lot. Ur. 252 Erstes Blatt 8reitag,27.OttobeNYZ9 189. Jahrgang Englands Krieg gegen Frauen und Kinder am Pranger utter- werden. Heue deutsch-russische Wirtschastsverhaudluugeu Großzügiger Warenaustausch. - Russische Delegation zur Information in Berlin M Ä'l i-chenbare Rot der beeilen Bolfsmaffen ^rant il vorausahnen. Ä. 11 »ekanntlich verbieten es Me durch mternatto= gtuntui itMes Recht allgemein anerkannten Grundsätze die «*•.: l i »° ° run g 5»*' suchen. Starker Eindruck bei deu neutralen : Die von der russischen Regittung d°m britischen kitlchafter in Moskau überreichte Antwort auj o ifens. Ott. t pmbRtii 1 sich irj stwh Df! fressen h Branbftth brgend llochrichü i spielt W . Das y 5d)uii'i OnbuM : Kam" in M EUcheMi täglich, außer Sonntags und Feiertags Magen: Die Illustrierte " Meßener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: ! M 4 Beilagen RM. 1.95 nähren könnte. Wenn auch Deutschlands Versorgung mit Fleisch aus eigener Produktion in der Hauptsache sichergestellt ist, so ist in Krisenzeiten, wie es ein Kriegszustand bedeutet, jeder Zuschuß willkom- England. Die britische Flugzeug-Industrie will nach Kanada übersiedeln. Rom, 26. Okt. (Europapreß.) Aus Paris wird eine Meldung des .^ntransigeant" wiedergegeben, derzufolge die gesamte britische Flugzeugindustrie nach Kanada verlegt werde, um sie vor den zu erwartenden großen Angrifsen der deutschen Luftstreitkräfte in Sicherheit zu bringen. Ferner würden in Kanada die Werften zur Ausbesserung i beschädigter Schiffe erweitert. Nachricht nach Hf Moskau, 26. Okt. (DRV.) Der Stellvertretende Bolkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Ä o t e m k i n, überreichte dem englischen Botschafter in Moskau folgende Antwort der lowjetrussischen Regierung auf die englischen Noten Kom 6. und 11. September 1939 bezüglich des Banngutes: ,L)as Volkskommissariat für auswärtige Ange- llegenheiten hat im Auftrag der sowjetrussischen Regierung die Ehre, in Beantwortung der Noten der englischen Botschaft vom 6. und 11. September «939 folgendes zu erklären: 3 j. Die durch einseitiges Vorgehen der britischen Regierung erfolgte Aufste llung einer Li sie von Waren, die in der Note vom 6. September vls Kriegskonterbande erklärt werden, überschreitet die Grundsätze des in- t er nationalen Rechts, wie sie in der internationalen Rechtserklärung über den Seekrieg vom K6. Februar 1909 ihren allgemeinen Ausdruck ge- Ifunden habe, fügt den Inter esse n der neutralen Länder schweren Schaden zu und zerstört den internationalen handel. Da die britische Regierung auf die von ihr I veröffentlichte Kriegskonterbandeliste Erzeug- visse und Waren wie Brennmaterial, Papier, i Baumwolle, viehfutter, Schuhe, Kleider und | Rohstoffe für ihre Herstellung und sogar eine Reihe von Lebensmitteln wie Getreide, Fleisch, Butter, Zucker und andere Urten von Nahrungsmitteln gesetzt hat, erklärt sie somit die hauptsächlichen Artikel bes allgemeinen Konsums als Banngut und schafft die Möglichkeiten vollkommener Willkür in der Beurteilung aller Artikel des öffentlichen Verbrauches als Kriegskonterbande. Dies führt unfehlbar zu einer tiefenDesorganifierung ber Versorgung der friedlichen Zivilbevölkerung mit lebenswichtigen I Artikeln, bildet eine ernste Bedrohung der Gesundheit und des Lebens ber Bevölkerung und läßt eine unbe- Verlin, 26. Okt. (DRB.) heute trifft in Berlin eine Delegation der Sowjetregierung ein. Die Delegation sieht unter Führung des Volkskommif- fars T e w o h j a n und wird begleitet von dem General der Artillerie Sawtfchenko. Nachdem bei den Wirtschaftsverhandlungen in Moskau in den letzten zwei Wochen eine Einigung über Lieferungen der Sowjetunion nach Deutschland erfolgt ist, insbesondere über die Lieferungen großer Mengen von Getreide, Erdöl und Erdölcrzeug niffen, von Baumwolle, Rohphospha- ten, ferner von Flachs, Platin, Manganerz und anderen Erzen, gehen zur Zeit in Moskau die Verhandlungen über die deutschen Warenlieferungen weiter, die sich nach dem Briefwechsel zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen Ribbentrop und dem Präsidenten des Rates der Volkskommissare der UdSSR. Molotow vom 28. September 1939 auf längere Zeit erstrecken werden. Bei diesen Lieferungen an die Sowjetunion handelt es sich neben größeren Lieferungen von M a f ch i n e n der verschiedensten Art auch um große industrielle Anlagen, bei denen Deutschland der Sowjetunion seine neuesten Erfahrungen auf dem Gebiet der künstlichen Herstellung von Benzin, Kautschuk und anderem zur Verfügung stellen wird. Die Ferner waren — ------------- _ Generalleutnant Seifert, m Vertretung des Chefs des Wirtschaftsstabes des Armee-Oberkommandos, Oberst Becker, und Persönlichkeiten von Industrie und handel anwesend, ebenso der sowjet- ru fische Botschafter in Berlin, Schkwarzew. Die Kommission wird mehrere Wochen in Deutschland bleiben, um die Fühlung mit verschiedenen Zweigen der deutschen Industrie aufzunehmen und einige für die Lieferung nach Rußland in Frage kommende Werke sowie deutsche' soziale Einrichtungen zu be- >US eiter ü inbt 3 °n c \ tnitb en Warben 11 ’N. acht u; i: Berih am DE Frischer Wind aus dem Osten Aon unserer berliner Schristleitung. Rußland gegen den englischen Handelskrieg. Scharfe Warnung Moskaus vor völkerrechtswidriger Ausdehnung der Konterbande in Berlin eintreffende Delegation hat von der Sowjetregierung den Auftrag erhalten, sich zu diesem Zweck an Ort und Stelle zu informieren. Bei dieser Gelegenheit wird eine Besichtigung von In- uw|----- --------, . v duftrieanlaaen, wirtschaftlichen Einrichtungen, Rü- m e n. Jedenfalls ist mit einem Zuwachs zu rechnen, stungsbetrieben usw. stattfinden. der Maßnahmen überflüssig macht rote sie 1914/1.) M ' getroffen werden mußten. Damals war der sog. Schweinemord unvermeidlich, denn es fehlte die seit Jahrzehnten eingespielte Zufuhr von Futtermitteln ’mmenJ MA 7 0. 15 M 9enb 4 a nur! ner Q[] fahren 1 n®anbi- - bes ä n unfti bem y Ichen jH . tinberH i)ren M niere U je. inten. nem hü- nn intt u schch ’bierli t Fniit ihn jed, ch berat 's Ma, dem Ai» >er fßofii f sich, k britischen Banngutnoten bringt in erfreulich klarer und eindeutiger Weise den Jnteressenstandpunkt der neutralen Mächte gegenüber der britischen Seekriegspolitik zum Ausdruck. Ebenso wie in den Erklärungen der Panama-Konferenz und in Einzelerklärungen einer Reihe neutraler Länder in lieber» fee und in Europa wird festgestellt, daß die von Großbritannien ergriffenen Maßnahmen in völligem Widerspruch zum Völkerrecht stehen und die Interessen der neutralen Länder durch die Zerstörung des internationalen Handels schwerstens schädigen. Mit Nachdruck wird darauf verwiesen, daß die britische Banngut-Liste in ihrer weiten Fassung Willkürmaßnahmen aller A r t ermöglicht und in erster Linie die Versorgung der friedlichen Zivilbevölkerung auch in den neutralen Ländern unterbindet. Ebenso wird eindeutig festaestellt, daß durch die britische Seekriegsmaßnahmen die Grundsätze der elementaren Freiheit der Handelsschiffahrt in gröbster Weise verletzt werden. Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . w -.25 Mch bei Nichterscheinen ron einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: zranksurt am Main 11688 , wie?" b t die istesM etwas xinleM kmwilI M p f le, bM, s der w nichts denn 'S l°-h>Ä Lp0S Washington, 26. DH. (DRB.) Mit starker Verspätung gab das Staatsdepartement der Ber- einigten Staaten die übliche Liste über die Lizenzen wr Ausfuhr von Kriegsmaterial im September aus. Di- Liste des ersten Kriegsmonats .r. .. ■ r,____:V__x. anirhtnn her niirtpnblKT» s* । ahnen? Schlappe, die die Diplomatie ber Westmächte durch die völlig verunglückten Militäroerhandlungen erlitten hat." Pans und London unter dem Eindruck der Ribbentrop-Rede. Die italienische Presse berichtet. Rom, 26. Okt. (Europapreß.) Die Berichte der römischen Pressevertreter in London und Paris zeigen, daß man dort trotz der krampfhaften Bemühungen die Danziger Rede des Reichsaußenministers von Ribbentrop als belanglos abzutun, immer noch unter der Nachwirkung dieser Rede steht, wenigstens insofern, als man sich nicht ohne | Besorgnis fragt, o b und in welcher F or m ber .Krieg bis zum Ende und mit allen Mitteln , den Deutschland als Antwort auf die hartnäckige Ablehnung seines Friedensangebotes angekündigt hat, einsetzen werde. Wenn die Franzosen auch beteuerten baß Deutschland mit seinem Versuche, Frankreich von England zu trennen, feine Erfolge haben werde, so mißfalle es ihnen doch feine 5= wegs, baß infolge der unüberwindlichen Schran- fen, die von ber Schweiz bis zur luxemburger Grenze laufen, bas stolze Albion, bas feine festländischen Interessen von Frankreich verteidigen lassen wolle, den Hauptstoß auszuhalten haben werde Die Soldaten ber Maginotlime waren wirklich allzu selbstlos, wenn sie sich über die Verlagerung des Mittelpunktes des europäischen Erdbebens beklagen würden. Kriegsmaterialausfuhr aus den Vereinigten Staaten stark geschrumpft. 8. Sich auf das Borangegangene st^-nd, behaU tz di- fowi-trnssische Regierung das Recht vor, vo hr britischen Regierung Entschadigu g ^u ii-d) die oben erwähnten Maßnahmen Ihm Regierung den sowietrusslschen O 9 1 unt> Institutionen und Bürgern 3ugefugte „ Hi Aktionen der britischen Behörden zu sofern 8 Die Note ist von Volkskommissar Molotow lMerzeichnet. * z Stockholm, 26.Okt. (Europapreß.) Auf den ersten Seiten der schwedischen Zeitungen wird am Donnerstag die ausführliche und nach Ansicht hiesiger politischer Kreis- für England recht unangenehme Not« der russischen Regierung an die Adresse Londons wiedergegeben. Der berechtigte Vorwurf, daß England bei der Durchführung seiner Blockademaßnahmen nicht nur die Z i r> l l b e 0 0 l t e r n n g in Deutschland in Mitleidenschaft ziehe, snndern auch in seiner Behandlung der neutralen Staaten aeaen die Grundsätze des internationalen Rechts verstoßen habe wird in den neu- ü-°l n skandinavischen Ländern besonders beachtet. A tonbladet" und „Rya Dagligt Allehanda Uber- schreiben ihre Berichte fast gle.chlau end nut den Schlagzeilen: „Rußland gegen England in der Konterbande-Frage." „Moskau verweigert strikt die englische Konterbandellste. England peinlich berUrl. . - ;nÄ?wt M SÄ meqen der englischen Konterbandeordnuna «lnf ck berührt" Inwieweit dieser Protest Auswir- erhoffte Ausdehnung ber englisch- EUinUrht>n Handelsbeziehungen haben wird, ist noch r!Änr NonMstä^ig-rS-it- wird bisher kbig= mnaewi^n, dab die von den Russen Konterbande-Bestimmungen im roefent- di-während des Weltkriegs E d-n Alliierten, also auch von Rußland ange- '^Gleich,eilig muß die s owse.ru, sische K«aierung erklären, daß die sowiekrussischen Handelsschi,f d e m S > a a« g - h ä r e n und schon aus diesem kinzigen Grunde irgendwelchen gegenüber p taten Handelsschiffen angewandten Zwangs Maßnahmen nicht unterworfen Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftraste 7 ^^von^den oben erwähnten Erwägungen ausgehend, kann sich die Sowjetregierung nut der Note der britischen Regierung vom 6. September nicht einverstanden erklären und lehnt es ab, dieser Rote irgend welche Kraft zuzu- | Tw "öwietvustische Regierung erNärt ebenfalls Lch sie mit ber britischen Note vom 11. Septemve richt einverstanden ist und dieser Note keine Kraft zuerkennt, in ber durch einseitiges Vorgehen ber britischen Regierung die Errichtung ei Systems der Durchsuchung von han- delslckiffen neutraler Lander m du 01 fern Zweck von ber britischen Regierung besonders bezeichneten Häfen mitgeteilt wird. nnf< Die Sowjetregierung betrachtet es als eine voll kämmen unbegründete und willkur- licbe Forderung, baß bie oben erwähnten Cchiffe gezwungen sind, in diese Häfen Zuläufen, 'Forderung, die durch die Drohung der mal - simen Einbringung der Schisse >n d>ese Halen shv-rt wird. Solch- Maßnahmen u ber, ch r - > ten die Grundsätze der el°men ar-n Freiheit der h a n d e l s s ch i f f a h r t. tote ' ^sprechen gleichfalls nicht der wlerna o lhaager Schiedsgerichtserklarung vom .26. geb tu »9 ebenso wi- der Entscheidung des mternatl l« Haager Schiedsgerichtes vom 6 Ma, ISIS >n b?r Angelegenheit des französischen Sch ss » «ES 5^“,» ss» d-r SSmTmjS« ”n bis zur Mastreife etwa eine halbe Tonne Fi getreibe. Wir können also mit bem russischen Fi . getreibe rund zwei Millionen Schweine mehr mästen, und bie Bedeutung bieser Mehrmästerei wird klar, wenn man sich vor Augen hält, baß ganz England nur VA Millionen Schweine hat. Rußland hat uns schon vor bem Weltkriege das notwendige Futtergetreide, vor allem Gerste, geliefert. Die ungeheuren Möglichkeiten des Welt- agrarlandes Rußland find noch längst nicht erschöpft. Das landwirtschaftlich brauchbare Land ist nur zu 18 v. h. ausgenutzt. Man hat berechnet, baß Rußland bei intensiver statt extensiver Wirtschaft ! nicht 170, sondern 900 Millionen Menschen er« Heute Einmarsch litauischer Truppen in das Wilnagebiet. Sorono, 27. Oktober. (DRB.) Wie amtlich be- [tätigt rtrirb, beginnt ber Einmarsch ber litauischen Armee in das Wilna gebiet am 27. Oktober, 9 Uhr vormittags. Die Besetzung ber Stadt Wilna erfolgt am 28. Oktober. Die in das Wilnagebiet eünrüf- kende litauische Armee führt die Sammelbezeichnung Wilnadetachement und steht unter bem Befehl des Brigadegenerals Vitkauskas. Der Einmarsch ist das Ergebnis ber Verhandlungen Zwischen der in Kowno weilenden sowjetrussischen Militärkommission und ber litauischen Heeresleitung. Oie gesamte finnische MoSkau- Oelegation wieder in Helsinki. $) elfiri fi, 27. Oft. (Europapreß.) Entgegen ber ursprünglichen Absicht, baß nur Minister Tanner und Staatsrat Paasifivi zur Rücksprache mit ber Regierung nach Finnland zurückfehren sollten, tft am Donnerstagvormittag bie gesamte finnische Moskau-Delegation wieder in Helsinki eingetroffen, um ber Regierung den zw eiten s o w j e t r u s s i s ch e n Vorschlag zur Prüfung vorzulegen. In ben Nachmittagsstunden gewährte Finanzminister Tanner ein Interview, in dem er auf die Frage, ob die Modifikation der ursprünglichen Forderungen eine Verbesserung bedeute, betonte, daß die letzten Verhandlunaen nur in kleinstem Kreise zwischen Stalin und Molotow einerseits und Tanner und Paasikivi anderseits geführt worden seien. Die Verhandlungssprache sei russisch. Der Geist, in dem die Besprechungen geführt wurden, sei freundschaftlich und ka- meradschaftlich gewesen. — Nach ihrer Ruck- kehr aus Moskau wurden bie Minister Paasikivi und Tanner vom Präsidenten empfan- qen, wobei auch Staatsminister K a i a n b e r und Außenminister Erkko zugegen waren. Die Möglichkeit ber Befragung des finnischen Reichstages scheint nicht ausgeschlossen zu sein. Von Regierungsseite wurde angedeutet, daß der für die Konsultation Paasikivis mit seiner Regierung in Helsinki benötigte Aufenthalt unter Umstanden eine Woche dauern könne. Annahme von Lnzetgen ffli die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Srundpretfe für \ mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereindg.25"/, mehr. LrmShtgte Grundpreise: Stellen», Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B menget worben wären. Gute Miene zum bösen Spiel". (O p n f 27. Okt. (Europapreß.) Bei einer Betrach- regen diplomatischen Tätigkeit Eng- a^bs die sich vor all-m auf Italien, Spanien, Le/ s £J&rnnb erstreckt, schreibt der Londoner LSA. unb . 6 ®afler Nachrichten": „Was bas «Oerr/bPä?tn u Rubland anbetrifft, |o ver- Verhalt n i s 5u d * Miene zum N. “ p.u"—s—« fl Pm' nsbefonüe-g nach d-> > endlich jchwreklS i nicht am Krieg beteiligte weite Bevölkerungsschichten der Not und der Verelendung ausgeliefert werden. In überzeugender Weise geht aus der russischen Erklärung hervor, welch schwere Verantwortung gegenüber der ganzen Welt England durch sein schuldhaftes Verhalten auf sich geladen hat. Die Abwehrfront der Neutralen gegen die britische Willkür und Anmaßung wird durch die russische Erklärung zweifellos, erheblich gestärkt Rußland hat mit Deutschland im Rahmen des zwischen beiden Staaten abgeschlossenen Vertragswerts „ben größten Getreideabschluß, der jemals zwischen zwei Ländern vereinbart wurde", getätigt. Innerhalb weniger Monate sollen eine Million Tonnen gutterge- Rußland hat sich mit seiner Erklärung kraftvoll treibe geliefert werden. Diese Tatsache macht in die Front der neutralen Mächte eingereiht, bie durch die Hungerblockabepläne ber britischen Pluto- sich mit Recht gegen bi c GrbroHetung traten einen bieten Strich, unb alle Lügen über ihrer H a n b e l s s ch i s f a h r t unb ihrer Transport- unb sonstige Schwierigkeiten sinb eng- Wirtschaft durch England zur Wehr setzen. Es lischt Nebel. Die Bedeutug dieses Ankaufs rusfi- hat in ebenso bestimmter Form wie einige süd- schen Futtergetteides für unsere Vi ehwirt- amerikanische Staaten gegen bie britische Erklärung schaff unb F l e i s ch v e r s o r g u n g geht aus von Artikeln des zivilen Verbrauches zu Banngut folgenden Uebertegungen hervor: Im Zuge unserer protestiert und eindrucksvoll darauf verwiesen, daß Dorratspolitik führten wir 1937 2% Millionen durch dieses völkerrechtswidrige britische Vorgehen Tonnen Futtergetreibe ein, 1938 2% Millionen ------- Tonnen. In ben Jahren 1933 bis 1936 hatten wir einen Normalbedarf von runb 515 000 Tonnen, bie auch eingeführt wurden. Ein Schwein braucht — utter- Oie sowjetrussische Wirtschaftsdelegation in Berlin eingetroffen, m fn .iß cyfinfipr lDNB s Am Donnerstäa-! 78 908 525 Dollar wurden vom Staatsdepartement abknd Ä' unier Mh^ung des Lsk7mM aL infolge ber Proklamationen Roosevelts vom 5. 8 ~ * 58 Millionen auf Frankreich und 15 Millionen auf und Greise Lustbombarbierungen auszufetzen. Aus demselben Grunde betrachtet es die Sowzetregie- ma als unzulässig, daß bie friedliche Be- . mlkerung durch bie Erklärung von 2trtl,feln e — " öffentlichen Verbrauches als Banngut von Lebens- «ein, Brennstoff unb Kleibern beraubt 'st und tckurch Kinder, Frauen, Greife und Kranke allen Men von Entbehrung unb dem Hungertod aus. n S"1' , Ä, «t ! I. »fy ? A aus Rußland. Ersatz ließ sich nicht beschaffen, weshalb die Leiter der Ernährungswirtschaft auf den Ausweg verfielen, vor allem die Schweinestapel durch umfassende Abschlachtungen einzuschränken. Das ist uns nicht gut bekommen, zumal der Krieg länger dauerte, als alle Schwarzseher anzunehmen wagten. Nun verfügen wir über Futtermittel, um unsere Schweinestapel noch zu vergrößern, also die VoraussehunH dafür zu schaffen, daß wir alles Notwendige für jede nur denkbare Zeit zur Verfügung tat Italiens auf lange Frist zu rechnen sei. Die Beziehungen aller Balkan st aaten zu Deutschland seien durchaus zufrieden st eilend, weil Berlin ihre Politik unterstütze und an der Erhaltung einer breiten neutralen Zone im Südosten ein vitales wirtschaftliches Interesse besitze. Bei den Wirtschaftsverhandlungen aller süd-ost-euro- päischen Länder sei von deutscher Seite, wie in Belgrad erklärt wird, kein wie immer geartetes Druckmittel angewandt worden, sondern Berlin habe für die Interessen dieser Staaten erhebliches Ser« ständnis gezeigt. Wohin die Befürchtungen der Balkanstaaten — am Beispiel der Türkei gesehen — führen, sagt der neutrale Beobachter ziemlich offen, er erklärt, daß man nach Garantien suche, daß sich der neutrale Balkanblock nicht eines Tages in einen Jnterventionsblock verwandele, und sich dann irgendeine Großmacht plötzlich betroffen suhlt. Streng nach Prisenordnung. Zum Aufbrinoen des amerikanischen Dampfers „City of Flint haben. Ist das schon ein frischer Wind, so hat er sich zum Brausen erhoben in der gepfefferten Note, die das sowjetrussische Volkskommissariat gegen das englische Seepiratentum nach London übermittelt hat. Es wird wohl keinen neutralen Staat geben, dessen Regierung nicht ebenso denkt, nicht ebenso bereit wäre, den englischen Piraten einen gehörigen Nasenstüber zu versetzen. Aber so knapp und scharf, so überzeugend, wie das von Moskau aus geschehen ist, glauben sich andere Neuttale das nicht leisten zu können, weil sie neue Unverschämtheiten der englischen Piraten fürchten. Entscheidend ist in der Sowjetnote, daß der Angriff auf ein sowjetrussisches Handelsschiff a l s ein Angriff auf den Staat selb ft betrachtet wird. England hat vom ersten Tage des Kriegszustandes an, gerade so wie das vor 25 Jahren geschah, sich über alle völkerrechtlichen Deklarationen, die es früher selbst versaßt und veranlaßt hat, einfach h i n w e g g e» setzt. Daß das nicht zulässig ist, das wird der englischen Regierung in der Sowjetnote so gründlich auseinandergesetzt, daß es sogar ein Winston Churchill verstehen kann. Vielleicht sogar auch Anthony Eden. Ganz sicher ist das freilich nicht, denn dieser Mr. Eden hat in diesen Tagen wieder einmal in einer Rede den Beweis geliefert, daß nicht nur die Seeräuberei, sondern auch massive Dummheit ein Vorrecht Englands und englischer Politiker ist. Mr. Eden fühlte sich nämlich berufen, den Türken etwas Schmeichelhaftes zu sagen. Vor einigen Tagen hatte das auch schon Winston Churchill versucht, indem er von den tapferen Türken sprach, die sich vor 25 Jahren anschickten, gegen England auf den Kriegspfad zu treten. Damals und später redete Winston Churchill allerdings nicht von den tapferen Türken, sondern beschimpfte sie als gemeine Meuchelmörder, als Verbrecher, die ohne Gnade und Erbarmen alle miteinander über die Klinge springen müßten. Noch im Jahre 1915 hatten England und Frankreich der türkischen Regierung wegen der Vorkommnisse in Armenien ein schreckliches Strafgericht angekündigt. Und nun kommt Eden daher und erlaubt sich, in plumper Vertraulichkeit diesen gönnerhaften Lobspruch an die türkische Adresse zu richten: „Die Haltung der Türkei war in der ganzen Nachkriegszeit vollkommen fest. Als sie nach einer Revision des Friedensvertrages strebte, hat sie dies stets auf dem Wege der Verhandlungen und nicht durch Gewalt getan." Der von geschichtlichen Kenntnissen unbeschwerte Herr Eden hätte sich diesen story ersparen sollen, den wenn Läck)erlichkeit tötet, so müßten die Türken ihn heute zu Grabe tragen. Bekanntlich waren es gerade die Entente- Politiker, die nach dem Weltkrieg die Griechen in das Herz Kleinasiens einrücken ließen und französische Truppen nach Süd-Anatolien schickten, um hier rein türkische Gebiete zu besetzen. Bekanntlich war es die junge Türkei unter Kemal Atatürk, welche dieser gewaltsamen Invasion mit Gewalt begegnen mußte, und welche nach einer blutigen Schlacht die Griechen bei Smyrna ins Meer warf, die Franzosen aber aus dem Lande versagte. So sah in Wirklichkeit die Revision des Friedensdiktates von Sevres aus, das man den Türken auferlegt hatte, um aus ihrem Besitz die englischen Verpflichtungen gegenüber Griechenland zu bezahlen. D.S. Oie Neutralität des Balkans Berlin, 26. Oft. (DNB.) Auf der Fahrt von USA. nach Liverpool und Glasgow ist der a m e • rikanische Dampfer „City os Flint" im Atlantik von einem deutschen Kriegsschiff auf die Beförderung von Konterbande hin untersucht und, nachdem diese seftgestellt worden ist, aufgebracht worden. Der Dampfer lief am 23. Oktober, von einem deutschen Prisenkom- mando geführt, wegen Havarie in Murmansk ein. Die feindliche und neutrale (in erster Linie die amerikanischen Dampfers (anscheinend, weil es nordamerikanischen Dampfers (anscheinend, weil es im gegenwärtigen Kriege zum erstenmal deutscherseits geschehen ist) aufgegriffen und versucht nun, das deutsche Vorgehen als einen Gewalt- a k t und einen schweren diplomatischen Fehler hinzustellen. Hierzu wird amtlich fest gestellt: 1. Da alle deutschen Seestreitkräfte angewiesen sind, streng nach Prisenordnung vorzugehen, ist die Einbringung des Dampfers erfolgt, weil er Konterbande an Bord hatte. Der Dampfer ist also ohne jeden Zweifel zu recht aufgebracht worden. Die von der amerikanischen Presse vielfach erörterte Frage, ob das Banngut der „City of Flint" mehr als die Hälfte der Ladung ausgemacht habe, spielt für die Aufbringung, d. h. die Beschlagnahme des Schiffes keine Rolle. Sie kommt überhaupt erst zur Sprache, wenn prisengerichtlich die Frage der Einziehung des Dampfers erörtert wird. Im übrigen unterliegen nach Artikel 28 der deutschen Prisen- orbnung vom 28.8.1939 alle Fahrzeuge, die Banngut befördern, der Aufbringung. Die Nationalität spielt hierbei keine Rolle. 2. Die Behandlung von Prisen in einem neutralen Hafen richtet sich nach dem allgemeinen Völkerrecht, und zwar in diesem Falle nach dem VIII. Haager Abkommen von 1907, dem sowohl Rußland wie auch die Vereinigten (Staaten ohne Vorbehalt beigetreten find. In einem besonderen Artikel (Artikel 21) dieses Abkommens wird ausdrücklich bestimmt, daß havarierte Prisen zum Anlaufen neutraler Häfen berechtigt B e r l i n , 26. Okt. (DNB.) Zum Untergang eines deutschen Dorpostenbootes am 21. Oktober 1939 gibt das Oberkommando der Kriegsmarine bekannt: Infolge Minentreffers sank am 21. Oktober gegen Mittag in der Nähe der dänischen Insel Moen e i n deutsches Dorpostenboot. Von der 55 Mann starken Besatzung konnten fünf B e - satzungsangehörige gerettet werden. Bei der Rettungsaktion durch ein dänisches Flugzeug verdient der Einsatz des dänischen Fliegerleutnants H e l v a r d volle Anerkennung. Helvard gelang es trotz sehr ungünstiger Wetterverhältnisse, vier Besatzungsangehörige des gesunkenen Vorpostenbootes, die er auf einem Floß treibend auffand, nach wiederholten Versuchen zu sich an Bord zu nehmen. Das Flugzeug war dadurch so überlastet, daß es nicht mehr starten konnte und sich auf dem Wasser treiben lassen mußte, bis ein weiteres Flugzeug zu Hilfe kam. Ein fünftes Besatzungsmitglied rettete sich nach zehnstündigem Schwimmen an Land. Die Geretteten wurden in das Krankenhaus In n sind und bis zur Beseitigung der Schäden in ihnen verbleiben dürfen. 3. Die Rechtmäßigkeit bei Aufbringung einer Prise durch deutsche Seestreitkrüfte wird in jedem Falle von der deutschen Prisengerichtsbarkeit geprüft. Wenn also irgendwelche Interessenten für Schiff und Ladung Einsprüche geltend machen wollen, so steht ihnen hierzu der Rechtsweg vor dem deutschen Prisengericht offen. Zuständig für die Annahme von Einsprüchen sind einzig und allein die deutschen Prisengerichte. Die vorstehenden Ausführungen zeigen eindeutig, daß die Rechtslage, d. h. das Verfahren des deutschen Kriegsschiffes beim Aufbringen der Prise und das Verhalten des Prisenkommandos, den „City of Flint" infolge einer Havarie in einen neutralen Hafen einzubringen, klar und unanfechtbar ist. Die von der neutralen und feindlichen Presse formulierten falschen Darstellungen und unbegründeten Behauptungen sind daher als eine der hinreichend bekannten üblen Pressemachenschaften an- Zusehen, die lediglich einen Zweck verfolgen, das Ansehen der einen kriegführenden Partei, d. h. Deutschland, zu schädigen und die Entschlüsse eines neutralen Landes (Rußland) zu beeinträchtigen. Roosevelt will von Rußland Einzelheiten erfahren. Mailand, 27. Okt. (Europapreß). Wie der „Sortiere delle Sera" aus Washington erfährt, hat Präsident Roosevelt in der Presse-Konferenz erklärt, die Regierung der Vereinigten Staaten suche von Rußland nähere Einzelhei- t e n über die Kaperung des Dampfers „City of Flint" zu erhalten, doch fehlten noch nähere Berichte vom Schiff selbst. Roosevelt fügte hinzu, er sei nicht zuständig, den amerikanischen Schissen zu verbieten, in der Kriegszone Schiffahrt zu treiben. Die amerikanische Botschaft in Moskau habe beim Volkskommissar des Aeußern genaue Aufklärung über die Festhaltung des Schiffes verlangt. die nötige Behandlung und Pflege zuteil werden ließ. Von der übrigen Besatzung konnten 28 Todesopfer an der Küste von Moen geborgen werden. Auch hier sorgte der leitende Arzt des Krankenhauses in Stege für deren feierliche Aufbahrung in einem würdigen Raum. 22 Besatzungsangehörige werden noch vermißt. Die Bevölkerung von Stege hat in sehr herzlicher Weise durch Hilfeleistung aller Art bei der Versorgung der Geretteten und der Bergung der Todesopfer ihre besondere Teilnahme zum Ausdruck gebracht. Die Stadt Stege hat Flaggentrauer angelegt. Die Beisetzung der geborgenen Opfer findet am Freitag in feierlicher Form unter Beteiligung der dänischen Marine statt. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, läßt durch den deutschen Marine- Attache am Grabe der Gefallenen einen Kranz niederlegen. Großadmiral Raeder hat dem Chef der Königlich-Dänischen Marine, Vizeadmiral Rech- n i tz e r, feinen Dank für die Anteilnahme und die großzügige und kameradschaftliche Unterstützung der dänischen Marine aussprechen lassen. Die fünf geretteten Besatzungsmitglieder werden voraussichtlich am Samstag nach Deutschland zurückkehren. Stege auf der Insel Mach eingeliefert, wo der leitenoe Arzt, Dr. Hempel, sich in vorbildlicher Genf, 26. Okt. (Europapreß). Der Süd-Ost- Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung" berichtet seinem Blatt über die Glei ch g ewichtspoli - tik der Balkan st aalen und schreibt: Trotz der Trübung des außenpolitischen Horizontes werde die Neutralitätspolitik auf dem Balkan C planmäßig fortgesetzt. Man glaube in Belgrad dahin l ................. informiert zu sein, daß mit einer sicheren Neutrali»1 Weise um die deutschen Soldaten bemühte und ihnen Deutschland dankt für dänische Rettungsaktion. Zum Verlust ein?« deutschen Vorpostenbootes infolge M nentreffer«. Propagandistische Fehlzünder. Berlin, 26. Okt. (DNB.) Herr Duff Coo. per, der frühere englische Marineminister, bei bei Neubildung des Kabinetts durchgefallen, aber nach wie vor einer d e r hemmungslosester Kriegshetzer, ist gleich anderen englischer Kriegshetzern in Neuyor.k eingetroffen, um öori sein Geschäft zu treiben. Er gibt Interviews und hält Reden, in denen er u. a. die Revolution in Deutschland prophezeit, ohne sich allerdings noch auf einen Termin festzulegen. Dagegen macht er schon ganz genaue Vorschläge für die Aufteilung des immerhin vorher noch vernichtend zu schlagen, den Deutschland. Er verrät den Amerikanern, daß der Teilungsplan in London schon fij und fertig ist: Die katholischen Teile Süd." deutschlands und die Ostmark werden zu einem — wahrscheinlich monarchischen — Donaustaat zusaw. mengeroorfen. „Otto von Habsburg", sagt Herr Cooper, „ist ein sehr netter junger Mann." Er, Herr Cooper, würde daher durchaus geneigt fein* ihm die neue Krone aufs Haupt zu drucken. Preu, ßen, soviel davon nach der Befriedigung der pol. nischen Ansprüche des Herrn Beck noch übrig bleibe, solle zusammen mit allerhand andern Ueberbtcib- seln einen „norddeutschen Staat" bilden. So in dieser Weise. Man hat schon viele Coopers vordem neue Karten von einem ewig gewesenen Deutsch* land zeichnen sehen. Herrn Benesch z. B. und bit Herren Beck, Rydz-Smigly und Moscicki. Aber einen Duff Cooper schrecken solche Spuren nicht, wo er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, seine Kriegshetze betreiben und seine Vortrags- Honorare einstecken kann. Immerhin gibt es in USA. Leute, denen Besucher von der Art des Herrn Duff Cooper a u f b ie Nerven fallen. Das ergibt sich aus einem Artikel des bekannten Journalisten Leny in Scripps Howard- Preß, der feststellt, daß man in Kongreßkreisen sehr lebhaft die Unzulässigkeit der Einfuhr britischer Propaganda seit dem Kriegsbeginn erörtert. Gemeint sind mit dieser Einfuhr englische Amerikabesucher vom Schlage des Herrn Duff Cooper und des Lord Beaverbrook und eines ganzen Heeres von redefreudigen Lite« raten und Geistlichen. Senator B o r a h habe darüber hinaus Klage geführt über die öffentliche Propagandatätigkeit des englischLn Botschafters in Washington, des Lord L o t h i a n, der eben erst auf einem Neuyorker Bankett eine Rede hielt, in der er die Beseitigung Hitlers und die Vernichtung des Hitlerismus als englische Kriegsziele proklamierte. Das ist nicht ganz originell und nicht völlig neu. Aber offenbar ist Senator Borah der Meinung, daß das auch nicht die Aufgabe des Botschafters einer kriegführenden Macht in einem neutralen Staat fein könne. Viele Kongreßmitglieder sehen in dieser ganzen englischen Kriegspropaganda auf amerikanischem Boden eine glatte Gesetzesverletzung und fragen, ob denn all diese Herrschaften, die Duff Cooper und Beaverbrook und all die gegen entsprechend bescheidenere Honorare in ihren Spuren wandelnden englischen Geistlichen und Literaten eigentlich vorschriftsmäßig als Agenten fremder Regierungen angemeldet feien. Offenbar teilen weite Kreise der Bevölkerung der USA. das Unbehagen so vieler Kongreßmitglieder über die englische propagandistische Ueberschwem- mung ihres Landes. Herr Denny findet es „er» M" — wir gar nicht — daß viele Amerikaner jtifrf)en Propagandisten ihren Eifer übel nehmen. Er muß zu seinem Bedauern feststellen, daß dieser Eifer vielfach genau das Gegenteil von dem bewirke, was er beabsichtigt: eine sichtbare Verminderung der bisher überwältigenden englisch-freundlichen Stimmung in Amerika. Eine Beobachtung übrigens, die auch anderweitig bestätigt wird. Die in USA. so beliebten Probeumfragen und Probeabstimmungen zur Erkundung der öffentlichen Meinung verraten weiterhin ein allgemeines Anwachsen des Friedenswillens und der Entschlossenbeit, Amerika dem Kriege fernzuhalten. Was natürlich für den Ausgang des hierum geführten parlamentarischen Kampfes noch garnichts zu besagen hat, da das Parlament in Amerika so wenig wie in irgendeiner anderen Demokratie ein wirklicher Spiegel und Ausdruck der Volksmeinung ist. Aber dis Gießener Konzertverein. 1. Orchesterkonzert. So wie unser Sladtthealer diesen Theaterwinter mit einer Reihe ausgezeichneter Vorstellungen begonnen hat, so hat nun auch der Konzertverein mit einer ganz vorzüglichen Wiedergabe seines 1. Orchesterkonzertes unter der Stabführung Prof. Stefan Ternesvärys feine Konzertreihe eröffnet. Wir Härten das verhältnismäßig selten gespielte Allegro - molto - moderato - Zw i s ch e n s p i e l z u „Rosamunde" und bas bekannte und beliebte Andantino dazu. Vom ersten Takte an war die Zuhörerschaft in den Bann der heroischen Tonwelt dieses Abends gezogen. Denn man kann wohl sagen, daß dieses Allegro molto moderato ebenso wie die Mozartsche Jupiterfinfonie und das Beethovensche Es-dur - Klavierkonzert heroischen Charakter hat. Das liebliche An- dantino dagegen liegt auf der gleichen filme, wie das Andante Cantabile und das Menuett aus der Sinfonie und das Adagio aus dem Klavierkonzert. Es ift dem Konzertverein, seiner Leitung und vor allem seinem Dirigenten ganz besonders zu danken, daß er seine Konzerte in diesem Kriegswinter mit einem so vorzüglich geeigneten und geschlossenen Programm begonnen yat. Die Ausführung durch unser Städtisches Orchester war in allen Teilen ausgezeichnet und die Zuhörerschaft folgte den Darbietungen offenficht, lich voll Andacht und Ergriffenheit und gab ihrem Dank in einer hierorts selten gehörten stürmischen Applaudierung Ausdruck! Dem Solisten des Abends — Helmut Ro - lo f f aus Berlin (Klavier) verdanken wir eine köstliche, jugendlich-unbeschwerte Wiedergabe des herrlichsten aller Klavierkonzerte! Sogleich der präludierende Anfang war von bezwingender Wirkung. Trotz der bekanntlich hemmenden Akustik unseres sonst so schönen Theaters kamen diese einleitenden Takte klangvoll und prächtig zur vollsten Geltung. Nach der dann folaenden langen orchestralen Einleitung des Hauptthemas fügte sich der Solist mit unvermindertem Schwung ein. Perlend klar alle Läufe und Figurationen, nie verebbend, sondern immer klingend die Abschlüsse in markiger Betonung. Wir Dürfen hier bezüglich des Werkes selbst auf den Vorbericht verweisen; Helmut Roloff blieb dem Werke nichts schuldig; auch den gesangvollen Stellen und dem Adagio wurde er voll gerecht — aber ersichtlich ganz besonders herrlich gelangen ihm und erstrahlten die heldischen Themen, besonders im Rondo. Stürmischer Beifall der in Anbetracht der Zeitverhältnisse großen Zuhörerschaft tief den Solisten immer wieder hervor — ein dankbares Publikum dürfte ihn gerne immer wieder in seiner Vaterstadt begrüßen. Wir sind sicher, daß der junge Pianist seinen Weg zu den höchsten Leistungen unbeirrt fin-, den wird und wünschen ihm besten Erfolg. Dr. Kurt Spohr. Wissen die Schwalben, was sie tun? Von 3o Hanns Rösler. Und wieder war der Herbst gekommen. Und wieder sammelten sich die Schwalben aus den Telephondrähten vor den Dörfern, um bald ihre Heimreise nach dem Süden anzutreten. Und wieder saßen, wohl zum letzten Male in diesem Jahre, auf den Bänken vor den Häusern die Menschen, noch ein wenig von der müden Sonne einzufangen. So saßen auch Emma und Erich, sie sahen still und vergnügt auf ihrer Gartenbank und schauten hinauf zu den Schwalben, die dichtgedrängt und aufgeregt zwitschernd sich auf den dunkeln Telephondrähten sammelten. „Komisch!", begann Emma. „Was ist komisch, Emma?" „Daß die Tiere das so wissen! Jedes Jahr sitzen die Schwalben hier. Und immer auf den Telephon - drähten." „Das müssen sie doch, Emma." „Warum müssen sie denn das?", guckte Emma verdutzt, „bie Schwalben konnten sich doch ebensogut auf einem Baum sammeln ober auf unserem Dach?" Erich schüttelte den Kops. „Das können sie eben nicht!" „Aber sonst sitzen sie doch auch auf dem Baum!" Sonst ja. Aber wenn sie wegfliegen wollen, sitzen sie aus den Telephondrähten." „Warum denn, Erich?" „Das ist doch ganz klar", erklärte Erich, „du mußt nur einmal richtig nachdenken, Emma! Stell dir einmal vor, du bist verreist. Und jetzt willst du nun wieder nach Hause fahren, was machst du denn da? Emma dachte nach. Dann sagte sie: ,Zch kaufe mir eine Fahrkarte." „Richtig! Song! Und was machst du vorher?" „Ich packe meinen Koffer." „Gut. Aber was machst du noch früher, bevor du packst? Denk mal schön nach! Heute ist zum Beispiel Samstag." „Heute ist doch nicht Samstag! Heute ist doch Dienstag." „Du sollst dir doch mir vorstellen, Emma, heute sei Samstag!" „Warum denn?" „Weil du verreist bist." Emma machte ulkige Augen. „Ich bin verreist? Ich bin doch nicht verreist! Ich sitze hier in Feilnbach bei uns im Garten auf der alten Hausbank." „Aber Emma!", seufzte Erich, „wir reden doch von den Schwalben!" „Eben! Warum sagst du dann plötzlich, heute wäre Samstag? Wenn heute Samstag wäre, könnte ich garnicht mit dir hier sitzen. Samstags habe ich viel zu viel zu tun." ,Liber du wolltest doch wissen, warum die Schwalben im Herbst auf den Telephondrähten sitzen!" — Erich hatte seine Stimme erhoben und es klang nach einem ausziehenden, ehelichen Gewitter —' deswegen habe ich dir gesagt, du sollst dir vorstellen, du wärest verreist und es ist Samstagabend und du willst am Montag nachhause fahren!" Emma schüttelte den Kops. Montags fahre ich nicht. Montags fahren zu viele Menschen. Wegen der billigen Sonntagsrückfahrkarte." „Also dann reise meinetwegen Dienstag!" Emma dachte kurz nach. „Dienstag ja", nickte sie dann, „Dienstag reise ich gern. Wohin?" „Aber doch nicht wohin! Woher!! Du kommst doch von einer Reise!" „Ich komme von einer Reise? Ich? Emmerichs können das sagen, die waren verreist, aber wir doch nicht! Wir waren das ganze Jahr nicht weg!" „Du sollst es dir doch auch nur vorstellen!" „Schön wärs!" Erich holte noch einmal aus. Aber nur in Gedanken. „Also du nimmst dir jetzt vor, du willst heim- fahren. Du warst sechs Monate weg — ja, ja, ich weiß schon, sechs Monate, wer sich das leisten könnte! — ununterbrich mich jetzt bitte nicht! — du willst also nach Hause fahren und alles tn Ordnung daheim antreffen. Was machst du ba9" „Ich schreibe eine Postkarte." Erich atmete auf. „Sehr richtig. Und wenn du nicht schreiben kannst?" „Erlaube bitte! was heißt das? Ich soll nicht schreiben können?" Erich ließ den Mut wieder sinken. „Setzen wir nur den Fall, du kannst nicht schreiben. Du liegst meinetwegen im Bett mit Fieber, du hast dir meinetwegen den Arm gebrochen." „Erich, wenn ich Fieber habe, reife ich nicht am Dienstag!" „Aber —" „Das kannst du mir nicht zumuten, Erich." , ,Hch mute es dir ja auch nicht zu, du goldiges Wesen!", schrie jetzt Erich erb oft, „du sollst es dir ja nur vorstellen!^ „So etwas kann ich mir einfach nicht vorstellen!" „Dann stell es dir nicht von dir vor, sondern von mir!" „Das geht eher." „Nimm also an, ich liege mit Fieber im Bett, ich habe mir den Arm gebrochen — „Den rechten ober den linken Arm, Erich?" „Das ist doch aanz schnurz!" „Das ist nicht schnurz, Erich", „wenn es der links Arm ist, kannst du noch leicht schreiben." „Also gut — dann habe ich mir deinetwegen beide Arme gebrochen! Ich will dich nun benachrichtigen, daß ich Dienstag komme —" „In dem Zustand?" „Ja. In dem Zustand! Was mache ich dann? „Wie ich dich kenne — du telefonierst." Das war die Erlösung. „Endlich!", rief Erich, „endlich! Ja, ich telefoniere. Ich muß zum Telephon gehen. So ist dies auch mit den Schwalben. Die sammeln sich auf dem Telephondraht, um nach Hause zu telefonieren, daß sie heimkommen, damit man ihr Nest inzwischen macht, den Nistbaum kehrt und so weiter? Eine unheilvolle Pause entstand. Aus derartigen Pausen wachsen oft Scheidungen. Emma begann mit beleidigter Stimme: „ „Erich, entweder bist du albern ober ich bin es. „Wieso?" „Schwalben können doch nicht telefonieren." Erich lächelt sanft: „Woher weiß du bas? Warum säßen sie dann sonst jedes Jahr im Herbst auf den Telefondrähten und just immer nur auf Telephondrähten? Jeder Mensch fragt sich jedes Jahr immer wieder desselbe. Da habe ich mir diese Losung ausgedacht. Stimmt sie oder stimmt sie nicht? Darauf kommt es nicht an. Es kommt immer nur darauf an, daß wir uns einbilden, wir wissen, warum es so ist — Auf Kaperfahrt in der Nordsee ^yumutiiuui yuiy —। < 7... 7 * nr - Türkenpaktes ein, der vom britischen Empire I sichts dieser Stimme aus der englischen n Zum Wehrmachtsbericht. METZ 7 ich' if*'' > |ö* HB' <7/ÖRBA(Hj[ MJ&EMÜNi Das Späbtruppunternehmen des Leutnants Klapproth. HORNBACH ,-x o Li mV o r f e?d "d e r B^n k e r l'?n i e von de'n wirrung benutzte der' Schütze zur Flucht- Gerade B* SX't-ÄäSÄ*?* seiner Lage und der bereits vorgenommenen (Entwaffnung außerstande, sich an diesem Kampf noch zu beteiligen. Er kam heil zurück und die von ihm gemachten Aussagen find die einzige Nachricht über das Schicksal des Spähtrupps. Trotz vieler Streifen und wiederholten Suchens nach dem Verbleib des Spähtrupps gelang es nicht. Aegel zu werden, daß Handelsschiffe ohne vorheriqeWarnungversenkt werden, und Mehrheit, die bei Kriegsbeginn eine Derwickluna der USA. in den Krieg für unvermeidlich hielt, aus 46 d. j). zusammen während 54 v. $). der Befragten heute sich davon überzeugt erklären, daß die Vereinigten Staaten neutral bleiben werden. — Wir sagen nicht, daß dies nun gültige Beweise seien; jedenfalls aber zeigen diese Ziffern einen bemerkenswerten Wandel der Stimmung drüben an. und Frankreich mit tiefer Genugtuung ausgenommen worden sei und angeblich auch in vielen anderen Teilen der Welt — wie er sich ausdrückte — zweifellos willkommen geheißen wurde. Offenbar in Unkenntnis zahlreicher neutraler und selbst türkischer Pressestimmen glaubte er diesen Pakt als eine „Garantie" für die Erhaltung des Friedens interpretieren zu können. Eine sachliche Antwort auf die beweiskräftigen Ausführungen des Reichsaußenmini ft ers in seiner Danziger Rede u'm ging Herr Chamberlain mit den banalen Worten, mit Kommentaren land wird auch auf diesem Gebiet weiterhin i höchstem Maße verwundbar bleiben. der W Kartenskizze zum Heeresbericht vom 26.10., nach dem ein Angriff des Feindes auf eine 12 Kilometer westlich von Völklingen liegende Hohe im Artillerie- und Maschinengewehrfeuer liegenblreb. (Scherl-Bilderdienst-M.) MM WB Dr. Tiso zum ersten Staatspräsidenten der Slowakei gewählt. 22715 Tonnen britischer Schiffsraum in zwei Tagen versenkt. igt Der M R Rom, 26. Ott (Europapreß.) In London wurde mitgeteilt, daß in den letzten beidenTagen Schilfe mit einer Gesamttonnage von 22 175 Tonnen von deutschen U-Booten versenkt worden sind. Zu der Versenkung des englischen Dampfers T a f n a" (4413 Tonnen) 80 Meilen von der Meerenge von Gibraltar entfernt, wird bekannt, daß die aus 31 Köpfen bestehende Mannschaft in einem Mittelmeerhafen angekommen sei. Ferner wird be- richtet daß die Versenkung des britischen Dampfers Chan Chi sholm" an der spanischen Küste erfolgt ist. Das Schiff befand sich mit einer gemischten Ladung nach einem englischen Hasen unterwegs. tilleriebeobachter hatte den Panzerangriff entdeckt — in der Nähe einschlug. Den Augenblick der Der- P. K. In schneidigem Vorgehen hat die deutsche Infanterie die bisher vom Feind besetzten Gebietsteils mfiii t Ailjs. Ms ifen Nslhi Krili,-. Einiih Derbrod en B ibe che ters b ben in falt, r niijhir: prob hi Dotier fc es b em n:? pagori: e ®<< all iir> :ook ioä MM ei|M" 5 &ID (eien. ’ungk itgiiek schM es „(■ erte er 'm stM m qi: em tigeck 3. ig beld irobc ungc venck en bei| ifftiMl natiirli: irloms1 gen H- 1 w 8 er 6pi» über W oll M Berlin, 25. Oft. (DNB.) Gleich nach Ausbruch des Krieges wurden in England Maßnahmen erwogen, durch die die Crzeugungskraft der englischen Landwirtschaft erhöht werden sollte. Die Tatsache, daß England rund75Prozent seines gesamten Nahrungsmittelbedarfes ein führen muß, schien plötzlich recht besorgniserregend zu sein. Nachdem die englische Landwirtschaft jahrelang »Ä X n F btt Hu* unb 11 • n M Ichla» °rktz Oie englische Landwirtschaft enttäuscht Maßnahmen zur Erhöhung der Erzeugungskraft gescheitert. en- tz Dürftiger Wochenbericht Chamberlains Oer britische Premier entzieht sich der Stellungnahme zur Oanziger Uede Nibbentrops. «111. S: » v Wi kstch. ichlagtz °n 's. lnems Jahre 1924 wirkte Dr. Tiso als Priester in Banovce. Im Jahre 1925 wurde er zum Abgeordneten der Slowakischen Dolkspartei gewählt und 1927 sandte ihn der Slowakenführer Andreas Hlinka in die Prager Regierung, wo er den Posten eines Ge- sundheitsministers bekleidete. Dr. Tiso ist auch durch seine Parlamentsreden bekannt geworden, die von tiefer Moral zeugten und zugleich Vorbilder der Rednerkunst waren. Dr. Tiso führte die erste slowa- kische Regierung in den kritischen Oktobertagen 1938 und durch den slowakischen Märzumsturz, der verbunden war mit der denkwürdigen Reise Dr. Tisos zum Führer. Seit dem 1. Oktober 1939 ist Dr. Tiso Nachfolger Hlinkas im Vorsitz der Slowa- kischen Dolkspartei. Heute blickt die ganze slowa- kische Nation mit Vertrauen auf ihr Staatsoberhaupt und ist stolz, einen Staatsmann von europäischem Format ihr eigen nennen zu dürfen. Oer Führer beglückwünsckt Or. Tiso. Berlin, 26. Okt. (DNB.) Der Führer hat den bisherigen slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Tiso anläßlich der heute erfolgten Wahl zum Staatspräsidenten seine herzlichen Glückwünsche übermittelt. SAMALBEN °(\R0HRBA( H Das Bataillon hat nunmehr die am Legenwald gefallenen Kameraden der 2. Kompanie, bie der Franzmann nur mit wenigen Schaufeln Erde be deckt hatte, wieder ausgraben lassen und angeord net daß die toten Helden in Zweibrücken mit allen ihnen gebührenden militärischen Ehren - ;erlich beige setzt werden. Zusammen mit hohe Bankschulden und große Lieferantenschulden hat und daß sie, was vielleicht noch schlimmer ist, ohne eigene Schuld die Bestellung des Landes vernachlässigt." Der Verfasser weist abschließend darau hin, daß die Ankündigung des englischen Landwirt-- schaftsministers, „es könne auch für die nächsie Ernte kein Nutzen garantiert werden, die Lage der englischen Landwirtschaft nur noch ver- irqenb etwas Über dessen Schicksal in Erfahrung zu bringen. Erst jetzt, nachdem vor zwei Tagen Die Franzosen aus den von ihnen besetzten Gebieten herausgeworfen worden waren, hat man auch Die Stelle gefunden, wo die deutschen Kameraden, dort wo sie gefallen, verscharrt lagen. Der heldenmütige Kampf des kleinen deutscken Spähtrupps hatte seinerzeit dem Unternehmen des Gegners em Ende gesetzt. Jedenfalls verschanzte sich dieser am Rand des Legenwaldes, also nur wenige Meter von den toten deutschen Soldaten entfernt, so Dag es für die Franzosen ein Leichtes geroefen roare, tue fünf gefallenen deutschen Soldaten zuruckzuschaffen und ihnen ein würdiges Soldatengrab zu Rennten, wie dies im umgekehrten Fall sicherlichgescheh n wäre. Es kann als Schandfleck auf dem Heller, Schild französischer Soldatenehre bezeichnet werden, daß anscheinend nicht einmal der Versuch unter- nommen worden ist, die tapferen deutschen Soldaten die hier im Feuer französischer Panzerwagen verbluteten, die paar Meter zuruckzutragen und n würdiger Weise zu bestatten. Beisetzung in Zweibrücken. Eilschrift „Fortune" stellt ein Anwachsen der abso- lut friedenswilligen.. Stimmen von 54 v. H. auf 67 v.-h. rm Oktober fest, obgleich immer noch 84 v. H. «stier Stimmen ihre platonischen Sympathien für England bekundeten Die nur 8 v. H. der Stimmen, Wiche im September mit einem Sieg Deutschlands rechneten, sind im Oktober auf 15 v. H. angestiegen, gleichzeitig schrumpfte — so stellt das Statistische Institut für öffentliche Meinung fest — die große zu vielen Einzelheiten in dieser Rede „keine Zeit verlieren zu wollen". Der sachlichen Auseinandersetzung entzog sich der englische Premierminister durch das Schlagwort von der „Verdrehung der Wahrheit" und durch die von keinem Argument ge- stützte Behauptung, daß Deutschland den Knea wünschte und plante. Zum Schluß verflieg sich Chamberlain au der Behauptung, die Geschichtsschreiber der Zukunft würden ersehen, in welchem Ausmaß die Rolle oder der Charakter des britischen Volkes von der deutschen Staatsführung verkannt worden wären. Dem deutschen Entschluß, den Kamp mit aller Kraft bis zum Ende durchzuführen, wußte Chamberlain nichts Großsprecherisches entaegenzu- setzen als die Worte: „Wir sind bereit, die Antwort zu geben, weil Deutschland es war, das Großbritannien zwang, zu den Waffen zu greifen." mischten sich die bunten Farben des Militärs, der hohen geistlichen Würdenträger, der Hllnka-Vertre- ter der Vertreter der Hauptleitung der Deutschen Partei. Unter den Anwesenden sah man außer Der slowakischen Regierung und allen Abgeordneten in der ersten Reihe den deutschen Volksgruppenfuhrer, Franz Karmasin, zahlreiche Ehrengäste, die Vertreter des Diplomatischen Korps, die deutsche Heeresmission und auch mehr als vierzig ausländische Journalisten. Das Parlament schritt dann zur Wahl des Präsidenten, die einstimmig auf den. bisherigen Ministerpräsidenten Dr. X tf ° Parlamentsvorsitzende das Ergebnis bekannt ga, folgte minutenlanger Beifall des Hauses. Im Auaenblick der Verkündung ,des Ergebnisses der Wa1)l intonierte vor der Unioerfität eine Militär- fnnelle die Staatshymne und am Gebäude ging die Staatsflagge hoch. Dazu donnerte der Ehrensalut Kanonenschüssen über die Hauptstadt. Der Parlamentsvorsitzende Dr Sokol begab sich 'n das Reaierungsgebäude, um den neugewahlten Prast ^t-n abzuholen, worauf dieser im Parlament stur- beaS seinen Eid leistete. Staatspräsident trug den schlichten Priesterrock und do- Grohkr uz d-- Verdienstordens oom deutschen Adler. ..... «.x purfrufc der Sitzung verließ der Präsident . Me Ehrenkompanie leistete die (Ären- da- G-baude d,°^drm-°m^ erftattete Meldung WUMMch S m gleiAen Augenblick ging die Brot und Salz, im » . . ^nd der Präsidenten-Standa^e^a^ P^^ ^fien Amtssitz, erste Burger desrr;r0 den Führer der Dann empfing ? m a f in , und deutschen Volksgruppe, F 3 Graf Dr. Joseph Tiso. - (Sch-rl-Bilderdienst-M.) stnd in farbenprächtigen ub°"mmitltär, -l^ka-Garde und AS b'wet-n in len Hauptstraßen Spalier und Tracht-ng Pflatten Ausstellung g-nommem Um 10.30 W war der Gerührtheit der Unterhausmitglieder ge- «iß, als er kundgab, es ereigne sich häufig, daß bti U-Bootangriffen Passagiere und Mannschaften in kleinen offenen Booten und bei stürmischer See dir Kälte und den Unbilden der Witterung ausgesetzt würden. Mit der Miene des Biedermannes Wate er hinzu, daß kein Wort stark genug sein kenne, um den Abscheu vor dieser Art der Krieg- fthrung auszudrücken. — Herr Chamberlain mag dabei der Frauen und Kinder gedenken, die er mit feiner Blockade treffen will. Ader wir Men, daß Herr Chamberlain an großzügiger Ge- dllchtnisschwäche leidet. Chamberlain ging dann auf das Echo^ Des »ernackläfsiat worden war, wollte man ihre roorrener und schlimmer mache. SS e Sch°U°rn"°"ur?M^ »“n ochtr^zu F-Mllung 'berechtigt doß bie eng. faflS anb in Äcker on" auf bie man zunächst in lisch- Regierung sich m >hren Ermartungen hmsicht- Ki:ÄÄT A ‘S.Ä Sl s Q Hon, wie chwieng -S ll. au, oem i Gebiet weiterhin in Anfang Oktober gab das Oberkommando der Wehrmacht bekannt, daß noch feit dem 30. (September weitere 72 Dampfer von deutschen Seestreitkräften angehalten wurden. Blitzartig kontrollierte die deutsche Kriegsmarine den Handelsschiffsverkehr im Skagerrak. Der Erfolg wird^durch die^ Bekanntgabe des OKW. eindeutig bewiesen. Dabei wurde durch die Aussagen der neutralen Schiffskapitane bestätigt, Prisen^ommanb^'bas^ich^ein-m^g-stöpp^ n-utra/en Schisi"nähert^— sPressebilb^Zentrale-M.) Die Tragödie am Legenwald. schon, wie schwierig es , ----- - ___, lündwirtschaftlichen Erzeugung mit kurzfristigen Maßnahmen zu arbeiten: Es waren nämlich we- ber genügend Traktoren n o ch genug Arbeitskräfte vorhanden, um diese Aufgabe oon vornherein großzügig durchzuführen Ferner oerfuchte man, durch Lohnerhöhungen für 2anD- arbeiter Arbeitskräfte für die Landarbeit zu gewinnen. Aber auch diese Maßnahme kam flujpat, da die inzwischen eingetretene Erhöhung Der Le- benshaltungskosten die Lohnerhöhungen ausglich ^Di/^heutiqe Lage der englischen Landwirtschaft wird durch eine Zuschrift an di e „T i m es gekennzeichnet, in der zum Ausdruck kommt, daß die englische Landwirtschaft viel zu sehr verschuldet ist, um noch intensiv arbeiten zu können. „Seit vielen Jahren hat es die Regierung unterlassen", so heißt es in ^fer 3*ift „ine R Landwirtschaft auf eine vernünftige Basis zu stellen mit dem Erfolg, daß die Mehrzahl der Landwirte VÖIKLIN6EN oNEUNK. * fAMMbCKEN Preßburg, 26. Ott. (Europapreß.) Die Slo- öatei, der jüngste Staat Europas, steht am Son nerstag im Zeichen der Wahl des ersten Staatspräsidenten. Die Straßen der Haup< * stadt prangen im Fahnenschmuck. Neben ^ Staats sahne zeigen die Häuser die Hakenkreuzfahne der deutschen Volksgruppe. Tausende von Slowaken gefunden hätten, teilte aber zur Beruhigung des moralischen Gewissens des Empire und zur Unterstützung des Kampfesmutes der Poilus mit, daß „Jir Zustroin von Verstärkungen und ! Re s e r v e rn a t e r i a l für die britischen Expedi- tjonsstreitkräfte andauere. Nach einem rosigen Bericht über die Kriegslage erklärte der Premierminister, es scheine jetzt zur französischen Eindringlingen g e s ä u l erhielt nun endlich auch ein Infanterieregiment Klarheit über das Schicksal eines Spähest r u p p s , der sich am 14. September, also vor ' mehr als vier Wochen, in einem Gefecht mit einer ).' starken französischen Kompanie und 3 Panzerwagen befunden hatte. Von dem Spähtrupp war nur ein Mann, schütze Huber, zurückgekehrt. Jetzt wurde der Führer des Spähtrupps, ein Leutnant, ein Unteroffizier und drei Mann wenige Schritte vor dem Rande des Legenwaldes, wo sie den Kugeln der französischen Panzerwagen erlegen waren, aufgefunden. Die Franzosen hatten die tapferen deutschen Soldaten, die sich bis zuletzt verzweifelt gewehrt haben, tagelang dicht vor ihrer Stellung liegen lassen und bann ganz notdürftig mit einigen Schaufeln Erde zugedeckt. Mit einem Gefühl tiefer Bitterkeit stehen wir an ben „Gräbern" dieser deutschen Soldaten, her Bitterkeit gegenüber einem Gegner, der nichts anderes zu tun wußte, als ein paar armselige Spaten Erde über unsere toten Kameraden zu werfen. Die unvergleichliche Tapferkeit des kleinen Spähtrupps, dessen Schicksal sich am Legenwald bei Altheim er- füllt und der hier e i n e r z e h n f a ch e n U e b •> r - macht Widerstand geleistet hatte, mußte den Franzosen eigentlich schon Veranlassung gegeben haben, diese deutschen Soldaten in würdiger W-ile beizusehen. Uns ist jedenfalls kein Beispiel bekannt, wonach bei uns gefallene Franzosen je so unfoldatisch behandelt worden wären. Im Gegenteil' Erst vor wenigen Tagen ist im Stistswalde bei Saarbrücken ein dort im Niemandsland liegender französischer Kolonialsoldat hinter der deutschen Stellung mit allen militärischen Ehren beige'setzt worden. Dabei hatten bie deutschen Gefechtsvorposten den toten Franzosen, nachdem dieser von seinen eigenen Kameraden im Stich gelassen worden war, unter ständiger Lebensgefahr aus dem Niemandsland zurückgetragen, um biepm fremden Soldaten ein_ ehrenvolles soldatisches -Begräbnis bereiten zu können. Es war am 13. September abends, als Leutnant Klapproth, Zugführer eines Infanterieregiments, ben Befehl erhielt, im Morgengrauen des nächsten Tages zum Legenwald vorzubringen, um bie Arbeit der Pioniere zu decken, die ein Gelände zu verminen hatten Die Arbeit war größtenteils schon getan, als plötzlich “ ker feindlicher Vorstoß erfolgte. ^ Schutze von drei Panzerwagen griff bie französische Infanterie in mehr als Kompaniestarke ben schw-lchen Spähtrupp an. Mitte unb linker Flügel bes Trupps konnten sich der durch den Gegner -ing-l-.t-ten Um- Dämmerung entziehen, wahrend der rechte tfiugei mit Leutnant Klapproth. einem Untero siper und acht Mann sich nahezu - 'Ng-fr-ist sahen. Der deutsche vssizier gab seinen Mannern den Beseh•. ficfi einzeln zurückzuarbeiten, wahrend er selbst sich opferte'unb Wort den Kamps mit dem Panzer» m Kaufgesuche"! Alt-Gold auch Silbergeld, kauft ständig Erich Beyer Juwelier lo4756 Bahnhofstraßei Telefon 4041. Genehm.-Beschl. Nr. II 59393. Spex. ümarheiten v. alt. 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Keßler Gießen (Frankfurter Str. 29), den 27. Oktober 1939 04807 Statt Karten Ihre Vermahlung geben bekannt Wilhelm Klingspor Lisel Klingspor, geb. Berg z.Z. Weimar Gießen, Mäusburg 4 Gießen, den 27. Oktober 1939 04782 Ihre Vermählung zeigen an Or. med. Wilhelm Beiling Hilde Beiling, geb. Arbeit Lübben (Spreewald), den 29. Oktober 1939 6536D Ueber Naturschutz und Naturkunde mit oen allgemeinverstänolichen Büchern oes Hugo Dermühler Verlages, Derlin- Lirhterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt .Freunde oer Natur sind Freunde guter Bücher" handlicher Pulver- Oblafen-Pckg. RM—.96. Verlangen Sie ausdrücklich: CITROVANILLE Sie das allbe- wanrteJLÄUitrovani llel Bekannt q|prdurch seine rasche, anerkannte Wirkung, deshalb bevorzugt. In Apofheken/^7in Heute Stadttheater 20 bis gegen 22.15 Uhr 5. Freitag-Miete 6507D Erstaufführung „Für die Katz“ Komödie von August Hinrichs. Spielleitung: Karl Volck. Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.10. Nr. 252 Zweites Blatt Zreitag,2?.OltobeNY3y Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Neuerungen im Kamilienunierhattsrechi beitsamt vorgesehen. Ab 1. Oktober 1939 ist diese Verechimngs-Veispiele 3. 222,75 245,50 22,75 Zusammen Miete monatlich 222,75 50,— RM. 134,50 Wandel am Geliersior 19,50 1. Miete 188,50 2. 47,— von 52,— —r. ;y 47,— 10,— E Insgesamt anrechnungsfrei = 57,— (Nachdruck verboten.) 26. Fortsetzung. irg< 84,50 19,50 188,50 22,75 64,— 60,— 32,— Der Straßenzug des Hindenburgwalles erfährt unmittelbar am Selterstor eine Umgestaltung. Gegenwärtig werden die Bäume gefällt, die der Zufahrt zu dem Parkplatz, der dort entstehen soll, im Wege stehen würden. Unser Bild zeigt die Baustelle beim gegenwärtigen Stand der Arbeiten. Im Betonkanal verläuft der Schorgraben. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gesamt-Familienunterhalt Es wird also als Familienunterhalt der Letztes monatliches Einkommen des Eingezogenen = Unterhaltsberechtigt: Ehefrau; 3 Kinder unter 16 Jahren; 1 Mädchen über 16 Jahren, Verdienst monatlich netto 47 RM.; laufende Kinderbeihilfe = 10 RM.; Miete 32,50 RM. Familienunterhalt (monatlich): Ehefrau 3 Kinder unter 16 Jahren 1 Mädchen über 16 Jahre Miete beträgt L5 RM. monatlich. Familienunterhalt: Ehemann Ehefrau Familieneinkommens: Arbeitsverdienst Zumindest anrechnungfrei = XA 156 RM. = 65,— Betrag + 47 RM. 4- 10 RM. = Jetziges Einkommen: a) Familienunterhalt b) Sonstiges Einkommen enkei he & nb er kr. iteni* Jen ®r 165,75 57,— Familienunterhalt Ayrechnungsfähigkeit des RM. 67,50 32,— 99,50 35,— RM. 188,50 57,— RM. 84,50 50,— 134,50 50,— RM. 115,— Familienunterhalt Vergleichmit dem frühe Einkommenshöchstgrenze = + 65— RM. = Jetziges Einkommen: Familienunterhalt Renteneinkommen RM. 195,— Meldepflicht grundsätzlich aufgehoben. Wer indessen im Arbeitsverhältnis steht, kann aus dem Vorstehenden nicht den Grund herleiten, das Arbeitsverhältnis niederzulegen. Zur Erläuterung der vorstehend skizzierten neuen ^.stimmungen seien einige Beispiele für die praktische Auswirkung des neuen Rechts angefügt. Die Einkommenshöchftgrenze ist überschritten um Um diesen Betrag ist der Familienunterhalt zu kürzen. Familienunterhalt Ab hier, da oder dort auf und begegnet dabei Menschen an Stellen, wo man ihn das ganze Jahr nicht sah, Mil er den Menschen gemeinhin aus dem Wege fleht und es im übrigen Jahre keinem Menschen ein- sällt, ihn dort zu suchen, wo er eigentlich zu Hause ist, nämlich draußen an der Lahn. So ist das mit dem „fliegenden Edelstein", bevor er winters in der eilt sie in die Prinz-Ludwig-Straße, wo die Fabri wohnt. Sie hat Glück. Die Schauspielerin, die nach dem Zerwürfnis mit ihrem Verlobten drei Tage lang unauffindbar war, ist zurückgekehrt und öffnet selbst die Tür. „Ach, das ist ja Fräulein Ferber!" „Guten Tag, können Sie mir Auskunft geben, wo ich Herrn Doktor Severin treffe?" „Das kann ich. Er wohnt jetzt Unteranger 1, 2. Stock, Pension Pickelmann. Franz hat nämlich einen Zettel in den Briefkasten geworfen, während ich in Wiessee war. Ich war verreist, weil es ein bißchen Meinungsverschiedenheit zwischen uns beiden gegeben hat; das kommt vor, nicht?" lächelt Riele und denkt gehässig: sieh' mal an, was er sich da für ein hübsches Mädchen ausgesucht hat! Und da will mir dieser Heimtücker weismachen ... Die braucht bloß in andere Kleider gesteckt zu werden, dann kann sich ein Herzog mit ihr sehen lassen. „Vielen Dank. Ich muß nämlich wegen der Praxis etwas mit ihm besprechen. Entschuldigen Sie die Störung." Während des Treppabsteigens stellt Nikoline fest: die Nase von der, das laß ich mir nicht nehmen, ist viel zu groß; auch sonst haperts. Aber begreif einer die Männer! Die Verabschiedung oben war knapp und höflich; so verabschieden sich Diplomaten nach der Kriegserklärung ihres Landes. Kurze Zeit später steht Nikoline vor dem überraschten Dr. Severin, der ihr einen Stuhl anbietet. Mit einem Blick hat sie das ganze Zimmer eingefangen: unsaubere Vorhänge, lieblose Möbel. So wohnt man nur, wenn es bergab geht. Und gar nicht gut sieht er aus, konstatiert sie. „Sind Sie krank?" „Bißchen Zahnweh heute nacht, Sie wissen ja Bescheid mit meiner Plombe. Wenn ich in den Zug komme, macht sie Geschichten. Ich bin so viel herumgelaufen die letzten drei Tage." Aha,' denkt das hellhörige Mädchen Nikoline mit leiser Genugtuung. Sie soll ihm nur einheizen! Wie haben Sie mich denn gefunden?" „Ich habe Ihre Adresse von Fräulein Fabri." „Ach so, ist sie jetzt da?" fragt er hastig und erlöst. „Haben Sie Neuigkeiten für mich?^ „Eine dumme Sache. Friedrich. Lesen Sie mal." Sie zieht den Brief aus ihrem abgetragenen Handtäschchen. „Sehr geehrter Herr, der Junitermin ist verstrichen, ohne daß Sie Ihren Zinsverpflichtungen nachgekommen sind. Im Auftrag meines Mandaten Friedrich ersuche ich Sie hiermit, die beiden Raten in Gesamthöhe von 3000 RM. zuzüglich der angefallenen Zinsen und Anwaltsgebühren im Betrage gleichen. Dio sozialen Umstände des Einzelfalles und die durch den besonderen Einsatz gebotenen Einschränkungen sind zu berücksichtigen und zu beachten. Als Beihilfe dieser Art sind d i e Auftven- dungen zu gewähren, die zur Entlohnung und Unterhaltung einer Hausgehilfin notwendig sind, wenn die geordnete Erziehung und Pflege der Kinder, oder die Pflege von sonstigen Angehörigen, oder Gesundheitszustand, oder Schwangerschaft der Frau diese bedingt, weil die Fortführung des Haushalts ohne Hilfskraft nicht zumutbar ist. Diese Voraussetzung ist im allgemeinen immer gegeben, wenn irrt Haushalt 2 Kinder unter 14 Jahren leben. Besondere vertragliche Verpflichtung zur Beschäftigung einer Hausgehilfin (etwa hauswirtschaftliches Jahr) rechtfertigt gleichzeitig die Beihilfe. 5. Reicht der festgesetzte Unterhaltssatz zur Deckung eines Sonderbedarfs nicht aus, z. B. Anschaffung eines dringend notwendigen Haushaltsgegenstandes, so kann in besonderen Fällen eine einmalige zusätzliche Beihilfe gewährt werden. Solche einmaligen SonderbeihÄfen sind auch für die Fälle vorgesehen, in denen laufender Familienunterhalt nicht gewährt wird, die Beihilfe aber zur Sicherung Die Einkommenshöchstgrenze ist überschritten um Um diesen Betrag ist der Familienunterhalt zu kürzen: Familienunterhalt Ab (Berechnung des Familienunterhalts, Vergleich zwischen den Ünterhaltssätzen vor 1.10.1939 und dem Tabellensatz nach 1.10.1939. Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Tabellensatzes ist, daß die Ehe- des notwendigen Lebensbedarfs des Berechtigten erforderlich ist. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Für die Katz". — Tloria-Palaft, Seltersweg: „Zentrale Rio". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Renate im Quartett". tlere- W N : A truu? t N" n. inge. BlllH mb dir i, Pw n. An> ien > ib Sen M 5 N r K- 101 l5K itemfa Stadt gesichtet wird. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Es sind daher anrechnungsfrei Desgleichen nach dem Gesetz Kinderbeihilfe 1. Beispiel. (Familienunterhaltsberechnung nach dem 1.10.1939) Der Sohn ist eingezogen, der der Ernährer seiner Eltern war. Sein Einkommen betrug monatlich netto 240 RM.; hiervon gab er monatlich 65 RM. an die -Eltern als Unterhaltsbeitrag ab. Sonstiges Einkommen der Eltern aus Invalidenrenten 50 RM. Die 156,— 32,50 Monk- Mij atz" IiZ ’o^. Gesamt-Familienunterhalt Sonstiges Einkommen Gesamtbetrag, der der Familie zur Verfügung steht: 3. Beispiel. Vergleich mit dem früheren Familieneinkommen: Einkommenshöchstgrenze: 195 RM. — 15 v. H. = 165,75 RM. 4 eh,! Sil Mn *e eij.: W M WrsliMöerstelnör Roman oonlDaltbertepfer WyrW by Hart Duntfer Verlag - Berlin w 62 gewährt, den der Sohn als Unterhaltsbeitrag an die Eltern gezahlt hat. 2. Beispiel. (Familienunterhaltsberechnung vor dem 1.10.1939) 84,50 renEinkommen: djen und sonstigen unfaulbaren Feststoffen ausgelegt, hier treibt er sich mit seinem Weibchen den ganzen Sommer über herum, bis die Jungen hoch sind, und wacht ängstlich und mit jedem nur erdenklichen Aufgebot von Futterneid und Eifersucht über die Grenzen seines Brutstandortes. Zum Reisen aber, wie im Winter, hat er als Standvogel keine Zeit. Die väterlichen Pflichten halten ihn am Brutplatz fest, und der liegt vor der Stadt. Anders ist es, wenn die kalten Tage kommen, der Winter mit seiner Unbill, seinem Bacheis, Hartfrost und seinem Nahrungsmangel vor der Türe steht und das Flußwasser trübe ist und undurchsichtig vom vielen Herbstregen. Nicht daß der Eisvogel während dieser Zeit wie die Zugvögel außer Landes ginge und weite Reisen machte. Ein Einsiedler von chtem Fischerblut, der langweiliges Sitzen an Ort und Stelle als Lebensprinzip erkoren hat, bei dem Trägheit und Gleichgültigkeit Trumpf zu sein scheinen, kann dazu gar nicht fähig sein. Er wandert nidit weiter als er muß, um neue Nahrungsauellen zu finden — und wird auf dieft Weise zum Strichvogel. Ubi bene, ibi patria, die alte Tiervarole. „vo mirs gut geht, ist mein Vaterland", das ist nun wintersüber sein Lebensgrundsatz. Und so geht er dem Zufrieren von Teichen und Bächen rechtzeitig aus dem Wege, wenn Regengüsse und Schnee- i schmelze das Wasser undurchsichtig oder reißend machen, so daß sich die Kleinfische nicht mehr zu halten vermögen, und taucht je nach Wasserzustand und Witterung, Ueberschwemmung oder Verebbung Spitalbruder, diesen Parsunke. Aber der dreht sein Gesicht flugs in den Schatten und geht gemächlich davon. Severin legt sich verwundert die Frage vor: Nanu, wie gerät denn der nach München? Oder sollte ich mich getäuscht haben? War das etwa gar nicht Parsunke? Es gibt zuweilen solch auffallende Ähnlichkeit. Einerlei, Herr Parsunke ist nicht wichtig. Severin setzt in übler Verfassung seinen Weg fort. Der Krach mit Riele hat ihm zu den übrigen Kamalitäten gerade noch gefehlt. Es ist ein scheußliches Gefühl, so herrenlos einsam ohne Rieles zärtliche Gesellschaft, durch die nächtlichen Straßen zu wandern. Wie verstoßen kommt man sich in dieser großen Stadt vor. Auch die Krankenhaussache macht Sorgen. Wie, wenn das mit dem Verkauf nun nicht glückt? Die ganze Zukunft ist mit einemmal nebel- verhangen, grau, unsicher. Man ist an dem Punkt an gelan gt, wo sich Zweifel anpirschen, festfetzen, breit machen und ein verwegen errichtete Gebäude von Hoffnungen zu untergraben anfangen. Es ist eine abscheuliche Stunde voll Verlassenheit und voll Sehnsucht nach der Nähe von Menschen, nach Stimmengewirr und betäubender Unterhaltung. Nikoline sitzt in der Eisenbahn, weil gestern dieser bedrohliche Brief gekommen ist, den sie mit ihrem Chef besprechen muß. Dr. Wenz hat sie zur Station gefahren, nachdem Schlosser Putz den invaliden Lucki wieder auf den Glanz hergerichtet hat. Die Kinder hat Nikoline dem leichtfertigen Mädchen Gunda ans Herz gelegt, unter vielen Drohungen unö Versprechungen. Sie hat alles bestens geordnet und dennoch hundert Befürchtungen. Werden die Kinder keinen Unfug machen? Wird die Gunda mit dem Essen zurechtkommen? Wird Dr. Wenz tm Sprechzimmer das Wohnzimmertelephon Horen? Und wie wird Severin ihr Kommen aufnehmen? Sie findet selbst, daß ihr Pflichtgefühl zu weit gellt Was haben sie die finanziellen Verhältnisse ihres Brotgebers zu kümmern; er soll das doch mit seiner Verlobten ausmachen. Kümmert sich etwa jemand um ihre Sorgen? . In München sucht sie sogleich das Hotel in der °ft,ttreUfmein Fräulein. Der Gast ist vor einigen Tagen ausgezogen. Aber ich will mal nachschauen", sagt ein beschäftigter Herr, em Brett mit vielen Schlüsseln hinter sich. Die Notierung Severins neuer Adresse ist indessen nirgends zu finden und der zweite Portier ist seit heute morgen krank. Vielleicht erkundigen Sie sich auf der Polizei , rät man Nikoline. Nikoline weiß Besseres als Polizei und verlangt nach dem Adreßbuch. Dann Aus der Giad« Gießen. »Fliegende Edelsteine" an der Lahn. Zwischen Herbst und Winter pflegt es regelmäßig zu geschehen, daß man den bunten Eisvogel entdeckt". Dieser durch die Prachtentfaltung seines I Luntgefieders auffallende tropenartige Vogel mit seinem pfeilgeschwinden Flug, zur Familie der Kö- nigssischer gehörig und von der Zunft „Eisvogel" benannt, ist bei uns zwar einzeln vorkommend jedoch keineswegs selten. Was dieser sperlingsgroße Zöget, dessen Rücken schön smaragdgrün bis türkisblau glänzt, während die Bauchseite rostrot leuchtet ah Eigenheiten aufweist, ist der Umstand, daß er' je nach der Jahreszeit, als seßhafter Standvogel, oder als zigeunernder Strichvogel aufzutreten pflegt. Standvogel ist er im Sommer, und er kann schon deshalb meist an jenen Plätzen nicht erscheinen, wo man ihn im Winter tagelang zu Gesicht bekommt, weil er nur ganz bestimmte Orte für sein Brut- Nkschäft gebrauchen kann. Daran hält er fest, wenn auch der Fischreichtum an anderen Orten noch so groß sein mag und die Seichtstellen mit den Myriaden junger Brut den Tisch für ihn noch fo gut gedeckt haben. Er hat nämlich die Angewohnheit, sein Nest in Form einer Brutröhre in überhängende, rutschsichere Lehmwände zu graben, oft bis zu einem Meter tief in ine Steilwand hinein, ähnlich der Art, wie das auch die Uferschwalben an manchen Lahnhängen und in den Wiesecker Sandkauten zu tun pflegen. Diese Höhle, die durch zähes Hacken mit dem Schnabel und eifriges Kratzen und hühner- artigem Scharren mit den Füßen etwa ein bis drei Meter über dem Wasserspiegel angelegt wird, wobei als Maßstab für die Höhenlage offensichtlich ganz instinktiv der höchstmögliche Hochwasserstand der jeweiligen Stelle maßgebend ist, endet im Innern in einem backofenförmigen Napf und wird mit Träten und Kleinfischen, Libellenhäuten, Krebssüß- Zusammen Ab Invalidenrenten in voller Höhe 2Iuf Grund des Einsatz-Wehrmachtsgebührnis- gesetzes vom 28. 8.1939, in Kraft getreten am 1. 9. 1939, find die bis dahin bestehenden gesetzlichen Vorschriften über die Familienunterstützung in manchen Beziehungen geändert bzw. verbessert worden. Vor allem ist angeordnet, daß die Leistungen nicht mehr „Familien- Unter st ützun g", sondern Familien- Unterhalt" heißen. Wenn auch schon nach dem seicherigen Recht die gewährten Beträge keine Leistungen der öffentlichen Fürsorge waren, so soll mit der neuen Bezeichnung auch rein äußerlich zum Ausdruck kommen, daß es sich bei den Unteehaltsbeträgen nicht um Unterstützung handelt. Da? wesentliche Merkmal einer öffentlichen Unterstützung, nämlich die Rückerstattung, entfällt. Der Gesetzgeber hat mit dieser Aenderung den Bedenken, die mit dem Begriff „Unterstützung" zusammenhängen, Rechnung getragen und will die Beteiligten von psychologischen Hemmungen ftei- machen. Neben dieser Beizeichnung und anderen formalen Vorschriften bringt ein ministerieller Runderlah vom 2. 10. 1939 wesentliche Verbesserungen in materieller Hinsicht, die hier kurz angedeutet werden sollen: 1. Die Ehefrau des Einberufenen, die mit ihm bis zum Gestellungstage in Haushaltungsgemeinschaft gelebt hat, erhält nicht mehr den richtsatz- mäßig aufgebauten Unterhaltsbeitrag, sondern den T a b e l l e n s a tz. Der Tabellensatz richtet sich nach dem Einkommen, das der Einberufene im letzten Monat vor dem Gestellungstage bezog, wobei das Nettoeinkommen maßgebend ist. Der Abzug des ersparten Lebensunterhaltes des aus der Haushaltsgemeinschaft ausgeschiedenen Einberufenen, der bei der Festsetzung des richtsatzmäßigen Unterhaltsbeitrags der übrigen Berechtigten anzusetzen ist, fällt in diesen Fällen weg. Die Einkommensstufen beginnen bei 100,— RM. und enden bei 580,— RM. Die Tabellensätze fangen mit 40,— RM. an und schließen mit 200,— RM. ab. Einkommenstufen und Tabellensätze beziehen sich aus den Zeitraum eines Monats. Neben den Tabellensätzen werden die Kinderzuschläge und die volle Miete gewährt. 2. Berechtigte (Ehefrau, Kinder, Eltern usw.), die nach dem Gestellungstag in ein Arbeitsverhältnis eintreten, werden insofern besser gestellt, als sich die Einkommenshöchstgrenze um das Nettoeinkommen aus dem Arbeitsverdienst erhöht. 3. Bis Ende September 1939 wurde für einen „berechtigten Wohnbedarf" ein Mietanteil übernommen. Ab 1. Oktober 1939 ist in jedem Falle die tatsächlich zu entrichtende Miete zu übernehmen. 4. Zur Sicherung der Fortführung des Haushalts können besondere laufende Beihilfen gewährt werden, um nicht zumutbare Unterschiede gegenüber dem bisherigen Lebens stand auszu- ’HI M Jrno[d n fo ll) NiJI hoitzZI lrbihBlM tu. en M „Das wirst du nicht tun, Frang. Wenn du mir tos antust, hör mal, dann kannst du was erleben , entgegnet sie wütend. „Glaubst du denn, ich lasse mich von dir bloßstellen? Was sollen Ulrike und bie Firma denken? Die Fabri läuft ein Zimmer, Md dann winselt sie, daß man es zurücknimmt. Du bist ein Narr, ein Tyrann; gut, daß ich das heraus- bobe. Wie man nur so kleinlich und schäbig sein kann. Mutest du mir tatsächlich zu, in deinen plunbrigen Eschelbrunner Möbeln zu wohnen? Zwilchen altmodischen Plüschstühlen? Solche Garnituren i! sieht man ja nur noch in schlechten Filmen. „Still jetzt und kein Wort mehr!" zischt Severin. Die Plüschmöbel haben ihn tief verwundet. „Du bist ja aus einer sehr noblen Familie, meine Liebe, aber deshalb lasse ich mich noch lange nicht von mr heruntersetzen. Deine Voreiligkeit wird rückgängig -emacht und damit basta." Ein paar Worte Severins hätten alles erklärt, hotten eine andere Situation geschaffen. Sie xner= gen nicht gesprochen. Manchmal scheint die spräche ben Menschen nur zu dem Zweck verliehen zu fein, um sich auseinanderzureden. „Nett von dir, Franz, daß du dich wenigstens vorher entpuppst. Meine Karriere habe ich deinet- öegen hingeschmissen, und das ist nun wein daß man wie ein Dreck und wie ein Nichts behandelt wird. Aber täusche dich nicht in wir. Die fabri ist kein kleines Mädel, das trautes Gluck im Winkel spielt, das zu jedem Wink seines Herrn und Schiefers Ja und Amen sagt. Ich habe, kein Talent für solche Rollen. Unterhalte dich gut; ich habe es jetzt satt. Oh, bemühe dich nicht; ich verziehe auf bei ne Höflichkeit", stößt sie hervor, erhebt sich und geht mit raschen, sicheren Schritten zum Ausgang, vhne nach rechts ober links zu schauen. Ich bin ein Schaf, benff ber 3urücfbleibenbe Severin ärgerlich. Ich hätte ihr alles schildern sollen urb sie hätte mir recht gegeben. Jetzt habe 'ch alles versiebt und kann sehen, wie es mieber ms Gleis lommt. Er trinkt hastig sein Glas aus, zahlt und verläßt in ber nächsten Pause das Lokal. Er tr ttf die Straße, zündet sich nervös eine Zigarette or und erblickt, an einen Lichtmast gelehnt, diesen von 10,92 RM. bis längstens 8. Juni Ifd. I. mittags 12 Uhr an mich gelangen zu lassen, widrigenfalls gerichtliches Vorgehen erfolgen müßte. Dr. jur. DyFer, Rechtsanwalt." „Schöne Schweinerei", murmelt Severin und legt den Brief nachdenklich aus der Hand. Er ist ein bißchen blaß geworden, und feine Stimme klingt belegt. „Dieser Friedrich geht verdammt scharf ins Zeug! Wenn ich vielleicht persönlich mit ihm sprechen würde?" „Was soll das nützen? Der will Geld sehen; der ist halsstarrig wie ein Maulesel, wenn es um seinen Geldbeutel geht. Damit komme ich auf bie anbere Sache. Drei Private haben noch bezahlt, 92 Mark im ganzen. Aber biesen Betrag habe ich für Reparaturkosten hinlegen müssen; Dr. Wenz hat Malheur mit Lucki gehabt. Man müßte jetzt alle übrigen Patienten, Die nicht bezahlt haben, verklagen. Was meinen Sie bazu?" „Von verklagen will ich nichts wißen, Fräulein Ferber. Wenn bie Leute zahlen könnten, hätten sie es getan. Ich will mir nicht bie Manieren von Herrn Friedrich zu eigen machen. Ich kann boch nicht pfänben lassen, ich bin boch kein Halsab- schneiber!" „Das ist — entschuldigen Sie den Ausdruck — Wahnsinn. Wer dankt es Ihnen denn? Die allermeisten haben es nicht einmal für nötig befunden, sich zu enttchuldigen", grollt Nikotine. „Die Leute genieren sich halt. Ich kann mich da schon hineindenken. Aber nun die Hauptsache. Wie stehts mit dem Verkauf? Sie sagten letzthin, einer jei fest entschlossen?" „Abgesprungen. Und auf den habe ich so bestimmt gerechnet. Abgefchrieben hat dieser Angstmeier", bekennt Nikoline verdrießlich. „Ja, aber warum denn?" „Sehen Sie, das ist immer dieselbe Leier. Erst sind sie mächtig begeistert. Krankenhaus, Operieren, jchmuckes Städtchen — das imponiert ihnen. Dann horchen sie in der Gegend herum, erkundigen sich —- und fallen um wie die Fliegen. Zu kleine Praxis, heißt es, zu wenig Hinterland, zu arme Bevölkerung, keine Bahn, kein Cafe, kein Kino für die Frau, nochmal überlegen — und weg sind sie. Der eine hat die Handapothekenkonzession nicht, dem andern ist der Preis zu hoch. Jeder hat etwas anderes auszusetzen. Was ich mir schon für Mühe gegeben habe, ist nicht zu sagen. Ich bin mit diesen Onkels halbe Tage herumgelaufen, habe ihnen alles erklärt, habe ihnen zugeredet wie kranken Rössern — nichts hat geholfen." (Fortsetzung folgt.) [er 6. Grundsätzlich sollten die arbeitsfähigen Berech- tigten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wobei zu prüfen war, ob die Arbeit zumutbar war. Zi Dementsprechend war eine Meldepflicht beim Ar- Best W des Eingezogenen 21 RM. Miete 45 RM. monatlich. Familienunterhalt: Miete 151,33 129,— ini) Aus der engeren Heimat Hiervon V» anrechnungsfähig 306 RM. 170,— davon. 322,— der S.Uport 95,33 47,67 RM. 34,67 RM. 360,— Auch das Ariegs-lvhD. ist eine Lchlacht, die siegreich ge« schlagen werden muß. RM. 129,— 41,— 151,33 171,— RM. 347,— RM. 477,— Ehefrau 2 Kinder unter 16 Jahren nach 1.10.1939): Anrechnungsfrei Va von Einkommen der Ehefrau Ab Einkommenshöchstgrenze: 360 RM. — 15 v. H. + 21 RM. + 20 RM. jetziges Einkommen a) Familienunterhalt b) Sonstiges Einkommen Jetziges Einkommen: a) Familienunterhalt b) Sonstiges Einkommen Eingezogenen = Unterhaltsberechtigt: Ehefrau, arbeitet feit 1.10.1939, monatlicher Verdienst netto 130 RM.: 1 Sohn verdient mo. Ab anrechnungsfähiges Einkommen der Ehefrau Ab Unterhaltsbeitrag des Sohnes (mit 120 RM. Einkommen) natlich 120 RM.; 2 Kinder unter 16 Jahren: Krlegsbefchädigtenrente des Eingezogenen 21 RM. monatlich; Schwere Zuchthausstrafen für Kollidiebe. kreis Alsfeld. —.— Homberg, 25. DEL Landwirt und Müller Wilhelm Arnold von der Hainmühle vollendete heute fein 7 2. Lebensjahr. Er erfreut sich aller körperlichen und geistigen Gesundheit. (Wir beglückwünschen!) -r- Der diesjährige .Kalte Markt" litt sehr unter den Zeitverhältnissen. Rur wenige Stände waren aufgestellt. Die Zahl der Be- Ernährung aus dem Wald Eine Arbeitstagung des NS.-Lehrerbundes. Kraftwagen durchbricht Bahnschranke 1 Toter. 2 Verletzte. Lpd. Groß-Gerau, 26. Ott. Auf dem Wege von Mainz nach Darmstadt durchfuhr auf der Büttelborner Landstraße ein Kraftwagen die Wissenschaften. Ein Berufsverbrecher. 104,— 130,— 34,67 In ihrer Spielwest-e gibt'es aber noch mancherlei! Katzenfurt sollte stark genug sein, um gegen die 4U bessern. Rur selten sieht man einer einheitliche I wieder stark nach vorne gekommenen Platzoesttzer den. 3. Der Keller ist vor Einlagerung der Kartoffeln gründlich zu scheuern und zu durchlüften. Die Wände ini) zu kalken. Familienunterhalt mit sonstigem Einkommen ist geringer als Höchstgrenze. Der errechnete Familienunterhalt mit monatlich 129,— RM. wird in voller Höhe ausgezahlt. (3b) Vergleich mit dem früheren Familieneinkommen (nach 1.10.1939). Lpd. Frankfurt a. M., 26. DEL Vor L- Frankfurter Strafkammer hatten sich der 35jährig« *♦ Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 13. bis 19. Oktober ein: Gegen Kraft- fahrzeugführer mit 2 Anzeigen und 1 gebühren- pflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 5 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ** Laune der Natur. In einem Garten an der Lahn wurden in diesen Tagen große und leuchtend rote Himbeeren geerntet. Die Früchte sind voll ausgebildet, allerdings im Geschmack nicht so, wie man die Früchte des Sommers erwartet. Immerhin ist es erftaunlirf) genug, daß es in diesen Oktobertagen noch solche Beeren zu ernten gibt. (3a) Vergleich mit dem früheren Faml- lieneinkommen (vor 1.10.1939). Die letzten Handbalispiele der Vorrunde. Nachdem inzwischen auch der Tv. Heuchelheim seine Mannschaft zurückgezogen hat (die Spielabtei- lung bleibt aufrechterhalten) besteht die Staffel .3) nunmehr noch aus 4 Mannschaften. Die Spiele gehen rm übrigen ihren Gang. Die Vorrunde wird schon in Kürze von den Rückspielen abgelöst werden. Für kommenden Sonntag sind vorgesehen: Staffel 1: Fünfjähriges Kind in der Wetter ertrunken. * Ober-Bessingen (Kreis Gießen), 27. DEL Das fünfjährige Söhnchen Paul des Landwirts Pfeiffer von hier ist am gestrigen Donnerstagnachmittag in die Wetter gestürzt und ertrunken. Die Nachforschungen nach dem Kinde blieben bisher ergebnislos. Die Wetter wurde schon in ihrem ganzen Verlauf bis nach Lich abgesucht. Don der Universität Marburg. frau des Einberufenen mit ihm bis zum ©estellungs- tag in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat.)__ Letztes monatliches Nettoeinkommen des geschloffene Schranke der Riedbahn Darmstadt — Goddelau. Als der Lenker des Wogens die Bahnschranke merkte, war es bereits zu spät. Infolge starken Bremsens drehte sich der Kraftwagen zweimal um seine eigene Achse, durchbrach die Schranke und wurde von einem aus der Richtung Darmstadt herankommenden Zug erfaßt. Ein Insasse des Autos wurde auf der Stelle getötet, ein anderer wurde schwer verletzt; der „Ernährung aus dem Wald". Kreisschulrat Köth (Friedberg) sah die Aufgabe der RAW. von der schulischen Seite. Die Heil- und Nährwerte unserer Wildpflanzen behandelte als berufender Fachmann Apotheker R i p- p.e r g e r (Frankfurt a. M.-Höchst), der Gausach- bearbeiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpftanz entunde und Heilpflanzenbeschaffung, in einem Vortrag, der durch farbige Lichtbilder veranschaulicht wurde. Er gab dabei auch wertvolle praktische Hinweise für die Verwendung von Wildsalaten, Wild- gemüsen und Wildfrüchten. In das wichtige Gebiet der Pilzkunde führte Privatdozent Studienrat Dr. Heil (Darmstadt) in zwei Lichtbildervorträgen ein. Er vermittelte zunächst die Kenntnis der etwa 10 in Deutschland vorkommenden Giftpilze, weiter gab er einen lieber» blick über die Hauptgruppen unserer Pilze. Der praktischen Pilzkunde dienten zwei Lehrwanderungen, die ins Wintersteingsbiet und auf den Johannisberg führten. Die zahlreichen Teilnehmer konnten in kurzer Zeit eine reiche Ausbeute an Pilzen bergen. 40 verschiedene Arten wurden gesammelt, für die späte Jahreszeit ein ausgezeichnetes Ergebnis. An Giftpilzen wurden zwei Formen des gefährlichen Knollenblätterpilzes, der Fliegenpilz und der schwefelgelbe Ritterpilz festgestellt. Von eßbaren Pilzformen, die jetzt noch zahlreich vorkommen, sind zu nennen: Waldchampignon, Graukopf (nebelgrauer Trichterling), Parasol, Stoppe lpilz, milder-roter Täubling, Totentrompete. Aus den gefundenen Arten wurde eine Pilz- lehrschau übersichtlich aufgebaut und der Oeffent- lichkeit zugänglich gemacht. Zahlreiche Pilzfreunde kamen zum Besuch der Ausstellung und konnten sich durch Kostproben davon überzeugen, daß die genannten eßbaren Pilze sehr schmackhafte Gerichte abgeben. Auch deutsche Haustees und Wildfrüchte- Marmelade (Schlehe, Hagebutte) wurden verabreicht. Nach Besprechungen über die nächsten Aufgaben der Arbeitsgemeinschaften der RAW. schloß ©au» referent Helwig die erfolgreich verlaufene Schulung' mit herzlichem Dank an die Gauwaltung des NSLB. und an Kreissachbearbeiter Oßwald (Bad- Nauheim), und mit dem Gelöbnis restlosen Einsatzes für Führer und Volk. Tv. Dornholzhausen — Tv. Holzheim Tv. Hochelheim — Tv. Lützellinden. sDie Holzheimer haben zwar alle Spiele bis jetzt gewinnen können (die endgültige Entscheidung in Sachen Münchholzhausen steht allerdings noch aus). Das Abdichten der Kellerfenster. Es ist vielfach festgestellt worden, daß in den Häusern alle Kellersenster durch Sandsäcke und dgl. abgedichtet worden sind. Diese Maßnahme muß dazu führen, daß die in den Kellern lagernden Le- bensmittel, insbesondere Kartoffeln, sehr schnell dem Verderb verfallen. Es ist dafür zu sorgen, daß genügend Frischluft in die Keller kommt. Hierzu ft folgendes zu beachten: Am Tage müssen die Abdichtungen der Kellerfenster soweit entfernt werden, daß es für die Belüftung ausreicht. Vor Einbruch der Dunkelheit sind die Abdichtungen wieder anzubringen, damit bei einem evtl. Fliegerangriff zur Nachtzeit der erforderliche Schutz gewährleistet nichtige Vorratshaltung der Kartoffeln 1. Grundsätzlich ist ein Wintervorrat an Kartoffeln nur dort emzulagem, wo wirklich alle Voraussetzungen für einwandfreie Aufbewahrung gegeben sind. Aus volkswirtschaftlichen Gründen müs- en alle Verluste vermieden werden. Kamps dem Verderb! 2. Kartoffeln erfordern trockene, dunkle, luftige, frostfreie, aber kühle Lagerung. Die Lagerung von Kartoffeln neben dem Heizkeller oder ähnlich warmen Kellerräumen ist nach Möglichkeit zu vermei- 4. Bei Lagerung auf dem Kellerboden (am besten auf Lattenrost) ist dieser mit Stroh zu bedecken, darüber sind evtl. noch Bretter zu legen gegen Einwirkung von Kälte und Feuchtigkeit. Die Kartoffeln möglichst nicht höher als bis zu 60 Zentimeter aufschichten. 5. Für kleine Vorräte ist die Kartoffelkiste zur Aufbewahrung besonders geeignet. Man kann sie in beliebiger Größe aus alten Brettern oder Latten selbst Herstellen. Der schräge Boden ermöglicht, daß die untersten Kartoffeln zuerst entnommen werden. 6. Faule Kartoffeln sofort aussammeln, denn Fäulnis wirkt auf die gesunden Kartoffeln ansteckend und verursacht Schädigung und Verderb eines wertvollen Nahrungsmittels. 7. Bei Frostgefahr sind die Kartoffeln mit Säcken oder Stroh abzudecken. ändert lagen u. a. Mannesmann mit 100,50, Hoefch mit 106,90 und AEG. mit 115. Der Rentenmarkt war unverändert feft Lebhafte Umsätze vollzogen sich im Telephonverkehr in Steuergutscheinen I in den Fälligkeiten April-Mai mit 98,40 (98,10). In Pfandbriefen mangelte es weiterhin an Angebot, Reichsschatzanweisungen etwas ruhiger. Von Auslosungsanlechen stiegen Dekosama I auf 139,75 (139,25), do. II auf 158,50 (158) und Mannheimer Altbesitz auf 131 (130,50). Auch Stadtanleihen waren teilweise fester, 4,50 v. H. Heidelberg 95,50 (95), 4,50 v. H. Mannheim 96,75 (96,50), 4,50 v. H. Mainz v. 28 94 (93,25). Liquidationspfandbriefe wiesen wenig Abweichung auf, Meininger jedoch 0,50 v. H. höher mit 102,13. Industrie-Obligationen tendierten uneinheitlich bei Schwankungen bis 0,50 v. H., weiter fest 6 v. H. IG.-Farben mit 125,13 (124,65). Sehr fest lagen auch Steuergutscheine II, die bis 0,50 v. H. anzogen, wobei teilweise repartiert wurde. Die Schwankungswerte zeigten auch im Verlaufe keine Veränderungen, das Geschäft blieb denkbar klein. Von später notierten Werten, die durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. abwichen, waren Aschaffenburger Zellstoff 2 v. H. ermäßigt auf 86. Frankfurter Schiachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. DEL Auftrieb: Großvieh 1254 (gegen 2039 am 19.10.), darunter 463 (595) Ochsen, 104 (277) Bullen, 347 (530) Kühe, 340 (637) Färsen. Kälber 571 (504), Hämmel und Schafe, 512 (110), Schweine 877 (379). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43,50 bis 46,50 (43,50 bis 46,50), b) 40 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 36,50 bis 37,50 (36,50 bis 37.50). Dullen a) 43 bis 44,50 (42,50. bis 44,50), b) 39,50 bis 40,50 (40 bis 40,50), c) 35 (34,50 bis 35,50), d) 27 (—). Kühe a) 43 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 36.50 bis 40,50 (37,50 bis 40,50), c) 28 bis 34,50 (27,50 bis 34,50), d) 18 bis 25 (18). Färsen a) 42,50 bis 45,50 (43,50 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 33 bis 36,50 (29,50 bis 36,50), d) 25 (22 bis 26). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 45 (44 bis 48), c) 38 bis 42 (—). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 38 (35 bis 38), c) 24 bis 32 (30 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (—), Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. Schweinemarkt in Homberg. —.— Homberg, 25. DEL Der Auftrieb zmn heutigen Schweinemarkt betrug 217 Stück Ferkel. Es wurden für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel pro Kopf 16 bis 18 RM., für 8 bis 10 Wochen alle 18 bis 20 RM. und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 20 bis 22 RM. gezahlt. Der Marktverlckuf war ruhig; es verblieb etwas Ueberstand. Anrechnungsfähigkeitdes Einkommens der Ehefau (gllt auch ----- RM. Einkommenshöchstgrenze: 360 RM. — 15 v. H. - 306 RM. + 130 RM. + 21 RM. 4- 20 RM. RM. Bad-Nauheim, 26.DEL 1939. Jede Maßnahme, die um das Verständnis für den Wald als Quelle von Nähr- und Heilkräften wirbt, trägt dazu bei, das deutsche Volk wieder an eine nahezu vergessene MöglichEeit zusätzlicher Ernährung heranzuführen. Nicht allein die mengenmäßige Bereicherung der deutschen Ernährungswirtschaft ist der Beachtung wert; vielmehr ist Die volEsgesundheitliche Bedeutung der wildwachsenden Nähr- und Heilstoffe ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die neuesten Ergebnisse der Ernährmngs- forschung, besonders auf dem Gebiete der- Mineralstoffe und Vitamine, bestätigen die Erfahrungen unserer Ahnen. Es ist daher zu begrüßen, daß die Reichs- arbeitsgemeinschaft „Ernährung aus dem Wald" (RAW.) gegründet worden ifL Die RAW. will die Kenntnis über die MöglichEeiten zusätzlicher Ernährung und Nebennutzung aus dem deutschen Wald und deren volkswirtschaftliche Be- deutung im deutschen VolE erweitern und vertiefen und Voraussetzungen für die Mithilfe an der Eigenversorgung des deutschen Volles schaffen. Eine besondere Aufgabe erwächst der deutschen Schule; sie soll den Gedanken „Ernährung aus dem Walde" durch unterrichtliche und erziehliche Maßnahmen heineintragen in immer weitere Kreise unseres Volkes. Der Reichswalter des NS.-Lehrer- bundes, Gauleiter W ä ch t l e r, hat angeorhnet, daß sich alle Schulen in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Ernährung aus dem Wakd" in den Dienst der Volksgesundheit und Volksernährung stellen. Gauwalter Ministerialrat Ringshausen nahm die Drganisation der Ar- beitsgemeinschaften in unserem Gau-Hessen- N ass au auf. Die Kreissachbearbeiter für das neue Aufgabengebiet sind ernannt: sie wurden jetzt mit weiteren Mitarbeitern auf zweitägigen Arbeitstagungen in Darmstadt, Limburg, Bad-Nau- h e i m und Offenbach a. M. geschult. Die Arbeitstagung in Bad-Nauheim war für die Kreise W e 11 e r a a , Biedenkopf-Dillenburg, Wetzlar, Alsfeld-Lauterbach. Mctintau- nus-Obertaunus und Ufingen bestimmt. Der ©au- referent der RAW., Lehrer Helwig (Dornholzbaufen bei Bad-Homburg) sprach einführend über Zweck und Organisation der Arbettsgemeinschast Familienunterhalt mit sonstigem Einkommen ist ( geringer als Höchstgrenze. Der errechnete Familienunterhalt mit monatlich ] 151,33 RM. wird in voller Höhe ausgezahlt. Sorttofhen. Sladttheater Gießen. Heute abend wird 3um ersten Male die Volks» komödie „Für die Katz" von August Hinrichs auf» geführt. Spielleitung Karl Dolck. Bühnenbild ftarl - Löffler. 5. Vorstellung der Freitag-Miete. Beginn: 20 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr. Hervorragendes Ergebnis des Opfersonntags. Durch die Listensammlung des vergangenen Sonntags, die an Stelle der bisherigen Eintopf- fammlung durchgeführt wurde, konnte ein erfreulich großer Betrag aufgebracht werden. Im gesamten Kreis Wetterau gingen 24 472,63 RM. em. än der Stadt Gießen wurden 5879,87 RM. gesammelt. Das Ergebnis liegt erheblich über den Ergebnissen der Eintopssammlungen der vergangenen Ähre. Ernennungen bei der Universität Gieren Ernannt wurden bei der Universität Gießen zu außerplanmäßigen Professoren die nichtbeamteten außerordentlichen Professoren in der Philosophischen Fakultät Dr. Wilhelm Auler, Dr. Georg Funk, Dr. Lothar H 0 ck und Dr. Walther Klüp- fei; ferner tmirbei^ ernannt zu außerplanmäßigen Professoren unter Berufung in das Beamtenverhältnis die nichtbeamteten außerordentlichen Professoren Dr. Heinrich Richter und Dr. Hans Stoltenberg; zum Dozenten für das Fach Klassische Philologie wurde der Dr phil. habil. Heinrich Otto Schröder unter Zuweisung an die Philosophische Fakultät der Universität Gießen ernannt. Eingewiesen wurde der außerplanmäßige Professor Dr. Paul Frick von der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen in die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg. Professor Dr. Auler hat im Fach Betriebswirtschaftslehre einen Lehrauftrag für Privativ irtichafts- lehre. Professor Dr. Funk unterrichtet in Botanik im Rahmen eines Lehrauftrags für anaewandte Bo- tanik, heimatliche Botanik und Naturschuh. Professor Dr. Hock arbeitet auf dem Gebiete der physikalischen Chemie in einem Lehrauftrag für phyfi- kcrlisch-chemische Technologie der Kolloide, insbesondere des Kautschuks. Professor Dr. K l ü p f e l ver- tritt das Fach der Geologie und Paläontologie. Professor Dr. Richter unterrichtet auf dem Ge- biete der Geologie und Urgeschichte im Rahmen eines Lehrauftrages für deutsche Vorgeschichte; er ist besonders durch seine Ausgrabungen auf dem Glauberg und durch feine zahlreichen weiteren heirnatgeschicht. Eichen Forschungen in weiten Bevölkerungskreisen bekannt geworden. Professor Dr. Stoltenberg versieht auf dem Gebiete der Sozial-Psychologie und allgemeinen Soziologie esnen Lehrauftrag für Soziologie, und zwar SozialMosophie, Sozialpsychologie, Sprachsoziologie, Volkstumkunde und W erbewi sie nschaft. Die wird das Shrenkreuz der Deutschen Mutter getragen? NSG. Bei vielen kinderreichen Müttern, die am Muttertag ober Erntedanktag mit dem Ehrenkreuz der Deutschen Mutter ausgezeichnet wurden, bestehen noch Zweifel darüber, wie und bei welchen Gelegenheiten das Ehrenkreuz getragen wird. Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter wird im Original am blauweihen Band nur bei feierlichen Anlässen getragen. Das Tragen des Ehrenkreuzes an goldenen oder silbernen Halsketten oder als Brosche ist unzulässig. Für den Alltag ist, ähnlich wie bei anderen Oroensauszeichnungen, eine Kleinausgabe des Mütterkreuzes geschaffen worden, das an einer Band- schleise oder als Brosche getragen werden kann. und geschlossene Leistung und wenn es bisher zu Torerfolgen kam, so kann man das nur einer gehörigen Portion Glück zuschreiben. Anders ist es bei den Platzbesttzern. Die junge Mannschaft spielt einen ausgezeichneten Handball. Sie dürfte in der Lage sein, oen Holzheimern die erste Niederlage beizubringen. Der Altmeister Lützellinden ist rein spielerisch ge. sehen stark zurückgegangen. Zwar weist die derzeitige Derttetung eine ganze Reihe Ersatzspieler auf, der Nachwuchs war aber immer so gut, daß es eigentlich klappen müßte. Nach den bis jetzt gezeigten Leistungen kann man nur sehr schwer an einen Sieg auf Hochelheirner Gelände rechnen. Staffel 2: Niedergirmes — Katzen furt Tv. Garbenheim — Tv. Atzbach. Otto Schnell und der 32jährige W. D e ck wegen umfarrgreicher Kollidieb stähle zu verantworten. Beide lernten sich 1930 kennen, fuhren auf Rädern durch die Stadt und stahlen von Lastkrafb wagen und anderen Fuhrwerken fast tagaus, Jag« ein große Mengen von Butter, Eiern, Geflügel, Milch, Stoffballen, kurz, alles, was nicht niet- und nageltest war. Als sie nach drei Jahren wegen Verteilung der Beute einmal in Streit gerieten, trennte sich Beck von seinem Komplizen, der die Diebereien nun allein bis in den Februar dieses Jahres fortsetzte. Das Gericht nahm bis zum Tage ihrer Trennung Bandendiebstahl, später fut Schnell allein nur einfachen Diebstahl an und ver« urteilte letzteren, der erheblich vorbeftraft ist, ZU 4 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und ordnete die Sicherungsverwahrung gegen ihn an. Beck wurde me-aen Bandendiebstahls unter Em« beziehung einer früher gegen ihn erkannten Straft zu insgesamt 3 Jahren Zuchthaus Dcrurteui unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. Schnell ließen sich runt) 160, ?öw 60 KollidMtichle nachweisen« die Oberhand zu behalten. Auch in Garbenheim gibt es nur einen Favoriten: die Platzbesitzer. Lokalkampf 2Ntv. I. — VfV.-Reichsbahn I. Auf dem Universitätssportplatz treffen sich obige Mannschaften zum fälligen Pokalspiel. Nach den Leiftungen der vergangenen Spiele zu urteilen, ollte der Mtv. als Sieger aus diesem Treffen her« ;orgehen. Die einzelnen Spieler des VfB. ver. ügen zwar über das nötige technische Rüstzeua, roch fehlt der Mannschaft nod) die innere Geschiss« enheit und vor allem die Erfahrung, um gegen den chon gut in Fahrt gekommenen Gegner mehr als ein ehrenvolles Ergebnis erzielen zu können. Die Mtv.-Elf wird fast in der gleichen Aufstellung wie in Londorf erscheinen. Trotz des aubenblicKichen Mangels an Aktiven ist es der Spielleitung gelun« gen, eine stabile und ausaeglichene Elf auf die Beine zu bekommen. Es spielen"' für den Mtv.: Knaus, Krausch, Thiel, Hambach, Speckmann, Mül« ler, Müller-Leutert, Winter, Jughard, Dittendorf, Kümmel, W. Jsheim. Wirischa«. Nbein-Mainische Börse. rNillagsbörfe: Aktien uneinhelNich, Renten weiter fest. Frankfurt a. M., 26. DEL An den Aktien« Märkten blieb das Geschäft nach wie vor in engen Grenzen. Dor dem Ultimo hat sich die Un« ternehmunaslust weiter verringert, um so mehr, als resondere Anregungen fehlten. Bei der nur zu« älligen Kundschaftsbeteiligung war die Kursent. vicklung erneut uneinheitlich bei im allgemeinen kleinen Veränderungen. Stärker verändert waren AG. für Verkehr mit 103 (104,75), Geffürel mit 132 (133,25) und Demag mit 132,50 (134). Leicht befestigt fetzten IG.-Farben mit 158,90 (158,50), VDM. mit 146,50 (146), Buderus mit 94,40 (94), Licht und Kraft mit 132,25 (131,75) und Südd. Zucker mit 216 (215,25) ein. Anderseits gaben u. a. Rheinstahl auf 126,50 (127), Verein. Stahl auf 91,65 (92,13), Adlerwerke auf 88 (88,65), MAN. auf 147,50 (148), Metallgesellschaft auf 110 (110,25) ud Rheinmetall auf 110,25 (110,65) nach. Uno er« Lpd. Marburg, 26. DEL Bei dem Dieb, der im Ablegeraurn eines hiesigen Instituts ihm nicht gehörende Mäntel anprobierte, damit durchging, aber bald ergriffen wurde, handelt es sich um den steckbrieflich von Düsseldorf aus gesuchten Berufs- sucher war gering. Verbrecher Friedrich Schnurbusch aus Rheydt. Lpd. Marburg, 26. DEL Wie jetzt fnitgeteilt Marburg auf 1 600. Es handelt sich beEanntlich rei. Die Klingelleitung, rostig und zu schwach in Bewegung gesetzt, gibt nur ein quietschendes Geräusch von sich, das im dröhnenden Hall der Kirchen- Hitler-Jugend Dann 116. Am Sonntag, 1. Oktober, findet die Großgelände. Übung der Gefolgschaften, 1/116 und 4/116 statt. Dazu treten die Gefolgschaften wie folgt an: Gefolgschaft 1/116 um 6.^ Uhr Ecke Gabelsbergerstraße und Hammstraß--. Gefolgschaft 4/116 mit Feldschere um 7.15 Uhr am Oswaldsgarten. Es ist Verpflegung bis nachmittags um 15 Uhr milzubringen. Zu diesem Dienst wird Sommeruniform getragen. Der Führer der Gefolgschaft 1/116. Der Führer der Gefolgschaft 4/116. iijationrnl zchHen; m nach tzk 0000 ^ äschern 5 Mng ist R 1 alle hi A ihnen Brötchen in Fortfall kommen, dafür nur noch größere Brötchen gebacken, die das Gewicht von etwa 50 g haben werden. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde zur Kenntnis gegeben, daß auch das Backen von Kuchen insofern eingeschränkt werden soll, als nicht mehr so viele Kuchensorten wie bisher zu backen sind. Einige Kuchensorten und Feingebäck Serben überhaupt in Fortfall kommen. Die Versammlung fand ihren Abschluß im Ausdruck der allgemeinen Meinung, daß die Bäckermeister unter den gegenwärtigen Umständen mehr als je ihre Pflicht tun werden und den vaterländischen Interessen zu dienen bereit sind, wo es immer Hä A A he,OT >ec Gloria-Palast (Seltersweg): ,arin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fräu°. Dann rollt der Wagen in die Nacht. Dr. Severin beugt sich noch rasch einmal hinaus: „Kann lange dauern, Fräulein Ferber. Sprechzimmerr heizen und Schlosser Pütz nicht vergessen!" . Nikoline Ferber schließt das Tor und kehrt frierend in das Haus zurück Im Geäst des kleinen Gartens hängt ziehend die Kalte. Nlkolme geht leise in Dr. Severins Schlafzimmer und hebt verstreute Kleidungsstücke auf. Sie stellt die Hausschuhe an den ihnen zukommenden Plütz, deckt das Bett zu und glättet das verwüste K'!I°n zärtlich. was em- Ge- barde von großer Unschuld tft- ®an” schleicht sie an den Kindern vorbei in ihr eigenes Zimmer. Da fährt er nun fiebrig 'N die Kalte hinaus IM offenen Wagen, wenn das nur gut geht, denkt sie b-forgt, fetzt sich auf b?n Bettrand und streift thre Pantöffelchen wieder ad. Die sind rührend klein, ein wenig verwelkt und fchiefgetreten und an einem fehlt der Pompon. Das Bett knarrt, Ni- lastt sich das vermeiden, es ist 'alt und hat an jeher Ecke eine gedrechselte Kugel. Fußboden, schräg und voller Spalten ist wie hns ganze übrige $jau5, feylammg hinoebaut und au; dürftigem Material. Nikolme be. fchäftigt sich noch immer mit Dr. Severin, dem sie eine Eck- in ihr m Herzen emgeraumt hat ohne doß er es weiß. Um es gleich zu fagen, st- liebt ihn auf ein« verborgene und schmerzvolle Weise, gegen di, fjc ganz ur« gar ohnmächtig ist. Sie ist ein nicht mehr ganz junges Mädchen, ausnehmend gut gewachsen und die Leute machen ihr manchmal Korn- nlimenle meSen ihres Aussehens Sie ist erst vor wenigen Monaten, im November, in das Doktorhaus " «^ohrpsid sie sich tn ihrem nicht mehr recht warmen Dctt vorllchtig einkuschelt, läßt sie sich ihren damaligen E'N.zug nochmals durch den Kopf gehen. Sie war 'U jener Zeit Reisevertreterin einer Dresdner ftirtvn und Hotts Eschelbrunns Umgebung ohne Erfolg abgegrast. In Dr. Severins Arzt-Apotheke wollte sie' sich etwas Heftpflaster kaufen und war dabei, vermutlich aus Hunger und Erschöpfung, ohnmächtig geworden. Als sie ins Bewußtsein zurückkehrte, waren Pfefferminz- und Aethergeruch um sie und ein fahr besorgter, freundlicher Herr. „Ist es jetzt b-'sssr, kleines Fräulein?" /.Danke, ja. Verzeihen Sie. Nur mein rechter Fuß —" „Da wollen wir gleich mal nachsehen. Ei, ei, et, mte ©trafen; kommen von der offenen Blase an der Ferse. Wir haben ein bißchen Blutvergiftung, aber keine Angst, das wird schon wieder. Wir werden Umschläge machen und uns brav ins Bett legen. Wo wohnen Sie denn?" (Fortsetzung folgt.) •Neu ch»r„ lrauty i hl. ft hali »banbfflp olle , für bk W ib je ein 5' che Rei^ 3n W morben, h ifdjlagnofc Merk in f , 3n Süd« -deutsche in? der zur Erfassung der Küchenabfälle erforderliche EHW.-Sammeleimer noch nicht bestellt wurde. Durch Polizeiverordnung des Polizeidirektors in Gießen vom 21. 4.1938, die in den beiden hiesigen Tageszeitungen veröffentlicht wurde, find die Hausbesitzer auf die unbedingte Pflicht zur Beschaffung des vorschriftsmäßigen EHW.-Sammeleimers hingewiesen worden. Es ist ein Gebot der Stunde, daß sich heute kein Hausbesitzer dieser vaterländischen Pflicht entziehen darf. Der Verkauf der Sammeleimer wird in den nächsten Tagen durch die Blockwalter der NSV. erneut in Angriff genommen werden, und es erfolgt persönliche Rücksprache bei den einzelnen Hausbesitzern. startbereit. „Nach auswärts, Herr Doktor?" fragt fie vom Stiegengeländer hinunter, wo Dr. Severin gedämpften Jnstrumentenlärm verursacht. „Ja, Mooracker, Querlage vermutlich. Kümmern Sie sich gleich um das Kühlwasser. Willst du die Klappe halten, Bulli! Das ist Herr Siebentrüt, wenn du es noch nicht wissen solltest." Der Letztgenannte, beschämt und verwirrt durch soviel Aufruhr um ihn, setzt sich auf die Patientenbank im Korridor, der zugleich als Warteraum dient, und zieht seinen herabgerutschten Socken hoch. Eigentlich mühte er sich ja auch schneuzen, aber das getraut er sich nicht. Seine Angst ist jetzt nicht mehr so groß, seit er seinen Auftrag in Dr. Severins Händen weiß, der in derlei Geschichten einen begründeten Ruf genießt. i' Fräulein Ferber pumpt Wasser in der Küche, was nicht ganz einfach ist. Der Schwengel dieser macht uns Vorleben, diese stählerne Sicherheit der Geborgenheit und der Zuversicht, dann dürfen wir uns auch die zwei Stunden Heiterkeit im Theater gönnen. Denn draußen lachen sie auch nach dem schwersten Sieg und vor der härtesten Schlacht. Und gerade das ist ihre Kraft und ihr Wert. Der Klamauk und die Zote und die billige Phrase, die allerdings bestehen nicht vor der Nähe des Todes, aber der Humor und die herzbefreiende Heiterkeit waren auch im Unterstand zu Hause und sind in manchem guten Kriegsstück festgehalten. So wollen wir nicht bange sein vor verdunkelten Anmarschwegen zum Stadttheater. Denn drinnen ist es ja hell. So wollen wir nicht bange sein vor Dingen, die unser gespanntes Gefühl verletzen könnten. Nein! Denn überall, wo Erhebendes, Befreiendes, Großes und Heiteres ausgesagt wird, überall da, wo es mit Ueberzeugung und mit Können geschieht, da dürfen, ja, da müssen wir sein. Wir alle. Alle, die sich der starken Heimatfront von 1939 zugehörig fühlen! Diese große Zeit sieht das Theater würdig und wert mitzuwirken an der seelischen und geistigen Stärkung unseres Volkes. Und jeder, der das Theater besucht, wird erfahren, daß es tatsächlich und unbedingt hineingehört in die groß« Front der deutschen Heimat von 1939! Zum Verkauf gelangen EHW. -Sammeleimer mit 30 Liter Inhalt z u m Preise von 4 R M. Bestellungen werden ebenfalls auf der Kreisamtsleitung, Telephon-Nr. 2297, entgegengenommen. Von den Hausbesitzern wird nun erwartet, daß die Bestellung des EHW.-Sammeleimers jetzt umgehend erfolgt, damit die Küchenabfälle dem EHW. und damit Dem Allgemeinwohl zugsführt werden können. Eine besonders dringliche Bitte sei noch an die Hausfrauen gerichtet. Es ist von großer Wichtigkeit, daß unsere Hausfrauen die Gefäße mit den Küchenabfällen an den Sammeltagen immer mög - lichst früh vor die Haustür stellen, damit die Sammler bet ihrem Erscheinen die Behälter bereits vorfinden. Wenn in dieser Weise von den Hausfrauen verfahren wird, können sie auch stets damit rechnen, daß die Küchenabfälle pünktlich abgeholt werden. s ineiflb W- M schnauz schM sch tffi* .. rE Th e-ater. Er wird verstanden und mit der höchster' Verantwortungsfreudigkeit beantwortet werden. Es mag manchen Besucher geben, der in solcher Zeit seine Liebe zum Theater zurückstellt hinter der Sorge um das Vaterland und um seine Angehörigen an der Front. Er möchte Stille haben und sich nicht ansprechen lassen von den tragischen und heiteren Gestalten der Bühne, die ihm jetzt fremd sind, die ihn stören. Wir achten diese Einstellung, aber wir müssen ihr widersprechen. Man vergesse zunächst nicht die Bühnenkünstler. Sie sind an ihre darstellerische Arbeit auch in dieser Zeit verpflichtet. Sie müssen in ihrer Arbeit fremde Welten und Gestalten aufsuchen, müssen sich in sie versenken und verwandeln. Sie müssen es tun in wochenlangen Proben und Aufführungen und werden zwischendurch immer wieder von den brennenden Schicksalen des Tages ergriffen und weggerissen, Jeder von uns ist tatsächlich oder in Gedanken an der Front, und das gewohnte Tagespensum 'der Arbeit wird dabei vielleicht mehr oder weniger mechanisch bewältigt. Das aber ist auf der Bühne unmöglich. Hier tft der Künstler verpflichtet, die Wirklichkeit ganz und gar hinter sich zu lassen und eine vollkommene Verwandlung zu vollziehen und allabendlich sinnfällig zu machen. Diese Konzentration, weg von den Tatsachen, die uns in Anspruch nehmen, ist eine außer- ordentlich schwere Ausgabe. Und sie darf beanspruchen, daß auch das Publikum sie würdigt, indem es erscheint und teilnimmt. Diese Anteilnahme wird aber keinen Widerwillen und keine Enttäu- schung hinterlassen. Im Gegenteil. D'.ese ihrer künstlerischen Ausgabe hingegebenen Menschen oben auf der Bühne und unten im Orchester werden uns in solchen Stunden höchster Spannungen beweisen, daß das Theater ja gar fein albernes oder übertriebenes oder unwahrscheinliches Spiel ist. Das Theater ist die Spielfläche für das Außerordentliche, für die großen Entscheidungen und Entladungen im Leben der Vergangenheit und der Gegenwart. Mozart und Wagner, Shakespeare, Schiller und Hebbel sind die Garanten auf diesem Wea. Sollen wir uns dem entziehen? Sollen wir es fürchten oder ab- lehnen? Nein. Wir sollen und dürfen uns sagen: Neben unserer Arbeit, neben den Berichten des Rundfunks ist das Theater ja das einzige, was uns immer wieder angeht. Das Theater gibt uns die großen Beispiele der Geschichte. Das Theater gibt uns die großen Gefühle und Erlebnisse, die uns beherrschen sollen. Und es ist kein Verrat an der Front und an den Söhnen und Brüdern, die dort stehen, wenn wir uns auch einmal ein anständiges Lustspiel oder eine gute Operette ansehen. Das war es im Weltkrieg nicht, das ist es nie gewesen, und ist es heute nicht. Wenn wir die stählerne Sicherheit in uns tragen, die der Führer, sein Hermann Göring und unsere Wehr- Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: In Zeiten höchster weltpolitischer Spannungen und militärischer Auseinandersetzungen scheinen die Musen zu schweigen. Der eherne Rhythmus marschierender Bataillone und dröhnender Panzerwagen Uber- klingt die Bühnensprache. Die stilleren Bezirke, in denen die Musen wohnen, bleiben aber immer und in jeder Lage bestehen, und ihre Bedeutung mindert sich in keinem Augenblick. Die deutsche Reichsregierung und ihre theaterzuständigen Stellen wünschen ausdrücklich, daß die deutschen Theater ihre Tore öffnen und ihre Ar- beit durchführen. Die Theater stehen in der Frontlinie der Heimat und sind deutlich abgehoben von ienen Vergnügungsstätten, deren Betriebsamkeit und deren Klamauk wir in Zeiten letzter Entscheidungen nicht ertragen. Den Theatern des Reiches wird zu- gerufen: Auch in den Schicksalsstunden der Nation habt ihr euere Geltung! Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben! I Dieser Ruf ehrt und verpflichtet die deutschen Siebentritt geht in den Lichtschein und stottert mit । emporgerecktem Gesicht: „Sie sollen gleich nach Mooracker kommen zu feiner Frau. Die Hebamme sagt, es pressiert. Das Kind liegt nicht richtig Siebentritt bringt das rasch, laut und beschwörend hervor, heillose Ängst steckt ihm in den Knochen. Dr Severin fühlte seine Vorsätze ins Wanken geraten. Teufel noch eins, er ist selber krank, richtig; aber Entbindung geht vor, da g’ht es# nichts zu überlegen „Na, schön, ich komme sofort. Er macht------------ . ' das Fenster zu sucht einen Kragen, findet ihn nicht. Pumpe — in Efcheibrunn hat man weder Gas noch I und begnügt sich schließlich mit einem Halstuch.' Wasserleitung — hat nämlich die Neigung, sich ge- • Dann tappt er behutsam die Stiege hinunter und rode immer dann zu verklemmen, wenn es eilt. Das vermeidet die drittletzte Stufe, die immer so knarrt. Wasser, mal trübe, mal zu wenig und häufig von Er stolpert über BÜlli, der irgendwo im Dunkeln toten Spinnen oder kleinen Würmchen durasietzt, berumaciftert, er stößt sich an einen leeren Eimer cutpreßt ihr manchen ^eu.jer uno gehört zu om ' i Dinom, d>" ihr das L"ben tnmöfm *v bitt'*™. Zwar ist seit hat Dr. Severin wiederholt ein Filter beantragt, aber die Gemeinde, der das Doktorhaus zu eigen Stöcke haben, wenn sie lange genug im Gebrauch garen, ein eigenes Leden. vertreten, fte Seife Roten ft. hen die & Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres " “ ’ tattes den Abdruck des Kriminalromans „D e r Für die laufende Woche gelten für den Brotbezug die Abschnitte 1 mit 1000 Gramm, 5 mit 500 Gramm und 9 mit 500 Gramm Brot oder 375 Gramm Mehl, ferner für den Brot- öfter Brötchen- bezug acht kleine Abschnitte zu je 50 Gramm, so daß damit die Wochenmenge von 2400 Gramm erreicht ist. Wer aber mit 3 Pfund Brot auskommt und sich eine Brotmenge für eine der nächsten Wochen aufheben will, kann den Abschnitt 9, der vom 25. 9. bis 22. 10. für Brot oder Mehl gilt, ebenso die kleinen Abschnitte zu se 50 Gramm zur Verwendung zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der Gesamtgeltungsdauer der Brotkarte bis 22. 10. auf« betäuben. Die Abschnitte 9, 10, 11 und 12, sowie die kleinen Abschnitte zu je 50 Gramm müssen also nicht in der jeweiligen Woche verwandt werden, sondern sie gelte.; für den ganzen Monat. Läter mitten unter uns" von Kurt tiemann zu Ende geführt haben, beginnen wir i der heute erscheinenden Nummer des Gießener lnzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen roßen Romanwerkes, von dem wir mit Recht einen ußergewöhnlichen Erfolg in allen unfern Lefer- treisen in Stadt und Land erwarten dürfen, zumal er Autor unseren Lesern kein Unbekannter mehr ist. Der Roman heißt: „Die Frau aus der Fremde" von Waller kloepfer. Des gleichen Verfassers Romane „Fock bringt i n Mädchen mit" und „Das Mädchen Maxie" gehörten zu den stärksten und nachhaltig- len Vornanerfolgen, ftre wir je zu verzeichnen gehabt haben. Kloepfer hat Phantasie und Humor tnö einen starken Sinn für aktuelle Probleme, Die r mit warmer Menschlichkeit anpackt. In diesem >euen Roman erschließt uns Kloepfer die interessante lnd vielfach unbekannte Welt des Landarztes, der in einem jungen lebenstüchtigen Mädchen nach nanchen Konflikten und Irrungen eine tapfere :pferbereite Lebenskameradin findet. Wir sind ge« rnß, dieser Roman wird bei unfern Lesern einen !8icht weniger starken Nachhall finden, als die srüheren Werke Kloepfers^ In einer Versammlung der Bäckerinnung für Stadt und Kreis Gießen, die gestern nachmittag in der Gaststätte „Zum Andres" stattfand, wurde eingehend über die neue Sachlage gesprochen, wie sie sich für das Bäckerhandwerk aus der Kriegswirtschaft ergibt, nachdem nunmehr auch Brot- und Mehlmarken eingeführt sind. Bäckermeister Georg Schilling, der in Abwesenheit des Obermeisters die Versammlung leitete, gab zunächst grundsätzliche Richtlinien des Reichsinnungsmeisters über die gesamte Handhabung, wie sie sich jetzt ergibt, bekannt. Eingehende Besprechung galt der Frage der Zuweisung des Mehles, der Zusammenfassung der Karten und deren Weiterleitung an die zuständige Stelle, ferner wurden auch einige Fragen berührt, die die Verbraucherschaft angehen. Um entsprechend der Wertbezeichnung der Brotkarten (Abschnitt 1 bis 4 je 1000 g, Abschnitt 5 bis 8 je 500 g, Abschnitt 9 bis 12 je 500 g — oder 375 g Mehl —) eine einfache Verteilung vornehmen zu können, werden, die Gießener Bäckermeister dazu übergehen, aus dem qualitativ ganz hervorragenden Mehl von jetzt ab Brote im Gewicht von 1000 g und 1500 g zu backen. Dadurch wirft es möglich werden, Das Verkaufsgeschäft zu erleichtern und jegliche gewichtsmäßige D'stexenz zwischen Brotgewicht und dem Anspruch des Verbrechers auszuschalten. Weiter wurde Darauf aufmerksam gemacht, daß auch Brötchen nur noch gegen Karten abgegeben werden können. Für diesen Fall sind die Kärtchen a und b vorgesehen, die für je 50 g Brot Geltung haben. In Zukunft werden deshalb die bisherigen 3-Pf.- lün". Unser neuer Roman. ilhr untergeht. . Siebentritt, jung, arbeitslos und kurz verheiratet, ist in Sorge wegen seiner Frau und wartet. Sein Utes Fahrrad mit der trüb brennenden Laterne hat er neben sich. Die Hebamme Hot einiges von falscher 3age geflüstert. _ Der Hund Bulli, dessen Hütte im Erdgeschoß W, ein gelber Borer von gefährlichem Aussehen ’lßrr$roker Harmlosigkeit spitzt die Ohren und eg 1)erumgCL|ieri/ llUöl pu; . -.....- 'ch beruhigt zuruck. Für ,hn geht die Sache m DrD ät endlich in sein Sprechzimmer. tung: ein Patient, kein Einbrecher. Diese Fest- “ Ki'ider'imm ' — D" ’urin ist seit Teilung berechtigt ihn, feinen Hundeschlaf fortzu- ^Drob^^ Witwer und hat zwei Sprößlinge - iEtzen. r. ~ p- in zwei weißgestrichenen Betten. „Raufe- Im ersten Stock hingegen begibt sich 'klar heute ist doch Sonntag", behauptete Alto, Dr. Severin, aus einem dünnen Schlummer unzart re, . „ > ... nb gutmütig, hinter Nimm Den WanDerstock, er ist braun und knorrig. I r war bei Deinen ersten Wanderungen Dabei. Auf aubigen Odenwaldwegen, in bachdurchrieselten älern (man stemmte ihn klirrend ins Bachgestein iD hüpfte elegant übers Wasser), er war bei Mond- yeinwanderungen in den Tagen Der Jugend, er lag irben Dir in glühheißen Nachmittagen, wenn Die pldbrüstigen Hummeln summten und kleine, blaue Halter zitternd vor Glück auf Wiesenschaumkraut scßen. Der Stock des Onkels fällt Dir ein. Er hatte einen [fenbeingriff, der geschnitzt war wie ein Stück ris- gen Astes. Eine Eidechse wand sich durch, von fünft- trtiger Hand geschnitzt, ihr Schwänzlein schmiegte ich auf Der anderen Seite eng an Das Holz. Es war irr Stock, vor Dem man Respekt hatte. Das (Elfen- izin war kühl. Verloren ist irgendwo der Stock der Nachkriegs- -it mit den koketten Knöpfchen. Es ist nicht schade mum, aber wohl um den anderen mit Dem schönen endlichen Griff aus einem glatten, besonders an- ?nehmen und gelblich getönten Holz. Diesen Stock itte man gern wieder. Er wäre der richtige jetzt, ir Die dunklen Abende. Aber kein Erinnern führt Kitjin zurück, wo dieser Stock geblieben ist. Verschwunden ist auch ein Stock aus Bambus Der einer Art Bambus. Verschwunden ist der ko- Dr. Severin, aus einem ......... —------ - , - n Die Höhe gerissen, horcht dem entschwebenden der Berausch ang^^v,.^ — Ouenzel, das gilt ihm! Mit seinem Schlaf ist es merkwürdig bestellt. Sein Trommelfell nimmt auch »ei Nacht alle verdächtigen Straßenlaute wie Huf- zeklapper, streitende Stimmen, hastige Dritte und charfgebremste Rader mit einer zermürbenden Sicherheit auf. Er bekommt dann immer ein leises Stechen in Der HerzgegenD, mit Dem er medizinnch nichts Rechtes anzufangen weiß. Diesmal ist ihm 5ie Ruhestörung besonders unangenehm, er suhlt Ich krank, hat Halsschmerzen, und es ist nom nicht entschieden, ob ein Schnupfen pder eine Angina ----- voraus wird. Aus alle Fälle ist er entschlossen den gnüglich zugeht. ,pnfln jft madl geworden. Vatienten an einen Nachbarkollegen zu verweisen. Auch §raule.n Ferber nebenan wach geworoe^ „Ausgerechnet jetzt, ausgerechnet bei Nacht! Es ist, ^sion^ geklingelt, aus einer Spazierfahrt als ob diese Kaninchen es riechen" brummt er baren auu’wn ig er(trcitet Luis, basierter. Ob wähl genug Watte im Kaffer ist?" Dr. .......... ...... Mä^m Miler, hiibfch u^> Severm P au^ereg^ Gebur en. Und heute rechthaberisch. „Raufen tun sie immer von 12 bis 1. Jetzt ist aber schon 3 Uhr durch." Dann fann.es bloß eine Geburt sein, meint Alto und bedauert seinen Papa insgeheim ein bißchen. Er aehört einer Generation an, die solche ttmp.m- dung-n stramm in sich verfchiießt, Beide gähnen machen winzige Augen, drehen s,ci> elliche M lle h"rum und sind schon wi"d^ nrm^Mucft im Traumbereiche, in denen es phantastisch und ver- Die neue Verbrauchöregelung für Seife und Hausbrandkohle. FWD. Die soeben erlassenen Bestimmungen über die Verbrauchsregelung für Seife enthalten verschiedene Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Zustand. Während bisher nur Kernseife verabfolgt wurde, kann der Bezieher jetzt auf Grund der neuen Seifenkarte auch ein Stück Feinseife erhalten. Auch die Abgabe der bisher besonders bezugscheinpflichtigen Rasierseife stellt eine Erleichterung dar. Eine Verbesserung ist auch darin zu Erblicken, daß die zusätzlichen Seifenmengen für Kinder nicht mehr auf Kinder bis zu 2 Jahren beschränkt sind, sondern daß es jetzt möglich ist, für Kinder von 2 bis 8 Jahren monatlich 500 Gramm Waschpulver zusätzlich zu beziehen. Fettfreie Waschmittel können übrigens zur Zeit nicht auf Karten bezogen werden, da sie noch nicht in die Regelung eingebaut sind. Bei der Hausbrandregelung ist die wichtigste Tatsache, daß von der Einführung besonderer Kohlenkarten Abstand genommen wurde, vielmehr soll die Belieferung mit Hausbrand durch die Einzelhändler mittels'Kundenliften erfolgen. Die entsprechenden Vorarbeiten sind geleistet. Die Aufstellung der Kundenlisten ist mit einer Bedarfsermittlung verbunden, damit Klarheit Über die Mengenerfordernisse besteht. Die Festsetzung der Bedarfshöhe wird bei der Ofen- und Küchenheizung durch die Verkoppelung von Raum- und Kopfzahl, die jeder für seinen Haushalt angeben muß, nach einem bestimmten Schema geschehen, wobei auch die Höhe der bereits erfolgten Hausbrandbevorratung eine Rolle spielt. Im Hausbrandsektor soll im wesentlichen bei der Bestimmung der Derbrauchshöhe der Bedarf eines Jahres zugrundegelegt werden, wonach die Mengen festgesetzt werden, die jeder beziehen kann. Es soll jeder grundsätzlich zu dem Kohlenhändler gehen, wo er bisher gekauft hat. Die Möglichkeit, seinen Kohlenhändler durch Streichung in der bisherigen und Eintragung in einer neuen Kundenliste zu wechseln, ist natürlich gegeben, doch soll das möglichst nicht innerhalb eines Monats geschehen. Dem Kohlenhandel werden durch die Neuregelung insgesamt nicht unerhebliche Aufgaben zugewiesen, die vollen Einsatz seiner Fähigkeiten fordern werden. Schwierigkeiten im Kohlen- transportwesen sollen tunlichst ausgeräumt werden. Nach einer Anordnung hat der Kohlenhandel bezirksweise sog. Transportgemeinschaften zu bilden, die die Transporte so zu leiten haben, daß unnötige Kohlenlagerungen vermieden werden und die Kohlen möglichst schnell in die Keller kommen. Die Wirtschaftsämter haben die Verteilung von Hausbrandbrennstoffen arydie Verbraucher nach den von der Reichsstelle für Kohle erteilten Weisungen und Richtlinien zu regeln. Die Bezirkswirtschaftsämter sind verpflichtet, die Verteilung zu überwachen und erforderlichenfalls von sich aus die notwendigen Maßnahmen zu treffen. In den beteiligten Kreisen glaubt man bestimmt, daß die Kohlenbelieferung sich auf dem neuen Wege gut einspielen lassen wird, zumal von vornherein auf eine ziemlich lockere Anfangsregelung Bedacht genommen wurde. Kraftwagen mit vem roten Winkel müssen Treibgas fahren Festsetzung der Polizeistunde im Lande Hessen. NSG. Eine gestern veröffentlichte Meldung Über Festsetzung der Polizeistunde im Gebiet des Landes Hessen wird wie folgt berichtigt: Der Reichsstatthalter in Hessen hat verfügt, daß mit sofortiger Wirkung für den Teil des Operationsgebietes des Landes Hessen die Polizeistunde auf 23 Uhr festgesetzt wird. Für den übrigen Teil des Landes bleibt die Polizeistunde 24 Uhr. Zusatzlebensmittel für Kranke. Kranke werden nach wie vor gegen Abgabe der von den Ernährungsämtern ausgestellten Bezugscheinen mit Zusatzlebensmitteln beliefert. Die Lebensmittelverteilungsstellen haben daher die auf den Bezugscheinen angegebenen Lebensmittelmengen ohne Lebensmittelkarten abzugeben. Weiter wirb darauf hingewiesen, daß werbende und stillende Mütter, sowie Wöchnerinnen Milch-Karten nur gegen Vorlage einer Bescheinigung eines Arztes oder einer Hebamme bei ihrem zuständigen Ernährungsamt erhalten. 50 volksdeutsche Kinder aus der Slowakei heimgekehrt. Die 50 volksdeutschen Kinder, die vor mehreren Wochen aus der südlichen Slowakei im Kreis Wetterau zu einem Erholungsaufenthalt eintrafen, sind nunmehr in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Kinder haben sich durchweg gut erholt, manche haben erheblich an Gewicht zugenommen, die meisten .haben sich auch ausgezeichnet mit ihren Pflegeeltern verstanden, und auch den Pflegeeltem sind die Kinder an das Herz gewachsen. Wenn sich die Kinder auch auf die Heimkehr zu den eigenen Eltern freuten, so fiel ihnen doch der Abschied von den Pflegeeltern nicht leicht. Mit vielen freundlichen Gedanken werden sich die volksdeutschen Kinder des Aufenthaltes in unserer schönen oberhefsi- schen Heimat erinnern. Die Reisebetreuung und die Vermittlung der Kinder in die Pflegestellen geschah durch die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. Heffen-naffauiiche BOM.-Mähel bei her Erntehilfe NSG. lieber 14 Tage sind nun schon die hessen- nassauischen BDM.-Mädel im Ernteeinsatz der Partei. Begeisterte Briese haben die Untergaudienststellen erreicht. Mit Freude und voll Erwartung sind die Mädel zu den Bauern gefahren, und sie sistd nicht enttäuscht worden. Frisch und tüchtig packen die „Stadtmädel" zu, die Anerkennung des Bauern steigert noch ihre Arbeitsfreude. „Stadt- mädel"?, so kann man sie längst nicht mehr nennen. Sie sind Helfer des Bauern und gehören als solche zu dessen Hof. Die Schwere der täglichen Arbeit am Boden läßt sie nicht ermüden und zeigt ihnen erst das harte Schaffen des Bauern um die Ernährung des Volkes. Ihm in der jetzigen Zeit noch mehr als bisher treu zur Seite zu stehen, ist der Wille eines jeden Mädels. Ueber 1000 Mädel hat der BDM. unserer Gau- hauptstadt bereits im Odenwald, Vogelsberg, Westerwald, in Büdingen und in der Limburger Gegend eingesetzt. Ueber 600 konnte Wiesbaden stellen, und immer noch stehen weitere BDM.-Mädft, Jungmädelführerinnen und 14jährige Junamädel zur Verfügung und wollen mithelfen, hie" letzte Ernte dieses Jahres einzubringen. Das sind Angaben van nur zwei Städten aus dex Dielzahl der Untergaue des BDM.-Obergauez Hessen-Nassau, die die ständige Bereitschaft zum Dienst in der „Inneren Front" Herausstellen. Licht chleusen in Ladengeschäften NSG. Zahlreiche Geschäfte haben bisher keine Lichtschleu'e angelegt. Darüber konnte yinweggesehen werden, solange die Verkaufszeit noch nicht in die Dunkelheit fiel. Dies ist bei der vorgefchritte- nen Jahreszeit anders geworden. Es ist daher jetzt gebieterische Pflicht gder Ladenbesitzer, ohne Versäumnis für die Anbringung einer einwandfreien Lichtschleuse an der Ladentür zu sorgen. Hierfür kommen nur lichtunhurchlässige und dauerhafte Stoffe in Betracht. Die häufig bestehende Absicht, statt der Lichtschleuse die. Beleuchtung jm Laden abzuschirmen, kann nicht emfohlen tnerben. Entweder fällt viel zu wenig Licht in den Laden — und dies ist für Käufer und Verkäufer g eich lästig — ober es wirb nicht hinreichend abgebler^et und bann bringt der Lichtschein beim Deffneti her Ladentür nach außen. Dies darf unter keinen Umständen geschehen. Cs sei daran erinnert, bafe bie Verdunkelung ein wichtiger Bestandteil bex- Landesverteidigung ist. Alle Beteiligten müssen deshalb in kürzester Frist die vorhandenen' Schwierigkeiten überwinden. Die preise unh Preisspannen für entrahmte Frischmilch. Fwd. In einer Anordnung A 8 der HV. der deutschen Milch- und Fettwirtschaft werden die Preise und Preisspannen für entrahmte Frischmilch, Buttermilch und geschlagene Buttermilch geregelt. Hiernach darf bei Abgabe dieser Mllchsorten ab Hof, ab Molkerei ober ab Laben an ben Verbraucher höchstens ein Preis geforbert, versprochen ober gezahlt werden, der um 10 Rpf. je Liter unter bem jeweils örtlich geltenden Dollmilchpreis liegt Der Preis barf höchstens 15 Rpf. und chuß minbeftens 8 Rpf. je Liter betragen. Verteilet dürfen höchstens bie Spanne berechnen, die sie bisher bei der Abgabe von Vollmilch ab Laben und frei Haus an ben Verbraucher berechnet haben. Bei ber Abgabe in Flaschen barf höchstens der, bisherige Zuschlag für bie Abfüllung von Vollmilch in Flössen berechnet werben. Bei regelmäßiger Abgabe größerer Mengen entrahmter Frischmilch, Buttermilch um> geschlagener Buttermilch an einen Verbraucher Mussen Rabatte gewährt werben, die bei der 2Ibgahe DOn io bis 30 Liter 1 Rpf. je Liter, von 31 bis go ßfter 2 Rpf., von 61 bis 100 Liter 3 Rpf., bei Abgabe von mehr als 100 Liter die jeweils geltende Kleinverteilerspanne betragen. Die Milch- und Fettmirt- schaftsverbände können mit Zustimmung ber P?eis- bilbungsstellen Ausnahmen von ben Bestimmungen biefer, am 25. September 1939 in Kraft getretene^ Anordnung zulassen. Kriegsgefangene nur durch das Arbeitsamt. Die Kriegsgefangenen werben van den Kriegs- gefangen-Stammlagern, in benen sie einer grünblichen ärztlichen Untersuchung, insbesondere auf Seuchenfreiheit, unterzogen werden, für den Ar- beitseinfatz zur Verfügung gestellt. Bei welchen Arbeiten und in welchen Orten Kriegsgefangene einzu- Im Reichsverkshrsblatt, Ausgabe B, Krastfahr- wefen, Nr. 44 vom 21. September hat der Reichsverkehrsminister einen Erlaß veröffentlicht, der bestimmt, daß alle Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, deren Weiterbenutzung nach der Verordnung vom 6. September 1939 gestattet ist und die durch einen roten Winkel am Nummernschild gekennzeichnet find, auf Treibgasbetrieb um- zustellen sind. Die Kraftfahrer werden aufhorchen, denn das ist natürlich etwas grundlegend Neues in der gesamten deutschen Kraftverkehrswirtschaft! Aengstliche Gemüter mögen vielleicht glauben, daß diese Maßnahme deswegen ergriffen worden M, weil wir zu wenig Benzin im Lande hätt"r.. Das Gegenteil aber ist der Fall. Diese Maßnahme wäre wohl elwas später auch gekommen, wenn wir nicht in kriegerische Verwicklungen verstrickt worden wären, denn gerade durch unsere stetig steigende Entwicklung der Herstellung synthetischen ^enzins, ein Gebiet, auf dem Deutschland fühlend ist, fallen so große Mengen an Treib - gafer. als Nebenprodukt an, daß es einfach nicht möglich ist, diese großen Mengen nichtflüssiger Kraftstoffe anders in geeigneter Weise auszunutzen. Im übrigen ist das Ausland, auf ben deutschen Erfahrungen aufbauend, auch schon seit langem zur Herstellung synthetischen Benzins übergegangen, obwohl ihm unbeschränkte Einfuhrmöglichkeiten zur Verfügung stehen, und gewinnt neben dem eigentlichen Erzeugnis Benzin ebenfalls noch große Mengen von Treibgafen. Je mehr Deutschland seine Benzinfabriken entwickelt, um so größer wird naturgemäß auch ber Anfall ber bei ber Herstellung mitgewonnenen Treib - gase, in erster Linie Propan und Butan, sein. Diese Gase, die sich hervorragend zum Antrieb von Verbrennungsmotoren eignen, sollen nun zum Betrieb der in Privathänden laufenden Kraftwagen mit herangezogen werden. Weiterhin wird man auch das sogenannte Generatorgas in größerem Maße zum Antrieb von schweren Kraftwagen und Zugmaschinen verwenden. Generatorgas wird bekanntlich in einem ofenähniichen Apparat, ber am Kraftwagen mitgeführt wird, dadurch erzeugt, baß man Kohle, Holzkohle, Holz, Torf, Koks und bergt, in ihm zum Schwelen bringt, wobei die Zugluft durch den Ansaugsttom des Motors entstcht, und diese Schwelgase werden dann, nachdem sie einen Filter passiert haben, dem Motor als Antriebskraftstoft zugeführt. setzen sind, muß unter Berücksichtigung der allgemeinen Arbeitseinsatzlage und ber besonderen Erfordernisse ber Kriegswirtschaft entschieden werben. Deshalb ist der Arbeitseinsatz ber Kriegsgefangenen ben Arbeitsämtern übertragen worden, die mit ben Kriegsgefangen-Stammlagern eng Zusammenarbeiten. Betriebe, die Kriegsgefangene beschäftigen wollen und über geeignete Unterkünfte verfügen, müssen ihre Anforderung an ihr zuständiges Arbeitsamt richten. Anforderungen bei anberen Stellen sind zwecklos und bedeuten lediglich eine Verzögerung in ber Zuweisung von Kriegsgefangenen. Mit Rücksicht auf die besondere ernährungswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Kriegszeiten werben Kriegsgefangene in erster Linie ber Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Der Kräftebedarf ber Lanbwirtfchaft ist im Hinblick auf bie Hackfruchternte besonders groß und muß zunächst voll befriedigt werden. Gewerblichen Betrieben können Kriegsgefangene erst zugewiesen werden, nachdem der Bedarf ber Landwirtschaft gebeckt ist. Entsprechende Anforderungen werben von bem für ben Betrieb zuständigen Arbeitsamt schon jetzt entgegengenommen. Die ersten Nachtfröste. LPD. Die recht herbstlich gewordene Witterung bringt schon sehr kühle Nächte. So werben aus bem Vogelsberg die ersten Fröste gemeldet, benn das Thermometer hat auf ben Höhen in ben letzten Nächten ben Nullpunkt unterschritten, und am Morgen lag auf ben Wiesen eine biete Reifschicht. Im Taunus sind die Temperaturen noch nicht so stark zurückgegangen, immerhin sinb auch dort Die Nächte mit einem Minimum von plus 2,2 Grad auf dem Kleinen Feldberg für die Jahreszeit reichlich kühl. Dys kalte Wetter hat übrigens dazu beige tragen, daß die Natur rascher als in anderen Jahren herbstlich geworden ist. Dor allem hat ber Laubfall schon erblich stärker eingesetzt. ♦ . ** D)gchenmarktbeginn um 8 Uhr. Nach einer Bekanntmachung des' Oberbürgermeisters beginnen ad Dienstag, 3. Oktober, die'Wochenmärkte jeweils et[t um 8 Ühr. Der große wirtschaftliche Dorteil aller Treibgafe, seien es Flaschengase — so genannt, weil sie in Stahlftaschen aufbewahrt werden —, oder seien es Generatorgase, besteht darin, daß sie eine erhebliche Steuervergünstigung mit sich bringen. Dazu kommt die Wirtschaftlichkeit im Betrieb, die sich durchschnittlich mit 30 v. H. Ersparnis auswirkt, je nach ber Fahrweise. Der technische Vorteil besteht darin, daß es im Motorin ne rn keine Oelverdünnung (beim Vergasermotor hervorgerufen du_.h I enziuzutritt zum Ori) mehr ^giiht, W zu schnellem Verschleiß von Kolben uno Lagern führen kann, und daß die Rußbildung wegbleibt. Der Treib gas antrieb hat also sowohl für den Besitzer von Lastwagen, als für den Besitzer eines Personenwagens eine Reihe wirtschaftlicher und technischer Vorteile. Für den Treib gasbetrieb gibt es bereits seit langer Zeit gutentwickelte Apparate, die von der Industrie serienmäßig hergestellt werden. Die großen Generatoranlagen für Holz, Kohle, Torf-Schwel- gas sind wegen Raumbedarfs natürlich nur bei Lastfahrzeugen und Omnibussen zu verwenden. Anders steht es mit den Flaschengasanlagen. Diese Gase werden in Stahlftaschen geliefert, die wir in ihrer grauen Färbung schon überall an Lastwagen gesehen haben. Für Personenwagen wird man natürlich kleinere Flaschen entwickeln, die sich an geeigneter Stelle am ober im Wagen unterbringen lassen. Diese Gase werben durch einen Regler von ihrer Speicherspannung auf atmosphärischen Druck heruntergespannt, durch eine sinnreiche Vorrichtung, die am Auspuffrohr des Motors befestigt wird, vorgewärmt, denn durch die Entspannung der Gase entwickelt sich Kälte, und dann über den Vergaser dem Motor mit Luft gemischt zugeführt. Die Anlagen sind von außen in keiner Weise am Fahrzeug erkennbar, nur bei Lastwagen wird man die wegen ihres größeren Kraftstoffvorrätes größeren und daher außen angebrachten Stahlftaschen wahrnehmen. „Getankt" wird, indem man an der Tankstelle einfach die Flaschen wechselt. Gastankstellen, in denen man ruck-zuck tanken kann, indem man die Dorratsflaschen am Fahrzeug beläßt, sind ebenfalls bereits entwickelt. Der Einbau der Apparate macht sich in kurzer Zeit durch die große Wirfchaftichkeit und Betriebssicherheit wieder bezahlt! Or. ** Hochschulper ten außerordentlichen Darmstadt, früher an ber Universität Gießen, würbe unter Ernennung zum außerordentlichen Professor in ber Abteilung für Mathematik und Naturwissenschaften der Technischen Hochschule Darmstadt der dortige Lehrstuhl für Zoologie übertragen. ** D i e geistesgestörten Ausreißer in Kassel aufgegriffen. Die in der Nacht zum Sonntag, wie von uns berichtet, aus ber Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen entwichenen Geisteskranken Anna Dietrich und Käthe Zahn, die, wie wir gestern ergänzend meldeten, am Sonntagvormittag in Lollar gesehen worben waren, sinb mittlerweile in Kassel aufgegriffen worben. Allem Anschein nach haben bie' beiben Ausreißer unterwegs Gelegenheit gefunben, mit einer günstigen Fahrgelegenheit bis nach Kassel zu gelangen. Nunmehr werben bie beiben von Kassel nach ber hiesigen Verwahrungsanstalt zurückgebracht. ** Zusammenstoß zwischen Auto und Radfahrerin. Am gestrigen Dienstagmittag ereignete sich auf de^Licher Straße in ber Nähe ber Verdun-Kaserne ein Zusammenstoß zwischen einem von Gießen kommenden Personenauto und einer Radfahrerin. Dabei würbe die Radlerin erheblich am Kopfe verletzt, sodaß sie vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zu geführt werden mußte. ** Leichtfertiges Spiel mit einer Schußwaffe. Am Samstagabend hantierten mehrere junge Leute in der Nähe des Güterbahnhofs in leichtfertiger Weife mit einer Schußwaffe, aus der sich unvermutet ein Schuß entlud. Das Geschoß traf einen ber jungen Menschen, ber 18 Jahre alt ist, ber mit einem Steckschuß im linken Unterschenkel von seinen Gefährten nach der Klinik gebracht wurde. Hier machten sie allerlei faule Ausreden und versuchten, einen Ueberfall oder dergleichen vorzutäuschen, um damit ihr leichtfertiges Treiben und den unerlaubten Besitz der Schußwaffe zu vertuschen. Sie hatten damit aber kein Glück, denn die Polizei deckte bei ber Untersuchung den ganzen Schwindel auf. Landkreis Gießen. ch Watzenborn-Steinberg, 25. Sept, Gestern würbe ber ölte ft e Einwohner von Wa tz e nb orn - St ei nberg, ber 90j ihrige Johannes Schäfer, Gießener Straße, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte ein arbeitsreiches Leben hin.-, ter sich. Bis vor kurzem war er noch in ber LanL« wirtschaft tätig. Außer einer großen Trauerge« meinbe gab ihm noch ber Männergesangverein „Eintracht", besten ältester noch lebender Mitgrün. der er war, sowie die Kriegerkameradschaft bas letzte Geleit. Johannes Schäfer war Altveteran G. A.-Spori. Sport in der Wehrmacht. Handball: Tv. Londorf I — Wehrmacht 13:2 (7:1). Nachdem schon bas Vorspiel am vorletzten Sonn, tag mit einem hohen Sieg ber Lonborfer endete, mußten auch diesmal bie Hanbballer ber Wehr- macht ben Sieg in einem fairen und ritterlichen Spiel den besser eingespielten Einheimischen über, lassen. Fußball: Tv. Londorf I — Wehrmacht 5:2 (2:1). In diesem Spiel war der Kampf ausgeglichener. Man sah auf ber Seite ber Solbaten einige gute Ein» zelspieler hervorragen, aüerbings mußten sich auch hier die Soldaten nach einem schönen Spiel ber stärkeren Mannschaft ber Londorf er, die durch einige Nachwuchsspieler gut ergänzt war, beugen. Tv. Londorf 1. Jgd. — Lollar 1. 3gb. 1:4 (1:2). Die körperlich stärkere Mannschaft aus Lollar zeigte bas reifere Spiel und siegte auch verdient. Höhenrekorh im Wafferfluazeua. Der italienische Oberst di THauro erreichte 13 554 m. Nachdem vor Jahresfrist ber Italiener Pecci mit einem Caproni-Lanbftugzeug mit 17 083 m einen Höhenrekvrd aufgestellt hatte, brachte jetzt Oberst di Mauro auch ben Höhenrekord für Wasserflug« zeuge in den Besitz Italiens. Di Mauro erreichte 13 554 m uniy übertraf damit ben zehn Jahre alten Klassenrekord des Amerikaners Lt. Soucek von 11 753 m um nahezu 2000 m. Der Rekordflug nahm eine Zeit von zwei Stunden in Anspruch. Kurze (^portnofüen Italienischer Tennismeister wurde in Mailand wiederum der junge Canepele. Die Frauenmeisterschaft siel an Frl. Manzutto. Schwebens Leichtathleten siegten im Osloer Länderkampf gegen Norwegen mit 118:85 Punkten. Im Stabhochsprung schlug ber Norweger Erling Kaas mit 4,27 Meter den Europarekord seines Landsmannes Charles Hoff. Ein neuer Schwimm - Weltrekord wurde ^wieder In Holland ausgestellt. Die junge Cor Kint schwamm 100-Meter-Rücken in 1:10,9 Minuten! Finnland und Lettland trugen in Hel. sinki einen Fußball-Länderkampf aus, den die Letten mit 3:0 (1:0) gewannen. Brandenburgs Tennisspielerinnen gewannen in Berlin die deutsche Mannschaftsmeisterschaft (Pönsgen-Spiele). In der Schlußrunde bezwangen sie Ostmark mit 2:1. Im Kampf um den dritten Platz behielt Südwest mit 2:1 über Sachsen die Oberhand. Wirtschaft. * Der Antragszugang der öffentlichen Lebensversicherungsan st alten im August. Bei den im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zu- fammengeschlossen'en Anstalten wurden im August 8941 Versicherungen über 27,5 Millionen RM. beantragt. Dieses Ergebnis überfteigt den Zugang im August 1938, in dem 11 807 Versicherungen mit rund 24 Millionen RM. zu verzeichnen waren, in der Antragssumme erheblich. Das bisherige Jahres- ergebnis beläuft sich auf mehr als 462 Millionen RM., gegenüber 227 Millionen RM. in bem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die über 100prozen» tige Steigerung des Antragszuganges ist auf den außerordentlichen Zustrom von'Antragstellern aus bem Handwerkerstand infolge der Pflichtversicherung der Handwerker zurückzuführen. Die Durchschnittssumme der beantragten Versicherungen betrug iit der Grvßlebensversicherung 4533, in der Kleinlebensversicherung 673 RM. Nhein-Mainische Börse. wittagsborse still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 26. Sept. Die Börse wurde ; auch heute von starker Zurückhaltung und dement- ; sprechender Geschäftsstille beherrscht. Kaufaufträge ! fehlten weiterhin fast völlig, da in Anbettacht des bevorstehenden Steuertermins und Quartalsultimos > evtl, verfügbare Mittel vielfach hierfür benötigt werden. Anderseits blieb auch die Verkaufsneigung; klein. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich, es überwogen erneut leichte Rückgänge. IG. Farben gaben etwas mehr, nämlich 1,13 v. H. auf 154,90 nach. DDM. verloren . 1 v. H. auf 162, Rheinmetall 0,65 v. H. auf 109,75, ferner gaben die meisten Bergwerkswerte 0,50 bis 1 v. H. nach. Nach Pause etwas höher lagen BMW. mit 132,50 (131,50), ebenso gewannen Salzdetfurth 1 v. H. auf 162 und Zellstoff Waldhof 0,40 v. H. auf 97,40. Gesfürel mit 127 und Adlerwerke mit 85 lagen behauptet. Am Rentenmarkt hielt die Geschäftsstille ti vollem Umfange an. Reichsaltbesitz bröckelten 0,13 v- H. ab auf 131,90. Im Freiverkehr blieben Korn» munal-Umschuldung mit 93 und Steuergutscheine I mit 97,55 unverändert. Pfandbriefe, Staats- und i Länder- sowie Stadtanleihen notierten unverändert. Frankfurter Liquidationspfandbriefe beide 100,30 vgch 100,50. Jnduftrie-Obligationen gingen überwiegend bis 0,50 v. H. zurück, ferner bröckelten Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 121 (121,40) ab. Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkk. Frankfurt a. M., 26. Sept. Auftriebr Kälber 869 (gegen 678 am 19. 9.), Hämmel und : Schafe 117 (213), Schweine 2220 (1923). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b 55 bis 59 (55 bis 59). c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 30 bis 40 (26 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (50 bis 51), b2) 46 bis 47 (—), c) 44 (35), d) 39 (—). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 34 bis 39 (39), c) 26 bis 32 (—). Schweine a) 61 (61), bl) 60 (60), b2) 59 (59), c) 55 (55), d) 52 (52), Sauen gl) 60 (60). Marktverkauf: Käl« ber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schaft flott. sonalie. Dem nichtbeamte- Dr. Wulf A n k e l in