llr. 278 (Erftes Via« 189. Jahrgang Montag, 27. November 1939 Erlchemi täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dfc Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern btfolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vruhlsche Unlverfitatrdruckerei R. Lange ln Siehe«. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Lrmahigle Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Großer britischer Hilfskreuzer versenkt. London, 26. Rov. (DRV.) Die britische Admi- lalifäf gibt bekannt: Der britische Hilfskreuzer .Rawalpindi" mit einer Wasserverdrängung ion 16 697 Tonnen ist versenkt worden. Man limmt an, daß alle Offiziere und die gesamte Zschiffsbesahung außer einem einzigen Offizier und K Seeleuten umgekommen sind. — Wie das londoner Abendblatt „Star" zur Torpedierung der ,v elf ast" noch mitteilt, ist dieser modernste bri- fftfje Kreuzer von dem Torpedo mittschiffs an ; ieuerbordseite getroffen worden. Der Kesselraum !rs Schiffes sowie die Maschinen seien ernsthaft tftchädigt worden. Richt weniger als sechs Schlep- l?r feien dazu notwendig gewesen, um noch mit Ußerster Mühe die beschädigte „Belfast" in den jofen von Rosyth einzuschleppen. Reue schwere Verluste der britischen Echissahtt. Zer frühere Polnische14vvü-Tonnendampfer „Pttsudski" torpediert. Der ehemals polnische Ozeandampfer Jilsudski" mit 14 300 Tonnen Wasserverdrängung ist am Sonntagmorgen an der englischen Nord- restküste torpediert worden. Die gesamte Mannhaft konnte gerettet werden. Der „Pilsudski" gehört i den modernsten Schiffen der früheren polnischen jiandelsmarine. Er war 1935 auf den Werften von ^onfalcone in Italien gebaut worden und versah ii r dem Kriege den regelmäßigen Verkehrsdienst fischen Gdingen und Nordamerika. Seit Beginn der stindseligkeiten fuhr er unter britischer flagge. Wie der Londoner Rundfunk bekanntgibt, ist der ditische 11000-Tonnen-Dampfer „Sussex" auf tertß Mine gelaufen. Der Londoner Dampfer o o f m o o b" (926 Tonnen) lief auf eine Mine vib sank. Zwei Mitglieder der Besatzung werden vrmißt. Die Ueberlebenden wurden an der Nord- ottüste an Land gebracht. Der britische Dampfer Harrington Court" stieß im Kanal mit ehern Leuchtschiff zusammen. Beide Schiffe nurben beschädigt. Das Leuchtschiff wurde von ehern Schleppper eingebracht. Die englischen Dampfe „B o r d f i e l d" und „D r y b u r g h" sind nach Erlassen des schottischen Hafens Leith bei Eding- b^rgh auf Minen gelaufen bzw. gesunken. In der -nimber-Mündung haben Dampferkapitäne 25 Wracks untergegangener Schiffe gezahlt. Volltreffer auf britischen Kreuzer. Feindliche Flieger an der Nordseeküste zur Umkehr gezwungen. Berlin, 26. November. (SRV.) Das Ober- fimmanbo der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen geringe Artillerietätigkeit. Am 25. 11. griffen Verbände der deut- Itjen Luftwaffe englische Seestreitkräfte in ter nördlichen Nordsee an. Dabei wurden o er Volltreffer, darunter einer auf e nem Kreuzer der „Aurora"-Klasse eigielt Die Aufklärungstätigkeit der Luft- tntaffe erstreckte sich am gestrigen Tage wieder- n bis über die Shetlandinseln. Der 5 inb versuchte am gestrigen Nachmittag, über elgolanb nach Norbwestbeutfchlanb ? nzufliegen, würbe aber beim Erreichen ber Nvrdseeküsle von ber beutschen Flakartillerie zur Umikehr gezwungen. Verluste sinb bei ber dimtschen Luftwaffe nicht zu verzeichnen. Das Vorpostenboot 3 0 1 ist am Sübaus- Mg bes Großen Belt nach einer Detonation geinten. 16 Wann ber Besatzung werben vermißt. britisches Piratenschiff beschattet deutschen Handelsdampfer. „Adolf Woermann" von der eigenen Besatzung versenkt. i Berlin, 26. Nov. (DNB.) Der deutsche Dampfe „A d o l f W o e r m a n n" hat sich im Südatlan- ‘ti selbst versenkt, um der Aufbringung durch ii englisches Kriegsschiff zu entgehen. Alle Mit- zlrder der Besatzung, die aus 127 Personen be- stivrd, und sämtliche 35 Passagiere, darunter acht- । je!,n Frauen, sind gerettet. Die bekannt gewordenen Einzelheiten bestätigen, England bewaffnete britische han- hl s s ch i f f e n, die angeblich nur zur Verteidigung diniert sein sollen, aktiv in den Handelskrieg einltellt. Der Dampfer „Adolf Woer- ^rnn" ist durch ein bewaffnetes britisches handels- :f ff laufend befch attet worden. Dieser ge- Irmte englische Hilfskreuzer hat funkentelegraphisch 1 jkandortmeld ungen gemacht und ein eng- I kl' ch e s Kriegsschiffherbeigerufen. Es 1 $e:it hieraus hervor, daß die bewaffneten Handels- timpfer von den Engländern nicht als hcmdels- ' h ffe auf den normalen Handelsrouten verwendet o erben, sondern unmittelbar den Zwecken der irglischen Kriegführung als Organ der '^Uschen Admiralität dienen. Das Vorgehen gegen deutsche Handelsschiffe mit bewaffneten britischen Piratenschiffen zeigt, daß ber Engländer für seine Kaperei und Piraterei sich jedes Mittels bedient, während er auf der anderen Seite zur Tarnung feines Vorgehens in feiner Heuchelei fo weit geht, Nachrichten zu verbreiten, der Dampfer „Adolf Woermann" habe Kaperei getrieben. Schwache Siörungsfeuer im Westen. Der Wehrmachtsbericht vom Montag. Berlin, 27. November. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen außer schwachem Störungsfeuer der Artillerie keine nennenswerten Kampfhandlungen. Best schon im Weltkriege beim englischen Nachrichtendienst. Oslo, 27. Nov. (DNB.) Wie „Aftenposten" meldet, hat sich der Secret-Service-Beamte Mr. B e st vor einer Reihe von Jahren in Stavanger in Nor- Moskau, 26. Nov. (DNB.) Die „Prawda" wendet sich scharf gegen die Politik Finnlands und den finnischen Ministerpräsidenten Cajan - der. Der offenbar von höchster Stelle inspirierte Artikel stellt eine unmißverständliche Warnung an die finnische Regierung. Der finnische Ministerpräsident habe am 23. d. M., so schreibt die „Prawda", in Helsinki eine Rede geholte n, die als antisowjetische Provokation aufgefaßt werden müsse. Cajander habe die Politik des zaristischen Rußlands gegenüber Finnland gelobt und zugleich gegen die Sowjetunion die Anklage erhoben, daß sie die Unabhängigkeit Finnlands bedrohe. Gegenüber solchen Verdrehungen müsse festgestellt werden, daß Finnland mit feiner Unabhängigkeit auf dem „imperialistischen Markt" hausieren gehe. Besonders empört ist die „Prawda" über die Aeußerung des finnischen Ministerpräsidenten, daß die drei baltischen Staaten zu bedauern seien, denn sie hätten durch die Beistandsoerträge mit der Sowjetunion ihre Selbständigkeit eingebüßt. Dazu schreibt die „Prawda": „Cajander beklagt die Staatsmänner Estlands, Lettlands und Litauens und meint, sie hätten eine kurzsichtige Politik betrieben. Nur er selbst sei weitsichtig. Er ist weitsichtig, dieser Herr aus der Schule des weit- R o m, 25. Nov. (DNB.) Eine amtliche Verlautbarung besagt: „Der italienische Außenminister Graf Ciano hat den französischen Botschafter und den englischen Geschäftsträger empfangen und ihre Aufmerksamkeit auf die Folgen gelenkt, die die Anwendung der Blockade auf die deutschen Exportwaren, wie sie von der französischen und der englischen Regierung angekündigt wurde, für den italienischen Handelsverkehr haben könnte." * In Tokio wurde amtlich mitgeteilt, daß der japanische Botschafter in London be- auftragt wurde, einen scharfen Protest bei der englischen Regierung zu erheben gegen die beabsichtigte britische Vergeltungsmaßnahme gegenüber Deutschland wegen des angeblich uneingeschränkten Einsatzes von Minen. Der Sprecher des Außenamts erklärt, daß nicht nur Japan, sondern auch andere neutrale Staaten wiederholt gegen die Behinderung ihres Handels durch britische Konterbande-Maßnahmen protestiert hätten. Seit Ausbruch des Krieges seien durch England die Rechte einer kriegführenden Macht weit überschritten worden. Im Falle einer Verletzung wichtiger japanischer Interessen durch britische Aktionen werde Japan gezwungen sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. ♦ Amtlich wird in Stockholm mitgeteilh In Zusammenhang mit den englisch-schwedischen Verhandlungen in London wurde dort schwedischerseits ein ernster Schritt wegen der beabsichtigten Verschärfung des Handelskrieges gemacht und die schweren Folgen dieser Maßnahmen für den Seehandel der neutralen Länder unterstrichen. Die dänische Regierung hat ebenfalls in London Vorstellungen wegen der für den 28. November von der englischen Regierung angekündigten Exportknebelung erhoben, ebenso Norwegen, Holland und Belgien. Die neutralen lassen sich nicht tauschen. Rom, 26. November. (Europapreß.) Die Regierungen Englands und Frankreichs haben nach italienischer Auftastung, wie so oft schon in den letzten Monaten, wieder einen schweren Fehlgriff getan. Die Verschärfung der Wirtschaftsblockade hat, wie in Rom festgestellt wird, in den neutralen Staaten eine Gegnerschaft ausgelöst, die man in London und Paris sich nicht hätte wegen aufgehalten. Man erzähle sich in Stavanger, daß Mr. Best schon im Weltkriege eine hervorragende Stellung im englischen Nachrichtendienst eingenommen habe. Nach dem Weltkriege habe er sich als „Geschäftsmann" betätigt und eine „Firma von stark internationalem Charakter" mit dem Hauptbüro in London und einer Filiale im Haag geleitet. Sowohl in London als auch im Haag hätte er Leute aus Stavanger in feinen Diensten gehabt. Wie man weiter hört, habe er die Verbindung mit dem englischen Nachrichtendienst niemals unterbrächen. Indien nimmt den Kampf um seine Freiheit auf. Delhi, 23. Nov. (DNB.) Der in Allahabad tagende indische Nativnal-Kvngreß hat einstimmig beschlossen, in ganz Indien die N o xv* Cooperation mit den britischen Behörden durchzuführen, falls es England auch weiterhin ablehnt, dem indischen Volke die neue Verfassung und eine eigene Regierung zu gewähren. Gandhi wird diesen Beschluß der indischen Volksvertretung dem britischen Dizekönig vorlegen. — Wie weitere Meldungen besagen, nimmt der Auf- stand im Nordwesten Indiens immer größeren Umfang an. Den aufständischen Waziri haben sich nunmehr auch die Stämme der Mah- mande angeschlossen. sichtigen Beck und des weitsichtigen Moscicki. Möge er daran denken, wie es diesen polnischen Hanswursten jetzt geht, die endgültig ihr Engagement verloren haben." Die „Prawda" fährt fort: „Bald wird auch Cajander die Möglichkeit Haden, sich anhand der Tatsachen zu überzeugen, daß nicht die Marionettenfiguren aus der finnischen Regierung weitsichtig waren, sondern die gegenwärtigen Führer Estlands, Lettlands und Litauens, die mit der Sowjetunion Beistandspakte aibgeschlosten." Cajander werde die Verantwortung vor dem finnischen Volk zu übernehmen haben. Das finnische Volk, das vorn den Provokationen seiner Regierung nichts wissen wolle, richte an diese nachdrücklich die Frage: „Warum habt ihr die Verhandlungen mit Moskau abgebrochen? Wer hat euch hierzu ermächtigt? Steht nicht der britische Imperialismus hinter euch, ber euch in dieses Abenteuer hineingesto- ß e n hat?" Man könne annehmen, so schließt die „Prawda", daß diese politische Vorstellung in Helsinki nicht mehr lange dauern werde. Es sei zu hoffen, daß das finnische Volk nicht gestatten werde, daß das „Staatsschiff Finnlands noch lange auf dem verderblichen Wege der Beck und der Moscicki weitergeführte werde." daß die beschlossene Maßnahme auch den Seehandel der Neutralen treffen werde. Aber man hatte erwartet, daß sich der Zorn der Neutralen gegen Deutschland entladen werde. Die Neutralen hätten sich aber durch die englisch-französische Propaganda nicht täuschen lassen. Denn es sei bekannt gewesen, daß die Verschärfung des Wirtschaftskrieges von England schon vor dem Einsetzen des Minenkrieges beschlossen worden sei. So sei der abgeschossene Pfeil schließlich auf den Schützen zurück geprallt. Im übrigen wird in Rom der Ansicht Ausdruck gegeben, daß infolge der Verschärfung der Wirtschaftsblockade der Krieg zur See immer umfangreichere und gefährlichere Verwickelungen für die ganze übrige Welt zu schaffen drohe. Die englisch- französische Maßnahme sei dazu angetan, di e schwersten Störungen der Interessen der Neutralen hervorzurufen. Sie treffe in der Tat die Weltindustrie und den Welthandel, schaffe allgemeines Mißbehagen und sei unvereinbar mit den moralischen Grundsätzen und materiellen Interessen aller souveräner Nationen. Angesichts der allgemeinen, in den entlegensten Winkeln der Welt fühlbar werdenden Gegnerschaft ist in London, wie die „Tribuna" mitteilt, eine wachsende Beunruhigung festzustellen. Gegen die vorgebrachten Anwürfe suche man sich mit eigenartigen Begründungen zu wehren. So stelle man die Behauptung auf, daß man das Recht zur Anwendung von Repressalien habe. Dazu sagt die „Tribuna": Wohl sei nach dem internationalen Recht für beide Teile der Kriegführenden auch die Anwendung von Repressalien zulässig. Aber es sei gegen jede Logik, Repressalien anzuwenden, die die Interessen jener schädigen, die dem Konflikt ferngeblieben seien. „Italien muß seine moralischen und materiellen Interessen als Großmacht verteidigen. Italien kann gegenüber so weitreichenden Rückwirkungen des europäischen Konflikts nicht teilnahmslos bleiben." Gegen die britische Vannguttontrolle. Washington, 26. Nov. (Europapreß.) Die von England angekündigte Maßnahme, daß die U8A.-Schifte noch vor dem Verlassen der Häfen der Vereinigten Staaten nach neutralen europäischen Ländern einer Kontrolle aufKonterbande durch englische Beamte unterworfen wer- Staat und Wirtschaft. Eine Rede vor der Reichswirtschastskammer begann der Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Land fried mit dem Zitat aus der Bismarckrede vom 11. Januar 1887: „Der Krieg der Zukunft ist der wirtschaftliche Krieg, der Kampf ums Dasein im Großen!" Der große Staatsmann hat also bereits vor bald 53 Jahren den Charakter kommender Kriege richtig erkannt. Er fügte damals hinzu: „Mögen meine Nachfolger das immer im Auge behalten und dafür Jörgen, daß wenn dieser Kampf kommt, wir gerüstet sind." — Die Nachfolger Bismarcks haben dies nicht im Auge behalten, — sonst wäre das Deutsche Reich wirtschaftlich nicht so unvorbereitet in den Weltkrieg hineingegangen. Allerdings gab es damals, als Bismarck mit verständnislosen ober gar vaterlandsfeindlichen Parteien im Streit lag, noch keine klare Herrschaft des Staates über die Wirtschaft. Wirtschaftliche Vorbereitungen, die damals ein weitblickender Staatsmann für notwendig halten konnte, wurden meist von Parlamentsmehrheiten verhindert, die nichts anderes im Auge hatten, als das Interesse ihrer Auftraggeber. Staatssekretär Landfried hat festgestellt, daß bereits seit Jahren in aller Stille eine planende Arbeit zur wirtschafttichen Vorbereitung einer Auseinandersetzung mit unseren Gegnern geleistet worden ist. Alle Welt weiß, daß wir den Krieg nicht gewollt haben, sondern daß die Vorbereitungen den Zweck hatten, trotz Rohstoffknappheit und Devisenmangel denjenigen Grad von militärischer und wirtschaftlicher Sicherung zu erreichen, der uns in den Stand setzen würde, uns gegen Großbritannien und etwaige Verbündete zu behaupten. Wenn damals das Reichswirftchaftsminifterium die Verteilung der Rohstoffe an die einzelnen verarbeitenden Werke nicht der Selbstverwaltung der Wirtschaft, also der „Drgamfation der gewerblichen Wirtschaft", überlassen, sondern in eigene Hand genommen hat, so erklärt sich das daraus, daß die Rohstoffe unter verschiedene Wirtschaftsgruppen verteilt werden mußten, und daß es nur innere Skrupel bereitet, wenn jemand zum Schiedsrichter in eigener Sache berufen wird. Im Laufe der Jahre hat der nationalsozialistische Staat der gewerblichen Wirtschaft eine Reihe von Ausgaben übertragen, an denen sich diese messen konnte und die sie zu außerordentlichen Leistungen im Ernstfälle befähigen sollten. Der unbedingte Vorrang des Staates vor den sollen, hat in amerikanischen Kreisen größten Unwillen hervorgerufen. Vor allem findet dieses System bei den Isolationisten schärfste Ablehnung. Der Jsolationsblock plant einen Vorstoß auf der nächsten Sitzung des Kongresses. Die Schwierigkeiten für die Washingtoner Regierung liegen darin, daß England entschlossen ist, die Blockademaßnahmen durchzuführen und in der sogenannten Kriegszone die Gewässer und Häfen für die 08^.-Schiffahrt zu sperren. Sollte das Unglück es wollen, daß ein Frachtdampfer der Vereinigten Staaten in der Kriegszone versenkt wird, so würde nach Meinung der Jsolattonisten die USA.* Regierung hierdurch in eine äußerst schwierige Lage geraten, da sie durch die Erweiterung des Neu- ttalitätsgesetzes und die protestlose Hinnahme der englischen Blockademaßnahmen für eine derartige Entwicklung verantwortlich sei. Amerika als Waffenlieferant. Washington, 26. Nov. (Europapreß.) Aus einer vom Staatsdepartement veröffentlichten Liste über den Export von Waff en und Munition geht hervor, daß ttotz des im Oktober noch bestehenden Verbotes des Waffenembargos die Ausfuhr von Waffen und anderen Kriegsmitteln der Vereinigten Staaten eine erhebliche Steigerung gegenüber den Vormonaten aufweist. Insgesamt haben die USA. im Oktober für 9,27 Mill. Dollar Waffen ausgeführt. An der Spitze der Käufer steht Japan mit 3,8 Mill. Es folgt die Türkei mit 2,2 Mill, und Schweden mit 1,7 Mill. Dollar. Außerdem haben Finnland, Nie- derländisch-Jndien, Brasilien, Holland, Mexiko und andere ibero-amerikanische Länder aus den Vereinigten Staaten Waffen bezogen. Die neue rumänische Neqierung. Bukarest, 26. Nov. (DNB.) Während der Vereidigung der neuen Regierung erklärte Ministerpräsident Tatarescu, das neue Kabinett sei aus der Front der nationalen Wiedergeburt hervorgegangen. Die Regierung werde ein Kabinett der Beruhigung, des Wiederaufbaues und der Festigung auf allen Gebieten fein und unter der oberen Leitung des Königs stehen. Die Front der nationalen Solidarität werde gefestigt werden und alle militärischen und materiellen Kräfte des Landes würden im Hinblick auf die Verteidigung des nationalen Erbgutes organisiert werden. Das gleiche gelte auch für die Neutralität, die ohne den gernigften Seitensprung unter allen Umständen beibehalten werde. „Bei der Durchführung dieses Programmes der nationalen Einheit, der sozialen Gerechtigkeit und des Friedens im Innern und an den Landes- grenzen sind wir überzeugt, daß wir gewissenhaft von allen Seiten der rumänischen Nation unterstützt werden." König Carol antwortet»: ^Jch bin sicher, daß Sie alle sich über meine Besorgnisse und über den entscheidenden Augnblick im klaren sind, in dem Sie zur Leitung der Ihnen anvertrauten Aufgabenbereiche berufen werden. Zu einer Zeit, wo sich die Welt in Wirren befindet, hoben wir die Pflicht, alle Opfer zu bringen, damit unser Land in materieller wie in moralischer Hinsicht er* blühe." --- Sowjetrussische Warnung an Finnland. Scharfer Protest der Neutralen in London. Gegen die völkerrechtswidrige Blockade deutscher Exportwaren. träumen lassen. Man sei sich natürlich in den westlichen Hauptstädten darüber im klaren gewesen, führt werden. Nach etwa vier bis fünf Minuten Dampfers „Norderne y", der im Segelfchiffhafen erfolgte^ eine zweite Explosion, und wie« in Hamburg lag, eine sogenannte Brand- der war ein ausgesprochener Pulvergeruch festzu« Packung gefunden, die sich zwar entzündet hatte, l stellen. Diese zweite Explosion erfolgte backbord- Oie Gaboiageorganisaiion des Intelligence Service Brände mrd auf deutschen Schiffen das Werk des britischen Geheimdienstes. jedoch mangels genügender Luftzufuhr ohne größere Wirkung geblieben war. Der Erste Steuermann des Schiffes erkannte den Brandherd als solchen, verständigte umgehend die Geheime Staatspolizei in Hamburg, die sofort die notwendigen Untersuchungen aufnahm. Im Verein mit der Gestapo stellte das Chemische Staatsinstitut in Hamburg fest, daß die sichergestellten Gegenstände Metallhülsen enthielten, die in Wirklichkeit zeitlich einge st eilte Zündkapseln darstellten, mit Pikrinsäure als Inhalt. Weiter konnte festgestellt werden, daß es sich hierbei um eine Brandpackung handelte, die an Bord geschmuggelt und im Raum II hinter die Spanten und Schweißplatten versteckt wurde, um den Dampfer auf hoher See in Brand zu setzen. Durch den Umstand, daß das Schiff im unteren Teil durch Holzbohlen und im oberen Teil mit Papierballen dicht beladen, beinahe luftdicht abgeschlossen war, ist die entzündete Brandpackung mangels Lustzufuhr selb st erloschen und hat ihren Zweck nicht erreicht. Ein weiteres Gutachten der Chemisch- Technischen Reichsanstalt Berlin bestätigte noch das Vorhergesagte. Dieser Fall des Dampfers „Norderney" war der Staatspolizei deshalb von ganz besonderem Interesse, weil ber Sabotageanschlag in erheblichen Punkten eine absolute Uebereinstimmung mit dem Sprengstoffanschlag auf den italienischen Dampfer „F e l c e" darstellte. So sind die im Falle des Dampfers „Norderney" gefundenen Messingrohrstücke, Gewindekavpen und Spengkapseln mit Aluminiumhülsen ebenfalls bei der Sprengstoffpackung des Dampfers „Felce" verwendet worden. Die spätere Feststellung, daß auch auf den von ähnlichen Anschlägen getroffenen Schiffen „H e st i a" sowie „Feronia" das gleiche Sabotagematerial gebraucht wurde, bildete dann auf der Spur der von England beauftragten Verbrecher ein ganz besonderes Beweismaterial. Der Zoll „Claus Vöoe". Am 17. März 1938 fuhr der deutsche Dampfer „Claus B ög e", 2340 Tonnen groß, mit 21 Mann Besatzung von Oslo ohne Ladung mit dem Ziel Vlis singen in See. Als sich der Dampfer in der Nacht zum 19. März etwa um 0.50 Uhr zirka 26 Seemeilen nordwestlich von Hornsriff aus der Höhe von Esbjerg befand, wurde das Schiff durch eine Detonation im Vorschiff schwer erschüttert. Gleichzeittg sahen Besatzungssngehörige aus Luk I eine Stichflamme und sodann dicken, gräulichen Qualm hervorbrechen, der auffallend stark nach Pulver roch. Die vom Kapitän an- geordneten Versuche, das Leck im Vorschiff mit einem Lecksegel abzudichten, konnten wegen des schnell eindringenden Wassers nicht mehr durchg^ hören, zu denen nur der letzte Auswurf der Menschheit sonst fähig ist. Captain Stevens hat uns bei seiner Vernehmung bestätigt, daß die sogenannte „Propagandaabteilung" des Service in London diese Arbeit bestellte, bezahlte und durchführen ließ, wie gesagt, um damals nur „auf Probe" das Funktionieren des eigentlichen Apparates festzustellen. Der Fall „Reliance". Der 20 000 Tonnen große deutsche Luxus- dampfer „R e l i a n c e" kehrte zurück von einer Weltreise. Am 1. August 1938 Uuf das Schiff in Kopenhagen ein, wo es mit Passagieren und einer Besatzungsstärke von 300 Menschen nur einen Dag anlegte und anschließend die Fahrt nach Cuxhaven fortsetzte. Am 4. August wurden die Passagiere in Cuxhaven an Land gesetzt und noch am gleichen Tage fuhr die „Rekiance" nach ihrem Heimathafen Hamburg, wo sie am Kais er-Wilhelm- Kai anlegte. Am 7. August sollte das prächtige Schiff zu einer langen Reise auslaufen, da brach an Bord des Dampfers jedoch ein Großfeuer aus, das solchen Umfang annahm, daß es in verhältnismäßig kurzer Zeit die gesamten I n - nenräume des Schiffes vollständig z e r st ö r t e und auch die Deckaufbauten noch zum größten Teil vernichtete. Lange Zeit dauerte es, bis der Brand gelöscht werden konnte. Die nach der Löschung von den eingesetzten Un- tersuchungskommifsionen angestellten Erhebungen führten zu dem ganz einwandfreien Ergebnis, daß der entsetzliche Brand auf einen Sabotageakt zurückzuführen war. Die näheren Feststellungen der Sicherheitspolizei ergaben, daß der Brand von den Besenlockern hinter dem Bücherladen ausging. Hier wurde dann auch ein großer Teil des Brandsatzes, darunter zwei Messinghülsen, die mit dem Zündsatz im Zusammenhang standen, sichergestellt. Es wurde außerdem im Obersteward-Locker ein zweiter Brandherd festgestellt. Eingehende Sachverständigengutachten stellten fest, daß die Brandlegung ganz spezielle Sachkenntnis voraussetzte. Es konnte auch dabei die genaueste Zusammensetzung des Zündgemisches, das zur Sabotage diente, festgestellt werden. Der englische Auftrag war befehlsgemäß, wie wir heute wissen, durch geführt worden, zwei deutsche Volksgenossen haben dabei ihr Leben lassen müssen, die Hamburg- Amerika-Linie mußte einen Sachschaden von 25 Millionen Reichsmark feststellen — eine Arbeitsprobe der „Propagaridaabteilung" des englischen Geheimdienstes. Der Fall „Norderney". Am 18. Mai 1938 wurde im Laderaum des Berlin, 25. Nov. (DNB.) Amtlich wird verlautbar: Als Hauptergebnis des kürzlichen Besuches des französischen Finanzministers in London wurde von beiden Regierungen eine Erklärung verkündet über die Zusammenfassungen ihrer K r i egsanstrengungen auf wirtscha f t- lichem Gebiet. Sechs gemeinsame Ausschüsse sind eingesetzt worden für die einzelnen Aufgaben, wie Rüstungen, Rohstoff- und Lebensmittelversorgung, Transportwesen und Wirtschaftskrieg. In einem langatmigen Kommentar wurden die Maßnahmen als das wichtigste Ereignis seit der Kriegserklärung bezeichnet und die Vorteile aufgeführt, die daraus sowohl für England und Frankreich als auch für die weltwirtschaftlichen Beziehungen zu erhoffen seien, wie Beseitigung der Konkurrenz bei Einkäufen im Auslande, einheitliche Ausnützung der See-Tonnage beider Länder, größere Sicherheit der Geleitzüge, Vermeidung zukünftiger weltwirtschaftlicher Kriesen. Im ganzen britischen Weltreich mürben nach diesen amtlichen Stichworten durch Presse und Rundfunk Lobeshymnen auf dieses „Wirtschaftsbündnis" angestimmt, in überschwenglichsten Tönen, die den Verdacht nahelegten, daß damit etwas vertuscht werden sollte. Wie begründet dieser Verdacht ist, wird ersichtlich, wenn man den wirklichen Absichten und Folgen dieser englisch-französischen Abmachungen nachgeht. Zunächst ihre finanzielle Bedeutung: die Entwertung des englischen Pfundes hat sich seit Kriegsbeginn bekanntlich in beschleunigtem Tempo fortgesetzt. Fast alle Länder, die ihre Wäh- rung mit dem Pfund verknüpft hatten, haben diese Verbindung schleunigst g e l ö st, und der sogenannte Sterling-Block ist damit auf geflogen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben seit Kriegsausbruch aus ihrem Währungsausgleichfonds keinerlei Stützunaskäufe für das Pfund mehr getätigt. England kann aus eigener Kraft das Absinken des Pfundes nicht aufhalten, geschweige denn seine Stellung als Weltbankier behaupten. Eine neue akute Gefahr drohte jetzt daraus, daß auf Grund der cash and carr^-Klaufel die großen englischen Rüstungsbestellungen in Amerika bar b e - zahlt werden müssen, und zwar in Dollar. Gold steht England hierzu nicht mehr zur Verfügung, b^nn seine Goldbestände sind erschöpft. In den letzten 14 Monaten sind nicht weniger als drei Milliarden Dollar Gold aus England nach Amerika ab gewandert. Diese Goldverluste wurden so bedrohlich, daß man sie der Oeffentlichkeit verheimlichen mußte: Aus Wunsch der britischen Regierung wurden in Amerika die bisher üblichen wöchentlichen Veröffentlichungen der Gvldverschiffungen von Europa nach den Vereinigten Staaten vor einiger Zeit eingestellt. Um seine Käufe in Amerika zu finanzieren, mußte England bereits dazu übergehen, seine Bestände an Aktien amerikanischer Gesellschaften zu verkaufen. Täglich werden schon jetzt an den amerikanischen Börsen bis zu 50000 solcher Wertpapiere versilbert, ein Verfahren, das natürlich nicht unbegrenzt fortgesetzt werden kann. Dazu kommt, daß auf der anderen Seite England große Aufwendungen für militärische Zwecke in französischen Franken machen muh. Wenn diese Franken und die für die Rüstungskäufe in Amerika erforderlichen Dollar gegen englische der Wirtschaft hat es mit sich gebracht, daß nur einer zu befehlen hatte, und daß alles auf die staatlichen Notwendigkeiten ausgerichtet wurde. Es bedurfte daher nur eines Kommandos, um diejenigen Vorbereitungen in Kraft zu setzen, die im Laufe von Jahren sichergestellt worden waren. Wie Staats- sekretär Landfried ankündigte, wird der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in allernächster Zeit eine neue wichtige Aufgabe übertragen werden, 1 nämlich die Durchführung der „WerkerHal- i tungsbeihilfe". Das deutsche Volk in allen । feinen Teilen steht in einer Schicksalsgemeinschaft und muß daher auf allen Gebieten strenge Soli- ' darität wahren. Es ist nicht das Verdienst des 1 Einzelnen, wenn sein Betrieb auch im Kriege voll ! und vielleicht übervoll beschäftigt wird, und es ist nicht das Verschulden des Einzelnen, wenn die Fortführung seines Betriebes entbehrlich oder sogar 1 schädlich geworden ist. Es ist nur recht und billig, wenn die außer Funktion gesetzten Unternehmer vor dem Zusammenbruch bewahrt, und wenn ihre Anlagen für spätere Wiederverwendung im Frieden erhalten werden. Staatssekretär Landfried hat angetünbigt, daß so wenia Betriebe wie möglich stillgelegt werden sollen. Dies ist nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus sozialen Gründen notwendig. Wir hätten den Krieg nur halb gewonnen, wenn wir nach einem Siege über unsere Gegner eine Massenzerstörung selbständiger wirtschaftlicher Existenzen und vielleicht den Zusammenbruch besonders zahlreicher kleinerer und mittlerer Unternehmer zu beklagen hätten. Staatssekretär Landfried bezeichnete es als eine wichtige Aufgabe in der Zusammenarbeit der Wehr- Wirtschaftsinspektionen und der Bezirkswirtschafts- ümter, eine gesunde Wirtschafts st ruktur zu erhalten. Dabei wird man sorgfältig daraus achten müssen, daß die Aufträge her offen t - lichen Hand gerecht verteilt werden, und daß alle mit dem gegenwärtigen Organisations- und Behördenapparat gemachten Erfahrungen gewissenhaft ausgewertet werden. Doppelarbeit und Reibungen der einzelnen Stellen untereinander sind in der großen Bewährungszeit des Krieges noch weniger am Platze als sonst. Staatssekretär Landfried hat auch über die Zusammenarbeit der staatlichen Behörden und der Wirtschaftsorganisationen auf dem Gebiete des Außenhandels gesprochen. Nicht nur zur Versorgung im Kriege, sondern auch für einen guten Start nach dem Friedensschluß ist es notwendig, daß derWirtschaftsverkehr mit, den heute neutralen Ländern so vollständig wie möglich aufrechterhalten wird. Cr. Sie Luftkampfe in Frankreich. Berlin, 25. Nov. (DNB.) Nachdem die Fest- fiellungen über die Kampfhandlungen am 23. No- vember ein genaues Bild ergeben haben, kann mit« geteilt werden, bafc bei Lustkämpfen in der Gegend Zweibrücken zwischen deutschen Messerschmitt-Flugzeugen und französischen Jagdflugzeugen (Moräne) zwei weitere französische Flugzeuge abgeschossen wurden, so daß die Gesamtzahl der am 23. November ab geschossenen feindlichen Flugzeuge sich auf fünf erhöht. Von den deutschen Aufklärern, die bis nach Westfrankreich vorstießen, sind vier Flugzeuge vermutlich über französischem Gebiet ab geschossen worden, zwei sind in Frankreich notgelandet, eines davon bei Vouziers, ein weiteres Flugzeug wird vermißt. Ein Bericht dse Reuterbüros muß das tapfere Verhalten der Besatzung des bei Vouziers notgelandeten Flugzeugs anerkennen. Demnach hat der Flugzeugführer fein Flugzeug nach einer glatten Notlandung ’n Seinem Hohlweg niedergesetzd Er selbst und der Beobachter sind herausgesprungen und haben ju- Mchst den Heckschützen, der am Kopf verwundet war, geborgen. Obwohl Bauern, die sich mit Knüppeln bewaffnet hatten, die Deutschen dingfest Machen und von der Maschine fernhalten wollten, gelang es dem Beobachter, mit der Pistole in der Mond die Franzosen im Schach zu halten, so daß /der Flugzeugführer die Do 17 durch Feuer zerstören konnte. Als dann ein Trupp Soldaten erschien, mußten sich die deutschen Flieger ergeben. !Der britische Berichterstatter muß feststellen, daß die Deutschen sich erst zur Notlandung entschlossen, tols ihnen d i e Waffen aus der Hand geschlagen waren: Der Heckschütze verwundet, ein Maschinengewehr im Kampf ausgefallen und das jFlugzeug nach der englischen Meldung wie ein Schachbrett zerschossen war. Am Mittwoch starben drei deutsche Fliegersoldaten östlich von Calais unweit der belgischen 'Grenze den Heldentod. Sie wurden im Luftkampf jhiit einem zahlenmäßig überlegenen Gegner tödlich betroffen und stürzten mit ihrer Maschine a u f .Belgisches Gebiet ab. Der vierte Insasse, der Pfunde gekauft werden müßten, dann wäre das Pfund auf feiner abschüssigen Dahn überhaupt nicht mehr zu halten. Ein Hauptzweck der neuen englisch-französischen Abmachungen besteht nun erklärterweise darin, die Währungen zu schützen und die beiden Regierungen instand zu setzen, gemeinsam über die Bestände in beiden Währungen zu verfügen. In Erfüllung dieses Zweckes wird also Frankreich seine immer noch beträchtlichen Goldbestände von nahezu 100 Milliarden Franken zur Stützung des englischen Pfundes und für Bezahlung nicht nur der französischen, sondern auch der englischen Rüstungs- bestellungen in den Vereinigten Staaten aufwenden müssen. Es wird ferner die für die britische Armee erforderlichen militärischen Ausgaben in französischen Franken zu einem Pfundkurs auf der bisherigen Höhe zur Verfügung zu stellen haben. Damit hat Frankreich auf die Möglichkeit einer selb ständigen Währungspolitik verzichtet und feinen Franken endgültig mit dem englischen Pfund verknüpft. England hat also nicht nur das französische Gold feinen Zwecken dienstbar gemacht, sondern auch das finkende Pfund, nachdem es von der ganzen Welt verlassen war, an den französischen Franken angehängt, den es damit auf feinem Sturz in den Abgrund mitreißen wird. Aehnlich wird sich das Abkommen auf dem Waren- und Transportgebiet auswirken. Frankreich istinseinerErnährung weitgehend vom Auslande unabhängig, England dagegen zu nahezu 80 v. H. auf überseeische Zufuhren angewiesen, die durch die deutsche Seekriegssührung immer mehr abgefchnitten zu werden drohen. In Zukunft wird Frankreich mit seinen reichlichen Nahrungsmittelbeständen nicht nur die auf seinem Boden befindlichen englischen Truppen unterhalten dürfen, sondern auch die Lücke in der Ernährung der Bevölkerung a u f der britischen Insel ausfüllen müssen. Die mit dem Abkommen angeftrebte Aufrechterhaltung des Lebensstandards in beiden Ländern wird sich folglich auf einem beträchtlich herabgesetzten Niveau vollziehen müssen. Frankreich wird ferner seine Handelstonnage zum Ersatz versenk- ter britischer Handelsschiffe für die Zufuhren nach England zur Verfügung zu stellen haben, ebenso seine Kriegsschiffe zur Verstärkung englischer Geleit- züge. Schließlich wird Frankreich weitgehende Umstellungen in seiner Produktion in Kauf nehmen müssen, da nach dem Abkommen Frank und Pfund nur noch für krie gswich- tige Einkäufe benutzt werden sollen. Die große Ausfuhr Frankreichs nach England an Luxuswaren, Weinen, Kleidung und Modeartikeln wird also auf« hören. Die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit wird zu einer weiteren Herabsetzung des Lebensstandards in Frankreich beitragen. Angesichts dieser Auswirkungen oes neuen Wirt- schäft Bündnisses kann man die Befriedigung verstehen, die darüber in England so unverhohlen zum Ausdruck kommt. Gleichzeitig wird aber auch verständlich, daß im Gegensatz dazu die französische Presse das Abkommen recht zurückhal« B e r l i n, 25. Rov. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" schreibt: Georg Elfer, der Mörder von München, Otto S t r a f s e r, der Hintermann in der Schweiz, die Londoner Zentrale im Broadway- Building, das gehört zusammen wie Glieder, Rumpf und Kopf. Dort in London ist das Gehirn der teuflischsten aller Verbrecher, dort im Geheimdienst laufen die Fäden zusammen, die Fäden, an denen jener Strass er, jener Pö tzsch , jener Elser, Agenten, Nummern nur, hängen, um im Bedarfsfall bewegt, bezahlt und benutzt zu werden. Das Spiel bleibt das gleiche im Frieden wie im Kriege, auch die Mittel wechseln kaum, der Apparat ist nun einmal so eingespielt und läuft auch so schon lange genug mit gewünschtem Erfolg. Gelegentlich gibt es kleine Hebungen, da wird exerziert, da wird probiert, da beweisen die einzelnen Abteilungen jede vorbedachte Funktion, Mittelsmänner, neue Methoden müssen sich bewähren, Geld spielt dabei keine Rolle, und Werkzeuge sind überall zu kaufen. Während des spanischen Bürgerkrieges waren wir selbst Schauplatz eines solchen Exerzierens, eines solchen Probealarms des Services, als in der Zeit vom 18. November 1937 bis zum 27. November 1938 in 15 festgestellten Fällen , auf meist deutschen Schiffen g e m e i n ft e Sabotageakte durch Brandund Explosion durchgeführt wurden. Wir erfuhren bereits durch eingehende Verösfenllichungen in den letzten Tagen, wie es möglich war, die Urheberschaft des britischen Geheimdienstes für diese Anschläge festzustellen und zu beweisen. Tatsachen, Namen und wahrscheinliche Annahmen der deutschen Behörden wurden vom Captain Stevens bei seiner Vernehmung ausdrücklich bestätigt, so daß zum Indizienbeweis noch das Geständnis des beteiligten Mittäters kam. Wir wissen, daß ein aus Deutschland emigriertes Subjekt namens Pötz sch genau wie Otto Strasser der Mittelsmann für den Mörder und ausübenden Verbrecher war. Die Aussagen des Capitains Stevens über diesen Pötzsch bestätigten in dessen anerkennender Würdigung dieses elenden Schuftes nur, was man in London stets auch an Sympathien für Otto Strasser empfand. Uebereinstimmend mit neutraler Hilfe stellten deutsche Untersuchungen fest, daß nicht nur d i e Urheber der festgestellten Schiffskatastrophen in England zu suchen waren, sondern selbst sogar meist der gleiche Sprengstoff von London aus über ebenfalls meist immer die gleiche Ausgabestelle in einem heute neutralen Lande für die jeweilig befohlenen Attentate „auf Probe" aus- gegeben wurde. Es würde zu weit führen, nun die einzelnen Untersuchungsbefunde zu behandeln, wie sie erst nach mühsamer Arbeit immer wieder auf den gleichen englischen Ursprungsfaden zurückzu- führen waren, wir wollen heute nur einige Seiten jenes Kontobuches aufschlagen, in dem die Verbrechen des Geheimdienstes verzeichnet stehen, die zu den übelsten, well gemeinsten Schandtaten ge- (im Gefecht völlig unverletzt geblieben war, konnte i.jid) im Fallschirm retten. Die Gefallenen wurden Minter militärischen Ehrenerweisungen durch die bei« gische Wehrmacht aufgebahrt. Der deutsche Bot- ■ schafter in Brüssel war anwesend und dankte zum Schluß den belgischen Behörden und Offizieren. Die Irländer melden sich. A m st e r d a m, 27. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie Londoner Sonntagsblätter berichtet, hat die eng« lische Polizei in ganz London verstärkte Nachforschungen nach allen Angehörigen der irischen republikanischen Armee angestellt. Man macht sie für die jüngsten Bombenattentate in London und einigen englischen Provinzstädten verantwortlich. Sonderkommandos von Scotland Pard sind in die Stadtteile Londons geschickt worden, wo angeblich Anhänger der irischen Nationalisten wohnen. Diese, ihre Angehörigen und Freunde wurden durch die Polizei eingehend vernommen. Am Samstagmorgen sind in verschiedenen Teilen Londons wiederum Bombenanschläge aus Telephon- gellen verübt worden. Aber auch im Zentrum der Stadt Birmingham kam es zu mehreren Explosionen. In Coventry konnte eine Bombe, die vor ein Feuerwehrgebäude gelegt war, noch vor der Explosion unschädlich gemacht werden. Generolgouverneur Frans in Warschau. Warschau/ 26. Nov. (DNB.) Der General- gouverneur für die besetzten polnischen Gebiete, Reichsminister Dr. Frank, traf am Sonntag nach einer zweitägigen Besichtigungsfahrt von Radom kommend in W a r s ch a u ein und legte an den Gräbern der bei Warschau im Weltkrieg und im Polenfeldzug gefallenen deutschen Soldaten einen Kranz nieder. Hier kündet ein verwitterter Gedenkstein von deutschem Heldentum im Weltkrieg, und neben den langen Gräberreihen von damals wölben sich die frischen Hügel der jüngsten deutschen Soldatengräber. Gegen Abend besichtigte der Generalgouverneur noch eine bemerkenswerte Schau historischer Dokumente, die in Warschau aufgefunden wurden und die erneut bestätigen, daß deutsches Recht und deutsche Kraft von jeher das Gesicht des Landes beftimmten. , England raubt Frankreichs Gold. Oie wahre Bedeutung des englisch-französischen Wirtschastsbündniffes tenb ausgenommen hat. Sie wird erkannt haben» daß der britische Löwe getreu feiner geschichtlichen Tradition sich auch in dieser neuen Partnerschaft den Löwenanteil gesichert hat. Frankreich, das militärisch schon bisher in diesem Krieg nur Englands Kamps kämpft, ist nun auch finanziell und wirtschaftlich sozusagen dem britischen Weltreich einverleibt worden. Es wird künftig mit Gut und Blut für England Opfer in einem Ausmaß zu bringen haben, wie sie die anderen Witgliedstaaten des britischen Weltreiches zu bringen sich geweigert haben. In der gewohnten Melodie der britischen Pro» pagandaleier würde ein wesentlicher Ton fehlen, wenn nicht auch diesmal die Beglückung der getarnten übrigen Welt als eine gewollte Folge des Abkommens hingestellt würde. Die jetzt eingeleitete Zusammenarbeit der britischen und französischen Wirtschaftssysteme werde der Anfang für eine Weltwirtschaftsorganisation des Friedens fein, bei der es keine Rückkehr von Wirtschaftskrisen geben könne. Es ist erstaunlich, daß man mit solchen Phrasen noch Eindruck zu machen können glaubt. Sie können nicht verschleiern, daß das Abkommen in seinen Wirkungen nicht nur gegen Deutschland, sondern mehr noch gegen die Neutralen gerichtet ist. So wird z. in dem amtlichen Kommentar ausdrücklich betont daß der Ausschluß der englisch-französischen Konkurrenz bei Einkäufen in dritten Ländern den Zweck hat, die Preise zu drücken. Daß niedrige Preise für England und Frankreich angesichts ihrer oben bargelegten Finanzlage ein dringendes Bedürfnis sind, besonders für ihre Rüstungskäufe in Amerika, wird niemand bezweifeln. Ebensowenig aber wird jemand annehmen, daß die übrige Well einen solchen einseitig den englisch-französischen Interessen dienenden Zusammenschluß ohne Gegenwirkung hinnehmen wird. Die Stimmen aus neutralen Ländern lassen bereits erkennen, daß man sich dort durch die britischen Dernebelungsversuche über die wahren Zusammenhänge nicht täu- 1 chen läßt. Es ist vielmchr zu erwarten, daß die neutralen Staaten, die schon bisher durch den Wirtschaftskrieg, wie er durch England geführt wird, am meisten zu leiden haben, sich gegen diesen neuen Vergewaltigungsversuch zur Wehr setzen werden. Deutschland kann auch hiefes „wichtigste Ereignis feit der Kriegserklärung" mit gelassener Ruhe betrachten. England hat bekanntlich auch den Wirtschaftskrieg gegen Deutschland feit Jahren in allen Einzech eiten auf das sorgfältigste vorbereitet. Wenn es sich nun schon nach so kurzer Kriegsdauer zu einer solchen Aktion gezwungen sieht, so tft dies ein Beweis dafür, daß die Vorbereitungen nicht ausreichend waren und daß sich bereits Mängel und Gefahrenmomente gezeigt haben, zu deren Abstellung dringend etwas geschehen mußte. Was aber geschah, besteht lediglich darin, daß die bestehende Ueberarganifation und Unordnung in der englischen Kriegswirtschaft noch um sechs Ausschüsse vermehrt worden ist, deren Tätigkeit das Durcheinander bei den Verbündeten vergrößern, England letzten Endes nichts nützen, jedoch in erster Linie Frankreich, in zweiter Linie die Neutralen, ni*t aber Deutschland schädigen wird. auf 53,38 Rpf. zu verzeichnen, sondern sogar noch an Nichtwehrmachtangehörige. Das Kriegsverdienst« !er Deutschland mitten ins her; treffen sollte. m tn bfl AussW Mft Die Zähne richtig pflegen ! irrtrauen fest, baß diese Gerechtigkeit mit stärkerer band jenes raffinierte System ganz zerschlägt! I I I Ohlorodont wirktabendsambesten ihr mehr als 5000 Gemeindeschwesterstationen errichten und ein ganzes Jahr lang unterhalten kann. Kampf den Etaublungen-Erkrankungen In einem der letzten Jahre machten die Fälle Durcheil , Englon) 'ster ßinii den, nifl Wie die United Preß aus der siamesischen Haupt» stadt Bangkok berichtet, sind in einem Prozeß 21 Personen wegen des Versuchs, die Regierung zu stürzen, zum Tode verurteilt worden. Der Sohn des früheren Königs Tsjoelalongskorn und damalige Kommandeur des siamesischen Expeditionskorps im Weltkriege ist begnadigt worden. kreuz ist ein Orden i zachen, auch kein Ersatz für . Kreuz. Sinngemäß gelten daher die für Derlechung des Eisernen Kreuzes gegebenen Richtlinien, nur ist „Tapferkeit vor dem Feinde" durch „besondere Verdienste" zu ersetzen. Eine Verleihung an weibliche Personen ist nicht beabsichtigt. Jum Abschluß des Krieges ist die Stiftung eines Ehrenzeichens geplant, das alle Kriegsteil- Kleine politische Rachrichten. Der Führer besuchte am Sonntag in München die noch in den Krantenhäüsern befindlichen Verletzten des S p r e n g st o f f a t t e n t a t e s im BürgerEwäukeller, die sich sämtlich aus dem Wege der Besserung befinden. ♦ Reichsschatzmeister Schwarz begeht am Mon» tag, den 27. November, seinen 64. Geburtstag. Aus Anlaß dieses Tages stattete der Führer dem Reichs schatzmeister am Sonntag in seinem Heim in München einen Besuch ab, um ihm persönlich seine Glückwünsche auszusprechen. °Pfet ’kfe Sell, 'n. Mn. c 8'hn. olBe De, Wi(t( Wkje '» für Jb(! f*>r io. I’aunli* druck » Ichlei«^ 8>cht »e .9'8’« J beim en M «Sw niedrig, ihr« ideg "kaufe in nfoweck DeL lchen 3n, neutral .sich fort berdii t töu. > daß di. Wir!, wird, Qm en neuen V Er«» ner Ruh, >en Win- i m allen tet Wm -dauer P st dies ein en nichl eits Mail' zu dem ißte. Wu X Wh Ule. sinytz 1 den, 1 wirh (he "iS*. Ä- von Staublungenerkrankungen fast 30 v. H. aller den Berufsgenossenschaften angezeigten Berufskrankheiten aus und standen hinsichtlich der Häufigkeit der entschädigten Berufskrankheiten mit 70 o. H. a n erster Stelle. Die Ursache der Silikose der Sandstrahlbläser ist der freie Kieselsäure enthaltende Feinstaub, der beim Atmen in die Lunge dringt. Zum Schutze ist das Tragen Oer Kongo, Belgiens Vorratskammer Von unserem p.-Korrespondenten Brüsiel, November 1939. Es gibt Jubiläen, die man mit innerer Anteilnahme, und solche, die man nur pflichtmäßig feiert. In Belgien ist in den letzten Wochen ein Jubiläum begangen worden, an dem alle Einwohner des Landes lebhaften Anteil nahmen auch dann, wenn dieses Jubiläum in äußeren Feiern gar nicht so sehr zum Ausdruck kam. Das Jubiläum, das gefeiert wurde, war das Kongo-Jubiläum. Am 19. Oktober 1939 jährte sich zum dreißigsten Male der Tag, an dem König Leopold sein Kongo- Reich an die Belgier abgetreten hat. „Die eine Hand hinterm Rücken trat Leopold vor den beschämt errötenden Untertan und sagte: ,Jn dieser Hand halte ich den Kongo: ich will ihn euch schenken!* Er machte ein kleine Pause... dann streckte er die andere Hand aus und sagte: »Zahlen!^" Also sahen damals die bösartigen Feuilletonisten, und nicht nur sie, diese Uebergäbe des königlichen Kolonialbesitzes an den Staat. Für sie war es nichts anderes als ein neues Geschäft des königlichen Busineß-Mannes, bei dem das liebe Volk wieder einmal die Zeche zahlen mußte. Heute steht man die Dinge ein wenig anders und merkt, daß der alte König doch in vielem einen weiteren Blick hatte als manche Widersacher, die ihn umgaben. Schon 'm den letzten Jahren hatte der Kongo finanzpolitisch die Aufgabe, das Minus der belgischen Außenhandelsbilanz wieder auszugleichen, also dafür zu sorgen, daß Belgien, das sich von seinem Export erhält und eines der wenigen Länder ist, das noch heute die reine Goldwährung besitzt, keinerlei devisenmäßige Einbußen erleiden mußte. Mit Krirgrbeginn hat sich das alles noch mehr geändert, und wie die belgischen Kinder heute chre erwartungsvollen Augen auf St. Niklas gerichtet halten, so schauen die Erwachsenen nach dem Kongo. Man redet viel von der Möglichkeit einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Kongo-Kolonie, denkt daran, eine Art Not-Autarkie zu machen, so daß bei einer Steigerung der Erzeugung des Kongo und gleichzeitigen Abnahme der belgischen Jndustrieprodukte durch die Kolonie die Industrie des Mutterlandes jtu einem großen Teil unterhalten werden könnte. Jedes Schiff, das vom Kongo in Antwerpen ankommt, ist darum heute eine belgische Sensation, von der alle Zeitungen berichten und genauestens die Ladung spezi- fizieren, die das Kongoschlff mit sich führte. Solche Ladungen bestehen aus Kupfer und Zink, Gold und Diamanten, Kautschuk und Baumwolle, Mais und Palmöl, Zucker und Kaffee, Manganerz und Edelhölzern. wacht werden. Schulden müssen bezahlt werden. Infolge der Kriegsverhältnisse sind gewisse Lockerungen und Beschränkungen der Zwangsvollstreckung verfügt worden. Im „Deutschen Recht" weist Ober- landesgerichtsrat Fechner jedoch darauf hin, daß grundsätzlich die Nichterfüllung oder Zuspäterfüllung einer Verbindlichkeit auch jetzt die durch Gesetz oder Vertrag vorgesehenen Rechtsfolgen nach sich zieht. Auch die Verordnung über die Bewilligung von Zahlungsfristen in Rechtsstreitigkeiten hat es abaelehnt, die Fälligkeit der Verbindlichkeiten als solche aufzuheben oder hinauszuschieben oder gar besondere Vorschriften über die Umgestaltung der Vertragsbeziehungen zu treffen. Der Schuldner soll lei st en, was er schuldet. Es mag sein, daß in einzelnen Fällen Sonderreglungen zweckmäßig sind, die dann zu gegebener Zeit getroffen werden. An dem Grundsatz aber, daß es Pflicht des Schuldners ist, seine Verbindlichkeiten ordnungsmäßig zu erfüllen, wird sich schwerlich etwas ändern, weil dieser Krieg voraussichtlich mehr als jeder frühere auch auf wirtschaftlichem Gebiet ausgetragen wird. Um ihn erfolgreich zu bestehen, muß die Wirtschaft gesund sein. Dies ist nur dann möglich, wenn der Waren- und Zahlungsverkehr reibungslos läuft. Aus diesem Grunde sind auch die für die ersten Kriegsmonate getroffenen Beschränkungen der Zwangsvollstreckung bereits wieder etwas gelockert worden._________________________ Schutze ist das Tragen von Schutzhelmen unbedingt nötig. Der Verband der deutschen Esten- und Metallberufsgenossenschaften hat Richtlinien für die Bekämpfung der Silikose, insbesondere auch für Schutzhelme, ausgestellt. Danach müssen neben anderen technischen Anordnungen die Frischluft-Atemschutzgeräte ausreichende Luftmengen, einwandfreie Frischluftzufuhr und Heizoorrichtung haben. Für jeden durch Staub gefährdeten Versicherten muß ein Atemschutzgerät vorhanden sein. Zur Bekämpfung der Silikose ist außerdem ärztliche Betreuung notwendig. Den Einstellungsuntersuchungen müssen in bestimmten Zeitabständen Wiederholungsuntersuchungen folgen. Diese Untersuchungen sind jetzt bei allen Sandstrahlbläsern der deutschen Eisen- und Metallindustrie durchgeführt. Die Maßnahmen der Berufsgenossenschaften lassen erhebliche Fortschritte in der Bekämpfung der Silikose der Sandstrahlbläser fessttellen. Die Zahl der Erkrankten wird immer mehr zurückgehen, zumal auch der Ausbruch der Krankheit von der Konstitution der Arbeiter abhängt und diese zum Zweck vorbeugender Auslese durch methodische Röntgenuntersuchungen der Berufsgenossenschaften über- knsitL me großen rmann bei rlchen, m spolizei ® usuchuW stellte bist, daß di llfen enl' gestellt infaure JJI daß es W te, die a° n II W würbe, iw 1 zu I* ifiteren I“ mit W» >b8-M ingels* ihren 3®^ >r (Jtjeiw ,te noch W ;I)ä war W erem erhebt f {wmuM Italien#* wS -.-stia v m-t-n" erbrech Schon früher war Belgien mit 402 135 686 Kilogramm, die einen Wert von 1587 478 286 Francs ausmachten, der erste Abnehmer der Erzeugnisse seiner Kolonie. An zweiter Stelle der Kundenliste sah man jedoch schon Deutschland, das aus dem Kongo im Jahre 1938 43 180 320 Kilogramm im Werte von 142 487 737 Francs bezog. Diejenigen Länder hingegen, die heute am liebsten alle Kongowaren für sich in Anspruch nehmen möchten, gehören keineswegs zu den treuen Stammkunden der belgischen Kolonie. So hat England mit 2 478 203 Kilogramm im Werte von 3 934 413 Francs nicht den zehnten Teil an Kongowaren bezogen, die Deutschland gekauft hatte. llnb Frankreich blieb hinter dem englischen Kontingent noch zurück und bezog im letzten Jahre nur 402 922 Kilogramm im Werte von 3 569 641 Francs. Hat man nun von belgischer Seite auch alles getan, um den Ertrag der Kongo-Kolonie so weit als nur möglich zu steigern, hat man Maßnahmen getroffen, um die Arbeitsprobleme einer baldigen Lösung zuzuführen, und angesichts der Tatsache, daß der belgische Kaustchukbedarf nur zu einem sehr geringen Teil vom Kongo gedeckt wird, sofort veranlaßt, daß eine Plantagenfläche von 20 000 Hektar jetzt neu mit Gummibäumen bepflanzt wird, io gibt es doch von anderer Seite her Gefahren, oie drohen, den ganzen Wert des Kongos illusorisch zu machen. Denn was nützt eine noch so große Steigerung der Kongo-Erzeugung, was helfen die mit Kaffee und Kakao, Baumwolle und Mais, Oel und den verschiedensten Bergwerksprodukten beladenen Schiffe, wenn ste von den englischen Kontrollschiffen in die Downs von Dover verschleppt, dort wochenlang festgehalten und obendrein ihrer wichtigsten und wertvollsten Güter beraubt werden. Von Kriegsbeginn an hat man darum in Belgien darauf hingewiesen, daß die Rohstoffe aus dem Kongo keineswegs so behandelt werden dürsten wie Waren, die aus anderen Ländern nach Belgien importiert werden. Alle diese Proteste jedoch haben bis zum heutigen Tage nichts geholfen, und gerade die Kongoschiffe sind eurer besonders peinlichen Untersuchung unterzogen worden. Das alles kann jedoch nichts daran ändern, daß den Belgiern chre Kolonie, deren finanzielle Lage sich in den letzten Monaten den jüngsten Berichten zufolge erheblich gebessert hat, heute mehr denn je am Herzen liegt und neben der belgischen Kohle als größtes .Haben" in der belgischen Bilanz gebucht wird. Nachdem die organisatorische und Aufbau« arbeit der SA. im Gebiete des Protektorats Böhmen und Mähren bereits vor einiger Zeit ihren Abschlüß gefunden hatte, begab sich Stabschef Lutze zu diesen neuen Einheiten, um die Männer von fünf Standarten auf den Führer zu vereidigen. In Belgrad wurde mit einem Kapital von 1,1 Millionen Dinar eine neue Gesellschaft „Jugo* Panuk" gegründet, die den Baumwollanbau in Jugoslawien verbreiten und die Ausfuhr dieser neugewonnenen Baumwolle n a ch Deutschland fördern soll. Daneben wird sich die Gesellschaft mit der Ausfuhr von Erbsen und landwirtschaftlichen Produkten sowie mit der Einfuhr von Industrie-Erzeugnissen befassen. In Italien wird die Jahresklasse 1913 vom 1. Dezember an beurlaubt. Ferner werden ältere Offiziere beurlaubt, die bereits während des Weltkrieges eingezogen worden waren. und kein Masienerinnerungs- gegenüber dem ersten Opfersonntag des Kriegsatz für das fehlende Eiserne winterhilfswerkes ein um 669 883,38 RM. höheres ~ Ergebnis erzielt worden. Rund 20,9 Millionen opferte allein im November 1939 das deutsche Volk für das Kriegswinterhilfswerk. Welch ungeheure soziale Kraft mit dieser Summe enstesseU werden kann, das erläutert am besten, daß die NSV. mit eits unterhalb der Brücke an der Achterkante der Juke II. Das Wasser drang jetzt so stark ein, daß rs den Heizern und dem diensthabenden Ingenieur Ttdyt mehr möglich war, das Feuer aus den Kesseln tu reißen, sie muhten die Räume schnellstens ver- . affen. Der vom Kapitän geweckte Erste Offizier Lhomsen konnte noch mit den Feuerschiffen Scheue- dingen und Elbe-Weser Verbindung aufnehmen und 80 8-Rufe senden. Während schon 16 Mann der Besatzung im back- üordseitig angebrachten Rettungsboot Platz nahmen, stieben Oer Kapitän, der Erste Offizier, der Erste Ingenieur, der Zweite Ingenieur, der Koch und ler politische Leiter an Bord. Das Vorschiff war ^zwischen schon fast bis zur Brücke unter Wasser. Sine Rettung schien aussichtslos, weshalb die an Aus aller Wett. Plünderer hingerichlel. Die Justizpressestelle des Oberlandesgerichts Zweibrücken teilt mit: Am 25. November 1939 wurde der am 10. Juni 1909 geborene Karl Straßner aus Büdingen h i n g e r i ch t e t, der durch das Sondergericht Saarbrücken wegen Verbrechens wider die Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt war. Karl Straßner hatte am 26. September und am 1. Oktober 1939 in einem aus militärischen Gründen von der Zivilbevölkerung frei gemachten Grenzort ge p I ü n b e r t. Sturm über Schweden. Ganz Schweden wurde am Sonntagabend von einem verheerenden Sturm heimgesucht. Der Wind, der mit einer Geschwindigkeit von neun Meter in der Sekunde über das Land brauste, richtete riesige Schäden an. Aus allen Teilen Schwedens werden große Ueberschwemmunaen gemeldet. Zahlreiche Bäume wurden durch den Sturm um- Ä wodurch die Straßen zum Teil versperrt n. In Nordschweden war der Sturm mit starkem Schneefall verbunden, so daß der Verkehr teilweise lahmgelegt wurde. Das Elektrizitätswerk in Trollhättan in Värmland wurde zeitweilig außer Betrieb gesetzt, so daß viele Städte ohne Strom blieben. Uraufführung einer deutschen Oper in Stockholm. In Anwesenheit König Gustafs, zahlreicher anderer Mitglieder der königlichen Familie und im Beisein von Mitgliedern der Regierung, des diplomatischen Korps wurde die von zwei Deutschen verfaßte Oper „Königin E l i s a b e t h" in der königlichen Oper in Stockholm uraufgeführt. Die gesamte schwedische Presse lobt die Komposition und das Libretto. Bei dem Komponisten handelt es sich um den jungen Deutschen Fried Walter aus Dresden, der erst im 32. Lebensjahr steht. Das Libretto ist von Christof Schulz-Gellen verfaßt. Der 82jährige König, der gewöhnlich nur wäh» renb eines Aktes in der Oper weilt, wartete das Ende der Oper ab und spendete durch temonftra- tives Händeklatschen großen Beifall. Grohfeuer in Vallifchport. Gin Großfeuer brach in Baltischport, der neuen russischen Flottenbasis in Estland, aus. Die großen, neu errichteten russischen Munitionslager sollen sich stundenlang in unmittelbarer Gefahr befunden haben, in die Luft gesprengt zu werden. Der Brand war in der Nacht in einem Lokal ausgebrochen und hatte rasch um sich gegriffen, da ein starker Wind herrschte. Sechs Häuser sind bis auf die Mauern niedergebrannt. Dem raschen Eingreifen der Feuerwehr, die von russischen Truppen unterstützt wurde, war es zu verdanken, daß di« neuerrichteten militärischen Anlagen nicht Opfer der Flammen wurden. Erstbesteigungen in Südamerika. Der italienische Alpinist Piere G h i gl i o n e ist soeben aus Südamerika zurückgekehrt, wo er im letzten Sommer in den Anden gemeinsam mit den Deutschen Dr. Fritz, Kuehm, dem Ingenieur Prem und dem Missionar F o r m a g g i o einige kühne Erstbesteigungen ausgeführt hat über di« Südwand der berben Gipfel des Cerra Altar (5180 und 5280 Meter) in Ecuador, übet die Südostwand des Chimborazzo (6218), auf den Südwestkamm des Jllimani (6450) in Bolivien und den Süvstkamm des Sajama (6530). Ergebnisse der dänischen Grönland-Expedition. Die unter der Leitung des Geologen Rosen« krantz stehende dänische Grönland-Expedition ist wieder zurückgekehrt. Als eines der wichtigsten Ergebnisse der sommerlichen Untersuchungen wird die Entdeckung von Oelvorkommen auf der Nugsuak-Halbinsel bezeichnet. Ob sich eine wirtschaftliche Ausbeutung lohnt, weiß man noch nicht. In derselben Gegend wurde auch Marmor gefunden. Auf Disko und Svartenhuk wurden Spuren eines vorzeittichen vulkanischen Ausbruches entdeckt. In Umanakfjord wurden Kohlenvor« kommen von bester Qualität festgestellt.________ Totenfest in Bromberg. Gauleiter Forster spricht zum Gedenken des Bromberger Blutsonntags. Bromberg, 26. Noo. (DNB.) Aus dem Stadt- yeater in Bromberg übertrug der Reichssender -anzig als Reichssendung die Feierstunde für die Aromoerger Blutopfer auf alle deutschen Sender, -ie Feier im Bromberger Stadttheater fand statt h Anwesenheit des Reichsstatthalters und der Hin- !»rbliebenen des Bromberger Blutsonntags. Der Volksdeutsche Fenske aus Bromberg gab einen urschütternden Erlebnisbericht von seiner Verhaf- Lmg durch die Polen, von den unmenschlichen Seiten in polnischen Gefängnissen und Zuchthäusern, loon dem Todesmarsch der volksdeutschen Gefange- i«en nach Brest-Litowsk und von der Befreiung der II eberlebenden durch die vordringenden deutschen Gruppen. Reichsstatthalter Gauleiter Forster hielt die Vedenkrede für die Toten. Bromberg sei durch die ürchtbaren Ereignisse der ersten Septembertage bie- H Jahres für alle Deutschen zu einem besonderen Begriff geworden. Rund 1000 beutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen allein in Bromberg rnd aber Tausende im ganzen Lande seien, nur weil f»e Deutsche waren, von verhetztem polnischen Mard- Mndel auf sadistische Weise umgebracht worden, -iese sadistischen Mörder sind Angehörige des polnischen Volkes gewesen, eines Volkes, ins noch im August d. I. in unglaublichster lieber- iieblichkeit erklärte, es müsse Deutschland vernichten, nm eine neue Kultur nach Mitteleuropa zu bringen. Wir haben den Geist dieses Volkes in Aromberg am besten kennengelernt. „Wir sind nun", so erklärte der Reichsstatthalter, ,®om Führer als Treuhänder der deut- forf) e n Sache für dieses Land eingesetzt worden mit dem klaren Ziel, dieses Land wieder k eutsch zu machen. Es wird daher unser aller chrenvollste Aufgabe sein, alles zu tun, damit schon in wenigen Jahren alle polnischen Erschei- t ungen, ganz gleich welcher Art, beseitigt ‘ sind. Das gilt besonders für die völkische Bereinigung dieses Landes. Wer zum pol- rischen Volk gehört, muß dieses Land ner» Ira jf en. Wir wollen geloben, in diesem Kampf '.nn unser deutsches Volkstum nie weich zu werden, fwnbem immer die Härte an den Tag zu legen, die notwendig ist, um die schweren Probleme in diesem lande zu lösen und damit unserer Verpflichtung, Ism Opfertod des Deutschtums in diesem Lande {gegenüber nachzukommen." Das Kriegsverdienstkreuz. Am 18. Oktober hat der Führer als Zeichen der 1 nerfennung für Verdienste, die keine Würdigung lurch das Eiserne Kreuz finden können, den Orden I23 Kriegsverdienstkreuzes gestiftet. Das Kriegsver- V lienstkreuz wird mit und ohne Schwerter verliehen, sowohl an Angehörige der Wehrmacht als auch k Mo f« yeuijajiunu iiuuen ins xjerj icqfen juuie. ng in b« Und bas alles zusammen Ist die Methode, die ÄusfchD ^ne höhere Gerechtigkeit herausgefordert hat. Wir Lord Zurückgebliebenen das backbordseitig angebrachte Arbeitsboot klarmachten. Als der Kapitän mit den Zurückgebliebenen das Boot bestiegen hatte, wurde dieses an die Schiffswand geschlagen imb lief voll. Der Erste Offizier und der Zweite Ingenieur wurden an Bord zurückgeworfen, der Kapitän und die restlichen Vesatzungsmitglieder -ielen in See. Das Schiff war während dieser Zeit o weit vollgelaufen, daß es Kopf stand, etwa zwei UHnuten in dieser Stellung verharrte und dann Zöllig absackte. Erst nach 40 Minuten konnten die Mziere und Steuerleute vom eigenen Rettungs- b'oot ausgenommen werden, der Kapitän starb mit einem Schiff. Eine halbe Stunde später wurde die Lesatzung, die sortgesetzt Leuchtmunition abschoß, I Zon dem schwedischen Dampfet „Sverre Nergard" gesichtet und an Bord genommen. lieber die Ursache der Explosion sagen die ver- lommenen Besatzungsmitglieder, insbesondere die- enigen, die zur Zeit der Explosion Wache hatten, nbereinstimmend aus, daß die Explosionen )'vn Höllenmaschinen herrühren müs- ten, denn diese seien nicht außenbords, sondern im Zchiffsinnern erfolgt, und zwar die erste Ex« plofion in der Luke I, die zweite Explosion in der Luke II. Eine kurze Besichtigung der Stelle der weiten Explosion durch einen der Schiffsingenieure iigab, daß d i e Schiffswand zerrissen I.nd nach außen gedrückt war. Spätere um- nssende Feststellungen auch in den Ausgangshäfen irgaben die Richtigkeit der Aussagen der Besatzungsnitglieder. Wiederum war das Exerzieren der Propagandaabteilung" von dem in London georderten Erfolg gekrönt worden. $ür heule wollen wir dieses Kapitel beschließen, is waren nur drei Falle von fünfzehn Ünfchlagen des englischen Geheimdienstes, die ms im Laufe eines Jahres bekanntgeworden sind, lieber 60 Millionen Reichsmark Sdja- I I e n hat nicht nur Deutschland, sondern auch Japan imd Italien diesem „Probealarm" des englischen Service mitten im sogenannten Frieden zu danken! i Sanz zu schweigen von den Opfern an Leben und Aesundheit braver Schiffsbesahungen. Die Bombe in München aber, das war keine Zrobe mehr, das war ein Unternehmen, wie wir »iffen, mehrfach von gleicher Stelle aus vorher ein- |Eübf und geprobt, das war der Schlag, der Stoß, nehmer erhalten können. Der Personenkre'is, ber im Heere für das Kriegsverbünstkreuz in Betracht kommt, umfaßt im Feldheer alle rückwärtigen Einheiten und die nicht unmittelbar und ausschlaggebend an ber Truppenführung beteiligten Organe der Stäbe, ferner das Ersatzheer. Das Kriegs- verdienftkreuz mit Schwertern können erhalten: im Feldheer Angehörige von Einheiten und höheren Stäben, die nicht selbst zu tapferer Betätigung im Kampf kommen können und Angehörige der rückwärttgen Dienste, im Operationsgebiet Angehörige von Einheiten und Stäben, die zum Erhalt der Schlagferttgkeit der fechtenden Truppe eingesetzt sind, in der Heimat Angehörige des Ersatzheeres, die sich in besonderem Maße um die Vorbereitung des besonderen Einsatzes der Wehrmacht Verdienste erworben haben oder die seit Kriegsbeginn in hervorragender Weise an der Erhaltung der Wehrmacht im Kriegs,zu- tanb unmittelbar mitgewirkt haben, schließlich Angehörige aller Dienststellen, die bei späteren be- onberen Verdiensten in der Heimat dem Feldheer mindestens drei Monate angehört haben, ohne verwundet zu sein. Reue Siege deutscher Opferbereitschoff. Im November rund 20,9 Millionen für das Kriegs-WHW. geopfert. Berlin, 25.Nov. (DNB.) Sowohl das Ergebnis des zweiten Dpferfonntags als auch das der von SA., ff, NSKK. und NSFK. durch- aeführten zweiten Reichsstraßensamm- l u n g haben eine Opferbereitschaft des deutschen Volkes gezeigt, die wahrlich das Ergebnis einer sozialen "Volksabstimmung ausdrückt. Dolche und Schwerter als Symbole nattonalsozvalistischen Kampfwillens erbrachten in Großdeutschland eine Summe von 9 015 032,08 RM. Das sind nicht nur 4 Millionen RM. mehr als 25 Millionen Abzeichen mal dem nominellen „Preis" von 0,20 RM. je Stück erbringen mußten, sondern auch noch 2 289 858,85 RM. mehr als das Ergebnis der zweiten Reichsstraßensammlung des Vorjahres, die mit 6 725 173,23 RM. abschloß. Gegenüber der zweiten Reichsstraßensammlung des Vorjahres ist also eine Steigerung von 34,05 v. H. zu verzeichnen. Auch ber zweite Opfersonntag hat ben zweiten Eint°pss°nntag des Vorjahres bei lveitem übertroffen. 11873 854,44 RM. finb 3 418 726,68 RM mehr als das Ergebnis des zweiten Eintopf- fonntaqes im Winterhilfswerk 1938/39, ber damals 8 455 127,76 RM. erbrachte. An diesem Aufkommen waren das Altreich mit 10 287 493,05 RM. oder 53,05 Rpf. je Haushalt beteiligt, die deutsche Ostmark mit 1097 059,56 RM. ober sogar 59,58 Rpf. je Haushalt, während der noch irn Aufbau begriffene Sudetengau mit 498 301,83 RM. oder 49,95 Rpf. je Haushalt gegenüber dem ersten Dpferfonn- tag das Ergebnis um mehr als 150 000 RM. erhöhte. So ist nicht nur gegenüber dem zweiten Em- topffonntag des Vorjahres eine Steigerung . um 40,43 v.H. je Haushalt von 38,29 Rpf. Börse Togai ist hervorragend bewährt bei auf vollständig 7034D Mtfll Hnioiriionmr «iwoch'eÄ noieiuiener Statt Karten lief) 2-3 Stund. Goethestr. 32. Ihre Verlobung geben bekannt Haufen dr Krbgr Ifinterbiifc 27. November 1939 GLORlfl Gießen, Paderborn, Fulda, den 25. November 1939. Verlobte 7024D Gießen-Dieseck, November 1939 7025V Verkäufe 7019A Ferner: Beiprogramm u. Ufa-Ton-Wochenschau U/EDDE DRUCKSACHEN VW urxDE Brühl. Gießen 7026V 7016 A Darsteller: M 1.24 in allen Apotheken [■ PQLRST____Giessen , Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Paula Äellof Otto Körber Rheuma Ischias Nerven- und Kopfschmerz Die Beerdigung findet am Dienstag, 28. November, nachm. 2 Uhr, in Großen-Linden vom Elternhaus (Steinweg) aus statt. Ein heiteres Meisterwerk voll von köstlichem und besinnlichem Humor — ein Glanzstück deutscher Komik — nach dem bekannten Bühnenstück von Müller- Schlösser Äraunfels z.Z. im Felde 7035V Den Ansprüchen der Zeit gemäß werden Kleider, Mäntel u. Kostüme Mädchen gesucht. Schr. Ang. unt. 7033D a.d.G.A. Gießen Weserstraße 20 _____________7Q23V Zuchthaus für zwei Volksschädlinge. Lpd. Frankfurt a. M., 25.Nov. Wer unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegergefahr getroffenen Maßnahmen ein Verbrochen oder Vergehen gegenLeib, Leben oder Eigentum begeht, wird mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft. Diese Bestimmung brachte jetzt das Sonder- g e r i ch t in einer zweitägigen Verhandlung gegen zwei Verbrecher in Anwendung, die sich als Dolks- schädlinge erwiesen. Der 32jährige Willi Zingel, der Typ des asozialen Menschen, beging eine Reihe strafbarer Handlungen, die seine Strafliste mit 17 Vorstrafen anfüllten. Bald nach Kriegsausbruch beging er zur Nachtzeit eine Serie von Schaukastendieb stählen. Seine Beute trug er dem 27jährigen, gleichfalls vorbestraften Mitangeklagten Rudolf Blum zu, der sie zu Schleuderpreisen erwarb. Zingel erschwindelte ferner in zwei Fällen Gepäck und andere Wertgegenstände und bestahl auch einen Schlafkameraden in gemeinster Weise. Das Gericht verurteilte Zingel wegen Verbrechens gegen § 2 der Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. 9. 1939, Rückfalldiebstahls und Betrugs zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. Blum erhielt wegen Verbrechens gegen § 4 der Verordnung gegen Volksschädlinge 7 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. In der Urteilsbegründung wurde darauf hingewiesen, daß lichtzen. Am Aktienmarkt wiesen die zunächst notierten Papiere durchschnittliche Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. auf. Darüber hinaus eröffneten Rhein. Elektro mit 115,50 (114), Gesfürel mit 135,25 (134) und Rheinmetall mit 120,75 (119,50). IG. Farben zogen 0,90 v. H. an auf 159,25, Scheideanstalt 0,50 v. H. auf 217. Von Montanwerten erhöhten sich Hoesch auf 113 (112,50) und Vereinigte Stahl auf 100,50 (100,13). Im übrigen setzten Daimler mit 119 (118), Felten mit 141 (140), Westdeutsche Kaufhof mit 77 (76), dagegen Adlerwerke weiter rückläufig mit 93 (93,50) ein. Auch im Verlaufe hielt die feste Stimmung an, das Geschäft zog allerdings kaum an. Vereinigte Lilli Zager llffz. Paul Alexander Fels Hexenschuß Erkältungen Unzähligen haben Togal-Tabletten rasche Hilfe ;ebracht. Die hervorragende Wirkung des Togal st vonÄrzten u.Kliniken seit25Jahren bestätigt. Keine unangenehmen Nebenwirkungen.Haben mch SieVertrauen und machen Sie noch heute rinen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal! Ein spannender Film nach dem gleichnamigen Roman von Margot von Simpson. Das seltsame Schicksal eines Mannes, der das Dasein eines Gestorbenen weiterleben muß. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Erwin Pfaff Familie Willy Pfaff. Bekanntmachung. Zur Schokoladenabgabe. Die in der Zeit vom 20. bis 25.11.1939 an Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahre zur Ausgabe gelangte 100-g-Tafelschokolade (oder 125 g Pralinen und dergleichen) kann, soweit sie nicht abgeholt worden ist, auch noch in der Woche vom 26.11 bis 2.12. 1939 auf Fettkarten abgegeben werden. 7030D zum baldigen Eintritt gesucht Hotel Hopfeld E Kaufgesuche j intge Zentner Futterkartoffeln zu kauf, gesucht. Marburger Straße 67. 0519s Kostenlos erhalten Sie das interessante, farbig illustrierte Buch .Der Kampf gegen den Schmerz*, ein Wegweiser für Gesunde und Kranke, vom Togalwerk Muncnenj^Z. Ihre Vermählung zeigen an Fritz Tropp Wachtmeister in einem Flak-Negiment Elsbeth Tropp, geb. Koch Albrecht Schoenhals* Hansi Knoteck ♦ Willy Birgel * Brigitte Helm Fritz Odemar. Ferner: Beiprogramm imdOia-Ioo-WoeheDsehau Lichtspielhaus — GIESSEN , Wir haben am Buß- und Bettag unseren treuen Mitarbeiter und Arbeitskameraden Herrn Theodor Weber Gießen, Buchhalter zu Grabe getragen. Herr Weber hat sich durch seine schönen menschlichen Eigenschaften, seine stete Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, durch seine Unermüdlichkeit, wenn es sich um die Fortentwicklung des Betriebes handelte, bei uns ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Wir werden sein Andenken in Treue und Dankbarkeit bewahren. Er ließ sein Leben im Dienst für Führer und Volk. Die Betriebsführung und die Gefolgschaft der Firma Krause dankte allen Mitgliedern des Führerrates für ihrs Mitarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß siöi auch in Zukunft als Feuerwehrführer Und Karneä raden stets ihre freiwillig übernommene Pflicht e-w stillen würden. Nachdem noch einige geschäftliche Angelegenhoite^ besprochen waren, blieb man noch kurze Zeit W kaineradschastlichem Geiste zusammen. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrführer, Hauvk brandmeister Schelm (Collar), benutzte die (9c* legenheit, dem Kreisfeuerwehrführer Bouffier beförderte in 11 Soudcrzugfahrten Insgesamt 8717, Teilnehmer und Teilnehmerinnen. In 103 Omnibus» führten wurden 5478 Teilnehmer befördert. 1744 Arbeitskameraden und -kameradinnen verbrachten 8 bis 14 Tage Urlaub an der See und im Gebirge. 160 Volksgenossen konnten auf KdF.-Schiffen hj die weite Welt hinuusfahren. Insgesamt konntet also durch die Tätigkeit dieses Amtes 16099JBolföj genossen ihre Erholung im Urlaub mit „Kraft durch Freude" finden. Das Amt „Feierabend" führte 137 -Her« anftaltungeii mit 55 332 Besuchern durch. Es watz eine vielseitige Reilje von durchweg hochwertigen! Veranstaltungen, die den Besuchern Freude unb Er« Holling nach des Alltags Mühen bereiteten. Die bej rühmte Steinfurter Rosenschau wurde von runa 10 000 Besuchern in Augenschein genommen. In OTj Vortragsabenden des Deutschen Volksbildungswev« kcs in Arbeitsgemeinschaft mit dem NS.-Dozeirtei« bund und des Goethebundes wurden 4566 Besuchei! gezählt. _ , ~ M Das Sporta mt „Kraft durch Freude" erfaßte in 591 Sportkursen 16179 Teilnehmer. Der Kreis Wetterau wurde im verflossenen Jahr«! besonders durch die Aufnahme von Zügen aus an# deren Gauen berücksichtigt. 10 Sonderzüge mit 6054 Teilnehmern wurden auf ihrer Durchreise durch den Kreis in Friedberg verpflegt. In Gieheyt wurden 761 Personen aus anderen Gauen um köstigt. Diele Arbeitsjubilare aus allen Werken M Buderus-Konzems trafen sich in Bad-Nauheim an zwei Sonntagen im Kurhaus zu einer Betriebst Jubiläumsfeier. Das Amt „Schönheit der Arbeit" fonrrtdi im Kreisgebiet weitere große Erfolge erzielen. 1$ Gemeinden des Kreises werden in der DorfvcH schönerung durch die NSG. „Kraft durch Freude unterstützt unb beraten. Für diese umfangreiche unb vielseitige lätigiM zum Wohle der schaffenden deutschen Menscheck unb damit auch zur Stärkung der deutschen Kraft gebichrt der NSG. „Kraft durch Freude" alte 2fiy erkennung unb aufrichtiger Dank unserer Vokksg^ meinfchaft. mühungen von KdF. ihren Urlaub in den schönsten Landschaften Großdeutschlands, oder sie machten mit Omnibussen und Sonderzügen schöne Ausflugs- fahrten, lernten Kulturstätten ufw. kennen, fuhren mit den prächtigen KdF.-Schiffen nach Norwegen, Italien, Griechenland und Madeira, erlebten in Be- triebssportgemeinschaften den Nutzen des Sports, oder pilgerten auf Wanderungen durch unsere schöne Heimat. Aus der Arbeit der NSG. „Kraft durch Freude" im Kreisgebiet Wetterau ist u. a. folgendes zu berichten: Das Amt „Reisen, Wandern, Urlaub" uns so recht von dem prachtvollen Geist der Truppe überzeugen. Am 27. November sind sechs Jahre leit der Ma- nifeftation von „Kraft durch Freude verflossen. Jahre harter Arbeit und herrlich schönen, befreien« den Erlebens im Schaffen für die Gemeinschaft. Hier hat sich das Exerzierreglement des Sozialismus eine Plattform geschaffen, wie sie revolutionärer kaum gedacht werden konnte. Hier arbeitet mit ungeheurem Schwung jeder mit, Betriebswart, Ortswart und alle die vielen ungenannten und un- bekannten Pioniere, daß ein großer Bau der Gemeinschaft erstehe. Dr. Robert Ley schuf die ,FdF.- Flotte", die Rügenbäder, wandernde Theater, den „KdF.-Wagen" und vieles mehr. Dieser große Jdea« list schlug Brücken zwischen den Völkern. Der von England aufgezwungene Krieg hat manches verändert, aber oer tatgcuwrbene Optimismus steht. „Kraft durch Freude", unlösbares Glied der Deutschen Arbeitsfront, der grrößten Gemeinschaft aller Schaffenden, ist das jüngste Kind der NSDAP. Auch hier wirkt die Dynamik der Beweaimg, ist ihr Handeln gesetzmäßig vorgeschrieben. Organisation nicht als Selbstzweck, sondern als schöpferisch kon- zentrierte Leistung der Gemeinschaft, die Verbindung von Arbeit und Erholung und Freude. „Gemeingut geht vor Eigennutz" und „Für Frei- heit und Brot", sind unsere alten Kampfparolen von ehedem nicht die gleichen wie heute? Das Gesetz der Bewegung, nach dem sie antrat, war Kampf! — „Für Freiheit und Brot!" ... So traten wir ein in das Gtoßdeutsche Reich. Die Tore des neuen Großdeutschlands schlug Adolf Hitler auf, er, der vom Allmächtiges gesegnete einzige Führer, schlug im Buche der Geschichte ein neues Kapitel auf, das „Zeitalter des nationalen Sozialismus". Er, der Führer, schuf damit ein Gesetz, für das alle bereit sind zu leben und zu sterben. dunkelung bei Nacht als können wir heute sagen, daß sich die Menschen nach guter Unterhaltung drängen. Wer unsere „Klingenden Liebesgaben" und unsere Werkskonzerte am Rundfunk hört, findet bestätigt: die Männer der Wehrmacht und die Männer der Arbeit lachen wieder. Es ist freilich kein albernes Gelächter, sondern ein trotziges Lachen, wenn man tiefer hinhört. Und mit diesem trotzigen Lachen werden wir den Krieg gewinnen! Besonders bei der Betreuung der Wehrmacht, die uns ein ltebes und besonders umfangreiches Arbeitsgebiet geworden ist, konnten wir unb die doch — durch Johannas gewaltige Liebe zu einer Welt wurden. ken hatte, erkannt. Bismarck hatte Johanna auf der Hochzeit feines Schulfreundes Blankenberg kennengelernt und sie hatte einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Seit dieser Zeit sahen sie sich öfters, bis sie die täglichen ernsten Aussprachen auf einer gemeinsamen Hvrz- reise mit den Freunden innerlich zusammenfuhrte. So schrieb Bismarck am Weihnachtsabend feinen berühmten Werbebrief an Johannas Vater. Und, echt Bismarck, warf er alle Einwände als nicht ganz willkommener Freier über den Haufen, indem er selbst nach Rheinfeld ging und Johanna einfach unter den Augen der erstaunten Eltern Johanna von Bismarck. Zur Erinnerung an ihren Todestag am 27. November. acht jetzt Sim 28. Juli 1847 war Hochzeit, und die 23jährige Johanna folgte ihrem 9 Jahre älteren Gatten nach Schönhausen. Schon in diesen ersten Ehejahren greift die Politik entscheidend ein, denn der junge Deichhauptmann war inzwischen Canbtagsabgeordnete r geworden, und die Reisen und damit Trennung von Johanna wurden immer häufiger. Und aus dem Landtagsabgeordneten wurde ein Bundestagsgesandter in Frankfurt, dann ein Gesandter in Petersburg und Paris und schließlich der Minister des Auswärttgen in Berlin und — Kanzler des neugegründeten Reiches. Es ist eine kaum da- gewesene Laufbahn, ein steiler Weg nach oben, der den ganzen Einsatz Bismarcks erforderte. Aber Johanna war immer an feiner Seite. Wohl hat sie nicht gewußt, daß das Schicksal sie so unerbittlich beim Wort nehmen würde, als sie ihrem Verlobten versicherte, hinzugehen „überall wo Du mich hin- führst". Aber sie blieb sich treu und wenn es ihr noch so schwer wurde. Schon die Ernennung in Frankfurt, die für Johanna Abschied vom Landleben, von den Eltern und Freunden hieß, empfand sie hart. Wieviel mehr noch die Aufgabe ihres Heims in Frankfurt, in dem sie acht Jahre lang | ein reiches Ehe- und Mutterglück genießen durfte. , Und Bismarck schrieb in jener Zeit an Johanna: , ... denn ich habe Dich geheiratet, um in der fremden Welt eine Stelle für mein Herz zu haben, an der ich die Wärme des heimatlichen Kaminfeuers finde, an das ich mich dränge, wenn es draußen stürmt und friert... Und ich will Dein Kämmchen hegen und pflegen, und Holz zulegen und pusten und schützen und schirmen gegen alles Bose und Fremde, denn es gibt nichts, was mir nach't Gottes Barmherzigkeit teurer, lieber und notwendiger ist als Deine Liebe und der heimatliche Herd. Unend- lich glücklich hat Johanna die Frankfurter Jahre genannt, weil diese Zeit noch verhältnismäßig roe- niq durch die übergroße Arbeitslast Bismarcks getrübt war und weil sich „Ottochen', wie Johanna I ihren Mann bis in sein hohes Alter hinein nannte, I noch bester Gesundheit erfreute Wie Bismarck dachte und fühlte — das war oer Iichalt ihres Lebens. Sie selbst war Nebensache. Und so blieb es. Seine Freuden waren 'hre Freu- den, und seine Feinde waren auch ihre Feinde. Denn so leidenschaftlich Johanna lieben konnte, so leidenschaftlich, ja fast besinnungslos konnte sie auch l hassen. Sie selbst sagte von M) emmal: „Ich kann - nicht vergeben und will es nicht. Was mit mir . 1 .<• j. an:x hnn wrvtt inrrlPfImPn. „©eliebtefter Freund! Es sind nur noch Wochen, eine kurze Zeit... aber ich weiß . nichts zu sagen. Dein Brief hat mich so schwach gemacht, ich will alles tun, was Du willst. Ins Jägerhäuschen ziehn, in grüne Wälder oder alte Schlösser — überall wo Du mich hinsuhrst! So schreibt Johanna von Puttkammer an Otto von Bismarck drei Monate nach ihrer Verlobung — jenes selbe Fräulein von Puttkammer, das dem tollen Junker, von dem man sich erzählte, daß er einhundertachtzig Austern an einem Abend gegessen habe, ganz abgesehen von feinen traurigen Ansichten über Religion, noch vor wenigen Monaten gefragt hatte: „Befriedigt Sie dieser Zustand, Herr von Bismarck? Ich könnte mir denken, daß em Mann von Ihren großen Fähigkeiten sich auf ganz andere Dinge werfen könnte!" Viele, die Johanna als Braut und später als Frau von Bismarck kennenlernten, haben nie ganz verstanden, warum Otto von Bismarck gerade das zarte, einfache, in streng pietistischem Geist erzogene Landfräulein zur Frau erwählte, das außer Den herrlichen Märchen au gen, wie Bismarck tze nannte, noch nicht einmal schön zu nennen war. Aber Bismarck hatte Johannas reiches Herz, das eine so leidenschaftliche, unerschütterliche Liebe zu verschen- in die Arme nahm. Während des sechsmonatigen Brautstandes gingen mehrmals wöchentlich Briefe zwischen ihnen hin und her, denn der junge Deichhauptmann war man »ergehn uuu ^Zerfleischen, fast unabkömmlich. Und schon, diese Briefe, die zu'wird rst rmr gleich. «J™ Mhm!" dem Schönsten gehören, was je zwischen zwei jun-.Aber ihm ch . Liebe heraus werden gen liebenden Menschen geschrieben ist sind erfüllt. Und aus f ^r£itterten Worte Johannas non dem Zauber und der Wq°n->rt dieser beiden ! auch die le,Bj^nr-k mem«- ±Ä2ie mJÄ- S’n nach dem Attentat in Berlin 1866 dem ler nur wie durch ein Wunder entgangen war, umarmte: „Ottochen, wenn ich einmal tot bin und die Himmelsleiter hinauffteige und komme an der Höllentür vorbei und sehe den Kerl da stehen, dann gebe ich ihm einen Stoß, daß er ganz tief in die Hölle hineinfUegt." Nein, Johanna von Bismarck war feine milde, verzeihende Frau, die gütig vermittelnd ein greift. Sie liebte und haßte, leidenschaftlich und besinnungslos, tobte und wütete — und doch alles nur aus demütiger, gläubiger Liebe zu Otto von Bismarck. Als die aufreibende Arbeit in Berlin ihr den Gatten ganz raubte, hat sich eine Johanna von Bismarck nicht klaglos darein gegeben. Sie haßte ganz einfach die Politik, die die Schuld daran trug, und liebte ihn umso mehr. Alles, was an Liebes- reichtum und sorgender Mütterlichkeit in ihr auf- gespeichert lag, wurde Bismarck nun zuteil. Und der Kanzler war sich dieser Liebe bewußt und hat Johanna immer und immer wieder gedankt, einfach, innig und tief, wie jener kleine Trinkspruch, den er einmal auf Johanna ausbrachte: „Die Frau ist des Mannes Mutter, auch des Mannes Schicksal. Lassen Sie mich heute diesem meinem guten Schicksal danken!" So sind diese beiden seltenen Menschen fast 50 Jahre lang gemeinsam durch ein reiches Leben gewandert, an dessen Ende Bismarck äußerte: „Alles was ich bin, bin ich durch meine Frau gewoiben!" Als die Siebzigjährige nach schwerem Leiden erlöst wurde, blieb Otto non Bismarck im Tiefsten getroffen einsam und allein zurück. Bismarcks Enkel, Heinrich von Rantzau, hat die unvergeßliche Sttmde geschildert, als die machtvolle Gestalt des greifen Kanzlers, gehüllt in einen langen Schlafrock, an das Bett der toten Lebensgefährtin trat — als Otto von Bismarck niederkniete und meinte. Lisa Peck. Büchertisch. — Die Kleine Bücherei des Verlages Albert Langen und Georg Müller in München, eine Sammlung besten deutschen Schrifttums der Gegenwart, ist besonders geeignet, als Feldpostsendung unseren Soldaten an der Front und in den La za- retten Freude zu machen. Don den zuletzt erschienenen Bändchen, non denen jedes, gediegen gebunden, 80 Rpf. kostet, seien zwei Erzählungen von Karl XII. genannt, dem großen Schwedenkönig, des- sen Geschichte Wagnis und Abenteuer, Glanz und Ruhm unsterblichen Heldentums kündet. (Verner von H e i b e n ft a m m : „Aus einem Helden- leben".) Erinnerungen an eine an ausgelassenen frohen Streichen und beschaulichen Stunden reiche Kindheit erzähtt Barbra Ring in dem Büch- lein: „Die junge Barbra". Meisterlich schtt* dert Wilhelm Schäfer in der Novelle „D i a Badener Kur" die wechselvollen Abenteuer der Junkers von Borken. Aus dem Erlebnis Süd« amerifa erzählt Emil Strauß in „Prinz W i e« d u ro i 11" die leidenschaftliche Beichte eines dem« fchen Auswanderers. Der hohe Sinn der Muttey« schäft findet in Will Vespers Tagebuch „M u t* ter 11 ii b K i n d" seinen dichteriscl>en Ausdruck. Der Siebenbürger Heinrich Zillich schildert in! der Novelle „Der Zigeuner" das Lebensbild eines triebhaft dahinlebenden Menschen, der feine« Umgebung zum Fluch und zum Verhängnis wird. — Neue F e ld a u s g a b e n bringt der Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh zum Preise von 1,50 RM. je Band in Feldpoftoerpackung je 1,60 RM- soeben heraus. Unter ihnen finden wir ein heiteres Geschichtenbuch, das Johannes Banz Hof unte^ dem Titel „Lustiges Volk" aus den Werken klassischer Meister des deutschen Humors zusammengestellt hat. Ein Roman von Otto Brües „Das G a u k l e r z e 11" führt in die lockende Welt der Manege. P. C. E11 i g h o f f e r schildert in dentz Büchlein „Nacht über Sibirien" Abenteusr unb Irrfahrten eines deutschen Wehrpflichtigen während des Weltkrieges. Bauernromane von hohem Wert, dabei äußerst spannend erzählt, sind Gustav S ch r ö e r s „U m Mannesehre" und das Buch von Rudolf Utsch „Herrin und K n e ch t". — Im „Handbuch der Kulturgeschichte^ (Akademische Berlagsgesettschaft Athenaion, Pots^ bam) — (342) — steht in den neuerschienenen Lieferungen bas 16. Jahrhundert im Mittelpunkt. Proß H. Kumbel läßt in seiner Arbeit über die „Deutsch- Kultur vom Zeitalter der Mystik bis zur Wegen« reformation" in der Veranschaulichung des Gegen« ftanbes, seiner weltanschaulichen Vertiefung und bet überlegenen Darstellung die Vorzüge des Handbuches deutlich werben. Professor be Boor berichtet über bie „Kulturen Skandinaviens". Auch dieser von unmittelbarer Aktualität getragene Abschnitt, bet? mit schönem Bildmaterial versehen ist, ist lebendig« Wissenschaft. Dr. Max von Gruber: Hygiene b e4 Geschlechtslebens. Neubearbeitet von Dr. Wilhelm Heyn. Union Deutsche Derlagsgesellschaft, Berlin, Roch & Co. — (192) — Der berühmte Hygieniker der Universität München hat seinerzeit vor Studenten über alle bie Probleme gesprochen, die heute wieder im Mittelpunkt der Volkshygiens und Rassenpflege stehen. Die Vorträge sind bann zu einem Büchlein vereinigt worben, bas nunmehr in ber Bearbeitung von D. Heyn im 343. Tausend erscheint, wohl ber beste Beweis, wie sehr ÖM Büchlein dem Bedürfnis entspricht. hn Namen aller Führerratsmitgkieder für seine dem Kreisverband seit 1933 geleistete selbstlose Arbeit zu danken, und überreichte chm als äußeres Zeichen ein Ehrengeschenk. Kreisfeuerwehrführer Bouffier dankte in bewegten Worten für diese Ehrung. Mit dem Gruß an den Führer schloß er die denkwürdige Sitzung. 3m Trommel-euer der Westfront. In sehr gut besuchten Sondervorführungen wurde am Samstagabend und am Sonntagvormittag im Gloria-Palast ein Film gezeigt, der in Bild und Ton den Weltkrieg in Erinnerung rief, wie ihn unsere Soldaten von 1914/18 in der vordersten Front erlebten. An Hand authentischen Bildmaterials und mancher Aufnahme, die unmittelbar aus dem Kriegsgeschehen gewonnen war und daher dokumentarischen Charakter hatte, war ein Film zusammengestellt worden, der in seiner Gesamtheit zu einem Hohelied des Heldentums der deutschen Soldaten wurde, die in zerschossenen und verschlammten Schützengräben, in Unterständen und in vorgeschobenen Sappen oft mehrtägiges Trommelfeuer durchstanden und dann noch bereit waren, dem anstürmenden Feind härtesten Widerstand entgegenzusetzen. Zn eindringlichen Bildern sah man die Bereitstellung der Truppen in den Quartieren, den Vormarsch in die Stellungen, das Leben in den Unterständen, die Wacht in Schützengräben und die gefährlichen Patrouillengänge fest- gehalten. Man wurde Zeuge der Luftkämpfe und der Heldentaten deutscher Flieger, erlebte den Einsatz der Artillerie in allen Erscheinungsformen, sah Bilder vom Aufstieg der Beobachter in Fesselballonen und schließlich als eindrucksvollen Höhepunkt einen feindlichen Tankangriff, dem damals die heldenhaften deutschen Truppen mit gebündelten Handgranaten als geballte Ladung begegneten. Der Film versuchte auch den Feinden an der Westfront gerecht zu werden, und manches Bild führte auch hinter die vordersten Linien, in die Gräben und Artilleriestellungen der Engländer und Franzosen. Aus Anlaß des Totensonntags lenkte der Film die Gedanken nachdrücklich auf das große Opfer, das deutsche Soldaten im Weltkrieg 1914/18 für ihr Vaterland brachten, so wie auch heute wieder das deutsche Volk bereit ist, für die Heimat mit allen Kräften einzustehen. ** Eine Achtzigjährige. Am morgigen Dienstag, 28. November, kann Frau Margarethe Heyer in Gießen, Frankfurter Straße 138 wohnhaft, ihren 80. Geburtstag begehen. Frau Heyer hat im Weltkrieg einen Sohn verloren, der bei dem Jnf.-Regt. 53 gedient hat. Der Neichskriegsopfer- führer wird der Jubilarin durch die hiesige Kameradschaft der NSKOV. am morgigen 80. Geburtstage eine Ehrengabe und ein Glückwunschschreiben überreichen lassen. Auch mir bringen der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag dar. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen * Nieder-Bessingen, 27.Nov. Am morgigen Dienstag, 28.November, kann die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau' Marie Pein, Witwe, geb. Krämer, in körperlicher und geistiger Frische ihren 8 7. Geburtstag be- gchen. Die Jubilarin lieft nach täglich den Gießener Anzeiger und nimmt am Tagesgeschehen regen Anteil. Zu ihrem Geburtstag beglückwünschen auch wir die Jubilarin herzlich. Kreis Wehlar. t Krumb ach, 26.Nov. Nach Beendigung der landwirtschaftlichen Arbeiten ist für die Landwirte wieder die Zeit gekommen, da sie sich als Holzhauer betätigen können. Die Holzhauer der Gemeinden Krumbach und Frankenbach (Försterei Frankenbach) haben die Arbeiten in Angriff genommen. Die Holzhauer der Oberförsterei Bieber- Dünsberg sind ebenfalls schon tätig. — Nachdem die Berufs- und Handarbeitsschullehrerin Frl. Rein am 1. Oktober aus dem Schuldienst ausgeschieden ist, übernahm Frl. Ehrentreich aus Schlüchtern die Stelle. Sie hat ihren Wohnsitz in Hohensolms und versieht die Gemeinden Krumbach, tzrankenbach, Erda, Altenstädten, Königsberg, Hohensolms und Blasbach. Spielausfälle in Hessen. Im Gau Hessen kamen nur einige kleinere Winterhilfsspiele zum Austrag. Die Kämpfe in Hanau, Kassel, Friedberg, Gießen usw. fielen aus. Rudi Kranz siegt am Zugspihplatt. Einen ausgezeichneten Verlauf nahm die Eröffnung des diesjährigen Sportwinters mit dem Torlauf des Schiklubs Zugspitzferner auf dem Zugspitzplatt. Von 100 gemeldeten hatten sich insgesamt 92 der besten deutschen Slalomläufer und -läuferinnen eingesunden, die sich in allen Klassen prächtige Kämpfe lieferten. Es konnte jedoch nur ein Lauf ausgetragen werden. Sieger wurde der Deutsche Slalommeister Rudi Cranz vor Helmut Lantschner und Walter Clausing. Dann erst folgte Weltmeister Jennewein, während der Favorit Willy Walch durch einen Sturz kostbare Zeit verloren hatte und mit dem 8. Platz vorlieb nehmen mußte. Rudi Cranz benötigte für den Lauf durch 32 Flaggentore 51,3 Sekunden, eine ganz hervorragende Zeit, die bisher noch nicht erreicht wurde. — Bei den Frauen, die schneller waren als die Altersklasse der Männer, stand die Olympiasiegerin Christi Cranz mit ihrem Können allein auf weiter Flur: die Innsbruckerin Helga Gödl und Rosemarie Proxauf enttäuschten etwas. Christi Cranz benötigte genau eine Minute. In her Altersklasse belegte der Partenkirchener L e i nr den 1. Platz. Weiterarbeit im Turnverein 1846. Jetzt haben auch die Turner begonnen, das Ka- meradschaftsleben enger zu gestalten. Samstagabend kamen sie bei Bepler in der Bahnhofstraße zusammen. Ein Mahnwort von Jahn eröffnete den sehr gut besuchten Abend. Der Vereinsführer Fritz Wiegand begrüßte Turner, Soldaten und Altersturner. Der Dereinsführer gab einen Ueberblick über die Lage des Vereins, der jetzt wieder sehr günstig dastehe und machte bekannt, daß nun auch regelmäßig Kameradschaftsabende abgehalten werden sollen. Dies geschehe auch im Sinne der 30 unter den Fahnen stehenden Kameraden, die es selbstverständlich finden, daß das, was sie mit aufgebaut haben auch erhalten wird. Die Feldpostoer- b'inbung mit ihnen sei bereits aufgenommen und Kamerad Franz Sauer ist beauftragt, alle Karten und Briefe zu sammeln, damit sie zu einem Ehrenbuch vereinigt werden. Wie die Turner an der Front, so haben auch diejenigen in der Heimat eine große Verpflichtung: sie müssen sich Mit allen Kräften für ihre Aufgaben einsetzen. Der Turner hat vor allein die körperliche Ertüchtigung der Jugend fortHuführen. In einem Rundschreiben an alle Mitglieder gab der Turnrat eine Uebersicht über die Verhältnisse im Verein. Es wurde darin zum Ausdruck gebracht, daß sich die wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlich gebessert haben. Die Stadtverwaltung hat dem Verein die Turnhalle der Schillerschule mietweise überlassen, in der jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr Uebungsstunden gehalten werden, die dank der unermüdlichen Arbeit der einzelnen Abteilungsleiter eine gute Beteiligung aufweisen. In dem Rundschreiben wurde noch gesagt, daß sich der Verein in festen Händen befindet und daß die Vereinsführung bestrebt sei, die fast 100- jährige Tradition des Vereins zu wahren. Ehrenvorsitzender Erle richtete einige aufmunternde Worte an die Turner und betonte, daß die Körperertüchtigung nicht nur für die Jugend, sondern auch für die Alten notwendiger denn je sei. Schon einmal, während des Weltkrieges standen 360 Turner in der Front und 41 haben ein ehrendes Andenken in den Reihen des Vereins gefunden. Die Turner feien stolz darauf, daß ihre Kameraden, die schon vor 25 Jahren mit dabei waren, durch das Turnen so frisch geblieben sind, daß sie auch heute an bevorzugten Stellen unter den Fahnen stehen. Ehrenoberturnwart Karl Erb berichtete über die bisherige turnerische Betätigung, die trotz der Einschränkungen einen erfreulichen Stand aufweist. Kamerad Franz Sauer machte auf neue Verordnungen des Reichssportführers aufmerksam und las einen Aufruf vor. Die Leiterin des Frauenturnens Durnkameradin Hauck gab einen Bericht über die Turnstunden der aktiven und jugendlichen Turnerinnen. Jetzt soll auch das Kinderturnen wieder aus- gebaut und auch das Frauenturnen wieder auf- genommen werden. Kamerad Sauer sprach noch über die Sportkameradschaften, die Ortssportgemein- schaften und über das Gemeinschaftsleben und erzählte aus feinem derzeitigen Wirkungsbereich. Dereinsführer Fritz Wiegand fchloß den anregend verlaufenen Abend mit einem Treugruß an den Führer. Weltmeister Italien im Olympia-Stadion 5:2 geschlagen. Der achte Fußballänderkampf zwischen Deutsch- lcnck und dem Weltmeister Italien, der am Sonntag vor 90 000 Besuchern hn Berliner Olympia- Stadion vor sich ging, gestaltete sich zu einem eindrucksvollen deutschen Triumph. Mit 5:2 Toren wurde der Weltmeister geschlagen, nachdem man bei der Pcrüse noch einen Stand von 2:2 notiert hatte. Die deutsche Elf lieferte trotz der ungünstigen Bodenverhältnisse ein ausgezeichnetes Spiel, und erfreulicherweise wurden alle Erwartungen, die man in die neue deutsche Stürmerreihe gesetzt hatte, restlos erfüllt Der Wiener Binder war mit drei Treffern wieder der erfolgreichste Torschütze. Großer Kampf bis zur Pause. Unter den 90 000 Zuschauern hn weiten Oval stimmten die Männer im grauen Rock begeistert in die schmissigen Marschweifen ein, die von einem Musikzug eines Flakregiments gespielt wurden. Ein orkanartiger Jubel begrüßte die beiden einlaufen- den Mannschaften, die wie folgt Aufstellung nahmen: Deutschland: Tor: Raftl; Verteidigung: Janes, Billmann; Läuferreihe: Kupfer, Rohde, KitVmger; Sturm: Lehner, Hahnemann, Conen, Mn- oer, Presser. Italien: Tor: Ottvieri; Verteidigung: Marchi, Sardelli; Läuferreihe: Genta, Bottistoni, Perazzolo; Sturm: Neri, Demaria, Bofft, Scarabello, Colausst Italiens Anstoß wird abgefangen, aber beim Angriff der Deutschen rutscht Conen auf dem glatten Feld aus. Der Ball ist verloren. Svfort sind die Italiener im deutschen Strafraum und beschwören einen gefährlichen Augenblick vor unserem Tor herauf. Die Spieler haben auf dem schlüpfrigen Boden keinen leichten Stand und können sich kaum auf den Beinen halten. Die Italiener versuchen ein halbhohes Spiel, dagegen kombiniert der deutsche Angriff flacher und kürzer. Lehner, Janes und Rohde zeichnen sich durch prächtigen Einsatz aus. Die „Azzurri" sind ungemein schnell und hart. In weiten Kombinationen kommt der rechte Flügel plötzlich durch, und mit wuchtigem Schuß bezwingt Italiens Rechtsaußen Neri den Wiener Raftl in der 15. Minute zum erstenmal. Wenig später glückt der Ausgleich. Conen bricht unerwartet mit einem steil vorgelegten Ball durch, wird vom Leder gedrängt, kann den Ball aber noch mit einem Pur- zen Trick an Lehner geben. Der Rechtsaußen ersaßt die Lage und flankt zur Mitte, wo Binder bereits in Stellung gegangen ist. Der Wiener schießt seelenruhig aus 5 Meter Entfernung ins Netz. So. fort nach dem Wiederanstoß drängen die Italiener und im deutschen Strafraum gibt es schwere Arbeit zu verrichten. Billmann wird angeschossen, aber Esguartin entscheidet Hand-Elfmeter. Demaria sendet zum zweiten Tor für Italien ein. Weiter geht der Kampf mit unerhörtem Einsatz. In der 34. Minute werden drei Ecken hintereinander er. zielt. Zwei Minuten später holt Binder den Gleichstand heraus. Bei einem der zahlreichen deut- schen Vorstöße bleibt der Ball vor dem italienischen Tor in einer Wasserpfütze stecken. Binder startet blitzschnell, ist schon am Ball und knallt einen wun- dervollen Flachschuß ins Netz. Im Zeichen starker deutscher Ueberlegenheit stehen die letzten Minuten vor der Pause. Bevor das Spiel weitergeht, marschieren beide Mannschaften zum Marathontor. Das olympische Feuer flammt auf, und während das Lied vom guten Kameraden erklingt, erheben sich die 90 000 von ihren Plätzen und ehren in schweigendem Ge- denken die gefallenen Kameraden des Krieges und der Bewegung. Der Sieg für Deutschland. Mit ungebrochenem Kampfgeist stürmt die deutsche Els nach der Pause weiter. In der 47. Mi« nute unternimmt Conen im gewaltigen Spurt einen Alleingang. Sein Schuß aus 20 Meter Entfernung wird aber von Oliavieri gehalten. Wenig später rettet Marchi nur dadurch, daß er vor dem mit Riesenschritten heranbrausenden Binder zur fünf, ten Ecke austritt. Dann gehen die Deutschen in Führung! Nach einem Einwurf flankt Binder in den italienischen Strafraum. Lehner springt mit mächtigem Satz, köpft, aber Ottvieri schlägt den Ball zurück. Doch Lehner ist wieder zur Stelle und schiebt aus nur 3 Meter Entfernung ein. Die Zuschauer rasen vor Begeisterung. ’ Unaufhörlich spornen sie unsere Spieler an. Der deutsche Innen- sturm ist wieder durchgekommen, Conen erhält den Ball und mit restlosem Einsatz, fünf Meter vor Olivieri stehend, erzwingt er das vierte Tor. Dann muß Raftl wieder einmal eingreifen und hechtet mit großer Entschlossenheit einen Bombenschuß Demarias zur zweiten italienischen Ecke aus. ©ar. 'belli kann in der 86. Minute einen Treffen nur dadurch verhüten, daß er sich im Strafraum auf den Ball wirft und ihn mit den Händen berührt. Esguartin deutet auf den Elfmeterpunkt. Binder baut sich vor dem Leder auf und verwandelt Mit Wucht und Genauigkeit zum 5:2. In den wenigen Minuten bis zum Schlußpfiff ändert sich Vichts mehr. Italiens Elf zu jung. Die „Azzurri"stnd zweifellos mit einer zu junaen Mannschaft angetreten. Dazu tarnen die ungewohnten Bodenverhältnisse. Enscheidend war vielleicht, daß Verteidigung und Läuferreihe nach der Pause mehr und mehr auseinanderftelen. Der Sturm mühte sich redlich, aber da die Verbindung nach hinten oft fehlte, Noppte es nicht richtig. Die Deutschen besser als je! Die hohen Erwartungen, die ganz Fußball- Deutschland an dieses Länderspiel knüpfte, wurden in einem Matze übertroffen, wie es wohl niemand für möglich gehalten hätte. Eine nicht zu über- bietende Kondition aller Spiel'er war die Grund, läge für den Elan und den Siegeswillen unserer Mannschaft. All diese Tugenden einer Klasseelf, ver. bunden mit großem technischen Können, mußten schließlich zum Siege sührem j-t/lr-x Deutsche! Für den Sieg ist lllllh t\W\ ausschlaggebend, welches Volk sich in der Heimat am festesten O mit der Front verbunden fühlt. Auch hier werden wir Deutsche im rcriegs-rvhlv. (939/40 starker sein als unsere Feinde es sich vorzustellen vermögen. Meta Brix CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zaduk verhandelte jetzt rnit'der rothaarigen Henni. Das Mädchen lachte. Der herzförmige Mund leuchtete aus dem zarten Gesicht. Das Gespräch sah nicht gerade nach ernsten Geschäften aus. Die hatte Zaduk bereits erledigt. Man traf jetzt eine Verabredung für den Abend. „Bringen Sie auch Ihre Freundinnen mit!" sagte Zaduk. „Mein Bruder wird sich freuen." Er sah auf und erkannte Doktor Heitfeld. Sein Ton wechselte blitzschnell. Ebenso der Ausdruck seines Gesichtes. „Dobar dan, Doktor Heitfeld! Kako je?" Waldemar beherrschte die serbokroatische Sprache durchaus. Er entgegnete: „Hvala —" wiederholte deutsch: „Danke, es geht mir gut." Er stellte Zaduk seinem Vater vor. Die Herren wechselten ein paar Worte. Der dunkle Mann zeigte lebhaft auf Brehms Zeichnungen. Er schien begeistert. Da sah er Luise. Sie stand an der anderen Seite des Pavillons und sprach mit Dilly Delfen. Waldemar Heitfeld beobachtete das ziemlich auffällige Stutzen Zaduks und fragte: „Sie kennen Frau Domkat, Herr Zaduk?" Dieser hörte gar nickt auf Heitfelds Frage. Er sah wie gebannt auf diese schlanke Frau, die er doch kannte — dieses kastanienbraune Gelock über dem schneeweißen Nacken — In München, in der Bar damals, schimmerte dieses Haar unter dem zarten Silbergespinst einer Kappe. Und im Zuge lag es wirr und ungeordnet vom flüchtigen Schlaf um ein zuerst erschrockenes und dann sehr empörtes Gesicht. Doktor Heitfeld berührte Zaduk leicht am Arm und wiederholte seine Frage: „Molim — bitte, Herr Zaduk —" Das scharf geprägte Gesicht wandte sich dem blonden Manne zu. „Verzeihung —" Er verneigte sich leicht gegen den älteren Heitfeld. Er roanbte sich an den Doktor und kam dessen Frage zuvor: „Eine scharmante Frau dort drüben an Ihrem Standl Sie kennen sie vielleicht?" „Das ist Frau Domkat, meine Sekretärin — Herr Zaduk", antwortete Matthias Heitfeld. Der Serbe sah erstaunt zu dem älteren Mann auf. Er meinte — es klang gedehnt: „Ah so — Ihre Sekretärin —" Waldemar sagte: „Eben, als wir kamen, erkannte Frau Domkat Sie. Sie erwähnte eine frühere Begegnung. Sie erinnern sich —?" ,Zn der Tat —?" Es war ein leicht erstauntes Wort, aber keine Antwort. Der dunkelhäutige Mann blieb ganz unbefangen. Wenn jene Begegnung eine peinliche Erinnerung hinterlassen hatte — seine Schuld war es nicht. Im Augenblick war die Angelegenheit für Zaduk erledigt. Dieser bildschönen Sekretärin des Parfümeurs Heitfeld würde man zu begegnen wissen —< aber nicht unmittelbar unter den Augen der Herrn' Chefs — Waldemar Heitfeld fühlte eine zornige Gereizt» heit. Er sah, wie auch auf der Stirn seines Vpters, zwischen den buschigen Brauen, die steile Falte auf- ftieg, die immer ein Zeichen seines Unwillens war. Matthias Heitfeld grüßte kurz: „Ich muß gleich weiter, Herr Zaduk. Sie besprechen wohl die Geschäfte — sofern etwas vorliegt — nut meinem Sohn oder morgen oder wann es Ihnen beliebt in unterem Kontor." Er ging zu der Seite seiner Ausstellung, wo Luise stand. Er nickte den drei hübschen Mädchen zu, die hier seine Parfümerie vertraten. Jetzt war auch der Propagandaleiter Warnte da, er zeigte mit einer leichten Kopfbewegung auf Zaduk, der sich drüben langsam mit dem Doktor Heitfeld entfernte. „Unser Rohstofflieferant, dieser Herr Zaduk, ist aber ein unangenehm neugieriger Mensch!" „Wieso?" fragte Mattias Heitfeld. „Nun, er hat Fräulein Bergmann mit Fragen nach unserem »Inkognito* gelöchert!" „So — Fräulein Bergmann, hat Herr Zaduk auch Ware bestellt?" Das rothaarige Fräulein hatte die Order schon zur Hand. Sie las eifrig vor. Sie sagte: „Der Herr bestellte vor allem »Inkognitos Er schien begeistert davon. Er bestellte alle Artikel dieser Serie." Sie zählte auf: „Parfüm, Puder, Lotion, Eau de Cologne —" Sie lachte: „Er meinte, er müßte seinen Freundinnen daheim auch einmal eine Freude machen!" Heitfeld nickte und dankte dem Fräulein. Er wandte sich an seine Sekretärin: „Denken wir jetzt an unseren Artikel, Frau Domtat — gehen wir." * Die Brüder Joso und Kara Zaduk trafen sich zum Essen in ihrem Hotel wieder. Sie sprachen während der Mahlzeit eifrig von ihren Geschäften und wußten kaum, was sie aßen. Kara, der ältere Zaduk, ähnelte seinem Bruder wenig. Er war klein und schmächtig. Die kurzsichtigen Augen verbarg eine Brille. Er pflegte seine Reden mit vielen und lebhaften Handbewegungen zu unterstreichen. Sie tranken nach dem Essen ihren Kaffee und rauchten. Kara sah den Bruder aufmerksam an. Joso war merkwürdig zerstreut. Der Altere sagte: „Und was hast du bei den Heitfelds erreicht?" Joso Zaduk hatte nur halb zugehört. Seine Blicke gingen über den Bruder weg — er dachte an diese Sekretärin der Heitfelds. Er entsann sich jetzt — damals hn Orient-Expreß hatte sie Ausweise bei sich, wonach sie Tänzerin war. Die Stimme Karas kam wie aus der Ferne, er wiederholte ärgerlich seine Frage. Joso zündete sich eine neue Zigarette an und entgegnete: „Die Heitfelds haben die Werbung für ihr Parfüm »Inkognito* ganz großartig aufgezogen! Ein mysteriöser Name, der natürlich außerordentlich zum Kauf reizt. So etwas lieben die Frauen. Und die Heitfelds machen anscheinend glänzende Geschäfte mit dieser Komposition. Sie werden dazu, denke ich, die von Doktor Heitfeld neuentdeckten Wurzeln nehmen. Wir können ihnen ja gar nicht genug davon liefern!" „Diese Vermutung hatten wir ja bereits", sagte Kara ärgerlich. „Damit stellst du, weiß Gott, nichts Neues fest! Hast du Proben?" „Bestellt", nickte Joso. Kara beugte sich vor, zu seinem Bruder hin. Er sprach hastig, seine Hände waren in lebhafter Bewegung. „Ich will nicht immer nur bei meiner Ölraffinerie bleiben! Wir werden auch Parfüms Herstellen! Wir könnten Zusammenarbeiten, Joso. Es würde ein blendendes Geschäft werden, wenn wir gute Duftkompositionen auf den Markt bringen können. Ich bekomme immer einen heillosen Zorn, wenn ich sehe, wie sich bei uns in den großen Plätzen die Agenten der internattonalen Parfümeure Herumdrängen. Einer gibt dem andern die Klinke in die Hand!" „Ich bezweifle", gab Joso zu bedenken, „daß wir hinter bas Geheimnis des »Inkognito* kommen werden. Mit solchen Rezepten sind uns nicht nur die Franzosen, sondern auch die deutschen Chemiker über." Eine wütende Handbewegung antwortete ihm. Karas Worte sprudelten: „Mit so pessimisttschen Redensarten wirst du allerdings nicht weiter kommen! Wir werden eben auch tüchtige Chemiker gewinnen und uns die Analyse machen lassen!" Er war gereizt. Jetzt ärgerte ihn alles. Er fuhr den Bruder an: „Ueberhaupt, woran denkst du heute eigentlich immerzu? Wir sind doch nicht zu unserem Vergnügen nach Berlin gekommen!" „Doch, Kara", nickte der jüngere Zaduk. „Wik gehen heute abend mit bildschönen Mädchen aus. Du und ich." „Laß mich in Ruhe! Ich denke nicht daran!" Joso lachte: „Mt deiner Bequemlichkeit, lieber Kara, wirst du erst recht zu keiner Weisheit kommen ... und nicyt zu Geheimrezepten, die uns brennend interessieren!" Kara wurde hellhörig. Er fragte: „Was hast du vor?" Joso zuckte die Schultern: „Weiß ich noch nicht. Zuerst wollen wir uns heute abend mit diesen scharmanten Kindern amüsieren, die tagsüber im Heitfeldschen Pavillon ihre Kundschaft bedienen." ♦ Aus Luise lag diese Begegnung mit Joso Zaduk wie ein Alp. Sie hatte für die Varfümerie Heitfeld nun schon seit langem mit diesem Lieferanten in Belgrad in Verbindung gestanden und keine Ahnung gehabt, daß eine Begegnung mit diesem Mann für sie unter Umständen verhängnisvoll werden konnte. Wenn es ihm beliebte, alte Vorgänge aufzurollen. - Sie überlegte. Mußte sie Moravitzky von dieser Beaeanung benachrichtigen? Ihn warnen? Aber wahrscheinlich beschwerte sie sich mit Gedanken und Sorgen, die gar nicht nötig waren. Wahrscheinlich war dieser Herr Zaduk wirklich davon überzeugt, daß sie mit dem Diebstahl damals im Schlafwagen des Orient-Expreß nicht das geringste zu tun hatte. Und im übrigen würde er ja wohl Berlin schon in den nächsten Tagen wieder verlassen. Es war unsinnig, eine Verbindung mit Moravitzky aufzuneh- men, die ihr dann nur lästig werden würde ... ♦ Sie saßen in einer kleinen, sehr eleganten Bar die Brüder Zaduk und die drei Mädchen aus dem Pavillon der Parfümerie Heitfeld. Henni Bergmann lachte übermütig. Sie hatte wohl schon einen kleinen Schwips. Aber der Abend war herrlich! Und dieser Herr Zaduk aus Belgrad war ein fabelhafter Mensch ... ein blendender Mann, wie man ihn nicht alle Tage traf! (Fortsetzung folgt)