Nr. 50 Erstes Matt 189. Jahrgang Dienstag,28.8ebruar 1939 Erlchernl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$=Be$ugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSsKftelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 m m Brette 50Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/« mehr. ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Beschluß des französischen Ministerrates Der neue Geschäftsträger war fünfzehn Monate lang britischer Hauptagent in Burgos. Es ist nicht das erste Mal, daß er die Führung der Geschäfte in einer neu eingerichteten englischen Botschaft übernimmt. In den Jahren 1924 bis 1927, zur Zeit der damaligen englisch-sowjetrussischen Spannungen, war Hodgson Geschäftsträger in Moskau. Der neue britische Botschafter in Nationalspanien wird aller Voraussicht nach kein Politiker, sondern ein Berufsdiplomat sein. Wie aus gut unterrichteten Kreisen erlaufet, hat sich Lord Halifax nach langen Besprechungen, die er mit politischen Persönlichkeiten, darunter Lord Swinton und Lord Willington hatte, entschlossen, einen höheren Beamten des Auswärtigen Amtes mit diesem Posten zu betrauen. Seine Wahl soll auf S i r George Mounsey gefallen sein, der bisher als Ministerialdirektor die südeuropäische Abteilung leitete. Mounsey, der im 60. Lebensjahre steht, hat bisher ausschließlich in der Londoner Zentrale gewirkt. Wenn seine Ernennung zum Botschafter von Chamberlain bestätigt wird, würde dies sein erster Auslandsposten sein. Er gilt als genauer Kenner der spanischen Fragen. vor. Bei der Weiterfahrt stürzte der leere Zug die Böschung hinunter, da die Eisenbahnschienen zerstört waren. Der Maschinist und zwei andere Araber wurden schwer verletzt. * Bomben, die am Montagmorgen von jüdischem Gesindel im arabischen Stadtteil von Haifa zur Explosion gebracht wurden, waren, um ihre furchtbare Wirkung zu vergrößern, m i t Z e i t - zündern versehen. Amtlicherseits wird die Zahl der Toten mit 24, die der Verwundeten mit 37 angegeben, sämtlich Araber. Die Gesamtzahl der in verschiedenen Bombenanschlägen zum Opfer gefallenen Personen beträgt 73, davon 26 Tote und 47 Schwerverletzte. Man befürchtet eine Verschlimmerung der Lage. Die arabische Kreise in Tel Aviv unterstreichen, daß die extremistischen jüdischen Elemente jetzt wegen ihrer Enttäuschung über die Londoner Palästina-Verhandlungen zu Gewaltaktionen schreiten. Paris, 27. Febr. (Europapreß.) Der franko* fische Ministerrat hat am Montagnachmittag einstimmig beschlossen, die Regierung des Generals Franco de jure anzuerkennen. Die E r - nennung eines Botschafters in Burgos wird im Laufe der Woche erfolgen. Der Name der Persönlichkeit, die künftig Frankreich in Burgos vertreten wird, wird in dem amtlichen Beriä)t Nicht genannt. Das entspricht den diplomatischen Gebräuchen, da man erst das Agreement bei der national- spanischen Regierung einholen muß. Es, verlautet, die Wahl werde höchstwahrscheinlich auf eine diplomatische Persönlichkeit entfallen. Falls Senator Berard auf seiner'Weigerung bestehen sollte, nach Burgos zu gehen, dürfte Botschafter Peyrouton oder der Warschauer Botschafter Noel ernannt werden. Ueber die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen ist am Montagabend folgende gleichlautende Erklärung der französischen und der Regierung Franco in Paris und Burgos aus- gegeben worden: „Der Meinungsaustausch, der in Armee sei machtvoller denn je; das habe sich vor allem gezeigt bei der eindrucksvollen Parade der nationalen Truppen in Barcelona. Noch vor kurzem seien die nationalen Spanier in einem großen Teil des Auslandes als „Rebellen" bezeichnet worden. Erst nachdem die Roten unsägliche Greueltaten begangen und Ströme unschuldigen Blutes vergossen hatten, überstürze sich das Ausland mit Anerkennungen. Die Anerkennungen seien eine notwendige Folge des heldenhaften Einsatzes der Jugend Spa- niens, die sich allen Widerständen zum Trotz durchgesetzt habe. Der Sieg über die Roten bedeute gleichzeitig einen Sieg über Freimaurer und internationalen Kommunismus. Der Staatschef gedachte dann jener Nationen, die seit Anbeginn des Krieges sich vorbehaltlos auf die Seite der nationalen Sache stellten: der Schwesternation Portugal und der befreundeten Mächte Italien und Deutschland. Franco schloß mit dem Dank an die Mütter der spanischen Soldaten und ihre heldenhaften Söhne. — Die Rede Francos wurde von der Menge mit begeistertem Jubel ausgenommen. Besonderen Beifall fand aber die Stelle, an der Franco den befreundeten Nationen den Dank Nationalspaniens zollte. erklärten sie dort Azana gegenüber jeden weiteren Widerstand für nutzlos, und Alvarez del Vayo mußte seinem Herrn Negrin nach Valencia den Bescheid überbringen, daß Azana nicht mehr „ziehe". Jetzt hat die französische Regierung den vollzogenen Tatsachen gegenüber Rechnung tragen müssen. Soviel man sehen kann, hat sie keine einzige der von ihm vorgebrachten „Bedingungen" bei Franco durchsetzen können. Man empfindet das hier nicht gerade angenehm, und es fehlt nicht an herben Kritiken gegen die Spanienpolitik des Quai d'Orsay, die vor allem an dem einen Grundübel litt, daß sie im Zeichen der Volksfront eingeleitet worden war. Zusammen mit großen Teilen der französischen öffentlichen Meinung war diese Politik die Gefangene der Schlagworte von der angeblichen Bedrohung der militärischen Sicherheit Frankreichs durch ein nationales Spanien. Bis zu allerletzt hat dieses Schlagwort standgehalten, und vor wenigen Tagen erst noch hat eine mit Sowjetspanien sympathisierende Vereinigung linksstehender Kammerabgeordneter, die angeblich 300 Mit- Der Eindruck in London. Eine merkwürdige Uuterhaus-Erklärung Macdonalds. abs. London, 27. Februar. Die Palästina-Konferenz fand am Mom tagvorrnittag mit englisch-arabischen Besprechungen ihren Fortgang, während am Nachmittag die britische Abordnung mit der jüdischen Vertretung zu- sammentraf. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, standen die Vormittagsbesprechungen völlig unter dem Eindruck der blutigen Ereignisse in Palästina. Die Bomben-Attentate in Haifa und Jerusalem sowie die übrigen Anschläge und Ausschreitungen, die sich während des Wochenendes in Palästina ereignet hatten, hätten einen überaus tiefen Eindruck auf die Teilnehmer an den Besprechungen gemacht. Wie weiter verlautet, hat man sich in erster Linie mit der neu geschaffenen Lage befaßt, jedoch den neuen britc Der amerikanische Botschafter in London wird im Interesse der Aufrechterhaltung der jüdischen Einwanderung bei Halifax vorstellig. Burgos zwischen Außenminister I o r d a n a und dem außerordentlichen Delegierten der französischen Regierung, Berard, in der Atmosphäre der größten Freimütigkeit stattgefunden hat, hat den beiden Regierungen den Abschluß eines Abkommens über die sie interessierenden Fragen aeftat- tet. Die französische Regierung hat sich infolgedessen bereiterklärt, der nationalspanischen Regierung die Rückbeförderung der der spanischen Nation gehörenden Güter nach Spanien zu erleichtern. Die beiden Regierungen haben ihren gemeinsamen Willen bekundet, zwischen ihnen freundschaftliche und gutnachbarliche Beziehungen herzustellen." In Paris erwartet man für Montag die Räumung der bisherigen rotspanischen Botschaft. Am Nachmittag empfing der rote spanische Botschafter Pascua eine Abordnung linksstehender französischer Parlamentarier. Diese übergab Pascua eine Erklärung, die an Azana und Negrin gerichtet ist. Ueber den Inhalt dieser Erklärung ist noch nichts bekannt. Rauch und Asche. Von unserem E.I -Korrespondenten. Francos Anerkennung durch Frankreich und England Chamberlains Mitteilung im britischen Llnierhaus. glieder — also die Hälfte der gesamten Kammerabgeordneten — zählen will, einen Beschluß gefaßt, der sich selbst angesichts der unabweisbaren Tatsache des Endsieges Francos gegen jede Anerkennung der nationalspanischen Regierung aussprach. Ueber solche Verblendung aber geht die harte Sprache der Tatsachen hinweg. Auf dem schönen Botschaftsgebäude in der Avenue George V. wird nun die rotgoldene Flagge des nationalen Spaniens gehißt werden, und tausend Illusionen zerstieben im Winde. Siegeskundgebung in Burgos. General Franco dankt den befreundeten Nationen. Burgos, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) In den Abendstunden des Montags fand in Burgos eine große Kundgebung zu Ehren des siegreichen Generalissimus Franco statt. Der Platz war mit den Flaggen Nationalspaniens und der befreundeten Nationen ausgeschmückt. Die gesamte Bevölkerung der Stadt hatte sich versammelt. General Franco richtete eine kurze Ansprache an die Volksmenge, die ihn mit stürmischem Jubel begrüßte. Heute fühle jeder in Spanien wieder den Stolz, Spanier zu fein, erklärte Franco. Die spanische Paris, 27. Februar 1939. In diesen Tagen geht das spanische Drama seinem Ende entgegen. Neben den beiden spanischen Lagern Burgos-Barcelona und Madrid-Valencia hatte Paris zu gewissen Zeiten beinahe die Bedeutung eines selbständigen, dritten Zentrums erlangt, wohin das Spiel der gegnerischen Kräfte, das jetzt mit dem Sieg des nationalen Spaniens endet, sich verlagert hatte. Frankreich war durch seine geographische Lage den Auswirkungen des spanischen Konfliktes am unmittelbarsten ausgesetzt, und die Gegensätzlichkeiten in seiner Innenpolitik haben dafür gesorgt, daß die Wechselfälle des spanischen Krieges die Leidenschaften erhitzten. Jetzt sind die südfranzösischen Grenzgebiete von einem Strom geflüchteter roter Milizen und den Scharen der sog. Zivilflüchtlinge, die die Milizen vor sich hergetrieben hatten, überschwemmt. Ihre Unterbringung und die Unterbindung jeden Kontaktes zwischen den anarchistischen Elementen und der französischen Bevölkerung sind ein Gegenstand ernster Sorge. In Paris aber hat sich während drei Wochen der unterirdische Kampf zwischen den nach Frankreich geflüchteten „Köpfen" Sowjetspaniens abgespielt; dieser Kampf hat die verschiedensten Stufen ratloser Verzweiflung, nutzlosen Ausbäumens gegen die harten Tatsachen und schließlich des letzten Zögerns vor dem letzten Schritt durchlaufen. Die Pariser Presse und die Diplomatie, kurz die gesamte Oeffent- lichkeit, waren erstaunte Zeugen dieser Vorgänge, die in der Geschichte wohl nur wenige Beispiele haben dürften. Der Schauplatz dieses Kampfes war die sowjetspanische Vertretung in der Avenue George V., einst der Sitz der spanischen Botschaft, zu der sie wieder werden wird, sobald das nationale Spanien Francos von ihr wieder Besitz ergreift. Seitdem in dem Ge- .bäude der geflüchtete sowjetspanische „Staatspräsident" Azana abgestiegen war, glich es einem aufgeschreckten Ameisenhaufen: Reporter drängten sich vor den Eingangstüren des sonst einer stillen Beschaulichkeit gewidmeten Hauses in der eleganten, baumbestandenen Avenue, wo die Autos in zwei Reihen parken. In den Tagen, als der von Valencia gekommene Alvarez del Vayo, der den stolzen Titel eines sowjetspanischen „Außenministers" führte, in den Räumen der Botschaft sich mit Azana über die Wetterführung des Widerstandes gegen Franco oder die Kapitulation herumstritt, war das Gebäude von Dutzenden von Polizisten bewacht, und ihre Zahl ist auch in den folgenden Tagen nicht wesentlich geringer geworden. In jenen Tagen konnte man auch das merkwürdige Schauspiel beobachten, wie eine ins Exil gegangene Gruppe verunglückter Politiker, die sich den Namen einer „republikanischen Regierung" gab, ihre Akten verbrannte, die sicherlich manche schmutzige Wäsche enthalten haben. In der Umgebung des Gebäudes, in einem gediegenen Teil des Pariser Westens, zwischen den Champs-Elysees und der Alma-Brücke, wo gegenüber sich das Direktionsgebäude der französischen Luftfahrtgesellschaft Air-France befindet, und wo der geschäftliche Betrieb sonst nur noch durch einige Kunsthandlungen und diskrete Bars angedeutet wird, wurde die Aufmerksamkeit der Bewohner tagelang durch einen feinen, in der Luft versprühenden Aschenregen gefesselt, in den sich hin und wieder kleine Papierfetzen mengten: eine volksbeglückende, demokratische „Regierung" verwischte sozusagen die Spuren hinter sich und schuf alles aus der Welt, was sie hätte kompromittieren können. An solchen Dingen hat es sicherlich nicht gefehlt. Es war gerade genug, was man gelegentlich aus allerlei Andeutungen erfuhr über die dunklen Geschäfte, die hier in den letzten zweieinhalb Jahren unter dem Deckmantel Spanien von allen möglichen dunklen Elementen gemacht worden sind. Es fmg schon im Sommer 1936 mit den von dem damaligen Luftfahrtminister Cot für Sowjetspanien zur Verfügung gestellten französischen Militärflugzeugen an, und von da führt es weiter zu einer Kette mehr oder weniger zweifelhafter Waffenschiebungen, den spanischen Gold- und Bankdepots, in denen sich die Geschäfte der „Regierung" und die persönlichen Transaktionen der einzelnen Machthaber oft nicht mehr auseinanderhalten ließen. . Nebenher lief das Spiel der Beeinflussung der französischen öffentlichen Meinung mit allen möglichen Mitteln. Auf dem Boulevard Madeleme unterhielten die Sowjetspanier bis zuletzt em riesiges Propagandabüro, in den Schaufenstern waren Greuelplakate gegen Franco und ruhmrederische Schilderungen der Heldentaten der Milizen ausgestellt, und abends lief eine elektrische Wanderschrift, die jeden Tag sowjetspanische Siege bis zum völligen Zusammenbruch meldete. In den Straßen von Paris wurden fast jeden Sonntag Sammlungen für Sowjet spanien veranstaltet, um von der Arbeiterbevölkerung ein paar Franken zu erbetteln, die angeblich für die notleidende Bevölkerung in Sowjetfpanien bestimmt waren. In Wirklichkeit sind diese Gelder, wie man jetzt erfahren hat, ganz anderen Zwecken zuge- sührt worden, denn die angekauften Lebensrnittel wurden in Barcelona und in anderen sowjetspanischen Städten für teures Geld an den Mann gebracht. Das alles hat nun ein schlimmes Ende für ine • sowjetspanischen Machthaber gefunden. Die Miliz- „generale" hatten sich in den letzten Tagen nicht mit besonderem Ruhm bedeckt. Die „Generale Row, und wie sie sonst hießen, haben es vorgezogen, in Südfrankreich sich mit dem Schicksal der internierten Milizen zu befassen, anstatt in Zentral)Pamen Gelegenheit für neue Heldentaten zu suchen. Als man ote „Generale" in die Avenue George V. gerufen hatte, fition sogar das Verlangen äußerte, Chamberlain als Verräter an Großbritannien anzuklagen, kam es zu minutenlangen Kundgebungen. Chamberlain gab schließlich bekannt, daß am Dienstag eine Aussprache über die Spanienfrage stattfinden werde. Die La- bour Party wird einen Mißtrauensantrag gegen die Regierung einbringen. Englands Mitteilung in Burgos. Bor Ernennung des Botschafters. London, 27. Febr. (Europapreß.) Der britische Agent in Burgos, Sir «Robert Hodgson , hat dem nationalspanischen Außenminister, General I o r ö a n a , den Beschluß seiner Regierung über die formelle diplomatische Anerkennung der Franco-Regierung zur Kenntnis gebracht. Die britische Regierung hat gleichzeitig mitteilen lassen, daß sie vermutlich schon in einigen Tagen ihren Botschafter der nationalspanischen Regierung bekanntgeben wird. Bis dahin wird Sir Robert Hodgson als Geschäftsträger der britischen Regierung in Burgos tätig sein. Heue jüdische Bluttaten in Palästina. I e r u s a l e m , 27. Febr. (DNB.) Aus dem ganzen Lande treffen Nachrichten über neue j ü d l- sche Bluttaten ein. Jüdisches Gesindel, das sich im Schutze der britischen Soldaten geborgen fühlt warf in die dicht gedrängte Menschenmenge auf dem arabischen Gemüse markt eine Bombe. Durch die Explosion wurden mehrere Araber getötet, zahlreiche Marktbesucher, darunter mehrere Frauen, wurden verletzt. Ein Eisenbahnzug der Strecke Jaffa-Lydda, der ausschließlich von Arabern besetzt war, wurde durch einen Sabotageakt zum Entgleisen gebracht. Sofort nach der Ausfahrt aus Jaffa hatten die Araber, die nationale Lieder fangen und Hochrufe auf den Mufti ausbrachten, den Zug mit Fahnen und Orangenbluten geschmückt. B r i t'i s ch e s Militär hielt den Zug an und ging in brutalster Weise gegen die Araber London, 27. Febr. (Europapreß.) Ministerpräsident Chamberlain kündigte am Montagnachmittag im Unterhaus an, die britische Regierung habe sich entschlossen, die nationalspanische Regierung d e jure anzuerkennen. Die „spanischrepublikanische Regierung", deren Mitglieder zerstreut seien, und die nicht länger eine begründete Autorität ausübe, könne nicht länger als die souveräne Regierung Spaniens betrachtet werden. Unter diesen Umständen habe sich die englische Regierung entschlossen, General Franco davon zu unterrichten, daß sie sich entschieden habe, seine Regierung als die Regierung anzuerkennen. Nach dem Fall von Barcelona und der Einnahme Kataloniens beherrsche General Franco jetzt den größeren Teil des spanischen Gebiets, sowohl auf dem Festlande als außerhalb. In diesem Gebiet lägen die meisten der spanischen Produktionsquellen und die bedeutendsten industriellen Mittelpunkte. „Selbst wenn die republikanischen Streitkräfte in dem südlichen Abschnitt fortfahren wollten, einen gewissen Schein des Widerstandes aufrechtzuerhalten", fuhr Chamberlain fort, „kann jetzt kein Zweifel mehr an dem Endausgang des Kampfes bestehen, dessen Verlängerung nur zu weiteren Leiden und Menschenverlusten führen kann." Chamberlain fügte hinzu: „Ich bin unterrichtet, daß die französische Regierung ihre Entscheidung in dieser Frage gleichfalls heute ankündigen wird. Die englische Regierung hat mit Befriedigung die offiziellen Erklärungen General Francos zur Kenntnis genommen, wonach er selber und seine Regierung entschlossen sind, die überlieferte Unabhängigkeit Spaniens zu sichern und gerichtliche Schritte nur gegen solche Personen zu unternehmen, denen g e meine Verbrechen zur Last gelegt werden." Die Ankündigung Chamberlains von der Anerkennung der nationalfpanifdyen Regierung wurde auf den Bänken der Arbeiterpartei mit Zwischenrufen, wie „Schande", begleitet. Der kommunistische Abgeordnete Gallacher rief: „Ein weiterer Verrat an der Demokratie." Der Führer der Labour-Oppost- tion, Attlee, verlangte zu wissen, w a n n der Beschluß der Anerkennung gefaßt worden fei und versuchte, dem Premierminister zu unterstellen, daß er letzten Donnerstag gelogen habe, als er ausweichend geantwortet habe. Chamberlain erklärte darauf, die britische Regierung habe die Entscheidung in seine Hände gelegt, er und Halifax hätten über das Wochenende den Beschluß gefaßt. Als Attlee dies unwahr nannte und ein anderes Mitglied der Oppo- i d) e n Plan für Palästina, der ursprünglich am Montagvormittag vorgelegt werden sollte, vorerst nur flüchtig gestreift. Kolonialminister Macdonald gab im Unterhaus eine Erklärung über den Stand der Palästina- Konferenz ab. Er teilte mit, daß die englische Regierung den Abordnungen der Araber und Juden Anregungen für eine Lösung der Palästina-Frage vorgelegt habe, über die unvollständige und irreführende Berichte in der Presse erschienen seien. Diese entstellten Berichte seien auch in Pa- l ä st in a bekanntgeworden und hätten Anlaß zu ernsten Zwischenfällen gegeben. Der Ko- lonialmmister richtete einen Appell an die Oeffent- lichkeit in England wie in Palästina, mit dem Urteil über den englischen Lösungsvorschlag zurückzuhalten, bis dieser von der Palästina-Konferenz geprüft werden könnte. Der Versuch des Kolonialministers, die Verantwortung für die Bombenanschläge in Palästina auf die angeblich irreführenden und unzutreffenden Presseberichte über den britischen Plan abzuschieben, hat in internationalen Pressekreifen B e • fremden und Entrüstung hervorgerufen. Dies ist um so mehr der Fall, als kein Zweifel darüber bestehen kann, daß in den wesentlichen Grundzügen die Berichte der englischen und der Auslandspresse die Anregungen, die von der englischen Regierung den arabischen und jüdischen Delegationen unterbreitet wurden, richtig wiedergegeben haben. In arabischen Konferenzkreisen verlautet, daß der arabische Standpunkt hinsichtlich der Unabhängigkeit Palästinas durch die Ereignisse der letzten 24 Stunden in keiner Hinsicht beeinflußt worden ist. Eine Einigung würde auf der Konferenz durch ein Nachgeben der englischen Regierung gegenüber dem jüdischen und amerikanischen Druck unmöglich gemacht werden. Der amerikanische Boljchafter in London, Kennedy, hat sich am Montagnachmittag erneut in die Verhandlungen zur Lösung der Palästina-Frage eingeschaltet. Er stattete dem Außenminister Lord Halifax im Außenamt einen Besuch ab. Der Botschafter soll dabei auf die „schweren Gefahren" hingewiesen haben, die eine Verminderung der Judeneinwanderung nach Palästina für England im Hinblick auf die Haltung der amerikanischen Oesfentlichkeit mit sich bringen müßte. Es heißt, Kennedy habe sich auch gegen dieAenderungdesbritischen Mandats in Palästina ausgesprochen. Er soll dabei betont haben, daß „eine solche Aenderung eine verheerende Wirkung in der öffentlichen Meinung Amerikas mit sich bringen mühte". England und die Vereinigten Staaten sind bekanntlich im Jahre 1934 in einem Abkommen übereingekommen, daß in den Bestimmungen des Palästina-Mandats keine Aenderungen ohne Zustimmung der Vereinigten Staaten vorgenommen werden. Die Vorsprache des Botschafters soll nach einer längeren Unterredung mit dem augenblicklich in London weilenden Neuyorker Rabbiner Wise erfolgt sein, der als einer der schärfsten Vorkämpfer des Weltjudentums mehrfach durch feine üble und hemmungslose Hetze gegen die autoritären Staaten hervorgetreten ist. Heue Kabinettskrisis in Belgien. Die Regierung Pierlot schon nach acht Tagen wieder zuruckgetreten. Brüssel, 27. Febr. (DNB.) Die Regierung P i e r l o t, die erst am Dienstag organgener Woche nach einer langwierigen Ministerkrise zustande kam, ist am Montag wieder zurückgetreten nach einer Sondersitzung des Kabinetts, auf der noch einmal die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Regierung und der sozialdemokratischen Partei über die zukünftigen Finanzpläne besprochen wurden. Der sozialdemokratische Parteirat hatte am Montagmorgen beschlossen, seine Ablehnung der geplanten fünfprozentigen Kürzung aller Staatsgehälter und Pensionen sowie der sonstigen Verwaltungsausgaben aufrechtzuerhalten. Die Regierung blieb ihrerseits auf dem Standpunkt, daß die Kürzungen zur Sanierung der belgischen Finanzlage unvermeidlich seien; die sozialdemokratischen Minister teilten darauf mit, daß sie ihre Mitarbeit im Kabinett nicht mehr fortfetzen könnten. Infolgedessen hatte die Regierung Pierlot ihre Demission eingereicht. Offiziell werden also als Grund des Rücktritts die Meinungsverschiedenheiten zwischen Katholiken und Sozialisten über die Finanzpolitik angegeben. Darüber hinaus steht jedoch der Streit zwischen Flamen und Wallonen wie ein Schatten über dieser Krise, die eine der schwersten ist, die das Land je durchgemacht hat. In politischen Kreisen wird erneut die Möglichkeit einer Auflösung der Kammer in Erwägung gezogen. Zahlreiche einflußreiche PoliUker und auch der König scheinen jedoch zu zögern, eine solche Lösung ins Auge zu fassen. Denn einerseits drängt die schwierige Finanzlage des Staates zu raschen Lösungen, und anderseits könnte ein Wahlfeldzug die im Lande bestehende politische Unruhe noch verstärken. Die Witwe Lenins gestorben. Moskau, 27. Febr. (DNB.) Hier wird bekannt, daß Frau Krupskaja, die Witwe Lenins, am Montagvormittag gestorben fei. Tags zuvor noch hatte sie ihren 70. Geburtstag gefeiert Die Krupskaja, die Lenin im Jahre 1894 kennenlernte, und die seitdem mit ihm verbunden blieb, hat an feiner Seite nicht nur an der Vorbereitung des bolschewistischen Umsturzes hervorragenden Anteil gehabt, sondern auch nach der Machtergreifung durch den Bolschewismus in allen Phasen bis zu Lenins Tode eine ausschlaggebende Rolle gespielt. Schon zu Lebzeiten Lenins war sie indessen eine Feindin Stalins, und nach 1923, dem Todesjahre Lenins, hat sich diese Feindschaft zeitweise bis zum offenen Heroortreten der Krupskaja auf der Seite der Opposition verstärkt. Da alle Bemühungen der Parteileitung, sie der Politik Stalins geneigter zu machen, vergeblich blieben, wurde sie aus allen einflußreichen 21 e m t e r n entfernt Ein Werk, das sie 1934 über Lenins politisches Programm veröffentlichte, rief starken Unwillen in der Partei hervor, da sie darin offen für Trotzki und gegen Stalin eintrat Als sie bann 1935 das Kesseltreiben geißelte, das Stalin gegen die Opposition inszeniert halle, wurde sie zum erstenmal verhaftet. Ein Jahr später führte ihr Eintreten für die Verurteilten im ersten Trotzkisten-Prozeß zu ihrer erneuten Verhaftung. Seitdem wurde ihr Einfluß in der Partei immer mehr zurückgedrängt, wenn man ihr auch äußerlich als der Witwe Lenins eine gewisse Ehrerbietung entgegenbrachte. Beim Führer zu Gast. In den Räumen des Führerbaues in München hatte der Führer am Samstagabend zum großen Parteiempfang geladen, an dem die führenden Persönlichkeiten der Bewegung mit ihren Frauen Gäste waren. — (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) W ■ % ' MA Unterhaltung und Verkehrssicherheit der Reichsautobahnen Die Aufgabe der Straßenmeister. Wenn bis jetzt Entwurf und Bau der Reichsautobahnen die wichtigste Aufgabe war, so ist mit der Fertigstellung der langen Strecken die Unterhaltung und Pflege der Straßen als neue wichtige Aufgabe hinzugetreten. Die maßgebenden Träger des Betriebsdienstes find die Straßenmeister, von deren Pflichterfüllung und Sachkenntnis der Verkehrszustand der Straßen abhängt. Auch die Pflege der landschaftlichen Schönheit ist Ausgabe des Straßenmeisters. An die Straßenmeister wendet sich deshalb der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, D r. Todt, mit einem besonderen Appell, in dem er es als ihre Pflicht bezeichnet, alles dafür einzusetzen, daß nicht nur Entwurf und Bau, sondern auch Unterhaltzustand und Verkehrssicherheit der Reichsautobahnen unerreicht in der Welt bleiben. Dr. Todt weist dabei darauf hin, daß viele Verkehrsunfälle auf Fahrzeuge zurückzuführen sind, die in ber Fahrbahn stehen bleiben. Die Reichsautobahnen neuer Bauart würden einen verbreiterten Querschnitt erhalten mit einem außenseitigen befestigten Bankettstreifen von 2,25 Meter Breite für jede Fahrbahn, so daß.stehende Fahrzeuge in allen ^Fällen außerhalb der Fahrbahn abgestellt werden können. Es müsse aber auch gelingen, die Kraftfahrer selbst noch bester zu erziehen. Etwa 70 v. H. aller schweren Unfälle seien durch falsch abgestellte Fahrzeuge hervorgerufen. Es sei deshalb die Aufgabe der Straßenmeister und ihres Dienstpersonals, den Wagenführer zu veranlassen, entweder zum n ä ch - st en Parkplatz oder wenigstens scharf rechts heran zu fahren. Eine weitere Pflicht sei es, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß die bei normaler Sicherung vollkommenen Straßen auch in den wenigen Wochen verkehrssicher bleiben, in denen Schnee und Eis den Verkehrszustand der lies Wetter Ansteckung übende Mtz wen in Ri andern. Behandlung ,d) he ZA Cd • jSBGL häufige Erip die ErkältuM sehr leid™ a Ilgen«™ ■Tun b Mterien EM vernM diese Uri Manche I Straße beeinträchtigen. Schließlich spricht Dr. Tobt den Wunsch aus, baß jeder Straßenmeister an der Autobahn selbst Kraftfahrer ist und auch selb st am Steuer seine Strecke abfährt. Nur, wer selbst am Steuer sitze, lerne die Sorgen des Kraftfahrers kennen und fei als Straßenmeister zu den nötigen Abhilfemaßnahmen in der Lage. Der Nachwuchs in der Hauswirtschaft. Neuordnung des Schulwesens. Die übermiegenbe Mehrzahl ber beutschen Mäb- chen finbet bie Erfüllung ihrer Lebensaufgabe barin, als Hausfrau und Mutter in ihrer Familie zu wirken. Die Vielfältigkeit der Aufgaben im Haushalt für bie Hausfrau fordert von ihr eine gründliche Ausbildung in allen Zweigen der Hauswirtschaft. Reichserziehungsminister Rust hat durch einige Anordnungen dieses umfassende schulische Ausbildungsgebiet neu geordnet. Dabei handelt es sich um bie Haushaltungsschulen als Berufsfachschulen, um bie Schulen zur Ausbildung von Kinderpflege^ und Haushaltsgehilfinnen, um bie Frauenfachschulen und um bie Ausbilbung von Hauswirtschaftsleiterinnen, eines neu entstehenden Berufs, den der Minister als höchste Lei- stungsstuse im hauswirtschaftlichen Erwerbsleben charakterisiert. Die H a u s h a l t u n g sschulen bieten eine gute Möglichkeit der gründlichen Schulung auf allen Gebieten hauswirtschaftlichen Schaffens. Ihr erfolgreicher Besuch während der Lehrlingsdauer von einem Jahr befreit von der hauswirtfchaftlichen Berufsschulpflicht. Die Neueinrichtung solcher Schulen soll von öffentlichen Schulträgern oorgenommen werden. Sie bedarf der staatlichen Genehmigung. Schulküche, Unterrichtsräume für Waschen, Platten und Hausarbeit, für Kranken- und Säuglingspflege, für Handarbeit und möglichst ein Gartengrundstück gehören zu den Lehreinrichtungen. Die Mädel werden dahin ausgebildet, eine. Hausfrau in Küche und Haus entlasten zu können. Darüber hinaus haben die hausfraulich-mütterlichen Erziehungsaufgaben stärkste Beachtung zu finden. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlußprüfung, die für Volksschülerinnen als Nachweis der Vorbildung für die Aufnahme in die Frauenfachschule gilt, falls bie sonstigen Aufnahmebedingungen erfüllt sind; weiter gilt sie als erstes Halbjahr der Ausbildung zur Kinderpflege- und Haushaltsgehilfin, sie wird angerechnet auf die vierjährige Berufsarbeit zur Ausbildung als Volkspflegerin und gilt als Nachweis ber haus- wirtschaftlichen Vorbilbung zur Aufnahme in ein Seminar für Äinbergärtnerinnen und Hortnerinnen. Zur Neuordnung der Ausbildung von Kinderpflege- und Haushaltgehilfinnen m schulischer Hinsicht bemerkt der Minister, baß für diese bebeutfamen Berufe in zunehmendem Maße Nachfrage bei kinderreichen Familienhaushaltungen und Äinberbetreuungsftätten aller Art besteht. Es müßten daher im ganzen Reich mehr als bisher entsprechende Aus- b i 1 b u n g s m ö g l i ch k e i t e n geschaffen werden. Beim Nachweis ber erforderlichen hauswirtschaftlichen Vorbildung bauert die Ausbildung ein Jahr, sonst VA Jahre. Sie schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Die Pflege ber häuslichen Kultur ist in allen Fächern Unterrichtsgrundsatz. Wirb nach beftanbener Prüfung ein Jahr erfolgreicher Haushalts-Tätigkeit nachgewiesen, dann kann bie Berufsbezeichnung .Iinberpflege- unb Hausgehilfin" geführt werben. Die nächste Stufe, bie Frauenfachschulen, dienen insbesondere ber Heranbilbung z u leitenben und lehrenden Berufen wie Hauswirtschaftsleiterinnen unb -lehrerinnen ober Gewerbelehrerinnen für Hauswirtschaft. Hier erfolgt eine Kernausbilbung in Hauswirtschaft mit einer weitere Berechtigungen gewährenben staatlichen Abschlußprüfung. In zunehmenbem Maße werben aber auch ausgebilbete hauswirtschaftliche Kräfte für die wirtschaftliche Leitung von Schulungslagern, Erholungsheimen, Krankenhäusern, Kinderheimen, Beratungsstellen usw. angefordert. Der Minister regelt hierfür die Ausbildung zu dem neuen Beruf ber „H a u s w i r t s l e i t e r i n", ber beim Vorhandensein einer guten Allgemeinbildung auch Mädchen mit dem Abschlußzeugnis ber Volksschule offensteht. Die bisherigen Bezeichnungen „Haushaltspflegerin", „Hausbeamtin" ufw. werben durch die neue Bezeichnung ersetzt. Die Ausbildung baut auf dem Abschluß ber Frauenfachschule auf. Oie Berechtigung der hauöwirischafilicken Reifezeugnisse. Ndz. Verschiebene Anfragen geben bem Reichs- erziehungsrnlnister Veranlassung, nochmals barauf hinzuweisen, baß es hinsichtlich ber Berechtigung ber Reifezeugnisse ber Oberschule für Mädchen, hauswirtschaftliche Form, bei seinem Erlaß vorn 24. September 1938 verbleiben muß. Die Berechtigungen der Reifezeugnisse der neuen hauswirtschaftlichen Form können erst dann zuerkannt werden, wenn bie neuen Lehrpläne s i ch noch mehr ausgewirkt haben unb die etwa nötigen Ergänzungsprüfungen festgelegt sind. Schülerinnen, bie Oftern 1939 unb 1 940 bas Reifezeugnis ber hauswirtschaftlichen Form erhalten unb ein akademisches Studium ergreifen wollen, für bas ihr Zeugnis keine Berechtigung gibt, müssen also vor Beginn ihres Studiums eine entsprechende Reifeprüfung ablegen. Dabei kann, wenn der weitere Prüfungsgang spätestens ein Jahr nach der ersten Prüfung erfolgt, auf bie Leistungen bes hauswirtschaftlichen Reifezeugnisses Rücksicht genommen »werden. Das Konklave. Das Wort „Konklave" bedeutet verschlossenes Ge- mach. Es bezeichnet im besonderen bie Versammlung ber Karbinäle, bie in einem Raum eingeschlossen bleiben, bis ber neue Papst gewählt ist. 1179 hatte Papst Alexanber III. auf dem Laterankonzil bie Wahl feines Nachfolgers ausschließlich ben Karbinälen übertragen, aber erst Papst Gregor führte 1274 auf bem Konzil zu Lyon das Konklave ein, b. h. bie Karbinäle sollten, bis sie sich über bie Wahl geeinigt hätten, in geschlossenen Räumen unb abgeschnitten von jedem Verkehr mit der Außenwelt gehalten werden. Diese Regeln gelten, mit wenigen Abweichungen, bis zum heutigen Tage. Das Konklave beginnt damit, daß die Karbinäle in der Paulinischen Kapelle dem Hochamt „de spiritu sancto“ beiwohnen unb eine in lateinischer Sprache gehaltene Rebe über ihre Pflichten als Papstwähler anhören. Darauf wird ihnen das Abendmahl gereicht. Sie leisten in der Sixtinischen Kapelle einen feierlichen Eid unb ziehen sich bann in bas Konklave zurück. Dort werben bie einzelnen Zellen burch bas Los verteilt. Jeder der Kardinöle, die ja Fürsten ber Kirche sinb, barf sich von einem Sekretär unb von einem Kammerdiener begleiten lassen. In der primitiv eingerichteten Zelle stehen nur ein Bett, ein Tisch und einige Stühle. Früher mußten sie sich nur von Brot, Wasser und Wein, bie sie mit in bie Klausur nahmen, nähren. Aber jetzt ist bas anders geworden. Es sind in das Bereich des Konklave mehrere Küchen eingebaut, und em Zere- monienmeifter sorgt für eine angenehme Speift- foige, die für 300 Personen berechnet ist. Vor dem ersten Wahltag ertönt um sieben Uhr abends ein Glockenzeichen, unb ber Zeremonienmeister sorgt bafür, baß alle unbeteiligten Personen die Räume verlassen. Der von brei Karbinälen begleitete „Camerlengo" kontrolliert bie Türen unb Fenster, die nach außen hin mit Blenden versehen unb nach innen burch Plomben geschlossen werben. Die Papstwähler sinb unter sich. Der eigentliche Wahlgang beginnt am Morgen des zweiten Tages in ber Sirtinischen Kapelle. Während ber Wahl haben bie Karbinäle auf einem mit einem Baldachin bedeckten Sessel Platz genommen, ber sich zurückschlagen läßt. Nacheinander verlassen sie ihren Sitz unb schreiten auf einen Holzaltar zu, ber vor bem eigentlichen Altar errichtet worben ist. In ber erhobenen Rechten tragen sie ben zusammengefalteten unb von ihnen gesiegelten W a h l z e t t e l. Der Kardinal kniet vor dem'Altar nieder unb schwört, nach bestem Willen und Gewissen seine Wahl getroffen zu haben. Dann legt er feinen Zettel in einen bereitstehenden Kelch. Haben alle Karbinäle ihren Stimmzettel abgegeben, so wirb ber Kelch geschüttelt, unb bie Stimmzettel werden in einen zweiten Kelch geschüttet, ber ben Wahlprüfern, bie an einem Tisch in ber Mitte ber Kapelle Platz genommen haben, überreicht wird. Die Zettel sinb so gefaltet, baß allein berName bes zu wählen- ben Papstes, nicht aber ber bes Wählers zu lesen ist. Ist eine Zweibrittelmehrheit ber abgegebenen Stimmen erreicht, so nennt ber älteste ber Prüfer ben bürgerlichen Namen des neuen Papstes und übermbt gleichzeitig bie Stimmzettel besonderen Revisoren, die bas Ergebnis nochmals überprüfen. Wenn aber im ersten Wahlgang bie notwendige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht worden ist, so werden die Stimmzettel aneinander- gereiht und in einem Ofen verbrannt, in bem feuchtes Holz bereitsteht, das viel Rauch entwickelt. Ein Rohr ragt aus bem Kamin ber Kapelle empor. Der emporfteigenbe Rauch verkünbet bann der wartenden Menge draußen, daß bie erste Wahl erfolglos gewesen ist und daß ein zweiter Wahlgang folgen muß. Haben sich nun bie Karbinäle über bie Person bes zukünftigen Papstes geeinigt, so bringen sie ihm sofort eine eigenartige Huldigung bar. Die Baldachine, bie bisher bie Sessel der Karbinäle bedeck- ten, legen sich plötzlich um. Nur über bem Neu- gewählten bleibt ber Balbachin ausgebreitet. Der Karbinaldekan erhebt sich, verbeugt sich vor bem neuen Papst unb fraat, welchen Namen er anzunehmen gedenkt. Nachdem ber Name genannt ist. wirb er mit bem päpstlichen Ornat, mit ber Tiara unb mit ber dreifachen Krone geschmückt. Der Kardinal-Diakon begibt sich bann auf bie äußere Mittelloggia des Petersdomes unb verkündet ber harrenden Menge ..habemus Papam dominum reverendissimum“ (folgt der NameV Bald darauf erscheint ber neuoeroäblte Papst leibst unb erteilt von ber großen Loggia aus ben Segen, urbi ef orbi. Sehr bald darauf findet auch bie Krönung statt. Bei biefer Feierlichkeit ruft der Zeremonienmeister bem Papst vor der knienden Menge bie Worte zu: „sic transit gloria mundi“, unb jedesmal verbrennt er bei diesen Worten ein Stückchen Watte und bläst bie Asche in bie Luit. Nach ber Krönung bestimmt der Papst seinen Hosstaat unb ernennt die Männer seiner Umgebung. Grundsätzlich kann jeder Männliche Katholik zum Papst gewählt werben, jeboch ist seit 1378 immernur ein Kardinal gewählt worden, unb zwar hat sich leit bem Tode bes Papstes Hadrian VT., ber Holländer von Geburt war. im Jahre 1523 dabei bie Regel herausgebildet, baß dieser Kardinal e i n Italiener ist. Er darf mit keiner regierenden Familie verwandt sein und muß das 55. Lebensjahr überschritten haben U. St.— Der Bevölkerungsrückgang in Frankreich. Paris, 28. Febr. (Europapreß.) Die rückläufige Bevölkerungsentwicklung in Frankreich, bie schon seit Jahren festzustellen ist, aber ein stets großer werbendes Ausmaß anzunehmen beginnt, bereitet ernste Sorge. Der Präsident ber „Nationalen Vereinigung gegen bie Entvölkerung", Booerant, der zugleich Mitglied des amtlichen 2lusschusses zum Studium der Bevolkerungsfragen ist, ergreift im „Journal" das Wort. „Die Deutschen zählen achtzig Millionen, bie Italiener fünfzig Millionen, währenb man bei uns immer mehr Särge als Wiegen zählt", ruft Boverant besorgt aus. Nach seinen Ausführungen hat Frankreich gegenwärtig 42 Millionen Einwohner. Von diesen sind brei Millionen Ausländer, bie sich in Frankreich für dauernd niedergelassen haben. Die Zahl ber Tobesfälle überrooa bie Geburten im vergangenen Jahre um 30 000. Während im Jahre 1876 1 022 000 Kinber geboren würben, belief sich bie Geburtenzahl im Jahre 1938 auf nur 610 000. Im gleichen Jahre würben bagegen in Deutschland 1 450 000 unb in Italien über eine Million Kinder geboren. Boverant bemerkt, wenn bie Zahl ber Geburten in ben fommenben Jahren in gleicher Weise absinken werbe wie im Vorjahre, würden im Jahre 1949 nur noch 500 000 unb Im Jahre 1955 in Frankreich nur noch 400 000 Kin° ber geboren werden. Das französische Volk werde sich dann jährlich um 100000 und später um 200 000 Menschen verringern. Einer solchen verhängnisvollen Entwicklung könne nur dadurch begegnet werden, daß man die wirtschaftliche Lage der heute vielfach verelendeten kinderreichen Familien bessere. Die italienische Siedlung in Ostafrika. Rom, 27.Febr. (Europapreß.) Das „Giomale d'Italia" veröffentlicht einige Zahlen über die ita» lienische Siedlung m Ostafrika. Die Ziffern erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bilden aber einen Beweis für die große Expansionskraft des italienischen Volkes. In Eritrea, dem „Brückenkopf des Imperiums", wo vor der Eroberung Abessiniens nur einige tausend Italiener ansässig waren, wohnen heute 67 554 Italiener, davon etwa ein Fünftel Frauen. Addis Abeba, die Hauptstadt von Italienisch-Ostafrika, hat bereits 26 952 italienische Einwohner. Im übrigen wurden ermittelt: In der Provinz Schoa rund 4500, in der Provinz Harrar rund 8000, in Somaliland und Amhara wohnen ebenfall rund 8000, und in Gondar rund 2000 Italiener. Gerade in diesen Tagen sind 68 Familien aus allen Teilen des Mutterlandes nach der Provinz Schoa unterwegs, wo sie vollständig eingerichtete Siedlungshäuser mit Grundstücken von je 60 Hektar erhalten werden. Dieses Siedlungswerk wird vom nationalen Kriegsteilnehmerwerk durchgeführt. „Deutschland muß leben." Eine Wanderausstellung des Rassenpolitischen Amtes. NSG. Das Rassenpolitische Amt des Gaues Hessen-Nassau hat in einjähriger Arbeit eine große Wander-Ausstellung vorbereitet, die unter dem Leitwort „Deutschland muß leben" am Samstag im Saalbau in Darmstadt eröffnet wird. Anschließend wird die Ausstellung in Worms, Mainz, Frankfurt und in allen übrigen Kreisen unseres Gaues gezeigt. Das Rassenpolitische Amt hat seit seinem Bestehen in fünfjähriger Arbeit eine umfangreiche raffen» politische Aufklärung, Erziehung und Schulung in die breitesten Dolkskreise getragen, um die Gesamtheit unseres Volkes auf die ewigen völkischen Gesetze auszurichten. Diele Maßnahmen unserer Staatsführung gehen von diesen rassenpolitischen Erkenntnissen aus, die heute schon zum großen Teil Allgemeingut geworden sind. Dennoch ist es immer wieder notwendig, in klarer Form diese ewigen Lebensgesetze herauszustellen und von den Maßnahmen des Nationalsozialismus auf diesem Gebiete ein Bild zu geben. Die Wanderausstellung, die das Rassenpolitische Amt im Gau Hessen-Nassau aufgebaut hat, dient in 12 Abteilungen der großen Erziehungsaufgabe, die der Partei auf diesem Gebiet gestellt ist. Die Gesetze des ewigen Lebens in der Natur eröffnen die Folge von Darstellungen, die weiter die Gesetze der Auslese, Vererbung und die bevölkerungspolitischen Erkenntnisse behandeln. Zwei Abteilungen sind den politischen Kirchen und dem Judentum als Gegnern des Rassegedan- k e n 5 gewidmet. Die aufbauende Arbeit unseres Staates findet ihre Darstellung in der nationalsozialistischen Siedlungspolitik, dem Müt - t e r b i e n ft des Deutschen Frauenwerks, der Bevölkerungspflege in der NS.-Volkswohlfahrt und in dem Wirken des Reichsarbeitsdienstes, der Hitler-Jugend und des Reichsbundes für Kinderreiche. Die Ausstellung, in der täglich Filme des Raffenpolitischen Amtes gezeigt werden, schließt mit einem Ueberblick über die Entwicklung des Rassenpolitischen Gedankens in der Welt. Keine Einkommensteuererhöhung für Ledige mit kleinem oder mittlerem Einkommen. Berlin, 27. Jebr. (DJtB.) Durch Staate- sekretär Reinhard wird dem Deutschen Rach- richlenburo auf Anfrage bestätigt, daß sich die Er- Höhung der Einkommensteuer der Ledigen nur bei denjenigen Ledigen auswirken wird, die monatlich mehr als 442 Mark Lohn oder Gehalt haben, und bei den Veranlagten, deren Jahreseinkommen 4250 Mark übersteigt. Die Ledigen mit kleinem oder mittleren Einkommen erfahren damit durch das Linkommensteueränderungsgeseh keine Mehrbelastung. Oie Reichsfrauenführerin in Rom. Rom, 28. Febr. (DNB.) Die Reichsfrauenführerin Scholtz - Klink ist, einer Einladung der Faschistischen Partei folgend, am Montagabend in Begleitung von Dr. Martha Unger, Leiterin der Hauptabteilung Grenz- und Ausland, und Erika K i r m f f e, Leiterin der Hauptabteilung Presse und Propaganda, in Rom eingetroffen. Zur Begrüßung auf dem Bahnhof hatten sich Parteisekretär Minister Starace, die Inspektorinnen des faschistischen Jugendoerbandes (GIL.), Marchesa Medici , und Frau Franceschini, sowie Botschafter 'von Mackensen eingefunden. Außerdem waren Abteilungen des faschistischen Iugendverbandes mit Musik und Frauenformationen angetreten. Die Reichsfrauenführerin wird zwei Tage in Rom bleiben und anschließend die faschistischen Frauenorganisationen in Turin und Mailand besichtigen. Deutsch-polnische Besprechungen in Berlin. Berlin, 27. Febr. (DNB.) Wie bereits mitgeteilt worden ist, hat der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, anläßlich feines Staatsbesuches Ende vorigen Monats mit dem polnischen Außenminister, Oberst Beck, vereinbart, Fragen der Behandlung der beiderseitigen Volksgruppen alsbald zum Gegenstand besonderer Besprechungen zwischen Vertretern der deutschen und der polnischen Regierung zu machen. Diese Besprechungen wurden heute in Berlin durch den Staatssekretär des Auswärtigen, Freiherrn von Weizsäcker, eröffnet. Deutscherseits nehmen daran teil: Ministerialdirektor Dr. 23 e II e rt vom Reichsministerium des Innern und Legationsrat Bergmann vom Auswärtigen Amt, polnischerseits Ministerialdirektor Zyborski vom polnischen Innenministerium und Ministerialrat K u n i d i vom polnischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Die Tabakspfeife und ihre Urahnen. Rauchsitten vor der Entdeckung Amerikas. Von Werner Lenz. „Tobacks-Pfeiffen sind bekannte Maschinen, deren man sich zum Rauchen des Tobacks bedienet. Die allergebräuchlichsten bestehen aus Thon. Weil aber dieselben sehr zerbrechlich sind, so hat der unaufhörliche Gebrauch des Tobacks dem menschlichen Witze verschiedene Erfindungen eingegeben, und man hat die_ Röhren bald von Leder, bald von Horn, die Köpfe aber von einer anderen festen Materie, die wider das Feuer bestehen kann, verfertiget." Der Historiker aus der Zopfzeit, der anno 1745 diese durchaus zutreffende Definition von der Pfeife und ihrem Zwecke gab, ahnte nicht, daß die Sitte des Pfeiferauchens uralt, viel älter als die Entdeckung Amerikas ist — und zwar auch in Europa. Denn daß die von Columbus und feinen Nachfolgern drüben vorgefundenen Dolks- fitten dortzulande altüberkommen waren, mußte ja ohne weiteres als selbstverständlich gelten Wenn aber jemand im Zeitalter der Aufklärung, im 18. Jahrhundert, behauptet hätte, daß auch die Vorfahren der Mitteleuropäer schon geraucht hätten, wäre er als Narr und Schwindler betrachtet worden. Und doch stimmt es! Man fand in keltischen Siedlungen, die der vorgeschichtlichen, frühen Eisenzeit angehorten, eine bronzene Pfeife, ebenfalls eine keltische Münze, die das Bild eines Pfeifenrauchers zeigt. Diese beiden Funde sind einzeln und auffallend, also für Spezialforschungen besonders wichtig. Für die weite Verbreitung des Rauchens in keltischen Landen zeugt aber die Tatsache, daß man häufig in keltischen Wohngebieten Galliens und Helvetiens Eisenpfeifen ausarub, die die typische Form neuzeitlicher Tonpfeifen haben, also kulturgeschichtlich als Urformen der späteren Pfeife anzusprechen sind. Interesiant ist es sodann, zu vermerken, daß in der römischen Kaiferzeit sich in römischen Kolonien — Gallien, Schweiz, Rheinland, Spanien, England — Rauch- pfeifen fanden, deren Art und Vorkommen mit Sicherheit darauf schließen läßt, daß die Romer die Sitte des Pfeifenrauchens bei ihrem siegreichen Vordringen von den Kelten übernommen hatten und meitertrugen. Nunmehr fand man Pfeifen aus Esten, Bronze, Ton; manche hatten für ein Mundstück aus Horn oder Holz; andere befaßen sogar schon Deckel, die mit Scharnieren befeftigt waren. So gut sich viele dieser „Rauchmaschinen" hielten, so wenig hielt sich natürlich der Rauchstoff selbst. Tabak gehörte nicht zum europäischen Naturkreise; also müssen es andere aromatische Kräuter gewesen sein, die man damals schmauchte; wahrscheinlich waren bevorzugte Duftpflanzen Quendel und Lavendel sowie Hanf; auch erwähnt Plinius Riedgräser als Rauchmaterial. Daß Lavendel beliebt war, können wir mittelalterlichen Berichten entnehmen, die erzählen, daß dieser Pflanze Rauch munter erhält, also gewiß von Militär-Wachtposten geschätzt wurde. Ja, auch bas Mittelalter hat die Pfeifenraucherei keineswegs ganz vergessen. Es gibt sogar zwei alte „Raucherdenkmäler", die — nach jener keltischen Münze — wohl als älteste Raucherdarstellungen Europas anzusprechen sind. Das eine ist eine Statue in der irischen Abtei Corcumare; sie stellt einen Mann der Karolingerzeit mit einer Pfeife im Munde dar; das andere stt ein Säulenkapitel der Kirche zu Hubeville mit dem gleichen Motiv aus dem 11. Jahrhundert. Immerhin, als die neue Welt entdeckt wurde, war das Pfeifenrauchen in europäischen Kulturkreisen bereits so stark aus der Erinnerung gekommen, daß es Aussehen erregt, als ein Begleiter des Columbus von Rauchern aus Haiti berichtete, die mittels einer doppelröhrigen Pfeife ein „berauschendes Kraut" durch die Nasenlöcher rauchten. Sonst war im mittleren Amerika die Zigarre vorherrschend. Die nordamerikanischen Stämme jedoch kannten nur die Pfeife; sie — das paßt zu Europa — kannten auch keinen Tabak, sondern „qualmten" gewürzige Wildkräuter, besonders beliebt war eine rötliche Weidenrinde. Heber die Rauchsitte der Indianer von Louisiana schreibt um 1710 das „Curieuse Bücher- und Staats-Cabinet": „Die Louisianer sollen der Sonnen zu Ehren Toback rauchen. Sie kehren ihr Angesicht nach der Sonnen, die sie in ihrer Sprache ,Louis' nennen, um dadurch ihren Respect, den sie gegen dieselbe tragen, an den Tag zu legen, und präfentiren also ihre Pfeiffen, so bald dieselbe angezündet, diesem Gestirn mit den Worten: »Tschenti ouba, Louis!', das heißet »Rauche, Sonne!'. Sie fahren niemals im Rauchen fort, als wenn sie die Sonne vorher unter diesem Nahmen ,Louis' gehuldigt haben, wie denn auch das Land selbst von der Sonnen den Nahmen hat. daß es Louisiana oder Sonnenland Heist." Hier liegt natürlich ein Irrtum des alten Historikers des „Curieusen Cabinets" zugrunde. 1682 hatten Franzosen jenes Gebiet des südlichen Nordamerikas besiedelt, hatten es zu Ehren Louis XIV. „Louisiana" genannt und den braven Ureinwohnern wahrscheinlich allerlei Prächtiges von chrem „Sonnenkönig" erzählt. Daraus schöpften die Naturkinder dann wohl die Ahnung, daß ein guter, fonnenhaftsr Gottfürst jenseits des großen Wassers walte, dem zu Ehren sie die — gewiß ältere — Tabakshuldigung als „Rauchopfer" darbrachten. Interessieren mag es, daß die ersten Tabakstonpfeifen 1585 aus Virginien in Augsburg eingeführt wurden, wo man jene Urpfeifen — die dort in der Nähe des römischen Limes auch geraucht worden sein dürften — längst vergessen hatte Eine Erzeugung im Großen vor rund 200 Jahren fand in dem Dorfe Horpke bei Helmstedt statt, wo — als eine bedeutende Leistung — jeder Pfeifenmacher täglich rund tausend Stück herstellte. Um jene Zeit rauchte auch das „mondäne Frauenzimmer"; es wurden extra zierliche „Jungfernpfeifen" angefertigt. In Deutschland hielt sich die Sitte nicht, doch rühmt ein Reisender von England schon in früherer Zeit: „Das englische Frauenzimmer ist schlank, schon von Gesichte und charmant; sie machen auch ein Pfeifgen Toback mit." Wie verbreitet im deutschen Bauerntums seit dem Dreißigjährigen Kriege die Tabakspfeife war, bezeugt ihre Stellung im Brauchtum. Noch in neuerer Zeit gab man auf dem Lande dem Verstorbenen seine Tabakspfeife mit in den Sarg; zum Zeichen, daß im Hause Trauer herrsche, stellte man mancherorts kreuzweise aneinandergelegte Pfeifen hinters Fenster. War aber Hochzeit ober Kindtaufe im Bauernhause, so wurden die Tabakspfeifen des Hausherrn mit bunten Federn geschmückt und festlich an irgendeinem auffälligen Platze ausgestellt. Auch in der Dolksheilkunde war das Tabakrauchen sehr geschätzt: „Der Tobacco zertheilet alle Haupt- Flüsse und Kopfschmerzen, er clarifizieret die Augen, schärftet das Gehör und couriret alle Zahnschmerzen in wenig Minuten." Ein Rückweis auf das „vor- tabakliche" Rauchen ist deruioch nicht verschwundene Volksbrauch, Huflattichrauch durch ein Rohr gegen allerlei Leiden einzusaugen. Die wichtigste Verbesserung der alten Pfeife geschah 1689 durch den österreichischen Arzt Franz 23icarius, der den Abguß und Nikotinfänger erfand. Krankheiten ist das Verhällnis vielfach umgekehrt. Von 1800 Genickftarrefällen führten 842 zum Tode, also mehr als an Scharlach, von 287 Gehirnentzündungen 160. Insgesamt ist festzustellen, daß fast überall ein Rückgang der Sterbefälle eingetreten ist, woraus sich ergibt, daß der Kampf gegen die Infektionskrankheiten auch da, wo eine Eindämmung ihrer Verbreitung noch nicht möglich war. erfolgreich geführt werden konnte. Kleine politische Nachrichten. Nachdem der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Himmler, am Sonntagabend im großen Saal des Wiesbadener Kurhauses in mehr als zweistündiger Rede die die Schutzstaffeln bewegenden Probleme behandelt hatte, sprach er am Montagvormittag in Anwesenheit von Gauleiter Reichsstatthalter S p r e n g e r und Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen zu den Polizeioffizieren des Bereichs des höheren ff- und Polizeiführers Rhein. Am 27. Februar 1939 konnte der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General der Flieger Christiansen, auf eine 25jähri ge aktive Tätigkeit als Flugzeugführer zurückblicken. Er wurde bei den Caspa-Werken in Hamburg- Fuhlsbüttel durch den heute noch im NS.-Fliegerkorps als Fluglehrer tätigen „Papa Krumsik" ausgebildet. In Berlin stattete der Chef des Protokolls, Gesandter von Dörnberg, der Witwe des verschiedenen Geschäftsträgers der Vereinigten Staaten lHerrlich erfrischend gründlich reinigend und dabei den Zahnschmelz schonend. Srofle Tube 40 'BI., kleine Tube 15 .a r d s bei seinem Sohne, der dort Förster ist, lebt, feiert am 1. März seinen 7 8. Geburtstag. In seiner Heimat Steinbach ist der alte Förster, dessen Gesundheitszustand erträglich ist, unvergessen. Wir gratulieren! Sportplätze und Schwimmbäder für die Landbevölkerung. (Sine Besichtigungsfahrt. — Planungen. Am gestrigen Montag fand eine Besichtigungsfahrt durch eine Reihe von Orten des Kreises Gießen statt, die dem Zweck diente, für die Anlage von Sport st ätten und Schwimmbädern die erste vorbereitende Planung festzulegen. An der Fahrt nahmen Vertreter der Landesregierung (Referat Leibesübungen und Bauabteilung), des Landratsamtes Gießen und des Kulturbauamtes Gießen teil. In den Orten gesellten sich Bürgermeister und Beigeordnete dazu, und in gemeinsamer Aussprach wurden die notwendigen ersten Maßnahmen erörtert, die der Sache dienen können. Der Bau von Sportplatzanlagen und Schwimmbädern soll vor allem der Jugend auf dem Lande Gelegenheit zur Leibesübung geben. Der Schwimmunterricht soll dadurch obligatorisch werden können, daß Schwimmbäder vorhanden sind. Schließlich soll auch der erwachsenen ländlichen Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, eine ausgleichenüe Leibesübung zu betreiben, indem die Sportstätten so gelegt werden, daß sie ohne große Zeitverluste erreicht werden können. Die gestrige Besichtigungsfahrt galt insbesondere der Erwägung der Platzfragen. In A l l e n d o r f (Lahn) soll dicht am Ortseingang (von Gießen her) im Wiesengrund ein Schwimmbad und eine Sportplatzanlage geschaffen werden. Am Hang rechts daneben soll das HJ.- Heim seinen Platz finden. Das Sportstättenprojekt für die Gemeinde Heuchelheim ist schon weiter gediehen; dort soll in Bälde mit der Arbeit begonnen werden. Nördlich der vorhandenen Turnhalle soll ein Spielfeld von regulärer Größe (70 :105 Meter) mit einer Laufbahn von 400 Meter Länge entstehen. Im Zusammenhang damit ist ein Schwimmbad bau mit einem anschließenden Becken für Nichtschwimmer mit einem Sprungbecken und einem Planschbecken für Kinder geplant. Im engsten Zusammenhang damit ist der Bau des HJ.-Heimes vorgesehen. Für Großen-Buseck ist eine geschlossene Anlage, wie sie in Heuchelheim erstehen soll, nicht möglich. Der Raum am vorhandenen Schwimmbad reicht nicht aus, um im Zusammenhang damit einen Sportplatz zu schaffen. Dieser soll vielmehr da, wo sich bisher der Sportplatz befand (am Ortseingang von Rödgen her), in vollkommener Form erstehen. Der Sportplatz soll die normale Größe von 70X105 Meter erhalten. Die Platzfrage für das HJ.-Heim ist noch nicht gelöst. Für die Gemeinde Bersrod soll ein Spielplatz entstehen. Durch die Feldbereinigung wird das Gelände dafür festgelegt. Der Platz soll eine Größe von 50X80 Meter erhalten. Ein Schwimmlehrbecken soll an der Stelle geschaffen werden, an der sich der Weiher (unweit der Straße nach Beuern) befindet, der bisher zum Baden benutzt wurde,, jetzt aber nicht mehr zu diesem Zwecke dienen kann. Das Schwimmlehrbecken wird in Beton ausgeführt und wird feinen Zufluß von einer Quelle erhalten. Für die Gemeinde Q u e ck b o r n soll in der Nähe des Ortes (an der Bahnlinie Grünberg—Lich) zunächst ein Nichtschwimmerbecken für Schwimmlehrzwecke entstehen, später soll ein Schwimmerbecken und ein Planschbecken für Kleinkinder angegliedert werden. Der vorhandene Sportplatz soll aus normale Größe (70X105 Meter) erweitert werden. Neben dem vorhandenen Schießstand auf der Anhöhe soll das HJ.-Heim erstehen. Bei Ettingshausen besteht bereits ein fertiges Schwimmbad. Unmittelbar dabei soll auch ein Sportplatz geschaffen werden, da der bisherige Sportplatz im Walde felsigen Grund hat und zu hart ist. Auch hier soll später im Zusammenhang mit den Sportstätten das HJ.-Heim entstehen. Das Gelände für die Sportstätten schließt unmittelbar an den bebauten Ortsteil an. Für die Schaffung einer gemeinsamen größeren Sportplatzanlage für die Orte Wetterfeld, Röthges, Lauter, Nonnenroth, Münster, sowie Ober- und Nieder-Bessingen sind Vorbesprechungen im Gange. Die letzte Etappe der Rundfahrt galt der Stadt L a u b a ch. Dort wurden das bisherige Schwimmbad besichtigt und die Möglichkeiten für die Schaffung eines Sportplatzes erörtert. Die Gelegenheit dafür ist günstig. Es soll in unmittelbarer Nähe des Schwimmbades ein Sportplatz von normaler Größe, ferner sollen auch Plätze für Tennisspiel und eine Bahn für den Rollschuhlauf geschaffen werden. Auf die unmittelbar anschließende Höhe soll das HJ.- Heim kommen. Schließlich wurden in Laubach auch die vorbildlichen Schicßstände besichtigt. Im Laufe der nächsten Monate werden noch in verschiedenen anderen Gemeinden Besprechungen über, den gleichen Gegenstand stattfinden. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. IMltagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 27. Febr. Zum Wocyenbe- ainn entwickelte sich nur wenig Geschäft, da von der Kundschaft Aufträge nur vereinzelt Vorlagen. Am Aktienmarkt hielten sich die Abweichungen in engen Grenzen. Interesse bestand für IG. Farben, die bei zeitweise etwas mehr Geschäft mit 151,75 unverändert lagen. Am Montanmarkt bröckelten Vereinigte Stahl nach unverändert 111 auf 110,75 ab, ferner Hoesch auf 109 (109,40) und Mannesmann auf 111,40 (111,50). Von Maschinenwerten zogen Eß- linger auf die 1-v. H.-Dividendenerhähung um 0,65 v H. an auf 110,13, Rheinmetall 0,25 v. H. niedriger gefragt mit 134, die übrigen lagen unverändert. Am Elektromarkt-zogen AEG. bei'5,4 v. H. Netto-Dividendenabgang um 0,15 v. H. an auf 115 (120,25), Gesfürel lebhafter mit unverändert 138,25. Sonst notierten u. a.: Westdeutsche Kaufhof 104,50 (104), Zellstoff Waldhof 123,50 (123), AG. für Verkehr 122,40 (122), andererseits Reichsbank 180 (180,25), Scheideanstalt 205 (205,50), Salzdetfurth 137 (138) und Conti Gummi 212,50s (213,50). Am Rentenmarkt 'bestand kleines Anlagebedürfnis, zu größeren Abschlüssen kam es jedoch nicht, auch wiesen die Kurse nur wenig Veränderung auf. Reichsaltbesitz 20 Pf. höher mit 129,70, Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 123,40, De- kofama I 134 (134,13), im Freiverkehr Kommunal- Umfchuldung 93,20 (93,15). Am Pfandbriefmarkt erhöhten sich Franks. Hyp. und Franks. Pfandbank Liquid, auf je 101,15 nach 100,90 bzw. 101, dagegen Meininger 101 (101,13). Stadtanleihen meist unverändert, 28er Mainz 97 (96,75). Industrie-Obligationen lagen vorwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger, u. a. 5 v. H. Mittelstahl 100,50 (100,90), 5 v. H. Gelsenbenzin 100,-30 (100,50), 5 v. H. Eisenbahn- Bonk Frankfurt 82 (82,50). Im Freiverkehr war die Entwicklung uneinheitlich: Elsäß. Bad. Wolle 96,50 bis 98,50 (95,75 bis 97,75), Ufa 86 (85,25), dagegen Vereinigte Fränk. Schuh 82 bis 84 (83,25 bis 85,25), Frankfurter Handelsbank 58,50 (59). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörfe gebefferf. Zwar blieb die Kursentwicklung im Vergleich zum Frankfurter Mittagsschluß uneinheitlich, gegenüber den letzten Berliner Notierungen wies aber die Abendbörse vorwiegend Erholungen auf In den führenden Werten erfolgten seitens der Kundschaft einige Käufe, auch an anderen Marktgebieten wurden die Kurse der veränderten Haltung etwas angepaßt. JG.-Farben gewannen 0,25 v. H. auf 151,50, Verein. Stahl 0,50 v. H. auf 110,50, Mannesmann 0,40 v.H. auf 110,90, AEG. 0,25 o. H. auf 115, Licht und Kraft 0,25 v. H. auf 136 und Demag 0,25 v. H. auf 147,75. Anderseits ermäßigten sich Rheinstahl um 0,65 v. H. auf 137 gegenüber einem Berliner Kurs von 136,50, Hoesch auf 108,75 (109 bzw. 108,50), Bemberg auf 136,50 (137 bzw. 135,90) und Gesfürel auf 138 (138,25). Renten lagen sehr ruhig und unverändert, 6proz. JG.-Farben 120,75, Reichs- bahn-DA. 123,25. 1928er Stadt Mainz zogen 0,25 o- H. an auf 97,25. Kommunal-Umschuldung nannte man mit unv. 93,20. .Frankfurter Getreidebörse. Er notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 208, WH 210, W 12 211, W 13 212, W 16 215, W 18 217, W 19 219, W 20 221, Roggen R 11 194, R12 195, R 14 197, R15 198, R16 200, R 17 201, R 18 202, R19 204 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisqebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,65, W 16 29.65, W 18 29,65, W 19 29,65, W 20 (Kreis Ahey) 29,65, W 20 (Kreis Worms) 30,00 plus 0,50 RM. Fracht- Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter diesen Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22.45, R 15 22.80, R16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, N15 10,15, R16 10.25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlensestpreis ab Mühlenstation. Treber, getrocknet —. Wiesenheu, handelsüblich 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6 40, Kleeheu, gut, gesund, -trocken 7,40 bis 7,80. Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,80 bis 8.20, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt.2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 3,00, Hafer- und Gerstestroh, bindfadengepreßt ober gebündelt 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 822 Kälber, 32 Härnrnel, 70 Schafe, 3520 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämrnel 40 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe und Hämmel mittel. SJl.-'fport Dereinsmannschastskämpfe der Turner. Die Unterkreisklassenmannschaften des Turnkreises 8 des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen traten am Sonntag in Gießen, Nieder-Girmes und Sinn an. In Gießen stellten sich 13 Mannschaften den Kampfrichtern. Erfreulich ist, baß sich viele Lanbvereine an bem Wettkampf beteiligten und auch gute Leistungen zeigten. Unter der umsichtigen Leitung des Kreismännerturnwarts Reuter wickelte sich der Kamps, der von den Vereinen der Kreise Gießen und Alsfeld beschickt worden war, glatt ab und hatte folgendes Ergebnis: 1. Tv. Alsfeld I 338 Punkte; 2. Tv. Kesselbach 332; 3. To. Rodheim I 313; 4. To. Rodheim II 304; 5. Tv. Heuchelheim 299%; 6. Tv. Hausen I 293%; 7. Tv. Eberstadt 293%; 8. Tv. Alsfeld II 289%; 9. Tv. Hausen II 287%; 10. To. Mainzlar 286; 11. Tv. Eifa 281; 12. Tv. Storndorf 263%; 13. Tv. Burg-Gemün- ben 254; 14. Tv. Wieseck (mit 3 Turnern) 240%. Huprerftf Krausch boxte in Innsbruck Bei den Studentischen Meisterschaften, die am vergangenen Wochenende in mehreren Disziplinen in Innsbruck ausgetragen wurden, startete auch der Gießener Student Ruprecht K r a u s ch , der seinen Titel als Meister im Leichtgewicht zu verteidigen hatte. Leiber gelang es ihm nicht, ben Titel wieder zu erringen. Im Kampfe der 14 Teilnehmer gelangte er nach zwei Vorkämpfen in den Endkampf. Den ersten Vorkampf gewann er nach Punkten, den zweiten durch k.o. Im Endkampf stand er dem Leipziger Weiß gegenüber und lieferte ihm einen ebenso hartnäckigen wie ausaeglichenen Kamps, ben der Leipziger knapp nach Punkten für sich entschied. Kassel 03 führt in Hessen. In Hessen hat sich die Sage für den Titelverteidiger Hanau 93 weiter verschlechtert, denn er schasste im benachbarten Großauheim nur ein 1 :1, während Kassel 03 im Lokalkampf gegen die Kur- hessen mit 3 :1 siegreich blieb. Die 03er haben sich nun mit 23:9 Punkten vor Hanau 93 (23:11) an die Spitze gesetzt, und wenn nicht alles trügt, werden sie sie auch nicht mehr abgeben. Da im Fußball aber alles „brin" ist — siehe Gau Sübwest —, wird man in Hanau solange hoffen, bis der letzte Pfiff ertönt und die Tatsachen sprechen. Auch hinsichtlich des Abstiegs ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Kewa, Dunlop, Sport und Kurhessen sind nach wie vor stark gefährdet. Stand der Spiele in der Bezirksklaffe. Nach den Spielen des vergangenen Sonntags weist die Tabelle folgenden Stand auf: Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Steinberg 15 12 2 1 26:4 VfB.-R. 14 10 0 4 20:8 1900 13 7 4 2 18:8 Naunheim 14 8 1 5 17:11 Wetzlar 15 7 3 5 17:13 Frohnhausen 15 6 2 7 14:16 Sinn 15 4 4 7 12:18 Bissenberg ' 16 4 4 8 12:20 Ehringshausen 16 3 0 13 6:26 Burg 15 1 4 10 6:24 Oie Ergebnisse der Kreisllaffenspiele. I. Kreisklasse: Rodheim — Wißmar 7 : 2 Klein-Linden — Großen-Buseck 2 : 6 Hungen — Steinbach 2 : 5 Lich — Leihgestern 1 : 4 Harbach — Nieder-Ohmen 1: 0 II. Kreisklasse: Londorf — SA. II. 9:1 Staufenberg — Krofdorf 2 : 4 Ohne größere Ueberrafchungen endeten die Spiele des Sonntags, einige Spiele fielen aus, bzw. die Gegner traten nicht an. Nach langer Pause spielte Wißmar in Rodheim und mußte dort eine hohe Niederlage in Kauf nehmen, nachdem sie noch bis zur Pause in Führung lagen. Klein-Linden wurde, mit vielfachem Ersatz antretend, in der ersten Hälfte überrannt Als einzige Ueberraschung ist der Sieg der Steinbacher in Hungen zu werten. Die Gäste hatten außer Ersatz nur zehn Mann zur Stelle. Diese Mannschaft kämpfte mit großem Eifer und erfocht einen verdienten Sieg. Nach schönem anständigen Spiel mußte sich Lich auf eigenem Platz von Leihgestern geschlagen bekennen. Obwohl die Gäste aus Nieder-Ohmen besser wie die Gegner spielten, brachte es die Stürmerreihe nicht fertig, die sich zahlreich bietenden Torgelegenheiten auszunützen. Die Platzherren waren glücklicher und konnten durch Verwandlung eines Elfmeters den einzigen Treffer und damit den Sieg erzielen. Vergeblich wartete Geilshausen auf die Spieler von Ettingshausen, die aber Mannschafts- forgen hatten und damit dem Gegner die Punkte kampflos überließen. Auch die Dritte des VfB.- Reichsbahn wurde kampflos Sieger, da Treis nicht antrat. Eine hohe Niederlage bezog die zweite Mannschaft der SA. in Londorf. Knapp, aber verdient siegte Krofdorf in Staufenberg und sicherte sich dadurch zwei Punkte. Lich I. — Leihgestern I. 2:4. Mit der Mannschaft Gilbert, Albach, Lotz, Höpfl, Rau, Mayer, Heller, Fey, Merle, Ringshausen, Weisensee stellten sich die Rasenspieler auf dem durch den anhaltenden Regen äußerst schlüpfrig gewordenen Gelände in Lich den Gästen. Während die Grünweißen gerade auf schwerem Boden immer gute Spiele zu liefern pflegten, versagte die Mannschaft diesmal auf der ganzen Linie. Man kann ruhig sagen, daß sie ihr schlechtestes Spiel der ganzen Spielrunde zeigte. Diese Feststellung aber darf keineswegs die Leistungen der Gäste schmälern, die ben Kamps verdient gewannen Sie kannten keine Bodenhemmnisse, sie liefen und kombinierten, baß es eine Lust war, ihrer Spielweise zuzusehen. Die Gäste, die durchweg leicht überlegen spielten, gingen etwa eine Viertelstunde vor Halbzeit durch zwei Tore in Führung. Lich konnte bald darauf ein Tor aufholen. In der Mitte der zweiten Spielhälste gelangen den Leihgesternern wieder zwei Tore, denen die Licher nur eins entgegensetzen konnten. Eine Drangperiode der Rasenspieler brachte nichts mehr ein. Grohen-Linden I — Teutonia W. Zteinberg I 5:2 (2:1). Trotz des nicht gerade idealen Wetters hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, um Zeuge dieser Machtprobe zu fein. Sofort nach Spielbeginn versuchten die Gäste durch schnelle Angriffe die Führung zu übernehmen, welche auch in der 5. Minute nach einem schönen Flankenlauf von Buß zustande- kam. Allmählich fand sich auch die Platzelf, und Fett und Jung mußten harte Abwehrarbeit leisten. Als in dex 12. Minute Kolwes sich von seinem Bewacher Hedrich sreimachen konnte, war der Ausgleich da. Einige Zeit später erzielte Fischer das Führungstor, und bei diesem Stande blieb es bis zur Pause. Gleich nach dem Wechsel kamen die Ligisten zum Ausgleich. Wer nun gedacht hatte, die Teutonen würden das Spiel an sich reißen, wurden eines Besseren belehrt. Innerhalb kurzer Zeit stellten Fischer und Kolwes ben Staub auf 4:2. Bebauerlicherweise mußten Jung und Fritsche zehn Minuten vor Schluß wegen Verletzung ausscheiden. Nachdem Kolwes durch Bombenschuß noch ein fünftes Tor erzielte, war das Spiel zu Ende. Der Sieg der Platzbesitzer war verdient, allerdings muß berücksichtigt werden, daß die Gäste so gute Leute wie Lang, Däublin und Schmidt ersetzen mußten. Lollarer Jugend schlägt 1900 1. Jugend 2.0 (1:0). Die Lollarer Jugend-Elf erkämpfte sich in einem Freundschaftsspiel einen beachtlichen Sieg über die 1. Jugend von 1900 Gießen Die Gäste, die zwar nur mit 10 Spielern zur Stelle waren, waren in körperlicher Hinsicht den Gastgebern überlegen und hatten zeitweise im technischen Spiel etwas voraus. Diese Vorteile der Gäste konnte die Lollarer Jugendelf aber durch ihren großen Eifer und letzten Einsatz ausgleichen. Anfänglich sah man noch ein verteiltes Spiel, das sich dann aber immer mehr zugunsten der Lollarer. änderte. Zum Schluß war nur noch die Platzmannschaft tonangebend. Die gefährlichen Angriffe der Gäste konnten sicher von dem gut arbeitenden Schlußdreieck gemeistert werden. Lediglich die Stürmerreihe muß noch bestrebt sein, die Torgelegenheiten, die sie herausarbeitet, noch besser zu verwerten. Das Spiel hat dber auch beliefen, daß die kommenden Kämpfe um die Bonn- Meisterschaft immer größere Anforderungen an die Spieler stellen werden. Start der Ausstiegspiele zur Vezirksklaste Folgende Vereine haben in den Spielen der 1. Kreisklasse sich in ihrer Gruppe ben 1. Platz erkämpft: 1. Sportverein 1920 Lollar. 2. Turnverein Großen-Linben, Fußballabteilung. 3. Vorstädter Sportfreunde, Wetzlar. 3. Fußballklub von 1920, Burgsolms (Lahn). 5. Reichsbahn-Turn- und Sportverein Dillenburg. Sie nehmen damit an den Aufstiegspielen zur Bezirksklasse teil. Die Spiele selbst werden nach dem Punktesystem in Vor- und Rückspiel ausgetragen. Die Spiele wurden von jeher, da nur zwei von den fünf Mannschaften zur Bezirksklasse aufsteigen, unter Einsatz aller Kräfte ausgetragen. Auch in diesem Jahre dürste es nicht anders fein. Dies bedeutet jedoch nicht, daß ein Spiel mit Einsatz aller Mittel gewonnen werden muß, sondern es ist zu wünschen, daß die Spiele durchaus im sportlichen Rahmen ausgetragen werden. Nur allzuoft mußten Vereine erfahren, daß ein so gewonnenes Spiel tatsächlich schon den Verlust eines möglichen Aufstiegs bedeutete. Für Ausschreitungen der Zuschauer, unsportliches Verhalten der Svieler haben eben die maßgebenden Stellen kein Verständnis mehr. Die Art der Spielaustragung beleuchtet nur zu deutlich den inneren Ausbau eines Vereins. Es ergibt sich daraus notwendig die Aufgabe für jede Veneins- führung, dafür zu sorgen, baß die Spiele einwandfrei zur Durchführung kommen. Dabei darf, wie schon betont, Kamps nicht zur Unsportlichkeit werden. Die Zusammensetzung der Aufstiegsbewerber verspricht interessante Kämpfe. Lollar und Dillenburg haben dabei die Erfahrung, daß sie sich bei ben Spielen in der Bezirksklasse erworben haben, voraus. Auch Burgsolms hat schon einmal bei ben vorjährigen Ausstiegspielen die Möglichkeit gehabt, fe;ne Spielstärke einem Vergleich zu unterziehen. Dagegen spielen Großen-Linben und Sportfreunde Wetzlar zum erstenmal in den Aufstiegspielen. Da keine der Mannschaften ein ausgeprägtes Spielsystem spielt, so ist es schwer, irgendeine Voraussage zu treffen. Man kann nur wünschen, daß die besten Mannschaften sich durchsetzen. Die Spiele beginnen am 5. März mit folgenden Begegnungen: Großen-Linben — Lollar Burgsolms — Sportfreunbe Wetzlar. Jüdischer Eieuerbetrüqer. LPD. Frankfurt a. M., 27. Febr. Gegen ben Juden Wilhelm Israel Hornberger, Bankier, Frankfurt a. M., Freiherr-vom-Stein-Sfräße 7, ist wegen Einkommen st euerhinterzie - hung eine Geldstrafe von 10 000 Mark festgesetzt worden. ORuttbfunfproaramtn Mttwoch, 1. TUärz. 5.45 Uhr: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30i Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. August 14 — November 18. Der Schicksalsweg eines Volkes nach den Stimmen seiner Dichter. Von Morfin Jank. 12: Werkskonzerf. 13- Nachrichten. 13.15: Miffagskonzerf. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch. 16: Nach- miffagskonzerf. In der Pause von 17 bis 17.10: Das Mikrofon unterwegs. 18: Ein Wort an alle. 18.10: Artisten im Rampenlicht. 18.30: So find wir nun mal. Ein kleiner Hörbilderbogen. 19: Fliegendes Deutschland: „Flieger machen Weltgeschichte". 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: G'bfs Schöneres im Leben vis andern Freude geben? Sie spenden — wir senden für's WHW. 22: Nachrichten. 22.20. Kammermusik. 23 bis 24: Musik aus Wien. Briefkasten der Redaktion. G. W. Zur Ergänzung unserer Auskunft in Nr. 46 des Gieß. Anz. über den Volksfchriffsteller Erwin Gros wird uns aus dem Leserkreis noch mitgeteilt, daß Erwin Gros am 1. Dezember 1926 in Gonzenheim gestorben ift Ein Bruder von chm, der Studienrat i. R. O. Gros, wohnt in Offentod) am Main, Körnerstraße 15. SM Gießen, Plockstraße 14-16 1431 A Für die Einsegnung empfehlen wir unser reichhaltiges Lager in schwarzen und farbigen WoH- und Seidenstoffen Für fesche Jacken u. Mäntel Ilahnentrittjackenstoff, 150 cm breit, in schwarz-, marine- und braun-weiß, besonders A nr vorteilhaft im Preis p. Mtr. faiUu Diagonal-SToppS, 150 cm breit, für den feschen Q QE Frühjahrsmantel, i.d.richt.,ansprech.Färb.,p. Mtr. Utuu Karierter Jackenstoff, 150 cm br.,m. flotten A Aß Noppeneffekten, ein schöner, preis w. Artikel, p.Mtr. Boncle-Streifen, 150cm br., solide, strapazier- A Ort fähige Mantelware, in viel. Frühjahrsfarben, p. 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März 20 Uhr Gießener Konzertverein (6 Platzmiete-Konzert) Mittwoch jeden Verdi, Requiem eintrettend von der See W ^abtiau ohne K°P1 sch5oog28 1438V KabliauFilet 401' 33 ei 3tnsdjajjung von 500 0 Dekorationen 33etien filfjrt der TOeg zum (Dacfimann Universitäts-Cafe (ließen, 3etter sw eg 20 Gießen, Plockstraße 5 Ab 1. März 1939 spielt täglich nachmittags und abends 1430A Die neue Erfolgs-Kapelle Geo Kemlein 1435V findet nicht statt. Carl Schwan Achtung! Achtung! UeberneHme 1440V Ohne Mühe 1425V ab I.Märr 39 nach vollständiger Renovierung den Verkauf lmObst-u.Gemüsegeschäst Mehr Freude an der Natur W. Hankel.Gi etzen. Neuen Baue 7 durch Bermlihler-Bücher! Hermann Nier. 0979 befindet sich ab 1. März 20. Ziehungslag 27. Februar 1939 ön der heutigen Dormittagsziehung wurden Frankfurter Straße 37 gezogen Peter Ohl 10 000 RM. 268195 Ecke Friedrichstraße. — Telephon 2524 vorm. 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