5reitag,28.ZulU939 Hr.U4 Erstes statt 189. Jahrgang Koliken und Sozialdemokraten. licht werden. Japan beugt im westlichen Pazifik vor. ssse versprechen. Bei der 800jährigen Gedenkfeier der Schlacht von Oer deutsche Generalstabschef besucht italienische Manöver. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Auf Einladung des Oberbefehlshabers und Generalstabschefs des italienischen Heeres, General Pariani, wird sich der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Halder, mit Begleitung nach Italien begeben, um in der Zeit vom 1. bis 9. August an den großen italienischen Manöver» in der Po-Ebene teilzunehmen. Hitler-Jugend des Protektorats ehrt die Helden der Feldherrnhalle. München, 28. Juli. (DNB.) 750 Jungen und 250 Mädel aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, die seit drei Wochen im Traditionsgau weilten, versammelten sich am Donnerstag zusammen mit 500 Kameraden und Kameradinnen des Bannes München vor der Feldherrnhalle. Oberbürgermeister Judex (Brünn) gelobte im Verlaufe der Feierstunde im Namen der Jugend des Protektorats, daß sie ihre Pflichten in der Heimat im Gedenken an die 16 Helden der Feldherrnhalle weiter treu erfüllen werde. Er gedachte dann des Führers Adolf Hitler, dem gerade die Jugend soviel Dank schulde. Oberbannführer Z o g l m a n n , der Vertreter der Reichsjugendführung im Protektorat Böhmen und Mähren, schilderte in begeisterten Worten die Größe des Erlebnisses der Deutschlandfahrt und dankte den Kameraden und Kameradinnen des Gebietes Hochland für ihre Gastfreundschaft. Neue Kabinettskrise in Holland. !e 'Haubitze Een direkt schnell ien Trenzei, 'che Ltel. 15 von einer Kenst-M.) Tokio, 27. Juli (Ostasiendienst des DNB.) Die Erklärung des Marineministers, daß eine neue Flotte zusammengestellt sei, wurde am Donnerstag vom Sprecher der Marine, Admiral Kana- z a w, ergänzt. Die neue Flotte sei dazu bestimmt, die See Herrschaft Japans über den westlichen Pazifik absolut sicherzu- stellen. Die neue Flotte sei notwendig, um gleichzeitig den Ausbau der neuen Ordnung in Ostasien zu unterstützen. Einzelheiten über Zusammensetzung. Schiffsarten usw. konnte der Sprecher nicht mitteilen, sondern er bemerkte nur, daß die Flotte jedenfalls aus einigen Geschwadern mit je zwei und mehr Schiffen bestehe. Die neue Flotte werde hauptsächlich in den heimischen Gewässern operieren. Auf eine Frage erklärte der Sprecher ferner, daß die Flotte keine Uebergriffe Moskaus in Nordsachalin dulden, sondern die japanischen Konzessionsrechte mit allen Mitteln verteidigen werde. Jedenfalls ist jetzt der Tatbestand festzuhalten, daß die japanische Regierung die Kündigung des Handelsvertrages se h r u n f r e u nd! ich a u s- n a h m und dem amerikanischen Geschäftsträger erklärte daß sie in der Maßnahme Washingtons eine „wirtschaftliche Herausforderung" sehe^ Mehr noch: in dieser Unterredung machte der Vertreter des japanischen Außenministeriums Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Vertrages davon abhängig, daß die Vereinigten Staaten ihre unfreundliche Haltung gegenüber Japan an- Amerikas Orohgeste gegen Japan Handelsvertragskündigung als Hilfsstellung für England. Der portugiesische Kulturkreis. Zur Reise des Staatspräsidenten Carmona in die portugiesischen Besitzungen. Don unserem d. i.-Berichierstatter. Den Haag, 27. Juli. (DNB.) Die Zweite Kammer hat den M i ß t r a u e n s a n t r a g der Römisch-Katholischen Staatspartei gegen die Regierung Colijn, die erst seit zwei Tagen im Amt war, mit 55 gegen 27 Stimmen angenommen. Für den Antrag, also gegen die Regierung, stimmten die Katholiken, die Sozialdemokraten, die Freisin- nigen Demokraten und die Christlichen Demokraten. Nachdem das Fachministerium Colijn, auf das weite Kreise ihre Hoffnungen gesetzt hatten, jetzt durch die rot-schwarze Kammermehrheit gestürzt worden ist, erwartet man in politischen Krei- n Rame noch, ung der yo; wden Plan k - üel „Solbau | ustspiel „'Kirnen, stehen 5.' ■ Theo Sir.: 7. Junge'. ..Pnngstorgrl'r | yeriscber gilir I e r ist mit r vertreten, rar | m Aufnahme „Robinse,' [ i Hauptrolle hc 1 ift im weter | tagonien in* - I ft dies eilten 1 der ite SWHvh I tat „Iwehi -film '£ W'A ilöpfer, - ler ander« VW; Problem der A iüI in biejm r: t, nachdem der d iger gepflegt M l im Weltm man sieht, i»l tl in Dien, auf’, eren Liätten de- Zchönheit i»ri tbmen zu dein • -r Letzte' gedreht, eine $ Zien-Film uni)* cht", beginntn stn Kulturfilm -• >r Zeiten ' nbcrort5 fertige-, i der F'lmherp foulen Schoß n es die Feri«- n die noch M- gekehrten, alben in den § rienort jum »■ les 2, 'er " $ «W * äffens**1'- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mtt 4-Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. , —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686 »SÄ 6,11 X ,100»' 9 ' «rt 6l«f toi,™ eitle» SH j W ® ,d> ® -stzB Stadt, die von vielen für die schönste in Südafrika gehalten wird; ihr Hafen aber, dessen Einrichtungen allen neuzeitlichen Ansprüchen genügen, ist auch für das zur Südafrikanischen Union gehörende Hinterland, zumal für Transvaal, von um so größerer Bedeutung, als ihr in der nächsten Umgebung schwerlich Konkurrenz gemacht werden kann. Ist daher die enge wirtschaftliche Bindung mit dem benachbarten britischen Dominion einesteils ein ganz außerordentlicher Vorteil für Mozambique, so bedeutet sie doch zugleich für seine Selbständigkeit eine latente Bedrohung, die zwar von keiner Seite zugegeben wird, doch jeden Augenblick akut werden kann. Um so mehr ist dem beabsichtigten Besuch des Generals Carmona in Pretoria, Johannesburg und K a p st a d t, zu dem er von der Regierung der Südafrikanischen Union eingeladen worden ist, weitgehende politische Bedeutung beizumessen. Zwei Feiertage der Wehrmacht. Erinnerung arfgrotze Tage vor 25 Jahren. Berlin, 27. Juli (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befohlen, daß aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Weltkriegsbeginnes und der Schlacht bei Tannenberg der 2. August und der 2 7. August 1 939 bei der Wehrmacht als Feiertage gelten. Am 2. August 1939 sind bei sämtlichen Stäben und Truppenteilen Appelle abzuhalten, bei denen der Bedeutung des Tages gedacht wird, an dem das deutsche Volk vor 25 Jahren den Verleidigungs- kampf um seinen Bestand gegen die feindliche Uebermacht aufnahm. Sämtliche Wehrmachtsgebäude legen für den 2. August Flaggenschmuck an. Am Abend findet in allen Wehrmachtsstandorten C h i n a p o l i t i k zu bekommen. Japanische Wirtschaftskreise betrachten die Kündigung als eine wirtschaftliche Herausforderung Amerikas, die zweifellos im englisch-amerikanischen Ein- verständnis geschehen sei, um einen Druck auf die gegenwärtigen enAisch-japanischen Besprechungen aüszuüben. Wirtschaftliche Kampsmaß- nahmengegen Man? Washington, 27. Juli. Um der Kündigung des japanischen Handelsvertrages „Nachdruck" zu verleihen, trägt sich das Schatzamt, wie Finanzminister Morgenthau am Donnerstag mitteilte, mit dem Gedanken, den Ankauf von japanischem Edelmetall möglicherweise noch vor Vertragsabschluß einzu st eilen. In den beiden letzten Jahren verkaufte Japan an das amerikanische Schatzamt Gold im Gesamtwert von 415 Millionen Dollar und für vier Millionen Dollar Silber. Associated Preß zufolge erwägt das Schatzamt ferner die Verhängung von „StrafZöllen" auf aus Japan importierte Baumwollstoffe, und zwar unter dem Vorwand, daß Japan den Stoffexport fubsidiere. Der Widerspruch, der darin liegt, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika seit einem Jahr den Weizenexport und neuerdings auch den Baumwollexport susidieren, schert das Schatzamt anscheinend ebensowenig wie die Tatsache, daß Amerikas Handelsbilanz mit Japan im letzten Jahr mit über 80 Millionen Dollar aktiv und die amerikanische Wirtschaft der Hauptleidtragende ist, falls die angedrohten Embargomaßnahmen verwirk- lief. Wiederholt haben die Vereinigten Staaten in Tokio große Worte gemacht, fo anläßlich der Versenkung ihres Kanonenbootes „Panay" während der Kämpfe auf dem Jangtfekiang. Dabei blieb es aber auch. Wir übergehen eine ganze Reche anderer lebhafter Proteste der Vereinigten Staaten Keine künstliche Industrialisierung. In der niederländischen Preise wird die Frage erörtert, ob sich die Ausfuhr von Agrar- Produkten nach Deutfchland steigern lasse, und was zu diesem Zweck zu geschehen habe. Dor einigen Tagen hat Reichswirtschastsminister und Reichsbankpräsident Funk zum Abschluß eines mehrtägigen Besuchs bei seinen niederländischen Kollegen die nahen wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder betont und seine Meinung dahin ausgesprochen, daß bei beiderseitigem guten Willem eine Steigerungsmöglichkeit gegeben sei. In den letzten Jahren wurde wiederholt bc- richtet, daß holländisches Qualitätsgemüse in Massen verderbe, da Deutschland nicht die Devften aufbrin- gen könne, um diese Produkte zu bezahlen. Die Niederlande haben sich lange Zeit gegen den deutschen Verrechnungsverkehr gewehrt. Sie konnten sich nicht in die Lage eines Landes versetzen, das keine Gold- und Devisenreserven hat und das seine Einfuhr den Möglichkeiten der Ausfuhr anpassen muß. Nachdem hierin ein Wandel eingetreten ist, diskutiert man in holländischen Wirtschastskreisen eifrig die Frage, ob sich die Bezüge deutscher Industrie waren steigern ließen, um so einen Gegenposten für verstärkte holländische Agrarlieferungen zu erhalten. Anfang 1939 hatte die Regierung im Haag eine Reihe von Zollerhöhungen verfügt, um die Errichtung entsprechender Industrieanlagen im eigenen Lande zu erleichtern. Deutscherseits war hiergegen eingewandt worden, daß Deutschlands Bezüge an holländischen Milchprodukten, holländischem Gemüse und Erzeugnissen der holländischen Blumenzucht zurück- gehen müßten, wenn die Errichtung einer um« 'fangreichen heimischen Industrie zu einer Einschränkung der bisherigen deutschen Jndustrie- Iteferungen an das holländische Mutterland und das holländifche Kolonialreich führen sollten. Damals war von amtlicher holländischer Seite entgegnet worden, daß die Zollerhöhungen nicht die wichtigsten Ausfuhrwaren Deutschlands träfen. Nach dem Kriege war es fast geistiges Gemeingut aller neuen Staaten, daß möglichst alle Industriezweige im eigenen Lande vorhanden fein müßten. Besonders bemühten sich die reinen dem! Jetzt erst zeigt sich, wie schwer der Geltungsverlust beider angelsächsischen Mächte in Ostasien ist — ein Geltungsverlust, auf den nachdrücklich auch die italienische Presse aufmerksam macht, wenn sie sagt, daß die wirkliche Machtgrundlage Großbritanniens überhaupt durch seinen Rückzieher im Fernen Osten schwer gelitten habe. Selbstverständlich müsse sich jeder Freund Englands fragen, ob ihm nicht dasselbe Schicksal blühe, das Tschiangkcn- schek getroffen habe und das früher schon der Ne- gus, Die Tschechei und Rotspanien in eine Katastrophe hineinriß. Das offiziöse „Giornale d'Jtalia" leitet aus diesen Zusammenbrüchen die einzig mögliche Lehre ab, daß ein festes und unverbrüchliches Zusammenstehen der Achsenmächte — sei es in Danzig, sei es im Mittelmeer — jedem englischen lieber« griff ein Ende setzen werde. Dr. Ho. Freude in England. London, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Kündigung des amerikanisch-japanischen Handelsvertrages wird von der Londoner Presse mit Genugtuung wiedergegeben und mit fetten Ueberschriften als ein schwerer Schlag für Japan hingestellt. Die Blätter haben sich auf die Formel der Warnung an Japan geeinigt und sprechen auch hier und da von der Möglichkeit, daß die Vereinigten Staaten später sich zu einer Waffensperre entschließen könnten. Tokio erklärt: „Ueberraschend und ohne eingehonde Begründung." Tokio, 27. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Der Sprecher des Außenamtes erklärte am Donnerstag in einer inoffiziellen Verlautbarung, daß die Kündigung des japanisch-amerikanischen Handelsvertrages durch die amerikanische Regierung als p o - litisch Höch st bedeutend angesehen werden müsse. Die Kündigung sei überraschend und ohne eineeingehendeBegründung ausgesprochen worden, so daß es schwierig sei, die wirklichen Motive dieses Schrittes zu erkennen. Der Vertreter des Auhenamtes erklärte dem amerikanischen Geschäftsträger, Japan bettachte bie Maßnahme Washingtons als eine „wirtschaftliche Herausforderung". Die Verhandlun- gen zum Abschluß eines neuen Vertrages könnten erst dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn Amerika seine unfreundliche Haltung gegenüber Japan geändert habe. Die japanische Presse bezeichnet allgemein die Kündigung des japanisch-amerikanischen Handelsvertrages als einen „unfreundlichen und verständnislosen Akt der amerikanischen Regierung". Der eigentliche Zweck der Kündigung sei die Absicht Amerikas, nunmehr freie Hand gegen Japans Die Kündigung des a m e ri k a ni f ch - j a ° panischen Handelsvertrages durch die Regierung von Wa f h i n g t o n leitet einen neuen Szenenwechsel der fernöstlichen Politik ein, nachdem erst vor wenigen Tagen der englische Rückzieher vor den kategorischen Forderungen Japans eine Sensation für die ganze Welt war. Zunächst die Tatsachen: Die Kündigung des Handelsvertrages ist ein ureigener und ganz persönlicher Akt Roosevelts und seines Außenministers Hüll. Der Senatsausschuß, der sich ebenfalls mit dem Thema der Vertragskündigung befaßt hatte, hatte feine Entscheidung am 25. Juli auf unbestimmte Zeit vertagt; am 26. Juli beauftragte Roosevelt seinen Botschafter in Tokio, die Kündigung des Handelsvertrages auszusprechen. Die Washingtoner Depeschen zeigen zwei Tendenzen: einmal ein ziemliches Mißvergnügen über die englische Nachgiebigkeit gegen Japan und zweitens eine gewisse Unentschlossenheit, um nicht zu sagen, ein Gefühl der Hilflosigkeit. Während das amerikanische Auswärtige Amt, das den Namen „Staatsdepartement" führt, den Vertrag kündigte, erklärten mehrere hohe Beamte desselben Amtes, daß die Einführung einer Waffenausfuhr- f p e r r e gegen Japan der Tokioter Regierung Anlaß geben könnte, „sowohl in Japan, als auch in China sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen". Diese Gegenüberstellungen bekräftigen den Eindruck, von dem wir gesprochen haben: daß die Stimmung in den Vereinigten Staaten durchaus nicht einheitlich ist. . ... , Die Vorgeschichte der heuttgen Ereignisse muß wenigstens ganz kurz gestreift werden: Im Jahre 1932 schlugen die Vereinigten Staaten London eine gemeinsame Aktion gegen das Vorgehen der Japaner in der Mandschurei vor; London verhielt sich Zurückhaltend. Das hat in den Vereinigten Staaten stark verstimmt. 1937 wurde, formell unter der Führung des Genfer Vereins, tatsächlich aber auf amerikanische Anregung, eine O st a sie nkonfe - Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Te^t- anzeigen von70mm Breite 50Rps..Platzvorschrift nach vvrh.Dereinbg.25"/o mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen--, Vereins», gemein» nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder», Unterrichts-m behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lissabon, Ende Jmi 1939. Der Aufenthalt des portugiesischen Staatspräsi- tmten General Carmona in Mozambique, Ilern hauptsächlichsten Ziel seiner nach Südafrika imternommenen Reise, gibt erneut Gelegenheit, auf hs Gefühl engster Verbundenheit des Mutterlandes mit feinen überseeischen Besitzungen hinzuweisen. >er General hat dies in einer kurzen Ansprache bei ter Begrüßung in die Worte zusammengefaßt: „Ich l7kläre die unlösbare und ewige Einheit Portugals tiesfeits und jenseits des Meeres." Hierin spricht 'ch die Auffassung aus, daß der Grundsatz völliger Gleichberechtigung aller portugiesischen Territorien unbedingt festgehalten wird, die deshalb auch als .rovinzen (und nicht als Kolonien) bezeichnet werten. Das Regierungsblatt „Diario da Manha" t trüeft die Gefühle, mit denen die meisten Portu- | f efen die Reife des Präsidenten begleiten, aus, r enn es schreibt: „Indem er unsere Besitzungen in frika besucht, übermittelt General Carmona ihnen I r- nicht mißzuoerstehender Form das Interesse, das I nm Mutterland an ihrer Entwicklung, der Ver- t-ertung ihres Reichtums und an dem Fortschritt iy.rer zivilisatorischen Aufgabe genommen wird." Der Bürgermeister von Lourenco Marques fand Jlgemeinen Beifall, als er in der Rede, die er bei ter Ankunft des Staatsoberhauptes hielt, erklärte: Dieses Land ist ebenso portugiesisch, wie irgendein mderer Teil unserer Heimat." Es ist eine der Eigentümlichkeiten der portugiesischen Kolonisierung, mß ihr jede Geringschätzung der farbigen Urbevöl- ?rung fehlt. Daher hat es sich auch viel weniger im eine Unterwerfung, als um eine allmähliche Durchdringung gehandelt. Das Zusammengehörig- eitsgefühl mit dem Mutterland wiederum erklärt ich daraus, daß die Besiedelung sich in fünf Jahr- Lmderten vollzogen hat und infolgedessen die Zahl ser im Lause der Zeit von Europa nach den Kolonien Ausgewanderten unverhältnismäßig groß ist. ist ja. überhaupt ein weltgeschichtliches Phänomen, daß ein Ländchen von sechs Millionen Ein- isohnern, dessen Bevölkerungsziffer im Mittelalter noch geringer war, für feine Sprache und Kultur I n.n Gebiet gewonnen und bis aussen heutigen Tag tshauptet hat, das (einschließlich Brasilien) mehr als 5,5 Millionen Quadratkilometer umfaßt, also Fäßer als Europa ist. Es kommt daher ein begreifliches nationales -äelbstbewußtfein zum Ausdruck, wenn portugiefi- tzerseits die These aufgestellt wird, bei anderen europäischen Besitzungen in Afrika feien internationale Entscheidungen über ihre Verteilung immerhin aenfbar; denn in der Tat handle es sich bei jenen am Gebiete, die jedem mit dem gleichen Recht zu- Zesprochen werden könnten. Die beiden großen Provinzen Angola und Mozambique würden ndessen von Millionen von Negern bewohnt, die ach vom Herzen aus minder portugiesischen Kultur verbunden suhlten und auf ihre Nationalität stolz »ien. Der Wunsch, die weite Entfernung nach der ost- n'rikanischen Kolonie immer mehr zu verkürzen, üßt sich u. a. auch an der lebhaften Befriedigung nrtennen, mit der die Eröffnung der radio-telepho- iischen Verbindung zwischen Lourenco Marques inb Lissabon durch ein Gespräch des Staatschefs nit feinem derzeitigen Stellvertreter, dem Minister- i räfibenten Olveira Salazar, begrüßt mor= 5en ist. Ein Vorschlag auf kulturellem Gebiet enthält die Anregung, ob nicht im Zeichen des Weltverkehrs durch den erheblich vereinfachten Austausch nit den überseeischen Landesteilen die portugie- 'j.sche Kunst eine stärkere eigene Note erhalten Wnnte. Genau wie im Zeitalter der großen Ent- teeefungen durch in fremden Meeren und Äontinen« isn gewonnene Eindrücke an der Wende des 15. mm 16. Jahrhundert ein besonderer Stil entstan- t-en sei, der in der Regel nach dem glanzvollsten Herrscher dieser Periode, Manuel I. (1495—1521), dUs „Manuelinisch" bezeichnet wird, sei dies, so jammt in den Anregungen zum Ausdruck, auch iseute möglich. Dann würde beispielsweise die Archi- ??ftur picht gezwungen sein, immer wieder auf beugten Stil zurückzugreifen, der sich bei seiner aus- iseprägten nationalen Eigenart begreiflicherweise inner großen Beliebtheit erfreut Gerade aus diesem (gründ kann man sich von der Kolonialabteilung ter anläßlich der Zentenarfeiern des nächsten Jah- i«s veranstalteten Portugiesischen Weltausstellung tober richtiger gesagt: Ausstelluna der von portu- ftesischer Kultur beherrschten Welt — „Exposicao cd Mundo Portugals —) ein ungewöhnliches Inter- Zapfenstreich statt. Der 27. August, der Tag der Schlacht bei Tannenberg, wird mit einem Staatsakt am Weltkriegs-- ehrenmal begangen, der mit einer Ehrung per« wv<.vv„ .r, ------ dienter Kriegsteilnehmer von 1914/18 verbunden sen des Haag die Bildung eines Kabinetts der Ka- tholiken und Sozialdemokraten. loei Wei ouuiuuiiucn uci uuii umci iiuinjuL/v — ' ..... $:urique am 25. Juli, die als der Geburtstag der renz nach Brüssel einberusen, die völlig ergebnis- rarrtugiesischen Unabhängigkeit betrachtet wird, ist',los wie das oft zitierte^ Hornberger^ Schießen ^ver- isn wenigen Ueberlebenben von 1895 eine befon- tere Ehrung zuteil geworden, weil sie die Retter ter seitdem aufblühenden Kolonie Mozambique rnd insbesondere von Lourenco Marques gewesen smd. Denn damals ist von Stämmen aus dem Hinterhalt, die ins Küstengebiet vordrangen, ein liegeraufstand angezettelt worden, der nur mit Nühe niedergeschlagen werden konnte. General ( armona hat daher auch dem bei Marracuene k-richteten Denkmal, auf der Wahlstatt der entschei- ienben Schlacht vom 2. Februar 1895, einen Besuch abgestattet. In der Presse werden Abbildungen rsröffentlicht, aus denen die Entwicklung von Lou- imco Marques im Verlauf der letzten Jahrzehnte M erkennen ist. Dor 80 Jahren noch war es ein ten und die Schnelligkeit seines Einsatzes unter Beweis stellen. Der in jeder Hinsicht hervorragende Ver, lauf der Luftschutzübung der Reichshaupt- stabt Berlin gab den Anlaß, diese schon jetzt zu beenden. Die Stadt war überall vorbildlich verdunkelt und alle Hebungen bewiesen dir vorzügliche Organisation und Einsatzbereitschaft der Luftschutzkräfte, denen die Arbeit durch das muster. gültige Verhalten der Bevölkerung erleichtert wurde. Nächtlicher Fliegerangriff auf Berlin. »ereorrdgenler »erlauf der Hebung uni> vorbildliche Disziplin »er Bevöttermig Heute Eröffnung -er Funkausstellung! Das Ereignis: Der Einheits-Fernseh-Empfänger. SfUMUSME« cier, Elektrizitäts-Magnat, Präsident der „Banque de Poris et des Pay-Bos" und großer Petroleuck- Gesellschaften, fuhr 1935 nach Rußland und suchte nach seiner Rückkehr die französischen Wirtschaftsführer für die Sowjetunion zu begeistern. Die Drey- fus selbst halten ihre Beteiligung an der „Banque de l'Union Parisienne", der führenden Bank der französischen Rüstungsindustrie, aufrecht, sie haben die „Revue de France" erworben, der sie jetzt das Völkerbunds-Organ „Journal des Nations" folgen ließen. Die politische Verbindung zu den Glemen- ceau-Schülern, den Tardieu, Mandel,' Paul Ren- naud war schnell wieder hergestellt. Schließlich ist die Bank Dreyfus seit jeher der stille Gönner der Clemenceauschen Zeitungen, der „Justice", des „Homme Libre" usw. gewesen, die allerdings heute zum Teil in anderen Händen sind. Das alles vollzog sich im Stillen. Die unermüdlichen Enthüller der finanziellen Dessous in der französischen Politik, die Kommunisten, die alle Wirtschafts-Magnaten in ihren Zeitungen unter die Lupe nehmen — über d i e Dreyfus schweige n s i e s i ch st e t s a u s. Ihr Spezialist zur Röntgen-Durchleuchtung der „200 Familien, die Frankreich beherrschen", August H a m o n , widmet in seinem Werke „Die Herren Frankreichs" den Lazards, Rotschilds, de Vogue, Brincard usw. ganze Kapitel — über die Dreyfus gibt eine knappe Seite nicht gerade vielsagende Angaben. Es besteht kein Zweifel', daß es sich hier um den großen Bundesgenossen Stalins im Westen handelt. Hier ist die Macht, die hinter der russophilen Propaganda im Bürgertum Westeuropas steht und die es den Sowjets erspart, ihre Rubel rollen zu lassen. Vom Himmel erklang das bekannte dumpfe Brausen der Flugzeuge. Die Kegel der aufleuchtenden Scheinwerfer trafen sich, suchten und jagten nach allen Seiten. Bald hatten sie die „feindlichen" Flieger in ihren Lichtkegeln. Eine Reihe von Schadengebieten war angenommen worden. Eine der „Bomben" hatte einen Dachstuhlbrand entfacht, gegen eine Lhostbombe wurde ein Kampfstoffspürtrupp und später ein Entgiftungstrupp eingesetzt. Besonders stark waren die Folgen des „Angriffs" an der Ecke der Leipziger- und Friedrichstraße, wo eine der niedergegangenen „Brandbomben" das Dachgeschoß eines Eckhauses und eine zweite Bombe die Decke zum 41-Bahn- schacht durchschlagen hatte. Hier mußten u. a. auch ein Jnstandssetzungstrupp und ein Straßenbahntrupp eingesetzt wurden. Alle Arbeiten spielten sich Rechtzeitig zum Beginn der Salzburger F e st s p i e l e am 1. August wurde jetzt die nach Plänen von Professor Benno von Arent ausgeführte Neugestaltung des Festspielhauses beendet. Der Zuschauerraum ist nicht wiederzuerkennen. Die frühere unschöne Holzausstattung ist einer einfachen schmucken Innenarchitektur in barocken Formen gewichen, abgestimmt auf Weiß, Rot und Gold. Diese Farbwirkung erzielt eine festliche Helligkeit, die das Haus jetzt dem Auge viel größer als früher erscheinen läßt. Unsere Bildzusammenstellung zeigt oben den Theatersaal in seinem früheren Zustande von bedrückender Schwere. Der Vergleich des damaligen schaukastenartigen Aufbaues der Ehrenloge mit der im unteren Bild wiedergegebe- nen heutigen Gestaltung der Führerloge offenbart die vollkommene Wandlung des Gesichtes der Salzburger Festspielstätte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ein Musterbeispiel westlicher plutokraiie. Dreyfus und die Sowjets. — Die Hintermänner des ruffophilen Kurses in Paris Interpress Copyrighb23erid)f von Philippe Leblanc. Agrarstaaten, eine bodenständige Industrie zu schaffen, — häufig allerdings ohne Rücksicht darauf, ob sich im Inland eine ausreichende Rohstoffgrundlage schaffen lasse. So entstanden industrielle Treibhauspflanzen, die nur durch laufende Staatsunter st ützung en am Leben erhalten werden konnten. Selbstverständlich müssen große Staaten, die von übelwollenden Nachbarn umgeben sind, darauf Bedacht nehmen, daß sie nicht in einer gefährliche Abhängigkeit geraten. Deutschland hat im Weltkriege selbst recht trübe Erfahrungen nach dieser Richtung gemacht. Die Niederlande haben zum Deutschen Reich stets korrekte und freundschaftliche Beziehungen unterhalten und sich durch Verlockungen anderer Machte nicht in ihrer Neutralität irre machen lassen. Dazu kommt, daß die Niederlande ihr großes, kaufkräftiges Kolonialreich nicht aus eigener Kraft mit allen Jndustriewaren versorgen können, sondern darauf angewiesen sind, bei industriellen Nachbarländern Zukäufe vorzunehmen. Aehnliches wie für die Niederlande gilt auch für andere mittlere und kleinere Staaten, die entschlossen sind, Neutralität zu wahren und sich dem inneren Aufbau zu widmen. Wenn jetzt beim Besuch des bulgarischen Ministerpräsidenten Dr. K j o s s e i w a n o f f beim jugoslawischen Prinzreoenten Paul in Bled hervor- gehoben worden ist, daß die Donauländer ihre politische und wirtschaftliche Selbständigkeit bewahren würden, und daß „der Balkan den Balkanvolkern gehören müsse, so bedeutet das keineswegs, daß sich nun Ungarn, Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien mit allen Mitteln industrialisieren.müßten. Es liegt nahe, daß diese Länder nicht nur ihren ftstcht- baren Boden, sondern auch die auf ihren Gebieten vorhandenen Bodenschätze ausbeuten. Darum braucht aber noch nicht die Mehrzahl der Bevölkerung aus Bauern zu Industriearbeitern gemacht zu werden. Die neuere Zeit hat gelehrt, daß künstliche Industrialisierung nicht nur aus wirtschaftlichen, andern auch aus kulturellen und bevölkerungspolitischen Gründen kein Segen ist. Sonst hatten die autoritären Länder wie Deutschland und Italien nicht solche Anstrengungen gemacht, das Bauerntum zu stärken und zu erhalten. Die Zeiten, in denen man industrielle Betätigung der Mehrzahl der Bevölkerung als ein Zeichen höherer Kultur und Zivilisation ansah, dürften endgültig der Geschichte angeboren. London ein Tochter-Unternehmen gleichen Namens unterhält, ist reichlich anrüchig. Es gibt in Frankreich die letzten 20 Jahre wenia Skandal-Affären, in denen nicht der Name Dreyfus auftaucht. Das alänzende Kriegsgeschäft mit dem Import australischen Getreides nahm ein jähes und für das Renommee der Firma nicht sehr rühmendes Ende. Dann kam der Skandal des Getreidetransport-Monopols, der Krach einer ausländischen Bank, die unter der Kontrolle der Dreyfus stand, dazu persönliche politische Korruptionsaffären, Wahl-Skanvälchen, denn Herr Dreyfus war inzwischen längst Deputierter geworden, die Liquidation der Oustric-Affaire und der Skandal des „Palais des Fleurs". Aber am Ende dieser Entwicklung selbst steht das Haus Dreyfus als finanzielle Weltmacht da, fein Chef ist Milliardär und hat in allen Kolonien Frankreichs, in Süd- und Nordamerika, in Rumänien, kurz: in den großen Getreideexport-Ländern etwas mitzureden. Stalins großer Bundesgenosse im Westen. Er war lange rumänischer Generalkonsul, reiste auf Diplomaten-Paß, galt als Freund der Bratianu und Titulescu, managete die französische Tranche der Dawes-Anleihe, verhalf Rotfpanien zu Krediten, kokettierte mit allen und neigte schließlich stets zu der Seite, diydie besten Geschäfte bot. Aber nach jedem Seitenfpruna kehrte Dreyfus zu Sta- l i n zurück, für den er schon den alten Russenfeind Ivar Kreuger mit zu Fall gebracht hatte. Ein Verwandter der Dreyfus, der selbst einer der Großen der französischen Wirtschaft ist, der O b e r ft Mer- Paris, tm Juli. Wer macht den ruffophilen Kurs in Paris. Die sklavische Abhängigkeit der kommunistischen Partei Frankreichs von der Moskauer Komintern- Zentrale ist zwar keineswegs geringer als die der anderen Komintern-Sektionen. Aber trotz ihrer 73 Abgeordneten, ihrer großen Presse und ihrer Stützen in vielen der größten Gewerkschaften ist ihr praktischer Einfluß gering. Die Kommunisten sind heute in Frankreich weitgehend isoliert. Was sie bedeutsam macht, ist lediglich das Zu- ammenspiel mit einer Kraft ganz anderer Art. Auf dem Gebiet der Innenpolitik sind zwar alle bürgerlichen Parteien anti-kommunistisch, aber in der Außenpolitik ist ein guter Teil selbst der Rechten eindeutig russophil. Das Drängen nach dem Abschluß einer englisch-französischen Allianz mit den Sowjets geht heute auch von einem Teil der Rechten aus, von den christlichen Dolks- bemofraten und einigen Außenseitern der Zirkel um Paul Reynaud, Georges Mandel, Henri de Kerillis, Pertinax. Ihre Unzufriedenheit über den chleppenden Verlauf der Moskauer Verhandlungen ist kaum geringer als die der Kommunisten, nur wird ihre Kritik viel mehr beachtet. — Sind sie nun von den Sowjets „bezahlt", haben diese, wie ihre Vorgänger in der Vorkriegszeit, den Rubel in Paris rollen lassen? Nein, so plump verfährt man nicht. Aber die Sowjets haben inmitten der westeuropäischen Hochfinanz eine vorgeschobene Position, ohne deren Kenntnis man manche Ereignisse der europäischen Politik nicht verstehen kann. Es ist dies das Pariser Haus Louis Dreyfus & C o. Ein seltsames Konglomerat von Getreidegroßhandel und Geschäftsbank! Als größte Weltsirma des Getreidehandels, die ein Netz von über 3000 Gesckästsagenten in allen Weltteilen unterhält, über eine eigene Transportflotte verfügt (in Frankreich hat diese das unbestrittene Monopol aller Getreidetransporte) ist das Haus Dreyfus der ausschließliche Makler des sowjet- russischen Außenhandels-Monopols, was den Geteideexport angeht. Das sowjetrussische Außenhandels-Monopol bestimmt entsprechend der Organisation der sowjetrussischen Wirtschaft, was und wieviel die Sowjetunion an (Betreibe exportiert. Aber die Unterbringung dieser Getreide-Exporte auf dem Weltmarkt überläßt es ausschließlich dem Hause Dreyfus, mit dem es den Gewinn aus allen diesen Geschäften hälftig teilt. Das Werden einer finanziellen Weltmacht. Die natürlich jüdische Familie Dreyfus stammt aus der Schweiz und dem Elsaß. Der große Aufstieg erfolgte eigentlich erst unter der Leitung des jetzigen Seniorchefs des Hanfes, Louis-Louis Dreyfus, eines Siebzigers von noch ungebrochener Kraft. Seine Frau, eine geborene Baronesse von Levi (!) aus der Pariser Finanzaristokratie der Zeiten des Bürgerkönigs und des zweiten Kaiserreichs, gilt als die Besitzerin der feinsten und seltensten Küchenrezepte in Frankreich, was in diesem Lande , der Gourmets etwas sagen will. Aber nur wenige bekommen davon gelegentlich etwas zu schmecken, man liebt im Hause Dreyfus die großen Feste nicht, ■ weil sie „so teuer" sind. Denn die Dreyfus sind bekannt dafür, daß sie sich sehr ungern von ihrem Gelbe trennen. Die Bonmots über den Geiz des Familienoberhauptes sind das Pariser Pendant zu 1 den Schottenwitzen, und einer ist jedenfalls authen- > tisch: Dreyfus, einst ein begeisterter Freimaurer, 1 wurde eines Tages aus seiner Loge ausgeschlossen' t weil er konstant „vergaß", den üblichen, nicht sehr 1 hohen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Die geschäftliche Geschichte das Hauses, das in liegt bei ungefähr zwei Meter Entfernung, man hat es also mit einem ausgesprochenen Heimemp- f ä n g e r zu tun. Die Bedienung des Gerätes ist sehr einfach. Bildkontrast, Bildverstärkung, Bildschärfe und Tonstärke werden durch je einen Bedienungsknopf geregelt. Trotzdem ist der Aufbau des Fernsehempfängers viel verwickelter als der eines Rundfunkempfängers. Er enthielt einen Tonempfänger für Ultra-Kurzwellen und darüber hinaus die eigentlichen Fernsehteile wie Bildverstärker, Ablenkschaltung, Hochspannungserzeuger und die Braunsche Röhre als Bildschreiber. Nur die Zusammenarbeit der besten Fachkreise, die Auflage einer großen Stückzahl und die Anwendung erprobter technischer Bauelemente setzte die deutsche Fernsehtechnik in die Lage, durch den Bau des Einheits-Fernsehempfängers dem endgültigen Ziele näher zu kommen, jedem Rundfunkteilnehmer eine Fernfehmöglichkeit zu bieten. Heber die Schaltung des Fernsehempfängers fei nur gesagt, was für den Nichtsach-nann zum Verständnis des komplizierten Vorgangs erforderlich ist. Die grundlegende Schaltung kann als Heber- lagerungsschaltung bezeichnet werden, wie sie bei den hochwertigen Superhets der Rundfunktechnik üblich ist. Die Verstärkerstufen find ausnahmslos mit den neuen Stahlrohren ausgerüstet, außerdem find die Kreise der Vor- und Mischröhre mit Rücksicht auf leichte Bedienung und billige Herstellung fest auf den Ortsfender ab gestimmt. Der interessanteste Teil des Empfängers ist das Rastergerät. Was dieses zu leisten hat, ergibt sich aus der Tatsache, daß in einer Sekunde 25 Bis' b e r übertragen werden und daß jedes dieser Bilder aus 441 Zeilen zusammengesetzt werden muß. Ausfallend ist auch der fast ebene und flache Bildschirm der Braunschen Röhre. Bei der Betrachtung des Bildes hat man nicht mehr wie bei den ge- Die „16. Große Deutsche Rundfunk» und Fernsehrundfunk-Aus- st e l l u n g Berlin 1 939" wurde am heutigen vormittag durch Reichsminifter Dr. Goebbels, den Schirmherrn der Ausstellung, feierlich eröffnet. Reichsminifter Dr. Goebbels sprach dabei über die aktuellen Aufgaben des nationalsozialistischen Rundfunks. Eine der hervorragendsten Leistungen der Rundfunkausstellung ist der Einheits-Fernsehempfänger, der unter der Leitung der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost von fünf Firmen entwickelt wurde. Er hat bei seiner Taufe die Bezeichnung „Einheitsfernsehempfänger E 1" erhalten und wird in kurzer Zeit in großer Stückzahl a u f dem Markt erscheinen. Erstmalig ist er auf der Berliner Funkausstellung auf den Ständen der Fernsehfirmen und der Reichspost in Betrieb zu sehen. Dieses Gemeinschaftsgerät, das nach ähnlichen Gesichtspunkten wie der Volksempfänger gebaut wurde, bedeutet einen wesentlichen Schritt zur Verwirklichung des Fernseh-Rundfunks und rückt Deutschland unter die erste Stelle unter den Ländern, die den Fernsehbetrieb fördern und entwickeln. Ein weiterer Erfolg der Gemeinschaftsarbeit ist in der Preisbildung zu erkennen. Das neue Fernsehgerät kostet heute mit 6 5 0 R M. nur noch wenig mehr als ein Rundfunkgerät der Spitzenklassen, während vor Jahresfrist noch weit über 1000 RM. dafür aufgewendet werden mußten. Das Aussehen des Fernsehempfängers kommt einem Rundfunkgerät sehr nahe. Die eine Hälfte der Vorderseite bes Geräts wird von dem Blickfeld eingenommen, das ein großes, helles und flimmerfreis Bild von 20X23 Zentimeter wieder- gibt, die andere Hälfte nimmt den Lautsprecher ein. Der günstigste Betrachtungszustand des Bildes ■ i w, x z ■ ■ ffv jÄ > M ■ WW-- /V/'l® K y, M MMMß- .< ; : ■ D & __________< M • • jr W "v.<' M. M W Bedienung ggi^fd^e Justiz dazu übergegangen, Volksdeutsche u des üejy^ z, verurteilen, weil sie angeblich diese Auswande- ir eines /w 1 g ^ra D0,n Deutschen zu erleichtern versucht hätten. ToneMpMS! . ; ^ch einer Meldung des „Dziennik Bydgoski" hinaus vie » miden der Vorsitzende der Ortsgruppe der Jung- stärker, Men w- Pa^ei in Karwenbruch im Seekreise, unb die ^ra t' gjift Nitzau, sowie die beiden Volksdeutschen ung- Kunst Rii »rjsse und zahlreiche Drohbriefe immer wieder zum Se:; aff en des Landes aufgefordert werden, ist die Auf der 16. Großen Deutschen Rundfunkausstellung zeigt die Deutsche Philips ihren Aachen Super D 63, einen Druckknopf-Empfänger mit freier Senderwahl und Motoreinstel- l u n g. Acht Druckknöpfe ermöglichen dem Hörer die Ferneinstellung von acht „Lieblingssendern", zu denen ein eingebauter kleiner Motor den Skalenzeiger auf bloßen Knopfdruck hin bringt. Der Sender wird somit automatisch gesucht und erscheint sofort im Lautsprecher. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Spitzelsystem gegen Volksdeutsche in Polen fordert fast täglich neue Opfer. Die harmlosesten Aeußerungen aus deutschem Munde werden übertrieben, verdreht, wenn nicht gar frei erfunden, und zum Gegenstand von Anklagen gemacht, die stets mit der Verurteilung der Opfer der polnischen Terroristen enden. 500 Millionen Pfund ungedeckte Mstungskosten. Noch nicht völlig klar darüber, was uns bevorsteht." Tage, ohüe daß die kirchlichen Behörden davon in Kenntnis gesetzt waren, durch städtische polnische Arbeiter die Glocke aus dem Turm entfernt. Gastwirten, die bisher noch in der Lage waren, ihren Betrieb weiterzuführen, ist nun auch dem Gastwirt Erich Oehle in Weißenhöhe, Kreis Wirsitz, ohne plau- iblen Grund der Schankkonsens entzogen worden. lent der roher Petrols hland und sch schon WirtW elftem. Die k an der „Ste renben Bankt« '/recht, sie W ber sie jeäte j Kations" k zu den » xdel.'MH ] 1t. R stille ■ ,,3uftice'. ta ? allerdings HM „Taifun"-Flieger wieder daheim „Tristan" unter Viktor de Sabata Oer zweite Tag der Bayreuther Festspiele. Zeseraloberst Milch begrüßt den Sieger, Diplom- ÄI bÄliSen Sfieger h°rrsch°nben Samer*- Wiste rnkamp, Kolloch und Riechers. — geist hmwies. (Scherl-Bilderdienst-M.) 'ium. üinkz be Markiert. Die betrübten „Lohgerber" in Warschau Angst vor der Inflation. Polens Deutschenhehe im Korridor Dernichtungsfeldzug auf der ganzen Linie. ntfernung, sSti en. Die unemö i Dessous in k uniftcn, die »itungen unter fe eysus schwei' pezialist zur M nilien, die Fran!> i n, widmet in!» ichs" den AB isro. ganze W knappe Seite nie: besteht kein >: i€n Bundesgen^ hier ist die M qanba im W s den Somjete # "i« Die Molkerei der Deutschen Molkereigenossenschaft in Mogilno, die einer der modernst eingerichteten Betriebe ist, wurde heute, am 27. 7., auf polizeiliche Anordnung aus „sanitären Gründen" geschlossen. Wir erfahren dazu olaendes: In die Molkerei kam ein in Mogilno wegen verschiedener Affären bekannter Mann, der ein Pfund Butter verlangte. Die Verkäuferin ließ den Mann einen Augenblick allein, um die Butter aus dem Kühlraum zu holen. Als die Verkäuferin wiederkam, war der Mann verschwunden, so daß anscheinend der Butterkauf nur ein Vorwand war, um in die Molkerei zu gelangen. Kurze Zeit darauf erschien ein polnischer Polizist zur Vornahme einer Revision. Dieser nahm eine flüchtige Besichtigung der Räume vor, ging dann auf einen Kessel zu und zog eine Ratte heraus Dies hatte naturgemäß die sofortige Schließung der Molkerei zur Folge Eine weitere deutsche Molkerei in Z i n s d o r f, Kreis Schubin, ist ebenfalls auf Anordnung des Starosten geschlossen worden. In Kulm und Sch wetz werden in letzter Zeit Boykottlisten verbreitet, auf denen die deutschen Geschäfte in diesen beiden Städten vermerkt sind. Unter den angeführten Namen steht dm Anforderung: „Kaufe nicht bei den Fremden! Kaufe nicht bei den Feinden!" Mitte Juni traten die Arbeiter der Bacon-Fabrik in Strasburg m einen Streik, um die Entlassung der volksdeutschen Arbeiter zu erzwingen. Als die Leitung biejer Fabrik, die sich in deutschen Händen befindet, sich weigerte, dieser Forderung nachzukommen wurde die geforderte Entlassung von acht volksdeutschen Arbeitern durch den Arbeitsinspektor der Woiewodschaft m Thorn durchgesetzt. Unter den wenigen volksdeutschen London, 27.Juli. (DNB.) Das Unterhaus beschäftigte sich am Donnerstag mit der für die Re- aierung sehr peinlichen Frage der Alterspensionen, die, wie auch von Regierungsanhängern kaum bestritten wird, völlig unzureichend sind und infolgedessen einen sehr wunden Punkt für die Regierung darstellen. Der Labourabgeordnete Greenwood brachte einen Antrag des Inhalts ein, daß das Haus bedauere, daß die Regierung sich weigere, Mittel und Wege für eine bessere Zuteilung und Erhöhung der Alterspensionen zu suchen. Ministerpräsident Chamberlain spielte gegenüber diesem Antrag den stärksten Trumpf aus, den die Regierung in der Hand hat. Seine Antwort warf aber gleichzeitig ein grelles Schlaglicht auf die durch die Aufrüstung bedingten Finanzsorgen der Regierung. Chamberlain teilte nämlich mit, daß von den 750 Millionen Pfund, die in diesem Jahre für Rüstungszwecke ausgegeben wurden, nur 250 Millionen Pfund durch laufende Steuereinnahmen gedeckt würden. (!) * ftn der evangelischen Kirche in L a b i s chin, Srtes Scherbln, wurden wiederholt die Fensterschei- tir einqeschlagen und die um die Kirche gepflanz- tnDäume umgebrochen. Der volksdeutsche Pfarrer Sens Liste in Kawki, Kreis Strasburg, erhie t lehr Tage ein anonymes Drohschreiben mit fol- tmem Inhalt: „Sie werden aufgefordert mitsamt fern Volksgenossen Polen innerhalb 14 Tauen zu »rossen, andernfalls die Vollstreckung der Todes- irtd.Ie erfolgt." Dem Pfarrer Wilcke in Lmden- nib», Kreis Wirsitz, wurde der Aufenthalt m der I lsimzzone für die Dauer von acht Wochen ohne jiiinbe von Gründen untersagt. Die Gemeinde b>i «t in dieser Zeit ohne geistliche Versorgung. In dr evangelischen Kirche in Könitz wurde dieser msschen Partei in Karwenbruch im Seekreise, 2..;. 7., sowie die beiden Volksdeutschen Sic:ard Tesch ke aus Slawoszyn und Arno Wi- s h r aus Karwen unter dieser Beschuldigung ver- Mfk-t. Dom Bezirksgericht in Graudenz wurde die- |<> Tage der Volksdeutsche M e r t i n zu neun Mo- ktm Haft verurteilt, weil er „berufsmäßig" Volks- du schen zur Flucht nach Deutschland verhalfen h:b.. Die Volksdeutschen Reich, Kopp, Dominiak, 5>i z und Traute Brandt, die mit Mertm zusam- M verhaftet worden waren, als sie angeblich ver- Uien die Grenze zu überschreiten, wurden zu t:e Monaten Haft verurteilt. bieten. „ ans5 e„u° litt" ■ann L, # e#e: ’h-f. gii h‘e 6« lt’!' hr Stumpff seine Begrüßungsworte. Anschließend machte Oberstleutnant A h l e f e l d als 'Mannschaftsführer interessante Ausführungen über den Ablauf dieses großen fliegerischen Leistungswettbewerbes, wobei er auch auf die überaus herzliche Aufnahme in Italien und den innerhalb Der deutsche Wohlfahrtsdienst in P o - e n hat für besonders erholungsbedürftige deutsche Kinder unbemittelter Eltern Ferienkolonien in Kinderheimen eingerichtet, die von Anfang Juli bis Ende August vor allem den Kindern der Groß- tädte Sonne, Luft und gute Kost unter bester Ansicht und bei heiterem Spiel vermitteln sollen. Jetzt wurden, mitten in der Ferienzeit, diese Kinderheime behördlich geschlossen, nach-em der Kreisarzt fest- gestellt hatte, daß sie „den sanitären Ansprüchen nicht genügen". In der Nacht zum Donnerstag wurden in einem Heim, in dem die Knaben der Zins- dorfer Ferienkolonie geschlafen hatten, als Abschiedsgruß mehrere Scheiben eingeworfen. Generaloberst Milch begrüßte jeden einzelnen Teilnehmer mit Händedruck und einem soldatisch herzlichen Kameradschaftswort, das ihnen für ihre hervorragenden Leistungen dankte. Nachdem die Angehörigen und Vertreter. der Lufthansa den Ankömmlingen ihre herrlichen Blumenspenden in die Hände gedrückt und sie beglückwünscht hatten, sprach General der Flieger Stump ff. Er übermittelte der deutschen Mannschaft den herzlichen Willkommensgruß des Generalfeldmarschalls Göring und betonte, die deutschen Flieger seien von einer der schwierigsten internationalen Veranstaltungen zurück- gekehrt. Für die hohen Anforderungen sei die sorgfältigste Ausstattung der Maschinen, die Auswahl der tüchtigsten Menschen nötig. Mit diesen zwei erfüllten Vorbedingungen konnten unsere Flieger zuversichtlich in den Wettbewerb eintreten. Bezeichnend für den Eindruck, den Menschen und Maschinen in Italien machten, war, daß Uyterstaatssekretar General Valle der „Taifun"-Mannschaft schon vor Beginn der Flüge seine höchste Anerkennung für Ausrüstung der Maschinen, Organisation, Geist und Disziplin der Mannschaft zum Ausdruck brachte. 42 Maschinen verschiedener Länder lagen im Wettbewerb, darunter sechs deutsche. Für die fliegerischen Leistungen waren Start- und Landungsmöglichkeiten, Nachtflug und Nachtlandung und das Rennen über 500 Kil'ometer besonders schwierige Aufgaben. Die besondere Bedeutung des Sieges von Dipl.-Jng. Dietrich, der einer' Erprobungsstelle des Generalluftzeugmeisters angehört, liegt einmal darin, daß es sich bei der „Taifun" um ein Serienerzeugnis handelt. Zum anderen liegt sie darin, daß sich in dem Sieg der Erfolg einer Gemeinschaftsarbett ausdrückt, an der alle, Ingenieure, Erbauer, Flieger und Arbeiter ihren Anteil haben. Mit dem Dank an alle beteiligten Kräfte schloß General der Flieger Nachdem das Lodzer Elektrizitätswerk im Laufe der letzten Monate zweimal Gruppen deutschstämmiger Angestellten entlassen hat, wurde in diesen Tagen den letzten acht deutfchstämmigen Beamten und Angestellten der Lodzer Elektrizitätsgesellschaft zum 31. Juli gekündigt. Viele der in den drei Etappen entlassenen Angestellten hatten in über 25jährigem Treudienst das Werk mit auf- und ausbauen helfen. zielle Hilfeleistung eine geradezu natürliche Angelegenheit sei. „Czasz" versucht auch noch einmal einen Bittgang und erklärt, daß der Mißerfolg der Londoner Verhandlungen nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen, sondern auch politische haben würde. Aber, so stellt das Blatt beruhigt fest, die politische Zusammenarbeit zwischen Polen und dem Westen werde keine Einschränkung erfahren. Den polen zum Nachdenken. Rom, 27.Juli. (DNB.) tzmn Scheitern der englisch-polnischen Anleiheverhand- lungen erklärt die römische Presse unter lieber- schriften wie „Freundschaft kommt nach dem Geschäft", daß man nun in Warschau erkennen könne, was die vielgepriesene englische Garantie wert sei. In Italien, so schreibt die „Tribuna", sei man über die brutale Ablehnung der polnischen Forderungen nicht weiter überrascht, denn England sehe im E i n - kreisungssystem nur das Mittel zu einer nicht nur politischen, sondern auch wirtschaftlichen Knechtung der Völker. Polen sei der erste Schutzbefohlene Großbritanniens, der am eigenen Leibe die bittere Erfahrung mache, wie sich der Krämer-- und Wuchergei st Englands auswiöke, und was man von den demokratischen Träumereien einer Dolksverbrüdeung zu halten habe. rüimten Bildflächen früherer Geräte die Borsteler^, als ob „das Bild über eine Walze gezogen" goic. Für den Leuchljchirm wurde eine leicht gelb- itf Färbung gewählt, die auch der Farbempfind- i j , "eichst k fchon jetzt: 1 vorbildli en bewiesen d ^bereitschast fr 'urch das mufk "leichtert war- durch ihre Erscheinung zur Verkörperung der Isolde vorbestimmt ist, in dem Bayreuther Spiel organisch und mit reichem persönlichen Gestaltungsvermögen eingelebt. Die geistvolle Inszenierung Heinz T i e t j e n s hat in den poettschen und großräumigen Bühnenbildern von Preetorius die im vorigen Jahr gewonnenen Erfahrungen zu einer in jeder Hinsicht vorbildlichen Aufführung des Werkes vertteft. In den Hauptrollen erneuern ihre bekannten Leistungen Max Lorenz, ein Sänger-Darsteller des Tristan von höchster Vollendung, Margarete Klose als Brangäne von schauspielerisch und gesanglich großem Format, sowie Jaro Prohaska und Josef von M a n o w a r d a in den vorzüglich durchge« führten Rollen des Kurwenal und Marke. Als eine mufikdramatifche Glanzleistung, die auch nach Bayreuther Maßstäben unter anderen hervorragt, bietet sich „Tristan und Isolde" in der gegenwärtigen Aufführungsgestalt dar. Die Zuschauer gaben ihrer Begeisterung in stürmischem Beifall Ausdruck. Am dritten Tage ^parzifal^ in Gegenwart des Führers. Als dritte Aufführung der Bayreuther Bühnen- festspiele fand am Donnerstag in Gegenwart des Führers die traditionelle „P a r z i f a l"-Vorstel- lung unter der musikalischen Leitung von Franz v o n H o e ß l i n und der Jnszenirung Heinz T i e t - jene mit den Bühnenbildern Wieland Wagners statt. Neben bekannten Solisten der früheren Jahre wie Franz D ö l ck e r s überragendem Paczi- fal sprachen der Amsortas von Reinmar und die Kundry Paula Buchners, die erstmalig an den Bayreuther Festspielen Mitwirken, die Besucher besonders an, die von der weihevollen Aufführung tief ergriffen waren. , Lord und Lady K e m s l e y befinden sich zur Zeit auf Einladung von Reichspressechef Dr. Dietrich auf einer Reise in Deutschland. Bei dieser Gelegenheit besuchten sie auch die Festspiele in Bayreuth. Lord Kemsley wurde am Donnerstag im Haus Wahnfried in Anwesenheit von Reichspresse- chef Dr. Dietrich vom Führe r empfangen. Bayreuth, 27. Juli (DNB.) Neben der Neuinszenierung des „Fliegenden Holländers" findet die erstmalige Mitwirkung des italienischen Dirigenten Viktor d e S a b a t a an den Bayreuther F e st- spielen die größte Aufmersamkeit bei den deutschen und ausländischen Besuchern, die in diesen Tagen in der Stadt Richard Wagners weilen. Nach den triumphalen Erfolgen, die de Sabata als Operndirigent mit einem Ensemble-Gastspiel der Mailänder Scala in der Reichshauptstadt und als Gastdirigent der Berliner Staatsoper sowie als Leiter philharmonischer Konzerte in Berlin und Wien während der letzten Jahre errungen hat, gehört der Generalmusikdirektor der Mailänder Scala als einer der bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart auch zu -den willkommensten Gästen des deutschen Musiklebens. nicht völlig darüber klar ist, was uns bevorsteht. Ich will mich nicht in Prophezeiungen über die endgültigen Unterhaltungskosten ergehen, da wir uns noch ^mitten im Aufbau des Programms befinden, dessen Ende niemand a b s e h e n kann." Er müsse das Haus allen Ernstes bitten, sich die Frage vorzulegen — wo man trotz der hohen Steuern in diesem Jahre nur 250 Millionen Pfund Rüstungsausgaben aus Steuern habe decken können —, wie man in Zukunft zur Finanzierung eines Betrages, der vielleicht zwischen 100 und 200 Millionen liege, zusätzliche Summen auftreiben wolle. Aus diesen Erwägungen komme er zu dem Schluß, daß das Land sich im Augenblick einen Pensionsplan, wie die Labour Party ihn vorhabe, nicht leisten könne. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Donnerstag mittag liirtüte auf dem Tempelhofer Flugfeld die Messer- ichritt-Maschine „Taifun", die an dem Jtalien- i u dflug teilgenommen und unter der Führung ior Dipl.-Jng. Dietrich den Siegespreis des ^Jctbewerbes, die „C o p p a Mussolini", zum ■( arten Mal für Deutschland erobert hatte. In für- . en Ab ständen folgten weitere Teilnehmer dieses . irrmn Flugwettbe'werbes. Zum Empfang waren -L ( der Generalinspekteur der Luftwaffe, General- - ibnst Milch und der Chef der Luftwehr, General ! «iMeger 6tum p ff, erschienen Warschau, 28.Juli (DNB. Funkspruch). Der Mißerfolg der polnischen Anleiheverhandlungen in London ist heute das Hauptthema der polnischen Presse. Zum erstenmal be- chäftigen sich auch die Regierungsorgane damit. „Expreß P o r a n n y" spricht in billigem Zweck- optimismus von einem erften Teil der Verhandlungen, dem eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen England und Polen folgen werde. Polen habe sich in London auch um eine Baran l e i h e bemüht, „um damit die Grundlagen zu chaffen, die der polnischen Finanzpolitik einen breiteren Bewegungsraum geben sollen." Nach dieser posittven Begründung kommt dann ein verschleiertes Eingeständnis der wirklichen Lage. Polen, so chreibt die Zeitung, brauche das „englische Gold", im eine zus ätzliche Menge von Zahlungsmitteln zu Jnvestterungszwecken zu erhalten, mit anderen Worten also, um die durch die großspurigen Rüstungsmaßnahmen bedrohlich nahegerückte Inflation abzuwenden. Polen sei aber, so schreibt das Regierungsblatt plötzlich in rührender Bescheidenheit, England „nicht böse", daß es nicht zu einer Verständigung in dieser Frage gekommen sei; es erwarte aber immer noch das brittsche 2)erständnis. „K u r j e r Polski" mein kleinlaut, die Engländer müßten doch einsehen, daß die finan- Seiner Berufung zur Leitung sämtlicher „Trist a n"-Aufführungen der diesjährigen Festspiele in Bayreuth ist die auftehenerregende Darbietung des gleichen Werkes an der Mailänder Scala mit deutschen Sängern vorausgegangen. Mit den Vorzügen, die Viktor de Sabata an italienischen Opern und an sinfonischen Werken bewiesen hat, vereinigt er eine ausgesprochene Fähigkeit der Einfühlung in den Geist der deutschen Musik und besonders der ~ ~icharb Wagners^ Er entlockt dem Festspielorchester Klänge von zauberhaftem Schmelz. Sin- fonifche Durchsichttgkeit des Sttmmengewebes, kristallene Klarheit des Aufbaues und leidenschaftliche Glut des Ausdrucks bezeichnen de Sabatas überragende Führung, die ebenfo wie das Orchester auch die Sänger zu großartigen und bis ins Letzte aus- gefeilten Leistungen steigert. Als zweiter Gast trat neu in die bewahrte Gemeinschaft der Solisten die französische Sängerin Germaine Lubin. Nach ihrer Bayreuther Kundry vom vorigen Jahre und den glanzvollen Gastspielen in verschiedenen Rollen an der Berliner Staatsoper bedeutete die Isolde den schlechthin idealen Höhepunkt. Neben der makellosen Beherrschung und Aussprache des deutschen Textes bringt^ Germaine Lubin einen umfangreichen Sopran für die anspruchsvolle Rolle mit, der lyrische Zartheit und hochdramattsche Kraft, edle Gesangskultur und chimmernden Glanz des frischen Organs vereinigt. Auch darstellerisch hat sich die Künstlerin, die schon |Rtn begann mit 12'/r Bildwechseln pro Sekunde Hihi Abtastung der Bilder mit 30 Zeilen. Das über- I a-ene Bild wpr nicht viel größer als eine Brief- tale und konnte anfangs nur von einer Person uiii) eine besondere Optik bettachtet werden. Jm- t2^in waren die Sender leistungsfähig genug, um fu-itrahlungen der Sender Berlin und Königs- »ir erhaufen auf 1000 Kilometer zu übertragen. Im Joffe der folgenden Jahre steigerte man entspre- heiÄ den Filmdarbietunaen im Lichtspieltheater auf !5 Silber' je Sekunde uno ging zu einer Lichtstrahl- I chjsttung mit -67 Zeilen über. 1933 wurden 25 Bil- tzridurch je 180 Zeilen in 40 000 Bildpunkte zer- tg Die Unruhe der Entwicklung wurde 1937 durch ceTrklärung des Reichspostministers beschwichtigt, :cif endgültig das 441-Zeilen-Bild eingeführt wurde, j ermit hat die Fernsehtechnik einen vorläufigen lbchluß gefunden. Der deutsche Einheitsempfänger ’aiu wohl als die heute überhaupt erreich- )er auf dem Brocken, auf dem Feldberg im t, einw'kMinus, in Nürnberg, München und Hamburg in taK. 3 -eaelmäßiaen Dienst treten und daran mltwir- S1 'er daß weite Volkskreise am Kulturschaffen und 8 U ter$ inLen politischen Geschehnissen Großdeutschlands • miittelbar teilnehmen werden. Joachim Boehmer. Der Ministerpräsident verwies ferner auf ein Schreiben, das er kürzlich an einen konservativen Wahlkandidaten gerichtet hatte, in dem er erklärt Hütte, die Regierung könne keinerlei Pläne annehmen, durch die die Stabilität der Staatskasse und die Unterhaltung der Wehrmacht gefährdet werde. Die Regierung sei deshalb zu dem Ergebnis gekommen, daß Arbeitnehmer und Arbeit« merrncy auswirien ivuiuen. ,,-ou) yuue uu» wc|uyi , gebet, um eine Erhöhung der Pensionen zu er- so sagte Chamberlain, „daß das Haus sich noch möglichen, höhere Beiträge leisten mußten. Aus aller Welt Erfolgreicher Abschluß der ^-Tibet-Expedition. Nachdem die ^-Tibet-Expedition Dr. Ernst Schäfer am 19. März Lhasa verlassen hatte, erreichte sie am 25. April nach 600 Kilometer langem Marsch Schigatse, die Hauptstadt des Pantschen Lama. Schigatse ist die zweitgrößte Stadt Tibets. Der Empfang, der Deutschen in dieser Stadt und in Taschilumpo, dem Regierungskloster des Pantschen Lama, überbot selbst die Empfänge der Deutschen in Lhasa. Fast die gesamte Bevölkerung war auf den Straßen, als die Deutschen durch sieben hohe tibetische Beamte eingeholt wurden. Das Regierungskloster Taschilumpo ist dadurch bekannt geworden, daß es 1907 durch den schwedischen For° schev Sven Hedin zum erstenmal besucht werden konnte. Der Stellvertreter des 1937 in China gestorbenen Pantschen Lama empfing die Expedition als seine Gäste, und sie besichtigten zum erstenmal das Riesenkloster Taschilumvo. Am 19. Mai brach die Expedition nach Gyantse auf, das in drei Tagen erreicht wurde. Don Schigatse aus wurden mehrere Abstecher in den von Sven Hedin entdeckten Transhimalaja durchgeführt. ‘ In Gyantse, einem englischen Fort, fanden Verhandlungen mit den englischen Beamten über den Weitermarsch der ExpÄntion und den Abtransport der Sammlungen statt. Bei dieser Gelegenheit waren die Deutscheck Gäste der englischen Offiziere bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag des englischen Königs. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition in Sikkim und besonders in Tibet sind hervorragend. Neben großen zoologischen und botanischen Sammlungen, die sich teilweise schon in Deutschland befinden, sind zur Zeit 50 lebende Tiere nach Deutschland unterwegs. Weitere Tiere, insbesondere Hunde, befinden sich noch bei der Expedition selbst. Es ist zu erwarten, daß die Teilnehmer der Expedition in nächster Zeit wieder in Deutschland eintreffen werden. Marburger Hniversilälsprofessor tödlich verunglückt. In Fürth geriet ein Personenauto bei der Einmündung der Kur-gartenstraße in die Nürnberger Straße infolge starken Bremsens und nasser Fahrbahn ins Schleudern und stieß mit einem entgegenkommenden Fernlastzug zusammen. Durch den Anprall wurde der 55jährige Universitätsprofessor Dietrich Mahnte aus Marburg (Lahn) auf die Fahrbahn geschleudert und tödlich verletzt. Seine am Steuer sitzende Frau erlitt ebenfalls erhebliche Verletzungen: der gleichfalls im Wagen sitzende Sohn kam mit leichteren Verletzungen davon. — Professor Mahnte, am 17. Oktober 1884 geboren, vertrat in Marburg als Ordinarius das Fach der Philosophie. Zweiter Großdeutscher Jägertag in Stuttgart. Am Donnerstag begann mit der Tagung der Londes- und Gaujägermeister der offizielle Teil des Zweiten Großdeutschen Jägertages in Stuttgart. Oberstjägermeister S ch e r p i n g eröffnete die Tagung und begrüßte vor allem Generalforstmeister Staatssekretär Alpers, dem die engste Zusammenarbeit zwischen den Trägern des grauen und denen des grünen Rockes zu verdanken fei. Generalforstmeister Staatssekretär Alpers betonte die politische Ausrichtung der deutschen Jägermeister auf der nationalsozialistischen Linie und den Interessenausgleich zwischen der Landeskultur mit den Belangen der Forst- und Landwirtschaft. Im Geschäftsbericht führte Oberstjägermeister Scher - p i n g jede einzelne Wildart genau auf und betonte, daß in erster Linie die Belange der Land- und Forstwirtschaft berücksichtigt werden müßten. Dann, überreichte Generalforstmeister Alpers drei höchst verdienten Iagdschutzbeamten die höchste Auszeichnung, die es für Forstbeamte gibt, den Ehrenhirschfänger der Deutschen Iägerschaft. Diese Auszeichnung erhielten für unerschrockenen Einsatz im Kampf gegen Wilderer Revierjäger Garbe, Rogätz (Kreis Magdeburg), Gutsförster Karl Börmwald., Klonau, Kreis Osterode (Ostpreußen) und Revier- sürster Holzhausen aus dem Kreise Trier. Die vier Bergsteiger am Hochkaller nach 64 Stunden wohlbehalten geborgen. Dem hingebungsvollen Einsatz und dem kameradschaftlichen Zusammenwirken der Männer der Rettungsstelle Berchtesgaden unter Führung von Joseph Aschauer und der Reichenhaller Gebirgsjäger unter Führung des Leutnants von Kaufs- m a n n ist es gelungen, die vier Menschen, die sich seit 64 Stunden in der Hochkalter Ostwand befanden, zu retten. Die Geretteten waren von Gewitter und Nebel überrascht worden und konnten wegen des Schneefalls den Rückweg nicht mehr antreten. Auf der anderen Seite wurden sie von einer über 400 Meter abfallenden Felswand abgeschnitten. Bei den Geborgenen handelt es sich um ein Ehepaar aus Nürnberg, das sich erst am Samstag verheiratet hatte, nämlich den 29 Jahre alten Glaspolierer Gustav Walther und seine ^jährige Ehefrau Rosa, ferner um den 19 Jahre alten Schreiner Karl P e l l m a n n aus Fürth, denen sich der 19jähriae Hilfsarbeiter Karl Henkel aus Okrilla (Sachsen) angeschlossen hatte. Alle befinden sich wohlbehalten im Tal. Fast drei Tage hatten die Touristen auf einem schmalen Felsband zugebracht, als die erste Seilschaft der Bergungsmannschaft eintraf. Weitere drei Seilschaften folgten rasch nacheinander. Jede nahm sich eines der Verstiegenen an und seilte ihn in außerordentlich schwieriger und gefährlicher Arbeit ab. lieber eine 100 Meter hohe, völlig senkrechte Wand hatten die Männer der Rettungsexpedition schon vorher eine Art Seilgeländer gebaut, so daß für den Abtransport die Sicherheit gegeben war, die Retter und Gerettete der größten Gefahr entzog. Die Verstiegenen wurden in erstaunlich frischem Zustande angetroffen. Die drei Nürnberg-Kletterer waren recht gut ausgerüstet und ausreichend mit Proviant versehen. Auch der junge Sachse, der nur mit kurzer Hose und Brotbeutel versehen war, hat sehr gut durchgehalten. Tödlicher Unfall eines Tauchers. Auf der Apenrader Förde waren zwei Sandfischer mit einem Taucher damit beschäftigt, Steine zu fischen, die für den Apenrader Küstenweg verwendet werden sollten. Dabei kenterte das Boot und ging unter. Während sich die beiden Fischer durch Schwimmen retten konnten, fand der Taucher, den seine schwere Ausrüstung hinderte, an die Oberfläche zu kommen, den E r st i ck u n g s t o d. Folgenschwere Explosion im Hafen von Algier. Eine folgenschwere Explosion ereignete sich im Hafen von Algier. Metallfässer, die mit Gas gefüllt waren, explodierten und zerstörten einen großen Teil der Lagerhallen vollständig. Drei Personen wurden getötet, 41 wurden verletzt; die meisten haben Brandwunden davongetragen, darunter vier Europäer. Alle Verletzten mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. 26 befinden sich in sehr ernstem Zustande. Da viele der aufgestapelten Waren vernichtet wurden, beläuft sich der Schaden auf mindestens 15 Millionen Franks. - Sieben amerikanische Schwerverbrecher entflohen. Wie aus Hornburg im Staate Virginia (USA.) gemeldet wird, meuterten auf einem Gefangenentransport vorn Bundesgefängnis in Atlanta nach Pennsylvanien sieben Schwerverbrecher. Die Sträflinge überwältigten ihre vier Wächter und entkamen, mit den Waffen und Kleidungsstücken ihrer Opfer versehen, in einem geraubten Privatkraftwagen. Oie Narrenkappe. Aus deutschen Schühengrabenzeitungen. Ein hoher Offizier kommt in der Morgendämmerung an eine Straßensperre. „Halt, wer da!" ruft pflichtgemäß der Posten, „Losung sagen!" „Donnerwetter", sagt Seine Exzellenz, „wie ist sie doch gleich? Die habe ich vergessen! Na, du kennst mich wohl vom Ansehen, mein Sohn? Wer bin ich denn?" „Seine Exzellenz, der Herr Divisionskommandeur." „Na, also, da siehst du doch, daß ich kein Spion bin, da kannst du mich ja auch ohne Losung durch, lassen!" „Nee, das derf ich nu aehm eegendlich nid), ober wenn Se mechten giedichst emal „Dräsden" sagen da gennt ich Sie vielleicht kassieren lassen." Und so geschah's. (Kriegsflugblatt der Silier Kriegsztg. Nr. 98.) ♦ Die Batterie soll melden, was an der in der Siel, lung hinterlegten eisernen Lebensmittelportion fehlt- der Abgang ist zu begründen. Daraus kommt djj Meldung: Am eisernen Bestand fehlen: 40 Büchsen Kon-se« oenfleisch (Begründung: Ratten gefressen); 40 Flg, schen Mineralwasser (Begründung: Ratten gefref. sen). (Der Schützengraben Nr. 13.) Gesundheitspflege beim Reichsarbeitsdienfl. Äon Oberarbeiisarzi Or. Groh. Wenn im September d. I. in Berlin die 11. Konferenz der Internationalen Vereinigung zur Bekämpfung der Tuberkulose tagt, wird der Blick der Oeffentlichkeit auf einen Kampf für die Volksgesundheit -gelenkt, der ständig in aller Stille geführt wird. Der Reichsarbeitsdienst steht im Kampf gegen die Tuberkulose mit in vorderster Front, und man hat von vornherein dafür Sorge getragen, daß die dienstpflichtige Jugend mit allen Mitteln vor ansteckenden Krankheiten^, geschützt wird. Wir wissen heute wieder, daß die Erhaltung der Gesundheit nicht durch Schonung und Schutz vor allen natürlichen Einwirkungen und durch übertriebene Fürsorge erreicht wird, sondern durch maßvolle und ziel bewußte Abhärtung, durch Hebung und Arbeit in der freien Natur. Dazu gehört eine sorgfältige Heber« wachung, da jede Uebertreibung, die schädlich wirkt, vermieden werden muß. Deshalb gehören zum Führerkorps des Reichsarbeitsdienstes auch bei allen Arbeitsgauen und Gruppen hauptamtliche Reichsarbeitsdienstärzte und für die weibliche Jugend hauptamtliche Aerztin- nen, die unter Leitung des Reichsarbeitsarztes und Inspekteurs des Gesundheitsdienstes beim Reichsarbeitsführer, den Gesundheitsdienst durchführen. Jeder Junge und jedes Mädel, die in den Reichsarbeitsdienst eintreten, werden schon vor Aufnahme des Dien st es-zweimal ärztlich untersucht. Während der ganzen Dienstzeit wird die Jugend im Reichsarbeitsdienst nicht nur von Führern, sondern auch von Gesundheits« führern betreut. Im Rahmen der ärztlichen Betreuung ist der Schutz des Gesunden vor ansteckenden Krankheiten von größter Bedeutung. Hierbei spielt die Tuberkulose eine besondere Rolle, denn sie muß immer noch zu den Krankheiten gezählt werden, die am häufigsten als Todesursache genannt werden. Es gibt leider auch unter den Jugendlichen eine wenn auch kleine Anzahl, die an offener ansteckender Tuberkulose leiden, ohne es zu wissen. Diese unbekannten Kranken können aber gerade zur ernsten Gefahr für die Gemeinschaft werden. Derartige Tuberkulose-Erkrankungen können in den meisten Fällen nur mit Hilfe des Röntgenapparates festgestellt werden. Für diese Hntersuchung verfügt der Reichsarbeitsdienst in den meisten Arbeitsgauen über eigene fahrbare Röntgenapparate. Jeder, bei dem auch nur der Verdacht einer Tuberkulose oder eine festgestellte Erkrankung vorliegt, wird sofort in ein Krankenhaus oder eine Heilstätte überführt und fachärztlich behandelt. Die Heberwachung der Jugend erstteckt sich auch auf den Dienst, in der Erntehilse und für die Arbeitsmaiden beim Siedler oder Bauer, wo durch enge Zusammenarbeit mit den Amtsärzten allez zur Verhütung ansteckender Krankheiten getan wird. Damit wird nicht nur die dienstpflichtige.Jugend im Reichsarbeitsdienst geschützt, sondern auch der Volks. gesundheit durch Erkennung der Kranken ein gro. ßer Dienst erwiesen. Wetterbericht Der anhaltende Luftdruckanstieg, der während der letzten Tage mit wiederholten Schauern und Gewit. tern verbunden war, hat zur Ausbildung eines Hoch, druckgebietes über West- und Mitteleuropa geführt. Unter feinem Einfluß ist jetzt Aufheiterung eing?. treten, fo daß infolge der Sonneneinstrahlung ai; die Temperaturen wieder höher ansteigen roerben Vorhersage für Samstag: Meist heil« und trocken, tagsüber warm, schwache Winde. Vorhersage fürSonntag: Tagsüber warmes Sommerwetter. Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 18 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 28. Juli: morgens 11,6 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum heule nacht 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 17,5 Grad; am 28. Juli: mor- gens 14,5 Grad. — Niederschläge 1,3 mm. — Son> nenscheindauer 1,8 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A.VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Hniversitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preksllste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Für die vielen Glückwünsche, Älmnen und Geschenke zu unserer Vermählung danken wir herzlichst Heinrich Erb und Frau Marie, geb. Weigel Gießen * Klein-Linden, im Juli 1939 03673 ist sehr wichtig! Marylan-Creme wird allen Wünschen gerecht. Marylan-Creme verjüngt, verschönt und gibt blühendes Aussehen. Topf 2.03. Auf 2135 Fac^drogerie-Bahnh ofstr.1T _ 5128 A ¥ f \Mmemanrt, gefällt den meisten Kindern in Siebold's Buch') am besten, und sie wünschen sich — wie auf Grund vieler Zuschriften bekannt wurde - noch mehr derartige Bücher, in denen Freude an allem Lebendigen in Wald und Flur vermittelt wird. •) Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel ent. decken ihre Waldheimat. Eine naturkundliche Iugenderzählung für Jungen und Mädel van etwa 9-15 Fahren. Mit 135 S. Text und 8 Tafeln mit Naturaufnahmen. 3n Leinen geb. sU'Ä' RM. 2,85 «Ein schönes Geschenkbuch für Jungen und Mädchen! Werbeblatt mit Leseprobe kostenlos. 3u beziehen durch jede Buchhandlung. 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Aber die Fragen sind danach. Ich will nichts ganz Bestimmtes behaupten, aber ich glaube, so eine Frage hieß ungefähr so: „Wenn in einem lözylindrigen Wagen die Kurbelwelle 1600 Umdrehungen macht, wie oft öffnet sich da in derselben Zeit das linke Ventil am siebenten Zylinder? Na, wer weiß es? Wer in einer Minute die richtige Antwort gibt, kriegt einen Vierzylinder — also?" Und er geht herum und ermutgt seine Schüler, ordentlich scharf nachzudenken — und nachher ist es dann entsetzlich einfach: 800 Umdrehungen! Und daß es gerade das linke Ventil des siebenten Zylinders ausgerechnet werden sollte, war nichts als Spaß, denn das rechte Ventil am sechsten oder neunten Zylinder öffnet sich gerade so oft. Aber so schwierig wie dies hier ist nicht alles, und meistens gibt der Fahrlehrer nach einer Darstellung, die sehr wissenschaftlich klingt und in jedem Fachbuch stehen könnte, noch eine zweite populäre und sehr plastische Darstellung. Die erste Darstellung hört sich so an: „—zweiter Arbeitsgang. Beide Ventile sind geschlossen, der Kolben bewegt sich nach oben, die Luft wird komprimiert. Dritter Arbeitsgang. An der Zündkerze springt der Funke über und entzündet das Gasgemisch. Die Gewalt der Explosion treibt den Kolben nach unten —" und so fort. Aber dann nun die zweite gemeinverständliche Erklärung. Sie ist ganz wunderbar und klingt ungefähr so: , Also, noch einmal. Erster Arbeitsgang: Schschscht? Zweiter Arbeitsgang: Phhhhhh — nicht wahr! Dritter Arbeitsgang: Die Explosion! Pffft!! Vierter Arbeitsgang: Tschschsch — Haben Sie es verstanden?" Ja, nun haben wir es alle verstanden. Und draußen vor den Fenstern der Fahrschule weht der Frühling um die Straßenecken, er ift manchmal noch etwas grob, aber wir haben schließlich Kalender und kennen ihn. Im Wind der Straßenecken stehen Händler mit Blumen und bieten sie, nicht ungeschickt Dichterisches mit Gemeinem mischend, an: „Die ersten Frühlingsboten, meine Herrschaften, Stück zehn Pfennige!" Und tvenns dann alles noch ein Stückchen weiter ist, können sie alle, die jetzt hier Theorie ochsen, mitten durch diesen Frühling fahren, wo er eigentlich zu Hause ist> auf den Landstraßen, auf Feldern und unter Bäumen, draußen, wo man den Frühling noch mit den Nasen riechen kann — Und es ist dann alles nicht so weit, man saust nur so um ein paar Ecken und ist da, und hinten im Wagenkoffer ist zum Picknick im Freien etwas eingepackt. Allzuschnell solls auch nicht gehen. Im Lehrzimmer der Fahrschule hängt ein Vers, der also lautet: Rase nicht mit 50 Pferden Durch das Weltgetümmel. Lieber noch zu spät auf Erden Als zu früh im Himmel. Wir kommen überhaupt viel seltener zu spät, als wir glauben, und wenn so ein Spruch gerade in einer Autofahrschule hängt, wo man mit Geschwindigkeit durch die Welt zu kommen lernt, dann ist das mehr als eine Verkchrswarnung — wer hätte gedacht, daß Technik sich zu solcher Philosophie des langsamen Fahrens aufschwingen könnte. Wir wollen die Welt vor Geschwindigkeit noch sehen können. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Bruno Fleischer, Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität Erlangen, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Der Ordinarius für Hygiene und Bakteriologie an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, Dr. Paul M a n t e u f e l, wurde auf seinen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Wegen Erreichung der Altersgrenze wurden von den amtlichen Verpflichtungen entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Max Kuli sch (Staats- und Verwaltungsrecht) in Innsbruck, Dr. med. Hans Molitoris (Gerichtliche Medizin) in Erlangen, Dr.-Jng. Fritz O e st e r l e n (Hydraulische Maschinen) in Hannover, Dr. Otto Procksch (Alttestamentliche Theologie: evang.) in Erlangen, Dr. med. Martin Reichardt (Psychiatrie und Neurologie) in Würzburg. Gloria-palast: „Morgen werde ich verhaftet." Daß zwei Verdächtige im Kriminal-Verhör sich gegenseitig der Tat bezichtigen, kommt häufig vor; daß von zwei Verdächtigen jeder bestrebt ist, den andern zu entlasten und die Schuld allein auf sich zu nehmen, ist weit seltener —: ungefähr mit diesen Worten wird gegen Ende der Angelpunkt des Handlungsablaufes bezeichnet, und man kann daraus entnehmen, daß der Film gar nicht so sensationslustig und reißerisch angelegt ist, wie man nach dem (im Vorspann mit dicker Blockschrift plakatierten) Titel vermuten möchte. Jedenfalls wird das, was in diesem Kriminalfall nach Sensation schmeckt, in gewissem Sinne dadurch kultiviert, daß mit einer schon traditionell gewordenen analytischen Technik nicht nur sachlich der Tatbestand festgestellt und der Täter ermittelt, sondern nach den inneren Beweggründen geforscht und die menschliche Vorgeschichte entschleiert wird: es handelt sich bei dem (zehn Jahre zurückliegenden) Fall offenbar um eine Affekt- Handlung, um Totschlag aus Eifersucht, vielleicht um Mord. Hebrigens wird der Fall, dessen Einzelheiten dieser Bericht übergeht, um dem Besucher nicht vorzugreifen, mit musikalischen Spielelementen umkleidet, wie sie seit geraumer Zeit im Film beliebt sind. Der kundige, durch häufigen Besuch derartiger Filme geschulte Besucher wird die Lösung voraussehen: dennoch gelingt es der vorsichtig dosierenden Regieführung von Carl Heinz S t r o u x, nicht nur die Spannung, sondern auch ein gewisses Maß menschlicher Beteiligung im Zuschauer bis zuletzt wachzuhalten. Was die recht gleichwertige und gut verteilte Besetzung betrifft, so wird in erster Linie die Wiederbegegnung mit Käthe Dorsch interessieren, die man selten auf der Leinwand sieht — zuletzt wohl in „Pvette" —, und die hier als Mutter, als liebende und eifersüchtige Frau eine psychologisch bemerkenswerte Rolle voll austrägt: doch kann, wie schon früher festzustellen war, der Film die außerordentlichen Gaben dieser großen Darstellerin immer nur ahnen lassen. Beachtlich ist ferner die Wandlung des Schauspielers Will Dohm, der bisher auf leicht komische Rollen festgelegt schien und hier mit verhaltenem Temperament ins ausgeprägte Eharakterfach hinüberwechselte. Ferdinand Marian, sehr geeignet für Aufgaben solcher Art, Paul Dahlke als scharf zupackender Kommissar, die kindlich zarte Gisela Uhlen aus dem jungen Nachwuchs, Paul Klinger und der lebhaft char» gierende Komiker Curt Vespermann sind ferner im Vordergründe beteiligt. — (Tobis.) HansThyrioi Nr. 174 Zweites Blatt GiehenerAnzetger (General-Anzeigerfür Oberhessen) Freitag,28.)uli (939 Aus der Stadt Gießen H. W. Sch. Zett des Jahres ... Die Hitler-Jugend Hilst den Bauern tffen nhalle einem izkapelleii ^eibesübungen uli 1939 lern Sportplatz- Schauturnen ad er Turnhalle uii Wenn wir erst den Führerschein haben! Von Christian Bock. NSG. Die Hitler-Jugend steht auf dem Höhepunkt ihrer Sommerarbeit. Die Zeltlager sind belegt und die Fahrten sind in vollem Gange. In einigen Wochen schon beginnt der Adolf-Hitler-Marsch, der die Bannfahnen zum Reichsparteitag nach Nürnberg bringt. Dazwischen aber liegt noch eine Arbeit, der sich die Jugend mit aller Kraft annimmt, der Ernteeinsatz. Es gilt, den Bauern mit tausend fleißigen Händen zu unterstützen, ihm beim Einbringen der Ernte zu helfen und damit unser Teil dazu beizutragen, daß die Ernährung unseres Volkes wieder für ein Jahr sichergestellt wird. Heute steht der Bauer nicht mehr allein, sondern das ganze Volk hilft bei der Bergung der Ernte, stellt sich selbstlos neben den Landmann. Und das ist das Große besonders beim Einsatz der Jugend, daß hier nicht befohlen, sondern die Erntehilfe als selbstverständlich und als E h r e n d i e n st betrachtet wird. Die Hitler-Jugend ist stolz darauf, daß sie den Bauern fast eine Million freiwillige Helfer zur Verfügung stellen kann. Wenn auch unsere 13- bis 18jährigen keine volle Arbeitskraft darstellen, so können sie, im richtigen Rahmen und mit Verständnis eingesetzt, manche Erleichterung bringen. Die Jungen sowohl wie die Mädel können jbioai Id .und ttcfl- izeN' illv. unt- ofort W estL ,d^0 । Wilhelm Laiil iters: Ernst 8. ht und die U i.W: Ernst & Thyriot: für t : Ernst Slum: uner. Anzeigen.) den Inhalt de:! VI. 1939: M Universität^' ßen. JKonafc: M 3uW- hr. EinzelM U. EH Wta 37 gM vom Vorjahr mit dem ^-2-Schein an die Luftwasfe abgegeben werden. Gemäß den neuen Weisungen wird fortan aber die Ausbildung der NSFK.-Männer, die bereits in den Modellbau-Gruppen des Jungvolkes und anschließend bei der Flieger-HI. durch ihre harte Auslese gegangen sind, in den Motorfluglehrgängen bis zum'ö-1- und X-1-Schein erweitert. Selbstverständlich steht auf dem Dienstplan dieser Kurse der praktische Flugdienst an erster Stelle. Bei geeignetem Wetter ist die Zeit vom Morgen bis zum Abend mit der Flugschulung ausgefüllt. Sie wird nur durch das Mittagessen und eine kurze Ruhepause unterbrochen. Theoretische Unterweisungen und sportliche Hebungen stehen daneben am Beginn und Ende eines jeden Schulungstages. Bei ungünstigem Flugwetter kommen Sport und theoretischer Unterricht naturgemäß noch mehr zur Geltung. Schließlich kann ein sportlich geübter Körper die fliegerischen Voraussetzungen nur verbessern, und überdies geht es im neuzeitlichen Flugdienst einfach Es ist eine Zeit der gnadenreichen Erfüllung. Der nimmermüde Schoß der Mutter Erde gebiert ein Wunder um das andere. Was diesem Schoß vor Monaten als Saat anvertraut ward, wird jetzt geborgen als tausendfältige Frucht. Schier unerschöpflich sind die köstlichen Gaben. Denn während die Halme zu Garben gebunden werden, reifen nt den Bäumen am Feldweg die Birnen und Pflaumen, die Aepfel und die Zwetschgen und die Kraft der Erde läßt die Kartoffel- und Rübenfelder gedeihen. Wohin auch der Blick sich wenden mag: überall sieht er in dieser Zeit des Erntebeginns Fruchtbarkeit und fruchtbares Werden. Abends schwanken auf den Landstraßen schwere Wagen zu den dörflichen Heimstätten. Sie sind hochbeladen mit der Gabe des Feldes, und zuweilen sitzen junge Mädchen auf den Garben, die sich bunte Kränze gewunden haben. Ein solches heiteres Bild überkommt den Wanderer und selbst den hastigen Autofahrer wie eine Erquickung, und der Mann am Steuer ist deshalb gar nicht mehr so ungehalten, weil er angesichts des Erntewagens ein langsameres Tempo fahren muß. Im Gegenteil, er lacht den Mädchen freundlich zu, was wiederum mit einem fröhlichen Lächeln quittiert wird. Erntezeit beschert uns den herrlichen Segen der Erde. Sie ist deshalb kostbar wie keine andere Die vormilitärische Erziehung des NE> -Fliegerkorps Von General der Flieger Christiansen. beim Einbringen der Körnerernte und bei der dauernd erforderlichen Schädlingsbekämpfung auf den Kartoffeläckern, neben dem Sammeln von Fallobst, Pilzen, Beeren und Bucheckern auch in Haus und Hof nützlich eingesetzt werden. Die Angst mancher Eltern in der Stadt, daß ihre Kinder etwa Arbeiten schaffen müßten, wie sie sonst nur Erwachsene tun, ist völlig unbegründet. Der Gesundheitsdienst der HI. sorgt dafür, und durch «weitgehende Aufklärung ist darauf hingewiesen, daß Arbeiten, die gesundheitliche Schäden zur Folge haben könnten, von den Jungen und Mädeln weder verlangt, noch geleistet werden. Für manchen Jungen und für manches Mädel aus der Stadt ist die Erntehilfe eine Zeit völlig neuer und entscheidender Eindrücke. Sie sehen hier einmal, was Bauernarbeit heißt, sie erleben das deutsche Land und den deutschen Acker, sind Kamerad mit den Menschen und Tieren des Hofes, sind der Natur und ihrem Geschehen nahe. Die Tage des Ernteeinsatzes bedeuten einen erheblichen Gewinn nicht nur für den deutschen Bauern, sondern auch für die Jugend selbst, die sich freiwillig in seinen Dienst stellt. Der bisherige erfolgreiche Einsatz bei der Ernte der vergangenen ist ab 30-Juli <: Dr. ’ Dr. Kro= Dr. P‘ocl 6t tJ“ »älrenl ?°,uern unb ft i'Iö.Un9 eines- . "Europa qm -lusheiterunq @ Einstrahlung Zeigen werd- tQ9: Meist h Dache Winde. Q 9: Tagsüber , Ä5 185 1 28.5uü: mo: ö- Minimum' unn in 10 cm' : 28. M- le 13 mm. -: H. en l. Erntezeit! Draußen, vor der Stadt, wo die Felder den Horizont säumen, hat eine eifrige Tätigkeit begonnen. Die Maschinen klappern, Der blanke Stahl pfeift sein helles Lied, und die Menschen sind rührig am Werke. Es ist eine schwere Arbeit, die der Erledigung harrt, aber eine Arbeit, die segenspendende Fülle verheißt. Und darum wird sie gerne getan von allen, die dabei sind, mögen sie nun zur Scholle gehören oder mögen sie auch zu denen zählen, die zur Erntehilfe herbeigerufen wurden. Denn es gilt, das Korn zu bergen. Kornfrucht aber bedeutet Brot, kräftiges, nährendes Brot, das zur unentbehrlichen täglichen Speise gehört. Wenn man um diese Zeit mit der Eisenbahn eine Strecke weit zu fahren hat, dann gewinnt man ein eindrucksvolles Bild von der überall spürbaren Erntearbeit. Der Zug brauft an Feldern vorbei, auf .benen in langen Kolonnen die Garben gleich Regimentern ausgerichtet stehen, er nimmt feinen Weg zwischen Aehrenmeere hindurch, aus denen in farbigen Flecken die Blumen grüßen, während seitwärts bereits das scharfe Eisen Reihen um Rethen niedermäht. Dann wieder gleitet ein Ackerrain vorüber, auf dem eine Gruppe von Erntehelfern sich fröhlich zum Vesper gelagert hat. Don den Feldern steigt der schwere Geruch der Reife auf. und links vorüberrutschten, als führen sie Eisenbahn, daß der Wind einem ordentlich die Haare lurchkämmte bei sechzig Stundenkilometer ober aästig, neunzig — bas ist so ein Gebanke, an dem nan sich ordentlich die Hände wärmen kann, so tchön ist der. Und wenn man dann bedenkt, daß es womöglich gar so unmöglich gar nicht wäre — Vor nicht allzulanger Zeit war so etwas noch ein Reicherleutepleen — heute sitzen in der Auto- vhrschule mancherlei Leute beieinander, die fahren ■ hrnen wollen, junge Mädchen, die gerade nach der i-chulprüfung (mit etwas mehr Vergnügen) die Fahrprüfung machen, junge Leute und sogar Herren in jenem Alter, in dem man sie gern „immer noch sihr rüstig" nennt. Wer neben seinem Fahrlehrer sitzt und zum rftenmal in den Frühling hinausfährt, der hat nun Allerdings noch wenig Zeit, diese Frühlingsland- s.haft zu genießen, wie ers dachte: es gibt soviel c-rderes, es gibt Pedale, die getreten werden wollen, Schalter und Kupplungen, die bedient werben wollen, Wittker und alles mögliche, und seinetwegen k nnte es gut und gern Herbst ober Winter sein — wenn er nur fünf Beine hätte, drei Arme unb wenigsten zwei Köpfe: mit dem einen Äopf würde er bann immer geradeaus sehen unb den anderen t»zu benutzen, links und rechts herauszuschauen. Und er lernt hinter der Windschutzscheibe die Welt aus einer ganz neuen Perspektive kennen: Fußgänger scheinen plötzlich eine träge Masse, die sitz unendlich.mühsam und unendlich langsam vor- aärtsberoegt, oder solche Fußgänger tropfen un- airsehens vom wimmelnden Bürgersteig auf den Iahrdamm, gerade als es der Fahrschüler wagte, etnas mehr Gas zu geben. Mit Hui durch den Frühling und alledem tft es noch nichts Rechtes, tüume scheinen gegen alle Erfahrung gar nicht ir»hr hn Boden festgewachsen, es ist, als >1 uerten sie geradewegs auf den Wagen zu und $gen ihn noch an mit magischer Gewalt, es ist, ,en Gesamt^ ^erbeblatt ftobl.er- Wenn man zu Hause in der Stadt in Fensterrahmen irgendeines dritten ober fünften Stockwerks herauslehnt und nur gerade so um die Straßenecke rechts oben ein Stück Himmel sieht — wenn man da denkt, wie gut es wäre, an so einem Srühlingstag api Steuer eines Autos über die andftraßen zu fahren, daß die Pappelreihen rechts NSG. Das NS.-Fliegerkorps veranstaltet vom 28. bis 30. Juli auf dem Flugplatz Rebstock in Frankfurt a. M. zwei bedeutende Wettbewerbe und einen Großflugtag. Der Korpsführer, General der Flieger Fr. C h r 1 - ftianfen, trifft am Sonntag in Frankfurt ein. Da es mit die wesentlichste Aufgabe des NS.-Fliegerkorps ist, eine vor der militärischen Dienstzeit liegende fliegerische Ausbildung durchzuführen, haben wir den Korpsführer gebeten, uns seine Gedanken über die vormilitärische Erziehung durch das NS. - Fliegerkorps niederzuschreiben. Die Zeiten, wo die Fliegerei in den^Kinderschuhen jsteckte, nach dieser oder nach jener Seite hin Geh- wersuche anstellte unb neben manchem Erfolg auch wiel Mißerfolg aufzuweisen hatte, finb endgültig worüber. Die Pionierarbeit der Bor- und Nach- llriegsflieger beginnt nun erstaunlich reiche Früchte yu tragen. Das Erfreulichste dabei ist wohl, daß Üjinter all dieser Arbeit nicht nur einige Fanatiker fstehen, sondern das ganze Volk. Jeder, der nicht selbst die ersten Entwicklungsstufen der Fliegerei miterlebte, vermag nicht ent- ffernt zu ermessen, welche ungeheure Bedeutung .allein diese Feststellung umschließt. Wer nämlich roor 20 oder 25 Jahren fein — damals recht klapp- mges — Flugzeug steuerte, der wurde vom Boden cher wie ein Jongleur, Seiltänzer oder Zirkusmann bestaunt. Gewiß, er wurde bewundert, es gab im Wolke sogar eine tiefgehende und ehrliche Begeisterung für den Flugsport: aber der Durchschnittsmensch wäre nicht für Geld und gute Worte in ,.,so ein Ding" eingestiegen. - Seit dieser Zeit hat sich allerdings „das Ding" auch gewaltig gemausert. Aus dsc primitiven Kiste von gestern, die uns alten Fliegern trotzdem so ans Herz gewachsen war, sind viele moderne Flugzeug- ! ypen entstanden. Die Fliegerei setzt sich nicht mehr igufammen aus einem kleinen Kreis verwegener Aerle, die mit aller Gewalt in den Himmel wollen: ne ist von einer Privatsache zu einer staatswichtigen Angelegenheit erhoben worden. Unser Reichsluftfahrtminister, Generalfeldmarschall ^ermann Göring, hat vor ein paar Jahren -einmal ein Wort geprägt, das inzwischen außerordentlich volkstümlich geworden ist. Dieses Wort yieß: „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden." Ich glaube, daß dieser Ausspruch von vielen Volksgenossen falsch verstanden und manchmal allzu rvörttich genommen wurde. Und doch ist dieses Wort Hermann Görings eine tiefe Wahrheit, die iQeute mehr denn je gilt. Was bedeutet das: „Ein Volk von Fliegern?" Es bedeutet auf jeden Fall nicht, daß nun jeder deutsche Mann unb jebe Volksgenossin von der rrüheften Jugend bis zum späten Alter am Steuerknüppel eines Flugzeuges sitzen sollen. Das ist praktisch natürlich völlig unmöglich und ist mit ? tiefem Ausspruch auch keineswegs gemeint. Hermann Goring wollte damit sagen, daß sich a 5 ganze deutsche Volk die große Idee er Fliegerei zu eigen machen sollte und ^aß jeder nicht nur das Recht, sondern auch die ab- vlute Pflicht habe, diese deutsche Fliegerei mit allen Trösten zu unterstützen und zu fördern. Denn das sollte heute allmählich jeder wissen: iine starke unb immer weiter fortschreitende Luft- vhrt ist für die gesamte Nation eine Lebensnotwenigkeit, eine Notwendigkeit, die ebenso wichtig ist wie das tägliche Brot. Als mich der Führer mit der Leitung des neu- aufgefteüten Nationalsozialistischen Fliegerkorps bebaute, übernahm ich nicht nur die Führung der Ak.H ln der in k rrstz tD^ i l0.8ütie„. AK tu • 5Qr3ten nicht ohne eine gründliche theoretische Ausbildung. Das wird klar, wenn man die großen Anforderung gen berücksichtigt, die heute z. B. in der Navigation ober beim Blindflug gestellt werden. Ebenso wichtig ist es auch, daß sich die jungen Piloten in der Werkstatt bei der Ueberholung von Zelle und Motor umfassende Kenntnisse aneignen, wozu ihnen auf den Schulen jede nur denkbare Gelegenheit gegeben wird. Eine fortgesetzte weltanschauliche Schulung begleitet die gesamte Ausbildungsarbeit. Sa sind gegenwärttg wieder die Männer des ersten Halbjahres in der Ausbildung, um im Oktober des Jahres mit dem 8-1- und t<-1-Schein als Nachwuchs an die deutsche Luftwaffe abgegeben zu werden. In ständiger Wechselfolge wird ein Lehrgang den andern ablösen. Die Lehrpläne werden immer straffer und planmäßiger gestaltet. Das Ziel aller Schulung wird immer schärfer herausaearbeitet: bei einer fliegerisch mustergültigen Grundlage werden unsere Männer ganze Nationalsozialisten und ganze Flieger. i. fflili i w M billig vtfl MW* Männer, die außerhalb des Rahmens der Luftwaffe sich fliegerisch betätigen — ich übernahm auch das ganze Heer jener Volksgenossen, die zwar nicht aktive Flieger sind, die aber mit heißem Herzen an dieser Flieaerei hängen und die den festen Willen haben, diese Fliegerei hängen und die den festen Willen haben, diese Fliegerei zu unterstützen und mit ihr verbunden zu sein. Eine meiner wichtigsten Aufgaben war es und wird es auch in der Zukunft fein, diesen Freunden der Fliegerei, seien es nun Männer oder Frauen, zu beweisen, daß sie heute im Rahmen des Aufbaues der deutschen Luftfahrt eine wichtige Sendung ZU erfüllen haben. Diese Volksgenossen sind die Förderer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps. Das heißt: Ein Kreis von deutschen Menschen, der jetzt schon nach Hunderttausenden zählt, hilft uns aktiven Fliegern durch seine ideelle und materielle Unterstützung. Ich weiß, daß es manchen unter diesen Männern und Frauen recht schwer wird, selbst eine einzige Mark auszugeben. Um so größer ist unsere Anerkennung und Hochachtung gerade gegenüber diesen Volksgenossen. Sie beweisen damit nicht zuletzt auch, daß sie dem Führer Adolf Hitler viel näher stehen, als so mancher andere, der zw^r große Worte findet, aber wenn es darauf ankommt, sich dem großdeutschen Aufbauwerk persönlich zu verpflichten, mit faulen Ausreden davonläuft. Wer Förderer im NS.-Fliegerkorps ist, der nützt an dieser Stelle dem Nationalsozialismus manchmal mehr, als er selbst im Augenblick weiß und wissen kann. Wie der Förderer des NS.-Fliegerkorps der Fliegerei hilft, so wird und muß diese'immer mehr auch zum Förderer stehen. Wir bilden zusammen eine verschworene Kampfgemeinschaft und können auf keinen Fall „passive Mitglieder", die nur zahlen und sich sonst um nichts kümmern, gebrauchen, wie es etwa in beliebigen Vereinen der Fall fein mag. Die wesentliche Aufgabe ist und bleibt aber die vormilitärische Ausbildung unserer Jugend, die so gründlich und sorgfältig vorgenommen werden muß, wie das mit unseren Mitteln und unter Einsatz aller Kräfte zur Zeit überhaupt möglich ist. Der Weg, den der deutsche Junge beschreitet, gliedert sich dabei in folgende Stufen: 1. Jungen, die Interesse und Lust zur Megerei haben, melden sich vom 12. bis 14. Lebensjahr bei den Modellflug-Arbeitsgemeinschaften des Deutschen Jungvolks, wo sie unter der Leitung von Männern des NS.-Fliegerkorps Modellbau und praktischen Modellflug betreiben. 2. Jungen vom 15. bis 18. Lebensjahr treten den örtlichen Flieger-HJ.-Einheiten bei, wo sie von eigens dazu abgestelltem Lehrpersonal des NS.- Fliegerkorps im Bau von Gleit- und Segelflugzeugen und im Gleit- und Segel,lug ausgebildet werden. Für die Inhaber des Segelflug-E-Scheines ist eine Motorflugausbildung im Kleinflugzeug vorgesehen. 3. Jungmänner der Flieger-HI. im vollendeten 18. Lebensjahr melden sich bei den Örtlichen Einheiten des NS.-Fliegerkorps und erhalten hier ihre fliegerische Ausbildung. 4. Jungmänner der Flieger-HI. und des NS.- Fliegerkorps, die auf Grund ihrer vorfliegerischen Ausbildung und sonstigen Eignung als Flugzeugführer der Luftwaffe in Aussicht genommen sind, erhalten nach abgeleisteter Arbeitsdienstpflicht als NSFK.-Männer die kostenlose Motorflugausbildung in halbjährigen Lehrgängen an den Motorflugschulen des NS.-Fliegerkorps. Im Frühjahr dieses Jahres rückten z. B. wieder in die Motorflugschulen des NS.-Fliegerkorps die Teilnehmer des ersten Halbjahrlehrganges der vor- miliHirischen 'Motorflugausbildung ein. Bereits Anfang 1939 konnten die ersten jungen Flugzeugführer gen Markiumschau für die Hausfrau erleichtern. * •(iltei Welten. Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 unserer Universität in Angriff genommen »erden können, da dieses Bauvorhaben nunmehr von der Regierung genehmigt und zum Bau freigegeben worben ist. Die Planung und die Bauleitung für diesen Bau liegt in Händen von Regierungsbaurat Metzger, dem Leiter des Baubüros Bad-Nauheim des Hessischen Hochbauamtes in Friedberg. Der Bau, der die stattliche Front von 35 Meter Länge erhalten wird, soll einen Hörfaal bergen, in bem für 360 Studierende Platz vorhanden sein wird und der mit allen technischen Neuerungen ausgestattet werden dürfte, die heute im Dienste der Lehre zur Verfügung stehen können. Zeitgemäße Arbeitsräume »erden für die theoretische Physik geschaffen, für die im bisherigen Institut kaum Raum vorhanden war. Auch die nötigen Dorbereitungs- räume, Räume für Seminar und für Sammlungen wird der Erweiterungsbau in ausreichendem Maße bieten können Die genauen Ausarbeitungen liegen noch nicht vor. — Mit diesem Neubau durften die bisher unzulänglichen Verhältnisse im Physikalischen Institut in glücklicher Weise abgelöst werden. „Fein hier. Wollen wir tanzen?" „Gleich. Warte bloß, bis der Kaffee da ist, sonst wird unser Platz besetzt. So was von Fülle." Hildes Füße tanzten unter dem Tisch Lachen lag in der Luft, es roch nach Bier, Kaffee und Zigaretten. Neubauten für Llmversität und Kliniken in Vorbereitung. Erweiterungen für die Medizinische Poliklinik und für das physikalische Institut. ** Unfall. Der Arbeiter Ludwig Schmidt aus der Wetzsteingasse wurde gestern vormittag in der Kaiserallee von einem Lastkraftwagen ange- fahren und erlitt schwere Verletzungen am linken Unterarm, zum Teil Durchtrennungen der Arm- dort geschehen sind. Es wirft ein schlechtes Licht auf uns Tankwarte." Sein junges Gesicht wurde verargt. „Dabei tun wir alle, was wir können, um den Burschen 'rauszusinden. Die ganze Nacht haben wir aufgepaßt. Herr Vallendar hatte alles groß- artig vorbereitet. Aber leider ist es doch erfolglos geblieben." Charly zuckte zusammen-, Fritz spürte es ganz deutlich. „Herr Vallendar? Wieso Herr Vallendar?’ „Na, Ihnen kann man es ja erzählen; Sie wer- den es nicht herumbringen. Eigentlich war es ein bißchen beschämend für uns. Wir haben nachtsüber in der Garage auf der Lauer gelegen, die gesamte Belegschaft, mit Herrn Vallendar an der Spitze, aber da weiß man eben noch nichts Genaues." Charly hörte die letzten Horte kaum. Vallendar, war die ganze Nacht in der Garage gewesen! Wie war es nur möglich gewesen, daß sie ihn nicht gefunden hatte? Ihr Atem ging schneller. „Hat Herr Vallendar nicht einmal nach mir gefragt?" „Einmal? Immerzu! Ist 'rumgelaufen und hat Sie wie 'ne Stecknadel gesucht! Und dann wollte er Preetz beauftragen — aber der hatte sich dünn- gemacht; der vergißt ja jetzt alles vor Aufregung, weil das Kind nicht kommen will." Charly vermeinte, ihre Füße trügen sie nicht mehr. Sie mußte sich zusammennehmen, um die einfachen Tanzschritte bewältigen zu können. Fast beschwörend klang ihre Stimme: „Er hat mich gesucht? Er hat nach mir gefragt? Ganz sicher, Herr Huckemann?" Was hatte denn das Fräulein? Es erblaßte, und nun wurde es rot. 27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Tanzmusik, Lachen, Scharren von Füßen waren zu hören, Bestellungen, die die Kellner am Büfett laut ausriefen, und Rufe wie: „Ober — hallo! Ober — treten Sie doch mal hier 'n bißken 'ran!" Aber zu sehen war im ersten Augenblick nicht gerade viel. Nur ein Meer von Rauch, das über einer Menge von Köpfen wogte. Erst, wenn man sich an den Dunst gewöhnt hatte, konnte man den Saal überblicken, in dessen Mitte sich die Paare so eng drängten, daß es zunächst rätselhaft erschien, wie sie es anstellten, sich noch zu drehen. „Da drüben ist noch ein kleiner Tisch frei, Hilde." Fritz Huckemann knöpfte die Lederjoppe auf und schob sich durch das Gewühl. Jetzt hatte die Tanzkapelle ihren Schlager beendet. Die Paare blieben wie angewurzelt stehen und klatschten. Was denn — am Sonntag eine Pause? Gab es denn so was? Der Kapellmeister sah es ein. Es war verlorene Liebesmüh, den Berlinern am Sonntag klarmachen zu wollen, daß auch Musiker nur zehn Finger und einen einzigen Atem hatten. Er setzte die Geige wieder an, und sie begann aufs neue zu fingen. Durch die großen Fenster sah man auf den Garten, der im letzten Sonnenschein vergeblich zu locken versuchte. An einem einzigen Tisch saß ein Pärchen; die beiden hockten so dicht beisammen, daß sie ihre Köpfe aneinanderlehnen konnten. Der See hatte bereits eine graue, eintönige Farbe. Der künstliche Sandplatz, auf dem man sich im Sommer sonnte, war kahl. Zwei Boote streckten die Bäuche nach oben. Aber der Parkplatz war voll von Wagen und Motorrädern. Der Wächter fuchtelte herum. Es war ein Kunststück, die neu ankommenden Fahrzeuge unterzubringen. Die Musik spielte. „Ober — zwei Kännchen Kaffee und ordentlich Kuchen! Was denn, Hilde? Liebesknochen?" „3a." Der Ober rannte. Sein Kragen begann kleiner zu werden; er wellte sich bereits bedenklich. „Na, Hilde?" „Aber gewiß ist das wahr! Ich verstehe nicht, Fräulein Sandner ..." Ganz wirr wurde Fritz., Donnerwetter: Was wurde denn da gespielt? Warum fragte sie mit solcher Dringlichkeit? Wie ihr Mund jetzt lachte, wie ihre braunen Augen strahlten! Und wie sie jetzt lostanzte! Als ob sie ganz allein die Tanzfläche zur Verfügung hätten. Er mußte aufpaffen, sonst stießen sie an alle anderen Paare an. Ich bin verrückt! Ich bin glücklich? Ich bin selig! fang es in Charly. Es war nichts! Ein Mißverständnis! Ein bummer Zufall! Wir haben uns verfehlt! Wie töricht bin ich! Er hat sich die ganze Nacht in ber Garage aufgehalten! Sie lachte auf; es war ein tiefes erregendes Lachen. Die Musik schwieg; die Paare lösten sich voneinander. Charly strebte ihrem Platz zu, und Huckemann konnte kaum folgen, so flink wand sie sich durchs Gewühl. Hilde hatte einen roten Kopf, als sie den Tisch wieder erreicht batten. Sie sprach mit Dr. Römer über die australische Pflanzenwelt. Charly beugte sich zu Römer hinunter. „Ich möchte nach Hanse, Doktor! Wie ein kleines Mädchen stand sie vor ihm, die Hände gefaltet. Ihre Blicke flehten. (Fortsetzung folgt.) Neben dem gegenwärtig in Arbeit befindlichen Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik der an ber Ecke Gaffkystraße und Klinikstraße entsteht, hat ich das Hessische Hochbauamt Gießen demnächst mit der Verwirklichung weiterer Bauten für die Um oerfität, bzw. für die Kliniken zu beschäftigen. In diesen Tagen wurden die Erd- und Maurerarbeiten für die Erstellung eines G r m e i t e r u n gsb aues die Medizinische P°likl,n,k nusge- chrieben, so daß damit gerechnet werden kann, daß mit dem Bau in nächster Zeit begonnen werden wird Der Erweiterungsbau der Medizinischen Poliklinik ersteht im unmittelbaren Anschluß an das bisherige Gebäude dieser Klinik an der Ecke Frankfurter Straße und Klinikstraße. Der Erwe. e- runqsbau stellt bereits einen ersten Bauabschnitt für bie Großbauten dar, die für die Kliniken an der Frankfurter Straße entstehen und die für das Kliniksviertel eine repräfentable Front barstellen Im Einvernehmen mit dem Hessischen Hochbauamt Gießen wird außerdem demnächst der Erweiterungsbau für das Physikalische Instltut kamen nicht zur Ruhe. Hilde und Fritz saßen wieder an ihrem Platz. Er hatte seinen Fuß dicht an den ihren geschoben, lehnte sich über den Tisch, stützte sich auf die Unterarme und starrte seine Verlobte selbstvergessen an. „Ach, Hilde —!" „Mußt nicht, Fritz — die Decke verrutscht doch!" Sie fuhr ihm schnell mit der Hand durch den weißblonden Schopf und ziepte dabei. „Du — da kommt Doktor Römer!" rief sie plötzlich. Sein Kopf fuhr herum. „Tatsächlich; mit Fräulein Sandner. Sie suchen Platz." „Dort drüben sitzt Huckemann!" lächelte Römer. „Kommen Sie, Charly." Fritz flitzte los. Er ergatterte zwei Stühle. „So/ bitte, Herr Doktor! Bitte, Fräulein Sandner! Das ist meine Braut — Fräulein Weber. Sie kennen sie doch?" „Aber ja, mir sind doch Garagennachbarn!" Charly reichte Hilde die Hand. Sie setzten sich und bestellten. Huckemann nahm sich zusammen; er tat sehr weltmännisch. Hilde war weniger von dem Besuch erfreut. Sie hatte gar nicht gewußt, daß bas Fräulein und ber Doktor zusammengingen. Das „Fräulein" — dabei dachte sie an den kleinen, alten Zweisitzer. Na, demgegenüber konnte sie wohl gut und gern wetteifern mit ihrer tipptoppen „Verleih!". „Ihr Wagen ist nun in Ordnung, Fräulein Sand- ner. Ich habe den ganzen Vormittag dazu benutzt. Morgen können Sie wieder fahren!" „Ich banke, Herr Huckemann, Sehr nett von Ihnen!" Charly war einsilbig. Genau so einsilbig wie bie ganze letzte Strecke des Weges bis hierher. Römer steckte sich eine Zigarre an Er fühlte sich hier ein wenig falsch am Platze. Wie frohgemut und beschwingt alle diese Menschen waren. Und plötzlich wußte ers: Die Kameradschaft der Jugend — das war es! Die Musik spielte ... Hilde" zwinkerte mit den Augen. Sie wußte, was sich gehörte. Der Herr Doktor — der tanzte wohl kaum. Aber das Fräulein, — na, welches junge Mädchen -tanzte nicht gern? Und Fritz war doch ein vortrefflicher Tänzer! Fritz verstand. „Nen kleinen Fox, Fraulein Sandner?" Charly schrak aus ihren trüben Gedanken auf. ,Ha, bitte!" Fritz machte eine tadellose Verbeugung. Er hatte einen feschen grauen Anzug an. Seine Lederjoppe hing über der Stuhllehne. Jetzt lachte Charly sogar ein wenig. „Jugend! Jugend!" spielt die Musik. Und so klang jeder Takt in Römers Ohr Die schüchterne Stimme der Hoffnung wurde still. Nur, weil Charly verzweifelt war, ist sie mir um den Hals gefallen... Wie sie tanzt! Wie ihre Glieder den Rhythmus der Melodie aufnehmen. Schweigsamer Herr, der Doktor! dachte Hilde und sah ihn mit ihren schwarzen, blitzenden Augen an. Worüber sprach man da nur? Sie hatte doch auch Wissenschaftliches unter ihren Büchern. Mal nach- benfen, wie man ein Gespräch mit ihm in Gang brächte! Bißchen geistreich mußte es schon sein Kleine nachdenkliche Falten bildeten sich auf ihrer Stirn. Fritz und Charly waren jetzt mitten drin in der Enge der Tanzfläche. Fräulein Sandner tanzt ja großartig, wie so ’ne Feder? dachte Fritz. Er mußte doch ein bißchen was reden, sonst hielt sie ihn für einen Stockfisch. Nee, sie sollte mal seh'n, daß ber Tankwart auch Kavalier sein konnte! Wovon rebete man? Don ben Wagen. Von ber Garage. Da gehörten sie zusammen, bas Fräulein Sanbner unb der Tankwart; bas oerbanb sie. sie. „Es ist jetzt allerhand bei uns los, Fräulein Sandner. Die Garage wird neu verpachtet. Wer weiß, wen wir da bekommen?" „So?" fragte sie zurück. Das Gespräch schien wenig Interesse bei ihr zu erwecken. Fritz strengte sich an. „Hoffentlich ereignete sich nun nicht wieder so was Aehnliches wie vorgestern ... Wissen Sie, ich habe ja nicht die Vollmachten. Ja, wenn ich die Garage pachten könnte —?" Er seufzte. Dieser Wunschtraum lebte so stark in ihm, daß er von ihm reden mußte. „Das wäre doch sehr vernünftig, Herr Huckemann? Sie würden das sicher ausgezeichnet'machen." „Eben, Fräulein Sandner. Freut mich, daß Sie das sagen. Hilde — ich meine Fräulein Weber, wir sind so gut wie verlobt — meint das auch. Aber i bas Kapital fehlt eben. Da gehört 'ne Menge Geld dazu. Sie glauben es vielleicht gar nicht, aber so > ’ne Garage hat's in sich!" Der Rhythmus der Musik > war in ihnen; sie tanzten beide vorzüglich. „Gerade ° angenehm ist es freilich nicht, daß solche Sachen Spaß! Was machte Spaß? Alles machte Spaß. Alles war Grund zur Fröhlichkeit. Heute war Sonntag! Man hatte den Alltag ber Woche vergessen und die kleinen Sorgen. Einerlei, ob man im vornehmsten Wagen hergekommen war ober auf einem alten Motorrad. Einerlei, ob man Erster Buchhalter war, mit einem Teil Chefsobliegenheiten, ober ganz kleiner Angestellter, mit mächtigem Loch im Portemonnaie drei Tage norm Zahltag. Aber heute war ja Monatsanfang — heute konnte man an geb en! Jetzt machte die Musik endgültig Pause. Die Türen des Saaleinganges glitten auf und zu; sie Warum Kartoffelerzeugnisse statt Teigroaren, die doch ebenso rasch wohlschmeckende Gerichte gebens höre ich wieder die Hausfrau auf meine Empfehlung fragen. Gewiß ist es leichter, rasch zu Teigwaren zu greifen in der Uebergangszeit, wo die neuen Frühkartoffeln noch etwas teuer zu fein cheinen, und sich außerdem nicht für alle Zubereitungsarten eignen. Es ist ja bekannt, daß der Haupt- konsum in Teigwaren gerade in die Frühsommermonate fällt. Aber die Hausfrau, die doch sonst gerne für die Volkswirtschaft mitdenkt, vergißt da- jei, daß zu Teigwaren kleberisches Auslandsweizen- mehl und auch Eier nötig sind, deren Beschaftung Devisen kostet. Den gleichen Dienst, wie die Teig- maren leisten uns aber in vielen Fällen die Kar- tofselerzeugnisse, die aus den Erträgnissen der ‘ein« heimischen Scholle hergestellt werden können. Sicher ist dafür manchmal eine Aenderung des Speisezettels nötig; jetzt in der Frühobstzeit mit den vielen Beeren macht man statt warmer Nudel- Für jeden Tag wird Vao des Monatsbetraaes gewährt. Die Wehrmachtssätze für Quartierverpflegung betragen z. Z. 1,34 RM. je Tag. Den Angehörigen der Notdienstpflichtiaen wird Familienunterstutzung gewährt, soweit nicht etwas anderes in Durchführungsbestimmungen zur Notdienstverordnung vorgesehen ist. Verlustvortrag jetzt auch auf dieSewerbesteuer möglich. Zur Durchführung der Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1939 hat der Reichsfinanzminlster im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern und vorbehaltlich der späteren Regelung im Verordnungsweg einstweilen durch Erlaß eine w e i - tereSteuererleichterung verfügt. Der sog. Derlustvortrag, der bisher auf die Einkommen- und die Körperschaftssteuer beschränkt war, wird nunmehr auch bei der Gewerbesteuer ermöglicht. Erstmalig gilt die Neuregelung für das Jahr 1938, dessen Gewerbeertrag der Gewerbesteuer für bas Rechnungsjahr 1939 zugrunde zu legen ist. Dabei können also Verluste aus den Jahren 1936 und 1937 berücksichtigt werden. In jenen Jahren hatten noch verschiedentlich auch im Mtreich Gewerbebetriebe Verluste, die nun berücksichtigt werden können. Der Erlaß bestimmt, daß bei Gewerbetreibenden, die Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches führen, der Gewerbeettrag um die Fehlbeträge zu kürzen ist, die sich bei Ermittlung des Gewerbeertrages für die beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahre ergeben, soweit die Fehlbeträge nicht bereits bei Ermittlung des Gewerbeertrages für das oor an gegangene Wirtschaftsjahr gekürzt worden sind. Und wenn auch dank des Aufblühens der deutschen Wirtschaft die in der Systemzeit allgemein verbreitete Defizitwirtschaft im Gewerbe jetzt aus Ausnahmefälle beschränkt ist, in denen aus den verschiedensten persönlichen und sachlichen Gründen einmal ein Fehlbetrag auftreten kann, so zeigt ber Gesetzgeber doch durch diese Regelung erneut, daß er alles unternimmt, um die Wirtschaftsführung zu suppe durststillende Kaltschalen aus Kartoffelmehl und Kuchen und Torten. Zu Suppen verwendet man stakt Eiersternen deutschen Sago, der genau so schön quillt, wie der teuere indische. Ebenso gut geraten mit dem deutschen Puddingmehl Flammen und Fruchtgrütze. Mit Quarg, ein wenig Milch, Sultaninen, Zucker und Sago lassen sich die fernsten Süßspeisen bereiten. An Verwendungsmöglichkeiten fehlt es also nicht, die Kartoffelerzeugnisse sind auch in Hülle unb Fülle bei jedem Kleinhändler zu haben. Allein die deutsche Sagoerzeugung stieg von 27 000 Doppelzentner im Jahre 1931 auf rund 60 000 Doppelzentner in 1937. Infolge dieser verstärkten Jn- landserzeugung konnte auch die Einfuhr von 20 500 Doppelzentner Sago in 1931 auf 150 Doppelzentner im letzten Jahr zurückgehen. Aber diese Erweiterung der Erzeugung im Inland verpflichtet bie Hausfrau auch diese Erzeugnisse in steigendem Maß zu verwenden. Jahre gibt der Hitler-Jugend das Recht, alleinige Trägerin des gesamten Ernteeinsatzes der Jugend zu sein. Sie wird es zu einer ihrer schönsten Psiich' ten rechnen, diese Aufgaben den Erfordernissen der Zeit entsprechend zu lösen. Vornotizen. Tageskalenber für Freitag. Gloria-Palaft, Seltersweg: „Morgen werde ich verhaftet". Umgestaltung am Setterstor begonnen. Nachdem in diesen Tagen bas eine der beiden Torhäuschen völlig beseitigt ist, wurde nun auch mit der praktischen Arbeit für die Umgestaltung des Platzes am Selterstor begonnen. Die erste Arbeit gilt dabei der Abdeckung des Schorgrabens, der mit einer Holzverschalung überbaut und dann mit Beton Überdeckt wird. Der Schorgraben wird, da umfang- reiche Aufschüttungen folgen werden, sur immer dem Auge entzogen bleiben. Gegenwärtig sind die Arbeiter — die schon ihre Buden aufgerichtet haben — damit beschäftigt, die Holzüberbauung für das ganze Stück des Schorgrabens anzufertigen. Vergütung für Aufwendungen bei der Notdienstpflicht. Noch der Notdienstverordnung können Bewohner des Reichsgebiets zur Betämpfung EentliHer Rot- stände sowie zur Vorbereitung dieser Bekämpfung für eine begrenzte Zeit zu Notdienstleistungen heranqezogen werden, und zwar durch Behörden. Die von ihnen geforderte Leistung kann m einem Handeln, Dulden oder Unterlassen bestehen. Durch einen im Einvernehmen mit dem Reichs- finanzminister ergangenen Erlaß hat nunmehr der Reichsinnenminister bie Abgeltung perfonlicher Aufwendungen geordnet, die den Notdienst pflichtigen ^itstehen können. Es wird bestimmt, baß bie Behörden, bie Notdienstleistungen fordern können, den Notdienstpflichtigen, die sie heranziehen, Vergütungssätze für ihre persönlichen Aufwendungen zu gewahren haben, soweit nicht für diese Dienstleistungen Dienstbezüge gewährt werden oder für andere Falle, z. B. Kraftfahrer mit Kraftwagen, andere Satze festgesetzt sind oder werden. Die BcrgÜtungssötze betragen für Notdtenstpflich. tige, mit Ausnahme der Führer, 6 RM. je Tag. Der Betrag wird wie folgt aufgeghebert: 50 Rpf. in bar, 50 Rfg. für Benutzung eigener Kleidung, sofern nicht Oberkleidung und Stiefel gestellt werden, 3 RM. für Selbstverpflegung und 2 RM. für auswärtige Uebernachtung, wenn Unterkunft nicht gestellt wird. Für Unterführer über mindestens zehn Mann erhöht sich der Tagessatz auf 7 RM., für Führer über mindestens 30 Mann auf 8 RM. und für Führer über mindestens 100 Mann sowie Spezialkräfte mit besonderen Kenntnissen und beson- derer Verantwortung auf 10 RM. Bei nur stundenweiser Heranziehung wird für jede angefangene Stunde ’/io — bei Ausbildungszwecken '/-o — ber Tagessätze gewährt. Als zu vergütende Zeit wird die Zeit von der Meldung zur Notdienstleistung bis iur Entlassung gerechnet. Darüber hinaus werden Zu« und Abgang nur vergütet, soweit ber Hin- und Rückweg mehr als 5 Kilometer beträgt, und zwar jede angefangenen 5 Kilometer mit Vio der Zages« ^Unterbringung und Verpflegung kann, wie ber Erlaß bestimmt, im Bedarfsfälle auf Grund des Wehrleistungsgesetzes in Anspruch genommen unb auf diese Weise den Notdienstpflichtigen gestellt werden. Dann sind die Beträge zu zahlen, die nach den Durchführungsbestimmungen zum Wehr- leistungsgesetz gewahrt werden, und zwar wiederum, entsprechend dem Tarif des Wehrleistunasgesetzes, gestaffelt wie die Tagesvergütungssatze. Die Satze für Unterkunft betragen hiernach z. Z. in den Wm- termonaten nonatlich zwischen 12 und 24, in den Sommermonaten monatlich zwischen 6 und 12 RM. „Das ist schön, immer so mittenmang! Was Hilde? Es kann gar nicht voll genug sein." Der Ober stellte den Kaffee auf den Tisch. Sofort standen die beiden auf, umfaßten sich, schwenkten durch die Tischreihen, bis sie am äußersten Ende der Tanzfläche landeten. „3mmer rin, Hilde! Hoppla — Verzeihung!" Der Wirt drückte den Lichtschalter herunter. Der ganze Saal strahlte im Glanz der Bogenlampen auf. Allgemeiner Ausruf des Entzückens. Großer Muskulatur. Der bedauernswerte Mann mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht me*r*en'M LG. -Lehrscheinprüfung be - standen. Nach erfolgreich abgelegter Pruftmg konnte dem Badewärter Ernst 2 ag er Gießen, Gnauthstraße 26, von der Houp geschaf^stelle ber Deutschen Lebensrettunas-Gememschaft Berlim die Urkunde für den Lehrschein mit goldener Nadel überreicht werden. Aus der engeren Heimat. Der Limburger Dom wird nicht verputzt. Lpd Limburg, 27. Juli. Limburgs köstlichstes Kleinod, sein weltberühmter siebentürmiger Dom, stand in der letzten Zeit lange tm Mittelpunkt ber Erörterungen der Kunstfreunde und Bewohner. An maßgebender Stelle trug man sich mit dem Ge- danken, das Aeußere des Domes mit Putz Zu ver- kleiden Seit Oktober wurden große Flachen der Außenfassade des südlichen Querschiffs mit verschie- denen Putzproben versehen, die als technische und künstlerische Vorstudien für die geplante Derklel- düng dienen sollten. Die Ansichten über einen Der- putz gingen auseinander. Nach gründlichen Erwägungen ber höchsten maßgebenden Stellen ist man nun zu dem Entschluß gekommen, von einem Verputz des Domes abzusehen. Zur Zett werden die Putzproben am Dom wieder entfernt. 70 Zahre verheiratet. Lpd. Marburg, 27. Juli. In dem Dorfs Wollmar begeht am 29. Juli der älteste Ein- wohner, Alt-Landwirt Andreas Feiling, in noch staunenswerter Rüstigkeit seinen 9 4. Geburtstag. Seine greife Lebensgefährtin, die ebenfalls noch rüstig ist, hat zu Beginn 3uli ben 9 0. G e - b u r t s t ag feiern können. Beiden Jubllaren ist es vergönnt, in Bälde den 70. Jahrestag seiner Ehe- schließung zu begehen — das Fest ber sogenannten „Gnadenhochzeit", wie dieses Jubiläum im Volksmund heißt. Beide Eheleute hoffen zuver- sichtlich, diesen Jahrestag in der heutigen Rüstigkeit zu erleben. Unfälle auf dem Lande. Dem landwirtschaftlichen Arbeiter Heinrich Friedrich aus Homberg (Ohm) wurde von einem Pferd das linke Ohr abgebissen. — Der 33jährige Angestellte Heinrich Beppler aus Dor- lar zog sich durch einen Sturz vorn Motorrad erhebliche Prellungen zu und mußte außerdem uitter Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Be- Handlung gebracht werden. Beide Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik in Gießen ausgenommen. Landkreis Gießen. 4 L i ch , 28. Juli. Am heutigen Freitag können nachstehend genannte Einwohner unb Einwohnerin- nen in geistiger und körperlicher Frische Geburtstage feiern: Frau August Greifer, Witwe, lln« terstadt 23, ihren 82., Frau Heinrich Heller IV., Witwe, Mengesgasse 3, ihren 73., Altbürgermeister Heinrich Adam Fuhr, Seelenhofgasse 2, seinen 73. und Frau Nettchen Rau, Witwe des verstorbenen Postmeister Karl Georg Rau, ihren 71. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich! Kreis Bübingen. © Götzen, 27. Juli. Gelegentlich eines Aus- flugs nach Oberhessen veranstaltete die Kameradschaft Darmstadt ehemaliger Hessischer Leibgardisien im hiesigen neuerbauten Reuningschen Saale im Verein mit ber hiesigen Kriegerkameradschaft und der Leib- : gardisten-Kameradschaft von Schotten einen wohb i gelungenen Gemeinschaftsabend, zu dem sich auch t viele hiesige Einwohner eingefunden hatten. Die i Begrüßungsansprache wurde von Vizefeldwebel der - Reserve Lehrer Frank, dem Führer der hiesigen von Schuh des deutschen Waldes vor Vranbgesahr Hier kann jeder mithelfen! 9JL-tfpoTt e n Hitler-Urlaub gibt Lebensfreude. Melde deinen Gastplah der Jt$B. Kunst und Wissenschaft 1000 RM. für die beste Novelle. Geistliche wohnen und ab und zu auch evangelische Jugend zusammengezogen wurde. Zur großen Motorboot-Regatta auf dem Starnberger See, die am Freitag beginnen wird, liegt jetzt das genaue Meldeergebnis vor. 57 Ausländern werden rund 40 der besten deutschen Eine überraschende Kunde kommt aus 21 gram: neben Heinrich Henkel wird nicht Roderich M ' " z e l die Einzelspiele bestreiten, sondern Rolf ©opfert, während Menzel nur das Doppel an der Seite von Henkel bestreiten soll. Ob diese Entscheidung der deutschen Mannschaftsführung eine glückliche war, bleibt abzuwarten. Rach der am Donnerstagvormittag in Agram vorgenommenen Aus- losung eröffnen ©opfert und Jugoslawiens Spitzenspieler den Reigen der Kämpfe. n. n Freitag Ihr und EinwohiM- Frische Mnr, ter, Witwe,h irich hellerff, Altbürgemh 'ga'se 2, feintnl 1 des verstoß n 71. (3ebim?:: Deutsche Erfolge bei der Langstreckenfahrt Lüttich-Ehamonix-Lüttich. Schöne deutsche Erfolge gab es bei der l^ng- streckenfahrt Lüttich—Chamonix—Lüttich (2350 Kilometer) an der sich 24 Wagen und 26 Motorräder beteiligten 19 Wagen standen die schwere Prüfung durch, wahrend nur vier Motorräder die Fahrt beendeten Nicht weniger "als fünf deutsche Wagen tarnen ins Ziel. Van ihnen wurde der von hei- mann und Krings gesteuerte BMW zusammen mit zwei belgischen und einer französischen Mannschaft auf den ersten Platz gesetzt. Kohlrausch sicherte sich auf Opel den fünften Rang, während ihre Mar- tengefährten ©ünther und ©roß 16. wurden. Frau Lotte B a h r und Frau vonThuma hatten Zum drittenmal werden die besten deutschen Tennisspieler vom Freitag bis zum Sonntag ihre Vorherrschaft in Europo-gegen Jugoslawiens zähe und ehrgeizige Kämpfer zu verteidigen haben. Auf unserem Bild sieht man oben die deutsche Mannschaft (von links) Roderich Menzel, Georg von Meta x a, Henner Henkel und ©opfert. Unten ihre jugoslawischen Gegner (von links) P a l l a d a, Puncec, Kukuljevic und Mi t i c. (Schirner-M.) Die Auslosung für Agram. «lriegerkameradschaft, gehalten. Ferner sprachen noch Aerpostinspektor a. D. B o p f (Darmstadt) für die Darmstädter alten Leibgardisten und Dekan Wid- an n (Schotten) als Kameradschaftsführer der ehemaligen Schottener Leibgardisten. Alle Ansprachen iaren erfüllt vom Geiste echter Kameradschaft und whren deutschen Soldatentums. Der offizielle Teil ■5 Abends schloß mit einem Siegheil auf den Führt, das von Ortsgruppenleiter Hoffmann aus- nbracht wurde. Im weiteren Verlauf des Abends innen Humor und Tanz zu ihrem Recht. Die Darrn- ödter Gäste waren bei hiesigen Familien unter- c:brad)t und fuhren am folgenden Tage weiter, um rod) den hoherodskopf und Büdingen, das „hefsi- fye Rothenburg", kennenzulernen. Kreis Friedberg. * B u tz b a ch , 28. Juli. Zu der in Nr. 171 gebrach« fcn Meldung über den Brand einer Schutzhütte hti Langenhain-Ziegenberg im Taunus wird uns i^richtigend mitgeteilt, daß es sich in diesem Falle nicht um eine Jugendherbergsschutz- U tte handelte, sondern um eine Hütte der Evan- Dschen Pfarrgemeinde in Bad-Nauheim, in welcher die ftairW ßeibgairr - i Laalk mW haft unb btito- otten einen oci; zu dem sich d nben hatien. b i Dizeieldwedtl K Mier der hiG'. Das Novellen-Preisausschreiben Delhagen & Klasings Monatsheften wird auch in diesem Jahr, und zwar im Augustheft, gngekündigt. Das Preisausschreiben legt die Entscheidung in das Urteil der Leser. Unter den im 53. Jahrgang veröffentlichten Novellen sollen die Leser diejenige bezeichnen, die ihnen am besten gefallen hat. Die die meisten Stimmen auf sich vereinigende Arbeit wird mit dem Preis in höhe von 1000 RM. ausgezeichnet. Das farbige Lichtbild. Wertvolle neue Bücher für den Liebhaber-Photographen. Flut am sommerlichen Meeresfirand Von Walter Lommert. sto ch mit ffs miö I rs'i I ritt ••ÄS '4 ®ei,inn0i „Geburt; ij " den 90. (8t i Piloten i|f K 5.tQ9 seiner & ; soaenonntv ;S vubiloum i* « Wn jube Budgen Rüftij | atiöe. rbeil« Sjetnt: m) wurde nr -bissen. - j, ppler aus m Notarrad • • außerdem ur in ärztliche & de DerunM k m Gießen r? sich den achten Platz auf ihrem Adler erobert und damit auch den Frauenpreis gewonnen. Die Favoriten von Guilleaume - Kramer auf Adler hatten Pech und mußten mit dem 19. Rang oorliebnehmen. Aus dem Sau XII: Hessen. Nachrichten in kürze. Als eine Großveranstaltung führt das Gaufach- amt Turnen am kommenden Wochenende in Heuchelheim ein Gaualterstreffen durch, bei dem rund 600 Altersturner als Wettkämpfer und Kampfrichter in der turnerischen Arbeit stehen. Da das für den 30. Juli in Bad-Nauheim geplante Internationale Frauensportfest nach Berlin verlegt worden ist, führt das Gaufachamt Leichtathletik unseres Hessengaues kommenden Sonntag auf der Kasseler Hessenkampfbahn in Verbindung mit den Deutschen Gehermeisterschaften gau- offene Frauenwettkämpfe durch, und zwar in den nachstehenden Konkurrenzen: 100 Meter, 80 Meter Hürden, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen, 4X100-Meter-Staffel. Den NSRL.-Gemeinschaften wird die Gelegenheit geboten, im Rahmen dieser Kämpfe einen Leistungsoer- such in der Deutschen Vereinsmeisterschaft durchzuführen. Auch das Gaufachamt Schwimmen ist am Wochenende auf dem Plane. Zum Zwecke der Kampfschulung wird in Marburg (29. Juli) und Kassel (30. Juli) ein Dergleichskampf gegen eine niederrheinische Mannschaft durchgeführt. In die von Gaufachwart Loewe aufgestellte Hessen-Mannschaft sind auch Gießener Schwimmer berufen worden, und zwar: Hoffmann, Alb old, Pascoe, O r t w e i n. Aus dem Südbezirk ist ferner der Friedberger Fertfch dabei. Wie das Gaufachamt Schwimmen mitteitt, finden am 13. August in Frankfurt a. M.-Höchst Jugendwettkämpfe statt, die nicht nur offen find für den Gau Südwest, sondern auch für die angrenzenden Kreise des Gaues Hessen. Das Gaufachamt Turnen trägt seine Gaumeister- ,r haben ss'«':. «.»iS honbe tr folgt-) Oie Motorgruppe Hessen bei den Vleichssportwettkömpfen des NSKK. Dl/M 147 Gießen mit der vasketballmannschaft dabel. !Arn 29./30. Juli 1939 finden in Erfurt die dies- chrigen Reichs-Sportwettkämpfe des NSKK. statt, : denen sich die besten Einzelkämpfer und Mannhaften des NSKK. aus dem ganzen Reich beteiligen. kMe immer, so auch in diesem Jahre, ist die ^otorgruppe Hessen bei den Wettkämpfen stark 'rntrden. Anläßlich des Gruppensportfestes am 1. Juni 1939 in Frankfurt a. M. wurden die besten l^nzelkämpfer und Mannschaften der Motorgruppe Wen festgestellt, die nun in Erfurt die Motor- gtippe Hessen vertreten und alles daransetzen wer- hn, die Wehrtüchtigkeit innerhalb der Motorgruppe Wen unter Beweis zu stellen. :Ls werden in Erfurt kämpfen: die Siegermann- s«ast im Mannschafts-Orientierungslauf2M Frank- fnrt a. Ul.; die Siegermannschaft im Wehr-Mann- smftskampf 6/M Frankfurt a. M.; voraussichtlich .ne Basketball-Mannschaft von 1/M '.147 Gießen; eine Fechter-Mannschaft von M49 Frankfurt a. M. b Letztere beiden Mannschaften haben im Vorjahre einen 3. Preis errungen. Ferner werden drei inzelkämpfer die Motorgruppe Hessen in Erfurt in rtreten, und zwar: lRottenführer Eckardt, 2/M 47 Kassel im 400- 'ileter-hindernislauf, Klasse A (18 bis 32 Jahre); Rottenführer © ast, 3/M 146 Aschaffenburg im tI»O-Meter-hindernislauf, Klasse B (32 bis 45 I.); irottenführer Luh, 4/M 147 Gießen im hand- si anatenmeitrourf. 3um sechsten Male um das Braune Band. &3n München-Riem wird am kommenden Sonntag tun sechsten Male das „Braune Band von Deutsch- Ichb" im Wert von 100 000 Mark" gelaufen. 1934 rurde das große Rennen geschaffen, und seitdem y::t es sich von Jahr zu Jahr einen weiter reichen- frnt Ruf gesichert. Das beweist auch in diesem Jahre rn besten die starke Teilnahme des Auslands, das miige seiner besten Pferde entsendet. Die deutsche Nillblutzucht erscheint mit dem Derby-Jahrgang, bt dem allerdings der Derbysieger „Wehr Dich" ; jeflilt, recht gut gerüstet. Man darf mit Recht ge- Ipmnt fein, wie unsere besten Vollblüter gegen die iTssländischen Klassepferde abschneiden. München ririt durchaus als neutraler Boden. Alle Pferde ' leben nämlich fast gleichlange Anmarschwege, und ; i’T wenigen ist der Kurs in München-Riem be- Icnnt. Voraussichtlich wird sich ein Riesenfeld von 15 fr erben am Ablauf einfinden. Isteichs-Schießwettkämpfe der SA. von 700 möglichen Ringen an die Spitze. Fünf Mann jeder Gruppe traten zum Mannschafts- Pistolenschießen an. Drei Mann wurden gewertet. Die Gruppe Thüringen mit Oberscharf. Krempel, Ros. Greiner und Ros. Eberhardt vollbrachte mit 1979 von 2100 möglichen Ringen eine überragende Leistung. Klar abgeschlagen endeten Franken und Hessen auf den Plätzen. Endkampf in der Europazone. ln Wl N 'u>ig . !9ltr L i. schlechtes LH Gesicht nmrbt w 5 wir fönntn, ~ ganze Nacht HÄs ■ hatte alles, F- t es doch echP spürte es B o Herr M* erzählen; S>e M aentlich \x haben nachtM «legen, die S«* an der te tawn. W- arige --- * iÄ *U »Iteso-r M'«* 'he trügen mennch"". NA. iu tonne»- \ Jiianaf an? , nerfteh« H <■ wurde m ge|pt <7^ izte' »r Meo.» ienügung ißr -n das Suchen und Tasten nach einem Weg für die technische Verwirklichung währte und wie viele Fehlschläge dem endgültigen Sieg des Geistes über die Materie oorausgegangen sein mochten. In dem Buche von Eduard von Pagenhard „Agfa-Color, das farbige Lichtbild"* ist eine ernste Ueberschau gegeben über das Erreichte. In Aufsätzen von Männern, die schon bisher in der Schwarz-Weiß- Photographie ein gewichtiges Wort mitzureden hatten, wird bargetan, wie vielseitig bie Problemstellung um bie richtige Verwendung des Farbfilmmaterials ist. Es werden auch die Wege gezeigt, die über das farbige Photo hinaus zum künstlerischen farbigen Bilde führen. In praktischen Hinweisen wirb ferner gezeigt, wie grundsätzliche Fehler unb Fehlergebnisse vermieden werden können. In einer verblüffend einfachen graphischen Darstellung lernt man den Farbenfilm in seinem komplizierten technischen Aufbau kennen. In vielen Bildtafeln erkennt man außerdem bie überragenbe Leistung, bie ber farbige Film schon heute aufzuweifen hat. Jedem, dem die Sache der farbigen Photographie am Herzen liegt, wird in diesem Buch schon unendlich viel mitgegeben für seine eigene Arbeit am bunten Lichtbild. Heinrich Ludwig Neuner. * — „10 0 Jahre Photographie unb bie A g f a". Von Professor Dr. Erich Stenger. 55 Seiten mit 26 Abbildungen und 2 Farbenaufnahmen. (Verlag Knorr & hirth, München). Preis kart. 1,50 RM. — Der Derfasfer, Professor Dr. Erich Stenger von der Technischen Hochschule Berlin, ber zum Jubiläum der Photographie schon ein hervorragendes Werk über die Photographie in Kultur unb Technik herausgebracht hat, widmet sich in dem vorliegenden heft eingehend der Arbeit der „Agfa" um bie Förderung der Photographie, insbesondere um bie Schaffung des Negativmaterials, um die reine Darstellung von Chemikalien für photographische Zwecke. Das heft zwingt dem. Leser eine hohe Achtung vor der deutschen wissenschaftlichen Leistung ab. In dem heft begegnet der Leser gleichzeitig eine kurzaefaßte Geschichte des Lichtbildes. Einige Bilder geben Aufschluß über die Entwicklung von Daguerre bis zum Farbenfilm. Heinrich Ludwig Neuner. schäften im Faustball am 13. August in Marburg aus. Für bas hoherodskopf-Bergfest am 27. August hat das Gebiet Hessen-Nassau der HI. die Teilnahme der Banne 98, 116, 166, 254 und 304 genehmigt. Es kommt der folgende Dreikampf für irie HI. zum Austrag: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen (6V< kg). Startberechtigt sind alle Eitler jungen, die nach dem 1. September 1920 geboren sind. Campbell auf Tlekordiagd. Nach vergeblichen Bemühungen, in Enaland einen geeigneten See zu finden, auf dem er feinen eigenen absoluten Gelchwindigkeitsweltrekorb für Motorboote von 210.68 km/st angreifen konnte, wirb sich Major Campbell in bie Schweiz begeben. Der Hallwiler See im Kanton Aargau wird vom 14. August ab der Schauplatz seiner Dersuchsfahr- ten sein. Kurze Sportnotizen. Die Segelregatta vor Helsinki gestaltete sich für die deutschen Teilnehmer recht erfolgreich. Der Gewinner der beiden ersten Wettfahrten der Startbootklasse, v. Reklam-Scheele, sicherte sich mit seinem Boot „Dahme" den Gesamtsieg und in den übrigen Wettbewerben belegten die deutschen Segler gute Plätze. In der 8-Meter-B-Klasse siegte das schwedische Boot „Wanda" unb in ber 6-Meter- U-Klasse war bie Siegerin von Kiel, „Goose" (USA.), erfolgreich „Quer durch Kassel", bas große Langstreckenschwimmen, wirb am 6. August zum 17. Male durchgeführt. Die Teilnehmer der Hauptklassen haben 2000 Meter zurückzulegen. den und 50 Minuten lang ist. Man hat nun ausgerechnet, baß ein Flutberg bem anderen, also ein Hochwasser dem anderen in einem durchschnittlichen Zeitraum von 12 Stunden und -15 Minuten, also annähernd einem halben Mondtag, folgt. Das sttmmt nicht immer; es können auch mehrere Minuten hinzukommen, da sich ja der Mond in einer Ellipse, also mit veränderlicher Geschwindigkeit, bewegt. Aber auch die Sonne hat ein starkes Wort mitzureden. Zwar ist sie viel weiter entfernt von ber Erde als der Mond, aber sie ist ja auch viel größer. Bedenken Sie, daß in unsere gute Sonne hundert Erden hineingehen. Also auch die Sonne kommt bei der Flutbewegung zur Geltung, bildet einen Flutberg, und wenn nun Sonne, Mond und Erde in einer Linie zusammenstehen, d. h. wenn nämlich entweder Neumond oder Vollmond ist — wird bie Anziehungskraft und Schwungkraft um so größer, und die Flut wird um so heftiger. Solche verstärkten Fluten nennt der Küstenbewohner Springfluten. Im ersten oder letzten Viertel des Mondes find bie Fluten stark abgeschwächt, ba bie beiden Himmelskörper ja in einem Winkel zueinander stehen. Diese kleinen Fluten heißen Nipp- fluten. In den meisten Norbseebädern unb in den Häfen sind die Zeiten des hoch- und Niedrigwassers angeschlagen. Der Kurgast kann sich also genau nach dem Stand des Wassers einrichten und sich darüber unterrichten, ob er eine Strandwanderung unternehmen kann ober nicht. Erholung, Baden unb Schwimmen hängen also eng mit ben Gezeiten zusammen. Auch das Leben der Inselbewohner ist mit dem Rhythmus der Gezeiten verknüpft. Ein niederdeutscher Sinnspruch „Ebbe und Flöt, Glück und Not" beweist, wie der Mensch mit dem Meer verbunden ist, und wie er in ihm gleichsam das Sinnbild des wecheslvollen Lebens sieht. Jeder, der einmal an der Nordsee war unb ben seltsamen Reiz unb das Wechselspiel von Ebbe unb Flut sah, denkt unwillkürlich über die Ursache dieser Erscheinung nach. Der ständige Bewohner der Meeresküste, ber zunächst gefragt wurde, wußte, baß der Mond bie Ursache bieser Gezeiten, bie ber Kü- stenmensch Tiben nennt, ist. Gleich diesen Küstenbewohnern haben sich selbstverständlich auch bie Menschen früherer Zeitalter mit diesen Gezeiten beschäftigt. Gelehrte zerbrachen sich den Kopf darüber, und es ist eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Erkenntnisse des berühmten Forschers Newton, daß er das Rätsel dieses Wechselspiels löste. Durch ihn wissen wir, baß es dieselbe Kraft ist, bie ben Apfel zur Erbe fallen läßt und bie ben Monb unb bie Erde und alle anderen Himmelskörper in einer Bahn hält, nämlich die Schwerkraft. Durch sie un- terlieat auch die Erde der Anziehungskraft des Mondes. Aber auch die Schwungkraft spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Ja, Schwungkraft unb Anziehungskraft sinb die beiden Motoren, die jene zwei Flutberge erzeugen, die auf dem Erdball einander gegenüber liegen. Zwischen ihnen hat sich ein großes Wellental gebildet, eben die Ebbe. Wir wissen alle und spüren es täglich, daß die Erde in 24 Stunden sich einmal um sich selbst dreht, und zwar in ber Richtung von Westen nach Osten. Würde nun der Mond die gleiche Umdrehung in gleicher Zeit mitmachen, denn er ist ja ein treuer Trabant der Erde, so müßten sich die Flut- berge täglich zu derselben Stunde an unseren Küsten bemerkbar machen und täglich auch zu derselben Stunde wieder abfließen. Aber unser treuer Mond hat nicht dasselbe Tempo wie unsere Erde, vielmehr hinkt er mit der Zeit um fünfzig Minuten hinterher, daher kommt es auch, daß Ebbe unb Flut zu ganz verschiedenen Zeiten auftreten, und darum berechnet man auch das Kommen und Gehen ber Wasserflut nach dem Mondtag, der ja 24 Stun- 'NSG. Der Sommer hat allenthalben erhöhte ^albbranbgefahr herausbeschworen. Aus vielen Tei- hn des Reiches liegen bereits Meldungen über aus- s!dehnte Wald- unb heibebränbe vor. Die weitaus [iöfete Zahl dieser Brandkatastrophen ist nachweis- ich darauf zurückzuführen, daß immer und immer fieber Ausflügler im Walde in unverantwortlicher .id strafbarer Weise rauchen ober sonstwie mit Heuer umgehen. Die Werte beutschen Dolksver- ■iögens, bie so alljährlich durch sträflichen Leichtsinn :: rnichtet werden, erreichen ein erschreckendes Ausmaß. !Es geht hier nicht nur um bie Erhaltung des (jirth unsere schönen Äälder und Heiden so bevor- igten deutschen Landschaftsbildes, sondern, wie Ser heute wissen sollte, zugleich auch um den lchutz einer unserer wichtigsten Rohstoffquellen! Üllher ist es selbstverständlich, baß ber national- fzialistische Staat, jeben, der sich in frevelhafter Heise an diesem wertvollen Volksgut versündigt, als lalksschädling betrachtet und mit schweren Strafen biegt. Das Strafgesetzbuch und die Verordnung zum (chutze ber Wälder, Moore unb Herben gegen känbe drohen bei Zuwiderhandlungen gegen die rnjelnen gesetzlichen Bestimmungen neben (Selb- ftafe auch empfindliche Freiheitsstrafen an. iDarüber hinaus muß immer wieder daraus hin- Wiesen werden, baß nach § 127 der Strafprozeß- Zwischen bem freudigen Optimismus all derer, die das farbige Lichtbild schon lange und mit Sehn- ucht erwarteten, und den Auslassungen jener, die an allem Neuen zunächst einmal in neaatioer Kritik ihre Geistesschärfe beweisen zu müssen glauben, teht unverrückbar fest die Tatsache, daß der Farben- Film geschaffen ist. Er hat sogar seine Kinderkrankheiten überwunden unb ermöglicht schon jetzt ganz ausgezeichnete Ergebnisse. Begeistert unb beinahe fasziniert hat der bejahende Amateur den farbigen Filmstreifen in der Hand, sieht bewundernd das kornlose, farbige Positiv vor sich, in dem er immer neue Schönheiten entdeckt, und das auf der Projektionsleinwand zu sprühendem Leben erwacht. Schon ist die Zahl derer, die dem Farbenfilm ihre rückhaltlose Freundschaft geschenkt Haden, sehr groß, und schon sind auch die besten unter ben deutschen Photographen dabei, nach der Synchese zwischen den Gesetzen, denen der farbige Film unterworfen ist, und ihren eigenen künstlerischen Impulsen zu suchen. Darüber hinaus hat sich die Wissenschaft, in rascher Erkenntnis der überragenden Bedeutung des neuen Materials, des Farbenfilms, im Dienst der Anschauung unb ber Lehre bemächtigt und es auf breiten Fronten und auf den mannigfaltigsten Wissensgebieten eingesetzt. Was wollte es dagegen besagen, wenn da und dort und im Anfang jemand in falschem Eifer einen „Blau- ober Grünstich" feststellte unb so getan wurde, als stehe und falle damit der Farbensilm. Die großartige Leistung, die die Schaffung des Farbenfilms darstellL steht hoch über solchen Beurteilungen. Man muß sich aber auch losreißen von der Gepflogenheit, neue Errungenschaften sofort als etwas Selbstverständliches hinzunehmen unb sie bem Alltäglichen zuzuordnen. Vielmehr müßte jeder, der einen Farbfilm in die Hand bekommt, den Versuch machen, sich vorzustellen, welche wissenschaftliche unb technische Leistung hinter biesem Ergebnis steht, wie viele fruchtlose Versuche unternommen würben, wie lange * Agfa-Color, bas farbige Lichtbild. Grundlagen unb Aufnahmetechnik für ben Liebhaber-Photographen. Herausgegeben von Eduard von Pagenhard. Verlag Knorr & Hirth, München. Mit 64 farbigen Abbildungen. Preis 7,80 RM. — (13). Ordnung jedermann befugt ist, jemanden, ber — wie hier bei Verstoß gegen bie zum Schutze bes Waldes gegen Brandgefahr erlassenen Bestimmungen — auf frischer Tat betroffen ober verfolgt wirb, bei Fluchtverdacht ober bei nicht sofort gegebener Möglichkeit ber Personalienfeststellung auch ohne richterlichen Befehl vorläufig festzunehmen. Auch bie Bestimmung des § 330c des Strafgesetzbuches ist in diesem Zusammenhang von erhöhter Bedeutung, wonach derjenige, der — wie hier — bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies nad) gesundem Dolksempfinden seine Pflicht ist, insbesondere, wer der polizeilichen Aufforderung zur Hilfeleistung nicht nachkommt, Geldoder Freiheitsstrafe verwirkt hat. Es darf angenommen werden, daß diese Hinweise genügen, um der Bevölkerung die zwiimende Notwendigkeit aller der zum Slhutze der Wälder vor Brandgefahr erlassenen Vorschriften und die Berechtigung der hohen gegen Zuwioerhandlungen angedrohten Strafen vor Augen zu führen. Ebenso, wie die polizeilichen Organe angewiesen sind, gegen solche Volksschädlinge rücksichtslos einzuschreiten, wird auch von jedem anständigen unb verantwortungsbewußten Volksgenossen erwartet, daß er seinerseits bei Antreffen von derartigen Frevlern im Interesse bes Volksganzen in der angezeigten Weise vorgeht. Qn Zella-Mehlis im Thüringer Wald tragen in h’fen Tagen rund 1200 SA.-Führer unb Männer fee Schießmeisterschaften aus. Trotz bes heftigen fegens gab es bereits am ersten Tage sehr gute rdfdjaft nZZsuuüRüilüoac ch ch ch Stiftungen, bie ganz besonders die tatkräftige Vrei- fe:arbeit bei ben Schützen ber SA. erkennen ließen. Qm Einzelschießen mit der Kleinkaliber- dlchse erzielten in den drei Anschlagsarten nicht einiger als 37 Teilnehmer (von 120) über 300 feige von 370 möglichen. Sieger wurde SA.-Mann ^'ankenhäuser (SA.-Gruppe Südwest) mit fr’ Ringen vor bem Olympiateilnehmer Rotten- : fcrer Leupold (Hochlanb). Hart umkämpft war /’l m Pistolenschießen, bas aus einer Zuverlässiges-, Schnellfeuer- und Fertigkeitsprüfung bestand, siwartungsgemäß fetzte sich Weltmeister Oberfchar- [ • fitrer Krempel (Gruppe Thüringen) mit 666 Motorbootfahrer gegenüberstehen. Vertreten sind Italien (23), Frankreich (17), England (3), die Schweiz (2) und Schweden (12) Zum Großen Bergpreis von Deutsch- land, der am 6. August in zwei Fahrten auf der Großglocknerstraße entschieden wird, wurden 90 Meldungen abgegeben, davon für die Motorradrennen 50, für die Sportwagenrennen 31 und 9 für die Rennwagenklassen. Vertreten sind Belgien, Italien, Jugoslawien, Rumänien, die Schweiz und Deuuch- land. In 12 Stunden durch den Fehmarn- bett schwamm der Junker Rauert von der Or- densbura Crössinsee. Die Strecke zwischen der 3mel Fehmarn und den Aalands-Inseln Jft 27 Kilometer lang. Fünfter Wettbewerbstag bei der „Rhön // Ein Zielstreckenflug nach Nürnberg über 140 Kilometer. Am fünften Wettbewerbstag der „20. Rhön" auf der Wasserkuppe ließ die Witterungsentwicklung in den Mittagsstunden eine Fortführung des Flugbetriebes zu. Wie man nach den ersten Starts fest- stellte, fanden die Teilnehmer nur äußerst schwache Aufwindfelder vor und es bedurfte des hartnäckigsten Einsatzes, um überhaupt Ueberlandflüge durchführen zu können. Dennoch war der Flugbetrieb sehr rege; über 60 Starts wurden vorgenommen, die fast ausnahmslos zu Streckenflügen führten. Eine Meisterleistung vollbrachte RSFK.-Ober- sturmführer Kurt Schmidt (Gruppe 16 Karlsruhe), der in einem Zielstreckenflug von der Wasserkuppe nach Nürnberg kam und dabei 140 Kilometer zurücklegte. 10 Teilnehmer erreichten ihr Ziel Schweinfurt, und zwar Opitz (Gruppe 11 Frankfurt a. M.), Mende (SAG. Darmstadt), Zeller (Gr. 6 Breslau), Müller (Gr. 9 Hannover), Boy (Gr. 9 Hannover), Habicht (Gr. 13 Nürnberg), von Treuberq (Gr. 14 München), Späthe (DFS. Darmstadt), Haase (Gr. 4 Berlin) und der Doppelsitzer von Obergefr. Mundin (Luftwaffe). Bis nach Bamberg kamen Bräutigam (Gr. 7 Elbe-Saale) und Schubert (Gr. 11 Frankfurt a. M.), Kraft (®r. 15 Südwest) flog nach 125 Kilometer bis in die Nahe von Erlangen. Während des Donnerstags wurden insgesamt 2000 Kilometer Luftlinie zurückgelegt. Das 39. deutsche Kriegsschiff bei Scapa ziow gehobeu. Unser Bild berichtet von dem Augenblick, in dem der ehemalige Panzerkreuzer „Derfflinger", der seit 1919 auf dem Meeresboden bei Scapa Flow lag, nach langer Hebungsarbeit durch den gewaltigen Auftrieb der Pontons an die Oberfläche schießt. „Derfflinger" ist das 39. der 1919 versenkten deutschen Kriegsschiffe, die nach der Hebung verschrottet wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oer Haushalt als Produktionsstätte. 80 Prozent des Volkseinkommens gehen durch die Hände der Hausfrau. In Geldwert umgerechnet steht die Rohstoff- menge, die in rund 20 Millionen Haushaltungen (des Altreiches!) täglich allein durch Verarbeitung von Nahrungsmitteln wertsteigernd umgewandelt wird, kaum derjenigen irgendeiner unserer größten Industrien nach. Berücksichtigt man einmal unter diesem Gesichtspunkt die gewaltige Arbeit, die die Gesamtheit unserer Hausfrauen allein durch die Verarbeitung von Nahrungsmitteln täglich leistet, dann kann man sie wohl derjenigen unserer meistbeschäftigten Arbeiter in einem beliebigen produktiven Zweig unserer Wirtschaft an die Seite stellen. Dabei beschränkt sich die hauswirtschaftliche Tätigkeit nicht etwa — besonders bei der Landfrau nicht — auf die Verarbeitung von Lebensmitteln. Eine im ganzen genommen riesige Menge von Textilien geht ferner alljährlich zur Weiterverarbeitung in die Haushaltungen, ein weiterer gewaltiger Posten Textil-Fertigerzeugnisie wandert den gleichen Weg und wird der Betreuung und Pflege der Hausfrau übergeben. Auch diese ist produktiv zu nennen, denn niemand wird bestreiten wollen, daß die Erhaltung der Werte bei uns eine sehr produktive Aufgabe geworden ist. Ist doch selbst die Verwertung der Altstoffe ohne die einsichtige und ordnende Mitwirkung der Hausfrauen nicht mehr zu denken. Ein eindrucksvolles Schlaglicht auf den produktiven Wert der Tätigkeit der ländlichen Hausfrau warf kürzlich ein vom Reichsbauernführer als Beweis des Wertes landfraulicher Betätigung angeführtes Beispiel: die von Frauen und Mädchen in ländlichen Haushallen täglich gemolkene Milch stellt einen Jahreswert von 2,5 Milliarde n M a r k dar. Das stellt selbst die deutsche Steinkohlenförderung eines ganzen Jahres um einige hundert Millionen in den Schatten! Unwägbar, aber darum nicht weniger bedeutend sind die Werte, die durch die Mitarbeit der Hausfrauen im Bereich des Gesundheitswesens, der Heimkultur, der Kunst und Wissenschaft, ja selbst der Technik gewonnen werden. Aus dem großen Gebiet des Gesundheitswesens brauchen wir nur ihr unentbehrliches Mitwirken bei der Bekämpfung der Kinder ft erblich- keitundderSeuchen zu nennen. Und wie viel Anregungen auf künstlerischem und kulturellem Gebiet verdanken wir dem Geist und Gefühl der modernen Frau, deren Hauswesen wieder Handwerk und Kunsthandwerk, Musik und Malerei zu produktivem Schaffen erblühen läßt. Wie viele Impulse auch geben die wachsenden Ansprüche an technischen Neuerungen, die von einem heutigen Haushalt ausgehen, und die wir oft der erfinderischen Intelligenz der Hausfrau verdanken, an die Industrie? Und doch kommt es wieder auf das weise M a ß h a l t e n der Frau in der Verwendung technischer Hilfsmittel an, soll der Haushalt nicht einer unfruchtbaren Mechanisierung verfallen, sondern im besten und gesundesten Sinne organisiert sein. Vergleicht man die ZahlderBeschäftigten im Haushalt mit denen anderer Wirtschaftszweige, so entdeckt man auch hier den hervorragenden Rang, den er unter den Produktionsgemeinschaften unserer Volksgemeinschaft einnimmt. Nach der inzwischen durch weit höhere Zahlen läng t überholten amtlichen Berufszählung von 1933 gab es schon damals 1,2 Millionen Hausgehilfinnen. Rechnen wir aus den genannten 20 Millionen Haushaltungen rund 18 Millionen Hausfrauen und etwa 5 Millionen mithelfende Familienmitglieder in der städtischen und ländlichen Hauswirtschaft hinzu, so haben wir — vorsichtig ge- chätzt — ein Heer von 25 Millionen Arbeitskräften vor uns, die heute in der Hauswirtschaft tätig sind; vergleichsweise waren nach der- elben Zählung 13 Millionen Erwerbstätige in Industrie und Handwerk zusammen, 4 Millionen in Handel und Verkehr und 2,5 Millionen in öffentlichen und privaten Diensten tätig. Eine überragende Stellung nimmt die Hauswirt- chaft in dem großen produktiven Sektor der Finanzwirtschaft des Volkes ein. Durch die verteilenden und verwaltenden Hände der Hausfrau gehen nämlich 80 v. H. des Volkseinkommens! Kaum ein Beruf verlangt so vielseitige und gewissenhafte Kenntnisse und Leistungen wie der der Hausfrau; denn von ihr hängt es schließlich ab, ob des Volkes Gut sinnvoll verwertet oder sinnlos vergeudet wird. Deshalb wird es heute niemandem mehr einfallen, die unentbehrliche und produktive Mitwirkung der Hausfrau im Staat gering zu schätzen. 400 000 weibliche Jugendliche gehen alljährlich im Pflichtjahr durch die Hauswirt- schaftliche Schulung, und es wird das Wohl der Nation mit davon abhängen, daß ein nicht geringer Teil der fähigsten und einsichtigsten von ihnen sich dem hauswirtschaftlichen Beruf, sei es in Stadt oder Land, als einer Lebensaufgabe zuwenden wird. Dr. Bufesch. Rundfunkprogramm Samstag, 29. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: Kinder unterwegs. Ein Zwiegespräch. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Danziger Landesorchester. 9.30: Gaunachrichten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Alles in Sp-„Aß"- Dur! (Schallplatten.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Der Somer ist über dem Land. Iungmädel erzählen. 16: Volks- und Unterhaltungsmusik. Es spielen: Kapelle Hans Bund; Mandolinenorchester „Napoli". 18: Und abends, wenn kein Dienst mehr drückt .. Zum 40. Gründungstag des ehemaligen Feldartillerie-Re- giments 44 singen und spielen der Soldatenchor und das Trompeterkorps des Artillerie-Regiments 34. Einlage: 1. Die Artillerie einst und heute. 2. Kamerad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten 20 15- Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Am Vorabend des Großflugtages in Frankfurt a.M Eintreffen der Teilnehmer vom Internationalen Luftrennen und der Deutschen Meisterschaften im Geschicklichkeitsflug. 22.30: Austauschkonzert Turin- Frankfurt. Tanzmusik. Wirtschaft. Mein-Mainische Sörse. INittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a.M., 27. Juli. Die Hoffnungen der Börse, daß sich die Kundschaft nach den Erleichterungen für den Wertpapierverkehr etwas stärker am Geschäft beteiligen werde, blieben auch heute unerfüllt. Die Umsatztätigkeit hat gegenüber den Vortagen eher eine Einschränkung erfahren, da sich allenthalben wieder Zurückhaltung bemerkbar machte. Am Aktienmarkt blieb die Grundtendenz freundlich, die Kurse entwickelten sich jedoch uneinheitlich, da vielfach kleine Abgaben erfolgten. Einzelne Werte waren noch recht fest, u. a. Buderus mit 97,90 (96,50), Feinmech. Setter mit 97,13 (96), VDM. mit 170—(169) und Zellstoff Waldhof mit 107 (106). IG.-Farben blieben mit 144,50 (144,40) voll behauptet. Montanwerte wiesen dagegen erneut leichte Rückgänge auf. Verein. Stahl 99,50 (99,75), Mannesmann 103,50 (103,75), Hoesch 106 (106,75). Außerdem gingen Gesfürel auf 126,50 (127,25) und Bekula auf 160 (160,50) zurück. Westdeutsche Kaufhof nach 96,90 auf 96,50 (96,25) abbröckelnd. Don Einheitswerten kamen Wayß & Freytag nach Pause 3 v. H. niedriger niit 147,50 wieder zur Notiz. Renten lagen sehr ruhig. Amtliche Werte blieben vorerst ohne Geschäft und Notiz. Im Frei- verkehr unterlagen Steuergutscheine II erneut Schwankungen. Dorbörslich waren sie bis auf 94,80 nach 95,25 gestern abend ermäßigt. Im Verlaufe schwankten sie stärker zwischen dieseü Kursen. Serie I wurden mit 99,25 bis 99,10 bewertet. Weiter rückläufig Kommunal-Umschuldung auf 93,25 bis 93,40 (93,45). Liquidationspfandbriefe schwankten bis zu 0,25 v. H.. im gleichen Ausmaß auch Industrie-Obligationen. Stadtanleihen meist unverändert. Reichsaltbesitz und Reichsbahn-VA. mit 132,13 bzw. 122,90 je 0,13 v. H. ermäßigt, Dekosama II um 0,25 v. H auf 155,25. In der zweiten Börsenstunde herrschte Geschäftsstille und Kursveränderungen waren kaum bekannt. Bei den später notierten Werten hielten sich die Abweichungen bei 0,50 bis 1,50 v. H. Stärker verändert waren Daimler mit 120 (122,25), Aschaffenburger Zellstoff mit 82,50 (84,50), andererseits Deutscher Eisenhandel 137,75 (135,75). Von unnotierten Werten nannte man Katz & Klumpp 89 bis 91 (90 bis 92), Elsäß. Bad. Wolle 90 bis 92 (89 bis 91), Verein. Fränk. Schuh 73 bis 75 (72 bis 74). Tagesgekd gefragt und auf 2,75 (2,25) v. H. erhöht Abendbörse behauptet. Bei sehr stillem Geschäft mangels nennenswerter Aufträge war die Abendbörse wenig verändert. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse weiterhin etwas uneinheitlich wobei die meisten der etwa 0,25 bis 0,50 v. H. abweichenden Kurse nominell waren. 11. a. notierten: Buderus 97,50 (97 90), Mannesmann 103,25 (103,50), Stahlverein 99 40 (99,50), AEG 113 (112,75), Bekula 160,50 (160) Licht & Kraft 129,90 (129), aber Geffüre! 125,50 (126,50), IG.-Farben 144,25 (144,50), Metall, qefellfchaft 112,50 (112,75), Scheideanstalt 205,50, DDM 170, von Maschinenwerten Adlerwerke 99,50 (99 25) MAN. 142,50, Demag 142,25 (142,50), Eßlinqer 107,50 (107,25), Moenus 115,50. Bankaktien zeigten Mittagskurse, Commerzbank 106, Deutsche Bank 111,50, Dresdner Bank 106,13. Am Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitz zu unv. 132,13 etwas Umsatz, 6 v. H IG.-Farben wurden zu unv 119,65 gefragt. In Steuergutschemen fanden einige Abschlüsse statt, die Kurse waren wenig verändert; Serie II Juni 95,25, Juli 95,15, August 95,10; Serie I 99,10 bis 99,15. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 27. Juli. Austrieb: Rinder 987 (gegen 945 am 20. 7.), darunter 121 (135) Ochsen, 187 (197) Bullen, 473 (417) Kühe, 206 (196) Färsen. Kälber 766 (451), Hümmel und Schafe 136 (88), Schweine 711 (853). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (45 bis 46,50), b) 41,50 bis 42,50 (41,50 bis 42,50), C) 37,50 (37,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 40,50 (40,50). Kühe a) 42 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (37,50 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (31 bis 34,50), d) 23 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 44,50 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (40 4»is 41,50), c) 33,50 bis 36,50 (36,50), d) 28 (—). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (53 bis 59), c) 48 bis 50 (43 bis 50), d) 40 (30 bis 40). Hümmel al) 51 (-, bl) 49 bis 50 (50), b2) — (44 bis 49), c) 35 bisifl (32 bis 36). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b)A bis 39 (36 bis 39), c) 27 bis 32 (24 bis H. Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (6th, c) 56 (56), d) 53 (53), Sauen gl) 61 (61). Marti, verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittel. Oer landwirtschaftliche Markt-eobachter. Für die Getreidewirtschaft ist der Monat August ein bedeutsamer Termin, an dem nicht nur die ersten Monatszuschläge für Weizen, Roggen und Futtergerste in Kraft treten, sondern auch die neuen Bestimmungen für die Mehlversorgung. Nun wird es wieder niedriger ausgemahlene Mehltypen geben, die aber nur zur gegenseitigen Mischung vorgesehen find. Die hellere Weizenmeyltype 630 wird 10 v. H. helles Roggenmehl Type 700 erhalten, so daß Weiß- und Feingebäck wieder heller werden. — Die neue Weizenernte wird zwar durch die feuchte Witterung verzögert, aber der Roggenschnitt hat überall begonnen. Die Mühlen werden in nächster Zeit auch Altroggen erhalten und vermahle,». Die Wintergerste brachte gute Erträge. Hafer ist noch reichlich da, aber der Bedarf ist bei der allgemein günstigen Futtermitteloersorgung nicht groß. An Frühkartoffeln besteht infolge der von allen Seiten einsetzenden Zufuhren kein Mangel, auch die Beschaffenheit befriedigt, so daß das Ad- satzgeschäst glatt verläuft. Ab 1. August fällt die Kartoffelbewirtschaftung. Bei O b st sind wir mitten in der Haupternte des Frühobstes. Beeren werden bereits weniger, dafür sind Aprikosen, Sauerkirschen, Pfirsiche, Frühpflaumen da, so daß die Hausfrau tausend Anregungen für den Kauf von Einmachfrüchten auf ihrem Gang über den Markt findet. Ebenso reichlich ist die Beschickung des rhein-mainischen Gemüsemarktes. Täglich erscheinen neue Sorten, aber auch an Massen- gemüsen, wie Weißkraut, Kopfsalat und Blumenkohl sind überall so reichliche Anlieferungen, daß den Verbrauchern ein stärkerer Kauf und Verbrauch dieser billigen Sorten sehr empfohlen werden muß. Sonst ist mit großen Ueberftänben zu rechnen. Die Bohrten- und Tomatenernte setzt mit recht guten Aussichten jetzt ein. Die Fleischversorgung hält sich im bisherigen Rahmen. Aus den Auftrieben von Rindern, Kälbern und Schweinen konnten die Kontingentansprüche der Verarbeiter befriedigt werden. Stellenweise wurde auch Gefrierfleisch ausgegeben. Aber die Fettschweine nehmen jetzt nicht mehr einen so großen Anteil am Auftrieb ein, so daß auch die Schlachtgewichte vorübergehend leicht zurückgehen. Die Zufuhren von Schafen, besonders Hämmeln, könnten auf allen Märkten noch stärker fein. Die Kauflust in den Fleischerläden war sehr lebhaft, aber auch das gute Angebot von Qeefifdjen aller Art, die besonders geeignet für einen Ausgleich bet ( Fleischversorgung sind, fand gute Aufnahme. Die Milch- und B u 11 e r v e r s o r g u n g wurde, wie seither, sichergestellt. Die stetige Milch- anlteferung verstärkte sogar die Buttererzeugung ein wenig. Dagegen ist das Angebot von vollfettem Hartkäse, besonders Emmentaler, nicht ausreichend, so daß oftmals eine Umstellung auf Sauermilchkäse und Quarg tunlich ist. Auch die Eierversorgung befriedigt recht wenig, besonders weil auch der Schwarzhandel immer noch seinen unerlaubten Aufkauf auf dem Lande fortsetzt, mit diesen Eiern aber häufig unter lieber« schreitung der Höchstpreise nur wenige Derbraucherkreise beliefert. Mitwirkung aller schafft hier am ehesten Abhilfe. Sonst wurde die Marktversorgung durch Anlieserung von In- und Auslandseiern im üblichen Umfang sichergestellt. Neues für den Büchertisch. — Hanns Günther: Der wirkliche Funkfreund, ein funktechnisches Lesebuch. 84 Seiten. Mit 129 Bilddarsteuungen. Kartoniert 2,80 RM. Franckh, Stuttgart O — (179) — Es gibt auch heute noch genug Leute, für die der Rundfunk nicht nur der Behaglichkeit dient, die ihr Rundfunkgerät wirklich kennen wollen, die aus Bastler- und Experimentierleidenschaft sich in Schaltungen und Röhren auskennen möchten, denen das den meisten so alltäglich erscheinende Geheimnis der Verwandlung von Schall in Elektrizität und von Elektrizität in Schall noch als außerordentliche technische Leistung erscheint die sie selbst ergründen, verstehen und auch experimentell erleben wollen. Das sind die wirklichen Funkfreunde, und für sie hat Hanns Günther, der alte Experte und kluge Lehrmeister, sein Buch geschrieben. Die elektrischen und akustischen Grundlagen die Konstruktion von Sender und Empfänger werden hier klargelegt. Es wird nicht zuletzt der wissensdurstigen Jugend ein nützlicher Ratgeber sein. — Kolonien für Deutschland, eine Forderung der nationalen Ehre, des gleichen Rechtes, der wirtschaftlichen Notwendigkeit. Von Dipl.-Volkswirt Matthias Schmitt, Kolonialvolitifches Amt der NSDAP. 72 Seiten. Mit 40 Abbildungen. Kartoniert 2,80 RM. Franckh'fche Derlagsanstalt. — (178) — In der Reihe „Der neue Stoff" legt Dipl.- Volkswirt Matthias Schmitt eine authentische Darstellung vor, in der auf knappem Raum erschöpfend, anschaulich und lehrreich der ganze mit der Kolonialforderung verbundene Fragenkreis klargelegt ist. Die geschichtlichen Grundlagen, der rechtliche Anspruch, die politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten sind hier durch Zahlenübersichten, graphische Darstellungen und Bilder belegt, daß die Schrift jedem, der sich mit dem Kolonialproblem befassen will, erschöpfend Auskunft gibt, und daß sie als Unterlage für die Aufklärungs-, Lehr- und Schulungsarbeit verwendet werden kann. Auch manche irrigen Auffassungen über die Ziele, die das neue Deutschland für feine Kolonien sich setzt, werden durch die Schrift richtiggestellt. Das Buch wird in der „Nationalsozialistischen Bibliographie" geführt. — Herbert Günther: GlücklicheReisel Heiteres Wissen von den Reisegenüssen. 150 Seiten mit 20 Zeichnungen von Fritz Busse. Geb. 2,50RM. „Die Bücher der Rose" Wilhelm Langewiesche- Brandt, Ebenhausen bei München. — (177) — Der Autor, ein in der Landschaft und in der Literatur weitgereister Mann, sagte sich: wer reift, hat mehr vorn Leben; wer dilettantisch reist, hat weniger vorn Reisen — also muß ich einmal zeigen, wie man wirklich reisen sollte und woraus es dabei ankommt. Nicht um zu belehren — o nein, reise jeder, wie es ihm gefällt! — sondern nur um an» zuregen, und von den vielfältigen und oft un» oefannten Reisegenüssen zu plaudern. So lesen wir von der Reiselektüre, von den lieben Mitreisenden ober der Freiheitsberaubung, warum Nürnberg Fontane mißfällt und was eine Sehenswürdigkeit ist (sahen Sie in Dinkelsbühl das Herz i® Pflaster?), oder — im Kapitel „Ausland ober 3*' lanb?" — wie Jakob Grimm bie Achse Berlins- Rom prophezeit, wie ber Winter in Norberney!■ von ßubroig Richters Rekorbmarfch zum Schlierst was Moltke über bie Seekrankheit sagt, was in Hotels erleben kann unb wo man trunken werden muß, was Grillparzer tut, roenns regnet, ober von ber Strategie bei Besichtigungen, von Napoleon. Tante Frieba und den Reiseandenken und vieles mehr. Kurz: dieses Buch, vor, während oder nach der Reise gelesen, ist eine Erfrischung für ®dft und Gemüt. Nicht unvermerkt bleibe die reizvolle Ausstattung mit den kleinen Federzeichnungen von Fritz Busse. — Germanen im Kampf. Frühe Berichte der Römer. Uebersetzt und herausgegeben von Hermann Roth. Mit 2 Bildern und 3 Karten. Preis 80 Rpf. Albert Langen/Georg Müller, München 1939. — (169) — In dieser Samlung früher Berichte der Römer wird eines der interessantesten Kapitel unserer Geschichte erschlossen: Tapferkeit unb Wehrkraft ber Germanen im Kampf. Wer sich ein lebendiges Bilb von ben ersten Kämpfen zwischen Germanen unb Römern machen will, dem werben biefe spcmnenben, in gutes Deutsch gebrachten Berichte nützliche Dienste leisten können.