen Tinser. Holls nächster Gedanke war: hier liegt ein danebengelungener Selbstmord vor. Denn Gesicht und Kleider Tinsers waren mit Blut verschmiert. Da Holl aber weder Waffe noch Einschußöffnung fand, entschied er sich für Mordanschlag. Tinser hatte die Lider geschlossen und schrie unterdrückt, als Holl ihn anfaßte. „Was ist denn geschehen?" Nur Stöhnen als Antwort. „Hat Ihnen jemand was getan?" rief Holl in das fremde Ohr. Tinser schlug die Augen auf. „Wer hat Sie denn so zugerichtet, Mann? Wie? Ich verstehe nicht! Gaidl sagen Sie? Gaidl?" Tinser machte kraftlos eine bejahende Kopfbewegung. „Ja, wer ist denn dieser Gaidl? Gaidl, Gaidl — kenne ich nicht." Plötzlich hatte er eine Erleuchtung. „Ist Gaidl etwa jener Mann, den Sie in Seesham bei sich im Wagen hatten?" Tinser nickte. „Er hat Sie niedergeschlagen? Warum denn nur? Wegen Geld?" Tinser gurgelte undeutliche Worte, mit denen sich Holl nicht zurechtfand. Zwei derselben kehrten immer wieder: das Wort „Einbruch" und das Wort „Föpplfaden". Holl hatte keine Ahnung, wie das zusammenhing. Er sagte: „Ich hole jetzt Hilfe. Ich komme gleich wieder." Dann stürzte er davon. Er lief nach der Fabrik und alarmierte, was ihm in den Weg kam. Sein Gerenne und Geschrei lockte auch den Hausmeister herbei. „Was ist denn los? Brennt es?" „Man hat Tinser überfallen. Er liegt schwer verletzt drüben im Wäldchen. Wir brauchen eine Tragbahre. Wo bleiben denn diese langweiligen Brüder? Sie kommen doch auch mit, Giesecke?" „Jawoll, natürlich!" murmelte der verstört. Als Holl mit seinen Helfern an di,e Unglücksstelle zurückkam, war Tinser ohne Bewußtsein. Man trug ihn ins Krankenhaus. Es dauerte nicht lange, so erschien Paula Gieseke, atemlos, halb gelähmt vor Schreck und ganz verweint. Als sie Tinser gewahrte, den man inzwischen zu Bett gebracht hatte, schrie sie hemmungslos: „Mein Gott, wie haben sie ihn zugerichtet! Alles voll BlutI Aber ich weiß schon, das war — dieser Mensch, dieser Verbrecher! Ach, Desi, was haben sie mit dir angestellt? — Muß er sterben?" wendete sie sich totenblaß an Dr. Holl. „Das wollen wir nicht hoffen. Ich muß erst untersuchen", tröstete er. Die Diagnose lautete: Schlag llstt einem harten Gegenstand, Zerreißung der Kopfschwarte, Gehirnerschütterung und Bluterguß m die Gehirnhäute. Der Schädelknochen war zum Glück nicht geborsten. Ob in der Tiefe noch weitere Verletzungen Vorlagen, entzog sich der Entscheidung. Man konnte nichts tun, als abwarten. Holl nahm mit einiger Verblüffung zur Kenntnis, daß zwischen Herrn von Tmser und Fräulein Gieseke nähere Beziehungen bestanden. Gleich zwei Liebchen, das ist em bißchen mel, dachte er bitter. Anschließend hatte Holl eine zwar nur geflüsterte, aber desto wichtigere Unterredung mit dem Hausmeister. „Haben Sie eine Ahnung, Gieseke, wen Ihre Tochter mit dem Verbrecher meint?" Emil Gieseke schüttelte den Kops. Auch ihm war neu, daß sich zwischen dem Baron und Paula etwas angesponnen hatte. Er nahm das mit gemischten Gefühlen auf und machte eine verkniffene Miene. Leider war zu einer sofortigen Aussprache hier durchaus nicht der Ort. Später würde er ja hören. „Wissen Sie, wer Tinser Überfällen hat, Gieseke? Ein gewisser Gaidl, wenn ich recht verstanden habe, jenes Subjekt aus Seesham, von dem ich Ihnen erzählte: unser Kabinenmann. Tinser hat vorhin auch etwas von Einbruch und Föpplfaden gestöhnt. Immer wieder hat er diese zwei Worte gebraucht. Können Sie sich das zusammenreimen? Die neue Erfindung ist doch noch gar nicht in Betrieb", sagte Holl. Gieseke erschrak sichtlich und erwiderte: „Lieber Himmel, es wird doch nicht das Herstellungsgeheimnis in Gefahr sein? Vielleicht will man einbrechen und das Manuskript stehlen? Ich muß sofort zum Chef. Hat der Baron sonst noch etwas geäußert?" „Gar nichts. Nur diese Worte." Emil Gieseke rannte hinaus. Holl und die Schwestern hatten vollauf damit zu tun, das verzweifelte Mädchen zu beruhigen und zum Gehen zu bewegen. Als Holl den Hausmeister einige Zeit später wieder traf, zog ihn Gieseke beiseite. „Ich habe Herrn Hegemann alles berichtet. Der war natürlich furchtbar erschrocken. Er meint auch, daß er es auf den Tresor abgesehen hat. Aber diese Burschen sollen nur kommen. Wir versalzen ihnen schon die Lust an Einbrüchen",^sagte der alte Mann grimmig. < „Ja, glauben Sie denn, daß Gaidl und Konsorten sich das jetzt noch trauen? Das erscheint mir zweifelhaft. Sie müssen doch damit rechnen, daß Tinser gefunden wird." „Damit rechnen sie eben nicht, Herr Doktor. Sie halten Tinser für tot. Ist ja auch nur reiner Zufall, daß der arme Herr Baron nicht an dem Hieb cktzstorben ist. Sie glauben die vermeintliche Leiche so gut im Gebüsch versteckt zu haben, daß man sie । über Jahr und Tag nicht entdeckt, außer bei einer ■ Streife. Und die setzt frühestens in ein paar Tagen ' ein. Bis dahin wollen sie ihr Vorhaben aber aus- geführt haben, stelle ich mir vor." „Was Sie da Vorbringen, hat Hand und Fuß. Man merkt den ehemaligen Polizeidiener heraus. Nur schade, daß es auch anders kommen kann," „Das mag nun fein, wie es will. Auf alle Fälle sind wir vorbereitet. Sie sollen- nur kommen. Ich habe allen Beteiligten strenges Stillschweigen auferlegt. Wer das Maul aufmacht, fliegt. Wir müssen ein bißchen hanebüchen vorgehen, damit die Leute nicht plaudern. Das ist meine einzige Sorge. War so ein feiner junger Mensch, der Herr von Tinser, nun nun muß er vielleicht fein Leben lassen", klagte Gieseke voll aufrichtiger Anteilnahme. „Wie ist es denn mit der Polizei?" „Das regelt der Chef persönlich." „Ich bin auch Ihrer Ansicht. Wenn die Kerle — wir reden immer in der Mehrzahl, aber einer allein kann das wohl nicht machen —, wenn die Kerle also wirklich kommen und es auf den Tresor abgesehen haben, kommen sie bald." „Sehr richtig! Ich vermute, in der Nacht vom Samstag auf Sonntag", pflichtete Gieseke bei. Do ist das Werk ja wie ausgeftorben. Jetzt muß ich aber an meine Arbeit, Herr Doktor." Holl schritt zum Tierzwinger. Heute war ein Tag wie selten im Leben. Den mußte man im Kalender rot anstreichen. Maxie, die Blutgeschichte, Tinser. Heute kam schon alles zusam- men. Holl erkundigte sich bei dem Wärter nach Ferkel 6. „Lebt es noch, Huber?" „Leben ist gar fein Ausdruck", grinste der über das ganze Gesicht. „Es frißt, und wie! War das ein Appetitmittel, das Sie ihm eingespritzt haben? „Nein", lächelte Dr. Holl. „Arteigenes Blut. Also keine außergewöhnlichen Anzeichen?" „Nicht im mindesten, Herr Doktor." Holl atmet auf. Wenn Ferkel 6 bis morgen früh so weitermachte, konnte der Tierversuch als einwandfrei gelungen gelten. Dann fehlte als Abschluß nur noch das Experiment am Menschen. Solange müssen Sie sich mit meinem Abmarsch noch gedulden, Fräulein Hegemann. Dann aber schnellstens, knurrte er vor sich hin. Es war peinlich' zu denken, daß man inzwischen der Dame über den Weg laufen konnte. Aber schließlich kam die Wissenschaft vor einem unnützen jungen Mädchen. Man mußte sich für diesen Fall, der hoffentlich nicht em- treten würde, mit Dickfälligkeit panzern. Es war am nächsten Tag. Holl stand mit Dr. Kistenmacher an Tinsers Bett und spielte mit dem Hörrohr. Durch das hohe Krankenzimmer flutete übermäßig viel Licht. Um den Patienten davor zu schützen, hatte man einen Schirm vor fein Lager gestellt. Auf Tinsers Kopf lag ein kleiner Eisbeutel. (Fortsetzung folgt!) Frühjahrs-Ausleselager der Sludenlenführung mit der Gesunderhaltung ist völkische Pflicht? Vortragsabend der Arbeitsgemeinschaft für Berufskrankenkaffen. Fr. W. in Gießen wurde beschuldigt, im Oktober 1938 in Gießen sich nach § 175 vergangen zu haben. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oesfent- lichkcit statt. Nach Wiederherstellung der Oeffcntlich- keit erging folgendes Urteil: Der Angeklagte ist schuldig und wird zu einer Gefängnis st rase von einem Monat verurteilt. Strafmildernd kommen die Unbestraftheit und die totale Betrunkenheit des Angeklagten in Betracht. Gestern vormittag wurde im Studentcnhaus am Leihgesterner Weg das Frühjahrs-Ausleselager erber Auswechslung keine Anzeige erstattet, und so unterblieb die Nachprüfung des Umbaus durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen der Hessischen Dampfkesselmspektion, die hierfür eine Gebühr von 4 Mark zu beanspruchen gehabt hätte. Die Angeklagten bestritten die ihnen zur Last gelegte Tat nicht, sie wollten sich aber nicht strafbar gemacht haben. Der noch steuerpflichtige Fraft- wagen war abgemeldet, also nicht mehr im Verkehr, und ein Kraftfahrzeugbrief war nicht ausgestellt. Der Angeklagte D. war nicht Eigentümer des Wagens. Der Wagen war ihm lediglich vom Eigentümer, dem 'Zeugen U., zum Verkauf überlassen würden. Der Angeklagte W. handelte im Auftrag des D. Der Sachverständige ist der Ansicht, daß in einen Ersatzmotor die Nummer des ölten Motors eingehauen werden kann, die Behörde müsse aber hiervon Kenntnis erhalten. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen D. eine Gefängnisstrafe von einer Woche, gegen W. eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen. Der Verteidiger des Angeklagten D. beantragte dessen Freisprechung, und zwar nicht nur mangels Beweises, sondern auch wegen Nichtvorliegens einer strafbaren Handlung. Er führte weiter aus, daß die Aenderung der Motornummer nicht' zum Zwecke einer Täuschung vorgenommen worden sei. Der Angeklagte W. will ebenfalls freigesprochen sein. Urteil: Die Angeklagten sind Nicht schuldig und werden f r e i g e s p r o ch e n. Die Reichskasse' wird mit den Kosten belastet. Das Ausleselager ist bewußt sehr streng gehalten und bringt neben der Prüfung der wissenschaftlichen Eignung des einzelnen auch eine Prüfung der körperlichen Haltung durch Mut-, Geistesgegenwartsund Gewandtheitsprüfungen. So fand am gestrigen ersten Tag des Ausleselagers das Schwimmen^ Springen und Tauchen sowie das Boxen und der Hindcrnislauf statt. Der Tag war außerdem noch ausgefüllt durch die mündliche Eignungsprüfung, in der unter Mitwirkung von Dozenten der Universität die Eignung für den von den Abiturienten angestrebten Studiengang geprüft wurde. Zn allen Prüfungsabschnitten sind Kameradschaftsführer des Studentenbundes als Beobachter der persönlichen Haltung mit eingesetzt. Zn einem besonderen Abschnitt des Ausleseganges hatten die Teilnehmer in Kurzreferaten zu weltanschaulichen Fragen Stellung zu nehmen. Die Arbeit wird heute fortgesetzt und einem Kameradschaftsabend beschlossen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 29. März. Unsere Mitbürger Ludwig Oßwald II. und Ehefrau Luise, geb. Zhm, feiern am 31. März das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist noch bei bester Gesundheit. Herr Oßwald war 33 Zahre als Werkmeister in der Zigarrenfabrik C. Klingspor tätig und hat dort die Wertsck)ätzung aller Mitarbeiter gewonnen. Fast 5 Zabrzehnte ist er Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Dem Zubclpaar unsere herzlichen Glückwünsche.' Steinbach, 26. Mürz. Am Freitagabend fand im Rathaussaale eine Schulentlassungsfeier der Schüler und Schülerinnen, die jetzt die Schule verlassen, statt. Die Eltern und geladene Gäste nahmen an der Feier teil. Die Feier nahm, einen schönen Verlauf. — Die hiesige. F r e i w i l - lige Feuerwehr hatte am Samstagabend zu einem Familienabend im Saale der Wirtscha't Gär- lach eingeladen. Die zahlreich erschienenen Gäste, di» auch aus den Nachbardörfern sich eingefunden hatten, kamen bei den mannigfachen Darbietungen der Wehr auf ihre Rechnung. Reicher Beifall lohnte die Mitwirkenden. __s. Lang - Göns, 29. März. Am nächsten Samstag, 1. April, kann unser Mitbürger Schreinermeister Heinrich Boller II., Obergasse, in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 4. Geburts - tag feiern. Wir wünschen dem alten'Herrn alles Gute zu seinem Lebensabend. L a n g - G ö n s , 25. März. Zn dem festlich geschmückten Rathaussaal fand die Abschieds- feier für zwei Jahrgänge der Mädchen- berufsschulc statt. Frl. Heß (Leihgestern) als Leiterin der Schule begrüßte die Vertreter der Partei, der Gemeinde und die Lehrerschaft. Lehrer Herbst wies in einer Ansprache auf die Entwicklung der Mädchen-Fortbildungsscknile auf dem Lande hin. Die Schülerinnen beider Jahrgänge dankten ihrer Lehrerin mit einer Blumengabe. Bei Kaffee und Kuchen und geselliger Unterhaltung verlief der Abend auf das schönste. Einzelne Schülerinnen trugen Gedichte vor, dazwischen wurden Volkslieder gesungen. Ein Kleeblatt von Großen- Linden führte eine lustige Szene vor, die viel Beifall fand. Zum Schluß stellte sich sogar noch ein Harmonikaspieler ein, der den Gesang begleitete. Die zwei Jahrgänge umfaßten 32 Schülerinnen, die aus Lang-Göns, Großen-Linden und Kirch-Göns waren. Sie erhielten nach beendeter Feier ihre Abgangszeugnisse. cxd Langsdorf, 26. März. Unser Gesang- verein „Concordia" erlebte heute seine erste Uebungsstunde unter einem neuen Dirigenten. Nachdem Lehrer Glück, der den Chor viele Jahre geführt hatte, das Amt wegen anderweitiger Bela stung hatte niederlegen müssen, wurde Chormeister Häuser, Watzenborn-Steinberg, für die Stabführung des Vereins gewonnen. Einige neue Mitglieder konnten gleichzeitig ausgenommen werden. Unser Dorf wünscht dem über 100jährigen Chor eine frohe Belebung in der Pflege des deutschen Liedes.' Nundfunkproqramm Donnerstag, 30. März. 6 Uhr. Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. Es spielt die Kapelle Otto Fricke 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang 3ur Werkpause. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders Königsberg. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. Zum Schulschluß: Ende gut — alles gut. 11.40: Ruf ms Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15- O lwlde Frau Musika. (Jndustric-Schallplatten.) 14 45: Für unsere Kinder: Wie der April den März besuchte. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf- 1. Immer wieder die „Mangelberufe". 2. Werbesorgen des Cinzelhandelskaufmannes. 3. Was jeder Bauherr wissen muß? 18.30: Liebesfreud' — Liebes- leib. (Ein Liederreigen.) 19: Mein Weg zur Bühne. Heinrich George. Plauderei aus dem Band „Schauspieler erzählen". 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers, a) Eltern, das geht euch an; b) Erlebnisse des Alltags; c) Unser Dienst — unsere Freude. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten 22.20: Unsere Kolonien. „Za, aber die Rassenfrage!" 22.30 bis 24; Volks- und Unterhaltungsmusik. mit 1103 Genossen eine lOprozentiHe Steigerung auf. Eine Reihe weiterer (Bemeinben, i)ie. sich der Genossenschaft anschließen wollen, konnten wegen der Maul- und Klauenseuche noch nicht aufgenom- men werden. Der Gießener Schlachtoiehmarkt hat auch für die Genossenschaft guten Nutzen gebracht. -cuvy uus vfiuyjai)r5=ziusie'|eiager cr= Die treuhänderische Aufgabe der Genossenschaft öffnet, in dem die für die S t u d i e n f ö r d e r u n g kommt in der Umsatzsteigerung zum Ausdruck. Der o o r g e s ch l a g e n e n Abiturienten geprüft Umsatz ai^Vchlachtvieh stieg bei Rindern und Kühen werden sollen. Es handelt sich dabei um Abiturien- üon 642 ötüd sm Jahre 1937 um 893 auf 1535 im I len, die dem Studentenwerk von den Gliederungen Jahre 1938, bei Kälbern von 1184 um rund 2100 der Bewegung, den höheren Schulen, dein Arbeits- auf 3280, bei Schweinen von 777 um 1522 ans dienst und der Wehrmacht als überdurchschnittlich 2299, böi ^chasen von 225 um 500 auf 726 Stück, begabt für die Studienförderunq oorgeschlagen wur- bei Zuchtvieh von 222 Stück auf 1102 Stück. Der den. Der Studentenführer begrüßte die 18 Äbiturien- Gesamtwert des Umsatzes betrug 1937 406 794 Mark, len Die Teilnehmer des Lagers, die zum großen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1 334 502 Mark. Teil ihrer Wehrpflicht genügen und für dieses La- Durch die Schlachtvlehoersiche'rung bei der Ober J 9^ Urlaub erhielten, erschienen in der Uniform hessischen Versicherungsanstalt ist den Mitgliedern Nach der Eröffnung und der Flaggenhissung wurden ein wesentlicher Vorteil erwachsen. Eine weitere kurze Einführungsreferate gehalten bessere Verwertung des Viehes wird der Gießener Der Prorektor, Professor Dr. Dietz, sprach in Mittelmarkt bringen, durch den vor allem die Vertretung des Rektors über die A u f g a b c n b c r Kosten geringgehalten werden können und gleichzei- $ 0 $ \ $ u I c. Er -betonte, daß Wissenschaft und tig bessere Verwertungsmöglichkeiten entstehen. Das Forschung heute im Gesamtbereich der Aufgaben die Ferkelgeschast soll auf Wunsch der Genossenschaft unserem Volke und im Reich gestellt sind fest ver- ausgebaut werden. ankert sind. Die studentische Mannschaft, die heute Beim Umsatz hat sich gezeigt, daß durch die gc- die Hochschule besucht, hat sich dieser Gesamtausgabe nossenschaftliche Verwertung die Selbsthilfeorgavi-! unterzuordnen und durch einen erfolgreichen Stu- fahon auf richtigem Wege ist, der bäuerlichen Pc- diengang ihren Anteil'tragen zu helfen. volkerung treuhänderisch zu dienen. Studentenführer Frank umriß die unmittelbaren Rechner Arnold legte die Bilanz und die Aufgaben, die dem Studenten im Bereich des ge- Jahresrechnung zur Genehmigung vor. Der Gesamt- iamtstu'dentischen Lebens heute gestellt sind. Er he- umsatz betrug 1 334 502 RM. Die Vermögensbilanz handelte eingehend die Ziele der Kameradschafts- schließt in Aktiva und Passiva mit 40 858,50 RM. In erziehung, die Aufgaben des NS.-Altherrenbundes der Gewinn- und Derlujtrechnung stehen den Auf- und die wissenschaftliche Arbeit der studentischen Wendungen in Höhe von 38 453,17 RM. Erträge in Fachgruppen im Rahmen des studentischen Reichs- der Höhe des gleichen Betrages gegenüber. ' berufswettkampfes. Er wies besonders darauf hin, Nachdem dem Rechner und zualeich dem Auf- daß das nunmehr einheitlich durch den Reichsstuden- ßchlsrat und Vorstand einstimmig Entlastung erteilt tenführer Dr. Scheel geführte deutsche Studentenworden war, wurde der Beschluß gefaßt, den Rein- kum die gesamte Arbeit auf das Ziel hinzurichten gewinn zur einen Hälfte dem Reservefonds, zur hat, den Nachwuchs unserer Hochschulen zu einem anderen Hälfte der Betriebsrücklage zu überweisen. Typ des Kämpfers zu erziehen, der in feiner charak- Bei den Wahlen wurde Erb (Bellersheim) in terlichen und politischen Haltung und hinsichtlich den Vorstand und M e n g e l (Hattenrod), der Aus- seiner wissenschaftlichen Leistung den hohen Forde- sichtsratsvorsitzende, sowie Wagner (Wißmar), Zungen unserer Tage vollauf gerecht wird. Höchst (Londorf) und Rinn (Heuchelheim), deren Der Leiter des Studentenwerks Gießen, Diplom- Amtszeit abgelaufen war, in den Aufsichtsrat Volkswirt Grebe, der in feiner Eigenschaft als wiedergewählt. Wirtschafts- und Sozialamtsleiter der Studenten- Weiterhin wurde durch die Generalversammlung suhrung das Ausleselager führt, gab einen umfassen- . einstimmig genehmigt, daß die Kreditgrenze bei ber Öen Ueberblitf über den gesamten Aufgabenbereich ! Volksbank um weitere 10 000 RM. heraufgesetzt des Reichsstudentenwerks (und seiner örtlichen Dienst- 'wird. " stellen), das zur Anstalt des öffentlichen Rechts er- Ortsbauernführer Schäfer (Annerod) dankte hoben wurde und nunmehr den alkeinigen politischen ^Direktor Heß und seinen Mitarbeitern, sowie dem und staatlichen Auftrag zur Betreuung des Hoch- -Vorstand und Aufsichtsrat für ihre Arbeit und for- schulnachwuchses hat. Er umriß sodann die vier gro- Üderte die Genossen auf, durch Treue und Disziplin ßen Arbeitsgebiete, die dem Reichsstudentenwerk und Den vorgezeichneten Weg weiterzugehen. Ludwig Schwalb (Alten-Buseck) besprach die Mießener Marktverhältnisse und gab Aufschluß über 3>en Mittelmarkt. Karl Sommer (Gießen) ging ^besonders auf die Frage der Schweinemast ein und sagte zu, daß alles zu einer befriedigenden Lösung . lunternohimen wird. ' _. , . Die Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen ÖIC Totenuhr. für Kaufmannsgehilfen und weibliche Angestellte «a . . setzte am gestrigen Dienstag ihre volksgesundheit- -llenn es ganz still tm Zimmer ist, geht plöhlich stche Aufklärungse>^eit mit einer Frauenveranstal- irgendwo die Totenuhr . Dann mag abergläubischen hing unter der Leitung der Vertrauensperson der Menschen ein kalter schauer über den Rücken gehen. Arbeitsgemeinschaft, Fr. Ella Hentschel im IDabci ist das Klopfen eine höchst lebendige Ange- „Bayrischen Hof fort segeuheit, denn es ist weiter nichts als das Lockmittel Der Kreisamtsleiter des Amtes für Volksgesund- oes Holzwurmweibchens, das den Holzwurmmann heit der NSDAP. Dr. med. Schliemann, der 'Oeibenufcn soll. Das Weibchen geht auch nicht mit I sich anerkennend über diese Dortragsveranstaltungen licm 7°?' Ocgen das Holz, wie wohl mancher an- aussprach, legte dar, wie es sich die heutige Staats- '?udern laßt den Kopf gegen ihren Hals- führung zur Aufgabe gemacht hat, jedem einzelnen Uyud schnicken. Volksgenossen klar zu machen, welch köstliches Gut Trotzdem ist die Bezeichnung „Totenuhr" durchaus die Gesundheit ist und welch hohe Verpflichtung- 'chtig, wenn auch in einem anderen Sinne. Holz- jeder einzelne nicht nur gegen sich selbst, sondern 'lurmer [inb »rattifcr; bie 4.otcnflraber unicrcr SDiöbcl. aud) gegenüber feinem Boise hat. Er gab zu ner- dafür bah Ke IN unserer Wohnung stehen, daß der Arzt non früher ein guter Meister yr Unwesen treiben, ist bas Holzmehl, bas aus den in einer Reparaturwertftätte war, während der gegrabenen kreisrunden Löchern Arzt von heute und in der Zukunft die Aufgabe hat, etwa an der den Menschen, nicht erst krank werden zu lassen. Dr. berslache des befallenen Möbelstücks, sondern er Schliemann führte weiterhin aus, baß in einer Zeit, " u e e?"'daß "w" mauckunal z B. ein sehr die die größten Anforderungen an jeden einzelnen m befallenes Stuhlbein nut der Hand wie einen und auch an die firauen, die heute wieder mehr als ochwamm zufammendrücken kann. bisher In den Arbeitsprozeß einbezoqen werden, Der Schaden kann sehr erheblich werden, denn die stellt, es in erster Linie darauf ankommt, den Volks- senosten vor Schaden im Berufe zu jchiihen. Aus !f!t p°ll,haltigem Papier, weswegen besonders alte diesem Grunde wird alles versucht, den Bolksgeuos- iub iotbeken unter ihnen zu leiden halwu, wenn mcht ,en darauf aufmerkfam zu machen, daß er dann, >chtze,t,g Schutzmaßnahmen ergns,en werden. Das wenn er die ersten Anzeichen einer Krankheit zu „Totenuhr ' ist immer em sicheres Zeichen spüren glaubt, sich sofort an feinen Arzt wendet, "kur, baß es Zeit wird die Bekämpfung aiifzuuehmeu. damit biefer ihm hilft, gesund zu bleiben. Heute kann .°>r hangen ja alle nicht nur an unseren Möbeln und in keinem Betrieb auch nur eine Arbeitskraft aus- '"b'ch°n deshalb daran interessiert, s,e vor der Ber- sahen und die Staatsführunq tut alles, um die Ge- bewahren, fonderu haben darüber hinaus jundheit zu erhalten und sie zu fördern. Nur ein i« Pflicht, das zu tun, denn das Holz ift em wert- gesundes Volk wird die großen Aufgaben, die Führer ihm zugedacht hat, erfüllen können. Anschließend hielt Professor Dr. med. Rosen- b e ck mit Unterstützung von Lichtbildern einen Vortrag über „Frauenkrankheiten und ihre Verhütung". Er leitete seinen Vortrag ein mit dem Hinweis au die geistige Umformung, die unser Volk durchmacht und die auch durch die Gesundheitsführung zum Ausdruck kommt. Diese Gesundheitsführung bedinge eine Anzahl einschneidender Maßnahmen, u. a. solche zur Behebung des Geburtenrückganges und des Verbotes der Rassenmischung, um den Bestand des Volkes zu sichern. Das deutsche Volk könne es sich auf die Dauer nicht mehr leisten, recht erhebliche Geldmittel zur Unterhaltung lebensuntüchtiger Menschen auszugeben, während gesunde und kinderreiche Familien nicht einmal ein Auskommen fänden. Anderseits müsse das Reich alles tun, um die Geburtenziffer zu heben und die Gesundheit des Volkes zu fördern. Zu diesem Zwecke werde die Frühehe mit Hilfe der Ehestandsdarlehen gefördert und neben der Anregung zu einer vernünftigen gesunden Lebensführung durch zweckmäßige Ernährung und Gesundheitspflege die volksgesundheitliche Aufklärungsarbeit in die Wege geleitet. In sehr eingehender Weife besprach Professor Dr. Rösenbeck die Krankheiten der Fran, die durck) entsprechende Lebensführung zu vermeiden find. In einem Filmstreifen wurden die Einrichtungen der Erholungsheime gezeigt, die die Krankenkassen zur Förderung der Gesundheit ihrer Mitglieder unterhalten. Der Rechnungsführer der Arbeitsgemeinschaft, Geitz, beschloß den lehrreichen Abend. + (Brünberg, 25. März. In der festlich ge« chmückten Turnhalle fand die Entlassungsfeier des obersten Jahrgangs der Volksschule tatt. An der Feier nahmen sämtliche Gliederungen der Partei teil. Die musikalische Ausgestaltung lag in den Händen des Musikvereins. Rektor Häusel als Lehrer der Oberklajse sprach über die Bedeutung der Feier. Ein Bild von der heute mehr in den Vordergrund gestellten körperlichen Erziehung unserer Jugend gaben dann die turnerischen Vorfüh- rpngen der Knaben und Mädd)en, die eine gute Schulung erkennen ließen. Die dann folgenden Lie- der, Kurzgeschichten und Gedichte, einzeln oder im Chor gesprochen, waren ein Bekenntnis zu Deutschland und zum Aufbauwerk des Führers und legten Zeugnis ab von dem Geist, in dem die heutige Schule arbeitet. Rektor Häusel nahm dann die Reissprechung der zur Entlassung kommenden 16 Knaben und 12 Mädchen der Volksschule vor und überreichte mit Handschlag jedem ein Gedenkblatt mit dem Bilde des Führers. Nach ernsten Worten des Ortsgruppenleiters Schütz nahm er die Knabe" und Mädchen durch Handschlag, während gleick)- zeitig die Musik leise das Deutschlandlied spielte, in die Gemeinschaft des schaffenden Volkes auf. Der Gruß an den Führer und die Lieder der Nation beendeten die Feier. (D Eberftadt, 26. März. Die (Befolg- ehaft 10/116derHZ. hielt im Saal des Deutschen Hauses einen wohlgelungenen Volksge - m e i n s chaftsabend ab. Kleine Theaterstückchen, Volkstänze und Mundartgedichte gelangten zum ßortrag und unterhielten ausgezeichnet. — Der hie- iqe Pferdeversicherungsverein hielt im Gasthaus „Zum Adler" seine Generalversammlung ab. Rechner Görlach HI. gab den Kassenbericht bekannt, der mit 2222,26 NM. in Einnahmen und mit 2003,46 NM. in Ausgaben abschlvß. Die Zahl der Mitglieder betrug 51. Die Zahl der versicherten Pferde und Fohlen beläuft sich auf 100, die mit einer Gesamtsumme von 87 600 RM. versichert sind. Im abgelaufenen Jahre war ein Verlust non vier Pferden zu verzeichen, die jedoch nicht alle zu Laten des Vereins gingen. Für Entschädigungen wurde der Betrag von 1912,50 NM. ausgegeben. Dem Vorstand und dem Rechner wurde Entlastung erteilt. damit auch der örtlichen Dienststelle Gi'eßen gegeben sind: 1. Förderung der Studierenden gemäß dem Grundsatz: Jeder volksdeutsck)en Begabung ohne Rücksicht auf Herkommen und wirtschaftliche Kraft den Weg zum Hochschulstudium zu bahnen. 2. Der Beratungsdienst, der dem Abiturienten, der sich zu einem Studiengang entschlossen hat, sowie aud) den Studierenden durch Zur-Verfügung-Stel- lung eines reichhaltigen berufskundlichen Materials zu dienen hat. 3. Der Gesundheitsdienst, der eine laufende lieber- wachung des Lefundheitlichen Standes aller Studierenden durchzuführen hat, und zwar durck) regelmäßige Pflichtunterfuchungen, durch die studentische Krankenversorgung und die Unfallversicherung, sowie durch gesundheitsfördernde Maßnahmen, die vornehmlich die laufende Sorge um die schweren Gesundheitsschäden zu tragen haben. 4. Der Wirtschaftsdienst, der die Ausgabe hat, alle diejenigen Einrichtungen zu schaffen und zu unterhalten, die der Verbilligung des studentischen Lebensunterhaltes dienen. Diese Einrichtungen sind an den meisten Hochschulen in einem neuen Studentenhaus zusammengefaßt (wie auch hier in Gießen), das dazu die Aufgabe hat, für alle Hochschulveranstaltungen zur Verfügung zu stehen. — Die Abiturienten folgten den Darlegungen der Referenten mit großer Aufmerksamkeit. * ten niederen Summen eingesetzt. _ _ K l Rach Stellung weiterer Beweisanträge erging 26 Kreisgememoen Beschluß: Die Verhandlung wird abgesetzt. chalten Semeinschastswaschanlagen. ~ e s s * r s Der K. D. und der O. W. in Gießen waren be° i:OD. Biedenkopf, 27. März. Innerhalb schuldigt, im Mai 1938 oder um diese Zeit in (Biels Kreises Biedenkopf sind bis jetzt von 2 6 ßen, und zwar D. in einem Hanomagwagen einen Wiiisgemeinden Gerne inschaftswasch- anderen Motor eingebaut, W. die auf dem einge- loag en angefchafft oder in Auftrag gegeben bauten Motor befindliche Nummer ausgefeilt und 'D. nn-iien. Der Reichsnährstand gibt für die Befchaf- dann die Nummek des ursprünglichen Motors ein- M der gemeinnützigen Anlagen einen Zuschuß. 1 geschlagen zu haben. Dem Landratsämt wurde von kl'ller Rohstoff, mit dem wir nicht hausen können, I _ f impft werden die Holzwürmer mit Jnsektenvernich-1 Aus den Gießener Gerichtssälen i-mgsmitteln, wenn die Zerstörung des Holzes nicht la.on soweit vorgeschritten ist, daß die befallenen Stellen entfernt und verbrannt werden müssen. ^IllWyCritPi welche Mittel im einzelnen Fall am zweckmäßigsten Die M F in Lollar erhielf rinpn R t r n f h o - zXÄn icbcr ^nT(RÄSr iLimmerjagcr angeben. fg- (RAS) 6lc mar beschuldigt, im August 1938 in Lollar Obstbäume an den Landstraßen ^milch von ihren eigenen Kühen an die Milch- . abgabefteüe in Lollar abgcliefert zu haben, die nach muffen gepflegt werden. einem Gutachten des Chemischen Untersuchungs- ~ „• e, ... . . ... , amts durch 15 v. H. /Wasserzusatz verfälscht war. Der Generalmspektor für das deutsche Straßen- (Uebertretung nach 8 4 Z. 1, 2, 12 Abs. 2 des Lebens- v sen Dr. Todt hat verfugt die Obstbaume an den mittelgesetzes.) Gegen den Strafbefehl legte sie Ein- ^iichs- und Landstraßen mit Rücksicht aus die Not- sprach ein. Zn der gestrigen Hauptverhandlunq vmdigkeit der Forderung der Obsterzeugung in wurde sie überführt. Es blieb bei der im Strafbefehl njen guten Zustand zu brmgem Er hat den zu- ausgesprochenen Strafe. Die Rechtskraft des Urteils Wigen Straßenbehorden dazu Mlndeftmaßnahmen wurde anerkannt ^geschrieben. Diese bestehen in Bindung und . «tP- SM Äs^n^Wcn mm9eni Vezirksschoffengericht Gießen. * Der Joh. K. III. in Hergersdorf wurde beschuldigt, ' Verkehrssünder. Die Polizei schritt in !in November 1938 in Hergersdorf bzw. in Gießen Zeit vom 17. bis 23. Marz ein: Gegen Kraft- 111 der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögens- i vrzeugsührer mit 28 Anzeigen und 22 gebühren- vorteil 8« verschossen, Privaturkunden, die zum Be- :'itchtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeug- von Rechten und Rechtsverhältnissen von Er- Vnrer mit 6 Anzeigen und 2 gebührenpflichtigen hcblichkeit sind, gefälscht und von ihnen zum Zweck fc-roarnungen; gegen Radfahrer mit. 7 Anzeigen der Täuschung Gebrauch gemacht zu haben. Er hat ! it 6 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ’n &cn nachträglich von einem Diplomingenieur /•’ e-’c k _» . . ' . durch Streichung und Herabsetzung geänderten Rech- -mnfuyrung der Gememschastsschule nnngen des H. Schm, und des Z'.S. in Lauterbach in Dldrburrt diese Aenderungen ganz oder zum Teil ausradiert und die Rechnungen der Hess. Brandversicherungs- Lpd. Marburg, 28. März. Der Regierungsprä- Kammer in Darmstadt vorgelegt, um die Auszahlung 1'< it t)at die Genehmigung dazu erteilt, daß ab der ursprünglichen Beträge zu erreichen. Weiterhin Stirn 1939 im Stadtkreis Marburg die er in einem anderen Falle die höheren ursprüng- l'emi e i n s ch a f t s s ch u l e zur Einführung ge- lichen Rechnungsbeträge statt den tatsächlich bezahl- ö ° I Iam MtnhnVAw ********* * * — — - C -1_ l Der Hinweis - ein Nick in die Zeitschriften Stelle gut genug, um den in seinen Ehrbegriffen voraufgingen und folgten, begegnet man immer G IE § C H AXIFTSUIB IE R G A\ B )E Effekten Großes Stofflager frieberike Eaunfpadj wrve Gießener Konzertverein Crn,r. fjettdje, Malermeister. 2219V Pianohaus Schönau. 2129D Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Krepp-Ra.ye, ca. 80 cm breit, in großem Farbsortiment p. m Seltersweg 66 Ruf 2486. 1741A Qualität p. m Blumen-Jacquard, ca. 95 cm breit, in reizenden Pastellfarbcn p. m Krepp - Armnre, ca. 130 cm breit, zum Sticken gut geeignet p. m Aetz-Romain, ca. 95 cm breit, für das elegante Kleid p. m NM. 3,— In Leinen gebunden H.Ko£SS1/lcuM Viktoria Mes, Langsdorf nimmt 2213D figriori 1.90 2.15 2.40 2.85 2.85 3.00 4.60 6.25 7.10 5.80 7.60 9.00 Eintrittskarten: 1.50, 2.25, 3 - u. 4 - RM. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1.— RM. im Kollegiumgebäude u. im Studentenwerk. Zum Sclbstschneidern empfehlen wir Ihnen die beliebten Ultra (Ullstein)-Schnitte Bach. Gollberg-Variationen - Werke von Schubert und Chopin. - Der Bechstein-Konzertflügel ist vom Aus der großen Auswahl unserer schönen Sieben, im JTIärz 1939 niicenftrafte 34 Um 1. Hpril 1939 übernehme ich bas Maler- und WeiRbinbergefthäft fj. Caunfpad), öiefjen. Ich werde bemüht bleiben, bas Geschäft in ber seitherigen weise roeiterzuführen und allen ins Fach schlagenden wünschen gerecht zu werden. Ich bitte, bas ben bisherigen Inhabern entgegengebrachte grosse vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen. Die Betriebsftätte befindet sich nach wie vor in dem Rnroefen Micenstrasse 34; telephonische Bestellungen werden unter Fernruf 3453 entgegengenommen. Liessen, im JTIärz 1939 Micenstrasse 34 Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Elges* Weine enttäuschen nie! Dafür bürgt deren Güte und Preiswürdig' keit! Verlangen Sie Preisliste! Johann Sebastian Bach als Filmkomponist. Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache» eie und ver- zur Mutter Natur regt sich schon im Kinde. Blumen und Bäume, Haustiere, Vögel, Schmetterlinge und Käfer finden die gleiche erregte Aufmerksamkeit wie Auto, Eisenbahn und die lieben Mitmenschen. Warum muh das beim Erwachsenen anders sein? — Mit drei reizenden Tier-Romanen bieten wir auch Ihnen mehr Freude an der Natur: Aufnahme für das Sommerhalbjahr in die 1-und y2jährigen Klassen für Schüler mit Volkschulreife und höherer Schulbildung. Bei Sekunda- oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schulgeld RM, 19.—, keine Nebengebühren.Frühzeitige Anmeldung erbeten. Schul begihn 13. April 1939. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 32, Annahme, es sei so etwas wie stilistische Einheit versucht morden, widerlegt sich schon durch die Tatsache, daß Bach erst zweihundert Jahre später lebte. Er, der Barockmusiker, paßt zur Zeit des Hans Sachs genau so wenig wie etwa Richard Strauß' Musik zur Zeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. Auch mit der protestantischen Reformation, deren Geist hin und wieder umgeht, ist die Musik durchaus nicht verbunden, denn in den betreffenden Szenen erklingt sie gar nicht. Eine andere. Frage märe nun die, ob Bachs Musik, da sie offenbar in diesem Film „fehl am Ort" ist, nun eigentlich als störend empfunden wird. Die Antwort darauf dürfte je nach der Einstellung des Hörers verschieden ausfallen. Ihre stimmungfördernde Kraft ist hier und da nicht zu bestreiten. Allein das spricht nur für ihre überzeitlich^ und überpersönliche Haltung, keineswegs für ihre Notwendigkeit." Die Geschichte eines Eisvogels Don Kurt Knaak Jeder Band mit 160 Seiten und Buchschmuck von Erich Schröder, Berlin, Galat-Bestellungen auf Konfirmationen entgegen Telefon Lich 287. Zum Film „Heimat" bemerkt der Derfasser: „Auch bei diesem Film erweist sich bei näherer Kunstbetrachtung, daß Bachs Musik nicht aus innerer Notwendigkeit, sondern nur zur Erzielung eines äußerlichen Effektes benutzt wird. Der Choral „Wenn ich einmal soll scheiden" steht in der Mat- thäuspassion nach dem Tod Christi am Kreuz, er bringt die letzte Bitte der in Todesnot leidenden Menschheit zum Ausdruck. Ich weiß nicht, ob es in unserer ganzen Musik noch eine Stelle gibt, die erschütternder ist als diese — die uns das letzte offenbart, was Musik und Kunst überhaupt ausdrücken kann. Nun — im „Heimat"-Film ist diese Fragen Sie bei Ihrem Buchhändler nach Erp, Agrion und Ti-it und lassen Sie sich bitte unser buntes Werbeblatt „Die erste große Liebe" geben. Hugo Bermühler Verlag Derlin-Lichtevfelde Svezial-Retza- ratitrwerkstatte Die Geschichte einer Libelle Don Werner Heinen \lNH: WILHELM HORN UND SOHN1 Die Geschichte einer Wildente Don Werner Hagen Bekanntmachung betr. Maßnahmen der Reichsregierung zur Jellverbilligung. Aus Anlaß der bevorstehenden Fettschein-Ausgabe werden die Verkaufsstellen wiederholt auf nachstehende Bestimmungen hingewiesen. Verkaufsstellen, die Konsum-Margarine und die sonstigen verbilligten Speisefette führen, sind durch Aushang kenntlichzumachen. Die Reichsverbilligungsscheine gelten lediglich für die auf dem Stammabschnitt angegebenen Waren. Die Scheine dürfen also nicht etwa bei Abgabe anderer Waren in Zahlung genommen werden^ Ebensowenig darf eine Verbilligung auf geringere Mengen als % kg gewährt werden. Die Gültigkeitsdauer der Scheine ist auf einen Monat begrenzt. Ihre Verwendung vor Beginn oder nach Ablauf der aufgedruckten Gültigkeitsdauer ist daher unzulässig. Die Verkaufsstelle trennt bei der Abgabe der Ware den geltenden Reichsverbilligungsschein von dem vorgelegten Stammabschnitt. Der Stammabschnitt ist dem Käufer zurückzugeben. Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es unzulässig ist, daß eine Verkaufsstelle die Stammabschnitte für ihre Abnehmer „in Verwahrung nimmt". Entsprechend ist bei den Margarine-Bezugsscheinen zu verfahren. Der Bezugsschein wird mit der Abtrennung ungültig. Auf Bezugsscheine, die nicht mehr mit dem Stammabschnitt Zusammenhängen, darf keine Konsum-Margarine verabfolgt werden. Die abgetrennten Bezugsscheine sind von der Verkaufsstelle zwei Monate nach Ablauf ihrer Gültigkeitsdauer zu Kontrollzwecken aufzubewahren und dann zu vernichten. 2229D Es ist unzulässig, Konsum-Margarine ohne Entgegennahme von Bezugsscheinen abzugeben. Verkaufsstellen, die diesen Anordnungen zuwiderhandeln, können von der Einlösung der Scheine auf bestimmte Zeit oder dauernd ausgeschlossen werden. Gießen, 28. März 1939. Der Oberbürgermeister. Sozialamt. Dr. Ham m. s Einspaltige | werden zum ermäßigten ... . . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Milllmeterzeile veröffentlicht! Wieseck, Gieß. Stt.73. 1954D Tel.397s» Das feit 45 Jahren von meinem verstorbenen Mann und mir betriebene Malerund weissbindergeschZst übergebe ich mit dem 1. Hpril 1939 an Herrn Malermeister k. £. lsettche Ich danke der verehrlichen Kundschaft für das uns erwiesene grosse Vertrauen und bitte, dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. In den Filmen „Das unsterbliche Herz"' .Heimat" wird bekanntlich Bachsche Musik wendet. Jin „Unsterblichen Herz" ist Bach sogar der einzige „Filmkomponist". Im Märzheft der Zeitschrift „Die Musik" nimmt nun Ernst Schliepe zu dieser Benutzung Bachscher Werke im Film kritisch Stellung. Bei der Betrachtung des Films „Das unsterbliche Herz" bemerkt er: „Nun muß man doch die Frage stellen, warum denn überhaupt Bach? Was hat Bach mit Nürnberg zu tun? Was mit der Herstellung der Taschenuhr und dem Ehekonflikt ihres Erfinders? Eine befriedigende Antwort wird niemand darauf geben können. Diese Sitüfijaftrs- ftoffe bringen wir Ihnen untenstehend einige Beispiele. Prüfen Sie bitte dieses Angebot und überzeugen Sie sich bei uns von der Preiswürdigkeit unseres Hauses in schönen Lederwaren haben rsr?> bleibendenWert Lefler-Bedier Bahnhofstr. 16 Zcllwoll - Krepp, ca. 95 cm breit, in gediegenen Frauenmustern......p. m Mattkrcpp-Tnpfcn, ca. 95 cm breit, helle, freundliche Farbstellungen . ,p. m Bcnibcrg-Lavabel, ca. 95 cm breit, in entzückenden Blumenmustern. . p. m Chantunella, ca. 95 cm breit, f. Sport- kleidcr und Blusen.............p. m Woll-Jacquard, ca. 95 cm breit, gute Erste Referenzen Herren-Bekleidungshaus ADOLF MÖHL KG., Gießen, Marktplatz Vertrags-Schneiderei des Standortes Gießen Vogtsche | Piivat-Handelsschule IGieflen.Goelhestr.32________ Sonntag, den 2. April, 17 Uhr, in der Universitätsaula ACHTES KONZERT Klavierabend Wilhelm Backhaus Maß-Kleidung Ansprüche Zivil und Uniformen nende hohe M' l zur Verantwortung paart sich dem tiefsten Verantwortungsgefühl vor seinem Gott, feit ncm König und seinem Lande. Im Vereinen und Fruch^barmachen dieser Gegensätzlichkeiten, die seiner Doppelnatur als preußisch-soldatischer Landedelmann und welterfahrener, reich gebildeter Diplomat entsprechen, ruht das Geheimnis der Bismarckscheg Staatskunst, liegt zugleich ihre nie veraltende Kraft als Beispiel und Schule." Ahnentafel - Mathematik. Im Märzheft der „Europäischen Revue" veröffentlicht Leonhard Miksch eine „Vorrede zu einer Fa, milienchronik", die zum Thema Familienforschung eine Fülle wertvoller, ja überraschender Gesichts, punkte bringt. Man folge etwa den folgenden lieber, legungen: „Die Ahnentafel wächst mit erstaunlicher Schnel, ligkeit. Da auf das Jahrhundert in männlicher Linie drei, in weiblicher vier Generationen gerechnet werden können, hat ein heute lebender Mensch minde- stens 32 Ahnen, die zu Beginn des vorigen Jahr- hunderts gelebt haben. Setzt man die Rechnung weiter fort, so gelangt man bald zu astronomischen Ziffern. Um das Jahr 1000 beträgt die theoretische Ahnenzahl 128 Millionen und um Christi Geburt ebenso viele Billionen. In Wirklichkeit haben damals weit weniger Menschen in Europa gelebt als heutzutage, woraus sich der außerordentlich hohe Ver- wandtschaftsgrad zwischen den Angehörigen eines Volkes und noch mehr zwischen den Bewohnern einer bestimmten Landschaft ergibt. Wir stammen nicht einmal, sondern millionen- und milliardenmal von jedem unserer Vorfahren ab, der vor etwa 2000 Jahren gelebt hat. So schwindelerregend diese Ziffern sind, so gering ist merkwürdigerweise der Ab- stand von einer 2000jährigen Vergangenheit, wenn man in Generationen denkt. Seit Christi Geburt haben erst etwa 60 Generationen gelebt. Sämtliche Stammväter seit dieser Zeit würden in einem größeren Zimmer Platz finden, und doch würden sie sich nach Tracht und Gewohnheiten auf das tiefste unterscheiden, und nur immer acht bis zehn wären in der Lage, sich ohne große Mühe miteinander zu verständigen. Verdoppelt man diese Zahl auf 100 und einige Menschen, die noch immer leicht an einer größeren Festtafel Platz nehmen könnten, so würde der älteste Stammvater in Deutschland bereits eine der tiefsten Steinzeit angehörende Generation ver- treten." __________________________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. wieder der Ueberzeugung, daß das Lahrnwer^n der geistlichen und sittlichen Kräfte die Ursache für die Erschütterung der Grundlagen der westlichen Zivilisation sei. „The mind of England is confused and uncertain ..." „Christliches Ideengut hat seine Herrschaft über die meisten modernen Menschen verloren." Damit gibt Dr. Oldham, einer der führenden Theologen Englands, dem allgemeinen Bewußtsein Ausdruck, daß' die „Demokratie" allein nicht retten kann. Er fügt hinzu, daß nichts weniger als ein „geradezu heroisches Aufraffen" nötig fein werde, um den englischen, ja, um den modernen Menschen überhaupt, von den Uebeln der Gegenwart zu befreien. Die Erschütterung der englischen Mentalität hat drei verschiedene Verhaltensweisen ausgelöst: Flucht vor der Wirklichkeit, klagenden Pessimismus und positiv geladenen Aktivismus. Der Versuch, der Dynamik des Geschehens durch die Flucht auszuweichen, äußert sich auf mancherlei Weise; sei es, daß man sich in das „Old Tudor Cottage“ ober auf den krisenfesten Roman zurückzieht; sei es, daß man die Spannung durch einen mehr oder weniger flügellahmen Humor aufzulösen sucht. Es scheint, als sei die „positive" Reaktion, die Hinkehr zu einem, wie immer gearteteck Aktivismus, dem angelsächsischen Wesen am gemäßsten. Ein Aktivismus allerdings, der sich nicht länger aus dem flachen „We will hope for the best“ speist, sondern zu einer tieferen Erkenntnis des Wesens der Krise vorstößt. „Krisis" ist nicht mehr lediglich die Bezeichnung für eine Zeitspanne des Unbehagens, durch die man sich recht und schlecht hindurch „muddled“; man sieht in ihr ein dauerndes Element menschlichen Lebens, ein Element, das die Möglichkeit der Regeneration in sich birgt." Bismarck als Meister der Diplomatie. In einer Studie über „Bismarck als Meister der Diplomatie", veröffentlicht im Märzheft der „Dienen Rundschau", kommt Ulrich von Hassell, der ehemalige deutsche Botschafter in Rom, zu folgender Charakteristik von Bismarcks diplomatischer Tätigkeit: „Das offene Verfolgen feiner großen Ziele, von jeher als bezeichnend für Bismarcks Strategie empfunden, hindert ihn nicht, wenn es nottut, verdeckt zu manövrieren. Sein eiserner Wille, dem er seinen Beinamen verdankt, steht in keiner Weise einer oft bewährten Schmiegsamkeit des Verfahrens entgegen. Kühles Blut im Augenblick der Krise ist in seiner Natur mit aufbrausender nationaler sowohl wie persönlicher Leidenschaft verbunden. Kühnes Wagen findet sein Maß in der sorgfältigen Abschätzung der Kräfte, sowie in nüchternem Abwägen des Risikos gegen den zu erzielenden Vorteil. Und endlich: der Bismarck auszeichGießen. Kreuzplatz 15 2220A verhärteten Offizier endlich weichzumachen, damit er seiner singenden Tochter ihr uneheliches Kind vergibt ... Eine halbe Minute später flammt das Licht auf, die Kinobesucher trocknen ihre Rührungstränen, und es erfolgt der geräuschvolle Aufbruch — „Bitte rechts gehen, Mitte freihalten! Schokolade, saure Drops gefällig?" ufw. — kurz man ist niedergeschmettert. Nicht von der Wucht des Films oder der verfälschten Bachschen Musik, sondern von der Vorstellung, daß unser bestes Kulturgut immer noch jedem Mißbrauch ausgesetzt ist und um äußerlicher Effekte willen in eine Umgebung gezerrt wird, wo es zermalmt werden muß. — Denn daß auf diese Art unsere großen Meister dem „Volk nahegebracht" werden, wie es zuletzt dann immer heißt, wollen wir uns doch nicht einreden lassen. Sie haben diese fragwürdige „Popularisierung" auch nicht nötig, denn sie finden ihren Weg zum Ohr des Volkes heute unmittelbar." „Shife" im Bewußtsein des englischenMenschen. Das Krisenbewußtsein im englischen Menschen datiert nicht von den Septembertagen 1938, sondern seine Anfänge reichen weit in das neunzehnte Jahrhundert hinein. Die politische Erschütterung im vergangenen Herbst hat jedoch die englische Mentalität tiefer erschüttert als jedes Ereignis zuvor und darum auch ernsthaftere Auswirkungen gehabt. In einem Beitrag „.Krise* im Bewußtsein des englischen Menschen" int Märzheft der „Neuen Rundschau" bemerkt Etta von Oertzen: „Das .Angsterlebnis* jener Septembertage mit feinem Drang,' über die animalische Furcht vor der Vernichtung zu einer geistigen Sinndeutung vorzustoßen, spiegelt sich am unmittelbarsten auf der religiösen Ebene. Man hat nicht allein in Deutschland, sondern auch im House of Commons stirnrunzelnd von der „Hysterie" gesprochen, die die Menschen gepackt habe. Was auch an hysterischen Begleiterscheinungen sein Wesen getrieben haben mag, das eine ist sicher, daß „those Days in September" das vollbracht haben, was dem Erzbischof von Canterbury mit seinen Aufrufen „Zurück zur Religion" nicht gelungen war, nämlich die Menschen, die sogenannten „breiten Massen", wieder in unmittelbare Beziehung zu dem göttlichen Hintergrund des Lebens zu führen. In den Wochen, die den Septembertagen Mantel-11. Kostii nist off, 140 cm br., strapazierfähige Bouclö-Qualität.. p. m Mantel- n. K ost ü nist off. 140 cm br., mod. Noppenstoff in schön. Farben, p. m Mantel- n. Kostümstoff, ca. 140 cm breit, elegante Georgetteware .... p. m 1840 A> Mündlich können ©iee5 nur wenige* sagen, mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen SieesnUßn ^üfen a. Leistungszucht weiße amerikan. Leghorn f. März, April u. Mai 50 Pfennig das Stück. IsnP Lieferung frei Haus bzw. Hof. Geftirgelbor <$. ckrvause Treis a. d. Lda. 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