Nr^Lrftes Blatt 189. Fahrgang Samstag, 28./$onntag,29.3anuar 1939 Erlchemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-Bezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen poftschecktonto: Krontfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. 8chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grnndpreife für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Test- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Dort) Bereinbg.25"/^ mehr. Lrmahtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Tag der Erhebung im Gwßdeuischen Reich Der neue Deutsche. Verwundert — bewundert schaut die Welt nach anfänglichem Widerstreben auf den gewandelten, zu sich selber gekommenen Deutschen. Es ist da plötz- lich ein deutscher Mensch erstanden, an den man draußen kaum mehr glaubte oder den man । Überhaupt nicht kannte — kennen wollte. Nicht nur ein Staat, eine gesammelte Macht in friedlichem Vorwärtsstreben, sondern ein Mensch, ein neuer, nie gesehener Mensch, ist in diesem Jahrhundert vor der Welt aus dem Raume der Mitte Europas erstanden, ein Mensch, der in feiner Ausgewogenheit viele Tugenden in sich vereinigt und viele Kräfte, die man nach 1918 nie mehr für möglich gehalten hätte in einem Deutschen Der Führer der Deutschen hat ihn erweckt, Adolf Hitlers Wort und Beispiel hat ihn erstehen lassen, hat damit den! Deutschen zu sich selber geführt, hat ein ganzes Volk verwandelt und erhoben. Aber wir müßten keine Deutschen sein, wenn wir nicht nachsännen, wenn unsere Sehnsucht nicht forschte, wie es um diesen Menschen steht, was ihn zu dem macht, was er nun — werden kann. Denn daß wir Werdende sind und immer einer Zukunft, einem Ziele zugewendet, einem Ziele, das wieder über sich hinausweist, das ist uns fast leib» hastige Gewißheit. Wir suchen ja immer uns selber, wir Deutschen, und sind fern jener Selbzufrieden- heit, die nur einen geprägten Typus erhalten will. „Der Werdende wird immer dankbar sein", heißt es in Goethes „Faust", und dabei wird er, der Werdende, mit Hölderlin sagen: „Wir sind noch nichts, was wir suchen ist alles". Dieses Suchen aber macht den Deutschen zum Träumer und Romantiker, denn er lebt über dieser Welt noch in einer anderen, der Ueberwelt der Sehnsucht und Musik. Er ist, um mit seinem erhabnen britischen Bruder aus gleichem Blute, mit Shakespeare zu sprechen: Stoff zu Träumen... Freilich ist nicht nur dieses flüchtige und klingend bezaubernde Wesen die Erfüllung dessen, was man deutsch nennen darf: — das ewige Suchen führt den Deutschen auch immer und immer wieder i n eine Gefolgschaft. Er stellt sich in Treue — bis zum Trotz gesteigert — hinter seinen Helden und Führer. Er ficht für ihn und findet seine höchste Erfüllung darin, diese Treue mit seinem Blute zu besiegeln. So entstand der deutsche Landsknecht aus der Sehnsucht, aus dem Suchen. Viel mißbraucht, oft verlacht, aber meist geliebt und irgendwie beneidet sehen andere Völker diesen Gefolgsmann ziehen und die Welt durchschweifen. Hier liegt eines der tiefsten Rätsel — für die Welt — dieses Deutschen, der — nach Hutten — „sein Sach auf nichts gestellt" hat. Er ist immer ein Gläubiger, auch ba' wo er mit jener tiefdringenden Skepsis immer neue Bereiche des Geistes erschließt. Mephistophelisch neben der Faustischen Sehnsucht. Fromm-heiterer Trotz ist 'eines seiner tiefsten Wesensmerkmale. Aus ihm kommt die uralte germanische Treue, aus ihm Gefolgschaft im Dienst eines Herzogs", dem die Liebe seiner freien Gefolgsmannen gehört, aus ihm kommt die geistige Standhaftigkeit und das Be- kenntnis zu einer Erkenntnis: die deutsche Wissenschaft und hier ihre seelischen Wurzeln. Gerade heute, bei den Begegnungen mit den Marschkolonnen eines jungen, verjüngten Deutschland erscheint uns das Jnbild des deutschen Menschen als Jüngling. Nicht nur der Träumer, der Werdende ist jünglinghaft, sondern auch der heroisch sich Hingehende, der Held schlechthin, dem es nicht um irdisches Gut geht, hat im Deutschen Iünglingszüge. Hier wird jene wunderbare Be- vuhrung deutschen Wesens mit hellenischem deutlich, die in der Erscheinung Platons für alle Zeiten ihr Sinnbild findet. Don diesem Standpunkte aus wird aller leidige Streit um Hellenismus oder Germanismus hinfällig Es fit ja dieselbe Wurzel! Es lst ja dasselbe heroische Jnbild des Jünglings, das beide zu ihrer höchsten Hohe zur Sonnenhöhe Baldur-Apollons erhebt. Und dennoch: es ist etwas Düsteres um diesen Deutschen, auch um sein erhabenes Junglmgsbild. Siegfried, der Lichte, fällt durch des Helden Hagen Speer. Sonrabin fällt am leuchtenden Sudmeer, als königliches Opfer einer echt putschen Sehnsucht. Und so fallen sie zu vielen, die sehnsüchtigen Helden. Die glückliche Seinsverklärung hellenischer Lichtwelt bleibt für den Deutschen Sehnsucht und Traum. Er muß hinein in die Enge, er muß sie durchkosten, diese drohende Enge, und so wird er zu dem ..Ritter zwischen Tob unb Teu- fei", wie ihn Dürer, unser größter Meister, ge- zeichnet hat und wie ihn Schopenhauer und Nietzsche, diese beiden Philosophen eines echt deutschen Pessimismus, sahen. , Ritter zwischen Tod und Teufel — dazu schm>e bet ihn auch seine Geschichte Sobald er aus kuh- ner Jugendzeit in die uns überschaubare Geschichte eintrat geriet er im Getriebe der Völkerwanderung zwischen die Machte des Ostens> und Westens, zwischen nordische Nacht und südliche Helle. Er rnitfcti» in sich den Zwiespalt Europas austragen, er mußte die Glaubensspaltung durchleiden ' und durchkämpfen. (Er ift zerriebene und wiedererstandene Mitte geblieben °uf d'esen Tag, da der gigantische Sinn des Weltkrieges ge gen die Deutschen sichtbar geworden ift Unb er wurde ganz er selber in jenem -'Zustande der zu fammengebiffenen Zähne", von dem Nietzsche afft, daß wir darin unser Bestes gäben. Er erfüllte immer sein Selbst, wenn es verzweifelt darum stand: das ist ein Zeichen seines inneren lieber» fiusses, das ist eine Verheißung langen Lebens. Der Deutsche hat sich nie „gespart". Es ist das Zeichen der germanischen Rasse — dieses Wort hier eher seelisch als biologisch genommen —, daß sie sich immer verschwendet und hingießt in die Welt, daraus ist der Begriff des „Kultur-Düngers" für die Welt geworden, den man uns anhängte, meil wir uns allzusehr verstreuten und dort draußen in der Zivilisation unser Selbst zu vergessen schienen. Man sollte aber bei einer solch wirtschaftlichen Betrachtungsweise nie. vergessen, daß nur ein Volk von so großem inneren Ueberfluß sich so verströmen kann. Die Vandalen in Nordafrika, die sich dort scheinbar verloren — sie sind ewige Zeugen dieser abenteuerlich großartigen Rasse, die der Welt immer etwas zu schenken hat. Uns ist es nicht aufgegeben, pedantisch hauszuhalten mit uns selber und mit unserem Erbe, wir wollen keine Renten schaffen und keine Dasallenvölker ausbeuten. Der deutsche Mensch hängt nicht an den Gütern dieser Welt, sondern er trägt sein Erbe in f i ch und fein Glück. Er wird alltäglich und armselig, wenn er sich allzusehr an diese Welt verliert, wenn er ichsüchtig nur feinen Anteil häuft. Aber er wird groß, wenn er dient um des Ganzen willen. Deshalb wurde er auch jener dem Verschwender so ganz entgegengesetzte Typus: der mustergültige Verwalter des Gemeinnutzes der Beamte, wie ihn Preußen hervorbrachte, züchtete. Gezüchtet war auch der Typus des preußischen Offiziers. Ihr Vorbild freilich hat schöpferisch auf die Welt gewirkt: der italienische Faschismus z. B. hat diesen Typus in sein Volkstum übersetzt. Und der deutsche Soldat, auch eine Schöpfung Preußens, hat vielen Heeren der Welt als Voroild gedient. Und heute hat wieder der erstandene Deutsche den uralten Grundsatz unserer Rasse auf fein Banner geschrieben. Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Mit dem Jünglingsfeuer einer unverbrauchten Rasse erstand eine neue Bewegung aus uraltem Erbe, verjüngte sich ein Menschentum, das ebenso soldatisch wie musisch die Wett immer bereichert. Mag sie sich sträuben: sie wird sich ihm nicht entziehen können. Der deutsche Mensch wird sie wan- oeln, weil er ihr bient Kurt Hotzel. Sonderspende des Winierhilsswerks. $ür 15 Millionen RM. Gutscheine gelangen am 30. Januar zur Verteilung. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Wie in jedem Jahre seit der Machtergreifung hat das Winter- h i l f s w e r k des deutschen Volkes für den Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution auch für 1939 eine Sonderaktion zugunsten der ärmstenDolksgenossen vorbereitet, in deren Rahmen für etwa 15 Millionen RM. Gutscheine verteilt werden. Für Bekleidung und Lebensrnittel werden Gutscheine im Gesamtwert von 8 900 000 RM. ausgegeben. Gleichzeitig werden für 5 700 000 RM. Gutscheine für je einen Zentner Kohlen verteilt. Die Ausgabe der Gutscheine erfolgt durch die örtlichen Dienststellen des WHW. _ In der Zeit vom 30. Januar bis zum 15. Februar 1939 werden diese Sondergutscheine in allen einschlägigen Geschäften in Zahlung genommen und müssen die eigenhändige Unterschrift und Anschrift des Betreuten tragen. Jeder Gutschein für Lebensmittel, Kleidung, Wäsche und Schuhwerk hat einen Wert von einer RM. Gleichzeitig ist am 30. Januar 1939 jede Sammeltätigkeit für das WHW. verboten, ausgenommen von diesem Verbot ist allein die WHW.-Lotterie, deren Lose auch an diesem Tage verkauft werden dürfen. Diese zusätzliche Spende des Winterhilfswerkes in Gestalt von Sondergutscheinen wird, wie in den vergangenen Jahren, in vielen deutschen Familien am Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution dankbar begrüßt werden und Freude und Vertrauen auslösen, ein Vertrauen, das begründet liegt in dem auch durch diese Tat wieder gestärkten Glauben, daß unser Volk auch seine ärmsten Söhne niemals vergißt. Diese Sonderaktton bekundet damit auch äußerlich den Wandel, den die Fürsorge und Betreuung minderbemittelter Volksgenossen seit 1933 erfahren hat. Weitab von rühr- jeligen Reden unb tönenden Mitleibphrasen ist unser Volk zur Selbsthilfe geschritten, bie aus bem sozialen Empfinden aller Volksgenossen wächst, die im 30. Januar den Beginn der deutschen Schicksals- wende sehen. D»e Feier des 30. Januar. Berlin. 27. Ian. (DNB.) Das Reichsministe- rlum für Volksaufklärung unb Propaganda gibt bekannt: Für den 30. Januar. ;um 6. Jahrestag der nationalsozialistischen Erhebung ist folgendes Programm vorgesehen: 8 Uhr: Großes Wecken durch Rlusik- und Spielmannszüge der Bewegung. Der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda Dr.Goebbels wird um 9 Uhr in der Turnhalle der 299. Volksschule in der Zech- linerstraße 4 am Wedding z ur deutschen Jugend sprechen, die sich im ganzen Reich in den Schulen und Dienststellen zum Gernein- schaftsempfang versammelt hat. Um 11 Uhr wird der Führer den Trägern des Rationalpreises 1938 die Ehrenzeichen überreichen. Die erste Sitzung des Grohdeutschen Reichstages mit der Entgegennahme einer Erklärung der Reichsreglerung findet um 20 Uhr in der Krolloper statt. Um 23 Uhr werden in Berlin die uniformierten Formationen der Bewegung und der angefchlosfe- nen verbände einen F a ck e l z u g veranstalten, den der Führer vom Balkon der Reichskanzlei entgegennehmen wird. Den Schluß bildet ein Bataillon der Leibstandarte ff »Adolf Hitler". Zns siebente Kampsjchr. Am sechsten Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung tritt der erste Reichstag des Groß- deutschen Reiches in der Reichshaupistadt zusammen. Abgeordnete aus Wien und Salzburg, Innsbruck und Linz, aus Steiermark und Kärnten, aus Reichenberg und Eger, aus Teplitz und Karlsbad werden neben den Erwählten des Volkes aus allen Gauen des Altreiches ihren Platz finden, und vor sie hin tritt der Mann, der sie alle einte, der Schöpfer Großdeutschlands. Wer dürfte von sich behaupten, daß ihm dies Bild, wenn auch nur als undeutliche Vision, vor Augen getreten wäre, als am gleichen Tage vor sechs Jahren die langen Kolonnen der SA. und ff, gewaltigen Feuersäulen gleich, in straffer Disziplin unb boch erfüllt von einem unendlichen Jubel durch das Brandenburger Tor die „Linden" entlang zur Reichskanzlei zogen, um den beiden Männern zu huldigen, deren Bund am Anfang des neuen Reiches stand, bem Führer der nationalsozialistischen Bewegung, A b o l f Hitler, und dem ehrwürdigen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, die sich an diesem Tage zur Rettung Deutschlands die Hände gereicht hatten. Jahr für Jahr haben wir uns seitdem von diesem eindrucksvollen Erlebnis > ergreifen und hinreißen lassen, jedesmal war es eine Bestätigung dieses Bundes, jedesmal schloß es Volk und Führer enger zusammen in jener verschworenen Gemeinschaft, um die uns alle Welt staunend beneidet. Denn im Kritteln unb Nörgeln ist ja nichts anderes als Bewunderung und Neid, .das Wissen um die Elemente unserer Stärke, die im Fegfeuer der deutschen Geschichte zu stählerner Härte geschmiedet wurden und als unzerreißbares Band Führer und Volk aneinander ketten in guten unb schlechten Tagen, in Glück und Ruhm, wie in Not unb Gefahr, zu friedlicher, segenbringender Arbeit an allen Werken der Kultur, des technischen, wirtschaftlichen unb sozialen Fortschritts aber auch, wenn die Stunde es fordert, zu entschlossenem Kampf bis zum Aeußersten für Ehre, Freiheit unb Lebensinteressen von Volk und Reich. Deshalb ist die Einigung aller Deutschen in der nationalsozialistischen Weltanschauung und durch sie des Führers größte Tat, weil sie erst bie Voraussetzung schuf für bie Befreiung von ben Fesseln des Versailler Diktats, für ben Aufbau der deutschen Wehrmacht und das Werden des Großdeutschen Reiches. Eine Tat, bie in dem Augenblick begann, als der Gefreite des Weltkrieges in ben büfteren Novembertagen bes Jahres 1918 im Lazarett zu Pasewalk beschloß, „Politiker zu werben", aber auch eine Tat, bie sich immerwährend erneuert, Jahr für Jahr erneuern muß, benn ohne ben Idealismus jener Getreuen, bie mit dem Führer am 9. November 1923 zur Münchener Feldherrnhalle zogen, ohne ben Glauben jener Unentwegten, bie auch bann noch, als alles verloren schien, zu ihm standen unb durch ihren Glauben, durch ihre Treue die erfolgreichsten Propagandisten der nationalsozialistischen Weltanschauung wurden, wäre aus bem kleinen Häuflein ber ersten Parteigenossen niemals jenes Heer ber Hunderttausende unb Millionen geworden, ohne bas Adolf Hitler seinen Anspruch auf die Führung auf legalem Weg nie hätte durchsetzen können. Und wie damals sich im deutschen Volk in all feiner Verzweiflung, feiner seelischen Not und wirtschaftlichen Bedrängnis noch aufrechte, mutige und gläubige Männer unb Frauen fanden, die mit Adolf Hitler ben Weg aus bem Dunkel wagten, bas zeugt ebenso für bie innere Bereitschaft dieses Volkes, einem echten Führer zu folgen, wie es bie Kraft ber Persönlichkeit Adolf Hitlers und bie Gewalt der nationalsozialistischen Idee beweist. Diese Wechselwirkung zwischen Führer unb Gefolgschaft hat bann in ben Jahren bes Kampfes ber nationalsozialistischen Bewegung um die Seele des deutschen Volkes immer tiefere Wurzel geschlagen und nach der Machtergreifung das ganze Volk magnetisch in ihren Bann gezogen. Unb wenn babei ber innen» wie außenpolitisch von Erfolg zu Erfolg schreitenbe Siegeszug der nationalsozialistischen Politik Adolf Hitlers zum besten Propagandisten der national« sozialistischen Weltanschauung wurde, so dürfen wir gerade am Gedenktage der nationalsozialistischen Erhebung nicht vergessen, daß bie ersten national» sozialistischen Kämpfer ohne diesen sichtbaren (Erfolg, ja trotz mancher Rückschläge, Jahr für Jahr im unerschütterlichen Glauben an die Sendung Adolf Hitlers und die Richtigkeit der nationalsozialisttschen Idee ihr Leben für ihre Ueberzeugung in die Schanze geschlagen haben nur in der Hoffnung auf ein neues Reich, aber ohne die Gewißheit, selber Zeuge feines Werdens zu sein, und mir müssen bereit fein, es ihnen jederzeit gleichzutun, wenn die Zukunft unseres Volkes es erfordert, sollten die Linien der Politik auch nicht immer gleich klar vor unseren Augen liegen. In den kritischen Septembertagen des vergangenen Jahres hat das deutsche Volk den Beweis dafür erbracht, daß das Vertrauensverhältnis zwischen Führer und Volk stark genug ist, jede Nervenprobe zu bestehen. Des Führers Dank für diese Bereitschaft war sein Bekenntnis: „Ich bin stolz auf mein deutsches Volk!" Diese seelische Krisenfestigkeit des deutschen Volkes wird immer die Voraussetzung für wie auch immer geartete Erfolge einer genialen Staatsführung bleiben. Wie am 30. Januar der Führer die Macht im Staate nur hat erringen können, weil er vorher die Macht über die Herzen gewonnen hatte, fo dürfen wir nicht einen Augenblick müde r Sechs Jahre deutschen Ausstiegs 27. 19.10.: be^ A 30. 1.: die 30 4.: 31. 18. 7.: 14. 26.11.: 2. 27. 1.: 19. 4. 2.: 20. 2.: 21. 5.: 10. 4.: 26. 4.: 12. 9.: 29. 9.: 9.11.: 26. 9.: 15. 29. 9.: 7. 10.10.: 29. 4.12.: r 24. 12. 1. 9. 9. 18. 26. 15. 6. 6. 9. 5. 5. 9. 9. 24. 29. 3. 3. 3. 30. 5. 21. 1.10. 14.10. v. H. aller Stim- Crossinsee, Sont- 13. 14. 18. 1. 24. 9. Vortrag über die ich für SA. und Führers über die bildung durch die ei m] n v 13. 1. 16. 1. 3. 3. mit Be- del 9° m z" 01 L i r d«! dir nei tuii ni HIE 511 9i 9e hi t Erklärung des Führers im Reichstag dem Programm der 13 Punkte für die friedung Europas. Deutsch-englisches Flottenabkommen. hielt Oberst i. G. Stapf einen gemeinschaftlichen Aufgaben, die Wehrmacht aus dem Erlaß des vor- und nachmilitärische Aus- men für Adolf Hitler. 4.: Weihe der Ordensburgen Hofen und Vogelsang. 8.: Beginn der Olympischen Spiele. 8.: Einführung der zweijährigen Dienstzeit. 9.: Der Führer verkündet auf dem Parteitag der Ehre den Dierjahresplan der deutschen Zusatzwahl zum Deutschen Reichstag im Sudetenland. 98,09 v. H. aller Stimmen lauten auf Ja. 1939: Einweihung der Reuen Reichskanzlei. 5.: Rote Fliegerbomben auf das Panzerfchif „Deutschland" in den spanischen Gewässern. Der Führer weiht das Haus der deutschen Kunst in München. 26. 30. 21. Einladung durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brau chitsch. Bei dieser Gelegenheit ~ Mussolini in München. Wehrmachtparade in Berlin vor Hitler und Mussolini. Walther Funk wird Reichswirtschaftsminister. 1938. 6. Mr. Bekanntgabe des Bauprogramms für Berlin durch Generalbauinspektor Prof. Speer.. Erlasse des Führers über Zusammenfassung der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Kräfte. Der Führer übernimmt den Oberbefehl über die Wehrmacht. Reichstagssitzung: 'Der Führer betont, daß Partei, Staat und Wehrmacht eins find. Verstärkte militärische Sicherung Deutschlands. Oesterreich wird mit dem Reiche vereinigt. Einzug des Führers in Wien. Reichstagssitzung. Der Führer ordnet Neuwahlen an. Für die Liste des Führers stimmen 99,08 v. H. aller gültigen Stimmzettel. Grundsteinlegung zur Dolkswagenfabrik bei Fallersleben. Der Führer nimmt auf dem Reichspartei, tag in Nürnberg für die Sudetendeutschen das Recht der Selbstbestimmung in Anspruch und macht Mitteilungen über die deutsche Westbefestigung. Rede des Führers im Sportpalast: „Ich habe Herrn Benesch ein Angebot gemacht, er hat jetzt die Entscheidung in seiner Hand, Frieden oder Krieg!" . Mussolini, Chamberlain und Daladier treffen in München ein und unterzeichnen mit dem Führer das Abkommen, das die Räu- mung der sudetendeutschen Gebiete bestimmt. Beendigung *bes Einmarsches der deutschen Truppen in das Sudetenland. 1. 2. 17. 13. 15. 2.: Der Führer fordert bei der Eröffnung der Auto-Ausstellung den Volkswagen. 3.: Regierungserklärung Adolf Hitlers im Reichstage, Kündigung des Locarnopaktes, Wiederbesetzung des Rheinlandes, Auflösung des Reichstages. 3.: Reichstagswahl: Fast 99 Ministerpräsident Göring wird mit Durchführung des Dierjahresplanes auftragt. 1937. 5.3* Mögensbildung. Wir beanspruchten die Arbeitskraft von 1,2 Millionen Menschen für die Borgkäufe. Darunter seien mindestens 300 000 Facharbeiter, die beschäftigt würden, damit die verschiedenen Borg- kaufer einen höheren Lebensstandard vortäuschen, als sie sich eigentlich leisten könnten und die an anderer Stelle der Volkswirtschaft dringend eingesetzt werden könnten. Das Borgunwesen sei aber nichts gegen die 2'/- Milliarden, die das deutsche Volk in einem Jahr v e r r a u ch e. Für die Summe, die das deutsche Volk jährlich verrauche, könnte es sich 2V2 Millionen KdF.-Wagen kaufen. Oder es könnten 400 000 bis 500 000 Wohnungen dafür gebaut werden. Reichsleiier Alfred Bosenberg sprach dann über die Zusammenhänge von Wirtschaft und Weltanschauung Die deutsche Wirtschaft ist ohne weltanschauliche Grundlagen undenkbar. Ihre Einheit wird um fo stärker sein, je mehr sie sich einfügt in die Grundgedanken der Weltanschauung und von dort ihre Anregungen erfährt. Diese Weltanschauung ist weniger ein Dogma als eine innereHaltungdem Schicksal gegenüber. Ueber Methoden und Wege werden wir uns immer verständigen können auf der Grundlage einer solchen Haltung. Es besteht eine enge Verbindung zwischen Weltanschauung und Macht. Eine Religion und eine Weltanschauung werden nur von Tauer sein, wenn sich eine politische Macht dahinter- stellt. Hinter der nationalsozialistischen Weltanschauung steht geschlossen eine gewaltige Macht, die das Werben für die Idee zu schirmen vermag. Die Macht aber hat keinen Sinn an sich, sie ist die Trägerin eines neuen Ideals. Die deutsche Seele hat nunmehr in Adolf Hitler heimgefunden zu sich selbst Wir wollen nicht nur Erben einer großen Bergan- genheit, sondern auch die Ahnherren einer großen Zukunft sein. , SA. ergeben. Hieran schloß sich ein kameradschaftliches Beisammensein der SA.- 1934. 2. Zahl. 1.: Abkommen mit Polen. 1.: Gesetz über den Neuaufbau des Reiches. 3.: Eröffnung der Arbeitsschlacht durch den Führer. 6.: Adolf Hitler trifft sich in Venedig mit Mussolini. 8.: Reichspräsident von Hindenburg gestorben. Das Amt des Reichspräsidenten wird mit demjenigen des Reichskanzlers unter Wolf Hitler vereinigt. 8.: Durch Volksabstimmung wird der Vereinigung der beiden Aemter mit über 90 v. H. Ja-Stimmen zugestimmt. 1935. 3. Mr. Volksabstimmung im Saargebiet. Rückgliederungsfeier im Saargebiet. Gesetz über den Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht. 3.: Reichstagswahl. ... 3.: Staatsakt in Potsdam. 7/4.: Gesetz über die Gleichschaltung der Länder 1933. l.Iahr. 1.: Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. stlaygen heraus! Berlin, 27. Ian. (DBB.) Die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels geben bekannt: Am 30. Januar 1939 flaggen aus'Anlaß des fechsjShrigenBeflehensdesnalional- fozialistlfchen Reiches sämtliche Dienstge- baude der staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich Die Bevölkerung wird gebeten, sich dieser Beflaggung anzuschliehen. * Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der Reichsminister des Innern hat angeordnet, daß Behörden- angehörigen, die am Tage der nationalen Erhebung, 30. Januar, an Veranstaltungen her NSDAP., ihrer Gliederungen und anqe- schlossenen Verbände teilnehmen wollen, soweit notwendig, Dienstbefreiung zu gewähren ist. Die Bezüge sind ungekürzt fortzuzahlen. mit dem Reich. 5.: Tag der Nationalen Arbeit. " Gründung der Deutschen Arbeitsfront. Friedensrede des Führers im Reichstag. Eröffnung des 1. Winterhilfswerks. Eröffnung des Preuß. Staatsrats. Erntedankfest auf dem Bückeberg. Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund. 21.10.: Volksabstimmung und Reichstagswahl. — lieber 95 v. H. Ja-Stimmen. Wirtschaft. 9.: Der 1000. Kilometer der Reichsautobahnen. " der Hermann Esser Staatssekretär im Reichsmmistermm für Bolksaufklärung und Propaganda. B e r l i n, 27. Ian. (DBB.) Der Führer hat den Präsidenten des Fremdeuverkehrsverbaudes, Slaatsminifter a. D. Hermann Esser, zum Staatssekretär im Reichsmlnisterlum für Volksaufklärung und Propaganda ernannt. Staatssekretär Esser hat die besondere Aufgabe, das Fremdenverkehrswesen im Rahmen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda einheitlich zu organisieren und auszurichten. Hermann Esser, einer der ersten Gefolgsmänner des Führers, wurde 1900 in Röhrmoos bei München geboren. 1917 legte er das Notabitur ab. Als Kriegsfreiwilliger beim Bayerischen 19. Feldartillerie-Regiment erlebte er die großen Schlachten der Westfront mit. Nach dem Zusammenbruch war er kurze Zeit Journalist. Schon 1919 trat er der Deutschen Arbeiterpartei bei. Seit dieser gehört er ununterbrochen der nationalsozialistischen Bewegung an. Unter Dietrich Eckardt war Esser Schriftleiter des Völkischen Beobachters. 1921 berief ihn Adolf Hitler zum Propagandaleiter der NSDAP. In unzähligen Kundgebungen trat er selbst als Redner auf. 1922 wurde Esser wegen Landfriedensbruches und Störung einer separatistischen Versammlung zusammen mit dem Führer zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Am 9. November 1923 marschierte er mit zur Feldherrnhalle. Während der Festungszeit Adolf Hitlers gründete er als Auffangorgantsation für die verbotene NSDAP, die „Großdeutsche Volksgemeinschaft". Der im Jahre 1925 neugegründeten NSDAP, gehört er mit der Mitgliedsnummer 2 an. Esser war von 1925 bis 1929 Reichspropaganda, (eiter. 1926 übernahm er die Hauptschriftleitung des Illustrierten Beobachters. Nach der Machtübernahme wurde Esser bayerischer Staatsminister und übernahm die Leitung des Bundes ber Deutschen Fremdenverkehrsverbände und Bäder. 1935 wurde er Präsident des Reichsausschusses für Fremdenver- kehr. Im April 1936 Leiter des neuerrichteten Neichsfremdenverkehrsverbandes. In dieser Stellung hat Hermann Esser sich große Verdienste um die Organisation und Stärkung des »deutschen Fremdenverkehrs erworben. Dieser Erfola hat für das nationalsozialistische Deutschland um so größere Bedeutung, als es im Fremdenverkehr ein wertvolles Mittel für die Völkerverständigung steht. Nie neue Aufgabe der GA. Stabschef Lutze auf dem Gruppenführerappell in Berlin. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der Stabschef hat die Führer der SA.-Gruppen sowie die Hauptamtsund Amtschefs der Obersten SA.-Führung zu einer Arbeitstagung nach Berlin befohlen. Im Haus des Deutschen Sports eröffnete Stabschef Lutze den Appell und zeigt« nochmals die Aufgabe der Ge- amtpartei als Betreuerin des deutschen Volkes und )en Auftrag der SA. als Erzieherin zum kämpferischen Nationalsozialismus auf. „Der Führer hat uns die schönste Aufgabe aufgetragen, die je einer Gemeinschaft zum Nutzen des deutschen Volkes übertragen wurde. Wir sind unbändig stolz darauf, sind uns aber auch der Größe dieser Aufgabe bewußt. Eines aber steht fest und sei unser Der- prechen an den Führer: W i r werden diese Aufgabe erfüllen!" Der Stabschef gab weiterhin einige Grundsätze, nach denen di« Arbeit in Angriff genommen wird, und brachte unter besonderer Betonung zum Ausdruck, daß die k a m e r a d - chaftliche Verbundenheit und Zu- ammenarbeit mit der Wehrmacht noch enger und herzlicher sein wird, als bisher schon. Der Chef des Erziehungshauptamtes der Obersten SA.-Führung, Obergruppenführer Luyken, hielt dann einen Vortrag über den Gesamterziehungsauftrag der SA., wie ihn der Führer bereits bei Aufstellung der Sturmabteilungen gab. Die Arbeitstagung fand ihren symbolischen Abschluß mit einer „Tag Der deutschen Polizei". Berlin, 27. Jan. (DNB.) Am Samstagabend wird von 19.40 bis 20 Uhr der Reichsführer ff unb Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler über alle deutschen Sender mit Aus- s^yme des Deutschlandsenders zum „Tag der deut- chen Polizei" sprechen und eröffnet damit durch jnne Arbeitsparole für das Staatsschutzkorps den Ehrentag der deutschen Polizei. — Auch der Chef der Sicherheitspolizei, ff-Gruppenführer H e y d - rlch, spricht am Samstagabend 22.20 Uhr im > "tschlandecho des De u ts chl a nd fe n - 0 e r s über den mit seiner Unterstützung und For- derung entstandenen großen Kriminalfilm „Im Namen des Volkes" — Der Chef der Ordnungspollzei, ^-Obergruppenführer General der nunre\c?A? Hü lpricht am Sonntag, 29. Ja- "^»19.40 Uhr, t m Deutschlandsender und eröffnet eme ständige V e r k e h r s e r z i e h u n g s - fenöc folge des Deutschlandsenders. 23.30 Uhr geht vor den ^geo^neten des Großdeutschen Reichstages, die ^Reicksrnimster D^Frick in das „Haus der Flieger eingeladen werben, der G r 0 ß «Zapfen- Führer. Gegen 22 ^lhr begaben sich dann Stabschef Lutze und die Gruppenführer sowie Generaloberst Brauchitsch und die Generalität vor das Portal der Kaserne in Moabit, wo von 15 000 SA.-Männern Zweier Berliner SA.-Brigaden im Scheine von vielen tausend Fackeln ein Vorbeimarsch statt- fand. 3Z000 italienische Landarbeiter kommen nach Deutschland. Verhandlungen zwischen italienischen und deut- chen Regierungsstellen über die Hereinnahme italienischer Landarbeiter nach Deutschland sind durch eine Vereinbarung, die von Präsident Angelin! und von Staatssekretär Dr. Syrup unterzeichnet worden sind, zum Abschluß gebracht worden. Nachdem im vergangenen Jahr der erste große Versuch des Einsatzes italienischer Landarbeiter in Deutschland dank der verständnisvollen und harmonischen Zusammenarbeit der italienischen und deutschen Stellen gelungen ist, werden, gestützt auf die Erfahrungen des vergangenen Iah- res, auf Grund der neuen Vereinbarung in die- fern Jahr 37 000 italienische Land- arbeitet nach Deutschland kommen, um der deutschen Landwirtschaft bei der Fortführung ber Erzeugungsschlacht zu helfen. Dieser Einsatz ltalienischer Arbeitskräfte in Deutschland trägt zu- gleich dazu bei, das Verständnis und die Freundschaft der beiden großen Achsenmächte weiter zu vertiefen und zu stärken. Zuqendschutz und Bergbau. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der Reichsarbeits- mmister und der Reichswirtschaftsminister haben ein« Verordnung verkündet, nach der mte in der Glasindustrie und der eisenschaffenden Industrie auch in den bergbaulichen Betrieben für einzelne Gruppen von Jugendlichen für die Dauer eines Jahres Ausnahmen von der Abrechnung der Unterrichtszeit in einer Berufsschule auf die Arbeitszeit zugelassen werden.^ Die Verordnung ermächtigt ferner die Begb«Horden, in einzelnen Fällen, wenn es die an den Bergbau gestellten erhöhten Anforderungen nötig machen, einmal im Kalendermonat für altere Jugendliche ein« Neben schicht zu gestatten. Für bestimmt« Arbeiten, z. B. für die Gegen das Borgunwesen. Bernhard KSHier aus dem Lehrgang der Kommission für Wirtschaftspolitik. München, 27. Jan. (DNB.) Arn vorletzten Tage des 6. Lehrganges sprach nach einem Vortrage von SA.-Brigadeführer L 0 h b e ck über den Handel in der deutschen Wirtschaft der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Kohler. Nicht nur der Jude, so führte er aus, sondern auch der jüdische Geist müsse jetzt restlos aus der deutschen Wirtschaft heraus. Für den Juden sei Ver- mögensbildung und Vermögenserhaltung ein Mittel gewesen, um andere unter seinen Willen zu zwingen, ihm Arbeit zu leisten, ihm Tribut zu zahlen. Unsere Auffassung sei, daß Vermögensbildung notwendig sei, aber jedes Vermögen dem Volke für seine Aufgaben zur Verfügung gestellt werden müsse. Das Vermögen könne z. B. zur Leistungssteigerung des eigenen Betriebes eingesetzt werden. Der daraus ent» tehende neue Ueberschuß solle in erster Linie der Verbilligung der Erzeugnisse zugute kommen. Darin liege der volkswirtschaftliche Wert neuer Vermögensbildung. Eine Aufgabe, die ebenfalls angepackt werden müsse, fei die Annäherung von Arbeitsstätte und Wohnstätte, dies fei für die Dermögensbildung des kleinen Einkommensbeziehers, für die Pflege der Familie und des Heimes bedeutsam. Lebhafter Beifall der Hörer begleitete die Darlegungen Köhlers gegen das Borgunwesen. Nicht die Not sei die häufigste Ursache des Borgkaufs, sondern umgekehrt fei die Not meist die Folge des Schuldkaufens und des Schuldenmachens. Von dem ge- amten Einzelumsatz würden 3 Milliarden Reichsmark auf Borg gekauft. Für die im Durchschnitt aufzumendenden 8prozentigen Zinsen hätten die Betreffenden 240 Millionen darauf zu zahlen. Oft würden aber 30, 40, fogar 100 v. H. Aufschlag beim Borgkauf berechnet. Indem man den Käufer zur Uebertreibung seiner A n - p r ü ch e verleite, hindere man ihn an der 23er« Reichstagssitzung: Der Führer zieht deutsche Unterschrift unter die Versailler Kriegsschuldlüge feierlich zurück und stellt 8 Punkte zur Befriedung Europas auf. Berliner Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit". streich der deutschen Polizei vor sich. Mu- sikzüge der Polizei und eine Ehrenformation wer- den in der Prinz-Albrecht-Straße aufmarschieren. Mehrere Reichsminister, der Reichsführer ff und Thef der deutschen Polizei und sein Mitarbeiterstab werden zugegen sein. Die Männer der deutschen Polizei werden am Sonntag, in dem sie sich in den Dienst des Winterhilfswerks stellen, mit gutem Beispiel vorangehen Die Polizei will nicht nur die 18 Millionen Miniatur - V e rk e h r s z e i ch e n zugunsten des WHW. verkaufen, sondern sie wird neben ihren laufenden Spenden für das Winterhilfswerk ein beson- 0eres Opfer bringen. Jeder Angehörige der deutschen Polizei gibt als „Sonderspende zum Tag der deutschen Polizei" m i n d e st e n s eine R e i chs- mark, wobei der Staffelung nach oben keine (9ren3c gesetzt ist. Diese Sonderspende soll jedoch keineswegs auf die Polizei beschränkt bleiben. I e - der Volksgenosse kann sich nach eigenem Können und Vermögen beteiligen! Alle Dienst- stellen der Polizei nehmen enffprechende Spenden ur das Konto „Sonderspende zum Tag der deutschen Polizei" entgegen. werden in unserer Hingabe an die Volksgemeinschaft, die nicht nur allem der sichere Ankergrund unseres eigenen Ledensschiffleins i|t, sondern auch das einzig sichere Fundament der (Stöße unseres Reiches i|t. Und wie der neue deutsche' Fuhrerjtaat, der am 30. Januar seinen Geburtstag vegeyt, nicht mit Waffengewalt errichtet würden ist und nicht auf den Spitzen der Bajonette ruht, sondern mit dem Volke geschaffen wurde und in der Volksgemeinschaft verankert ist, so sahen wir auch nach außen hin die Befreiung des deutschen Volkes aus der Knechtschaft des Versailler Dtttats und feinen beispiellosen Wiederaufstieg aus tiefster Not und Gefahr zum mächtigen Großdeutschen Reich, das 80 Millionen Menschen gleicher Rasse in seinen Grenzen vereinigt und dessen Gaue sich von Nord- und Ostsee bis zu den Karawanken erstrecken, ohne Krieg durch die Macht der Volksgemeinschaft, die in unbeugsamem Vertrauen zum Genie des Führers ihm durch den Engpaß der Wiederaufrüstung gefolgt war und zur Erringung des höchsten Zieles auch zum äußersten Einsatz bereit stand, wenn er ihn fordern würde. So hat diese Einheit von Führer und Volk mit dieser letzten Entschlossenheit für unser Reich eine Weltmachtstellung erobert, ohne das Schwert aus der Scheide zu ziehen, aber wir wissen, daß wir auch künftighin unter Schwert bereit halten müssen und bereit jein, unsere Waffen zu gebrauchen. Nur dann sichern wir weiterhin den Frieden, in dessen Schutz wir unser großdeutsches Haus ausbauen und einrichten wollen. Um uns herum ist die Welt in lebhafte Bewegung geraten. Ueberaü ringen die Volker um neue Lebensformen, aber überall sehen wir auch den jüdisch-bolschewistischen Geist der Verneinung und Zersetzung im Kampf mit den zu Leben erwachten und ihrer Kraft bewußt werdenden nationalen Instinkten der Volker, die statt im Klassen- kämpf in der Volksgemeinschaft den Grund für eine neue nationale Lebensordnung sehen. In diesem brodelnden Meer des Kampfes überkommener Anschauungen mit neuen Avalen, bolschewistischer Weltvernichtungspläne mit nationalem Erneuerungswillen stehen die autoritären Staaten, in einer dem Wesen ihrer volkseigentümlichen Weltanschauung sicher ruhend, im Schutz einer starken Wehrmacht beispiellos als Förderer und Anreger von Kultur, Wissenschaft, Kunst und Technik, und wirtschaftlich auf höchsten Touren laufend, als Bollwerke einer neuen Friedensordnung, die sich bereits deutlich abzuzeichnen beginnt auf der Grundlage gegenseitiger Achtung der Völker und ihrer Lebensnotwendigkeiten. Der Weg zu ihr wird noch mühsam und schwierig sein, aber daß unser Großdeutsches Reich ihr in Mitteleuropa Bahn gebrochen hat, ist das Werk des Führers, das Werk unserer Volksgemeinschaft. Seien wir dankbar und stolz auf das Errungene, aber werden wir nicht müde im Kampf gegen Lauheit und Trägheit in der eigenen Brust, bleiben wir auf der Hut vor Mißgunst, Neid und Haß, die unsere Grenzen umlauern, seien wir gewiß, daß wir unsere eigene Leistung, unsere eigene Kraft, unsere eigene Entschlossenheit dem Reich die Stellung sichern, die es sich in so beispiellosem Aufstieg errungen hat. Bleiben wir unseren nationalsozialistischen Idealen treu, so wird auch der Erfolg unferm Schaffen und Wirken, unseren Zielen und Streben treu bleiben. Werden wir immer bessere Nationalsozialisten, um des Führers würdig zu fein, der an diesem Jahrestage der nationalsozialistischen Erhebung dies Gelöbnis erneut von uns fordert. Dr. Fr. W. Lange. „Oie deutsche Revolution." Reichsminister Dr. Goebbels über die Borgeschichte des 39Lanuar 1933. Berlin, 28. Jan. (DNB. Funkspruch). Reichs- mimster Dr. Goebbels veröffentlicht im Völkischen Beobachter einen Aufsatz über die Vorgeschichte des 30. Januars 1933 und wacht aus seiner persönlichen Kenntnis Mitteilung von Einzelheiten, die bisher der Oeffentlichkeit un- bekannt waren. Aus der Fülle des Materials sei nur ein kurzes Bild herausgegriffen: „Als der Führer am 29.Januar nachmittags in der Halle des Kaiserhofes, der damals das politische Hauptquartier der nationalsozialistischen Bewegung darstellte, sitzt, tritt plötzlich um die .fünfte Nachmittagsstunde sein politischer Beauftragter, Hermann Göring an seinen Tisch heran und mit einer feierlichen Stimme erklärt er: „Mein Führer, es ist nun soweit!" Die nächsten Stunden sind mit überhasteter Ar- beit ausgefüllt. Am Abend dieses ereignisreichen Tages ergibt sich eine neue Komplikation. Der General von Schleicher, der am Tage vorher mit feinem Kabinett z u r ü ck g e t r e t e n formal aber noch im Amt ist, läßt dem Führer durch einen Mittelsmann erklären, daß er nicht 01 e Absicht habe, gutwillig zu wei- chen, sondern wenn nötig Gewalt anwenden werde. Jetzt stehen die Dinge auf b e 5 Me s- rS ch neide. In der dämmernden Frühe des 30. Januar 1933 wird der neue Reichs- wehrminifter vom Reichspräsidenten vereidigt und damit ist die vollziehende Gewalt bereits in die Hand der neuen ytwerung übergegangen. Um die Mittagsstunde habet d i e entscheidende Be- fl? r c d) u n g zwischen dem Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Führer statt. Das Land war- tet in atemloser Spannung. Jeder Mann weiß daß es nun um alles geht. Als der Führer zum Kaiserhof zuruckkehrt, sieht man es feinem Gesicht 9n' myEntscheidung gefallen ist. 20 Minuten spater verkündet der deutsche Rundfunk: Adolf Hitler wurde zum Reichskanzler er- Gesetz über den Peichsarbeitsdienst. Der Parteitag der Freiheit. — Der Reichstag beschließt in Nürnberg: Reichsflaggen- Sesetz, Reichsbürgergesetz und Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und deutscher Ehre. Der ungarische Ministerpräsident Gömbos beim Führer. Beisetzung der Opfer von 1923 in den Ehren- tempeln am Königlichen Platz in München. 1936. 4. Mr. etwa 3 o. H. z u r ü ck g e g a n g e n ist. Gleichzeitig IMTiRIOttUK-VEIIfAUF Baier-Fenster sind eine Sensation für sich Darum am Montag morgen Ihr erster Weg tu f d/et , Gießen, Marktstraße 9/11 Kaufe laufend SIUUIC IUUICIW — Ä . M Schlacht-Auios r-Zgk.WMMM z* ___„__‘WAfXlHAH in lLinfamilien- Haus/ in schöner, Lastwagen, Maschinen zu vermieten. 0423 M.VW,VMM.18 LshannessNratzeLÖ Roderkch, daS Leckermau», und Gemahlin Garnichtfaul. Roderich itzt viel und gern, Doch nur Gutes schmeckt dem Herrn? Frau Garnichtsaul denkt sich: „Aha! Wozu sind Kartoffeln ba?* Und sie kocht die ganze Naht: Klöße, Puffer und Salat, Kocht sie mit und ohne Pellen*), Schafft so stete Freudenquellen. Jeder lobt, wie klug sie sei. Und sie spart auch noch dabei. Leckermaul jedoch spricht froh: »Teures Weib — nur weiter fei* Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er» mäßigten Grund. 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Dr. Jutta Rüdiger spricht über das Thema: „Deutsche Mädelarbeit". 11.15: Im Schällplatten- laden. 11.30: „Kamerad Polizei". Die Polizei einmal anders gesehen. 12: Mittagskonzert. 13: „Was man von der Polizei nicht weiß". 13.15: Aus der Ausstellung „Grüne Woche": Musik am Mittag. 14: Sport und Musik. 1. Internationale Wintersportwoche Garmisch-Partenkirchen 1939. 2. Fußball-Länderspiel Deutschland — Belgien in Brüssel. 3. Viererbob-Weltmeisterschaft in Cortina-d'Ampezzo. 17: Drei Polizeipräsidenten sprechen über den Tag der deutschen Polizei. 17.10: Schall und Platt. 18: Dorfsonn- zentraler Lage, als Praxis- oder Sfiroräume Wetterbericht Das Zusammentreffen gegensätzlich temperierter Luftmafsen gab am Freitag über Deutschland zu verbreiteten Niederschlägen Anlaß. Sie bestanden im Gebirge durchweg aus Schnee und setzten sich zum Teil in Mittel- und Ostdeutschland fort. Bei uns hat sich Niederschlagsderuhigung eingestellt, doch ist durchaus trockenes Wetter noch nicht gesichert. Die Temperaturen gehen bei nördlichen bis östlichen Winden langsam zurück. , Vorhersage für Sonntag: Morgens Dieb fach dunstig, sonst wolkig und zeitweise auch aufheiternd, nur geringe Niederschlagsneigung, Tagestemperaturen bei Null Grad, nachts vielerorts leichter Frost, auffrischende Winde aus Nord bis Ost. deut« e ita« durch nge* unter« ®or‘ erste indal' wolle," alieni' »erden, t 3ob* di-' and' t, uni Hrung Ansatz reund' ter 3U aller Art. oiee Po st karte genügt. noch i. rlten hielt WS« ; bei >eits« einer des Lei einen i, die ; des Aus- ; sich SA.« bsches oberst il der nnern von statt« wurde die allgemeine internationale Lage erörtert. Die in Aufrichtigkeit und Offenheit gefichrten Unterhaltungen fanden auf der. Grundlage der mit dem deutsch-polnischen Abkommen vom 26. Januar 1934 begonnenen Politik statt und ergaben Uebereinstim- mung darin, daß sowohl die gegenwärtigen wie die zukünftigen Fragen, die beide Staaten gemeinsam ongehen, unter Wahrung der berechtigten Interessen beider Nationen geprüft und gelöst werden sollen. Der Besuch des Reichsaußenministers verlief in einer Atmosphäre freundschaftlichen Einvernehmens, und die Ergebnisse der Besprechungen zeigen erneut, daß die in fünf Jahren erprobte Zusammen- arbeit zwischen Deutschland und Polen nicht nur die deutsch-polnischen Beziehungen fortschreitend zu entwickeln vermochte, sondern auch einen wertvollen Beitrag für die entsprechend der neuen Lage sich stetig vollziehende Befriedung Europas darstellt. Dje amtliche Mitteilung, die die Ergebnisse des Besuches zusammenfaßt, den der Reichsaußenminister soeben in Warschau abgestattet hat, weist mit besonderer Deutlichkeit auf die Doppelnatur der Besprechungen hin. Ihr Inhalt seien einmal „alle die beiden Nachbarländer unmittelbar berührenden Fragen" und dann ,chie allgemeine internationale Lage" gewesen. Ausführlich wird auf das deutsch-polnische Abkommen vom 26. Januar 1934 angespielt, als dessen Ergebnis sich eine fortschreitende Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen und eine Förderung der sich „stetig vollziehenden Befriedung Europas'^ verzeichnet wird. Diese Formulierungen, die also immer, wieder zwischen dem eigentlichen deutsch-polnischen Verhältnis und der Einstellung bei- irbeitr' habe" ffe"' \W 'S f* * 5 i mechanische Aufbereitung, können die Vergbehor- den für eine Uedergangsfrist die Beschäftigung der jüngeren Jugendlichen bis 22 Uhr zulassen. Mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten des Arbeitseinsatzes, besonders in Mitteldeutschland, mußte für den Braunkohlenbergbau die Beschäftigung älterer Jugendlicher in der Nachtschicht in einzelnen Fällen vorübergehend ermöglicht werden. Die Ausnahmen sind jedoch in jedem Falle von einer ärztlichen Untersuchung der Jugendlichen abhängig, die durch eine laufende ärztliche Ueberwachung während der Dauer der Ausnahmen ergänzt wird. Dies gewährleistet auch bei diesen Ausnahmen einen ausreichenden Schutz der Jugendlichen. Die Wirtschaftsgruppe Bergbau emp- stehlt die nicht in die Arbeitszeit fallende Berufs- fchulzeit als Arbeitszeit zu bezahlen. wurde ermittelt, daß die Zahl der trächtigen Sauen 1938 trotz günstiger Futterversorgung und günstiger Zukunftsaussichten der Futteroersorgung um rund 90 000 geringer war als Anfang Dezember 1935. Diese Beeinträchtigung unseres Viehbestandes sei nicht allein auf die Maul- und Klauenseuche zurückzuführen, sondern bedeute eine Auswirkung des Mangels an Arbeitskräften auf dem Lande, insbesondere an Viebpslegern. Die Unterschiede, die wir in der Milchleistung je Kuh in den verschiedenen Landschaften gleicher Vieh- rassen zwischen Herdbuchkühen, unter Leistungskontrolle stehenden Kühen und noch nicht kontrollierten Kühen haben, berechtigt zu der Annahme, daß im Reichsdurchschnitt die Milchleistung je Kuh durchaus noch erheblich g e st e i g e r t werden kann. Bei unserem derzeitigen Bestand von 10 Millionen Milchkühen würde eine Leistungssteigerung je Kuh nur um 250 Liter jährlich bereits einen M e h r - anfall von 2,5 Milliarden Liter Milch ausmachen. Untersucht man weiter die Dichte des Kuhbestandes in Gebieten annähernd gleicher Wirtschaftsverhältnisse, so ergibt sich weiterhin, daß es technisch durchaus möglich erscheint, die Zahl der Milchkühe in Deutschland um rund 1 bis 2 Millionen zu vermehren. Bei einer Durchschnittsleistung dieser neu aufgestellten Milchkühe von nur 2500 Liter im Jahre würden eine Million Kühe eine weitere Vermehrung des Milchanfalles um~ 2,5 Milliarden Liter im Jahre bedeuten. Dies würde tag der Jugend. Ja, wenn man so 'ne Musik hört, ist alles wieder gut! 18.45: Von Jangtsekiang bis zur Elbe. Geschichten um den Tee. 19.30: Sportspiegel des Sonntags und Sport am Tag der Polizei. 19.45: Internationales Hallen-Handballturnier in der Stuttgarter Stadthalle. 20: Nachrichten. 20.10: Meister- konzert für die Jugend: Italienische Musik. 21.05 bis 21.17: Aus dem Leben der Komponisten Ottorino Respighi und Gioachino Rossini. 22: Nachrichten. 22.20: Echo vom Internationalen Reit- und Fahrturnier. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. TNonkag, 30. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. Anschließend: Reichssendungen. 20: Großdeutscher Reichstag. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Ribbentrop wieder in Berlin. Der Warschauer Staatsbesuch ht einer Atmosphäre freundschaftlichen Einvernehmens verlaufen. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen und Frau v. Ribbentrop sind am Freitagabend wieder in Berlin eingetroffen. Zu ihrem Empfang hatten sich der Staatssekretär Frecherr von Weiszäcker mit den leitenden Herren des Auswärtigen Amtes und Vertretern der Dienststelle Ribbentrop eingefunden, weiter der polnische Geschäftsträger Graf Lubomirski und Frau mit den Mitgliedern der polnischen Botschaft. Der Reichsaußenminister v. Ribbentrop hatte während seiner Anwesenheit in der polnischen Hauptstadt Gelegenheit, mit den leitenden Staatsmännern der Republik Polen eingehende Unterhaltun- g e n zu führen. Mit dem Außenminister Beck hatte der Reichsauhenminister eine ausführliche Aussprache über alle die beiden Nachbarländer unmittelbar berührenden Fragen. Darüber hinaus Kampf gegen die Landflucht hilfi die Fetiversorgung sichern. Reichsbauernführer Darre eröffnet die Berliner „Grüne Woche". der Staaten zu der gesamteuropäischen Lage unterscheiden, werden durch Warschauer Meldungen ergänzt, wonach die schon vor fünfzehn Monaten angekündigten Regierungsausschüsse zur Regelung derMinderheitensragen jetzt unverzüglich ihre Arbeit aufnehmen werden. Es liegt in der Natur der Sache, daß eine fortschreitende Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen, um uns der Ausdrucksweise der amtlichen Mitteilungen anzupassen, die wirksamste Bestätigung des Abkommens vom 26. Januar 1934 bildet. Dann entsteht auf dem Wege der Tatsachen das Klima, das aus Blüten Früchte werden läßt. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Im Ehrenraum der Berliner Ausstellungshallen eröffnete der Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Darr6, am Freitagvormittag die große Schau der deutschen Landwirtschaft, die Grüne Woche 1939, nachdem Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. L i ppe r t die zahlreichen Ehren- gäste begrüßt hatte. Der Reichsbauernführer führte dann aus: Es sei eine feststehende Tatsache, daß Deutschland heute seinen Bedarf an Nahrungsmitteln zu 83 v.H. aus eigener Erzeugung zu decken vermag, während wir uns vor 1914 nur 80 v. H. und vor der Machtübernahme nur zu 75 v. H. aU5 der eigenen Erzeugung versorgen konnten. Aber vor dem Weltkriege erzeugten wir die tierischen Er- zeugmsie zwar im Inlands auf einer aus» landischenTFutterbasis. So stellt sich her- aus, daß von der Produktion an Milch- und Mol- kereierzeugnissen im Durchschnitt der Jahre 1909 bls 1913 nicht 91 o. H., sondern nur 59 v. H. e ch l e Jnlandserzeugung waren. Heute sei die Grundlage unserer Fleisch- und Fettversor- gung die inländische Futtererzeugung. Unsere Unabhängigkeit vorn Ausland sei also ganz erheblich stärker erhöht worden, als in der Steige- rung des Selbstversorgungsgrades von 75 v. H. auf 83 v. H. zum Ausdruck komme. Sieger in dem Ringen um die Nahrungsfreiheit unseres Volkes seien wir aber erst, wenn wir in der Folge völlige Unabhängigkeit vom Ausland auf dem Hauptgebiete unsere Ernährung errungen hätten. Wir müßten daher weiterhin mit aller Kraft auf die Steigerung unserer eigenen landwirtschaftlichen Erzeugung hinarbeiten und alles tun, um Rückschläge in der Produktion zu vermeiden. Bei der Viehzählung vom 3. Dezember 1938 habe sich herausgestellt, daß die Zahl der Milchkühe im Reichsdurchschnitt um unsere ernährungspolitische Unabhängigkeit vom Ausland an dem gegenwärtig schwächsten Punkt unserer Versorgung entscheidend verstärken. Die Ausschöpfung dieser hier einmal theoretisch aufgezeigten Produktionsmöglichkeiten kann naturgemäß nur erfolgen, wenn die Mobilisierung dieser Produktionsreserven den bäuerlichen Betrieben auch wirtschaftlich ermöglicht wird und der Landwirtschaft die erforderlichen Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden. Augenblicklich wirkt die Landflucht in entgegengesetzter Richtung. Sie kann in bezug auf den Viehstall nicht durch Mechanisierung der Arbe't überwunden werden. Wohl kann die Maschine im Stall die Arbeit erleichtern, aber sie kann niemals die sorgende Hand und das wachsame Auge des Viehpflegers ersetzen. Die Verhinderung der Landflucht und die Zurückziehung von Menschen zum Lande ist deshalb eine 'staatspolitische Notwendigkeit erster Ordnung. Dieses Problem kann aber vom Staat allein nicht gemeistert werden. Der Nationalsozialismus, das ganze Volk und die gesamte Volkswirtschaft müssen sich hinter diesen Willen stellen. Nur so kann es gelingen, die ideelle und materielle Unterbewertung der Landarbeit, die heute die tiefste Ursache der Landflucht ist, zu beseitigen. „Ohne Landarbeit hungert das Volk." Ich möchte heute dieses Wort ergänzen, indem ich an die blutsmäßige Bedeutung des Landvolkes für die Erhaltung unseres Volkes in der Zukunft erinnere und auf Grund jahrtausendealter geschichtlichen Erfahrungen feststelle: „Ohne Bauerntum stirbt das Volk. Der Weg zu einem ewigen Volk führt nur über ein gesundes Bauerntum! Vor dieser schicksalhaften Entscheidung steht heute das deutsche Volk!" Jfü press f das größte Ereignis des Winters < am 4. Februar in sämtlichen Räumen des Clubs Windstärke 13 Vorhersage für Montag: Wolkig bis aufheiternd und meist trocken, vielerorts Frost, östliche Winde. Lufttemperaturen am 27. Januar: mittags 1,7 Grad Celsius, abends 1,3 Grad; am 28. Januar: morgens 1,3 Grad. Maximum 1,9 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. winlersporl-Wellerberichl. Vogelsberg, Hoherodskopf: Dunstig, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 14 cm, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Sauerland, Winterberg: Dunstig, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 20 cm, 3 cm Neuschnee, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Alpen, Garmisch - Partenkirchen: Schneefall, — 2 Grad, Gesamtschneehöhe 10 cm, 7 cm Neuschnee, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Im Gebirge bleiben die Fröste erhalten, und es wird zu leichten Schneefällen kommen. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig (denn Erleichterung bei bringt die leichte Maßeiü!^ von fthuh 646D Vermietungen Einfamilienhaus 7—8 Z., Bad, Heizg., Wintergart., m. Zubehör, evtl.Garten, in bkster Wohnlage, in Gießen zu vermieten ob. zu verkauf. Schr. Ang. uni. 0459 a. d. Gieß. An;. Herrschaftliche K-Ziumer- Wo&nnng Stadtmitte, durchaus sonnig u. ruhig gelegen, mit Veranda, Balkon, Dach- u. §iergart.,i.freier age, Zentralheizung, auch gleichzeitig für Praxiszwecke geeignet, z. 1. März oder später zu vermieten. Schr. Angebote unter 631D an d. Gie- hener Anzeiger. Schöne 6-Zimmer- Wohnuna neu hergerichtet, mit Bad, 2 Mansarden, 2 Keller u. Gartenanteil, in guter, freier Lage, im Parterre, zum 1. 4. 1939 ob. früher zu vermiet, lo«re Hitlerwall 47 I. Große WM in freier Lage, mit allem Zubehör, z. 1. 4.39 zu vermiet. Schr. Ang. uni. 0456 a. b. Gieh. Anz. 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Lndwigstr. 30 L Nr. 23 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) 28 /29.Zanuar 1939 in Nordostecke Kataloniens wird gesäubert 45g 954 Francos Sieg und seine Folgen Bon Or. Ritter von Goß. Hauptstadt leiten den Schlußakt des spanischen Dramas ein. Barcelona war nicht nur der Kopf Kataloniens, sondern darüber hinaus das N e r - len Armee. Der Befehlshaber des Armeekorps Navarra, General Solch aga, wandte sich mit einer kurzen Ansprache an die Volksmenge und dankte für die alle Erwartungen übertreffende Aufnahme, die alle Soldaten in tiefster Seele rühre. Seit dem Kriege sei der nationalen Armee noch nirgends ein derartiger triumphaler Empfang bereitet worden. Dies beweise am besten, daß e i n Katalonienproblem überhaupt nicht existiere. Katalonien sei vielmehr ein geliebter, unabänderlicher Bestandteil der spanischen Nation. Am Abend durchzogen Arbeitermusikkapellen, die aus ehemaligen Angehörigen der marxistischen Gewerkschaften zusammengesetzt waren, die Stadt. Sie spielten nationale Lieder. Generalissimus Franco weilt weiterhin an der vordersten Front. Er leitet die Operationen zur vollständigen Be- die in gewissen Zeitungen seit Tagen aufgetaucht seien. Die Pariser Regierung spiele also mit dem Gedanken einer möglichen Veränderung des status quo im Mittelmeer zu ihrem ausschließlichen und eigennützigen Vorteil. Die gegenwärtigen politischen Tendenzen Frankreichs seien gewiß dazu angetan, einen Krieg herbeizuführen und nicht, ihn fernzuhalten. Unter Berücksichtigung des klaren „Nein" gegenüber den italienischen Forderungen sei die Haltung der französischen Regierung in den letzten Tagen i n immer schärferem Maße negativ geworden. Gegenüber den Pariser Verständnislosigkeiten und der Abneigung gegen alles Neue könnten sich die europäischen Ereignisse entschieden auf jene abschüssige Bahn begeben, die durch das einzige und ewige Gesetz geregelt werde: die Kanonen sprechen zu lassen. Beharre die französische Regierung auf ihrer Politik, dann würde das spanische Problem und die italienischen Forderungen vielleicht eine gleichzeitige Aktion erfordern. Die Pariser Regierung möge sich dessen bewußt sein, daß sich das italienische Volk bei einem Versuch Frankreichs, durch seine Erpressungen gegenüber Spanien seine Herrschaft über Gebiete, welche ihm nicht gehören, auszudehnen, i n Waffen erheben würde. Seit an der Spitze des italienischen Volkes Benito Mussolini stehe, sei dieses Volk mehr denn je entschlossen, seine Rechte mit äußerster Zähigkeit und allen Mitteln zu verteidigen. spanische Gelände und das Vabanquespiel vaterlandsloser Haufen bedingt. Aus dem Blut von hunderttausenden, auf dem Felde der Ehre gefallenen und in den Kellern der Tscheka ermordeten Spaniern wird ein neues Reich entstehen, das, an die ruhmreiche Tradition seiner Geschichte wieder anknüpfend, mutig und entschlossen seinen Posten beziehen wird im kommenden Kampf der.positiven, aufbauenden Kraft gegen den negierenden und zerstörenden Geist, der Europas Leben bedroht. Eine Warnung an Frankreich. Italien duldet keine einseitige Veränderung des Status quo. Mailand, 28. Jan. (DNB.) „Relazioni Jnter- nazionali" beschäftigt sich mit der Einstellung Frankreichs zum Siege Francos und der sich daraus ergebenden Lage. Der internationale Marxismus und damit auch Frankreich habe in Spanien in diesen Tagen seine Partie verloren. Der spanische Krieg gehe seinem Ausklang entgegen. Aber nun sei eine andere Frage in den Vorder- grunb getreten. Der „Temps" habe bei einer Erörterung der Stellung Frankreichs nach dem Siege Francos klar und deutlich von Gegensicherun- Burgos, 27. Jan. (Europapreß.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die nationalspanischen Truppen am Freitag Badalona erobert haben. Badalona ist eine Industriestadt an der Küste nördlich von Barcelona und zählt etwa 25 000 Einwohner. Der Vormarsch nördlich von Barcelona wurde fortgesetzt. Auch an allen anderen Fronten vollzieht sich der Vormarsch mit überwältigender Kraft. Nach der Eroberung von M a s n o u wurden auch Premia und die Kreisstadt M a t a r o besetzt. Die Entfernung von hier bis Gerona beträgt noch 55 Kilometer. Gleichzeitig rückten einige andere Kolonnen längs der Straße Barcelona—Puigcerda vor und besetzten den Ort M o l l e t. Sie nahmen die Verbindung mit den im Küstenabschnitt bei Mataro operierenden Kolonnen auf. Ferner wurden über 30 Ortschaften innerhalb des Dreieckes Mataro— Granollers — Barcelona erobert. Während Stoßtrupps den Vormarsch weitertrieben, widmeten sich andere Abteilungen der Säuberung des Dreiecks Granollers—Sabadell—Barcelona. Die geschlagene und völlig aufgelöste rote Armee ist an allen Stellen bereits wenigstens 20 Kilometer von Barcelona entfernt. Die Beute ist derart umfangreich, daß sie noch nicht gezählt werden konnte. Das Armeekorps Urgel unter General Munoz Grande besetzte den Knotenpunkt A r t e s an der Straße Manresa—Dich sowie die großen Kaliminen in der Umgebung. Der Vormarsch dauert in östlicher Richtung auf die Straße Barcelona—Dich an, was die Einkreisung des gesamten Gebietes rings um Caldas d e Mombuy bedeutet. Zehn Kilometer östlich von Solsona wurden die Orte Naves und S u r i a an der Straße nach Manresa erobert. Die durchschnittliche Tiefe des Vormarsches in diesem Abschnitt beträgt zehn Kilometer. . Glückwunsch des Führers an General Franco. Francos Sieg in Katalonien hat also nicht nur das stärkste Widerstandszentrum Rotspaniens zer- ümmert, sondern damit auch die Zufuhr von Waffen, Munition und Menschenreserven für feine Gegner gesperrt. Darüber hinaus hat General Franco mit der Niederschlagung der bolschewistischen Herrschaft in Katalonien den dortigen Drahtziehern und ihren europäischen Freunden einen bisher stets peinlich geheimgehaltenen Trumpf endgültig aus Der Hand genommen: die Errichtung eines selbständigen katalanischen Staates roter Prägung unter der Protektion des benachbarten Frankreichs! Der Plan war einfach. Gestützt auf die seit Jahrzehnten in Katalonien propagierten sepera- tistischen Bestrebungen, hätte man mit einer gemachten „Volksabstimmung" den "Nationalen Wil- len Kataloniens festgestellt und anschließend den katalanischen Staat konstruiert, dessen Unabhängig- feit vom großen Nachbarn zu garantieren gewesen Der Sieg der nationalspanischen Truppen Katalonien und die Einnahme der katalanischen London, 27.Jan. (Europapreß.) Berichte, die die englische Regierung erhalten hat, deuten darauf hin daß die Lage in Concepcion noch immer äußerst ernst ist. Es ist noch nicht gelungen die Wasser- und Lichtoersorgung wiederherzustellen. Der englische Kreuzer „Exeter" ist von Talcahuano nach Valparaiso zurückgekehrt, mit 50 englischen Frauen und Kindern und ungefähr 350 chilenischen Flüchtlingen an Bord. Der Kreuzer hat in Talcahuano ein Hilfskommando gelandet, das sich an den Rettungsarbeiten beteiligen wird. Das Erdbeben dem nach den bisher vorliegenden Meldungen 2 5 000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen, wird auch schwere wirtschaftliche Folgen haben. Durch die teilweise Zerstörung des Kanals von Maule ist die Bewässerung großer Reisfelder unterbrochen worden. Die Wiederherstellungsarbel- ten wurden sofort in Angriff genommen; denn eine Mißernte müßte eine Hungersnot surChlle zur Folge haben. Aus der Hauptstadt sind 75 Last- wvgenzüge mit Lebensrnitteln in die von dem Erdbeben betroffene Zone abgefahren. Die argentinische Regierung hat den chilenischen Behörden einen gan- Reden Tanis angeführt haben, in denen er fest- stellte, daß Frankreich China mit Munition versorge und Tschiangkaischek tätig unterstütze. Das japanische Außenamt vertritt demgegenüber den Standpunkt, daß Tani berechtigt war, diese amt- liche japanische Auffassung zum Ausdruck zu bringen, welche übrigens der französischen Regierung des öfteren notifiziert worden ist. Wie Außenminister Arita im Parlament mitteilte, beabsichtigt die japanische Regierung nicht, Frankreich eine andere Persönlichkeit als Botschafter in Paris vorzuschlagen, so daß dieser Posten bis auf weiteres unbesetzt bleiben wird. Eine neue chinesische Zentralregierung? damit eine neue Epoche glücklicher Entwickelung der spanischen Nation eröffnet." Barcelona feiert Francos Soldaten. Barcelona, 28. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Straßen von Barcelona nehmen einen immer festlicheren Charakter an. Das Meer der nationalen Fahnen wird nicht nur in den Hauptstraßen, sondern auch in den Arbeitervierteln immer dichter. Zum erstenmal seit Jahren sind die Einwohner von Barcelona wieder richtig satt geworden. Unaufhörlich rollen die nationalen Lastwagenkolonnen in die Stadt ein, die aus allen Gegenden Spaniens Spenden für die ausgehungerte Bevölkerung heran- bringen. Am späten Nachmittag des Freitag veranstalteten die nationalen Truppen eine große Parade. Die befreite Bevölkerung brachte dabei den Kämpfern Francos ihren Dank in neuen Begeisterungsstürmen zum Ausdruck. Eine unabsehbare Menschenmenge füllte die Straßen. Alle Fenster waren dicht besetzt. Sogar Bäume und Denkmäler wurden von den Schaulustigen bestiegen. An mehreren Stellen wurde von dem jubelnden Volke die dünne Absperrung durchbrochen, die Leute umarmten die Soldaten und schüttelten deren Hände. Die Soldaten wiederum hoben Kinder auf ihre Pferde. Die Freudenszenen symbolisierten die Einheit der Bevölkerung Kataloniens mit der nationa- Vor Veränderungen im britischen Kabinett. London, 28. Jan. (DNB. Funkjpruch.) Für die Londoner Morgenblätter steht es nahezu fest, daß Umbesetzungen, gegebenenfalls sogar Neubesetzungen, im Kabinett kurz bevorstehen. Fast sämtliche Blätter erwarten, daß Derteidigungs. Minister Jnskip seinen Posten auf geben, aber nicht aus der Regierung ausscheiden werde Gleichzeitig rechnen sie damit, daß Kolonial- und Dominionminister Malcolm Mac Donald eines der beiden von ihm verwalteten Ministerien, wahrscheinlich das Dominionministerium, ab gebe n wrd. Kein Blatt rechnet jedoch mit einem Rücktritt des Kriegsministers Höre Belisha, von dem man in letzter Zeit so oft gesprochen hat. Times meint, Jnskip werde das Dominionministerium übernehmen. Sein Nachfolger werde wahrscheinlich Admiral Lord Chatfield, der ehemalige Erste Seelord der Admiralität, fein. Landwirtschafts» minifter Morrison werde feinen Posten auf» geben. Chamberlain habe gestern den ehemaligen Präsidenten des nationalen Landwirteverbandes, Sir Reginald Dorman Smith, empfangen. Es fei daher möglich, daß Chamberlain ihn zum Nachfolger Morrisons auserwählt habe. Kein neuer japanischer Botschafter in Paris. Tokio, 27. Jan. (Europapreß.) Im japanischen Außenamt wird bestätigt, daß die französische Regierung dem als Nachfolger von Sugimura f ü r ö e n BotschafterposteninParisin Aussicht genommenen Masayuki Tani das Agrement verweigert hat. Als Begründung dieser ablehnenden Haltung soll die französische Regierung die Bruch zwischen Smuts und Hertzog? Einigungsbestrebungen unter den Buren. London, 27. Jan. (Europapreß.) In London wird die Möglichkeit eines Bruches zwischen dem südafrikanischen Ministerpräsidenten H e r' tzo -jI unö seinem Stellvertreter Smuts ernsthaft besprochen. Der „.Evening Standard" erklärt, es habe einen Streit zwischen Hertzog und Smuts Lieben. Als Ergebnis dieses Streites sei eine o P a I tu n g d/r Vereinigten a r t e i, in der ö e gemäßigten Vertreter der Buren und der Engländer wsammengeschlossen sind, wahrscheinlich geworden. Es sollen bereits Verhandlungen zwischen Hertzog nnd Dr M a l a n , dem Führer der N a 11 o n a 11 - ftif^en Partei, über ein Wahlbündnis im zen Zug mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken zur Verfügung gestellt.* In Chillän trafen auch argentinische Flugzeuge mit Impfstoffen ein. Ein Flugzeug der deutschen Lufthansa ist in das Katastrophengebiet nach Chillan abgeflogen. An Bord befanden sich achtdeutsche Aerzte sowie über 1000 Kilogramm Sanitätsmittel und Brot. Der Abgeordnete del Camp fliegt täglich mehrere Male mit einer neuen Messerschmitt „Taifun" ins Unglücksgebiet, wobei er größere Mengen Medikamente und Poft mitnimmt. Die Regierung hat angeordnet, daß die Städte San Chartas, Chillan und Cauquenes geräumt werden sollen, um eine Verbreitung von Epidemien zu verhindern. Die deutsche Kolonie in Santiago hat zur Aufnahme von Flüchtlingen Quartiere zur Verfügung gestellt Seitens der deutschen Kolonie ist eine Hilfsaktion in Gang gesetzt worden. Da die Verbindungen in das Katastrophengebiet noch immer außerordentlich schlecht sind, war es bisher unmöglich, die Zahl der von den Erdbeben betroffenen deutschen Volksgenossen festzustellen. Noch immer ernste Lage im chilenischen Erdbebengebiet. 25000 Opfer? - Oie Neisernte bedroht. - Tatkräftige Hilfe der Deutschen. Tokio, 28. Jan. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) In Tokio vermutet man, daß in kurzxr Zeit Schritte zur Errichtung einer neuen vereinigten Zentralregierung in China unter Marschall W u p e i f u erfolgen würde. Dieses neue Regime solle anti kommunistisch eingestellt sein und die Zusammenarbeit mit Japan fördern. Wupeifu hat den Vorsitz der Befriedungskommission übernommen. Man erwartet davon Rückwirkungen auf die antijapanischen Kreise Chinas. „Tokio Nicht Nichi" meint, daß die nationale Bewegung unter Wupeifu gleichzeitig mit der Friedensaktion Wangtschingweisdie Errichtung einer neuen vereinigten Zentralregierung auf den Ruinen des alten Tschiangkaifchek-Systems beschleunigen würde. Wieder ein Führer der Eisernen Sarde in Rumänien erschossen. Bukarest, 27. Jan. (Europapreß.) Der Nachfolger Codreanus in der Leitung der Eisernen Garde, der Universitätsprofessor Cristescu, wurde am Donnerstagabend in einer Villa in der Straße Aviator Jliescu in Bukarest von den ihn verfolgenden Geheimpolizisten erschossen, nachdem er drei seiner Verfolger durch Revolverschussc verletzt hatte. Cristescu war seinerzeit mit den übrigen Führern der Eisernen Garde interniert worden, beim Transport zum Kriegsgericht aber entkörn- men. Codreanu hatte ihn kurz vor seinem Tode zum zweiten Kapitän der Eisernen Garde ernannt. Kurz nach der Erschießung CristescuS soll der Rechtsanwalt Mircea, der ein Unterführer der Eisernen Garde gewesen sein soll, in seiner Wohnung Selb st mordbegangen haben. Das Staatsbegräbnis für General von Eberhardt. B e r l i n , 27. Jan. (DNB.) Auf dem Jnvaliden- friedhof in Berlin wurde der im Alter von 83 Jahren verstorbene General der Infanterie, Magnus v. Eberhardt, in einem vom Führer angeordneten Staatsbegräbnis feierlich zu Grabe getragen. In Vertretung des Führers nahm der Oberbe ehlshaber der Heeresgruppe 1, Generaloberst v. Bock, am Staatsakt teil. Der Beisetzung ging eine private Trauerfeier in der kleinen Kirche des Jnvalidenhauses voran. An dem mit der Reichs- krieasflagge bedeckten, von prächtigen Kränzen umgebenen Sarg hielten vier Hauptleute vom Jnf.- Rgt. 67 die Ehrenwache. Heerespfarrer Dehmel entwarf em Lebensbild des echten preußischen pflichttreuen und charakterfesten Offiziers, der sich nach einem seinen Leistungen und Fähigkeiten entsprechenden Aufstieg zu den führenden Stellen der alten Armee im Weltkriege . unvergängliche Lorbeeren erwarb. Nach Abschluß der Trauerfeier wurde der Sarg auf eine vom Art.-Rgt. 23 gestellte Lafette gesetzt und unter Glockengeläut zum Friedhof geleitet. An der Bei- setzungsfeierlichkeit nahmen neben zahlreichen Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen und vielen hohen Offizieren der alten Wehrmacht der Kommarürierende General des III. Armeekorps, General der Artillerie Haase, der Kommandant von Berlin, Generalleutnant ©eifert, und Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert teiL Generaloberst von B ock legte im Auftrage des Führers einen riesigen, mit prachtvollen Blumen geschmückten Lorbeerkranz nieder und gedachte der unvergänglichen Verdienste des Verewigten. ven- und W ill e n s z e n t r u m ganz Rot- Spaniens. Alle Hoffnungen der spanischen Boi- ' schewisten hatten sich auf die Abwehrkraft dieser gewaltigen Naturfestung im Nordosten Spaniens konzentriert. An den in reichstem Maße vorhandenen natürlichen Hindernissen und Sperren, die mit einem ungeheuren Aufwand von Beton und Eisen unüberwindlich gedacht waren, sollten sich die nationalspanischen Armeen verbluten. Alle nur erdenklichen Anstrengungen wurden gemacht, um die Hauptschlagader für Rotspaniens Kampfkraft, hie spanisch-französische Grenze von Port Bou, freizuhalten, und den Hafen von Barcelona als Haupteinfuhrhafen für Menschen, Waffen und Munition zu sichern. Von diesem Bollwerk aus hofften die roten Machthaber den Krieg in Spanien solange hinziehen zu können, bis der spanische Konflikt entweder zum europäischen Krieg oder doch wenigstens zur Herbeiführung eines Vergleichsfriedens unter dem Druck der demokratischen Staaten geführt hätte. Daß diese rotfpanischen Hoffnungen keine Illusionen waren, sondern sich auf sehr greifbare Unter- lagen stützten, beweist das Verhalten mancher Regierungsmitglieder und der Parlamente m Pans und London — ganz zu schweigen von Moskau. Auf Grund der Zusicherungen, welche die roten Emissionäre immer wieder bei jeder ihrer zahllosen Reisen in die vorgenannten Hauptstädte von hohen und höchsten Stellen gemacht bekamen, wiegte man sich in Barcelona tatsächlich in dem Traum, im schlimmsten aller Fälle, das blutige Ringen — wenn Frankreich wirklich, „unbegreiflicherweise , die Chance des bewaffneten Eingreifens nicht wahrnehmen sollte — durch einen „Kompromiß' mit Nat?onalspanien unter Englands „selbstloser" Führung beendigen zu können. Man hätte hierfür in Barcelona eventuell sogar die Großzügigkeit aufgebracht, „von der Regierung zurückzutreten um sich an der Riviera, im Schutze der auf ttnnZostschen Banken wohlverwahrten, gestohlenen Millionen, . einem beschaulichen, unpolitischen Lebensabend hm- zugeben. In zweieinhalbjährigem Kampf haben zerfetzte rotgelbrote Sturmfahnen als Künder spanischen Siegeswillens, erdbraunen Kolonnen spanischer Männer voraneilend, die Luftschlösser der roten Bonzen zerstört. Der Spuk in Katalonien ist aus! Die unmittelbare Folge des Falls von Barcelona ist der rasche Zusammenbruch des noch in der Hand der Roten befindlichen Teiles von Katalonien und damit die endgültige Abschnürung der Hauptschlagader des bolschewistischen Widerstandes, der angeblich „geschlossenen" f r a n z ö s i s ch e n G r e n z e, übtr die im Lauf der Jahre unzählbare Massen von Kriegsmaterial und menschlichen Kanonenfutters importiert worben sind. Auch die sowjetrus - fische Hilfe ist durch die Einnahme Barcelonas ganz bedeutend erschwert, müssen doch jetzt ihre Transportschiffe Barcelona im weiten Bogen umfahren, um Valencia, Alicante ober Cartagena, die letzten im rotspanischen Besitz befindlichen Höfen, anlaufen zu können. Wahrscheinlich werden sie dies Risiko angesichts der neuen nationalspanischen Flottenbasen und der Aussichtslosigkeit des ganzen Unternehmens, überhaupt nicht mehr versuchen. Gange sein. Sollten diese zu einem Zusammenschluß der überwiegenden Mehrheit aller Buren führen, so würde Smuts nichts anderes übrig bleiben, als seine frühere Südafrikanische Partei wieder ins Leben zu rufen und zu versuchen, möglichst viele von den Gemäßigten beider Nationalitäten darin zu vereinigen. In London glaubt man allerdings, daß Smuts selbst gemeinsam mit dem früheren Kabmettsmit- glied H. H. Hofmeyr und in Zusammenarbeit mit der von Oberst Stallard geführten Dornt- nienpartei, in der die scharfen Gegner der Nationalisten unter den Engländern ihre Vertretung haben, keine Mehrheit auf sich vereinigen könnte. Sofern also der Bruch zwischen Hertzog und Smuts nicht vermieden werden kann, muß man in Südafrika mit einer betont durisch eingestellten Regierung rechnen, die ein sehr hohes Maß von U n - abhängigkeit gegenüber England beanspruchen würde. Von gewaltigen Ausmaßen ist schließlich die moralische Auswirkung dieses uattonalipan sche» Sieges. Auch die raffinierteste Lugentechmk und die geschickteste rote Propaganda werdennicht verhindern können, daß die Bevölkerung de spanischen Restgebietes die Wahrheit . ungeheure bolschewistische Niederlage in Kat erfahrt. Allen dort lebenden oder, bester gesagt, u ter bolschewistischer Herrschaft vegetierenden, xxm lichen Parteigängern der nationalspanych gung wird neuer Mut und neuer Wille zum Durch halten eingeslößt, allen Anhängern der negativen Kräfte aber d i e Sinnlong eit weite ren Widerstandes drastisch E Augen 9^^ analphabetischen Masse der Mttlaufe , ... Schlagwörtern und Phrasen den Kopf verdreht yay werden endlich die Augen aufgehenüber den Smn des verbrecherischen Spieles, zu dessen Ops 1 Moskau ausersehen war Sie werden bereis n 0 8 sie im wahrsten Sinne des Wortes von den roten politischen Gangster verrate n Sckädeln tau t worben sind und in ihren Marien ed)> rungen gegen 1806. Am 24. Marz wurde Mergent heim erreicht unb am 1 April non dort n ach D u° '‘^riaab^Mifion dem 4. ftanMschen Sarps Mchs-na zua°t°ilt wurb-m Hier mußten nun in 9^ßter Eile kaiserlichen Exerzier-Reglement und die Signale der kaiserlichen Armee eingeübt werden. wrrnPP «nter Untcrbeffen tote ftS übe” -mberaezogen °us Regensburg l h seinen Icon benutzte Diese Lageun ) y n bei österreichischen Korps am • .( & Abensberg unb Lanbshu. unb am 22. Erzherzog Karl s f „.tx n Truppen nur mit Än der n R°°u?ü'b°r die h°Mch°n Truppen im Biwak bei Der Stadt ^^'hestischen General von lete einige Fügen an Den D I 10<9 & un£> ließ ^^kiff^^^eÄ^na^bemf.a^Ji; Hb bi- Bataillans-Kammanbeure b.e^ammanbas wiederholten. D>e B-w-gung-n g Il)aff DOr nicht zu verwundern »ar nur Mr « über fid). TrotzDem prach fed) 0er A ;lqT D ans Haltung, Benehmen unD Aussehen Der Truppen an (rtennenD aus. Der FrieDe, Den Napoleon im Sommer 1807 zunächst mit Preußen unD RußlanD sowie später mit SchweDen geschlossen hatte, hatt Den Kriegszustand nicht völlig beendet. England setzte vielmehr Den erbitterten Kampf gegen Frankreich bzw. Napoleon zunächst zur See unD später, als Dieser sich Durch einen Gewaltstreich in Den Besitz von Spanien gesetzt hatte, auch Dort zu LanDe fort. Auch Hessen wurDe DaDurch roieDer in MitleiDenschaft gezogen. Denn im Sommer 1808 forDerte Napoleon von Großher,)og LuDewig I. für Den Krieg in Spanien ein Regiment Infanterie unD eine Abteilung Artillerie. (Eine Weigerung war unmöglich, unD so würbe Denn die damalige Brigade Groß- und Erbprinz (bas spätere Infanterie-Regiment 118) bazu. bestimmt, bie bis 1812 auf der pyrenäischen Halbinsel verblieb unb dort außerorbentlich schwere Kämpfe unter großen Blutopfern Durchzumachen hatte. (Näheres hierüber in Der Regiments-Geschichte bes 118. Infanterie-Regiments unb in Nr. 10 unb 11 des Heimat im Vilb, Jahrgang 1938. Die übrigen hessischen Truppen, also auch bas Garbe-Füsilier-Bataillon (späteres 1/116) unb Das I. Leib-Füsilier-Bataillon (späteres 11/116) fanben im Jahre 1808 zwar keine kriegerische DerwenDung, Doch war Die ganze Zeitlage so ernst, Daß man fort« aesetzt neuen Einsatz bei neuen Verwicklungen befürchten mußte. Es geschah also nach Damaliger Ansicht alles, um Die Truppe in kriegstüchtigem Zustand zu erhalten. Wiederholt wurden Mannschaften zur Erlernung der Munitionsanfertigung, zum Scheibenschießen und zu Exerzierübungen eingezogen. Aber bie Kompanien blieben Doch sehr schwach, höchstens 35 bis 40 Köpfe, währenD bie Sollstärke der Bataillone 14 Offiziere, 36 bis 44 Unteroffiziere, 22 Spielleiste unb 480 bis 600 Mann betrug. Das lag an bem damaligen System der Beurlaubungen, das immer nur einen Teil des Sollbestandes bei Der Fahne DulDete unD von Den beurlaubten Mannschaften Löhnung unD Ausrüstung ersparte. Außer den Exerzierübungen fanhen keinerlei Aus- bilbungs« ober Gefechtsübungen statt. Nicht einmal das Gefecht in zerstreuter Ordnung nach französischem Muster wurde den Truppen gezeigt. Dagegen kam wieder eine Fülle von äußerlichen Verordnungen, die mit bem Gefechtswert so gut wie nichts zu tun hatten. Höchstens die „ordnungsmäßige", d. h. vorschriftsmäßige Einführung von roten und schwarzen Federbüschen auf den Hüten zur besseren Unterscheidung war praktisch zu nennen. Weniger aber bie Einführung von anbersfarbigen Westen unb Hosen unb bie Herabsetzung her täglichen 2-Pfund-Brot- portion auf eine solche von IV2 Punb. Dafür sollten 3 Kreuzer tägliche Löhnung mehr gezahlt werben, von benen aber wieher tätlich 4 Kreuzer in bie gemeinschaftliche Menagekasse eingezahlt werben mußten. Gut war bie Errichtung einer Witwen- unb Waisenkasse für Offiziere, Unteroffiziere unb Mannschaften unb die Einführung einer Erziehungsbeihilfe für verwaiste Offizierskinder bis zum 25. Jahre. Der Krieg gegen Oesterreich 1809. ist beim Bau her Löcher, die die Mannschaft selbst mit Dem Spaten hergestellt hat, eine sanft anstei- genDe Rampe geschaffen roorDen, Die für Die auf ©ummiräDern laufende nieDere Pak eine Fahrbahn bildet. Im Augenblick Des Alarmbefehls schleppt Die BeDienungsmannschaft von einem Unteroffizier unb vier Mann bas Geschütz, bas immerhin 8 Zentner wiegt, biese Rampe hinauf unb muß im nächsten Augenblick feuerbereit fein. Denn bie Paks müssen, fobalb sie ein Ziel erkannt haben, mit höchster Anspannung feuern, was aus bem Rohr will, wohlver- ftanhen: immer gezielt. Panzerabwehrkanonen sind bem Panzer immer überlegen, wenn sie rechtzeitig feuerbereit finb. Daraus geht hervor, baß bie Frage Der eigenen Deckung im Gefecht selbst für Die Paks eine völlig nebensächliche Rolle spielt; sie stehen jeweils Da, wo sie Das beste Schußfeld haben. Der vorhin erwähnte eigene Stellungswechsel, bei dem es sich naturgemäß nur um ganz geringe (Entfernungen handeln kann, da er ja nicht durch die Zugmaschine, sondern durch Menschenkraft erfolgt, dürfte angesichts her hohen Geschwindiakeit Der Panzersvähwagen sehr fetter möalich fein Die eigentliche Kampfphase bei einem solchen Angriff und feiner Abwehr wird im allgemeinen die Zeit von wenigen Minuten kaum jemals überschreiten. In dieser Zeit müssen die angreifenden Panzer erledigt fein. Entscheidend ist für die Paks bie Ausnutzung bes Ueberrafchungs- moments, sie Dürfen also von dem angreifenden Gegner in ihrer Stellung oder bei ihrem eigenen Vorgehen keinesfalls gesehen werden Die Panzerabwehrkompanie, die 14. Komvanie des Infanterie- Regiments, besteht aus vier Zügen, jeder Zug zu drei Geschützen unb einem Maschinengewehr, das Regiment verfügt also über 12 Paks. Die Maschinengewehrkompanie, bestehend aus zwei Zügen zu je vier schweren MG s und den Zugtrupps, dazu einem Munitionszug. hat mit ihrer enormen Feuerkraft vor allem die Aufgabe, flache Ziele zu bekämpfen. Aber wie das marschierende Regiment ständig unter hem aufmerksamen Schutz seiner Paks steht, so ist auch bie MG.-Kompanie an diesem Schutz hervorragend beteiligt, bei» 139 Mann. Außerdem starb noch der schwerverwun- ' bete Kapitän Kekuls im Lazarett. Beibe Versuche, 1 den Brückenkopf von Engerau zu nehmen, waren also fehlgeschlagen. Die Tapferkeit der Hessen-Darmstädter wurde aber im 16. Armeebulletin vom Kaiser Napoleon besonders anerkannt: „Die Hessen- Darmstädter haben sich sehr gut geschlagen." Beide Bataille erhielten 12 Dekorationen der Ehrenlegion bewilligt. In ben folgenden Tagen finden wir die hessischen Füsiliere wieder im Marsch donauabwärts nach Ungarn hinein. Hier war inzwischen das österreichische Korps Des Erzherzogs Iohann, Das bisher in Italien gekämpft hatte, eingetroffen unD bei her Festung Raab geschlagen worden. Es mußte auf Das norDliche Donau-Ufer zurückgehen, hielt aber Raab noch besetzt. Sofort begann Die Einschlie-1 ßung unb Belagerung biefer Stabt, unser Garbe- Aus der Geschichte des alten Regiments 116.1 Oie Hessen unter Napoleon 1808/1809. Von Generalmajor a. O. Rudolf Mohr, Gießen. . auch zwei österreichische Bataillone zum satz heranrückten, nahm General Petit bie Truppen zurück. Noch währenb er sie für ihre ruhige Haltung belobte, würbe bem tapferen Offizier Durch eine Kartätschkugel Der Kopf zerschmettert. Die Verluste beider Bataillone waren ziemlich hohe, 5 Offiziere spielsweffe bei der Abwehr von Flieger-Tiefangriffen und bei der Abwehr feindlicher Krad- (Kraftrad- fahrer-) Schützen. Da ist beispielsweise inmitten des Regiments aus dem Marsch ein MG-Zug, der die Fliegerabwehr übernommen hat. Ein pferdebespanntes Protzfahrzeug besteht aus seinem Hinteren Teil aus einem zweirädrigen Karren, auf dem ein Zwillings-MG. montiert ist, bedient von dem ständig feuerbereit sitzenden Schützen auf einem allseits drehbaren Sitz. Da diese Zwillings-MG.s, die ein besonderes Visier für Fliegerbeschuß haben, auf dem Drehstuhl auch ihrerseits noch in jeder Richtung schwenkbar sind, entsteht über ihnen kein „toter Trichter", der nicht von der Geschoßgarbe bestrichen würde. Auf das Kommando „Achtung, Tieffliegerangriff!" spritzt die marschierende Truppe nach allen Seiten auseinander in Deckung. Im gleichen Augenblick ist der Karren mit dem Zwillings-MG. von dem Protzfahrzeug losgeklinkt. Während die Bespannung im Galopp ebenfalls Deckung sucht, eröffnet der Schütze an dem Zwillings-MG. bereits das Feuer. Da er schon auf tausend Meter Entfernung wirksam feuern kann und die doppelte Geschoßgarbe der beiden MG.s zur Wirkung bringt, ist die Chance für den angreifenden Flieger selbst bei der hohen Eigengeschwindigkeit nicht allzu groß, falls er nicht ganz überraschend herunterstoßen kann. Die zerstreute Truppe unterstützt mit ihren Feuerwaffen selbswer- ständlich den Kameraden auf dem Fliegerabwehr- fnrren. Mit ähnlicher Schnelligkeit vollzieht sich die Abwehr angreifender feindlicher Kradschützen. Die Gewehre des MG.-Zuges werden blitzschnell frei gemacht, auf die Lafetten gesetzt, die griffbereit an dem Karren hangen, und nehmen dann das Feuer auf. Nahkampf,ein infanteristisches Olympia dann geht es kampfbahn, wo er Gelegenheit und feiner Waffe sicher geworden, hinaus auf die Naykampsbahn, wo Ein besonderes Kapitel für sich ist die spestali- ierte Ausbildung im Nahkampf. Was auf die- em Gebiet heute geübt und gezeigt wird, ist Kampfport in der Vollendung. Die Rolle, die die „Braut des Soldaten", das Gewehr, von jeher gehabt und die der Krieg bestätigt hat, ist neuerdings in der seit etwa zwei Jahren bestehenden Nahkampfschule noch ganz wesentlich erweitert worden. Der Infanterist lernt an mannigfachen Beispielen, daß sein Gewehr im Nahkampf nicht etwa überflüssig oder gar störend, sondern bis zum Augenblick des direkten Kampfes Mann gegen Mann eine ebenso leistungsfähige wie wichtige Waffe ist. Da lernt der Soldat in einer Weise, die gegen die frühere fast exerziermäßige Gefechtsart geradezu sportlich aufgelockert ist, aus dem Stand oder im Vorgehen und auch im laufenden Vorwärtsstürmen blitzschnell selbst plötzlich auftauchende Gegner mit wohlgezielten Gewehrschüssen zu bekämpfen. Natürlich wird das zuerst in allen Variationen auf den verschiedenen Schießständen geübt. Ist er dort seiner selbst bekommt, sich gegen plötzlich auftauchende Gegner und gegen allerlei verschmitzte Abwehrmittel mit Erfolg durchzusetzen. Es ist erstaunlich, welche Treffsicherheit schon diese übenden Infanteristen stier nach erst einjähriger Ausbildung und zweiwöchigem Aufenthalt in der Infanterieschule zeigen. Kaum einer, der nicht bei diesen hochinteressanten gefechtsmäßigen und — man muß es noch einmal betonen — sportlich höchst reizvollen Schießübungen in der Nahkampfbahn selbst gegen plötzlich auftauchende „Pappkameraden" bei vier Gegnern seine vier Treffer hat. Dabei wird mit gutem Erfolg auch der neu aelehrte H ü f t - schuß auf Entfernungen unter zehn Meter angewandt, wobei das Gewehr um 90 Grad nach links verkantet, also mit horizontalem Kolben an der Hüfte aehalten wir; in dieser Stellung gibt der Schütze seinen überraschenden Schuß ab, vermeidet die Verzögerung, die durch das sonst übliche Hochnehmen des Gewehrs eintritt, und hält den Gegner nieder, bis er ihm chließlich einen Bajonettstoß versetzen kann. Das rüher geübte exerziermäßige Bajon'et- tieren, das sich im Weltkrieg als überholt herausgestellt hat, fällt heute weg; der Schütze stößt mit dem Bajonett so, wie es jedem am besten von der Hand geht. Bei allen diesen Schießübungen wird der Soldat planmäßig dazu erzogen, daß er nach jedem abaeaebenen Schuß sofort ganz automatisch mit dem bekannten schnellen Ruck am Gewehrschloß wieder lädt, so daß er — im Gegensatz zu der Praxis aus der Dorkriegs- und ersten Kriegszeit — stets ein schußfertiges Gewehr zur Verfügung hat. Es versteht sich von selbst, daß die Ausbildung mit einer so wichtigen Waffe wie der Handgranate besonders sorgfältig erfolgt, vor allem mit einem möglichst genauen Zielwurf. Auch hierbei kommt der kämpferische und der sportliche Ehrgeiz wieder voll auf seine Rechnung, wenn beispielsweise zwei Mann in einander auf Gefechtsentfernung gegenüberliegenden Grabenstücken oder Schützenlöchern sich gegenseitig mit Handaranaten-Ziel- würfen (selbstoer ländlich mit Uebungshandgranaten) zu erledigen Der uchen und nun dabei, je nach dem Fall der gegneri chen Granate, sich entweder niederducken oder, wenn es zeitlich möglich ist, die Granate zurückzuwerfen, so daß sie den gegnerischen Werfer selbst vernichtet, oder sich blitzschnell aus ihrem Loch Herauswersen, wenn die Granate den Standort des Schützen selbst trifft. Aber setzen wir einmal den Fall, daß ein Infanterist im Gefecht keinerlei Schußwaffe mehr zur Hand hat. Nun, dann ist er noch lange nicht verloren; er greift zu dem kurzen Jn- fanteriespaten, einem höchst gefährlichen Schlaginstrument, oder zum Messer. Und wenn er überhaupt nichts mehr Waffenähnliches hat, was ja auch Vorkommen kann, dann springt er dem Gegner mit — Jiujitsu-Griffen an, die, richtig angesetzt, selbst einen bewaffneten Gegner schnell zu Boden bringen können. Schließlich sahen wir noch das kriegsmäßige Aufrollen eines stark verteidigten Grabenstückes durch einen Stoßtrupp, bei dem vor allem die Hcmd- granatenroerfer sich hervortaten. Der Verteidiger des Grabenstücks errichtete zuletzt ein Schnelldrahthindernis im Graben. Auch das hielt den Stoßtrupp nicht auf, eine geballte Ladung, über die Deckung geworfen, riß mit Donnergetöse das gesamte Himrernis in taufend Fetzen, der Weg war frei. Und endlich verfügt jedes Infanterie-Regiment noch über einen kompletten Reiterzug in Stärke von einem Offizier, vier Unteroffizieren und 27 Mann. Der Zug dient in erster Linie zur Nahaufklärung. Mann und Roß werden mit der gleichen Sorgfalt wie bei der Kavallerie geschult, sich in jedem Gelände, in jeder Situation und bei jedem Hindernis richtig zu benehmen unb ihre Gefechtsaufgabe auf jeden Fall durchzufustren. Ueberrafcht hört man bei den Vorführungen des Reiterzuges, daß die Hälfte aller Pferde der Wehrmacht bei der — Infanterie verwendet werden! Gewehr mit Bajonett, Handgranate, zweierlei Geschütze, Kraftfahrzeuge, Maschinengewehre, Granatwerfer, Panzerabwehrkanonen, Iiujitsu, Reiterdienst — nun bestreite noch einer, daß die moderne Infanterie tatsächlich die vielseitig st e unb interessanteste Waffe ist! Jeder, der nicht irgend- ein technischer Spezialist ist, findet in der Infanterie ein soldatisches Betätigungsfeld, dessen vielfache Möglichkeiten um so anregender sind,- je höhere Ansprüche der Soldat selbst an seine körperlichen unb geistigen Fähigkeiten zu stellen vermag. Im übrigen hat schon allein die hier gegebene Schllderung sämtlicher Waffen unb Kampfarten der Infanterie gezeigt, daß auch eine gewisse Anzahl von Spezialisten verschiedenster Art in ihr sehr wichtige Funktionen haben. Oie Geholtsbezüge der Unteroffiziere. Wer Berufssoldat werden will, muß sich zu einer Dienstzeit von mindestens 12 Jahren verpflichten. Die Unteroffizierslaufbahn umfaßt die Dienstgrade des Unteroffiziers, Unterfeldwebels, Feldwebels, Ober- unb Haupt- unb Stabsfeldwebels, die im Wege der Beförderung erreicht werden können. Die Gehaltsbezüge schwanken bei dem Ledigen in Ortsklasse A zwischen 149 und 188 RM., bei dem Der- Redner an heirateten zwischen 198 und 255 RM. Der lediae Berufssoldat erhält daneben freie Kleidung und Unter- kunft, für die Verpflegung werden nur geringe Ab- züge gemacht. Der Verheiratete hat ebenfalls Anrecht auf freie Bekleidung. Der Wert der Gehaltsbezüge erhöht sich dadurch erheblich. Militäranwärter erhalten nach zwölfjähriger Dienstzeit als lieber« gangsbeihilfe 750 RM., die in zwei Zwischenstufen bei 18 Dienstjahren auf 1800 RM. steigt. Diese Beihilfe konnte niedriger bemeffen werden als die sonst nach 12 Dienstjahren zu zahlende Dienstbelohnung, da die Belohnung der Militäranwärter in der Ueber- nahme in den Beamtenberuf besteht. Das kürzlich in Kraft getretene Wehrmachtfürsorge.- und Versorgungsgesetz berücksichtigt aber auch, daß nicht jeder Unteroffizier Lust und Neigung für den Beamtenberuf hat. Wer daher in das freie Erwerbsleben übertreten will, erhält eine Abfindung von 8000 Reichsmark, dazu die Dienstbelohnung, die nach zwölf Dienstjahren 1200 RM. beträgt und alle zwei Jahre um je 200 RM. bis auf 1800 RM. steigt. die Nation. 1932 6,4 v.H. unb im Jahre 1937 23 v. H. Insgesamt ist der Anteil der im Inland gewonnenen Textilrohstoffe überhaupt im Jahre 1937 auf 40 v. H. gestiegen. In demselben Jahr führten wir für 687,9 Millionen RM. Textilrohstoffe ein; 1938 nur für 645 Millionen RM. Um diese Ziffer richtig zu bewerten, muß man bedenken, daß im Vorjahre die Einfuhr aller übrigen Rohstoffe sich auf 2,28 Milliarden und die von 1938 auf 2.32 Milliarden belief. So hat an der Steigerung der Gesamtrohstoffeinfuhr die Einfuhr der Textilrohstoffe nicht teil genommen. So half uns die Synthese, die uns von der Natur gesetzte Schranke zu überwinden. Aber — die Entwicklung ging weiter. Die Kunst der Synthese wurde vertieft. Bei der Herstellung von Kunstseide und Zellwolle, von textilen Fäden ober Flok- fen müssen wir von dem von der Natur geschaffenen Zellulosematerial ausgehen. Allein damit war die Chemie noch nicht zufrieden. Sie wollte Fäden aus den billigsten Ausgangsstoffen. aus Kohle und K a l k, die uns in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen, erzeugen. Das ist heute gelungen, wenn auch diese Fäden aus Kohle unb Kalk vorerst nur für technische Gewebe verwendet werden. H. Sch—r. 3um 125. Todestage Johann Gottlieb Fichtes. Im Jahre 1813, als die Studenten der Berliner Universität ins Feld zogen, um Deutschland endgültig aus der Gewalt des Korsen herauszufechten, hielt der Professor der Philosophie Johann Gottlieb Fichte seine Abschiedsrede. Es wäre sein heißester Wunsch gewesen, als Prediger und Redner mitzu- ziehen, um die „Kriegführer in Gott einzutauchen", aber fein Angebot wird abgeschlagen. Ein Jahr darauf bringt (eine Frau von Den Verwundeten, die ie pflegt, ein ansteckendes Fieber mit nach Haus, das ihren Mann befällt und am 29. Januar 1814 dahinrafft. Wenn wir heute nach 125 Jahren an die Tobestunde dieses Mannes denken, so schauen wir zurück in eine entschwundene Welt des deutschen Geistes. Entschwunden ist sie und doch wieder eigentümlich nah. Jene Studenten, die Fichte vor ihrem Marsch ins Feld angefeuert hatte, waren sie nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt wie jene Scharen deutscher Jünglinge, die mit Liedern auf den Lippen und Deutschland im Herzen vor Langemarck in den Tod gingen? Und steht uns nicht der Mann Fichte zuerst als politischer Redner in einer Zeit tiefster deutscher Not vor unserem inneren Auge, wenn wir ein Bild in uns aufrufen, ohne vorher in einem Handbuch der Philosophie geblättert zu haben? Sehen wir tiefer in das Leben und Wirken die- es Mannes, so erkennen wir einen unbändigen unb kraftgeladenen Menschen, dessen ganze Natur darauf angelegt war, zu wirken, sich in Taten zu entladen. Daß sich bieje ungeheure Willensenergie in gewaltige Denkleistungen umsetzte, ist ein Symbol für jene Wegstrecke des deutschen Geistes, die wir heute als deutjchen Idealismus bewundern und verehren, gleichzeitig aber auch als abgeschlossen erkennen. Fichtes Leben unb Wirken begleitet eben jenen Umschlagspunkt der deutschen Entwicklung von einem staatlich gestaltlosen Reich zum deutschen Staat der Gegenwart und Zukunft. Noch wird ein politisches Ereignis wie die französische Revolution im deutschen Volk rein geistig ausgenommen unb verarbeitet. So steht auch Fichtes erste Lebenshälfte unter den Idealen eines revolutionären Weltbürgertums, eines Kosmopolitismus, eines abstrakten Menschheitsbegriffes. In diese rein geistige Welt brechen die Erlebnisse unb Eindrücke der Napoleonischen Kriege. Wie hier aus dem abstrakten Denker der glühende Redner an die deutsche Nation wird, ist eines jener geheimnisvollen Kapitel in der Geschichte des deutschen Geistes, das nicht mit billigen Worten und einfachen Sätzen erklärt werden kann. Auch in den hier vor- getragenen Lehren vom Volk und vom Deutschen inb immer noch bie jungen Vorstellungen in das abstrakte Begriffskleid des Idealismus gehüllt, in ihrem tatsächlichen Gehalt brechen sie aber bereits zu unmittelbarer politischer Wirkung durch. Mitten in den verschlungenen Gehegen von 'Metaphysik und Sprachphilosophie erhebt sich die Idee des politischen Volkes. Diese Idee ist aber in den Zeiten ticffter politischer Ohnmacht der Deutschen etwas, das erst verwirklicht werden muß. Somit ist für Fichte Volk etwas Werdendes, rückt die Bestimmung der Deutschen in bie Zukunft. Fichte sieht, daß ohne politische Selbständigkeit sogar die Sprachgemeinschaft eine zweifelhafte Wirklichkeit ist, daß Wissenschaft und Kunst leere Gefäße bleiben, wenn sie nicht in eine geschlossene Nationalität eingebettet sind. So entwickelt er denn auch in seinen Reden den ausführlichen Plan einer deutschen N a - tionalerziehung und denkt den Staat als eine Erziehungsgememschaft zum Volke. Fichte denkt sich einen „Zwingherrn zur Deutschheit", der das — in seiner Begriffswelt metaphysisch vorhandene deutsche Volk auch zur geschichtlichen Wirklichkeit macht. Fichte hofft hier auf Preußen unb nimmt damit die Entwicklung der Zukunft vorweg. „Also her einen Zwingherrn zur Deutschheit", heißt es in einem Entwurf zu einer politischen Schrift aus dem Frühjahr 1813. „Mache sich unser König dieses Verdienst." Preußen trägt hier die Aufgabe der Zukunft. „Der Geist seiner bisherigen Geschichte zwingt es fortzuschreiten zum Reich." ' So bezeichnet Fichte eine entscheidende Station der deutschen Selbstbesinnung. Im Bereich des Geistigen erobert er das Reich. Er schöpft den Begriff der Dolkwerdung der Deutschen, damit das Ziel einer Ueberwindung der dynastisch-territorialen Zersplitterung. Die Einheit des Volkes ist für ihn etwas, bas ständig neu erzeugt werden muß. Sie muß in den Herzen der Deutschen verwurzelt sein. Nur daraus quillt die lebendige Vaterlandsliebe, Hingabe, Einsatz und Opfer. Die deutsche Einheit unb damit bas Reich ist bas Ergebnis einer ununterbrochenen Erziehungsarbeit. In einer Jugend, bie durch eine solche Erziehung geprägt worden sei, habe ein Staat „ein Heer, wie es noch keine Zeit gesehen" hätte. Mit dieser nattonalpolitt- schen Erziehung allein schon wäre „eine Nation unter Waffen gestellt". Es bedeutet durchaus kein. Hineingeheimnissen gegenwärtiger Wirklichkeit in bie Fichtesche Begriffs- Welt, wenn wir heute diese Gedanken als wahrhaft prophetisch erkennen. Dies kann auch gelten für (eine Vorstellung von einem „Zwingherrn zur Deutschheit. Ursprünglich war dies bei Fichte ein fonftrierter Gegenbegriff zu Napoleon. Heute, angesichts der weltpolitischen Ereignisse des vergangenen Jahres, verstehen wir auch diesen Begriff in unserem Sinne. Weder preußische noch österreichische Dynasten waren zu dieser Rolle befähigt genug. Noch einmal sollte Deutschland in eine tiefste Erniedrigung fallen. Aus ihr erst erstand ein neuer Redner an die deutsche Nation, dem es vom Schicksal gegeben war. auch zum Täter zu werden, die Deutschheit als Reich und Staat gegen innere Zer- spaltenheit unb äußeren Widerstand zu erzwingen. Dr. Max Dachauer. Chemie erschließt die Wett. Von den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. XIV. WiedieKunstsetdeindjeWelttam Im Jahre 1656 erschien „des Deutschlands Wohlfahrt" des großen Chemisten Glauber, den man mit großem Recht den deutschen Boyle genannt hat und den einen Alchimisten zu schimpfen eine recht abgeschmackte Sache ist. Um zum Wiederaufbau [eines Vaterlandes nach der entsetzlichen Kriegszeit beizutragen, schlägt er vor, die chemische Produktion der Zeit auf heimatlichen Roh, und Bodenproduk- ten aufzubauen. Er schreibt dieses: „Deutschland ist von Gott sonderlich hoch begäbet mit allerhand Bergwerken... mangelt nur an erfahrnen Leuten, welche dieselbe zu recht wissen zu bringen... Warum sind wst so schlecht, daß wir unser Kupffer nach Frankreich oder Hispanien, und das Bley in Holland unb Venedig schicken, Spanischgrün unb Bleyweiß daraus zu machen, Denen mir es hernach so theuer abtauffen müssen? Ist unser Holtz, Sand unb Aschen in Deutschland nicht so gut, Crystallinisch Glas daraus zu machen, als jenes zu Venedig oder Frankreich ... ?" Und etwa 10 Jahre später wendet diesen nationalsozialistischen Grundgedanken der englische Gelehrte Robert H o o k e , der den Aufbau des Pflanzengewebes aus Zellen entdeckte, auf bie textile Faser an. Er wollte sein Land von Den Risiken der Ernte, der Qualitätsschwankung unb schließlich auch der Spekulation unabhängig machen. 1734 hat bann ein Franzose, der Physiker RSaumur, in seiner Geschichte der Insekten , das Programm verkündet, künstlich einen Faden zu schaffen, der der Naturseide ähnlich sei. Allein nicht aus derartigen „Utopien", nicht auf ©runb einer planmäßigen Bearbeitung dieses speziellen Problems, sondern im Flusse allgemeinen technischen unb wissenschaftlichen Fortschritts gelang es bem Deutschen Schönbein, einen in dieser Richtung schöpferischen „Zufall" gedanklich zu meistern. Das war im Jahre 1845. Schönbein experimentierte. Er behandelte Baumwolle, die damals für alle Welt unb auch für die Gelehrten inter- effant war, mit einem Gemisch von konzentrierter Salpeter, unb Schwefelsäure. Daß ihm bann auf einmal sein Laboratoriumsofen in bie ß u f t flog, konnte er nicht ahnen. Aber Schön- dein ging den Gründen dieser Erplosion nach in Deren Donner zögernd und vorsichtig die Zeit Des ersten künstlichen textilen Rohstoffs heraufzog. So entdeckte er zunächst die Schießbaumwolle und, da er weiter experimentierte, bann die Kollodiumwolle. 1886 gelang es dann dem Grasen Hilaire de Chardonnet, der von der in Aether unb Alkohol gelösten Kollodiumwolle ausging, sie durch ein Glasröhrchen von 0,1 Millimeter Düsenöffnung unter Druck von 30 bis 40 Atmosphären trieb, einen schimmernden seidigen Faden zu erzeugen. Man begann unmittelbar mit Der Fabrikation, unb von biefer Zeit batiert der Siegeslauf bieses neuen Textilmaterials. Diese Nitrat- kunstseibe ist bie älteste Art ber Kunstseide. Heute wird sie praktisch kaum mehr hergestellt. Ihr Rohstoff ist Die Baumwoll-Linters. Wir aber verfügen Darüber nicht. Mit Dem alten CharDonnet-Verfahren, künstliche Fasern zu schaffen, wären wir wohl kaum sehr weit gekommen. Es konnten aber bessere unb volkswirtschaftlich wertvollere Verfahren, Kunsffeide herzustellen, entwickelt werben, die auch zur synthetischen Gewinnung deutscher Zellwolle führten. Um Kunstseidegarn zu gewinnen, braucht man Zellstoff. In der Haupffache H o l z z e l l st o s f. In geringeren Mengen eben auch Zellstoff aus Den zum mechanischen Spinnen nicht mehr geeigneten, an Baumwollsamen haftenden Kurzhaaren. Bisher war es das Holz Der Fichte, Das in ber Hauptsache erschlossen unb zur Gewinnung von Zellwolle benutzt würbe. Für 1938 jedoch war schon die Umstellung auf Buchenholz ungeordnet, damit das Fichtenholz für die Papiererzeugung reserviert bliebe. Unter Den drei verschiedenen Verfahren, Zellulose aus organischen zellstoffhaltigen Ausgangsstoffen zu erschließen, die in ihnen enthaltenen Makromoleküle einzufangen und in einen Faseroerband zu ordnen, ist das sogenannte Viskose-Verfahren das erfolgreichste. Zur Zelluloselösung kommt man durch eine doppelte Umsetzung des Zellstoffs. Durch Behandlung ber Zellulose mit Natronlauge gibt es zunächst als Zwischenprodukt Die Alkali-Zellulose. Diese wird Der Einwirkung des Schwefel-Kohlenstoffs ausgesetzt. Es bildet sich das lösliche Zelluloseprodukt, das Tanthat. In verdünnter Natronlauge gelöst, ergibt es die Viskose. Etwa 85 v. H. aller Kunstseidegewinnung und 95 v. H. aller Zellwollproduktion erfolgen nach dem Diskoseoerfahren. Der Anteil der synthettschen Faser an der Versorgung Deutschlands mit Bekleidungsrohstoffen betrug im Jahre Wehrhaftes Holland. (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. Gr. Amsterdam, 25. Januar. Wenn man die heutige Einstellung des Holländers zu militärischen Dingen etwa mit der von 1935 vergleicht, so ist sie nicht wieDerzuerkennen. Jahrzehntelang waren militärische Fragen für den Durchschnittsburger Angelegenheiten, mit denen sich Die beschäftigen konnten, Die man Dafür bezahlte. Diese Einstellung beruhte teils auf Gedankenlosigkeit, teils auf dem Vertrauen in die kollektive Sicherheit, die man von ber Genfer Liga behütet glaubte. Der Militärdienst war, vom Standpunkt des Durchschnittsholländers betrachtet, vom Zettoerlust abgesehen, nur eine lästige Beschränkung der persönlichen Freiheit. Dom Staat aus wurde nichts unternommen, um der wachsenden Gleichgültigkeit, wenn nicht gar Ablehnung, Einhall zu gebieten. Im Gegenteil, das Parlament gab in feinet Mehrheit das Vorbild dafür unb behandelte alle Fragen Der Landesverteidigung als zweitrangig und nebensächlich. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, wenn heute in allen wehrpolitischen Schriften und Veröffentlichungen in erfter Linie immer wieder zur geistigen Aufrüstung als Voraus- feijung Der Wehrhaftmachung des Volkes aufgerufen wird. Die Königin ist im vori- Uniformen in feinster Maß-Anfertigung für Heer\ Luftwaffe, Marine, Förster, Arbeitsdienst. Vollständige Offiziers-A usrüstungen Krevert & Sohn gen Jahre mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit vorangegangen. So wenig Handgreifliches man sich damals Darunter vorstellen konnte, so sehr bat er im Lause weniger Monate Sinn und Inhalt bekommen, und mit Stolz stellte unlängst ber „Nieuwe Rotterdamsche Courant" fest, daß sich Die Haltung des Volkes jchon so weit geändert hätte, baß Luftschutzkeller nicht mehr Gegenstand des Spottes, Laufgräben in bewohnten Gegenden nicht mehr Seltenheiten, Heranziehung von Zivilisten zu Grenzbefestigungen Selbstverständlichkeiten und Debatten über Wehrstagen Alltägliches sind. Dabei wachse überall Das Verständnis dafür, daß heute nicht mehr Zeit zum bloßen Reden fei. Es ist tatsächlich unleugbar, daß sich die Einstellung der breiten Bevölkerung zu militärischen Dingen grundlegend gewandelt hat. Dabei ist besonders kennzeichnend, daß sich diese Einstellung von jeglicher Parteipolitik gelöst hat. Pazifismus und Militarismus — einst bie Schlagworte von in Parteien gruppierten leidenschaftlichen Doktrinären —, hört man heute nicht mehr und, sofern sie noch fallen, bleiben sie in Der Masse ohne Widerhall. Das Volk wird sich zunehmend bewußt, daß das Widerstandsvermöqen eines Landes nicht allein von rein militärischen Faktoren sondern bestimmend mit von dem Durchhaltevermögen der gesamten Bevölkerung abhängt. Die praktischen Folgen dieser geistigen Wandlung kommen täglich mehr zum Ausdruck. Waren die überstürzten Abwehrvorbereitungen Der Zivilbevölkerung im September vorigen Jahres noch von Der Angst diktiert, so ist heute die Beteiligung fall der gesamten Bevölkerung beispielsweise am Luftschutz zu einer besonnen en Mitarbeit geworden. Die Derdunkelungsüdung, die vor kurzem die gesamte Proviniz Süd-Holland umfaßte, war von Den Millionen Menschen bereitwillig mitge« macht worden. Im höchsten Grabe kennzeichnend ist ferner Der Beschluß Des friesischen Provinzial- rates, für die elektrische Zentrale der Provinz Leeuwarden aus provinzialen Mitteln drei Luftabwehrgeschütze zu kaufen und für ihre Bedienung das nichtmilitärische Personal ber Zentrale ausbilben zu lassen; gleichzeitig sind übrigens die Fabriken Der Umgebung aufgefordert worDen, ebenfalls Die gleichen Dorsorgemaßnahmen zu treffen. So etwas wäre vor Drei Jahren noch unmöglich gewesen und allein schon der Gedanke, Die Arbeiter der Zentrale zur Bedienung der Geschütze heranzuziehen, hätte zumindestens in der Linkspresse einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Heute ist dieser Gedanke schon selbstverständlich geworden. Selbstverständlich sind auch die anderen Vorbereitungen, die überall im Lande getroffen werden, so, daß die Ingenieure der Wasserwerke dafür eigens in Utrecht zusammengekommen sind, um über den wirksamsten Schutz der Trinkwasserversorgung zu beraten; daß der Schutz der Kunst- schätze organisiert wird; daß sich schließlich das Parlament binnen Kürze mit jenen sieben wehrwirtschaftlichen Gesetzen befassen wird. Deren Eingriffe in Das gesamte Volksleben alle bisherigen Zumutungen an die holländische Zivilbevölkerung weit in den Schatten stellen. All dieses wird von der breiten Bevölkerung höchst ernsthaft hingenommen und auch gutgeheißen. Man muß, wie gesagt, Holland vor wenigen Jahren gekannt haben, um diese grundlegende geistige Einstellung, die noch offensichtlich im Werden ist, zu erkennen unb zu würdigen. Und warum und woher dieser jähe Wandel? Die Gründe, die man hört, bleiben an ber Oberfläche. Der tiefste ©runb bürste in bem wiebererwachten N a - t i o n a l g e f ü h l zu suchen sein. Man rüstet sich unb bereitet sich vor, um, komme was wolle, Host länber zu bleiben. 95 Pf. Kunstseidene Damen-Hemden Gemusterte Herren-Socken.... 80 Pf. 9.50 4.25, 2.95 -Spenzer Julius Schulze gegr. 1859 Bedief GIESSEN Marktplatz 6 am« tVintev Schlich Vevsach Lidl er Strebe 5 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen S Telefon 3565, Bahnhofstraße 31 SC so. 90 Bleicherl-löiiänger • Förderbänder - Elektrowagen 5.50 SCHLUSS Damen- und Kinderbekleidung A Spezialgeschäft f.Teppiche, Gardinen und Bettwaren erfüllen — bei so kleinen Preisen I Vom 30. Januar bis 11. Februar kommen Sie doch auch — und zwar gleich am Montag früh, um sich zu überzeugen, wie viel Sie jetzt im S > Posten Einsatzhemden leicht angetrübt.......... Auch für Sie! — Da wäre es doch wirklich jammerschade, wenn Sie diese herrlich günstigen Kaufgelegenheiten ungenutzt verstreichen liessen! Haben Sie nicht so manchen Herzenswunsch! 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Alfons Rens, Frankfurt a.Main Telefon 74609 59 eidigte sie: Mitglieder: 1. Kurz, Adolf, Oberingenieur. Gießen; 2. Schott, Karl, Kaufmann, Grünberg; 3. Rinn, Frdr. Karl, Bürgermeister, Heuchelheim; 4. Erb, Otto, Rechnungsbeamter, Nieder-Ohmen; 5. Sütterlin, Karl, Kaufmann, Mittelgründau; 6. Dr. M ö r s ch e l, Rich., Bürgermeister, Butzbach; 7. Ditte wich, Georg, Bürgermeister, Schlitz; . 8. Dr. Heßberger, Karl, Sparkassendirektor, Friedberg. Stellvertreter: 1. La h r, Rud. Ernst, Bankbevollmächtigter, Gießen; 2. Hofmann, Heinrich, Bürgermeister, Hungen; 3. Schroth, Erich, Diplom-Ingenieur, Mainzlar^ <4. Buchenauer, Wilh., Schreinerm., Romrod; 5. Uhl, Hermann, II., Landwirt, Borsdorf; 6. Hahn, Wilhelm, Bürgermeister, Bad-Nauheimt 7. Schupp, Karl, Bürgermeister, Ortenberg; 8. Link, Anton, Verwaltungsinspektor, Harheim, Danach begann die öffentliche Sitzung des Be- zirksverwaltungsgerichts, die sich mit drei Klagepunkten beschäftigte. 327 Freitische für Kinder im Landkreis (ließen. Von den Beamten der Gendarmerie, von den Bürgermeistern der Gemeinden und von zahlreichen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr des Kreises Gießen wurden aus Anlaß des Tages der deutschen Polizei insgesamt 327 Freitische für Kinder zur Verfügung gestellt. Die Kinder, die in der Hauptsache durch die NSV. für den Genuß dieser Freitische vorgeschlagen worden sind, werden also am morgigen Sonntag zusammen mit den Beamten der Gendarmerie, "mit den Bürgermeistern, wie auch mit den Feuerwehrkameraden am familiären Mittagstisch sitzen. Wegen fortgesetzten Zechbetrugs festgenommen. Ein junger Mann aus Klein-Linden, der sich int Laufe der vergangenen Monate des fortgesetzten Zechbetrugs schuldig machte, wurde — wie die Kriminalpolizei mitteilt — dieser Tage festgenom^ men. Seit November des vergangenen Jahres kehrte er immer wieder in den verschiedensten Gastwirtschaften ein, bestellte sich Essen, Bier und Zigaretten, verschwand entweder lautlos oder gab vor, seinen Geldbeutel verloren zu haben und am anderen Tag wiederkommen und bezahlen zu wol» len. Er blieb aber in allen Fällen aus. Nun tonnte seinem Treiben ein Ende gesetzt werden. Gastwirte, die geschädigt wurden, bisher aber noch keine Anzeige erstatteten, werden ersucht, bei der Kriminalpolizei Gießen, Zimmer 62, vorzusprechen. Gießener IBothenmarflpreife. * Gießen, 28. Ian. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Ps., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse 8 15, Klasse A 14^2, Klasse B 14, Klasse C 13Z4, Klasse D 12^, ausländische. intai Heitere Heimkehr. Von Wilhelm von Scholz. Siegen die Völker nur in großen Schlachten und Kriegen übereinander? Oder friedlicher im Kulturwettstreit der Künstler, Wissenschafter, Menschheitswohltäter und in sportlichen Kämpfen? Nein! Manchmal auch, indem der Einzelne eines Volkes dem Einzelnen oder wenigen aus einer anderen Nation, gleichviel ob auf ernstem oder heiterem Gebiet, ein Beispiel gibt. Weshalb jeder Deutsche, wenn er im Auslande oder in Gesellschaft von Ausländern ist, daran denken sollte, in seinem Tun und Reden doppelt acht auf sich zu haben; denn, mit Leuten aus anderen Ländern zusammen, da ist er Deutschland und wird von denen auch so angesehen und beurteilt. Ein junger Mann aus dem Markgräflerlande, dem südwestlichen, ganz alemannischen Gau Badens und zugleich Badens bestem Rebgarten, wollte sich mit einer jungen Schweizerin aus dem Waadtlande verloben. Und wenn vielleicht auch der Neuenburger und der Walliser Wein von den Schweizern noch höher eingeschätzt werden — gut sind die Waadtländer Weine auch, und die sie bauen, sind jedenfalls dieser und anderer Sorten leidlich Herr, lassen sich von ihnen nicht leicht umwerfen und pochen stolz darauf, einen Trunk vertragen zu können; es soll ihnen niemand etwas von dem Genossenen anmerken. Ihren Stammländern nach paßten also der junge Markgräfler und die Waadtländerin zueinander, ob sie sich nun kennengelernt hatten, als der Student ein wunderschönes Sommersemester lang in Lausanne nicht allzuviel Vorlesungen hörte, oder als die junge Dame in einem Freiburger Pensionat Deutsch, kochen und Klaoierspiel lernen sollte — denn Französisch konnte sie ja von Hause aus — und beim Spazierengeführtwerden die Augen statt auf die kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten auf einen keck grüßenden frischen Studenten gerichtet hatte. Die beiderseitigen Eltern setzten den Absichten der jungen Leute keinen ernstlichen Widerstand entgegen, wenn auch die welsch-schweizerische Familie wahrscheinlich einen Genfer Advokaten oder einen Bernischen Beamten lieber zum Schwiegersohn gehabt hätte, als einen „chaibe Dütsche". Aber den Badener ihre Ueberlegenheit fühlen lassen und ihm mit ihrer uralt republikanischen Selbstgerechtigkeit imponieren, daß er demütig und klein würde, das wollten sie, das war das Mindeste, was sie sich als Eidgenossen schuldig waren. Und für dieses Hobe Ziel dünkte ihnen der Wein gerade das rechte Mittel. Als der künftige Schwiegersohn und Schwager zu Besuch eingetroffen war und die Verlobung am nächsten Tage bekanntgegeben werden sollte, da setzten Vater und Bruder der Braut ihr Vorhaben, den dütschen Gast recht zu ducken und vor ihnen ehrfürchtig zu machen, ins Werk, indem sie des Abends mit ihm ausgingen — nicht nur in eine Weinstube, und mit ihmx tranken — nicht nur Waadtländer Roten, sondern auch Neuenburger Fendant, Sternwein und Walliser Etoile du Valide; dann, was sonst noch von den Namen auf den Weinkarten ihren Zungen mit besonderem Liebreiz und Wohlgeschmack wieder einfiel. Bei jedem neuen Glase freuten sie sich mehr auf den Augenblick, wo der junge Reichsdeutsche zwischen ihnen niedersinken und vor Austrinken des letzten Schluckes von ihren kräftigen Armen nach Hause gebracht werden würde, als Besiegter und Geschlagener, der einem rechten Weinlande und einem mannhaften Rebbauvolke eben doch nicht gewachsen ist und ihnen gegenüber ein Schwächling! Aber es dauerte lange, und er schien ihnen eher zu schwanken, weil sie selbst torkelten, als daß sein über die nächtlichen Gassen zur nächsten Buschen- schenke noch gerade hinschreitendes wohlbewahrtes Gleichgewicht verloren gegangen wäre — wie es dem einen der beiden Lausanner schon der Hut war, und dem anderen seine wertvolle Zigarrentasche; die war in einem romantischen Erker voller dicker Rauchluft einfach auf einem weißen Holztisch liegen geblieben. Der Badener hätte noch auf einem Strich zwischen den Pflastersteinen so gerade gehen können wie ein Bleistift, der am Lineal entlangläuft! Weil sie das gewiß nicht mehr konnten, glaubten die anderen aber, daß sie nun bald am Ziele sein würden mit ihrem heimtückischen Anschlag. So ging es weiter zum nächsten rauchigen und lauschigen Weinstubenerker. Nein, nein! Es war kein bewußter Nationalstolz des Markgräflers, daß er sich zusammennahm — aber doch spielte der Gedanke mit, daß sein künftiger Schwiegervater ihn nicht sollte als Schwächling verspotten dürfen und als Markgräfler, der feinen „Hügelheimer" und feinen „Müllheimer Reggenhag" zu Paten hat, erst recht nicht! Und das war die Heimkehr, über die die Kinder und Enkel des damals verlobten Paars heute noch im badischen Land lachen und sich freuen: Eine Stunde nach Mitternacht klingelte es an der Tür der Frau Schwiegermutter, der junge Freiburger stand verlegen und beschämt davor, entschuldigte sich der aus dem Schlaf aufgeschreckten Dame im ! Morgenrock gegenüber immer von neuem, daß er ''auf ihren Mann und ihren Sohn nicht bester auf- l gepaßt und sie nicht vor dem Zuvieltrinken gewarnt habe; er hätte ja nicht wissen können, daß sie es nicht vertrügen, und er bringe sie hier beide leider in einem sehr bemitleidenswerten Zustande. Der eine hing ihm dabei über den rechten, der andere über den linken Arm. Die Frau Schwiegermutter, die um den teuflischen Plan der Männer gewußt haben mochte und außer der Braut von der ganzen Familie das freund- lichste Wohlwollen für den Herrn Liebsten ihrer Tochter hatte, schmunzelte vergnüglich, als ob sie diese Heimkehr gar nicht ungern sähe. Es war und blieb ein Sieg für Deutschland, den da einer gegen zweie ausgefochten, ein Sieg, wert, lange im Heldenlied weiterzuleben. Der junge Markgräfler war sich seines errungenen Ruhms freilich nicht bewußt. Mit einem ein wenig brummenden und schmerzenden Kopf und einem um so fröhlicher pochenden Herzen hat er am nächsten Tag seine Braut in die Arme geschlossen und sich immer nur geschämt, daß er „nicht besser auf Schwiegervater und Schwager aufgepaßt". So sind die Markgräfler! Ein Pionier des alpinen Schilaufes. Einer der beiden ersten Ehrenbriefe, die der NS.« Reichsbund für Leibesübungen in die heimgekehrte Ostmark geschickt hat, wurde dem jetzt fast ^jährigen Matthias Z d a r s k y , dem verdienten Pionier des Alpenschneeschuhlaufes, verliehen. Nun hat auch das Alpine Museum in München mit einer Sonderschau dazu beigetragen, die Tätigkeit dieses Mannes für den Alpinen Schilauf in gedrängter Form zu veranschaulichen. Wir studieren Zdarskys Bemühungen um eine Bindung, die im Gegensatz zur Rohrstaberlbindung der Norweger eine wirkli^e Beherrschung des Brettls gewährleistet. Wir sehen die von ihm geschaffene Laufschiene, deren Länge er als Elfter zur Körpergröße und deren Breite er zum Gewicht des Fahrers in ein Verhältnis bringt. Ferner wird des Stemmbogens gedacht, der von ihm in den Schilauf eingeführt wurde'. Er schrieb das erste brauchbare Lehrbuch in deutscher Sprache, das in feiner ersten Auflage mit den nicht gestellten Bildern gezeigt wird. Es wird darauf hingewiesen, daß Zdarsky der Vater des Torlaufs ist, daß er den Militärschilauf von 1900 bis 1910 in Oesterreich alpin gestaltet hat. Er legte die Grundlagen zur Lawinenforsch u n g, ist der Erfinder des Zdarfky-Zeltes, das schon vielen Bergsteigern in Kälte und Schnee das geben rettete. Er hat die Werte des Arbeitsdienstes früh erkannt und auch mit jungen Studenten zur Ausführung gebracht. Zdarsky ist wie kaum ein Zweiter vielseitig und auch als Künstler untr Techniker hervorgetreten. All diese Verdienste hat Professor E. M e h l in dem ausgezeichneten Lebensbild Zdarskys, das im „Verlag für Jugend und Volk" erschienen ist, mit viel Verständnis geschildert. Dieses Werk, zusammen mit schönen Handzeichnun« gen der Zdarskyschen Fahrweise von Kunstmaler G. Jahn vervollständigen die sehenswerten „Sonder- schau Matthias Zdarsky" im Alpinen Museum in München. Sochschulnachrichten. Professor Dr. Jan V e r s l u y s , Ordinarius für Zoologie an der Universität Wien, ist im 66. Lebensjahre gestorben. Prof. Dersluys stammte- aus Holland und wirkte vor feiner Berufung an das Wiener Zoologische Institut (1925) in Gießen und an der flämischen Universität ©ent. Seine Arbeiten befaßten sich hauptsächlich mit dem Skelett der Wirbeltiere. Der o. Professor Dr. Herbert Cysarz an bei* Deutschen Universität Prag ist nunmehr end» gültig, mit Wirkung ab 1. Oktober 1938, zum ordentlichen Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität München ernannt worden. Professor Cysarz ist Träger des Eichens dorff-Preises vorn Jahre 1938. Es wurde übertragen: dem Dozenten Dr. Walter T o l l m i e n unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Dresden der Lehrstuhl für Technische Mechanik, dem Dozenten Dr. Günther B r i e g I e b unter (Ernennung zum außerordentlichen Professor an der UniversitÄ Würzburg der Lehrstuhl für Physikalische Chemie, dem nb. ao. Professor Dr. Otto Lintner unter (Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Erlangen der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre. Professor Dr. Hans Würdinger, Ordinarius für Rechtsverkehr und deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Breslau, ist in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Wien berufen worden. Der ordentliche Professor in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn Dr. Albert Michael K o e n i g e r (Kirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte) ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Dem Dr. med. dent. habil. Konrad Thielemann wurde die Dozentur für Zahnheilkunde an der Uni* versität Frankfurt verliehen. Klasse A 12, Wirsing, % kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Ruben 8 bis 12, rote Stuben 9 bis 12, Spinat 25 bis 30, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat, */io 10 bis 12, Tomaten, % kg 35 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 50 Pf., Russe 4p, Hähne 1,10 bis 1,25, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60 Pf., Blumenkohl 40 bis 50, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ ** Erich Weiland nach Gera verpflichtet. Das Mitglied unseres Stadttheaters Erich Weiland wurde für die kommende Spiel- zeit an das Reußi'che Theater in Gera verpflichtet. Erich Welland gchört dem Verband des Stadttheater seit der Spielzeit 1937/38 an. ** Steuererklärungen abgeben! Die Finanzämter in Oberhessen veröffentlichen heute eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Erklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Wehrsteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1938, sowie für die Gewerbesteuer 1939. Die Interessenten mögen dieser wichtigen Bekanntmachung ihre volle Aufmerksamkeit widmen. ** E i n b r u ch. Am Donnerstagabend drang ein Einbrecher von der Hofseite aus nach Einschlagen einer Fensterscheibe in das Geschäft der Firma Niederhausen, Bahnhofstraße, ein. Der unerwünschte Besucher hielt in den Geschäftsräumen vor allem nach Geld Umschau, er fand aber alles so gut und sicher verwahrt vor, daß er unverrichteter Dinge abziehen mußte. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Große Strafkammer Gießen. Der H. M. aus Birklar war beschuldigt, in den Jahren 1934 bis 1936 als Beamter Unterschlagungen und Veruntreuungen begangen zu haben. In der gestrigen eingehenden Beweisaufnahme wurde bezüglich einiger Fälle die Anklage fallen gelassen. Der Angeklagte erhielt aber wegen einer Unterschlagung im Amte 3 Monate Gefängnis und wegen einer weiteren einfachen Unterschlagung eine Geldstrafe von 30 Mark. Bei einem Schwindelanfall in die Lahn gefallen und ertrunken. LPD. Marburg, 27. Jan. Der 57jährige Zimmermann Jost Keßler aus Wehrda wurde, als er von seiner Arbeitsstätte in Marburg nach Hause ging, am Wehrdaer Wey von einem Schwindelanfall betroffen. Dabei fiel er durch eine Lücke der Hecke, welche sich zwischen der Straße und der dicht daneben fließenden Lahn befindet, in die hochgehenden Fluten. Seine Leiche tonnte nach einigen Stunden etwas unterhalb der Unfallstelle aus dem Wasser gezogen werden. 3440 Führerscheine in 27 Jahren - 4858 in 6 Jahren. Die Motorisierung des Verkehrs im Kreis Gießen. Wir leben imZeitalterdes Motors! An dieses geflügelte Wort wird man täglich in allen Straßen der Stadt und auf allen Landstraßen dircch die große Zahl von Kraftfahrzeugen erinnert. Die Zeiten der im gemütlichen Trab dahinpolternden Pferdekutsche und des das Straßenbild in «twdt und Land maßgeblich bestimmenden Radlers, an die sich die Aelteren von uns noch erinnern, sind lanast dahin. War es um die Zeit der Jahrhundertwende nicht eine Seltenheit und ein Luxus, em Auto zu besitzen? Und welcher junge Mann konnte damals auf einem Motorrad durch die Gegend flitzen, gar noch mit einer Schönen auf dem „Liebchensitz"? An manchen Tagen konnte man derartige Erscheinungen des Verkehrs auch in größeren Städten nur selten wahrnehmen, in kleinen Städten und in den Dörfern traten solche Verkehrsbilder tagelang überhaupt nicht in Erscheinung. Der Radler galt eben auf der ganzen Linie als etwas Besonderes, und der Autobeützer war „für manchen schon so etwas wie ein „yohes Tier". Welcher Wandel der Dinge! Heute ist der Radler genau so zur Alltäglichkeit geworden, wie der Fußgänger. Das Motorrad, auch mit dem „Liebchensitz", betrachtet der größte Teil unserer jungen Männer als eine Selbstverständlichkeit, auch wenn fie „auf Stottern" erkauft werden muß. Und das Auto ist ebenfalls zu einer so alltäglichen Erscheinung geworden, daß man es nicht mehr wie einst gewissermaßen voll ehrfürchtiger Bewunderung anblickt, sondern ihm höchstens einen wütenden Blick nach- | schickt, wenn sein Lenker einem gerade vor den Fußspitzen vorbeisaust, oder bei nassem Wetter zu beiden Seiten seiner Fahrstrecke einen Strahl von Pfützenspritzern um sich herumwirft. Kennzeichnend für die Entwicklung im Zeichen des Motors ist die Tatsache, daß vom November 1906 — am 3. November 1906 wurde von dem Kreisamt Gießen der erste Führerschein zum Führen eines Kraftfahrzeugs ausgestellt — bis zum 30. Januar 1933, dem Tage der Machtübernahme des Führers — also in27Jahren — im Kreise Gießen 3440 Führerscheine für Kraftfahrzeuge ausgestellt wurden. Dagegen wurden infolge der Förderung der Motorisierung des Verkehrs durch den Führer in den verflossenen 6 Jahren seiner Staatssührung im Kreise Gießen 4 858 Führerscheine ausgestellt. Hinzu kommen noch weitere 1 6 0 0 Führerscheine der Klaffe 4, neu ab 1. Oktober 1938 für Kraftfahrzeuge mit einem Hubraum bis 250 ccm und solche, die nicht mehr als 20 Kilometer Höchstgeschwindigkeit haben. Diese Fahrzeuge waren bis zum 1. Oktober 1938 Führerscheinfrei. Man vergleiche: in 27 Jahren 3440 Führerscheine, in 6 Jahren 4858 Führerscheine tm Kreis Gießen! Die Gegenüberstellung dieser beiden Zahlen spricht für sich selbst. Jntereffant und aufschlußreich ist aber noch ein Blick auf den Bestand an Kraftfahrzeugen im Kreise Gießen — Stadt und Landkreis — jeweils nach dem Stand vom 1. Juli des Jahres festgestellt. Dabei ergibt sich folgendes Zahlenbild: Krafträder Personenwagen Lastwagen Zugmaschinen Omnibusse Zusammen 1932: 1173 951 134 101 2 2361 1933: 1044 813 147* 110 2 2116 1934: 1426 1155 154 111 2 2848 1935: 1579 1387 238 126 2 3332 1936: 1869 1526 274 129 5 3803 1937: 2231 1853 324 142 8 4558 1938: 2491 1938 451 160 U Vom 1. Juli 1938 bis heute wurden weiterhin zugelaffen: 5051 388 407 85 15 2 897 In nicht allzu ferner Zeit wird nun auch noch I risierung des Verkehrs auch in unserer engeren Helder Volkswagen als Kraftfahrzeug breiter mat einen weiteren starken Auftrieb geben. B. Volksschichten hinzukommen und dadurch der Moto-1 -------- Oer Gesundheitszustand in Stadt und Kreis Gießen. Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Wir haben den Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes in Gießen, Obermedizinalrat Dr. En- gau, über den Stand der Gesundheitsverhältnisse im Kreise Gießen im Jahre 1938 befragt. Aus der Unterredung ist folgendes zu berichten: Der Gesundheits- und Ernährungszustand der Säuglinge in Stadt und Landkreis Gießen war im Jahre 1938 nach den Beobachtungen bei der Impfung und in den Säuglingsberatungsstellen durchschnittlich zufriedenstellend. Die gleiche Feststellung ist hinsichtlich der Kleinkinder, der Schulkinder, der Jugendlichen und auch der Erwachsenen zu machen. Im verflossenen Jahre traten unter den übertragbaren Krankheiten in erster Linie etwa 200 Fälle von Diphtherie in der Stadt Gießen und in einigen Landgemeinden auf, von denen leider drei Fälle tödlich waren, alle übrigen aber einen gutartigen Verlauf nahmen. Das Auftreten von Scharlach war nicht erheblich und überall ohne ernste Folgen. In Grünberg waren im Jahre 1938 etwa 20 Fälle von Paratyphus zu verzeichnen, die zum Glück ebenfalls einen gutartigen Verlauf nahmen und jetzt wieder vollständig abgeklungen sind. Einige Fälle von spinaler Kinderlähmung waren in einigen wenigen Gemeinden zu verzeichnen, aber auch hier traten erfreulicherweise keine schlimmen Folgen oder gar Todesfälle ein. Aus dem umfangreichen Gebiet der Krankheiten ist ferner zu berichten, daß hinsichtlich der nervösen und der Gei st es- und Gemutserkran- k u n g e n, sowie des Krebs keine wesentliche Zunahme eingetreten ist. Dagegen erfahren die Her z- und Gefäßkrankheiten anscheinend eine leichte Steigerung. Epidemisches Auftreten von Kropf ist nicht beobachtet worden, da der Kreis Gießen keine Kropfgegend ist. Hinsichtlich des Al- ko h o l i s m u s und des Rauschgiftmißbrauches liegt kein stärkeres Auftreten vor. Im übrigen waren Vereinzelte Fälle von Abtreibung zu verzeichnen, es ist aber keine gewerbsmäßige Erscheinung bekanntgeworden. Einige kurze Zahlen aus dem Tättgkettsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes verdienen noch besondere Beachtung. Es wurden im Jahre 1938 in der S t a d t G i e ß e n insgesamt 31 Eheberatungen, 344 Beratungen in der Säuglings- und Kleinkinderberatungsstelle, 851 Beratungen von Tuberkulösen und 122 Beratungen von Geschlechtskranken vorgenommen. Ferner waren u. a. zu verzeichnen: 139 Betreuungen von Kleinkindern in den Beratungsstellen, 1266 Untersuchungen von Schulkindern aller Schulgattungen, 331 gesundheitliche unser Winter-Schlufe-Verkauf Montag, den 30. Januar Einzelpaare und Restposten 2.90 3.90 4.90 ßeachten Sie bitte unsere 6 Fenster! Schuhhaus Derzbach (riehen, Bahnhofstr. 60 ___________________ ___________________________________________________________________________________________________________________________________________________615 A Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe der Erklärungen für die Einkommensteuer, körperschaftssieuer, wehrsleuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1938 und für die Gewerbesteuer 1939. Die Erklärungen für die Einkommensteuer, Kör- perschaftsfteuer, Wehrsteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1938 und für die Gewerbesteuer 1939 sind in der Zeit vom 1. bis 28. Februar 1939 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke wie folgt abzugeben: I. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Einkommensteuer sind verpflichtet: A. Unbeschränkt Einkommensteuerpflichtige 1. wenn ihr Einkommen den Betrag von 8000 RM. überstiegen hat oder 2. wenn ihr Einkommen weniger als 8000 RM., aber mehr als 4000 RM. betragen hat und darin Einkünfte von mehr als 300 RM. enthalten sind, die weder der Lohnsteuer noch der Kapitalertragsteuer unterlegen haben oder 3. ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens, wenn es ganz oder teilweise aus Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit (insbesondere aus der Ausübung eines freien Berufs) bestanden hat und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusfes ermittelt ist. B. Beschränkt Einkommensteuerpflichtige 1. wenn ihre gesamten inländischen Einkünfte, nach Abzug der Einkünfte, die der Lohnsteuer oder der Kapitalertragsteuer unterliegen, 4000 RM. Übersteiden oder 2. ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer inländischen Einkünfte, wenn diese ganz oder teilweise aus Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbetrieb oder selbständiger Arbeit (insbesondere aus der Ausübung eines freien Berufs) bestanden haben und der Gewinn auf Grund eines Buchabschlusses ermittelt ist. Der Ehemann hat in seiner Steuererklärung auch die Einkünfte seiner Ehefiau anzugeben, die bei der Zusammenveranlagung mit seinen Einkünften zusammenzurechnen sind. Die Ehegatten werden zusammen veranlagt, solange beide unbeschränkt steuer- pflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und diese Voraussetzungen mindestens vier Monate in dem Kalenderjahr bestanden haben, für das die Veranlagung erfolat. Ebenso hat der haushaltuugsvorstand in seiner Steuererklärung auch die Einkünfte der Kinder anzu- geben, die bei der Zusammenveranlagung mit seinen Einkünften zusammenzurechnen sind. Der Haushaltungsvorstand wird mit seinen Kindern, für die ihm Kinderermäßigung gewährt wird, zusammen veran- lagt, solange er und die Kinder unbeschränkt steuerpflichtig sind. Einkünfte von Kindern, die Juden sind. sind mitanzuaeben, wenn diese Kinder mindestens bis zum 30. April 1938 einschließlich minderjährig gewesen und im Kalenderjahr 1938 während ihrer Minderjährigkeit mindestens 4 Monate zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört haben. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, die die Kinder aus einem dem Haushaltungsoorstand fremden Bettieb beziehen, scheiden bei der Zusammenveranlagung aus. II. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Körperschaftssteuer sind verpflichtet: A. Unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaften über sämtliche Einkünfte, und zwar: 1. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften); 2. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften; 3. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit; 4. sonstige juristische Personen des privaten Rechts; 5. nicht rechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen; 6. Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts (hierzu gehören u. a. sämtliche öffentlichen Versorgungsbettiebe). B. Beschränkt steuerpflichtige Körperschaften über die inländischen Einkünfte, und zwar: 1. Körperschaften, Personenoereinigungen und 23er» möaensmassen, die weder ihre Geschäftsleitung noch ihren Sitz im Inland haben; 2. Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, die nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind. C. Sämtliche Körperschaften, Personenvereluigungen und Dermögensmassen: 1. beim Wegfall der Steuerpflicht, insbesondere auch bei der Umwandlung; 2. beim Uebergang von der beschränkten zur unbeschränkten und beim Uebergang von der unbeschränkten zur beschränkten Steuerpflicht. III. Bei Beteiligung mehrerer Personen ist ohne Rücksicht auf die Höhe der Einkünfte abzugeben eine Er- kmrung zur einheitlichen Feststellung der Einkünfte a) Land- und Forstwirtschaft; b) Gewerbebetrieb; c) selbständiger Arbeit: d) Vermietung und Verpachtung unbeweglichen Vermögens. Die Verpflichtung zur Abgabe der Erklärung ob- liegt in diesen Fällen den zur Geschäftsführung oder Vertretung befugten Personen. Staatsangehörigen der Geburtsjahrgänge 1914,1915, 1916 und 1917, die einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben 1. wenn sie keinen Arbeitslohn bezogen haben, ihr Einkommen aber den Betrag von 224 Reichsmark überstiegen hat; 2. wenn sie neben Arbeitslohn sonstige Einkünfte von mehr als 100 Reichsmark bezogen haben; 3. wenn sie eine Einkommensteuererklärung abzugeben haben. y Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbesteuer sind verpflichtet: 1. alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, deren Gewerbeertrag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr den Betrag von 4000 Reichsmark ober deren Gewerbekapital an dem maßgebenden Feststellungszeitpunkt den Betrag von 20 000 Reichsmark überstiegen hat; 2. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften); 3. Erwerbs, und Wirtschaftsgenossenschaften und Dersicherungsoereine auf Gegenseitigkeit. Sonstige juristische Personen des privaten Rechts und nicht rechtsfähige Vereine haben eine Gewerbesteuererklärung nur abzugeben, soweit diese Unternehmen einen wirtschaftlichen Ge- schäftsbetrieb (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft) unterhalten, der über den Rahmen einer Vermögensverwaltung hinausgeht; 4. ohne Rücksicht auf die Höhe des Gewerbeertrags oder die Höhe des Gewsrbekapitals alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grund eines Buchabschluffes zu ermitteln ist oder ermittelt wird. VI. Zur Abgabe einer Steuererklärung zur Umsatz- steuer sind alle Umsatzsteuerpflichtigen verpflichtet mit Ausnahme: 1. der Strahenhändler, Wandergewerbetreibenden und anderen Umsatzsteuervflichtigen, die nach §§ 83 und 85 der Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz 1934 zur Führung eines Straßensteuerheftes verpflichtet sind; 2. der nichtbuchführenden Landwirte, soweit sie für ihre Umsätze Vorauszahlungen nach den jeweils geltenden Umsatzsteuerrichtsätzen geleistet haben; 3. derjenigen Unternehmen, deren Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1938 nicht mehr als 20 Reichsmark beträgt oder bei steuerfreien Umsätzen betragen würde, wenn diese steuerpflichtig wären (§ 63 (2) der Durchführungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz 1934). VII. Die zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichte- ten haben die Steuererklärung auch dann abzugeben, wenn ihnen ein Vordruck nicht zugesandt wird; die übrigen Steuerpflichtigen haben eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt aufgefordert, werden. VIII. Das Finanzamt kann gemäß § 167 Absatz 4 der Reichsabgabenordnung die Steuererklärungsfrist in einzelnen Fällen verlängern, wenn die Verlängerung gerechtfertigt ist und der rechtzeitige Abschluß der Veranlagung dadurch nicht gefährdet wird. Fristverlängerung über den 31. März 1939 hinaus kommt jedoch — von ganz besonderen Ausnahmefällen abgesehen — nicht in Frage. Das gilt auch grundsätzlich für die Fälle, in denen bisher Fristverlängerung mit Wirkung für mehrere Jahre bewilligt worden ist. Fristverlängerungen dieser Art, die über den 31. März bewilligt worden sind, gelten hiermit als widerrufen. IX. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. H. der festgesetzten Steuer auserlegt werden. X. Wer nachträglich, aber vor dem Ablauf der Steuerverjährungsfvist erkennt, daß eine Steuererklärung, die er dem Finanzamt abgegeben hat, unrichtig oder unvollständig ist, und daß die Unrichtigkeit und Unvollständigkeit zu einer Verkürzung von Steuereinnahmen führen kann, ist — ohne baß es einer besonderen Aufforderung bedarf — verpflichtet, dies unverzüglich dem zuständigen Finanzamt anzuzeigen. XI. Die Hinterziehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Wehrsteuer, Gewerbesteuer ober Umsatzsteuer sowie fahrlässige Vergehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) werden bestraft. 593D 28. Januar 1939. Die Finanzämter Gießen. Friedberg, Lauterbach, Alsfeld, Grünberg, Aidda, Hungen, Büdingen, Schotten. Bekanntmachung. Betr.: Abgabe von Stockholz von dem neuen Exerzierplatz im Stadtwald. Auf dem Gelände des neuen Exzerzierolatzes im Stadtwald (in der Nähe der Hochwart) fällt zur Zeit Stockholz in größeren Mengen an. Dieses Holz kann an jedermann unentgeltlich an jedem Wochentag abgegeben werden. 633C Gießen, den 27. Januar 1939. Der Oberbürgermeister. I. V ; Nicola US» lichen deutschen Ifatz anzugeben. _ IV. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Vehr- fleucr sind verpflichtet die männlichen deutschen Ohne Rücksicht auf ein etwa vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr ist In allen Fallen der in der Zeit vom 1.1. bis zum 31.12.1938 erzielte Um- nSef^aUSa'SSc°^6‘ W ^eder'^ de^eCstenS | a^7^dv°^'7^- 1 getüs^ “ bwacU“ r ,0rte' den >v°n7 den de^ ttte'". ' emP"nd n Einbau' unser®r baHeste nd t^odern beKannt* Oua'^^t 9enU9end baU=bd'e VJaren a'n° frnen »b , preis- W'r^^ge^^'enend eb6nSO >t zuV'eden7sie bM°n, v.urd'9k®' mdeW vj> sve unver_ anWort® ’ einen uns«"® 2* sich dur=" BesUcb ; 9en. SÄ dwd"7°7^on r° i 11 vAaUß® ö**7*sy°^er 6 W-S?-fc von Ulem sreuöe on öetlioint öntiö BetmflQler SfttOet! 580A für Kleider Der Fachmann In allen Stützten und Dörfern unseres Bannes stehen in den nächsten Wochen Jungen und Madel in der großen Schlacht am Arbeitsplatz. In den Fabriken und Werkstätten, in den Kontoren und Berufsschulen, am Bau und auf dem Acker werden wir sie werken und schaffen sehen. Der Reichs- heute, um 16 Uhr. findet in Heuchelheim bei der Firma Rinn & Lloos die Eröffnungsfeier des Reichsberufswett - kampfes aller schaffenden Deutschen für 1939 statt. Alle Schaffenden sind zn dieser Feierstunde eingeladen. Teilnehmer, die mit der Vieberkalbahn nach Heuchelheim fahren wollen, können den um 15.30 Uhr verkehrenden Zug benutzen, der nach Beendigung der Feierstunde zur Heimfahrt wieder zur Verfügung steht. b.rnsswettkampf 1939 wr^d das tätige einzigartigen Schau deutscher Qualitätsarbeit zieht: M sh"’ LSrLÄL -*«■ ** Eröffnungsfeier -es Keichsberufswettkampfes 4939. Heute nachmittag in einer Fabrikhalle der Firma Rinn HCloos in Heuchelheim. Herren- und Knaben-Kleidung Gießen - in der Neustadt 10 zu führen. Schon jeder Pimpf sieht sich irgendwo hinter einer Maschine, am Schraubstock oder hinter dem Pflug. Sie alle glauben, daß sie es dereinst noch besser machen werden als diejenigen, die heute noch ihre künftigen Plätze einnehmen. In diesem Geist, dem Ehrgeiz zum eigenen Schaffen, wird heute der 5. Reichsberufswettkampf * unserem Kreisleiter eröffnet werden. Leistungssingen in Krofdorf. Aufnahme der Lhöre auf Schallplatten. (D Krofdors, 27. Ian. Der Sängerkreis S o l m s - W e tz l a r, der mit 80 Vereinen mit insgesamt 2500 singenden und 2900 unterstützenden Landdienst der studentischen Kameradschaften Universität Gießen im Kreis Groß-Strehlitz. Aufgaben des deutschen Rundfunks." Vortrag im 7lS.-RechtSwahrerbund. NSG. In diesen Son^iner-Ferien wird wieder an den deutschen Ostgrenzen von Ostpreußen bis Kärnten von den studentischen Kameradschaften ein Einsatz im Landdienst durchgeführt. Jede Hochschule hat in diesem Einsatz einen bestimmten Kreis, jede Kameradschaft ihr bestimmtes Dorf zu betreuen. Im März werden von jeder Kameradschaft der Käme- radscyaftsführer mit seinen besten Mitarbeitern zu einem vierwöchigen Frühjahrseinsatz in das von der Kameradschaft bearbeitete Dorf zur Vorbereitung des Sommereinsatzes gehen. Der Gau Hessen-Nassau, der von ieher im studentischen Landdienst führend war und die meisten Teilnehmer im Reich stellte, wird auch diesUeberwachungen von Schulkindern, 251 Röntgendurchleuchtungen, 366 Röntgenaufnahmen und 50 Ueberweisungen in Krankenhäuser und Heilstätten. Im Kreis Gießen mit Laubach erfolgten 41 Eheberatungen, 431 Beratungen über Säuglinge und Kleinkinder, 7688 Beratungen wegen Tuberkulose bzw. Verdacht, 65 Beratungen wegen Geschlechtskrankheiten, 26 Krüppelberatungen, 4161 Untersuchungen von Schulkindern aller Schulgat- tungen, 902 gesundheitliche Ueberwachungen von Schulkindern, 6739 Röntgendurchleuchtungen, 1051 Röntgenaufnahmen und 120 Ueberweisungen in Krankenhäuser und Heilstätten. hinsichtlich der Wohnungsverhältnisse Anter dem Gesichtswinkel der Gesundheitspflege ist In seiner Betrachtung des Verhältnisses des Rundfunks zur Presse (und umgekehrt) betonte der Redner, daß die Gesetzmäßigkeiten durchaus voneinander verschieden seien und lediglich davon gesprochen werden könne, daß sich Rundfunk und Presse gegenseitig ergänzten. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Rundfunks. Der Rundfunk stelle sich in vielerlei Form in den Dienst der Volkswirtschaft. In vielerlei Formen und in vielen Themen seien wirtschaftliche Fragen als Zwiegespräche, im Vortrag, in hm- kaum einen Betrieb in L-,—• nicht eingespannt ist in diese Leistungs- und Wil- mm mal, wie bereits in den vergangenen Semestern, wieder geschlossen in Oberschlesien den Land- dienst durchführen. Folgende Einsatzkreise wurden den hessen-nassauischen Studenten zugeteilt: Technische Hochschule Darmstadt im Kreis Cosel; Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt im Kreis Groß-Strehlitz; Ingenieurschule für Luftfahrttechnik Darmstadt im Kreis Ratibor (hultschiner Ländchen); Universität Frankfurt im Kreis Oppeln; Universität Gießen im Kreis Groß-Streh- litz; Hochschule für Lehrerbildung Weilburg im Kreis Rosenberg-Guttentag. die befriedigende Feststelluna zu machen, daß im großen und ganzen zu Beanstandungen kein Anlaß vorliegt. In Gießen verschwinden, dank der umfangreichen Wohnungsbautätigkeit, die in den Notjahren errichteten Barackenbauten immer mehr. Mangel an Betten, an Wäsche und an Kleidung ist nicht merkbar in Erscheinung getreten, die Sauberkeit im Verlauf des täglichen Lebens wurde im allgemeinen als zufriedenstellend ermittelt. Daneben lief noch eine umfangreiche Tätigkeit des Amtes in Ausübung seiner Obliegenheiten beim Erbgesundheitsgericht, bei gerichtsärztlichen Geschäften usw., außerdem der erforderliche Schriftverkehr mit den verschiedenen Behörden, den Ratsuchenden usw. B. Der Rechtswahrer-Bund vereinigte am gestrigen Freitagabend im Saal des Hotels Hindenburg zahlreiche Kameraden zu einem Vortragsabend. Nach der Begrüßung durch Oberstaatsanwalt K n a u ß hielt der Intendant des Reichssenders Frankfurt a.M., Kapitän z.S. a.D. Werber, einen überaus aufschlußreichen Vortrag über das Thema: „Die Aufgaben des deutschen Rundfunks in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehung". Der Redner umriß zunächst die Bedeutung des Rundfunks im Hinblick auf die Teilnehmerzahl. Rund zehn Millionen Hörer seien angemeldet — man dürfe aber damit rechnen, daß über diese Zahl der in Betrieb befindlichen Empfangsgeräte vierzig Millionen Menschen als Hörer erfaßt werden ton- nen. Von dieser Grundlage her sei der Rundfunk ein sehr bedeutungsvolles politisches Instrument geworden. Der Rundfunk als politisches Instrument sei aber erst mit dem 30. Januar des Jahres 1933 geboren worden. In der Snstemzeit sei der Rundfunk — Gott sei Dank — nicht als politisches Instrument erkannt oder benützt worden. Das gewaltige geschichtliche Geschehen der vergangenen Jahre, insbesondere des Jahre 1938, wäre nicht allen Volks- genossen möglich gewesen, wenn nicht der Rundfunk eingesetzt worden wäre. Alle bedeutsamen Entscheidungen seien über den Rundfunk allen Volksgenossen nahegebracht und dem Verständnis er* schlossen worden. Dabei habe es sich der deutsche Rundfunk immer angelegen sein lassen, durchaus verantwortungsbewußt feine Meldungen zu vermitteln, so daß er kaum zu Berichtigungen Anlaß sah. Für den deutschen Rundfunk werde die Politik immer das Primäre sein. Mitgliedern der größte Oberhessens ist, beschloß aus seiner in Wetzlar stattgefundenen Tagung, im Jahre 1939 drei Leistungssingsn abzuhalten, und zwar in Wetzlar, Burgsolms und Krofdorf. An einem noch zu bestimmenden Sonntag im Juni werden sich die Vereine aus einem gewissen Umkreis Krofdorfs in der hiesigen Turnhalle zwei er- fahrenen Wertungsrichtern stellen, um für ihre gesanglichen Leistungen mit einem in vier Stufen angewandten Leistungsgrad bedacht zu werden (sehr gut, gut, befriedigend und nicht ausreichend). Eine besondere Neuerung bei diesem Singen dürfte die Aufnahme der Chore auf Schallplatten bedeuten, wodurch hinterher jedem Verein und jedem Sänger Art und Weise der Darbietungen zu Gehör gebracht werden kann. Jetzt aber aufgepaßt! 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In fünf Jahren hat die Jugend bewiesen, daß sie diese freimütige Leistungsprüfung mit einem Idealismus ausgenommen hat, der in diesem Jahre auch die letzten in ihren Reihen erfaßte. Heber zwei Millionen Jungen und Mädel und fast eine Million erwachsene Männer und Frauen haben sich zu diesem Leistungskampf gemeldet. So wie bis jetzt die gesamte werktätige Jugend im Wettkampf steht, wird in kurzer Zeit der Berufswettkampf aller Schaffenden Wirklichkeit werden. Nur die Wenigsten dieser Millionen werden als Sieger aus den Wettkämpfen hervorgehen. Aber trotzdem gibt jeder fein Bestes her, denn es ist nicht der materielle Lohn, der sie zum Kampfe führt. Es ist etwas anderes, was jeden zu dieser . . ____ r- ___ Ott ritt triezt ituht4 Fragen des Rechts würden erörtert und die bisherige Arbeit auf diesem Gebiet sei von großen Er- eigen begleitet gewesen. Fragen des Rechts würden in engster Zusammenarbeit mit dem Rechts- wahrerbund behandelt. In längeren Darlegungen beschäftigte sich der Redner dann mit den Möglichkeiten des Rundfunks auf dem Gebiete der Verbrauchslenkung. Mit großem Interesse hörte man ferner von den kulturellen Aufgaben des deutschen Rundfunks. Intendant Werber wies darauf hin, daß durch die kulturellen Sendunaen die Kenntnis und die Freude an unseren deutschen Kulturgütern an einen überaus großen Kreis von Menschen herangebracht würden und der dementsprechende ständige Einfluß sehr wohl dazu führen werde, daß die Bekanntschaft mit dem deutschen geistigen Leben und mit den Schöpfungen der besten Komponisten der Vergangenheit und der Gegenwart immer herzlicher werden könne. Der Vortragende erinnerte an erfolgreiche Konzerte für die Betreuten des Winterhilfswerkes, an die Meisterkonzerte für die Hitler-Jugend, an die Bemühungen um die Vertiefung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien und an die Arbeit im Dienste der immer besseren Wiedergabe von Opernschöpfungen. In grundsätzlichen Ausführungen sprach der Redner außerdem über die Schwierigkeiten der Zusammenstellung guter Unterhaltungskonzerte und über die Formen der Vermittlung des gesprochenen Wortes. Zum Ao,chluß seines mit anhaltendem Beifall aufgenommenen Dorttages lud Intendant Werber die Gießener Rechtswahrer zu einem Besuch im Funkhaus des Reichssenders Frankfurt a. M. ein. Briefkasten der Redaktion. k. k. in G. Der Erlaß der Rundfunkgebühr geschieht nur unter bestimmten sozialen Voraussetzungen. Die Gebührenbefreiung ist bei der für Sie zuständigen Bezirksfürsorgestelle, also beim Städtischen Sozialamt, zu beantragen. Gebührenbefreiung tritt nur ein, wenn sie vom Sozialamt befürwortet wird. , Siebenschläfer. Bei dem Tier, das Sie im Walde fanden, handelt es sich um einen Siebenschläfer. Es empfiehlt sich, das Tierchen noch bis zum Frühjahr zu pflegen und es dann freizulassen. L-N^'uchErkältung f-forf »l°st-r!r°E°IiN°ng-M ^ «rftlg w'rd Tk gr^h be. friedigen. 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Herr Willy Silbermann (Bild nebenstehend), Ee- neralagentKöln-Lindenthäl, Geibelstr/ II. .am 31-12. 37: Rachbem mir der austerordentliche Heilwert der Melisse seit einer Reihe von Jahren bekannt ist, benutzen ich und meine Familie seit dieser Zeit Aosterfra u-2^eI,l^en9e,it Grippe, Erkältungen und Kopfschmerzen mit ausgezeichnetem ErfolgEr ist deshalb ein dauernder und wertvoller ^ltandteil meiner Hausapotheke. Weiter fttau Emmy Karrer, Hausfrau, Tübingen, Wilhelmfir. 104, am 28. 5. 37:^.,Ich nahm Klosterfrau-Melisiengeist erstmalig nach Gebrauchsaw Weisung bei Grippe. Nach kurzer Zeit wurde nut bedeutend besser. Ich wurde WINTER SCHLUSS VERKAUF 102 A ScM-VerM Friemann Gießen, Seilersweg 71 576 A Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimer Str. 10 Ruf 24947 ’5-r> Mitglied der Elektro-Gemeinschaft desto mehr sparen Sie 589 A 579 A die billigste! 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In der Praxis habe es sich erwiesen, daß die Krebsbekämpfung viel wirksamer gestaltet werden kann, wenn der richtige Apparat eingesetzt wird. So hätten beispielsweise in Berlin auf einen einzigen kurzen Zeitungsartikel hin sich 500 Volksgenossen in einer Poliklinik gemeldet. Die Zahl derjenigen, die grundlos die Klinik aussuchten, sei nicht allzu hoch gewesen. Der Mangel dieser Aufklärungsarbeit habe darin bestanden, daß sie nicht periodisch wiederholt wurde. Der Reichsausschuß für Krebsbekämpfung habe nun Aufklärungsmaterial geschaffen. Auf Merkblättern würden die wichtigsten Krankheitsmerkmale verzeichnet, auf Tafeln die Symptome des Krebses und seine Heilbarkeit registriert; 1935 sei ein Aufklärungsfilm hergestellt worden, der in der ganzen Welt Anerkennung gefunden habe. Aufklärungswagen der Reichsarbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung kommen bis in das entlegenste Dorf. Selbstverständlich werde dabei der Arzt nicht ausgeschaltet, sondern er solle als der maßgebende Mann auf diesen Veranstaltungen sprechen. Schon in den nächsten Jahren werde es sich zeigen, daß diese Aufklärungsaktion viele Deutsche rettete, die ohne diesen Krebsbekämpfungsfeldzug vechoren gewesen wären. Pappe brauchst. Pappe, denkst du, Pappe — und kramst im Schreibtisch, ohne Sinn, da gibt es keine Pappe. Du denkst, denkst — Und plötzlich hast du es: Oben in der alten Bucher- E^Du läufst hinauf. Die Bücherkiste steht auf dem Joden in einer Ecke unterm Dach und ist natürlich ^Nach^ungefähr 14 Minuten harter Arbeit hast du mit Hilfe eines längeren Nagels den Deckel ab. Du hättest ja bequemer ein Werkzeug holen können, aber was ein kluger Kopf ist, das schlägt sich lieber 14 Minuten mit einer Kiste herum als von unten ein Brecheisen zu holen ... . Also graue Pappe. So einfach scheint es nicht zu fein, obenauf liegt keine graue Pappe, unten drin vielleicht, aber dazu muß erst ein Stapel Bücher heraus. . Und da geschieht er: Ehe du willst, sitzt bu auf den nackten Bodenbrettern des Dachstuhls, lieft, lieft und läßt die graue Pappe graue Pappe fern. Ja, dies hat man also in der Schule einst als Eselsbrücke gebraucht: „Platon, Gorgias. Uebcr- setzt von Friedrich Schleiermacher." Und bann liest man sich ein Stück heraus: . „Sokrates: Ich benke, Gorgias, auch bu hast schon vielen Unterredungen beigewohnt und wirst dies dabei bemerkt haben, daß nichts leicht die Menschen es dahin bringen, das, worüber ste zu sprechen unternommen haben, gemeinschaftlich zu bestimmen, und nachdem sie so untereinander sich belehrt und gelernt haben, ihre Zusammenkunft aufzuheben, sondern wenn sie über etwas uneinig sind und einer den andern beschuldigt, er rede nicht richtig ober nicht bestimmt, so erzürnen sie sich unb meinen, der andere rede so etwas aus Mißgunst gegen sie, weil er nämlich nur um feine Ehre sich beim Gespräch ereifere, nicht aber den vorliegenden Gegenstand suche. Ja, einige gehen zuletzt auf die unanständigste Art auseinander nut 'Schimpfreden, unb indem sie solche Dinge einander anzuhören geben, daß es sogar den Anwesenden um ihrer selbst willen leid tut, auch nur solcher Leute Zuhörer gewesen zu fein.* _ kennt der alternde Casanova, daß die reine Liebe der jungen Manon^ Balletti seines wirren Lebens bester Teil gewesen sei. Stunde unterm Dach. Von Christian Bock. fängt damit an, daß bu ein Stück graue Das Herz hat immer recht Von Armgard Thomas. wappnen; aber sofort ergreift bas Herz, bas unzertrennlich an Dir hängt, Deine Partei. Der Verftanb hat gut reben, bas Herz hat immer recht. Doch wenn Du mir etwas Liebes sagst, so ist mein Herz und mein Verstand einig und alle meine Gedanken. Und alles ist Dein ... Es wäre der Gipfel meines Unglücks, wenn Du mich verließest, doch nein, dazu bist Du nicht imstande. Du liebst mich." Die Tage der Trennung fügen sich zu Wochen und Monaten: Weißt Du, daß es drei Monate sind, feit Du fern von mir bist. Weißt Du, daß ich ohne Dich ein Körper ohne Seele bin? O, meine Seele, kehre zurück!" r„ , In dieser Zeit wird die Liebe für Manon schmerzlich Der Name Casanovas gewinnt schillernden Glanz in der Welt des Rokoko. Gerüchte gehen um, pikante Anekdoten und schlimme Affären. Sie erreichen Manon. Das Mädchen muß sehr gelitten haben in dem bürgerlichen Kreise der Eltern und Verwandten, die sie bedrängten, Casanova zu vergessen. Aber immer noch gehen ihre zärtlichen Worte zu ihm und immer wiederholt sie: „Komm zuruck. Krebsbekämpfung und Volksaufklärung Rechtzeitige Behandlung kann Tausende retten. fährlich. So kam es, daß an einem der letzten Abende der Käfig nicht so sorgfältig geschlossen- wurde, wie es Vorschrift mar, und so gelangte eine junge Löwin, die sich immer als die wildeste in der Schar zeigte, unbemerkt aus dem Zirkuszelt ins Freie und schickte sich an, einen Spaziergang durch die Umgebung zu machen. Es wäre vielleicht auch alles gut gegangen, da das Tier in dem unsicheren Abendlicht leicht für einen großen Hund gehalten werden konnte, wenn die Löwin auf ihrem Wege nicht einem echten Hunde begegnet wäre, der vor den Karren eines Milchhändlers gespannt war. Kaum hatte der Hund die Löwin erblickt, als er mit wütendem Gebell auf sie losfuhr. Die Löwin war über den plötzlichen Ueberfall so erschreckt, daß sie Reißaus nahm und in wildem Lauf durch die Straßen fegte, alles, was ihr in den Weg kam, überrennend. Sie machte nicht eher halt, als bis sie in einer Autogarage eine Zuflucht gefunden hatte. Der Hund aber hatte sich von dem Karren losgerissen und war hinter ihr hergejagt, und nun stand er vor der Garage wütend bellend, während die Löwin drinnen nicht minder erregt fauchte. Auf den Lärm waren zahllose Leute herbeigeeilt und standen entsetzt da, als sie erkannten, was vor sich ging, aber bald kamen auch die Zirkusdiener und der Bändiger hinzu unb versuchten sich der Löwin zu bemächtigen, die alle ihre guten Lehren vergessen hatte. Sogar als der Hund entfernt war, leistete sie wilden Widerstand und verletzte auch einige Wärter leicht, bis es endlich gelang, das aufgeregte Tier in feinen Käfig zurückzubringen. Motorisierter Stierkampf auf der- Straße. AS. Paris. Die Straßen der sonst so stillen, unweit von Paris gelegenen Stadt Montes waren dieser Tage der Schauplatz eines Stierkampfes, bei dem Polizei und Metzgerburschen die Toreros und ein schlachtreifer Ochse den Schrecken der Arena mimte. Der Ochse hatte sich auf dem Wege zum Schlachthaus durch einige kräftige Homstöße feiner Begleiter entledigt und rannte, der wiedergewonnenen Freiheit froh, wie ein Besessener durch die Straßen des noch im Morgenschlummer ruhenden Montes. Die telephonisch alarmierte Polizei nahm die Verfolgung des Ochsen in dem Kraftwagen eines zufällig des Weges kommenden Priesters auf, wobei es' ihr nach halsbrecherischer Jagd durch die Hauptstraße gelang, den Ochsen in einen Hauseingang einzuzwängen. Sie hatte freilich nicht mit der Gewandtheit des Gehörnten gerechnet, der sich mit einem ganz erstaunlichen Satz über das Auto hinweg dem Zugriff seiner Häscher entzog. Inzwischen war aber Verstärkung aus der Bevölkerung eingetroffen, die unter der Führung der Metzgerburschen em reael- rechtes Kesseltreiben gegen den Ochsen unternahm, der, von seinen Verfolgern in die Enge getrieben, schließlich die Waffen streckte. Hilferuf von einer einsamen Insel. K. Toulon. Im Indischen Ozean fahren französische Kriegs- schisse unter Volldampf zu einer der einsamsten Inseln in der Welt, um 48 Menschen zu retten, von denen ein SOS-Ruf aufgefangen wurde. Die Botschaft hatte folgenden Wortlaut: „St.-Paul-Jnsel, Indischer Ozean zwischen Afrika und Australien. Schlecht Wetter hat uns gezwungen, alle unsere Kohlen auszubrauchen. Wir brauchen Hilfe. Wir sind 48 Personen an Bord des Fischerbootes „Ile Bourbon". „ „ . Die „Ile Bourdon" hatte St. Malo am 28. Mai v. I. verlassen, um eine Hummer-Konseroen-Fabrik auf St. Paul einzurichten. Es war ein etwas abenteuerliches Unternehmen, das von Paris ausging und drei Jahre auf der Insel bleiben wollte, bei der ihr Fahrzeug jetzt ankert. Unter den 48 Personen an Bord befinden sich fünf Frauen und zwei Kinder. Die Insel selbst bietet außer Hummern und Fischen keinerlei Nahrungsmittel. Vorräte mußten von der französischen Insel Reunion in der Nähe von Madagaskar, die 1500 Kilometer entfernt liegt, geholt werden. Die Entfernung von St. Paul nach ; Australien beträgt nahezu 1800 Kilometer, bis zum afrikanischen Festland 2300 Kilometer. Schihütten des Parsenngebietes ermittelt weiden konnte. Eine erste Suchkolonne fuhr kurz nach Mit- ternacht mit einem Extrazug noch dem Weißfluhjoch, und da diese auch keine Spur des Vermißten fand, rückte morgens um sechs Uhr eine zweite Kolonne aus, so daß insgesamt 24 Mann den in Klosters Schlummernden suchten. Mit dem zweiten Morgen- zug traf dieser bann guter Dinge in Davos-Dorf wieder ein, und war nicht wenig erstaunt, als er an der Tafel der Parsennbahn seine eigene Vermißt- Meldung las. Sein Erstaunen soll sich in Entsetzen verwandelt haben, als er erfuhr, baß seine Sorglosigkeit ungefähr 800 Franken kosten werbe, während ein Telephonruf an seine Pension 30 Rappen gekostet hätte. Und bas ist so geblieben bis auf ben heutigen Tag. Nur manchmal geht es ja wirklich um ben vorliegenden Gegenstand. Und Nicht bloß mit Schimpfreden, sogar mit Gegenständen. Es ist ganz hübsch, so ein Stück Fortschritt festzustellen. Ein Schulbuch beim andern. Lateinische Schul- grarnmatit von Prof. Dr. Paul Harre" — Richtig, Harre! ., , , Finger hoch: „S)err Stubienrat, ich Hobe meinen Harre vergessen." Was wird er sagen? sagt er, „mein Lieber, was soll bas mit Ihnen werben! Das, jetzt vor der Versetzung, kann Ihnen das Genick brechen. Sie nehmen sich nicht zusammen! Wenn Sie bas Ziel ber Klasse erreichen wollen — es ist noch gar nicht so lange her, ba waren das Sorgen, heute hat man bessere. Der gute Harre: „Nebensätze, bereit Handlung in die Gegenwart fällt oder vom Standpunkt ber Gegenwart aus betrachtet wird, haben auch nach Der- gangenheitsformen den Konjunktiv des Präsens und des Perfekts. Dies gilt hauptsächlich für die Folgesätze, die die Geltung eines selbständigen Aussagesatzes haben (§ 214 A. 1). Dies gilt hauptsächlich für die Schulzeit, nachher gilt es nicht mehr so. Damals, überlegst du — da flattert aus dem Harre ein Zettel heraus. Was mag ba gewesen sein, auf dem Zettel steht zu lesen: „Schräger halten, Mensch!" Was waren das nun wieder für Sorgen: Schra* ger halten? Mit einem Mal hast du es. Ganz deutlich. Klaffenarbeit. Ueberfetzung aus dem Lateinischen. Paule, Nebenmann, bringt nichts heraus und sitzt in großer Not. Die .Hand hat er großartig an ber Stirn, weil er boch so angestrengt nachdenken muß und unter dem Dach der Hand schielt er auf dein Heft, aber so kann er noch nichts lesen, auffälliger darf er den Kopf auch nicht drehen und da schreibt er wütend diesen Zettel: „Schräger halten, Mensch! Nämlich das Heft und schiebt dir den Zettel, rups!, herüber. Du drehst dein Heft um kleine zehn Grad, und Paule ist gerettet. . Irgend wie kam bann der Zettel in den ollen ehrlichen Harre und hat da dis heute gelegen. Also, graue Pappe! Herunter mit den Büchern und nicht verfuhren lassen. Weg, weg. Mathematisches Lehrbuch — Phy' sik — Homer, Ilias — und was ist dies? (Ein schwarzes Heft liegt da noch: Deutsche Aufsatze. Sa man die erste Seite auftchlägt, findet man auf dieser geschrieben: „Schon die alten Griechen ... Ties unten in der Kiste liegt endlich das Stuck Lkaue PappL, das du juW, Das Abenteuer hält Casanova fest. Wohl verspricht er oft, zurückzukehren. Aber die Wochen gehen hin, ohne daß sein Reisewagen die Heimatstadt der Manon erreicht. Wie ein Nachhall vieler sehnsüchtiger Briefe klingt ihre Frage: „Du erinnerst Dich doch noch, daß ich Dich liebe? Vergiß es nie!" Unb bann scheint es, als fei die Liebe in Manon müde geworden unb enttäuscht von immer vergeblichem Warten. Kühle Worte losen bie Verbindung, und im Sommer des Jahres 1760 geht Manon Balletti eine Ehe ein, dazu mehr die elterliche Vernunft als das Herz ihr geraten haben mag. Sie heiratet den Architekten Francois Joseph Bwn- del, einen schon alternden Mann, und folgt ihm, ber 1774 stirbt, bald nach. Der sehr jung Verstorbenen widmet Giacomo Casanova ein zartes Gedenken. Als ber alt und still gewordene Abenteurer in der dämmernden Bibliothek des Schlosses Dux in Böhmen seine Memoiren niederschrieb, gingen seine Gedanken auch zuruck zu Manon Balletti. Noch einmal sprach er die Worte ihrer kleinen Briefe nach und erlebte noch einmal den Schmerz der Trennung. Denn auch Casanova hat nicht aufgehört, Manon Balletti 3" lieben Zwei Tage und zwei Nächte, so schreibt er, schüttelte ihn das Fieber, als er die letzte, trennende Botschaft von ihr erhielt. Dann hat er die Briefe in einer kleinen Kassette geborgen und hat den Wagen anspannen lassen zu einer neuen Fahrt. Mt der leisen Trauer der Erinnerungsworte de- B e r l i n , 27. Jan. (DNB.) Eines der großen Gebiete der Schadenverhütung ist die Krebsbekämpfung, ein Problem, über das Professor Aulerin der Hochschule für Politik sprach. Er wies darauf hin, daß der Arzt bei einigen Erkrankungen auf die Mitwirkung des Propagandisten angewiesen ist, dem es gelingen muß, aufklärend bis in das entlegenste Bauernhaus zu wirken. Es gebe eine Reihe von Volkskrankheiten, für deren Bekämpfung propagandistische Maßnahmen mit bestem (Erfolge eingesetzt worden seien. Hier seien die Herz- und Ge- fäßkrcPikheiten, die Tuberkulose und der Krebs zu nennen; der Krebs fei die gefährlichste Krankheit, die wir zur Zeit kennen. Dem Staat sei die wichtige Aufgabe gesetzt, mit allen Mitteln gegen sie anzugehen. Grundsätzlich sei zu sagen, daß in ber deutschen Bevölkerung rund 400 000 Menschen an Krebs leiden und daß jährlich über 100 000 Menschen daran ft erb en. Der Krebs befalle den Menschen in einem Lebensalter, in dem er für ben Staat, für bie Gemeinschaft, für feine Familie noch wertvollste Arbeit leisten kann, wenn bie Kinder ihre Eltern am dringlichsten brauchen. Damit stehe bas Schicksal von 400 000 Familien auf dem Spiel. Es komme also darauf an, den 'Krebs so früh wie möglich zu erkennen unb zu behanbelm Durch Operation und Bestrahlung könne ber Kranke seiner Familie roiebergegeben und wieber in ben Arbeitsprozeß eingeschaltet werben. Der Krebs zeige einige Symptome, die vom Kranken wahrgenommen werden können und es erleichtern, bie Krankheit zu erkennen. Mit diesen Kennzeichen müsse der Laie vertraut gemacht werden. Jeder habe die Pflicht, feinen Körper sorgfältig zu beobachten. Bei verdächtigen Veränderungen — Knotenbildung, schlecht heilenden Geschwülsten, blutigen Ausscheidungen — muß der Arzt aufgesucht werden. Die Behandlungsverfahren gegen den Krebs feien in Deutschland derartig aus- Aus aller Wett. Raubüberfall auf einen Güterzug. In unmittelbarer Umgebung ber Stabt Halle, bet ber Dessauer Brücke, wurde auf den Nahgüterzug Halle-Halberstadt durch Trennen der durchgehenden Luftbremsleitung ein Raubüberfall verübt. (Ein Kraftwagen blendete den Zug an wtb während aus dem Wagen auf ben Zug geschossen wurde, erschien ein Mann am Postwagen unb forderte unter Drohungen bie Herausgabe der Postgelder. Zufällig führte der Zug keine Postgelder mit. Den Tatern, bie unerkannt entkamen, fiel daher nur em Wertpaket unb eine leere Geldtasche in bie Hände. Bei dem Ueberfall wurden ber Zugführer und ein Postbetriebsassistent durch Schüsse erheblich verletzt. Die Reichsbahndirektton Halle hat für die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Ein Kind mit dem Roller in den Rhein gestürzt unb ertrunken. Der fünfjährige Sohn eines Friseurs in Weißen- thurrn bei Koblenz spielte mit einem Roller auf einer abschüssigen Straße am Rhein, überfuhr das Ufer- gclänber unb stürzte in bie hochgehenden Fluten. Der Junge würbe mitgerissen unb ist ertrunken. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werben. Schneesturm im Allgäu. Seit Freitag mittag tobt im Allgäu ein heftiger Schneesturrn, ber erhebliche Schneeverwehungen zur Folge hatte unb insbesondre ben Verkehr auf den Landstraßen stark behinderte. Zwischen Kempten und Kaufbeuren sind zahlreiche Lastkraftwagen im Schnee steckengeblieben. Der Zugverkehr erlitt bisher keine Verspätungen. lischen Mädchen namens Phyllis Brttton hält bas durch seine Pferderennen bekannte englische Stckbt- chen Epsom in Spannung. Das junge Mädchen ist am Tage vor seiner Hochzeit mit einem Bergarbeiter unter bisher nicht aufgeklärten Umstanden oer= schwunden, und man weiß noch nicht, wo sie sich aufhält. Bereits seit einer Woche erhielt sie fast täglich Telegramme von einem bekannten indischen Millionär namens Nusli Whaddia, in dessen Haus in Epsom sie früher als Küchenmädchen beschäftigt war und der sie von Bombay aus, wo er sich gegenwärtig aufhält, im letzten Augenblick veranlaßte die bevorstehende Hochzeit mit dem Bergarbeiter aufzuschieben. Nachforschungen der Polizei haben bisher zu feinem Ergebnis geführt. Auch soll das junge Mädchen sich angeblich nicht in dem luxuriösen Haus des Inders in Epsom aufhalten, wo man die Verschwundene anfangs vermutete. Der Bräutigam des Mädchens erhielt jedoch am Tage seiner Hochzeit einen Scheck über die Summe von 200 000 Mark, mit der Bedingung, bie Umworbene freizugeben. Trotz seiner Armut zerriß er jedoch ben Scheck und wies das Ansinnen zurück. Ein Hund jagt eine Löwin. B. Brüssel. Ein aufregendes Ereignis, das aber einen ganz anderen Verlauf nahm, als man zunächst erwarten konnte vollzog sich in einer Vorstadt von Brussel. Dort gab ein Zirkus Vorstellungen, und die Sensationsnummer des Programms bildete die Vorfuh- rung einer Löwengruppe von überraschender Gelehrigkeit. Alle Tiere sind in der Gefangenschaft geboren und so an das Zirkusleben gewöhnt, daß es bisher niemals Zwischenfälle gegeben hat; die Zir- 1 fu&öiener hielten die Tiere auch für völlig unge- Vor mehr als 150 Jahren starb in Paris Manon < Balletti deren Frauenschicksal es war, einen Aden- , heurerau lieben, den Glücksritter Giacomo Casa- wSl Als der Chevalier 1756 in den bürgerlichen Lebenskreis der kleinen Manon trat, hatte er schon Ui vielen Herzen ein flüchtiges Feuer entzündet und war auch selbst oft genug für Stunden und Tage ^ffnrnmt aewesen Aber nun begegnet ihm nach S Gien bie Liebelnd sie halt ihn m>fnnaen drei Jahre hindurch. Sie muß sehr schon gewesen sein, die kleine, kaum siebzehnjährige Manon Balletti im Kleid des hohen Rokoko, em bezauberndes Bürgermädchen, das an einem Tag ben huldigenden Gruß des Chevaliers empfing. ~ rh tr1in hßr Weitgereiste, Dielerfahrene ben Glkn der Fremde und alle Wunder der Welt in das n^irfehe Sehen des Mädchens, unb feine schmei- Abenteuer aus. Aber es scheint, ms y in Balletti nicht ben glanzenden, ihm aeliebt, nicht den Bewunderten und 2inge]iaun ten, sondern den Menschen Giacomo Casanova^ den im letzten Grunde Einsamen, den die Unruhe durch (Europa trieb; als habe sie ihm mit ihre s Neigung die Ruhe geben wollen. Giacomo Casanova empnng diese Mädchenliebe wie ein Geschenk, und er b7qab sich gern in herzliche ^bung £rei 3a£e mar Manon Balletti heimlich die Braut Casanovas. Diese drei Jahre sind ein zartes Intermezzo zwischen seinen tollen Fahrten. Wir wissen nicht allzuviel aus dieser Zeit, denn Casanova, der sich sonst gern erfahrener Frauengunst rühmt spricht m seinen Lebenserinnerungen nur mit leisen andeutenden Worten von Manon Balletti. Ein neues Abenteuer muß ihn endlich Imogen haben sich aus solcher Bindung 3" begeben. Als er Frankreich verläßt, folgen ihm die Briefe ber kleinen Manon, und sie empfängt^a,s «b«* «<*«*•" m>nrfP wörtliche Gruße und Bekenntnisse, tfur lange fett sind dfese Miese eine Brücke zwi,chen Casanova und Manon Das Mädchen ahnt, daß Ca anova ihr nicht immer treu ist; unb doch ist ste einer Liebe sicher unb weiß, baß ferne Gebauten zu ihr zur kehren wie in eine Heimat. ^Wenn^Du^mir etwas Kummer gemacht hast, sind meine Gedanken Dir böse gesinnt und mochten sich (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Das Briefchen an die Kassiererin. B. Montreal. Auf einen unglaublichen Trick war ein verwegener Bandit verfallen, der in Toronto schon seit zwei Monaten verschiedenen Verkaufsläden einer bekannten Schuhfabrik heimsuchte. Er kam ganz harmlos in den Laden und ohne irgendwie die Aufmerksamkeit der Käufer zu erregen, trat er an die Kassiererin heran, wenn gerade niemand m der Nahe war, und händigte ihr eine Karte aus, auf ber geschrieben stand: „Geben Sie mir alles Gell», und zwar sofort, wenn Ihnen Ihr Leben heb ist. Nicht weniger als neunmal war es dem Banditen gelungen, mit diesem Trick zum Ziele zu gelangen Er bewegte sich so unbefangen, und die Szene vollzog sich scheinbar so ruhig, daß keiner von den Leuten im Laden auch nur im geringsten ahnte, was sich da wenige Schritte von ihm entfernt abspielte. Nur einen Fehler hatte ber Räuber bei seinem Manöver gemacht, daß er zweimal Filialen derselben Firma aufsuchte, und das wurde ihm verhängnisvoll Natürlich war von der bedrohten Firma eine lieber» wachung eingerichtet worden, und in dem Augenblick in dem der Kerl in einem ihrer Läden wieder das 'drohende Briefchen ber Kassiererin aushändigte, sprang ihm ein Wächter, der bie Bewegungen aller Kunden sorgfältig beobachtet hatte, in den Rucken, entwaffnete ihn und machte ihn kampfunfähig, um in bann in das Gefängnis einzuliefern. Eine geheimnisvolle Liebesgeschichte. AS. London. Die romantische Liebesgeschichte eines 62jährigen indischen Millionärs mit einem 18 Jahre^alten^eng^ Der SOS-Ruf wurde von einem privaten Hörer in Amerika an der Küste des Stillen Ozeans gehört und auf vielen Umwegen nach Paris weitergegeben, wo das französische Marineministerium Kriegsschiffe im Indischen Ozean durch drahtlose Telegraphie auf. forderte, die Expeditton zu retten. Von Madagaskar aus hat man keine Antwort auf drahtlose Botschaften an die „Ile Bourbon" gehört. Man hegt wegen des Schicksals der Hilferufenden Besorgnis, da eine frühere Ansiedlung auf St. Paul durch eine geheim- nisvolle Krankheit heimgesucht wurde, bie an Beriberi erinnerte. Nach früheren Berichten sind auch Streitigfeiten unter ben Mitgliedern ber Ex- pebition ausgebrochen. Ein teurer Schi-Ausslug. AS. Bern. Eine teure Parsennfahrt leistete sich ein (Englän- der, der, von Davos kommend, die Klosterser Abfahrt machte unb, weil es ihm in Klosters gut gefiel, sich dort amüsierte und auch noch über Nacht unten blieb, dieweil seine Davoser Pensionsmutter sich Sorge um ihren Gast machte. Da er auch mit dem letzten Zuge nicht eintraf, wurde der Parsenn- djenst davon in Kenntnis gesetzt, der die Rettungsmannschaft aufbot, als ber Gast in keiner ber vielen ----H- UHL Seilersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen >k9,l I Vermählte Gießen, den 2S. Januar 1939 in ein besseres Jenseits abzurufen. 0422 (Meßen Wer Straße iS), den 27. Ianuar 1939 .$222. M176 C/39 bebßderte Mans- and Kochbuch Gießen, den 28. Januar 1939. 645 D Henko-lienkels Wasdi-anff Bleich-Soda 638A Eintritt fyej und Schuhhaus DarrS, Seltersweg M0P \W/ Jost, Kaiserallee 621 0454 Der Elferrat 0451 99 A GIESSEN Kreuzplatz 3 SELTERSWEG 47 (6/X BFS, fo (<-<) füchut Hessischer Verein für Volkskunde Oberhessischer Geschichts-Verein Blockstraße 12 Fernruf 2196. Gebiet erstklassig und billig Hans-Ulrich Öffner Lisi öifner, geb. Schaum Gratis Prospekte durch Sporthotel al Lago RESIA Provinz Bozen Italien Samstag, den 4, Februar 1939 im Oaf6 Leib Regimentsmusik — Sekt- und Idkörbar Eintritt: RM. 1.10 einschließlich Sportgroschen Karten vorverkauf: Sporthaus Schwan, Mäufeburg Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vonn. Hefter Nacht. Bandaßlstenmelst. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen.Bedienung Am gestrigen Freitag verschied wenige Tage nach dem Tode seiner Mutter unser treues Gefolgschaftsmitglied wer beaiisMllgl nachmittagsAuf- gaben v. Schülerin der Quinta Klasse II? Sckr. Ang. mit Preisangabe u. 640 V a. o. G. A. Wir sind von dem harten Geschick, das unseren Mitarbeiter getroffen hat, auf das Tiefste erschüttert und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gottlieb Veit aus Klein-Linden, In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. Betriebsführer und Gefolgschaft der Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b. H. Gießen (Kaiserallee 27), Reinhardshain, Bersrod, Berlin, Karlsruhe, den 28. Januar 1939. Die Beerdigung findet auf Wunsch des V erstorbenen in aller Stille statt Praktische Winke amt Ratschläge für die Hausfraa In Apotheken u. Drogerien, be- stimmtbei: Drog.H.Elges, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurter Str. 0. Wlnterhofi, Kreuzplatz 9-10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. 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Mitteltrakt von einem Der Feierraum-Bau für das HJ.-Heim Annerod im Rohbau fertig. Für Mainz find allein acht kleinere Heime vorgesehen! Der Anmarschweg für die Jugend soll nichts Blick in einen der Schar-Räume des HJ.-Heimes in Rodheim. Der Raum für den BDM. im HJ.-Heim zu Albig (Rheinhessen). Der Kriminalrat Kriminalrat an. Nichts Bestimmtes erbaut (einer enthält räume, räume und dient bereits Bestimmung. Es drei große Schar- außerdem Baftel- und eine schöne dern auch ein Kabinettstück feiner Art dar. Es wurde mit einem Kostenaufwand von 25 000 Mk. zu weit fein. . v f ..... Die Fahrt führte dann weiter in das rhemhessische Dorf Albig, in eine Gemeinde mit 1000 Einwohnern, die für die Jugend ein prächtiges und überaus zweckmäßiges Heim geschaffen hat. Das Heim stellt nicht nur eine außerordentliche Leistung, son- dann noch Pläne und Modelle weiterer HJ.-Heim- bauten besichtigt. Im Zuge der großen Bewegung um die -Schaffung von Heimen der Jugend sind bis jetzt im Gebiet unserer engeren Heimat zwei Heime entstanden, bezw. in der Entstehung begriffen. Das Heim zu neter von Albig davon, wie sie insbesondere durch die Schaffung dieses Heimes einen Beitrag zur Steuerung der Landflucht leisten wollten, in dem sie der Jugend das Zuhause schön machten. Ungern schieden die Gaste aus den schönen Räumen. — In Wiesbaden wurden frä'gU Kling« mit Ieid)terM!neu9ier und w den -» der «ehr zögernd,! „Di- von Fräulein Kay-- Fahnenhalle, so daß der Zweck voll erfüllt ist. Die Innenausstattung geschah dabei so, daß sie als charakteristisch für den Zweck und entsprechend dem Wunschbild der HI. angesprochen werden kann. Größte Einfachheit bestimmt die Räume, ohne daß es ihnen an Stimmungsgehalten gebräche. In einer Besprechung, die dem Heime gewidmet war, sprachen Bürgermeister und Beigeord- Die Hitler-Jugend, dereinst berufen, mitzugestalten 1 am deutschen Schicksal, steht inmitten der Bewegun- i oen des Geistes und der Tatkraft unserer Zeit. Sie ist darum bemüht, alle Boraussetzungen dafür zu schaffen, daß sie ihren zukünftigen Aufgaben gerecht werden kann. Allerdings kann die HI. nicht alle Voraussetzungen — so wünschenswert das auch erscheinen könnte — allein schaffen. Sie bedarf der wirkungsvollen Förderung durch wirtschaftlich stärkere Körperschaften und Organisationen. Die HI. b r a u ch t H e i m e ! Diese Forderung steht — neben vielen anderen Aufgaben unserer Volksgemeinschaft — im Vordergrund. Der Appell der Heimbeschaf- funqsaktion ist vor allem an die Gemeinden gerichtet und darf dort nicht ungehört verhallen. Der großen Sache ist schon viel Verständnis ent- geqenqebracht worden. Es läßt sich dies an Zahlen beweisen: 18 HJ.-Heime, wie sie den Wünschen der Reichsjugendführung entsprechen, sind im Gau Hessen-Nassau bereits erstellt worden. 7 großzügig geplante Heime sind im Bau begriffen. 16 kleinere Heime sollen im Frühjahr 1939 fertiggestellt werden. 80 Heime sollen im Jahre 1939 überhaupt erstehen; ihre Finanzierung ist bereits gesichert. Das Jahr 1940 soll innerhalb des Gaues weitere 80 Heime bringen. Vor allem gilt die Sorge der Schaffung von Kleinheimen in den Dörfern. Den Gemeinden erwachsen hier ebenso große, wie dankbare Aufgaben, um derentwillen es sich auch lohnt, Schwierigkeiten zu überwinden. * Um für einen breiteren Kreis Aufschluß über die HI-Heim-Aktion zu vermitteln, hatte die Gebiets- führunq des Gebiets 13 der HI. für den vergangenen Donnerstag die Presse des Rhein-Maingebiets das ganze Biebertal, gestattet die Ueberschau - über die lieblich im Tal gelegene Ortschaft, schweift hinüber zu den Burgen Gleiberg und Vetzberg und in der Ferne liegt Gießen. Das Heim hat den schönsten Platz der ganzen Landschaft erhalten! Es ist in bescheidenen und klaren Formen gehalten. Ein stattlicher Appellplatz ist dem Hause und nach dem Tale zu vorgelagert. Fahnenmaste ragen zu beiden Seiten des Haupteingangs empor. Treppen führen zum Haupteingang. Ein heller Flur, der gleichzeitig mit vielen Garderobehaken ausgestattet ist, empfängt den Gast. Die dritte Ueberraschung, die dann das Haus zu bieten hat, sind die beiden Gemeinschaftsräume. Sie stellen im wahrsten Sinne des Wortes Heime dar. Sie sind „heimelig"! Am Tage bricht das Licht durch viele Fenster; am Abend erhellen überaus geschmackvolle, mehrarmige Leuchter aus einfachem Material den Raum. Tische, Stühle und Bänke sind in der natürlichen Struktur des Holzes belassen. Im Blickpunkt des Schar- Raumes hängt jeweils das Bildnis des Führers. Bücherborde vervollständigen die Einrichtung. Vorhänge in feinen Blau- und Grautönen verstärken den heimeligen Charakter. Für die Jugendführer find kleine zweckmäßig eingerichtete Räume geschaffen worden. Dem Geist der Hitler-Jugend ist mit glücklicher Hand entsprochen gestikulierte lebhaft, fein schmales fröhliches Seicht hatte einen äußerst gespannten Zug. „Und dabei noch dieses verrückte Programm , murrte das Pagenmädchen bedrückt. „Leichtsinn, Liebe und Wein"--das ist mein erstes Chanson und dann „Heute möcht ich was Närrisches tun — aq mir, bist du dabei?" Das soll ich jetzt singen, etzt!" „Glauben Sie, mir ginge es besser? Wenn ich an den derben Unfug denke, mit dem ich die Leute unterhalten soll--scheußlich!" ...... ... Minder, Kinder!" sagte ein alter Horspieler, über dessen zerfurchten Kopf fchneeweißes Haar lohte, „nehmt euch doch zusammen!" Er schob die beiden verstörten jungen Menschen mit sanfter Gewalt vor sich her. „So, nun geht und schaltet die Sache Borte- elb mal aus! Wichtiger ist, daß ihr für die Leute da seid, die auf euch warten--Eure Hörer... Nachdenklich sah er den beiden nach, die zögernd im Sendesaal verschwanden. durch die Industrie. In M a i n z - K o st h e i m ist ebenfalls ein stattliches HJ.-Heim im Bau begriffen. Es entsteht als organischer Bestandteil für die Siedlung Mainz- Kostheim, die etwa 1700 Familien Heimstatt sein wird. Das Heim nimmt in der Gesamtplanung einen dominierenden Platz ein. Die Hauptstraße des Siedlungsdorfes wird durch das Heim abgeschlossen. In jeglicher Siedlung größerer Art soll in Zukunft das HJ.-Heim landschaftlich, in Form und Material Bestandteil der Siedlung sein, so selbstverständlich wie das Rathaus. Das HJ.-Heim Mainz-Kostheim wird acht Schar-Räume entfalten. Der Feierraum wird für Mainz zentral und groß gebaut. — Zu größeren Städten sollen die HJ.-Heime nach dem Grundsatz der Dezentralisation geschaffen werden. racken saftig grünen Rasenflächen Platz machen. In großer U-Form wächst das Haus heran, dessen .. ............ mächtigen Feierraum-Bau durchbrochen und in seiner architektonischen Form bestimmt wird. 24 große Schar-Räume von je 50 Quadratmeter Grundfläche und 4 Meter Höhe werden der Jugend ein luftiges und zweckmäßiges Zuhause bedeuten. In diesen Räumen wird der Höhenflug nationalsozialistischen Geistes und nationalsozialistischer Tatkraft besser verständlich sein, als in Schuppen, Scheunen oder Kellern. Das HJ.-Heim Rüsselsheim entsteht aus Mitteln der Gemeinde und — was an sich naheläge — ohne Zuwendungen Rodheim an der Bieber ist bereits feiner Bestimmung übergeben, das Heim Annerod befindet sich ""fficnn man durch die Straßen des stillen Ortes Rodheim a. d. Bieber fährt, beim Gasthaus Mank die Straße rechts weiter verfolgt, den Berg hinauffährt und in die dortigen eleganten Kurven geht, bann begegnet den "Blicken für einige Sekundenlänge eine strahlend weiße Mauerfläche, in der drei Fenster in auffallend harmonischer Gliederung in der Fläche stehen. Solcherart grüßt das HJ.-Heim seine Gäste zuerst. Ist dieser erste Anblick schon eine Ueberraschung, so bildet die zweite Freude die einzigartige Lage des eingeschossigen Hauses. Der Blick von der Treppe des Hauses und vom Aufmarschplatz aus umfaßt in weitem Winkel fast während fein scharfer Blick das graue Antlitz Steins umkreiste. Dann waren die beiden allein. „Dr. Berke hat sich Professor Hepstedt von »er Universitätsklinik zur Hilfe gerufen", tagte Schaub und steckte sich eine helle kleine Zigarre mit raschen, etwas nervösen Bewegungen in Brand. „Ja, ich hab's gehört", sagte Stein fast teilnahmslos und starrte an dem Mann vorbei. „Sie wollen noch eine zweite Operation vornehmen--wird d°SchaÜb"zuckte zweifelnd die Achseln. Eine Weile war es still. Dann sagte er schwer: „Nun ja, es soll wenigstens alles versucht werden. Auch wir tun ja schließlich alles, um diesen Anschlag aufzuklaren. Wieder war es eine Weile still im Zimmer, aus dem kleinen braunen in der Ecke stehenden Apparat drang eine süße schmachtende Tangoweise, ein warmer dunkler Bariton sang: „Liebe ist ein Geheimnis, das unerforscht und unergründlich ist — — Ein zierlicher silberner Soubrettensopran fiel zart und schwingend ein: „Liebe mußt du erleben — sie schenkt dir Stunden, die du nie vergißt ... Mit hartem Ruck warf Stein den Stuhl zuruck und ging auf den Apparat zu, mit jähem Zacken erlosch die süße Liebesmelodie, plötzlich war tödliche Stille im Zimmer, nichts als ein fernes, unheim liches Summen und das deutliche Schlagen zweier ,3d) Pfann nicht begreifen, weshalb Sie mir die wichtigsten Aussagen in dieser Angelegenheit ver- chweigen, Herr Dr. Stein ..." Ich verstehe nicht, Herr Knminalrat , sagte Stein sehr förmlich. Er war noch grauer geworden um Mund und Augen lagen angestrengte bleiche Flachen, sein großer gutgeschnittener Mund versuchte die flüchtige Frage, fie kam sehr mühsam. J5ie verstehen mich ganz genau Herr Dr Stein , meinte der Beamte plötzlich leicht gereizt „Wir suchen den mutmaßlichen Täter--vielmehr die Täterin die Zeit ist kostbar--gerade letzt — — und Sie verschweigen mir die wichtigste Aussage. Es klopfte zweimal hart und energisch an das Zimmer des musikalischen Abteilungsleiters.. Harald Stein fuhr hoch, Klinger, der bei ihm saß und interessiert in einer neuerschienenen Partitur las, sprang auf: „Für Sie, Dr. Stein?" Harald Stein sah den jungen Mitarbeiter aus grauem Gesicht und ganz abwesenden Augen heraus fremd an. Er strich sich über bie Stirn. „Ich weiß nicht" murmelt er völlig erschöpft. „Mein Gott, sind Sie nervös! sagte der sunge Mensch, als er die zuckenden Hande des Abteilungsleiters sah. Er blickte Stein bedauernd an. „Herein!" rief er rauh. ~ Kriminalrat Schaub stand in der Tur. «eui G - sicht war sehr bleich, auf der runben glatten Stirn stauben ein paar feine Schweißperlen. Er faßte Stein scharf ins Auge, bann fragte er leicht: Kann ich Sie einen Augenblick sprechen, Herr Dr Stein?" Stein zuckte ein wenig Zusammen, aber er verbeugte sich zustimmend. "^Ueicht kann Klinger gehen", meinte er mube. „„Die anderen haben Sie ja auch schon entlassen. .. 5Za danke, Herr Klinger, Sie können nun gehen..." meinte der Kriminalrat freundlich und nickte dem jungen Menschen zu. .Haden Sie etwas Wichtiges re|t|tellen fonncrr ficrAen. ' Ich hätte Ihnen auch meinen Assistenten Torsten schicken können", sagte Schaub scharf und unvermittelt. Er sah den Mann genau an, sein Blick packte scharf zu, er öffnete den Mund, als wolle er laut etwas fragen, dann aber beherrschte er sich, senkte Um9i(f0 gehen wir", sagte der Hörspieler. „Otto ist schon drin .." Otto war der Schlagerkapel^ meister, dessen langen, eleganten Schatten man durch öie Tür des kleinen Sendesaales schimmern sah. E worden. * Ein Heim von größeren Ausmaßen ist für bie HI. in Annerod im Entstehen begriffen. Der Feier- raum-Bau ist im Rohbau erstellt und bietet sich in eindrucksvoller Form dar. Er ist aus Basaltgestein massiv aufgeführt, steht mit mächtigen Mauern und I Streben, mit seinem steilen Dach, hoch über dem schob die abwehrende Bewegung Steins mit einem Ruck beiseite. _ , „Was Sie getan haben, ist unverantwortlich! sagte er scharf. „Sie haben Fräulein Kay die letzte Unterredung mit Herrn Dr. Bortefeld vermittelt — Sie müssen wissen, daß das Fräulein hochgradig nervös und erregt gewesen ist--und ich erfahre nichts davon?" Stein holte schnell Atem. . „Das ist wohl ein Mißverständnis", sagte er und zwang sich zur Ruhe. „Fräulein Kay ist doch nicht etwa in Verdacht?" „Was ich an Erkundigungen bisher eingezogen habe, ist allerdings verdächtig genug!" sagte Schaub scharf und sah den Mann kopfschüttelnd an. „Fraulein Kay kommt — ganz außerhalb der Besuchszeit zu Bortefeld, dringt trotz aller möglichen Schwierigkeiten bei ihm vor — später findet man ihn erschossen --das ist gewiß kein Beweis, aber immerhin eine Spur--warum haben Sie sie ver- n)ifd)t „Ich nahm 'nicht an, daß Fräulein Kays Besuch etwas mit dem Mord zu tun hat", sagte Stein mühsam. „Ich nehme es auch jetzt nicht an. Fräulein Kay hat Dr. Bortefeld besucht, gewiß. Aber schon, bevor ich mit Bortefeld zusammen war. Sie kann also die Mörderin nicht sein ..." Sein Blick war heller geworden. Der Kriminalrat schüttelte den Kopf. „ „Sie sind nicht ganz im Bilde, Herr Dr. Stein . wies er ihn zurecht. „Fräulein Kay ist nicht einmal, sie ist zweimal bei Bortefeld gewesen ..." Stein sieht den Mann an. „Nein!" flüstert er. Dann heftiger: „Nein, nein! „Doch!" beharrt der Kriminalrat heftiger: „Ich will Ihnen den Fall genau rekonstruieren. Einmal war Fräulein Kay bet Bortefeld vor ihrem Auftritt. Ein zweitesmal — nachher. Ich habe Zeugen ermittelt, die sie — und nur sie allein! — in der Zeit zu ihm gehen sahen--. Nach dem Anschlag ist sie aus dem Haus verschwunden — in aller Eile, alle anderen sind doch noch hier ... Und sagten Sie nicht selbst, daß Dr. Bortefeld noch einen Besuch , erwartete? Er sprach Ihnen doch davon, daß er ■ nicht viel Zeit habe, daß er erwartet würde — — - Und haben Sie nicht die Unterredung zwischen Frau- . lem Kay und Bortefeld unterbrochen, um Frame m ' Kay zur Sendung zu mahnen? Also war die Unterredung noch gar nicht beendet und mußte spater focw t gesetzt werden..." (Fortsetzung folgt) Schuß im Funkhaus. Ein Roman von Maria Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Wie geht es ihm denn? fragte ein blonder Hor- Ivieler mit hellgelbem glatten Haar. lP Gr wirds wohl nicht überstehen" sagte Herbert Binndt ziemlich schroff in das Gefragte hinein. Sem braunes Abenteurergesicht war fahl. Das Mädchen mit dem Pagenhaar druckte die fiänbe aufs Herz, es war eine hübsche, sehr kleidsame Geste, aber diesmal war sie nicht berechnet. „Schrecklich", sagte sie leise. „Wie ist das nur möglich — — hier im Haus. Wer kann das nur getan haben. WÄ... sah das Mädchen mit dem braunen Haar an. „Wie ist das denn? Läuft unsere Sendung? Oder wird da geändert?" , . . Stein war zu den beiden getreten. „Weshalb sind Sie noch nicht im Sendesaal?" fragte er mit zusam- mengedogener Stirn. „Ihre Sendung beginnt in Drei ^Äbe?'bringen wir denn heute unser „Uebermu- »in'-q ^unkiviel"? fragte das Mädchen mit dem $a= ^aÄÄ „Ich meine, nach dem Un- Das Unglück ist Angelegenheit des Sendeleiters G-MMchZ mrt> hoffentlich —" Er brach ab und wandte sich Eigene Heime für die Hitler-Jugend. zu einer Rundfahrt durch den Gau Hessen-Nassau eingeladen, um aus eigener Anschauung einen Einblick in die Arbeit der HJ.-Heim-Beschaffung gewinnen zu lassen. Die Fahrt war aufschlußreich. Rüsselsheim war die erste Station. Dort entsteht das größte HJ.- Heim im Gau Hessen- Nassauf Noch stehen auf dem Bauplatz alte Baracken, die man in der Systemzeit für den deutschen Arbeiter als Wohn- raum für würdig genug befunden hatte. Unmittelbar daneben wachsen in großen Linien die Mauern für das HJ.-Heim auf. Bald werden die Ba- fc Dorfe und beherrschend in der Landschaft. Der Feierramn-Bau läßt nach seiner ganzen Gestalt den tieferen Sinn als Weihestätte der deutschen Jugend erkennen. Nach dem Appellplatz zu befindet sich eine Vorhalle, die durch gedrungene Torbögen gebildet wird. Hohe Fenster, schmal und von feinen Der- hältnisien zueinander, lasten den Feierraum ahnen. Bald wird nun auch der Bau für die Schar-Räume in Angriff genommen. Die Fundamente liegen schon. Der Schar-Raum-Bau, der im rechten Winkel zum Feierbau steht, wird in ausgemauertem Fachwerk erstellt und gleicht sich dem Charakter der Bauweise des Dorfes gut an. „ Für das HJ.-Heim ist als besonders erfteulick und beispielhaft zu meinen, daß sich bisher Zahl' reiche Einwohner des Ortes am Gelingen des Wer- les beteiligten. In freien Stunden wurden Sterne für den Bau gebrochen und angefahren, so daß erhebliche Kosten gespart werden konnten. Bald wird auch die Hitler-Jugend von Annerod in ihr Heim einziehen können. Noch manche andere Gemeinde wird sich in nächster Zeit entschließen, dem großen Werke zu dienen und Heime zu bauen, die zweckentsprechend und m notwendiger Größe der Jugend zu einem zweiten Elternhauswerden können. _ (Aufnahmen [11: Gebietsführung der HI., [4j: Neuner, Gießener Anzeiger.) 8 ubeqinn am timbuixer HZ.-Heim. Lpd. Limburg (Lahn), 27.Jan. In den nächsten Tagen wird mit der Fällung der auf der Kuppe des Schafsberg stehenden Bäume begonnen, wo in Kürze die Bauarbeiten für das Limburger HI.-Heim aufgenommen werden. Es wird ein 55 Meter langer, zweistöckiger Bau errichtet. Außer Räumen für die Einheiten und die Führer ist auch ein Raum für Feiergestaltung vorgesehen. Ebenso wird eine große Terrasse errichtet. Don der Höhe des Schafsbergs hat man einen weiten und prächtigen Rundblick ins Lahntal, nach dem Taunus und Westerwald. Treue, mit je einem Hindenburg-Bild bedacht. Ludwig Weigel und August Weber erhielten für 25jährige treue Mitgliedschaft das silberne Jubiläumsabzeichen. Don der Schützengruppe wurden 13 Kameraden mit der silbernen und 5 Kameraden mit der bronzenen Ehrennadel bedacht. Kamerad Henning sprach den Kameraden für ihre Treue unb ihre Schießleistungen Dank und Anerkennung aus. Sodann trug Kamerad Walter zwei Gedichte vor, die im Geist auf die Schlachtfelder an der Westfront führten. Mit dem Gruß an den Führer, mit den Liedern der Nation und der Fahnenausbringung fand die Feier ihren Abschluß. Breie Alsfeld. 1. Mücke, 25.Jan. Die Ortsfachgruppe Imker von Mücke und Umgebung hiell in der Gastwirtschaft Baist eine Versammlung ab. Ortsfachgruppenführer Erb, der bei der großen Kleintierausstellung in Leipzig weilte, erstattete Bericht über die Schau. Dann sprach er noch über die Be- handlung und Verwendung der alten Waben und deren Rückstände, die in Zukunft gesammelt und weiter ausgenützt werden. Madchenmörder rechtskräftig zum Tode verurteilt. LPD. Der 1. Strafsenat des Reichsgerichts hat die von dem 20 Jahre alten Karl Hoffmann aus Burgsolms bei Wetzlar gegen das Urteil des Limburger Schwurgerichts vom 1. Dezember v.J. eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Nunmehr ist der Beschwerdeführer wegen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilt unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Der Angeklagte hat am 1. Oktober v. I. die 15fäh- rige Erna Schnautz in der Gastwirtschaft ihrer Ellern in Oberbiel durch drei Revolverschüste getötet und hinterher einen Selbstmordversuch unternommen. Den Beweggrund für die genau vorbereitete und mit planvoller Ueberlegung durchgeführte Bluttat bildete die Eifersucht des Mörders, der seine Freundin niemand anderm gönnte. Der „technische Arm" der Polizei. Oie Technische Nothilfe als polizeiliches Hilfsorgan. NSG. Die Zusammengehörigkeit von TN. und Polizei kommt am „Tag der Deutschen Polizei" nach außen klar zum Ausdruck. Sie zeigt sich in dem gemeinsamen Wirken für das WHW. und gleichzeitig für die Aufklärung über die gesamte deutsche Polizei. Wenn die TN. auch ein auf freiwilliger Grundlage stehendes Hilfsorgan der Polizei ist, so gelten für sie doch die gleichen Grundsätze in bezug auf die Bereitschaft und die Erfüllung der gestellten Aufgaben. Jederzeit einsatzbereit zu fein, ist die erste Notwendigkeit; dem Volk ein Freund und Helfer zu fein, die zweite; für die Durchführung der Ausgaben gerüstet zu sein, die dritte. Keine Reihenfolge der Wichtigkeit liegt in dieser Aufzäh. hing. Sie soll nur erkennen lassen, auf was es bei der TN. im großen ankommt, welchen Zielen sie nachstrebt und wie sie dabei auf das engste mit der deutschen Polizei verbunden ist. Die Ausgaben der TN. können im großen und ganzen als bekannt vorausgesetzt werden. Einmal hat sie technische Hilfe zu leisten für die Sicherste!- lung staats- und lebenswichtiger (Einrichtungen, zum anderen Gefahren und Schaden baulicher Zerstörungen bei Luftangriffen zu beseitigen und schließlich Katastrophen wirksam zu bekämpfen. Diesen drei Ausgaben, die für den Frieden und den Ernstfall gelten, entsprechen drei Dienstzweige und Glie- berungen in der TN., nämlich der Technische Dienst, der Lüftschutzdienst und der Bereitschaftsdienst. Daß die TN. darüber hinaus zur Beseitigung von Not- tänben zur Verfügung steht, deren Abwendung mrd) außerordentliche technische Maßnahmen Er- olg verspricht, sei noch besonders vermerkt. Auf dem Wort „technisch" liegt so der Schwerpunkt der TN. Technisch ist ihr Gesicht, technisch sind ihre Ausgaben und im Technischen liegt ihre Leistungsfähigkeit. Die TN. ist ein technischer Arm der Polizei, eine nach den Erfahrungen praktische und notwendige Ergänzung und Verstärkung für gewisse Fälle und technische Aufgaben. In dieser Rolle hat die TN. im verflossenen Jahre der Polizei wertvolle Dienste leisten können, wie dies in einem besondern Anerkennungsschreiben des Chefs der Ordnungspolizei, General der Polizei D a l u e g e , zum Ausdruck gekommen ist. So u. a. bei Unwetterkatastrophen und großen Unglücksfällen der vergangenen Jahre, beim Wald- streifendienst, im WHW., beim Westprogramm, bei der Schrott-Sammelaktion, im sudetendeutschen Flüchllingswerk usw. Aus der engeren Heimat. Sin Kind tödlich verbrüht. * Waldgirmes, 27. Jan. In unserem Orte er- eignete sich ein schwerer Unglücksfall. Das sechs- jährige Söhnchen Hans des Buchhalters Keil zog in einem unbewachten Augenblick einen Topf kochenden Wassers vorn Herd. Dabei stürzte der Topf vorn Herd und übergoß den Knaben mit dem heißen Wasser. Das bedauernswerte Kind mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden, wo es in der vergangenen Nacht feinen schweren Verbrennungen erlag. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 27. Jan. Unter starker Beteiligung seiner Mitglieder hielt der Männer- ge f a n gd e r e i n „21 r i o n" im Dereinslokel. seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Fr. Mülle r begrüßte in herzlichen Worten den Vertreter der Partei, ferner Ehrenchormeister K. Nicolai und die Sangesbrüder und gedachte in ehrenden Worten der Toten der Bewegung und der verstorbenen Sangesbrüder. Aus dem Jahresbericht des Schriftführers war zu entnehmen, daß sich der Verein in starkem Maße an den Veranstaltungen unseres dörflichen Gemeinschaftslebens beteiligte. Die Mitgliederzahl stieg infolge Eintritts einer Anzahl junger Sangesbrüder. Folgende Sangesbrüder konnten wegen ihrer langjährigen Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt werden: R. Wagner, K. Weinandt, H. Dormehl und Fr. Weller. Eine besondere Ehrung erfuhren noch fünf treue Mitglieder des Vereins, die im verflossenen Jahr sämtliche Singstunden besucht hatten. Die Rechnung mit einem günstigen Kassenstand war für richtig befunden worden und fand die Genehmigung der Versammlung. Dereinsführer Müller, der schon eine Reihe von Jahren dem Verein vorsteht, wurde einstimmig wiedergewählt. Er bestätigte erneut die bis* berigen Vorstandsmitglieder. Für einen der nächsten Sonntage wird ein Konzert in den Gießener Kliniken geplant. Im Sommer 1940 soll das 50jäh- rige Bestehen des „Arion" im Rahmen eines größeren Sängerfestes gefeiert werden. Gts. Steinbach, 27. Jan. Der diesjährige Lehr- gang des Reichsmütterdienstes, ein Kran- kenpflegekurs, fand jetzt feinen Abschluß.. Aus die* sem Anlaß versammelten sich die Teilnehmerinnen und geladene Gäste zu einer schönen Abschlußfeier im Saale des „Einhorn". Schwester Jos. Englert, die Leiterin des Lehrganges, sprach über Zweck und Ziel des Reichsmütterdienstes und dankte den Teilnehmerinnen für ihr reges Interesse während des Kurses. Nach Begrüßungsworten der Ortsftauenschastsführerin Frau K l u L ler, die auch ihrerseits den Dank der Teimeh- mermnen aussprach, sprach Ortsgruppenleiter Bürgermeister Pg. Rink. In seinen Ausführungen hob er besonders hervor, wie wichtig die Reichsmutterschulung im Dritten Reich sei. Bei heiteren Gesängen und Vorträgen blieben die Gaste noch lange in bester Stimmung beisammen. $ Steinbach, 28. Jon. Am 31. Januar feiert orau Anna Sophie Gerhard, Witwe, geb Balser, ihren 8 2. G e b u r t s t a g. Jbr Mann' war der Sparkassenrechner und Kirchenvorsteher Jakob ©er- darb V., gestorben vor 11 Jahren. Dieser Teil der Familie Gerhard in Steinbach ist unter dem Dorfnamen „Professors" bekannt. Leider ist der Gesundheitszustand des Geburtstagskindes nicht gut. — Am gleichen Tage feiert Herr Jakob Haas III. Landwirt, Glöckner und Kirchendiener, feinen 7 3 Geburtstag in guter Gesundheit und geistiger Sntoe S)err S)aa5, her feit 27 Jahren verwitwet ift, hatte 6 Sohne und 2 Töchter; ein Sohn fiel im Weltkrieg und eine Tochter starb 30jährig, die anderen leben m Steinbach, wo eine zahlreiche Familie den Geburtstag des Vaters und Großvaters feiern kann. Am 21. September d. I. kann Herr Haas sein 35jähriges Dienstjubiläum feiern Am 21. 9. 1904 übernahm er den Dienst von feinem Vater Karl Haas III. Von ihm schreibt die Chronik der Kirche Steinbach: ..Am 20.9.1904 verstarb infolge eines schweren Shines aus der Höhe eines An^lbnums heim 2Lnfer>-rf’"'*en der Kir^-ndicner und Glöckner der politischen Gemeinde Steinbach Landwirt Karl Haas III. Er hat über 26 Jahre lang sein Amt in außerordentlicher Treue und Gewissen- hafttgkeit verwaltet. Die Gemeinde wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren." Der Kirchendiener- und Glöckner-Dienst ift also feit mehr als 60 Jahren in der Familie Haas. In der Zeit der Ahnenforfchung bewährte sich die große Personalkenntnis und das Gedächtnis des Geburtstagskindes, der dem 1933 neu aufgezogenen Pfarrer manchen wertvollen Hinweis geben konnte und kann. Wir gratulieren Herrn Haas, der auch ein alter treuer Bezieher des Gießener Anzeigers ift, herzlich zu feinem Ehrentage. $ Albach, 28. Jan. Arn Montag, 30. Januar, feiert der frühere Bürgermeister, Landwirt und Ehrenkirchenvorsteher Ludwig Arnold II. feinen 8 5. Geburtstag. Herr Arnold erfreut sich noch einer guten Gesundheit. Wenn er in Gießen zu tun hat, pflegt er immer noch zu Fuß den Weg zurückzulegen. Der alte Herr, dessen Frau (vor 28 Jahren schon) gestorben ist, lebt im Hause feines Sohnes Ludwig Arnold III. Wir gratulieren dem Jubilar herzlich zum Geburtstag! Lang-Gons, 27.Januar. Ein Personenkraftwagen, der aus der Richtung Lang-Gons kam, geriet auf der regennassen Straße ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Die beiden Insassen, zwei Elektromonteurs von hier, wurden aus dem Wagen geschleudert und erlitten einige Schnittwunden. Der Wagen wurde erheblich beschädigt. Die beiden Monteure waren auf dem Wege zur Arbeitsstelle. )—( Ruppertsburg, 27. Jan. Auf Veranlassung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" spielten auch in unserem Dorfe die hessischen Heimatspiele (Volkstheater Darmstadt). Die Veranstaltung war sehr gut besucht; der große Saal der Gastwirtschaft Schlörb war überfüllt. Das Stück „Der Schwarzarbeiter", Lustspiel in drei Aufzügen, bereitete allen Besuchern viel Freude. Die Lachmuskeln kamen nicht zur Ruhe. Der Ortswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Johannes P a r r I., sprach in aller Namen den Künstlern aufrichtigen Dank aus. Kreis Friedberg. + Butzbach, 27. Jan. Einem hiesigen Einwohner passierte ein bedauerliches Mißgeschick. In seinem Hofe spielten einige Kinder. Als der Hauseigentümer gegen Abend die Hühner zum Hühnerhaus und die letzten unter einem Wagen mit einer Stange hervortreiben wollte, lief ein zehnjähriger 3unge, der zu den Spielgefährten zählte, so unglücklich gegen feie Stange, daß sie das eine Auge traf. Der Anprall war so heftig, daß es sofort auslief. Der bedauernswerte Junge wurde in die Augenklinik nach Gießen verbracht, wo der Rest des Auges auf operativem Wege entfernt werden mußte. Kreis Deßlor. > Dutenhofen, 27.Jan. Die hiesige Kris- gerkamer^ad schäft hielt in der Gastwirtschaft „Gambrinus" eine Reichsgründungsfeier ab. In feierlicher Form fand die Fahneneinbringung statt. Kameradschaftsführer Weber gedachte zunächst der Gefallenen des Weltkrieges, des neuen Deutschlands und der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden. Nach einem Dorspruch hielt Kameradschaftsführer Weder eine längere Ansprache, m der er einen Ueberblüf über die geschichtliche Entwicklung Deutschlands seit der Zeit Friedrichs des Großen gab. Abschließend würdigte er Ine große Tat unseres Führers. Kreisbereitschafts- fuhrer Henning hiell sodann eine Ansprache in der er den Dienst und die Arbeit der Kameraden 'm Knffhauferbund, ihre Treue zu Führer, Volk und Vaterland, den kameradschalllichen Geist, das geschlossene Auftreten und die soldatische Haltung lobend ermähnte. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden verschiedene Kameraden geehrt. Ehrenmit- 9 2 u ™ b € 1 erhielt das Kl)fthäuser-Ehren- zeichen 2. Klasse. Georg Loh und Ludwig Weller erhielten für 50jährige treue Mitgliedschaft das gol- bene Jubilaumsabzeichen. Die Kameraden Friedrich Agel, Johann Müller, Anmist Weber und Friedrich Agel (142) erhielten für 40jähriqe Treue le ein !Bilb des Führers. Ludwig Lob und Ludwig Weber (239) wurden, ebenfalls für 40jährige Sjl.-'fpOTt Das Sallensporisesl des M.-Reichsbahn. Das Meldeergebnis zum ersten Hallensportfest des DfB.-Reichsbahn Gießen ist überraschend gut ausgefallen. Nicht nur Vereine aus der näheren Umgebung Gießens haben ihre Meldungen abgegeben, sondern auch aus entfernteren Gebieten des Gaues sind die Athleten dem Rufe gefolgt, so der hervorragende Hammerwerfer Storch (Fulda), der im Kugelstoßen und im Drei kämpf fein Können unter Beweis stellen will, Frl. Maria Staudt aus Limburg, die in der Bestenliste des vergangenen Jahres mit der großartigen Leistung von 1,56 Meter den 5. Platz einmmmt, kurz alles, was Rang und Namen hat, wird heute in der Turnhalle am Aulweg vertreten sein. Die größte Meldezifter weist der D r e i k a m p f auf, bei dem es bei den Männern einen erbitterten Kampf geben wird zwischen dem Heuchelheimer S t a h l h u t, der bei den vorjährigen Zehnkampfmeisterschaften in Stuttgart unter den besten Deutschen den 5. Platz belegte, und dem Limburger Schupbach sowie dem Gießener Kilo (1900). Bei den Frauen wird wohl Frl. Staudt (Limburg) oder Frl. Röhmig (Mtv. Gießen) Siegerin fein. Der 30-Meter-L auf ist vollkommen offen, da hier der beste Start und das Glück entscheiden. Sportlich besonders interessant wird der H o ch - sprung für Männer und Frauen fein. Während bei den Männern Stahlhut und Schleenbecker (Ruttershausen), die beide über 1,80 Meter springen können, sich gegenseitig das Siegen schwer machen, treffen bei den Frauen Staudt (Limburg), Röhmig (Mtv.) und Clarius (Mtv.) zusammen. Das Kugelstoßen der Männer wird Dr. Luh nicht zu nehmen sein. Nach den Trainingsleistungen wird man mit Wetten um 15 Meter rechnen können. Kilo 1900 wird mit Storch (Fulda), Schupbach (Limburg) und Steinlein (Friedberg) um den 2. Platz zu kämpfen haben. Bei den Frauen ist der Ausgang ziemlich offen, denn sowohl Staudt wie Röhmig (Mtv.) und Diehl (DfB.-R.) sind gut für 11 Meter. Bei der Jugendklasse wird erstmalig mit der 12^-Pfund-Kugel gestoßen, daher laßt sich eine Voraussage schwer treffen. Im 9B'e its prung sollten ebenfalls gute Leistungen erzielt werden, da- für sprechen Namen wie Stahlhut, Bürbach (Univ. Marburg), Möll und Menzel (beide VfB.-Reichsbahn). Heute Start zur 4. Nachtsuchfahrt. Heute abend gehen in der Taunusanlage in Frankfurt a. und auf dem Friedrichsplatz in Kassel die 400 Teilnehmer der Nacktsuchfahrt der NSKK.-Motorgruppe Hessen an den Start. Schon frühzeitig werden die Startplätze für den allgemeinen Straßenverkehr gesperrt, um den vielen Fahrzeugen Parkmöglichkeiten zu bieten. Aus allen Richtungen des Gruppenbereiches und der angren« zenden Gebiete werden die Fahrer mit ihren Fahr* zeugen schon in den frühen Abendstunden eintreffen und ihre letzten Vorbereitungen vornehmen. Schnell werden noch einmal die Motore überprüft, ehe das Fahrzeug bem technischen Referenten für die Ab« nähme vorgeführt wird. Um 20.45 Uhr findet die feierliche Flaggenhissung an beiden Startorten statt und anschließend die Fahrerbesprechung. Punkt 21.00 Uhr werden die Fahrzeuge in Abständen von einer Minute ab gelassen. Dunkelrot leuchten die Lampen durch die Nacht und zeigen an, daß sich hier eine Kontrollstelle befindet — 20 Kontrollstellen sind insgesamt vorhanden, die erreicht werden sollen, und 10 Stunden beträgt die Höchstfahrzeit, für die Klasse HI. I—III 6 Stunden. Am Sonntagnachmittag versammeln sich alle Fahrer der 4. Nachtsuchfahrt in Alsfeld zur Siegerverkündigung, um ihren wohlverdienten Lorbeer entgegenzunehmen und danach die Heimfahrt anzutreten. tim die GerAerneiflerschasten des Vannes 116. Am morgigen Sonntag finden in der Turnhalle der Turngemeinde Bad-Nauheim die diesjährigen Meisterschaften des Bannes 116 im Geräteturnen statt. Wenn auch kein rechter Vergleich mit den entsprechenden Wettkämpfen des Vorjahres, die ja noch in den Kreisen Friedberg und Gießen getrennt durchgeführt wurden, möglich ist, so läßt sich doch aus dem Meldeergebnis der Schluß ziehen, daß schon rein zahlenmäßig gegenüber dem Vorjahre ein bemerkenswerter Fortschritt zu verzeichnen ist. Dieser ist wohl in erster Linie auf die Bemühungen um eine reibungslose und fruchtbringende Zusammenarbeit der Hitler-Jugend und der Vereins- juaendabteilungen zurückzuführen. Ausgeschrieben waren Mannschaftskämpfe in den Klassen A, B, C und Einzelkämpfe in den Klassen A und B. (Zemeldet haben insgesamt 17 Mannschaften, und zwar 14 Mannschaften in Klasse C und 3 Mannschaften in Klasse B. Daß die Meldungen in Klasse C so stark überwiegen, ist wohl in erster Linie darauf zurückzusühren, daß für die Mannschaften in der Klasse C nur 4 Jg. gegenüber 6 in den Klassen A und B benötigt werden. Gerade für kleinere Vereinsjugendabteilungen auf dem Lande ist sicher weniger die Schwierigkeit der verlangten Hebungen maßgebend in der Klasse C gewesen als die Zahl der für die Mansnchaft benötigten Wettkämpfer. Es ift anzunehmen und zu hoffen, daß auch in den Mannschaften der Klasse C der eine oder andere Könner steckt, so daß — und das ist natürlich erst nach der Veranstaltung festzustellen — zu dem rein zahlenmäßigen Fortschritt auch ein leistungsmäßiger kommt. Die Tatsache, daß in der höheren Klasse so schwach gemeldet wurde, könnte zu dem gewiß voreiligen Schluß führen, daß ein Absinken der Spitzenleistung vorliegt. Wie dem auch sein sollte, es muß zunächst die Zahl und damit die Breitenarbeit im Vordergrund stehen. Selbstverständliche Aufgabe wird es allerdings fein, hinter oer Zahl die Leistung folgen zu lassen und dieser Arbeit zur Leistungshöhe, die bekanntlich beim Geräteturnen am schwierigsten ist und den Menschen mit seinem ganzen Wollen verlangt, unsere ganze Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Banngerätemeisterschaften geben dem Bann- fachwart erstmalig die Gelegenheit, die Könner seines Arbeitsbereiches kennenzulernen. Diese sollen zu einer Bannri ege z u s a m m e n g e f a ß t und seiner ganz besonderen Pflege anvertraut werden. Darüber hinaus ist aber anzustreben, daß auch das zahlenmäßige Schwergewicht der Meldungen sich im kommenden Jahr nach den höheren Klassen verschiebt. Und es ift anzunehmen, daß es jeder Vereinsjugendwart vorzieht, seine Mannschaft in einer höheren Klasse starten zu lassen, um dort um die Teilnahme an den Gebiets- und Deutschen Ju- gendmeisterschaften zu kämpfen, statt mit ihr einen billigen Sieg in einer den Anfängern zugedachten Klasse zu erringen, sobald die zahlen- und leiftungs- mäßigen Voraussetzungen gegeben sind. Eine Vorschau über die Erfolgsaussichten der einzelnen Mannschaften läßt sich leider nicht geben, da ihr Können unbekannt.ist. Es kann jedoch als sicher gelten, daß die Wettkämpfe in den vom NSRL. zur Verfügung gestellten Kampfrichtern gerechte Beurteiler finden werden und die Mannschaften als Sieger aus dem Kampf hervorgehen, die es auf Grund ihrer Leistungen verdient haben. Die Meisterschaften dürfen für alle Beteiligten kein Abschluß, sondern Auftakt zu neuem Schaffen sein. Volles Programm der Vezirksklasse Gießen. Der letzte Januarsonntag bringt fünf Spiele unter Beteiligung sämtlicher Mannschaften. Für die im Vordertreffen liegenden Mannschaften hängt viel von dem Ausgang für die weitere Entwicklung ab. VfB-Reichsbahn—Ehringshausen Frohnhausen—1900 Bissenberg—Watzenborn-Steinberg Wetzlar—Burg Raunheim—Sinn. Die leichteste Aufgabe hat der DfB.-R. gegen Ehringshausen zu erfüllen, denn nach der am Dorsonntag gezeigten Leistung hat der Neuling auf dem Waldsportplatz noch keine Ueberraschungs- chance. Ungleich schwerer dagegen ist der Gang der 1900er. In derselben Situation befinden sich die Teutonen, die zum Rückspiel in Bissenberg antreten müssen. Bei der Begegnung Wetzlar—Burg kann es nur einen Sieger geben und das sind die Domstädter, denn es ist nicht anzunehmen, daß die Burger an ber Nauborner Straße zu einer Ueberraschung fähig find. In.Naunheim muß Sinn beweisen, daß der vorsonntägliche Sieg gegen den Tabellenführer kein Zufall war. Ob dies jedoch bei der Güte der Platz- besitzer gelingt, ist fraglich. Frohnhausen—1900. So erfreulich die Erinnerung an das letztjährige Verbandsspiel in Frohnausen ist, leitete es doch durch einen hart erkämpften Sieg gegen die Ora- nier jenen siegreichen Verlauf der weiteren Kämpfe ein, der schließlich zur Erringung der Meisterschaft führte, so ist man sich diesmal im Lager der Blau- weißen darüber klar, daß die morgige Begegnung weit schwieriger werden wird, als je zuvor. Denn einmal brennen die Dränier darauf, die hohe Vor- spielniederlage wieder wettzumachen und weiterhin durch den amtlich verfügten Punktoerlust verschlechterte Tabellenstellung wieder zu verbessern. Und da gerade dieser Spielausgang für die Blau- weißen für die Zukunft entscheidend ift, denn nur durch einen Sieg kann die schwache Hoffnung auf ein erneutes erfolgreiches Abschneiden noch aufrechterhalten werden, kann man ermessen, welchen Gegner die Frohnhäuser morgen abgeben. Die Aufgabe ist jedenfalls eine der schwierigsten in dieser Serie und man muß abwarten, wie sich der Ausgang mit der Vertretung Herbst, Pankok, Lippert, Krämer, Quick, Schäfer, Rost, Löbsack Renfing, Hormel, Heuser gestattet. VfB.-R. I — Ehringshausen L Nach langer Zeit wieder einmal ein Spiel auf dem Waldfportplatz. Diesmal ist es die Mannschaft von Ehringshausen, die zum Rückspiel hier antritt- Die Gäste kämpfen unter einem unglücklichen Stern < und führen ihren schlechten Tabellenstand zu un- 1 recht. Die Grümveißep, die durch ihre letzten Siege in der Spitzengruppe zu finden find, haben wieder einmal eine zum Teil neue Mannschaft aufgestellt. Kramer hat endgültig den Verein verlassen, um mit seinen Brüdern in Vilbel zu spielen. Sponick, der sich beruflich verbessert, liefert morgen sein Abschieds- spiel. Krämer laboriert noch an einer Verletzung und wird sich für den nächsten Sonntag schonen. Es spielen: Wunderlich; ßeutiyeufer, Schüller; Herrlich, Gorrissen, Lehrmund; Berlenbach, Fischer, Gesla, Heß, Sponick. Mit dieser Mannschaft sollte ein sicherer Sieg zu erwarten sein. Biffenberg I — Steinberg L Die Teutonen stehen morgen wieder vor einer schweren Aufgabe. Bissenberg verfügt über eine Mannschaft, die in allen Teilen gleich gut besetzt ist. Schon mancher achtbare Gegner mußte in Bissenberg Federn lasten. Mit welcher Energie die Mannschaft bei der Sache ist, das beweist das letzte Spiel gegen Wetzlar. Die Teutonen müssen also auf der Hut sein. Es ist ja nicht anzunehmen, daß die Mannschaft durch die Niederlage vom letzten Sonn- taI einen moralischen Rückschlag erlitten hcll. Sonst wäre die Hoffnung auf einen Sieg in Bissenberg sehr gering. Auf alle Fälle wird sich der Ausfall von Fritsche stark bemerkbar machen, und man ist sich hn Spielausschuß noch nicht recht einig geworden, welche Aufstellung die richtige ist. Etwas aber konnte man bereits feststellen: jeder einzelne Spieler ist sich besten bewußt, was am Sonntag auf dem Spiel steht. Oie Spiele der Kreisklaffen am Sonntag. 1. Preisklasse: Lollar — Rodheim; Garbenteich — Lich; SA.- Kampftpielgem. — Leihgestern; Großen-Linden gegen Hungen. 2. Kreisklasse. Harbach — Ettingshausen; Göbelnrod — Saasen; VfB.-R. JII. — Großen-Linden II; Treis — Staufenberg; Krofdorf — SA. IL Rodheim muß in Lollar antreten und hat wenig Aussicht auf Erfolg. Ein Lokalkampf mit allen seinen Reizen steigt in Garbenteich. Die Mannschaft der SA.-Kampfspielgemeinschaft kommt in dieser Serie nicht in Schwung und mußte Niederlage auf Niederlage einstecken. Morgen trifft die Mannschaft auf den Tabellenzweiten Leihgestern. Der Tabellen- ührer empfängt Hungen. In Harbach treffen zwei alte Rivalen aufeinander. Im Vorspiel zoa Harbach den kürzeren. Diesmal sollte man aber den Harbachern einen Sieg zutrauen. Offen ist die Begegnung zwischen Göbelnrod und Saasen, vielleicht entscheidet der Vorteil des eigenen Platzes. Staufenberg lieferte dem DfD.-R. eine gute Partie. Wenn die Mannschaft mit dem gleichen Einsatz in Treis spielt, steht ein Sieg der Trester in Frage. Die Reserve der SA. hat in Krofdorf gegen den Tabellenführer anzutreten. , Garbenleich I — Lich I. Nach dem siegreichen Kampf gegen Hungen I haben die Rasenspieler am Sonntag ein nicht minder schweres Spiel auf dem Platze des „Lokalgeg- xuxs“ Garbenteich zu bestreiten. Zwar vermochten die Grünweißen das Vorspiel überlegen für sich au gestalten, auf dem Platze des Gegners aber wurde der Sieger erst immer mit dem Schlußpfiff ermittelt. Der Gastgeber wird alles daran setzen, durch ein günstiges Ergebnis seine Position in der Tabelle zu verbessern. Die Licher, die auch dieses Mal wieder das Pech haben, mit veränderter Mannschaft anzutreten, werden hoffentlich aus dem letzten Spiel gegen Hungen die Lehren gezogen haben. Sie dürfen ihre Kräfte im Sturm nicht durch engmaschige Kombinationen vergeuden. Lollar I — Rodheim I. Lollar empfängt morgen Rodheim. Der Papierform nach könnte man annehmen, daß es nur eine einseitige Angelegenheit der Platzbesitzer wäre. Dies dürfte aber nicht ganz so sein. Die Gäste haben schon manchem beachtlichen Gegner durch ihren zähen Widerstandswillen zu schaffen gemacht. Dies bekamen die Lollarer schon im Vorspiel, das sie zwar für sich entscheiden konnten, zu spüren. Was läge da näher als der Wunsch, diesmal dem Tabellenführer eine Niederlage beizubringen, zumal die Gäste ja nichts zu verlieren haben. Die Lollarer Elf wird aber auch diesmal wieder auf der Hut fein, und man kann kaum annehmen, daß sie sich den Sieg so ohne I weiteres streitig machen lasten wird. Dadurch würde t nicht nur der Vorsprung in der Tabelle verringert, t sondern auch die Anwartschaft auf den Meistertitel : in Frage gestellt werden. Wahrscheinlich wird Lollars Elf morgen etwas ht veränderter Aufstellung antreten, um den Sturm, das seicherige Schmerzens- lind, zu verstärken. Großen-Linden I — Hungen I. Die 1. (Elf von Großen-Linden empfängt morgen die l.Elf von Hungen. Im Vorspiel konnten die Hungener ihren morgigen Gastgebern einen Punkt abjagen. Leider können die Platzbesitzer für das morgige Spiel nicht ihre stärkste Mannschaft stellen. Mittelstürmer Kolwes ist noch verletzt. Dafür ist die Sperre des Rechtsaußen Fischer obgelaufen. Tro- ßen-Linden stellt folgende Els: Schmelz, Größer, Feller, Nürnberger E., Heil, Luh St, Fischer H., Velten, Fischer 21., Pag und Luh L. Die Großen- Lindener hoffen, ihre Tabellenstellung weiter ausbauen zu können. Die 2. Mannschaft stellt sich beim DfB.-R. zum Pflichtspiel. Wirtschaft. Mein -Mainische Börse. Mittagsbörse etwas schwächer. Frankfurt a. M., 27. Ian. Die Börse lag am Aktienmarkt sehr ruhig und überwiegend etwas schwächer. Kaufaufträge der Kundschaft waren nur wenig eingegangen, dagegen zeigten die Abgaben, auch aus der Börse heraus, eine leichte Zunahme, so daß bei äußerst kleinen Umsätzen zumeist Rückgänge von durchschmttlich 0,50 bis 1 o. H. eintraten. Von den führenden Werten eröffneten IG. Farben mit 151,50 (152), Verein. Stahl mit 108,75 (109,75), Mannesmann mit 111 (111,50), AEG. mit 118,75 (118,90) und Reichsbank mit 183 (184). Von Autoaktien waren Daimler um 1,50 v. H. auf 137 gedrückt, Adlerwerke verloren 0,65 v. H. auf 105,40, ferner ließen Maschinenwerte zumeist 0,50 bis 1 v. H. nach. Sonst tarnen vorläufig noch Deutsche Erdöl mit 128 (129), Scheideanstalt mit 205 (205,50), Metallgesellschaft mit unverändert 120 und Conti Gummi mit unverändert 215 zur Notiz. Nach den ersten Kursen ergaben sich auf Teilgebieten Erholungen um Bruchteile eines Prozentes, die Umsätze blieben aber weiter sehr klein. Am Rentenmarkt entwickelte sich ebenfalls nur wenig Geschäft. Reichsaltbesitzanleihe schwächer mit 128,70 (129), dagegen Reichsbahn ° VA. mit 123,40 behauptet, ebenso im Freioerkehr Kommunal- Umschuldung mit 93,20. Von Liquidationspfandbriefen befestigten sich Meininger auf 101,25 (101), dagegen Frankfurter Hyp. 101 (101,20). Stadt- anleihen lägen meist unverändert, die beiden Darmstädter bis 0,25 v.H. höher. Don Industrie-Dbll- gationen erhöhten sich 6 v. H. IG. Farben auf 119,75 (119,50) und 5 v. H. Gelsenkirchen Berg auf 101,13 (100,75). Im weiteren Verlaufe herrschte nahezu völlig« Geschäftsstille, die Hallung war gegen den Anfang wenig verändert. Etwas erhall lagen u. a. AEG mit 119 nach 118,75, Conti Gummi mit 215,50 nach 215, dagegen Reichsbank weiter gedrückt auf 182 nach 183 und IG. Farben auf 151,25 nach 151,50. Bei den später notierten Werten überwogen Rückgänge s 0 Ort I S>l>ortlnantclsto« ,7°nd=--s vorteilhaftsci>’varz, n nr f auch für prächtig™ * 8 | ^Portma^ , Sang geebnet NoPP=neffekt§„ 0 J|r I »iss=a£=Vää -y;: 545 ttoucly>i BERNlRDiSOHN