Mittwoch, 27.5eptembeN939 ür. 226 Erstes Blatt M. Jahrgang fahrt Im mW >r Mitbüil und geifli'1 I begehe mrtseh-. rzte dein erlitt bc> e Senin, che KW die der i! eptembj- gestrig J Weif me ai, dem ein Der bh Sieben in Besuch Ribbentrops in Moskau. Berlin, 26. Sept. (DRV.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop begibt sich auf Einladung der Sowjetregierung am 27. September nach Moskau, um dort mit der Sowjetregierung die sich aus der Beendigung des Feldzuges in Polen ergebenden politischen Fragen zu besprechen. die Dreimeilenzone, sondern eine viel weitergehende erste Derteidigungszone, die Roosevelt sogar unter den Hoheitsgewässern dieses Erdteils verstanden haben will. Genaue Zahlen wollten weder der USA.delegierte, noch Vertreter anderer Länder nennen, da das noch Gegenstand schwieriger Beratungen sei. Immerhin deutete man an, daß beim heutigen Aktionsradius der modernen Militärflugzeuge 5 00 Meilen eine angemessene Sperr grenze seien und alles darunter als „nächste Nähe" bezeichnet werden müsse. Amerika sei Tausende von Meilen vom Kriegsschauplatz entfernt und wolle nicht in den Konflikt verwickelt werden, aber „im weiteren Sinne werde durch diesen neuen Krieg jeder Amerikaner berührt". Amerika habe das Recht, zu verlangen, daß der Kellogg-Pakt eingehalten und die Tragödie eines neuen Krieges nicht auf die Menschheit losgelassen werde, zumal Methoden friedlicher Beilegung von Konflikten zur Verfügung ständen. Die kubanische Delegation schlug neu» trale Zonen sowohl im Atlantik wie im Pazifik vor, innerhalb deren die kriegführenden Staaten nichts unternehmen dürften, was den inter- amerikanischen Handel stören oder die panamerikanische Neutralität verletzen würde. Wie verlautet, soll in beiden Ozeanen eine imaginäre Linie gezogen werden, die auf den Landgrenzen einschließlich der Inseln, wie Hawaii usw., basiert und ein Gebiet abgrenzt, innerhalb dessen amerikanische Schiffe ungestört verkehren können. Die Linie wird also je nach Grenzlage zwischen 50 und 500 Seemeilen schwanken, jedoch ist hierüber noch keine Einigung erfolgt. Der mexikanische Außenmini st er schloß sich den kubanischen Ausführungen an und bezeichnete die kontinentale Solidarität und strikte Neutralität gegenüber allen Kriegführenden als Hauptziel. jrige em W ien Seinn ! mußte ö liebes Leben geführt haben, nun auch durch Schuld Englands so spürbar mit in den Strudel Ereignisse hereingerissen ist. Auch Holland verärgert. Gefahr der englischen Treibminen. at chb'j, er 6tab| 5 Grnty 'Den. H it auf m Jfe eint! 1 °lso a wen im I M $ dirl.1 I heilt, d" I" il. der m y-N > k !r.A, iw bi, !« H ’M b,s 'xit und -- K F' b-ii» '!'!«» «Hl,?, hat.- snian^ entli^ Lrschetni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-bezugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Amsterdam, 26. Sept. (Europapreß). Die Anzahl der englischen Treibminen an der niederländischen Küste nimmt täglich zu, obwohl seit Ausbruch des Krieges noch kein Sturm gewesen ist. Täglich merken in Pmuiden neu gesichtete und unschädlich gemachte Minen gemeldet. Wie die Lage für die Schiffahrt und Fischerei werden soll, wenn erst Sturmwetter eintritt, ist nicht zu übersehen. Die zweite große Gefahr für die holländische Schiff- ' ' ist die Konterbande-Untersuchung Go sieht Englands Dank aus. Belgischer Dampfer nach Bettung britischer Besatzung zwei Wochen in den OownS festgehalten. Reutralien unter Englands Kriegsfuchtel. Oänemark hat Benzin- und Kohlenmangel. — Ruhiges Berlin — aufgeregtes Kopenhagen. — England liefert nicht: Deutschland liefert. men neix> iu werte Warn ff nd Se s. wi« ich P laltung v°- Zie chnier ite । herrl'-d turzer ßj Urners h° h nun te In Moskau Hal die Rachrichl den stärksten Eindruck hervorgerufen. Der Besuch wird als ein neuer Beweis dafür angesehen, daß die deutsch-sowjet- russische Zusammenarbeit die unerschütterliche Grundlage für die zukünftige Reuordnung Osteuropas darstellt. Oer sowsetrussische Vormarsch auf die Nemarkationslinie. M o s ka u , 26. September. (DNB) Der General' stab der Roten Armee veröffentlicht folgendes Kommunique über die Operationen in Polen am 25. September: Im Verlaufe des 25. September haben die Truppen der Roten Armee in Fortsetzung ihres Vormarsches auf die Demarkationslinie die Städte Suwa 1 ki und G o n i o n d s besetzt und die Linie Suwalki—Gonionds—Surash—Ionow (30 km südwestlich von Brest-Litowsk) —Opalin—Dubenka (beide Prunkte am Bug, 24 bis 30 km südwestlich bzw. südöstlich von Holm) —Komarow—Lawrrko (15 km südöstlich von Rawa—Rufka) —Podgajt- schiki (25 km nordwestlich von Sambor) —llnfti« tytsche (10 km nordwestlich von Drohobytsch) —Rybnik (40 km westlich von Stryj) —Kosiow (50 km südwestlich von Stryj) erreicht. Im west- lichen Weißrußland und in der Westu'kraine werden die Operationen zur Säuberung von den Resten der polnischen Truppen fortgesetzt. Der russische Heeresbericht vom Dienstag. Moskau, 27. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Moskauer Rundfunk verbreitet den Heeresbericht des Generalstabs der Roten Armee über die Operationen in Polen vom 26. September. Die Truppen der Roten Armee, heißt es darin, hätten ihren Vormarsch auf die Demarkationslinie im Laufe des 26. September weiter fortgesetzt und dabei die Orte Ossowiec, Chelrn, Samostse, Rawa Ruska, Samhor und Turka besetzt. Bei der Liquidierung der Reste des polnischen Heeres in den besetzten Gebieten wurden insgesamt 3 0 0 0 0 Gefangene gemocht, davon allein 25 000 im Abschnitt von Brest- Litowsk. Hervorragender Anteil der Lustwaffe an den Erfolgen bei Aotenhafen. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Wie das Oberkom- mando der Kriegsmarine mitteilt, haben sich bei den Kämpfen um Gotenhafen und die Oexhöfter Kämpe Sturzkampf- und Aufklärungsstaffeln besonders ausgezeichnet. Wie sich jetzt herausgestellt hat, haben die Angriffe dieses Staffeln nicht nur zur Vernichtung von Truppen, Waffen und Material, sondern insbesondere zur Brechung des Kampfgeistes der sich dort hartnäckig verteidigenden pol' Nischen Verbände wesentlich beigetragen. Damit kommt diesen Fliegerverbänden ein hervorragender Anteil an den Erfolgen bei Gotenhafen und Oexhöfter Kämpe zu. Der Lohntag der letzten Woche war ein schwarzer Tag für viele Arbeitnehmer. In vielen Erwerbszweigen mußten umfangreiche 6 n Haffungen vorgenommen werden. Und alle fürchten, daß es noch schlimmer kommt und vor allem, daß dieser Zustand recht lange dauern kann. Man ist sehr vorsichtig, man will möglichst wenig über den Krieg reden und tut es doch trotz aller Ermahnungen. Ich sah bei einem Fri eur ein Plakat hängen, das dazu aufforderte, still zu fein, man wünsche keine politi chen Diskussionen. Schade, daß das schöne Dänemark, in dem die Menschen ein so glückliches und ftied- Lnnahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag« Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Testanzeigen von 70mm Breit« 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.2b0/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Steilem, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpft Mengenabschlüsse Staffel B Panama, 27. Sept. (DNB.) Die Beratungen der panamerikanischen .Chefdelegierten verlaufen harmonisch. Das Gefühl, daß man aus dem Weltkriege 1914/18 lernen und rechtzeitig Vorkehrungen für die Aufrechterhaltung des Außenhandels treffen müsse, ist offenbar allgemein vorhanden. Daher sind die Ausführungen des nordamerikanischen Unterstaatssekretärs .Welles beifällig ausgenommen worden der seine Vorschläge sehr vorsichtig formulierte, den Ausdruck Monroe-Doktrin sorgfältig vermied'und diese Vorschläge wiederholt als „rem temporär" bezeichnete, d. h. für die Dauer der durch den Krieg bedingten Ausnahmeperiode befristete. Es handelt sich um die Freihaltung der Territorialgewässer des ganzen Erdteiles von kriegerischen Operationen, dem Einsatz der nordamerita- nischen Handelsmarine zur Aufrechterhaltung und Verstärkung des Verkehrs zwischen Nord-, Sud- und Mittelamerika, Finanzhilfe in Sud- und Mittel- amerita zur Ueberbrütfung der Absatzknse sowie zur Entwicklung der Produktion m den ibero-amerika- nischen Ländern. Welles entwickelte seine Vorschläge aus taktischen Gründen mit freundlichen Worten über die nordamerikamsche Hilfsbereitschaft auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet und mit der Hoffnung, daß es diesem Erdteil gelingen möchte den normalen Handelsverkehr mit anderen neutralen Ländern in Friedenswaren °ufrechtzuer- halten. Er sprach dagegen nicht von dem Recht der panamerikanischen Staaten auf den Handel mit krieaführenden Ländern. Gespannt erwartete man seine Ankündigung der Knegssperre um ganz Amerika Diese formulierte er dahingehend, die 21 °merikamschen Republiken müßten erklären daß sie die Sicherheit ihrer Bürger oder ihrer legitimen Handelsrechte nicht durch „kriegerische Operationen in nächster Nähe (close prdximity) der Küsten der Neuen Welt gefährden lassen werden. Wie nian erfahrt versteht die USA.-Regierung unter „nächster Nahe nicht 80. 1,27.6p 1 heilig begehe?. :anb heul! zen. As Steinbff rtrag. $ii lerfteiger«! ebenfck 1 ige Ehe- lomberl' fall eini Kopfe |ö' iätsbereit1 gen Midi cht- Das Haus des Danziger Generalkommandos der Wehrmacht zurückgegeben. Danzig, 26. Sept. (DNB.) 3m Rohmen einer schlichten Feier fand die Uebergabe des Hau- s e s des Generalkommandos durch Gauleiter Forster an den Militärbefehlshaber Danzig- Westpreußen, General der Artillerie H e i tz , statt. Das Haus, in dem auch Generalfeldmarscholl von Mackensen seine Diensträume hatte, wurde aiff Grund der Versailler Zwangsbestimmungen zur einen Hälfte den Danzigern und zur anderen Hälfte dem polnischen Staat zugesprochen. Nachdem vor 20 Jahren das Hous von dem Oberkommandierenden der alliierten Besatzungstruppen, dem englischen General H a k i n g bezogen worden war, haben hier die Kommissare der Genfer Liga gewohnt. Heute ist dieses Haus seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt worden: Sitz des Repräsentanten der deutschen Armee im deutschen Danzig zu sein. Nachdem Der Kampf um Danzig abgeschlossen worden ist, ziehen die Truppen der Gruppe Eberhordt, die im nördlichen Gebiet des ehemaligen Korridors fochten, in die Stadt ein. Am Dienstagnachmittag marschierten auf dem Langen Markt ein Infanterieregiment, eine Artillerieabteilung und die ^-Heimwehr Danzig am Militärbefehlshaber Danzig-Weftpreußen vorbei. Die Neutralität des amerikanischen Kontinents Oie panamerikanische Konferenz prüft Vorschläge zum Schutz des interamerikanischen Handels. Ilnisch-jüdisches Amerikanisch spricht und sichtlich ileichtert aufatmet, als er auf der Fähre dänischen 5: oben betreten hat. Als Gepäck hat er ein zer- rautschtes Packpapierpaket njit Bindfaden um- .ickelt unter dem Arm, behauptete aber dem däni- hen Paßbeamten gegenüber frech, im Hotel Angleterre, einem der teuersten Hotels Kopen- agens wohnen zu wollen. Wohltuend die Ruhe und brrektheit der deutschen und dänischen Grenzbe- rr.ten diesem Hgufen mehr oder weniger aufge- ,gter Menschen gegenüber. Langsam gleitet die Fähre aus dem Fährbett. Es äst ungemütlich aus Nordosten, Richtung verend her, wo die großen Minenfelder lie- Die Leute sehen sich an und sprechen von los- uiffenen Minen, die in der fabbligen See nicht zu chen seien, aber vergessen dann ihre ihnen sehr 'teressante Fünfminutenangst schnell bei dem livischen Kold Bord und anderen kulinarischen Ge° ^Als wir uns dann nach der Fahrt durch Falster mb Seeland Kopenhagen nähern, muß ich hran denken, daß mir in Berlin ein dänischer freund, der vor einigen Tagen in Kopenhagen genesen war, sagte: Ich bin froh wieder in d e m ruhigen Berlin zu sein, wo man kaum etwas tom Kriege merkt. In Kopenhagen sind mir le Menschen viel zu aufgeregt und ner - lij 5. Kein Wunder bei dem bisherigen Verhalten ter Engländer und ihren dauernden Neutralitäts- rrrletzungen. . Der erste Eindruck von Kopenhagen — viel Mengen sind bei dem schönen Sonntagswetter unterwegs. Man geht auf ©tröget, der engen Hauptver- t hrsstraße Kopenhagens auf dem Fahrdamm, t eil f o wenig Autos fahren. Die wenigen Wagen, die noch fahren dürfen, haben an der Wind- tzutzfcheibe ein auffälliges rundes Plakat. Auf dem Rathausplatz an der Fassade der großen Tageszeitung „Berlingske Tidende" hängt eine Luröpafarte im Riesenformat mit Markierungen des deutschen Vormarsches in Solen. Darunter große Tafeln mit den letzten Telegrammen. Viele Menschen mit hochgereckten Zupfen, viele Menschen, die zusammenstehen und fr sf utieren. Es ist ein eigenartiges Gefühl, als deutscher zwischen diesen Ausländern zu stehen enb zu hören, was sie über uns sagen. D i e „armen" Polen, wie die von den Engländern betrogen sind, ist das, was man im- Tter wieder hört. Und dann gibt es ganz besonders luge Leute, Kannengießer nennt man sie hier, die tnem andächtig laufchenden und ob soviel Klugheit daß erstaunten Häuflein Menschen ganz genau e klären, wie die Polen es eigentlich hätten machen müssen, um nicht gar so schnell in fal- eine Reise nach Kopenhagen. Inierpreß Copyright. Schon an der Grenzstation Warnemünde W das Bild ganz anders als sonst. Diel weniger 'anen, kaum Deutsche, die der Weg geschäftlich rach dem Norden führt. Dafür stehen hier heute ci f.e möglichen Nationalitäten, die ttan früher kaum an dieser Stelle Deutschlands grenzen überschreiten sah. Neben mir stehen Chi- rfen, Südamerikaner, Leute aus den Randstaaten inb Amerikaner, darunter einer, der ein herrliches 0* neiguti, m ber^ uni \* <8* und n 'N |f' , AI" nend en englischen P e t ro l e u m d a m p f e r „Regent Tigre", der von einem deutschen U-Boot torpediert worben war, zwei Rettungsboote, in denen sich die Mannschaft des englischen Dampfers befanb. Alle Insassen, 44 Personen, wurden an Bord ge - nommen. Am 9. September erhielt das belgische Schiff von den englischen Behörden die Anweisung, sich zu den „D 0 w n e s" zwischen Dover und Ramsgate ZU begeben. Die Engländer erhielten die Erlaubnis, an Land zu gehen, die Belgier wurden dagegen auf dem Schiff fest geh alten. Während zweier Wochen waren sie von der Umwelt völlig abgeschnitten. Es wurde ihnen verboten, Post aufzugeben oder zu empfangen. Telefongespräche durften nicht geführt wer- den' und selbst die Rundfunkgeräte durften nicht in Betrieb genommen werden. Bei der Freigabe des Schiffes zur Rückfahrt nach Antwerpen ist den Insassen nach verboten worden, über ihre Erlebnisse etwas auszusagen. Insgesamt, so berichtet der Passagier weiter, würden augenblicklich etwa s e ch - zi'a Schiffe aller Nationen in Dover fest gehalten. durch die britischen Behörden. Die Verzögerungen sind so stark, daß alle Fahrpläne der Holland- Amerika-Linie über den Haufen geworfen finb. Die Gesellschaft meldet viele Schiffe als stark überfällig, so z. B. den Dampfer „Bilderdijk", der schon am 25. August aus Neuyork abgefahren ist. Die „Boschdijk" ist jetzt mit rund achtzehn Tagen Verspätung in Rotterdam angekommen. Toller englischer Schwindel. Gesprengte chilenische Kathedrale als „Opfer der deutschen Luftwaffe in Warschau". Rio de Janeiro, 26. September. (DNB.) Der deutsche Geschäftsträger in Rio de Janeiro, Botschaftsrat von Levetzow, erhob heute bei der brasilianischen Regieruna darüber Vorstellungen, daß die brasilianische Presse und öffentliche Meinung durch ausländische, deutschfeindliche Kräfte i n unerhörter Weise belogen werde. 2In- laß dazu gab, daß das große Abendblatt „O Globo- am 23. September eine Dilderserie über die angebliche Z e r ft ö r u n g „e in e r der schön ft e n Kirchen Warschaus" durch Bombenabwürfe der deutschen Luftwaffe veröfftnUichte. Diese Bit- derserie ist ein Abdruck aus der n0rhamerifanischen Wochenzeitschrift „Li'fe" vom 10. April 1939, Seite 88. Sie stellt die Sprengung der Kathedrale öon Concepcion in .Chile dar, die durch das Erdbeben beschädigt war und deshalb gesprengt werden mußte. Die gleiche Bilderserie wurde auch in der „Berliner Illustrierten" Nr. 19, Seite 778 und in der „Woche" Heft 11 vom 15. März 1939 veröffentlicht. Brüssel, 26. Sept. (Eropapreß). Die oftiziöse Agentur Belga veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt, entgegen den Gerüchten, die behauptet hätten, das belgische Schiss „Albertville" sei in Antwerpen eingelaufen, feS die Compagnie Maritime Beige bis jetzt noch ohne jede Nachricht über den Verbleib des Schiffes. Sie wisse bis jetzt noch nicht, wann eine Aussicht dafür bestehe, daß das Schiff nach Antwerpen zurückkehre. In der belgischen Oeffentlichkeit hat diese Meldung Erregung hervorgerufev. In den Blättern findet man Schlagzeilen wie „Zahlreiche belgische Schiffe sind in England blockiert" und „Der ,Iean Jadot< wurde vierzehnTage fe st gehalten, nachdem er 44 englische Schiffbrüchige gerettet hatte". Der „Soir" veröffentlicht eine Schilderung, die ein Fahrgast des „Jean Jabot" nach der Ankunft in Antwerpen gegeben hat. Das belgische Frachtschiff, das am 30. August mit einer Weizen- labung und zwölf Fahrgästen Neuyork verlassen ha^tte,'hörte am 7. September geaen Mittag einen 5 08-Rus. Das Schiff begab sich sofort zu der angegebenen Stelle, von der aus der Hilferuf ertönt war. Man -sah eine riesige Rauchwolke am Horizont und traf bei dem bren - r)er Richtung zu laufen. Als ich abends aus der Hoteltür trete, und die beleuchteten Straßen sehe, kommt mir das ginz unwahrscheinlich und ungewohnt vor. Es ist Ach eigenartig, wie sehr man ein Gewohnheitstier ist, wie schnell man sich daran gewöhnt hat, burch dunkle Äraßen zu gehen und aufzupassen, baß man den lieben Nächsten nicht umrennt. Die i traßen, die mir so besonders hell Vorkommen, sind hbei nur spärlich beleuchtet, nur jede bitte Lampe ist angezündet und das grelle Licht i*r Leuchtreklamen, das sonst das kraßem t lb des nächtlichen Kopenhagens beherrscht, fehlt ?anz. In den Restaurants, bei Wiwex, das ae- vlvhnte Bild. In den Hafenkneipen Nyhavns aber bfonbers reger Betrieb, betrunkene Matrosen, be- tunkene Hafendirnen: die hohe r * £ 9 6 5 feuer, für die so mancher Seemann sein Leben r?rkauft, muß doch wieder unter die Leute form r en. Man tanzt hier, wenn man die nötige Be- t'unkenheit erreicht hat — nüchtern kann man so ras wohl kaum — den neuesten englischen Tanz, Ci ott, wie smart ist der! Boomps a daisy heißt er, Van klatscht mit den Händen gegeneinander, dann M die Knie und dann stoßt man, Männlein und Neid lein, mit dem hinteren Teil gegeneinander, — t tsächlich ich würde es auch nicht glauben, hatte ich $5 nicht selbst gesehen. . Dänen, mit denen man ins Gespräch kommt, sind k'nst, sehr ernst. Man ist entsetzt über den r^rbrecherischen Leichtsinn Englands in der Esbjerg- Mfäre,.man ist entsetzt Darüber, wie verbrecherisch leichtsinnig England die Polen in den Krieg gehetzt fnt und man ist entsetzt über den Wortbruch Cng: l nds, das Polen in keiner Weise geholfen hat. E3an stellt fest, daß man aus England feine Rettungen und faum noch Waren bekom- r en kann und wenn, bann nur unregelmäßig und rit viel Verspätung. Dagegen, ist man sehr t-efriebigt darüber, wie prompt und schnell rnd in jedem gewünschten Umfang Deutschland feine Waren liefert. Man ist empört über 1 e englischen Blockademaßnahmen, die schon heute in einer verschärften Arbeitslosigkeit geführt haben. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühlsche Univerfilätzdruckerei R. Lange in Sieben. Schristlettung und Geschäftsstelle: Lchulftraße 7 Der Kampf um das AeutralMsgesetz in WA. Washington, 26. Sept. (Europapreß). Die über das Wochenende ausgearbeitete Vorlage $ur Abänderung der nordamerikanischen Neutralitäts- Gesetzgebung ging dem außenpolitischen Ausschuß des Senats au. Die Vorlage entspricht im großen und ganzen den von Roosevelt in seiner Rede umrissenen Wünschen. Sie enchält daneben aber mehrere Klauseln, die das Bestreben zeigen, der Opposition entgegenzukommen. Hierzu gehört in erster Linie die Beschneidung der Autorität des Präsidenten, das Inkrafttreten des peuen Neutralitätsgesetzes aus eigener Machtvollkommenheit zu proklamieren. Die Vorlage sieht ausdrücklich die Zustimmung des Kongresses zu einer Neutralitätsproklamation vor. Die Hauptpunkte der Vorlage sind: 1. Widerruf des Waffenausfuhrverbots. 2. Einführung der „cask-anci-carry^-Klausel für sämtliche Exporte nach kriegführenden Ländern, wobei jedoch ein neunzigtägiger Kredit als Barzahlung im Sinne des Gesetzes gelten soll. 3. Verbot für alle USA.-Schiffe, Güter irgendwelcher Art nach den kriegführenden Ländern zu befördern oder Kriegszonen zu durchfahren. 4. Ermächtigung für den Präsidenten zur Festsetzung dieser Kriegszonen. 5. Verhängung von Geldstrafen dis zu 50 000 Dollar und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren für Reeder und Kapitäne von USA.-Schiffen, die Güter für Kriegführende befördern. 6. Beibehaltung und Erweiterung des Kontroll- Ausschusses für Kriegsmaterial. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß sich die Aussprache lange Hinsehen wird, weil die Isolationisten ständig an Boden gewinnen, wenn sie auch noch in der Minderheit sind. Die alte Walze. Chamberlain und Churchill im Unterhaus. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Einmal in der Woche muß Chamberlain im Unterhaus Erklärungen zur Kriegslage abgeben. Da er Dinge, die für englische Ohren erfreulich zu hören sind, nicht berichten kann, dreht er immer wieder die alte Walze von der „Bedrohung der Welt durch die deutschen Angriffe", denen man für immer ein Ende machen müsse, und ähnliche seit 25 Jahren verschlissene Phrasen. Interessanter ist, daß er am Dienstag feststellte, von dem Blockademini st e- rium, das die Wirtschaftsstruktur Deutschlands in Unordnung bringen solle, könne man keine schnellen Erfolge erwarten, da Deutschland bereits große Vorräte von Roh st offen besitze. Die Empörung der Neutralen über die englische Konterbande-Erklärung versuchte er durch die nichtssagende Bemerkung zu mindern, man werde die Prozudur der Konterbandekontrolle noch weiter vereinfachen". Mit Bezug auf die englisch- französische Besprechung vom 22. September beschränkt der britische Ministerpräsident sich auf die Wiederholung der bereits im Kommunique mit den üblichen Worten bestätigten „völligen Ueberein st immun g". Die Polen, die von England keinerlei wirkliche Hilfe erhalten haben, mußten sich wieder mit der Anerkennung der Verteidiger von Warschau begnügen, die nach dem Zu- sammenbruck) des polnischen Staates nur noch für englische Interessen weiterkämpfen. Zum Tode Calinescus sprach Chamberlain heuchlerisch dem rumänischen Volte seine Teilnahme aus. Nach Chamberlain gaben noch einige Minister des Kriegskabinetts Erklärungen ab, so z. B. Churchill, der bekanntgab, daß englische Handelsschiffe jetzt mit Waffen ausae stattet seien. Das englische Begleitsckiffsystem sei zwar bereits in vollem Gange, doch sei noch „ein gewisses Risiko" vorhanden, und die Verluste feien noch verhältnismäßig groß. Deshalb müsse auch die Hochseeflotte und die Luftflotte zur Hilfe herangezogen werden. Churchill fügte hinzu, die Erreichung der absoluten Sicherheit sei unmöglich. Der jüdische Kriegsminister Hoare-Belisha beantwortete eine Frage nach englischen Heeresberichten damit, daß sie erst ausgegeben werden konnten, wenn das britische Expeditionskorps in den Kampf eingegriffen hätte. Enttäuschung in London. Amsterdam, 26. September. (DNB.) Heber die Stimmung der englischen Bevölkerung schreibt der Londoner Korrespondent des „Nieuwe Rotter- damsche Courant", der Krieg, der jetzt drei Wochen dauere, habe einen völlig anderen Verlau genommen als das englische Publikum erwartet hatte. Die Bevölkerung befinde sich in einer Stimmung nicht begreifenden Erstaunens und überall hört man den Ausspruch: „Dies i st ein merkwürdiger Krieg". Die Engländer wollten nicht begreifen, warum der Krieg nicht ingang komme und fragten sich voll Aergernis, was der Grund für einen derartigen unerwarteten Kriegsverlau fei. Die Unzufriedenheit habe verschiedene Gründe. Erstens habe jeder erwartet, der Krieg werde Mit einem schweren Kampf in der Lust und mit einem Luftbombardement beginnen. Jetzt, wo diese Bombardements ausgeblieben seien, beginne man sich zu fragen, ob es wohl nötig fei, daß ganz England die lähmenden Lasten einer völligen Verdunkelung über sich ergehen lassen müsse. Ferner sei man vielfach der Meinung, daß viel zu viel Leute der zivilen Verteidigung aus den Beinen gehalten würden. Es seien im ganzen zwei Millionen, und bis jetzt hätten diese Verteidiger der Zivilbevölkerung — Luftwächter, Feuerwehrleute und Sonderpolizisten — nichts zu tun gehabt als umherzustehen. Der angenehmen Enttäuschung über das Ausbleiben von Luftangriffen stehe die unangenehme Enttäuschung über den Zusammenbruch Polens, der völlig unerwartet gekommen sei, gegenüber. Niemand in England habe geglaubt, daß Polen bereits in drei Wochen erledigt sein werde. Dies sei daher eine überaus unangenehme Ueberraschung für die Engländer. Man habe in den letzten Monaten vor dem Kriege in England so viel über die „glänzenden Eigenschaften" des polnischen Heeres hören können, daß man auf diese Entwick- lung keineswegs vorbereitet war. In England herrsche daher offene Unzufriedenheit mit dem polnischen Oberbefehl und mit der polnischen Regierung. Lloyd George beschuldige dann aber auch die englische Regierung, die Polen in weit größerem Maße hätte helfen müssen und deren Pflicht es gewesen sei, in Zusammenarbeit mit der französischen Luftwaffe Polen tatkräftig Hilfe zu bieten. Der Korrespondent glaubt, daß Lloyd George hier Unter Einsatz des eigenen Lebens. Amerikaner bewundern die Ritterlichkeit deutscher !l-Boot -Kommandanten. Neuyork, 26. Sept. (DNB.) Die amerikanische Oeffentlichkeit schildert in ehrlicher Bewunderung einen an Selbstverleuaung grenzenden Fall von Ritterlichkeit eines deutschen 0-Bootkommandanten, der am 17. September im Atlantik den britischen Frachter „Kafiristan" versenkte. 29 Heber- lebenbe der „Kafiristan" trafen an Bord des USA.« Dampfers „American Farmer" in Neuyork ein. Laut Aussage des Kapitäns der „Kafiristan", Busby, war der britische Frachter zunächst durch einige Schüsse gewarnt worden. Nachdem der U-Bootkommandant nach Ladung und Kurs ge- raat hatte, wurde die Besatzung aufgefordert, das Schiss zu verlassen, das mit zwei Torpedo- chüssen versenkt wurde. Kapitän Busby fuhr ort: „Der deutsche Kommandant hielt sich durchaus an die internationalen Bestimmungen. Er teilte uns mit, er habe einem USA. -Dampfersignalisiert, der bald eintreffen werde. Falls aber dieser Dampfer nicht komme, werde er die Rettungsboote nach der irischen Küste abschleppen. Der Komman- baut fragte, ob wir genügend Brot und Wasser hätten, sonst würde er etwas abgeben." Als der USA.-Dampfer nach zwei Stunden eintraf und die Schiffbrüchigen in Anwesenheit des deutschen U-Bootes bereits auf, den „American Farmer" übernommen wurden, erschien plötzlich e i n britisches Bombenflugzeug und beschoß das U-Boot mit Maschinengewehren, um dann nach einem Sturzflug ein ober zwei 23 omb en abzuwerfen. Die Passagiere des „American Farmer", die vom oberen Deck aus den Vorgang beobachteten, hatten große Sorge um das Schicksal des U-Bootes. Wie der amerikanische Student Lee berichtet, seien die Passagiere politisch zwar auf Seiten des Bombenfliegers gewesen. Menschlich befürchteten aber viele, daß ,ch i e t a p - f e r e n und höflichen Deutschen bei ihrer Bemühung, der britischen Besatzung zu helfen, ums Leben kommen würden". Die Amerikanerin Perry erklärte, selbst die britische Besatzung in den Rettungsbooten habe das Entweichen des U-Bootes erhofft. „ >. Die New Yorker Staatszeitung führt dazu aus, der ganze Vorfall zeuge von geradezu unver- stündlicher Anständigkeit und Menschlichkeit des deutschen U-Bootkomman- bauten, der aus Sorge um das Schicksal der englischen Besatzung sogar die eigene Sicherheit gefährdete. Für Leute, deren Urteil durch die Propaganda vergiftet sei, könne der Vorgang vielleicht überraschend sein. Diejenigen aber, die Gelegenheit gehabt hätten, deutsche Streitkräfte bei ihren Aktionen schon früher kennen zu lernen, fänden ihre bisherige Auffassung nur bestätigt. Sogar die „New York Times" schreibt, über die Ritterlichkeit und die Fürsorge des deutschen Kommandanten könne nicht gestritten werden. Oer Angriff auf die Festung: in: arschan. Alle deutschen Aufforderungen zu Evakuierung der Zivilbevölkerung ergebnislos geblieben. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Zu dem Dienstags- Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht schreibt der Deutsche Dienst: Das Oberkommando der Wehrmacht, das heute den Vegi nn der Kampfhandlungen gegen Warschau ankündigt, hat zweieinhalb Wochen lang das Aeuherste getan, um die Schrecken des Krieges von der Zivilbevölkerung der Stadt fernzuhalten. Am 8. September waren deutsche Panzertruppen an den Stadtrand von Warschau gelangt. Sie hatten fest- tellen müssen, daß es sich hier nicht um eine offene Stadt handelte, die nach der Niederwerfung des feindlichen Heeres ohne weiteres be° etzt werden konnte. Sie stießen vielmehr a u f eine Festung, die von den Resten der polnischen Armeen, vor allem aber von bewaffneten Zivilisten mit allen Mitteln verteidigt wurde. Tatsächlich hatte die polnische Stadtverwal- tung bereits am 7. September die gesamte Bevölkerung aufgerufen, bei der Verteidigung Warschaus mitzuwirken, die Straßen durch den Bau von Tankfallen unpassierbar zu machen, und sich zum Kampf auf den Barrikaden zu rüsten. Gleichzeitig wurden die Gefängnisse geöffnet, die Pöbelmassen bewaffnet, Abteilungen von Flintenweibern organisiert. Stolz berichtete nach wenigen Tagen der Warschauer Sender, durch den Widerstand der gesamten Zivilbevölkerung sei Warschau gerettet. Die Deutschen hätten sich zurückgezogen. In Wahrheit hatte das deutsche Oberkommando einen b I u t i g e n Dor - postenkampf ohne durchschlagendes militärisches Ergebnis vermieden. Es wußte jetzt, daß die Festung Warschau — wenn es nicht gelang, die polnischen Machthaber von der Nutzlosigkeit und Grausamkeit des Widerstandes zu überzeugen — nur durch einen planmäßigen Aufmarsch bezwungen werden konnte. An Versuchen, den Stadtpräsidenten und den Militärbefehlshaber von Warschau wenigstens zur Evakuierung der Zivilbevölkerung zu veranlassen, hat es nicht gefehlt. Die ganze Welt war Zeuge der immer wieder wiederholten, Aufrufe zu entsprechenden Verhandlungen. Die verantwortlichen Warschauer Stellen wußten, obgleich der Ring um die Festung sich enger und enger zog, die Entsendung eines Parlamentärs zu verhindern. Nur der Abzug der fremden Staatsangehörigen wurde auf die nachdrückliche deutsche Jnittattve schließlich widerstrebend zugelassen. Im übrigen begnügten sich die Warschauer Machthaber damit, den Widerstandsgeist der zivilen und militärischen Kombattanten durch Lügennachrichten über die tatsächliche Lage Polens anzuspornen. Daß die politischen und militärischen Führer des ehemaligen polnischen Staates längst in Rumänien interniert sind, darf in der Hauptstadt niemand wissen. Daß die Stadt nur noch eine kleine letzte Wider st andsinsel bildet, deren Verhalten am Schicksal Polens nichts mehr zu ändern vermag, wird verschwiegen. Die Festung Warschau wird ohne Rücksicht auf die Verluste, die dadurch in der Bevölkerung entstehen, verteidigt. Im Gegenteil: Die Derantwortunaslosig- keit wird soweit getrieben, daß mit den Opfern aus den Rechen der Zivilbevölkerung, die bei einer Belagerung unvermeidlich sind, im Ausland Stimmung gemacht wird, gerade als ob das Blut dieser Einwohner nicht allein auf das Haupt derer käme, die in unsinniger Weise die Millionenstadt Warschau verteidigen, nachdem der polnische Staat aufgehört hat zu existieren. Die englische Stimmungsmache arbeitet dieser Grausamkeit geradeswegs in die Hände, indem sie vom Ufer der Themse durch F u n f • aufrufe den Widerstand noch anspornt. Sie versucht darüber hinaus, vor allem mit dem Begriff der „offenen Stadt" zu operieren. Aber Warschau war nie eine offene Stadt, sondern stets eine F e st u n g, die den Heber- larymnt Zitadelle Nachdem es trotz aller Bemühungen nicht gelang, den polnischen Kommandanten von der Grausamkeit und Nutzlosigkeit eines Widerstandes in Warschau zu überzeugen, wurde mit dem Kampf um die Stadt begonnen. In kühnem Handstreich gelang es den deutschen Truppen, am ersten Tage das- Fort M o k o t o w s k i und anschließend einen Teil der Vorstadt Mokotow zu nehmen. — (Scherl-M.) gang über die Weichsel zu sperren und das polnische Land jenseits des Stromes vor einer Invasion zu schützen hatte. Ob zu Zeiten Karls XII. von Schweden, ob zur russischen Zeit — stets war sie von Befestigung.en umgeben, die im 19. Jahrhundert besonders ausgebaut wurden. Zur Zeit des Weltkrieges war Warschau eine große Lagerfestung, die durch elf Forts auf dem linken und vier weitere auf dem rechten Ufer der Weichsel gedeckt wurde. Diese Werke, die 1915 dem deutschen Ansturm etwa 14 Tage lang widerstanden, sind auch in den 20 Jahren polnischer Herrschaft nicht zerfallen. Sie stellen mit den Haus für Haus befestigten Vorstädten eine Verteidigungskraft dar, die nur ftjftematifcb niedergekämpft werden kann. Mit der Erstürmung von Fort und Vorstadt Mokotow ist in diese gleiche Stellung mit überraschender Schnelligkeit die erste Bresche geschlagen worden, nachdem die Vorbereitungen für die Aufnahme der Kampfhandlungen abgeschlossen waren. einem großen Teil der Engländer aus dem Herzen gesprochen habe. Das Gefühl der Sorge und Enttäuschung sei durch das Auftreten Sowjetrußlands und die Art, in der die englische Regierung darauf reagiert habe, noch erhöht worden. Mussolini habe von dieser Stimmung sehr geschickt Gebrauch gemacht, als er sagte, England habe die moralische Grundlage für den Kamps gegen Deutschland verloren, da es bn-, ruffifrhp 23orneben stillschweigend erfolgen ließ. Die englischen Publizisten, wie z. B. Garvin, seien nun dabei, die Haltung der englischen Regierung vor der Bevölkerung zu entschuldigen, indem sie behaupteten, daß England, falls es sich gegen Rußland wenden sollte, „lediglich den Interessen Deutschlands dienen" würde. USA.-Kriegsschiffe von Kalifornien nach Hawai verlegt. Washington, 27. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Marineministerium beschloß die Verlegung einer ziemlich großen Anzahl von Kriegsschiffen von KaliforniennachHawai. Ein hoher Marine- beamter erklärte, die Verlegung diene der Ausbildung und der Zentralisierung der U8A.-Flotte. Es bestehe fein sonstiger Beweggrund. Der Hauptteil der USA.-Flotte, einschließlich der Flakschiffe, verbleibe an der Pazifik-Küste. In Pearlharbour sind gegenwärtig u. a. 18 Unterseeboote und etwa 75 Pa- trouiüenbomber stationiert. Kleine politische Nachrichten. Generaloberst List hat dem Oberbefehlshaber der slowakischen Armee, Verteidigungsminister General C a t l o s , im Auftrage des Obersten Befehlshabers der deutschen Wehrmacht zum Zeichen der Anerkennung für die hervorragenden Leistungen der slowakischen Armee mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielten die Kommandanten der 1. und der Z.Division, General P u l a n i ch und Oberst I G. M a l a r. ♦ Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Freiherr von Weizsäcker und der Botschafter der UdSSR, in Berlin, A. Schkwarzev, nahmen im Auswärttgen Amt den Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem deutsch - sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 vor. Der Vertrag ist bekanntlich schon mit feiner Unterzeichnung in Kraft getreten. ♦ Der in Moskau weilende türkische Außenmini st erSaracoglu wurde von Ministerpräsident und Außenminister Molotow und später vom Präsidenten des Obersten Sowjets, Kalinin, empfangen. * In Budapest wird die Wiederaufnahme der d i p- somatischen Beziehungen zwischen Ungarn und der Sowjetunion gemeldet. Der Legattonsrat an der ungarischen Gesandtschaft in Warschau, Kristoffy, wurde zum Gesandte« in Moskau ernannt. * Am Dienstagvormittag um 11 Uhr sind durch Vermittlung des Oberkommandos des deutschen Heeres 62 Mitglieder der sowjetrussi. scheu Botschaft aus Warschau befreit worden. * Wie holländische Blätter melden, haben die britischen Behörden in Singapur 30 Deutsche interniert. Die dort lebenden deutschen E m i. granten seien „auf Ehrenwort" (!) freige. lassen worden. ♦ Ein französisches Aufklärungsflugzeug überflog am Samstag um 16.50 Uhr luxemburgisches Hoheitsgebiet, als es von einem Fluge über das deutsche Moselgebiet nach Sierck zurückkehrte. Die Maschine flog in einer Höhe von nur hundert Meter. Derartige Verletzungen der luxemburgischen Neuttalität durch französische Flieger sind schon des öfteren vorgekommen. Der Kommandant der litauischen 21 rme hat eine teilweise Demobilma chu n g der in der letzten Zeit zur Verstärkung des Grenzschutzes einberufenen Reservistenjahrgänge angeordnet, da die politische Lage in Osteuropa durch Die Besetzung Polens durch me deutschen und russischen Streitkräfte und durch die Festsetzung der deutsch-russischen Demarkattonslinie eine wesentliche Entspannung erfahren hat. Der König der Belgier hat seine Inspektionsreise zu den Truppenteilen an den verschiedenen Grenzen fortgesetzt. Er stattete u. a. Garnisonen zwischen Gent und Oudenarde einen unerwarteten Besuch ab. * In Tokio rechnet man mit der Ernennung des bisherigen Präsidenten der sübrnandschurischen Eisenbahnen M a t s u o k a zum Botschafter in Washington. Matsuoka, der 59 Jahre alt ist, studierte in den USA. und schlua anschließend die diplomattsche Laufbahn ein. Als Mitglied der japa, Nischen Delegation war er in Versailles. 1932, als Japan aus der Genfer Liga ausschied, vertrat Matsuoka fein Land,in Gens. 1935 übernahm tt das Amt des Präsidenten der südmandschurischen Eisenbahnen. Der frühere Erbprinz Danilo von Montenegro, ein Bruder der Königin von Italien, ist im Alter von 68 Jahren g e st o r b e n. Er war mit Prinzessin Jutta von Mecklenburg-Strelitz verheiratet gewesen. Weiterführung des Neichsstunentenwerkes. Das Reichsstudentenwerk und seine örtlichen Dienststellen werden den Studierenden auch weiterhin die Benutzung seiner vielfältigen Einrichtungen, wie Förderung, Gesundh?itsdienst und Speisungen ermöglichen. Die Beschränkung der Mittel und die infolge der Schließung der meisten Hochschulen vermehrten Unterstützungsfälle erfordern stärk st e Beachtung der Auslese- grundsätze. Studierende, die bisher in der planmäßigen Forderung standen, und die Mitglieder he? Reichsförderung werden zunächst ohne Rücksicht ans ihr Studienfach weiter gefordert. Studie« rende, die vordem Studienabschluß stehen, können vorerst ohne Rücksicht auf das Studienfach Darlehensförderung erhalten. Studierende, die bishernicht gefördert worden find, uni die infolge der Schließung ihrer Hochschule für das Weiter st udium an einer anderen Hochschule Forderung beantragen müssen, können nur für das medizinische, technische, naturwissenschaftliche, landwirtschaftliche und Lehrer-Stu- dium Forderung erhalten. Heber Volksdeutschenförderung, Stipendienoermittlung, Forderung an den geschlossenen Hochschulen, wo Notexamen ab gehalten werden, geben die örtlichen Studentenwerke Auskunft. Oie Abgabe von Güßwaren. Durch eine Anordnung der Wirtschaftlichen Der einigung der deutschen Süßwarenwirtschaft ist der Verkehr mit Süßwaren für die Zett vom 25. September bis 22. Oktober 1939 geregelt worden. Mit Zustimmung des Reichsernährungsministers wir- d er fügt, daß Tafel- und Blockschokoladen, Riegel- und Rippen schokoladen ober Bruchschokolade vorerst an d i e Verbraucher nicht abgegeben werden dürfen. Das gleiche gilt für Kakao p u I ü e r aller Art, auch mit Zusätzen uni kakaopulverhaltige Mischungen. Alle übrigen Ka- kaofertigerzeugnisse, wie Pralinen, Stückarttkri, Phantasie- und Saisonartikel, dürfen an die Verbraucher abgegeben werden, soweit diese Fertigerzeugnisse sich am 25. September beim Kleinverteiler ober einer sonstigen Verkaufsstelle auf Lager befinden, jedoch nur in kleinen Menge n zur Deckung des gegenwärtigen Bedarfs. Was neueinaeht an Erzeugnissen der ebengenannten Art, darfnichtandie Verbraucher abgegeben werden mit Ausnahme bestimmter Phantasieartikel und figürlicher Artikel. Dagegen dürfen Zuckerwaren aller Art in kleinen Mengen zur Deckung des gegenwärtigen Bedarfs ohne weiteres an Verbraucher abgegeben werden. Auch später gelieferte Zuckerwaren können abgegeben werden. Das gleiche gilt für Speiseeis. Aus aller Wett. Belgische Eisenbahnbrücke In die Cuff geflogen. Zwischen Stockem und Arlon tft eine Eisenbahnbrücke, die zu militärischen Zwecken unterminiert war, durch Explosion zerstört worden. Kurz nachdem ein Zug in der Rich tung nach Arlon über die Brücke hlnweggefahren war, explodierten zwei Minen. Zwei Wachsoldaten wurden leicht verletzt. Dreimal je 100 000 RM. auf Nr. 364 997. In der Nachmittaasziehung der 5. Klasse der Ersten Deutschen Reichslotterie fielen am Dienstag drei Gewinne von je 100 OOO RM. auf die Nr. 364 997; Die Lose wurden in Achtelteilunz ausgegeben. Aulo im Porzellanladen. Gemeinhin pflegt man sprichwörtlich nur Elefanten in Porzellan-Läden auftauchen zu lassen. A n twerpen ist aber dieser Tage ein Autofahrer mit seinem Wagen in das Schaufenster eines Porzellan-Ladens hineingesaust. Vier Fußgänger, die vor dem Laden standen, wurden umgerissen. OJlafl mußte sie zusammen mit dem Fahrer aus bei Porzellanscherben ziehen. Alle hatten Schnittwunden abbekommen und mußten in ein Kranktznhwtt eingliefert werden. "b s I xche Truppen Schulter an Set zsischen Verbündeten stehen", - hört, hört! — „tagtäglich d chitscb das Gedenkrede. Generalfeldmarschall Göring überbringt beim Staatsakt für den Generalobersten Hm. von Fritsch den letzten Gruß des Führers. daten Abschied nahmen. Generaloberst Freiherr von Fritsch hat nun seine letzte Ruhe gefunden inmitten von weit über 500 Generalen und anderen großen Männern, die für Preußens und Deutschlands Größe lebten und, wenn es sein mußte, fielen. Genannt seien nur Tauentzin, Scharnhorst, Steuden, Schliessen, Bü- iren. ftlichenA -hast ist de om 25. w vorden. 3^ listers wj -en, W kolade 0°^ e«. ! örtliche luch mtiltp nichtungn SpeisuM r Mitt, liften hsch ngsfall, Auslese doch die ganze bisherige Geschichte dieser Staaten sei voll von Verrat an den von ihnen selbst verkündeten Idealen. Wenn der jetzige Krieg zum Zweck der Erhaltung der bestehenden Kolonien und Besitzungen der imperialistischen Länder und der investierten Kapitalien geführt werde, so könne I n - dien nichts mit diesem Kriege gemein haben. Bestehe aber das Problem darin, die wahre Demokratie zu verteidigen und eine neue Ordnung in der ganzen Welt zu schaffen, so sei Indien äußer st daran interessiert. Führe England den Kampf für Demokratie, so müsse es unweigerlich seine imperialistische Politik aufgeben 1 und in Indien die volle Demokratie einführen. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Am Ehrenmal Unter den Linden fand — wie schon berichtet — der feierliche Staatsakt für den am 22. September vor dem Feind gefallenen Generaloberst Freiherrn von Fritsch statt. Die Reichshauptstadt stand im Zeichen der Trauer. Von allen Ministerien, Behörden, Schulen und ungezählten Privatgebäuden wehten die Fahnen auf Halbmast. Die für den Trauerkondukt vorgesehenen Straßenzüge waren trotz des grauen, regenschweren Herbstvormittags von dichten Menschenmengen umsäumt. Im weiten offenen Viereck mit Front zum Ehrenmal waren zwei Bataillone des Infanterie-Regiments „Großdeutschland", zwei Batterien des 1. Artillerielehrregiments Jüterbog und eine Schwadron der Kavallerie-Lehr- und Dersuchsabtetlung Krampnitz aufmarschiert. Hinter dem schwarz ausgeschlagenen Katafalk unter den Säulen des Ehrenmals hatten die Fahnenabordnungen mit acht Regimentsfahnen und vier Standarten der jungen deutschen Wehrmacht Aufstellung genommen. Vom hohen Bannermast des Ehrenmals, das von zwei Türmen mit lodernden Flammenschalen flankiert war,, wehte die Reichskriegsflagge auf Halbstock. Zur Rechten neben den Plätzen der Angehörigen hatten sich die offiziellen Trauergäste und die ausländischen Militärattaches eingefunden. Man sah u. a. die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick, o. Schwerin-Krosigk, Funk, Rust undSeldte, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Staatsminister Meißner, Korpsführer Hühnlein, General der Polizei Daluege und Reichssportführer von Tschammer und Osten. Kurz vor 11 Uhr kündete Glockengeläut das Herannahen des Trauerkonduktes durch ein von 800 Mann des Jnfanterie-Lehr-Regiments gebildetes Spalier. Unter präsentiertem Gewehr wurde der mit der Reichskriegsflagge, dem Stahlhelm und Degen des toten Generalobersten bedeckte Sarg auf den Katafalk getragen, an dem nun vier Generale mit gezogenem Degen die Ehrenwache übernahmen, während gleichzeitig drei Offiziere mit den Ordenskissen Aufstellung nahmen. Im Gefolge des Trauerzuges waren auch der Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß und der aroße Heerführer des Weltkrieges, der greise Generalfeldmarschall von Mackensen. Kurz darauf erschien Generalfeldmarschall Göring gemeinsam mit dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Braucht tsch, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel und Generaloberst Milch, um unmittelbar vor der Bahre Aufstellung zu nehmen. Oer letzte Gruh des Führers. Zellulose als Banngut Deutschland fölgt dem englischen Beispiel. K uh. L 9 der - W rdnct, k Hk "ussish, NNUNgg eine 4, an dü 'ttete in >kde eiJ Generalfeldmarschall Göring legt im Auftrage des Führers einan Lorbeerkranz am Sarge nieder. Ganz links der greife Generalfeldmarschall von Mackensenund rechts neben ihm,die M u t t e r des gefallenen Generalobersten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ["hi, Mil den Augen der anderen. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Der Deutsche 2 i e n st schreibt: polens Vernichtung - EnglandsVorteil Einen seltsamen Trost über den „von niemand tn li kurzer Zeit für möglich gehaltenen polnischen Zu- mmenbruch" hat sich der Londoner Rundfunk für |iine Hörer ausgedacht. Er findet fromm und gottes- frchtig, daß auch die restlose Vernichtung Polens nd der polnischen Armee von Gott offenbar zum teile Englands zugelassen worden sei. Er erklärt rad) der guten alten Heuchelei des englischen „cant‘, ,>ie Ereignisse in Polen hätten den Vorteil gehabt, diß sie Frankreich und Großbritannien gestatteten, iiie Mobilmachung in aller Ruhe durchzuführen - Ok/die Polen nun begreifen, wie verbrecherisch s!r von den Verrätern am Erbe Pilsudskis, von den [ülofcirfi, Rydz-Smigly und Beck für ein „perfides IBlbion" auf die Schlachtbank geführt und geopfert pairben? Die Verräter pilsudskis | Jedenfalls erben die treulosen Testamentsvoll' jsirecker Pilsudskis jetzt von allen Seiten die Verkostung, die sie verdienen. Von einem Lloyd George »Nüssen sie sich beschimpfen lassen als „eine miserable i^assenregierung, die nach Rumänien flüchtere, ßvvhrend ihr Heer noch kämpfte". Und die „Chicago ptribune" spricht lieblos von der Feigheit der pol- | Y; fd)en Führung: „Diejenigen, die den Krieg ent- £ Weiten", — Worte, wert, sie den Herren Chamber- i Irin und Churchill mit Nadelstichen in den Augen- £ lliinkel zu schreiben — „seien nicht dieselben, die ihn [Jim bitteren Ende kämpften; Rydz-Smigly, Moscicki | unt> Beck hätten vorher die Brust herausgestreckt: I Qß es aber ernst wurde, seien sie goldbeladen ent- I frihen. Aber mancher polnische Bauernsohn, der rn.cht ahnte, wo Danzig lag, und der sich den Teufel | um den Korridor kümmerte, mußte sterben, während | f<ün Marschall und sein Präsident es vorzogen, ru- r ironische Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen. | Cime Lehre, die man auch in französischen Kasemat- Itir der Maginotlinie bedenken sollte bei den Unter» r suchungen, wofür eigentlich der Poilu den Herren «Churchill, Eden und Duff-Cooper zuliebe sich tot- I s»ießen lassen loll. Das trauen in Warschau. Roch nicht genug polnisches Blut scheint dem r Svmmandanten von Warschau für Englands k „Treue" geflossen. „Dagens Nyheter" in Stockholm I ^richtet aus Warschau, daß dort die Zivilbevölke- I Ung nicht nur zum Bau von Barrikaden, Tank- | nberniffen und Tankfallen herangezogen werde; He werde auch im Nahkampf ausgebildet, „insbe- I rubere zum Angriff auf Tanks mit Handgranaten |inb Benzttiflaschen". Wir wußten es längst, halten k! aber doch für richtig, durch neutralen Mund noch | einmal Zeugnis ablegen zu lassen, für die gewissen- 11 fc Art, wie hier eine „Führung", die kein Motiv D p ehr hat als den nackten Haß, bewußt ein apokalpy- Itiches Grauen über die Millionenbevölkerung War- Ishaus heraufbeschwört. • D für M jusatzer J übrigen ; ©tiidarhiM an die Ä )ie e NJ im Sle'n° le auf 21' nen H wartiti ter A )n Italien, r fr ward lih vechi Berlin, 26. Sept. (DNB.) ftatf) vorliegenden Meldungen mußten einige finnische und schwedische Dampfer mit Holz und Zellulose für England an Bord versenkt werden. Hierzu trifft der Deutsche D i e n st folgende Feststellungen: 1. Nachdem England seiner Piratentradition gemäß unter Mißachtung Des Völkerrechtes gleich zu Beainn des Krieges eine Konterbandeliste veröffentlichte, die weit über die sich streng an das Völkerrecht haltenden Bestimmungen der deutschen Prisenordnung hinausgingen, hat Deutschland in berechtigter Gegenwehr durch das Gesetz zur Aen- derung der Pri'senordnung vom 12.9. (Reichsgesetz- blatt 1939 Seite 1771) zu entsprechenden Verteidigungsmaßnahmen greifen müssen. 2. Die in dem Gesetz, oom 12. 9. enthaltene Bann- gutliste ist sämtlichen neutralen Mächten durch die deutschen diplomatischen Vertretungen notifiziert worden. 3. Gemäß Artikel 1 Ziffer 1 in Verbindung mit Ziffer 12 dieses Gesetzes werden Stoffe, die zur Herstellung von Pulver und Sprengstoffen dienen können, als unbedingtes Banngut angesehen. 4. Zellulose ist ein Stoff, der im weite- ft en Umfange zur Herstellung von Sprengstoffen verwandt wird. 5. Der Hinweis einiger ausländischer Presseorgane darauf, man sei gutgläubig der Meinung gewesen, daß Zellulose kein Banngut sei, wird nur durch die Annahme verständlich, daß den Beteiligten offenbar die erforderlichen chemisch-technischen Kenntnisse fehlten. 5 iy jeden Fach m a n n mußte sich dagegen aus der den neutralen Mächten notifizierten Banngutliste die unbedingte Bannguteigenschaft von Zellulose eindeutig ergeben. Im übrigen folgt auch hier Deutschland lediglich dem Beispiel Englands, wo bereits am 15.9. offiziell erklärt wurde, daß ein neutraler Dampfer mit einer Ladung einer für tb wrMd en aller fl des ?brau<^ WerW iche B f Londoner Allerlei. Im flüchtigen Ueberblick ein paar Londoner Stimmungsmomente noch: Nach Amsterdamer Meldungen sind sämtliche Buttervorräte in ganz Großbritannien beschlagnahmt, woraus zu schließen ist, daß man in London gut täte, sich mehr über die eigene und weniger über die deutsche Butterversorgung den Kops zu zerbrechen. — Wie inzwischen der „Daily Telegraph" aus^ Gibraltar meldet, wurden dort 3000 Tonnen Heizöl aus dem griechischen Dampfer „Motorina" versteigert. „Verschärfen der Sore" nennt man das in der Diebessprache. Die Arbeitslosigkeit ist nach den ersten nach Kriegsausbruch veröffentlichten Statistiken in England feit dem 11. September um 99 000 gestiegen. — Ueber-das Chaos in der englischen Kriegswirtschaft sind die Londoner Blätter voll bitterer Klagen und Anklagen. Der Verband britischer Jndu- strieller beschwört seine Mitglieder umsonst, , die Preise nicht über Gebühr in die Höhe zu treiben und mit Arbeiterentlassungen nicht allzu gewissenlos vorzugehen. „Eine wild gewordene Bürokratie , schreibt der „Daily Herald", „habe die Kriegswirt- chaft an die unfähigsten und kenntnislosesten Manschen ausqeliefert." Wohin man blickt, tn ine „financial News" oder in die „Financial Times , Jammer über Jammer. Der ttriea her Oomenfrifeur^. 'te ).re alt * iehend ti Wir wollen nicht nur wissen, was ist; wir wol- l Gang kommt". Nach demselben Zeugnis findet ran es drüben schon unmöglich, daß ganz England iriter die lähmenden Lasten einer völligen 23er« Intelung tragen solle. Dem erfreulichen Ausbleiben ir schlotternd befürchteten deutschen Luftangriffe Sllt man den Schrecken „über den völlig unerwar- iten polnischen Zusammenbruch" gegenüber, den remand in so kurzer Zeit für möglich gehalten abe. Ein Eingeständn^, das etwas im Widerspruch eht zu dem seltsamen Triumph über das Ausblei- m des siegreichen Blitzkrieges. n der plo:- || itglieber te A Rlksichi or‘ 1 t. Stubit ] l u ß stek | StubieA l otubierenkl in sind, ul' Mule fül l anbei»! nässen, kölsche, i* Lehrers 1 lksbeuM rfjerung r exainen il-1 ibententwri Deutschland bestimmten Papiermasse aufgebracht worden sei. 6. Die deutschen U-Bootkommandanten haben daher nur pflichtgemäß gehandelt, wenn sie die Weiterbeförderung der Zelluloseladungen nach England verhindert haben. Denn von dort wäre die Zellulose in Form von gegen die deutschen Frontsoldaten eingesetzten Sprengstoffen zurück- gekommen. Im Einklang mit den Bestimmungen des Seekriegsrechts und der ritterlichen Tradition der deutschen Kriegsmarine entsprechend ist den Besatzungen gegenüber, die sämtlich gerettet worden sind, mit größter Schonung oorgegangen worden. 7. Auch Holz ist bann unbedingtes Banngut, wenn es als Stoff anzusehen, der für die Herstellung der in Artikel 1, Ziffer 1—10 des Gesetzes von 3. 9. aufgezählten unbebingten Bannwaren geeignet ist. Als Beispiel sei nur genannt Grubenholz, das für bie Förberung der in Artikel 1, Ziffer 10, als unbedingtes Banngut bezeichneten H e i z st o f f e benötigt wird. 8. Jeder burch deutsche Seestreitkräfte in Ausübung bes Prisenrechts geschädigte Neutrale hat bie Möglichkeit, sich an den deutschen Prisen- h o f in Hamburg zu wenden, der in einer Besetzung mit unabhängigen Richtern alle Beschwerbefälle in objektivster Weise nachprüfen und entscheiben wird. 9. Wenn der von England in gewissenloser und leichtfertiger Weise angezettelte unsinnige Krieg den Handel der neutralen Machte zu Deutscblanbs größtem Bedauern auf bas schwerste schädigt und gefährdet, so wissen biese neutralen Mächte jebenfalls, wo bie unverbesserlichen Kriegshetzer sitzen, bie von bequemen Bürostühlen aus ihre Entschlossenheit betonen, den wahrhaft konstruktiven Friedenskräften Europas einen „jahrelangen" Krieg aufzu- Zwingen. Wenn daher Deutschland, das im Westen keinerlei Kriegsziele besitzt und sich lediglich gegen bie englische Aggression verteidigt, bie für bie Eng- länber zur mutwilligen Fortsetzung bes Krieges notmenbigen Zufuhren sperrt, so leistet es her Wiederherstellung des Weltfriedens und bamit den । der iw, 1932,6 i>, nertrt eniahni c dschwG Aber, o Freunde, nicht nur biese dusteren Tone sondern laßt uns auch Heiteres Horen; es fehlt daran in London nicht. Ober ist es nicht stets erheiternd und zeugt für bie Unermublichkeit des Menschengeistes, baß sowohl die Londoner Damen- friseure wie bie Herrenhutmacher sich ganz auf bte Größe der Zeit und den Ernst der englischen Kriegführung eingestellt haben? Die Damenfriseure, so wird über Amsterdam gemeldet, arbeiten an einer neuen Haartracht, bie so sem soll, daß Locken und Dauerwellen durch den Stahlhelm, den die Frauen in den vrschiedenen Frauenorganlsatio- nen jetzt tragen, nicht an ihrer Schönheit leiden Was den Herrenhut betrifft, der ia für führende englische (Staatsmänner wie Herrn Eden ein Gegenstand hingehender Aufmerksamkeit ist so hat man als Neuestes jetzt den steifen Hutjmt Stahleinlage. — Hier endlich haben wir nach drei Wochen ©arten bas wahre Symbol des englischen Krieges und ben Beweis, daß man brühen den Ernst der Zeit und die Größe des Geschehens bis ins Mark der Damenfriseure und der Hutmacher hinein lebendig empsindet. Indien hoi mit diesem Kriege nichts gemein. Vernichtende Absage des indischen Nationalkongresscs an England. Moskau, 26. 6ept. (DNB.) Das Exekutivkomitee d e s indischen Natlonaikon- a re Ises verösfentlicht eine Erklärung, in^der es heißt daß di- englische Regierung °°r|atz!ich die Meinung Indiens ignoriere und U ' MH ZA Mehr Freude an der NatUr _______durch Bermühler-Bücher! Gewinnouszuy 5. Klaffe 1. Deutsche Reichslotterie Ohne'Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und gtoat je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abtellungev i, n und in >19. Ziehungstag 23. September 1939 In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen ' 3 Gewinne zu 10000 RM. 49720 12 Gewinne zu 5000 RM. 86042 215264 269636 320994 3 Gewinne zu 4000 RM. 101471 18 Gewinne zu 3000 RM. 15499 104887 282604 289977 389848 391195 39 Gewinne zu 2000 RM. 37907 60888 80566 97477 127137 178406 228094 240451 264694 292163 310822 328071 372273 102 Gewinne zu 1000 RM. 2333 12682 16128 37894 45051 59796 64856 78959 81186 84825 89640 107041 120270 149952 160282 183546 190949 210189 220409 222428 225941 228327 236779 296064 297816 301239 306268 327796 346608 353697 366878 378916 379545 384654 282 Gewinne zu 500 NM. 1562 8365 21274 35784 42885 44483 59255 69519 81788 81877 82546 83361 91926 98699 100228 101588 104091 105723 108629 109335 114455 115845 118547 119193 129730 131398 131528 132059 138038 142929 152606 153991 168708 161031 163912 176918 177181 180845 181467 182239 182872 189976 196689 203406 207364 212469 218465 222210 230196 230420 233227 234634 247097 249207 249683 251408 260332 265704 272128 283626 299717 301227 302151 304735 308337 310375 312328 313521 314036 314849 322465 324139 337767 338059 340401 342241 344387 345027 350607 362861 370438 374294 375518 377116 379367 385115 386183 386698 390921 391596 392997 393010 397519 399075 1500 3550 4780 31844 ; 55058 I 65739 I 81603 1 102795 18531 30235 45494 64523 78893 94916 5236 22418 30878 49604 65518 79986 99657 107065 129783 145681 154231 177749 191431 205139 225084 239272 247808 260723 269666 288902 307749 328480 334411 344768 354947 378456 393450 124686 136488 150299 171757 187743 194529 217451 231470 242695 256363 267223 282789 295691 310448 331816 340024 35 3500 363611 384701 395313 26723 37787 61797 73330 93414 108471 132826 147507 156025 178633 191432 210849 225932 241972 248056 264306 281724 292990 309354 329296 334908 351172 361555 382215 393587 29730 41712 62817 76930 94883 22900 34306 55309 67596 91622 104133 126146 142184 154112 177468 189709 204883 223550 238267 247034 258435 269072 283543 300488 327083 333059 344567 354481 372567 392401 126077 139114 151700 174499 187905 197083 218017 234527 244397 258061 268153 283259 298582 319505 332678 340144 354432 371114 390412 397064 21638 30835 49514 65051 79815 98220 118338 134922 149893 156995 186334 192322 213459 230337 242301 249035 266051 281744 294313 309948 331669 339134 351199 361693 384394 394406 507 Gewinne zu 300 RM. 336 466 ■“ 8083 14190 16964 17294 22457 ----- ----- Außerdem wurden W3>4 _G«otzme M Vt. .150 RM gezog«r. ru- STADTTHEATER GIESSEN i im Alter von 63 Jahren. zu' 6119DV kch M' 6117V tiitn, Ihre Vermahlung geben bekannt m i Gießen (Ludwigstraße 21), den 26. September 1939 kaufen. 04416J 64428 Statt Karten im 57. Lebensjahre. kaufen. 04426 ton nnl Gießen-Wieseck, den 27. September 1939. Ebenso 04415 Gießen (z.Zt. Kath. Schwesternhaus), den 25. September 1939 6,18V 6124V UfEDDE DRUCKSACHEN WCnDE Brühl. Gießen 6113C um 14 Uhr. 23. September 1939 19. Ziehungstag 276235 Roman eines Ärzte 580 929 14391 37109 326 3362 4690 73134 72541 92614 95178 99444 101469 101934 > , PQLQST Giessen 130464 173633 203342 230692 256195 277438 304730 339433 390508 17016 35520 57867 69689 127725 202356 227935 284102 337042 392694 39209 40010 59042 59432 153947 203045 249949 285327 338388 •20905 41860 63611 78617 22941 47935 65475 79407 119640 200901 226796 278192 326588 362879 55424 358933 141661 295736 16507 167880 221849 256995 300883 338421 157024 198434 304219 26462 100855 173744 225411 273144 301860 357514 217672 218832 345567 42378 113058 174069 226116 276829 311074 357647 14572 49725 88933 114377 156072 194716 222582 253751 273812 297502 336232 373611 I 9736 25022 49439 67746 86317 106062 Vermählungsanzeigen bei Brlibl, Schulstr.7 hin h 13848 29574 53504 68559 89211 150 RM Prämien hk ■’B w f-re § M k Inn gezogen. zu je Ab morgen Donnerstag bis einschl. Dienstag. 3. Okt Außerdem wurde« 6543 Gewinne zu je Im Gewinnrade verblieben: 3 L lt 144497 180369 211147 248015 259077 289417 313498 349406 397909 Minni Flimm, geb. Philipp Dr. Fritz Flimm Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 28. September, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Turnstraße 13 aus statt. 143973 175271 203658 243511 258309 277711 311404 347631 393476 153111 186060 214496 248796 265037 290807 315602 360683 399094 Mr zeigen in dankbarer Freude die Geburt unseres zweiten Sohnes an 155987 187750 220521 249654 268254 291552 321970 363994 M tnti h! N W m p hi 'Vu.1 W. Gill Gießen, Ebelstraße 23, den 27. September 1939. Die Trauerfeier hat in der Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. DasVordringen unserer Truppen in Polen 61l5j 12935 22226 48042 374319 Gießen, den 27. September 1939. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Die Geschichte eines großen Arztes, der unschuldig in einen Kriminalfall verwickelt wird und schon am Leben verzweifelt! M K< Am Samstagabend 22 Uhr entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Lokomotivführer Heinrich Debus Albert 3 off, Unteroffizier % und Frau Tilly 3ost, geb. Hammel Ostoberschlesien dem Reichsgebiet einverleibt. K a t t o w i tz , 26. Sept. (DNB.) Am Montag um 12 Uhr sind die bisher noch bestehenden polizeilichen Grenzen zwischen West- und Ostoberschlesien aufgehoben worden. Der Verkehr zwischen den beiden Teilen Oberschlesiens unterliegt von nun ab keinerlei Beschränkungen und Paßvorschriften mehr. Damit sind die letzten Schranken gefallen, die Ostoberschlesien aus politi- In tiefer Trauer: Heinrich Volk und Frau Paula, geb. Lotz und 1 Enkelkind. In tiefer Trauer: Hermine Debus, geb. Lang Elsa Debus Emmy Debus Kinderwagen in grober Auswahl • Fr. Groß Reuenwea 32. 12 Gewinne zu 5000 RM. 374228 6 Gewinne zu 4000 RM. 21 Gewinne zu 3000 RM. 224039 284378 301497 33 Gewinne zu 2000 RM. 248881 261743 284290 362315 375345 J.B.Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 ön der E---L-?^-Nachmittagszlehung wurden gezogen Dysteller: Albrecht Schoenhals Camilla Horn Theodor Loos Maria Andergast Fritz Genschow 70171 76648 77159 83421 84650 85137 91501 93578 96265 102840 110356 111017 2 Simmet mit Küche sofort zu mieten gesucht. Miete im voraus. Schrift!. Angeb. unter 04430 an den Gieß. Anz. 528 Gewinne zu 300 RM. — ----- 19070 19241 L $ iis W h ir 500 000 NM, 3 Gewinne zu je 100 000 NM, 6 zu le 50 000, 3 zu je 30 000, 18 zu je 20 000, 24 zu je 10 000, 69 zu je 5000, 78 zu je 4000, 195 zu je 3000, 345 zu je 2000, 1125 zu je 1000, 2445 zu je 500, 4830 zu je 300, 65859 zu je 150 NM. Verlobte : machen Pläne. „Er'denkt ans gemütliche Heim und „sie“, wie sie darin schalten und walten wird. Bis dahin ist noch allerlei zu besorgen. Vor allem die Küchen-Aussteuer. Das ist „Ihr Handwerkszeug". Jedes Gerät muß praktisch und erprobt sein. Lassen auch Sie sich, wie schon so viele Brautpaare, bei Ihrer Küchen-Aussteuer beraten von Bekanntmachung. Die Wochenmärkte beginnen von Dienstag, den 3. Oktober 1939, ab vormittags um 8 Uhr und enden jB» Ip) 11 mt Bukarest, 26. Sept. (Europapreß.) Dos manische Blatt „Universul" befaßt sich mit der Tatsache, daß das rumänische Petroleum und Rohöl zur Zeit einen besonders guten Absatz finde und auch zu einem guten Preis verkauft werden könne. Dies um so mehr, als die O e l - Gut möbliertes BJoOn- und SWWlner mit 2 Betten, Küche und evtl. Badbenutz. z. 1.10. 39 gesucht. Eilangebote mit Preisangabe unter 04417 an den Gieß. Anz. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Pro. vinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschem. An. zeiaenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den In. halt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Der. lag: Brühlsche Umversitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit .der Jllu. fixierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Rr. 4 vom 1. September 1937 gültig Gestern nachmittag 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Lotz X. Rangiermeister i. R. 231 Gewinne zu 500 RM. ___ ___ 29291 29350 31941 32282 35941 126 Gewinne zu 1000 RM. _____ 49804 50462 58719 60179 97974 Iflll ü: l t ttH i iH » IN-" Jpun ihn lieferungen aus Mexiko sehr gefähr-- det seien. Das Blatt weist darauf hin, daß in der letzten Zeit so große Umsätze an Rohol erfolgt seien, daß die Raffinerien ausverkauft seien und bereits Arbeitslosigkeit eingetreten sei. Das Blatt fordert die Regierung auf, Maßnahmen gegen die schrankenlose Ausbeutung der gegenwärtigen Konjunktur zu ergreifen, um die Verfeinerungs- Industrie aufrechtzuerhalten und zu fördern und um gleichzeitig zu verhindern, daß die Oelreseroen tn einer für das Land nachteiligen Weise verschwendet würden. Die neue Spielzeit beginnt am 29. September 1939. - Sichern Sie sich noch rechtzeitig Ihren ständigen Platz. Nur so können Sie bei stark verbilligten Eintrittspreisen alle Vorstellungen besuchen: 20 Schauspiele u.a. Agnes Bemauer, Maria Stuart, Jugend, Dr. med. Hiob Prätorius 6 Opern u.a. La Traviata, Tannhäuser, Don Juan, Bajazzo, Cavalleria rusticana 6 Operetten u.a. Zigeunerbaron, Gasparone, Bezauberndes Fräulein Rasche Anmeldung sichert die besten Plätze. — Die Theaterkasse, Johannes- Straße 3 (Telephon 2930), ist geöffnet werktags von 10 bis 13 Uhr und an den Spieltagen außerdem von 17 bis 18 Uhr. nen Sprengstoffherstellung spielt, daß gewisse Sorten von Holzzellulose sowohl zur Pulver- wie auch zur Sprengstoffherstellung verwendbar sind." „Aftenposten" will in Erfahrung gebracht haben, daß Holz und Zellulose als unbedinKe Konterbande auf den Prisenlisten der beiden kriegführenden Parteien stehen, daß die Zellulose ein wichtiger Rohstoff für die Fabrikation von Brisanzsprengstoffen ist. Der Generalsekretär des Vereins norwegischer Zellulosefabriken äußert im „Dagbladet": wir werden wohl keinen anderen Ausweg haben, als die Verschiffung von Zellulose einWstellen. Unsere skandinavischen Papierfabriken werden dann an Stelle dessen fertiges Papier liefern müssen, das wohl unmöglich Konterbande Jein kann." Verstärkte Rohölnachfrage in Rumänien. schen Gründen noch für eine vorübergehende Zeit vom Altreich getrennt hatten. Rach der am 15. d. M. vollzogenen Eingliederung Ostoberschlesiens in den großdeutschen Wirtschaftsraum ist jetzt durch die Aufhebung der Polizeigrenzen O st o b e r s ch l e s i e n völlig d e m Reichsgebiet einverleibt worden. Die P o l i z e i g r e n z e ist zu gleicher Zeit an die ehemalige Reichsgrenze bei Lublinitz, Myslowitz, Pleß und Rybmk vorver. legt worden, wo sich bereits feit dem 15. d. M. die Zollgrenze befindet.__ Heute letzter Tag: Rivalin derZario Lndwigsplatz 14 ll. ^1 gebrauchte MWIle m.neu.Svrung- rahrnen zu ver- Ferner- Beiprogramm und Ufa-Ton-Wodie Garage zu vermiet. l8i22v Alicenslra0e30part. | Mietgesuche"| 4-3immer- Wohlmng von Arztwitwe, alleinstehend,gesucht. Schristl. Angeb. u. 04422 an den Gießener Anzeiger erbet. Suche zu sofort oder später 2-3-3innnet- WWW mit Bad. Angebote unter 6H4Da.d.G.A. Gas- Badeofen zu kauf, gesucht. Angebote an Aup. Förster Bahnhofstr. 71. | Empfehlungen! Für Verdunkelung geeignete «i25d TaoetenrolleD Nennstiel. Gartenstraße 10 3 Weinläßch. 25—40 Liter. Alicenstr. 18 l- AachläffevmiZdv 20 v. S. erhalten Sie bet wiederholten Auf« nahmen einer Anreise | Kaufgesuche"] Haus -.kaufen gesucht. Schneider, Immobilien, Landgraf- Philipp-Pl. 10 I M.60II5 3 Öls 5 Jligni mit Garten in Gießen oder Umgebung geg. bar zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb.m.Preisangabe u. 04420 an d. Gieß. Anz. Interessen aller neutralen Länder, die eine rasche Beendigung des Krieges herbeisehnen, den größten -ienst. Norwegen stellt den Versand ein. Oslo, 26. September. (DNB.) Die Frage, ob Zellulose als Rohmaterial für Spreng- ft o f f Konterbande ist, wird aus Anlaß der Versenkung einiger ftnnischer Schiffe, die nach England bestimmt waren, in der norwegischer Oeffentlichkeit leibhaft erörtert, da Zellulose auch für Norwegen ein wichtiger Ausfuhrartikel ist. Die „Norwegische Handels- und Schiffahrtszeitung" schreibt dazu: „Es scheint, als wenn diese Versenkung in gewissen Kreisen Aufsehen und Beunruhigung heroorgerufen habe. Die Ausdrücke in den Konterbandelisten sind jedoch'so weitgreifend, daß sie fast alles umfassen können. Der Bedarf der Kriegsindustrie ist auch so bedeutend und die Beteiligung der Bevölkerung an der Erzeugung des Kriegsbedarfes so groß geworden, daß es nur noch wenige Waren gibt, die keine bedingte oder unbedingte Konterbande find. Der norwegische Generalfeldzeugmeister Ravensborg erklärt zu der ‘ Frage, welche Rolle Zullulofe in der moder- i <: w Zuverlässiges Mädchen (eventl. Tagesmädchen) zu sofortigem Emtritt gesucht. 6H6D Zahnarzt Dr. Bender Gr. Steinweg 21 In Hausarbeit erfahren.,zuverl. Mädchen oder Frau vormitt, gesucht. Hindenburg- wall 16 1- [o<<23 | Verkäufe DKW- MeMlalfe 4‘Sitz.-Limonsine (mit neuer Austauschmaschine) sofort zu verkaufen. Anzusehen bei 04424 firaön & Go. DKW.-Werkstatt Gießen Franks. Straße. Schöne tour Md. mit Bad u. Balkon, Wilhelm- stratze 41, l.St., zum 1. Novemb. zu vermiet. Näh. A. Becker Keplerstraße 9 Tel. 3804. lsirM 1 Zimmer mit Küche und Kammer, möglichst an allein- steh.Pers.z.verm. Schr. Ang. unt. 04427 a.d.G.A. Neustadt 39 II. Birnen alsEß-,Einmachund Kochbirnen, billig zu verkauf. tage z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 6126D a.d.G.A. Gebrauchter Mliigel zu kauf, gesucht. Schr. Ang. mit Preisangabe u. 04421 an den Gieß.Anz. erbet. Gut erhaltener IlnM (Rollschrank) zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 6123Da.d.G.G. Gut erhaltene eiserne Beitfiellen mitBettwerk zu kauf, gesucht. Schr.Angeb. mit Preisangabe unter 6121D an den Gieß. Anz. 1-2 Zier mit Küche von ruh. Mietern zu sofort zu mieten gesucht. Schr. Ang. unter 04429 a. d.G.A. Junges Ehepaar sucht -1 Zimmer und Küche zu sofort od.spät. Angebote unter 04418 a.d.G.A. AWellMsn sucht zum l.Nov. gut möbl. Zimmer Kliniknähe. Möglichst Zentralheizung. Schr.Angeb.unt. 6120D a.d.G.A. jt .c l' v# Schwarzer Herd Rechtsfeuerung, billig zu verkauf. Löberstr. 2 v. Bett 2schläfrig, mit Matratze, sehr gut erhalten, preiswert zu ver- 107574 109133 109310 112272 118160 119112 120649 122025 122927 128128 132772 137877 139810 144934 145513 147417 150190 150632 152948 154015 156057 156263 158419 158776 159830 161869 164537 165460 169652 172809 173630 178670 183894 185125 185573 186118 187665 188209 188894 189272 191216 192132 193108 194204 195834 199356 200946 203354 204639 210801 214471 215194 216923 216962 225015 227793 229733 232296 232312 232645 234338 238393 238746 244543 24855? 248647 250517 250824 250875 254348 258686 258986 259415 261452 263995 266075 268421 271907 272182 272830 277251 278995 280265 280714 281090 283808 283958 287948 288196 293050 295639 299253 301396 301768 302461 303900 307223 309956 312170 314423 317078 317401 325140 325357 330083 332125 333844 333870 336545 340735 343790 348999 350116 352680 353626 353941 354242 355716 356235 360099 362800 366202 370216 370876 372898 373953 374361 374722 375563 M8731 384362 386957 388706 390748 393221 396329 396585 Mittwoch,2?.8eptembeNYZY 226 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus dem Reiche -er Krau Die Krastzenlrale toriug tlcana 1 Venn es kemeAusweiskarte gäbe 6119D mmel wir nseres n'lipp »er 1939 großen die Schürze (rechts oben) mit der oder Nessel geschneidert werden. Z Spart Stoffe durch Kleiderwenden' )OW ra^ mnes. 1 in den i Allerlei Praktisches fürs Haus, das mit einigem Geschick auch aus bereits gebrauchten Sachen angefertigt werden kann, schlagen wir heute vor. So kann der warme Hausmantel (Mitte) etwa aus neuem oder gebrauchtem bunten Gardinenkretonne mit einem Futter, zu dem wir einen alten Bademantel zertrennen, hergestellt werden. Ebenfalls aus gestreiftem, tariertem ober geblümtem Garbmen- ben Buben nicht gut fleiben? Warum benn bann Neues kaufen? Machen wir's also wie Anno 14! Wenn wir einen neuen Anzug brauchen, so sehen wir erst mal nach, ob wir nicht einen Anzug im Schranke haben, ber sich menben läßt. Wenn bas Kinb etwas zum Anziehen braucht, so wirb Mutter in ber Kramkiste schon noch ein paar Stoffreste finben, aus benen sich mit etwas Geschicklichkeit etwas Nettes machen läßt. Ein alter Winterhut für bas Töchterlein, chemisch gereinigt, mit einem neuen Banb ver- 2>ie Zeit ist reich an Aufregungen, von denen die mtften ganz unnötig sind, nur hervorgerufen durch Un’cnntms ober Gerüchte. Kräfte werden baburch worben. In ben Nähstuben wirb unermüblich genaht, in ben Lebensmittelgeschäften, vor allem ba, wo ber Mann eingezogen ist unb bie Frau allem bas Geschäft aufrechterhalten will, helfen bie Frauen, um die Bezugsscheine und Abschnitte einzutragen und aufzuheben. „Wenn sich die Frau vom Hauptmann J nicht bereit erklärt hätte, mir bie Kartoffeln auszuwiegen — ich allein hätte es nicht geschafft , sagt bantbar unsere Gemüsefrau. Aber es ist natürlich nicht allen Frauen möglich, sich auf mehrere Stunben frei zu machen, unb boch wollen auch sie gern helfen. Mit ber Nachbarschaftshilfe, ber Betreuung kleiner Kinber in ben Kmber- tagesstätten ober auch mit ber Gemeinschaftsverpflegung machen sich viele Frauen nützlich, auch wenn sie Beruf, Familie unb Haushalt zu versorgen haben. Schon kommen bie ersten Berichte von ber zahlenmäßigen Erfassung solcher freiwilligen Hilfsbienste. Da hat Frau G. übernommen, bie Wasche ber Nachbarin wöchentlich mitzuwaschen, ein Frauenschafts- mitqlieb kocht für eine alleinftehenbe Kranke das Essen mit — so zahlreich und so vielfältig sind die Leistungen der Frauen, die anderen Helsen wollen, daß es unmöglich ist, sie auch nur einigermaßen aufzuzählen. Aber gerade diese Vielzahl an Arbeits- möqlichkeiten erfordert immer noch neue Kräfte. Jede Frau wird gebraucht, und jede wird den Platz finden, an dem sie wirksam auch im kleinsten mitarbeiten inerstag taS.3.01* sehen und dieses Mal auf dem linken statt auf dem rechten Ohr getragen, wird es auch einmal tun! Nur feine 2Ingft! So haben wir's Anno 14 auch gemacht, und es ist merkwürdigerweise auch geganger^! Sparen wir daher Stoffe für Anzüge, Kleider, Mäntel, indem wir unsere abgelegten Sachen noch 'einmal wenden lassen! Ganz abgesehen davon, daß wir uns selbst einen Dienst erweisen, sparen wir dem Daterlande Rohstoffe und schaffen dem selbständigen Schneider Hausarbeit, bie er bringenb gebrauchen kann. OWA. ^Neben biesen unscheinbaren, still mirfenben Frauen, die so unauffällig ihre Pflicht tun, daß es nur bem Eingeweihten sichtbar wirb, stehen bie Schwestern unb Helferinnen bes Deutschen Roten Kreuzes, bie vielleicht manchmal ein wenig beneibet werben, weil sie bas Wort „helfen bürfen" in ber Pflege ber Verwunbeten am sichtbarsten einsetzen können. Viele Hunberte stellen sich täglich auf ben Rote-Kreuz- Melbestellen. Am liebsten möchten sie gleich an bie vorberste Front. „Ich halte es einfach hier zu Hause nicht mehr aus!" Das kann man bort immer wieber in neuen Abwanblungen hören. Wenn baruber hinaus jebe Frau als klug bewußte Derbrauchslenkerm, als sparsame, sinnvoll wirtschaftenbe Hausfrau „ihren Mann" steht, bann wirb sich bas Wort ber Reichsfrauenführerin erfüllen: „Wir sinb zur Stells!" L*1 • Gurken-Rezeple. Gefüllte Gurken. 2 bis 3 dicke Gurken, Salz, Essig. Fülle: 100 g Schweinehackfletsch, 1 Brötchen, Zwiebel, Petersilie 30 g Fett, 4 Eßlöffel Tomatenmart, 2 Eßlöffel Mehl. Die Gurken schälen, ber Länge nach halbieren, mit einem Eßlöffel die Kerne herausnehmen, mit Salz unb etwas Essig einreiben, durchziehen lassen. Die eingeweichten, ausgedrückten Brötchen mit Zwiebel unb Petersilie dämpfen, mit dem Fleisch unb Gewürzen gut verrühren. Die Gurken- häffte damit Men, zusammensetzen, mit Bindfaden umwickeln und festbinden. Die. Gurken in heißem Fett mit Zwiebel anbraten, mit Tomatenmark unb etwas Wasser ablöschen, zugedeckt auf dem Herb ober offen im Backofen weichdämpfen. Kurz vor dem Anrichten bas angerührte Mehl zugeben unb mitdämpfen. Die Gurken auf die Platte legen, die Tunke, wenn nötig, seihen unb darüber geben. Senfgurfen. w 'M» Ai & u« x noch Ügten Tag: M :nx 3p°*d ines 6* ,chulM i° livtr^1 «mE sltl ler: joenbal5 11 95 )ie durch unsere Ausweiskarte für jeden ein» ,f;Ten gesicherte Versorgung mit Lebensmitteln läßt eir?n Schatten auf dem Bilde dieser Tage nicht aus- ko,men, der die ersten Augusttage 1914 hie und babod) recht verdunkelte: der Hamsterei durch un- vmünstige Volksgenossen — denn nicht nur die Simen, auch Männer waren damals oft sehr eigen» mtig — ist ein wirksamer Riegel vorgeschoben. Us sehr sich bie Frau von heute als Versorgerin de; Haushalts von den ängstlichen Erscheinungen je-r Tage unterscheidet, sehen wir erst so recht, j mm wir uns in Tatsachenberichte von damals getiefen und sie mit der Lage von heute Vergleichs. So heißt es in einer Darstellung schon vorn 31 7. 14: „Der Verkehr in den ßebensmittelge» giften, der schon gestern sehr rege war, nahm Lite ganz ungewöhnliche Dimensionen an. Allzu anfflliche Hausfrauen suchten sich zu „verprovian- likien". Hausfrauen aus allen Ständen, Arbeiterstuen mit einfachem Strohkorb, vornehme Damen Ijm ihren Hausmädchen, die mit mehreren großen iKrkttaschen ausgerüstet waren, drängten sich vor |k Lebensmittelgeschäften und -Ständen in den !Mrkthallen. Namentlich Mehl unb1 Eier wurden tt:ehrt und bie Hänbler konnten stellenweise ben 'iSlifturm nicht bewältigen. Löben mußten zeitweilig «en UeberfüUung geschlossen werben. Es war fffftverstänblich (!), baß bie Preise bei bem starken Lidrang hier unb bort etwas stiegen. Das Pfund I6ih wurde um etliche Pfennige teurer bezahlt, feferflocken stiegen um 5 Pf., Mehl um 3 Pf.; sich bie Eier würben höher bezahlt ..." Ein anderer Bericht: ,Zn einem Berliner Vor- ari verlangte ein Kolonialwarenhöndler von einer ^kaufenden Frau bie Bezahlung in Golbgeld. Als ■ b'u Frau erklärte, nichts anberes als einen Hunbert- ; mirkschein zu haben, war er mit ber Bezahlung nur bem einverstanben, wenn er zehn Mark Zinsen ■ iciir bekäme. Die Käuferin ließ sich auch tatsach- : fit einschüchtern und bezahlte zehn Mark über ben Bitraq ihres Einkaufs. Auf bie sofortige Vorstel- - hr'g des Ehemanns bei der Polizei erfolgte die : siizeiliche Schließung des Ladens. Die erbitterte : i K: nge machte bereits Miene, ben "oben zu | Iflirmen." Nicht minber ernst war eine Mel- 'ihng aus bem Ruhrgebiet: „Für Lebensmittel wer- 11 Vl hier teilweise Wucherpreise verlangt, für Salz IÖ Mark für ben Zentner, für Kartoffeln ebenfalls Dit höhere als übliche Preise. Die Polizei wies tiife Wucherer vom Markte. Da es an kleinem ge- m njtem Geld fehlte, gestaltete sich ber Klemhanbel ’?ir schwierig ..." Daß bie Behörben bie em Reiben nach Möglichkeit zu steuern suchten, besagt fee Meldung vom 3. 8. 1914, in ber es heißt- Fine Bekanntgabe bes Oberbefehlshabers der Mar- !en warnt vor Lebensmittelwucher und setzt Hochst- st-ise fest für ein Pfund Roggenmehl 27 Pf-, Wu- nmeljl 30 Pf, Salz 20 Pf. fixere Preise dürfen pif)t verlangt roefben. Zuwiderhanbelnde Geschäfte Kirben polizeilich geschlossen." l Geber a m ft e r e r n o f! jetzt Sparsamkeit oberstes Gebot, sie können ^on Ins reinen Sparsamkeitsgrünben nicht an bie Neu- nfschaffsing von Kleibern unb Mänteln unb An- Ligen benten. Mögen sie einmal hergehen unö -ö n 6 hi ntur halten in ihrem Kleiberschranke. Hong Ui nicht ber alte blaue Anzug, ber vor brei Jahren hdt war, unb ber nur beswegen nicht mehr beheb hi. weil di- Aermel etwas blank geworden sind/ 3t da nicht der alte Wintermantel m,t dem Loch h t genug, um den Stoss zu liefern für eine warme itiinterjade, die ber Jüngste zur Schule trag Itonn? Läßt sich der blaue Anzug nicht tressllch wen- bn unb sieht bann wieber wie neu aus. Wiro Itinteriatfe aus Vaters ehemaligem Wintermantel Zu Senfgurken verwendet man große, reife gdbe Gurken, bie aber fest fein müssen. Sie werben geschält, halbiert unb von ben Kernen befreit. Dann schneibet man sie zu Stücken von etwa 2 cm Breite unb 4 bis 5 cm Länge unb salzt sie leicht ein. Auf 5 kg Gurkenstücke rechnet man etwa 300 g Salz. Arn nächsten Tage läßt man bie Flüssigkeit ablaufen, schichtet bie Gurken mit geschälten unb in Scheiben geschnittenen Schalotten, etwas Meeretttch, sehr wenig Anis, Wachholderbeeren, etwas Basilikum, Bohnenkraut unb Senfkörnern in Steintöpfen ein unb bebeeft sie mit Weinessig. Nach einigen Tagen gießt man bie Flüssigkeit ab, kocht sie auf, gießt sie kochenb über die Gurken, bie man mit einem Beutelchen mit Senfkörnern in Steintöpfen ein und bebeeft sie mit Weinessig. Nach einigen Tagen gießt man bie Flüssigkeit ab, kocht sie auf, gießt sie kochend über bie Gurken, bie man mit einem Beutelchen mit Senfkörnern bebeeft unb mit einem Schief erstem beschwert. Dann bindet man ben Topf zu. Wird die Flüssigkeit trübe, muß man sie abgießen und neue Essiglösung einfüllen. Man kann die Gurken auch mit den gleichen Gewürzen in große Einmachgläser füllen unb 15 Minuten auf 80 Grad sterilisieren. g Gewürzgurken in Scheiben. 3 kg Gurkenscheiben, % 1 Weinessig, 34 1 Wasser, 125 g Salz, 200 g Zucker, 750 g Zwiebelscheiben, 6 Blüten Dill, Estragon, 2 Lorbeerblätter, 2 Eßlöffel Meerettichwürfel, 10 g Senfkörner, 2 1 Kochessig. Grüne Gurken mit wenig Kernen schälen, in dicke Scheiben fchneiben, bie Zwiebel in bunne Scheiben dazu, mit bem Salz gut vermischen und 3 Stunden stehen lassen. Dann wirb der Salat ausgebrückt, mit 2 1 kochenbem Essig übergossen und zugedeckt bis zum nächsten Tag stehen lassen. Mer Tage hintereinander ben Essig abgiehen, aufkochen unb kochend wieber über bie Gurken gießen, bann ausbrücken, mit allen Zutaten einschichten, ben mit Zucker gekochten, mit Wasser verdünnten Weinessig kochenb darüber gießen, einen Senfbeutel barauflegen unb nach bem Erkalten zubinden. Brusttasche unb ben einfarbigen Säubern. Aus warmem Wollstoff ist ber Hausanzug links in praktischer, nicht zu empfindlicher Farbe und der weiße Kittel (rechts unten) für Küche ober Labor in neuer, burchgeknopfter Form mit weitem, losem Rücken kann aus neuem wie gebrauchtem Köper, Leinen ..... 1 H. Ich erwarte auch von ber beutschen Frau, baß i sie'sich in eiserner Disziplin vorbilblich in diese große i Kampfgemeinschaft einfugt. Diese Worte bes Fuh- ( rers in seiner Reichstagsrebe am 1. September 1939 haben ber beutschen Frau ben Weg gewiesen ben i zu gehen allen eine selbstverständliche Psticht be- . beutet. Währenb unsere Manner, Vater unb Bruber an ber Front für beutsches Lebensrecht kämpfen, erfüllen die beutschen Frauen ihren Dienst in ber Heirat, opfer- unb einsatzbereit - als Kämpferinnen ^Schon^h^Osich ein großes Heer ber Frauen in diese Kampfgemeinschaft eingeorbnet. Da haben mir das Fräulein Briefträgerin auf ihrem 2lrbeitsgang begleitet unb auch bie Frau Straßenbahnschaffnerin ausgesucht. Zuerst hat bas Publikum erstaunt auf» gesehen wenn wir unseren Dienst tun - aber jetzt hat man sich schon an unseren Anblick gewohnt. Ob ihnen ihr Beruf Freube macht, ob er nicht zu anftrenqenb ift? „O nein, bie paar Treppen laiffe ich qern bafür komme ich ja so schon an bie frische Luft " erzählt bie junge Briefträgerin. „Unb o b es Freube macht, so gebraucht zu werben unb emen wichtigen Platz auszufüllen!" meint bte Schaffnerin, ^hr ift ja auch bie Arbeit nicht gonz ungewohnt, benn sie hat bereits 1918 als junges Mabchen Dienst qetan, bamals, um bie krank geworbene Mutter ab ?u Öfen bie ihrem Mann an ber Front ben Arbeits- vMtt erhalten wollte. „Freube macht alles wo man helftn kann", fügt sie hinzu, unb man sieht ihr an, welche Befriedigung sie gefunben hat- freube macht alles, wo man helfen kann Dieses fcbhdite Wort steht auch ungeschrieben über ber Arbeit ber vielen taufenben Frauen, bie jebe freie Mi- nute opfern um ehrenamtlich anberen Frauen zu Helsen Und wieviel Hände notwendig gebraucht werden wieviel Einfatzbereitschast notwendig ist. das «M man wenn man die vielen Einrichtungen auf- Mi in benen nichts anderes getan wird als ganz fud,.Lin Durch den NS.-Bahnhofsdi-nft m einfach ,,hellen ^urry Unterbrechung die trauen ^der NS.Hrauenschaft und des Roten jrauen ue norfphen ift tn ben Tagen bes ?^e5kd ü«rt’b« uAb burÄ das immer ub"^°M„e^nd Eintreten volksdeutscher Flucht- s. ALL Lö3«p.«.u as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Das erste Frühstück. Auf die Wichtigkeit des ersten Frühstücks ist schon oft hin gewiesen worden. Trotzbern gibt es immer noch Mutter, die das „arme Kind" lieber 10 Minuten länger schlafen lassen unb ihm dafür bie geruhsame erste Fruhstücksmahlzeit erlassen. Dann bekommt Dieter einfach ein Brätchen in bie Hand gebrückt, bas er auf bem Schulweg hinunterfchlingt, währenb er vorher noch schnell eine Tasse Milch ober Malzkaffee hinuntergießt, wenn er sie nicht stehen lassen muß, weil sie zu heiß ist. Das erste Frühstück ist, wie immer wieder von ärztlicher Sette festgestellt würbe, bie w i ch - tigste Grunblage für ben ganzen Tag. Man kann baher nichts schlechteres tun als btefe wichtige Mahlzeit beim Kinde überspringen. Uebn- gens hat sich ergeben, daß Menschen, bie von klein auf an eine geordnete Frühstücksmahlzeit gewöhnt sinb (es schabet nichts, wenn biefes „gewöhnen" manchmal nur burch Tränen unb Strafen erreicht werben kann) auch in ihrem späteren Leben ohne diese Mahlzeit gar nicht auskommen bzw. arbeiten können. Don ihnen hört man, baß sie die 10 Minuten Schlaf, bie bei einer etwas lang geworbenen Nacht, was bei Erwachsenen vorkommen soll, tatsächlich eine Rolle spielen, lieber opfern, um in Ruhe frühstücken zu können — bie Grunblage für ben ganzen Tag! Es gilt ckffo, Dieter unbedingt baran zu gewöhnen. Aber nicht nur das „sich Zeit nehme n" für bas erste Frühstück ist wichtig, sondern auch was wir frühstücken. Erwachsene, die seit 30 ober 40 Jahren an ihren Morgenkaffee und bas obligate Brötchen mit Butter oder Marmelade gewöhnt sind, kann man nur schwer davon überzeugen, wieviel gesünder eine Suppe oder das berühmte Müsli '.st. Aber unseren Kindern wollen wir auf jeden Fall die Erkenntnisse der modernen Ernährungswissenschaft zugute kommen lassen und ihnen nicht immer die Tasse Milch ober Malzkaffe mit Brot ober Brötchen vorsetzen. Da die Rezepte für Müsli und Porridge überall bekannt find, bringen wir einige Rezepte, bie von zahlreichen Hausfrauen ausprobiert wurden: Falsche Schokoladensuppe. Mehl wird eingebrannt, aber nicht zu scharf, halb Wasser und halb Milch zugefüllt unb mit Zucker unb etwas Zimt, evtl, einer Messerspitze Kakao abgeschmeckt. Schwarzbrot-Quark. Schwarzbrot wird fein gerieben ober härteres Schwarzbrot einen Tag vorher eingeweicht mit etwas Milch, bann, kurz vor bem Anrichten, mit Quark untermischt und mit Zucker abgeschmeckt. Schwarzbrot-Obst. Eingeweichtes oder geriebenes Schwarzbrot wird mit geschnittenen ober geriebenen Aepfeln ober Bananen gemischt und mit Zucker evtl, etwas Zittonensaft abgeschmeckt. Warme Suppen: Hafermehl — ober Mehl- fuppen werden ziemlich fest eingekocht unb mit rohen geschnittenen ober geriebenen Aepfeln, Bananenstückchen, Zitronen- ober Apfeffinensaft vermischt unb mit Zucker adgeschmeckt. Statt Obst kann man auch Tomaten- oder Mohrrübensaft ober -mark ber Suppe zusetzen und nach Belieben mit Zucker ober etwas Salz abschmecken. P- Mmpsecinnen hinter der Front. Wir sind zur Stelle!« - Oie Hote-Kreuz-Helferin, die Schaffnerin und alte d»e ehrenamtlichen Helferinnen bilden eine große Kampfgemeinichast. und di, _______ .. . , . , ...... en’ W Unkenntnis ober Gerüchte. Kräfte werden baburch e‘n- osichwindet, Haltung geht verloren. Nun ist es Qgit, baß bie Kraftzentralen zu arbeiten beginnen. Aff'? Kraftzentralen in ben einzelnen Zellen bes Bchs sinb bie Mütter, bie Hausfrauen. ' Las alles wird im Laufe bes Tages an sie her- !er X getragen an Mitteilungen, bie ein schwaches Ge- ' 10 ?i, entnerven können! Doch sie, obwohl sie selbst en 5 V |0 rtart mit Sorgen belastet ist, verliert nicht ihre ePtembtT l|Xre Harmonie, ihre stille Heiterkeit. Sie hört allis an, sie spricht ruhig über alles, sie gibt schon tzg.urch, baß sie Anteil nimmt unb boch überlegen "***> bkbt, bem andern Fassung und Haltung, spendet Kifft durch ihre seelische Stärke, wirkt beispielhaft uni fördernd. Meist weiß sie selbst es gar nicht, ff^rche wertvolle Aufgabe sie erfüllt und ihre Aeuße- mgen sind vielleicht ganz gemeinplätzlich: „Es öi-b nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird; nici muß aus allem bas Beste zu machen ver- faß.en; gibt Gott ein Häschen, gibt er auch ein fischen .. " Es ist nicht bas, was gesagt, sondern Wi es gesagt wird — mit ruhiger Zuversicht. Diese ^erficht aber ist eine starke Kraft, bie außer- or^ntlid) beeinflussend und aufrichtend wirken kan. Mögen sich unsere Frauen dieser Kraft be- Mßt sein, bie in ben meisten von ihnen ruht und mn zum Wirken erwachen foll! Eva Schauwecker. Unser freudiger Einsatz in der Heimat schwächt den Gegner. Der Nationalsozialistische Gauikienst Hessen-Nassau schreibt: In unserer Heimat gibt es noch viele Männer, die Soldat sein könnten. Vielen von ihnen merkt man es an, daß sie lieber draußen in der Front am Feind ständen, als im Zivil- rock in der Heimat zu weilen. Aber es kann niemand von ihnen dafür, daß sie hier sind. Im ge- nnuestens ausgearbeiteten, den Erfordernissen der Kriegsführung bis auf die letzte Einzelheit entsprechenden Plan ist chr Platz gegenwärtig nicht an der Front, sondern im Lande. Ihre Pflicht ist allerdings die gleiche wie des Frontsoldaten, nur datz ihre Waffe nicht das Gewehr, sondern die Arbeit ist. Von ihrer Pflichterfüllung und ihrer tadellosen Arbeitsleistung hängt ebenso der Sieg ab wie von den kämpferischen Leistungen der Kameraden an der Front. Die Stellung, die ihnen zugewiesen wurde, haben sie ebenso auszufüllen wie der Krieger feinen Kampfplatz. Für einen deutschen Mann ist es hart, nicht an der Front stehen zu dürfen. Aber daraus darf sich kein Minderwertigkeitsgefühl entwickeln, das feine Kraft lähmen und fein Selbstvertrauen schwächen würde. Kraft und Selbstvertrauen sind gerade heute notwendiger denn je. Der Volksgenosse muß immer daran denken, daß er auch in der Heimat Soldat zu sein und sich bestens zu bewähren hat. Jedes Stück vorbildliche Arbeit, das er leistet, schadet dem Feind, jedes starke und zuversichtliche Wort, mit dem er anderen Kraft gibt, ist ein Schlag gegen jeden Gegner, jede helfende Tat, der ungebrochene Wille zur Volksgemeinschaft schwächt unsere Widersacher. Treu, gewissenhaft und tapfer soll er seinen Platz ausfüllen, immer bereit, ihn morgen mit einem anderen zu tauschen. Drückeberger gibt es im heutigen Deutschland nicht. Jeder steht da, wo er im Interesse des Volkes zur Erfüllung seiner Pflicht hingestellt worden ist. Auf seinem Platz wirkt jeder für den Sieg unserer Waffen mit. Wer bereit bleibt, dies moraen als Krieger zu tun, der braucht sich nicht zu schämen, es heute in der Heimat tun zu müssen. Und niemand hat das Recht, ihn deshalb schief anzusehen. Unsere Verachtuna gilt heute nur dem, der im Schicksalskampf unseres Volkes zu keinem Opfer, zu keiner Einschränkung bereit ist. Unsere Achtung aber allen, die als opferfreudige Soldaten Adolf Hitlers die ihnen auferlegten Pflichten erfüllen und jederzeit bereit sind, ihre ganze Kraft dafür einzusetzen, die Ehre und Größe Deutschlands zu verteidigen. Front und Heimat ist eins. Ein Wille beseelt sie und eine unerschütterliche Bereitschaft: nicht zu kapitulieren. Keine Gonderreiseprüfnngen. Der Reichserziehungsminister hat angeordnet daß von Sonderreifeprüfungen für Schüler und Schülerinnen der Höheren Schulen allgemein abzu- sehen ist. Das einem Schüler der Klasse 8 bei der Einberufung zum Heeresdienst auszustellende Abgangszeugnis gilt als Reifezeuanis, wenn es den Vermerk enthält, daß dem Scyüler auf Grund der n a ch g e w i e se n e n Einberufung gemäß diesem Erlaß des Reichserziehungsministers die Reife zuerkannt wird. Der Vermerk darf jedoch nur gegeben werden, wenn Führung und Klaffenleistung des Schülers es rechtfertigen. In allen anderen Fällen wird vorzeitig abgehenden Schülern ein einfaches Abgangszeugnis ausgestellt. Verläßt ein Schüler ober eine Schülerin vorzeitig die Klaffe 8, um K r i e g s h i l f sdi e n st zu leisten, so erhält das Abgangszeugnis bei Würdigkeit des Schülers oder der Schülerin nachträglich, d. h. am Schluß des Schuljahres, sinngemäß den erwähnten Reife-Vermerk, wenn der Schüler oder die Schülerin eine Bescheinigung über pflichtgetreue Arbeit in wichtigem Kriegshilfsdienst für den gesamten Zeitraum bis zum Schluß des Schuljahres beibringen kann. Diese Voraussetzung der pflichtgetreuen Arbeit in wichtigem Kriegshilfsdienst für den angegebenen Zeitraum muß ausdrücklich hervorgeh ob en werden, die Entscheidung darüber, was nach den örtlichen Verhältnissen als wichtiger Kriegshilfsdienst angesehen werden darf, trifft der Oberpräsident bzw. die Unterrichtsverwaltung des Landes. Die Schülerinnen der Oberschulen für Mädchen, die an sich die Reifeprüfung nach neun Schuljahren im Januar 1940 ablegen sollten, werden schon jetzt aus der Schule entlassen. Sie erhalten das Reifezeugnis ohne besondere Prüfung, wenn diese Zuerkennung nach Führung und Leistung der Schülerin möalich ist. Das Zeugnis wird aber e rst am Schluß des Schuljahres 1939/40 ausgehändigt, und zwar nur dann, wenn die Schülerin nachweist, daß sie sich in der Zwischenzeit im Hilfsdienst irgendwelcher Art (Hilfe in kinderreichen Familien, Hilfe in der Landwirtschaft u. ä.) betätigt hat. Wenn die Reife nicht zuerkannt werden kann, so tritt die Schülerin in die Klasse 8 zurück. Die private Krankenversicherung ' der Einberufenen. Das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung hat eine Regelung für die private Krankenversicherung getrosten, die ab 26. August gilt. Für Versicherte, die zur Wehrmacht, zum Reichsarbeitsdienst oder einen auf ähnlicher Grundlage beruhenden staatspolitisch notwendigen Dienst, mit dem Heilfürsorge verbunden ist, einberufen sind oder werden, ruhen die Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsvertrag, soweit es sich um die Beitragsteile und Leistungsansprüche des Einberufenen selbst handelt. Die Versicherung nichteinberufener Familienangehöriger ist mit unveränderter Leistung f o r t z u s e tz e n. Soweit Geschäftspläne vor- ! sehen, daß beim Erlöschen der Hauptversicherung chie Versicherung der Familienversicherten ebenfalls erlischt oder beendigt werden kann, dürfen diese f Rechtsfolgen beim Tode eines einberufenen Haupt- !versicherten nicht geltend gemacht werden. Das gilt auch, wenn der Tod eines nicht, einbe- I rufenen Hauptversicherten durch Kampfhandlungen Husarenstreich ein Das Bodenpersonal vernichl P.K. Auf dem Flugplatz eines Kampfgeschwaders im Osten. Allmählich wiederholt sich die Fülle von Angriffen kleiner polnischer Einheiten auf den Horst. Nacht für Nacht stört diese Schießerei die des Nachtschlafes so bedürftigen Männer. Der Horst hat Sicherheit notwendig. Starke Postenketten mit Maschinengewehren müssen ständig Dienst tun. Tollkühn kommen nun oft diese Burschen aus den Wäldern. Die Wachen sind sehr anstrengend und die Folgen einer Unachtsamkeit sind nicht auszudenken. Maschinen, Brennstoff, Munition — das wäre ein hübsches Feuerwerk. Eines Tages wird es nun unserem Horstkommandeur, einem verdienten Weltkriegs-Hauptmann, zu arg. „Kinder, die müssen mir kriegen!" Wir sind Feuer und Flamme. Flieger in« fanteristisch eingesetzt — einmal etwas Neues. Wo stecken nun eigentlich untere Freunde? Einmal hatten wir Glück. Etliche Kilometer von uns, in einem dichten Wäldchen, wurden sie durch eine Maschine festgestellt. „Polnische Truppen in Stärke eines Bataillons mit vollständiger Ausrüstung"^ so lautete die Meldung. „Herr Oberleutnant Müller, stellen Sie aus der Bodenmannschaft eine Kompanie zusammen, freiwillige Offiziere, Maschinengewehre sind mitzunehmen." Im Nu ist eine Kompanie mit 70 Männern aufgestellt. Heute gegen Abend kann es losgehen. Um 16 Uhr war Antreten. Jeder von uns hatte nur den einen Wunsch: hoffentlich werden mir die Brüder treffen! Mit Sicherung marschieren mir ab. Wir biegen gleich von der Landstraße ab. Nur nicht lärmen. Leise geht's durch den tiefen Sand. Nach einer Stunde Marsch sind mir in die Nähe des Wäldchens gekommen. Unsere Späher kommen er Horstkompanie. et zwei polnische Bataillone. zurück. Feind im Wald, fast ohne Sicherung. Lie Brüder müssen sich ja verteufelt sicher fühlen. Unser schneidiger Kompanieführer trifft die Einteilung. Wir umstellen das Wäldchen so, daß mir die allenfalls Flüchtenden auf die Straße hinaustreiben, mo mir ja ihrer reicher habhaft werden können. Langsam pirschen wir uns vor. Schußbefehl nur auf Pfiff, mir wollen doch alle bekommen. Die Sonne ist gerade hinter den Wipfeln verschwunden, das Schußlicht ist noch gut. Auf indianermäßige Weise werden die Posten unschädlich gemacht. Sie sind so erschrocken, daß-''sie an gar keinen Widerstand denken. Nun haben wir das. Lager vor uns. Auf einer Lichtung sehen wir große Vorräte von Munition und Material aufgestapelt. Auch Artillerie ist vorhanden. Wenn das nur gut geht. Wir haben eine f ä st zehnfache U e b e r m a ch t vor uns. lieber» raschung ist alles. Ein schriller Pfiff ertönt — nun knattert es los. Wie aufgescheuchte Hasen sausen die Polen durcheinander. Der Widerstand ist nur sehr kurz. Sie haben ja keine Ahnung wie wenige mir sind. Bald fliegen die Hände hoch — sie reollen sich ergeben. Die Maschinengemehre bleiben in Feuerstellung. Wir haben schon Erfahrungen gemacht mit den Burschen. Die Toten und Verwundeten mürben gesammelt, ebenso das Material. Ein langer Zug von Gefangenen marschiert ab — Richtung Berlin. Unser Erfolg war durchschlagend. Polen in der Stärke von fast zwei Bataillonen mit Offizieren und reichlichem Material — gefangen durch eine Horst- kompanie in der Stärke von 70 Mann — wohl ein einmaliges Erlebnis. Nun hat unser Horst Ruhe, die Gefahr ist abgewendet. Die Luftwaffe hat in kühnem Einsatz bewiesen, daß sie auch auf der Erde zu kämpfen weiß. machtangehörigen, 9. alle Zulagen, soweit sie bish„ steuerfrei waren, einschl. der Frontzulage. Zu steuerfreien Zulagen zählt auch die Fliegerzulag^ Die übrigen Bezüge der Wehrmachtangehöriger, wie z. B. Grundgehalt und Wohnung s< g e l d z u s ch u ß, zählen nicht zum mobile, Diensteinkommen und werden nach den Steuer, gesetzen versteuert. Die Umstellung des Handwerks auf die Kriegswirtschast. Reichshandwerksmeister Schramm hatte der; aus dem Führerkorps des deutschen Handwerks ga bildeten Beirat zu einer Sondertagung zusoir, i menberufen, wobei alle Fragen zur Erörterung langten, die hn Zusammenhang mit der Umstellung des Handwerks auf die Kriegswirtschaft stehen. Der Handwerkerfrauen, die in Abwesenheit ihrer an bq Front stehenden ober sonst im feldgrauen R»j dem Vaterland dienenden Männer die Hand, merksbetriebe aufrecht zu erhalte, suchen, wird von den Innungen, Kreishandwerkei. schäften und Handwerkskammern alle nur denkbare Fürsorge zuteil. Auch für biejen!< gen Handwerksbetriebe, die durch die Einführung der Kriegswirtschaft zur Zeit über Auftrags, mangel klagen, wird Hilfe geschaffen merber, indem man diese Handwerkszweige, Betriebssühur und Gefolgschaften, dort einsetzt, wo ihre Arbeit:, kräfte gegenwärtig am besten eingesetzt werde, können. Oie Arbeit des Internationalen Noten-Krenz-Komitees. Bern, 23. September. (DNB.) Zur Herstellung der Verbindungen mit den Regierungen und der Rot-Kreuz-OrgaNisationen der kriegführenden Ar> der hat das Internationale Komitee vom Roter, Kreuz in Genf Beauftragte schweizerischer Staat-; an gehörig kett nach Deutschland, Polen, Frankreich! und England entsandt. In Berlin weilt Dr. Marci I u n o d , der das Komitee früher in Abessinier ober Kriegsereignisse eingetreten ist. Familien- und Anschlußversicherte können in diesen Fällen b i e Versicherung fort setz en. Bestimmungen, daß Dersicherungsleistungen nicht gewährt werden für Schäden, die infolge von Kriegsereignissen entstanden sind, werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt mit der Maßgabe, daß hierbei Leistungen für solche Schäden nicht zu gewähren sind, für die auf Grund gesetzlicher Vorschriften Ansprüche gegen das Reich bestehe«. Oie Krankenversicherung für Famil enanqehörige. Zur Weitergewährung der Krankenversicherung an die Familienangehörigen der Einberufenen nimmt der Reichsarbeitsmini st er in einem Erlaß ergänzend Stellung. Darin macht er es den Trägern der Krankenversicherung zur besonderen Pflicht, dafür zu sorgen, daß die nach der getroffenen Regelung für die Familienangehörigen in Frage kommenden Leistungen schnell und frei von bürokratischen Hemmungen gewährt werden. und in Spanien vertreten hat. Der Vertreter b« Genfer Komitees in Polen, Robert Brunel, si zugleich in Rumänien akkreditiert. In Paris reiri das Komitee durch Eduard Frick vertreten, in London durch Robolphe H a e c i u s. Die Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreiz haben bei den Regierungen und Organisationen bt einzelnen Länder die beste Ausnahme gefunden. Se haben bisher die folgenden Mitteilungen nach Geis gesandt: Am 20. September sollen etwa 30 000 Flüchj, ringe und Internierte sich auf rumänischem G- biet befunden haben. Eine genaue Zählung ist noch nicht vorgenommen worden. Sie sind alle in dec Moldau konzentriert. Rumänien bietet ihnen eine dankenswerte Gastsreurtbfchaft. In Berlin, Paris und London stehen die Bei« tteter des Internationalen Komitees vom Rotei Kreuz in engen Beziehungen zu den Persönlich feiten, die von ihren Regierungen mit der Schaf« fung einer am tilgen A u s ku n f t s ste lle ü^ber bie Kriegsgefangenen beauftrag sind. Das Komitee erwartet in der nächsten Zeit von diesen Organisationen die lleberfenbuitg b e r Kriegsgefangenenlisten. Das temationale Kontitee vom Roten Kreuz hat aud) Oie Kriegszulagen des Wehrsoldes steuerfrei. Der Reichsfinanzminister hat die steuerliche Be- hanblung des Dien st einkommens von mobil verwendeten Angehörigen der Wehrmacht geregelt. Er bestimmt, daß das Diensteinkommen mobil verwendeter Angehöriger der Wehrmacht, Soldaten wie Wehrmachtbeamter, in seinen nicht friedensmäßigen Bestandteilen, also in Höhe der besonderen Kriegszulagen, steuerfrei ist. Als steuerfreies Diensteinkommen in diesem Sinne gelten folgende Bezüge, die auf Grund des Einsatz-Wehrmachtgebührnis- gesetzes und der Durchführungsbestimmungen hierzu gewährt werden: 1. Wehrsold, 2. freie Verpflegung, 3. freie Unterkunft, 4. freie Bekleidung, 5. Bekleidungsentschädigung, 6. Einkleidungsbeihilfe, 7. Ausrüstungsbeihilfe, 8. freie Heilfürsorge des Wehrdie Länder, welche Militär interniert und Zivilflüchtlinge aus Polen aufgenom« men halben (Rumänien, Ungarn, Litauen und Lett« land) ersucht, deren Zählung vorzunehmen und itnn die Listen sobald wie möglich zu übersenden. Da Vertreter des Komitees in Deutschland besucht am Freitag die Kriegsgefangenen an den Orten, reo sie untergebracht sind. Er wird sich nächste Woche nach-Genf begeben. In Pretoria und Windhuk sind je ein In« ternierungslager für deutsche Reichs- angehörige eingerichtet worden. In Pretoria sind ungesährt 130 Deutsche interniert worden, bar« unter die Besatzung des in Durban beschlagnahmten Dampfers „Hagen" und die beim Stahlwerk in Prs« toria tätig gewesenen Reichsdeutschen. In Südwejt« afrifa sind ebenfalls etwa 100 Reichsdeutsche inter« niert worden. Em vergessener Maler. Don Ludwig Kinckh. Die Stadt Landau in der Rheinpfalz ist die Mutter der rußlanddeutschen Siedelung Landau im Beresan, wohin vor jetzt 100 Jahren zahlreiche Pfälzer auswanderten. In der Zeitschrift der Ruß- landdeutschen „Deutsche Post aus dem Osten" wurde das Gesamtverzeichnis jener Ansiedler veröffentlicht, eine vorbildliche Arbeit, wie sie planmäßig von allen Niederlassungen Deutscher gemacht werden sollte. Aber die Stadt Landau hat auch an Nordamerika zwei berühmte Söhne abgegeben. Der eine war der Dichter und General im nordamerikanischen Bürgerkrieg Konrad Krez, dem ich ein literarisches Denkmal setzen durste. Von dem anderen wußte wohl auch seine Vaterstadt .Landau noch nichts. Es mar Thomas Nasi, der am 27. September 1840 in Landau geboren als Sohn eines Musikers, als sechsjähriger Knabe mit seinen Eltern nach Neuyork kam. Es waren wohl die politischen Verhältnisse der Zeit, die den armen Pfälzer nach Amerika trieben. Der herangewachsene Junge sollte Uhrmacher werden, aber ihn verlangte, alles, was er um sich sah, zu zeichnen, und offenbar mit dem besonderen, angeborenen Pfälzer Witz Damals waren dem Maler Theodor Kaufmann alle Gemälde verbrannt, und er eröffnete, um sein Leben zu fristen, eine Zeichenschule. Bei ihm lernte der junge Thomas Nasi — aber es reichte nur sechs Monate. Dann mußte er zeichnen, um Geld zu verdienen, für Neuyorker bebilderte Zeitschriften tagüber, und abends bildete er sich in der Kunstakademie weiter. Als Zeichner der Jllustrated News wurde er 1860 nach London geschickt, um den Wettkampf zwischen dem besten britischen und amerikanischen Faustkämpfer zu zeichnen. Das Glück war ihm gewogen. Er kam als Kriegszeichner zur Eroberung von Sizilien und Neapel durch Garibaldi, und als er 1861 heimkehrte, heim nach Amerika, war der nordamerikanische Bürgerkrieg ausgebrochen. Er machte ihn berühmt. Es gab zwei Zeichner, die durch ihre politischen Zerrbilder die öffentliche Meinung Amerikas jahrelang mächtig beeinflußten, Josef Kepvler im „Puk", und Thomas Nast. Thomas griff die verdorbene Tammany-Gesellschaft der Neuyorker Stadtverwaltung mit beißendem Spott an und stürzte ihr Haupt Tweed. Er verstand es, im Bürgerkrieg die amerikanischen Dinge in witziger Uebertreibung darzu- stellen, ein Mark Treain des Stifts, und man riß sich tim seine Bilder in Harpertz Weekly. Thomas Nast stand als Republikaner auf der Seite der Nordstaaten, und er trug wie ein tapferer General mit seinem Zeichenstift zur Entscheidung für die Union bei. Von feinen großen Gemälde / wurde der „Ausmarsch des 7. Neuyorker Regiments am 19. April 1861" und der „Einzug Lincolns in Richmond" berühmt. Neben Lincoln reitet der deutschamerikanische General Weitzel. Thomas Nast gehört zu jendn deutschamerikanischen Kämpfern, die mit Gut und Blut zum Ruhm und Sieg ihres neuen Vaterlandes beitrugen. Sie sind heute noch vergessen und von dem wenig dankbaren amerikanischen Volk in den Schatten gestellt. Er starb als Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Ekuador. Es wäre an der Zeit, ihn der Vergessenheit zu entreißen und von seinem Werk auch in Deutschland etwas zu erfahren. Kanonenmund spricht... Von Namen und Sprüchen alter deutscher Kanonen. Der alte Deutsche liebte es, wie man dies noch in Westfalen, Friesland und Holstein sehen kann, seine Häuser mit Sprüchen, meist frommen Inhalts, zu verzieren. Diese Sitte gibt dem Hause einen eigenen, gemütvollen Reiz. In ähnlicher Weise schmückte der Deutsche in früheren Zeiten seine Geschützrohre, besonders die „gröberen", wie man sie damals nannte, mit Inschriften. Auch wurde jedes Geschütz mit Namen bezeichnet und damit gewissermaßen zu einem Lebewesen gestempelt. Die Namen waren meist der Tierwelt entlehnt. Die schwersten Geschütze erhielten die abschreckendsten Namen: „Drache", „Basilisk", „Krokodil", „Salamander" ufm.; die andern hießen „Bär", „Büffel", „Einhorn" u. a.; auch „Hirsch", „Katze", selbst „Bremse" und „Hummel" wurden als Namen gewählt. Aber es gab auch Geschütze mit anderen Bezeichnungen, so wurde z. B. ein für damalige Zeiten furchtbares Geschütz, das fast 200 Zentner wog und Steinkugeln von 750 Pfund schleuderte, die „Faule Metze" genannt Aber auch „Schön Els" sandte ihrem erwählten Helden den donnernden Gruß und Todeskuß, die „Sängerin" fang dem todwunden Landsknecht auf grüner Heide feine Sterbelied, und die „Nachtigall" schmetterte ihr Lied in das wilde Schlachtgetümmel. Die Namen der Vögel aller Gegenden liker Erde wurden überhaupt mit Vorliebe gewählt, um die Kanonenrohre damit zu schmücken. Hier und da suchten aber die „frumben" Lands- , knechte, die an Zauberkugeln glaubten und sich mit Zaubersprüchen umgaben, auch die Heiligen für ihre Sache zu gewinnen, und nannten die Rohre drum auch „St. Anma", „St. Laurenz", besonders auch nach der Schutzheiligen der edlen Zunft „Artol- lerey", „St. Barbara". Klangen die Mädchennamen „Ursel", „Grete" u. a. zart und poetisch, so drohten „Lucifer" und „Fliehender Geist" auf dämonische Weise. Als dann die Aahl der Geschütze immer größer und die Zahl der noch unbenutzten Namen immer kleiner wurpe, kamen die Arttlleristen schließlich in Verlegenheit und nannten die Kanonen nach ihrer Tätigkeit oder nach Monaten oder Sternen oder sie bezeichneten sie auch nur mit Zeichen und mit Buchstaben. Hier feien als besonders originelle Geschütznamen noch erwähnt: „Drummerin", ,^Humserin", „Purasserin", „Kitzlerin", ,Lauer pfeif", „Hirngrille", „Burlabuß", ^,Weckusf", „Trummler", „Schnurrhindurch" und „Machesried". Später wurden die Geschütze nach ihren Kalibern durchweg mit dem gleichen Namen bezeichnet; alle 48-Pfunder hießen „Basilisken", die 40-Pfunder „Drachen", die 36-Pfünder „Adler", die 24-Pfünder „Falken", die 12-Psünder „Geier", die 6-Pfünder „Habicht", die Mörser „Eulen" und die kleinen 3-Pfünder „Sperber". Bei der Bedeutung, die >das noch so primitive llKaffenhandwerk aber in den alten Zeiten hatte, genügte es der mit den Dingen des Krieges ununterbrochen beschäfttgten Volksseele nicht, den Geschützen nur solche Namen zu geben, sondern die immer rege Volkspoesie beschäftigte sich damit, der Kanone, als dem Munde, aus dem sichtbar und schrecklich das Schicksal sprach, Sprüche mitzugeben, die für uns heutige Menschen vielfach aufschlußreich sind in bezug auf die Stellung unserer Altvordern zu Krieg und Tod. Hier folgt eine Auswahl solcher Sprüche, die auch volkskundlich von hohem Interesse sind: „Ich heis der Drach (Drache) von Hal Und fahr auß mit großem Geschsl (Schall)." Damit ist der Geschützdonner bezeichnet. Deutlicher noch redet das Geschütz, das im Pariser Zeughaus steht: „Der Greif heis ich, Meinen genedigen Herrn von Drir (Trier) din ich, .Wo er mich Heist gewalden, So will ich door und Mauren zerspalten", d. h. wo er mich wirken läßt und walten, werde ich Türen und Mauern spalten. Die Helle Flamme beim Schießen ist in diesem Sprüchlein gut dargestellt: „Ich flihe (fliege) bei Nacht wie ein Drach, Im finstern Feld ich's lichte mach," Auf dem Hohentwiel im Schwabenland steht ein altes Rohr mit folgendem Vers: ,Lch alter Beer (Bär) thu brummen sehr, Mit meiner Pseisf ich alls um kehr." , Dann kommen die Sprüche mit Vogelnamen: „Ein nachttgall bin ich genannt, Liebsich und süß ist mein gesangk, den ich zusinge, ist die Zeit langt!", soll heißen: der geht in die Ewigkeit. Schneidig H oer Hahn: „Ich heiß der Han, Im Hader bin ich fom dran!" Sehr gut ist das Bild des Phönix, der statt Ei^k Bomben legt: „Der Denix heis ich, Ich lege ein Ei, Was ich dresf, das bricht entzweiU! Die Eule, d. h. der Mörser, der nachts schießt, sagt: „De Ule bin ik genannt, Wenn, andre Vagel slapen. So komm ik bi de Hand". Ihr Nachbar, das Käuzchen, aber meint: * ,Lch bin genannt der kleine Kauz, Hau manchem sehr hart uf die schnauz." Als der wegen seines Weines berühmte Ratskel' ler der Stadt Hamburg ein Geschütz schenkte, schrieb ber Rat auf das Geschütz: „Bacchus Sasft / Hat diese Krafft, Daß er Mars die Waffen schafft!" Nicht vergessen werden sollen die Geschütze Frie2- richs des Großen, auf denen jein Namenszug stand und darunter die Worte „Ultimo ratio regis“, fr« übersetzt: „Des Königs letztes Mittel." Wer Geleaer« heit hat, in alten Waffenmuseen und Zeughäuser« Geschütze aus alter Zeit zu betrachten, wird diese Sammlung von Kanonensprüchen noch mit manche« ähnlichen ergänzen können. U. S. Büchertisch. — Emil Braunweiler: Physik ohne Zahlen. Mit 183 Abbildungen. (Verlag Knoik & Hirth, München.) Seinen 5,50 RM. — (252) - Der Leitgedanke dieses Buches ist: Keinerlei Dor« kenntniffe voraussetzen, jede Formel und jede Be' rechnung vermeiden! Es gibt nur leicht faßliche, ab et vollständige Schilderungen, unterstützt durch klare Zeichnunaen, und doch läßt es jeden sich jenes Grundwissen aneignen, das die Voraussetzung sio das Verständnis jedes Spezialgebietes bildet. Daß dem Verfasser eine besonders glückliche, ja unterhalt' sarne Form gelang, darf pls besonderer Vorzug gellen.