N. 200 (Elftes Blatt Montag, 28. August My 189. Jahrgang 1 ZederFranzose vonEhre würde genau so handeln far gegenüber, noch an den friedlichen Gefühlen i' Frankreichs für Ihre Nation einen Zweifel hegen. nn Franzose hat mehr als ich selbst getan, um urschen unseren beiden Völkern Nicht nur den hätten, das wir be- ’üetn >g* un- e r - Herr Daladier, zweifeln Sie Ehrgefühl und an meinem genau so zu handeln. Wenn Sie nun dieses Unglück nicht an meinem Pflichtbewußtsein, Tiefen* . Ihn® nN1 t Sit.6 nleifo ■liopild oth n yV dodid« htf*' Kredit 8* polen konzentriert immer mehr Truppen längs der Grenze. Visionen, zwischen Bromberg und Hohensalza sind sechs Divisionen festgestellt worden, im Gebiet von Könitz wurden vier Divisionen festgestellt. Auf der Linie Tuchel—Könitz sind nur aus Ukrainern zusammengesetzte Regimenter eingesetzt worden, während sich ein großer Teil der Reservisten aus dem Korridorgebiet in den Ostgebieten Polens melden mußte. Die in den Regimentern im Korridorgebiet zahlreich dienenden Volksdeutschen Offiziere und Unteroffiziere wurden — so wird aus Graubenz gemeldet — im letzten Augenblick vor der Jnmarschsetzung der Re- gimenter zu einem kleinen Trupp zusammengestellt, auf den Bahnhof geschickt und angeblich nach Warschau abtransportiert, lieber ihren Verbleib ist noch nichts bekannt. Die Generalmobilmachung hat in verschiedenen Orten Polens eine geradezu grotesk anmutende Verwirrung hervorgerufen. Besonders in Graudenz ist es zu Ansammlungen von insgesamt 120 000 Reservisten gekommen, die zum großen Teil falsche Order erhalten hatten und somit die Stadt tagelang nicht nur völlig überschwemmten, sondern auch die Lebensmittelvorräte fast bis auf den letzten Rest verbrauchten. Durch überreichlichen Alkoholgenuß ereigneten sich auf den Bahnhöfen, in den Anlagen und den Wirtschaften beispiellose Szenen. Die Betrunkenen reagierten auf kein Kommando mehr, so daß es nicht einmal gelang, die falsch nach Graudenz beorderten Reservisten an ihre richtigen Stellen abzutransportieren. Bei der Mobilmachung wurde den Einberufenen nicht Beorderungen ins Haus geschickt, sondern sie wurden durch Gendarmen von ihren Arbeitsstätten und auf den Feldern abgefangen und abtransportiert, ohne daß sie die Möglichkeit hatten, sich von ihren Angehörigen V? sitzen, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne jede Veranlassung dafür ein- treten wollte, daß der Korridor durch Frankreich bleibt, daß die geraubten Gebiete nicht zu- rückgegeben werden dürfen, daß die Rückkehr Marseilles nach Frankreich verboten wird? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grunde gegen Sie kämpfen würde. Denn ich und wir alle haben Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein» nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B iiZ Dor I A nb.J WA N J HO Hook ’S 3ien i| Warschau, 27. Aug. (DRV.) Die kriegsvor- bereitungen in Polen dauern mit Hochdruck an. 3m Raum zwischen Graudenz und Gramsee stehen polnische Pionierabteilungen, di eben Lauf der Ossa verlegen. 3n Könitz ist gestern Infanterie aus Kongreßpolen eingetroffen. 3n Vromberg sind alle Schulen mit Militär belegt. 3 m Raum Rakel — Vromberg — Crone a. d. Vrahe stehen 70000 Mann Militär, darunter sehr viele Pioniere. Zwischen Bromberg und Zempelburg werden sehr starke Stacheldrahtverhaue aufgebaut. 3n den Ortschaften um Altkloster sind alle Brücken mit Minen versehen worden. 3n Lissa ist eine motorisierte Legion ausgestellt, die sich nur aus besonders qualifizierten Soldaten zusammenseht. Die Hauptkonzentrationspunkte der polnischen Truppen gegen Danzig sind Dirschau und der Grenzstreifen w e ft l i ch Oliva. 3n Dirschau steht auffallend viel Kavallerie. 3n Altkloster wurde der Bevölkerung durch polnische Offiziere ein Film über das Verhalten beim Ueberfall auf deutsches Reichsgebiet gezeigt. 3n dem Film wird im einzelnen dargestellt, wie Häuser anzuzünden sind, das Vieh aus den Ställen getrieben und die Bevölkerung mißhandelt wird. Groteskes Durcheinander bei der Robilmachmg. Wie der „Danziger Vorposten" meldet, sind im sogenannten Korridorgebiet etwa eine Million Soldaten zusammengezogen worden. 2n Bromberg liegen zur Zeit drei Di« Mcht und Schlußfolgerungen daraus gezogen, ohne hr Presse die Briefe selbst zur Kenntnis zu men. Zur vollständigen Unterrichtung der Oefsent- wkeit gibt das DNB. daher den Wortlaut $- Briefe bekannt. Der Brief des französischen Ministerpräsidenten. Paris, 26. August 1939. Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Der französische Botschafter in Berlin hat mir 3re persönliche Mitteilung zur Kenntnis gebracht. I der Stunde, wo Sie von der schwersten Der- arwortung sprechen, die zwei Regierungschefs uti= k Umständen übernehmen können, das heißt das 3it von zwei großen Völkern, die sich nur nach. Freden und Arbeit sehnen, zu vergießen, bin ich Iften persönlich und unseren beiden Völkern schuldig zu sagen, daß das Schicksal des Frie- dins noch in Ihren Händen liegt. Sie können weder an meinen Gefühlen Deutsch- Jahre den Zu st and des tief st en Friedens genießen könnte. So aber wurde erst durch die Lüge von der deutschen Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgereg.t, der polnischen Regierung die eigenen notwendigen klaren Entschlüsse erschwert und vor allem durch die dann folgende Abgabe des Garantieversprechens der Blick für die Grenzen realer Möglichkeiten getrübt. Die polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab. Die polnische öffentliche Meinung begann in der sicheren Ueberzeung, daß ja nun England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man vielleicht als lächerliche Verrücktheit bezeichnen könnte, wenn sie nicht so unendlich gefährlich wären. Damals setzte ein unerträglicher Terror, eine physische und wirtschaftliche Drangsalierung der immerhin Millionen zählenden Deutschen in den vom Reich abgetretenen Gebieten ein. Ich will hier nicht über die vorgekommenen Schändlichkeiten sprechen, allein Danzig wurde mit fortgesetzten Uebergriffen polnischer Behörden steigend zum Bewußtsein gebracht, daß es scheinbar rettungslos der Willkür einer den nationalen Charakter der Stadt und der Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist. Darf ich mir nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Franzose handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine 3hrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde, eine große Stadt — sagen wir Marseille — verhindert würde, sich zu Frankreich zu bekennen und die in diesem Gebiete lebenden Franzosen nun verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden? Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. 3ch bin Deutscher, - auf Elsaß-Lothringen verzichtet, um e i n weiteres Blutvergießen zu Derrn e i b e n. Um so weniger würden wir Blut ver- gießen, um ein Unrecht aufrechtzuerhalten, das für Sie untragbar sein müßte wie es für uns bedeutungslos wäre. Alles, was Sie in 3hrem Briefe, Herr Daladier, schreiben, empfinde ich genau s o ro i e S i e. Vielleicht können gerade wir uns als alte Frontsoldaten auf manchen Gebieten am leichtesten verstehen. Allein, ich bitte Sie, verstehen Sie auch dies: Daß es für eine Ration von Ehre unmöglich ist, auf fast zwei Millionen Menschen zu verzichten und sie an ihren eigenen Grenzen mißhandelt zu sehen. 3ch habe daher eine klare Forderung ausgestellt: Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ost grenze müssen beseitigt werden. 3ch sehe keinen Weg, Polen, das sich ja in dem Schuh seiner Garanten unangreifbar fühlt, hier zu einer friedlichen Lösung bewegen zu können. 3ch würde aber an einer ehrenvollen Zukunft meines Volkes verzweifeln, wenn wir unter solchen Umständen nicht entschlossen wären, die Frage so oder so zu lösen. Wenn das Schicksal nun dadurch unsere beiden Völker wieder zum Kampf zwingt, dann würde doch in den Motiven ein Unterschied sein. 3ch, Herr Daladier, kämpfe dann mit meinem Volke um b i e Wiedergutmachung eines Unrechts, und d i e anderen um die Beibehaltung desselben. Dies ist um so tragischer, als viele bebeutenbe Männer auch 3hres Lanbes ben Unsinn ber damaligen Lösung erkannt haben, wie bie Unmöglichkeit einer bauernben Aufrechterhaltung. Ich bin mir im Klaren über die schweren Konsequenzen, die ein solcher Konflikt mit sich bringt Ich glaube aber, die schwerste würbe Polen zu tragen Haven, benn ganz gleich, wie auch ein Krieg um diese Frage ausginge, der polnische Staat von jetzt wäre so ober so verloren. Daß dafür nun unsere beiden Völker in einen neuen blutigen Vernichtungskrieg eintreten sollen, ist nicht nur für Sie, sondern auch für mich, Herr Daladier, sehr schmerzlich. Ich sehe aber, wie schon bemerkt, von uns aus keine Möglichkeit, auf Polen in einem vernünftigen Sinne einwirken zu können zur Korrektur einer Lage, die für das deutsche Volk und bas Deutsche Reich unerträglich ist. gez. Adolf Hitler. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vröhlsche Uuiverfitätrdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 1 Hl nity.l r 'her *1 b. 3|1 1 di? -'f nb c hgchl teil;.] Ms kn kJ M 9Qno:” lerarfc] nd M W Ojfibiefen Vorschlag zu erbitten. j Trenn das französische und das deutsche Blut von ttutm fließen wie vor 25 Jahren, in einem noch (otieren und mörderischen Krieg, dann wird zedes 6rabeiben Völker kämpfen im Vertrauen auf feinen «Kien Sieg. Siegen werden am sichersten bie Zer- fütjmg unb bie Barbarei. Gez.: Daladier olle besteht. . DHt dem guten Willen Frankreichs be- hrbe ich denjenigen aller seiner Ver- b. nbeten. Ich übernehme feIbft bie G-a - Haitie für diese Bereitschaft, die Polen immer ge- zezt hat, für die gegenseitige Anwendung eines Erfahrens des freien Ausgleiches, v! man es sich vorstellen kann zwischen den Regierungen zweier souveräner Nationen. Mit dem texen Gewissen kann ich Ihnen die Versicherung ze en, daß es unter den zwischen Deutschland und Uen mit Bezug auf die Danziger Frage entstande- nev Differenzen keine gibt, die nicht einem solchen Erfahren unterbreitet werden könnte zwecks einer liri-blichen und gerechten Lösung. Uuf meine Ehre kann ich auch bekunden, daß es n ber klaren unb aufrichtigen Solidarität sankreichsmitPolenundseinenDer- ' nbeten nichts gibt, was die friedliche f in nun g meines Vaterlandes irgendwie Einträchtigen könnte. Diese Solidarität hat uns ''irnafs daran gehindert unb hindert uns auch ‘ute nicht, Polen in dieser friedlichen 3'sinnung zu erhalten. Hn einer so schweren Stunde glaube ich aufrich- - Z baß kein übelgesinnter Mensch es verstehen »inte, daß ein Krieg ber Zerstörun ' — ir ommen werde, ohne daß ein letzter ''iti) einer friedlichen Lösung zwischen ?e.:tfd)Ianb unb Polen stattfindet. Ihr Friedens- li’ac könnte sich in aller Bestimmtheit dafür ein- h n, ohne der deutschen Ehre irgendwie Abbruch ittun. Ich als ber Chef der französischen Regie- irg, der ich eine gute Harmonie zwischen dem a zösischen unb dem deutschen Volke wünsche und -räch artberfeits durch Freundschaftsbande unb durch is gegebene Wort mit Polen verbunden mit, bin le-eit , alle Anstrengungen zu machen, b? »ein aufrichtiger Mensch unternehmen kann, um le'-n Versuch zu einem guten Ende zu führen. Säe waren, wie ich selbst, Frontkämpfer im m*n Kriege. Sie wissen wie ich, welchen Abscheu 't Verurteilung die Verwüstungen des Krieges im Grüssen der Völker hinterlassen haben, ganz gleich, ke der Krieg endet. Die Vorstellung, die ich nur von M=:r hervorragenden Rolle machen kann als Fuh- Bröes deutschen Volkes auf dem Wege des Friedens, dr Vollendung feiner Aufgabe in dem gemeinsamen Ts k der Zivilisation, führt mich dazu, eine Antwort erscheint täglich, außer Sonntags unb Feiertag« Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholl« Monati-vezugspreir: 5Hit 4 Beilagen RM.1.95 9hne Illustrierte e 1.80 ! ustellgebühr .. „ -LS - Luch bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern nfolgt höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe rnter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: rankfurt am Main 11686 Berlin, 28. Aug. (DNB.) In einer Erklärung, H der französische Ministerpräsident Daladier Sonntagabend vor der Presse in Pa bis abgab, Ijc er Bezug genommen auf einen Briefwechsel, den er mit dem Führer hvte. In seiner Erklärung vor der Presse hat Dgla- On ro, di r Bemerkungen über den Inhalt der Briefe ge- ten. 811 stich?, i 1 Ne. lli [funt’l | ’ienfl 1 -i W chsseiD adjritfl | h aus! | I n. 17 Volk, ne. ftijl Sit W die , (ausy ■ i! ;): IM < lachG < Die Antwort des Führers. Berlin, den 27. August 1939. Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Ich verstehe die Bedenken, die Sie ausdrücken. Auch ich habe niemals die hohe Verpflichtung über- ehen, die denen auferlegt ist, die über das Schick- al der Völker gestellt sind. Als alter Front- olbat kenne ich wie Sie bie Schrecken bes Krieges. Aus dieser Gesinnung und Erkenntnis heraus habe ich mich auch ehrlich bemüht, alle Konfliktstoffe zwischen unseren beidenDölkern zu beseitigen. Ich habe dem französischen Volk einst ganz offen versichert, daß die Rückkehr des Saargebietes die Voraussetzung dazu sein würde. Ich habe , nach dieser Rückkehr sofort feierleich meinen Verzicht auf irgendwelche weiteren Ansprüche, die Frankreich berühren können, ausgesprochen. Das deutsche Volk hat diese meine Haltung gebilligt. Wie Sie sich selbst bei Ihrem letzten Hiersein überzeugen konnten, empfand und empfindet es gegen den einstigen tapferen Gegner im Bewußtsein seiner eigenen Haltung keinerlei Groll oder gar Haß. Im Gegenteil. Die Befriedung unserer Westgrenze führte zu einer steigenden Sympathie, jedenfalls von feiten des deutschen Volkes. Einer Sympathie, die sich bei vielen Anlässen geradezu demonstrativ zeigte. Der Bau der großen W e st b e f e st i g u n g e n, der zahlreiche Milliarden verschlang und verschlingt, stellt für Deutschland zugleich ein Dokument der Akzeptierung und Festlegung der endgültigen Reichsgrenzen dar. Das deutsche Volk hat damit auf zwei Provinzen Verzicht geleistet, die einst zum alten Deutschen Reich gehörten, später durch viel Blut wieder erobert wurden und endlich mit noch viel mehr Blut verteidigt wurden. Dieser Verzicht stellt, wie Sie mir, Exzellenz, zugeben müssen, keine taktische, nach außen gezeigte Haltung dar, sondern einen Entschluß, der in allen unseren Maßnahmen seine konsequente Erhärtung erfährt. Sie werden mir, Herr Ministerpräsident, nicht einen Fall nennen können, in dem auch nur durch eine Zeile oder eine Rede gegen diese endgültige Fixierung der deutschen Reichsgrenze nach dem Westen hin verstoßen worden wäre. Ich glaubte, durch diesen Verzicht und durch diese Haltung jeden denkbaren Konflikts st off zwischen unseren beiden Völkern ausgeschaltet zu haben, der zu einer Wiederholung der Tragik von 1914/18 würde führen können. Diese freiwillige Begrenzung der deutschen Lebensanfprüche im Westen kann aber nicht a u f g e f a ß t werden als eine auch auf alten anderen Gebieten geltende Akzeptierung des Versailler Diktates. 3ch habe nun wirklich 3ahr für 3ahr versucht, die Revision wenigstens der unmöglichsten und untragbarsten Bestimmungen dieses Diktates auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Es war dies unmöglich. Daß die Revision kommen muhte, war zahlreichen einsichtsvollen Männern aus allen Völkern bewußt und klar, was immer man nun gegen meine Methode anführen kann, was immer man an ihr aussehen zu müssen glaubt, so darf doch nicht ihr Erfolg bestritten werden, daß es mir möglich wurde, ohne neues Blutvergießen in vielen Fällen nicht nur für Deutschland befriedigende Lösungen zu finden, sondern daß durch die Art des Verfahrens die Staatsmänner anderer Völker von der für sie oft unmöglichen Verpflichtung entbot, diese Revision vor ihren eigenen Völkern verantworten zu müssen; denn immerhin eines werden Eure Exzellenz mir zugeben muffen: Die Revision mußte kommen. Das verfailler Diktat war untragbar. Kein Franzose von Ehre, auch Sie nicht, Herr Da- lädier, hätte in einer ähnlichen Lage anders gehandelt als ich. Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, d i e <-ll/r.un°-rnÜnstigst° Maßnahme des Versailler Diktates aus der Welt zu schäften. Ich habe ber polnischen Regierung ein Ange b ot gemacht, über das das deutsche Volk erschrocken ist. Kein anderer als ich onnte es überhaupt wagen, mit einem solchen Angebot vor die Oeffentlichkeit zu treten. Es konnte daher auch nur einmalig sein. Ich bin nun zutiefst überzeugt, daß, wenn besonders von E n g l a nda u s damals statt in der Presse gegen Deutschland eme wilde Kampagne loszulassen, Gerüchte von einer deutschen Mobilmachung zu lancieren, Polen irgendwie zugeredetworden ware, vernünftig zu sein, Europa heute und auf 2d hr-den, sondern eine aufrichtige Mitarbeit m üjr m eigenen Interesse sowie im Interesse Europas der Welt zu bekräftigen. Ls sei denn. Sie trauen dem französischen Volke tuen weniger hohen Begriff der Ehre zu, als ich K>er dem deutschen Volke anerkenne, so können vr nicht bezweifeln, daß Frankreich seine Verpflich- •iigen anderen Mächten gegenüber treu erfüllt, schien, wie z. B. Polen, die, davon bin ich Erzeugt, mit Deutschland in Frieden leben wollen. Diese'beiden Ueberzeugungen sind vollkommen ver- ti'ibar. Bis heute gibt es nichts, was eine friedliche Lösung der internationalen Krise in Ehren I llÄ Würden für alle Völker verhindern konnte, wenn Io- fallen Seiten ber gleiche Friebens- Briefwechsel zwischen dem Führer und Daladier. !)er Führer erklärt: „Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze müssen beseitigt werden." - Deutschland sieht von sich aus keine Möglichkeit, auf polen in einem vernünstiaen Ginne einwirken zu können. zu verabschieden. Aus diesem Grunde ist es in einzelnen Orten zu Zwischenfällen gekommen, als sich Angehörige, die von der bevorstehenden Einziehung erfahren hatten, vor den Fabriktoren sammelten und dann von der Polizei vertrieben wurden. Schon der Verdacht genügte. Die verzweifelte Bevölkerung schreitet zur Selbsthilfe. Mährisch-Ostrau, 28. August (DNB.) In Nieder-Lomna in den Beskiden wurde eine D i e n st m a g d, die in dem Verdacht stand, einen Polizeihund der Polen vergiftet zu haben, ohne irgendwelche näheren Erhebungen kurzerhand erschossen. — Obwohl die Grenze streng geschlossen ist, gelingt es immer noch einigen Verzweifelten, der Hölle zu entkommen und sich ins Protektoratsgebiet in Sicherheit zu bringen. Diese berichten nun, daß in den Beskiden die verzweifelte Bevölkerung zur Selbsthilfe übergehe und vielfach die dort angesetzten Spürhunde der Polen durch vorgeworfene Giftbrocken aus demWege schafft. Zeige Lleberfälle polnischer Grenztruppen auf Danziger Streifen. Danzig, 26. August. (DNB.) In der Nacht zum Samstag gegen 22.45 Uhr verübten polnische Grenztruppen einen feigen Feuerüberfall am Menzelbach nahe Zoppot auf eine Danziger Streife, die aus dem Landespolizisten D y r o n von der 3. Hundertschaft des 1. Polizeiregiments und SA- M a n n R u sch von der SA.-Standarte 5 bestand. Der SA.-Mann Rusch wurde durch einen Rückenschuß tödlich verletzt. Der Landespolizist Dyron erhielt durch einen Armschuß eine schwere Verletzung. Die Streife kam infolge des feigen, hinterhältigen Ueberfalls nicht mehr dazu, das polnische Feuer zu erwidern. Ferner hat gestern nacht auf Danziger Gebiet polnisches Militär eine -- ° Streife beschossen, wobei ein ---Mann tödlich verletzt wurde. Tesch en, 27. Aug. (DNV.) Wie aus Teschen gemeldet wird, hat der polnische Aufständischenverband auch im Olsagebiet sein Zerslörungswerk begonnen. Nach den Sprengstoffanschlägen auf drei deutsche Gebäude in üallo- w i h verübten vermutlich die gleichen polnischen Terroristen ähnliche Attentate im Olsagebiet. In der Samstagnacht wurden nicht weniger als fünf solcher Bombenanschläge auf deutsche Gebäude und Denkmäler verübt. Es wurden das Schillerdenkmal und das Gefallenendenkmal zerstört und schwere Verwüstungen Danzig Lustsperrgebiet. Danzig, 27. August (DNB.) Der Polizeichef der Freien Stadt Danzig verordnet, daß das Gebiet der Freien Stadt Danzig zum Lu ft sperr gebt et erklärt wird. Ausnahmen für den Luftverkehr können vom Polizeichef beschlossen werden. Unerlaubter Luftverkehr wird durch unmittelbaren Zwang (Beschießung) verhindert. Die Polizeioerordnung tritt mit dem 27. 8.1939 in Kraft. * an bekannten deutscheu Geschäftshäusern, darunter am Druckereigebäude Prohaska, angerichtet. Gerüchtweise verlautet, daß auch in anderen Orten des Olsagebietes derartige Sprengstoff- altentate gegen deutsche Gebäude verübt worden sind. Da jeder Nachrichtenweg nach Polen fast vollkommen abgeschnitten ist und die polnischen Behörden jede Meldung über die Terrorisierung der deutschen Volksgruppe und über die Zerstörung ihres Eigentums unterdrücken, konnte eine Bestätigung dieser Meldung nicht erlangt werden. polnisches Zerstörungswerk im Olsagebiet. Sprengstoffanschläge auf deutsche Gebäude und Denkmäler. Die Vezugsscheinpflicht für lebenswichtige Gebrauchsgüter. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Um eine gerechte Verteilung lebenswichtiger Verbrauchsgüter an alle Verbraucher sicherzustellen, ist für gewisse Lebens- mittel, ferner für Seife und Hausbrandkohle sowie lebenswichtige Spinn st offwaren und Schuhwaren eine allgemeine Bezugsschein p f l i ch t eingeführt worden. Danach dürfen die genannten Verbrauchsgüter an Verbraucher nur noch gegen behördliche Bescheinigung über die Bezugsberechtigung (sogenannte Bezugsscheine) abgegeben und von ihnen bezogen werden. Für Lebensmittel, Seife und Hausbrandkohle werden von den Behörden als Bezugsscheine zunächst Ausweiskarten mit einer Gültigkeitsdauer von vier Wochen ausgegeben. Zusammen mit den Bezugsscheinen wird ein Merkblatt zugestellt, das über die wesentlichsten Einzelheiten der Derbrauchsregelung Auskunft gibt. Entgegen dem Inhalt des Merkblattes und der Ausweiskarte sind von der Bezugsscheinpflicht vorläufig ausdrücklich ausgenommen neben Eiern und Kakao die Grundnahrungsmittel Brot, Weizenmehl, Roggenmehl und Kartoffeln. Diese Lebensrnittel können so wie bisher ohne Bezugsschein abgegeben und bezogen werden. Die Ausweiskarten und die Merkblätter sind sämtlichen Verbrauchern durch Beauftragte der Gemeindebehörden ins Haus gebracht. Wer bei dieser Verteilungsaktion übergangen wurde und keine Ausweiskarte erhielt, wende sich an die nächste Gemeindebehörde. Für lebenswichtige. Sp in n st o ffw ar e n und Schuhwaren werden Bezugsscheine nur a u f besonderen Antrag ausgegeben, wenn ein Bedarf nachgewiesen wird. Der Antrag ist bei der Gemeindebehörde zu stellen. Welche Spinnstoffwaren und Schuhwaren bezugsscheinpflichtig sind, wird in der Tagespresse und außerdem den Einzelhandelsgeschäften durch die örtlichen Fachorganisationen noch bekanntgegeben. Die Behörden werden bei der Beurteilung, ob ein Bedarf für den Erwerb der genannten Waren vorhanden ist, großzügig verfahren. G a st st ä 11 e n und Anstalten erhalten für die von ihnen zu beherbergenden Personen bezugsscheinpflichtige Waren ebenfalls gegen Bezugsscheine, die bei der Gemeindebehörde besonders zu beantragen sind. Die Abgabe von Speisen in Gaststätten erfolgt bis auf weiteres bezugsscheinfrei. Der Einzelhandel wird über seine Pflichten ebenfalls durch ein Merkblatt unterrichtet, das ihm durch Beauftragte der Gemeindebehörde zugestellt wird. Mit dem Merkblatt wird ein Einlageblatt verteilt, auf dem di e b ezu as- fähigen Höch st mengen bezeichnet sind. Dieses Einlageblatt ist in den Einzelhandelsgeschäften an deutlich sichtbarer Stelle auszuhängen, lieber wichtige Fragen, die mit der Verbrauchsregelung Zusammenhängen, wird laufend in der Tagespresse und im Rundfunk berichtet. Der Einzelhandel wird ferner für die Erfüllung seiner Aufgaben die notwendigen Richtlinien unmittelbar von den Behörden erhalten. Da für die Unterrichtung aller Beteiligten Sorge getragen wird, wird gebeten, die Behörden nicht unnötig mit Fragen zu überlaufen, die sie nur von der Erledigung ihrer eigentlichen Aufgaben abhalten. Es wird geprüft, ob bereits in den nächsten Tagen gewisse Lockerungen erfolgen, insbesondere einzelne Waren von der Bezugsscheinpflicht ausgenommen werden können. )as erhält man auf Bezugsscheine. 6 Aus Grund der Ausweiskarten, die den Verbrauchern als Bezugsschein zugestellt worden sind, können im einzelnen folgende Mengen, und zwar in den e r ft e n vier Wochen gleichmäßig je Kopf der Bevölkerung bezogen werden: Fleisch oder Fleischwaren, auch in Konserven 700 Gramm je Woche oder auf jeden der zwölf Abschnitte der Ausweiskarten 235 Gramm. Milcherzeugnisse, Oele oder Fette 60 Gramm je Tag. Zucker 280 Gramm je Woche. Marmelade 110 Gramm je Woche. Statt Marmelade können auch 55 Gramm Zucker je Woche bezogen werden. Graupen, Grütze, Gries, Sago oder sonstige Nährmittel 150 Gramm je Woche. Kaffee oder Kaffee-Ersatzmittel (ein Achtelpfund) 63 Gramm je Woche. T e e 20 Gramm je Monat. Milch 0,20 Liter je Tag (einer der vier Milch- abschnitte des Bezugsscheines gilt immer für eine Woche). Zu diesen Mengen werden zusätzlich abgegeben: 1. für Kinder unter 6 Jahren 0,50 Liter je Tag auf Grund einer Bescheinigung der zuständigen Gemeindebehörde, das heißt also insgesamt 0,70 Liter Milch je Tag: 2. für werdende und stillende Mütter 0,30 Liter Milch je Tag, ebenfalls auf Grund einer Bescheinigung der zuständigen Gemeindebehörde, das heißt also insgesam 0,50 Liter je Tag; 3. f ü r Schwerst - und Schwerarbeiter Milcherzeugnisse, Oele oder Fett 50 Gramm je Tag und Fleisch 490 Gramm je Woche, das heißt also insgesamt 1190 Gramm Fleisch je Woche. Wer als Schwerst- und Schwerarbeiter gilt, wird durch besondere Anordnung bekanntgegeben.. Kernseife 125 Gramm je 4 Wochen oder Schmierseife 200 Gramm je 4 Wochen oder Haushaltseife in verkleinerter Form 125 Gramm je 4 Wochen, alles zu erhalten auf den Abschnitt „Seife I", Seifenpulver 250 Gramm je 4 Wochen, oder Schmierseife 200 Gramm je 4 Wochen, oder Haushaltseife in verkleinerter Form 125 Gramm je 4 Wochen, oder Waschmittel 100 Gramm je 4 Wochen, ebenfalls zu erhalten auf den Abschnitt „Seife II". Die bezugsfähigen Mengen an Hausbrandkohle werden von den unteren Verwaltungsbehörden besonders bekanntgegeben. Bezugsscheinpflichtige Spinnstoffwaren sind Oberbetteidung für Männer und Frauen, Leib-, Bett- unb Haushaltwäsche, sowie Meterware in Geweben und Gewirken. Ob die Bezugsscheinpflicht für Spinn- ftoffroaren und Lederwaren gelockert werden kann, wirb noch geprüft. Im übrigen wirb nochmals barauf hingewiesen, baß Brot, Kartoffeln, Roggen- u n b Weizenmehl s o wie bisher frei gekauft roejben können, obwohl auf ben Bezugsscheinen, bie vorsorglich seit längerer Zeit bereitgehalten würben, auch Abschnitte für Brot, Kartoffeln unb Mehl usw. vorgebruckt sind. Auch der Bezug von O b st unb G e mü s e unb sonstigen n i ch t g e n a n n t e n Nahrungsmitteln bleibt völlig frei. Deutschlands Ernährungslage gesichert. Aus den Erfahrungen des Weltkrieges haben wir gelernt. Sine Unterredung mit dem Reichsbauernführer. Berlin, 27. August (DNB.) Der Reichsernährungsminister Reichsbauernführer D a r r ä äußerte sich in einem Rundfunkzwiegespräch mit bem Mini- fterialbirigenten im Reichspropagandaministerium Berndt über die deutsche Ernährungslage. Aus den Erfahrungen des Weltkrieges, so sagte er, in dem man den folgenschweren Fehler gemacht habe, eine gerechte Verteilung der vorhandenen Lebensrnittel durch Karten erst dann einzuführen, als die Produktion schon stark gesunken sei und infolgedessen Mangelerscheinungen aufgetreten seien, hätten wir gelernt. Deshalb hätten wir bewußt die Bezugs- jcheinpflicht schon jetzt, also in einem Zeitpunkt ein« geführt, in bem wir mit Nahrungsmitteln reichlich versorgt seien. diesige Getreidevorräte und vor neuer Rekordernte. Noch niemals habe Deutschland vor Beginn einer neuen Ernte über so große Getreideoor- röte verfügt, wie jetzt. „Wir besaßen am 1. August 1939 ohne bie neue Ernte eine Gesamtreserve von insgesamt 8,6 Millionen Tonnen gegenüber nur 1,7 Millionen Tonnen im Jahre 1936 unb 3,3 Millionen Tonnen im Jahre 1938. Die Bedeutung dieser ungeheuren Vorräte erkenne man, wenn man sich klar mache, daß der Gesamtbedarf des deutschen Volkes an Brot und Mehl jährlich nicht höher sei, als zur Zeit der gegenwärtige Getreidevorrat beträgt. Hinzu komme, daß wir nicht nur über außerordentlich große Vorräte schon jetzt verfügten, sondern daß in diesen Wochen eine neue Ernte hereingekommen sei, die der vorjährigen Rekordernte kaum nachstehe, und den Durchschnitt der letzten Jahre wieder ganz erheblich überschreite. Reichlich Kartoffeln, Zucker, Obst und Gemüse. Auch bei ben Kartoffeln fei unsere Versorgung außergewöhnlich günstig. Für die Befriedi- gung des Startoffefbebarfes des deutschen Volkes werde heute etwa ein Viertel unserer Gesamt- Kartoffelernte benötigt. Wir könnten also darüber hinaus etwa drei Mertel unserer Kartoffelernte anderen Zwecken zuführen. Was den Zucker betreffe, hätten wir jederzeit die Möglichkeit, die Herstellung der Zuckermittel einzuschränken, um einen größeren Teil der Zucker- rübenemte als bisher auf Zucker zu verarbeiten. Hinzu komme, baß wir die größte Zucker- rübenernte zu erwarten hätten, die je in Deutschland gewachsen sei. Außerdem hätten wir aus den letzten Jahren einen Zuckervorrat auf Lager, der ausreiche, um 30 v. H. des Jahresbedarfes zu decken. Erfreulicherweise hätten wir im Gegensatz zum vergangenen Jahre in diesem Jähre einen Witterungsverlauf aehäbt, der sowohl die Obst - als auch besonders die Gemüseernte günftig beeinflußt hat. Wir können also mit einem starken Anfall von Obst und Gemüse aus eigener Erzeugung rechnen. Wir verfügen nicht nur in reichlichem Umfang über den einen Rohstoff zur Herstellung der Marmelade, den Zucker, sondern auch über das notwendige Obst. Wir würden also wie bisher in der Lage fein, qualitativ gute Marmelade in reichlichem Umfang herzustellen. Äehnliches gelte für Kunsthonig. Die Fleisch- und Fettversorgung. Ministerialdirigent Berndt fragte bann, wie es bei ben Veredelungserzeugnissen sei, in denen Deutschlands Abhängigkeit bisher am größten gewesen sei, also bei Margarine, Oele, Speck, Schm alz und Fleisch? Reichsminister Darr6 erwiderte, wenn das deutsche Volk sich so wie andere Völker mehr von pflanzlicher Ko st ernähren würde, wären wir ernährungswirtschaftlich längst unabhängig vom Ausland. Die Entwicklung des Verbrauches an Veredelungsprodukten in Deutschland sei allerdings in den letzten Jahren in entgegengesetzter Richtung gelaufen. Da uns die gegenwärtige politische Lage aber zwinge, durch Unabhängigkeit unserer Ernährung dem Führer die Freiheit des Handelns unter allen Umständen zu sichern, müßten wir nunmehr durch die Einführung der Bezugsscheinpflicht gerade auf dem Gebiete von Fleisch und Fett diese Verbrauchs- entwicklung der letzten Jahren auffangen. Damit entsprächen wir auch einer schon seit Jahren im. mer wieder betonten Forderung der nationalsozialistischen Aerzteschaft nach gesunderer Lebensführung. Wir hätten gegenwärtig 1,4 Millionen Rinder mehr als vor dem Weltkriege. Unser Gesamtschweinebestand werde anfangs Dezember dieses Jahres die Rekordzahl von rund 26 Millionen erreichen. Die Möglichkeit, unsere Schweine hoch auszunutzen, werde zu einem steigenden Anfall von Schweinefett führen. Aehnlich liegt etz auch bei der Buttererzeugung Im übrigen fei es eine Selbstverständlichkeit, bie befonberen Bedürfnisse der Kinder unter sechs Jahren und ber werbenden unb ft i H e n b e n Mütter hinsichtlich bes M i l ch v e r b r a u ch e s zu berücksichtigen. Äehnliches gelte für Kranke. Wir verfügen heute über eine Reserve an Margarinerohstoffen, die etwa dem friedensmäßigen Margarinebedarf eines Jahres entspreche. Ministerialdirektor Berndt stellte darauf fest: „Die Bezugsscheine sind also Nicht eingeführt, weil die Versorgungslage schlecht ist, sondern um zu verhindern, baß sie einmal schlecht werden könnte. Der Reichsnährstand unb feine Mitarbeiter haben hier in aller Stille unb ohne Ruhmsucht eine Arbeit geleistet, bie wirklich ganz gewaltig genannt werden kann. Mit ber Arbeit des Reichsnährstandes find alle Versuche ber Ein- kreisungsmächte zum Scheitern verurteilt, das deutsche Volk noch einmal auszuhungern und ihm damit die Waffe aus der Hand zu schlagen." Reichsminister Darrä erklärte abschließend: „Auf ernährungs politischem Gebiet kann sich die Situation während des Weltkrieges nicht mehr wiederholen. Der Führer und das deutsche Volk können sich in jeder Lage auf die deutsche Ernährungswirtschaft verlassen. Es ist mein Stolz, dies in dieser Stunde aussprechen zu können." Einschränkung de« Lustverkebrs über deutschem Hoheitsgebiet. B e rliy, 26. August. (DNB.) Durch Verordnung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe ist der g e s a m t e Luftverkehr mit inländischen und ausländischen Luftfahrzeugen über dem deutschen Hoheits« Rechtzeitig vorsorgen! Die Einführung ber Bezugsscheinpflicht für lebenswichtige Derbrauchsgüter, von ber gewisse Lebensmittel, Seife und Hausbrandkohle sowie lebenswichtige Spinnstoffwaren und Schuhwaren erfaßt werden, stellt, was besonders betont werden muß, keinesfalls etwa eine Notmaß- nah m e dar, die irgendwelche — gar nicht vor- handene — ernährungspolitische Schwierigkeiten des Reiches widerspiegelt. Wir haben es hier vielmehr durchaus mit einer Maßnahme der rechtzeitigen Vorsorge und ber gerechten Verteilung zu tun, die dafür sorgen wird, daß keiner bevorzugt und keiner benachteiligt wird. Erst in diesen Tagen wurde aus einer Veröffentlichung der zuständigen Stelle er. sichtlich, daß die deutsche 'Ernährungs« läge als vollkommen gesichert gelten kann und daß die nationalen Reserven auf allen wichtigen Ernährungsgebieten so stark vergrößert werden konnten, daß Deutschland allen Eoen» tualitäten ruhig ins Auge sehen kann. Außer den wesentlichen Grundnahrungs. Mitteln, die besonders reichlich vorhanden sind und für die die ausgegebenen Bezugsscheine deshalb nicht benutzt zu werden brauchen, wie Brot, Mehl, Kartoffeln, Obst, Gemüse, gibt es eine Reihe von anderen Nahrungsmitteln, die im Interesse der wirtschaftlichen und damit auch politischen Unab« hängigkeit unb Freiheit bes Reiches bewirt- schäftet werden müssen. Diese Güter sind Fleisch und Fleischwaren, Milch, Milcherzeugnisse, Oele unb Fette, Zucker und Marmelade, Graupen und ähn. liche Nährmittel, Kaffe, Tee, Seife und Hausbrand, kohle. Alle diese Güter stehen in ihrer Gesamt- h e i t in einem für die Ernährung bes ganzen Volkes ausreichendem Umfang zur Ver- fügung. Deswegen hat auch das ganze Volk ein Anrecht« uf sie. Nicht derjenige soll außer ben Grundnahrungsmitteln, die jeber hat, von bie» sen Dingen mehr zu essen bekommen, ber bie Zeit hat, von Laben zu Laden zu laufen und zu Ham- ftern, während andere, bie keine Zeit haben, leer ausgehen — fonbern jeder soll seinen Teil von diesen Gütern bekommen. Der na» tionalsozialistische Staat ist gewillt und fähig, mit ber gegenwärtigen gespannten Situation, bie Kon» fliktsmöglichkeiten in sich birgt, fertig zu werden. Er läßt sich von ben Ereignissen nicht überraschen, fonbern er sorgt rechtzeitig vor. Darum ist die jetzt eingeführte Ordnung des Bezuges einiger Der» brauchsgüter ein Zeichen des unbebingten Selbst» behauptungswillens des deutschen Volkes unb ein Mittel zur Wahrung ber Freiheit seines Handelns. Das Auslanb wird barüber im klaren fein müssen, daß das deutsche Volk, in treuer Gefolgschaft unb Selbstdisziplin um seinen Führer geschart, alle Versuche wirtschaftlicher Druckmaßnahmen seitens des Auslandes ebenso einmütig unb erfolgreich zu» rückweisen wird, wie es bisher ben „politischen Nervenkrieg" glänzend bestauben hat. g e b i e t mit sofortiger Wirkung verboten. Diese Verordnung finbet keine Anwendung auf Luftfahrzeuge im Dien ft e der deutschen Wehrmacht. Für diese Luftfahrzeuge gilt eine ©onberreglung. Sie findet ferner keine Anwen» bung auf Regierungsflugzeuge unb den Fluglinienverkehr. Für das Befliegen der Flughäfen Berlin-Tempelhof unb Königsberg-Devou gelten besondere Anflugbeftimmungen. Weitere Ausnahmen bebürfen ber Genehmigung bes Reichsmini' fters ber Luftfahrt unb Oberbefehlshabers ber Quft» roaffe. In jebem Falle — ausgenommen bei Flügen im Dienste der Wehrmacht — ist bei Erblust nicht über 500MeterüberGrunbzu fliegen. Zu» wiberhanblungen finb strafbar. Der Füher sprrach zu den Abgeordneten V e r l i n, 27. Aug. (DNV.) Der Führer sprach heule zu ben im B o tscha ft ersaal ber Neuen Reichskanzlei versammelten Abgeorbne- len bes Deutschen Reichstages. Die Ab- georbneten bereiteten bem Führer am Enbe seiner ben Ernst ber Slunbe kennzeichnenben Ausführungen eine stürmische Ovation. Reichsparteitag abgesagt. Berlin, 26. Uug. (OJIB.) Die Reich-- Pressestelle ber NSDAP, teilt mit: Der für bie Zeit vom 2. bis 11. September b. 3. angesehle Reichsparteitag finbet nicht statt. Ob feine spätere Abhaltung ins Auge gefaßt werben kann, hängt von ben Zeitumstänben ab. Zehntägige Postsperre für Teile des Heeres und der Lustwaffe. B e r I i n , 26. Aug. (DNB.) Dom 26. August 1939 ah tritt eine Postfperre für bie außerhalb der Standorte befindlichen Teile des Heeres und der Luftwaffe von etwa lOtägiger Dauer ein. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, von Postsendungen aller Art zur Entlastung der Post während dieser Postsperre Abstand zu nehmen. Die Freigabe des Postverkehrs wird zeitgerecht durch die Presse veröffentlicht werden. Respektierung der Neutralität. Deutsche Mitteilung in Brüssel, den HaG Luxemburg und Bern. Berlin, 26. Aug. (DNV.) Der deutsche > fRaffer in Belgien unb bie beutschen Gesandte« in ben Nieberlanben, in Luxemburg u"d in ber Schweiz haben heute ben genannten £ä0* bern erneut Erklärungen über ben Entschluß der Reichsregierung übermittelt, bei kriegerischen Verwicklungen bie Neutralität bieser Län- ber zu respektieren unb bie bestehenden freunbschaftlichen Beziehungen 5° ihnen weiter zu pflegen. * In Brüssel wurde die Erklärung mit gr°* 6er Befriedigung zur Kenntnis genommen, und es wird erklärt, daß Belgien unter allen Umständen neutral bleibe. „Ding' tieme Siede" schreibt, daß die Demarche des deutschen Botschafters die Zuversicht Belgiens beträfttge. Der flämische „Standaard" erklärt, Deutschland könne sicher sein, daß Belgien eine strenge Neutrantar aufrechterhalten werde. Ein Angriff gegen Di® belgische Neutralität würde ab gewehrt, von welcher Seite er auch immer kommen möge. „Pays Röel" schreibt der Rexistenführer Degreß Mlielistiniml mit Deutschland vollkommen überein Die römische presse zur Lage. — Besprechungen beim Duce. Rom, 27. August (DNB.) Nach einer amtlichen Verlautbarung der Agenzia Stefam hat Mussolini Außenminister Graf Ciano, den Verkehrsminister Benni, die Generalstabschefs des Heeres, General Fariani, der Marine, Admiral Cavagnari, und der Luftwaffe Fliegergeneral Valle, sowie General Faoagrossa im Palazzo Venezia empfangen, mit' denen er sich über Fragen der militärischen Vorbereitungen unterhielt. Agenzia Stefani teilt ferner mit, daß der Duce in Gegenwart des Außenministers Graf Ciano Sonn- tagoormittag erneut den deutschen Botschafter von Mackensen empfangen hat. Sämtliche Gestellungspflichtigen der Iahresklafsen 1 902 und 1910 sind jetzt zu ihren Regimentern eingerückt. Die Einberufungsorder wurde mit größter Disziplin ausgeführt, es herrscht eine ausgezeichnete 'Stimmung. Am 3. September haben sich die Gestellungspflichtigen der Jahresklassen 19 03 und 1913 bei den zuständigen militärischen Stellen zu melden. i 3n Rom herrscht der Eindruck vor, daß die Entscheidung, ob Krieg oder Frieden, immer näher rücke. Die Sonntagspresse spiegelt diesen Eindruck in Schlagzeilen wie „Die Lage wird immer ernster — Spannung an der deutsch-polnischen Grenze immer bedrohlicher" wider. „Giornale d'Jtalia" betont, daß Italien bis zuletzt in seinen Bemühungen fortfahre, um eine Klärung der Lage auf realistischer und konstruktiver Grundlage herbeizuführen. Man werde allerdings a b - warten müssen, ob diese Aktion und die deutsche Initiative in einem zerrissenen, in manchen Teilen von egoistischen Interessen beherrschten Europa auf genügend Verständnis stoßen werden. Was besonders von französischer Seite an Mussolini gerichtete dringende Appelle zu einer neuen Intervention zu Gunsten des Friedens betreffe, so müsse man sich fragen, welchen Gefühlen diese Appelle in Wirklichkeit entspringen, und sich dabei die von Frankreich nach München gegenüber Italien eingenommene Haltung vor Augen führen. Italien stimme mit Deutschland vollkommen überein und habe das lebhafteste Verständnis für die deutschen Rechte und die deutsche Haltung. Es habe nicht erst auf Appelle von diesseits und jenseits des Ozeans gewartet, um eine intensive politische und diplomatische Aktion zuGun st en eines Friedens auf der Grundlage der Gerechtigkeit zu unternehmen. Heute gelte es abzuwarten, welche Haltung London nunmehr ein- zunehmen gedenke. Italien warte ruhig die weitere Entwicklung der Dinge ab' ohne deshalb auf jene militärischen Vorbereitungen zu verzichten, über die sich der Duce am Samstag habe Bericht erstatten lassen. ble deutsche Versicherung sei a6sötuk einblütig. Man müsse der deutschen Regierung tank dafür wissen, daß sie zur entscheidenden Hunde öffentlich und ohne Umschweife mitgeterlt hebe, daß sie Belgien respektieren werde. Auch die holländische Presse bringt die Mitteilung über die Erklärung, wonach Deutsch- land im Falle eines unvermeidlichen Krieges die Selbständigkeit und die Neutralität der Niederlande adten wird, falls die Niederlande auch ihrerseits einen streng neutralen Standpunkt einnehmen wer- -ei, mit zustimmenden Überschriften in großer Aus- Mchung. — 2m Handelsblad wird nochmals der niederländische Neutralitätsstandpunkt dargelegt und cur die historische Aufgabe als neutrales Land hin- xeroiesen. Holland habe die Pflicht, für die Einhal- tmg dieser Neutralität mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu sorgen iirb zu verhindern, daß es, gleichviel von welcher Site, als Durchgangs- und Ausfallstor oder als Mittelpunkt der Agitation mißbraucht wird. Kabinettsbesprechungen in London. Henderson wird heute abend wieder in Berlin sein. London, 28. August. (DNB.) Der englische Bktschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, harte Samstag im Hanse Downing Street 10 eine vierstündige Unterredung mit Mini- sitrpräsident Chamberlain. Außenmini- fttr Halifax nahm an diesen Besprechungen mhrend der ersten drei Stunden teil. Anschließend begab sich Henderson in den Buckingham-Palast, tut er sofort vom König empfangen wurde. Dcs Kabinett trat abends zusammen, um den Atncht Hendersons entgegenzunehmen. Das Kabi- M, das Sonntagnachmittag 15 Uhr erneut zu einer Sitzung zusammengetreten war, beendete seine Btratungen über die Mitteilungen des Botschafters Anderson gegen 17 Uhr. Nach der Kabinettssitzung wurde folgendes CommuniquL ausgegeben: „Montaa mittag W 12 Uhr soll eine neue Kabinettssitzung Ntfinden. Es wird erwartet, daß Botschafter chcnderson am Montag nach Berlin g,rückkehren wird und die Antwort der bri- tijrjen Regierung auf eine Mitteilung des Führers ntnehmen wird. Die Berichte, die in der P- e f s e über die Mitteilung des Führers an die Mische Regierung erschienen sind, sind als v o l l - ktinmen unrichtig zu bezeichnen. An der Ka- bi ettssitzung nahmen sämtliche Minister außer Lcd Maugham teil, der sich noch in Kanada beeidet." Hurz nach 17 Uhr verließ Chamberlain seine Löhnung und begab sich in den Buckingham-Palast y m König. Wie man hört, hatte sich der Pri- orsekretär des Königs, Sir Alexander Har- dinge, heute nachmittag in das Foreign Office begeben und von dort aus in die Amts- rormung des Ministerpräsidenten. Es wird er« mietet, daß Botschafter Neville Henderson im Mchluß an diese Sitzung seinen Rückflug nach Berlin an tritt, wo erimLaufedesAbends eii treffen dürfte. Voraussichtlich wird das eng- lche Unterhaus am Mittwoch zusammen- trecn, um eine Erklärung Chamb erlains eniZegenzunehmen. Eine Rundfunkansprache Oaladiers. tzaris, 26. August. (DNB.) Der französische Müsterprasident D a l a d i e r richtete Freitagabend *U»r alle französischen Sender eine 12-minütige «sprach e an das französische Volk. seinem Appell versuchte er, das französische Volk boon zu überzeugen, daß er alle seine Anstrengun- gei darauf gerichtet habe, den Krieg zu verhind- bf*n. Er gab feiner lieberzeugung Ausdruck, daß si, alle Probleme in freien Verhandlungen lösen fogen. Er behauptete weiter, daß man „vor der frttge der Freiheit und des Lebiens Polens" (!) ltihe unb daß Frankreich gegenüber anderen Völ- trn Verpflichtungen eingegangen fei. Er Unterst ch dann sehr nachdrücklich, daß Frankreich ge- minfam mit England alles getan habe, um bie Teos* lerer Besprechungen zu einem Erfolg zu fuhren, betagte sich über den Kurswechsel der Moskauer Wtik und schloß pathetisch mit einem Appell an den NU und die Willenskraft der Franzosen.___________ Die Auffassung in der Schweiz Bern, 27. August. (Europapreß.) lieber eine Sitzunades schweizerischen Bundesrates wurde folgende Meldung ausgegeben: Der Bundesrat ist am Sonntagvormittag zu einer Sitzung zusammengetreten, um die internationale Lage zu besprechen. Es wurde dabei festgestellt, daß sich diese Lage in den letzten zwei Tagen nicht verschlimmert hat und daher für die Schweiz kein Anlaß besteht, weitere Maßnahmen zu treffen. Die Mitglieder des Bundesrates bleiben jedoch über Sonntag in Bern, um gegebenenfalls zusammentreten und etwaige Maßnahmen treffen zu können. Die ruhige Haltung des Bundesrates wirkte in der schweizerischen Oesfentlichkeit st a r k beruhigend. Von einer Mobilmachung, die in weiten Kreisen erwartet wurde, ist im Augenblick nicht mehr die Rede. Auch die Linkspresse hat diese Forderung fallen gelassen und erkennt die Richtigkeit der Regierungspolitik an. In chren Betrachtungen zur Lage sind die Blätter zurückhaltend. Die Parteinahme der großen jüdisch geleiteten Zeitungen für Polen ist aber nach wie vor unverkennbar. Vor dem Zusammentritt des Obersten Sowjets. Heute abend Erklärung Molowws über den deutsch-russischen Vertrag. Moskau, 28. August (DNB. Funkspruch) Der Oberste Sowjet wird am heutigen Montagnachmittag im Großen Palais des Moskauer Kreml zu feiner angekündigten vierten außerordentlichen Session zusammentreten. Die erste Kammer des Obersten Sowjets, der sogenannte Bundes- r a t, wird um 14 Uhr (Moskauer Zeit) eine Sitzung abhalten, während die zweite Kammer, der sogenannte Nationale Rat, um 16 Uhr (Moskauer Zeit) sich versammeln wird. Man nimmt an, daß beide Kammern zunächst eine Entschließung zur Tagesordnung fassen und voraussichtlich schon auf Montagabend die Vollsitzung festsetzen werden, auf der Molotow seine außenpolitische Erklärung zum deutsch-sowjetrussischen Vertragswert abgeben wird. Amerikas Neutralitätsakte. Washington, 28. Aug. (DNB. Funkspruck.) Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, wird Roosevelt im Falle eines europäischen Krieges unverzüglich das Wirksamwerden der Neutralitätsakte proklamieren, gleichgültig, ob ein Krieg formell erklärt würde oder nicht. Die Anwendung der Akte würde automatisch die W a ff enausfuhr sperren. Das würde beispielsweise die bereits bestellten Flugzeuge für England und Frankreich betreffen. Oie japanische Regierung zurückgetreten. Tokio, 28. Aug. (DRV. Funkspruch.) Die japanische Regierung ist soeben zurück- gelrelen. Ministerpräsident hiranuma begab sich 3 um Kaiser, um ihm von diesem Entschluß Mitteilung zu machen. Der Kaiser genehmigte den Rücktritt. Das Kabinett führt die Geschäfte vorläufig weiter. Kleine politische Nachrichten. In London ist eine Regierungsverordnung veröffentlicht worden, nach der die gesamte britische Handelsflotte der Admiralität unterstellt wird. Damit müssen alle britischen Handelsschiffe von nun an den Anweisungen der militärischen Führung Folge leisten. * Reuter meldet aus Hongkong, daß 200 Frauen und Kinder britischer Staatsbürger die Stadt auf Aufforderung der britischen Behörden verlassen und sich nach den Philippinen begeben haben. Die Maßnahme zeugt davon, daß England offenbar einen Angriff Japans auf Hongkong fürchtet. * Aus Kairo wird gemeldet, daß ein Teil der englisch-indischen Truppen, die kürzlich nach Aegypten verlegt worden sind, zur „Aufrechterhaltung der Ordnung" in Kairo verbleiben sollen. In national gesinnten Kreisen Aegyptens wird es als Geste des Mißtrauens gegenüber den Aegyptern empfunden, daß England die ägyptische Truppen in die Grenzbefestigungen entsendet, während es das Landesinnere mit fremden Kolonialtruppen besetzt hält. Der ägyptische Ministerrat in Alexandrien beschloß in einer Nachtsitzung die Auf- stellung einer Territorialarmee nach englischem Vorbild. Aus London wird gemeldet, daß Irland beschlossen hat, im Falle eines Konfliktes neutral z u bleiben. Dem Foreign Office sei eine entsprechende Mitteilung bereits zugegangen. Eiserne Disziplin. Darmstadt, 27. Aug. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung, gibt folgende Bekanntmachung des Oberbefehlshabers des Heeres bekannt: Deutsche Volksgenossen! Auf Anordnung des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht habe ich die vollziehende Gewalt im Operationsgebiet des Heeres übernommen und mit ihrer Ausübung die Oberbefehlshaber der Armeen beauftragt. Die Oberbefehlshaber der Armeen find befugt, für ihr Armeegebiet Rechls- verordnungen und Vorschriften aller Art zu erlassen und Zuwiderhandlungen unter Strafe zu stellen. Alle Behörden und sonstige Dienst st ellen versehen ihre Aufgabe weiter. Deutsche Volksgenossen! Deutsche Soldaten stehen bereit zur Sicherung der Reichs- grenzen und wenn es nötig sein sollte, zur Abwehr jedes Feindes auf der Erde und in der Luft, komme, was da kommen mag. Ich erwarte, daß ihr alle gegebenen Anordnungen miteifernerDisziplin.Ruheundkalt- blütigkeit befolgt und bereitwillig Mithilfe leistet, wo sie von euch verlangt wird. Die getroffenen Maßnahmen dienen dem wohl des Vaterlandes wie jedes einzelnen von euch und sind notwendig, um der Wehrmacht die Erfüllung ihrer Aufgabe zu erleichtern. Ich bin gewiß, daß ihr auch jetzt in unverbrüchlicher Treue, Geschlossenheit und Opferbereitschaft dem Führer folgen werdet. Ls lebe der Führer! Der Oberbefehlshaber des Heeres gez.: von Brauchitsch. Am Samstagabend explodierte vor einem Warenhaus in Liverpol eine Bombe. Menschenleben kamen dabei nicht zu Schaden. Ein Verdächtiger, der von Passanten eingeholt wurde, wurde in Haft genommen. Es soll sich um einen Anschlag der IRA. handeln. ♦ Der türkis ch e Botschafter in London, Ruschti Aras, ist zur Berichterstattung am Sonntagabend nach Ankara abgereift. Desgleichen verließen die Botschaften Frankreichs und Englands Ankara zur Berichterstattung bei ihren Regierungen. Das französische Finanzministerium hat der polnischen Regierung einen Kredit von 430 Millionen Francs eingeräumt, der für französische Kriegsmateriallieferungen bestimmt ist. ♦ Der Generalgouverneur von Libyen und Oberbefehlshaber der Streitkräfte von Italienisch- Nordafrika, Marschall B a l b o , ist wieder in Tripolis eingetroffen. Sofort nach seiner Ankunft hat Marschall Balbo den General st ab zu sich gebeten und sich anschließend zur Besichtigung der mobilisierten Truppen begeben. Weiterbericht Durch verhältnismäßig hohen Luftdruck herrscht über dem europäischen Festland eine recht gleichförmige Luftdruckverteilung. Demgemäß ist der Wetterablauf im wesentlichen freundlich, doch kommt es in den Morgenstunden vielfach zu Dunst- und Nebelbildung und tagsüber zu vereinzelt auftretenden gewittrigen Störungen. Vorhersage für Dienstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, aufheiternd, doch Neigung zu gewittrigen Störungen, warm und schwül. Vorhersage für Mittwoch: Im wesentlichen freundlich, aber nicht störungsfrei. Lufttemperaturen am 27. August: mittags 23,6 Grad Celsius, abends 19 Grad: am 28. August: morgens 15,7 Grad. Maximum 27,3 Grad, Minimum heute nacht 14,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. August: abends 23,6 Grad: am 28. August: morgens 19,5 Grad. — Sonnenscheindauer 4,2 Stunden. Galoppritt nach Prosperia. Don Werner P. Töfflinger. 3Mn kann sich in Raffles Bar auf den Fuß icen, denn Raffles Bar ist ein Mauseloch von lo'al, engwinklig und dunstig wie eine Waschküche, tbsr man kann sich auch draußen im weiten Corin! höllisch im Wege sein — vor allem, wenn man fthe empfindlichen Ellbogen hat wie Anchony eigentlich) war diese Empfindlichkeit erst jüngeren Serums. Seitdem die Ranch beim Makler drüben i Prosperia zum Verkauf aushing, lag dem schönen ililthony ein Stein quer im Magen. Mehr als -imnal verschoß er einen gallig-grünen Blick auf k: blonden Charly, obwohl Charly das gleiche irwiffe Los zu tragen hatte. S eihe verwalteten nämlich gemeinsam die Ranch liisn am Prosperia-River. Beide waren von einer te ossenschaft angestellt. Allein seit Tagen inter- ei'üirte sich ein Konservenfabrikant für die Ranch, iti dieser Fabrikant hatte erklärt, an einem 23er- Btier genug zu haben. vermutlich wird dein Maulesel bald eine andere Bebe zu sehen kriegen", stichelte Anthony. Doch die blonde Charly drehte nur am Mundstück feiner Raskolbenpfeife und schwieg. Ja, er entwickelte an Mm Tage so viel hartgesottenen Gleichmut, daß tbipony schließlich seine Reden'aufsteckte und verlasen ins Haus stelzte. I elleicht wird der dicke Fabrikant Charly laufen Itfitn, überlegte Anthony, durch den Anblick einer 8hskyflasche angeregt, die drüben im Regal stand. Be: n man Charly noch heute unter Alkohol setzte. dr Stammgäste in Raffles Bar konnten bezeugen, W Charly kein Meister im Zechen war. — Wenn N morgen hier mit einem Brummschädel herum- liii unb so dem neuen Boß in die Quere kam? Anthony ließ ein wohlgefälliges Grunzen hören, fier Nnfall war gut. Der Einfall war sogar aus- Mchnet, und Anthony grübelte, wie man Charly itt$ heute zum fröhlichen Mithalten bewegen liirtfe, als ihn Geräusche ablenkten. ^-außen lachte Charly sein Helles Kinderlac^n. & achte und sprach mit jemandem, und als An- tyn) seinen Kopf neugierig durch das Lattengitter Rollade zwängte, geschah es, daß sein Mund öc Verblüffung offen stehenblieb. Draußen stand eine Dame, ein Traumbild von Frau, maisblond und schlank wie eine Zypresse, und Anthony hielt den Atem an. Er Härte Charly mit dem Gast plaudern. Er sah ihn dienstbeflissen einen der drahtgeflickten Rohrsessel herbeischleppen, und Anthonys Herz zog sich wie ein Schwamm voll Eifersucht. Hastig harkte er sich das Haar zurück. Er hatte feinen Plan vergessen. Sporenklirrend stelzte er vor die Tür, um seinerseits den Gast zu begrüßen. Allein die Dame , fühlte sich schon in jeder Hmsicht hier zuhause. Freundlich reichte sie Anthony ihre kleine, ringgeschmückte Hand. Der unerwartete Regen habe sie gezwungen, Rast zu machen, 'meinte sie mit einem muhen L Anthony verneigte sich. „Es ist uns eine Ehre , bekräftigte er mit einem Feuerblick. „Die Ranch steht zu Ihrer Verfügung!" Und er schlangelte sich an Charly vorbei, um noch rechtzeitig im zweiten Sessel neben der Dame Platz zu fassen. Jedoch Charly schob ein Bein vor, nickte freundlich und ließ sich eine Sekunde vor Anthony im knirschenden Rohrgeflecht nieder. Wenn Sie hierbleiben wollen", sagte er nach einer Weile lauernd, „kann mein Freund vielleicht schon immer Ihr Pferd absatteln." Und er schielte triumphierend zu Charly hinüber. Doch die Dame ersparte Charly eine Antwort. Sie wolle den Herren keinerlei Mühe bereiten, meinte sie beschwichtigend. „Womöglich läßt her Regen nach, dann kann ich vielleicht doch noch nach Prosperia hinüber „Nach Prosperia?" fragten Charly und Anthony in einem Atem. w r Die Dame suchte in den Taschen ihrer Rettb use und nickte. „Ich habe nämlich meine Zigaretten vergessen", gestand sie leise. ,^3ch bin eine leidenschaftliche Raucherin." Und sie nannte die von ihr bevorzugte Murke. Charly war mit einem Satz aufgesprungen. „Aber das macht doch nichts", rief er eifrig. „Ich besorge Ihnen schnell ein paar Zigaretten, ^n einer halben Stunde bin ich von Raffles Bar ä^uck. Und m Riesenschritten stampfte er zu den Stallungen hin Ub5o(h als er den unruhig tänzelnden Schimmel fältelte, stand Anthony neben 'hm ein verschlagenes Leuchten in den Augen. „Ich hab s mir überlegt". murmeüe er. Mir werden beide reiten. Die Dame kann sich so lange ausruhen. Wer zuerst zurück ist, hat das Vorrecht." Charly schwieg, und fein Gesicht schimmerte fahl, wie von Mondlicht überflutet. „Wenn du die Dame anrührst, geschieht ein Unglück", flüsterte er eisig. Und er rückte mit zitternden Händen den schweren Bocksattel zurecht. „Wir können ja auch wegen einer anderen Sache um die Wette reiten", lenkte Anthony unerwartet sanft ein, und er meinte, wer zuerst mit den Zigaretten zurück sei, bleibt hier auf her Ranch, her andere schnüre morgen sein Bündel. Charly wickette zwei Srlberstücke in einen Putzlappen und schob den Lappen in die Sattettasche. Danach ging er in die Fvhlenbox hinüber und angelte seine Sporen vom Geschirrbrett. „Also, einverstanden", sagte er, als sich Anthony federnd auf seinen Rappen schwang. „Es fei denn, der Fabrikant entscheidet morgen anders. Und als Anthony zustimmend nickte, preschten sie gleich darauf davon, daß die Schollen von den Hufen der Pferde flogen. Breit und schwer hockte Charly im Sattel, em Hüne von Mann. Doch aufmerksam lenkte er um jede Sumpfstelle, und so gewann er trotz seiner Körperschwere Vorsprung und konnte schließlich als erster vor Raffles Bar schweißgebadet aus dem Sattel steigen. Der Wirt, ein kurzbeiniger Mexikaner mit einer schmutzigroten Leibschärpe, polterte verdutzt die Stiege herab. Doch Charly kramte ohne hochzublicken in der Satteltasche. Er warf Striegelbürste, Ersatzriemen und Lappenreste zu Boden. Allein das Putztuch war nicht aufzufinden, und als Anthony neben ihm den dampfenden Criollohengft zum Stehen brachte, wußte Charly, daß er das Geld verloren hatte! Im ersten Augenblick starr vor Schreck, riß er gleich darauf hastig die Sporen ab, um sie in Zahlung zu geben. Doch der Wirt verhandelte währenddessen schon drinnen- mit Anthony. Mit drei langen Sätzen stand Anchony wenige Sekunden später wieder im Freien, stürzte zu seinem Rappen, und als er aufsaß, stieß er ein Lachen durch die Zähne, das Charly alle Farbe aus dem Gesicht trieb. Bleich reichte Charly dem Wirt die Sporen. „Drei Päckchen Zigaretten", zischelte er. „Ich löse die Sporen morgen ein. „Und danach schwang er sich wieder auf den Schimmel, wendete und folgte dem Davonjagenden. Er wußte, Anthony hatte ihm das Geld gestohlen, während er die Sporen aus der Fohlenbox geholt hatte. Um so weniger durste Anthony jetzt bas Rennen gewinnen, und in einem wilden Galopp setzte ihm Charly nach. Er ritt wie um fein Leben, und kurz hinter der Bohlenbrücke hatte er den Nebenbuhler fast einge- holt, als er ein Auto passierte, ein graues, über und über beschmutztes Fahrzeug. Ein halbwüchsiger Junge in einem weiten Oelhautmantel winkte, Hilfe erbittend. Der Wagen hatte sich im zähen Morast festgefahren, und mitten im Galopp warf Charly das Pferd herum. Hinter der Motorhaube hatte er ein Gesicht er- fannt — das Gesicht des reichen Konservenfabrikanten! Fluchend kam der Fabrikant zum Vorschein, während Anthony wie toll zur Ranch galoppierte, und Charly glitt wie ein Schatten aus dem Sattel. „Vielleicht haben Sie einen Strick bei der Hand", sagte er mit feinem sanftesten Lächeln. „Wenn wir den Gaul Vorspannen, kriegen wir Ihre Himmelsgondel bestimmt wieder frei!" Und er nahm dem Jungen einen kleinen Spaten aus feinen zarten Mädchenhänden, um die Vorderräder sreizufchaufeln. Der Fabrikant starrte mit urnwölkter Stirn hinter Anthony her. Aber bann reichte er seinem Helfer eine dünne Stahldrosse, und wenige Minuten später faßten die Räder wieder festen Boden. Der dicke Fabrikant strahlte. Immer wieder schüttelte er Charly bewegt die Hand, und der Junge lehnte sich bewundernd an Charly, lächelte mit roten Mädchenlippen und sagte: „Ich heiße Dolly und bin die Sekretärin von Mr. Brown. Wenn wir nachher drüben auf der Ranch ein wenig plaudern könnten ..." Charly lachte in das lachende Gesicht, in dem zwei luftige blaue Augen leuchteten. „Meine Frau ist nämlich vorausgeritten", erklärte der Fabrikant, wieder am Steuer Platz nehmend. „Ich habe eben in Prosperia den Kaufvertrag unterzeichnet. Ich glaube, wir werden auch weiterhin gute Freunde bleiben!" Und er streckte Charly nochmals gerührt feine Hand hin. Charly stand mitten im Regen, wie betäubt, während ihm die Sekretärin verstohlen zublinzelte. Er sah das Auto zur Ranch fahren, und indem er langsam folgte, mußte er immer wieder an Anthony denken, der sich in dieser Stunde um die schönste Chance seines Lebens gebracht hatte. Tannenberg in den Erinnerungen eines Mitkämpfers Die kriegerischen Geschehnisse in Ostpreußen vom Tage der Mobilmachung bis zu dem gewaltigen Höhepunkt der Tannenberger Schlacht bilden ein in sich geschlossenes Ganzes, welches in gerader Lime und in nachträglich erstaunlicher Folgerichtigkeit zu dem größten und wohl auc^ am schwersten errungenen Siege deutscher Truppen in der Weltgeschichte führte. Persönliche Aufzeichnungen, Kriegstagebücher und Feldzugbriefe, die nun in diesen Tagen aus der Schublade geholt werden, geben in fast wundersamer Weise ein farbensattes, von der wachen Erinnerung neubelebtes Bild jener Wochen, in denen ein Feldherrnpaar im ersten Strahlenkranz des Ruhmes sichtbar wurde, in denen eine deutsche Provinz gerettet und befreit war und in denen eine wohl auf verlorenem Posten stehende, dem Gegner weit unterlegene deutsche Armee unter Einsatz des letzten Mannes die große Linie des Schlieffenschen Gesamtfeldzugsplanes im Osten aus eigenster härtester Kraft innezuhalten wußte. Während des ganzen Juli 1914 lagen die Regimenter des XVII. Armeekorps auf den Truppenübungsplätzen in West- und Ostpreußen. Bei einer Gefechtsübung dort fielen in den letzten Tagen des Monats plötzlich zwei scharfe Schüsse, die ein Mann aus Neugier und Ueber- mut in die Luft abgegeben hatte. Die Uebung wurde abgeblasen, alle Gewehre untersucht, der „Täter" aber nicht festgestellt. Unvergeßlich blieb allen übrigen Angehörigen der Truppe jenes wohl geringfügige Ereignis, als dann nur wenige Tage später in den Grenzgefechten wirklich die ersten scharfen Schüsse knallten und niemand mehr das Signal „Das Ganze Halt!" gab. Das Zwitschern und Sausen und Singen der Jnfanteriegeschosse, die man auf dem Truppenübungsplatz Arys zum erstenmal vom markierten Feind her gehört hatte, wurden nun schnell die' tägliche Gewohnheit des Soldaten. Vorzeitig ward die Uebungszeit abgebrochen und durch die reifenden goldgelben Kornfelder fuhr das Regiment an einem strahlenden Hochsommertage in die Garnison zurück: der Zustand der „drohenden Kriegsgefahr" war ausgesprochen und schwüle Erwartung lagerte über dem Land, als schon die ersten Reservisten Abschied nahmen und zu ihren Regimentern einrückten. Am 12. August erhielt das Regiment die Feuertaufe auf russischem Boden südlich Soldau, ward dann nach Gumbinnen mit der Bahn gefahren, griff dort im Rahmen des XVII. Armeekorps und der anderen Truppen der 8. Armee die Armee Rennenkampf an und wurde blutig abgewiesen. Am 21.August trat man den Rückzug an, der, wie es mit Schrecken durch die Truppe ging, bis hinter die Weichsel führen sollte. Es war nicht zu glauben, daß man das herrliche Land nun kampflos im Stich lassen und räumen sollte, und alle Schrecken eines bevorstehenden Einfalles begleiteten jetzt schon die Truppe, als sie die leeren Dörfer, das umherjagende Vieh, die Räumung der Amtsstellen und die erbarmungswürdige Äon Oberstleutnant z. 23. Matthaei. Flucht der Bewohner mitansehen mußte, ohne helfen zu können. Sie hemmten vielfach die militärischen Bewegungen der Truppe, verstopften die Straßen, so daß schließlich die Marschkolonnen vor den Bewohnern, ihrem Hab und Gut und Vieh gewaltsam den Vorrang sich schaffen mußten. Wohl trostlos und hoffnungsarm war die Stimmung, die der blutige Rückschlag von Gumbinnen nicht so herabgemindert hatte, wie gerade das Elend des Landes. Da lief am 22. August während einer Rast die Nachricht vom Wechsel im Oberkommando ein, die Namen Hindenburg und Ludendorff tauchten auf und schon am folgenden Tage bog das XVII. Korps von der unerwünschten westlichen Marschrichtung ab, zog die Nachhut ein und marschierte wieder mit Vorhut nach Süden einem neuen Feinde entgegen, im Rücken gegen Rennenkampf nur schwach durch Kavallerie gedeckt, aber gehoben in der Stimmung und bereit und willig, die Scharte von Gumbinnen auszuwetzen und, was auch kommen mochte, den Feind nun anders und kräftiger zu packen: „Tannenberg" zeichnete sich am Horizont ab, als am gleichen Tage Hindenburg und Ludendorff in Marienburg eintrafen und bei Lahna und Orlau das XX. Korps den ersten Stoß der Armee Samsonow auffina und, befehlsmäßig zurückweichend, die Oeffnung des Kessels freimachte, in dem der russische Führer sich verfangen und mit feiner Armee untergehen sollte. In gewaltigen Märschen bei glühender Sonnenhitze und auf schlechtesten Landstraßen zogen am 24. und 25. August die Kolonnen der deutschen Korps und Reservedivisionen neben- und hintereinander nach Süden. Unbekannt blieb zwar das Ziel, aber der Marschtritt ward beschwingt, weil auch der letzte Mann fühlen mochte, daß eine große und entscheidende Operation bevorstand, an der teilzuhaben oas Korps nicht versäumen wollte. Kosaken- Patrouillen tauchten da und dort lauschend und spähend auf, sie wurden verjagt und rastlos strebte die Truppe weiter, als sie am 26. August bei Lautern und Großbössau auf starken Feind stieß. Es war dos russische VI. Korps, welches weit ösllich Allenstein nach Norden vorfühlte, um die Verbindung mit der in westlicher Richtung vormarschierend gedachten Armee Rennenkampf aufzunehmen und so die deutschen Operationen zu zertrümmern. Anders wie bei Gumbinnen setzte die Führung den deutschen Angriff diesmal an: unvergeßlich der Augenblick, als auf die ersten Meldungen über die Stärke und Stellung des Gegners in den frühen Vormittagsstunden der Kommandierende General des XVII. Armeekorps, General der Kavallerie von Mackensen, mit seinem Wagen fast bis zur Jnfanteriespitze vorfuhr, in persönlichem Augenschein die Lage erkundete und dann den Befehl zum Angriff gab. Erst sollte die Artillerie den Gegner zusammenschlagen, und dann erst die Infanterie das Ihre tun, — so schnell hatte man von Gumbinnen her die erste Kriegserfahrung ausgewertet und zum Nutzen der Truppe verwandt. In weitem Raume entfaltete sich die Infanterie, trug den Angriff bis auf mittlere Entfernungen vor, und dann erhielt die Artillerie die Aufgabe der Bekämpfung. Einen harten heißen Tag lang rang das Korps neben anderen Truppen und Reserveverbänden mit den Russen, und als am Abend die Infanterie sich erhob, in schnellem Lauf die letzten paar hundert Meter den Berghang hinabstürmte und^den Feind aus dem Walde heraustrieb, war der Sieg errungen. Sofort trat man zur Verfolgung an, in tiefster Nacht marschierten die Korps durch dunkle Wälder dicht aufgeschlossen und drückten den Gegner nach Süden zurück, dessen Marschstraße an umgestürzten Fahrzeugen und Geschützen, an toten Pferden und fortgeworfenen Waffen alle Zeichen eines überstürzten Rückzugs führte. Als der 27. August heraufdämmerte, war das russische VI. Korps verschwunden; es ging hinein in den Kessel, dessen Nordostrand nun das XVII. Korps abschloß, um keinen mehr durchzulassen. Nachzügler und Versprengte, Verwundete und Beute fielen den nachstoßenden Truppen in die Hand, als sie am 27. und 28. August über Bischofsburg weiter nach Süden drückten und sich dem Inneren des Kessels näherten. Es war der Tag, an dem die Krise der Schlacht auf der wesllichen Seite sich fühlbar machte, als der verzweifelte Vorstoß Samsonows in Richtung auf Allenstein deutlich wurde und die einschließenden deutschen Korps, hin- und hergeworfen, bald da, bald dort aushelfen mußten. Zahlreiche Abtellungen von Bataillonsstärke und mehr und weniger wurden entsandt, um Löcher zuzustopfen, Marschkreuzungen mit anderen Korps gaben unerwünschten Aufenthalt, jeder ahnte, daß eine gewaltige Entscheidung bevorstand. Generalstabsoffiziere jagten in eiligen Kraftwagen an der marschierenden Truppe vorbei und erteilten Anweisungen zur beschleunigten Verfolgung in südöstlicher Richtung. Eine Fuhrparkkolonne wurde entleert, die Truppe legte die Tornister ab, bestieg die Fahrzeuge, und eilends ging es in der befohlenen Richtung fort, um den Kessel zu schließen, lieber Mensguth und Passenheim auf Jedwabno und Ortelsburg, ja bis Willenberg hinunter jagten und eilten kleinere und größere Truppenteile aller Waffen, während ''auf der West- und Südseite des Kessels bei Neidenburg und Usdau, bei Mühlen und Hohenstein die anderen Korps der Armee in erbittertem Angriff nach Osten vorwärts drangen^ Wieder kam eine Nacht, in Alarmbereitschaft lag das Regiment nun mit der Front nach Westen vor Sumpf und Wald und Wiese als östliche Sperrkette im großen Schlachtplan Hindenburgs und Ludendorffs. Ueberall regte es sich in dem stark durchschnittenen Gelände, hier wurden Dutzende, dort Hinderte von Russen sichtbar, die bei jähem Erkennen der deutschen Helme wieder im Walde verschwanden, um anderswo wieder aufzutauchen. Sie schossen, sie griffen an, sie liefen über, sie ergaben sich, ziel- und planlos hin- und hergesagt Unb haw irre vor Erschöpfung und Verzweiflung. Uns unoer« geßlich blieb allen der Anblick jener grauen Kolonn, von einigen hundert Mann, die, ohne Waffen, die Offiziere voran, mit hocherhobenen Händen und win« kend auf die deutschen Linien zukamen und bann in, schnellen Lauf uns fast überrannte: waren es doch deutsche Infanteristen, die in dem schweren Nachtgefecht von Waplitz zwei Tage vorher von den Russen gefangen und nun in dem Wirrwarr der Kessels sich selbst frei gemacht hatten und strahlend vor Freude und doch mit allen Anzeicken überstandenen Schreckens wieder ihre eigenen Ko« meraben sahen. Noch einmal kam eine brohenbe Gefahr aus den, Rücken von Ortelsburg her, als der Gegner dort den letzten Versuch zur Entlastung machte. Atemlos strebten kleine deutsche Abteilungen zu Wagen unb zu Fuß dorthin, zwangen den Gegner in härtesten, Kampf zurück, jagten ihn über die Grenze, unb als ber 30. August herabsank, kam von oben ber Befehl zum Stillstanb unb zum Biwak. In ungezählten langen Kolonnen, die Generale auf Fahrzeugen und bie Offiziere zu Fuß voran, marschierten Hehn« tausenbe unb aber Zehntausend gefangene russisch« Soldaten bei Davidshof an uns vorbei und nach Norden ab. Ergriffen unb burchfchauert vor ber ungewöhnlichen, jetzt erst beutlich sichtbaren Größe bes Sieges sah ber beutsche Soldat bie Wirkung seiner Leistung unb bie harte Entscheibung eines Schicksals, welches bie russische Narew-Armee vernichtet unb ihren tapferen Führer, ben General Samsonow, in ben Freitob getrieben hatte. Eine ber größten Schlachten ber Weltgeschichte war siegreich beenbet. Aus ben zahlreichen erbeuteten Kriegskassen ließ ber Armeeführer Beutegelb an alle feine Sol- baten verteilen, unb nirgenbswo wurde in Befehlen unb Ansprachen mit ber Anerkennung einer Leistung gespart, an ber bie oberste Führung ber 8. Armee ben größten, bie Truppe aber mit ihrem Einsatz ent- scheibenben Anteil hatte. Der Tannenbergkämpfer sah mit bescheibenem Stolz auf eine Waffentat zurück, die ihresgleichen suchte. Nach zweitägiger Rast und Aufräumung des Schlachtfeldes zog die 8. Armee hinauf nach Norden, um die Armee Rennenkampf neun Tage später bei Lötzen an ben masurischen Seen zu schlagen, über bie Grenze des Laubes zu werfen unb bas ostpreußische Lanb von dem letzten Feinbe zu befreien._________________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und bie Bilber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z. Z. abroefenb), i. 23.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Lubwig Neuner (z. Z. abwesend), i. 23.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter raschend! RM. 1.85 50MD ist heute nach langem Leiden im 75. Lebensjahr sanft entschlafen. album mit Marken. 6762V Gießen (Ludwigstraße 46), den 27. August 1939. Die Beisetzung findet in aller Stille statt. 5763V Gießener Anzeiger treffen. gaben. Gießen, Bahnhofstraße 10. 5764V 5759V U/EDRC DRUCKSACHEN 5765D Wurde ßrühl, fließen 9 Uhr vormittags. Im Namen aller Trauernden ? Frau Regina Schmidt Familiendrucksacheh Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? illlllllllllllllllllllllllllll Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für dieMMtmeter. teile veröffentlicht 1111111111111111111111111111)1 | Vermietungen] 3 Zimmer und Küche Nähe der Stadt zu vermieten. Schr. Ang. uni. 04108 a.d. G.A. Salon Bachberger, Abteilung Parfümerie, am Bahnhof. Alleinverkauf für Gießen- In tiefer Trauer: Franz E. Neukirchner und Frau Nelly Neukirchner, geb. Schädel Dr. R. Schütz und Frau Emmy Schütz, geb. Schädel Dipl. agr. Fritz Schädel und Frau Hansi Schädel, geb. Eckert Gertrud Schütz Günther Neukirchner Ruth Schädel. Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgang unseres teuren Entschlafenen sowie für die überaus große Zahl der Blumen* und Kranz* spenden danken wir herzlichst. Ebenso danken wir all denen, die ihm das Geleit zu seiner letzten Ruhestätte Hugo Berrnühler Verlag Berlin-Lichterfelde Wiederbeginn des Unterrichts Donnerstag, 31. August Frau Minna Schädel Wwe geborene Volp Swangsvevftelsevttns Dienstag, den 29. d. M., nachm. 2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Hartmetz, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntg. i.obig. Lokal) zwangsw. gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Warenschränke, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Laden- theken, Mantelstoffe, Anzugstoffe, 1 Schnellwaage, 1 Kassenschrank, 1 Ständerlampe, 1 Briefmarken- Wir bitten unsere werte Kundschaft, auf kurze Zeit das Brot in unseren Verkaufsstellen : KMerlWsMg.MsWg Selker! Wroe., CrednerMe DM. Askemeg zu beziehen. Bäckerei Steinmüller Lang-Göns. Wiedereröffnung der Kondüorei und des Cafe Krämer (Besitzer Ludwig Keil) am Dienstag, dem 29. Aug. 1939 5761D LckminannGerichtsvollz. i.Gießen SMWÜUWiesenstr. 2, Tel. 3108 Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat Von Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Wir glauben, daß diese Geschichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind, vertiefen und befestigen den Eindruck der Lektüre -auf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weih, nachtsgeschenk für seinen Jungen verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige Tapetenreste wie immer sehr günstig im Preis Tapetenbaus Ferdinand Nennstiel Sohn Gartenstraffe 10 Telefon 3636 Haarausfall? Schuppen? — Dann nur die Ottve-Methode! Wirkung ttber- 2hre Vermahlung zeigen an Or. jur. Wilhelm Rühl, Assessor Greiel Rühl, geb. Hinierlang Groß-(§ichen Gießen /Klein-Linden z. Z. Äüdingen Klein-Linden, den 26. August 1939 5760V SELTERSWEG 47 ► TELEFON 2573 GLORlfi j PQLRST Giessen | Heute Montag Erstaufführung! Ein unerhört spannender Kriminal-6roß-Film der Terra Lola Müthel * Hans Zesch-Ballot Erich Fiedler »Jaspar von Oertzen Spielleitung: R. van der Moss Musik: Wolfgang Zeller Wer ist der Täter? Diese Frage begleitet uns durch den Film bis zum Ende. Erst am Schluß erhalten wir die überraschende Aufklärung. Beiprogramm »Tobis-Ton-Woche Tägl. 4, 6, 8.30 bis Mittwoch, 30. August einschließlich irr.200 Zweites Blatt Montag. 28. August MO Gießener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Oberhessen) b Togal ist hervorragend bewahrt bei Rudolf Heß antwortet Chamberlain Nerven- und Kopfschmerz Rheuma Ischias Ehrungen am Tage von Tannenberg. Lharakterverleihungen und Beförderungen in Heer, Marine und Lustwaffe. fügung." Die Mitarbeit an der Zeitung war Ehrensache. Mancher lieferte einen Beitrag, ohne zu wissen, daß ihm ein kleines Kunstwerk gelang. Nicht wenige ®e= dichte, deren Verfasser unbekannt sind, gehen noch heute von Mund zu Mund. Aber man findet auch viele Namen, die schon damals weiteren Kreisen geläufig waren. Dichter und Maler, die im feldgrauen Rock nichts weiter sein wollten als Kamerad unter Kameraden. Dieser Kameradschaftsgeist, der uns in den Schützengrabenzeitungen entgegentritt macht sie Adolf Ness, die Oberstleutnante Stuhldreer, Schöneich, Lichtenberger, Neusser, Jakoby, Beith, von Witzendorff, Anton, Heinrich XXXVII. Prinz Reuß, Preu, Dr. Sartori, Nitka, Kutzleb, Stein, Braumüller. Zum Oberstarzt der Oberfeldarzt Dr. Kritzler-Kosch. Mit Wirkung vom 31. Juli 1939 scheidet aus dem Wehrmachtsbeamtenverhältnis aus und wird mit dem 1. August 1939 in der Luftwaffe (Flieger- Lharaklerverleihungen. Berlin, 27. Aug. Aus Anlaß des 25. Jahres- Gr a z, 26. Aug. (DNB.) Die 7. Reichstagung der Ausländsdeutschen wurde am Freitagabend mit einer Kundgebung eröffnet, in deren Mittelpunkt eine Rede des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, stand. Er unterstrich die beispiellose Langmut, die Deutschland Polen gegenüber an den Tag gelegt habe, und erinnerte an das großzügige Angebot des Führers, das den Frieden zwischen Deutschland und Polen gesichert hätte. Ein Angebot, das Herr Chamberlain vergessen zu haben scheint. Denn er sagt, er habe nichts davon gehört, daß Deutschland versucht hätte, gewisse heute akute Fragen durch friedliche Erörterungen zu lösen. — Was war denn das deutsche Angebot anderes als dieser Versuch? „Der V e r a n l w o r l l i ch e für die Mn- veranlwortlichkeit Polens ist England." „Und wenn der englische INinisierpräsidenl", so rief Rudolf heß aus, „von angeblichen Mißhandlungen" in Polen lebender Deutscher spricht, wenn er es auffallend findet, daß diese Behauptung starke Aehnlichkeit mit ähnlichen Behauptungen im vergangenen Jahr hatte, so können wir nur fesistellen: die Haltung Englands hat in diesem Jahre auch eine starke Aehnlichkeit mit seiner Haltung lm vergangenen Jahre! Und die Haltung wurde in diesem Jahre wie im vergangenen Jahre als Freibriefe aufgefaht, Deutsche, die unter fremdem Volkstum leben, zu mißhandeln, ihres hob und Gutes zu berauben, aus dem Lande zu verjagen. Gehen Sie hin, Herr Chamberlain, i n die Flüchtlingslager, und Sie werden mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Ohren hören: Es handelt sich nicht nur um „angebliche" Mißhandlungen, es handelt sich um grausame Wirklichkeit! Es fließt Blut, Herr Lhamberlain. Es gibt Tote, unschuldige Menschen sterben. Sie können sich davon überzeugen. Sie werden dann noch mehr begreifen, was Sie in Ihrer Rede zum Ausdruck brachten, daß nichts in einem Lande so viel Empörung hervorzurufen Zeitschriften. — Eine farbige Reproduktion von besonderer Vollendung leitet das Augustheft der im Verlag F. Druckmann, München, erscheinenden Monatsschrift „Die Kun st" ein. Es handelt sich um den, einem Flügel des Weltgepichtaltares von Stephan Lochner entnommenen Ausschnitt „Die hl: Katharina", in dem die Persönlichkeit des Meisters in seltsam verklärter Harmonie in Erscheinung tritt. In einem Aufsatz „lieber das Meer und die Malerei" zeigt Curt Hohoff, wie sich gerade in der Darstellung des Meeres die Kunst der Malerei in den Jahrhunderten gewandelt und entwickelt hat. Charakteristische Bilder führen über Brueghel, Ruysdael, Caspar David Friedrich schließlich zu Manet und Courbet. Erfrischend in ihrem sicheren Einklang mit der Natur wirken „Max Pechsteins neue Landschaften", die Fritz Hellwag bespricht. Mostra Leonardo da Vinci, die große Mailänder Ausstellung gibt Gelegenheit, des großen italienischen Meisters zu gedenken. Das Heft bringt Be- jchreibung eines Hofes in der Heide von Architekt Benfel-Kamps-Amsinck. Rolf Spörhase erläutert die dem Bauwerk zugrundeliegende Idee, ein bodenständiges Gutshaus zu schaffen, das allen Bedürfnissen der Landwirtschaft gerecht wird, aber zugleich alle Einrichtungen aufweist, die ein Städter nicht entbehren kann. In München-Biederstein hat Architekt Dieter Sattler das Muster eines organisch gebauten Hauses geschaffen, das für die zeitgemäße und wohnliche Bauweise beispielhaft ist. Die Abbildungen von bayerischen Bauernmöbeln zeigen die Liebe und alle freundliche Kultur, mit der immer schon dieser volkstümliche Hausrat hergestellt wurde. Künstler-Anekdoten, eine kleine Plauderei „Kunst und Geschmack" von Sigismund von Radecki, sowie der Nachrichtenteil beschließen das Heft. Hochschulnachnchten. Der nb. ao. Professor der Musikwissenschaft an der Universität Marburg, Dr. phil. Herbert Birt - ner, als Leiter der Landschaftsstelle für Musik in Kurhessen und als Stellenverwalter in Marburg in Dingen, die für das Erbe deutscher Musik und die Musikforschung in Marburg und Kurhessen betreffen, wurde zum ordentlichen Mitglied des Staatlichen Instituts für deutsche Musikforschung in Berlin ernannt. Die Grenze für die Entpflichtung des ordentlichen Professors D. Dr. phil. h. c. German Bestel - meyer, Ordinarius für Baukunst an der Tech- nischen Hochschule München, ist bis zum Ende des Sommersemesters 1940 hinausgeschoben worden. vermag, als die Mißhandlungen eigener Volksgenossen im einem anderen Lande." Verantwortlich aber dafür sei England, das von Frieden rede und zum Kriege schüre. England, das alle Vorschläge des Führers für den Frieden in all den Jahren abgelehnt habe. Es habe diese Vorschläge nicht nur abgelehnt, sondern vor und nach dem Münchener Abkommen eine Bedrohung Deutschlands durch Aufrüstung der Tschecho-Slowakei geschaffen. Als der Führer diesen Brandherd beseitigt hatte, habe England Polen bewogen, den Friedensoorschlag des Führers nicht anzunehmen und als neue Bedrohung Deutschlands von Osten her in Erscheinung zu treten. „Je mehr Gründe England hinausschreit, seine Feindseligkeit gegen Deutschland zu begründen, destoweniger glauben wir ihm. Es gibt nur einen wirklichen Grund: Juden und Freimaurer wollen den Kriea gegen dieses verhaßte Deutschland, gegen dieses Deutschland, indem sie ihre Macht verloren haben." Trotz aller Bemühungen Englands sei es ihm nicht gelungen, Sowjet rußland dazu zu bringen, die Einkreisung der Aggressoren zu vervollständigen. Deutschland und Sowjetrußland haben mit ihrem Nicht- angrisfs- und Konsultationspakt ihren Beitrag geleistet für den Frieden der Welt. Wir Deutsche, so schloß der Stellvertreter des Führers seine mit großer Begeisterung aufgenommene Ansprache, blicken ruhigen und festen Mutes in die Zukunft, was sie uns auch bringen möge! Im vergangenen Jahre war alles, was kam an Gutem oder Bösem, notwendig für das Leben und für den Aufstieg unseres Volkes. Und wir haben den Glauben, daß es auch künftig so ist. Wir wissen, daß alles, was gegen das neue Deutsch-, land und seinen Führer unternommen wurde, s i ch" irnrnerauswirkte für das neueDeutsch- land und für den Führer. Es wird auch künftig so sein, denn wir haben den Glauben, daß der Höchste mit Deutschland ist und seiner gerechten Sache. Denn wir haben den Glauben, daß der Höchste uns den Führer gesandt hat zur Rettung aus tiefster Not. Indern wir zum Führer stehen, erfüllen wir den Willen dessen, der uns denFührer gesandt hat. Wir Deutsche: Wir stehen zur Fahne des Führers — komme, was da wolle!" M -1.24 trüallen Apotheken fen, von Sulmuth, Hansen, Brandt (Fritz): zu Generalmajoren: die Obersten ©eihier, Tho- fern, Stemmermann, Moser, Boysen, Wittle, Rommel, von Rothkirch, Panthen (Friedrich Wilhelm); zu Obersten: die Oberstleutnante Dipl-Jng. Hünermann, Sieler, Nagel, von Heydebrand und der Lasa (Hans Christoph), Wuthmann, Thomfchki, v. Ravenstein, Krause (Johannes), Melchert, Schilling (Walter), von Czettritz und Neuhaus (Konrad), von Köckritz, Dipl.-Jn-g. Schlemmer, Brehmer, Lanz, Doch (Viktor), Forst (Werner), von Rost, Praun, Din ter, Schlüter, Philipp (Ernst), Hupfeld, Ringe, Heim, Richter (Wilhelm), Fischer (Hermann), Kei- per, Diener, Wisselinck, Dürrstein, Harteneck, Herr, von Neindorff, Elster, Lebsanft, Hofmann (Ludwig), Schuck, Ziermann, von Heftels, Lobinger, Bisle, Freiherr von Waldenfels (Egon), Ranft (Albert), Laurent; zu Oberstärzten: die Oberfeldärzte Dr. Beckmann, Dr. Böhm (Werner), Dr. Bauer; zu Oberstveterinären: die Oberfeldveterinäre Dr. Ebner, Professor Dr. Eberbeck. Mit Wirkung vom 27. August 1939 werden befördert: Zu Konteradmiralen die Kapitäne z. S. von Heimburg, Reichskriegsgericht, Kaufe, Inspekteur d. Marineartilleriezeugämter, Riedl, Chef der Stabsabteilung des Marinewaffenamtes; zu Kapitänen zur See: die Fregattenkapitäne Leithäuser, Kratzenberg, von Montigny, Weiß, Gumprich (Rolf), Böhmer, Lessen, Dr. Henrici; zu Kapitänen zur See (Jng.): die Fregattenkapitäne (Jng.) Weber (Carl), Vuchwald, Dipl.-Jng. Zapf; zum Flottenarzt den fierte General der Flieger Thomsen; zum General der Flakartillerie: der Generalleutnant Hirschbauer; zu Generalleutnanten: die Generalmajore: Mayer, Wolff, Zenetti; zu Generalmajoren die Obersten: Spieß, von Renz, Richter, Lindner; zu Generalärzten die Oberstabsärzte: Dr. Neumüller, Dr. Blaul. Mit Wirkung vom 1. Mai 1939 werden befördert zu Obersten der Oberstleutnant des Generalstabes Driplo, Jng. Bassenge; die Oberstleutnantes Wichardt, Stahl, Stöckel, Dipl.-Jng. Merz; der Oberstleutnant des Generalstabes Dr. Ziervogel; Rauch, von Cranach (Elimar), von Keizer (Riche- rad), Keller (Viktor), Schering (Werner), Möller (Richard), Schwab (Adolf), von «Egidy (Ralph), Becker (Friedrich), Gruson (Ernst), von Huth (Friedrich Franz), Rochenbücher (Moritz), von Pirscher (Friedrich); der charakterisierte Oberst z. V. Barten- werffer (Gustav); der charakterisierte Oberstleutnant a. D. Graf Hamilton. Als O d e r st: Die Oberstleutnante a. D. Brunz (Friedrich), Kaulbach (Georg), Freiherr von Wedekind (Fritz), Drechsel (Hermann), Hauß (Ludwig); der Oberstleutnant im Ruhestand Sonnewend; die charakterisierten Oberstleutnante a. D. Hammacher (Ernst), von Quednow (Kurt-Moritz), Brinckmann (Friedrich), Brückner (Erich), Clausius (Max), Dr. von Delius (Walter), von Harder (Georg), Kewisch (Erich), von Kretschmann (Ernst), Milisch (Leopold), Müller (Otto), Roosen (Bernd), Heym (Hubert), Koch (Otto), Baader (Paul), von Langsdorfs (Julius), von Schnizer (Emil), Pfafferott (Clemens), von Bock (Franz-Karl), Caracciola-Delbrück, von Kranold (Georg), Otto (Martin), Linke (Wilhelm), von Drigalski (Hans), von Kietzell (Karl), Freiherr von Schimmelmann (Ernst Adolph Alfons), von Dit- furth (Wilhelm), Woltersdorff (Siegfried), Barth (Josef); die Oberstleutnante z. V. Gösch (Martin), Matthiaß (Robert), von Wulfsen (Gustav-Adolf). Es erhalten den Charakter: Als Generaloberstabsarzt der Obergeneralarzt a. D. Exz. Professor Dr. von Kern; als Generalstabsarzt der Obergeneralarzt a. D. Dr. Thile; als Generalarzt der charakterisierte Oberstarzt z. V. Dr. Hamann, der Generalarzt a. D. Dr. von Heuh, der Generalarzt ä la suite Ministerialrat a. D. Dr. von Scheurlen; als Oberstarzt die Generaloberärzte a. D. Professor Dr. Kleine, Professor Dr. Otto; die charakterisierten Oberleutnants z. V. Graf zu Eulenburg-Wicken (Siegfried), Müller (Rudolf). Kriegsmarine: a) Aktive Offiziere. Als Konteradmiral der Kapitän z. S. Walther (Hans). Als Kapitän z. S. der Fregattenkapitän von Dalentiner. b) Offiziere a. D. Als Admiral der Vizeadmiral von Trotha (Adolf), der Vizeadmiral a. D. von Reuter, der char. Vizeadmiral a. D. Heinecke. Als Vizeadmiral a. D. der Konteradmiral a. D. von Rosenberg, der char. Konteradmiral z. V. Bartenbach, der char. Konteradmiral von Arnauld de la Periöre (Lothar). Als Konteradmiral der Kapitän z. S. a. D. Weniger, der char. Kapitän z. S. a. D. Nerger. Als Kapitän zur See der char. Fregattenkapitän a. D. Burggraf und der char. Fre- kattenkapitän a. D. Graf zu Dohna-Schlodien. Als Fregattenkapitän der Korvettenkapitän a. D. Hersing, der char. Korvettenkapitän z. V. Dr. Forstmann, der Korvettenkapitän a. D. Dr. Morath (Robert), der char. Korvettenkapitän a. D. Adam, der char. Korvettenkapitän z. V. Rose, der Korvettenkapitän a. D. von Mellenthin, der Korvettenkapitän d. R. z. V. Howaldt. Luftwaffe: Es erhalten den Charakter: 2) Aktive Offiziere. Als Generalmajor die Obersten Ritter v. Schleich, Freiherr von Bönigk, von Sutterheim, Müller-Kahle, Klein. Zum O b e r ft mit Wirkung vom 1. 8. 1939 wird befördert der Oberstleutnant Sieß. Den C h a r a k - terals Oberst erhalten die Oberstleutnante Oster- kamp, Laumann, Fricke, Freiherr Trufch von Butt- lery-Brandenfels, Homburg. * Am Tage der 25jöhvigen Wiederkehr der Schlacht von Tannenberg hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht nachstehende Beförderungen im Heer, in der Kriegsmarine und in der L u f t w a f f e ausgesprochen: Heer: Mit Wirkung vom 1. August werden befördert zu Generalleutnanten: die Generalmajore von Brie- Zeitungen des Schützengrabens. Seltene Erinnerungsblätter. .Während wir jetzt dank der nimmermüden Für- oige unserer verehrten Führer eine viel Doll£om= in nere Verpflegung genießen, als vordem denkbar ro: r, ist zugleich in unseren Reihen der Wunsch nach ir er Art geistigen Küchenwagens rege gerooroen, :ri) weil es für unser Regiment in ernsten wie in Steren Tagen nie und nirgends ein unüberwindliches Hindernis gegeben hat, so ist es uns gelungen, wtter dem Schutze gütiger Gönner eine Kriegszeitung begründen." So lieft man in der am 14. November HH4 in Deutsch-Bailly erschienenen Nummer der ,! riegszeitung des Jnf.-Regts.Bremen". Es läßt sich droer schätzen, wie viele Kriegszeitungen es gegeben et. Allzu leicht sind sie verloren gegangen oder m muffinbbaren Schlupfwinkeln untergetaucht. Es ill viele, die über ihren Verbreitungsbezirk hinaus eiiannt wurden und heute begehrte Seltenheiten hnD. Zu nennen ist die „ßiHer Kriegszei - un g". Ihr Schriftleiter war der Hauptmann der Landwehr Paul Oskar Höcker, dem der bekannte je chner Karl Arnold zur Seite stand. Sie erschien |un erstenmal am 8. Dezember 1914, vierseitig mit (irer zweiseitigen illustrierten Beilage „Knegsslug- Hitter". Ihre Auslage 1917 betrug 85 000 Stuck; idi- letzte Nummer trägt als Erscheinungstag das Icuum des 27. September 1918. Nicht weniger dein nt wurde die Kriegszeitung der X. Armee, zu teisn Gründung der Generalfeldmarschall von Hindenburg selbst aufgefordert hatte. In Charle- litse erschien der „Champagne-Kamerad , deyen riftleitung vom AOK. III ausgeübt wurde. Das (e ichenlazarett Logelbach i. E. gab die illustrierte Jia bmonatsschrift „Bazillus verus“ heraus, „D e r ahtverhau" hieß die Schützengrabenzeitung ?i 3. Kompanie des bayerischen Reserve-Inf.-Regts. !r 1, „Die Sappe" die des bayerischen Reserve-Jnf.- ients. Nr. 19, während die Angehörigen der 5. Kom- I r.ie des Landwehr-Inf.-Regts. Nr. 68 ihre Zeitung einem kleinen Nebenfluß der Mosel. „Seille- irle" benannten. Für die Hochseestreitkräfte und die rineftation der Nordsee war die Wochenschrift Ulf Vorposten" bestimmt, und das Marinekorps die seine Kriegszeitung „An Flanderns Küste . i Strgefjen sei aber nicht die erste Schützengraben- l (?imng, die „Hohnacker Neueste Nachrichten', die ’jder unter dem Titel „Der Bayerische Landwehr- naui" erschien. Eine Kompanieschreibstube auf dem tHes des Kriegsbeginns und der Schlacht i T-annenberg hat der Führer mit dem Geschwaderarzt Dr. Pflesser. dem 1. August 1939 in der Luftwaffe (Flieger- Mit Wirkung vom 1. August 1939 werden be- truppe) angestellt: Als Oberst: der Ministerialrat fördert: Zum General der Flieger: der charakteri- Dahlmann. Hexenschuh Erkältungen Unzähligen habenTogal-Tabletten rasche Hilfe gebracht. Die hervorragende Wirkung desTogalist vonArzten u.Kliniken seit 25 Jahren bestätigt. Keine unangenehmen Nebenwirkungen. "Haben auch Sie Vertrauen u machen Sie noch heute einen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal. den deutschen Schlacht- und Siegruf als Titel trägt, soll vor allem eine zuverlässige Berichterstattung der Weltvorgänge enthalten, die auf den amtlichen Telegrammen fußt und unsere Kameraden in den Schützengräben, auf Feldwache und im Lager vor Märchenerzählungen (Kolonnenquatsch) schützt. Außerdem soll eine Unterhaltungsbeilage Beiträge ernsteren und heiteren Inhalts bringen, die sämtlich dem Herzen und Gehirn unserer Regimentskameraden entstammen. Damit die Beilage sich recht reich gestalte, daß sie die Erinnerungsbilder greifbar nahe rücke, darum fordern wir Euch Kameraden allesamt, ohne Ansehen der Charge, zur Mitarbeiterschaft auf." Diese Worte kennzeichnen den Inhalt fast aller Schützengrabenzeitungen. Auffallend wenig werden kriegerische Erlebnisse dargestellt. Die Scheu des Soldaten, von seiner Leistung Wesens zu machen, mag den Grund dafür bilden, daß man sich größte Zurückhaltung auferlegt hat. Aber die Feldgrauen ließen es damit nicht genug fein. Wo sich ihnen Gelegenheit bot, unterrichteten sie über die Geschichte der eroberten Städte und Landschaften, spürten lettischen oder polnischen Volksliedern nach oder beschäftigten sich mit der Kulturgeschichte des altertümlichen Hausrates, den sie in zerschossenen Hausern fanden. Die „Kriegszeitung der V. Armee" ließ teilweise sogar Beiträge volkskundlicher Art in flämischer Sprache erscheinen. Die „Düna-Zeitung" berichtet von einem kurländischen Bauernmuseum: , Aufbauen ist schwerer als Zerstören, aber erfreulicher und befriedigender ... Im Verlaufe weniger Wochen ist es gelungen, ein Kurländisches Bauernmuseum zu schassen, das Einblick gewährt in das häusliche Arbeitsleben der Bewohner dieser schonen, einst deutschen Provinz. Aus den Ruinen der Dörfer und Gehöfte hinter der Front wurden gelegentlich alle benutzten bäuerlichen Geräte gesammelt, gereinigt und artenweise geordnet. So gelang es, 436 Gegenstände in 124 Arten vor dem Verderben zu retten ... Auch der kirchliche und der Schönheitssinn der Kurländer wird veranschaulicht. Allen Angehörigen der Division steht das Museum zur Der- x August folgende Charakterverleihungen ausge- fproefjen: Heer: 1V5 erhalten den Charakter: 2) Aktive Offiziere: Als Generalmajor: die £)ber= ft|u Lancelle, Kirchheim, Barton, von Germar, MUpt, von Oesterreich, Berka. Es erhält eilt anderstes Rangdienstalter seines Dienstgrades: der Aneralmajor Rommel. Den Charakter als Ober ft: die Oberstleutnante Schoerner, Dr. Franek, Rothen- fru-g, Prueffer, Nuciczka, von Freyhold, Runge, Stidjmann. Es erhalten ein anbermeites Rang- bunftalter ihres Dienstgrades die Obersten von Sicoenftein und Windifch. b) Offiziere a. D.: Als General der Infanterie die Generalleutnante a. D. Elstermann von Elfter (Hugo), Freiherr von Forftner (Ernst), Notscher, Freiherr von Schleinitz (Walter), liebe (jaul), von Brandenstein (Hermann), Muehry, Dießler, von Gontard (Friedrich), Scheuech (Hein- riih), Meister (Karl Theodor Johann), Kubisch (Unst), Ritter von Kiefhaber (Christoph), Ritter vm Rauchenberger (Otto), von Dresler und Schar- feiftein von Estorfs (Ludwig), Langer (Felix); die chirakterisierten Generalleutnante v. Below (Ernst), Gas Fink von Finckenstein (Bernhard), Krähe (Sonrab), von Roeder (Dietrich); die Generalleut- tijnte z. V. von Greiss (Kurt), Dr. Freiherr von Bar- do's (Karl); die charakterisierten Generalleutnante z. V. von Buenau (Heinrich), Petri (Hans), Uitsch (Lothar), Steppuhn (Albrecht); der charak- tciijierte Generalmajor z. V. von Lettow-Vorbeck. Als general der Artillerie die Generalleutnante a. D. Ziethen (Alfred), von La Chevallerie (Ziegfried); die charakterisierten Generalleutnante o.D/Dr. h. c. von Maur (Heinrich), Nehbel (Karl), Äppen (Gerhard), der Generalleutnant z. V. von Atzsch (Horst). Ils Generalleutnant die Generalmajore D. Hoenicke (Siegfried), Fchr. v. Brandenstein 0), Bronsart von Schellendorf (Bernhard), r. v. Brandts, von Dommes (Wilhelm), Faupel lhelm), Graf v. d. Goltz (Rüdiger), Gudowius ich), von Held (Siegfried), Herrgott (Adolf), ow (Geong), Rodig (Siegfried), Pohlmann org), Renner (Theodor), Frhr, v. Dipenbroik- eter (Otto), v. Uechtritz und Steinkirch (Ernst), ck (Albert) Graf von Soden (Alfred); die Gene- najore im Ruhestand Peter (Franz), Hospodarz uard), Frhr. Ellison von Nidlef (Otto); die chirakterisierten Generalmajore a. D. Freiherr von Ofechausen (Erich), Böhme (Erich), Damman ('(jaftau), von Götzen (August), Hüttmann (Adolf), M ter Hertz von Wurnheim (Hermann), von Selle (Z-itz), Stobbe (Otto), Dr. von Massow (Ewald), . jüOi Witzleben (Friedrich Karl) Wülfing (Hermann), Zsnmermann (Georg), Steinwachs (Adolf), Klöbe , Aims), von Morsbach (Engelbert), Ritter von hrafy (Wilhelm), Hänfen (Karl), Frhr. von Ham- Mrstein-Gesmold (Frichjof), von Honhorft (Ernst), lischner (Otto), Graf von der Schulenburg-Wolfs- b.rg (Karl), v. Rettberg (Karl), Krause, Schmedes; k" fit. Generalmajor i. R. Wächter (Josef); die ih ratterisierten Generalmajore z. V. Freiherr von h deln (Heinrich), v. Schwerin (Manfre-d), v. Voß, Zierherr von Rotberg (Albert). >(l5 Generalmajor: die Obersten a. D. von (Birne (Wilhelm), von Balcke (Hermann), Bruch- m. Her (Georg), von Dücker (Wilhelm), von Fran- Ir'berg und Ludwigsdorf (Hans), von Grothe (hns), Schütz (Ernst), von Löben (Eckhart), Schon (j.dalbert), Köther (Ernst), Schwerk (Oskar), von Daer (Albrecht), Dr. h. c. Schwertfeger (Bernhard), frfmann (Oskar), Waldstätten (Egon), Zunehmer fibaj); die charakterisierten Obersten a. D. d Alton- Großen Hohnack, einem Berg in den Vogesen, wurde ihr Geburtsort, der 14. Septemberabend des ersten Krieqsjahres ihr Geburtstag. Ihr Begründer, der Feldwebel Max Edmeier, hatte sich schon häufiger im Dichten versucht feine Gedichte mehrmals abgefdjrieben und zur Freude einer Kameraden an die Bäume nahe bet der Stellung geheftet. Die Anerkennung, die er damit sand, ließ einen weitergehenden Gedanken reifen; er nwllte eine Feldzeitung schaffen, wie es sie schon in früheren Kriegen gegeben hatte. Papier, Hektographentinte und ein Hektographenapparat wurden besorgt. Säuberlich malte der Schreiber aus weißes Papier ein Eisernes Kreuz, daneben den Titel „Hohnacker Neueste Nachrichten" und die üblichen Angaben über Schriftleitung und Druck. Darunter stand m klarer Hand chrift als Vorwort tue Ueberlegung, die zur (Ent= stehung der Zeitung geführt hatte: „Von dem Bewußtsein getragen, daß Langeweile im Soldatenleben nie Gutes zeitigt und baß auch Hohnack Lebensfreude und Humor erhalten, vielleicht auch gesteigert werden muß, haben wir es unternommen, diese humoroollseinwollende Zeitung ms Leben zu rufen. ($2552 D18 o 727 501 0 1608 o 790 o 552 e D76 775 421 Londorf Berlin Friedberg Gelnhausen Betzdorf Marburg Fulda Hamburg-Kassel Frankfurt a. M. Koblenz 4.36 5.22 5.28 5.38 5.47 6.21 6.50 7.53 8.27 8.37 o 704 «1611 o 799 o 504 D18 »2551 1615 v D76 o 506 775 Frankfurt a. M. Dillenburg Marburg Gelnhausen Frankfurt a. M. Grünberg Troisdorf Frankfurt a. M. Gelnhausen Marburg 9.16 9.49 2566 786 Grünberg Marburg 8.38 9.55 553 786 Fulda Frankfurt a. M. 11.15 11.45 12.07 E71 0 1618 o 554 Frankfurt a. M Betzdorf Fulda 10.32 11.19 12.12 1625 E71 0 1627 Siegen Hannover Troisdorf 12.24 14.03 o 773 o 776 Frankfurt a. M. Marburg 12.33 14.52 e 773 o 796 Marburg Frankfurt a. M. 14.07 15.23 17.16 o 411 376 794 Wetzlar Hagen Marburg 15.17 17.00 17.26 375 »2561 o 794 Hagen Lollar Frankfurt a. M. 17.57 «2560 Grünberg 17.40 «1635 Dillenburg 18.10 707 Frankfurt a. M. 18.01 o 565 Fulda 19.24 19.35 1636 E72 Dillenburg Hannover 18.20 18.26 0 2557 420 Grünberg Koblenz 19.36 o 507 Gelnhausen 18.55 512 Gelnhausen 19.42 o 781 Frankfurt a. M. 19.41 E72 Frankfurt a. M. 21.04 o 415 Koblenz 20.10 0 559 Fulda 21.34 568 Fulda 21.17 »2559 Londorf 21.34 o 513 Gelnhausen 22.11 o D75 Hamburg 22.07 o D75 Frankfurt a. M. 22.48 782 Frankfurt a. M. 22.31 1644 Dillenburg 23.08 0 1649 Dillenburg 23.44 D17 Frankfurt a. M. 23.46 D17 Berlin Weitere Jüge, die aber auch zeitweilig ausfallen können. Zur befleren Bedienung des Berufsverkehrs wer-1 mit einem zeitweiligen Ausfall dieser Züge muß aber den noch die nachstehenden Züge ab sofort gefahren, I gerechnet werden. Ankunst in Gießen. Abfahrt in Gießen. rg-Nr. von Ankunft Zug-Nr. bis nach Abfahrt 771 Frankfurt a. M. 1.15 404 Wetzlar 4.48 403 Wetzlar 5.52 573 Fulda 11.23 580 Grünberg 6.16 780 Frankfurt a. M. 12.39 509 Nidda 7.30 555 Fulda 12.44 703 Friedberg 7.33 1728 Wetzlar 13.42 574 Fulda 9.04 416 Wetzlar 14.10 411 Wetzlar 14.07 2555 Grünberg 15.15 2558 Grünberg 14.24 446 Limburg 16.36 505 Gelnhausen 14.45 518 Gelnhausen 16.38 719 Frankfurt a. M. 16.33 726 Frankfurt a. M. 18.40 562 Fulda 16.56 708 Frankfurt a. M. 19.52 1634 Wetzlar 18.35 482 Weilburg 19.59 473 Limburg 19.37 569 Grünberg 23.11 483 Weilburg 21.48 516 Nidda 23.12 Treudienst-Ehrenzeichen beim Bahnbetriebswerk Gießen. In diesen Tagen konnte der Lokomotivführer Heinrich D e b u s , Gießen, Ebelstraße 23, auf eine 40jährige Eisenbahndienstzeit zurückblicken. Der stellvertretende Vorstand des Reichsbahn-Maschinen- Amtes, Reichsbahnamtmann Hammel, überreichte dem Jubilar mit einer Ansprache in würdiger Form das Treudienstehrenzeichen in Gold. Der Jubilar, erfreut über die Ehrung, dankte recht herzlich. Ferner wurden noch folgende Gefolgschaftsmitglieder mit dem Treudienstehrenzeichen für 25jährige Eisenbahndienstzeit ausgezeichnet: Reichsbahninspektor Knapp, Wagenputzer Heinrich Volk und Ludwig Weiß. Der stellvertretende Betriebsführer, Reichsbahninspektor Rau, hielt eine kurze Ansprache und heftete den Jubilaren das Ehrenzeichen an die Brust. Auguste prasch-Grevenberg 85 Jahre alt. Am 23. August wurde die auch in Gießen bekannte Schauspielerin Auguste Prasch-Grevenberg 85 Jahre alt. Die Jubilarin, die etwa um 1870 am Hoftheater in Meiningen ihre Laufbahn als Schauspielerin begann, hat sich durch ihre wieder, holten Gastspiele am Stadttheater in Gießen in der Zeit der Jntendantentätiakeit ihres Sohnes Dr. Rolf Prasch auch bet dem Gießener Theaterpublikum viel Sympathie erworben. Ihre Gastsviele in Gießen brachten ihr stets außerordentliche Beifallskund- gebungen als äußeres Zeichen der Anerkennung ihrer hohen schauspielerischen Leistungen em. Trotz ihres hohen Alters hat die Künstlerin noch nicht daran gedacht, sich der beschaulichen Ruhe hinzugeben, son- dem sie hat in diesem Jahre sogar noch in dem Film „Das unsterbliche Herz" als Mutter Peter Henleins mitgewirkt. Weiterer Abbau der Tlotverordnungen in der Invalidenversicherung. NSG. Wie der Leiter der Landesversichemngs- anstalt Hessen mitteilt, sind die Ausführungsbestimmungen zu dem zum 50. Geburtstage des Führers verkündeten Gesetz zum weiteren Abbau der Not- Verordnungen nunmehr erschienen. Die Kinder- zuschüsse und die Waisenrenten werden vom l.Juli 1939 ab allgemein bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt. Sind Kinder bereits vor Vollendung des 18. Lebensjahres aus dem Rentenbezug ausgeschieden, oder war für sie früher überhaupt noch keine Rente oder Kinderzuschuß bewilligt worden, so empfiehlt es sich, für diese Kinder, sofern für sie inzwischen nicht bereits die Bezüge ab 1. Juli 1939 festgesetzt worden sind, alsbald Antrag auf Feststellung der Waisenrente oder des Kinderzuschus- ses zu stellen. Das Ruhen der Renten aus der In- oalidenversicherung neben Dersorgungsrenten und pensionsähnlichen Bezügen ist ab 1. Juli 1939 ganz beseitigt worden. Bei dem Bezug von Renten aus der Reichsunfall. Versicherung ruht die Rente aus der Invalidenver. sicherung ab 1. Juli 1939 im allgemeinen nur noch zur Hälfte. Ist die Unfaörente niedriger als die Hälfte der Rente aus der Jnvalidenversichemng, so tritt in der Höhe dieser letzten Rente eine Aende- rung nicht ein. Die Neufestsetzung der nach den seit- herigen Bestimmungen neben anderen Bezügen noch zum Teil aus der Jnvalidenversichemng gezahlten Renten, deren Höhe sich ab 1. Juli 1939 ändert, wird ohne weiteres von Amts wegen vorgenommen werden. Rentenberechtigte, deren Rente aus der Invalidenversicherung wegen des Bezugs einer höheren UnfaCrente in voller Höhe ruht, haben alsbald Antrag auf Zahlung der in Betracht kommenden Teilrente aus der Invalidenversicherung zu stellen. Landschaften des Volksdeutschtums auf den Bildquittungen. NSG. Die deutsche Jugend in aller Welt ist der verständnisvollste Helfer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Die Jungen und Mädel im Reich bestätigen die große Gemeinschaft, die sie mit denen draußen verbindet, in diesem Jahre wieder durch eine Schulsammlung. Die Möglichkeit dazu gibt ihnen der VDA. als Betreuer des Dolksdeutsch- tums jenseits der Reichsgrenzen. Die Jugetck» aller reichsdeutschen Schulen sammelt bei Bekannten, Freunden und Verwandten. Die Sammelhefte enthalten Quittungsmarken über Beiträge zwischen 10 Rpf. und 1 RM. Darauf sind führende Persönlichkeiten aus den Volksgruppen und besonders kenn- zeichnende Stätten deutschen Kulturschaffens jenseits Der Grenzen dargestellt. Diese Zeichnungen werden den einzelnen Spender stolz darauf machen, daß auch er dieser größeren Volksgemeinschaft augdjört. In unserem Gau führt der Gauverband des VDA. die Sammlung zwischen dem 29. August und dem 5. September durch. Das ist kein Spielzeug für Kinder! Der Hans will etwas zum Spielen haben. „Da, nimm!" sagt die Mutter, „und laß mich jetzt eine Weile in Ruhe!" Sie greift eine Schachtel Streichhölzer vom Brett und wirft sie dem Kleinen zu. „Du kannst damit Figuren legen und die Hölzchen schön glatt aus- und einpacken. Da hast du auch etwas zu tun!" Der Hans tut es auch. Er spielt schön und ist ganz brav. Mit einemmal, die Mutter ist grab im Nebenzimmer, brüllt er entsetzlich. Was war geschehen? Der Junge wollte mal so machen wie der Vater, wenn er die Pfeife ansteckt. Er hatte sich gemerkt, daß man dazu die Streichhölzer braucht. Und nicht lange dauerte es, da stand der Anzug des Jungen in hellen Flammen. Die Mutter erstickte war das Feuer, aber die Brandnarben behält Hans das ganze Leben. Ja, liebe Mütter, Streichhölzer sind wirklich kein Spielzeug für Kinder.__ Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag «Oskar Meister, tDeröau L Sa. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Die Ueberraschung ist zu groß. Die Frau, die er niemals hier erwartet hätte, steht da unten neben dem Werkmeister und schaut zu ihm hinauf: Vivie Holgerson. „Na, nun steigen Sie mal ’runter, Doktor!" lacht Morell. „Einer von unfern neuen Chefs ist da!" Besangen steht er vor ihr, sieht verlegen bald auf feine Kleidung, bald auf seine schmutzigen Hände. Herzlich aber streckt ihm Vivie die Rechte entgegen. „Sie dürfen ruhig zugreifen, Herr Doktor!" lächelt sie. „Ich habe auch oft in Vater Morells Pflaumen gesessen und weiß, daß man ganz grüne Hände bekommt. Und verzeihen Sie mir den Heber- fall ... ich hatte solche Sehnsucht danach, wieder einmal mit den Menschen zusammen zu sein, die ich in meiner Jugendzeit so lieb gewonnen habe. Wir Mädchen waren mehr bei Morells im Garten als dayeim." Doller Freude und Stolz geleitet der Alte seinen Gast in die Laube. „Guck mal, Mutter, wen ich hier bringe! Na ... nu bist du aber sprachlos, was?" Nein, Mutter Morell ist gar nicht sprachlos. Sie lacht und meint in einem Atemzug, schüttelt ihrem Gast die Hände, sorgt für Tee, bann muß sie wie- ber mit der Schürze über die Augen wischen ... das geht bis Vater Morell energisch auf den Tisch schlägt. „Schluß mit der fieulerei, Mutter! Nun laß die anbern auch mal wieder zu Wort kommen!" Unter den einfachen ehrlichen Menschen und ihrer klaren, herzlichen Art taut Vivie Holgerson förmlich auf. Sie spricht und lacht, wird lebhaft und lebendig, es ist, als erwache sie aus einer Art Erstarrung. „Wie schön ist das, wieder mal bei Ihnen zu sein, Mutter Morell! Ich darf doch noch so zu Ihnen agen?" fragt sie lachend und brückt das kleine rund- liche Frauchen an sich. „Ich danke Ihnen wirklich von ganzem Herzen für den schönen Nachmittag. Mir ist zumute, als sei meine ganze Jugendzeit wieder lebendig geworden! Hier bei Ihnen ist alles noch beim alten geblieben — ogar der Napfkuchen ist noch genau so gut wie damals — vor zehn Jahren." „Nun hat's bei Muttern gezündet! Jetzt schnappt ie über vor Stolz!" neckt Vater Morell. „Ach du — stell dich mal nicht an! Du erzählst ja auch drei Wochen davon, daß wir solchen Besuch gehabt haben!" weist sie ihren Alten zurecht und meint dann, wenn sie das geahnt hätte, daß die gnädige Frau käme, bann hätte sie sich noch viel mehr angestrengt. So sei es ja nicht der Rede wert. Aber Vivie wird beinahe böse über die „gnädige Frau". „Für Sie bleibe ich die Vivie — und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte, Mutter Morell!" Darauf gibt's natürlich Widerspruch, und schmun- zelnd sieht Vater Morell zu, wie beide Frauen in edlen Wettstreit geraten. Joachim Hellmers aber sitzt still und beklommen in seiner Ecke. Immer wieder muß er zu Divian Holgerson hinüberschauen. Wie können diese samtschwarzen Augen aufleuchten! Wie hinreißend kann dieser Mund sein, wenn er sich zu einem Lächeln formt! — Wie herzlich, wie natürlich ist diese zurückhaltende stille Frau hier unter schlichten, wahrhaften Menschen —! Er fühlt fein Herz hart klopfen, als er beim Aufbruch vorschlägt, den Rückweg gemeinsam zu machen, und glaubt kaum, daß Sie mit ihm gehen wird. Doch zu seiner großen Freude erklärt sie sich einverstanden. Ganz schlicht und ohne Zögern. Sie verabschieden sich von den beiden gastlichen Alten aufs herzlichste. „Unb vergessen Sie das Wiederkommen nicht, Frau Divie! Weiter hat sich Mutter Morell nichts abhandeln lassen. „Unfer Doktor kommt auch gern, und wir freuen uns so schrecklich, wenn wir Besuch haben." Lange winken ihnen die beiden guten Leutchen nach. Dann gehen sie schweigend in den sinkenden Er sieht sie überrascht an, und mag es nun Sommerabend. Die Sonne hak sich hinter einen Dunstschleier zurückgezogen unb das Abendrot über die Höhen geschickt. Aus den Gärten der Vorstadt tönt eine Harmonika. Manchmal auch ein helles Lachen fröhlicher Menschen. Ganz aus der Ferne tönt dumpf das Heulen einer Dampfpfeife. Auf der Themse geht ein Schiff stromab in See. ,Lch muß Ihnen etwas gestehen, Herr Doktor", beginnt Vivie nach einer Weile zögernd das Gespräch, und auf seinen fragenden Blick erklärt sie freimütig, daß sie den letzten Teil seines Gesprächs mit Morell gehört habe. „Zunächst war ich erschrocken, das werden Sie begreifen können. Aber bann erkannte ich doch, daß Ihre Sorgen nicht unbegründet sind. Ich mochte Ihnen nun hier die Erklärung abgeben, daß sich mit meinem Einverständnis nichts ändern soll in Ihrer Arbeit. Alles soll beim Alten bleiben. Auch mein Onkel ist der gleichen Ansicht." „Ich danke Ihnen!" antwortet Hellmers mühsam. Alles hatte er erwartet, aber nicht das. Unb dann ist es mit einem Male, als sei seine Zunge gelost. Er beginnt zu sprechen. Don seinem ersten Zusammentteffen mit Sir John. Don seinen ersten Tagen in London. Don seiner Arbeit. Don feinen Sorgen und von feiner Hoffnung. Ja, er verschweigt nicht, wie sehr gerade jetzt die Weiterentwicklung seiner Arbeit von der Einsicht der Besitzer abhängt. ,X£s wirb Gelb kosten, viel Geld. Vielleicht ist ber erwartete Erfolg nicht gleich da. Die ganze Geschichte unserer Industrie ist ja nichts anderes als eine Kette von Hoffnungen, enttäuschten und erfüllten. Das Risiko muß jeder eingehen. Wer nichts wagt, gewinnt nichts. Unb mir sind die Hände gebunden, wenn ich nicht bei den Werkeigentümern Verständnis dafür finde. Ihr Herr Vater war in dieser Weise ein vorbildlicher Vorgesetzter, der volles Verständnis dafür hatte." „Sie sollen bei uns nicht weniger Entgegenkommen finden, Herr Doktor!" versichert Vivie. Er nickt chr dankbar zu. „Sie haben viel Vertrauen zu mir. gnädige Frau!" „Ja... ich habe Sie im Werk gesehen... ich habe gehört, wie Morell von Ihnen spricht... aber selbst, wenn das alles nicht wäre ... auch bann würde ich nicht anders handeln." fein, daß fein Blick mehr verrät, als er verraten dürfte — Vivie wird verlegen. Hastig streckt sie ihm ihre schmale Rechte entgegen. ,Zch muß jetzt aber heim. Entschuldigen Sie mich! Ich mochte mir dort eine Taxe nehmen... und vielen Dank für Ihre Begleitung. Sie haben mir viel Vertrauen entgegengebracht in dieser Stunde, Herr Doktor. Ich sehe, daß mein Vater ein besserer Menschenkenner war als seine Töchter. Leben Sie wohl!" Schnell schreitet sie von bannen. Joachim aber steht noch eine Weile wie betäubt dann geht er langsam in die Stadt zurück. Ein leeres, trübseliges möbliertes Zimmer wartet auf ihn. Nie fühlte er sich so einsam wie in dieser Stunde. 15. Inspektor Linkerton sieht genauer h i n. Zwei Wanderer bewegen sich ruhig die einsame Küstenstraße entlang, die auf die Höhen von Dort' moor-Forest führt, der eine mager unb sehnig, de- häbig unb rund ber anbere. Sie scheinen keinen Blick für die herbe Schönheit dieser Landschaft zu haben, für ihre Einsamkeit, ihre erhabene Weite, sondern sie sind in ein lebhaftes Gespräch vertieft. Jetzt bleibt ber Jüngere von ihnen stehen, hott ein Blatt Papier aus ber Tasche unb beginnt offenbar feine Auszeichnungen mit ber Umgebung zu vergleichen. , „Kein Zweifel", stellt er enblich fest unb beutet M den Abhang, ber zur See abstürzt, „wir sind an Der Morbstelle — ober Hnglücksstelle, je nachdem. S)*er die einsame Brücke, ber Abhang — dort unten Der erste Absatz, auf dem man bie Brieftasche fand, vie ist bei bem Sturz aus dem Jackett geflogen und hier liegengeblieben. Auf jener Felsennase einige Meier darunter fand man ihn." . Inspektor Linkerton, denn das ist der rundliche o« beiden Männer, nickt nur und kaut an seiner Agars- Dann begibt er sich an die Untersuchung. Pemluy genau wird jeder Quadratmeter Erde überprüft- Besondere Aufmerksamkeit erregt ein 3auJ®J Schotter, ber am Straßenranbe liegt, Kleinschlag zum Ausbessern ber Straße, ber hier als Vorrat auf gehäuft ist. (Fortsetzung folgt) Set prächtiger Leichtathletik-Aachwuchs 3, über das ei # Die Studenten-Weltspiele in Wien Stock übertrifft Kreek! - Leichtathletik-Entscheidungen. h« Mein-Mainische Börse. Schöne Tennis. Gebiet Nordsee. Schmidt-Günther gewannen HZ.-Doppel. »IM »erL »ohne ilb & nie >n. W tti Kn j kj N Bn iifc ta Hkh itti M I elM ■< u >tt! .. Li M stich itn yi w m oiii ration unseres Volkes und ein Bekenntnis zum Gedanken der Wehrhaftigkeit, der gerade in dieser Stunde unser ganzes Denken erfüllt. Unter einem besonderen Zeichen haben die Meisterschaften der Hitler-Jugend des Jahres 1939 gestanden. Ein großes Glück ist euch Jungen und Mädel zuteil geworden und damit zugleich die hohe Ehre, in diesen Tagen schicksalhafter Entscheidungen vor der ganzen Oeffentlichkeit des deutschen Volkes und der Oeffent- lichkeit der Welt Zeugnis ablegen zu dürfen von der Kraft und der Festigkeit der jungen Generation. Die Welt soll wissen, daß alle Generationen unseres Volkes bereitstehen, und daß wir bis zum letzten ?fti» : Ns A M d). D inch W tont Bö altp iM istik iirk B. M L miiir t l*f dich i> c!;- OMK sie!ö W 1 j Im | jenfäis-l ! N 1 W a & Ms! Oie neuen Gpeisefrühkartoffel-Iestpreise. 5mb. Dom 28. August bis 31. August 1939 be* irczen die Erzeugerfestpreise für Speisefrühkartof- :th je 50 kg netto ausschl. Verpackung frachtfreie pfangsstation für weiße, rote und blaue Sor- itr 2,60 RM., für gelbe Sorten, runde und lange M RM. lgen S MM," :ie W in j* -in^ Kämpfe sah man in den Endspielen im Eine rein füdwestdeutsche Angelegenheit war das HJ.-Doppel, wo die Hessen-Nassauer Schmidt-Günther über die Saarpfälzer Jörger-Lutz die Oberhand behielten. Im Einzel unterlag Günther dem Rheinländer Gies sehr knapp. Ergebnisse: HI- Einzel: Gies (Mülheim-Ruhr) — Günther (Wiesbaden) 6:3, 4:6, 6:1; HJ.-Doppel: Günther-Schmidt (Wiesbaden-Frankfurt) — Jörger-Lutz (Saarpfalz) 6:3,6:4; BDM.-Einzel: Fuchs (Berlin) — Hartolt (Breslau) 6:2, 6:3; BDM.-Doppel: Sursn-Fuchs (Berlin) — Bahre-Schwartz (Berlin) 6:4, 7:5. .......ja weitere Gnttcgeioung athletischen Kämpfen. Besonders gt auf den Zweikampf im Kugelstoß« ieeiij von1 \M ien k E ine J iX •< Cd il^a K Ya 9> Amtsgericht Gießen. O. B. und B. F., beide in Gießen, hatten Straf- bkehle erhalten. Für B. lautete der Strafbefehl ter 15 RM. Er wurde beschuldigt, am 30. März -it einem Lastkraftwagen (mit Anhänger) den 'jrchenplatz in Gießen befahren und beim Einigen nach rechts auf den Lindenplatz sich nicht rrher überzeugt zu haben, ob sich kein anderes fthrzeug näherte. Dadurch stieß er mit einem Lraßenbahnwagen zusammen. F. erhielt einen Strafbefehl über 10 RM., weil et beschuldigt war, er habe am gleichen Tage mit ei'em Straßenbahnwagen den Kirchenplatz in Gie- hli befahren und es an der gehörigen Leitung ifl£> Bedienung seines Fahrzeugs fehlen lassen, in- bm er nicht rechtzeitig gebremst und Sand gestreut hwe, wodurch er mit dem Anhänger des Lastkraft- vi gens zusammenstieß. i Segen die Strafbefehle legten die Angeklagten Tnspruch ein. In der Hauptverhandlung wurde die L-.klage gegen den Straßenbahnführer fallen gelten. Der Angeklagte L. wurde überführt und btm Antrag des Anklagevertreters entsprechend zur Men Strafe wie im Strafbefehl verurteil. Landkreis (Biehen. A Großen-Linden, 28. August. Die Gebinde hat in diesem Jahr zwei Aecker mit Flachs a.sstellen lassen. In der vorigen Woche wurde bcjer von den Schülern der oberen 8»h r g ä n ge gerupft. Dafür wurden die Kin- br von der Gemeinde rrtit Kakao und Gebäck be- ürtet. — Wie im vorigen Sommer, so haben auch |fft die Schüler wieder in ihrer Freizeit eine be- ' ir.chNche Menge Aehren gelesen. Gesammelt wurde hauptsächlich Roggen und Weizen. Nach Ab- I^uß der Sammlung werden die Aehren der 315 23. zum Ausdrusch albgeliefert. Stabhochsprung: 1. Gleim (Hessen-Nassau) 3,60 m, 2. v. Wyhl (Westmark) 3,50, 3. Hennig (Berlin), 3,40 m; Hammerwerfen: 1. Grau 54,1, 2. Darr (Deutschland) 54,5, 3. Polgar (Ungarn) 56,1, 4. Lundqvist (Schweden) 56,1, 5. Hernegger (Deutschland) 56,3. Hochsprung: 1. .Persson (Schweden) 1,90 Meter. 2. Weinkötz (Deutschland), Dr. Galanda (Slowakei), Pescatoni (Italien) und Kreuger (Schweden) je 1,85 Meter. Stabhochsprung: 1. Glötzner (Deutschland) 4,10 Meter, 2. Ljunberg (Schweden) 3,90 Meter, 3. Linstrom (Schweden) 3,80 Meter, 4. Haunzwickel (Deutschland) 3,80 Meter. (Speerroerfen: 1. Bar- szeghi (Ungarn) 67,37 Meter. 2. Berg (Deutschland) 67,29 Meter, 3. Jssak (Estland) 66,79 Meter, 4. Stock (Deutschland) 65,51 Meter, 5. Eding (Deutschland) 64,02 Meter, 6. Matteuzi (Italien) 62,56 Meter. Kugelstoßen: 1. Stöck (Deutschland) 16,33 Meter 2. Kreek (Estland) 16,26 Meter, 3. Groß-Fengels (Deutschland) 14,79 Meter, 4. Dr. Luh (Deutschland) 14,72 Meter. Studentinnen: 100 Meter: Wendel (Deutschland) 12,4, 2. Dempe (Deutschland) 12,6, 3 Langerbeck (Deutschland) 13,1, 4. Hamas (Ungarn) 4X100-Meter-Staffel: 1. Deutschland A (Langerbeck, Dempe, Wendel, Dies) 49,0, 2. Deutschland B 50,5. Diskuswerfen: 1. Schönfeld (Deutschland) 37,43 Meter, 2. Wittmann (Deutschland) 36,51 Meter, 3. Schulte (Deutschland) 35,07 Wirtschaft. Guter Beginn der Leipziger Herbstmesse. Die Leipziger Herbstmesse ist programmgemäß am 6)-nntag eröffnet worden. Wenn man die 22 Treffe« pläfte durchgeht, fo kann man feststellen, daß der jbfetc Teü der Lieferfirmen, auch aus dem Aus- Icnbe, feine Zusagen auf eine ausreichende Be- Iciickung der Messe eingehalten hat. Nach der vor- loufigen messeamtlichen Zählung sind 6254 Aussteller- : bjien gemietet worden, das sind rund 5 v. H. mehr im Herbst vorigen Jahres. Etwa ebenso hoch ist bn Zuwachs an belegter Ausstellungsfläche, die heute nshr als 101 000 qm ausmacht. Eine besondere Er- t^iterung hat die Textil- und Bekleidungsmesse er« toren. Dom Ausland nehmen 11 Länder als Aus- ’tJIer teil. Es sind dies rund 100 Einzelfirmen aus talien, Rumänien, Ungarn, Großbritannien, Jugo- Ilcwien, Griechenland und das Protektorat; mit Ge- niinfchaftsausstellungen sind Aegypten, Luxemburg, ki Niederlande, Böhmen und Mähren, das Jnter- icrionale Wollkomitee und die Südafrikanische Union ir treten. „Ausdruck des Wehrwittens der jungen Generation" Baldur von Gchirach bei den deutschen Iugend-Meisterschasten. hatten die Sachsen nickst viel zu bestellen. Sie verloren schließlich klar Mit 7:17. Bei den Endkämpfen im Schwimmen wurden wiederum einige Ergebnisse erzielt, die sich neben denen unserer Meisterklasse durchaus sehen lassen können: 100 Meter Kraul HI.: 1. Sobotta (Schle- sien)l:02,4, 2. Müller (Spandau) 1:02,6, 3. Pfeifer (Leipzig) 1:03,1. 1 00 Meter Rücken HI.: 1. »irr (Berlin) 1:12,5, 2. Rose (Westfalen) 1:13,6, 3. Weingärtner (München) und Lindner (Koblenz) 1:14,8. 200 Meter Brust HI.: 1. Rogalski (Elbing) 2:50, 2. Gold (Erfurt) 2:50,1, 3. Viebahn (Gummersbach) 2:55. Lagenstaffel H I. 1. Berlin II 5:16,1, 2. Berlin \ 5:16,9, 3. Mittelelbe 5:19. Wasserball-Endspiel: Westfalen — Berlin 5:2 (1:0); um den dritten Platz: Düsseldorf — Mittelelbe 6:5 (4:2); um den fünften Platz: Schlesien — Württemberg 1:0 (0:0). Gefamtwertung der Gebiete: 1. Berlin 126, 2. Westfalen 53, 3. Sachsen 48, 4. Mittel- elbe 45 Punkte. BDM. 100 Meter Kraul: 1. Inge Schmitz (Spandau) 1:13,9, 2. Weber (Bayreuth) 1:17,3, 3. Schapitz (Dessau) 1:17,5. 100 Meter Rücken: 1. Weber (Bayreuth) 1:22,5, 2. Heins (Magdeburg) 1:25,5, 3. Hinz (Berlin) 1:26, 200 Meter Brust: 1. Inge Schmidt (Hamburg) 3:06,5, 2. Kappel (Gladbach) 3:07,5, 3. Pichaida (Duisburg) 3:12,9. 3X100 Meter Kraul: 1. Berlin 3:52,4, 2. Mittelelbe 3:54,2, 3. Hamburg 4:00. 3 X200 Meter Brust: 1. Düsseldorf 9:50,5, 2. Westfalen 10:00,1, 3. Hamburg 10:06,2. Gesamtwertung der Obergaue: 1. Berlin 62 P., 2. Hamburg 49 P., 3. Westfalen 40 P., 4. Mittelelbe 29 Punkte. Württembergs Handballer siegten. Mit größtem Einsatz wurde bei den noch aus- stehenden Endspielen im Hockey, Fußball und Handball gekämpft. Die Entscheidung im Handballturnier fiel erst in der verlängerten Spielzeit. Württemberg führte im Kampf gegen Sachsen bei der Pause noch 3:1, mußte sich aber noch den Ausgleich mit 3:3 gefallen lassen. In der Verlängerung kam Württemberg zum entscheidenden Treffer und damit zum 4:3-Sieg. Nachdem im Fußball bereits am Samstag das Endspiel den Sieg von Ruhr-Nieder- rhein ergeben hatte, siegte am Sonntag in der Trostrunde Berlin mit 6:3 (0:2) über das Gebiet Hochland. — Im Hockey-Endspiel gewann Berlin mit 3:1 (0:1) über Düsseldorf. Bei den Mädel blieb Mittelelbtz mit 1:0 (0:0) über Pommern erfolgreich. Bei den Jungen behauptete sich im Kampf um den dritten Platz das Gebiet Hochland 3:2 (3:0) Bei den Studenten-Weltspielen in Wien fielen am Samstag weitere Entscheidungen in den leicht- ~ gespannt war man uui weil .... Kugelstoßen zwischen Gerhard Stock und dem estnischen Eruropamelster Arnold Kreek. Stöck, der sich in einer sehr beständigen Form befindet, siegte mit 16,33 Meter vor Kreek mit 16,26 Meter. Der Italiener G o - nelli gewann die 200 Meter in 21,8 Sekunden. Hier kam Köster (Deutschland) mit 22,4 auf den vierten Platz. Auch über 400 Meter gab es durch Missoni in 48,0 einen italienischen Sieg. Die Deutschen Helm und Rinck sicherten sich die nächsten Plätze. Fellers mann (Deutschland) brachte die 5000 Meter in 10:10,6 an sich, lieber 400 Meter Hürden belegten mit Mayr (54,0) und Darr (54 5) zwei deutsche Studenten die ersten Platze. Im Hochsprunq mußte sich der frühere deutsche Meister Weinkötz (1,85 Meter) hinter dem Schweden Persson (1,90 Meter) mit drei weiteren Teilnehmern mit dem zweiten Platz begnügen. Mit der ausgezeichneten Leistung von 4,10 Meter wurde unser Rekordmann im Stabhochspringen Glötzner Meister Bei den Studentinnen fielen am Samstag alle Titel an Deutschland. Die 100 Meter gewann Wendel, die bereits auch über 200 m gesiegt hatte, in 12 4 Sekunden, das Diskuswerfen Schönfeld mit 37,43’ Meter. In der 4X100-Meter-Staftel schlug die deutsche A-Mannschast unsere zweite Vertretung in 49 Sekunden. — Die Ergebnisse: Studenten: 200 Meter: 1. Gonelli Italien (21,8), 2. Dr. Sir (Ungarn) 21,9, 3. Bianci (Italien) 22,0. 4. Köster (Deutschland) 22,4. 5. Hed- seldt (Schweden); 400 Meter: 1. Missoni (Italien) 48,0, 2. Helm (Deutschland) 48,2, 3. Rinck (Deutschland) 48,5, 4. Ferrasutti (Italien) 48,6, 5. Edfeldt (Schweden) 48,9, 6. Wieland (Deut chland) 49 i- 5 0 0 0 Meter: 1. Fellersmann (Deutschland) 15:10,6, 2. Csaplar (Ungarn) 15:10,8, 3. Lindstedt (Schweden) 15:28,6; 4. Ohm (Deutschland) 15:33,8; 400 Meter Hürden: 1. Mayr (Deutschland) Atemzug einstehen wollen für unser deutsches Volk und Reich." Nach den leichtathletischen Endkämpfen, die in ganz kurzer Zeit abgewickelt wurden, verließ der Reichsjugendführer das Stadion, um nach Berlin zurückzufahren. Die Jungen und Mädel aber begaben sich in mustergültiger Ordnung auf ihre Stellplätze, um die Rückreise in ihre Heimat an- zutreten. Sonderzüge und Entlastungszüge sind bereitgestellt worden, so daß alle Teilnehmer der Chemnitzer Meisterschaften noch am Sonntag oder in der Nacht zum Montag ihre Heimatorte erreichen können. UneinMP’^. Zrankfurt a. M., 26. Aug. An der Wochen- hußbörse herrschte angesichts der politischen Lage caiierfte Zurückhaltung. Der Aktien m a r Et er3 cjfnete uneinheitlich und brachte infolge der 3yja15 fglieit der Aufträge teilweise starke Ausschlage, vchrend die durchschnittlichen Veränderungen etwa 1 v. H. lagen. Das Geschäft hatte nur kleinsten irfang. Sehr fest lagen von Braunkohlenwerten ssDinbraun mit 230,40 (226), auch Ilse Genuß M v. H. höher mit 136. Am Elektromarkt stiegen xiudert auf 177,25 (174,50), dagegen AEG- 116,2o • 111:56,75). Montanwerte verkehrten überwiegend ! u Realisationen hin schwächer; Verein. Stahl ■ M0 (99,50), Hoesch 105,50 (106,65), Buderus 97 (97,75), SauMütte 20,25 (21,13), Mannesmann um) 104,75. IG.-Farben befestigen sich um 1,50 n. 5). auf 154,50, Scheideanstalt (prangen um 5 v,H. auf 210 rat. Sonst kamen zunächst Berger Tief- bau mit 149 (147), Zellstoff Waldhof mtf 110,40 (109), Junghans mit 94,50 (93) anderseits Bem- berg mit 131 (132,25) und Rh-inmetall mit 119 ^Dei^Re^t^nmarkt war ebenfalls uneinheit- lich, jedoch eher fchwächer. In «ßrantomren und Staatspapieren wurde las Mngebot bet uiw. Kursen aufgenamfnen. Reichsaltbesitz waren 20 hoher mit 131,90, dagegen Reichsbahn-VA. 122,13 (122 40) und im Freioerkehr Steuergutfcheme I 98,35 bi- 98,40 (98,80). JnduMe-Obligationen neig, ten eher zur Schwäche, 5-v. H.-Hoesch 98,50 (99), ebenso bröckelten Liquidationspfandbriefe eine Kleinigkeit ab, während Stadtanlechen unverändert ^Jrn^Verlaufe war die Haltung am A.ktien- markt überwiegend schwächer. IG.-Farben 153 2d nach 154,50, Mannesmann 104,25 nach 104,75, Laurahütte 19 nach 20,25, AEG. 116 nach 116,25 Auch für die übrigen Papiere nannte man meist 0,25 bis 0,75 v. H. niedrigere Kurse gegenüber dem Anfang. Bei den später notierten Werten hielten sich die Schwankungen nreist innethalb eines Prozentes, sehr fest Kali Salzdetfurch nut 153 (148,50). Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Tagesgeld wurde auf 2,50 (2,25) v. H. erhöht llOsSlefepdüröen in 14,2. Aus der Kampfbahn gab es ausgezeichnete Leistungen der Leichtathleten. Dabei ist allerdings zu berücksichttgen, daß bei den Laufwettbewerben starker Gegenwind herrschte und so die Zeiten der Vor- unb Zwischenläufe nicht ganz erreicht wurden. Aus der Fülle der hervorragenden und für die Zukunft vielversprechenden Ergebnisse ist vor allem die Zeit von 14,2 Sekunden für die 110-Meter-Hürden des Aacheners Hendrichs herauszuheben. Es darf aber nicht vergessen werden, daß die HI. über Jugend- Hürden muß, die niedriger sind als die der Männer. Auch die Wurf? und Stoßgeräte sind natürlich den Kräften der Jugend angepaßt und entsprechend leichter. Sehr beachtlich ist auch die Zeit von Feine (Niedersachsen) über 800 Meter mit 1:58,3 und für die wehrsportliche Durchbildung legt der Keulenweitwurf des Westfalen Sttacke mit 85,05 Meter beredtes Zeugnis ab. Müller über 100 Meter in 10,9. Als bester Sprinter erwies sich MMer (Hessen- Nassau), der über 100 Meter in 10,9 vor Stürzenhofecker (Franken) in 11 Sekunden siegte. Müller hatte allerdings schon im Zwischenlauf bei besseren Bedingungen die hervorragende Zeit von 10,5 Sekunden erreicht! Ergebnisse der Leichtathletik. HI., 100 m: 1. Müller (Hessen-Nassau) 10,9; 2. Stürzenhofecker (Franken) 11; 3. Licha (Franken) 11,1. 400 m : 1. Schwenke (Dessau) 50,2; 2. Döbler (Hessen-Nassau) 50,9; 3. Kiesling (Sachsen) 51,6. 11 0 - m - Hürden: 1. Hendrichs (Aachen) 14,2; 2. Kleine (Sachsen) 14,8; 3. Stenglin (Hochland) 15,1. 800 m: Feine (Niedersachsen) 1:58,3; 2. Kaethner (Düsseldorf) 1:58,5; 3. Kolp (Hessen- Nassau) 1:59. 4 X 100 m: 1. Sachsen 43,2; 2. Hessen-Nassau 43,5; 3. Berlin 43,8. 10 X 200 m: 1. Sachsen; 2. Hessen-Nassau; 3. Düsseldorf. Hochsprung : 1. Munding (Hessen-Nassau) 1,82; 2. Koppen-wallner (Hochland) 1,75; 3. Hertinger (Thüringen) 1,75. Dreisprung: 1. Schwenke (Dessau) 14,33, 2. Gleim (Hessen-Nassau) 13,60; 3. Kohlhoff (Berkin) 13,57. Weitsprung: 1. Schmid (Württemberg) 6,64; 2. Höfken (Westmark) 6,63; 3. Kreulich (Westfalen) 6,60. Kugel: 1. Himmelsdorfer (Hochland) 15,06; 2. Hahn (Franken) 14,20; 3. Bierling (Hochland) 14,07. Keulenweit w e r f e n : 1. Stracke (Westfalen) 85,05; 2. Krauß (Mittelelbe) 77,78; 3. Sieder (Württemberg) 77,76. Speerwerfen: 1. Stracke (Westfalen) 57,94; 2. Apenberg (Niedersachsen) 57,21; 3. Köschel (Schlesien) 56,75. BDM., 100 m : 1. Hothum (Schwaben) 12,4; 2. Ehr. Schulze (Westfalen) 12,4; 3. Kirchhoff (Kurhessen) 12,5. 80-m-Hürden: 1. Hothum (Schwaben) 12,1; 2. Roth (Berlin) 12,5; 3. Wemann (Niedersachsen) 13,2. 4X100 m: 1. Schlesien 501; 2. Hamburg 50,9; 3. Berlin 51,2. Weitsprung: 1. Ehr. Schulz (Westfalen) 5,51; 2. Ner- lich (Schlesien) 5,38; 3. Burggraf (Hessen-Nassau) 5 21. Speerwerfen: 1. Schade (Mittelelbe) 42,10; 2. Steinheuer (Westmark) 38,34; 3. BöMng- haus (Düsseldorf) 36,36. Mittelelbe Sieger im Handball. Im Endspiel des Handball-Turnier der HI. standen sich die Gebiete Mittelelbe und Sachsen gegenüber. Schon bei Halbzeit führte die Elf von Mit- telelbe überlegen mit 9:4. Auch nach dem Wechsel Kaninchen,uchtverein Gießen. Im „Burghof" fand eine Mitgliederversammlung bir Ortsgruppe Gießen des Kaninchenzuchtoereins ft:tt. Der Vorsitzende Ludwig Kreiling berichtete feer die Ergebnisse der letzten Kreisschulungs- tc]ung. Er wies besonders auf die Bedeutung der Mitarbeit der Frau und der Kinder in der Ka- sinchenzucht hin. In diesem Zusammenhang be- ttite er auch die Notwendigkeit des Zusammen- tilusses aller Kaninchenhalter und Züchter, um eine Zeitliche Zuchtrichtung zu erreichen, die die Ge- ivihr dafür bietet, daß die Tierhaltung vermehrt uni) dcs wirtschaftseigene Futter restlos verwendet wird. Gondergerichi in Gießen. Meter. Deutsche Siege im Ludern. Auch bei den Ruderwettkämpfen hatten die deutschen Studenten schöne Erfolge. Deutschland sicherte sich in den sieben Wettbewerben drei Siege und drei zweite Plätze und siegte auch in der Nationenwertung mit 4% Punkten vor Italien mit 3/i und Ungarn mit einem Punkt. — Die Ergebnisse: Vierer m. St.: 1 Deutschland 7:15,2; 2. Italien 7:20,0. Zweier o. St.: 1. Ungarn (Kovacz, Farkas) 7:51,4; 2. Deutschland (Lehmann, Kötschmann) 7:51,5; 3. Italien (Grittani, Fontana) 8:03,6. — Einer: 1. Italien (Steinleitner) 7:45,4; 2. Deutschland (Broock- (Württemberg) 44,89 m, 2. Kölling (Düsseldorf) 42,89, ; 3. Kirstein (Düsseldorf) 42,62. BDM., Hochsprung: 1. Eckelt (Hochland) 1,51, 2. Schikora (Mittelelbe) 1,48, 3. Bernhardt ' (Hesse-n-Nassau) 1,45 m; Kugel st oßen: 1. Un- bescheid (Baden) 12,06 m, 2. Wetzlar (Württemberg) . 11,74, 3. Meyer (Berlin) 11,55 m; Diskuswer- en: 1. Jard (Köln-Aachen) 38,46, 2. Bergmann (Schlesien) 32,89, 3. Sommer (Ostland) 32,50 m. Ausgezeichnete Schwimmer. Auch im Schwimmsport hat die Jugend den An- chluß an unsere Spitzenkönner erreicht. Das bewiesen vor allem der Sieg des Stettiner Laskowski über 100-m-Brust Mit 1:13,2 und der Erfolg des deutsche-n Meisters KöNinger (Magdeburg) über 200-m-Kraul in 2:20 Minuten. Ergebnisse: 200-m-Kr aul: 1. Köninger (Mittelelbe) 2:20, 2. Laskowski (Pommern) 2:24,4, 3. Birr (Berlin) 2:25,9; 1 0 0 - m - Brust: 1. Laskowski (Pommern) 1:13,2 2. Rogatzky (Osttand) 1:13,4, 3. Glawe (Düsseldorf) 1:14,2; Turmspringen: 1. Föckel (Sachsen) 60,75 P., 2. Düwel (Niedersachsen) 56,45, 3. Januschka (Westfalen) 52,85 m; 4X100 m: 1. Berlin 4:15,6, 2. Schlesien 4:20,4, 3. Sachsen 4:22,6; 100-m-Brust (B D M.): 1. Mettko (Wien) 1:27,2, 2. Pichaida (Ruhr-Niederchein) 1:29^, 3. Krauthoff (Westfalen) 1:31,6; Wasserball, um den 5. Platz Schlesien — Württemberg 1:0 (0:0). Wieder Nuhr - Niederrhein im Fußball Im Fußball siel der Sieg wieder an die Elf von Ruhr-Niederrhe'in mit ihren tüchtigen Spielern aus Duisburg und Hamborn. Diesmal mußte sich Westfalen im Endspiel mit 2:0 (0:0) geschlagen geben. In der Trostrunde trennten sich Hochland und Wien 3:3 (0:1), doch kam das Hochland durch Los ins Endspiel. Im Handball errang Mecklenburg den dritten Platz durch einen 9:8 (3:6)-Sieg über das Hochland. Im Trostspiel bei den Mädels konnte Kärnten 7:5 (3:3) über Westfalen siegreich sein. — Im H o ck e y erreichte Berlin durch einen 2:1-Sieg, der erst in der Verlängerung erfttitten wurde, das Endspiel, für das sich Düsseldorf bereits qualifiziert hat. In der Trostrunde schlug Württemberg die Mannschaft von Wien 1:0 (0:0). Gies und Günther im Endspiel. Die Leistungen im Tennis befriedigten nicht auf der ganzen Linie. An der Schulung des Nachwuchses muß noch gearbeitet werden, um den Uebergang zur Meisterklasse vorzuberetten. Im HJ.- Einzel setzten sich der Dorjahrsmeister Gies (Köln- Aachen) und Güncher (Hessen-Nassau) durch. Die übeigen Endspielpartner: H I. - D o p p e l: Jörger- Lutz (Saarpfalz) — Günther-Schmitz (Hessen-Nassau); B D M. - E i n z e l: Fuchs (Beelin) — Hartelt (Schlesien); BDM.-Doppel: Bahre-Schwartz (Berlin) — Fuchs-Surön (Berlin). * Bei der großen Schlußveranstaltung der Deutschen Jugendmeisterschaften war die mit den Fahnen des Reiches und der deutschen Jugend prächtig geschmückte Chemnitzer Großkampfbahn mit 50 000 Hitler-Jungen und Mädel überfüllt. Als der Reichs- juqendführer Baldur von Schirach m Begleitung von Obergebietsführer Dr. Schlünder sowie zahlreichen Ehrengästen aus Partei, Staat und Weh^ macht im Stadion er schien, wurde er stürmisch begrüßt. In einer Ansprache rief Baldur v o n Schirach den gespannt und freudig lauschenden Jungen und Mädel zu: Euere Meisterschaften unterscheiden sich grund- ' sätzlich von ähnlichen Veranstaltungen vergangener ' Jahrzehnte. Die Leibesübungen sind Bestandteil ' der allgemeinen Ertüchtigung der Nation und damit : auch Ausdruck des Wehrwillens der jungen Gene- E. St. aus Gießen, zur Zeit in Untersuchungs- hcft, ist beschuldigt, im April d. I. in Gießen geistige hetzerische Reden, die geeignet waren, das Aisehen führenden Persönlichkeiten des Reichs zu sxodigen, geführt zu haben. Der Angeklagte wollte Lnen beleidigenden Aeußerungen eine andere Auslegung geben, er wurde aber durch die Be- Misaufnahme überführt. Der Sachverständige de- schneie den Angeklagten als einen haltlosen, llllensschwachen Menschen, als einen erblich be- n;. leteten Trinker, der bereits längere Zeit in einer {ofo rinkerheilanstalt untergebracht gewesen fei, bei l.L diw aber keine Maßnahme eine Besserung herbei- g oj> fören könne. Er führte weiter aus, wenn der An- M Magte angetrunten sei, sei er vermindert zurech- >rT nmgsfähig, in der Volltrunkenheit sei er nicht zu- i urt vhnungsfähig. Der Sachverständige hält die Unter« br.ngung in einer Heil- ober Pflegeanstalt für er« 8 ’ fberlich. Der Anklagevertreter beantragt, den An- , plagten zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten r verurteilen und seine Unterbringung in einer j Hil« oder Pflegeanstalt anzuordnen. Der Ange- ifck ki:gte wurde wegen Vergehens gegen das Heim« i„ ; ttkengesetz zu einer Gefängnisstrafe von 4 Mo- p? nien, unter Anrechnung von 2 Monaten der er« Irenen Untersuchungshaft verurteilt und gemäß §i2b StGB, seine Unterbringung in einer Heiler Pflegeanstalt angeordnet. Dem Angeklagten wurde der Schutz des § 51II (GB. zugebilligt. Die Unterbringung in einer oder Pflegeanstalt wurde angeordnet, weil der BigeElagte immer wieder in sein altes Uebel zu- kckgefallen ist und bereits ohne Erfolg in einer Linkerheilanstalt untergebracht war. Hervorragende Leistungen, die alle Erwartungen übertrafen, bot unsere junge Leichtathletikgarde bei den deutschen Jugendmeisterschaften am Samstag in Chemnitz. Ganz überragend waren die Zeiten in den Läufen, die einen Vergleich mit den Leistungen der Spitzenklasse wohl aushalten können. In den Varläufen über 100 m waren 21 Hitler jungen die Zeit von genau 11 Sekunden gelaufen, und in den Zwischen-Entscheidungen blieben 13 Jungen sogar unter 11 Sekunden. Im 110-m-Hürdenlauf erreichte der Schnellste 14,5 Sekunden, und auch die Zeit von 43 Sekunden für die 4X100-m-Staffel kann sich wirklich sehen lassen. Vier Entscheidungen gab es am Samstag bei der HI., drei beim BDM. Die Ergebnisse der Entscheidungen: HI., Fünfkampf (100 m, Hochsprung, Weit- pruna, Kugelstoßen, Keulenwerfen: 1. Koppenwall- ner (Hochland) 5035 P., 2. Seyer (Nordmark) 4813,5, 3. Becker (Mittelland) 4803,5 P. — 15 0 0 m : 1. Gichner (Westfalen) 4:09,6, 2. Hicke (Sachsen) 4:10, 3. Wollner (Mittelland) 4:10,8; mann) 7:55,2; 3. Ungarn (Szonyi) 8:40,6. — Zweier m. St.: 1. Italien 8:01,8; 2. Deutschland 8:20,6; Doppelzweier: 1. Deutschland (Lagemann, Broock- mann) 7:08,2; 2. Italien (Brambilla, Roggiani) 7:14,0. — Vierern. St.: 1. Italien 7:01,3; 2. Deutschland 7:03,0. — Achter: 1. Deutschland 6:25,3; 2. Italien; 3. Ungarn. — Deutschland schlägt Italien im Fuhball 3:0. Dor 5000 Zuschauern kämpften bei den Studen- ten-Weltspielen in Wien die Fußballmannschaften von Deutschland und Italien. Die deutschen Studenten, die eine weitaus bessere Mannschaftsarbeit boten und besonders in der ersten Spielhälfte durch ihre sichere Deckung und das genaue Zusammenspiel klar überlegen waren, siegten verdient mit 3:0 (2:0) und wurden damit wieder, genau wie bei den letzten Spielen in Paris, Sieger im Fußballturnier. Auch im Handball deutscher Sieg. Nach dem schönen Erfolg im Fußballturnier fiel Deutschland auch der Sieg im Handballwettbewerb zu. Die Entscheidung fiel im Wiederholungsspiel unserer Elf gegen Ungarn, die am Freitag überraschend ein 8:8-Unentschieden erzwungen hatten. Diesmal wurden die Magyaren überlegen mit 12:4 (8:1) geschlagen. Die deutschen Treffer erzielten Reinhardt (6), Gollinger (2), Dolak (2), Hömke und Willy. Ein zweiter Erfolg von Oessecker. Im Rahmen der Schlußfeier wurden die letzten Laufwettbewerbe ausgetragen. Im 15OO-Meter- Lauf gelang es dem Stuttgarter Deffecker, sich in der schönen Zeit von 3:57,2 den zweiten Titel aus dem Wiener Weltspielen zu sichern. Auch die beiden Staffeln endeten mit überlegenen deutschen Siegen. Mit der Mannschaft Schmitt, Köster, Müller und Mellerowicz gewann Deutschland die 4X1OO-Meter in 41,8 vor Italien und Ingarn. Ueber 4X1OO-Meter war die deutsche Staffel Wieland, Rinck, Rose und Helm in 3:15,8 vor den gleichen Gegnern erfolgreich. Ergebnisse: 1500 Meter: 1. Dessecker (Deutschland) 3:57,2; 2. Ragani (Italien) 3:58,4; 3. Harscmyi (Ungarn) 3:5g-,6. — 4X1OO-Meter: 1. Deutschland (Schmitt, Köster Müller, Mellerowicz) 41,8; 2. Italien 42,1; 3. Ungarn 42,6. — 4X4OO-Meter: 1. Deutschland (Wieland, Rinck, Rose, Helm) 3:15,8; 2. Italien 3:17,2; 3. Ungarn 3:17,4 Min. Ör. Scheel ehrte die Sieger. Im Anschluß an die letzten Wettbewerbe hielt der Reichsstudentenführer Dr. Scheel vor den angetretenen aktiven Teilnehmern eine Rede, in der er u. a. ausführte: Ich danke den Wettkämpfern und den Mannschaften, die in sauberer und ritterlicher Haltung um den Preis des Sieges gekämpft haben und auch die Niederlage hinzunehmen wußten. Die Mannschaftsführer empfangen jetzt für ihre siegreichen Kameraden die Auszeichnung als Weltmeister der Studenten und als Sieger der Studentenweltspiele. Ich weiß, daß dieses Siegeszeichen für jeden eine große Ehre ist. Die Schluhfeier brachte noch eindrucksvolle Vorführungen deutscher Studenten und Studentinnen sowie einer Gruppe Studenten der Kgl. Ungarischen Hochschule für. Leibesübungen. Die 5000 Zuschauer spendeten hierfür reichen Beifall Die Läufer traten zur letzten leichtathletischen Entscheidung, der lOX^-Rundestaffel an. Nachdem die Italiener über den größten Teil der Strecke geführt hatten, brachte Deutschlands achter Mann, Fritz Müller, seine Mannschaft nach vorn. In 3:38,3 Min. siegten die Deutschen vor Italien 3:39,2 und Ungarn. Dann wurden die Flaggen eingeholt und mit dem Ausmarsch der Teilnehmer waren die Studentenweltspiele Wien 1939 beendet. Harbig schlug auch Mstert. Nur ein Sieg für Belgiens Leichtathleten. Der zweitägige Leichtathletik-Länderkampf zwischen Deutschland und Belgien in Krefeld brachte den deutschen Athleten am ersten Tag mit 48,5 zu 28,5 Punkten eine klare Führung. Von den sieben Wettbewerben des Samstags endeten sechs mit deutschen Siegen, während Belgien lediglich durch feinen vorzüglichen Sprinter Saelens im 100-Meter- Lauf erfolgreich war. Der Länderkampf fand bei ausgezeichnetem Wetter und vor 1000 Besuchern in der Kampfbahn der Krefelder Edelstahlwerke statt. Das Hauptereignis des Eröffnungstages war der 8OO-Meter-Laus, in dem unser Weltrelordmann Rudolf Harbig auf den belgischen Weltrekordläufer Mostert traf. Harbig siegte im Spurt in 1:55,4 Minuten und ließ dabei seinen starken Gegner einen glatten Meter hinter sich. Die mäßige Zeit erklärt sich daraus, daß zwischen 400 und 600 Meter arg gebummelt wurde. Der Belgier zog 200 Meter vor dem Ziel den Spurt an, kam auch vier, fünf Meter von Harbig weg, aber in der Zielgeraden schloß unser Meister auf und siegte noch sicher. Der Frankenthaler Schanzenbecher lief ein sehr gutes Rennen, konnte aber im Endkampf gegen die zwei Weltklassenläufer nicht bestehen. — Den Hürdenlauf gewann der Düsseldorfer Pollmanns in 15,1 Sekunden, das Diskuswerfen fiel mit 46,19 Meter an den Kölner Jansen, den Stabhochsprung gewann Helmke (Berlin) mit 3,60 Meter und über 10 000 Meter war der Kölner Berg in 31:51,4 Minuten siegreich. Die Vierer staffel wurde eine sichere Beute der Kersch, Hornberger, Neckermann und Scheuring in 41,4 Sekunden, zumal die Belgier schlecht wechselten. Den einzigen Sieg holten sich die Gäste, wie schon erwähnt, im lOO-Meter-Lauf, wo Saelens den Frankfurter Kersch in 10,7 Sekunden um Handbreite hinter sich ließ. — Die Ergebnisse vom Samstag: IIO-Meter-Hürden: 1. Pollmanns (D) 15,1; 2. Binet (B) 15,6; 3. Richter (D) 15,8; 4. Dandesype (B) 15,9. 100 Meter: 1. Saelens (B) 10,7; 2. Kersch (D) 10,7; 3. Schneider (D) 10,8; 4. Duthy (B) 11,0. Diskus: 1. Jansen (D) 46,19 Meter; 2. Marktanner (D) 42,10 Meter; 3. Dan den Doorde (B) 40,59 Meter; 4. Masson (B) 35,57 Meter. 800 Meter: 1. Harbig (D) 1:55,4; 2. Mostert (B) 1:55,8; 3. Schanzenbecher (D) 1:57,7; 4. Geeraert (B) 2:05. 4 X 100 Meter: 1. Deutschland (Kersch, Hornberger, Neckermann, Scheuring) 41,4; 2. Belgien (Saelens, Guthy, Braeckman, Si- roul) 43,2. Stabhoch: 1. Hemle (D) 3,60 Meter; 2. Bär (D) und Van Audenrode (B) je 3,40 Meter; 4. Luyten (B) 3,30 Meter. 10 000 Meter: 1. Berg (D) 31:51,4; 2. Chapelle (B) 31:59,4 3. Scheirs (B) 32:18,6; 4. Schönrock (D). Stand nach dem 1. lag: Deutschland 48,5 Punkte, Belgien 28,5 Punkte. Hoherodskopf-VerM. Das 7. Hoherodskopf-Bergfest wurde am gestrigen Sonntag auf unserem oberhessischen Heimatberge durchgesührt, wenn auch nicht mit der Teilnehmer- zahl der Vorjahre. Unter der Leitung von NSRL- Kreisführer, SA.-Sturmhauptführer Karl Otter- b e i n (Friedberg) und Kreisfachwart Langsdorf (Bad-Nauheim) wurden bei schönstem Bergwetter die volkstümlichen Dreikämpfe reibungslos abgewickelt. Die festliche Rahmengestaltung, d. h. Morgenfeier und Siegerehrung, trug dem Ernst dieser Tage Rechnung und brachte überzeugend zum Ausdruck, daß die Kameraden des NSRL. als treue Gefolgsmänner des Führers ihre Pflicht tun auf dem ihnen zugewiesenen Platze. Reichssportführer v. Tschammer und Osten hatte dem 7. Hoherodskopf-Bergfest den nachstehenden drahtlichen Gruß gesandt: „Den Teilnehmern am 7. Hoherodskopf- Bergfest herzliche und kameradschaftliche Grütze. Ich wünsche dem Fest in allen seinen Teilen einen schönen und erfolgreichen Verlauf. Heil Hitler! o. Tschammer, Reichssportführer." Eraebniffe: THanner. 1. Heinz Hofmann, Tgd. Friedberg, 61 Punkte; 2. Mot.-HJ.-Scharf. Helmut Oßwald, Tgd. Bad- Nauheim (Bannstab 115 Darmstadt); Ernst Lind, T. u. Sptgd. Wölfersheim, 57 P.; 3. Alfred Lehmann, Tv. Alsfeld, 55 P.; 4. Fritz Meyer, T. u. G.-V. Schotten (HI.-Mot.-Gef. 19/254), 53 P.; 5. Ofcharf. Georg.(Barg, To. Alsfeld, 13/254; Erich von Müller, Tv. Alsfeld, 52 P.; 6. Georg Messer- schmidt, Tgd. Friedberg, Jungvolk, 48 P.; 7. Scharf. Willi Pfeffer, Tv. Alsfeld, 13/254, 47 P.; 8. Eugen Magel, Tv. Alsfeld, 43 P. Jugend-Oberstufe (HI., Klasse A). 1. Engelbert Klein, Tgd. Friedberg, (Fähnlein 33/116) 65 P.; 2. Erwin Schmidt, Tv. Alsfeld, 64 P.; 3. Theo Gärtner, Tgd. Friedberg, HI. 33/116, 61 P.; 4. Karl Kieselbach, Tgd. Friedberg, HI. 33/116, 59 P.; 5. Gert Kathrein, Tv. 1885 Lors- bach, 53 P.; 6. Heinz Sturm, Tgd. Friedberg, (HI. 33/116); Ludwig Kratt, To. Alsfeld, 52 P.; 7. Karl Höll, T. u. Go. Schotten, Mot.-HI. 19/254, 48 P.; 8. Jean Wieland, Tgd. Friedberg, HI. 33/116, 46 P.; 9. Karl Hartmann, Tv. Alsfeld, 45 P.; 10. Heinz Wurstius, Tv. Alsfeld, 43 P.; 11. Rudolf Wollrab, To. Alsfeld, 42 P, Jugend-Unterstufe (f)3., klaffe B). 1. Karl Hack, T. u. Go. Schotten, Mot.-HI. 19/254, 65 P.; 2. Willy Knoll, Tgv. Wölfersheim, 60 P.; 3. Wolfgang Kneipp, Tv. Alsfeld, 57 P.; 4. Alfred Schneider, Tv. Alsfeld, 54 P.; 5. Hermann Fritzges, To. u. Go. Schotten, Mot.-HI. 19'254, 47 P.; 6. Erich Breunig., T. u. Go. Schotten, Mot.-HI, 19/254, 46 P.; 7. Erwin Spamer, T. u. Go. Schotten, Mot.-HI, 19/254, 43 P. Altersklasse 1 (32 bis 40 Jahre). 1. Ludwig Krönung, VfL. Rödelheim, 65 P.; 2. Karl Kegel, Tg. 1845 Friedberg, 61 P.; 3. Friedrich Fischer, Tgd. Friedberg. 49 P. Altersklasse 2 (40 bis 50 Jahre). 1. Anton Weide, Spv. Ober-Mörlen, 60 P.; 2. Adam Döll, To. Alsfeld, Rottenf. 17/254, 59 P.; 3. Karl Otterbern, Tgd. Friedberg, Sturmhauptführer, 49 P.; 4. Wilh. Hühn, Tv. Alsfeld, 44 P.; 5. Willy Hilgenberg, Tgd. Friedberg, 7/222, 36 P. Altersklasse (über 50 Jahre). 1. Edmond Ebeling, Tv. Alsfeld, 82 P.; 2. Theo Kathrein, To. 1885 Lorsbach, 77 P.; 3. Konrad Bücking, To. Alsfeld, 64 P.; 4. Valentin Neuwirth, Tgd. Eintracht Frankfurt, 45 P. Weibliche Jugend, Unterstufe (VDM., klaffe B). 1. Marlis Kehr, Tv. Alsfeld, 59 P.; 2. Gustel Riebel, To. Alsfeld, 55 P.; 3. Inge Biedermann, Tv. Alsfeld, 54 P.; 4. Margot Gerhardt, T. u. Go. Rainrod, 36 P. Staffeln. 4X100-Meter, Männer. 1. Tgd. Friedberg 55,2; 2. Tv. Alsfeld 57,4 Sek. 4X100-Meter, Jugend. 1. Tgd. Friedberg 52,5; 2. T. u. Gv. Schotten 53,5; 3. Tv. Alsfeld 58,0; 4. T. u. Gv. Schotten 58,3 Sek. BomSchießspoltimKreiskriegerverbandWetzlar In den Monaten Juni, Juli und August wurden im Kreiskriegerverband Wetzlar die Mannschaftswettkämpfe im Kleinkaliberschießen durchgeführt. In 26 Teilvorkämpfen wetteiferten Frontkämpfer und ehemalige Soldaten miteinander um die Wanderehrenpreise. In Klasse A schossen sämtliche Kameraden unter 50 Jahren in. den drei Anschlagsarten liegend, kniend und stehend freihändig,^ und in Klasse B diejenigen über 50 Jahre 10 Schuß liegend freihändig. Als Anerkennung für die Beteiligung erhielt jeder startende Schütze 20 Patronen; es konnten dadurch 1150 Schützen zum Wettkampf antreten. Innerhalb der 26 Teiloorkämpfe erhielten die besten Schützen in Klasse A und B je einen Ehrenpreis. Bei der Gesamtauswertung errangen unter 69 Kameradschaften in Klasse Ä mit 15 Schuß: Wetzlar 1 = 569 Ringe, Hermannstein 2 = 557 Ringe, Wißmar 1 = 553 Ringe, Wetzlar 2 = 525 R., Katzenfurt 2 = 516 R., Kinzenbach 1 --- 511 R., Aßlar 1926 1 — 505 R., Waldgirmes 1 — 502 R. Die Mannschaften der älteren Kameraden erreichten unter 71 Kameradschaften in Klasse B mit 10 Schuß: Wetzlar 1 = 365 R., Atzbach 1 = 382 R., Wetzlar 2 -- 380 R., Aßlar 1926 1 = 362 R., Lützellinden 1 — 349 R., Bieber 1 = 344 R., Bonbaden 2 = 342 R., Hochelheim 1 — 323 R. Es erhielten die Kreismeisterschaften: in Klasse A Wenn es uns zu warm wird... Wie schützt sich unser Körper gegen die große Hitze? Don Or. W. Hartmann. Dreißig Grad im Schatten: der Asphalt zieht Blasen, unsere Kinder haben „hitzefrei", und die weibliche Kleidung erreicht den Rekord an duftiger Leichtigkeit. Das ist der richtige Augenblick, um uns einmal die Frage vorzulegen: Wie hilft sich eigentlich unser Körper gegen allzu große Wärme, und wie können wir ihn in seinem „Kampf gegen den Hitzschlag" am wirkungsvollsten unterstützen? Zunächst natürlich durch die Wahl der richtigen, also möglichst leichten, möglichst hellen und porösen Kleidung. Damit allein ist es aber keineswegs getan — wenn unser Körper nicht ein wunderbar funktionierendes System von „Kühl- waßnahmen" ganz von sich aus beim Hochschnellen des Thermometers über eine gewisse Grenze sozusagen automatisch in Betrieb setzen würde, dann könnten wir es auch in der Badehose vor Hitze nicht aushalten. Glücklicherweise ist aber der menschliche Organismus in so genialer Weise gegen die schädigenden Wirkungen der Hitze geschützt, daß man bei wissenschaftlichen Versuchen erst bei einer Rekord-Temperatur von 120 Grad Celsius die Grenze feststellen konnte, oberhalb derer wir die Hitze wirklich nicht mehr vertragen können. Derartige Temperaturen kommen ja in der Praxis gar nicht in Frage, und bei den erwähnten Experimenten konnten sie auch mir unter bestimmten Bedingungen (völlig ttockene Luft!) und nur kurze Zeit ertragen werden. Sie „Wasserkühlung" unseres Körpers. Bei den meisten Autos wird bekanntlich der Motor durch Wasserkühlung vor der Gefahr des Ueberhitzens bewahrt. Nun, auch unser Körper hat eine Art Wasserkühlung und in diesen Tagen merken wir ihre Funktion ja alle außerordentlich drastisch — dann nämlich, wenn wir schwitzen. Der Vorgang des Schwitzens ist eine jener „Selbstverständlichkeiten" unseres körperlichen Lebens, die wir alle genau zu kennen glauben, deren eigentliche Wirkungsweise aber nur den wenigsten tatsächlich bewußt ist. Der W a s s e r v e r l u st beim Schwitzen ist nämlich keineswegs der entscheidende Faktor; die Kühlung erfolgt erst dadurch, daß das Wasser auf der Haut unseres Körpers verdampft und auf diese Weise dem Körper sehr beträchtliche Wärmemengen entzieht. Die Ursache dafür ist ein physikalischer Vorgang, den die Wissenschaftler als „Verdunstungskälte" des Wassers bezeichnen: beim Verdampfen von Wasser wird sehr viel Warme gebraucht, und im Falle des Schwitzens wird sie eben unserem Körper entzogen, das heißt, wir kühlen uns ab. In den Tropen, oder bei sehr warmem Wetter auch in unseren Gegenden, kann diese „Wasserkühlung" erstaunliche Ausmaße annehmen: amerikanische Untersuchungen haben nachgewiesen, daß bei großer Hitze arbeitende Farmer täglich 10 bis 15 Liter Flüssigkeit tranken und dafür aber 12 Liter Schweiß am Tage verloren. Nur auf diese Weise kann der Körper unter derartigen extremen Bedingungen arbeiten; die Kühlwirkung des Schwitzens ist allerdings auch sehr be- ttächttich, denn man hat ausgerechnet, daß ein einziges Gramm verdunstendes Wasser der Körperoberfläche über 500 Wärmeeinheiten (sogenannte Gramm-Kalorien) entzieht. Allerdings liegt es in der Wirkungsweise dieses „Kühlsystems" begründet, daß es nur arbeiten kann, sobald das Wasser wirklich verdampft; wenn wir infolge unzweckmäßiger Kleidung oder etwa im Dampfbad ganze Bäche von Schweiß verlieren, so nützt das nicht das geringste, weil feine Verdampfung des Wassers und daher auch keine Kühlung stattfindet. Eiseffen und Atmen helfen gegen die Hitze! Wenn es uns zu warm wird, dann pflegt unser Eiskonsum gewaltig zu steigen, und die Zahl der Eisverkäufer nimmt beispielsweise in Italien geradezu in mathematischer Abhängigkeit mit jedem Kilometer zu, den wir nach Süden fahren. Wissen, schaftlich kann man beim Eisessen von „Warme, leitung" sprechen: durch das kalte Eis wird dein Körper Wärme entzogen. Um das gleiche Prinzip handelt es sich, wenn wir falt baden: auch hierbei erfolgt ein Wärmeverlust des Körpers, der übrigens infolge' gewisser physifalischer Gesetze der Wärme, leitung bei bewegtem Wasser ganz erheb, lich ftärfer ist, als bei ruhigem Wasser. (Baden int unruhigen Meer kühlt — bei gleicher Temperatur des Wassers — viel mehr ab, als Baden bei Wind, stille.) Das alles dürfte, wenigstens im Prinzip, den meisten unserer Leser bekannt sein — aber wissen Sie auch, daß unser Körper sich durch das Atmen abfühlt? Das ist einer der zahllosen „Kunstgriffe" der Natur auf diesem Gebiet; bei der Atmung erfolgt ebenfalls — wie beim Schwitzen — eine Verdunstung von Wasser, die abkühlend wirkt. Ein besonders deutliches Beispiel für die Wir, fungsroeife dieses Kühlsystems können wir bei jedem Hund beobachten, der bei großer Hitze zu rasch gelaufen ist und nun, die Zunge weit heraus, hängend, ,chechelt", das heißt sehr rasch atmet. Der Hund verfügt nämlich nur über einen sehr geringen Bestand an Schweißdrüsen, bei Hitze steigt daher die Zahl seiner Atemzüge rasch an und kann beim Hecheln 600 Züge pro Minute erreichen. Normaler, weise befördert der Hund etwa 2 Liter Luft pro Minute nach außen, beim Hecheln aber steigt diese Zahl bis auf 75 Liter, und dabei wird durch Der. dunstung von der Lungenoberfläche und der lang heraushängenden Zunge ein sehr erheblicher Was, ser, und damit Wärmeverlust ermöglicht. (Bis zu 200 g Wasser pro Stunde!) Die bisher besprochenen Abwehrmaßnahmen unseres Körpers gegen die Hitze finden sich in mehr oder weniger ähnlicher Form auch bei den meisten Säugetieren wieder — in einem Punkte aber ist auf diesem Gebiet der menschliche Organismus allen übrigen Lebewesen überlegen: durch das „Kühl« systern" der menschlichen Haut. Bekanntlich bekam, men wir bei Hitze eine rote Gesichtsfarbe und am ganzen Körper tritt — mehr oder weniger stark - eine Rötung der Haut ein. Das liegt einfach daran, daß sich die unsere Haut durchzichenden Adem er» »eitern, es strömt mehr Blut an der Oberfläche bes Körpers — und infolgedessen kann die Wärrneab, gäbe nach außen besonders wirkungsvoll erfolgen. Diese „Wärmeregulierung" durch wechselnde Weite der Hautadern ist nun weitaus die vorteilhafteste für den Körper, weil sie ohne jeden Verlust (Schweiß usw.) arbeitet. Gerade sie ist aber bei der menschlichen Haut so vollendet ausgebildet, wie bei keinem anderen Lebewesen und stellt eine jener nur scheinbar unwichtigen Eigenschaften , unseres Körpers dar, mit deren Hilfe der Mensch sich allen Klimabedingungen anpassen kann. Neuerdings hat die Wissenschaft festgestellt, daß die gesamte Funktion des besprochenen „Kühl- systems" und überhaupt die Wärmeregelung im Körper von einer bestimmten Stelle im Gehirn aus dirigiert wird, dem sogenannten Wärmezen- trum. Ein Mensch, dessen Wärmezentturn nicht mehr funktioniert, würde auf jede Aenderung der Außentemperatur mit einer entsprechenden Aenderung seiner Körperwärme antworten ... er würde auf die Stufe der Fische oder anderer roettyelroar. mer Organismen zurückfallen und in Kürze zugrund egehen. Wie das Wärmezentturn im einzelnen arbeitet, auf welche Weise es dafür sorgt, daß wir nicht vor Hitze umkommen oder vor Kälte erfrieren, ist noch keineswegs völlig geklärt — anscheinend spielen auch hier wieder die jetzt so viel genannten Hormone eine wichtige Rolle. Wir können die Aufklärung dieser Fragen getrost der Wissenschaft überlassen und uns mit der Feststellung begnügen, daß uns bei einigermaßen vernünftigem Verhalten auch die schlimmste Hitze nichts zu schaden vermag, solange das „Kühlsystem" unseres Körpers mit all seinen wunderbaren Einrichtungen ungestört arbeiten kann. Kameradschaft Wetzlar mit 569 Ringen. In Klasse B Kameradschaft Wetzlar mit 395 Ringen. Beide Mannschaften erhalten einen Wanderehrenpreis des Gau- bzw. Kreiskriegerführers, das Aermelabzeichen in Bronze und 1000 Patronen. Kreismeisterfchütze wurde in Klaffe A Karl Heuser, Kameradschaft Hermannstein, mit 158 R., in Klasse B Jakob Luz, Kameradschaft Wetzlar, mit HO R. Beide erhalten das Aermelabzeichen tn Bronze und ein Ehrendiplom. Es erhalten weiter- hin noch einen Wanderehrenpreis des Kreiskrieger- Deutschland gewann ave Trophäen. 21. Internationale Motorrad-Sechstagefahrt. Mit der nur 181 Kilometer langen Reichsautobahn-Etappe wurde die 21. Internationale Motor- rad-Sechstagefahrt am Samstag abgeschlossen. Aus dem Exerzierplatz in Bayrisch-Gmain gab es als letzte Prüfung noch ein Geländerennen über eine 8 Kilometer lange Rundstrecke, die mit ihren Hohlwegen und Steigungen immer noch einige Anforderungen stellte. 'Ais nach einer Runde unter den punktgleichen Mannschaften noch keine Entscheidung gefallen war, mußten noch drei weitere Runden gefahren werden. Dann entschied die Zeit. Deutschland vervollständigte seinen Triumph aus dem Vorjahre und gewann diesmal sämtliche vergebenen Mannschaftspreise, nachdem uns in Wales 1938 die Internationale Trophäe entgangen war. Neben dieser begehrten Trophäe sicherten wir uns erneut die Internationale Silbervase sowis die Adolf-Hühnlein- unb die Bowmaker-Trvphäe. Die Große Goldmedaille der FJCM. für Fabrik-Mannschaften wurde nicht vergeben, da keiner der Bewerber strafpunktfrei geblieben ist. 15ie Ergebnisse der Mannschaftswettbewerbe: Internationale Trophäe: 1. Deutschland (Seltsam - BMW., Sensburg, Fähler, beide DKW. Müller-Meyerhofer, BMW.-Gespann) 0 P.; 2. Italien 43 P. Internationale S i l b e r v a s e: 1. Deutschland A (Forstner, Linhardt, Lodermeier, alle BMW.) 0 P., 2:06:08 ; 2. Italien A 0 P., 2:16:10. Adolf-Hühnlein-Trophäe: 1. DDAC.- A-Mannschaft (Steinberger-Zündapp, Hahnmeyer- BMW., Charbonier-NSÜ.) 0 P., 2:29:01; 2. ffB= Mannschaft 0 P., 2:45:11,2. Bowmaker-Trophäe:' 1. DDAC. München (Steinberger - Zündapp, Hahnmeyer - BMW., Köhler-DKW.) 0 P., 2:22:19,4, führers: in Klasse A Kameradschaft Hermannstein mit 557 Ringen, in Klasse B Kameradschaft Atzbach mit 382 Ringen. Der Gaukriegerverband ruft die Kreismeister' mannhaften und Kreismeisterschützen der Klasse A und B im September dieses Jahres zum (Bau* kriegerverbands-Wettkampf nach Frankfurt a. M. Mögen auch da unsere Kameraden ihren Mann stehen' und zeigen, daß im Kreiskriegeroerband Wetzlar der Schießsport auf der Höhe ist. Die deutsche Els enttäuscht. Slowakei siegt im Futzball-LänderkamPf 2:0 (1:0). Der erste Fußballänderkampf zwischen Deutschland und der Slowakei, der am Sonntag in Preßburg vor 17 000 Zuschauern durchgeführt wurde, brachte den Slowaken mit 2:0 (1:0) einen verdienten Sieg. Die deutsche Auswahlmannschaft, die sich in der Hauptsache aus Nachwuchsspielern (vornehmlich aus dem (Bau Ostmark) zusammensetzte, konnte nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Die Elf spielte sehr schwach, vor allem im Angriff, wo Mittelstürmer Binder nicht der ideale Führer war. Die slowakische Vertretung gefiel weit besser. Ueberragenb war oot allem die Verteidigung und hier wieder der Torhüter Reimann. In der 20. Minute der ersten Halbzeit schoß Arpas das Führungstor, und zehn Minuten vor dem Abpfiff erzielte Luknar einen zweiten Trister, womit gleichzeitig die Niederlage der deutschen Elf besiegelt war. Hessen - Niederrhein 1:3 (1; !)• Ein Fußball-Gauspiel zwischen Hessen unb Niederrhein bildete den Auftakt zur Kasseler Turn- und Sportwoche. Das Interesse an diesem Ereignis war allerdings nicht allzu groß; nur 1500 Zuschauer hatten sich in der „Hessen-Kampfbahn" eingefunden, die folgende „Verlegenheits-Mannschaften" im Kampf sahen: Hessen: Ocklenburg (Spv. Kassel); Pape (spv- Kassel), Heß (03 Kassel); Stiehl (Hessen Hersseld). Engehardt (03), Müller (Spv.); Markert (03), Heu' wig (Sport Kassel), Schaffert (Hersfeld), Jordan (03), Rüppel (Sport). Niederrhein: Köster (Hamborn); Huck (Rre* feld), Hausmann (Speldorf); Kremer (M.-Gladbach), Pflaum (Hamborn), Stüwe (Düsseldorf); ü}]$e (Duisburg), Günther (Oberhausen), Bertz (Alten' essen), Strather (Krettld), später Donkmann ten), Meulenberg (M.-Gladbach).