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Jahrgang Erlcheini täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Ml 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern mfolg» höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehev Postscheckkonto: granffnrt am Main 11686 Annahme von Anzeige« toi die Mittagsnummer bis 8* /.Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.. für Text» anzeigen von 70mm Brette 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/, mehr. Lrmätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vrSHIsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleiiung und Seschöftrftelle: Schulstrahe 7__ azu getan hat, um denen Krieg oder Friede diese Verhandlungen, von England ernstlich beunruhigt. Iliederschlagender Eindruck der großen Echiffsverluste. englische Unterstützung verlassen zu können glaubten. 4. Auch die französische Regierung, die offensichtlich an der Entsendung eines bevollmächtigten polnischen Vertreters nach Berlin in letzter Stunde interessiert war, ist von England darüber getäuscht worden, daß in Wirklichkeit England überhaupt nichts dazu getan hat, um sand. ------M .. , . , .... in Berlin zu keinerlei Verhandlungen bevollmächtigt war, ja, daß ihm sogar jede Art von Diskussion verboten war, wird durch das englische Blaubuch in vollem Umfange belegt. Dies sind die nackten Tatsachen, die sich aus den von den Engländern veröffentlichten Dokumenten ergeben. Sie erhärten nicht nur Englands Schuld am Kriege. Sie zeigen vielmehr auch, daß die britische Regierung während der entscheidenden Tage Ende August ein niederträchtiges Doppelspiel getrieben hat, das erst durch die englischen Veröffentlichungen vollständig überblickt werden kann. Im folgenden fassen wir die Dokumente zusammen, aus denen sich das Falschspiel der britischen Diplomatie zwischen dem 28. -und 31. August ergibt. Die Lüae des Lord Halifax. Der Führer übergab am 25. August dem britischen Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, eine Erklärung, in der auf die Notwendigkeit, daß Englands Blaubuch beweist seine Kriegsschuld Das verbrecherische Doppelspiel der englischen Kriegshetzer eindeutig enthüllt. - Oie alleinige Verantwortung für Polens Starrsinn trägt England. abhing, zustandezubringen. 5. Der im deutschen Weißbuch bereits angetretene Beweis dafür, daß Polen auf Grund dieses englischen Doppelspiels niemals einen bevollmächtigten Vertreter nach Berlin ent- dt hat und daß auch der polnische Botschafter Zerlin zu keinerlei Verhandlungen beoollmäch- oermieben werden sollen, herbeizuführen, sondern im Gegenteil eine solche Verhandlung böswillig verhindert hat. Entgegen der Behauptung der englischen Propaganda, Lord Halifax habe bis zuletzt versucht, Deutschland und Polen gemeinsam an den Verhandlungstisch zu bringen, um eine friedliche Lösung zu erzielen, wird die deutsche These, daß das Ziel von Lord Halifax und seines Gehilfen, des britischen Botschafters in Warschau, Sir h. kennard, darin bestand, die Polen davon abzuhalten, mit Deutschland in ernsthafte Verhandlungen einzutretcn, durch das englische Blaubuch voll und ganz bestätigt. Es scheint kaum glaubbar, und trotzdem ist es fo! Oie Dokumente des Blauduches zeigen: 1. Der britische Außenminister Lord Halifax hat die Reichsregierung in gröblicher Weise hin - t ergangen, als er behauptete, er habe aus Warschau eine Zusicherung erhalten, daß Polen zu Verhandlungen bereit sei. 2. Sir H. Kennard, der britische Botschafter in Warschau, hat die Ausführung des ihm aus London zuteil gewordenen Auftrages, die Polen aufzufordern, sie sollten in Verhandlungen mit der Reichsregierung eintreten, bewußt so lange verzögert, bis der von der Reichsregierung gefetzte Termin, der durch die polnischen Mobilisierungsmaßnahmen notwendigerweise gesetzt werden mußte, verstrichen war. 3. Eine polnische Verhandlungsbereitschaft über die maßvollen deutschen Vorschläge war nur deshalb nicht vorhanden, weil die Polen sich auf die Eine Seefahrernation sucht Tonnage Von unserem U. T.-Korrespondenien. Berlin, 27.Noo. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: England wollte den Krieg. Beweis auf Beweis konnte Deutschland hierfür der Welt schon vor Augen führen. Nichts hat England dem bisher entgegenzusetzen gewußt. Darum mußte es immer wieder zur Lüge und Verdrehung greifen. Das kürzlich herausgekommene englische Bl au buch, mit dem sich die deutsche Presse bereits beschäftigte, erweist sich auch nach genauester Prüfung als nichts anderes als ein solcher mißlungener Versuch d e r E n t l a st u n g, d. h. als ein neuer aber schwacher Versuch der Verdrehung der Wahrheit. Tatsächlich ist diese englische Dokumentensammlung für jeden, der sie zu lesen versteht, ein einziger schlüssiger Beweis für Englands unbedingten Willen zum Krieg. Im englischen Blaubuch sind willkürliche Dokumente zusammengestellt, um einen einseitigen Eindruck entstehen zu lassen. Andere Dokumente wiederum sind fortgelassen, und auch der übrige Inhalt kann auf alles andere als Genauigkeit und erschöpfende Darstellung Anspruch erheben. Es würde zu weit führen, auf alle biefe Ungenamg- feiten und Widersprüche einzugehen. Wir mochten aber doch aus dieser Fülle der Unklarheiten einen Punkt herausgreifen, der klar beweist, daß England nicht, wie es vorgab, ehrlich als ein Vermittler zwischen Deutschland und Polen auf- getreten ist, sondern daß es gerabe als jene Kraft gewirkt hat, durch deren wohl überlegte Intrigen der Krieg unvermeidlich wurde. Das Vlaubuch selbst tritt ben Beweis bafur an, daß bie britische Diplomatie nicht etwa versucht hat, eine unmittelbare beutsch-polnische Ver- hanblung, auf bie im Enbstabium ber letzten I Augufttage alles ankam, wenn ber Krieg Halle Die Zurückhaltung der gleichen Reeder am internationalen Frachtenmarkt wird aus diesen Gründen verständlich. Diese Zurückhaltung bedeutet jedoch nicht, daß sich die neutralen Reeder damit selber einen Schaden zufügen. Der Auftragsbestand wird als durchaus befriedigend bezeichnet, da die Heimatländer heute mehr denn je darauf angewiesen sind, eigene Schiffe einzusetzen, um die Nahrungsmitteloestände auf der entsprechenden Höhe zu halten und die Zufuhren wichtiger Rohstoffe sicherzustellen. Aus der anderen Seite aber ist auch reichlich zu tun auf den unanfechtbaren Linien, auf denen z. B. die Trampschiffahrt in normalen Zeiten wenig Beschäftigungsmöglichkeiten fand, was heute jedoch nach dem völligen Ausfall der, Schiffe der englischen und französischen Reedereien nicht gesagt werden kann. Diese Beschäftigung ist stellenweise so verlockend und zufriedenstellend, daß in den letzten Tagen sogar Tonnagemangel für die Frachten bestand, die am Londoner Frachtenmarkt für die Kohlenausfuhr in die skandinavischen Länder ausgeschrieben, allerdings überaus schlecht gezeichnet wurden. Hätte England wirklich die Schiffe, die Ehurchill auf dem Papier registriert, so wäre es nicht nur in der Lage, ohne die neutralen Reeder (mit den „unerschwinglichen Preisen") auszukommen, es könnte auch den so dringend notwendigen Eigenexport auf der erforderlichen Höhe halten. Der englische Krieg wird zu einem Krieg gegen die eigene eng- lischeWirtscha stund den eigenen Handel. Seekontrolle, „Blockade", Maximalpreise und rücksichtsloses Vorgehen gegen die Neutralen treffen in erster Linie England selber. In zweiter Linie erst die kleinen, nicht Krieg führenden Neutralen. Wer darum hat London sich noch nie gekümmert. Gesunkene Dampfer. Rom, 28. Nov. (Europapreß.) An den Küsten von England sind, wie die römische Poesie aus London meldet, auf Minen gelaufen und gesunken: die englischen Dampfer „H o o k w o o d" (926 Tonnen), „©tangate" (1289 Tonnen) und ein Küsten- wach s ch i f f in der Nähe von Liverpool, dessen Name noch nicht bekanntgegeben worden ist. Von einem deutschen U-Boot ist der englische Hilfskreuzer „William H u m p h r i e s" durch Geschützfeuer und der englische Dampfer „R o y st o n Grange" (5144 Tonnen) im Atlantik versenkt worden. An der englischen Küste ist ferner der schwedische Dampfer „Gustav E. Reuter" auf f eine Mine gelaufen und gesunken. Ferner ist der holländische Dampfer „Spaarndam" in der Themsemündung auf eine Mine gelaufen. Die Mannschaft hat das Schiff aufgegeben. Die „Spaarndam", die 8857 Tonnen hat, ist am 22. September mit einer Stückgutladung aus New Orleans ausgelaufen und traf am 10. Oktober in den Downs ein. Darauf ist das Schiff nach Gravesend gefahren, von wo es Montag früh ausgelaufen war. einer wachsenden Beunruhigung in englischen Ma- \ rine- und Handelskreisen angesehen werden. Man i verlangt von den Neutralen, daß sie trotz des ge- j ftiegenen Transportrisikos, der Heuererhöhungen , und der Unkosten, die durch den Kontrollzwang in । englischen Häfen entstehen, zu alten Preisen , fahren und sich damit nicht nur England zuliebe einer „billigen Gefahr" aus setzen, sondern auch die i Rentabilität ihrer eigenen Unternehmungen untergraben. Bei den Neutralen scheint allerdings wenig Lust vorhanden zu sein, auf diese englischen Wünsche einzugehen, obwohl London schon heute die Drohung ausspricht, man werde nach dem Kriege an die widerspenstigen Reeder denken, wenn es sich um die Vergebung von Aufträgen handle. Mtt anderen Worten: Auch hier hat England eine ..Schwarze Gifte" zur Hand, auf die jedes Unternehmen gesetzt werden soll, das sich nicht rückhaltlos den Londoner Forderungen beugt. Die Ausübung eines solchen Druckes aber ist ein Beweis für die schwierige Lage, in der sich das Inselreich heute befindet; auch dann, wenn im Unterhaus lauttönend festgestellt wird, man habe seit Ausbruch des englischen Krieges 3 070 Schiffe im Geleit in die Heimat- oder Bestimmungshäfen gebracht, und nur Heben feien verloren gegangen! England muh sich Diefe Tonnageknappheit aus zwei Gründen selber zuschreiben. Die völlige Vernachlässigung des Schiffsbaues nach dem Weltkrieg wird bm eigenen Land zugegeben und als unerttschuld- E>ar begeißelt. Die Abneigung der Neutralen aber, mehr als bisher ihre Tonnage in englische Dienste zu stellen, hat ihre tiefsten Hintergründe nicht etwa im einer grundsätzlichen Geschäftsabneigung der Reedereien, sondern vielmehr, in der englischen Kriegserklärung selber, die über die neutralen Staaten eine Unsumme von Schwierigkeiten gebracht hat, und von denen die Schiffahrt nicht zuletzt empfindlich getroffen wird. Seit dem Weltkrieg waren die neutralen Reeder auf den Empire-Routen ständig gesehene Kunden. Sie ersetzten die englische Schiffahrt zum großen Teil voll und ganz. Diese Entwicklung wurde von den zuständigen Londoner Stellen gefördert, weil man hoffte, im Falle eines Krieges neutrale Schiffe zur Verfügung zu haben, die unter allen Umständen englandhörig fein würden und auf Drund ihrer Neutralität unangefochten England mit Lebensmitteln und Rohstoffen versorgen könnten, die dieses Land nötiger als jedes andere braucht, um nicht selbst das Opfer eines mtt Kon- berbanbeTiften geführten Krieges zu werden. Die neutralen Reeder haben dieses englische „Entgegen kommen" zwar immer angenommen, solange es sich um Friedenstransporte handelte. Aber sie singen an, die Preise zu erhöhen, als London glaubte, mit Konterbandelisten und Kontrollhäfen gegen das Reich erfolgreich vorgehen zu können. Dieses gegen Deutschland gerichtete Geschoß wirkt sich in diesen Tagen als ein Bumerang aus, der den trifft, Der ihn ab geworfen hat: England. Kohle, flüssige Treibstoffe wie Oel und Benzin, ’ Heuersätze, Versicherungsprämien und allgemeine i Transportunkosten sind in die Höhe geschnellt und j haben den getroffen, den England aus Gründen des eigenen Interesses am letzten treffen wollte, i Heute kostet ein Transport aus Asien nach England mehr als das Doppelte der Friedens- i 'ätze. Das heißt, daß Engalnd seine Seekontrolle selber bezahlen muß; denn es kann keinem London, 28. Nov. (Europapreß.) Die abgelaufene Woche und das letzte Wochenende werden als die bisher schwärzeste Periode des Krieges vom englischen Standpunkt aus empfunden. Die Verluste der englischen Handels- und Kriegsflotte haben ein Ausmaß erreicht, das an die Zeit der größten Erfolge des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges im Jahre 1917 heranreicht. Auch die Verluste der Neutralen durch Minen in den Gewässern rund um England sind so groß geworden, daß es immer schwerer wird, neutrale Schiffe für nach englischen Häfen bestimmte Ladungen zu chartern. Der Eindruck der Schiffsverluste habe denn auch in allen Kreisen der englischen Bevölkerung einen tiefen und niederschlagenden Eindruck gemacht. Es ist begreiflich, daß auch die bei dieser Gelegenheit wiederholten beruhigenden Erklärungen der englischen Admiralität, wonach England heute viel besser gerüstet sei zur Abwehr von U-Booten und Minen als 1914, angesichts der immer größer werdenden Verluste keinen sehr starken Eindruck mehr machen. Daß Chamberlain es für nötig befunden hat, in einer Rundfunkrede vom Sonntag eine an Churchills Aeußerungen erinnernde scharfe Note anzuschlagen, ist vielleicht ein Beweis mehr dafür, daß starke Töne für notwendig erachtet werden, um die Stimmung in England auf der Höhe zu hallen. Als unmittelbare Auswirkung der Verluste an Schiffsraum ist es wohl anzusehen, daß das Ernährungsministerium sich veranlaßt gesehen hat, eine Entscheidung über das Datum für den B e - ginnder Rationierung derwichtigsten Lebensmittel zu fällen, die am Dienstag im Unterhaus angekündigt werden soll. Auch die fortdauernden Lohnerhöhung en , die am Montag wieder in erhöhten Lohnsätzen der vom Londoner Grafschaftsrat beschäftigten Arbeiter und Angestellten zum Ausdruck gekommen sind, sind eine Auswirkung der Verknappung der meisten Lebensmittel und Gebrauchsartikel und der daraus folgenden Preiserhöhungen. Die arbeiterparteiliche Presse beschwert sich darüber, daß die Lohnerhöhungen weit hinter den Preissteigerungen zurückbleiben, so daß sich die Kaufkraft und damit der Lebensstandard der Arbeiterschaft ständig verschlechtere. Mittlerweile hat der König die n e ue B l o ck a dell e r o r du u n g unterzeichnet. Sie wird in wenigen Tagen in Kraft treten, trotz der sich häufenden Proteste der Neutralen. Ganz ohne Sorge hat man diese Entscheidung in London aber nicht gefällt. Das Gespenst einer Einheitsfront der Neutralen beunruhigt die Gemüter. Insbesondere haben Gerüchte aus Rom, die von einer wachsenden Verbitterung der italienischen Handels- und Schiffahrtskreise gegen die englische Blockade sprechen, tiefe Beunruhigung m London erweckt. Chamberlains „neues Europa" unter italienischer Lupe. Rom, 28. Nov. (Europapreß.) Die sonntägige Rundfunkrede des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain, in der er seine Gedankengänge über das künftige „neue Europa" entwickelte, begegnet in römischen Kreisen allgemeiner Ablehnung. Zunächst stellt man in Rom fest, daß ich Chamberlain wieder einmal in unbestimmter Weise über die englischen Kriegsziele geäußert und mit dem Brustton des rechtschaffenen Mannes erklärt habe, England fei zur Verteidigung der Freiheit in den Krieg gezogen. Dabei vermißt man in Rom genauere Ausführungen über den Grundriß und die Einzelheiten eines Bauplans des von England angeftrebten neuen Europa. Auch die aus Washington eintreff ent) en Berichte der italienischen Korrespondenten lassen erkennen, daß man dort die allzu unbestimmten Anregungen Chamberlains für wenig zweckentsprechend hält. Man vertrete in Washington die Auffassung, daß ein allgemein gehaltener Grundriß des neuen Europa ausgearbeitet und vorgeschlagen werden müßte, um die nebelhaften Zielsetzungen in f e ft umschriebene Verpflichtungen umzuformen. Die Pariser Korrespondenten der italienischen Blätter unterstreichen, daß der heiße Wunsch der französischen Öffentlichkeit, endlich zu erfahren, worum der Kampf eigentlich gehe, von Chamberlain wieder nicht erfüllt worden, ist. Der Korrespondent der „Tribuna" ist der Ansicht, in Frankreich habe man aus der CHamberlain-Rede falsche Schlüsse gezogen, die Chamberlain völlig fern lagen. Frankreich, so schreibt der Korrespondent, sei immer einen Schritt zurück in der Erfassung der Zeitläufe. Infolge dieser neuen Unbestimmtheit des englischen Ministerpräsidenten sieht man in den maßgebenden römischen Kreisen keinerlei Aenderung der Lage. Reeder zugemutet werden, etwa die zusätzlichen Unkosten zu tragen, die durch einen vierzehntägigen Aufenthalt in einem englischen Kontrollhafen entstehen. 'Hierzu kommt aber noch, daß England durch die Bezahlung der höheren Raten auch den Tran- stthandel bezahlen muß, von dem es gefordert hat, daß auch er englische Häfen berührt. Für die durch dieses Verfahren heraufbeschworenen Unkosten wttl sich der neutrale Reeder jedoch an anderer Stelle schadlos hallen. Denn die selbst beim Transithandel entstandenen Mehrkosten belaufen sich auf Summen, die kaum tragbar sind. Der Zwang, daß sich jeder Reeder m einem englischen Konsulat im Ausland eme Transportlizenz verschafft, kostet bei einer durchschnittlichen Gemischtladung 2500 Schillinge, da sich die Konsulate für jede deklarierte Position den Betrag von sieben Schillingen zahlen lassen. Das englische Kontrollsystem müßte daher vom neuttalen Ausland bestritten werden, wollte man nicht die allgemeinen Transportunkosten erhöhen. Dieses Ausland müßte ebenfalls für die Netto Verluste aufkommen, die durch die langsamen Prüfmethoden in englischen Kontrollhäfen erwachsen. Erst kürzlich verdarb in einem englischen Kontroll- Hafen der Südküste eine dänische Bananenfracht, weil man drei Wochen auf die Transtterlaubnis zu warten hatte. Das Blockade-Ministerium hat den darauf angemeldeten Schadenersatzanspruch ab- gewiesen. Kopenhagen, November 1939. Weiß der Erste Lord der englischen Admiralität, Winston Churchill, nicht, wieviele Handelsdampfer seinem Lande zur Verfügung stehen? In den ersten Tagen des November hiell er in London -eine Rede, in der er feststellte: „Wir haben einen Tonnagegehalt von 18 Millionen Tonnen!" Der konservative Parlamentarier Amery erklärte im Juli vorigen Jahres, England könne knapp 14 Millionen Tonnen aufbringen. Am 14. November d. I. griff der Oppositionelle Shinwell Churchill an und erklärte, man könne nicht behaupten, 18 Millionen Tonnen für die Nahrungsmittel- und Rohstoffeinfuhr zu haben. Die Notierungen des Londoner Frachtenmarktes beweisen, daß der Erste Lord der Admiralität seinen Hörern nicht die Wahchett gesagt hat. Sie lassen erkennen, daß England heute nicht so viele Schiffe einsetzen kann, wie zu Beginn des Weltkrieges. Damals ging man mit 17 500 000 Tonnen in den Kampf gegen Deutschland. Als man dann nach vier Jahren eine Bilanz zog, merkte man die großen Verluste. Heute hat Churchill ein rosiges Bild gezeichnet, um das englische Volk nicht auf den Gedanken kommen zu lassen, daß die Folgen einer Seekriegführung für England bei einem Tonnagegehalt von 14 Millionen Tonnen zu Beginn der Auseinandersetzungen weitaus tiefgreifender sein müssen, als vor fünfundzwanzig Jahren. Churchill übersah absichtlich, daß von der seit dem Kriege ständig ab gefallenen Schiffstonnage selbst heute noch ein großer Teil dem Handel entzogen wird, weil man auf der einen Seite entgegen jedem Heerecht Handelsdampfer und Passagierschiffe zu Hilfskreuzern umgebaut hat, wie das Beispiel der „Queen Mary" und dreißig weiterer Einheiten beweist, und wetter, weil zahlreiche Schiffe der Kriegsmarine als Derfor- gungseinhetten und dem Heer als Truppentransportschiffe zur Verfügung gestellt werden mußten, wie die Klagen der Cunard White- Star-Linie zeigen. Darüber hinaus aber kann der zunehmende Druck der Londoner Regierung auf die Reedereien der neuttalen Staaten als Anzeichen das Problem Danzig und der Korridor alsbald gelöst werden müsse, hingewiesen wurde und die nochmals in großzügigster Form ein Freundschaftsangebot an England enthielt. Drei Taae später, am 28. August, erschien am Abend der britische Botschafter wiederum beim Führer, um ihm als Antwort auf die deutschen Vorschläge vom 25. August ein Memorandum der britischen Regierung zu überbringen. In diesem Memorandum wurde die Reichsregierung gebeten, sie möge in direkte Verhandlungen mit der polnischen' Regierung eintreten. Das englische Memorandum sagte hier wörtlich: „Seiner Majestät Regierung hat bereits eine definitive Zusicherung von der polnischen Regierung erhalten, daß diese bereit ist, einem solchen Verfahren zuzustimmen." Irn briti- schen Memorandum wurde hinzugefügt, daß „wenn solche Besprechungen zu einer Vereinbarung führen würden, der Weg für eine breitere und umfassendere Verständigung zwischen Großbritannien um) Deutschland offen wäre." Auf Grund dieser Aussagen und Wünsche mußte es der Reichsregierung erscheinen, als böte sich für die von ihr gewünschte friedliche Entwicklung in Europa noch eine Möglichkeit, wenn sie sich — trotz des provokatorischen Verhaltens der polnischen Regierung — zu direkten Verhandlungen mit Polen bereiterklärte. Es mußte ihr ferner nach dem Text des englischen Memorandums so erscheinen, als ob die Polen bereits ihre Zustimmung zu einem solchen Verfahren gegeben hätten. Infolgedessen erklärte die Reichsregierung am Nachmittag des 29. August, sie sei trotz ihrer skeptischen Beurteilung der Aussichten von direkten Besprechungen bereit, den englischen Vorschlag anzunehmen und in diese einzutreten. Die Voraussetzung sei, daß eine mit allen Vollmachten versehene polnische Persönlichkeit durch Vermittlung der britischen Regierung am Mittwoch, dem 30. August, nach Berlin komme. In der Zwischenzeit, d.h. in der dazwischenliegenden Nacht, werde die Reichsregierung eine akzeptable Lösung ausarbei- t e n und diese bei Ankunft des polnischen Unterhändlers auch der britischen Regierung zur Verfügung stellen. Damit war von deutscher Seite dasAeußerste getan, um den Frieden zu retten. Adolf Eitler war um des Friedens willen in vollem Umfange auf die englischen Vorschläge eingegangen. Das Kernstück dieses deutsch-englischen Notenaustausches vom 28. und 29. August war die britische Behauptung, in London läge bereits eine „definitive Zusicherung" von der polnischen Regierung vor, daß diese zu Besprechungen bereit sei. Nur aus Grund dieser Behauptung konnte die Reichsregierung überhaupt trotz des unerträglich gewordenen Spannungszustandes an der deutsch-polnischen Grenze noch eine letzte Frist einräumen. Aus dem Blaubuch ergibt sich nun, daß die britische Regierung indes an ihrem eigenen Vorschlag, es sollten sofort Verhandlungen zwischen Berlin und Warschau stattfinden, gar nicht interessiert war. Der Vorschlag war offensichtlich von britischer Seite nur gemacht worden, um Zeit zu gewinnen. Während nämlich England in seinem Memorandum vom 28. August behauptet hatte, die definitive Zusage Polens in der Hand zu haben, war in Wirklichkeit hierüber mit Polen noch gar nicht verhandelt worden. Halifax hatte lediglich am selben Tage den britischen Botschafter in Warschau instruiert, er möge dafür sorgen, daß die polnische Regierung eine Zustimmung zu direkten Unterhandlungen mit Deutschland durch englische Vermittlung gebe. Er habe aber gleichzeitig hinzu- gefügt, die Bereitschaft der polnischen Regierung, in direkte Unterhandlungen mit Deutschland einzutreten, solle natürlich in keiner Weise bedeuten, daß Polen damit auch schon die deutschen Forderungen anzunehmen habe. Das war alles, was von englischer Seite geschehen war, wie sich aus dem Blaubuch ergibt. Eine Zusage von feiten Polens lag indes weder am 28. August noch an den beiden folgenden Tagen vor. Auf Grund dieser Sachlage können wir nunmehr feststellen, daß die britische Behauptung vom 28. August, die britische Regierung habe eine definitive Zusicherung der Bereitschaft der t polnischen Regierung zu direkten Besprechungen in der Hand, eine glatte Lüge gewesen ist. Die britische Regierung hatte zu diesem Zeitpunkt nichts in der Hand! Sie hatte lediglich an Polen eebenfo wie an Deutschland einen Vorschlag gerichtet, dabei aber ihren Vorschlag an Polen ebenso wie an Deutschland einen fche Regierung nicht nur die Möglichkeit bestand, diesen Vorschlag abzulehnen, sondern — wie weiter unten noch belegt wird — sie geradezu eine Aufforderung zur Ablehnung darin erblicken muhte. Somit ist erwiesen, dah das im Endstadium der Krise wichtigste britische Memorandum auf einer Fälschung aufgebaut war. Als Halifax in der Nacht vorn 29. zum 30. August die deutsche Bereitschaft, einen polnischen Bevollmächtigten zu empfangen, erfahren hatte, mußte er, da er ja von Polen in Wirklichkeit keinerlei Zusagen in der Hand hatte, infolgedessen an Henderson trie- graphieren (Telegramm vom 30. August, 2 Uhr morgens): „Es sei natürlich wider alle Vernunft zu erwarten, daß ein polnischer Unterhändler heute noch nach Berlin kommen könne." hierauf antwortete ihm Henderson, Hitler habe ihn am Abend vorher darauf aufmerksam gemacht, daß man von Warschau nach Berlin in anderthalb Stunden fliegen könne. Da das ganze diplomatische Manöver von Halifax indes auf einer Fälschung beruhte, blieb dieses einfache Gegenargument in London natürlich unbeachtet. Halifax war in Wirklichkeit gar nicht daran interessiert, daß ein polnischer Unterhändler in Berlin erschienen wäre. (Schluß folgt.) Lächerlicher Emigranienspuk an der Themse. Mailand, 27. November. (DNB.) „Popolo d'Jtalia" macht interessante Angaben über die Tätigkeit des „deutschen" Emigrantentums in London. das sich fast in seiner Gesamtheit aus jüdischen Elementen zusammensetzt und unter dem Schutz der englischen Juden nicht anderes als eine dunkele Revanche des Judentums anstrebt, natürlich auf Kosten jener, die trotz der Lehren der Vergangenheit immer noch glauben, daß England für die Befreiung und für die Moral der Welt und am Ende gar, um Frankreich die zu nahe und zu geeinte Nachbarschaft Deutschlands erträglicher zu machen, zu den Waffen gegriffen habe und Mll- liarden ausgebe. Wie unsere Fernaufklärer weit ins feindliche Land fliegen. P. K. Als vor wenigen Tagen im Heeresbericht des Oberkommandos gemeldet wurde, daß die deutsche Luftwaffe ihre Aufklärungstätigkeit über Frankreich und England mit Erfolg fortfetzen würde, bedeutete diese Veröffentlichung eine Sensation. Nicht nur die Presse der betreffenden Staaten drückte ihre Verärgerung und damit Anerkennung dieser Leistung aus, sondern auch in den neutralen Staaten schlug es wie eine Bombe ein, daß die deutsche Luftwaffe trotz feindlicher Flak und Jäger ungehindert den gesamten Luftraum über Frankreich und England befliegt. Alles horchte auf, wieder einmal standen unsere Luftwaffe, die Fernaufklärer, im Mittelpunkt des Interesses. Fernaufklärer! Ein Wort, das alle Gefahren und Sonderheiten dieser Einheit in sich birgt. Vierhundert bis fünfhundert Kilometer hinter der eigenen Front sind wichtige militärische Anlagen, Verkehrs-Knotenpunkte oder Truppenaufmärsche zu erkunden. Die Beatzungen eines solchen Verbandes erhalten also den Auftrag, mit dem Bildgerät alles Wesentliche fe st zuhalten und durch eigene Beobachtungen den gesamten Flug zu einer einwandfreien Aufklärung des betreffenden Raumes abzurunden. Je nach der Wetterlage wird das feindliche Gebiet in entsprechender höhe überflogen und die auf der Karte eingezeichneten Objekte mit dem Bildgerät fotografiert. Immer weiter geht's ins feindliche Hinterland. Flak und Jäger versuchen den einsamen Eindringling bei seiner Tätigkeit zu stören, abzuschießen. Die dreiköpfige Besatzung muß stundenlang auf der Hut vor Flak unb den überraschenden Angriffen feindlicher Jagdmaschinen fein. Nirgendswo befinden sich noch deutsche Maschinen, die bei einem Luftkamps helfend eingreifen können. Aber nickst nur der Feind ist es, der abgewehrt werden will. Kälte und mehrstündiges Fliegen in diesen gewaltigen höhen wollen ertragen werden, so daß jeder ging zu einem körperlichen, fliegerischen und taktischen Kampf für mehrere Stunden wird. Das sind die Fernaufklärer! Ein solches Geschwader suchten wir in den letzten Tagen auf, das besonders stark bei dieser Aufklärertätigkeit über Frankreich beteiligt ist. Eine einsame Straße führt zu dem großen Flugplatz, der versteckt im Wald gelegen ist. Zum Staffelkapitän der ersten Staffel führt uns die Ordonanz. Vor seinem großen Schreibtisch steht der Major über eine Karte gebeugt. Im Laufe der knappen Unterhaltung gewährt er uns einen Einblick in die Tätigkeit seiner Staffel. Wir hörten, nach welchen taktischen und meteorologischen Gesichtspunkten die einzelnen Ma- schonen eingesetzt werden und mit welcher Schnelligkeit das Bildmaterial entwickelt und ausgewertet wird. Wir hörten aber auch davon, wie der Führer einer solchen Staffel sich um jede Maschine sorgt, um die fällige Zeit auf das Zurückkommen wartet, sich Gedanken macht, wenn der Zeiger der Uhr immer weiter schreitet und noch immer nickst die erlösende Nachricht kommt. „Schauen Sie, von dieser Maschine, die in fünf bis zehn Minuten landen wird, habe ich zwei Stundenlang nichts mehr gehört, wußte nicht, ist sie wieder heil zurückgekommen, ist sie irgendwo notgelandet, ober ist sonst etwas passiert. Das sind die zusätzlichen Sorgen eines Staffelkapitäns!" Die Maschine kommt. Gleich einem Pfeil liegt die Do 17 in der Lust. Aehnlich wie der Jäger nath einem Abschuß „wackelnder Weise" über den Platz fliegt, kündet der Pilot die Erfüllung des Flugauftrages an. Mit voller Geschwindigkeit jagt die Maschine über den Platz und schießt vor den hallen wieder senkrecht nach oben. Nun ist sie gelandet. Nochmals heulen die zwei Motoren auf, langsam rollt der Pilot die Maschine zur Halle, wo sie mit großem hallo von den Monteuren erwartet wird. Die Drei klettern heraus. Flugzeugführer, Beobachter und Funker melden ihrem Staffelkapitän die Rückkehr, die besonderen Vorkommnisse. Ein soldatischer Händedruck, — Anerkennung und Freude! Wenige Minuten später sprechen wir die Drei, während sie die erste Zigarette rauchen. Drei Männer, die bereits seit zwei Jahren zusammen fliegen. Eine zusammengeschweißte Besatzung. Zwei von ihnen waren bereits im Spanienkrieg, konnten dort wichtige Erfahrungen sammeln und lernten den Frontflug kennen. Alle drei waren aber auch in Polen, hatten dort für den triumphalen Einsatz unserer Luftwaffe die Voraussetzungen schaffen helfen. ,Mie war es nun über Frankreich?", das ist unsere Frage! Der Beobachter, ein junger Leutnant, erzählt: „Am gestrigen Abend erhielten wir den Auftrag, einen Raum im Südoften Frankreichs zu erkunden, angegebene Ziele zu fotografieren und sonstige wichtige Beobachtungen mit nach Hause zu bringen. Noch am gleichen Abend mußten alle notwendigen Vorbereitungen getroffen werden, während am heutigen Morgen in der vorhergehenden Flugbesprechung die näheren Einzelheiten klargelegt wurden. Nachdem die üblichen Startvorberei- tungen: Kurs ausrechnen, Wetter einholen und überprüfen von Maschinen, Bildgerät und der MG.s beendet waren, hauten wir ab. Bei viertausend Meter höhe wurde das Sauerstoffgerät eingeschaltet. In großer höhe überfliegen wir die eigene Front durch die festgelegte Einflugschneise. Nun sind wir allein! Ein wolkenloser Himmel über uns, der eine ausgezeichnete Fernsicht gestattet. Nur über der Schweiz hat sich eine große Nebelbank ausgebreitet. Trotz der großen Entfernung sind die einzelnen Bergmassive deutlich zu erkennen, deren höchste Spitzen aus diesem weißen Meer seltsam hervorschauen. Unter uns Frankreich. Der erste Punkt auf der Karte ist erreicht. Das Bildgerät arbeitet. Gerade habe ich den letzten Schnappschuß getan, als sich unter uns weiße Spreng- Wölkchen abzeichnen. Die französische Flak schießt, aber zu niedrig. Ruhig fliegen wir unseren Kurs weiter. Nach allen- Seiten wird der gesamte Luftraum abgesucht, denn mit Jägern ist dauernd zu rechnen. Besonders der Funker hat die wichtige Aufgabe, nach rückwärts Ausschau zu halten, die totsicher von dort angreifenden Jäger mH seinem MG. abzuwehren. Vor uns ein feindlicher Flughafen. Durchs Glas kann man Maschinen erkennen. Aha, Jäger starten. Ob sie uns verfolgen wollen? Ja- wohl, eine Flakbatterie schießt einige Richtungs» schlisse ab, in kurzer Zeit können wir mit dem liebenswürdigen Besuch rechnen." „Ja, und bann war er auch bald da", fährt der Bordfunker, ein Unteroffizier, fort. „Da wir die Sonne im Rücken hatten, war für mich die Position etwas günstiger. Ich ließ den „Moräne" her» ankommen und „rotzte" ihm dann eine ordentliche Ladung vor die Nase. Im eleganten Schwuna kippten wir sofort über die Fläche nach unten, ]o daß er zunächst über uns hinweg schoß. Wieder kam er an. Zwei, drei, vier Feuerstöße, — jetzt kippte er. ließ uns eine Rauchfahne zurück und wurde nicht mehr gesehen. Mit Bestimmt» heit haben wir alle drei angenommen, daß er zerschossen abge stürzt ist. Allerdings hat er uns auch einige Treffer beigebracht, wie wir soeben feststellen konnten." „Und wie ging es weiter?", richten wir die Frage wieder an den Beobachter. „Noch war der Auftrag nicht vollständig erfüllt. Zwei Stunden über feindlichem Gebiet mußten noch geflogen werden. Wenn nur di e Mords kälte nicht wäre! Fünfzig bis sechzig Grad in dieser höhe. Da Hilst selbst die dickste Pelzkombination nichts. Alles fühlt sich durch die dicken Handschuhe wie Eis an. Jede Bewegung wird in dieser höhe zu einer Anstrengung. Trotzdem wird weiter geflogen. Wir schlagen auch dann noch den französischen Jägern ein Schnippchen. Etwa wie gestern. Wir hatten noch einen Auftrag des gesamten Flugprogramms zu erledigen, als uns zwei Jäger angriffen, die absolut kein Verständnis für unsere Arbeit aufbrachten. Im Abschwung ging es nach unten in Richtung Heimat. Etwa fünfzehn Minuten lang saßen uns die Beiden auf der „Pelle" Unser Funker hat Trommel nach Trommel verschossen. Zum Schluß waren wir die reinsten Heckenspringer geworden. Im Tiefflua sind wir über Wälder und Sümpfen gebraust und haben alle möglichen Kniffe angewandt, bis es endlich gelang, die lästigen Besucher abzuschütteln. Wenn wir dann nun wie heute nach langem Flug bi e Grenze wieder erreicht haben, uns wieder über deutschem Gebiet befinden, der Heimathafen näher fommt, haben wir trotz aller Anstrengungen und Strapazen bas unbändige Gefühl: Wir drei, wir haben's einmal wieder geschafft!" Mittler. Fernaufklärer vom Typ He 111 (heinkel). — (Scherl-Bilderdienst-M.) Dieser Emigrantenflüngel in London, so heißt es weiter, hätte letzt sogar die Ermächtigung erhalten, eine D r u ck sehr i s t zu veröffentlichen, in der Dinge zu lesen seien, die zu erfahren den verantwortlichen Persönlichkeiten vermutlich nicht unangenehm feyt dürften. So z. B., „daß man Hitler b e f e it i g e n müsse", um Deutschland eine „b e - mokra tische Reaierung" zu geben, die natürlich von den nach London geflüchteten „Deutschen" gestellt werden würde. Diese Mitteilungen würden durch die Nachricht von der Gründung eines „Deutschen Nationalausschusses" vervollständigt, der natürlich ebenfalls mit dem Sitz in London aus Emigranten bestehe, an deren Spitze folgende würdige Namen erscheinen: der Expräsident der Danziger Senats R a u s ch n i n g , Otto Strasser, der ehemalige preußische Minister Breitscheidt, der ehemalige Reichskanzler Wirth, der frühere Minister des Kabinetts Brüning, Treviranus, und Dr. Brüning selbst. Die „Jewish Ehronicle", das Organ des britischen Judentums, habe bereits versichert, daß diese Organisation „die ganze Sympathie der Londoner Regierung genieße". Die alarmierte französische Presse aber stelle bereits die Frage, welche Garantien die Machtübernahme solcher Leute in Deutschland bieten könnte, und ob sich Frankreich nurbeshalb darauf vorbereiten müsse, Blutopfer zu bringen. Wer darüber aber heimlich schmunzele, so schreibt der „Popolo d'Jtalia" zum Schluß, sei der legendenhafte Ahasver, der ewige Jude, der durch den Fluch dazu verurteilt fei, ohne Rast zu wandern. Er wandere noch immer und spiele bas Pendel zwischen dem Wucherer der Eity und der Maginotlinie. Russisch-finnischer Grenzzwischenfall. Vier Sowjetsoldaten getötet. — Scharfe Protestnote Molotows. Moskau, 27. Noo. (DNB.) Die Taß verbreitet eine amtliche Meldung vom Stab der Truppen des Leningrader Bezirks, wonach es am Sonntagnach- mittag an der finnisch-sowjetischen Grenze zu einem ernften Grenzzwischenfall gekommen ist. Nach dem Bericht der Taß sei von finnischer Seite am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr Moskauer Zeit plötzlich Artilleriefeuer auf bas sowjetrussische Territorium eröffnet worden, und zwar seien sieben Kanonenschüsse abgefeuert worden, wodurch auf sowjetischer Seite drei Rotarmisten und ein Ü n t e r o f f i = zi ergetötet, und sieben Rotarmisten, ein Unteroffizier und ein Leutnant verwundet wurden. Zur Aufklärung des Tatbestandes wurde von der Ersten Abteilung des Generalstabs des Leningrader Militärbezirks sofort der Oberst Tischomirow an den Ort des Zwischenfalles entsandt. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Außenkommissar Molotow hat gestern abend im Zusammenhang mit diesem Vorfall dem finnischen Gesandten eine Note überreicht, die folgenden Wortlaut hat: „Herr Gesandter! Laut Mitteilungen vom Generalstab der Roten Armee wurde geaen unsere Truppen, welche in die Gegend des Dorfes Mainila a u f der karelischen Landenge verlegt sind, unerwartet heute am 26. November um 15.45 Uhr Artilleriefeuer vom finnischen Gebiet her eröffnet. Insgesamt wurden sieben Artillerieschüsse abgegeben, welche zur Folge hatten, daß drei Soldaten und ein Unteroffizier getötet und weiterhin sieben Soldaten und zwei Unteroffiziere verletzt wurden. Die russischen Truppen, welche strengen Befehl erhalten haben, sich nicht zu einer Provokation verleiten zu lassen, beantworteten nicht bas Feuer. Die russische Regierung bringt bas zu Ihrer Kenntnis und sicht es für notwendig an, zu unterstreichen, daß bei den kürzlich vor sich gegangenen Verhandlungen mit Herrn Tanner und Paafikivi die russische Regierung auf die Gefahr aufmerksam gemacht hat, welche die Konzentrierung starker aktiver Truppen in unmittelbarer Nähe der Grenze gegenüber Leningrad bedeutet. Aus Anlaß des vom finnischen Gebiet aus eingetretenen provozierenden, gegen die russischen Truppen gerichteten Artilleriefeuers ist die russische Regierung setzt gezwungen festzustellen, baß die Konzentrierung finnischer Truppen in der Nähe Leningrads nicht nur eine Bedrohung Leningrads darstellt, sondern tatsächlich eine feindliche Handlung gegen bie Sowjetunion bedeutet, welche schon zu Angriffen gegen russische Truppen geführt und Opfer gefordert hat. Es ist nicht die Absicht der Sowjetregierung, diesen verabscheuungswürdigen Angriff zu übertreiben, welchen Abteilungen der finnischen Armee unternommen haben, die dazu vielleicht durch ihre Führung verführt wurden, aber die russische Regierung wurde wünschen, daß solche verabscheuungswürdige Handlungen zukünftig nicht eintreten. Aus diesem Anlaß bringt die russische Regierung einen scharfen Protest vor und schlägt vor, daß die finnische Regierung unverzüglich ihre Truppen von der karelischen Nase 20 bis 25 Kilometer weiter von der Grenze wegverlegt und damit die Möglichkeiten zu neuen Provokationen verhindert." Das Echo in Moskau. ScharfeEntschlietzungen ht vielenBetrieben Moskau, 27. November. (DNB.) Don allen Zeitungen werden ganze Seiten von Betriebsversammlungen, Kundgebungen gebracht, die aus Anlaß des Zwischenfalles auf der karelischen Land« enge fpontan abgehalten wurden. Sofort nachdem um Mitternacht der Rundfunk die Nachrichten von dem Zwffchenfall gebracht hatte, wurden die zur Nachtschicht erschienenen Belegschaften der größten Betriebe in Moskau, Leningrad, Rostow am Don und anderen Städten zu Versammlungen einberufen. Der gesamte Tenor der Entschließungen ist überaus scharf. Dabei wird hervorgehoben, baß, wenn Finnland jetzt nicht einlenke und den friedlichen Vorschlägen der Sowjetunion nacdgebe, die Rote Armee „den Provokationen des . finnischen Militärs ein Ende setzen werd e". Die Politik der finnischen Regierung entspreche in keiner Weise der wahren Einstellung des finnischen Volkes gegenüber der Sowjetunion. n Vt ouich ci e । r m • ■ < Boden SCHWEDE. Va$o tjx 1 o OST- kann> Schon «U- im Kriege. Vie Ansprache von Ikeichspropagandaminister ©r Äoebbels Berlin, 27. November. (DNB.) Zur Jahres« tagung der Reichskuiturkammer und der NSG. „KdF? fanden sich im Theater des Volkes Soldaten, Arbeiter und Künstler zusammen. Festlich intonierte Aum Beginn der Kundgebung das Berliner Phil- larmonische Orchester unter Stabführung von dte- neralmusikdirettor Professor Hans K n a p p e r t 0 • busch die Ouvertüre zu Richard Wagners „Mei- tersinger von Nürnberg". Dann brachte der Kittelche Chor zusammen mit dem Orchester die Kan- ate .„Der ewige Ruf" zum Dortrag, dessen Worte von Kurt Eggers gedichtet, von Arno Rentsch in Musik gesetzt worden sind. Danach ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort: Künstler, Arbeiter und Soldaten! so sagte er u. a.: Wenn wir in diesem Jahre den Jahres- und Gründungstag der NSG. „KdF? begehen, so könnte es dem Uneingeweihten erscheinen, als ob wir dazu kein Recht hätten. „Was will KdF. im zu vergessen. Eine Anrechnung der Gratifikationen bei dem Familienunterhalt findet nicht statt. Arbeitstagung des Neichsbundes der Kinderreichen. Der Reichsbund der Kinderreichen hielt eine Ar- beitstagung ab, auf der auch der Reichsgesundbeits- ührer, Staatssekretär Dr. Conti, und der Leiter des Rassenpolitischen Amts der NSDAP., Professor Dr. Groß, sprachen. Der Bund hat besonders die Aufgabe, die Aufmerksamkeit des Volkes für die Zu- kunftsaufgaben wecken zu helfen. Dervom Führer in Osten neu geschaffene Lebens» raum muß von Menschen deutschen Blutes mit all der Tüchtigkeit und dem Wert unseres Volkstums a u s g e f ü ll t werden. Dies ist nur möglich, wenn zahlreiche kinderreiche Familien so selbstverständlich in unserem Volke auswachsen, wie es früher der Fall war. Professor Dr. Groß wies Kurze Tage, wenig Sonne und wenig Bewegung im Freien, das sind Nachteile der Wintermonate, die unser körper» liches Befinden ungünstig beeinflussen. 7050V Kinder und Erwachsene nehmen in dieser Zeit Bioferdn, das blutbildende Kräftigungsmittel. Bio» ferrin hat eine vorzügliche Wirkung auf das Allgemeinbefinden bei Appetitlosigkeit, Blutarmut, Schwäche- und Erschöpfungszuständen. In Odense entstand aus einem Schiffsneubau für die Ho lland - Am ertta - Linie ein Feuer, bei dem nach den bisherigen Ermittlungen ein Arbeiter ums Loben tarn und etwa zehn Brandwunden oder Rauchvergiftungen erlitten. Der Brand kam in dem Gefrierraum zum Ausbruch. Während vier Arbeits- tarne nahen geborgen werben konnten, schnitten die schnell um sich greifenden Flammen und der dichte Rauch 18 anderen den Weg ins Freie ab. Sie flüchteten in die unter dem brennenden Raum Pie- um gegen seinen Willen und gegen eine bessere Erkenntnis der Völkerrecht, lichen Lage in das brittsche Schlepptau gezwungen. Nie Entthronung der Eich. Schon heute steht fest, daß der Krieg für England auf wirtschaftlichem Gebiet mit einer Kette von Niederlagen begonnen hat, die ebenso schwer wiegen wie verlorene Schlachten an der Front. England wollte diesen Krieg u. a. auch mit Hilfe der viel- gerühmten „s i l b e r n e n K ug e 1 n" gewinnen, und es muh nun mit höchstem Bedauern zusehen, wie diese ins Wasser rollen, auf den Meeresboden, wo ie sich zu englischen Schlachtschisfen und Handels, lampfern gesellen! Nach dem Sturz des Pfundes und der chaotischen Auslösung des Psund-Sterling- Blocks ergibt sich für die Briten das traurige Fazit, daß das Pfund eine reine «ßapierroa hru n g geworden ist, die bei den Neutralen keinen Anklang mehr findet. Vorbei ist es mit der englischen Vor. Herrschaft, denn seine Stellung als internationales Finanzzentrum, seine Funktion als Währungsrich - punkt und Zentralbankier, feine Bedeutung als Aufenthaltsort für das internationale Fluchtkapital, feine beherrschende Stellung als welweiter Versicherungs- platz _ si« sind restlos dahin. Mas vier Jahre Wei « krieg nur in Ansätzen, was die schwere Weltwirt, schaftskrise der letzten Jahre nicht vermach en, das hat sich jetzt in ein paar Wochen schlagartig voll- zogen, nämlich die Entthronung der finanziellen Führerstellung der Londoner City! Auf finanzpolitischem Gebiet hat England unwiderruflich ein rie- siges Terrain verloren, das es nie mehr wieder- gewinnen wird. Deutschland dagegen blieb es dank eines leistungsfähigen Bankenapparats erspart, unter irgendwelchen kredit-, finanz- und wahrungspoli- tischen Erschütterungen zu leiden. Sowohl der Zäh« lunasoerkehr wie der Kreditverkehr und die Abwick- lunq des uns verbliebenen Außenhandelsgeschäfts gehen dank weitgehender bankmäßiger Vorberei- tungszeit reibungslos vonstatten. Weihnachtsgratifikationen wie bisher. Sinne fei auch die kulturelle Arbeit bei der Wehrmacht ausgerichtet worden. „Die deutschen Künstler haben es für ihre erste und wichtigste Ausgabe angesehen, unseren Soldaten Unterhaltung und Entspannung zu bringen." Nicht nur um die Verteidigung unseres Lebensraumes, unseres täglichen Brotes und unserer Maschinen gehe es in diesem Krieg gegen die feindlichen plittokra tischen Möchte, nein, das deutsche Volk verteidige auch seine Kultur und mit ihr den großen Segen, den sie dem ganzen Volte bringe. In diesem Sinne sind hier Soldaten, Arbeiter und Künstler zusammengekommen. Sie verbinden sich im Glauben an den Führer, im Vertrauen auf unser Volk und Reich und auf unsere große nationale Zukunft. Ein Volk sind wir-, e i n Weltvolk wollen wir werden! Im zweiten Teil der Veranstaltung brachte eine Anzahl der bekanntesten Künstler der Berliner Staatsover unter Begleitung von Professor Michael Raucheisen und dem Berliner Philharmonischen Orchester erlesene Werke klassischer Kunst zu Gehör. Der dritte Teil des Unterhaltungsabends war ganz und gar auf jenen Optimismus abgestimmt, von dem Dr. Goebbels gesprochen hatte. Heinz Goedecke, der allen Rundfunkhörern von der Ansage des Wunschkonzerts oefannt ist, sprach die verbindenden Worte. Alle - Künstler verbreiteten Frohsinn und Heiterkeit und zauberten mit ihrer Unterhaltung eine in Wahr- bfit beschwingte und von Alltagssorgen befreite Stimmung in das vollbesetzte Haus. Eingeschlossenen verständigt hatte. Als es gelungen war, zu ihnen vorzudringen, stellte sich heraus, daß ein Arbeiter den Flammen zum Opfer gefallen war. Fünf andere wurden mit schweren Brandwunden geborgen. Liverpooler Lotsendampfer gesunken. Der Londoner Rundfunk meldet, daß auf dem Mersey-Fluß bei Liverpool her Lotsendampfer a u f eine Sandbank gelaufen war. Seine Si- renensagnale wurden als Fliegeralarm ausgelegt. Erst nach Stunden kamen daher Rettungsboote an den Ort der Katastrophe, konnten aber nid) Tun das Schiff heran. Die Mannschaft hatte sich an der Takelage festgeklammert, wurde jedoch von der stürmischen See s 0 r t g e s p ü l t. Als einer der ersten kam das Kapitän ums Leben. 2 2 Mann s i n d e r t r u n k e n, und nur zehn konnten gerettet werden. Frankreich auch bei der Blockadeoerschärfung gegen bessere Erkenntnis im britischen Schlepptau. Berlin, 28. Nov. (DNB.) Nachdem bereit Neutrale Zeitungen daraus verwiesen haben, da | England schon seit einigen Wochen eine I Unterbindung der deutschen Ausfuhr auf neutralen Schiffen plane und die durch Minen an der eng« eschen Küste verursachten Schiffsunfälle der letzten Zeit nur als Dorwand nehme, schreibt die Agentur Belga, daß England b e r e i t s vor wei bis drei Wochen seine Maßnahmen itber die Unterbindung der deutschen Ausfuhr an- tonbigen wollte, dieses Vorhaben jedoch zunach t cufgeben mußte, weil die juristischen Berater der ranjoHfcfjen Regierung auf die B-st'M. nungen der Pariser Deklaration von 1856 sußeno fine ablehnende Haltung eingenommen hätten. Bei der jetzt beschlossenen Durchführung der tlten britischen Pläne wurde Frankreich also wieder- Kriege?" So werden die Menschen gefragt haben, aber alles, was im Frieden richttg ist, mutz ja i m Kriege erst recht getan werden. Jede Institution, die heute im Kriege ihr Daseinsrecht nicht beweisen kann, wird auch im Frieden keinen Platz mehr haben. Wenn also bas Wort von der „Straft durch Freude" richtig war, so mußte setzt die Freude beweisen, ob sie den Menschen in der Zeit der Höch, ften Belastung neue Kraft geben konnte. Wenn die NSG. „KdF." unserem Volke seit 1933 bis zum Beginn des Krieges in feiner schweren Arbeitsbelastung, in dieser Zeit der Opfer und der Hingabe durch die Vermittlung der Freude, der Mtur und der Kunst, durch Reisen und Wandern, durch Sport und Volksbildung Kraft gegeben hatte, so muß sie jetzt in der schwersten Belastungsprobe, im Kriege, dem Volke erst recht Kratt geben können. Die ersten zehn Kriegswochen haben diese natio- nalsozialisttsche Ansicht als richtig erwiesen. Das Volk hungert nach Kunst und Kmtur, nach Freude und Erholung. Das ist auch absolut verständlich. Je schwerer die Belastung, je größer die Änsorde- rungen, um so mehr verlangt der Mensch nach dem Ausgleich. Arbeit und Freude, Opfer und Erholung gehören zusammen. Das deutsche Volk trinkt mit vollen Zügen aus dem unerschöpflichen Quell seiner herrlichen Kultur und SVunft. „Kraft durch Freude" hat nach nie so viel Veranstaltungen kultureller, musikalischer und künstlerischer Art geboten als gegen- wärtig. Es gibt feine brotlosen Artisten, Artistinnen, Künstler und Künstlerinnen mehr. Allein im letzten Monat wurden in sechs Gauen der West- ront über 5000 Veranstaltungen aufgezogen und durchgeführt. Selbstverständlich laufen die Arbeiten vvn KdF. auch in den übrigen Gauen verstärkt weiter. Die Betreuung der Rückwanderer aus dem Baltikum und aus anderen volksdeutschen Gebieten wird durch das Amt Reisen und Wandern in der NSG. ,LdF." durchgesührt. ©benfa ist dem Amtsleiter von KdF., Pg. Lasferentz, die Betreuung der Bewohner der im Westen geräumten Gebiete übertragen worden. Das Volks- bildungswerk hat in großem Umfange im ostober- schlesischen Gebiet und in den neuen Reichsgauen her ehemals polnischen Gebiete Sprachkurse für die Volksdeutschen eingerichtet. Der Betriebssport ist verstärkt ausgebout worden. Ich stelle fest, daß u n - f er e Bühnen in der vordersten Hauptkampf- ün'ie zwischen den Bunkern und Drahtverhauen auf- darauf hin, daß die stärkere Belastung des Taaes den deutschen Menschen nicht dazu führen dürfe, die Iukunftsaufgaben aus dem Auge zu verlieren, unter denen die Durchsetzung der rassen- und bevölkerungspolitischen Erkenntnisse und die Durchsetzung des Willens zum Kind von ausschlaggebender Bedeutung sind. Es gehört zur Stärkung der Inneren Front, daß jeder Volksgenosse sich bemühe, die von der Erziehung und Pflege kleiner Kinder stark in Anspruch genommenen Mütter zu e n 11 a ft e n. Entschieden ist den manchmal geäußer- kn Bedenken entgegenzutreten, daß Kinder unter den heutigen Umständen besser nicht geboren würden und ihre Geburt auf glücklichere Friedenszelt zurückzu- stellen wäre. Jedes neue Leben, das In Deutschland wächst, stärke unsere Kraft für die Zukunft. Arbeits- vorhaben dieser oder jener Art könne man aufschieben und in Zeiten geringerer Anspannung nachholen, die Generationenfolge unseres Volkes aber dürfe nie abreihen. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Han- Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen:', Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlscke!, Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich M Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 NM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr^ZurZelt ttt EtaMfa BkA ßflitt. kfewtemte IM Mi» Ls kam ganz anders... Am Sonntagabend ging Neville Chamber- la l n schmerzgebeugt an das Mikrophon des eng- Ischen Rundfunks. Er jammerte über die „deutsche lerrorherrschaft zur See", denn der britische Wille, ms zu blockieren und auszuhungern, hat sich §egen England selbst gekehrt. Einern ierart Gezüchtigten wie Chamberlain kann man Hoher schon einige Schmerzensschreie zugute halten. £ein Vorgänger im Amt, Baldwin, hat denn auch nächtig darüber geklagt, daß Deutschland so große Crfolge erziele, und darüber gejammert, daß Deutschlands „Piraterie" das Reisen auf Dampf- shiffen unmöglich mache. Denn wir seien die modernen Piraten, die England schon vor zweihundert« fünfzig Jahren bekämpft habe. Woraus zu ent- ichmen ist, daß Baldwin entweder die brittsche Geschichte längst vergessen hat, die auf Piraterie aifgebaui ist — sogar die jungfräuliche Königin Elisabeth war finanziell an den Piraterien eines ffrancis Drake gegen die Spanier beteiligt! — oder laß Englands Röte seinen Geist verwirrten. Jeden- Hills ist eines Tatsache, und Chamberlain rief es durchs Radio: „Bisher ist der Krieg sehr viel inders verlaufen, als wir es erwartet fatten." Es kam also ganz anders, als die Kriegshetzer km Chamberlain es sich vorgestern hatten. Die deutsche Akttvität in der Lust und zur See hat He gewaltige englische Kriegsflotte in die Mause- sjcher zurückgejagt und weiß sie auch dort zu finden. Die deutschen Waffen treffen den Feind überall und sie vernichten ihn! Die schwarze Woche, He am Sonnabend zu Ende ging, hat den Briten cezeigt, daß wir nicht rasten, um Vergeltung zu 'cken. Bis zu den Shetland-Inseln dran- cen deutsche Flieger, der modernste Kreuzer der tzouchampton-Klasse, die „Belfast" wurde tor- jehiert, am Sonnabend erhielten englische Seestreit- iräfte vier Volltreffer aus der Lust, darunter auch er oder mit harter Hand durchgeführt würde, ist ' end) ganz gleichgültig. Denn in jedem Falle handelt (B sich hier um einen krassen Bruch des Völkerrechts, um eine eindeutige Verletzung ter Bestimmungen des Haager Abkommens von I 1907. Diese Tatsache wird auch nicht dadurch aus ter Welt geschafft, daß die Engländer immer wieder versuchen, die in Aussicht genommene Export» Älockade als eine „Repressalie" hinzustellen, mit her die englischen und neutralen Schiffsverluste «er den britischen Küsten vergolten werden sollen. Denn daß große neutrale Fracht- und Pasiagier- schiffe in so großer Zahl den vor England aus- gelegten Minen zum Opfer fallen, ist nicht unsere, smdern englische Schuld. Der Fall der .Simon Bolivar", der auch jetzt wieder von ten Briten zu einer antideutschen Hetze und zur ; Rechtfertigung der eigenen Piratenstreiche benutzt wird, ist gerade typisch dafür. Das holländische Schiff woltte durch den Kanal 1 lach Ueberfee fahren, mußte aber wegen der eng- 1! lischen Minensperre, die neun Zehntel der Kanal- i Ireite und damit die normale Schiffahrtsroute ab« riegelt, den Umweg über die I h e m fe- nunhung machen, wo es bei Sunk-Feuerschiff ’ ruf eine Mine lief und sank. Die Dhemsemündung ft jedoch der Zugang zu wichtigen englischen Kriegshäfen, und hie britische Regierung selbst hat rrklärt, daß sie die von Ihr empfohlenen bzw. er- jnjungenen Handelsrouten militärisch schützen werde. Das heißt also, daß diese Schiffahrtswege zugleich tag Operationsgebiet der englischen Kriegsflotte sind. Deutschland hat demnach r ach dem Haager Abkommen das volle Recht, in liefen Gewässern, die durch England entneutralifiert norhen sind, den ihm notwendig erscheinenden Minenkrieg zu führer. Wenn die Neutralen es sich gefallen lassen, von der englischen Seeräuber-Regierung in hie eigentlichen Kriegszonen hinein« s-ezerrt zu werden, so müssen sie natürlicherweise euch die Folgen tragen, so sehr diese im einzelnen |u bedauern sind. Die Verantwortung dafür tragt cusschließlich die britische Regierung, welche die internationale Schiffahrt in die Todeszonen hm- rmlodt, um sich selber mit ihrer stolzen Flotte hm- ' ter der neutralen Flagge verkriechen zu können. Oie Export-Blokade mit hem Untergang her „Si» i non Bolivar" begründen zu wollen, ist also nichts g oberes als eine faule Ausrede und ein schamloser Orlck, her die Neutralen zum zweitenmal treffen I loH. H. Ev. menbruch geben wird wie am 9. November 1918. „Kraft durch Freude" wird in dieser ichweren Zett Führer dienen beweisen, daß es ein cwiges Daseinsrecht in unserem Volke hat. Und es wird sich noch mehr diese feste, frohe als bisher in die Herzen und Hirne der deutschen werden, daß es Mensd>en eingraben. Oes für den Führer! All' Fremde Sprachen erlernen—sehr wichtig Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betri e b s f ü h r u n g, hat sich in den Uebungsstätten des Berufserziehungswerkes eine Einrichtung geschaffen, die allen schaffenden deutschen Menschen die Möglichkeit bietet, zu beruflichen Höchstleistungen zu kommen. Heute ist es mehr denn je notwendig, daß alle deutschen Menschen durch höchsten Einsatz, sei es im Beruf oder an einer anderen Stelle der inneren Front, dazu beitragen, den Kampf an der äußeren Front siegreich zu gestalten. Der Kampf um die Sicherung der Lebensrechte des deutschen Volkes verlangt höchsten Einsatz und es ist daher Pflicht eines jeden, sich die Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, die ihn befähigen, allen gestellten Anforderungen jederzeit gewachsen zu sein. Für das berufliche Leben bedeutet dies, daß jeder Schaffende nicht nur Spezialist für ein bestimmtes Teilgebiet seines Berufes ist, sondern vielseitig einsatzfähig ist, also jederzeit in der Lage sein muß, auf Grund seiner vielseitigen Kenntnisse und Fertigkeiten entstehende Lücken vollwertig auszufüllen. 3m Gegensatz zu England und Frankreich ist die deutsche Wirtschaft dank der weitschauenden und genialen Politik unseres Führers in der Lage, die Außenhandelsbeziehungen aufrechtzuerhalten, ja darüber hinaus neue Außenhandelspartner zu gewinnen. Es ist klar, daß der deutschen Wirtschaft gerade auch auf dem Gebiet des Außenhandels die Kräfte zur Verfügung stehen müssen, die zur Erfüllung der wichtigen Aufgabe des Außenhandels notwendig sind. Hierzu gehören besonders die Fremdsprachler. Die Deutsche Arbeitsfront hat es sich daher in den Uebungsstätten des Berufserziehungswerkes zur besonderen Aufgabe gemacht, der Fremdsprachenpflege besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Einmal sollen sprachlich begabte Volksgenossen neu in eine Fremdsprache eingeführt werden, während zum anderen in den fremdsprachlichen Arbeitsgemeinschaften die bei vielen Volksgenossen vorhandenen Sprachkenntnisse erhalten und darüber hinaus noch weiter vertieft werden sollen. Für die Neueinführung in eine Fremdsprache führt die Deutsche Arbeitsfront bereits Lehrge- meinschaften in Englisch und Russisch durch. Gerade der russischen Sprache wird in Zukunft durch die Wirtschaftsbeziehungen mit Rußland besondere Bedeutung zukommen. Aber auch die englische Sprache wird als Wirtschaftssprache immer noch gewisse Bedeutung behalten. Neu geplant ist die Einrichtung von Lehrgemeinschaften in der spanischen und der italienischen Sprache. Zur Erhaltung und Vertiefung bereits vorhandener Sprachkenntnisse ist bereits eine Arbeitsgemeinschaft für die englische Sprache vorhanden, die fett föngerer Zett mit bestem Erfolg und dauernd wachsender Teilnehmerzahl arbeitet. Da aber viele Volksgenossen auch die französische Sprache erlernt haben, aber bisher keine Gelegenheit hatten, die vorhandenen Kenntnisse zu pflegen, besteht in Gießen das Bedürfnis, auch eine Arbeitsgemeinschaft für die französische Sprache ins Leben .zu rufen. Zn dieser Arbeitsgemeinschaft sollen nun die einmal erworbenen Kenntnisse aufgefrischt, gepflegt und erweitert werden. Hierzu werden den Teilnehmern alle möglichen fremdsprachlichen Arbeitsunterlaaen zur Verfügung gestellt, die es ermöglichen, die Arbeitsgemeinschaftsabende interessant und vielgestaltig durchzuführen. Die Hauptaufgabe einer Arbeitsgemeinschaft ist die Erziehung zum planmäßigen Denken und zum Ausdruck in der Fremdsprache. Vor allen Dingen wird daher die Konversation gepflegt, in Aussprachen und Vorträgen usw. Wir fordern alle Volksgenossen, die einigermaßen gute Vorkenntnisse in einer Fremdsprache nachweisen können, auf, sich an die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung in Gießen zu wenden. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Es kosteten Kälber 30 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt. Fusion im Eisenwaren- und Hausratsettor. Der Nürnberger Bund eGmbH., Nürnberg-Essen- Berlin-Stuttgart, der älteste deutsche Großeinkaufsverband für Eisenwaren, Hausrat, Glas und Porzellan, hat als aufnehmende Genossenschaft die Verschmelzung mit dem Einkaufsring der Eisenwarenhändler, Berlin, beschlossen. Das Großunternehmen hat durch den Zusammenschluß mit der Berliner Genossenschaft seine Stellung als Marktpartner gestärkt. Die verrechneten Umsätze, die im abgelaufenen Geschäftsjahr mit durchschnittlich 600 Mitgliedern über 45 000 000 RM. betrugen, werden sich nach der Normalisierung der Verhältnisse bei einer Mitgliederzahl von nahezu 700 voraussichtlich weiterhin steigern. Die der Verschmelzung zugrunde liegende Idee ist die Ersparung von Doppelarbeit und Kosten, die Erweiterung der regionalen Lagerhaltung, die Vereinfachung der Zusammenarbeit für alle Beteiligten, kurz die Steigerung der Leistungen für die angeschlossenen Mitgliedsgeschäfte sowohl, als für die interessierten Lieferwerke. Die Tendenz zur Beseitigung von Zersplitterung im Fachhandel und zum Zusammenschluß zur Leistungssteigerung kommt beim Nürnberger Bund, der sich vor zwei Jahren bereits mit dem Stuttgarter Bund verschmolz, zu besonders starkem Ausdruck. Die Durchführung der Verschmelzung im Kriege beweist das starke Vertrauen des Hausratfachhandels in die wirtschaftliche Zukunft des Vaterlandes. 06111111 Ihre Verlobung geben bekannt Minna Seibert * Georg pisker, Feldwebel Gießen-Wieseck Äauhen, z. Z. im Felde 27. November 1939 05209 Ihre Vermählung geben bekannt Heinz vom Hofe Marga vom Hofe, geb. Äepler Gießen (Bahnhofstraße 11), den 28. November 1939 704QD | Empfehlungen! Fast neue Eisenbahn zum Aufziehen, Spur I, mit zwei Lokom.,Weichen vielen Schienen, Drehscheibe und ander. Zubehör billig zu verkauf. Anzusehen von 9—12 Uhr 05198 Fröbelstr. 101. w Hejarotuten billig I5930D M. Liebler Kreuzplatz 2. | Kaufgesuche | Gut erhaltener Ofen (emailliert) und Radio für Wechselstrom zukauf.ges.Schr. 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November, 15.30 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt Am 24. November verschied nach längerer, tapfer ertragener Krankheit unsere liebe, pflichtgetreue Tochter und Schwester Vermahlungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Dr. Eduard Bötticher, Obermedizinalrat Marie Bötticher, geb. Möller Prof. Dr. Eduard Bötticher Dr. med. Lilli Knüsli, geb. Bötticher Liesel Bötticher, geb. Brehm Chefarzt Dr. Hans Heinrich Knüsli. Die Beisetzung hat in aller Stille stattgefunden. Wir bitten herzlich, von Beileidsbezeugungen abzusehen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 29. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. Kaufm. Angest. sucht IMber mit Küchenbenutzung i.Gießen Angebote unter 05200 a. d.G.A. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Reusch sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Karl Rein und Kinder Elisabethe Schwarz Wwe. und Kinder. In tiefem Schmerz: Maria Pfeil, geb. Neuhaus. Todes-Anzeige. Nach einem arbeitsreichen Leben nahm Gott der Herr am Sonntagvormittag meinen innigstgeliebten, herzensguten Mann, unseren guten Schwager und Onkel Tüchtiges Mädchen für sofort ob. spät, gesucht. Borzustellen zwifch. 1 u. 3 u. abds. nach 7 Uhr. 7048D Vogt, Liebigstr. 34. Für sofort oder später kleine Wohnung mit Heizung gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis unter 05206 an den Gießener Anzeiger. Für Bäckereihaushaltsauber., fleißiges 7051D Mädchen STANDORT-VERTRAGSSCHNEIDEREI V HUT Vn GIESSEN A V M Ju AI A Seltersweg Nr. 17 6610A taerl. teil für kleine Verrichtung. f. 2rnal in der Woche in d. Wintermonat, gesucht. 05218 Beyer, Bahnhofstraße 1 Zum 1. Dezbr. wegen Verheiratung des jetzigen ordentl. fleißiges Kuchens mäddten bei sehr gutem Lohn ges. [7053D Akel Köhler | Vermietungen Wohnung 3 Zimmer und Wohnküche in gutem Hause, 3. Etage, zum 1. Dezember zu vermieten. Zuschriften u. 05219 an d..Gieß. 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Dann berichtete Kapitän Ritscher in fesselnder und sehr aufschlußreicher Weise über den Verlauf der von ihm geführten Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39. Die Ausreise dieser Forschergemeinschaft wurde mit dem für die Expeditionszwecke hergerichteten Dampfer „Schwabenland" am 17. Dezember 1938 von Hamburg angetreten. Auf dem Schiff waren alle technischen Vorbedingungen geschaffen worden, um einen möglichst weitreichenden Erfolg der Expedition sicherzustellen. Das Expe- zu laufen beginnt, so muß er den Schuldner veranlassen, die Schuld durch Abschlagszahlung, Zins- zahlung, Sicherheitsleistung, besondere Erklärung oder dergl. anzuerkennen. Der Schuldner unterbricht die Verjährungsfrist auch durch Antrag auf Bewilligung einer Zahlungsfrist (VO. v. 7. 10. 39). Erfolgt die Anerkennung des Zahlungsanspruchs des Gläubigers seitens des Schuldners vhne Angabe des Schuldgrundes (sog. abstraktes Schuldanerkenntnis), so ist die allgemeine Verjährungsfrist von 30 Jahren maßgebend. Mangels Anerkennung seitens des Schuldners muß der Gläubiger zwecks Unterbrechung der Verjährungsfrist Klage erheben oder einen Zahlungsbefehl zustellen lassen; eine fentlicht werden soll. Die Ergebnisse der ersten For, schungstätigke'it sind für unsere weiteren Arbeiten! lind Plakat stehen, zog eine Zeitschrift aus der lasche und begann zu lesen. An ihrem linken Arm Drei Dinge trugen zur Geburt der Schlange bei: erstens ein herabgelassener eiserner Rolladen, zwei- lens ein schönes, rotes Plakat und drittens ein Geburt einer Schlange Don Kurt G. v. Fischer. • »urch Die Straße, ytur unser ooen | Stilleben änderte sich nicht. Das Mädchen stand da Und las. Plötzlich aber ereignete sich doch Iran blieb auf der anderen Straß In den ersten Tagen des Februars 1939 stellten sich die Vorboten des beginnerchen Winters ein. De« antarktische Sommer war vorbei, und nun mußtet die Expedition mit ihren Arbeiten Schluß machens Am 6. Februar 1939 wurde die Rückreise an-getre» ten, am 6. März kam das Schiff in Kapstadt an^ am 12. April traf es wieder in Hamburg ein. Ins, gesamt hat die Expeditionsfahrt 117 Tage gedauert, Die Expedition hat eine reiche wissenschaftliche Aus^ beute auf allen von ihr bearbeiteten Gebieten mit taumelte eine Tasche. Fünf Minuten vergingen, Straßenbahnen klingelten vorüber, Männer eilten ins Büro, der lebhafte Verkehr der frühen Morgenstunden pulste k»urch die Straße. Rur unser oben beschriebenes Für die Verjährung von Forderungen ist zur , Zeit die Bestimmung maßgebend, daß die Ver- । jährungsfristen b i s auf weiteres ge - ( hemmt find (VO. v. 1. 9. 39 Art. 8 Reichsge- fetzbl. I S. 1658). Damit ist die allgemeine Vor- schrist des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 203) erweitert, nach .der die '^Verjährung nur gehemmt wäre, solange der Gläubiger durch Stillstand der Rechtspflege, oder in anderer Weise durch höhere Gewalt (gegebenenfalls infolge Krieg) innerhalb der letzten 6 Monate der Verjährungsfrist an der Rechtsverfolgung verhindert ist. Die Hemmung der Verjährungsfrist bedeutet, daß der Zeitraum, während dessen die Verjährung gehemmt ist, in die Verjährungsfrist nicht eingerechnet wird, das heißt nunmehr allgemein der Zeitraum vom 6. 9. 1939 bis zur Aufhebung der neuen Vorschrift. Dies gilt auch für Fristen, die für die Beschreitung des Rechtsweges oder die anderweitige gerichtliche Geltendmachung von Rechten vorgeschrieben sind, sowie für sonstige Fristen (z. B. Ausschlußfristen), auf die sonst § 203 DGB. ganz oder teilweise entsprechende Anwendung findet. "Im einzelnen wird folgendes zu beachten sein: Ende 1939 laufen zunächst noch nicht ab die vierjährigen Verjährungsfristen für die im Jahre 1935 entstandenen Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten usw., sofern die Leistung für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt ist, die Ansprüche auf Rückstände von Zinsen und Tilgungsbeträgen aus 1935, von Miet- und Pachtzinsen aus 1935 für Grundstücke, Gebäude, Wohnräume Usw., schließlich die Ansprüche auf Rückstände von Renten, Auszugs- leistungen, Besoldungen, Wartegeldern, Ruhegehältern, 'Untethaltsbe^iträgen und andere regelmäßig wiederkehrende Leistungen aus 1935. Vielmehr muß, wenn die Aufhebung der Vorschrift über die derzeitige Hemmung der Verjährungsfristen nach Ende 1939 erfolgt, noch ein Zeitraum von 117 Tagen vergehen, bevor die Verjährung ein tritt. Das gleiche gilt für Ende 1939 hinsichtlich der zweijährigen Verjährungsfristen für die im Jahre 1937 entstandenen Ansprüche der Kaufleute, Handwerker usw. für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten und Besorgung fremder Geschäfte mit Einschluß der Auslagen, sofern die Leistung nicht für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt, der Landwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, wenn die Lieferung zur Verwendung im Haushalt des Schuldners vorgenommen ist, Fuhrunternehmungen wegen des Fahrgeldes, der Fracht usw. mit Einschluß der Auslagen, die Ansprüche von Aerzten, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Gerichtsvollziehern, Sachverständigen, Zeugen, Rechtskonsulenten, StellenveriUittlern und sonstiger Personen, die die Besorgung fremder Geschäfte und die Leistung von Diensten gewerbsmäßig betreiben, wegen ihrer Vergütung neoft Auslagen, der Angestellten und sonstigen Personen, die im Privatdienst stehen, sowie der gewerblichen Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter) wegen der Gehalts-, Lohn- oder sonstigen Bezüge einschließlich der Auslagen, der Arbeitgeber wegen Rückforderung von Vorschüssen, der Lehrherren und Lehrmeister wegen des Lehrgeldes und sonstigen Leistungen aus dem Lehrvertrage, sowie weitere in § "196 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgeführte Ansprüche ähnlicher Art, die im täglichen Leben entstehen. Irgendwelche Maßnahmen zur Ver h Änderung der Verjährung sind bei dieser Rechtslage zur Zeit nicht erforderlich. Will der Gläubiger aber die Verjährungsftist schon mit der Wirkung unterbrechen, daß nach Aufhebung der Vorschrift über die Hemmung eine neue F r i st außergerichtliche Mahnung oder Zahlungsaufforde. rung genügen nicht. Die auf diese Weise unterbrochenen Verjährungsfristen beginnen zur Zeit mehr neu zu laufen, da die Verjährung, wie eingangs ausgeführtf gehemmt ist. Die allgemeine Hemmung der Deriahrungssristen gilt u. a. auch für die Ansprüche auf Wandlung, Minderung oder Schadensersatz aus einem Kauf» vertrag, die entsprechenden Ansprüche aus einem Werkverträge, auf Schadensersatz aus unerlaubter Handlung, gegen Lagerhalter, Frachtführer, Spediteure, die Eisenbahn usw. nach dem Handelsgesetzbuch. Deutsche Forscher in „Aeu-Schwabenland" Kapitän Ritscher spricht in Gießen über die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39. ner nennen Pommern ihre Heimat, Hans Stüwe ist Mecklenburger, Paul Wegener, Harry Liedtke, Charlott Da udert und Jrmingard S ch r e i t e r stammen aus Ostpreußen. Rur Hans S ö h n k e r und Harald Paulsen vertreten das holsteinische Land. Söhnker ist Kieler, Paulsens Wiege stand in Elmshorn, wo sein Vater als Kapellmeister tätig war. Beide sollten Kaufmann werden, beide hielten es nicht aus in dem ihnen vom Vater bestimmten Beruf. Söhnker immerhin noch länger als Paulsen, der bereits nach wenigen Tagen davonlief. Er kehrte mit der Lehrstelle auch der Heimat den Rücken. Ganze sechzehn Sommer zählte er, als er Elmshorn verließ, um in der Welt sein Glück zu versuchen. Er wandte sich dem Theater zu. Aber was tauschte er ein gegen die Enge der Heimat? Ein unstetes Wanderleben mit unendlich viel Rot und Beschwernis, aber eben doch ein Leben, das ihm die Welt erschloß. Die Schmiere stellte härteste Anforderungen an den jungen Schau- spieler, der sich in vielerlei Kunstfertigkeiten bewähren mußte, vom Bärtekleben und Kulissenftreichen bis zum Knöpfeannähen. Doch nie hat er es bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Den Weltkrieg macht Paulsen als Frontkämpfer mit und zweimal wurde er verwundet. Schließlich trat er einem Fronttheater bei, und dessen feldgraues Publikum gehört noch heute zu seinen liebsten Erinnerungen, so dankbar war es. Dann, mit einem Male, war er in Berlin, „beglückend plötzlich", wie er es ausdrückt. Hier kam ihm zustatten, was er gelernt hatte, das Singen und das Tanzen, namentlich das Tanzen. Solche Vielseitigkeit hatte man in der Reichshauptstadt noch kaum erlebt. Die Operette gewann durch Harald Paulsen ein ganz anderes Gesicht — wer konnte denn steppen wie er oder Rad schlagen oder gar einen Salto wagen? Durch ihn kam ein artistischer Zug in den bis dahm üblich gewesenen Tanz. Seit 1938 ist Harald Paulsen Intendant des Theaters am Nollendorf platz. Sehr früh kam er zum Film, im Jahre 1920 stand er zuerst vor der Kamera, und noch in den Tagen des Stummfilms spielte er mehr als vierzig Rollen. Das Auftommen des Tonfilms konnte diesem Darsteller mit der klaren, pointenreichen Sprache keine Schwierigkeiten bieten, und die Produzenten zogen ihn natürlich freudig zur Mitarbeit heran. Sein erster Tonfilm heißt „Eine schwache Stunde", sein jüngster ist „Wir tanzen durch die Welt", den Karl Anton für die Tobis gedreht hat. Paulsen spielt hier einen Ballettmanager, der die Tanzgruppe der Jenny Hill (Lucie Höflich) zu sprengen und die jungen Mädchen zu stch hinüber- Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater-. 20 bis 22.30 Uhr „Die lustigen Weiber von Windsor". — Gloria-Palast (Selters- ®eg): „Schneider Wibbel". — Lichtspielhaus (Bahn- hosstvaße): „Fürst Woronzeff". Stadttheater Gießen. Am heutigen Dienstag findet die erst^ Wieder- choluna von Nicolais komischer Oper „Die lustigen Weiber von Windsor" statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Harry Grüneke Bühnenbild Karl Löffler, Chöre Richard Boeck. Tanze Thea Maaß. 9. Vorstellung der Dienstag-Miete. fröhlicher Gemeinschaft den Sieg des Lichtes über " R. B. Wenn man sich einmal die Mühe macht und der landsmannschaftlichen Zugehörigkeit der heutigen Schauspieler nachgeht, fo kommt man zu dem Er. aebnis daß die weitaus meisten ^Künstler rm Süden beheimatet sind und nur vergleichsweise wenige aus d^m Norden stammen. Dabei fällt es weiterhin au , öaft die Schauspieler norddeutscher Herkunft saft alle in den Landstrichen östlich der Elbe 3" Haus sind und von der Waterkant komimn Carola Höhn aus ^Wesermünde ist die einzige Westelbierm. Hans Albers ist Hamburger, Karin Hardt wurde in Altona geboren, Peter Voß 1ft^orö' f riefe, Aribert Wäscher Schleswiger, ferner L - r, Heinrich George. Hilde Werß- ,/Schneider Wibbel." Der Schneider Wibbel, tot und lebendig, wie ev zu gleicher Zeit zu sein hat, ist nunmehr auch nt den Film eingegangen, und die unverwüstlich^ Müller-Sch lössersche Komödie, die dafü« Pate gestanden hat, ist dabei in aller Treue über« nomen worden. Mit dem Schneider Wibbel ist es so, daß er in angeregter Stimung seinem oater* ländischen Herzen gegen Napoleon Luft macht und dabei sich etliche Majestätsbeleidigungen zuschulden' kommen läßt, wofür er nun vier Wochen lang ins „Kaschott" soll. Aber seine schlaue Frau Fin meint, daß er, des Geschäftes wegen, gar nicht selbst diese vier Wochen absitzen sollte, das könne vielmehr ein anderer sein, vielleicht der Geselle Zimpel, der nicht so viel versäume. Der Zimpel findet sich für einen Taler pro Tag auch dazu bereit und wandert, ausgestattet mit Wibbels Papieren, ins Gefängnis. Da aber hat der arme Kerl das Pech, an einer Lungenentzündung zu sterben! Amtlich gesehen ist also Wib-, bei tot! Der aber sitzt mißvergnügt und sorgfältig verborgen gehalten im „Kabäuschen" zu Hause und darf sich nicht zeigen, woraus sich in der Folge na» türlich Schwierigkeiten ergeben, die erst restlos behoben werden, als die Franzosen abziehen und dis Gefahr vorüber ist, die vier Wochen vielleicht doch noch absitzen zu müssen. Der Film machte aus der originellen Handlung schon rein äußerlich mehr, als es je dem Theater möglich wäre. Da wurde das beginnende 19. Jahrhundert in allen stimmungsmäßigen Elementen auf« gebaut und mit großer Lebendigkeit erfüllt, unteti der allerdings auch manchmal die Klarheit des Bildes leidet. Der Staatsschauspieler Erich P o n t o stellte mit ungewöhnlichem Temperament den Schneider Wibbel"bar, Fita Benkhoff als seine Frau Fin qab ihm darin kaum etwas nach. Eine ausgezeichnete Figur gab Günther Lüders als der schüchterne Geselle Zimpel. Irene von Meyendorff und Friedrich Genfer verkörperten in einigen hübsches Szenen das Liebespaar, das in diesem Film selbstverständlich nicht fehlen durfte. Noch viele anders ausgezeichnete Darsteller verhalfen dem Filmwerk unter der Regie von Viktor d e K o w a zu einer erstaunlichen Lebendigkeit. Mit besonderer Freude stellt man fest, daß für den Film sehr sorgfältige Kostümstudien gemacht worden waren. Heinrich Ludwig Neunen nehmen Verlauf der Hinreise über das Weltmeer, die am 19. Januar 1939 mit der Ankunft an der Eisgrenze ihren Abschluß fand. Aus dieser Fahrt waren, je näher die Eisgrenze heranrückte, immer mehr Eisberge zu passieren, von deren gewaltigem Ausmaß der Redner seinen Hörern eine deutliche Vorstellung gab. Alsbald nach der Ankunft des Schiffes vor dem ewigen Eis begann die Forschungsarbeit der Expedition unter weitgehendem Einfatz der Flugzeuge. Die Ergebnisse dieser Flüge teilte der Redner in eingehender Schilderung seinen Hörern mit, so daß jedermann eine anschauliche Kenntnis von den vielfältigen wissenschaftlichen Resultaten der Forscherarbeit erlangen konnte. Neben diesem Erfolg der Arbeit war Die Tatsache besonders erfreulich, daß bei allen Flügen und auch bei den Arbeiten auf der Eisfläche selbst sowie im Bereich des ewig in Bewegung befindlichen Packeises keinerlei Unfälle zu verzeichnen warew Die Erforschung des von der Expedition in Bearbeitung genommenen Landbereichs erfolgte nicht nur in einer Anzahl Küstenflüge, sondern es wurden auch über Hunderte von Kilometer führende Fernflüge in das Inland durchgeführt, um dort einen möglichst weitumfassenden Ueberblick über das Land, seine Formationen und seine Möglichkeiten zu gewinnen. Dabei stellte die Flugmannschaft u. a. eine Gebirgskette bis zu 4000 Meter Höhe weit im Jnlande der Antarktis fest. Die Ergebnisse dieser Flüge waren so reichhaltig und so vielversprechend für die wettere forschungsmäßige Bearbeitung dieses zum ersten Male von Menschen aufge« suchten Teiles der Antarktis, daß Kapitän Ritsche^ keinen Zweifel darüber ließ, wie wichtig es füt uns ist, die mit dieser Expedition eingeleitete gor* schungsarbett fortzuführen und zu einem vollen Er* folg auszubauen. Der Goethe-Bund, Kaufmännische Verein und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bereiteten am gestrigen Montagabend ihren Besuchern, die den Raum der Neuen Aula voll besetzten, ein Dor- ttagserlebnis besonderer Art. Sie boten ihnen die Möglichkeit, einen weitumfassenden Blick in die ferne und geheimnisvolle Welt der Antarktis zu tun und dabei einen Mann zu hören, der ihnen in reichem Maße Aufschluß über die neueste Tätigkeit der deutschen Forschung auf diesem Gebiete geben konnte. Nach kurzen Gruß- und Einführungsworten des Geographen unserer Universität, Professor Dr. K l u t e , der u. a. in großen Zügen auf die starke Förderung der antarktischen Forschung durch das nationalsozialistische Deutschland hinwies, sprach der Leiter der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39 Kapitän Ritscher über die mühevolle und in vielerlei Hinsicht außerordentlich erfolgreiche Forschungsarbeit der Expedition. Nach einem einleitenden Blick auf die Entwicklung dieser Forschung, bei dem man u. a. feststellen konnte, daß Deutschland dabei von Anfang an mit in vorderster Front stand, machte er in großen Umrissen mit den wichtigsten früheren antarktischen Expeditionen deutscher Wissenschaftler bekannt, wobei klangvolle Forschernamen wie Drigalsky und Filchner aus der Zeit vor dem Weltkrieg und die Entsendung des deutschen Forschungsschiffes „Meteor" im Jahre 1927 nach der Antarktis in die (Erinnerung gerufen wurden. Die Machtübernahme durch den Führer brachte auch für diesen Zweig der deutschen Forschung einen gewaltigen Auftrieb, der nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht von großem Werte war, sondern auch mit seinen wirtschaftlichen Ausstrahlungen, z. B. auf dem Gebiete des Walfangs und der daraus verstärkten Basis unserer Oelwirtschaft, zum Nutzen unseres Volkes stark in Erscheinung wuchs sie. Nach zehn Minuten kroch sie bereits um die Häuserecke herum. Mit ihr wuchs aber auch die Kunde, die zu ihrem Entstehen Anlaß gegeben hatte. Die allerletzte Version lautete: Soeben sei ein Lastwagen mit großem Anhänger vorgefahren und hätte fünf Bottiche mit frischen Fischen abgeladen. Auch Karpfen und Forellen seien darunter gewesen. Eine Frau hatte sogar mit eigenen Augen beobachtet, wie zwei starke Männer einen riesigen Kabeljau vom Wagen schleppten, der mit den Flossen wild um sich schlug. So wartete die Schlange und wartete, und langsam wurden die Frauen ungeduldig, da der Rollladen nicht und nicht in die Höhe gehen wollte, und die rückwärts Stehenden riefen zu denen m der Mitte, sie sollten doch sehen, was los sei, und Die in der Mitte riesen es weiter nach vorne, bis schließlich die zweite in der Reihe das lesende Mädchen auf die Schulter tippte und sagte: „Verzeihen Sie, bitte, wann sperrt die Fischhandlung eigentlich auf?" Das Mädchen im braunen Mantel, das die Geburt der Schlange verursacht hatte, blickte aus seiner Zeitschrift auf, in der es anscheinend einen spannenden Roman gelesen hatte, sah die Schlange zum ersten Male und fiel von einem Erstaunen ms ""^Welche Fischhandlung denn?" sagte es schließlich. „Das Plakat gehört doch gar nicht zu diesem Ge- ^So?" sagte Frau Gruber mißtrauisch, und die anderen Frauen spitzten die Ohren. „Warum haben Sie sich dann hier angestellt? Das Mädchen brach in ein herzliches Lachen aus. „Angestellt? Ich warte doch hier auf meinen Verlobten!" Ein norddeutscher Schauspieler. Aus der Stadt Gießen. Monatswende. Vielleicht mag unser Leitwort „Monatswende" auf den ersten Blick etwas wie einen leichten Widerspruch in sich selbst mitsühreü, zumal wenn Vorstellungen mit „Jahreswende" ober gar „Zeitenwende" mit ihren ungleich längeren Zeiträumen und ihren oft bis zur Gegensätzlichkeit gesteigerten Inhalten in unserem Bewußtsein mitauftauchen. Sicherlich kann sich nicht jeder Uebergang von einem Monat zum anderen neben diese größeren Brüder Meilen, aber auf der Schwelle zwischen November und Dezember will sich uns jenes stolzere Wort Dod> aufdrängen. Denn hier werden uns in verhältnismäßig wenigen Tagen Herz und Gemüt gleichsam durch große Spannungsfelder geführt. Aus dem Glanz des Sommers und der Fülle des Herbstes heraus müssen wir das unaufhaltsame Ab- terben und Dahinsinken all der Herrlichkeit erleben, tiie wir noch vor Wochen mit so hungrigen Sinnen und festlichen Gefühlen in uns ausgenommen haben. Kein Wunder, daß unter dem lastenden Druck die- ie5 erschütternden Natur geschehens Schwermut bei uns einzieht und mit den immer kürzer, dunkler und kälter werdenden Tagen eine trübe Grund- liimmung uns zu überwältigen droht. Aber schmal wie die Zunge einer Weiche im Schienenstrang legt sich an all die trübseligen Gedanken und Gefühle leise die frohe Hoffnung auf iias wiederkehrende Licht mitsamt seinem jungen, wischen Leben. Noch gestern die kahlen Aeste und Zweige der Bäume und Sträucher im grauen liebel, aber schon dürfen wir an den kleinen, brau= nen Knospen unsere Sehnsucht nach grünen Blättern und farbenfrohen Blüten nähren. Die Felder inb leer und die Fluren von Menschen verlassen, während der grünende Schimmer der Wintersaaten unsere Augen aufleuchten läßt. Und schickt der November feine Stürme brausend über das Land, daß Türen unb Fensterläden klappern, Laub massen in Wirbeln hochgehen und stolze Nadelbäume des Waldes in krachendem Fall ihre nährenden Wurzel- icheiben dem Verderben preisgeben müssen, so Itoren wir in diesem geisterhaften Abgesang der Na- tur doch auch das urgewaltige Motiv anklingen, das alles Faulichte, Morsche und Absterbende bricht und ftnwegfegt, um dem andrängenden neuen Leben Kaum zu schaffen. Und geht jetzt unser Weg auch noch weiter abwärts durch Tage, die immer noch kürzer, dunkler und kälter werden, bald leuchten uns doch die jungen Ärahlen der Wintersonnwende entgegen wie dem Wanderer das Frührot in die dunklen Schneisen des Tannenwaldes. Ihre erlösende Wende aber vollenden Herz und Gemüt unter dem strahlenden Tannenbaum der Weihnachten und feiern in limges Mädchen. Der Rolladen war ein ganz gewöhnliches Ding »us Wellblech, unten ein bißchen angeroftet, und »erschloß den Zugang zu einem Geschäft, das^in einer verkehrsreichen Straße der Großstadt lag. Das Plakat klebte daneben an der Wand und zeigte ein iilberschuppiges Meerestier und darunter in rot- ' leuchtenden, auffallenden Buchstaben den Satz. »Eßt mehr Fisch!" Das Mädchen kam in einem chlichten, braunen Mantel langsam ^rie Strafte i>erabgeschlendert, blieb genau zwischen Rolladen j j.uu vuev uui vev Straßenseite stehen. Sie trug eine große Einkaufstasche und sah auf- werksam herüber. Ihre Blicke musterten den herab- xelassenen Rolladen, das Fischplakat und das war- ende Mädchen darunter, und über ihre Mienen zlitt ein Zucken des Verständnisses. Dann überquerte die Frau die Fahrbahn und stellte sich ohne ifas kleinste Wörtchen, jedoch mit einem listigen I Blick neben das lesende Mädchen. In diesem Augenblick ward die Schlange geboren. „Guten Tag, Frau Gruber, was machen Sie denn U?" sagte jetzt eine der Frauen im Vorubergehen t ijrau Gruber deutete stumm auf das Fischplakat und rieft vielsagend mit dem Kopfe. Worauf die Neu- ;, ingetommene nichts Eiligeres zu tun hatte, als ich als Dritte in der Reihe anzustellen. Diese Zeile von drei wartenden Frauen wirkte I 'm Verkehr wie ein Magnet auf (Eifenfeilfpane. I Sie entfaltete eine unwiderstehliche Anziehungs- | traft. Sofort blieben weitere stehen. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in tier Zeit vom 17. bis 23. November ein: Gegen Kraftsahrzeugführer mit 2 Anzeigen, gegen son- jtige Fahrzeugführer mit 3 Anzeigen, gegen Rad- iobrer mit 12 gebührenpflichtigen Verwarnungen und gegen Fußgänger mit 1 Anzeige. „Was gibt*5 denn da?" .. „Fische!" gab die Zulehtangekommene bereit- villigft Auskunft. „Einen ganzen Bottich voll. Worauf die Schlange sofort auf die doppelte Lange i ^'1'. inwuchs. Und je länger ste wurde, um jo rascher F Die Verjährungsftage am 31. Dezember 1939 Von Dr. jur. et rer. pol. K Wuth, Äerlin. überflogene Land hat einen Umfang wie unser Großdeutschland im August dieses Jahres. Die deutsche Expedition hat das von ihr entdeckte Gebiet von den Flugzeugen aus Mit Stahlpfeilen, die das Hoheitszeichen unseres Reiches tragen, ab- gesteckt und außer diesen Pfeilen als weiteres Zeichen der deutschen Inbesitznahme eine große Reichsflagge inmitten des entdeckten Landes gehißt. Damit wurde dieses Land, das die Expedition auf den Namen „Neu-Schwabenland" taufte, für unser Reich erworben. Weitere Forschungsreisen werden dieses Land immer mehr für unser Reich und Volk erschließen. Drei Filme mit vielen outen Bildern, die über die Fahrt und die Forschungsflüge prächtig berichteten, sowie eine Anzahl Stehbilder waren eine ausgezeichnete Ergänzung zu dem spannenden und lebendigen Vortrag, für den die Hörer dem Redner Mit starkem Beifall dankten. Volkstümliche Vortröge aus dem Gebiete der Landwirtschastswiffenschast. Schon seit einer Reihe von Jahren finden im Hörsaal des Physiologischen Instituts durch Prof. Dr. B ü r k e r populärwissenschaftliche Vortragsveranstaltungen statt, die sich stets einer ebenso zahlreichen, wie aufmerksamen und dankbaren Zuhörerschaft erfreuen. Der Kreis der Vortragenden hat sich inzwischen aus anderen Instituten der Medizinischen Fakultät erweitert, und der Kreis der Zuhörer ist im Wachsen begriffen. Die NS.-Gemeinschaft „Äraft durch Freude", die durch ihre Dolksbildunasstätte Gießen als Mitveranstalter die Vorträge fordert, trägt wirksam dazu bei, diesen Vortragsveranstal- tungen das Interests immer breiterer Kreise zu sichern. Nunmehr können wir davon berichten, daß diese Vortragstätigkeit eine Erweiterung auch nach einer Seite erfährt, die sicherlich nicht weniger Interesse finden wird, als die bisherigen Vorträge im Hör- faal des Physiologischen Instituts. Die Dolksbil- dungsstätte Gießen veranstaltet nämlich im Laufe dieses Winters in Gemeinschaft mit dem Institut für Pflanzenbau unserer Universität eine populärwissenschaftliche Vortraasreihe, die eine Reihe grundsätzlicher Fragen behandeln wird. Der erste Vortrag dieser Art findet bereits am kommenden Sonntag im großen Hörsaal des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung in der Senckenbergstraße statt. Ueber die Themen dieser Vortragsveranstaltungen werden wir voraussichtlich morgen aus berufener Feder näher berichten. Gießener Wochen Marktpreise. ♦ Gießen, 28. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Platte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 10 Rpf., 50 kg 6 RM., Weißkraut, kg 5 bis 6 Rpf., 50 kg 4 RM., Rotkraut, % kg 7 bis 10 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Rüben, % kg 7 bis 8 Rpf., rote Rüben 9 bis 12, Spinat 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat, Vio 10 bis 12, Zwiebeln, % kg 10, Meer- rettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 40, Kartoffeln, V» kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,15 bis 3,45 RM., Aepfel, Vi kg 15 bis 20 Rpf., Birnen 15 bis 20, Blumenkohl, das Stück 10 bis 70, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Rpf. Rundfunkprogramm Mittwoch, 29. Ttooember. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Das Orchester des Reichssenders Leipzig. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Musik am Vormittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 10: Frohe Weisen. 11: Kleines Konzert. Es svielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. *12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 15.10 bis 15.15: Bücher für unsere Soldaten. 15.45: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: Der Bajazzo. Oper in zwei Akten von Ruggiero Leoncaoallo. 17: Nachrichten. 17.10: Konzert. 17.30 bis 17.40: Nachrichten in französischer Sprache. 18: Otto Dobrindt spielt. Dazwischen: Bilder und Klange aus Moselfranken. Aus der engeren Heimat. Gemeinden seiner Wirkungsstätten ehrende Nachrufe. Er starb im 77. Lebenswahr. ' Kreis Büdingen. Las Hören ausländischer Sender grundsätzlich verboten. Verhandlung vor dem Sondergericht in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 27. Nov. Nach der Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen vom 1. September ist das absichtliche Ab- hören ausländischer Sender verboten. Nach § 1 werden Zuwiderhandlungen mit Zuchthaus bestraft. In leichteren Fällen kann auf Gefängnis erkannt werden. Nach § 2 dieses Gesetzes wird mit Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft, wer Nachrichten ausländischer Sender, die geeignet find, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden, vorsätzlich verbreitet. Das Sondergericht in Frankfurt a. M. hatte sich jetzt erstmalig mit einem Fall der Zuwiderhandlung gegen dieses Gesetz zu beschäftigen. Aus der Anklageoank saßen drei seit Mitte September in Untersuchungshaft weilende, bisher unbestrafte Einwohner aus Höhr-Grenz Haufen im Alter von 26 bis 41 Jahren, die teils in der Wohnung des einen, teils in der Behausung des andern ausländische Stationen bei Zusammenkünften abhörten. Die Angeklagten behaupteten, es sei nur Musik gehört worden, und man habe nicht gewußt, daß dies verboten sei. Sie mußten sich vom Staatsanwalt dahin belehren lassen, daß auch das Anhören von Musik aus dem ausländischen Sender verboten und jegliches planmäßige Abhören ausländischer Sendernachrichten unter Strafe gestellt ist. Der Vertreter der Anklage nahm an, daß es sich im vorliegenden Verfahren um einen der leichteren Fälle handle und beantragte gegen zwei Angeklagte je zehn, gegen den dritten Angeklagten sechs Monate Gefängnis, da dieser nur einmal gegen das Gesetz verstoßen habe. Das Genickt uerurteilfe die Ange schuldigten zu vier, lieben vzw. neun Monaten Gefängnis. Von zwei Angeklagten stehe fest, daß sie mehrfach ausländische Sender hörten; der dritte habe nur einen einmaligen Verstoß begangen. Es sei grundsätzlich verboten, einen ausländischen Sender zu hören, auch wenn es sich nur um Musik drehe. Grundsätzlich werde die Zuwiderhandlung mit Zuchthaus bestraft, nur in besonders leichten Fällen könne auf Gefängnis erkannt werden. Das Gericht habe angenommen, daß hier ein leichter Falle in Betracht komme. Keine Landes-Kleintierschau. Lpd. Frankfurt a.M., 27.Nov. Die Landes-Kleintierschau, die im 'Dezember in Frankfurt sämtliche Fachgruppen der Kleintierzucht zusammenfassen sollte, wird mit Rücksicht auf die ^ransportverhältnisse nicht abgehalten. Aus dem gleichen Grunde finden auch größere kreisweise Kleintierschauen, wie sie in diesen Wintermonaten onst an der Tagesordnung waren, nicht statt. Um o mehr soll die Bedeutung der Kleintierzucht für die heutigen Zeitverhältnisse in lokalen S o n • derschauen für Geflügel-, Kaninchenzucht usw. herausgestellt werden. Sämtliche Ausstellungen dieser Art — die ersten haben schon stattgefunden — sind als Lehrschauen aufzumachen, in denen auch die Nichtorganisierten Kleintierhalter und Siedler weitgehend über eine zeit- und sachgemäße Klein- tterhaltung und -Zucht aufgeklärt werden können. 3n der Wetter ertrunken. 3) Li ch, 27. Nov. Heute mittag forderte die Wetter in unserer Stadt leider ein Opfer. Nach Beendigung des Unterrichts im Kindergarten eilten einige kleine Jungen an die Wetterbrücke am Schwanensee. Hierbei kam das vierjährige Söhnchen Werner unseres Einwohners Hermann Enders, Oberstadt 22, zu nahe an den Wasserlauf, so daß es indas Wasser stürzte. Einige hundert Meter unterhalb der Unfallstelle, nicht weit von der Untermühle entfernt, konnte der Junge an Land gebracht werden. Sofort vorgenommene Wiederbelebungsversuche blieben aber leider erfolglos. Landkreis Gießen. cs3 Langsdorf, 27. Nov. Hier wurde der im Ruhestand lebende Lehrer Jakob Bausch zur letzten Ruhe gebracht. Er hatte 45 Jahre in hessischen Schuldiensten gestanden. Nachdem er das Lehrerseminar zu Friedberg besucht hatte, fand er zunächst ein Jahrzehnt lang Verwendung in Sieben (Kreis Alsfeld). Danach diente er lange Jahre in Nieder-Gemünden. Seine längste Amtszeit verbrachte er in Watzenborn-Steinberg. Da er einer uralten, hier ansässigen Bauernsippe entsprossen war, errichtete er sich nach feiner Ruhestandsversetzung in unserem Dorfe ein Einfamilienhaus im Villenstil, das eine Zierde der Bahnhofsumgebung bildet. Hier verbrachte er das letzte Jahrzehnt feines Lebens in der alten Heimat. An feinem Grabe widmeten ihm nicht nur seine Kollegen, sondern auch die h <5 d) otten, 27. Nov. Gestern wurde der Zweitälteste Einwohner unserer Stadt, der 87jährige Fabrikant Carl Weitz I., unter großer Anteil- nähme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Aus eigener Kraft und kleinsten Anfängen hatte der Verstorbene sein Werk, seine Spinnerei und Tuchfabrik, zum größten industtiellen Unternehmen der Stadt ausgebaut. Er gehörte lange dem Stadtvorstand an, in allen Vereinen, besonders dem Turn- und Gesangverein, dessen Ehrenmitglied er war, hat er stets tatkräftig mitgeroirft und sich große Verdienste erworben. Seine Beliebtheit fand sichtbaren Ausdruck bei seiner gestrigen Beisetzung. Namens der Stadt würdiate Bürgermeister Menge! die großen Verdienste des Heimgegangenen, im Auftrag des Gesang- und Turnvereins legte dessen Vorsitzender einen Kranz nieder. Der Männerchor sang zwei Grablieder, die Belegschaft, der Kriegerverein, der Verein ehemaliger Leibgardisten u. a. widmeten ihm Kränze und einen warmen Nachruf. Sein Andenken wird hier nicht vergessen werden. Fußball-Länderkampf Deutschland - Slowakei. Nach Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, dem Protektorat Böhmen-Mähren und Italien ist die Slowakei am kommenden Sonntag in Chemnitz bereits der sechste Gegner Deutschlands in einem Fußball- Länderkampf seit Kriegsbeginn. Für die zweite Begegnung mit der Slowakei — der erste Kampf endete am 27. August in Preßburg mit einem überraschenden 2:0-Siege der Gastgeber — hat das Reichsfachamt Fußball folgende Mannschaft auf- gestellt: Tor: Jahn (Berliner SV. 92); Verteidigung: Janes (Fortuna Düsseldorf), Kubus (Vorw. Rasensp. Gleiwitz); Läuferreihe: Goede (Berliner SV. 92), Rohde (Tvd. Eimsbüttel), Männer (Hannover 96); Sturm: Lehner (Schwaben Augsburg), Schön (Dresdner SC.), Conen (Stuttgarter Kickers), Fiederer (SpVg. Fürth), Arlt (Riesaer SV1. Don der Mannschaft, die am Sonntag den Wettmeister Italien schlug, werden nur vier Spieler gegen die Slowakei eingesetzt: Janes, Rohde, Lehner und Conen. Die Chemnitzer Mannschaft ist eine sehr geschickte Mischung aus erprobten Kämpfern und bewährtem Nachwuchs, der zum Teil zum erstenmal die Nationalfarben im Länderkampf vertreten darf. Zum Unparteiischen des Länderspiels Deutschland— Slowakei in Chemnitz wurde Dr. Remke (Kopenhagen) bestimmt. Gau - Mannschaftsmeisterschaft im Turnen. Zum erstenmal wird im kommenden Jahr eine Gau-Mannschafts-Meisterschckst der Männer im Geräteturnen durchgeführt. Zu diesem Wettkampf stellt jeder der 18 deutschen Sportgaue eine Mannschaft. In den Monaten Januar und Februar werden die Vorrundenkämpfe in sechs Gaugruppen zu je drei Mannschaften durchgeführt. Ausgenommen bleiben lediglich der 3. und 4. Februar; an diesen Tagen turnt eine deutsche Reichsriege in Danzig und Posen. Von Anfang März bis 10. April treffen die sechs Gaugruppen-Sieger zusammen. Frei bleibt lediglich der 3. März, da an diesem Tage die erste deutsche Kriegsmeisterschaft im Einzelturnen entschieden wird. Die drei besten Gau-Mannschaften bestreiten dann am 28. April den Endkampf Boxlönderkampf gegen Dänemark. Die deutsche Box-Staffel zum Länderkampf gegen Dänemark am kommenden Sonntag in Berlin erhielt folgendes Aussehen (vom Fliegen- bis Schwergewicht): Obermauer (Köln), Wilke (Hannover), Graaf (Berlin), Nürnberg (Berlin), Herchenbach (Wuppertal), Schmidt (Hamburg), Köppers (Hannover), ten Hoff (Oldenburg). Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Ruhig, aber fest. Frankfurt a. M., 27. Nov. Nach dem festen Wochenschluß eröffnete die Börse die neue Woche mit weiter befestigten Kursen, da erneut kleine Kaufaufträge vorlagen, während das Angebot gering blieb. Die Unternehmungslust bewegte sich ebenso wie das Geschäft in engen Grenzen, wobei auch der bevorstehende Ultimo mitgesprochen haben dürfte. Am Aktienmarkt war die Entwicklung etwas uneinheitlich, zumeist stellten sich aber weitere Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. ein. Darüber hinaus waren Mansfelder Bergbau stärker gesteigert auf etwa 173 (169). Im übrigen fetzten am Montanmarkt Verein. Stahl mit 101 (100,75), Mannesmann mit 107,50 (107), Hoefch mit 113,50 (113) und Rheinstahl mit 131,50 (130) ein. IG.» Farben blieben bei kleinem Umsatz mit 159,25 gehalten, dagegen Scheideanstalt 217,50 (218). Im übrigen begannen u. a. Aschaffenburger Zellstoff mit 105 (103), Rheinmetall mit 122 (120,75), Adler- werke mit 93,50 (93), Holzmann mit 144,50 (144) und DDM. mit 153 (153,50). Sehr still tagen Elek- tropapiere, die ohne Erstnottz waren. Am festverzinslichen Markt bestand ebenfalls weitere Nachfrage, das Geschäft hatte jedoch nur kleinen Umfang. Von Auslosungsanleihen Dekofama I und II weiter fest mit 141 (140,75) bzw. 161 (160,50). Reichsaltbesitz jedoch 0,25 v. H. schwächer mit 137. Bei kleinen Abgaben ließen Liqui- Pfandbriefe überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. nach, auch Stadtanleihen vielfach nur knapp gehalten. Industrie - Obligationen schwankten bis 0,50 v. H. Staatsanleihen weiterhin unverändert. Steuergut- fcheine hatten z. T. wiederum lebhaftes Geschäft. In der zweiten Börfenstunde schrumpfte das Geschäft mehr und mehr zusammen, die Kurse lagen z. T. leicht rückläufig. Verein. Stahl 100,75 nach 101, JG.-Farden 158,75 nach 159,25. Die erst später notierten Papiere kamen zwar uneinheitlich, meist aber 0,50 bis 1 v. H. höher zur Notiz, Siemens allerdings 1,50 v. H. ermäßigt auf 205,50. Der Freiverkehr war geschäftslos. — Tagesgeld unv. 2 v. H. Roman von Meta Brix CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Drüben saß sein Bruder: Der schien ein langweiliger Peter zu sein. Er sah mit der Brille in dem kleinen, schmalen Gesicht wie ein Gelehrter aus. Cilly und die blonde Ruth gaben sich alle Mühe, chn ein bißchen munter zu bekommen. Es schien vergebene Liebesmüh! Zaduk hatte doch etwas gesagt ... gefragt ... „Wie ... was meinten Sie, Herr Zaduk ...?" Er hielt die kleine Hand der rotblonden Schönen in der feinen und wiederholte feine Frage. „Die Luise Domkat ..., erwiderte Henni. „Natürlich kenne ich sie. Wissen Sie, die Frau ist mir ein Rätsel!" „So .. ." Jofo Zaduk sagte es nicht sehr eifrig und fuhr fort: „Ich fragte nur, weil mich diese Frau, als ich sie heute mit den beiden Heitfelds kommen sah, an irgend jemand erinnerte. Aber ich kann und kann mich nicht besinnen ..." „Sie ... fo etwas ist fürchterlich. Ich kenne das!" bestätigte Henni. „Es geht einem immer nach. Unangenehm!" sagte Zaduk. „ftein Wunder", sagte von drüben die Stimme der Dekken. Sie langweilte sich mit dem kleinen Mann neben sich und war mit ihrer Aufmerksamkeit mehr bei den beiden anderen drüben. „Sie werden die Domkat im Film gesehen haben!" „Wie ... im Film ...?" Nun nahm wieder Henni das Wort: „Die Luise Domkat war doch Filmschauspielerin. Mit dem Moravitzky zusammen hatte sie sogar ganz schöne Erfolge. Und kein Mensch versteht, weshalb sie aui einmal vom Film weggegangen ist ... Wir waren platt, als wir sie hier als Sekretärin des alten Herrn Heitfeld trafen!" „Wer ist das — Moravitzky?" fragte Jofo Zaduk. Die dunkle Cilln drüben öffnete ihre Handtasche. Sie hatte das Filmtaschenbuch bei sich, darin blätterte sie jetzt. Sie legte ein Zeichen zwischen zwei Seiten — blätterte weiter — Die Rotblonde an Ioso Zcrduks Seite lachte: „Himmel, Cilly, du schleppst doch das Filmbuch überall mit dir herum!" Sie erklärte Zaduk: „Da ist nämlich der Cilly ihr Bild auch drin. Drum!" Cilly Dekken antwortete der munteren Spötterin gar nicht, sondern hielt Zaduk das Buch hin: „Hier — die Domkat —", sie blätterte weiter, „und hier chr Partner — Franz von Moravitzky." Zaduk nahm das Buch in die Hand. Er sah die Bilder. Zuerst die Frau, wunderschön, mit dem weichen, zärtlichen Mund. Dann das andere Bild. Ein Männerkopf. Schmal, edel geformt, leicht gewelltes Haar. Ein sieghaftes Lachen in den Augen, leuchtende Zahnrechen — Zaduk erkannte den Mann sofort. Noch einmal sah er die beiden Bilder an, sehr aufmerksam. Dann schlug er die Seiten zurück. Er nahm den silbernen Stift aus der Tasche und notierte den Verlag, der dieses Buch herausgab. In feine schwarzen Augen kam ein Funkeln. Nun wußte er — er hatte sich nicht geirrt. Und nun beherrschte er die Sachlage. * Luise trat aus dem breiten Torweg der weitläufigen Fabrikanlagen der Parfümerie Heitfeld. Sie trug ein weißes Leinenkostüm, darunter eine, dunkelblaue Bluse und einen gleichfarbigen Hut. Sie ging mit beschwingtem Schritt, wie ihn Menschen haben, die mit ihrem Tag zufrieden sind. Und das war Luise. Es war heute ein toller Arbeitstag gewesen. Der Doktor hatte das Tempo angegeben, feine Arbeitsfreudigkeit riß mit. Darüber vergaß man die eigenen Sorgen. Sie bog von der Franklinstraße zum Salzufer ein und wollte dann weiter durch den Tiergarten gehen. Sie achtete nicht auf die Taxe, die ihr gefolgt war und nun am Salzufer hielt. Ioso Zaduk flieg aus. Er kam mit schnellem Schritt näher. Nun war er neben der Frau und zog den Hut. Er ging dicht neben Luise, die auf- blickte und den Mann erkannte. Sie wich zuerst zurück, ging bann aber rasch weiter. Ioso Zaduk sagte mit liebenswürdiger Selbstverständlichkeit: „Gnädige Frau, ich freue mich unendlich, Sie wiederzusehen!" Luise neigte sehr kühl den Kopf: „Guten Tag, Herr Zaduk", und ging noch schneller. Der dunkle, sehr elegante Mann an ihrer Seite blieb neben ihr. Er sprach liebenswürdig weiter. „Unsere erste Begegnung geschah unter bedauerlichen Umständen. Ich wäre ' sehr glücklich, diesen schroffen Eindruck, den Sie von mir haben mußten, berichtigen zu dürfen!" I „Nicht nötig, Herr Zaduk." I „Ich bitte. Sie einlaben zu dürfen —" „Ich bedauere. Ich nehme keine Einladungen an." Aber der Mann ließ sich nickt abweisen. Luise dachte ein paar Herzschläge lang, ob es vielleicht doch klüger wäre, diese Einladung an- zunehmen und mit diesem Menschen zu reden? Man würde sich dabei nichts vergeben. Aber man würde dann doch wissen, ob dieser Herr Zaduk davon überzeugt war, bei dieser Begegnung im Orient-Expreß eine völlig Unbeteiligte belästigt zu haben. In diesem Augenblick aber tat Ioso etwas Grundverkehrtes. Er legte feine schmale, gelbliche und sehr gepflegte Hand mit einem leichten Druck auf den Arm der Frau. Luise zuckte zurück. Sie empfand die Berührung als plumpe Vertraulichkeit, und sie hatte Angst — So sagte sie sehr schroff: „Ich wünsche allein weiter zu gehen, Herr Zaduk!" Der blieb stehen. Er zog den Hut und grüßte sehr höflich. Dabei sagte er, indem ein ironisches Lächeln seinen Mund umspielte: „Wie Sie wünschen —" Luise lief nun fast. Sie dachte immerzu: dieses Gesicht und der Ton der Worte — das war doch eine Drohung. Diplomatisch habe ich jetzt wahrscheinlich nicht gehandelt. Die natürliche klare Freude, die vorhin in ihr gewesen, war weg. Ein höhnisches Wort nur war da — ein häßliches Lächeln um einen schmalen Männermund. Luise ging jetzt über die breite Brücke und dann am Rande des Tiergartens entlang. Sie kam durch die Fasanenstraße. Aus einem der offenen Fenster der Hochschule für Musik klang das Spiel einer Geige — Die Straße war fast menschenleer. Lautlos glitt der große dunkle Wagen heran, hielt ein paar Meter oor Luise. Doktor Heitteld sprang heraus und trat chr entgegen. Sie schrak zusammen und fragte: „Mein Gott, was wollen denn jetzt Sie —?" Waldemar Heitfeld, gro^, blond, breit, versperrte ihr den Weg. Eine zornige Unruhe stand in feinem Gesicht. Er faßte Luise mit einem harten Griff an den beiden Unterarmen und fragte: „Was wollte der Zaduk von Ihnen? Ich kam mit dem Wagen am Salzufer vorbei ... ich sah, wie der Mensch auf Sie einfprach ... Ihren Arm faßte ..." „Das tun Sie ja jetzt auch, Herr Doktor Heit- feld!" sagte Luise. Sie hatte sich gefaßt, sie loste ihre Arme aus dem festen Griff und warf den Kopf in den Nacken. Es war eine Gebärde stolzer Abwehr. „Weshalb sind Sie dann nicht gleich zu uns herangetreten ... statt zu beobachten und mir dann nachzufahren?" „Durfte ich das? Sie sagten selbst, Herr Zaduk wäre Ihnen bekannt." „Sie werden wohl gesehen haben, Herr Dottor Heitfeld, daß ich diesen aufdringlichen Menschen abwies!" Waldemar Heitfeld sagte: „Ja ... das sah ich. Und ich war sehr froh, daß Sie es taten. Aber dann mußte ich Ihnen doch nachfahren. An der Brücke hielt mich der Verkehr auf, sonst hätte ich Sie schon eher erreicht. Und jetzt werde ich Sie nach Hause bringen!" Er öffnete die Magentur. „Ich bitte ... steigen Sie ein Luise schüttelte den Kopf: „Danke, Herr Dottor ... aber ich mochte gar Nicht von Ihnen nach Hause gefahren werden. Ich wüßte auch nicht, daß ich außerhalb der 'Geschäftsstunden Ihren Anordnungen zu folgen hätte!" „Natürlich nicht ... ttotzdem bitte ich Sie .. " Der Ton, in dem er sprach, machte seine Worte zu einer herzlichen Bitte. Eine Verlegenheit, eine plötzliche Befangenheit wehte über die Frau. Wortlos nahm sie im Wagen Platz. Waldemar Heitfeld aber fuhr nicht gleich. Er wandte sich auf seinem Sitz am Steuer um und sagte: „Wissen Sie Frau Domkat, was ich wünschte ... erbitten möchte, wenn Sie mir das erlauben wollen ...?" Und - als sie feine Antwort gab, sondern ihn Mit ihren dunklen Augen nur fragend ansah, fuhr er fort: „Mit Ihnen irgendwo an einem füllen Platz sitzen ... bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarette. Und dann würde ich Sie fragen Luise Domkat, wer find Sie eigentlich?" „Die Sekretärin Ihres Herrn Vaters, Herr Doktor Heitfeld", entgegnete Luise Mit strengem Gesicht. Doktor Heitfeld seufzte und wandte sich wortlos zu seinem Steuer zurück. Aber dann fagte er ... er konnte einfach nicht anders: „Wollte 'Gott, Sie zeigten mir einmal wieder ein so liebes Lächeln wie damals auf der Kärntner Straße! Der Wagen fuhr an. Aber jetzt berührte Luise die Schulter des vor ihr Sitzenden und beugte sich zu ihm vor. Er wollte eben in die Hardenbergstraße einbiegen. Jetzt hielt er noch einmal an ... kurz vor dem Bahnhof Zoo. Er hörte hinter sich die Frage: „Was sagten Sie da eben?" (Fortsetzung folgt.)