Nr. 305 Erstes Statt Donnerstag, 28. Dezember 1939 189. Fahrgang England strebt nach neuen Stutzpunkten am persischen Golf der Deutschen Lufthansa 21. G. und der Hauptverwaltung der Zivilluftflotte beim Rate der Volkskommissare der UdSSR-, Aeroflot, über die Aufnahme eines planmäßigen Luftverkehrs zwischen Berlin und Moskau haben bereits zum Abschluß eines Abkommens geführt. Der planmäßig« Luftverkehr zwischen Berlin und Moskau soll nach Zustimmung der beteiligten Regierungen am 21. Januar 1940 aufgen o m° men werden. Versuchsflüge werden voraussichtlich vom 8. Januar 1940 ab durchgeführt werden. Englischer Minenqürtel von Schottland bis zur Themse. Amsterdam, 27. Dez. (DRV.) Wie die britische Admiralität bekannt gab, wird an der englischen Ostküste ein Minengürtel von Kinnaird Head in Schottland bis zur Themsemündung gelegt werden. Dieser Minengürtel soll, 8 Meilen von der Küste entfernt, einen „sicheren Schifffahrtsweg" für die englische und neutrale Handelsschiffahrt bieten. Bisher seien angeblich an der englischen Ostküste nur drei verhältnismäßig klein« Minengürtel vorhanden gewesen, nämlich am Kanal, an der Thmesemündung und vor der englischen Ostküste in Höhe von Flamborough Head. ms der 26 000 Frauen und Kinder, die in den britischen Konzentrationslagern im Burenkriege ihr Leben lassen mußten, erklärte Pastor Kotze, als die Engländer nach Südafrika gekommen seien, habe für die Buren ein 130jähri- ger Freiheitskampf begonnen, der heute noch nicht beendet sei. Das Afrikandertum wolle frei sein von der Gewaltherrschaft, es wolle heraus aus dem Empire, in dem kein Platz sei für ein Volk mit Selbstachtung. England versuche durch Unterdrückung, Spaltung und Vermischung die Afrikander zu einem minderwertigen Volk zu stempeln, damit sie an ihrem nationalen Volkstum verzweifeln sollten. Für ein zielbewußtes Afrikandertum könne es niemals eine Aussöhnung mit England geben. Alles Gerede von einer Gleichberechtigung der Nationen innerhalb des britischen Reiches sei nichts als Betrug. In diesem britischen Reich gelte nur englischer Nationalismus. Nationale Gefühle der Afrikander wurden nicht geduldet, sie würden als „Nazismus" gebrand- markt und unterdrückt. Kotze forderte seine Zuhörer auf, in die afrikanischen Kirchen zu gehen, da in den englischen Kirchen keine Predigtfreiheit herrsche. Wolle und das Getreide Argentiniens und Uruguays, durch deren Transport der durch den Krieg stark verringerte europäische Frachtraum aufgesogen wird. Der einzige kriegswichtige Exportartikel Brasiliens, die brasilianische Baumwolle, hat aber mit Eintritt des Krieges ihren größten Kunden, die deutschen Spinnereien, verloren. Auch der Außenhandel Argentiniens und Uruguays ist, wenn auch weniger stark, als der brasilianische, durch den Krieg sehr zuruckgegangen. Die Zunahme der englischen Fleischkäufe m diesen Ländern stellt nur einen unzureichenden Ersatz für Die Ausfälle auf den anderen Gebieten der Ein- und Ausfuhr dar. Dies ist besonders deshalb der Fall, weil der englische Großtunde nur so geringe Preise zahlt, daß zum Beispiel die uruguayische Regierung gegenwärtig eine Beihilfe von fast 20 v. H. des Exportwertes aufbringen muß, um die uruguayischen Viehzüchter und Gefrierfleischhäuser vor den Schädigungen dieses „Geschäftes" zu bewahren. Die großen Mineralien-Exporteure, die Länder der südamerikanischen W e st k ü st e, Chile, Bolivien, Peru dürsten bei einer längeren Kriegsdauer durch die zunehmende Nachfrage nach ihren Produkten, Salpeter, Kupfer, Zinn und anderen Erzen, begünstigt werden, doch haben sie vorläufig namentlich unter der Schrumpfung und Verteuerung der Einfuhr zu leiden, was sich bei Chile bereits in zunehmender Benzinknappheit zeigt. Bolivien, dessen Zinnausfuhr größtenteils nach England ging, litt während der ersten Kriegswochen ebenfalls beträchtlich unter dem Rückgang der Englandfrachten und hat bereits Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die Verhüttung der bolivianischen Zinnerze in Nordamerika (anstatt wie bisher in England) eingeleitet. Andere, weitgehende Pläne sind auf die Errichtung einer Derhültungsindustrie in Bolivien, mit vorzugsweise nord amerikanischem Kapital, gerichtet. Eine derartige Kapitalzufuhr, verbunden mit dem Ausfall der europäischen Fertigware neinfuhr, wird nicht zuletzt dazu beitragen, der Industrialisierung dieses Kontinents, die im letzten Kriege begann und während der großen Wirtschaftskrise von 1931/33 weitere Fortschritte machte, einen neuen Auftrieb zu verleihen. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. schafters in Tokio und den immer wieder auftauchenden hoffnungsvollen Meldungen über die Möglichkeit einer Wiederanknüpfung der Wirtschaftsbeziehungen, zwischen der Verstärkung der Seestreitkräfte im südlichen Pazifik und dem Ausweichen gegenüber englischen Wünschen in der Richtung einer asiatischen Aktion, klaffen Unterschiede, die kaum mit dem Stichwort „vorsichtiges Abwarten" allein zu erklären sind. Zu keiner der großen Fragen also eine spontane, klare, aus dem Herzen heraus gegebene Antwort — keine Antwort, wie sie der gibt, der den Willen hat zu seinem Entschluß zu stehen. Wie um das Problem der dritten Präsidentschaft Roosevelts nur Unklarheiten und Unsicherheiten. Wird das Jahr 1940 Klarheit, Entschlüsse, Taten bringen? Südammkamsche Manz. Von unserem os.-Korrespondenten Buenos Aires, Dezember 1939. Auch für die südamerikanischen Staaten — große wie kleine — ist der europäische Krieg das weitaus wichtigst« Ereignis des abgelaufenen Jahres. Alle diese Staaten leiden unter der Störung des normalen Wirtschafts- und Handelsverkehrs, die dieser Krieg im Gefolge hatte. Sie leiden in verschiedenem Ausmaße. Am meisten ist zweifellos Brasilien betroffen, das ttotz seiner umfangreichen Rohstoff- und Lebensmittelproduktion und seiner in kräftigem Aufschwung befindlichen Industrie in hohem Maße auf den Außenhandel angewiesen ist, dessen Export aber insogle des Krieges starke Einbußen erlitten hat. Einmal sind diese Einbußen auf den Mangel an Frachtraum zurückzuführen. Außer der Baumwolle stellen Kaffee, Kakao und Früchte die wlchtrg- ten brasilianischen Exportartikel dar, die aber von )en Kriegführenden nicht für so lebensnotwendig angesehen werben, wie das Fletsch, die Häute, die Unklarheit in USA. Von unserem Y-Korrefpondenten. Washington, Dezember 1939. Von der Stadt des Weißen Hauses und der Volksvertretungen der USA. schweifen zu dieser Jahreswende öfter als je zuvor die Blicke über den Potomac nach dem jenseitigen Ufer, auf dem der Ehrenfriedhof der USA. liegt. Masten längst versunkener Schiffe, Ehrenmäler und Gedenksteine bezeichnen die Gräber der Toten, die in den von den USA. geführten Kriegen gefallen sind. Auf der halben Höhe des Abhanges, auf einer kleinen Terrasse, steht der Katafalk, der die Ueberreste des Unbekannten Soldaten aus dem Weltkriege 1914/18 birgt Dieses Denkmal ist es, das die Gedanken am meisten beschäftigt. Soll es noch einmal so kommen? Soll noch einmal die Jugend der USA. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Amsterdam, 27. Dez. (DRV.) Am 16. Dezember feierte die burische Bevölkerung der Südafrikanischen Union ihren Nationalfeiertag zur Erinnerung an den von Voortrekkern unter Andnes Pretorias 1838 über den Zuluhäuptling Dingaan erfochtenen Sieg. Bei der Einweihung eines Denkmals für den von Dingaanhorden ermordeten Voor- trekkerführer Piet Retief rief Dr. Malan, der Führer der südafrikanischen Nationalisten, das Afrikandertum zur Einheit und zur wirtschaftlichen und politischen Organisation auf Auf einer Kundgebung tm Park von Groote Schuut bei Kapstadt wies der Präsident des Obersten Gerichtshofes der Kap-Provinz v a n Z y l auf die wirtschaftliche Unterdrückung des Afrikandertums unter der britischen Besetzung hin. Die Afrikander, früher die Herren des Landes, feien heute z u Holzhack ern und Wasserträgern erniedrigt, sie seien nur noch Knechte und Sklaven ausländischer finanzieller Interessen. Diesem entwürdigenden Zustand müsse die große afrikanische Volksbewegung ein Ende machen. In Bloemfontein, an dem Denkmal zum Gedacht- „Heraus aus dem Empire!" Kür ein freiheitliebendes Afrikandertum gibt es keine Aussöhnung mit England Weltpolttik an der Jahreswende Unsere Ausländskorrespondenten berichten. Direkter Verkehr zwischen Deutschland und Rußland Aufnahme des unmittelbaren Eisenbahngüterverkehrs und planmäßigen Luftverkehrs. daran, daß z w i s ch e n Ae g y p t e n und Sa u di - Arabien vor einiger Zeit bereits ein Abkommen abgefchloffen worden ist, durch das Aegypten sich verpflichtet, den Bau neuer Straßen in Saudi-Arabien zu finanzieren. Der Hauptzweck der Besprechungen zwischen dem Emir von Kowett und Ibn Saud scheint jedoch zu sein, den Transport beträchtlicher Petroleummengen von den im südlichen Persischen Golf gelegenen Bahrein-Inseln durch das Gebiet von Saudi- Arabien zu erwirken. Oer Wehrmachtsbericht. Vorstoß britischer Flugzeuge gegen die deutsche Nordseeküste gescheitert. Berlin. 28. Dezember. (DRV. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Britische Flugzeuge versuchten gestern Rachmittag, gegen die deutsche Rordseeküste vorzustohen, wurden aber durch rechtzeitige Abwehr daran gehindert. Von zwei Flugzeugen, die bis zur deutschen Küste gelangten, wurde eines durch einen Jagdflieger abgeschossen, das andere durch Flakseuer vertrieben. Regierungskrisis in Iavan. Tokio, 27. Dezember. (DNB.) Die 75. Sitzung des japanischen Reichstages wurde vom Kaiser eröffnet. In seiner Thronrede stellte der Kaiser mit Genugtuung zunehmende freundschaftliche Beziehungen zwischen Japan und den Dertragsmächten fest. Bei der Betrachtung des Chinakonfliktes erkannte er den Einsatz an der Front und die Geschlossenheit der Nation in der Heimat an. Die Welllage, die mit dem Ausbruch der europäischen Feindseligkeiten verwickelt geworden sei, erfordere energische Anftren- gungen zum Ausbau aller nationalen Kräfte, um die Sicherheit des Reiches und die Stabilisierung Ostasiens zu gewährleisten. 250 Parlamentsmitglieder aus allen politischen Parteien nahmen eine Mißtrauensentschließung gegen das Kabinett Abe an, dem der Rück- tritt nahegelegt wurde. Die Regierung zeigt sich ; trotz der Demonstration hoffnungsvoll und verweist ! auf die Versicherungen, die di« Führer aller pvlitt- ' scheu Parteien abgegeben haben, daß sie die Regierung bei der Regelung des Chinakonfliktes unterstützen wollen. Man wird versuchen, die unzufriedenen Parlamentsmitglieder durch die parlamentarischen Minister zu beruhigen, die fünf politische Parteien im Kabinett vertreten. Erschein! tag lid), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Srontfuri am Main 11686 Moskau, 26. Dezember. (DNB.) Auf Srunb der Verhanvtungen zwischen der R-uhsregrerung und der Regierung der UdSsR. wird der unmittelbare Eifenbahnguteroerkehr Milchen den beiden Ländern über die deutfch-fow- cmtereffengren3e aufgenommen. Gleichzeitig K^ndLL7^ch-I°°eüIcher ® ü t -rtarif in Kraft Der Ausfuhrverkehr von der Ud»sR. nach Deutschland hat bereits begonnen, msbefondere mit Mineralöl und Getreide in ganzen Zugen, ^6r die wichtigsten Güter (Getreide, Mineralöle, Baraffin Eistn und Stahl, Eisen- und Stahlwaren lon ttae Metallwaren, Garne aus chan, und ^ach Eistn und Manganerze) sind Art, k°l- »orii- ausgestellt, die für die in Frage kommen, den Bahnhofsverbindungen direkte Frachtsätze ent. haltem Artikeltarise für weitere Guter werden sol- gm- toS ®üter °us den deutschen Grenzub-rgangs- in deutsche Güterwagen umgelaoen. In'der Richtung von Deutschland nach der Sowjetunion wÄn die Güter auf den sowjetischen Grenz- ^«nlhrthnböfen umgeladen. Verhandlungen ^Cr9hen ter one nve?kehr werden demnächst fchg-n Dft Verhandlungen zwischen den Vertretern auf europäischen Schlachtfeldern bluten? Das Volk — das zeigen die wiederholten ^Befragungen durch die verschiedenen Kontrollinstitute der öffentlichen Meinung — lehnt einen solchen Gedankengang entrüstet ab. Aber die Mittel, die ins Spiel gebracht werden, um diese Einstellung zu beeinflussen und zu ändern, werden mit unbedenklicher Rücksichts- losigkett angewendet, nicht immer erfolgreich — das zeigen die Erfahrungen des Propagandaredners Duff Cooper. Bei verschiedenen Gelegenheiten entging er knapp jenem so geräuschvollen Zeichen des Mißfallens, das der Amerikaner als „the raspberry" bezeichnet. Man weiß dieses Mal doch zu gut Bescheid über die Methoden, über Zweck und Ziel dieser Propaganda; und es wird schon sehr starker Betäubungsmittel bedürfen, um dieses Wissen, diese Erinnerung einzuschläfern. Eine andere, ungeklärte Frage ist die, wie die führenden Köpfe der politischen' Parteien in den USA. über diese Dinge denken, und wie weit der Einfluß gehen wird, den sie möglicherweise in einer entscheidenden Stunde werden ausüben können. Wohl nie zuvor ist die Gröhe dieses Faktors so unbetont und so unübersichtlich gewesen, wie dieses Mal. Die Geschichte pflegt sich nicht zu wiederholen. Ob der Krieg in Europa Roosevelt tatsächlich zu einer weiteren Präsidentschaft verhelfen wird, wie seinem Vorgänger während des Weltkrieges, ist völlig unsicher. Ja selbst Gewicht und Einfluß der Parteien find unbestimmt wie nie zuvor. Wollte man die Fieberkurve der öffentlichen Erregung graphisch niederlegen, die in diesem Jahre das politische Wirken in den USA bestimmt hat, so ergäbe sich eine Linie von einer Kraushett, einem Auf- und Abpendeln, daß jeder Versuch zur Fassung eines Durchschnitts, eines Normalmaßes trügerisch sein müßte. Die großen politischen Themen waren nicht so sehr die Frage einer dritten Kandidatur Roosevelts und die des Werdens und Vergehens der traditionellen Parteien die wichtigsten Fragen ergaben sich auch nur mittelbar aus der Wirtschaftsnot; die Hauptprobleme waren kontinentaler und außenpolitischer Natur Die verschiedenen Konferenzen mit panamerikanischen Ziet- fetzungen sind hierfür als Symptome ebenfo bedeut- f°m wie das Problem des ,° heftig Neutralitätsgefetzes. Viel zu lange hat die Volks- Meinung keine Gelegenheit mehr gehabt, m einer entscheidenden Abstimmung sich zu -utzern a MB man wüßte, wie groß die Teile der Beno k-rung in den USA. sind, die hinter den 3(otatiomften stehen, und in welchem Verhältnis siezu denen stehen, die die Abänderung des Neutralitatsg-setzes für eine Tat eines gesunden Neutralttatswillens Diele Meinungsunterschiede hat d-e Wirt s ch ° f t s n ° t zum Schweigen gebracht. V>° e Gewissen hat die Hoffnung auf eine Knegskoniunktu betäubt oder verwirrt. Neben deneny d>e fest ent schlossen sind, aus dem Krieg eine KoniunNur zu machen, stehen die kühlen Rechner, denen genau be könnt ist, über welch- Vorräte an Auslandsgut hoben, an Geld und an sonst °°>E°kke?-b ver- nationalen Werten England und Frankreich er füaen Si« lieben daraus den Schluß, datz v Hoffnung auf einen großen Wirtfchaftsauffchwun in "den USA., gemessen. °.n^sen Mitt lm wett übertrieben ist. Charakteristisch für ^ese Emftellu 9 war die Anfrage jener Industriellen, d P und London wissen ließen, sie feien „ bereit- zur Ue'oernahrne von Rüstungsauftrag wolle man aber in Paris und .London die^ Mittel hergeben, um die nötigen Dergroße ?jnflniteren? gänzunaen des Maschinenparks zu f 3 . . W-nn man sich dazu nicht -ntsch-seb-n könne so s - den betr. Industriellen das Geschäft mäst sicher 9 nug und die anzulegenden Kosten ju ert) । In diesem Zusammenhang erscheint es f b°lr!ch. daß d.estm Jahre d Ausforderung der USA. an Aj' schulden Machte ergangen ist, 1 v r e m r 9 i mit Zins und Zinseszinsen zu berei g wartet nach all diesen Jahren, in änberung. worden ist, nicht --n-ptotz-ch- Zste wenn man Aber es ist mehr als eme bW®^™6™ Iat. betont, daß auch der Krieg m C_P & noch lache nichts ändern könne, daß d,-I° L-chUio > nicht bezahlt seien. „Cash and Carry Parole, mit der die Wirtschaft m USA Problemen in Europa geg-nubersteh^ äWn Ebenso unklar w'- d,e Haltung zum -u^p^ fren Problem, ebenso undeutlich M 9 ^„ordent- Serno ft fragen. Zwischen de l usA.’Sot« lid) scharfen Äußerungen des neuen Rom, 27. Dez. (Europapreß.) Wie „Messaggero" aus Kairo meldet, veröffentlicht die ägypttsche Presse eine Meldung, daß zwischen Saudi-Arabien und dem Emirat von Koweit Verhandlungen im Gange seien über die britischen Forderungen nach Errichtung von Flottenbasen und befestigten Stützpunkten an den Küsten des Persischen Golfs. Die Blätter melden dazu, daß der Emir von Kowett, El Riad, sich in der Hauptstadt Saudi-Arabiens befinde. Er habe von den Engländern den Auftrag, von Ibn Saud die Zustimmung zu einer Verstärkung d e s Warenverkehrs durch Saudi-Arabien zu verlangen. Die ägyptische Presse erinnert Me Feuertaufe her heMen MlschasiSpMk. Ein Rückblick auf das Jahr 1939. Um das Wirtschaftsjahr 1939 zu würdigen, be- darf es keiner Suche nach Worten der Anerkennung. Die Leistungen und Erfolge des 7. Jahres nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik sprechen für ick) selbst. Schon die Fülle der wirtschafllichen Ge- etze und Verordnungen, die im abgelaufenen Jahre in Kraft getreten und wirksam geworden sind, ist erstaunlich. Ob es sich dabei — um nur einige die- er Gesetze und Verordnungen anzuführen — um die „S i ch e r st e l 1 u n g des K r ä f t e b e da r f s" vom 14. Februar, um die Neufassung des Einkommensteuergesetzes vom 27. Februar, um den „Neuen Finanzplan" vom 20. März, um das großdeutsche Zollgesetz vom 1. April, um die Einführung der Aroeitsbuch- pflicht vom 22. April, um das Gesetz über die ©eftaltung her Reichsbank vom 15. Juni oder um die Verordnung über die Wirtschaftsverwaltung vom 27. August handelte, — in jedem einzelnen Falle wurde ein wichtiges Wirtschaftsgebiet entweder neu betreten oder weiter aus» gebaut. Alle diese Gesetze und Verordnungen wirtschaftlicher Natur fügten sich den Gesetzen und Maßnahmen der vergangenen Jahre organisch ein und setzten damit eine Wirtschaftspolitik fort, deren Richtigkeit in dem steigenden Steueraufkommen sichtbar zum Ausdruck kommt. So betrugen die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben 1937/38 13 964,3 Millionen RM. und 1938/39 17 712,1 Millionen RM. und erreichten damit eine vom Ausland nicht für möglich gehaltene Höhe. Neben diesen wirtschaftlichen Gesetzen und Verordnungen liefen zugleich viele wirtschaftliche Aktionen. Kennzeichnend für den Geist des neuen Reiches war die feierliche Uebernahme der ehrwürdigen Fuggerhäuser in Augsburg. Diese Pflege kaufmännischer Tradition zerstörte manches jenseits der Grenzen gern weitergetragene Ammenmärchen von der „Welchandelsfeindlichkeit"' Großdeutsch- Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühlsche UniDerfttätsbrudcrei «.Lange in Sietzen. Schrislleilung und SeschäftsNelle: Schulftrahe 7 Hd>e Regierung habe bas Wunsch an, die nordischen Länder womöglich Freundschastsverhal^iS mrt Truppenlandeplatz und Schleuse für alliiert« £i “uc6 &as schwedische Bolt | pen zu einem Krieg gegen Rußland zu benutz« Das französische Gelbbuch Sin neues Eelbstbekenninis der englisch-sranzöfisch-n Kriegsfchnld billige diese Politik, wenn auch gewisse Abweichungen in Wort und Schrift hier und da festzustellen seien. Das soeben zustandegekommene Uebereinkom- men über den Warenaustausch der beiden Länder für 1940 sei die Grundlage für die Aufrechterhaltung normaler Handelsbeziehungen. Schweden sei keineswegs gewillt, sich von anderen Mächten und Interessengruppen ausnutzen zu lassen. Diese Erklärung spielt offensichtlich auf den englischen THIinifh (TU hi» nnrXilfi+tAH QXmSa« — .. —" — r: jl Eine Weihnachisansprache des Papstes. Kleine politische Nachrichten. .Jker Führer hat den Minister der ehemaligen österreichischen Landesregierung Dr. Hans Fisch- b o e ck aus seinem Amt verabschiedet und ihm für fein« dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste den Dank ausgesprochen. Australien wurde von den Engländern mit einer Gewalt besonderer Art erobert. Man hat Australien lange Zeit als Verbrecherkolonie benützt und den Abschaum der englischen Industriestädte den hilflosen Ureinwohnern auf den Nacken gesetzt bis diese ausgerottet waren. Seither wird dieser nur von 6,5 Millionen Engländern bewohnte Erdtell, der leicht 250 Millionen Menschen Heimat und Nahrung geben könnte, von der englischen Herrenclique für jede Einwanderung gesperrt, um ein leeres englisches Land zu bleiben. Angesichts eines solchen Rekordes an Gewalttaten wie ihn das britische Reich für seine Herschaftsgebiete auswelst, sind die Chamberlainschen Worte, die Welt müsse von der Beherrschung durch die deutsche Ge- walt gerettet werden, geradezueinHohn. Gleichwohl hat England wieder und wieder ver- sucht, die Welt über sein wahres Gesicht zu täuschen. Es ist infolgedessen notwendig, England die h euch, lerische Maske vom Gesicht zu reißen und endgültig vor aller Welt seinen wahren Charakter der Gewalttat, der Lüge, des Be- truges und der Unterdrückung zu entlarven. Dieser Aufgabe dient die in diesen Tagen erfolgende Herausgabe einer Schriftenreihe der Deut- schen Informationsstelle, die den ge- meinsamen Obertitel trägt: „England ohne Maske. * ~ —...... -rup- Krieg gegen Rußland zu benutzen. Schwedens Neutralität. Der neue schwedische Außenminister wünscht Festigung der deutsch-schwedischen Beziehungen. Erfrieren allein bedeutende Vertu st e zu verzeichnen waren. Neue russische Verstärkungen treffen ein, so daß bei einer Besserung der Wetterlage mit einer baldigen Wiederaufnahme von An- gnffsversuchen zu rechnen ist. Neue Truppeneinberufungen in Schweden. Stockholm, 27. Dez. (Europapreß.) In Mittel- schweben sind neue Einberufungen vorgenommen worden, um Mannschaften für die nörd- Britische Gewaltpolitik in aller Welt. England ohne Masken eine Schriftenreihe der Deutschen Informationsstelle. wahren Absichten der englisch-franzö- fischen Politik enthüllt Botschafter Coulondre jedoch, ^nmmßLfemer, berichtete, daß ein Kommen Becks nach Berlin eine „ern ste Unannehmlichkeit" bedeuten müsse, da dies 9r.?Ben „moralischen Erfolg" Deutschlands bedeuten wurde, den man der nationalsozialistischen Regierung nicht gönnen wollte. ’ w Schwere Schneestürme verhindern Kampfhandlungen an derpetsamofront 10 ’ F?C8' (Europapreß.) Schwer« Schm«- sturme »echinbern zur Zeit alle Kampfhanvlmweu Mn V«tfamo. Gestern w^en 3 0 Grad Celsius unter Null; die russischen Tanks uiid Panzerautos waren unver- w endbar. Die russischen Truppen sind zum gro-> ßen Terl damit beschäftigt, U n t - r ku n ft s h u t- ten zu emchten. da in den letzt«» lagen durch! unabhängiger polnischer Rest- staat ubnggeblleben wäre. In Wahrheit stellt die £ D0.m 29- August das Grundprinzip- Losung der Danziger- und Korridorfrage. Sicherung «nr«nebent5 ?cr .deutschen Volksgruppe im übrigen ” oa' ?,uf' bas bann ln dem Botschafter Henderson am 30 August mitgeteilten ausführlichen Plan durch «nnm^D°a« Ausführungsvorschläge ergänzt mürbe. Bon cln«r Bedrohung d«r polnischen Unabhängig- der drakonlschen Bestimmungen war in k- n""" .29-August keine Scbe; in Wirk- dm ausdrücklich: „Im übrigen deutsche Reichsreglerung bei ihren Borschlä- Absicht gehabt, lebenswichtige In. teressen Polens anzugresten oder die Existenz ein-s unabhangrgen polnischen Staates in Fr?ge zu f)at o?°[fn In letzter Stunde nochmal, ein gerechtes Angebot gemacht; Polen hat dieses Angebot abgelehnt; die Regierungen der desbMdb'.efe Ablehnung gewoUt und deshalb nichts getan, um sie zu verhindern; sie fürchteten die Verständigung, zumal sie ö^k^o^en Erfolg" der deutschen Friedens- S fhn?h Erstellen können. Das französische hLf ^nn m?nUh6 folgen dieser Politik zu tragen ühpr^urrf m y und Verdrehungen davon überzeugt werden, daß „eine friedliche Lösung der Völke^'0"? en Krise in Ehre und Würde für alle Volker , wie sie Daladier in seinem Brief an den Äußrer vom 26. August forderte, angeblich von ?eit H ^rni^Ad^erIaffm worden sei. In Wahr- nHiLfV b £ud) ?!efes Gelbbuch, auf das noch 2?^ r eS9efcn fein wird, und zwar genau wie b/f«en9n 4e- $laU6Ud’' ei" -kl-tant" ^S-lhE schuld * 1 s öer -nglisch-sranzösischen Kriegs- n^?1le?.f!?1,run9 und die Deutsch-Ig. panische Gesellschaft fuhren vom 31 Dezember bis 8. Januar 1940 im Kühtal in Tirol ein deutsch- ia panisch es Gemeinschaftslager durch, on dem Studenten beider Nationen teilnehmen. Namhafte Gelehrte und Persönlichkeiten des öffentlichen Levens der beiden Völker werden sprechen, u a Reichsstudentenführer Dr. Scheel, Admiral Forster und der japanische Botschafter Saburo Ku- L ® e rl i n, 23. Dez. (DNB.) Amtlich wird ver- lautbart: Das nach langem Zögern gestern von Hu? ? P 3 o f t fd) e n Regierung ver- f * i aV ?elbbuch zur öorge- n?» h-n€ $£-l-r eklatantesten Wider- fxruche und Lugen dieses Gelbbuches hingewiefen. So behauptet das G-lbbuch, d e r R ° i ch s a u b e n. Minister habe bei seinem Besuch in Pa- r *? 't™ 1938 erklärt, er werde sogleich naä) feiner Dickkehr die Frage einer interna- f nm»1/" Garantierung der Tschecho- „ 1 °"-ut m Erwägung ziehen. Genau »er dm d? "^''-.Lwah-I Der Reichsaußenmini- fter hat dem stanzosifchen Außenminister, als dieser dA- w fyma, berk-®ara"tie anschnitt, erwidert, daß das Aufwerfen dieser Frage die deutsch-französischen Beziehungen sofort wieder trüben würde, worauf $onnet seinerseits deutlich zu erkennen rid> ^künftig an d-n Ostftagen oesintSr-ssier-n werde. lands Die Hauptforg- der Wirtschaftspolitik aber 9111‘ selbstverständlich wiederum der Landwirt« s ch a f t. Im abgelaufenen Jahr konnte ein weiterer «chuldenruckgang der Landwirtschaft in Höhe von über 100 Millionen RM. festgestellt werden. Die Technik wurde in den Dienst der Landwirtschaft noch starker eingesetzt als bisher. Die Folge war eine gesteigerte Produktionskraft des deutschen Bauern die zu den bekannten glänzenden Ernte- ergeb Nissen führte und Deutschland hinsichtlich seiner Ernährung bis zu 85 o. H. vom Auslande unab- hanaig machte. Der Landflucht wurde durch den Landienst der deutschen Jugend und die Schaffung eines Wehrbauerntums Einhalt geboten Auch auf dem Gebiet des Verkehrswesens hat das abgelaufene Jahr neue, dauernd« Werte ge- schaffen. Das Netz der Reichsautobahnen rourbe ®ß’rer ausgebaut und dem im Jahre 1938 eröffne- ten Mittelland-Kanal folgte im Dezember 1939 die \Ü?'ftl-u,I9, bes Adolf-Hitler-Kanals zwischen Gleiwitz und Cosel und der erste Spatenstich zum Ober- Donau-Kanal, der für die Wirtschaft des deutschen vuoostens von kaum zu überschätzender Bedeutung sein wird. Die Reichsbahn schlug einen neuen Rekord mit einem Schnelltriebwagen, der eine Sttrn- dengeschwindigkeit von 195 Kilometer erreichte. Und endlich war es der Wohnungsbau, der als Schlüssel- Industrie der Wirtschaft einen sich stetig steigernden Auftrieb gab. Die Feier des 750jährigen Bestehens des Hamburger Hafens im Mai 1939 unterstrich abermal5 den Willen Deutschlands, das „Tor der Welt weit offen zu halten. Eine verstärkte Crp ortwer b ung setzte ein und erzielte den Er- Deutsche Handelsbilanz im Juli 1939 Millionen RM (lm Juni sogar mit 94,0 Mill. RM.) aktiv war. Hier hat sich das Wort des Führers „Deuffches Volk exportiere — oder stirb" ?noncr m JeiILer Reichstagsrede vom 30. Januar - *939 ausgesprochen hatte, bereits ausgewirkt In engem Zusammenhang mit diesem Führer- wort stand wahrend des ganzen Jahres 1939 das Bestreben Deutschlands, durch freundnachbarliche Vertrage den Versorgungsraum zu vergrößern. Hatte schon die Eingliederung der Ostmark und des Sudetenlandes 1938 den Versorgungsraum vergrößert so geschah dies in noch um- fl?n^rplC^er1em ourch die Eingliederung des Protektorats Böhmen und Mähren, durch die Staatsvertrage mit der Slowakei, durch das Wirt- !Ä^bEommen mit Rumänien und im August K?ürr d'e und Freundschaftsverträge mtt der Sowjetunion. Dank der genialen politifchen FÄÜ"? Erstarrd der deutschen Wirffchaft in dem obgelaufenen Jahre 1939 ein Wirtschaftsgroßraum, der vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer und I bw hin zum Fernen Osten reicht. 3.n. diesem Augenblick, in dem die deutsche Wirt- h™Qlt5£D lhf .?^oßten Erfolg erzielen konnte, k/och ber große Neider und Hasser E n g l a n d den ffevelhaftesten aller Kriege vom Zaun. Allein die ^"9lands und seiner offenen und geheimen Verbündeten kehrte sich m das Gegenteil um. In einem 18tag.gen triumphalen Feldzug wurde Polen auf der politischen Karte Europas ausgestrichen wurden alte deutsche Wirtschaftsprovinzen und In- dustriegeblete, dazu die Reichshoheit über die Weich- dmunbung m,ebergett)onnen und darüber hinaus ^"erdeutscher Boden und Raum erobert, in dem nun bic Volksdeutschen aus dem Baltenlande, aus Wolhynien und Galizien einströmen konnten. Deutschlands Wirtschaftspotential im Osten ging stärker benn je aus diesem englisch-polnischen Kriege hervor. Damit aber nicht genug! Was bas Jahr 1939 unb ^ahre nationalsozialisti- ®lrr^ft5P0lihf erstrebt hatten, ging herrlich Wirtschaftsfront hielt der Hungerblockabe stonb! Vier Monate bes aufgezwun- •Är7e9to verstrichen, ohne daß England die kleinste Bresche in das Bollwerk deutscher Er- re^C Vü ^a9en vermochte. Im Gegen- «An?!anbr.ulJ& Frankreich bemühen sich heute^die Maßnahmen des nationalsözia- Deutschlonds zu kopieren unb - wie „ “n3°.M$e Finanzmlnister aussprach — in das ^"Eschen Sieges" einzubringen. Das vnberes, als baß bie beuHche Wirtschaftspolitik ihre Feuertaufe siegreich über» itanben hat. Mit dem Bewußtsein dieser äußeren und f*aff5^rb1Q4n9Cn^i^ fÖnnen roir das neue Wirtschaftsjahr 1940 eintreten. £ g u^^o ckh olm, 28. Dez. (Europapreß.) In einer Unterredung, die der neue schwedische Außenminister von Günther dem Stockholmer Vertreter der Nachrichtenagentur Europapreß gewählte, erklatte der Minister, die schwedische Politik sei au nvsolUte Neutralität gegründet. Diese Po- Unk muffe für Deuffchland annehmbar sein, da Deutschland mit Bestimmtheit kein Interesse daran habe, Schweden in den Krieg hineingezogen zu sehen. Die neue schwedische Regierung n ' ehrliche Bestreben, das F " Deutschland zu festigen. lichste Provinz Schwedens, N o r r l a n b, auszu- bilden. Winterkleidung sowie Schneeschuhe, die sich im Besitz der Einberufenen befinden, sollen dem Staat, der bie Besitzer in vollem Umfange entschädigen wird, zur Verfügung gestellt werden. In allen schwedischen Blättern erscheinen Aufrufe an bie Bevölkerung, nicht über militärische Dinge zu sprechen. Auch Kronprinz Gustaf Abolf hat einen Aufruf erlassen, in bem es heißt, man solle bie Gerüchte unb Befürchtungen vor bie Tür stellen unb feiner täglichen Arbeit nachgehen. I OflnXiifitnAM .'X.u V: _ m ß alten Propa- qanbaluaen über die Vorgänge beim Besuchbes rQLQ l l?.e " len Hacha in Berlin im März «\raJ1^ulI)Qrinen- Die Berichte des fran« I KHen Votschafters, der von diesen Vorgängen nn*er n l'^sonliche Kenntnis haben konnte, müssen ! »?ch allem, was von amtlicher deutscher Seite hier- über bekanntgegeben worden ist, von A bis ^als ? a U e Geschichtsfalschung bezeichnet werbe ^anzosisch-englischen Kriegswillen ft 65 ferner zu verstehen, daß der franw- onr^ Botschafter in Berlin sich durch einen Bericht iSxF'21™91# erdreisten konnte, das Echo der ^reftß auf die Verfolgung der Volks- d°len als Propaganba'mittel hinzu- stellen, das nur einen Vorwand für di« deutsche Intervention liefern sollte. n ®^cr. Kriegswille der Westmächte mußte naturgemäß m dem großzügigen letzten Verstän- digungsangebot des Führers an Po- । s. ",^^^^ Gefahr sehen. Auch dies wird im Gelbbuch offen zugegeben. Es wird zwar behauptet, Frankreich unb Großbritannien batten m Warschau interveniert, damit Polen das °°r (En9larti> 9eforderte unb ja nach englischen Behauptungen von Polen schon gebilligte Verfahren der direkten Besprechung nun wirklich . r 0M 30. August abends dem englischen Bot- schaffer in Berlin mitgeteilte und erläuterte beut» n$e^9ßS°J lsvg. 16 Punkte) an Polen, das F berr Welt durch den deutschen Rund- ?u^e, ist von der internationalen Oeffentlichkeit als gerechter unb billi - g e r U f u n gsversuch anerkannt worden. Auch ft16 ft^oßsche Propaganda muß deshalb behaup- do len dieses Angebot niemals a b g e - VJ> «ftoöe Tatsächlich hat der polnische Rundfunk am 31. August, 11 Uhr abends, die deutschen Vor- chlag« als unannehmbar und unver- Das französische Gelbbuch sucht diese Erklärung des amtlichen polnischen Senders durch eine freche Luche aus der Welt zu schaffen in- dem behauptet wird, diese polnische Antwott beziehe sich gar nicht auf den am 31. August, 9 Uhr abends verofstntlichten deutschen Plan, sondern auf die 29 sman- dritifch- R-gi-ruwg vvm to l^ermann im ersten deutschen tann' beginnt jedoch die pol- Rundfunffendung mit folgendem Satz: „Die heutige Bekanntmachung des deutschen offiziellen Kommuniques hat bie Ziele unb Absichten der ft" PE „klar gezeigt" und brincst sodann eine Zusammenfassung der bekannten 16 Punkte. Uebrigens hat die amtliche polnische Nach- richtenagentur Pat sich am Abend des 31. August ganz ähnlich zu dem deutsck)en Plan ge- ;5ie politischen Kreise in .^ben sehr kategorisch auf bas deutsche fe"'”bu"' m,t feinen Lrfchläg-n ö-tr-ff-»d di- Regelung bes deuffch - polnischen Verhältnisses reagiert. Diese Kreise behaupten, daß die deutsche Aggression m der Zuspitzung der jetzigen Lage ihre Maske habe fallen lassen. Darum fft der Beschluß der polnischen Regierung, alle ihre Kräfte für bie Verteidigung des Staates aufzubringen, gerecht- f(?rhgt gerade im Hinblick auf die deutsche Bekannt- macyung. Trotz dreistester Lüge wird also nicht darum ^W"^lnen fein, daß Polen den großzügigen 6 utschen Vorschlag am 31. August abends rund» weg abgelehnt hat. Nach dem Gelbbnch hätte also der Sender Warschau nicht die 16 Punkte, son- u€ ,n mr r?J.te Deutschlands vorn 29 August mOrH?0c Obgelehnt, da diese - nach französischer Ansicht — allerdings ,Drakonische Be- bingungeu erühalten hätten, bei deren Erfüllung Schließlich ist, abgesehen von den kleinen Besitzun- gen der Franzosen und Holländer, England das einzige Land, das entgegen der Monroe-Doktrin em Kolonialreich in Amerika aufrecht erhält, das es auf dem Wege des Betruges und der blutigen Gewalt erworben hat. Seit dem 17. Jahrhundert er» aberten die Engländer mit den übelsten Piratenmethoden die von den Spaniern entdeckten und kul- Werten Westindischen Inseln, die seither von der Londoner City nur um ihrer Naturschätze millen rücksichtslos ausgebeutet werden. Das mittel» amerikanische Gebiet von Belice (Britisch-Honduras^ enthält England widerrechtlich Guatemala vor, das bis zum heutigen Tage ohne Erfolg gegen diesen britischen Gewaltakt protestiert. K a n a d a, von den Franzosen erschlossen, besiedelt und kultiviert, wurde von den Engländern den Franzosen mit Gewalt abgenommen, als diese durch den Siebenjährigen Krieg mit Friedrich dem Großen in Europa ge- bunden waren. Auch die F a l k l a n d s i n s e l n im südlichen Teil des Atlantischen Ozeans haben die Engländer gewaltsam weggenommen und enthalten sie widerrechttich chren rechtmäßigen argentinischen Besitzern vor. ' formationsfteHe teilt mit: Der englische Premierminister Neville Chamberlain beschwört mitsamt seinen Eideshelfern wieder und wieder die Weltöffentlichkeit, sich dem , Versuch Deutschlands entgegenzustellen, „die Welt durch Gewalt zu beherrschen". Jedermann lveitz, wie lächerlich dieser Vorwurf Deutschland gegenüber ist, das kein anderes Ziel hat, als die Zukunft feines Volkes im eigenen Raum und mit -in«r Hani^ Arbeit zu sichern. Die Chamberlain- IHe Formulierung fft aber um deswillen so inter- effant, weil sie von dem Leiter eines Landes ausgeht, dessen Politik auf Gewalt und auf nichts als Gewalt beruht. fW in erster Linie bie brutale und grausame Eroberung der „irischen N a ch d a r i n s e l". Die unabhorlichen Versuche der tapferen Iren, ihre Frei- I wiederzugewinnen, wurden mit einer unerhör- ten Brutalität niebengeroorfeiu Erst 1922 ist es den Iren geglückt, ihre Selbständigkeit zu erringen, aber aud) heute noch enthalten die Engländer den nörd- lichen Teil der „Grünen Insel" den Iren vor, um mff diese Weise ständig mit einem Fuß auf irischem Boden stehen zu tonnen. Die im Norden Schottlands gelegenen Orkney, und Shetland- infeln fmb von den Engländern als angebliche Rechtsnachfolger der Schotten in Besitz genommen worden, obwohl sie nach den damaligen historischen Vorgängen von Rechts wegen noch heute den Nor- wegern gehören. Die Bergfestung Gibraltar shaben die Engländern den Spaniern widerrechtlich wahrend des spanischen Erbfolgekrieges mit Gewalt weggenommen und seither nicht wieder zurückge- geben, obwohl es sich um rein spanisches fiant) mit . rem spanischen Bewohnern handelt. Die Insel ; Ucalta haben die Engländer während der na- , poleomschen Kriege gewaltsam weggenommen; sie i baben sich zwar im Frieden von Amiens 1802 zur I Rückgabe der Insel verpflichtet, haben aber die beutung wegen mit blutiger G.walt erobert alb Befreiungsversuche der ägyptischen Devolkeruiio wurden mit Gewalt unterdrückt. Der Suda! wurde durch ägyptische Truppen und auf Koster des ägyptischen Staates erobert mit dem Ergebnis daß England 1899 sich den maßgeblichen Einfluß auf die Verwaltung „by right of conquest“ sicherte Das Kap-Land wurde den dort fiedelnden holländffchen Bauern durch die Engländer gemalt« fam weggenommen. Die ins Innere zurückweichenden holländischen Bauern wurden aber auch in dem von ihnen ausgesuchten afrikanischen Neuland von den Engländern nicht in Ruhe gelassen, da man auf ihren Feldern Diamanten fand. In dem dreijähri- gen bluff gen Burenkrieg, in dem die Engländer Völkerrecht und Humanität mit Füßen traten, qe» lang es dem riesigen britischen Reich, tms kleine Burenvolk unter seine Gewalt zu zwingen, nachdem man seinen Willen, den man im Kamps von Mann zu Mann nicht hatte brechen können, durch die barbarische Einsperrung und Mißhandlung von Frauen und Kindern in Konzentrattonslagern gebrochen hatte. Weiter hat sich das britische Reich durch Ver- letzung der internationalen Kongoakte, durch Raub und Gewalt den Löwenanteil an den deutschen afrikanischen Kolonien gesichert. on?°™- 27. De3. (DJIB.) In fein« W-ihnachts- nniPh^L " Kardmalkollegium kam der Papst Jul 9x9ei.nnl? «l0en ®rie9 zu sprechen. Heute stehe der W.-üerh-rstellung bes Friedens so führte er lenes Mißtrauen entgegen, das in unüb6erb3raSrrfhnefenia.ft «"gewachsen, heute eine o/frfJnff!J 6 a r e SI u f t zwischen den Völkern ™!" W?*- Um so mehr hielt es der Papst für X^hnH9' Grundsätze für einen gerechten und ehrenhaften Fneden darzulegen. P&T?? et die Sicherstellung der! b er Rationen, die er als ^HPhpn hinG9rrf.Ur ^-"en gerechten und dauerhaften Frieden hinstellte. Die Voraussetzung solcher Reckte mach^ eine W iedergutmachung erforderlick — cinf Grundsatz, der bekanntlich in und nach Versailles f°aiaeraw?«X6fk *?9' DOn ben damaligen Ver- faiDer Machten mißachtet, vom Führer ab?r bis in den m R Sinne formuliert wor- ben Ist. Sodann wies der Papst auf die schlechten Er- ^riehen»«*"1' d'e in d?r Bergangenbeit mit den zur lfch«- U"9 gegründeten Institutionen gemacht ^usur verlangte er auch für die Zukunft Pnrfl* ' h aHer gerechten An - spruche damit durch kluge und rechtzeitige Re- b-L4.r Ertrage ein wahres Sl-ich- SnldmhMh den Rasionen geschaffen werde. Wesentlich bleibe naturgemäß der Geist der E u n g u n d d e r ® e r e d) t i g t e i t, non dem die Beziehungen zwischen den Völkern ge- tragen fein mußten. y . Zum Schluß begrüßte der Papst die Ernennuna em-s Sonderbeauftragten des Präsidenten Roose?! JHe'l'gei Stuhl, dessen Aufgabe er in der Hrbeit für die Miederherfiellung des^ Friedens erJj l,rJ 1 ,n' Die deutsch« In-, Rückgabe widerrechtlich verweigert und behalten 'rmationssielle t»» mck- nur durch die Macht ihrer Schiffsgeschütz« diese - italienische Insel in ihrer Hand. 1 . 3” Asien haben die Engländer seit der Mitte des i 18. Jahrhunderts das reiche Indien mit Gewalt t erobert und den Widerstand der einheimischen Be- 1 oolkerung mit allen Mitteln der Gewall und Grau- 1 fowkeit gebrochen. Im 19. Jahrhundert machte sich England an die blutige Eroberung der Gebiete von Burma im Osten von Indien. Das chinesische Ho n g f o n g eroberte England in jenem barbarischen Opiumkrieg, in dem es die Chinesen zwang, gegen den Mllen ihrer Regierung englisches Opium abzunehmen und zu verbrauchen. Durch einen Vertrag mit der Türkei vom Ichre 1878 erpreßte England, daß ihm die Verwaltung der Inset C y p e r n übertragen wurde. 1914 wurde die Insel gewaltsam und widerrechtlich anneftiert, die einheimische griechische Bevölkerung entrechtet und unterdrückt Seit dem 19. Jahrhundert hat England auch immer wettere Teifftücke von Arabien an sich ge- Een und versucht, seine durch keine Kulturleistuna gerechtferttgte Willkücherrschaft über die freien ara- nschen Wüstenstämme durch Bombenabwürfe über friedttchen Araberdörfem auftecht zu erhalten. 1915 verpflichtete sich England, Palästina zusammen mit den übrigen arabischen Gebieten unabhängig zu machen. Durch die Balfour-Deklaration von 1917 tpuröe dieses selbe Palästina den Juden versprochen! Seither versucht England mit List und Gewalt, die einheimische Bevölkerung aus Palästina zu ver- Drangen und dieses Land seinen jüdischen Schütz- imgm unt-v bri«fch-r H-rrfchaft M fch«nk«n. Das o ssnl geb iet, das schr reiche Oelvorkommen enthalt, wurde von den Engländern entgegen den bestehenden Vereinbarungen 1918 besetzt; Lord Cur- äon erzwang den Verzicht der Türkei, um diese reiche Rohstoffquelle der Londoner City dem britt- schen Dafallenlan'de Irak zuzuschlagen. Aegyp. ten wurde feiner überragenden strategischen Be- Der befische Arbektsntt nlst^r mt* m werksbef-itzern und Bergarbeitern ein 9n^n^er9° iiber dieLeenüigungde g St rTuT^T" sich 45 000 Bernarbeiter beteiligt hatten 7Ü- fenben haben Lurchgesetzt, dass dte Ver^n^' der Arbeitszeit in den Bergwerken Ä Kriegsdauer gültig ist. B n nur die ♦ ^Die schweizerischen Wirtschaftler, dandlungenmrtFrankreichundTroI 6ritanni€ n sind erneut unterbrochen Die schweizerische Deleaation ist nach Bern zuriick' «kehrt. Da die Auffasfunp-n der beiden Verh^d^ stmgsp-rtewn stark vanemander afcroeicben f"rü> noch groß« Schwierigkeiten zu erwarten. ,®i?. biSr^a^ftaVl’tunfl' 01,5 Bern erfährt mji* ber ®)ef des schweizerischen Generalstabes' Oberstkorpskommandant L a b h a r t, varllbergcheH jur Führung des 4. Armeekorps abkommandisri Der stelli-ertretende Ches d°s Generalstab^ Ober divisionar Huber, übernimmt den Posten Lab- harts. Wie italienische Blätter aus Kairo melden wird die Konferenz der vier Staaten Afghanistan Iran, Irak und Türkei im Frühjahr sammentreten, um die Rückwirkungen des eurovä- ischen Konflikts auf die Lage im Rahen Osten zu prüfen, um eine gemeinsame Linie zur Anwendung des Abkommens von Saadabad festzusetzen. Aus aller Wett. Bisher 196 Zote beim Eisenbahnunglück in Genthin. Die Zahl der Todesopfer des folgen- schwersten Eisenbahnunglückes in Genthin hat sich immer noch erhöht. Durch den Tod zahlreicher Schwerverletzter ist die Zahl der Tölen bis auf 196 gewachsen. Noch schweben w e i - tere Schwerverlehte in Lebensgefahr. Da die Namen einiger Getüteter noch nicht haben fefigestellt werden können, arbeiten Fachkommissionen der Kriminalpolizei lm Verein mit der Unfall- stelle der Reichsbahn in Genthin an der Identifizierung der Leichen. Zur Auskunstsertei- l u n g an die schwer betroffenen Angehörigen stehen alle Reichsbahndirektionen (Pressedienst) und die R n fa llstelle im Bahnhof Genthin jederzeit zur Verfügung. Schweres Erdbeben in Kleinasien. In der Nacht zum Mittwoch hat sich im Schwarzenmeergebiet Kleinasiens ein Von Bunker zu Bunker. Unterstand. - Flakkanoniere feiern das Weihnachtsfest. Lichtergtanz im . Weihnachten an der Westfront! Schwer liegt r Schnee auf den Tannen des Schwarzwaldes, oen wir nun schon seit Stunden durchfahren. Es ist z * V & e n &' &as des Friedens — inmit« tcn des Krieges! Frieden liegt über der Landschaft, «e an diesem Tage wie verzaubert scheint, und -bausende und aber Tausende Soldaten, die Wacht sm Westen halten, feiern das Weihnachtsfest, fern Hnl> doch — für sie ist ja auch die- Le r -ö o i> e n em Stück Heimat, einStück ihres mr l9/ bQ5 ste mit der Waffe verteidigen! Wir haben sie in ihren Bunkern und Unterstän- den ausgesucht, um mit ihnen zu erleben, wie sie r Tag feiern, wie sie dies Fest auf ihre Art gestalten Wir fuhren von Bunker zu Bunker, von Unterstand zu Unterstand. Und überall das gleiche -öill», die gleiche Freude, die gleiche Zuversicht. rP5--fQn der Grenze, irgendwo auf einer Schwarzwaldhohe, liegt e i n e F l a k st e l l u n g. Rings um- her Grabesstille, drinnen Frohsinn und Freude! In tteinem Raum sitzen die Kanoniere um ihr Bäum- chen dessen Lichterglanz eine trauliche Wärme ausstrahlt. Sie haben gerade ihre Geschenke ausge- packt, sie lesen ihre Briefe und knabbern an dem Konfekt, das sie von der Heimat erhielten. „Sehen Sie", sagt ein Gefreiter zu mir, „mir empfinden es gar nicht so sehr, allein zu sein! Diele von uns erhielten Weihnachtspäckchen, die „a n einen Soldaten der W e st front" gerichtet waren. Es sind Liebesgaben der Partei und der Hitler-Jugend, die in geradezu rührender Weife für uns gesorgt haben. Jedes einzelne Päckchen ist mit Liebe zurechtgemacht, den meisten liegen Briese bei, aus denen die Verbundenheit der Heimat zur Front spricht. Und dazu kommen für viele von uns die Päckchen unserer Angehörigen — man kann also wirklich sagen, daß für uns reichlich gesorgt ist." „Und traf denn der Weihnachtsmann so pünktlich auf den Tao ein?" werfe ich dazwischen. „Zum großen Teil waren die Sachen schon etwas früher da", erläutert ein Wachtmeister, „aber um die Freude nicht schon vorweg zu nehmen, haben wir die Post erst jetzt zu unserer kleinen Feier aus- gegeben, und nun hat jeder seine Freude und mancher ein unerwartete Ueberraschung!" So wie hier herrscht überall festliche und freudige Stimmung. In einem Unterstand haben sie die ganzen Wände mit Tannengrün verkleidet, woanders haben sie sich Glühwein und Punsch gebraut, in einem weiteren Bunker hat sich ein „Orchester" zusammengefunden, das nun eigene Bunker-Wunschkonzerte gibt, und nirgends fehlt das Bäumchen, überall Lichterglanz der Kerzen, Stimmung und Freude! Wo wir auch hinkommen, das gleich Erlebnis. Und es ist, als verbinde dieses Erlebnis Mann um Manu, Bunker um Bunker — die aanje deutsche Front ... Harald Wachsmuth. defkiges Erdbeben ereignet. Am stärksten wurde die Gegend von S i w a s heimgesucht. Das Erdbeben soll die Städte Ordu, Amasa, Siwas, Tokat und Erzingan teilweise zerstört, zahlreche Dörfer vollständig verwüstet haben. Die Zahl der Toten wird mit mehreren Hundert angegeben. Die Notlage der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten wird verschlimmert durch das schlechte Wetter. Ein Volksschädling verurteilt. Das Sondergericht in Halle a. d. Saale verurteilte den Angeklagten Franz Piech zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Piech hatte als Bahnschutzmann im Oktober 1939 von einem Soldaten, der in einem Truppentransportzug aus Polen durch Halle a. d. S. gekommen war, e i n Paket übergeben erhalten, das er der in Halle a. d. S. wohnenden Familie dieses Soldaten überbringen sollte. Der Angeklagte lieferte jedoch das Paket nicht ab, sondern eignete s i ch den Inhalt an. Ferner hatte ein anderer Soldat, während der Zug in Halle a. d. S. hielt, ein Paket für seine Familie auf der Rote-Kreuz-Station im Bahnhof abgegeben und den Angeklagten beauftragt, sich bei seiner Familie zu erkundigen, ob das Paket auch richtig abgegeben worden sei. Der Angeklagte ließ sich dieses Paket auf der Rote-Kreuz- Station aushändigen unter der falschen Angabe, er wolle es der Familie des Soldaten überbringen. Er bekam daraufhin das Paket auch ausgehändigt, lieferte es aber nicht ab, sondern behielt den Inhalt für sich. Der Vorsitzende des Sondergerichtes betonte, daß die Tat doppelt schwer wiege, weil der Angeklagte als Bahnschutzmann das besondere Vertrauen der durch Halle kommenden Soldaten schnöde mißbraucht habe. Dem an der Front stehenden Soldaten aber müsse das unbedingte Zu- trauen erhalten bleiben, daß seine Familie in der Heimat und fein Hab und Gut gegen solche verbrecherischen Angriffe wirksam geschützt werden. Solche 'Korrupttonserschelmmgen müßten von vornherekii mit den härtesten ©trafen im Keime erstickt werden. Zehn Jahre Zuchthaus für eine Verräterin am Deutschtum. Das Sondergericht in Königsberg verurteilte die Ehefrau Marta Sattler aus Wirt- berg, Kreis Insterburg, zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, weil sie geschlechtliche Beziehungen zu einem polnischen Kriegsgefangenen unterhalten hatte. Die Besttafung erfolgte auf Grund des § 4 der Verordnung zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schutze der Wehrkraft des deutschen Volkes vom 25. November 1939. Durch diese Vorschrift wird der Umgang mit Kriegsgefangenen mit Gefängnis und in schweren Fällen mit Zuchthaus bedroht, wenn er in einer Weise erfolgt, die das gesunde Dolksempfinden gröblichst verletzt. Das Urteil des Sondergerichtes Königsberg stellt eine eindringliche Warnung für alle Elemente dar, die während des Existenzkampfes unseres Volkes ihr Deutschtum vergessen und den Stolz des Volkes verletzen. Drei Todesurteile für nächtlichen Handtaschenraub. Kurzen Prozeß machte das Berliner Sondergericht mit drei jugendlichen Banditen, — dem 21jährigen Johann Z i k m u n d , dem 23- jährigen Eugen Opiate? und dem 23jährigen Alois Zelenka, die am 23. 11. d. I. gegen zwei Uhr morgens auf dem Leipziger Platz in Berlin zwei auf Geschäftsreisen befindliche, aus Frankfurt am Main stammende Frauen überfallen und die eine von ihnen niedergeschlagen und ihrer Handtasche beraubt hatten. Nach einem genau verabredeten Plan rannte Zelenka in anderer Richtung davon, als der Handtaschenräuber Zikmund, um Verfolger zu verwirren und abzulenken, während Dpi ater in der Maske des hilfsbereiten Unbeteiligten am Tatort zurückblieb. Das Täuschungsmanöver mißlang aber und binnen kurzer Zeit konnten alle drei Banditen hinter Schloß und Riegel gefetzt werden. Wegen ihres nächtlichen Ueberfalls wurden alle drei Angeklagten zum Tode verurteilt. Line jugendliche Verbrecherbande. Eine dreiköpfige jugendliche Verbrecherbande, der 16jährige Josef Lüders, der 18jährige Julius Baumann und der 20jährige Josef Baumann, standen vor dem Sondergericht in Trier wegen eines versuchten Raubes unter Ausnutzung der Verdunkelung zur Aburteilung. Die Angeklagten stahlen sich in Trierer Warenhäusern allerlei Gegenstände, die nach ihrer Ansicht zur Ausführung von Einbrüchen und Ueberfällen notwendig waren. In einem Kaufhaus bemerkten sie, wie eine Frau mit einer Handtasche das Kaufhaus verließ. Lüders und Julius Baumann folgten der Frau, Die Verlobung unserer Tochter Helga mit Herrn Marinekriegsrichter Hans Koehler-Kaeß geben wir be. fannt Lankbirektor Ferdinand Würdemann und Frau Elsa, geb. Stühmer Meine Verlobung mit Fräulein Helga Würdemann habe ich die Ehre anzuzelgen Hans Koehler-Kaeß MarinekriegSrichter Wilhelmshaven, Dezember 1939 Ihre Verlobung geben bekannt Annedore Steiner Pastor Erich Schmidt z. Z. Feldwebel Stettin, Alleestraße 8 Güstrow (Meckl.) Hausen (Kr. Gießen) Stolp (Pommern) Dezember 1939 05617 Ihre Vermählung geben bekannt Mitt Hundeborn Unteroffizier, z. Z. im Felde Otti Hundebom, geb. Brendel Schupbach Gießen Dezember 1939 05619 Ihrs Vermählung geben bekannt Verend Freiherr von Tiesenhausen Hauptschriftleiter 3-3immer MW u. Gartenanteil per 1. Januar zu vermieten. Näheres (77200 Baubüro H.W. Rinn G. in. b. H. Hitlerwall 12. | Mietgesuche | Kaufmann verheiratet, sucht für sofort 2 möbl. Zimmer mit Küche oder Küchenvenutz. Schr.Angeb.unt. 05609 a.d.G.A. Zimmer mit Zentralhzg. gesucht. 7734V Offerten mit Preisangab. an VogtschePrivat- Handelsschule, Goethestr. 32. Zimmer Tüchtiges, ,«vevlSMses Mädchen für Wirtschaft und Metzgerei für sof. gesucht. 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Dezember ausgegeben 77*4 A Junger Kontorist oder Kontoristin verfett in allen Büroarbeiten, sofort oder alsbald gesucht. Gest. Zuschriften unter 7706 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Klelae Aeieigea richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den DleßenerAnxelger | LWßWMtzNÄS Heute Donnerstag Erstaufführung! Das groöe Fest-Programm! \Mtann_ 1 i c 6 . Mit Heinz Rühmann, Carola Höhn, Ursula Grabley, Hansi Arnstaedt, Albert Florath Spielleitung: Kurt Hoffmann Drehbuch: Thea von Harbou Heinz Rühmann, der mit seinem einzigartigen Humor Millionen Menschen Stunden der besten Unterhaltung gab, zeigt sich in diesem bezaubernden Lustspiel-Film von einer vollkommen neuen Seite. In Partnerschaft mit einem entzückenden Jungen läßt er alle Register seines künstlerischen Könnens spielen und gestaltet damit den Filmstoff zu einem kostbaren Meisterwerk menschlichen Humors 7737A Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr Am Neujahrstag 2.00, 4.00, 6.00, 8.30 Uhr Bis Mittwoch, den 3. Januar einschließlich GLORifl bh Mittwoch, 8. Jan., elnschl. das große Festprogramm 1 PQLQST Giessen Ein neuer Zarah-Leander-Film der Ufa — das bedeutet das neue Erlebnis dieser nie zu erschöpfenden schauspielerischen Persönlichkeit, deren fraulicher Reiz und künstlerische Ueberlegenheit immer wieder mit Bewunderung erfüllt! Spielseiten: täglich 4, 6, 8.30 Uhr w*A am Sonntag und L Januar 2, 4, 6, 8.00 Uhr Ufa-Kulturfilm Ufa-Wochenschau Ein Ufa-Film mit Gustav Knuth, Herbert Wilk, Friedrich Domin, Karl Günther, Rolf Heydel SPIELLEITUNG: PAUL MARTIN Heute Donnerstag letzter Tagt MARTA ILONA mit Paula Wessely, Willy Birgel J STATT KARTEN ?rr Alter von 73 Jahren. Gelnhausen, Gießen, Worms, den 27. Dezember 1939. 7740D 7736D 6 05616 7743V 7741D Hem/ Heuchelheim, Mainz-Gonsenheim, den 27. Dezember 1939. Philipp Damm X. und Kinder. Reiskirchen, den 28. Dezember 1939. 7733V 7725V tat Am 26. Dezember verschied unerwartet nach kurzem schweren Krankenlager mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Die Beisetzung findet am Freitag, dem 29. Dez., 15 Uhr, von der Friedhofskapelle in Sobernheim aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hch. Volkmann Familie Fr. Kreiling Familie Th. Weller. Nach einem arbeitsreichen Leben verschied am 26. Dezember 1939 unerwartet mein Leber Mann, unser treubesorgter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Für alle liebevolle Teilnahme, die uns bei dem Heimgang unserer lieben Mutter in so reichem Mabe zuteil wurde, sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Frank für die trostreichen Worte herzlichen Dank. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 29. Dezember, nachmittags um 2i/3 Uhr vom Trauerhause, Kirchstraße 17, aus statt. Sobernheim, Wupperthal- Vohwinkel, Berlin-Schmargendorf, Gießen, den 27. Dez. 1939. 6m DOÖj km! 18. Wh ks w M Mir Änt tr$ Dl N O Ns pal Utbi efli leg« 5er ober nm? timi Iah' gige gen Mc Wal ren Kap eine1 Hein gus Jeu: Bus am lers her Ich Obei 8- N kräh Kni siche aus Ich Sr. Öbei fang leit der Sei getreu bis in den Tod. Nach einem Leben voll aufopfernder Liebe und Arbeit ist unsere herzensgute,unvergeßliche Mutter, Sch wiegermutter,Großmutter, Tante und Schwägerin Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! In tiefer Trauer: Ida Müller, geb Bergau Apotheker Rudolf Müller und Frau Julius Ochsner und Frau, geb. Müller Ing. W. Kalbfleisch und Frau, geb. Müller und 3 Enkel (135,75) lagen behauptet. Auch das Rentengeschäft war recht klein, wenngleich auch hier Anlageinteresse fortbestand. In der Hauptsache richtete es sich weiterhin auf Pfandbriefe. Außerdem waren Steuergutscheine I etwas gefragt und leicht erhöht, April-Mai 99.17,50. Industrie-Obligationen lagen nicht ganz einheitlich, Die Beerdigung findet auf besonderen Wunsch in Gießen auf dem Alten Friedhof am Freitag, dem 29. Dezember 1939 um 14 Uhr statt. Kammeriäger Lobinat aus Bielefeld kommt wieder und vernichtet Ratten, Mäuse, Wanzen,Schwaben usw. - Bestellungen erbitte unter „Lobinat“ sofort an diese Zeitung. [7745D Ganze Gemeinden niedrige Preise. Sl Tki hn muri dici ytoi 'M L-rk diele Blljb mich Ni M gehe neue ins W fitbe tat Ni °or mir In tiefer Trauer: Marie Helmke, geb. Berwig Ruth Diebschlag, geb. Helmke Stabsarzt Dr. med. Ernst Diebschlag Hansdieter Diebschlag und Anverwandte. Flottes, Helles Pelzjäckchen (ind. Lamm) mit Fuchsschalkragen (Größe 44-preiswert zu verkauf. Näheres (O66io Billerwall 29 L jm 311 bili Die Beerdigung findet am Samstag, dem 30. Dezember, 14.45 Uhr, in Lieh statt Todesanzeige. Plötzlich und unerwartet entschlief heute nacht mein lieber Vater Herr Heinrich Arnold Dort, Maurer im 67. Lebensjahr. Der trauernde Hinterbliebene: Karl Heinrich Dort, Elektromeister. Beuern, den 27. Dezember 1939. Die Beerdigung findet Freitag, den 29. Dezember, nachmittags 2.30 Uhr statt. ft ®ebu Üitjl Jr «115t "'Ulf Nicht mehr müde, blaß, nervös und abgespannt Jung und all nehmen Lebens-Elixlr „Dr. Schleifer" den blutbildenden, nervennährenden Kräftigungstrank. Der verleiht Blut, Kraft, starke Nerven, gesunden Appetit und frisches Aussehen Der Gehatt an Lecithin und Eisen macht'sf Gr. Fl. RM 2.75, Kur«. RM 4.90 Univ.-Apotheke zum gold, Engel, A. Habrich, Marktplatz. Frau Magdalene Oß wald, geb. Dietz Inhaberin des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter Professor Paul Helmke Museumsdirektor i. R. del ötifl $ gie. Sie in: dien Ri mir ts n tau tat Tkiis 6115 ta Gestern morgen 2 Uhr entschlief nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Maria Balser Wwe. im 86. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Balser und Familie. Erster Hauptwachtmeister Rödgen, den 27. Dezember 1939. Die Beerdigung findet Freitag, den 29. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt. , Minna! Schlachtpserde und Schlachisohlen werden ständig zu Höchstpreisen angekauft. Bei Notschlachtungen schnelle u. reelle Bedienung. Rohschlachterei Schilling Gießen, Wetzsteingasse 8 Telefon 3547 Vermittler erhalten hohe Provision! 06608 Freibankverkauf am 29. Dezember 1939: von 8- 9 Uhr Nr. 811-870 von 9-10 Uhr Nr. 871-930 von 10-11 Uhr Nr. 931-1000 von 11-12 Uhr Nr.1001-1040 und Nr. 1-30 von 12-13 Uhr Nr. 31-90 am 30. Dezember 1939: 7735A von 8- 9 Uhr Nr. 91-150 von 9-10 Uhr Nr. 151-210 von 10-11 Uhr Nr. 211-270 Stadt. Schlachthof, Gießen. Heute vormittag nahm Gott der Herr unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Jakob Weller VII. im 80. Lebensjahre zu sich. nach kurzer, schwerer Krankheit heute im 85. Lebensjahre zur ewigen Ruhe heimgegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Oßwald Mathilde Rau, geb. Oßwald Minna Oßwald Christian Rau Lieh, Bad-Nauheim, Hilde Oßwald, geb. Eißfeller Offenbach a. M, 27. Dez. 1939. und vier Enkelkinder. während Josef Baumann sich im Hintergrund hielt. Auf dem Justizplatz leuchteten die beiden der Frau ins Gesicht, wodurch sie geblendet wurde. Lüders sprang auf das Opfer zu und zerrte an der Tasche. Nur der energisch abwehrenden Haltung der Ueber- fallenen und ihren lauten Hilferufen ist es zu verdanken, daß der Ueberfall mißlang. Bei den drei Burschen handelt es sich um Elemente, die sich bereits seit frühester Jugend auf dem Wege des Verbrechens befanden. Der 16jährige war bereits in drei Diebstähle verwickelt, auch der 18jährige hatte sich schon eines Diebstahls schuldig gemacht. Der 20jährige Haupträdelsführer hatte wegen dreier Automatendiebstähle schon sechs Monate Gefängnis abgesessen. Das Gericht erkannte bei Josef Baumann auf Todesstrafe, der 16jährige Josef Lüders wurde zu der bei Jugendlichen höchstzulässigen Strafe von zehn Jahren Gefängnis verurteilt, während Julius Baumann mangels Beweises freigesprochen wurde. Zwei Gewaltverbrecher hingerichlel. Am 23. Dezember 1939 ist der 25jährige Franz Schrauf st etter und der 36jährige Cölestin Kaußner aus Aschheim bei München hingerichtet worden, die durch Urteil des Besonderen Strafsenats des Reichsgerichts vom 18. 12. 1939 wegen gemeinschaftlichen Totschlages und Verbrechens gegen die Verordnung gegen Gewaltverbrecher zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden waren. Schraufstetter und Kaußner, zwei vielfach vorbestrafte Verbrecher, überfielen nach einem vorausgegangenen Wirtshausstreit einen Arbeits - kameraden in der gemeinschaftlichen Wohnung grundlos und marterten i h n in grausamster Weise z u Tode. Todesurteil vollstreckt. Am 23.12.1939 wurde der am 3. Oktober 1918 geborene Paul Lehmann hingerichtet, der durch Urteil des Sondergerichts für den Oberlandesge- Minerate metallici itaUani" (AMMJ.) übernommen worden. Dieses Unternehmen hat ein umfassendes Programm zur Erforschung und Ausbeutung der übernommenen Konzession ausgearbeitet. Das ganze Monte-Rosa-Massiv soll zu diesem Zwecke abgesucht werden. Die Goldgewinnung dieses Unternehmens ist von 34 Kilogramm des Jahres 1937 auf 46 Kilogramm im Jahre 1938 gehoben wotiren und hat in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 61 Kilogramm erreicht. Einige der Goldgruben sind auf 4000 Meter gelegen. Wirtschaft. Hhein-Mainische Börse. Ruhig und behauptet. Frankfurt a. M., 27. Dezember. Die Frankfurter Börse setzte nach der Feiertags pause mit sehr ruhigem Geschäft ein. Die Kundschastsbeteiligung war ziemlich klein. Stellenweise lag etwas Material vor, überwiegend bestand jedoch weiterhin Anlageinteresse. Am Aktienmarkt wiesen die zunächst in nur geringer Zahl notierten Papiere kaum Veränderungen auf. Fest lagen jedoch Metallgesellschaft mit 127 (125), ferner gewannen Scheideanstalt 1 v. H. auf 228. IG.-Farben gingen um 0,50 v. H. auf 164, ferner Adlerwerke auf 99,75 (100), Rheinmetall auf 124,25 (124,50) und Heidelberger Zement aus 147,50 (147,75) zurück. Vereinigte Stahl mit 103, Daimler mit 123,50 und Rheinstähl mit 135,90 Vichtsbezirk Breslau vom 24. November 1939 wegen Verbrechens gegen § 4 der Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. September 1939 zum Tode verurteilt worden war. Lehmann hatte am Abend des 17. Oktober 1939 zwischen Pronzendorf und Kunern eine BDM.-Gruppenführeri n, die nach Ausübung ihres Dienstes allein auf ihrem Rade nach Hause fuhr, überfallen und genotzüchtigt. Er hatte sich hierbei zunutze gemacht, daß die Straße infolge der Kriegs Verhältnisse nur wenig belebt war. Schneeslürme über Rumänien. In ganz Rumänien wüteten heftige Schneestürme. Der Schiffsverkehr auf dem Schwarzen Meer wurde lahmgelegt. Die Temperatur ist im ganzen Lande auf zehn Grad unter Null, vereinzelt bis auf zwanzig Grad Celsius gesunken. Die Eisenbahnzüge erleiden infolge der Schneeverwehun gen große Verspätungen. Die Karpathenkette trägt eine tiefe Schneedecke. A u f der Donau sank in der Nähe von Giurgia der unter englischer Flagge fahrende Petroleumdampfer „Tomis", der mit zwanzig Waggon Rohöl von Galatz kam. Jm Hasen von Ramadan sind verschiedene am dortigen Kai verankerte Schiffe gegeneinander gestoßen. Das Fährboot Giurgia-Ru'stschuk, das den Post- und Passagierverkehr nach Bulgarien besorgt, konnte nicht verkehren. Englisches Flugzeug auf das Dach einer Kirche gestürzt. Ein britisches Militärflugzeug stürzte auf das Dach einer Kirche in Northumberland. Man nimmt an, daß der Pilot auf einem nahegelegenen Sportplatz notlanden wollte. Das Flugzeug wurde mitsamt der Kirche durch den bei dem Absturz entstehenden Brand zerstört. Vermutlich wurde nur einer von den vier Mann Besatzung gerettet Gold am Alante Rosa. Apothekenbesitzer Friedrich Müller im 70. Lebensjahre. | Kaufgesuclte] Suche gut er1 haltenes, gebt. Memell zu kaufen. Schr. Ang. unt. 05615 a.d.G.A» Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen Ihre Geschäfte* Drucksachen etellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschättskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen! 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(Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Der letzte Frankfurter Schlachtviehmarkt im alten Jahre war nach dem lebhaften Festtagsbedarf erwartungsgemäß schwächer beschickt. Der gesamte Auftrieb wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 25 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Hämmel 30 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. je 50 kg Lebendgewicht. — Nächster Viehmarkt am 4. Januar 1940.___________________________________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Die Goldgruben in den südlichen Ausläufern des '---------------..... .„ö.. o Monte Rosa sind von der halbstaatlichen „Azienda meist aber ein wenig höher. Liquidationspsandbriese Nr. 303 Zweites Blatt Siebener Anzeiger iGeneral-Anzeigrr für Gberheffen) Donnerstag, 28. Dezember 1939 Aus der Stadt Gießen. Profesior Helmke t Am Zweiten Weihnachtsfeiertag ist Krotofnr Paul Helmke, der langjährige Direktor dc>«; Oberhessischen Museums in Gießen^nSob^heim an der Nahe, wo er nach dem Uebertritt in h-n Ruhestand seinen Lebensabend verbrachte nack kurzer Krankheit im Auer von 73 fahren verdorben Professor Helmke stammte aus Freienwalde an der Oder, wo er am 1. Mai 1866 geboren war. Nach dem Schulbesuch in Holle a. d. Saale studierte er in Halle und Gießen klassische Philologie und Archäolo- gie. Im Februar 1894 legte er an der Universität Gießen seine Staatsprüfung ab. Hierauf war er in Darmstadt, Butzbach und Friedberg im Schuldienst tätig, bis er Ostern 1917 an das Gymnasium in Gießen versetzt wurde. Als Studienrat wirkte er hier bis zum Jahre 1928. Dann trat er au- seinen Antrag in den Ruhestand. Don 1918 bis 1929 war er Leiter der Lateinkurse an der Universität Gießen. Nachdem er schan im Jahre 1897, als er noch in Butzbach tätig war, unter Leitung des damaligen Geh. Oberschulrats Soldan bei der Erforschung des Limes mitgewirkt und auch bei den Ausgrabungen am Schrenzer, am Degenfeldkastell an den sog. Gambacher Reitschulen usw. beteiligt gewesen war, wurde ihm im Jahre 1907 nach seiner Uebersiedlung nach Friedberg, wo er an der dortigen Augustinerschule wirkte, vom damaligen Hessischen Ministerium der Auftrag erteilt, die Offenlegung der Kapersburg im Taunus vorzunehmen. Der Ausbruch des Weltkrieges ließ diese Aufgabe aber nicht zur Vollendung kommen. Nach Einführung der staatlichen Denkmalpflege in H ssen wirkte Helmke als Denkmalpfleger für die Bodenaltertümer, und zwar zuerst im Bezirk, dann bis zum Jahre 1932 in der Provinz Oberhessen. In dieser Eigenschaft hat er neben den vorerwähnten Grabungen noch mancherlei andere wichtige Untersuchungen an vorgeschichtlichen Anlagen und Grabhügeln ausgeführt, so im Vorderwald bei Muschenheim, auf dem großen vorgeschichtlichen Friedhof bei Nieder- Mockstadt, ferner an Grabhügeln im Langsdorfer Wald und bei Nieder-Bessingen usw. Römische Spuren untersuchte er, neben den Arbeiten auf der Kapersburg, u. a. bei der Freilegung der Mauern eines Burgus auf dem Johannisberg bei Bad-Rau- Heim und eines zweiten am Winterstein. Den Bur- gus am Winterstein konnte er mit den von dem Deutsch-Amerikaner Gustav Oberlaender in reichem Ausmaß gespendeten Geldmitteln wieder aufbauen; am Turm sind sein Name und der Name des Stifters als Gedenkzeichen angebracht. Die Ergebnisse der von ihm geleiteten Ausgrabungen und Untersuchungen reihte er in die reiche FuUdsammlung des Oberhessischen Museums ein. Von Beginn seines Wirkens am Gymnasium in Gießen an stellte Professor Helmke seine Arbeitskraft und sein Wissen auch dem Oberhessischen Museum zur Verfügung, zunächst als wisseüschaft- licher Mitarbeiter, dann — nach seinem Ausscheiden ans dem Schuldienst im April 1928 — als Nachfolger des verstorbenen Museumsdirektors Professor Dr. Kramer vom Mai 1928 ab als Direktor des Oberhessischen Museums und der Gailschen Sammlungen. Während der langen Jahre seiner Tätigkeit für unser Museum hat er sich die Ausweitung der Sammlungen, namentlich der vorgeschichtlichen, in hol)em Maße angelegen sein lassen Er hat die Sammlungen nicht nur verdoppelt, sondern sie auch vollständig neu geordnet. Ferner erwarb er das Ge- famtwerk des berühmten Kupferstechers des 18. Jahrhunderts I. G. Wille, der von der Obermühle bei Bieber stammt. Den Heidenturm im Hof des Heims des Museums, des Alten Schlosses, sowie die beiden Verließe des Turms und die Wohnräume wurden von Helmke wieder besuchbar hergerichtet. Ferner hat er für das Museum eine große Anzahl Einzelerwerbungen gemacht. So wurden die Ovenwälder Eifenbeinschniher arbeiteten für vas WHW. 900 000 Abzeichen für die Saustroßensammlung. NSG. In den letzten Wochen herrschte in den Werkstuben der Odenwälder Elfenbeinschnitzer reger Betrieb. In den kleinen, sauberen Häuschen, die in die landschaftlichen schönen Täler eingebettet sind, oder sich eng an die Berghänge schmiegen, surrten die Rädchen der Maschinen oder sang die Laubsäge ihr zartes Lied. Hunderte von fleißigen und geschickten Hände waren wieder damit beschäftigt, neue Abzeichen für das Kriegswinterhilfswerk anzufertigen. Wir erinnern uns noch des Edelweißes, das als WHW -Abzeichen im Winter 1934/35 verkauft wurde, und der Narziffen und Margariten mit dem roten Marienkäferchen, die die Volksgenossen im März 1936 und 1937 als äußeres Zeichen ihrer Opferbereitschaft trugen. Diese Abzeichen des Odenwälder Elfenbeinhandwerks fanden überall im Großdeutfchen Reich Anklang. Im gleichen Maße werden sich auch die neuen geschmackvollen AbZeichen der Kunsthandwerker des Odenwaldes die Herzen der Volksgenossen im Rhein-Main-Gebiet erobern. Die Abzeichen wurden für die Gaustraßensamm- lung des Gaues Hessen-Nassau für das Kriegswinterhilfswerk im Januar hergestellt. In sechs verschiedenen Figuren wurden sie angefertigt, die Tiere darstellen, so einen stehenden und sitzenden Hund, einen Erpel, einen Pfau, eine Schwalbe und einen Hahn. Die Elfenbeinschnitzer in Erbach, Michelstadt und König im Odenwald erhielten einen Auftrag von insgesamt 900 000 Abzeichen, wodurch dieses Handwerk in diesen Winter-Wochen wesentlich belebt wurde. / Besonderen Wert gewinnt das Abzeichen der Gaustraßensammlung unseres Gaues wieder dadurch, daß es fast ausschließlich Handarbeit ist. Durch viele geschickte und kunstferttge Hände läuft es, bis es, in Kartons verpackt, den Weg zu den Dienststellen des Kriegswinterhilftzwerks antritt. Die Abzeichen find aus Edelkunstharz hergestellt, das ein hochwertiges Material aus Steinkohlenprodukten und Holz ist. Elfenbein wäre zu teuer und müßte außerdem mit wertvollen Devisen aus dem Ausland beschafft werden. Zur Herstellung der Abzeichen sind sechs Arbeitsvorgänge notwendig. Don Prostlstanaen, die den Elfenbeinschnitzern von deutschen Kunstharzfabriken geliefert werden und bei denen sich bereits durch Guß die Konturen der Tiere abzeichnen, werden mit der Kreissäge in gleichmäßiger Stärke die sogenannten Plättchen abgeschnitten. Sie lassen bereits in groben Umrissen die Tierformen erkennen. Dieses Zuschneiden geht außerordentlich schnell. Ein guter Zuschneider legt in der Stunde rund 2000 Plättchen vor. Dieses Arbeitsverfahren wird nur bei der Herstellung der Hunde, vtzs Erpels und des Hahns angewandt. Der Pfau und die Schwalbe verlangen mehr Handarbeit. Durch die vielen dünnen Einschnitte, die notwendig sind, um den Tieren die richtige Gestalt zu geben, ist die Anfertigung der Gußformen für die Profilstäbe mit großen Schwierigkeiten verbunden. Von den Kunstharzfabriken wird deshalb das Edelkunftharz in dicken Platten geliefert, die von den Elfenbeinschnitzern in dünnen Streifen geschnitten werden. Dom Pfau und von der Schwalbe werden Stempel angeferHgt, mit denen die Tierformen auf die Streifen abgedruckt werden. Mit der Laubsäge werden dann die Abzeichen! ausgeschnitten. JLre eigentliche Form erhalten die Abzeichen beider Arbeitsverfahren durch das Fräsen, das viel Geschicklichkeit verlangt. Mit dem rotierenden Schneideplättchen muß der Elfenbeinschnitzer die letzten Feinheiten herausholen. Trotz dieser Kunstarbeit braucht ein geübter Fräser, der der eigentliche Schnitzer ist, für eine Figur nicht länger als rund eine Minute. In alle Abzeichen werden dann in die Rückseite die Löcher zum Eindrehen der Anstecknadel gebohrt. In einer Stunde werden etwa 1000 Abzeichen mit einem Loch versehen. Hierauf werden die Figuren von Mädchen und Frauen bemalt. Mit viel Liebe wird diese Arbeit ausgeführt, denn die Tiere sollen in ihrer Bemalung naturgetreu fein. Da die Abzeichen klein find, muß das Bemalen mit großer Sorgfalt erfolgen. Von anderen Frauen werden schließlich die Anstecknadeln eingeschraubt. Anschließend werden die Abzeichen nochmals geprüft und hundert stückweise in Kartons verpackt. Mit der Herstellung der Abzeichen, für die 6000 Stangen Edelkunftharz mit einer Länge von 40 cm und 5000 Stangen von 25 cm Länge mit einem Gesamtgewicht von 1700 kg verarbeitet wurden, hat das Kriegswinterhilfswerk, wie in jedem Jahr das WHW., vielen Odenwälder Schnitzern Lohn und Brot gebracht. Das Kunfthandwerk hat wieder unter dem Boykott deutscher Waren im Ausland zu leiden. 75 o. H. seiner Fabrikation ging früher in fremde Staaten. Da im Winter die Herstellung von Reiseandenken für die einheimischen Fremdenorte ausfällt, würden in dieser Zeit viele Arbeitsplätze verwaist sein. Mit Aufträgen sorgt aber das Winterhilfswerk dafür, daß diese Dokksgenossen Beschäftigung haben. Durch die Herstellung der 900000 । Abzeichen fanden rund 600 Volksgenossen etwa vier Wochen lang Arbeit. Darunter sind etwa 400 fremde Gefolgschaftsmitglieber, während sich die übrige Zahl aus Betriebsführern und Familienangehörigen zusammensetzt. Die Volksgenossen des Gaues Hessen-Nassau werden im Januar wieder ihre Opferbereitschaft beweisen und damit auch im neuen Jahre der Welt ihren Willen zum Sozialismus der Tat bekunden. Kleine Tiere werden an allen Röcken leuchten. Mit dem Erwerb der geschmackvollen Abzeichen zeigen wir aber nicht nur äußerlich unsere Opferfreudiakeit für Führer und Volk, sondern durch den Kauf tragen wir dazu bei, daß viele Volksgenossen unseres Gaues Arbeit fanden. Jahre feines Wirkens als Mitarbeiter und als Direktor des Oberhessischen Museums für dieses außerordentlich segensreich, und sie brachten unserer engeren Heimat eine reiche Sammlung alten Kulturguts, die einen kostbaren Schatz für unsere Volksgemeinschaft darstellt. In wissenschaftlichen Zeitschriften und besonders auch im „Gießener Anzeiger" und seinen Beilagen hat Professor Helmke über seine Funde und seine Tätigkeit als Denkmalpfleger zahlreiche Arbeiten veröffentlicht. Daneben hat er Schulen und Vereinen Führungen durch das Museum und zu den Ausgrabungsstätten gewährt, ferner in Städten und Dörfern sowie an der damaligen Volkshochschule in Gießen viele lehrreiche Vorträge gehalten. An der Universität Gießen hielt er Vorlesungen über die Vorgeschichte, das Römische und die Frühgeschichte Deutschlands, besonders des Rhein-Main- Gebrets. Dem Ausschuß des Historischen Vereins für Oberhessen gehörte er feit 1917 an, ferner war er ko rrespond ierend e s Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und Mitglied der Historischen Kommission für Hessen-Waldeck sowie der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt am Main. Im Herbst 1933 schied er aus Gesundheitsrücksichten aus seinem Amt als Direktor des Oberhessischen Museums aus, um von da ab seinen Lebensabend im Ruhestand zu verbringen. Er übersiedelte im Dezember 1933 nach Sobernheim an der Nahe, wohin ihn familiäre Bande zogen. Seine Tätigkeit und feine vortrefflichen menschlichen Eigenschaften haben ihm in Gießen und weithin in Oberhessen sowie darüber hinaus einen großen Freundeskreis geschaffen, der den charaktervollen Mann in hohem Matze schätzte. Sein Andenken wird auch über das Grab hinaus bei allen, die ihn kannten, in Ehren fortleben. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloriapalast, Seltersweg: „Maria Ilona". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hurra, ich bin Papa". Zwischen den Jahren. „Zwischen den Jahren" nennt man seit Jahrhunderten die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, und alte Gebräuche leben in diesen Tagen in den Familien. So soll man in den letzten Tagen des Jahres, die der Rückschau dienen, keine grundlegende Arpeit beginnen, sondern erst mit dem neuen Jahr fröhlich und mit frischem Mut anfangen. Die Hausfrau schätzt es nicht, wenn „zwischen den Jahren" gewaschen wird, denn nach einem alten Volksglauben kommt dann das ganze Jahr über die „Wäsche nicht aus dem Haus", d. h. man wird nie mit ihr fertig. Beschaulichkeit liegt über den letzten Tagen des Jahres. Der Kaufmann und der Handwerker gehen, wenn die letzten 2lufräumungsarbeiten von Weihnachten beendet sind, an die Aufstellung der Jahresbilanz, um Erfolg und Mißerfolg festzustellen. Früher war es auch üblich, sich „zwischen den Jahren" mit all denen zu versöhnen, mit denen man Zank und Streit hatte. „Man geht nicht mit Groll ins neue Jahr" hieß es dann. Auch Briefschulden wurden „zwischen den Jahren" erledigt und Besuche gemacht, die man das ganze Jahr über immer wieder aufgeschoben hatte. Kurz und gut, es ist eine besinnliche Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, in der man ein wenig Einkehr hält bei sich selbst, bis die Glocken in der Silvesternacht Aufrufen zu neuer Tat und neuer Arbeit. Oie Polizeistunde in der Silvesternacht. Nach einer Anordnung des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei ist für die Silvesternacht die Polizeistunde auf 1 Uhr festgesetzt worden. In Anbetracht 'des Ernstes der Zeit wird von allen Volksgenossen erwartet, daß Silvesterfeiern in würdiger Form abgehalten und Ausschreitungen Schuht die Tiere vor der Kälte! Gedenket der hungernden Vögel! vermieden werden. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und ähnlichen Erzeugnissen sowie die Verwendung von sogenannten Scherzartikeln ist verboten. Ebenso wird jedem Volksgenossen angeraten, übermäßigen Alkoholgenuß im Hinblick auf die Verdunkelung und die sich daraus ergebenden Verkehrsgefahren im eigensten Interesse zu vermeiden. Gegen Betrunkene wild schärfstens eingeschritten. Von Hermann Hesse leicht oonftatten, man lächelte, Mn nc....... - - , Dank die Handschuhe zurück, und plötzlich stand ch vor einer Auswahl farbiger Hemden und durfte mir eines davon auswählen. Das paßte nur. ch spielte also den Sachverständigen, entsann mid) nad) einiger Versenkung auch richtig meiner K ag nummer, und bald verließen mir mit emem neuen Paketchen den Laden, wo man zur Nachfeier oe Geburt des Heilands heute den ganzen Tag Sp zierstöcke, Handschuhe und Mutzen umtauschte. Auch mit der neuen Füllfeder ging es red« gut ich mußte mich in dem überfüllten ®efd>aft nor einem angenehmen Fräulein N'ederfetzen bekam ein Schreibpapier und eine Menge von Fed 3 Auswahl vargelegt, und faß da und chneb mw malte Blumen, Sterne und Initialen auf den a qen, bis er voll war. Dann nahm ich «ne der pr bierfen Fede rn mit, und wenn nun auch wetterym es diese gegensätzlichen Aspekte. Es gibt feine edle, klassische Musik, die nicht zu manchen Stunden wie Kinderlächeln und zu andern wie tieffte Todestrauer aus uns wirkte. So ist die Schönheit immer und überall: holde Spiegeloberfläche, unter welcher verborgen das Chaos lauert. So ist das Glück immer und überall: entzückter Augenblick, im höchsten Strahlen schon erbleichend, hingeweht vom Hauch des Sterbenmüssens. So ist die hohe Kunst, die hohe Weisheit der Auserwählten immer und überall: wissendes Lächeln über Abgründen. Ja sagen zum Leide, Spiel der Harmonie über dem ewigen Todeskampf der Gegensätze. Süß blickte aus dem Goldglanz der verfließende Purpur, straff spannte sich über die Flügelrippen das feste Grün und die schwarze Zeichnung, spielend zielten die schlanken Farbenzacken ihre Lichtpfeile hinaus. Holder Gast du, entzückender Fremdling! Bist du eigens aus Madagaskar herüber geflogen, um mir einen Winterabend mit Farbenträumen zu erfüllen? Bist du eigens aus dem großen Farbkasten der ewigen Mutter davongelaufen, um mir das alte Weisheitslied von der Einheit der Gegensätze zu singen, um mich wieder zu lehren, was ich schon so oft gewußt und fo oft wieder vergessen habe? Hat dich eigens eine geduldige Menschenhand so zart und sauber präpariert und über deinem kleinen Baumzweig festgeleimt, um einen kranken Mann eine einsame Stunde lang mit deinen blitzenden Spielereien zu entzücken, mit deinen stillen, glühenden Träumen zu trösten? Hat mau dich getötet und unter ein Glas gepreßt, damit dein verewigtes Leiden und Sterben uns ttöstlich se', so wie uns das verewigte Leiden und Sterben der großen Dichter, der echten Künstler merkwürdigerweise lieb und tröstlich ist, statt uns mit feiner Verzweiflung die Seele auszuhöhlen? lieber die schimmernden Goldflügel spielt blasser das abendliche Licht, langsam erlischt das rötliche Gold und bald ist der ganze Zauber, von der Finsternis geschluckt, nicht mehr zu sehen. Aber er spielt: dennoch das Spiel der Ewigkeit fort, das tapfere- Künstlerspiel um die Dauer des Schönen — in meiner Seele spielt das Lied fort, in meinen Gedanken zucken die Farbenstrahlen lebendig weiter. Nicht, vergeblich ist der arme schöne Falter in Madagaskar gestorben, nicht vergeblich hat eine ängstliche Hand seine Flügel und Fühlhörner und Sammet- Pelzchen fo sauber präpariert und unvergänglich gemacht. Sange noch wird der Heine einbalfamterte Pharao mir aus seinem Sonnenreich erzählen, unb wenn er längst zerfallen ist und auch ich längst zerfallen bin, dann wird irgendwo in einer Seele noch etwas von feinem seligen Spiele und weisen Lächeln blühen, und wird sich weiter vererben, fo wie das Gold des Tutanchamon noch heute glänzt» und das Blut des Heilandes noch heute fließt. schön gebaute Falter mit schlanken kräftigen Segler- Flügeln und reichem Zackenwerk am untern Flügel saß leicht schwebend auf einem Zweige, der oben grün und schwarz gestreifte Leib war unten rostrot behaart, goto grün glänzte das Köpfchen. Grün und schwarz gemustert waren die Oberflügel, und zwar war es auf der Schau feite ein prächtiges, warm und goldig strahlendes Grün, auf der Rückseite aber ein ganz kühles, zartes, silbern beflogenes Vero- ne{ergrün, in dem die kristallenen Flügelrippen edel schimmerten. Die untern Flügel aber, die phantastisch gezackten, zeigten außer dem grün und schwarzen Muster ein großes strahlendes Feld von tiefem Gold, das im Licht bis ins Kupferrot, ja bis ins Scharlachene spielte, launig gezeichnet von tief- schwarzen Flecken, und zuunterst war der Flügel, wie das Kleid einer Dame, am Saume mit einem feinen, kurzen, aus Blond und Schwarz gemischten Pelzchen besetzt. Außerdem aber hatte dieser Unter- flügel noch ein besonderes Spiel und Merkmal: es war durch ihn eine kurze träumerische Zickzacklinie gezogen, aus reinem Weiß, die löste den ganzen Flügel gewissermaßen auf, machte ihn zu einem losen Spiel auf Lust und Goldstaub und schien jene phantastischen Zacken wie Strahlen traft» voll von sich zu stoßen. Etwas Schöneres, etwas Prächttgeres, Geheimnisvolleres und Liebenswürdigeres als diesen Falter aus Madagaskar, als diesen luftigen astikanischen Traum aus Grün, Schwarz und Gold hätte man aus den Weihnachtstischen der ganzen Stadt nicht finden können. Zu chrn zurückzukehren war ein Freude, sich in seinen Anblick zu versenken ein Fest. Eine lange Weile saß ich über den Fremdling aus Madagaskar gebückt und ließ mich von ihm bezaubern. An vieles erinnerte er mich, an vieles mahnte er mich, von vielem erzählte er mir. Er war ein Gleichnis der Schönheit, ein Gleichnis des Glückes, ein Gleichnis der Kunst. Seine Form war ein Sieg über den Tod, fein Farbenspiel ein Lächeln der Ueberlegenheit über die Vergänglichkeit. Er war ein einziges vielftrahliges Lächeln, dieser tote präparierte Falter unterm Glas, ein Lächeln von vielen Arten, bald schien es mir kindhaft froh, bald uralt und weise, bald kriegerisch schmetternd, bald schmerzlich spöttisch — so lächelt die Schönheit immer, so lächeln alle Gestaltungen, in denen das Lebendige scheiitoar zu einer Dauer geronnen, die Schönheit des ewig Fließenden scheinbar Form geworben ist, sei es nun eine Blume oder ein Tier, ein ägyptischer Kopf ober die Totenmaske eines Genies. Es war überlegen und ewig, dies Lächeln, unb war, wenn man sich darin verlor, plötzlich auch spukhaft, wild und irr, es war schön und grausam, sanft und gefährlich, voll höchster Vernunft unb voll wildester Tollheit. Ueberaü, wo das Leben für einen Augenblick vollkommen gestaltet erscheint, hat er gläsernen Provinz zielbewußt auf, wurde an- qehört, und wahrhaftig nahm der gütige Mann die Brille zurück. Nie hätte ich das gedacht. Ich hätte es an feiner Stelle nicht getan. Der Siegeszug durch die drei gefürchteten Geschäfte, der Gang durch den frischen Winterwind mit der Freundin, die Verwandlung dreier Ver- leqenheitspakete in drei erfreuliche waren Gründe genug, mich froh und dankbar zu stimmen. Beim | Umtausch der Handschuhe hatte ich sogar noch einen | kleinen Taschenspiegel dreinbekommen, den ich meiner Begleiterin schenken konnte. Bei der Heimkehr war ich sehr vergnügt und mochte weder an die Arbeit gehen noch mich mit allen den noch ungelesenen Briefen befassen, die sich in den letzten Tagen angesammelt hatten. Ich erinnerte mich der Kinderzett, und wie es da an den Tagen nach Weihnachten so schön gewesen war, bei jedem morgendlichen Erwachen und bei leder Heimkehr sich der neuen Geschenke wieder zu bemächtigen und sich ihres Besitzes zu freuen. Einmal hatte ich eine Violine geschentt bekommen und stand sogar m der Nacht auf, um sie anzufühlen und leife an den Satten zu zupfen. Einmal hatte man mir den Don Sauber aina ! Quichotte geschenkt, und jeder Spazier- oder Kirch- bfflntHe11 dang, ja jede Mahlzeit war nur eine widerwärtige aOm ,G°tt Jet, 6cr beglückenden Lektüre. Diesmal hatte ich so begeisternde Dinge nicht erhalten — es gibt für alte Leute diesen Glanz und Zauber nicht mehr, den einst die Geige, das Buch, das Spielzeug, die Schlittschuhe hatten Es standen drei Schachteln mit guten Zigarren da das war tröstlich und einiger Wem und Kognak — barmt würde ich mir dann den Abend vertreiben Der neue Federhalter war kösttich, aber doch nicht recht ge- rignet^ ihn ans Herz zu drücken und sich der Wonne seines Besitzes hinzugeben. Aber ein Stück gab es, ein Geschenk, bas war mirfli* festlich, wirklich außerordentlich und zauber- hast bas konnte man in stillen Augenblicken her- oorholen und mit Entzücken betrachten, m das konnte man sich vergucken und verlieben Das holte ich hervor und setzte mich damit ans Fenster Es mb wenn nun uuu, ' unter Glas und hübsch montiert, em herrlicher fräs Schreiben mir mühselig werden (ottte (o m £ i ; Schmetter,ing^er tnrg den schonen Namen di- Feder nicht daran schuldig ,-m. es st em- AU tarn aus Madagaskar hergeflogen. Der seder, man kann sie mit einem goldenen »eoei i ut _ füllen, und dann entströmen ihr die goldenen Worte, Schmetterling zur Weihnacht daß es eine Freude ist. Ich brauche sie aber mehr • ® zum Zeichnen, weil ich ja bloß noch im Nebenamt ______ .. ,Literat bin. Dankbar steckte ich den kleinen Tinten- Etwas beklommen sah ich in den Tagen nach dem ' fisch mit der Goldschnauze m die Tascheund ging SPä:1 " “ «Ä’t :S' «*” - wmen Sachm die ich geschenkt bekommen hatte. >r keine guten Dwnste und daß er s>° zu- >" "™ «"•«" “"■** “■ diese Umtauschtage so viel strahlende Freundlichkett aufbewahrt, baß es zum Erstaunen ist. Aber ich mache trotzdem solche Gänge nicht gern. Schon Einkäufen fällt mir schwer, und ich schiebe es oft lange hinaus — unb nun gar umtauschen, in bie Laoen gehen, die Leute in Anspruch nehmen, neue für erledigte Dinge interessieren! Nein, ich tue das gar nicht gerne, unb wenn es bloß auf mich ankäme, so legte ich die unbrauchbaren Geschenke lieber in eine Schublade unb ließe sie ba liegen Zum Glück war meine Freundin ba, die Esteyt sich auf alle diese Sachen ausgezeichnet, und ich ocu sie, sich meiner anzunehmen unb mit nur m oie drei Geschäfte zu gehen. Sie tat es gerne, nicht bloß mir zuliebe, sondern auch so, es machte ihr «paß, es war ein Sport für sie, eine Kunst, deren Ausübung ihre Freude machte. Also gingen wir miteinander in das Geschäft mit den Handschuhen, sag en Grüß Gott, wickelten meine Weihnachtshandschuhe aus, unb ich drehte nervös meinen Hut m der ^ano und suchte nach den Redensarten, mit welchen man solche Transaktionen einzuleiten gewohnt ist, ab.r es glückte mir nicht gut, und ich 1-eß 6erne meiner Helferin das Wort. Und siehe, der Zauber giNtz ’hber. Mittel K'sni tos; Aus -er engeren Heimat d.Ji.-Jport 8 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) MAIZENA Die Wintersportler haben sich bisher in Geduld fassen müssen. Jetzt aber können doch die Bretter geschultert werden und auch diejenigen, die bisher lediglich im Trockenkurs des Schiklubs mit den Brettern umzugehen lernen, können nun im Freien ihrem Lehrmeister Ehre machen. Schon zur Jahreswende wird das Schigebiet unserer Heimat, der hohe Vogelsberg, stark besucht sein und im Klub- haus wird es schwer halten, noch Quartier zu bekommen. Den eigentlichen Wintersportauftakt bilden aber die Kreis-Schiwettkämpfe, die am Sonntag, 7. Januar, unter der Leitung von Kreisfachwart Fritz Dörfner durchgeführt werden sollen. Die Wettkämpfe werden in Gemeinschaft mit den Schiläufern des Kreises 11 ausgetragen, so daß sich eine zahlenmäßig gute Teilnahme ergeben wird. Außerdem werden auch Hitler-Jugend und BDM. des Bannes bzw. Untergaues 116 beteiligt sein, so daß damit zu rechnen ist, daß der 7. Januar für den Hoherods- köpf ein großer Tag werden wird. Auch andere Banne und Untergaue der Umgebung werden voraussichtlich ihre jugendlichen Wettkämpfer und Wettkämpferinnen entsenden. turnt und spielt mit dem Kind. „Die Puppenschule". 9.30: Frohe Weisen. 10.15: Sportbericht. 11: Blasmusik. Ausführung: Der Gaumusikzug und Ehor des RAD., Gan Mittelrhein. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Köln. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.15 bis 15.25: Nachrichten in französischer Sprache. 15.45: Heimatsprache — Mutterlaut! Eine Viertelstunde „Trierisch Deutsch". 16: Nachmittagskonzert. 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. 17.45: Klingende Liebesgaben (28). Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. In Verbindung mit der NS.- Gsmeinschaft ,Kraft durch Freude". 19.10: Nach Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 28. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Weißkraut, % kg 7 Rpf., Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 9 bis 12, Unterkohlrabt 5 bis 8, Zwiebeln 12, Meerrettich 60, Aepfel 15 bis 25, Nüsse 40, Blumenkohl, das Stück 45, Endivien 40, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Rpf. VfB.-Reichsbahn Gießen. Reichsbahnsporlverein Friedberg-Fauerbach gegen VfV.-Relchsbahn 2:0 (2:0). Entgegen der ursprünglichen Annahme waren die Grünweißen gezwungen, das Spiel mit zahlreichen Ersatzleuten auf des Gegners Platz auszutragen. Die Platzverhältnisse waren ungünstig. Das Spiel stand, mit Ausnahme der ersten zehn Minuten, im Zeichen einer leichten Ueberlegen-Heit der Grünweißen, dier sich aber auf dem Platz nie zurechtfin- den konnten. Der Gegner, der seine vollständige 1. Mannschaft zur Stelle hatte, war in guter Form. Die Grünweißen hatten folgende Elf mitgebracht: Heeg, Möhl, F. Leucheuser, Kraft, W. Leutheuser, Lehrmund, Berghäuser, Fleischhauer, Brück L. Schlitz, Fröhlich. DcrrÄüiannfürBtonbof Mmsn von Ms Melde« CARL DUNCKER VERLAG - BERLIN W 35 Kreis-Schiwetlkämpfe auf dem Hoherodskops Lang-, Abfahrts- und Torlauf. — Um die Kreismeisterschaften. - Hitler-Jugend und BDM. auch dabei. Mütter! Segen 2 mit einem X bezeichnete Nährmittel. abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Zähren erhalten Sie 2-wöchentlich ein Paket =2500 Maizena, das seit über 70 Zähren bewährte Säuglings- und Kinöernährmittel für die Flasche, für den Vrei, für den Pudding. Kochanweisungen liegen federn Paket bet Allo. Gießen — Tv. Garbenheim 6:8 (2:2) Io. Hochelheim — Tv. Holzheim 9:8 (4:4) Tv. Lützellinden — Tv. Dornholzhausen 11:5 (2:3). Der Mtv. Gießen zeigte in seinem zweiten Spiel zweifellos wiederum die bessere technische Leistung. Damit allein ist es aber nicht getan! Gegen den Eifer einer eingespielten Elf und den ungestümen Siegeswillen ist es mit einer ausgefeilten Technik nicht zu machen. Das geht schon daraus hervor, daß die Gäste einen 4:6-Rückstand nicht nur aufholen, sondern ihn sogar noch zu einem knappen Sieg ausbauen konnten. Hochelheim gegen Holzheim! Beide Gegner waren sich gleichwertig, obwohl sie bei weitem nicht an ihre sonstige Form heranreichten. Es dauerte eine ganze Halbzeit lang, bis sich Lützellinden diesmal gefunden hatte. Dann war es allerdings um Dornholzhausen geschehen. Nicht nur, daß die knappe Führung verlorenging, es kam eine recht deutliche Niederlage zustande, mit der niemand gerechnet hatte. Rundfunkprogramm Freitag, 29. Dezember: 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rhein-Mainische Landesorchester. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Mutter Mit dem Anstoß drängten die Platzherren stark und versuchten die Grünweißen zu überrumpeln,, uti ramen oie neumemeuner meyr was ihnen auch schon in den ersten Minuten durch ins Spiel, aber die Gießener behielten doch noch einen scharfen Schuß ihres schußgewaltigen Mittel- eine leichte Feldüberlegenheit. Die Gießener aewan- sturmers Loos (ftüher Eintracht Frankfurt) gelang. I nen das Spiel sicher und verdient. Der Wintersporttag sieht ein umfangreiches Programm vor. Am Sonntagvormittag wird zunächst der L a n g l a u f gestartet, der über eine Strecke von 10 bis 12 Kilometer führt. Die abgesteckte Strecke wird zweimal durchlaufen. Die Allgemeine Klasse sowie die Altersklassen 1, 2 und 3 starten über die volle Sttecke, wahrend die Jungmannen die Strecke nur einmal hinter sich zu bringen haben. In diesem Jahre wird erstmalig die Strecke ziemlich flach verlaufend verlegt werden, denn nach den neuesten Richtlinien des Fachamtes Schilauf sollen erhebliche Steigungen vermieden werden, um die Läufer nicht über ein erträgliches Maß hinaus in Anspruch zu nehmen. Voraussichtlich wird der Langlauf an der neuhergerichteten Hütte des Schiklubs Gießen beginnen und dort auch enden. Der Abfahrtslauf wird für Männer und Frauen getrennt gestartet und in ziemlich geradem Kurs vom Jägerhaus bis Breungeshain führen, so daß also ein scharfes Tempo vorgelegt werden kann. Ebenfalls zwischen dem Jägerhaus und Breungeshain wird auch der T o r l a u f ausgetragen. Leider muß in diesem Jahre der Sprung- l a u f ausfallen, da, wie wir hören, die Sprung- undurchsichtig! Anne wird immer unruhiger. Sie denkt: Wenn ich jetzt doch Konifere satteln und rausreiten könnte, eine Stunde in frischer Lust würde mich beruhigen. Es zieht sie zu Koni. Sie steht wieder vor dem Spiegel und starrt in das Glas, ohne sich zu sehen. Sie überlegt, daß sie sich leise an- zichen und losreiten wird, das Zimmer ist ihr zu eng, sie braucht Luft. Mit zwei Schritten ist sie am Kleiderschrank und streckt gerade die Hand aus, um ihn zu öffnen, als hinter chr die Tür knackt. Mit einem Ruck wendet Anne sich um — sie steht ihrer Schwester Kläre gegenüber. Ja, das ist Kläre, oder vielmehr — ist das Kläre? Sie hat ein weißes, seidenes Nachtkleid an, und ihr Gesicht ist so weiß wie der Stoff, sie zittert am ganzen Körper, es sieht aus, als könne sie sich nur mit Mühe auf den Füßen halten. „Anne —", stammelt sie, „Anne, was mach ich nur, — es ist ein Unglück geschehen." „Wieso, — Unglück?" Und kaum zu verstehen die Worte: „Franz Pegel ist tot." „Franz — Franz Pegel, tot?" Anne fährt sich mit beiden Händen an den Mund, um chr Entsetzen nicht herauszubrüllen. „Nein, Nein!" Kläres zitternde Finger legen sich um das Handgelenk der Schwester. „Still", murmelte sie, während ihre Zähne wie im Fieber aufeinanderschlagen; „still, was machen wir? Lieber Gott, mein Mann; es gibt einen Skandal! Ein Skandal ist unvermeidlich; was fange ich an; — hilf mir doch, Anne!" Da wacht Anne aus ihrer Erstarrung auf, wird ruhig und kalt. „Es kommt fetzt nicht auf den Skandal an; es kommt auf Franz an. Wo ist er, was ist geschehen?" „Mein Gott, ich habe wirklich keine Schuld, Anne. Es war doch nichts zwischen uns. Eine alte Freundschaft. Wir haben viel zusammen getanzt, du weißt ja, wie Franz nun mal ist; er war vergnügt und verliebt; ich habe das von der humoristischen Seite genommen. Man kennt ihn doch; er brennt immer gleich lichterloh. Vielleicht hat er zuviel getrunken, aber ich habe nichts davon gemerkt. Aber ander- Ersteht man seinen Uebermut einfach nicht. Er ist doch kein Primaner mehr! Denke dir, w»e ich eben in seinem Zimmer hin- und hergehe, ich hatte noch im 'Sessel gelesen, hörte ich Lachen norm Fenster. Ich war zu Tode erschrocken, das kannst du mir glauben. Da flog ein Rosenstrauß herein, und im gleichen Augenblick hörte ich Knacken und Brechen, — fa, — er ist hinterrücks rmrter- „Was ist geschehen, wer liegt da?" Doch ehe Anne ein Wort erwidern kann, ist Kläre neben der Tante. „Franz Pegel ist mit dem Rad gestürzt; ich sah es von meinem Fenster aus und holte Anne." „So", sagt Klarissa, und mehr nicht. Sie beugt sich nieder, eine ruhige, starke alte Frau, diese Kla- rissa. Sie fängt jetzt nicht mit einem Strafgericht und mit vielen Worten an. Sie fragt auch nicht: „Wo ist denn das Rad?" und so; sie wendet sich an Anne. ,^Hott aus dem Schuppen den Holzliege- stuhl mit der Matratze, damit Franz flach liegt; die Erde ist feucht. Wir müssen ihn so schnell wie möglich ins Haus bringen." Das sind vernünftige Worte. Kläre denkt, daß diese Klarissa mit Engelszungen redet. Wahrhaftig, ein Holzliegestuhl mit einer Matratze darauf ist das Richtige, und dann wird der Kranke schnell ins Haus geschafft und alles ist fchön und gut. Viel- . leicht ist es nur eine Gehirnerschütterung, vielleicht nicht mal das. Kläre Ziegler denkt, daß dieser Unfall schrecklich ist, gewiß, aber schließlich hat sie ja im Grunde wenig oder nichts mit der Sache zu tun. Schlimm, zu denken, daß der arme. Junge seinen Uebermut so schwer büßen muß, aber wahrhaftig nicht ihre Schuld. Kläre fliegt an Annes Seite zum Schuppen, und wenn nicht dieser traurige Vorfall wäre, müßte man über die Kräfte lachen, die die verwöhnte Frau entwickelt. Der Stuhl ist an und für sich nicht leicht, ein roh gezimmertes Holzgestell. Der Tischler aus Balke hat chn vor Jahren für ein kränkliches Fe- nenkind angeferttgt, das Liegekuren machen sollte. Er hat sich wenig Mühe gegeben und einen Stuhl für ein Riesenkind zusammengeschlagen. Damals hat Klarissa sehr mit ihm herumgeschnauzt, aber jetzt ist dieser Stuhl sehr gut. Man kann den Kranken verhältnismäßig gut tragen, denn an allen vier Seiten sind Griffe. Kläre keucht nicht einmal, sie rafft auch chr Nacht- kleid nicht hoch, als sie und die beiden Frauen die Bahre mit dem Kranken wr* Haus tragen und in die Diele schaffen. . So. Und nun ist es wie immer bei solchen Gelegenheiten. Luise Pegel wird von Anne geholt. Sie ist bleich und gefaßt. Es wird nr* dem Arzt telephoniert, die Mädchen werden germ. , sie bringen Eisbeutel und Fieberthermometer und olles, was man braucht. Das Haus ist voll zitternder Erregung, bis der Arzt kommt. (Fortsetzung folgt.) Anne kann nicht einschlafen, sie ist so aufgeregt, daß sie wieder aufsteht. Sie wirst einen alten Mor- genrock von Klarissa, der in ihren Besitz übergegangen ist, um die Schultern und geht im Zimmer auf und ab. Als sie am Schrankspiegel vorüber- kommt, sieht sie in der halben Helle des Mondlichtes ihr Bild. Ja, also, das ist sie doch, sie, Anne Wegner, keine Rede mehr von der Eleganz des großen Kleides. Das hängt im Schrank neben den Reithosen und einfachen Röcken, und bald wird es cingepackt, um mit ihr die Fahrt über das Meer zu machen. Doch das Kleid ist dabei nicht wichtig, wichtig ist vor allem die Seereise. Lieber Himmel! Dieser Tag war alles in allem ein ereignisreicher, ja, das kann man wohl sagen. Gutes und Unangenehmes stand so haarscharf nebeneinander,- daß man es kaum trennen kann. Häßlich war ein Auftritt mit Paul Würz im Pferdestall, bei Konifere, er versuchte, sie an sich zu reißen und zu küssen. Er sagte: ,Hch werde noch verrückt, Anne ganz toll, Sie müssen das merken." Er roch nach Zigaretten und Alkohol und war ihr widerlich wie noch nie. Aber sie hatte genug Kräfte, um ihn wegzustoßen und davonzulaufen. An der Stalltür hat sie beinahe Irene Waitz umgerannt. Jetzt denkt sie, was die da wohl wollte, und sie meint, daß solch ein langes Kleid, in dem der Mensch seine Kindlichkeit verliert, viel Unheil anrichten kann. Anne schiebt alle Schuld (auf das Kleid und fängt an, es zu hassen und sich . nach den kurzen Kleidern und den baumelnden Zöpfen zu sehnen. Sie weiß mit ihrer jungen Weiblichkeit noch nichts anzufangen, sie ist ratlos. Was soll sie zum Beispiel mit Paul Würz machen, soll sie die Geschichte Klarissa sagen? Dann wird er entlassen und vielleicht war er nur beschwipst, nichts als das. Er ist ihr noch nie zu nahe getreten. Wie oft sehen sie sich denn schon? Gar nicht oft. Dann ist es wieder die Reise, die sie beunruhigt. Ob sie eine schöne Kabine haben wird? Ob es ein Bad an Bord gibt? Sie will nicht vergessen, sich Badeanzug und Bademantel zu kaufen. Was nur Irene Waitz im Stall wollte und mit diesem merkwürdigen Blick am Nachmittag? War sie eifersüchtig auf den Verwalter? Lieber Gott, wie schanze nicht in Ordnung ist, und dem Schiklub die Herrichtung der Schanze troh bereits gebrachter Opfer aus eigenen Kräften allein nicht möglich ist. Da sich für die Durchführung der Wettkämpfe wiederum bewährte Kräfte zur Verfügung stellen, darf erwartet werden, daß der Tag einen befriedigenden Verlauf nehmen wird. Die Spiele Der Gauklaffe im Handball' Im Gegensatz zu den Spielen im „Lahnpokal" hat d?r Mtv. Gießen einen schlechten Start bei den Krieysmeisterschaften. Nachdem bereits das erste Tressen verlorenging, mußte sich die Mannschaft nunmehr auch auf eigenem Platz geschlagen bekennen. Ueberraschend kommt auch die hohe Niederlage, die Dornholzhausen in Lützellinden bezog und der knappe Sieg von Hochelheim über Holzheim. Mit Ausnahme von Lützellinden ist demnach keine Mannschaft mehr ohne Punktverlust. Es haben gespielt: General v. Hahn 80 Lahre alt. Lpd. D a r m st a d t, 17. Dezember. Auf Hof Illbach bei Reinheim begeht General der Kavallerie a. D. Ferdinand von Hahn, der letzte Generaladjutant des früheren Großherzogs Ernst Ludwig, am 28. Dezember feinen 8 0. Geburts- t a g. Während des Weltkrieges stand der Jubilar als Divisionskommandeur im Feld und kehrte im Februar 1917 als Generaladjutant nach Darmstadt zurück. Am 16. September 1917 erhielt er den Charakter als General der Kavallerie. Gefährliche Heizungsgase bei der Christmette. Lpd. Dexheim (Rheinhessen), 27. Dez. Durch ausströmende Heizungsgase wurden I während der Christ mette einige Personen leicht vergiftet und eine Frau fast bewußtlos. Die herbeigerufene Oppenheimer Sanitätskolonne mußte sie mit dem Sauerstoffgerät behandeln. 52 Hühner durch Kohlenoxydgas umgekommen. LPD. Limburg, 27. Dez. Ein hiesiger Hühnerhalter, der zur Anregung der Legetätigkeit im (9e- flügelstall einen kleinen Brikettofen feuerte, mußte einen schweren Verlust feststellen. Anscheinend durch Kohlenoxydgas waren über Rocht 5 2 Hühner eingegangen. Ihm verblieben nur 15 Hühner, die sich in einem andern Raum befanden. Landkreis Gießen. )—( Ruppertsburg, 27. Dez. Nachdem nun alle Ehrenkreuze für kinderreiche Müt- t e r eingetroffen waren, fand gestern nachmittag im Gemeindesaal eine Feierstunde statt, in der Bürgermeister Ortsgruppenleiter Lind die Ehrenkreuze überreichte. Gedichte, dorgetragen von BDM.-Mädchen, und Lieder umrahmten die würdige Feier. Im ganzen empfingen aus unserem Dorfe 53 Mütter die Auszeichnung des Führers, und zwar: 1. Stufe des Ehrenkreuzes (in Göld): Luise Konrad, Anna Fleischhauer, Katharine Hoffmann, Marie Marx, Lina Parr, Margarete Schad, Margarete Seipp. 2. Stufe (in Silber): Anna Diehl, Elise Parr, Luise Scheel, Marie Leidner, Lina Müller, Emilie Roll, Anna Müller, Minna Pabst, Emma Müller, Marie Nier, Wilhelmine Willa, Marie Wagner. 3. Stufe (in Bronze): Magdalene Schuchard, Margarete Böcher, Emilie Beuler, Luise Böcher (gest.), Margarete Ester, Minna Schlörb, Karoline Parr, Elise Lind, Josephine Hahn, Marie Groh, Emma Stein, Margarete Parr, Henriette Marx, Katharine Beuler, Margarete Marx, Katharine Blei, Lina Schwarzhaupt, Minna Parr, Marie Döpfer, Katharine Löwer, Helene Pabst, Marie Parr, Margarete Möll, Emma Konrad, Anna Marx, Margarete Beuler, Minna Schad, Emma Parr, Katharine Wagner, Margarete Wörner, Minna Hahn, Anna Becker, Mathilde Diehl, Anna Willa. Dieses Tor gab den Platzherren Auftrieb und kurz darauf ließ Heeg einen haltbaren Ball zum zweiten Tor ins Netz. Die Grünweißen gingen mächtig aus sich heraus und attackierten das Tor der Friedberger, doch wollte sich kein Erfolg einstellen. Alle Versuche der Grünweißen, das Spielergebnis zu ändern, waren erfolglos und mit einer durchaus vermeidbaren Niederlage mußten sie geschlagen den Heimweg antreten. VsB.-R. 1. Jgd. — Tv. Heuchelheim 1.3gb. 2:0 (2:0). Kreis Dehlar. . + Krumbach, 27. Dez. Am 24. Dezember fand hier in der Schule eine schlichte Mütter- ehrungsf eier statt. 15 Mütter wurden mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter ausgezeichnet. Maria Herrmann, geb. Weber, erhielt das goldene Ehrenkreuz; Luise Wagner, geb. Mühlich, Frieda Wagner, geb. Bieber, und Elisabethe Bernhardt, geb. Weber, das silberne; Katharine Krauskopf, geb. Schmidt, Luise Oehler, geb. Ruppert, Lina Klös, Katharine Waldschmidt. geb.Laucht, Elisabethe Kraus- köpf, geb. Bengel, Wilhelmine Groh, geb. Schupp, Luise Groh, geb. Schupp, Katharine Oehler, geb. Wagner, Luise Waldschmidt, geb. Wagner, und Luise Wagner, geb. Schmidt, wurden mit dem bronzenen Ehrenkreuz bedacht. — Bis jetzt sind in unserem Orte zwei Silos fertiggefteUt worden. Vor einigen Tagen kam eine K a r t o f f e l d ä m p f - kolonne aus Heuchelheim, um die Kartoffeln ein« zudämpfen. Die Dämpfkolonne hatte zwei Tage hier zu tun. Für manchen Landwirt war es intereffant, die Arbeit zu beobachten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Dezember. Am Frankfurter Getreidegroßmarkt entwickelte sich nach dem Fest nur wenig Geschäft. Die Markttage erfuhr keine besondere Veränderung. In Brotgetreide blieb es bei den kleinen Zufuhren, währet in Braugerste teilweise etwas mehr Ware vorlag. Futtermittel waren meist gefragt. Das Mchlgeschaft lag still. Alle Preise blieben unverändert. geschlagen, das Spalier, an dem er wohl hochge- klettert ist, hat ihn nicht getragen. Jetzt liegt er unten; er rührt sich nicht, er stöhnt nicht — tot — unter meinem Fenster — tot. Allmächtiger Gott, was mach ich nur?" Da ist Anne schon beim Kleiderschrank, reißt ihn auf und $errt einen Mantel heraus. „Zieh ihn über, Kläre. Ein Mensch, der aus dem ersten Stockwerk fällt, braucht nicht gleich tot zu fein; wir müssen ihm helfen, komm." Sie ist schon draußen und fliegt den langen, dunklen Flur entlang. Kläre tastet sich unsicher und langsamer hinter der Schwester her. Die Knie sind ihr weich. Als sie die Treppe erreicht, die nach unten führt, ist ihr so schwindlig, daß sie sich am Geländer festhalten muß. Jetzt kommt von unten her ein Lichtschein zu ihr; Anne hat in der Diele das Licht eingeschaltet; sie hört, daß ein Schlüssel zweimal im Schloß gedreht wird. Wie er knackt! Furchtbar, solch ein altes Haus, nichts zu verbergen in diesem Haus! Kläre flüstert: „Lieber Gott, lieber Gott"; die Glieder sind chr vor Angst wie gelähmt. Sie kommt nur Schritt um Schritt vorwärts, und als sie endlich die Haustür erreicht, ist Anne schon verschwunden. Also weiter, sie muß ums ganze Haus gehen. Plötzlich kommt ihr der Gedanke: Wie, wenn der Verwalter oder sonst ein Angestellter den Franz Pegel schon unter ihrem Fenster gefunden hat? Das darf nicht sein, um alles in der Welt — nein! Dieser neue Schreck löst die Starrheit ihrer Glieder; sie rafft ihr Nachtkleid hoch, das seidig weiß unter Annes altem Mantel vorhängt, und fängt an ZU laufen. Rechts ums Haus herum, hier muß es doch fein? Sie ist wie erblindet; sie kann nichts sehen. „Anne", flüstert sie. „Ja, komm her, er lebt. Halte seinen Kopf; er stöhnt furchtbar, kaum auszuhalten, aber bei Bewußtsein ist er nicht. Ich will Hilfe holen; wir müssen ihn sofort ins Haus tragen und nach dem Arzt telephonieren." Da kauert Kläre neben der Schwester. ,Keine Hilfe holen", murmelt sie; „wir tragen ihn selbst ins Haus. Mein Mann darf nichts erfahren; er könnte es nie verstehen. Und alle anderen, denkst du, man würde das mit den Blumen glauben? Ich bitte dich, Anne, faß an, wir tragen ihn selbst." „Ausgeschlossen, er ist zu schwer. Außerdem handelt es sich wirklich in diesem Augenblick nicht um dich, Kläre, sondern um den Verletzten." Annes Stimme ist kalt und spröde. Die Schwestern fi ib sich fremd, zwei feindliche Menschen. Anne springt auf, um ins Haus zu gehen. Auf halbem Weg trifft sie Klarissa. Die 1. Jugend der Grün-Weißen weilte am 24. Dezember beim Tv. Heuchelheim und konnte hier einen verdienten 2:0 Sieg feiern. Die Gießener, nur mit 10 Mann, lieferten ein schönes Spiä. In der Mitte der ersten Halbzeit konnten die Grün- Weihen durch ihren Halbrechten in Führung gehen. Kurz darauf schoß ebenfalls der Linksaußen das zweite und letzte Tor des Spieles. Nach der Halbzeit kamen die Heuchelheimer mehr ** Eine Achtzigjährige. Am heutigen Donnerstag, 28. Dezember, kann Frau Katharine Hartmann, Frankfurter Sttaße 61, in geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Die Jubilarin gehört seit Jahrzehnten zum treuen Leserkreis des „Gießener Anzeigers" Wir beglückwünschen sie herzlich zum Geburtstag. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Freitag kann Frau Wilhelmine Weber, geb. Becker, Licher Straße 7, im Kreise von 8 Kindern und 10 Enkelkindern bei guter Gesundheit ihren 75. Geburtstag feiern. Die Hochbetagte ist Trägerin des goldenen Mütter-Ehrenkreuzes. An den Ereignissen unserer Zeit nimmt sie noch regsten Anteil. .......... , . _.^v. Seit Jahren gehört die Jubilarin zum treuen Leser- des Tages Arbeit. Dazwischen: Berichte. 20: Nachkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen richten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandfender, sie herzlich zum Geburtstag. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: ------- I Nachrichten.