Nr.M Erstes Statt 189. Jahrgang Mittwoch. 28.)uml939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei N. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- onzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. Lrmähtgle Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Tientsin NC OtMOSA 410 Peking j Na nki ha i Man kau \C p Futschai^^1^ \ Arnoj yW g \ Swatau Ka ntont uio^^Monkong Uio Tsin von oder gant Tokio, 28.Juni (DNB. Funkspruch) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte am Mittwoch auf die Anfrage, ob Verhandlungen über die Ticn- tfin-Frage in London geführt werden sollen, daß nach einem Meinungsaustausch der zuständigen japanischen und britischen Behörden die Aufnahme von Verhandlungen in Tokio beschlossen worden sei und daß die Vorbereitungen hierzu in nächster Zeit getroffen würden. In Tokio wird erklärt, daß die Regierung in Uebereinstim- mung mit allen militärischen und diplomatischen Stellen darauf bestehe, daß vor der Eröffnung von Verhandlungen mit England in Tokio d i e Gesa m 11 a g e dahin geklärt werden müsse, ob England bereit sei, „der neuen Situation in 0 stasien Rechnung zu tragen und auf dieser Grundlage mit Japan zusammenzuarbeiten". Man zweifelt jedoch daran, daß England durch die Vorgänge in Tientsin allein veranlaßt werden kann, diese Voraussetzungen zu erfüllen, da sie gleichbedeutend mit dem Aufgeben der bisherigen Politik zugunsten Tschiangkaischeks wären. Die britischen Vorschläge, die der englische Botschafter in Tokio bereits angedeutet haben soll, wollen lediglich auf eine örtliche L ö s u n g des Konfliktes in Tientsin hinaus, wobei allerdings ein gewisses Entgegenkommen von englischer Seite gezeigt werde. Der japanische Generalkonsul in Tientsin, T a - schiro, erklärte ausländischen Pressevertretern, solange die Tschiangkaischek freundliche Politik der britischen Regierung andauere, würde es schwierig sein, den Tientsin-Konflikt zu schlichten. General ch o m m a , der Kommandeur der japanischen Garnison in Tientsin unterstrich die Entschlossenheit Japans, seine bisherige Politik fortzusetzen. Japan bedauere die augenblicklichen Zustände in Tientsin, aber cs sei zu seinen Maßnahmen gezwungen wor- Vor Verhandlungen über Tienisin Japan fordert grundsätzliche Anerkennung der neuen Lage. aufträten. Englische Beklemmungen lichen Ländern werde der Eindruck entstehen, daß England sich mit einer japanischen Herrschaft über China abfinde, da es auf keiner Entschuldigung wegen der „entehrenden Behandlung" britischer Staatsangehöriger bestanden habe. Sowohl „Daily Mail" wie „Daily Expreß" sind der Ansicht, daß England weiter auf die Forderung eines internationalen Gerichtshofes zur Feststellung der Schuld der vier Chinesen bestehen werde. Die „Times" erklärt, daß die japanische Ankündigung, Truppen in Futschau und Wentschau zu landen, einen -neuen Bruch des Neun-Mächte-Ver- trages von 1922 und einen weiteren Schlag gegen die englischen Interessen in China darstellen werde. England nehme die Herausforderung an, Japan sei wirtschaftlichem Druck gegenüber verwundbarer als die meisten anderen Nationen. Es sei gesagt worden, die britische Regierung sei zur Zeit nicht in der Lage, sich im Fernen Osten durchzusetzen. Hier sei der Hinweis angebracht, daß im Kriegsfall die langen japanischen Handelswege einem Angriff offen lägen, ohne daß man mehr See- oder Luft- streitkräste brauche,, als im Osten vorhanden feien. Die japanischen Verbindungswege mit China seien ebenfalls besonders verwundbar. Auch der „Daily Telegaph" erklärt drohend, sollte Japan- weiter an seinem Vorgehen feschalten, fo dürfte die Zeit gekommen sein, wo man die Möglichkeit britischer wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen in den Vordergrund stellen müßte. Australien und die Konferenz von Singapur. London, 27.Juni (DNB.) Der Erste Admiral der australischen Flotte, Sir Ragnar Calvin, traf in Singapur ein, um an der abschließenden Besprechung der Konferenz, die seit Mitte voriger Woche in Singapur zwischen den Oberkommandierenden der b r i t i s che n und französischen Streitkräfte im Fernen Osten stattfindet, teilzunehmen. Calvin wird sich am Schluß der Konferenz nach Landon begeben, um mit der britischen Admiralität Fraaen der Verteidigung zu be- sprechen. Bei seiner Ankunft in Singapur erklärte Calvin, daß Singapur für die Sicherheit Australiens lebenswichtig sei. Er werde sein Aeußerstes tun, um auch die australische Flotte auszubauen. H a n g k o n g, 27. Juni. (Europapreß.) Japanische Marinesoldaten sind am Dienstag noch vor Margengrauen an der Küste der chinesischen Provinz Fukien, fünfzig Kilometer van Futschau entfernt, gelandet. Damit haben sie, wie auch in einer fast zur gleichen Stunde dem Kansularkorps den, weil Kammunisten und sonstige antijapanische Elemente die Konzession als Basis für ihre Tätigkeit benutzten. Die Visitationen würden nur bei denjenigen Personen durchgeführt, die verdächtig seien den Japanern gegenüber feindlich und arro- Schanghai überreichten Mitteilung angekündigt wird, mit der Besetzung der bisher noch im Besitz der Tschungking-Regierung besindlichen Hafenstädte Futschau und Wentschau begonnen. Die ausländische Schiffahrt wurde kurz vor der Landung der Japaner aufgeforbert, im Hinblick auf die bevorstehenden militärischen Operationen den Hafen von Futschau zu meiden. — Japan besetzt Futschau und Wentschau Auch die Küste der Provinz Fukien wird blockiert. wesen. . ... Bei dem Zustand politischer Schwache, m dem sich Portugal im 19. Jahrhundert wegen der durch den Kampf zwischen Absolutismus und Konstitutionalis- mus herbeigeführten inneren Wirren befunden hatto, wurde der gesamte Kolonialbesitz und damit auch Mocambique stark vernachlässigt. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hatte sogar wegen der für Truppentransporte bis nach Ostafrika sich ergebenden Schwierigkeiten die ernste Gefahr bestanden, daß die Portugiesen — nachdem sie 1867 die erste schwere Niederlage erlitten hatten L- durch aus dem Hinterland vordringende Negerstämme überhaupt hinausgeworfen werden wurden. Bezeichnend war es hierbei für die Bundnistreue der Engländer, die feit 1703 durch einen angeblich unlösbaren Pakt (den Methuen-Vertrag) mit Portugal verbunden find, daß diese Aufltände im Interesse der „British South Africa Company' angezettelt und von diesen unterstützt worden waren. — Am gefährlichsten war der Aufruhr des Reger- Häuptlings Gungunhana im Jahre 1894, und Zwar rourde die Situation um so kritischer, als auch das eingeborene Militär, die „Landins", meuterte. Die Negerstämme von Mocambique sind besonders gefürchtete Krieger. Die Kolonie wurde damals durch den zum Königlichen Kommissar ernannten Wajor Joaquim Mousinho de Al b u q u e r q ue gerettet, der nicht nur den Gungunhana und seine bewaffneten Horden entscheidend aufs Haupt ge- schlagrn, sondern auch in der vollkommen verlor- terfen Verwaltung endlich Ordnung geschaffen hatte. Nur so war es möglich gewesen, daß seitdem, in einem Zeitraum von nicht fünfzig Jahren, Mocambique einen glänzenden wirtschaftlichen Aufschwung nehmen konnte, zu dem die erforderlichen Voraussetzungen schon längst vorhanden waren Es ist daher nur gerechtfertigt, wenn fetzt das Andenken dieses verdienstvollen Kolonialpioniers dadurch geehrt werden soll, daß fein in ßourenco Marques errichtetes Standbild m Gegenwart des Staatschefs enthüllt wird. Mocambique ist die wertvollste und oest- organisierte portugiesische Kolo nie geworden und Lourenco Marques die schönste und modernste Stadt in Südaftika, deren tfafen ständig an Bedeutung gewinnt. Bei emer Ausdehnung von 770 000 Quadratkilometer hat Mocambique eine Einwohnerzahl von rund fünf Millionen die der des Mutterlandes (sechs Millionen) beinahe cheich- kommt. Nicht nur die Verbindungen im Lande selbst, sondern auch nach den angrenzenden Gebieten sind wesentlich verbessert worben. Der Export ist dient, wie dies bis vor kurzem der Fall war, sondern daß sie durch die aktive Mitarbeit an dem wirtschaftlichen Gesundungsprozeß des Mutterlandes gerechtfertigt wird. Hierbei steht vorderhand Mocambique an erster Stelle. Zu Beginn seiner weiten Seereise, auf der er erst am 17. Juli in Lourenco Marques ankommen wird, wird General Carmona zwei Inseln des kapverdischen Archipels, S. Vicente und Praia, besichtigen. Hatten die Portugiesen in Mocambique erst als der letzten Etappe auf dem Wege nach Indien Fuß gefaßt, so hatten sie von der westlich des Kap Verde liegenden Inselgruppe bereits 1460 Besitz ergriffen. Sie ist daher die älteste zu einem fremden Erdteil gehörende Kolonie, die irgendein europäischer Staat besitzt. Merkwürdigerweise waren diese Inseln, als sie von den -Portugiesen entdeckt wurden, unbewohnt. S. Vicente, wo jetzt der Vertreter der portugiesischen Regierung seinen Sitz hat, ist sogar erst 1795 besiedelt worden. War es in Mocambique das dort gefundene Gold, wodurch die Europäer angelockt wurden, \o_ bestand der Wert der kapverdischen Inseln in dem Salz, das auf ihnen entdeckt wurde. Eine geschichtliche Rolle hat dieser von 143 000 Einwohnern bevölkerte Archipel niemals gespielt. Europas älteste Kolonialmacht Von unserem d. i.-Korrespondenien. „Wvrl-mch und ©etoalf." Zur Erinnerung an den 28. Juni 1919. Englische Minister haben es sich zur Gewohnheit gemacht, wenn sie die deutsche Außenpolitik der letzten Jahre kritisieren, von Wortbruch und Gewalt zu sprechen, die sie der Führung des Reiches zum Vorwurf machten müßten. Diese Sprache ist nicht nur drest, sondern auch unvorsichtig; zunächst chon angesichts der gegenwärtigen Vorgänge in Palästina, die durch einen schweren englischen Wortbruch an den Arabern heroorgerufen sind und deren die britische Regierung durch schärfsten Einsatz von brutaler Gewalt Herr zu werden trachtet. Vor allem aber sollte man sich immer wieder klarmachen, daß die Politik des Führers auf Wiederherstellung des Rechtes Deutschlands nicht notwendig geworden wäre, wenn die Alliierten des Weltkrieges nach Kriegsende sich des schwersten Wortbruches schuldig gemacht hätten, den die Ge- chichte kennt, indem sie den Vorfriedensver- trag, der in dem bekannten Notenwechsel Solf- Lansing seine juristische Grundlage gefunden hat, in Versailles kurzerhand übergangen und in dem Friedensdiktat Verhältnisse geschaffen hätten, die mit Vertragstreue, Logik und Moral nichts mehr gemein hatten. Gerade die Kreise in Frankreich und England, die so gern die geschriebene formal-juristische Verpflichtung über das lebendige Leben mit seiner Eigengesetzlichkeit stellen, sollten nicht einzuwenden versuchen, daß das durch Wilsons Note vom 5. November 1918 zustandegekommene Ueberdntommen kein rechtsgültiger Vertrag gewesen sei, eben weil es die Form eines Notenwechsels annahm. Es handelt sich bei diesem Notenwechsel nicht um einen unverbindlichen Austausch von Grundsätzen und Zusicherungen, sondern um einen völkerrecht- ! i ch einwandfrei abgeschlossenen Vertrag. Vertragsabschluß durch Briefoustausch ist ein im zwischenstaatlichen Verkehr durchaus bekannter und üblicher Vorgang. Ein solcher Vertrag ist beispielsweise nach der Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit im Rheinlande zwischen Frankreich und England abgeschlossen worden. Es wurde durch Briefaustausch vereinbart, daß, wenn die Verhandlungen über einen neuen Locarnopakt scheitern sollten, die Generalstäbe von Frankreich und England in Verbindung treten sollten, was denn auch tatsächlich geschah. In gleicher Weise ist durch die Note vom 5. November 1918 der Vertrag zwischen DeutscPand und den Alliierten, diese vertreten durch den Präsidenten Wilson, zustandegekommen. Er bildet den eigentlichen Friedensvertrag, während der Pakt von Versailles die Aus- führungsbeftimmungen enthalten sollte. Das ergibt sich auch ganz eindeutig aus dem Inhalt der gewechselten Noten. Am 3. Oktober 1918 geht die erste deutsche Note in dieser Frage nach Amerika. In ihr nimmt die Reichsregierung das von Präsident Wilson in der Kongreßbotschaft vom 8. Januar 1918 und in seiner Rede vom 27. September 1918 aufgestellte Programm als Grundlage für die Friedensoerhandlungen an. Es handelte sich also im wesentlichen um die praktische Ingangsetzung der 14 Punkte Wilsons. In seiner Futschau ist die Hauptstadt der Provinz Fukien und zählt heute rund 850 000 Einwohner; sie liegt etwa in der Mitte des Küstenabschnitts von schanghai bis Hongkong. Die angekündigten japanischen Operationen gegen die südchinesische'n Häfen Wentschau und Futschau haben am Dienstag mit der Besetzung einiger kleinerer Inseln vor den beiden Hafeneinfahrten begonnen. Während die vor Wentschast liegenden drei englischen Handelsschiffe durch japanische Flugzeuge, die Warnungen abwarfen, aufgefordert wurden, den Hafen bis Donnerstagmittag z u verlassen, hat ein japanischer Marineoffizier die zwei vor Futschau liegenden englischen Zerstörer nochmals persönlich von der bevorstehenden Schließung des Hafens unterrichtet. Der britische Generalkonsul stellte sich in einer Note an den japanischen Generalkonsul auf den Standpunkt, daß die japanische Warnung Tokio nicht von der Verantwortung für die Schäden an britischen Schiffen und Eigentum befreien konnte. Britische Kriegs- und Handelsschiffe hätten das Recht, ungehindert in chinesischen Gewässern zu fahren und alle Dertragshäsen einschließlich Wentschau und Futschau anzulaufen. Ebenso hätten die britischen Staatsangehörigen das Recht, in diesen Orten zu bleiben, ohne sich durch die japanischen Operationen stören zu lassen. Japanische militärische Kreise erwarten, daß die mit der Blockade der Häfen verbundene Besetzung der Straßen und Dahnen jede Zufuhr aus bem Küstengebiet zwischen Schanghai und Hongkong fürTschiangkaischek unter bim d e n wirb, nachdem die Küstenzone nördlich des Jangtse bereits gesperrt ist. Zahlreiche Meldungen über Kämpfe gegen irreguläre Kräfte besonders in Nordchina und im Jangtse-Gebiet deuten an, daß auch im Innern Chinas die Besetzung mit stärkeren Kräften planmäßig durchgefuhrt werde. Lissabon, Juni 1939. Die Geschichte der portugiesischen Kolonie Mocambique, der General Carmona, der Staatspräsident der portugiesischen Republik, aus einer am 17. Juni angetretenen Seereise von dreimonatiger Dauer einen Besuch abstatten wird, reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Es ist begreiflich, wenn man sich in Lissabon mit Vorliebe darauf beruft, daß die immer noch weitverzweigten überseeischen Besitzungen, die Reste des einst den Erdball umspannenden Weltreichs, lediglich aus Ländern gebildet worden sind, die Portugal auf Seefahrten von unerhörter Kühnheit selbst entdeckt und keinem europäischen Konkurrenten weg- genommen hat. Denn mit einem Vorsprung von mehr als einem Jahrhundert vor denen, die später feinem Beispiel gefolgt sind: den Engländern, Franzosen und Holländern, war Portugal bei weitem die erste See- und Kolonialmacht in modernem Sinne. Als die portugiesischen Kolonien vor einem halben Jahrtausend entstanden, handelte es sich noch nicht um die Besitznahme ausgedehnter, weit ins Landesinnere reichender Territorien, sondern lediglich um die Anlage von Stützpunkten für bie immer weiter an der afrikanischen Westküste nach Süden vorbringende Schiffahrt. Als im Verlauf von etwa fünfzig Jahren (1486/87) bas Kap ber Guten Hoffnung erreicht worben war, eröffneten sich neue Wege, bie nach dem noch vom Zauber des Geheimnisses umgebenen Indien führten. Gerade damals sind in dem ostafrikanischen Küstengebiet, bas in der Folgezeit nach der dort liegenden gleichnamigen Insel M o ca m b i q u e benannt worben ist, die ersten portugiesischen Besitzungen entstanden. Wenn auch durch die seit der Entdeckung Brasiliens (1500) sich für Portugal eröffnenden unbegrenzten Aussichten bie Aufmerksamkeit von Afrika abgelenkt würbe, so ist boch für Mocambique, trotz ber weiten Entfernung vom Mutterlanb, stets das Interesse erhalten geblieben wegen des Reichtums ber dortigen Bergwerke an Eisen und Kupfer, und vor allen Dingen wegen der schon Anfang des 16. Jahrhunderts ausgebeuteten Goldminen. Es spricht für den Wert dieses rund 2000 Kilometer lanaen Küstenstrichs, wenn den Portugiesen ihr Besitz'im 16. Jahrhundert von Aradern und Türken, im 17.Jcchrhcndert von den Holländern — seit diese jid) am Kap angesiedelt hatten — und schließlich von den Engländern streitig gemacht worden ist. Ein Beweis für die zivilisatorische Tätigkeit, bie Portugal als Kolonisator ausgeübt hat, war es, daß schon 1570 burch ein Dekret bie Sklaverei abgeschasft würbe. — 1606 würbe der erste Versuch gemacht, zwischen Angola unb Mocambique eine Verbindung auf dem Landwege herzustellen. Wenn bas für bamalige Zeiten ungeheuer kühne Projekt hätte verwirklicht werben können, würde Portugal der Südafrikanischen Union um mehr als zwei Jahrhunderte zuvorgekommen sein. Doch erst 1811 durchquerten zwei Kaufleute zum ersten Male Südafrika; sie waren fünf Jahre unterwegs ge- London, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Presse ist übereinftimmenb ber Ansicht, daß bie Verhandlungen zwischen England unb Japan jetzt sofort aufgenommen werben müßten. Man vermutet, baß Premierminister Chamberlain bereits am heutigen Mittwoch im Parlament eine dahingehende Erklärung abgeben werde. Die Frage, die der Londoner Presse allerdings noch Sorge macht, ist bie, welche Forderungen Japan bei diesen Verhandlungen stellen könnte. Wie ber „Daily Telegraph" wissen will, sollen bie Derhanblungen in Tokio davon ausgehen, daß man den Tientsin-Fall als „örtlichen Zwischenfall" behandeln werde. An England werde das Ersuchen gestellt werden, bei der Unterdrückung jeder terroristischen Betätigung in der Tientsiner Niederlassung m i tz u a r b e i t e n. Es sei aber auch möglich, baß Japan Fragen anschneiden werde, die bie Währungen Japans unb Chinas betreffen. Es sei nicht ausgeschlossen, so schreibt bie „News Chronicle", daß die vier Chinesen ausgeliefert werben würben unb man die Zusicherung geben würde, daß die Konzessionsbehörden stärkere Maßnahmen gegen chinesische Agitatoren ergreifen würden. Das Blatt meint, baß bas ben Vorteil einer zeitweiligen Lösung bringen konnte, aber auch empfindliche Nachteile, denn in allen öst- von 1927 bis 1937 von 2872 Millionen Escudos auf 4374 Millionen gestiegen, ber Import von 2954 Millionen auf 4432 Millionen. Der Handelsumsatz in Mocambique machte allein 77 Prozent von dem in allen portugiesischen Kolonien zusammen aus. In demselben Jahrzehnt sind im Budget die Einnahmen von 237 Millionen auf 302 Millionen hinaufgegangen, bie Ausgaben dagegen von 261 Millionen auf 211 Millionen gesunken. Bei ben auf bie^e Weise erzielten Ueberschüssen macht sich natürlich auch bie von Salazar burchgesührte Finanzreform geltcnb, ber gerabe ben Kolonien die größte Aufmerksamkeit zugewendet unb bort ebenso wie im Mutterland bas Desitzit mit allen Mitteln bekämpft hat. Früher waren wegen ber in ben Kolonien herrschenben Mißwirtschaft diese seit länger als hunbert Jahren für den portugiesischen Staatshaushalt nur eine Belastung gewesen. Salazar als praktischer Wirtschaftspolitiker verfolgt aber das Ziel, daß bie geschichtliche Erd- chaft überseeischer Besitzungen nicht nur ber kc-st- pieligen Befriebigung eines nationalen Ehrgeizes General Dalle in Berlin. Engste Zusammenarbeit der Luftwaffen Deutschlands und Italiens. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Aus Anlaß des Besuches des italienischen Staatssekretärs der Luft* ah«, Lustarmeegeneral Dalle, und Frau gab der Reichsminister der Lustfahrt und Oberbesehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Gorina, im Haus der Flieger einen Empfang. Der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, begrüßte die Gäste und sagte dann: Es sind noch nicht. vier Wochen vergangen, seit wir ein großzügiges Programm der Zusammenarbeit auf- t estellt haben, dessen Inhalt bereits in dieser kurzen Zeit von beiden Seiten in schneller und kamerad- chaftlicher Zusammenarbeit in die Tat um- gesetzt worden ist. Und schon die wenigen Stun- den, da wir im engsten Kreise über wertere Fragen uns unterhalten konnten, haben den Beweis erbracht, daß beide Luftwaffen nicht nur bei ihren Taten in Spanien, sondern auch in ihren Gedanken über Organisation und Einsaß des gleichen G e i st e s sind. Gerade die faschistische und natio- nalsozialistische Weltauffassung hot uns gelehrt, und auch das hat der Einsaß unserer jungen Mannschaft in Spanien erhärtet, daß €5 neben den guten Nerven der Führung' und dem bei beiden Völkern vorhandenen erstklassigen technischen Material in erster Linie aus das Herz unserer Soldaten ankommt. Die Gemeinsamkeit unserer Auffassungen und Empfindungen hat mir das Leuchten Ihrer Augen bestätigt, als wir uns über die leßten Fragen der Zukunft unserer Luftwaffen unterhielten. Unsere enge, gemein- ame Arbeit wird aus Grund unserer Vereinbarungen sich noch enger gestalten, so weit dies überhaupt möglich ist. Staatssekretär Lustarmeegeneral Dalle ant- wartete: „Als ich vor einigen Jahren das erstemal Gast der deutschen Luftwaffe war, gab es noch keinen abessinischen und spanischen Krieg. Damals hatte ich schon die Gewißheit über die entscheidende Bedeutung der Luftwaffe, und damals schon gab ich Ihnen, Herr General Milch, zu verstehen, daß unsere beiden Luftwaffen immer stärker werden und ein Band herzlicher Freundschaft knüpfen müßten. Ich bin ein guter Prophet gewesen und bin deshalb heute besonders glücklich, weil das Schicksal mir gestattet, hier meinen Duce und Luftfahrtminister zu vertreten unter dem herrlichen Eindruck unseres Militärbündnisses, welches den einzigen Weg zur Erhaltung des Friedens, für den Fortschritt der Kultur in der ganzen Welt darstellt. Ich habe die deutsche Luftwaffe in einem Zustande höch ster materieller und personeller Leistungsfähigkeit angetroffen, und zwar derart, daß sie hinter keiner anderen Macht der Welt zurücksteht. Auch Sie haben wie wir das Vertrauen zu der Kraft unserer neuen Waffe, die de- stimmt ist, in einem kommenden Krieg ein entscheidendes Wort mitzusprechen. Auch Sie sehen in ihr den Ausdruck einer jungen und starken Generation, die vom Geist seines Führers und Protektors erneuert wurde. Die Fliegerei ist fundiert auf der technischen Vervollkommnung, auf der Ausnutzung natürlicher Rohstoffvorkommen unserer Länder, welche uns durch keinerlei Einkreisung oder Sanktionen genommen werden kann. Hinzu kommt die Einsatzsreudigkeit, der Mut und die Opferbereit- schäft unserer Besatzungen. Die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern wird auf technischem und ausbildungsmäßigem Gebiet entspre- chend den Befehlen, die ich vom Duce erhalten habe, durchgeführt werden. Unsere beiderseitigen Flugzeugführer kennen und schätzen sich gegenseitig mit den kameradschaftlichsten Gefühlen, welche ihre Untermauerung in dem Blut, welches für das ge- meinfame Ideal unter spanischem Himmel geflossen ist, gefunden hat. Die italienischen Legionärslieger und die Freiwilligenflieger der Legion haben e i n hervorragendes Sonnen gezeigt, haben immer' gegen eine große Ueber - macht gekämpft und stets gesiegt. Diese Erkenntnis stellt ein wiederholtes Beweismittel für unsere beiderseitige Annäherung dar." Oie italienischen Frontkämpfer in Berlin. Brrlin. 27.3uni. Werner Krauß von einer filmbegeisterten Dame Streikende Mieter liefern der Londoner Polizei eine Straßenschlacht. 3u einer Straßenschlacht kam es in dem Londoner Stadtteil S t e p n e y. Hier sind seit 20 Wochen d 1 e Mieter einer Reihe von Etagenhäusern in einen Mieterstreik getreten. Am Dienstag wollten nun B 0 l l z u g s b e a m t e von den Wohnungen Besitz ergreifen. Da die Polizei sich im voraus bewußt war, daß mit Widerstand gerechnet werden mußte, waren die Dollzugsbeamte von einem starken Polizeiaufgebot aus Lastkraftwagen begleitet. Die streikenden Mieter, die Posten- ausgestellt hatten, ließen sich durch das Polizeiaufgebot nicht einschüchtern und gingen, mit Knüppeln, Bratpfannen und Kohlenschaufeln bewaffnet, zum Gegenangriff über. Das Handgemenge dauerte ungefähr 20 Minuten. Erst dann gelang es der Polizei, die Oberhand zu gewinnen. Die streikenden Mieter widersetzten sich aber auch dann noch der Besitzergreifung ihrer Wohnungen, so daß die Dollzugsbeamten in einer ganzen Reihe von Fällen die Wohnungstüren mit Gewalt erbrechen mußten. Mittlerweile füllten sich die Straßen in der Umgebung mit einer nach vielen Hunderten zählenden erbitterten Menge, die zum großen Teil aus Frauen bestand und die Polizei mit Schimpfworten und Wurfgeschossen überschüttete. Die Polizei mußte Der- stärkungen anfordern, um die Menge zurückzutreiben. Eine Reihe von Verhaftungen wurde vorgenommen. Die Ruhe ist aber keineswegs wiederhergestellt. Die erbitterten Mieter erklären: „Hereingekommen sind die Vollzugsbeamten wohl, aber sie werden nicht lebend wieder herauskom- m e n". Toller Ausbruchsversuch in einem USA.-titefängnis. Sträflinge verbarrikadierten sich mit der Frau als Geisel im Büro des Gefängnisarztes. tote | forderten die Aushändigung von Waffen und freies Verlassen des Gefängnisses, andernfalls sie die Frau töten würden. Die Staatspolizei ließ ;e- doch sofort das Gefängnis umstellen und eröffne t e das Feuer auf die Verbrecher. 3mei von ihnen, die zu lebenslänglichem Zuchthaus beftraft waren, wurden schwerverletzt, der dritte leicht. Das deutsche Bäckerhandwerk tagt in Wien. In Wien versammelten sich rund 1200 Mitglieder des Reichsinnungsverbandes des Bäcker- Handwerks zur großdeutschen Obermeister- taqung. Reichsinnungsmeister Grüßer erstattete seinen Tätigkeitsbericht. Nach Eingliederung der Ostmark, des Sudeten- und des Memellandes umfaßt der Verband mit etwa 800 Innungen nahezu 1 20 000 Betriebe, die m Bezirksstellen zusammengefaßt sind. Der Re'.chs- innungsmeister kam auch auf die gebesserte M e h l v e r s 0 r g u n g zu sprechen, die eine tfojgc der reichen Ernte des Jahres 1938 ist und den fast völligen Abbau einer Reihe von einschränkenden Maßnahmen ermöglichte. Schließlich behandelte er den in den letzten Monaten fühlbar gewordenen Facharbeitermangel, der durch den Lehr- l j n g s m a n g e l verschärft werde. Lin französisches Bergdorf durch Feuer vernichtet. 'Das Bergdorf Tour, etwa zehn Kilometer von C h a m 0 n i x in Savoyen, dicht an der französisch- schweizerischen Grenze, ist durch eine Feuersbrunst fast vollkommen vernichtet worden. In den frühen Morgenstunden war Feuer in einem Hause aus- gebrochen, das sich dann mit Windeseile ausbreitete. Bald standen sechs von insgesamt zehn Gehöften des Ortes in Flammen. Die Einwohner konnten nur das nackte Leben retten. Der Sachschaden ist sehr groß und nicht durch Versicherung gedeckt. Die Feuerwehren von Chamonix und aus anderen Orten sowie Pioniere und Gendarmerie vermochten nichts auszurichten. Bier Todesopfer eines Autounfalls. Bei Gottswalde (Freistaat Danzig) fuhr ein Lastauto, das mit einer großen Anzahl von Personen besetzt war, auf der schlüpfrigen Chaussee in einen Graben und wurde zertrümmert. Hierbei wurden ein 15jähriges Mädchen, ein ebenso alter Junge, ein Mann und eine Frau getötet', sechs Personen wurden schwer, sieben leicht verletzt. angehimmelt: „Wissen Sic, Herr Krauß wie da in einer Szene einmal ein Ausdruck tiefster seelischer Not wie ein Wolkenschatten über Ihr Gesicht zieht, das ist wirklich ganz große Kunst." Ja, ich erinnere mich", sagte Krauß trocken, „bei dieser Aufnahme hatte ich neue Stiefel an, die mich elend drückten." Aus deutschen Schühengrabenzeitungen. Unser Feldwebel ist ein Freund der Kürze. Neulich beim Abendappell schließt er folgendermaßen: „Starke feindliche Angriffe bei Verdun sowie der Urlaub des Musketiers V. wurden abgeschlagen. Stillgestanden! Tretet weg!" (Armeezeitung Nr. 195) Wetterbericht Heber dem Ostatlantik ist äußerst lebhafte Wirbel- tätigteit im Gange, die über Großbritannien bereits verbreitete Niederschlagstätigkeit bringt. Da sich das festländische Hochdruckgebiet ostwärts verlagert, wird sein Einfluß auf unser Wetter weiter noch- lassen, während von Westen her mit dem Eingreifen von Tiefdruckstörungen 3ti rechnen ist. Da die Atlantikwirbel in der Hauptsache über England nordost« wärts wandern, ist jedoch eine durchgreifende 23er- schlechterung kaum wahrscheinlich. Vorhersage für Donnerstag: Vorübergehend wieder stärker bewölkt und strichweise auch Regen, doch im wesentlichen freundlich, bei lebhaften Winden um Süd mäßig warm, doch etwas schwül. Vorhersage für Freitag: Im wesentlichen freundlich, aber nicht durchaus beständig. Lufttemperaturen am 27. Juni: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 28. Ium: morgens 10,4 Grad. Maximum 18,7 Grad, Minimum heute nacht 6,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juni: abends 18,3 Grad; am 28. Juni: morgens 13,8 Grad. — Sonnenscheindauer 8,2 Stunden.__ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. D. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D-A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitats- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Schwiegersohn 4558D 4565D sucht. 4560.O G—K Montag, 3. Juli 1939 L—R Dienstag, 4. Juli 1939 Mittwoch, 5. Juli 1939. S-Z ^,53D BlfißanerAniiifler, 1. Schilp 2. Römer 3. Kaletsch 4. Schmier 5. Enders 6. Port 7. Kahlenberg 8. Walter iit Friedberg, in Butzbach, in Gießen, . in Laubach, in Gießen, in Nieder-Ohmen, in Homberg, in Alsfeld ÄMn blick können Sie e§ nur wenigen lagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es eilen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, plötzlich und für uns alle unerwartet nach einem Unglücksfall meinen lieben Mann, meinen Heben Vater, unseren lieben und zum Bauen Abermann Wilhelm Wenzel Beigeordneter und Ortsbauernführer Kreishandwerlerschaft Gießen Stühler, Kreishandwerksmeister. | Mietgesuche | 3-4-3imniet- WOlMNg bis spätestens 1. Oktober gesucht. 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Z, Frankfurter Straße 132 Eisenb.-Uebernachtung Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. Juni, nachm. 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. _________________________03202 Handwerker! Die Ausgabe der grünen Versicherungskarten zur Altersversorgung (Ange- stellten-Versicherung) erfolgt ab Montag, den 3. Juli 1939, auf der Kreishandwerkerschaft Gießen, Goethestrahe 7,1. Stock, in der Zeit von vormittags 8 Llhr bis 13 Uhr. Zur Entgegennahme der Versicherungskarten sind folgende Unterlagen zum Abschluß einer Dollversicherung vorzulegen: a) Handwerkskarte, b) letzter Ginkommensteuerbescheid. Zum Abschluß einer Halbversicherung (kombinierte Versicherung) ist außerdem der Versicherungsschein oder eine Bescheinigung der Lebensversicherungs-Anstalt vde, -Gesellschaft oder die letzte Prämienquittung vorzulegen. Kleine Anxetgea ! richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in dieHei- matzeitung, den ~ . im Gießener Anzeiger Ang. UNt. werden von Taufenden 03198 a. d. G. A. b-acktet und aelefctr Sicher vor Fliegen werden Ihre Speisen aufbewahrt durch den Speiseschrank u. Fliegenglocke. Dann können die Fliegen nichts verderben. Außerdem brauchen Sie jetzt aber noch eine Fliegenklatsche. Alles ist sehr preiswert bei J.B.Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten _ (Parkplatz) 2 Fernruf Nr. 2145-2146 > Zum schönen Sommerkleiil eine neue Leioeutasche abwaschbare Sommertasciie oder w* von (<53SA MHerll. Bahnhofstr. 16 Antow Nähe Bahnhofstraße zum 1. Juli gesucht. Schr. Ang. unt. 03197 a.d.G.A. Stellenangebote] leine Zeugnisse in Urschrift fandern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben bei. legen l — Lichtbilder unoBewerbungsunter. >»gen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift oes Bewerbers trauen! Solid., älteres Mädchen gesucht. 03205 Ludwigstr. 40 I L \ 7® nach einem arbeitsreichen und stets einsatzbereiten Leben von uns zu nehmen. 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Jede Aenderung des Einkommens und des Personenstandes ist der betr. Ausgabestelle umgehend zu melden. Die Unterlassung dieser Meldung und der unberechtigte Bezug von Fettscheinen kann strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. I. Berbilligungsscheine a) für Kleinrentner und b) für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Empfänger von Familienunterstützung: Gartenstraße 2, Zimmer 11. A—K Montag, 3. Juli 1939 L—Z Dienstag, 4. Juli 1939. c) für Sozialrentner: Lonystraße 2, am Schalter. A—Z Montag, 3. Juli 1939. d) für Unterstützungsempfänger der Allgemeinen Fürsorge: Ausgabe der Fettscheine erfolgt bet der Auszahlung der Unterstützung am Freitag, 30. Juni 1939. e) für Volksgenossen, die nicht in laufender Betreuung des Sozialamtes stehen: Gartcnstraße 2, Zimmer 16. A—F Samstag, 1. Juli 1939 Einkoch- Gläser Rr.U8 Zweites Blatt Mittwoch, 28. Zuni 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus den Gießener Gerichtssälen Uhr )iem Feuer". an ihr vorbei. sie Tja: Der erhielt t außerdem LnMvder jung (Ange. Lhandwerker. :biSl3W. ;en zum Ab« Leben und Sterben der Füllfeder Ly. Don Josef Friedrich pertonig. stumpfer, müde und hart. Sie war brav und bürgerlich wie ein Mädchen in der Kanzlei. — Und so wechselte der Mond, Schatten, Sichel und Scheibe, IniversitätS' in Gießen, jlich 25 Pf. । Pf. mehr, ags 15 Pf., ’it ist Preis« gültig. Höhenflug ist kein Heilmittel gegen Keuchhusten? Seit langem wenden Höhenflüge mit keuch- hustenkranken Kindern durchgeführt, weil man meinte, der auf diese Weise entstandene Luftwechsel könne den Keuchhusten beseitigen. Dor kurzem sind dann die Flüge eingestellt worden, um zunächst einmal die Ergebnisse zu sichten. Sie sind jetzt durch Dr. (Hamann und Dr. Decker- Freyseng vom Luftfahrtmedizinischen For- schungsinstitut der Berliner Medizinischen Gesellschaft vorgelegt worden. Der Bericht ist sehr umfangreich ausgefallen. Er stellt eingangs fest, daß man mit einer gewissen Art Impfung ansehnliche Erfolge erzielt hat, daß aber immer noch die Luftveränderung als eines der besten Mittel gilt. Höhenflüge führen den Menschen in staubfreie Luftschichten, die Sonnenstrahlen wirken in größeren Höhen kräftiger. Der Berliner Arzt Dr. K e t t n e r machte 1927 auf die Möglichkeit aufmerksam, kranke Kinder in entsprechende Höhen zu bringen, um sie hier heilsamen Klimareizen auszusetzen. 1938 wurden solche Versuche häufiger durchgeführt und schließlich vom NSFK. organisiert. Der Luftfahrtmediziner weiß, daß in Höhen von mehr als 3000 Meter der Körper eine starke Umwandlung durchmacht. Namentlich wird der Blutbildungsapparat angeregt und geradezu eine Erneuerung des Blutes herbeigeführt. Da offene Maschinen für Kinder nicht in Frage kamen, mußten geschlossene Flugzeuge gewählt werden. Das hatte Nachteile. Immerhin reichte dieses Verfahren, aus, um ähnliche Verhältnisse wie in einer Höhe von 1000 Meter im Gebirge herbeizuführen. Die Kinder waren während des Fluges unter ärztlicher Aufsicht und wurden durch Schwestern betreut. Unter den 156 Kindern, die zum Teil zwei- und drei- mal an den Flügen teilnahmen, waren Säuglinge von zwei Monaten und Kinder von 12 Jahren. Die exakten Nachprüfungen ergaben das Aus* bleiben sensationeller Heilungen. Weiße Blutkörperchen, die bekanntlich den Kampf gegen Krankheitserreger auszufechten haben, wurden durch den Höhenflug nicht stärker vermehrt, als das ohnehin im Verlauf der Krankheit der Fall ist. Bei etwa 10 v. H. der Kinder war eine gewisse Besserung zu verspüren, die auch länger als die ersten fünf Minuten nach der Landung anhielt. Daß der Höhenflug nicht einmal vorbeugend wirkt, bewies die Tatsache der Erkrankung einer Pflegerin, die von einem Kind angehustet worden war, das sie auf dem Schoß hielt. Die genannten Aerzte stellen sich auf den Standpunkt, man müsse sich mit der Tatsache abfinden, daß die Flugtechnik im Höhenflug kein Heilmittel gegen den Keuchhusten geschaffen hat. Vezirksschöffengencht Gießen. Die * am 28. März 1939 vertagte Verhandlung gegen I. K. III. in Hergersdorf wegen Urkundenfälschung und Betrugsversuch wurde gestern fortgesetzt. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in den nachträglich vom' Architekten durch Streichung und Herabsetzung geänderten Rechnungen von Bau- Handwerkern diese Aenderungen ganz oder zum Teil ausradiert und die Rechnungen der Hessischen. Brandversicherungskammer in Darmstadt vorgelegt zu haben, um die Auszahlung der ursprünglichen Beträge zu erreichen. Weiterhin soll er in einem andern Falle die höheren ursprünglichen Rechnungsbeträge statt den tatsächlich bezahlten niedrigeren Summen eingesetzt haben. Der Angeklagte bestreitet nach wie vor jegliche Schuld. Der Vertreter der Anklage führte aus, es stehe fest, daß die Rechnungen, die Gegenstand des Strafverfahrens seien, die Grundlage für die Brandversicherungskammer für Gewährung der sogenannten Teuerungszulagen waren. Es stehe weiterhin fest, daß der Angeklagte dies auch gewußt habe. Er habe weniger bezahlt, als auf den von ihm vorgelegten Rechnungen vermerkt war. Der Betrugsversuch fei darin zu erblicken, daß der Angeklagte bei Vorlage der Rechnungen nicht gesagt habe, daß er tatsächlich weniger bezahlt habe, als die Rechnungen auswiesen. Da die Urkundenfälschung dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden könne, komme lediglich Gebrauchmachung von gefälschten Urkunden in Frage. Wegen Betrugsversuch und Gebrauchmachung von gefälschten Urkunden beantragte der Vertreter der Anklage eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Der Verteidiger beantragte Freisprechung und im Im Herbst dann fiel einmal rotes Weinlaub auf Ly, und eine verliebte Ranke streichelte sie. Da wurde sie wach unter dem feinen Zauberstab und besann ihr Versäumnis. Das Jahr ging dem Ende zu, und sie hatte immer nur anderen gedient, schon band sich das Jahr zum Kehraus den Besen. Ihr eigenes Herz hatte geschlafen, es war eine Blüte im Frühling und Sommer gewesen: jetzt führten die Menschen die Früchte heim, nun war ihr Herz auch eine Frucht und wollte genossen sein. Die kleine ängstliche Füllfeder Ly schaute sich um, es roch nach" Staub und Petroleum. Graue Bücher standen um sie, altes Papier war gelb, und auf braunem Tuche dehnte sich ein vertrockneter schwarzer See. Don dem jenseitigen Ufer sah jemand herüber, es war ein schöner, goldgelber Bleistift. Sie verliebte sich auf den ersten Blick, sie wurden ein Paar, es war ein großes Glück. Der Staub roch nun wie Blüte und das Petroleum nach Honig. Die grauen Bücherdecken waren silbern, und das gelbe Pergament war Gold... Der Herr Bleistift war ein Don Juan, er kannte die Welt und wußte etwas von Treue und Liebe, tausendmal hatte er sie als kleine und große Lüge hingeschrieben. Er liebte auch das silberne, zierliche Crayon, aber er sprach natürlich niemals davon ... Mir war die Liebschaft zwischen Füllfeder und Bleistift nicht verborgen geblieben — wie zerstreut war doch plötzlich die kleine Füllfeder Ly, immer vergaß sie den Punkt auf dem j — und ich sprach einmal um Mitternacht zu ihr: „Laß doch den Heuchler, er ist ein schlechter Kerl und außerdem nicht standesgemäß. Eine goldene Feder und ein Bleistift, ein seltsames Paar. Liebe deinesgleichen, einen Federstiel, hier diesen hübschen, grünen, wirklichen Kavalier. Du wirst es noch bereuen, glaube mir. Der Bleistift ist ein Ausländer, nicht sehr fein, und er betrügt dich noch obendrein." Aber Ly lächelte nur. Sie war zu voll von dem süßen Gift. Sie liebte im tiefsten Herzen den gelben Stift, den glatten, eleganten, mit den sechs wunderbaren Kanten. Er hatte so noble Verwandten in allen Härten, die sich wie richtige, edle Herren bewährten, die nicht erst trinken mußten, um ZU schreiben. Ly war selig, wenn er seine falschen Eide schwor: und dazu hieß er noch Koh-i-noor Sein gelbes Kleid war immer glatt und neu. Nein, Ly blieb ihm treu, wie er sie auch quälte... Bis er sich mit dem schönen Crayon vermählte. Ly sah die beiden eng zusammen, es war keine Täuschung, es konnte nicht anders sein. Er lächelte auch spöttisch herüber, und das Crayon sagte recht laut zu ihm: „Du Lieber..." Und er sagte: „Jetzt bist du mein..." und sein Leib glänzte hell. Da am 22. Februar 1939 mit seinem Fahrrad aus der als Stoppstraße deutlich gekennzeichneten Moltke- traße über die Kaiserallee, ohne anzuhalten. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der Hauptverhandlung wurde der Angeklagte überführt, und er erhielt die gleiche Strafe wie im Strafbefehl. Einen Strafbefehl, ebenfalls über 10 Mark, erhielt der H. T. in Kassel. Er fuhr am 22. Dezember 1938 gegen 11 Uhr mit feinem Personenkraftwagen auf der Marburger Straße in Richtung nach der Stadt und hat unter Außerachtlassung der nötigen Vorsicht einen vor ihm fahrenden Radfahrer angefahren. Der Radfahrer kam zu Fall und das Fahrrad wurde beschädigt. Der Angeklagte legte gegen den Strafbefehl Einspruch ein. In der Haupt- verhandlung wurde er überführt, und er erhielt die gleiche Strafe wie im Strafbefehl. Die am 24. d. M. vertagte Derl)andlung gegen L. G. in Gießen wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde gestern fortgesetzt. Der Angeklagte hatte einen Strafbefehl über 50 Mark erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Er fuhr am 2. Februar 1939 gegen 11 Uhr mit einem Auto nach Lich. Aus der kurvenreichen Straße zwischen Steinbach und Lich fuhr der Angeklagte unter Außerachtlassung der nötigen Vorsicht gegen einen Baum, wooei er und fein Beifahrer erheblich verletzt wurden. Nach Vernehmung eines weiteren Zeugen beantragte der Vertreter der Anklage, auf eine Geldstrafe von 80 Mark zu erkennen. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 50 Mark, ersatzweise zehn Tage Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah von einer Freiheitsstrafe ab, weil der Angeklagte selbst schwer verletzt wurde und längere Zeit im Krankenhaus lag und weil er sich sonst einwandfrei geführt hat. zeigte, in Betracht. Große Strafkammer Gießen. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte W. O. aus Lauterbach hatte sich wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einer Person unter 14 Jahren zu verantworten. Der Angeklagte, der geständig ist, stand bereits früher wegen dem gleichen Delikt unter Anklage, wurde aber damals mangels Beweises freigesprochen. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Der Verteidiger beantragte auf eine geringere Strafe zu erkennen, dem Angeklagten auch die Untersuchungshaft anzurechnen. Der Angeklagte wurde eines Verbrechens nach § 176 Z. 3 StGB, schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, abzüglich zwei Monate fünf Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Straserschwerend kam in Betracht, daß dem Angeklagten das frühere Verfahren gegen ihn keine Warnung war. Sodann standen sieben Schottener Einwohner (R. R., P. B., G. H., Th. D., H.W. Sch. jun., A. D. und G. Sp.) wegen Einbruchsdiebstahls, begangen Anfang Oktober' 1938 in Schotten, vor Gericht. Ferner hatten sich H. W. Sch. fen. und R. D., ebenfalls beide aus Schotten, wegen Hehlerei zu verantworten. Die Angeklagten find im wesentlichen geständig. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen R. R. eine Gefängnisstrafe von acht Monaten wegen Einbruchsdiebstahls, gegen P. B., G. H. und Th. D. je eine Gefängnisstrafe von einem Monat wegen Beihilfe zum Einbruchsdiebstahl, gegen Sch. jun., A. D. und H. Sp. je eine Gefängnisstrafe von drei Monaten wegen Einbruchsdiebstahl, gegen Sch. sen. und R. D. je anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 5 Tagen eine Geldstrafe von 50 RM. Acht der Angeklagten wurden schuldig erkannt und verurteilt: R. zu einem Jahr Gefängnis, B. und H.' je anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen zu einer Geldstrafe von 100 RM., D. II. zu drei Monaten Gefängnis, Sch. jun. zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis, Sp. zu vier Monaten Gefängnis, Sch. fen. anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 5 Tagen zu einer Geldstrafe von 50 RM. und D. anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 3 Tagen zu einer Gefängnisstrafe von 30 RM. Das Verfahren gegen Th. D. wurde eingestellt. Den Angeklagten wurden mildernde Umstände zugebilligt. Bei dem Angeklagten R. kamen die erheblichen, teils einschlägigen Vorstrafen straferfchwerend in Betracht. Gegen letzteren erging Haftbefehl. „Die NS.-Dolkswohlfahrt im (Sou Hessen-Nassau."' NSG. Unter diesem Titel hat die Gauamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt der Oeffentlichkeit einen Leistungsbericht über ihre Tätigkeit seit ihrem Bestehen im Gau Hessen-Nassau vorgelegt. Der unter Erwähnung sämtlicher Arbeitsgebiete der NSV. auch mit Bildern ausgestattete, 32 Seiten starke Rechenschaftsbericht bringt interessante Zahlen Amtsgericht Gießen. H. H. auf Gut Waldhof (Kreis Fritzlar) einen Strafbefehl über 10 Mark. Er fuhr Fliegen Speisen urch den fliegenglo’11' Fliege"1’1* dem braucht deine Fli^' ist sehr pre^ ar noch ein jenseitiges Licht. Sie schrieb Liebesbriefe auf Rofabögen und kleine Gedichte auf Papier, gelb wie Elfenbein: sie strichelte Blumen md Falter hin und in ein schlankes Herz Den Schwur: „Ich bin Dein!" Sie zeichnete «lerne, des .‘limmels silberne Ernte, und einmal auch eonne .ind Mond. Nicht umsonst waren die ersten Worte, He sie lernte: Frühling, Glück, Geliebte, Himmel und Tau. Zwischen solchen lieblichen Dingen wurde ise älter, wurde sie eine junge Frau. * Eines Tages glitt sie durch eine Träne, die auf bem Papiere lag, und in dem Salz erstarrte ihr reiches Herz. So erfuhr sie, daß die Menschen auch meinen, erfuhr sie von ihrem Schmerz. Sie lachte rjur selten mehr und sprang nicht mehr über das kapier, als ob es eine Wiese im Frühling war. Ähre Züge wurden langsam, und jedes Wort führte trroas' von dem Tränensalz fort. Sie schrieb immer iDd) Briefe, wohl auch Verse, doch sie waren nicht nolbbeftäubt wie ehedem. Der Sommer wehte Den < Bolbftaub von ihr, und in den Nächten fragte ste li-ife zu mir: das klang beinahe wie em trauriges lüeb Die Sonne durchglühte sie und glühte sie nüb, sie hatte Sehnsucht nach stillerem Dunkel ihr liiesicht war nicht mehr nur goldenes Gefunkel, es mar manchmal düster von den Gedanken, die m iiie Zeilen strömten, war von erstarrten «eufzern t-rmunberf, unb bic Seufzer würben kleine Ranken, ^ote Wünsche hingen an ihr wie unsichtbares -olei, ins Jahr war ein Meer zwischen Mai unb Mai. cm Erdaushsb beschäftigt. Die Bauleitung liegt in II Händen des Architekten Müller (Offenbach), von li jicm die Pläne stammen, nach denen das Heim ! rbaut wird. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. s-r N oder Häuser Oswaldsgarte» - IN’?) - Gartenbaubetriebe für jeden Verkauf an Sonntagen geschlossen bleiben. D i e Kreishandwerker schast Gießen gibt bekannt, daß die Ausgabe der grünen Der sicherungskarten zur Altersversorgung am Montag, 3. Juli, bei der Kreishandwerkerschaft, Goethe- straße 7, l., erfolgt. Handwerkerkarte und letzter Ein- kommensteuerbescheid sind mitzubringen. *♦ D i e Fettschein-Abgabe für biß Monate Juli bis September erfolgt nur vormittags von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Fettscheine, die an den vom Sozialamt angegebenen Tagen nicht abgeholt werben, können später nur noch Mittwochvormittags in Empfang genommen werden. An Kinder werden die Fettscheine nicht ausgehändigt. ** Das Hessische Str a ß e n b a uo m t Gießen gibt die Vergebung von Straßenbau- unterhaltunasmaterial bekannt. Die Angebotsvor- drucke sind bei den Lezirksbauämtern erhältlich. Deutscher Honig Aus verschiedenen Quellen gewinnt die Biene den Honig, einmal aus den Nektarien, d. h. den Honigdrüsen der Blüten und zum andern aus dem Honigtau, der sich auf Blättern und Nadeln der Bäume findet. Zu den wichtigsten Honigtauerzeugern gehören Fichte, Weißtanne und Lärche und von den Laubbäumen Linde, Ahorn und Eiche. Allerdings ist das, was sich aus den Blättern und Nadeln findet und was die Bienen zu den Blüten lockt, nicht schon Honig. Honig ist erst das Erzeugnis der Bienen, ein Produkt also, das in vielfältigen Arbeitsgängen von den Bienen hergestellt und mit Drüsensäften von ihnen bereitet wird. Erst die Fermente, die die Bienen in ihrem Körper den vflanzlichen Säften zu- setzen, und die durch sie bewirkte Spaltung des Rohrzuckers in Frucht- und Traubenzucker machen den Nektar zu dem für die menschliche Gesundheit so überaus zuträglichen Honig. Einen wesentlichen Einfluß auf den Wert des Honigs hat auch die Gewinnung und Behandlung durch den Imker, wenn man seine Beschaffenheit auch, wie häufig noch angenommen wird, nach Geschmack und Geruch nicht beurteilen kann. Es spielen allzuviel Umstände mit, die das unmöglich machen, wenn man natürlich auch ungefähr die Haupttrachtpflanzen mit der Zunge feststellen kann. Ob aber ein Honig mit einem andern verschnitten ist, läßt sich auf diese Weise nicht nachprüfen. Dazu bedarf es anderer Mittel und Wege, und hier hat nun die sog. Pollenanalyse zum Ziele geführt. In den letzten Jahrzehnten hat der Pollen, also der Blutenstaub der Pflanzen, für die Moorforschung und für die Waldgeschichte der Nacheiszeit große Bedeutung erlangt, war es mit seiner Hilfe doch mög- im Einheitsglas. lich, die Pflanzen festzustellen, die vor vielen Jahr- zehntausenden in Deutschland heimisch waren. Diese Pollenanalyse hat man nun auch bei der Herkunftsbestimmung unseres Honigs angewandt und so feststellen können, welchen Pflanzen er entstammt. Beim Einsammeln des Nektars durch die Bienen gelangen nämlich auch mikroskopisch kleine Blütenstaubteilchen mit in die Zellen der Waben. Da nun der Pollen jeder Pflanzenart eine bestimmte Form hat, so kann man leicht unterscheiden, ob es sich zur Hauptsache x B. um Linden-, Akazien-, Kornblumen-, Obst-, Waldhonig usw. handelt. Auf diese Weise läßt sich also feststellen, daß Honig, der Pollen enthält, der von Pflanzen stammt, die in Deutschland nicht vorkommen, mit Honig ausländischer Herkunft vermischt wurde. Deutscher Bienenhonig ist heute allerdings zumeist auch schon äußerlich kenntlich. Bon der Reichs- facharuppe Imker ist s. Zt. ein sog. Einheitsglas geschaffen worden, dessen nur die organisierten Imker sich bedienen dürfen, die damit auch die Gewähr dafür übernehmen, daß das, was in diesem Einheitsglas auf den Markt kommt, reiner deutscher Bienenhonig ist, der zudem eine sehr sorgfältige Behandlung erfahren hat. Auf großen imkerlichen Veranstaltungen wie z. B. auf der Reichskleintierschau und jetzt wieder auf der Reichsnäyrstandsschau in Leipzig fand man dieses Einheitsglos in vielen Tausenden von Exemplaren mit Honig in den verschiedensten Farben, vom hellsten Weiß des Rapshonigs bis zum dunklen Schwarzgrün des Waldhonigs. Verschieden in Geschmack und Farbe ist der deutsche Honig, aber gleich in seiner Güte. Aus der engeren Heimat. Die Stadt Alsfeld im Fremdenverkehr. Mitgliederversammlung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. >6- Alsfeld, 27. Juni. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g hielt der Verein feine Mitgliederversammlung im „Gasthaus zum Hessischen Hof" ab. Aus dem Tätigkeitsbericht des Leiters ging hervor, baß der Verein bestrebt ist, den Anforderungen des gesteigerten Fremdenverkehrs in Alsfeld gerecht zu werden. Zu diesem Zwecke wurde «in neues Werbefaltblatt herausgegeben. Ferner beteiligt sich der Dertehrsverein an der durch den Landesfremdenverkehrsverband Rhein - Main veranlaßten Gemeinschaftswerbung in den dafür vorgesehenen Zeitungen. Außerdem erfolgten Werbungen in den bekannten Fachadreßbüchern. Tnrrch die günstige Lage des Zubringers zur Reicksautobahn in unmittelbarer Nähe der Stadt ist eine erhebliche Steigerung des Kraftwagenverkehrs in der Stadt zu verzeichnen. Die Werbung für Beschaffung von privaten Unterkunstsräumen soll fortgesetzt werden, da die verfügbaren Zimmer der Gaststatten nicht mehr ausreichen. Ferner erwarb der Verein 500 Exemplare des Werkes „Alsfeld" von Professor Dr. Meyer-Barkhausen (Gießen). Das Buch wird zu Werbezwecken verbilligt abgegeben. Die vom Rechner des Vereins, Stadtinspektor S e i p p e l, vorgelegten Rechnungen der Geschäftsjahre 1 9 3 7 und 1938 wurden genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Der Jahresbeitrag wurde in derselben Höhe wie seither mit 2 Mark festgesetzt. Bei dieser Gelegenheit wurde beschlossen, eine tatkräftige Mitgliederwerbung alsbald in die Wege £u leiten. Der Voranschlag für das Geschäftsjahr 19 3 9 bewegt sich mit 846,61 Mart in Einnahme und Ausgabe und wurde genehmigt. Unter Verschiedenes wurden aus dem Kreise der Mitgliederversammlung zahlreiche Anregungen und Wünsche bekanntgegeben, die sich namerrtlick aus die Verschönerung des Stadtbildes und die Ausgestal- tuna der städtischen Anlagen bezogen und deren Förderung der Leiter des Verkehrsvereins zusagte. Besonderes Augenmerk soll künftig der Freilegung des Fachwerkes an alten Holzhäusern geschenkt werden unter Zuschußgewäy- rung durch die Stadt. Marburger Festspiele vom 1. Juli bis 6. August. * Marburg, 27. Juni. In Marburg finden auch in diesem Jahre wieder, und zwar in der Zeit vom 1. Juli bis 6. August, die „Marburger Festspiele" statt, für die in diesem Jahre Aufführungen von vier verschiedenen Theaterstücken vorgesehen sind. Das Programm verzeichnet das spanische Lustspiel von Tirso de Molina „Don Gil mit den grünen Hosen", ferner erfährt eine Dolkskomodie von H. W. Hillers unter dem Titel „Der Flurschutz von Wakefield" in Marburg feine Uraufführung. Shakespeares unsterbliches Lustspiel „Ein Sommer- nachtstroum" steht wiederum auf dem Programm, und als vierte Aufführung wird Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia" gezeigt werden. Freilegung der Kasematten der Dillenburger Burg. Lpd. Dillenburg, 27. Juni. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren an der alten Dillenburger Schlohoeraanlage, dem früheren Stammsitz der Prinzen von Oranien, umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt worden sind, sollen jetzt die noch nicht zugänglichen unterirdischen Gänge und Käse- matten der früher stark befestigten Buraanlage frei- gelegt und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Hunderte von Hühnern durch Marder und Füchse gestohlen. Lpd. Westerburg (Westerwald), 27. Juni. Im Gebiet des Westerwaldes haben die Füchse und Marder in den letzten Jahren eine so starke Vermehrung erfahren, daß Hühnerdiebstähle dieser kleinen Raubtiere fast an der Tagesordnung sind. Es vergeht kaum ein Tag, in dem Marder oder Füchse nicht in einen Hühnerstall eindringen und aus ihm mehrere Hühner wegschleppen. In den letzten Monaten sind in den Dörfern des Westerwaldes auf diese Weise Hunderte von Hühnern verschwunden, wodurch den Landwirten und Hühnerhallern ein beträchtlicher Schaden entstanden ist. Landungsfahrten des „Graf Zeppelin" nach deutschen Städten. Jeden Sonntag ab 2. Juli bis zum Spätsommer. Lpd. Frankfurt o.M., 27.Juni. Das Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin" wird in den kommenden Monaten Landungsfahrten nach deutschen Städten durchführen. Mit der Aufnahme dieser Fahrten ist ab Sonntag, den 2. Juli, zu rechnen. Weitere Fahrten werden voraussichtlich bann mit wenigen Ausnahmen jeden Sonntag bis zum Spät- ommer durckgeführt werden. Das Luftschiff wird e nach der Wetterlage in den Vormittagsstunden starten und abends nach dem Heimathafen zurück- kehren. Als erste Stadt wird am kommenden Sonntag Meiningen besucht werden. Mit einer ganzen Reihe anderer Städte schweben zur Zeit 93er- hcmdlungen, die noch nicht endgültig abgeschlossen sind. Durch die Starts und Landungen bei diesen Fahrten des Luftschiffes wird auf dem Flug- und Lust- schiffhaien Rhein-Main bei Frankfurt a. M. die Möglichkeit gegeben, nach längerer Pause wieder dem aus früheren Jahren gewohnten Schauspiel eines startenden und landenden Luftschiffes beizu- wohnen. Landkreis Gießen. * Inh« ide n, 28. Juni. Der beim Schwelkraftwerk angestellte Lokomottvführer Karl Lotz von hier geriet gestern nachmittag unter bie Lokomotive der Grubenbahn und erlitt dabei so schwere Verletzungen an einem Bein, daß er sofort durch die Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach der Gießener Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte. Die Verletzungen waren so erheblicher Natur, daß dem bedauernswerten Manne sofort das Bein bis zum Knie amputiert werden mußte. + Allertshausen, 27. Juni. In unserer Gemarkung haben sich in diesen Tagen die Wild- s ch w e i n e wieder einmal sehr unliebsam bemerkbar gemacht. Sie haben sich insbesondere auf Kar- tofseläcker gestürzt und erheblichen Schaden ange- richtet. Der hiesige Förster Beyer hatte sich des- halb auf die Suche nach den Tieren begeben, und es gelang ihm auch, einen Keiler von über einem Zentner Gewicht zu erlegen. kreis Friedberg. — Butzbach, 27. Juni. Die Bautätigkeit hielt sich in unserer Stadt feit Frühjahrsbeginn in dem gewohnten Ausmaße. Einige im Herbste fertiggestellte Rohbauten werden im Innern fertiggestellt. Daneben sind eine Anzahl Wohnhäuser und einige größeren Bauvorhaben im Entstehen begriffen. Der Stall für das Ernährungshilfswerk wird in Kürze im Rohbau fertiggestellt sein, so daß im Lause des Sommers die „Belegschaft" einziehen kann und so die Küchenabfälle in der Stadt ihrem nutzbringenden Zwecke zugeführt werden können. Unser historischer Marktplatz, der durch seine kunstvollen Fachwerkbauten weithin bekannt ist, hat durch Freilegen des Gebälkes und entsprechenden Anstricy an drei Häusern eine wesentliche Erweiterung nach der Wetzlarer Straße erhalten und ist dadurch um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. In der vorigen Woche wurde mit dem Bau einer Reihe Eigenheimhäusern begonnen. Die 9 Ei nf ami li enw oh nun gen sollen sämtlich noch in diesem Jahre fertig und bezugsfähig werden. Eine Reihe von Erweiterungs- und Umbauten waren notwendig geworden. Das Daühand- werk ist voll beschäftigt. kreis Alsfeld c. Flensungen, 28. Juni. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Kriegerkameradschaft aitf ihrem Schießstand am Ortsausgang nach Mücke ein Leist u n g s sch i e ß e n. Als Höchstleistung konnten 35 Ringe erzielt werden. c. Merlau, 28. Juni. Die Ortsgruppe der NSDAP. Merlau hielt am Samstagabend bet Pg. Baist ihren Mitgliederappell ab. Mit einem Lied wurde die Versammlung eröffnet. Schulungsleiter Dönges schilderte sodann die Verhältnisse der Ausländsdeutschen in großen Zügen. Weiterbin gab er noch Aufschlüsse über das SA.-Wehrsport- adzeichen bekannt. Zum Schlüsse sprach noch der Ortsgruppenleiter Münch über geschäftliche Angelegenheiten. Mitgliedskarten- und -bücher gelangten zur Ausgabe. ORunOfunfprogramm Donnerstag, 29. Juni: 5 Uhr: Frühmufik. Es spielt der Mufikzug der Gruppe 1 (Ostland) des NS.-Fliegerkorps. 5.50: Dauer, merk auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied — Morgenspruch — Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Kapelle Otto Fricke. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Königsberg. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volkskiedsingen. Leitung: Helmut Franz. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Ausführung: Das kleine Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Frisch aus der „Presse" (Jndustrie-Schall- platten und (figenaufnahmen). 14.45: Für unsere Kinder: Heut sollt ihr fleißige Handwerker sehn. 16: Bäderkonzert. Einlage 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Berus: Die Frau im sozialen Dienst. 18.30: Wagen und Mann am Westwall. Motoren als Helfer zum Schutze der Heimat. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Jndustrie-Schallplatten und Ci gen aufnahmen). 20: Nachrichten. 20.15: „Singendes klingendes Kassel". 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Unsere Kolonien: Hörerbriefe von drüben... 22.35 bis 24: Volksund Unterhaltungskonzert. GROSSGARAGE ■Qltßl Weiten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Qsrl Duncker Verlag, Berlin W 35 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Box 18 wird frei. Aber sagen Sie Preetz, er müsse mit der Limousine in die Sammelgarage, wenn er kommt. Ich muß Box 18 vermieten. Muß alles besetzt sein, wenn die Pachtbewerber er- scheinen! Verstanden?" „In Ordnung, Herr Mühsam!" Fritz hastete nach unten. Nun mal 'ran an die „Gemüsekraft"! Was für Namen die Wagenwäscher erfanden! Fast jedem Wagen hatten sie einen Spitznamen ge. geben. Die ersten Tage hatte er gar nicht gewußt, was eigentlich los war, wenn sie so redeten. Die „®emüfetraft , das „Fräulein", der „Star", der „Doktor", die „Verleih", die „Garage"... Aber jetzt wußte er Be cheid. Die „Verleih" — das war Hilde Webers Wagen, in dem sie mit ihren Büchern aufs Land fuhr. Und das „Fräulein" — das war der Wagen von Fräulein Sandner, der in der großen Sammelgarage stand. Der „Star" — das war der Wagen des Schauspielers Vallendar, und der „Doktor" gehörte Dr. Römer, dem Arzt, der gegenüber seine Praxis hatte. Und „der Garage" war der große Wagen, der vermietet wurde. Als Fritz mit der Benzinkanne bei der „Gemüse- kraft" angelangt war, heulte der Motor auf. Der behäbige Gemüsehändler Neumann lachte und winkte leutselig ab. „Feiner Wagen — braucht bloß die Benünspritze zu sehen, schon springt er an... Zieh n Sie man wieder ab, Herr Huckemann!" Von oben ertönte ein Signal. Fritz lief wieder hinauf. Ein Wagen hielt vor der Tankstelle. Ein Blick genügte für Fritz: Es war der Wagen Dr. Römers. „'n Abend, Herr Dotter! Wieviel Liter?" Dr. Römer flieg aus. Sein Übergangsmantel stand offen. Sein braunes Haar, nach hinten zurück- gestrichen, war an den Schläfen ergraut. Freundlich nickte er Fritz zu. „Zwanzig Liters Er blieb einen Augenblick neben dem Tank stehen und bettachtete die vielen Werbesckilder und die Ratschläge für Autofahrer an den Wänden. Bißchen viel war es heute! dachte er. Tja, der Herbst bringt das so mit sich... Und während er ein paar Schritte vorwärts machte, um aus dem Bereich des Tanks zu kommen, und in die Tasche griff, um sich eine Zigarette anzustecken, farm er über einige Fälle nach. Unbewußt bas Gefühl des Genusses auskostend, Mies er den Rauch vor sich hin und beobachtete, wie die Wagen die roten Winker ausstreckten, in einer Kurve in die Ein- ahrt bogen und dann wie Raubvögel in die Diese schossen. Ausspannen mußte man! In den paar Stunden, in denen man frei hatte, sich völlig aus der Praxis loslösen! Tja, wenn das so einfach wäre... Ob er noch mal zu Frau Preetz hinaufging? Doch der Fall lag ja völlig normal. Aber er könnte vielleicht dabei Charly treffen? Bei dem Gedanken an sie lächelte er. Es wäre schön, einen Abend mit Charly zu verbringen. In ein Konzert zu gehen ober in ein Theater. Sie neben sich sitzen zu sehen. Ihre dunkle Stimme zu hören. In den Glanz ihrer braunen Augen zu Micken. Sein Gesicht verdüsterte sich. Was hatte Charlotte in den letzten Tagen? Sie war anders geworden.- Sie wollte nicht ausgehen, sie saß zu Hause, und er fürchtete, sie grübelte... Seinetwegen? Dachte sie nun daran, daß es eigentlich Zeit sei, sich zu entscheiden? Für — oder gegen ihn? ,Hst Fräulein Sandner schon gekommen?" fragte er. „Nein, Herr Dokter, noch nicht. Aber nun muß sie ja wohl gleich kommen... Der Wagen ist fertig. Zwanzig Liter Benzin, ein Liter Oel. Ich hole gleich die Quittung aus dem Büro!" Fritz wollte gehen. In dieser Sekunde packten scharfe Scheinwerfer die Einfahrt zur Garage. Ein langgestreckter Sportwagen kam in rascher Fahrt heran. Der Wagen war offen, und Fritz begrüßte den Fahrer mit einem lauten Zuruf: 'n Abend, Herr Vallendar! Willkommen in Berlin!" „War das der Schauspieler Vallendar?" fragte Römer. „Jawohl, Herr Dotter! Er ist heute früh aus Aegypten zurückgekommen. Hat dort gefilmt." Römer nickte. Vallendar — auch jemand, den man ganz aus den Augen verloren hatte. Und sie hatten sich doch so gut verstanden damals, als er den Schauspieler wegen eines Knöchelbruchs behandelt hatte. Er hatte ihn in die Klinik von Geheimrat Wiesener gelegt. Ja, sie hatten eigentlich geglaubt, es würde eine Freundschaft fürs Leben werden. Und nun war es doch nichts geworden. Der Berus frißt einen auf! stellte Römer sachlich fest. Seiner wie meiner — das ist eben so. Was für schöne Abende hatte er mit dem Schauspieler verbracht! Vallendar glühte vor Temperament. Er erzählte glänzend: Wahres, Erfundenes, alles durch, einander. Kein Mensch wußte zum Schluß mehr, was wahr und was erfunden sei. Römer ging auf und ab, um auf den Schauspieler zu warten. Ganz unvermittelt tönten Rufe aus der Garage. Eine mächtige, geschulte Stimme schimpfte: „Toll ist bas! Huckemann — kommen Sie her! Hucke- mann!! Zum Donnerwetter — Huckemann!" Die Stimme kam näher. Offensichtlich lief der Mann den Tunnel herauf. Der Tankwart eilte an die Stelle, wo der Weg sich in die Tiefe senkte. Er beugte sich hinunter, um abwärts spähen zu können. „Hier bin ich! Was ist denn los?" „Ein fremder Wagen steht vor meiner Box! Haben Sie vielleicht meine Box während meiner Abwesenheit vermietet? Unerhört ist das!" „Ich komme gleich! Wird ein Begehen sein, Herr Vallendar! Kann ja mal Vorkommen, jetzt am Letzten." Fritz verschwand im Dunkel des Tunnels. Dr. Römer lächelte. Genau so, wie früher, der gute Vallendar! Immer gleich los mit allen Kräften und mit dem größten Stimmaufwand... Richtig — jetzt tauchte er aus dem Gange auf. Und er schien schlechter Stimmung zu fein — schimpfte vor sich hin und fuhr sich dabei mit beiden Händen durchs Haar. „Schöner Empfang, den maft bekommt! Aerger — nichts als Aerger!" grollte er. Römer ging ein paar Schritte auf ihn zu. „’n Abend, Herr Vallendar! Erinnern Sie sich noch?" Mit einem jähen Ruck hob Vallendar den Kopf. „Römer — natürlich: Doktor Römer! Wie kommen Sie denn hierher?" „Ich habe jetzt meinen Wagen hier stehen." Impulsiv streckte Vallendar die rechte Hand aus. „Auch gegen Sie habe ich mich schändlich benommen. Immer benimmt man sich schlecht gegen Menschen, denen man etwas verdankt." Sie schüttelten sich die Hände. „Ich habe mich geärgert. Vorhin schon — auf der Straße. Und jetzt steht ein Wagen vor meiner Box. Soll man da nicht aus der Haut fahren?" „Immer noch mit dem Kopf durch die Wand?" lachte Römer. „Natürlich. Bringt der Beruf so mit sich. Man muß explodieren. Schließlich gewöhnt man sichs an... Na, Dokter, und Sie? Was macht die Praxis?" „Immer das gleiche, lieber Vallendar." „Freut mich, Sie wiederzusehen. Und sonst geht es Ihnen gut?" Vallendar wandte den Kopf. Er überhörte die Antwort Römers. Ein kleiner alter Wagen kam auf die Einfahrt der Garage zu. Es war der Wagen, der Vallendar davongeflitzt war. Und in dem Wagen saß das Mädchen... Das Gesicht des Schauspielers strahlte auf wie die Morgensonne. Der ganze Aerger war verflogen. Glück hatte er. Glück! Der Wagen war näher gekommen. Jetzt fuhr das Mädchen über die Bordschwelle — hielt den Kopf den beiden Männern zugewandt, die wenige Schritte beiseitegetreten waren. „Guten Abend, Charly!" rief Römer. Vallendars Kopf fuhr jäh herum. Er sah Römer von der Seite an und hatte im gleichen Augenblick ein niederdrückendes Gefühl. Die Augen des Arztes waren voll Zärtlichkeit. Es waren Äugen, die niemals hell strahlten, die vielmehr wie von innen heraus erleuchtet wurden, wenn ein großes Gefühl das Herz erfüllte. Charly trat auf die Bremse. „Ich muß Sie unbedingt nachher sprechen, Doktor! Wollen Sie auf mich warten?" „Gern, Charly!" Der kleine Wagen senkte sich in den Tunnel hinab. Es war Vallendar, als habe eine Vision ihr jähes Ende gefunden. Auf der Straße lag der kühle Herbstabend; die Laternen hatten kleine,c Ulbe Kreise. Der Schauspieler zog den Schal etwaigster um den Hals. „ Wer war das Mädchen?" fnagte er, und feine Stimme klang völlig gleichgültig. Das stille Leuchten war auf Römers Gesicht haften geblieben. „Das war Charly", sagte er leise und lächelte vor sich hin, ein gutes und zuversichtliches Lächeln, „Charlotte Sandner. Ich kenne sie seit vielen Jahren." Vallendar räusperte sich. Er mußte seine Stimme genau überwachen — sie durste keinen Ton zu viel interessiert klingen... „(Eine Patientin von Ihnen, Doktor?" „Charly? Nein, nein — Charly braucht keinen Arzt! Sehen Sie nicht, daß sie die leibhaftig« Gesundheit ist?" Es lag Vallendar auf der Zunge, daß er das Mädchen vorhin gesehen habe — in einer Verfassung, da die Röte aus ihrem frischen Gesilft gewichen war, da sich ihre Augen vor Schrecken geweitet hatten ... Ach was: Dummheit! Was wollte er denn? Er war doch nicht blind? Sah er denn nicht, wie es um Dr. Römer stand? Er fühlte die herzliche Sympathie, die ihn mit dem Manne verbunden hatte. Er schalt sich selbst einen Narren. Aber was sollte das helfen? Römer ging ein paar Schritte. Ihm war, als könne er nicht auf einem Fleck stehenbleiben. „Jo- Charly ist Modezeichnerin in einem Geschäft oben am Kurfürstendamm, nach Halensee hinaus. Vor vierzehn Tagen hat sie sich den kleinen Wagen ge> kauft. Das war ihr sehnlichster Wunsch schon seit geraumer Zeit. Ja, seit die Mutter starb. Oh — ich kenne Charly noch viel länger! Der Vater lebte in ausgezeichneten Verhältnissen. Ich war Hausarzt bei Sandners. Dann verlor er plötzlich sein ganzes Vermögen. Charly hatte viel Talent. Sie studierte. Aber nach dem Tode der Mutter mußte die kleine Villa verkauft werden. Jetzt wohnt Charly beim Chauffeur Preetz. Den kennen Sie doch? Er föhn' uns immer die Wagen vors Haus." , Schweigend hatte Vallendar zugehört. Er beoor achtete Römer, der hin und her ging, als rede er' sich etwas von der Seele. Und dabei waren es^d^ nur ein paar kurze Bemerkungen über dieses Mädchen ...So also stand es um den Doktor, daß er wie ein Jüngling schwärmte! Lieber Gott: So jung, war Römer doch eigentllch nicht mehr? Die grauen. Schläfen, die ersten Falten um Mmte und "Ugen^ So an die Fünfundoierzig mußte er sein, "we wie sich sein ernstes, berufsgebildetes Gesicht durch' fonntel (Fortsetzung folgt-/ SJl.-tf’port eine schluß ZielsegeWg Freiburg i.V.-Verlin M ntu6 6«! r[ Vollen Ne Wirtschaft Ab- und ,™“h fflt Sei, konnten z; Der glatte Sieg in der 4X100-Meter- Kraulstaffelmeisterschaft ist der wert, vollste Erfolg des GSD. Don Start weg zog fier- bert seinen Kasseler und Hanauer Gegnern davon und schlug bei 100 Meter mit 1:10 an. Er übergab dem erst vom Militär zurückgekommenen Werner einen Dorsprung von 10 Meter mit, den dieser gang: auf der Bahn der Leu na werke bei Merseburg arbeiteten die besten Rollschuhläuferinnen. Für' die Kunst- und Turmspringerinnen wird zur Zeit in Bad Teplitz im Sudetenland ein Lehrgang durchgeführt. Für die fachliche Arbeit in diesen Schulungskursen haben sich dem BDM. die besten deutschen Sport- lehrer zur Verfügung gestellt. Die Madel der Spitzenklasse Leichtathletik wurden von Ho ke, die Kunstspringerinnen von K e f e r betreut. Das Training der Schwimmerinnen hotte Rummel übernommen, der auch die deutschen Schwimmer für die Olympiade 1940 vorbereitet. Diese knappe Uebersicht gestattet einen Einblick in eine gründliche, planmäßige Schulung-arbeit dre um so bemerkenswerter ist, als sie auf emem sorg, fälttgen Aufbau des Leistungssports von unter her, Heimische Leichtathleten in Kämpfen um den Gaumeiflertitel Gießener Turner bei den deutschen Zivölskampsmeisterschasten Der Gießener Schwimmverein bei den Gaumeisterschasten in Wildungen Olympiakämpserin aus dem VDAl. .'lm Mädelsport geht es aufwärts - Schulungslehrgänge für die Spitzenkönner. Korpsführer Christiansen zum Zielstreckenflug. Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General der Flieger Christiansen, richtete an die beiden zuerst in Stettin gelandeten Teilnehmer des Zielstrecken. Segelslugwettbewerbs Obersturmführer Schmidt und Hauptsturmführer Bräutigam in Anerken» riA> °On 'btt £ Am heutigen Mittwochabend stehen sich zum ' hluß der diesjährigen Spielserie DfB.-R. DfR. Lich auf dem Waldsportplatz in einem Freundmann 7:5, 7:5 gegen die Engländerin Liebert Runde weiter. DfB.-Reichsbahn Giehen. vfV.'Reichsbahn I — VfR. Lich I. Etzel, ACT. Kassel (IR. 15), Otto Heupel, Tv. Erbach (Westerwald), .Ernst Schöffmann, To. Wiese ck, Ludwig Herbert, Tv. 18 4 6 Gießen, August Schäfer, Tschft. Fulda, Kurt Schöneich, Tv. Erbach, R. Manns, ACT. Kassel, Karl Bettin,Tv. Wiese ck. An der Meisterschaft im Deutschen Zehnkampf der Frauen, die von Berta Rupp, Tschft. Köpenick, verteidigt wird, nehmen drei hessische Turnerinnen teil: Frau Else ®zn gel. Bubser, Tv. Oberstedten, Käte K r e g e l i u s, CT. Hessen-Preußen Kassel, Margret Seim.Mtv. Gießen. Zu diesen Meisterschaftsturnern und -turnerinnen aus dem Gau Hessen kommen noch 55 Turner und Turnerinnen, die an den Reichswettkämpfen in Hildesheim teilnehmen. Sie gehören den nachstehenden Vereinen an: Tgm. Bad-Nauheim, Tgm. Bad Homburg, To. Wies eck, DfB.-Reichsbahn Gießen, Tv. 1 8 4 6 Gießen, Turn- und Sportgemeinde Kassel - Wilhelmshöhe, BWG. - Dunlop Hanau, Tgs. Rieder-Rodenbach, VfL. 1868 Tura Kassel, Tgm. 1837 Hanau, Tschft. Fulda, Post-Spv. Kassel, ACT. Kassel. Don den Kampfrichtern, die der Gau Hessen stellt, nennen wir u. a. Kreisobmann für Männerturnen Karl Reuter (Gießen). einen Dorsprung von 10 Meter mit, oen o,e,er. nacy ai bis auf 3 Meter halten konnte. Man gab die Staffel so daß--- schon verloren da bei Kassel noch die bekannten > für Kassel lautete das Endresultat. !Jm Hinblick auf die bevorstehenden großen Sporte »irranstaltungen der Jugend steht auch der Madel- fcort im Zeichen der Nachwuchsschulung. Die fähig» fr en Vertreterinnen aller Sportarten, die aus den --eutschen Iugendrneisterschaften als Klägerinnen l^rvorgegangen sind und jetzt den R e i o) s - I-istungsqruppen der einzelnen Sportarten engehören, smd in diesen Wochen vorn Amt für Leibesübungen in der Reichsjugendführung zu Lehr» Längen Kusarnrnengefaßt worden. So fand m der üeichssportschule der HI. in D e g e r l och bei Stuttgart ein Kursus für die besten jungen Tennis- jj-iielsrinnen statt, in Lüdenscheid waren die -^gehörigen der Reichsleistungsgruppe Schwimmen B-nb in Hannover die Springerinnen und Sprinterinnen versammelt. In Steinhorst bei Gelle hatten die Werferinnen ihren Traimngsleyr- Neben den Groß- und Regionalbanken, deren son- stige Gläubiger um 201 Millionen RM. zunahmen, weisen vor allem die Spezialbanken einen beträcht- liehen Zustrom auf (+ 138 Millionen RM.) Daneben stiegen wiederum die Einlagen anderer Kreditinstttute bei allen Bankengruppen kräftig an, insgesamt um über 300 Mill. RM., wovon 118 Mill. RM. bei den regionalen Giro,zentralen und 78 Mill. RM. bei den Groß- und Regionalbanken in Erscheinung traten. Diese Entwicklung ist ein typisches Spiegelbild für die zunehmende Flüssigkeit des Kreditsystems. Auch die Spareinlagen der Banken setzten im Mai ihren Anstieg fort, während andererseits Akzept- und Nostroverpflichtungen abgebaut werden konnten. In der Erhöhung der umlaufenden Schuldverschreibungen um 86 Millionen RM. fand die Lockerung der Emissionssperre ihren deutlichen Ausdruck. ramm mi: der Musikzug Fliegerkorps. 53z jung nach 6tw> tfpmtb - M wert. Es fpttli te fe, 7: Nachrith!!-. itschläge für fe ur Werkpause. ?! chssenders Kößjs Nachrichten. 11 tg: jjelmut Jk- ttagskonzert. 8. rchester. 13: D 14: Nachri^ (3n bufhle-e 14.45: Für ir Handwerker is 17.10: M Wit uni Str. 30: Wauen ufl als W F Mrl. 19.30: Je ödjallplQtten wi i. 20.15: „«Singer- Nachrichten. 221: • Unsere Äolonir 15 dis 24: » Deutscher Sieg im Männer-Ooppel. Zweiter Tag von Wimbledon. Bei den Wimbledon-Tennismeisterschaften wurden im Dienstag vor vollbesetzten Rängen in Anwesen- -eit der Königinmutter Mary das Männevdoppel and das Fraueneinzel begonnen. Unser Davispokal- Noppel, fienkel-v. Metaxa, siegte 6:4, 6:1, 6:4 gegen iit Engländer Freshwater-Demanby, dagegen unter- ogen Menzel - Göpfert den Franzosen Borotra- tzrugnon 6:2, 6:4, 3:6, 4:6, 2:6, da Göpfert stark achließ. Der Kölner Gulcz siegte zusammen mit .ein Dänen Plougman 6:4, 4:6, 6:2, 6:3 geaen yamilton-Leyland. Im Fraueneinzel wurde unsere Meisterin Anneliese Ullstein von der Engländerin Zcrioen 6:3, 7:5 bezwungen; dafür kam Frl. Schu- Kurz darauf konnte Kassel im Anschluß an einen Freiwurf auf 4:1 erhöhen. Die Gießener setzten noch einmal alles daran, um das Ergebnis wenigstens zu kürzen. Es gelang! Nachdem Schüler einen Angriff Kassels durch Fangen des Balles gestoppt hatte, befreite sich Ortwein schnell aus seiner Bewachung, schwamm auf freien Raum, erhielt den Ball von Schüler und schwamm dann auf das gegnerische Tor. Werner und Haibach schwammen nach außen und nahmen dadurch die Deckung mit, daß Ortwein freistehend einschießen konnte. 4:2 Anhaltender Einlagenzustrom bei den Banken. Die soeben erschienenen Maibilanzen der Kreditinstitute stehen wiederum, wie seit Jahresbeginn, im Zeichen eines kräftigen Einlagenzustroms. Mit 33,2 Milliarden RM. liegt die Gesamtbllanzsumme aller Banken heute um nicht weniger als 4,6 Mil- liarden RM. über der entsprechenden Doriahrs- ziffer. Der Maizuwachs von rund 900 Millionen RM. stellt dabei einen bisher unerreichten Rekord bar. Besonbers bemerkenswert ist, daß biesmal ber größte Teil bes Zugangs von den „sonstigen Gläu- biqern", also den Kundschaftseinlagen gestellt wirb, die sich um rund 500 Millionen RM. erhöhten, gegen nur etwa 303 Millionen RM. im Vormonat unb 120 Millionen RM. im Mai bes Vorjahres. Meister John und Brehme ins Wasser gingen. Jeboch Hoffmann legte schon auf ber 1. Bahn mächtig los unb konnte so John von sich abschütteln, um mit 1:08 eine hervorragende Zeit zu schwimmen. Albold brauchte sich als Schlußmann nicht mehr auszuschwimmen, um Brehme sicher mit dem über« nommenen Vorsprung nieberzuringen. Abschluß: Wasserballspiel. Den Abschluß ber Wettkämpfe bildete das Wasserballspiel zwischen Kasseler Swimmverein unb (Siegener Schwimmverein. Gießen ging in folgender Aufstellung ins Wasser: Schüler, Pascoe, Ortwein, Haibach, Albold, Werner, Herbert. Kurz nach dem Anpfiff gingen die Kasseler in Führung. Ortwein sah feinen Gegner gegen die Sonne nicht, so daß Kleinhanns freistehend Schüler schlagen konnte. Lange konnte sich unsere Mannschaft nicht zurechtfinden, da die Verbindung zwischen Verteidigung unb Sturm fehlte. So kam es, daß die Kasseler durch ihren Mittelstürmer bis zur Pause auf 3:0 davonzogen. Der GSD. stellte seine Mannschaft um: Herbert verteidigte mit Pascoe, Albold ging in Verbindung und Ortwein in die Mitte. Bald machten sich die Vorteile dieser Umstellung bemerkbar. Werner unb Ortwein verstanden sich gut unb konnten sich oft ber Bewachung ihrer Gegner entziehen, ohne jeboch vorerst zu Erfolgen zu kommen. Doch bann fiel auch bas erste Tor für Gießen. Ortwein wechselte schnell mit Werner den Platz, der sich vor dem Kasseler Tor aufbaute unb eine Wettvorlage Pas- coes mit bem Arm in bas Kasseler Tor lenkte. Ortsgruppe btt bei i Mit einem $ -Schulungsleid! Verhältnisse btt -N- Weiterhin SA.-DehrsiM sprach nach btt geschäftliche b Md -b ücher y. Am kommenden Wochenende führt das Reichs-1 llchamt Turnen in Hildesheim eine turnerische Hrotzveranstaltung durch, deren Bedeutung man ;aran ermessen darf, daß die großen Wettkämpfe im Samstag und Sonntag auch einen befonberen östlichen Rahmen erhalten. Erstmals werden mit ;en Meisterschaften im Deutschen (gemischten) Zwölfkampf ber Männer und im Deutschen Zehn- xmpf ber Frauen auch allgemeine Reichswett- ümpfe ber Männer (Zehnkampf), Frauen (Acht- :nmpf) unb ber Aelteren verbunden. Die Beteili- iung an ben Reichswettkämpfen zählt nach Tauenden, so daß man in Hildesheim ein kleines veutsihes Turnfest erleben wird. Die Meisterschaft im Deutschen Zwölfkampf ber Männer hat mit insgesamt 119 Teilnehmern eine nnz hervorragend Beteiligung erfahren. Darunter finden sich alle Spitzenkönner des Reiches, iluch der Titelverteidiger unb Sieger bes Deutschen 'um- unb Sportfestes in Breslau 1938, Hans 'riedri ch (München), hatte genannt, doch kann rr wegen einer Verletzung nicht antreten. Als sein tachfolger bürste wohl in erster Linie Kurt isrötzsch (Leuna) in Frage kommen, ber in Breslau Zweiter im gemischten Zwölfkampf mar. Aus unserem NSRL.-Gau Hessen sind an den Meisterschastskämpsen neun Turner beteiligt, unb war: Franz Beyer, ACT. Kassel, Usfz. Rolf ihre Sache sehr gut. Mit einer Zett von 55 Sek. belegten sie hinter ben Frauen ber Hessen-Preußen, bie nur 51,7 Sek. brauchten, ben 2. Platz. Mit ben errungenen Gaumeistertiteln und den gezeigten Leistungen hat ber VfB.-R. einmal mehr bewiesen, daß er zu den besten Vereinen bes Gaues zählt. Zwei Meisterschaften für TV. Heuchelheim. Der TV. Heuchelheim war durch feine beiden Spitzenkönner Gefr. Neidei (2. IR. 116) unb Stahlhut sehr gut vertreten. Neibel gewann ben 5 000-Meter-Lauf sehr sicher, wenn er auch anfangs hart bedrängt war. Seine Zeit war in Anbetracht der Wetterverhältnisse sehr gut. Er siegte ih 15:36,4 von Simm (Kassel) unb Müller (Hanau). Stahlhut hatte es am Sonntag anscheinenb mit ber Glücksgöttin Fortuna verdorben, denn im Hochsprung, Dreikampf und Weitsprung mußte er sich — jedesmal nur knapp geschlagen — mit dem undankbaren 2. Platz zufrieden geben. Er gewann dafür aber diesmal die Gaumeisterschaft über 110 Meter Hürden unb bewies damit einmal mehr seine große Vielseitigkeit. Im Dreikampf _enbete Werner (Kassel) mit 1966 Punkten in Front vor Stadlhut 1960,3 Punkte unb Hildebrandt (Eschwege) 1887,4 Punkte. Im Weifsprung lag Stahlhut bis zum letzten Versuch in Führung, mußte diese dann aber an Hör- nung (Hanau) abgeben, ber 4 Zentimeter weiter sprang. Gaumeister also: Hornung (Hanau) 6,92 Meter. 2. Stahlhut 6,88 Meter. 3. Voigt (Fulda) 6,60 Meter. Stahlhut hatte im Weitsprung eine ausgezeichnete Serie, 6,80, 6.88, 6,80 unb 6,78 Meter was beweist, baß er auch im Weitsprung wieder da ist. lieber 110 Meter Hürden gewann Stcchlhut seinen Dorlauf gegen den vorjährigen Gau meister Knappe (Kassel) unb siegte im Endlauf über Denker (Diez) und Hermann (1900 Gießen). Gute Leistungen von Herrmann (1900). Bei ben am Sonntag auf der Kasseler Hessenkampfbahn durchgeführten Leichtathletik-Gaumeister, schäften war von der Spielvereinigung 1900 nur Hans Herrmann am Start. Er konnte mit guten Leistungen aufwarten. In seiner Spezialübung, bem 110-Meter-Hürbenlauf, mußte er sich nur um Brust- breite von dem zum Schluß aufkommenden Stahl- Hut (Tv. Heuchelheim) geschlagen bekennen. Die erhielten 16.7 Sekunden bedeuten für ben 1900er persönliche Bestleistung. Auch im Hochsprung vermochte Herrmann angesichts bes gut besetzten Wettbewerbs eine gute Rolle zu spielen. Mit sicher übersprungenen 1,68 Meter kam er auf den vierten Rang hinter Jakobs (CT. Hessen-Preußen Kassel), Stahl- hut (To. Heuchelheim) und Schleenbecker, RAD. 8/221 (To. Ruttershausen). VfV. R. stark vertreten. Die diesjährigen Gaumeisterschaften in der Leicht- tthletik in Kassel fanden mit 510 Meldungen eine heroorragenbe Besetzung. Die von der Dereins- fritung entsandten Aktiven unb Frauen bewiesen ri.it ihrett Leistungen und den errungenen Titeln, hn& sie zu ben Besten bes Hessengaues gehören. An erster Stelle verdient der Junior Helmut Moll ernannt zu werden, der in feiner Klasse den Titel in 1 0 0 und 200-Meter-Lauf mit nach Hause -achte. Nach seinem siegreich beendeten Dorlauf 1,1 Sek.) startete Möll wegen mangelnder Kon* Ärrenz im Endlauf ber Männerklasse. Nach bem Startschuß ging Henkel (Wallau) unwiderstehlich Zavon, boch hinter ihm brachte Möll (VfB.-R.) eine Ueberraschungen bes Tages. Nach schlechtem Mart setzte er bem Felde nach, erreichte es 20 Me- B-r vor bem Ziel und lief im Endspurt zu bem an weiter Stelle liegenden Hornung auf, konnte ihn tbod) nicht mehr passieren. Auch im 200-Meter-Lauf 'wies er seine große Klasse. Aus den Vorläufen walifwerte er sich als einziger Junior für die Ent- cheidung, wo er hinter Henkel (Wallau), ber mit 22 2 Sek. (!) klarer Sieger wurde, in ber guten ■seit von 23 Sek., ben zweiten Platz belegte vor dm bekannten Kasseler Sprintern Fricke 23,2 unb Knk 23,3 Sek. Im 400-Meter-Lauf zeigte ber etwas uber= trainierte D o rst eine gute Leistung, ntbem er hin- tir bem Gaumeister Bott (Kassel) 51,1 Sek., Men- ri kheim (Pol. Kassel) 51,4, einem Marburger ©tu- r-.nten 52 Sek., Vierter würbe in der sehr guten (seit von 52,1 Sek. Im Kugelstoßen wurde Dr. Luh unange- ficbten Gaumeister. Trotz seiner schweren Bauch- nuskelzerrung erzielte er mit 14,33 Meter eine 5er* tirragenbe Leistung. r, rri _ o , . Jm^ Diskuswerfen schasste Dr. Luh noch 39,64 Meter, boch war ber Hanauer Taumel mit 39,81 Meter ber Glücklichere. An dritter Stelle Land- c-ebe (Kassel) mit 35 Meter. Zornsch konnte seinen Gaumeistertitel im 5000« ÜQeter-ßauf ber Junioren verteidigen. Seme Zett rin 17 04 Min. erscheint mäßig, doch lief der junge sliegerunteroffizier vollkommen ohne Training. Msder einmal mehr Überraschte der ..Alte cherr" Kerndt, der im ZM-Meter-Lani eine vrachtme i-eistung bat. Wurde er dach in 24 Sekunden Se^i- ^tet. Außerdem belegte er den dritten Platz! tm i'reifampf für Alte fierren dmter Frmke ACT. tzeßen-Preußen) und Malkameßus lHesjeu-PreußenV l. urch schlechte Leistung im Kugelstoßen verscherzte '^ÄÄn in der 4X1°Ü.Mete« 'St lein loV,»-'. >et Stabi l Sfr. «ft ins?' Rufern b, L sollen fa; be-uyM, ft1 y 2 Die ersten Teilnehmer des vom NS.-Fliegerkorps veranstalteten Zielstreckenfluges von Freiburg i. Br. nach Stettin traten am Montagnachmittag im Stettiner Flughafen ein. Es waren die Piloten Schmidt, Bräutigam und Fl in sch. Unser Bild zeiat NSFK.-Obersturmführer Schmidt, der als Erster landete. — (Scherl-Bild erdienst-M.) nung ihrer großen Leistung folgendes Telegramm: „Gratuliere Ihnen in großer Freude zu Ihrer überragenden Leistung und glänzenden Erfolg. In der gangen Weltgeschichte ist Ihre Tat bis jetzt einzig dastehend, und war nur möglich durch Ihren restlosen, vollsten Einsatz, starken Willen und durch den fanatischen Glauben an die Lösung der gestellten Aufgabe. Ihre Kameraden und Hanna^ Reitsch werden Ihnen folgen, dessen bin ich gewiß." schaftsspiel gegenüber. Die Gäste waren es, die es in ben Aufstiegsspielen im vorigen ^Jahr fertig brachten, ben Grün-Weihen bie Punkte abzunehmen. Die Mannschaft ift sehr spielstark und gut besetzt. Die Hintermannscyaft ist wuchtig unb ber Sturm vergißt ben Torschuß nicht. Die Grün-Weißen werden wohl erst nach hartem Kampf einen knappen Sieg erringen können. Sportlerinnen, sondern zugleich auch beste Käme, rabinnen zusammengekommen finb — Mädel, bie, jo wie es ber BDM. von ihnen erwartet, auch in ihrer charakterlichen Haltung Beispiel jein können. Der unermübliche Fleiß, mit bem jie neben ihren Pflichten im nationalsozialistischen Mäbelbunb unb ihrer beruflichen Tätigkeit an ber Vervollkommnung ihrer sportlichen Leistung arbeite^ ist aller Achtung wert. So macht es Inge Schmitz, bie zur Spitzen- klasse Kraulschwimmen gehört, beutsche Meisterin ist unb Deutschland bereits auf ber Olympiade 1936 vertrat, bie Schwimmerinnen Sylvia Keller« mann unb Erika Pichaiba ober bie Berliner Tennisspielerin Eva Fuchs. Die Freube, ihrs Leistung für bas Ansehen ber Gemeinschaft einsetzen zu bürfen, weist ihnen in ihrer Arbeit ben Weg. Wir werden bestimmt einige von ihnen auf ber Olympiabe 1940 wiebersehen. M. J. Der GSV. ljatte auch zu ben biesjährigen Schwimmeisterschaften bes Gaues XII. seine Wettkampfmannschaft entsanbt. Der Verein hatte vom vergangenen Jahre bie Meisterschaften im Kunstspringen durch Schüler unb im 200-Meter-Brust- jchwirnrnen durch Ortwein zu verteibigen. Schüler konnte mit glatter Uebei/legenhett seine Meisterschaft im Kunstspringen vor Brinker (H. P. Kassel) verteidigen. Schon bei den Pflichtsprüngen war er seinen Gegnern klar überlegen. Schüler bewies durch diesen Sieg, oaß er in Hessen noch unerreicht ist. In ber Klasse 2 siegte Kleinke klar vor Gernert (Wildungen). Im Frauenkunstspringen (Kl. 2) bewiesen Plank und Haus ihre beseitig gute Form. Nur mit wenigen Punkten mußten sie Frl. Wttchauer (Kassel) ben Sieg lassen. (Witthauer 41,36 Punkte, E. Plank 35,89 Punkte, Haus 32,63 Punkte). In ber 100-Meter-Kraulmeisterschaft für Männer schwamm Albold seine persönliche Best- zeit mit 1:09,8 unb belegte damit den dritten Platz. Ortwein verteidigte seine vorjährige Meister- schäft sicher vor s einem alten Rivalen Köhler (Kajsel). Ortweins Sieg war im Gießner Lager in Anbetracht seiner Drainingsleifhingen eine UÜberraschung. Für die meisten Gießener Schwimmsportfreunde dürfte die Meisterschaft Hoffmanns eine der größten Ueberraschungen bedeuten. 5) off mann ent- thronte den Titelhalten John (Kassel) in Herr- lichem Stil und erhielt damit seine schönste Belohnung für fein vorbildlich hartes Training. Schon nach der 100-Meter-Marke zog er unaufhaltsam davon, um bei 400 Meter in ber guten Zeit von 5:52,6 Min. als überlegener Sieger anzuschlagen. in ber kleinsten Einheit, fußt. Im jährlichen Reichs- wrtwettkampf, in den Reichswettkämpfen des öDM.-Werkes „Glaube unb Schönheit", bie in bie- em Jahr zum erstenmal bei dem großen Treffen )er BDM.-Führerinnen in Bamberg während des Reichsparteitages ausgetragen werben, unb in ben Untergau. unb Obergaumeisterjchaften bes BDM. werden die besten Sportmädel für bie Deutschen Jugenbmeijterschaften ausgelesen. Der hohe ßeiftungsftanb ber Mäbel, ber besonbers in ben genannten Lehrgängen zutage trat, bot selbst ür Fachleute unb Sportler, bie biete Bestrebungen bes nationalsozialistischen Mäbelbunbes verfolgt haben, eine Uederraschung. Die zum Teil hervor- ragenben Leistungen ber Mäbel berechtigen nach Aussage der Reichssportlehrer, die bie Reichs- leistungsgruppen betreuen, zu ausgezeichneten Aus- sichten. Der erfreuliche Einbruck biefer Kurse ist aber ber Umftanb, daß hier nicht nur die besten nienluiffld'r- ine «$•**£. -b- i»l b“ latteiv HcMJE n Schale« 5 Mädchen llig L bü”» Shs* IIer L 14 Ä Tko WWM WM ... , Frankfurter Hypothekenbank zeigen ihre Vermählung an 03192 und empfiehlt zur Vermögensanlage ihre Ihre Vermählung geben bekannt Düren, Gchoellerstraße 65 Gießen, Friedhofsallee 14 4563D 03201 Trauringe echt Goid GLORIA I Seltersweg 47 f32D Morgen Donnerstag Erstaufführung Der 45s:D W. Martin, Vorsitzer. Beiprogramm und neueste Ufa-Tonwoche POLAST Giessen Deutsche freiroilügo in Spanien Heute Mittwoch letzter Ta mit Olga Tschechowa Hilde Hildebrandt, Jean Petrovich Theodor Loos, Ernst Dumcke u s s älteste reine Hypothekenbank Deutschlands (Mitgl. der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken) Frankfurt am Main, Adolf- Hitler-Anlage 8 Pfandbriefe (derzeitige Kurse 99.-°/ täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr — Sonntag 3.00, 5.30. 8.30 Uhr _____________ . _ _______ __ _ _ 45G1A Sprechstnnden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach, mittag geschlossen. Karl Althaus Elisabeth Althaus, geb. Stöhr Karl Seibert und Frau Elsbeth, geb. Ehrhardt Gießen, Äleichstraße 12 28. Juni 1939 scheine II fielen später bis auf 97,45 zurück nach anfangs 97,85. An den Aktienmärkten blieb die Tendenz auch späterhin schwach, obgleich dies kursmäßig nur vereinzelt zum Ausdruck kam. Besonders matt erneut Aschaffenburger Zellstoff mit \ 84,50 nach 86,40. AEG. ermäßigten sich auf 109,25 nach 109,75, Mannesmann auf 102,50 nach 102,90. 2G-Farben schwankten zwischen 142,50 bis 143, Verein. Stahl zwischen 97,25 bis 97,75. Bei den später notierten Werten überwogen Rückgänge von 0,50 bis 1,50 v. Sy Von Schiffahrtswerten Nordd. Lloyd 47,50 (50), Hapag zirka 45 (46). Höher lagen Klöckner mit 119,50 (118,25). Auch im Freiverkehr nannte man überwiegend 0,50 bis 1 v. Sy niedrigere Kurse, Umsätze fanden jedoch nicht statt. Tagesgeld unv. 2,75 v. Sy Abendbörse behauptet. Wenn auch in verschiedenen Papieren noch etwas Angebot verblieb, so zeigte die Abendbörse nach den Rückgängen im Mittagsverkehr eher ein beruhigteres Aussehen und die Haltung war im allgemeinen als behauptet anzusprechen. Von den führenden Papieren erholten sich IG.-Farben auf 143,25 (143), Verein. Stahl mit 97,50, Mannesmann mit 102,50 und Hoesch mit 106,25 lagen unverändert, nur AEG. noch 0,25 v. Sy abbröckelnd auf 109. Adlerwerte gingen 1 v. Sy zurück auf 98, ferner gaben Berger Tiefbau auf 141 (141,75), Bemberg auf 122 (122,50), Demag auf 136,75 (137) und Rheinmetall auf 120,25 (120,50) nach und Gesfürel blieben mit 130 im Angebot. Metallgesellschaft waren mit 111,90 (112) knapp gehalten, Deutsche Erdöl 0,25 v. Sy fester mit 118,50. Am Rentenmarkt stellten sich 6proz. IG.-Farben und Reichsbahn-VA. auf 122,75 bzw. 121,50, also unverändert, 5proz. Eisenbahn-Remen- bank gingen mit unv. 97 um. Don Steuergutscheinen nannte man Serie I mit 103,13 kaum verändert, Serie II etwas erholt, Juni auf 97,70 (97,50), Juli auf 97,60 (97,45). nebst den Bemerkungen des Aufsichtsrates liegen in der Zeit vom 30. Juni bis 7. Juli 1939 in der Geschäftsstelle der Genossenschaft» Aulweg 26, werktäglich (außer Samstag), von 16 bis 19 Uhr, zur Einsicht der Mitglieder offen. — Anträge zur Jahres - Hauptversammlung müssen spätestens bis zum 5. Juli 1939 bei dem Vorsitzer des Aufsichtsrates, Karl-Vogt-Straße 19, schriftlich eingereicht werden. Gießen, den 28. Juni 1939. Der Aufficbtsrat der Gemeinnützigen Baugenoffenldiaft 1894 e.G.m.b.H., Oieheo Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1938, sowie Vorlage des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn-u. Verlustrechnung) 2. Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates 3. Genehmigung des Jahresabschlusses für 1938 4. Verteilung des Reingewinnes für das Geschäftsjahr 1938 5. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates 6. Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern 7. Änderung der Satzung (§ 3, Abs. a) 8. Anträge. Jahresabschluß für 1938, sowie der Geschäftsbericht für 1938 , MARBURGER tESTSPiat und Kommunalschuldverschreibungen (derzeitige Kurse 98y2%) Kirchenplatz 5. Tel. 4175. 4202D Donnerstag, den 29. Juni 1939, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Crt und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Bersoneuwag., Tivlomatschreib- tische, Büfetts, Sofas, Waren- und Bücherschränke, Klaviere, Kautsch, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Diwans,ITrumeauwiegel,1 elektr. Bohrmaschine, 15 Baumsägen, 50 Thermosflaschen u. 250 K onserven- tzläser. 4567v Bestimmt: 1 2tnr. Kleiderschrank M Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr. 33, Telefon 3239 gewährt Hypotheken u. Kommunaldarlehen Der neue spannende Kriminalfilm nach dem Theaterstück von A. Jvers Knufptr G Tforkrn f Das Tischleindeckdich unsrer Tage. Milch, Dickmilch, Fruchtsaft oder Obst- •alot auf den Teller, Gronutfrse-Knus* perhofer darüber-e $ s e n I Naturhaft, nahrhaft und leicht verdaulich. Von köstlich gebäckartigem Geschmack. «Weniger Mühe - mehr Genuß mir Knusper. G - Flocken.« Verlangen Sie unverbindlich Proben. Reformhaus am Kreuzplatz 5 Ruf 2130 Frankfurter Obff- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. Der D b ft m ar ff erfährt eine wachsende Bersorgun-g mit Frischware. An die Stelle ausländischer Produkte treten immer stärker heimische Kirschen, Erdbeeren und Stachelbeeren. Johannisbeeren waren infolge der erst beginnenden Ernte noch wenig angeboten. Erdbeeren: und Kirschen hatten bei weiter ermäßigten Preisen, lebhaftes Geschäft, im übrigen lag es ruhig. Äon Auslandserzeugnissen fanden nur Aprikosen und Pfirsiche sowie Zitronen erhöhtes Interesse, während Apfelsinen und auch Bananen weniger beachtet blieben. Am Gemüsemarkt herrschte allgemein reichliches Angebot. Spargel waren allerdings infolge Erntefchluffes nicht mehr vorhanden. Deutsche Früh. Kartoffeln waren noch wenig angeboten. Das @e. schäft nahm nur teilweise einen befriedigenden An. lauf. In vielen Erzeugnissen verblieben starke Ueberstände, die jedoch durch den ambulanten Handel abgesetzt werden. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. Auftrieb: Säb ber 899 (gegen 810 am 20. 6.), Schafe und Hämmel 168 (267), Schweine 4574 (4154). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40), Hämmel bl) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 47 (44 bis 48), c) 38 bis 42 (30 bis 40), d) 30 bis 32 (15 bis 16). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 39 (36 bis 39), c) 20 bis 32 (22 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Fußpflege bei bis 43 Pf. je V» Kilogramm Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16, bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,04, d—f (unter 100 Kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider und g2 (andere Sauen) 1,12, h (Eber) 1,02 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Rhein-Mainische Börse. rNillagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 27. Juni. Der schwache Untertan an der Börse in der letzten Zeit kam im heutigen Verkehr z. T. auch kursmäßig mehr zum Ausdruck. Wenngleich das Angebot der Kundschaft keine größeren Ausmaße annahm, so fehlte jedoch onberfcits fast jegliche Aufnahmeneigung, so daß am Aktienmarkt fast durchweg Rückgänge bis etwa 1 v. Sy vorlagen. Die weiter rückläufige Bewegung der Steuergutscheine blieb dabei u. a. nicht ohne Einfluß. IG.-Farben ermäßigten sich auf 143 bis 142,75 (143,50), AEG. von 110,25 (110) auf 109,75, von Montanwerten Hoesch auf 106,50 (107,50), Mannesmann auf 102,90 (103,65), Rheinstahl trotz unv. 7 v. H. Dividende auf 131,65 (132). Von Zell- ftoffaftien lagen Aschaffenburger weiter schwach mit 86,40 (87,90) und nach Pause kamen Junghans mit 86 bis 86,40 (87,50) zur Notiz. Etwas höher lagen Adlerwerke mit 99 (98,50) und Heidelberger Zement mit 138,25 (137,75). Reichsbank wenig verändert mit 184,65 (184,75). Am Rentenmarkt bröckelten Reichsaltbesitz auf 131,55 (131,60) ab. Steuergutscheine bei lebhaften Umsätzen weiter gedrückt, Serie I 103,25 bis 103,05 (103,20), Serie II 97,70 (79,85). Etwas Angebot lag auch in Liquidationspfandbriefen und Industrie-Obligationen vor, die bis 0,25 v. H. bzw. 0,50 v. Sy zurückgingen. Von Stadtanleihen 4,5proz. Pforzheim v. 27 96,25 (97). Goldpfandbriefe und Staatspapiere weiterhin unverändert. SteuergutLauterdach BERGFREUNDE! Lin neues Buch von Zedtwitz: (Barns in ihrer Bergheimat Lin Lebensbild der Gemse im Wechsel der Jahreszeiten von Franz Graf gedtwitz Insgesamt 137 Seiten mit 94 Abbil- düngen nach Naturaufnahmen. In Leinen gebunden NM 4.80. »Das wissenschaftlich und darstellerisch be- schwingt geschriebene Buch von deutscher Berglandschaft und -tierwelt verdient in den Kreisen der Jäger, der Freunde der Berg« und der Natur, in den Schul- und Volksbüchereien weiteste Verbreitung/' Aus der Natur, Heft 2/39. Ausführliche« bebildertes Werbeblatt kostenlos! Bezug durch jede Buchhandlung! Hugo Dermühler Verlag BerHn-Lirhterfeld« M.-HoMer sofort ab Lager lieferbar 500 ccm II. 600 ccm Sport und 600 Touren BMW.- Fabrik -Vertretung Ed. Kratz Ober-Ohmen Telefon Mücke 65. [4557d Kinderwagen in großer Auswahl. I <694A Fr. Groß Neuenwea 32. Büro-Klein- SAeibmMllien vermietet l4123V Hans Curt Scheer Büromaschinen Lauterbach/H.Ruf 208 Dank des reichlichen Zustroms an neuen Mitteln konnten die Banken auch im Mai wieder sowohl dem Reich bei der kurzfristigen Finanzierung seiner Vorhaben behilflich fein, als auch ihre Liquidität verstärken. Der Bestand an Schatzwechseln und Schatzanweisungen nahm trotz der fortlaufenden Tilgung der ,,Äeferschätze" auch im Mai nochmals tum 332 Millionen RM. zu. Daneben erhöhte sich das Wechselportefeuille um 118 Millionen RM., so daß sich also auch die Entlastung der Reichsbank, von der heute das Wechselmaterial der Banken zum größten Teil stammt, fortsetzen konnte. Dagegen planierten die Banken aus ihrem eigenen Besitz an Reichsanleihen nochmals 43 Millionen RM. bei ihrer Kundschaft. Die Wirtschaft selbst stellte im Mai keine zusätzlichen Kreditansprüche. Dem leichten weiteren Rückgang der Warenoorschüsse stand eint entsprechende Erhöhung der „sonstigen Schuldner" gegenüber. Immerhin hat der im Vormonat festzustellende Rückgang der Bankkredite sich im Mai, im ganzen gesehen, nicht fortgesetzt. Die überschüssigen Mittel der Kreditinstitute fanden so in erster Linie Anlage auf den Liquiditätskonten. Die Guthaben bei anderen Banken fliegen um 316 Millionen RM., und daneben wurde die Barreserve, einschließlich des Scheckbestandes, um 116 Millionen RM. erhöht. .Zusammenfassend entsteht so der Eindruck, daß tue Einführung eines neuen Zahlungsmittels und Anlagewertes in Gestalt der Steuergutscheine die Flüssigkeit und Leistungsfähigkeit des Kreditsystems in keiner Weise beeinflußt hat. Gießener Schlachtviehmarkt. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 6 Ochsen, 4 Bullen, 29 Kühe, 32 Färsen, 111 Kälber, 289 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 41 bis 45,5, Bullen 42 bis 43,5, Kühe 22 bis 43,5, Färsen 34 bis 44,5, Kälber 42 bis 65, Schafe 41 Rest Bergschenke Groß.schattig. Garten,Terrassen HP A KT *7 Neuzeitliche I r\| Kristallglas- 1 ** 1 " Leuchtdiele Mittwoch Samstag u. Sonntag, 8 Uhr Baugenossenschaft 1894 e.G.m.b.H., Gießen Wir laden die Mitglieder der Genossenschaft zu der am Samstag, dem 8. Juli 1939, abends 8 Uhr, im „Burghof“ stattfindenden lahressHauptversammlung hierdurch freundlichst ein und bitten um recht zahlreichen Besuch. Der dokumentarische Zeitfilm der Ufa weeenienöfenreanb Zur geil.Beachtung! In der Zeit vom 30. Juni bis elnschl. 30. Sept, bleiben die Nünirttie iiod HotabeM für jeden Verkauf an Sonntagen geschlossen! Weltberühmt, 1. Juli bis 6. August Don Gil mit den grünen Hosen, spanisch. Lustspiel von Tirso de Molina Der Flnrschüts von Wakefield, Uraufführ. Volkskomödie v. H. W. Hillers Ein Sommernachtstraum, Lustspiel von Shakespeare Borneo und Julia, Tragödie von Shakespeare 4556D Prospekte u. Spielplan durch Reise- u. Verkehrsbüros u. d. Stadtverkehrsamt Marburg Kreisgruppe Gartenbau. Fachgruppe Blumenbiodereieu. 4554p ■ Familien- Drucksachen Verlobungsanzeigen HIHI bei Brühlj Schulstraße 7 ^du^'ge"^" A