Hr. HZ Erstes Blatt 189. Zahrgang Dienstag, 2r.)unit939 Erichetni täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Sriihlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSstsftelle: Schulftrohe? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für \ mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/0 mehr. 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In den letzten Jahren haben allein die angeordneten M e h r e i n s ch l ä g e die volle Deckung des Holzbedarfes bewirkt. 3m 3ahre 1939 wird sich der gesamte Bedarf Grotzdeutschlands an Holz auf über 80 Millionen Festmeier Derbholz belaufen. Mit einem wesentlichen Rückgang dieses Gesamtbedarfes ist für absehbare Zelt nicht zu rechnen. Dafür sorgt allein schon die Bau wirtschaft als größter Holzverbraucher. Wenn einmal die Bauten für die Reichsverteidigung, die repräsentativen Bauten für Partei und Staat und der ungeordnete Umbau großer Städte vollendet sein werden, wird voraussichtlich der angestaule Wohnungsbedarf noch für lange, lange Zeit den Bauholzverbrauch auf großer höhe halten. Die Holzmengen, die der heimische Wold nicht hergibt, können auch nicht mehr, wie einst vor dem Weltkriege, ohne alle Schwierigkeiten etwa aus dem Auslanbe bezogen werden. Das ist nicht allein eine Folge der gegenwärtigen Devisenlage. Auch die Verhältnisse in den europäischen Holzexportländern spielen eine Rolle. Einige von ihnen industrialisieren sich, um ihr Holz in eigenen Werken zu verarbeiten und als Halb- oder Fertigwaren aussühren zu können. Andere haben in den Kriegsund Nachkriegsjahren ihre Wälder mindestens in den nicht mit Transportmitteln erreichbaren Teilen so ausgenützt, daß sie sich wohl oder übel zu beträchtlicher Einschränkung ihrer Holzausfuhr gezwungen sehen. In den meisten Holzausfuhrländern wird schließlich die wachsende Erkenntnis von der Bedeutung der Nachhaltigkeit der Walbwirffchaft, die seit mehr als 150 Jahren den obersten Grundsatz der deutschen Forstwissenschaft bildet, zu einer Herabsetzung der Holznutzung führen. Da uns auch die Auswertung der großen Waldflächen in unseren Kolonien durch den Raubzug von Versailles heute noch entzogen ist, stehen wir in der Holzwirtschast vor den gleichen Erfordernissen, wie auf vielen anderen Gebieten unseres nationalen Lebens: Was uns an naturgegebenen materiellen Reichtümern fehlt, müssen wir anderweitig ersetzen, und zwar durch sparsamste und zweck- Siamesische Offiziere sagen Besuch in Singapur ab! Singapur, 26. Juni. (Europapreß.) Die Besuchsreise einer Offiziersabordnung der siamesischen Luftwaffe nach dem Flotten- und Luftstützpunkt Singapur ist abgesagt worden. Das Kommando der Luftwaffe von Singapur erhielt ein Telegramm aus Siam, wonach „u n- oorhergesehene Umstand e" es nötig gemacht hätten, den Besuch, zu dem eine Gruppe siamesischer Offiziere eingeladen worden war, einstweilen zu verschieben. Eingeladen waren 13 höhere siamesische Offiziere, die in zehn Flugzeugen am 4. Juli zu einem zweitägigen Besuch in Singapur eintreffen sollten. Finnland wählt seinen Reichstag Von unserem H.-Korrespondenien. HermannGöringforhertschärfsteLeistungssteigerung her deutschen Forstwirtschaft. Sparsamste Verwendung des kostbaren Rohstoffes Holz. der Staatsgewalt ihren Stempel aufzudrücken. An Versuchen hierzu hat es nicht gefehlt. Im Hinblick auf das kommende Wab> gebnis kann angenommen werden, daß Sozialdemokraten und Sammlungspartei auf Kosten der Agrarpartei einige Sitze gewinnen werden. Dieser Umstand hat aber, neben politischen, zweifellos auch ganz natürliche Gründe; denn die Folgen der immer stärker werdenden Landflucht müssen sich in den Parteien, die sich am stärksten auf das Landvolk stützen, am entscheidendsten bemerkbar machen. Durch das gegen sie angestrebte Verbot hat die JKL. etwas Wind in die Segel bekommen. Gleichgültig, wie die Wahl ausfällt, eines ist sicher: Der kommende Reichstag ist vor noch schwerere Aufgaben gestellt, die er nur dann im Interesse worden. In dem nun abgeschlossenen Reichstag hatte die Regierung in der Mehrzahl der Fälle zwel Drittel aller Stimmen hinter sich. Dadurch, daß die Sozialdemokraten aus ihrer bisherigen Oppostttonsstellung herausgekommen und Regierungspartei geworden find, mußten sie auch ihre negative Haltung zur Wehrfage einer gründlichen Revision unterziehen. Das ist jedoch nicht immer ohne Konflikt abgegangen. Sammlungspartei, JKL. und die Schweden bildeten die eigentliche Opposition kne besonders in der letzten Zeit ihre Stimmen entscheidend in die Waagschale geworfen hat, so daß die Regierungsgruppe sehr oft mit einem starken Gegenwind zu kämpfen hatte. In der Regierungsgruppe hatten sich gerade im letzten Jahr verschiedene Strömungen bemerkbar gemacht, die den Einfluß der Gruppe gefährdeten. Ein bekanntes finnisches Blatt schrieb dazu daß eine Art Regierungsermüdung mcht abzu- leüqnen wäre, die ohne Zweifel zu einer mnerpoli. tischen Pichtungsänderung führen könne, wenn das kommende Wahlergebnis ober andere Ereignisse dazu den kleinsten Anstoß gäben. Wie bereits betont, hatte der nun verabschiedete Reichstag em gewaltiges Arbeitspensum zu erledigen. Aus Grund der Regierungsoorschläge sind zahlreiche wichtige Entscheidungen getroffen worden, wie z.B. das^Dolks^ Versicherungsgesetz, Zoll- und Seegesetz und der Re- gierunqsvorschlag über die Verteidigung Aalands. Die Sachlichkeit, mit der fich^der Reichstag gegenüber den behandelten Fragen verhi^t, ist aller Am erkennung wert. Da« bürgerliche Denken hat sich insofern stärker erwiesen, als es den Sozialdemokraten bisher nicht gelungen ist, den Entscheidungen Helsinki, Ende Juni 1939. Aus einigen Wvhlvorschlägen, die bisher in den finnischen Zeitungen veröffentlicht worden sind, haben die bestehenden Wahlen des finnischen Reichstages noch keine großen Schatten vorausgeworfen. Erft dieser Tage, eine Woche vor der Wahl, hat die Wahlpropaganda gewissermaßen über Nacht eingesetzt. Ein Gang durch die Esplanade, die Süd-West- Achse Helsinkis, ist ein Gang durch ein Spalier der verschiedensten Wahlvorschläge, die um die Gunst der Passanten werben. Da man in Finnland keine Litfaßsäulen kennt, werden die Wahlplakate auf zu diesem Zweck besonders geschaffenen Staffeleien aufgezogen. Die Wahldiener tun dazu noch ein übriges und binden die Plakattafeln der verschiedensten Parteien an ein und demselben Baumstamm fest, so daß sich hier oft links und rechts Rot und Weiß brüderlich vereint zusammenftnden. (eben schlechthin. Er gestaltet in feiner natur- bedingten Mannigfaltigkeit das Bild der deutschen Landschaft, die im Laufe der Jahrtausende Wesenszüge unserer Kultur und Art geprägt hat. Nirgends ist die Verbundenheit von Mensch und Wald stärker und inniger als in unserem Vaterlande. Den deutschen Wald in seiner natürlichen Schönheit und organischen Lebenskraft zu erhalten, unserem Volke eine unersetzliche Quelle echter Freude und eine Stäste der Erholung und inneren Erbauung zu bewahren, ist und bleibt die vornehmste Pflicht des Forstmannes. Der unumstößliche Grundsatz der Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft verpflichtet uns zu einer Zeit, in der wir aus nationalpolitischen Gründen ver st äxkten Holzeinschlag vornehmen müssen, auch zu äußersten Anstrengungen im produktiven Aufbau. Um das vom Führer gesteckte hohe nationalpolitische Ziel zu'erreichen, muß ich als Beauftragter für den Dierjahresplan aus allen Zweigen der deutschen Wirtschaft dasAeußerste an Leistung herausholen. Don ollen Berufen muß ich selbstlose Mitarbeit und stete Opferbereitschaft fordern. Wir müsfen heute scheinbar Unmögliches möglich machen. Und ich weiß, es geht, wenn der Wille dazu in allen vorhanden ist. Es geht, wenn sich alle aufraffen und an sich selbst höchste Ansprüche stellen. Das Bewußtsein, der Ehre, Freiheit und Größe unseres deutschen Volkes zu dienen, sollen wir an jedem Werktag in uns tragen. Herrlich ist bas Ziel, stolz ist die Aufgabe — stahlhart sei unser Wille, unbeirrbar unser Streben! Dann schrecken uns auch nicht die ärgsten Widerstände. Die Ansprüche, die heute an die Forstwirtschaft Großdeutschlands gestellt werden, sind ungeheuer groß. Der nationalpolitische und nativnalwirtschaft- liche Aufbau erfordert Holz in riesigen, ja in geradezu unvorstellbaren Men- q e n. Holz ist neben Eisen, Kohle und Steinen der wichtig st e Roh st off unserer industriellen Arbeit geworden. Er ist für zahlreiche Gewerbezweige unentbehrlich, namentlich für die Bauwirtschaft, den Bergbau und die Papierherstellung. Auf seiner Grundlage entwickeln sich in schnellstem Tempo neue Industrien, so insbesondere die Fabrikation von Textilfaserstoffen und die Holzzuckererzeugung. Alle diese Gewerbezweige stellen feit. Jahren wachsende Anforderungen an die Lieferung Der Reichstag der nun abgeschlossenen Wahlperiode ist kürzlich in einer Schlußsitzung feierlich verabschiedet worden. Er hatte ein gerüttelt Maß voll Arbeit zu leisten, was nicht zuletzt daraus her- vorgeht, daß dieser Reichstag am längsten von allen bisherigen getagt hat. Nach kurzen Sommerferien tritt d e r neue Reichstag, der nun am 1. und 3. Juli gewählt wird, am 1. September zusammen. Er wird in seiner Zusammensetzung voraussichtlich anders aussehen; wie, darüber ist es zwecklos, irgendwelche Vermutungen anzustellen. Als der jetzige Reichstag 1936 gewählt wurde, war die politische Konstellation sowohl innen- als außenpolitisch völlig anders als jetzt. Die Angelegenheiten des Landes wurden vor der letzten Reichstagswahl von dem Präsidenten Svinhufvud betreut, und das Ministerium Kivimäki führte die Regierung. In jener Wahlperivde setzte nach einer anfänglichen Isolierung Finnlands d i e s k a n- dinavische Orientierung ein. Nach einer Amtszeit von vier Jahren trat die Regierung Kim- mäki im Herbst 1936 zurück. Obwohl die Neuwahlen keine entscheidenden Kräfteverlagerungen zeitigten, brachten sie doch einen weiteren Vormarsch ber Sozialbemokraten, die, verstärkt durch die Mitglieder der 1930 verbotenen K o mmuni- stischen Parte-i, von 66 Sitzen auf 83 aufge- rückt sind. Es war vorauszusehen, daß auch die neue Regierung weiterhin in den Händen der bürgerlichen Gruppen bleiben würde, zumal die Agrarpartei den Kampf gegen Sozialisten und Sozialismus auf ihre Fahne geschrieben hatte. Mit einer Stimmenmehrheit der Bauern und Sozialisten wurde der neue Reichstag mit dem Staatspräsidenten Kyösti K a l l i o gewählt, der aus der Agrarpartei hervorgegangen ist. In dem finnischen Reichstag der nun abgeschlossenen Wahlperiode verfügte die Regierungsmehrheit über 143 Stimmen, wovon 83 auf die Sozialdemokraten, 53 auf die Agrarpartei und 7 auf die Fortschrittspartei entfielen Die Vaterländische Volksbewegung. (JKL.) sowie dieKonservativeSammlungspar- te i verfügten über 14 bzw. 20 Sitze. Dazu kamen noch 21 schwedische Abgeordnete und zwei Vertreter kleiner Spitzengruppen. Die bereits in den letzten Jahren der Kivimäki-Regierung einsetzende Neuorientierung ist durch die allgemeine politische Sage in Europa und durch das Versagen G e n f s , auf das man gerade im Norden die größten Hoffnungen gefetzt hatte, begünstigt worden. An Stelle der abgegriffenen Schlagworte von kollektiver Sicherheit und Völkerbund traten skandinavische Orientierung und Neutralität, wobei unter skandinavischer Orientierung in erster Linie eine Anlehnung an Schweden zu verstehen ist. Jrn Hinblick auf Sowjetrußland ist Schweben bas für Finnland unentbehrliche Hinterland und die Brücke zur Welt. Durch Zusammenarbeit und durch die gemeinsame Behandlung der nordischen Neu- ttalitätsregeln und ber im Herbst 1938 plötzlich stark in den Vordergrund getretenen Aalandfrage ist die Bindung dieser beiden Länder noch enger ge- Berlin, 26. Juni. (DNB.) Im festlich geschmückten Reichstagssitzungssaal der Krolloper wurde die Großbeutsche Reichstagung der beutschen Forstwirtschaft eröffnet. Fast 2000 Mitglieber des Deutschen Forstvereins hotteft sich versammelt, neben ihnen zahlreiche ausländische Forstleute. Besonders stark war die italienische Abordnung vertreten. Das Landesorchester Berlin leitete die Feierstunde ein. Nach einem feierlichen Vorspruch eröffnete Generalforstmeister Staatssekretär Alpers, der Leiter des Deutschen Forstoereins, die Tagung. Nach alter deutscher Forstmannssitte grüßte die Versammlung ihren Reichsforstmeister mit einem Hellen: Horrido! Dieser Ruf erneuerte sich nochmals, als dann Gene- ralselbmarschall Reichsforstmeister Göring selbst das Rednerpodium bestieg und sich an die deutschen Forstmänner wandte. Die politischen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, so führte er aus, überschatten in ihrer^über- ragenden Größe auch diese heutige Tagung. Sie ist die erste großbeutsche Veranstaltung ihrer Art unb bildet als solche einen Markstein in ber Entwicklung unseres Forstwesens. Denn die Heimkehr alten beutschen Sieblungsraumes in das Reich bebeutet zugleich eine wesentliche Ausweitung u n - serer Forstwirtschaft. Das'gilt namentlich für bie Ostmark und bas Subetenlanb. ^Dort leben viel Tausende von Volksgenossen von Forst- unb Holzarbeit. Die Forstwirtschaft in diesen neuen Gauen nach nationalsozialistischen Grundsätzen .zu gestalten, überkommene Schäden auszumerzen und bie Bestände weiter zu entwickeln, ist eine bereits in Angriff genommene Sonbe rauf gäbe. Sie ist um so wichtiger, als bie gesamte Forstwirtschaft Groß- beutschlanbs heute v ckr neuen und g " w a 1 - tigen Anstrengungen steht. Denn die Politik unseres Führers stellt uns vor wachsende Aufgaben. Und diese Aufgaben, bas wirb stets ber Stolz jebes rechten Forstmannes fein, find auf unserem Gebiet überaus bebeutungsnoll, aber auch schwierig und sehr vielseitig. Die Arbeii am deutschen Walde ist — ich tone rs immer wieder — nicht allein eine ökonomische Angelegenheit. Sie greift in wesentlichen Teilen weit darüber hinaus Deutscher Wald ist deutsches Volksgut. Tief und nachhaltig find feine Einwirkungen nicht nur auf das Klima und den Schuh der bäuerlichen Scholle vor Verkarstung ober Versteppung. fonbern auch auf das gesamte volks- Die englische Regierung hat, wie die- Morgenblätter übereinstimmenb melden, beschlossen, den sowjetrussischen Forderungen in allen Punkten nachzugeben. Auf Grund der Beschlüsse des Außenpolitischen Ausschusses des Kabinetts soll der englische Botschafter in Moskau, Sir William S e e d s, Anweisung erhalten haben, eine neue Unten ebun g niit Molotow nachzusuchen. In bieser soll bann der Botschafter mitteilen, daß die englische Regierung bereit sei, die baltischen Staaten ausdrücklich und namentlich zu garantieren. Diese Garantie werde in einem Protokoll zu einem Bündnis enchalten sein, das aber nicht veröffentlicht werden solle. Außerdem werde bie englische Regierung unmittelbar nach bem Abschluß der PaktveHandlun.— in Ge-neralstab sb e sprechun ge7r mit Englische Korruption in Palästina. Unbequeme Zeugen werden ermordet. Ein englischer Staatsanwalt führte im Prozeß gegen den englischen Polizeioffizier Gobbard, ber des Amtsmißbrauchs wegen Begünsti- gung ber jübifchen illegalen Einwanderung angeklagt mar, drei Arader als feine Zeugen. Sechs „unbekannte" englische Zivilisten haben einen bieser arabischen Zeugen bes englischen Staatsanwalts in feigster unb gemeinster Weife ermorbet unb bie beiden anderen arabischen Gerichtszeugen zur Fluckft gezwungen. Der Prozeß selbst und diese seine unglaublid>en Begleiterscheinungen legen eine Eiterwunde der britischen Palästinapolitik bloß, wobei als Hinter« gründ eine hanebüchene Korruption britischer Der- maltungsbeamter offenbar wird. Die Times schrieb vor wenigen Tagen, daß die Zahl der ungesetz - lichen jüdischen Einwanderer in Po- läftina wahrscheinlich die Zahl derjenigen erreiche, denen es gesetzlich erlaubt worden ist, einzuwandern. Im Vorjahre betrug noch die Zahl ber Jega» len" Einwanderer 12 868, während die ber ungesetzlichen Einwanderer auf 7000 geschätzt wurde. In diesem Jahre übertrifft die ungesetzliche 15 i n - Wanderung bereits die Zahl der rechtmäßig zugelassenen Einwanderer. Dieser Einwandererschmuggel vollzieht sich in der Weise, daß die Juden entweder als Touristen in das Land kommen oder auch in der Nacht auf flachgehenden Booten von den Schiffen an den Strand gebracht werden, von wo sie schleunigst mit Autobussen weiteroerfrach- tet werden. Die neuen,Enthüllungen gewinnen dadurch besonderes Gewicht, daß zwei britische Minister diese ungesetzliche Einwanderung begünstigt haben und dadurch in den ganzen Skam dal verwickelt sein sollen. England vermehrt seine Zlugzeug- geschwader in Llebersee London, 26. Juni. (Europapreß.) Luftfahrt- Minister Sir Kingsley Wood erklärte auf der Jahreskonferenz der Vereinigung der Emptte-Preffe, innerhalb der nächsten zwei Jahre werde die Zahl der dauernd auf Außenposten des Empire stationierten Luftgesch waber vergrößert werben. Unter den neuen Einheiten in llebersee würben sich Geschwaber von Erkunbungsfliegern befiyben, bie besonders dem Schutz der lebenswichtigen Handels schiffahrtslini en dienen sollten. In den überseeischen Besitzungen sollen jetzt auch Ausbildungsmöglichkeiten für eine freiwillige Luftwaffenreserve geschaffen werden. des Abkommens dadurch möglichst zu beschleunigen. „Daily Telegraph" meint, daß die neuen Instruktionen den "britischen Boffchafter in die Lage versetzen würden, Molotow um eine weitere ll n - terredung zu bitten. Man sei ber Ansicht, baß es jetzt kein Hinbernis mehr für ben Abschluß eines Abkommens gebe, wenn bie Moskauer Regierung ein solches wirklich wünsche. „News Chro- nicle" beutet an, daß man englifcherseits bereit ist, über die Wünsche der drei baltischen Staaten glatt zur Tagesordnung überzugehen, und einen Pakt schließen werde, selbst unter der Bedingung, daß die drei baltischen Staaten namentlich im Vertrag erwähnt würden unb daß ihre Integrität und ihre Unabhängigkeit garantiert würde, gleichviel ob s j e das wünschen ober nicht. „Daily Mail" meint, die Regierung werde sich auch für sofortige ©cneralftabs - Besprechungen noch Unterzeichnung des Vertrages bereit erklären, um bie Umstände festzulegen, unter benen man sich automatisch gegenseitig Hilfe geben werde. Sämtliche Forderungen Moskaus sollen erfüllt werden. Vordergrund stellen. Die „Times" beeidet, die , Sowjetunion habe alle ihre Bedingungen für bas Abkommen aufrecht erhalten, bie sie in ihrem letzten „Entwurf für das Dreimächteabkommen" aufgestellt hatte. Nach einer eingehenden Erörterung durch den Kabinettsausschuß sei beschlossen worden, dem britischen Botschafter unb Strang schnellstens neue Instruktionen zu senben, um ben Mschluß Berlin. 26. Juni. Reichsbahn-Triebwagen in 200 M-Tempo samten Reichsgebiet' eine gesehen werden. g l e i - n o r - Wald- Aus- Bei der Bahn wie bei dem Flugzeug stellt die Höchstgeschwindigkeit an sich einen mathematischtechnischen Wert' dar. Denn diese Höchstgeschwindigkeit ist nicht die Reise- oder Durchschnittsgeschwindigkeit. Beim Flugzeug rechnet man damit, daß die tatsächliche Reisegeschwindigkeit etwa zwei Drittel lich geringwertige Flächen. Sie müssen im volkswirtschaftlichen Interesse — soweit sie nicht von der Landwirtschaft bereits unter den Pflug genommen worden sind — aufgeforstct werden. Dafür wird der Wald hier und da noch kleine Flächen an die Landwirtschaft abgeben können. Man hat ge- sd)ätzt, daß die Waldfläche Deutschlands hierdurch noch um etwa 10 Prozent vergrößert werden könnte. Ich werde dafür sorgen, daß in Zukunft Ausforstungsbeihilfen in erhöhtem Umfange bereitgestellt werden. Auch für den Anbau schnellwüchsiger Pappeln außerhalb des Waldes an Gräben, Bächen, vor allen Dingen in Niederungsgebieten kann viel mehr als bisher getan werden. Auf möglichst restlose Erfassung der Holz- e r z e u g u n g ist zu achten. Durch eine Berbesse- rung der Holzfällung, wie sie heute im Staatswalde schon fast überall durchgcführt ist, und durch sorgfältigeres Aularbeiten können ip nichtstaatlichem Walde noch große Holzmengen gewonnen werden, die heute unbenutzt im Walde verbleiben Die Parole heute und für die Zukunft lautet: L e i st u n g s- steigerung! Denn wir können den 50pro,^n« tigen Mehreinschlag nicht beliebig lange fortsetzen. Wenn wir noch jahrelang mit ihm künftige Erträge vorwegnchmen, entziehen mir der Forstwirtschaft die Grundlage ihrer Leistung (Lebhafte Zustim- mungV Ich werde dafür sorgen, daß der Mehr- emschlag, sobald es die Umstände erlauben, all. . mählich abgebaut wird. Anstelle des SOpro- zentigen Mehreinschlages, der Uebernutzunq war, müssen wir in Zukunft eine öOprozentige Mehrleistung anstreben, die uns die chen Holz betrüge wie heute bei maler Nutzung gewähren wird. Für die Leistung der Forstbeamten und arbeiter ist eine gute, zweckentsprechende tehen. Staatssekretär Hermann E s s e r hob vor der Presse hervor, daß diese Festspiele als ein wertvoller b i l d u n g von grundlegendem Wert. Schließlich ist auch die Mitarbeit der deutschen Forstwissenschaft in Zukunft weit nötiger denn je. In Göttingen wird ein großzügiger Neubau für die forstliche Fakultät und ihre Institute! erfolgen. In Eberswalde und Tharandt ist der Ausbau von Instituten der forstlichen Hochschule eingeleitet. Das Holzforschungsinsti- t ii t in Eeberswalde wird in eine große Reichs- a n ft a l t umgewandelt. Das Institut für ausländische und koloniale Forstwissenschaft in Tharandt wird als Reichsinstitut an die Universität Hamburg verlegt, an der vor kurzem ein umfassendes kolonialwissenschastliches Institut gebildet morden ist. Die Errichtung eines zweckentsprechenden Neubaus in Hamburg ist geplant. In Göttingen wird ein I n st i t u t für f o r st l i ch e Pflanzenzüchtung und in Villach ein Institut i ii r angewandte Pflanzensoziologie errichtet werden. Um die deutsche Forstwirtschaft zusammenzufassen und einheitlich auszurichten, habe ich im Einvernehmen mit dem Reichserziehungsminister die Gründung einer Akademie der deutschen For st Wissenschaft angeordnet. Aber unsere Arbeit bleibt dürr und unfruchtbar, wenn sie nicht durchglüht wird von der großen Leidenschaft, unserem deutschen Volke zu der Holzerzeugung. Hierzu müssen die X5er= hältnisse des Bodens und Klimas auf jeder Wald- fläche genau untersucht und ausgezeichnet werden. Die vorbereitende Standort- und Dege- tationskartierung wird diesem Ziele dienen. Auf diesen Unterlagen muß die allgemeine wald- bauliche Planung, die im Staatswald bereits eingeleitet ist, aufbauen. Jeder Boden soll in richtsher Nutzung die Holzarten tragen, die aus ihm am besten gedeihen und den höchsten Ertrag bringen. Darüber hinaus werden wir in Zukunft im deutschen Wald mehr als bisher mit Bodenbearbeitung, Entwässerung und Bewässerung arbeiten müssen. Namentlich in den Staatsforsten, auch dann, wenn ihre Rentabilität nicht gesichert, aber eine angemessene L e ist ungs- Steigerung zu erwarten ist. Die für die Bodenkraft so außerordentlich schädliche Streunutzung muß endlich aus dem Walde verschwinden. (Lebhafter Beifall.) Die Landwirtschaft wird dafür Ersatzmittel dienen. Und sie kann nie zur Vollendung reifen, wenn sie nicht getragen wird von dem starken unzerstörbaren Glauben an unseren geliebten Führer, dem wir alles verdanken. Gehen wir an die Arbeit als seine Kämpfer, freudig und hoffnungsfroh! Unser Werktag braucht den Mann und jede Stunde fordert männliche Tat! Sorge jeder zu seinem Teil dafür, daß eine große Epoche auch ein großes Ge- schlecht findet. Nutzen wir unsere Zeit für unser deutsches Volk und unser herrliches Reich. Ewig grüne der deutsche Wald und ewig lebe das deutsche Volk!" Brotgetreide für ein Fahr auf Laaer! Die Erhebungen des Reichsnährstandes und des Statistischen Reichsamtes über die Getreide- und Mehlvorräte zu Ende Mai 1939 zeigen, daß in der 1 und 2. Hand vorhanden waren: insgesamt 8,519 Mill. Tonnen oder 3,903 Mill. Tonnen mehr als zur gleichen Norjahreszeit. Davon lagerten bei der Landwirtschaft insgesamt 2,889 Mill. Tonnen oder 1.268 Mill. Tonnen mehr als zur gleichen Vorjahreszeit, bei Mühlen und Lagerhäusern 5,630 Mill. Tonnen oder 2,635 Mill. Tonnen mehr. Unter Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhr und der Bestände ain 30. Juni 1938 ergibt sich für die Zeit von Juli 1938 bis Mai 1939 ein Verbrauch von 6,54 Mill. Tonnen Roggen, 5,057 Mitt. Tonnen Weizen, 5,661 Mitt. Tonnen .Hafer und 4,24 Mill. Tonnen Gerste. Man kann aus den vorliegenden Ziffern etwa schließen, daß einschl. der statistisch nicht erfaßten „unsichtbaren" Bestünde an Roggen und Weizen etwa 5Mill. Tonnen in das ! n ä cf) ft e Erntejahr übernommen werden rönnen, ein Ueberbang, der bei Roggen etwas mehr, bei Weizen last den ganzen Dermahlungs- bedarf der Handelsmüllerei im nüchften Erntejahr decken würde. Steigerung des Oelfrucktanbaues. Berlin, 26. Juni. (DNB.) Im Zuge der Er- zeugungssteigerung des Vierjahresplanes ist es gelungen, außerordentliche Reserven an Brotgetreide zu schaffen. Die Verbefserung der Fettversorgung aus eigener Erzeugung ist danach in Zukunft die wichtigste Aufgabe im Emührungssektor, die im Hinblick auf untere Devise nlage gemeistert werden muß. Um eine wesentliche Vermehrung des Oelfruchtanbaues zu erreichen, hat die Reichsregierung befchloffen, die den Erzeugern gezahlten Preise für Oelsvat en z u erhöhen. Es soll dadurch ein Ausgleich für die bei Ausdehnung des Anbaues von Oelsaaten steigenden Produktionskosten (erhöhter Arbeitsaufwand), Heranziehung von nicht ausgesprochenen Rapsböden) gewährt werden. Die Reichsregierung wird die Oelmühlen in die Lage versetzen, im Erntc- jahr 1940 einen Erzeugerpreis für Leinsaat von 38 Mark je Doppelzentner (gegen bisher 32 Mark) und einen Erzeugerpreis f u r Raps und Rübsen von 40 Mark je Doppelzentner (gegen bisher 32 Mark) zu zahlen. Diese versetzte. Alle diese Drohungen und Gardinenpredigten muß sich der neue, eben noch herzlich gefeierte Einkreisungsgenosse am Bosporus mit anhören, ohne selbst noch eine Lippe riskieren zu dürfen. Ja, er, muß sich sogar bereitfinden, das Blut seiner Soldaten nicht etwa zur Verteidigung der Heimat, sondern zur Verteidigung der britischen Ge schüft sinteressen und nach den Be- fehlen eines französischen Oberkommandanten am fernen Suezkanal ver« entsprechende Verwendung des kostbaren Materials, durch höchsten Arbeitseinsatz, äußerste Leistungssteigerung, planvolle Organisation und schöpferische Geisteskraft. 3n diesem Zusammenhang zunächst ein Wort über den Holzverbrauch. Die Holzmenge, die der deutsche Wald liefert, muß so zweckmäßig wie möglich aus genutzt werden. Eine straffe und übersichtliche Marktordnung ist daher unerläßlich. Sparsamkeit ist oberstes Gebot! Daher begrüße ich die holzsparenden Bauweisen und die Einschränkung des Verbrauchs von Faserholz, namenl- lich für die Papierherstellung, kein Holz, das zu Nutzholz tauglich ist, darf i m Ofen verbrannt werden. Wir können uns den Luxus heute nicht mehr leisten. Durch strasfe Organisation und vielfaches Bemühen ist es im Altreich gelungen, den Vrennholz- anfall von etwa 50 Prozent in früheren Zeiten auf 24 Prozent im Jahre 1938 herabzudrücken, wir dürfen uns damit aber noch keineswegs zufrieden geben. Alle Bemühungen zur besseren holzausnuhung sind mit verslärklem Nachdruck fortzusehen. Wichtig ist dabei vor allem die Aufklärung der h o l z v e r a r b e i t e r und der Holzverbraucher über die Wege zur sparsamen und sloffgerechten ver- Wendung dieses Materials. Nun zur Frage der H o l z e r ze u g u n g. Ich bin der Ansicht, daß eine Steigerung der Holz- gcwinnung noch im gesamten deutsä)en Wald durchaus möglich ist. Und ich verlange, daß diese Steigerung unter allen Umftänben erreicht w,rd. (Lebhafter Beifall.) Sowohl der Staats- 'wald als auch der Gemeinde- und Privat w a l d müssen an der Lösung der gewaltigen Aufgabe Mitwirken. Die Volksgemeinschaft hat hier das Recht, von allen gleichermaßen Pflichterfüllung zu verlangen. (Beifall.) Waldeigentum verpflichtet , den Eigentümer mehr noch als jedes andere wegen der mannigfachen Auswirkungen auf Leben und Arbeit sowohl der Nachbarschaft wie der Volks- gesamtheit. Und es verpflichtet künftigen Generationen gegenüber, denen das kostbare Gut mit feinen ideellen und materiellen Werten erhalten von Weiden hergeben. Großen Werl lege ich auf die bessere 23 e - wirtschastung des nicht staatlichen w a l d e s. Im mittleren und kleinen waldbejitz , liegt heule der hauplaussall in der Holzerzeugung. Genaue Untersuchungen haben ergeben, daß in zahlreichen Betrieben der private Kleinwald, d. h. in der Hauptsache der Bauernwald, jährlich zwei Festmeter auf den Hektar mehr erzeugen könnte, wenn er seit längerer Zeit gut bewirtschaftet worden wäre, hier liegt überhaupt die Lösung der geforderten Bedarfsdeckung, hier liegen die einzigen Reserven, die jetzt unter allen Umständen hereingeholt werden müssen. (Starker Beifall.) Schuld an diesem unhaltbaren Zustand tragen Besitzzersplitterung, schlechte forstliche Bewirtschaftung und Waldweide, hier muh ich unter allen Umständen das notwendige Verständnis bei der Landwirtschaft fordern. Außerdem aber wird ein gut bewirtschafteter, ertragreicher Wald auf die Dauer ihrer Sicherung besser dienen als ein schlecht bewirtschafteter, durch Slreunuhung ausgepowerter Bestand. Die Bildung von w a l d g e n os s e n f ch a f t e n zur gemeinschaftlichen Bewirtschaftung des Bauernwaldes und die Anstellung von gut ausgebildetem Forstpersonal werden besonders wirksame Mittet sein, ufti die Forstwirtschaft des kleinen Waldbesihes zu verbessern. Eine Vergrößerung der Waldflüche ist mit allen Mitteln anzustreben In Deutschland gibt es immer noch weite Strecken von O e d l a n d und viele ungenügend ausgenutzte, landwirtschaft- Am vergangenen Freitag wurde auf der Strecke Berlin — Hamburg eine Versuchsfahrt mit einem dreiteiligen Schnellzug- magen durchgeführt. Auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin konnten ohne Schwierigkeit und bei überrafdjent) gutem Lauf über einen längeren Streckenabschnitt Stundengeschwindigkeiten von über 200 Kilometer und eine Spitzengeschwindigkeit von 215 Stundenkilometer erreicht werden. Mit dieser Triebwagen-Schnettfahrt hat die Deutsche Reichsbahn erneut einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt mit einem Fahrzeug, das für den öffentlichen Verkehr bestimmt ist, also keine Sonder- einrichtungen zur Erzielung außergewöhnlicher Leistungen enthält. Dieser dreiteilige Schnelltried- roagen wird nach Beendigung der Versuchsfahrt demnächst auf der Strecke Berlin—Hamburg dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Der Schnettzugtriebwagen wurde nach Vorschlägen des Ingenieurs Kruckenberg gebaut in Weiterentwicklung des Propellerwagens (volkstümlich Schienen- zepp genannt) und hat an Stelle des Propellers den im Schnelltriebwagenbetrieb feit Jahren bewährten Achsenantrieb. Die Gesamtdiesel- leistung von 1200 PS wird durch Zwei Maydach- Motoren von je 600 PS erzeugt. Die hydraulischen Getriebe sind von der AEG. unter Mitwirkung von Professor Föttinger gebaut worden. Das dreiteilige Fahrzeug bietet 100. Sitzplätze 2. Klasse und enthält die für den Fernverkehr notwendigen .Rebenräume. Die äußere Gestalt des Fahrzeuges ist nach den neuesten strömungstechnischen Erkenntnissen entwickelt worden und bietet daher bei hohen Geschwindigkeiten einen außerordentlich geringen Luftwiderstand. Die Ausbildung des Laufwerks soll dem Fahrzeug einen sehr ruhigen Lauf auch bei hohen Geschwindigkeiten erlauben. bereitstellen müssen. Die Leistungsfähigkeit der Bestände muß erhöht werden. Grasflächen müssen in der Regel im Frühjahr nach dem Hieb, also ohne Schlagruhe, wieder aufgeforstet werden. Weiterhin kann die Holzerzeugung in den Wäldern durch neue, ertragreichere Holzarten und Züchtung schnellwüchsiger Rassen erhöht werden. Wir dürfen uns dabei 'nicht scheuen, ertragreichere Holzarten aus dem Auslande anzubauen, soweit sie das vertraute Bild unseres heimischen Waldes nicht zerstören. Dem Ziel der Ertragssteigerung dient ferner der Unterbau bodenpfleglicher Holzarten, die Schaffung gemischter und auch ungleichaltriger Bestände. Die Jungzuchtpflege, insbesondere auch durch Gatterung, ist überall zu bevorzugen. Die Waldweide muß beseitigt werden. Dafür' muß der Waldbesitzer landwirtschaftliche Fläche oder Waldfläche zur Anlage _________________ gießen zu lassen. Fürwahr, es ist kein angenehmes . .. e .. , . - , Schicksal, das den Schützlingen der britischen Em- der erzielbaren 5)0^961(1)^111019161^ betragt. Es ' ^schinerie zugedacht ist. Aber letztlich liegt also auf der Hand, daß bei der Bahn die j n b i e „Garantierten" selber die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten abhängig ist Srf:u(b baran menn fie wider besseres Wissen dem von der Art des Eisenbahnunterbaus und der na-1^ ber englisch-französischen Krieaspolitiker tuschen Lage der Eisenbahnstrecke Auf der ßmie , Scheinerfolgen verhelfen. Denn daß Berlin — Hamburg find keine wesentlichen totei-- ,jt» bjc Achsenmächte durch das mit willkürlichen gungen zu überwinden und liegen auch reine engen s Vertragsbrüchen inszenierte Einkreisungsmanöver an Kehren. Immerhin darf mit Nachdruck daran er-1^ Levante nicht im geringsten beeindrucken oder innert werden, daß auch die Geschwindigkeit der h ber Durchführung einmal gefaßter Entschlüsse Züge auf der reichlich schwierigen Strecke v o n hc,binibcrn va\\cn, dürfte auch in Ankara wohl ein« Berlin nach München, bei der die erheblichen beleben merbcn H. Ev. Pässe des Thüringer Waldes überwunden werden müssen, durch Einführung des elektrischen Stromantriebs in nächster Zeit wesentlich erhöht wird. Das Verhältnis in den Geschwindigkeiten von Eisenbahn und Flugzeug kann dahin gekennzeichnet werden, daß die Eisenbahn als Durchschnittsgeschwindigkeit für die schnellsten Verbindungen die Spitzengeschwindigkeit der Flugzeuge vor etwa 25 Jahren erreicht. Das ist ein gewaltiger technischer Fortschritt, der zeigt, wic eine Erfindung andere Erfindungen geradezu erzwingt. Dabei ist zu beachten, daß die Eisenbahn auch im Personenverkehr noch immer viel mehr auf Massenbeförderung eingestellt ist als das Flugzeug, obwohl unsere größten und schnellsten Flugzeuge eine ganz erkleckliche Anzahl von Personen aufnehmen können. Vor 110 Jahren — nämlich im Jahre 1829 — gewann der Begründer des Lokornotivbaus George S t e p h e n s o 'n den von der Manchester Liverpool- Bahn ausgesetzten Preis für eine Lokomotive, die ihr fünffaches Gewicht mit 14 bis 2 0 Kilometer Stundengeschwindigkeit zog! Etwa dreißig Jahre später hielt die Technik bei einer „Spitzengeschwindigkeit" von 60 Kilometer. Bekannt ist, daß bei der Einführung der Eisenbahnen in England starke Befürchtungen lebendig wurden, die Menschen in der Eisenbahn könnten die „Drehkrankheit" bekommen oder gar verrückt werden, während für das liebe Vieh die Sorge bestand, es würde bei solchen Geschwindigkeiten vorüberfahrender Züge scheu werden. Wie das Exempel zeigt, haben Menschen und Vieh den tech- : nischen Fortschritt über Erwarten gut vertragen. bleiben muß. .. ... Vernächlässigte oder verödete Flachen können unter Umständen allen Nachbarn schaden, weil auch Bodenstruktur und Witterungsverhältnisse in Mitleidenschaft gezogen werden. Darum soll sich auch der Privatwaldbesitzer als Lehnsmann seinem Volke gegenüber fühlen. Er muß bereitwillig der Gesamtheit geben, was sie ob ihrer ewigen Lebensrechte von ihm zu fordern hat, um ihre nationale Existenz zu sichern. Ich verpflichte jeden Waldbesitzer, diesen Tatsachen Rechnung zu tragen und sich willig unter Einsatz seiner ganzen Kraft einzureihen in die große Front der deutschen Forstwirtschaft. . Der Boden muß noch besser ausgenutzt und in seiner Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Im ganzen deutschen Wald sind die Unterschiede m der Beschaffenheit und Leistungsfähigkeit des Bodens noch weit mehr zu berücksichtigen. Wir brauchen im ge« ........ ; genaue Ordnung I. Hierzu müssen die Der- Am 1. Juli wird in Garmisch-Partenkirchen das Olympische Komitee zur Durchführung der V. Olympischen Winterspiele gebildet. Der Reichssportfuhrer hat Ritter Dr. von Halt zum Präsidenten des Organisationskomitees bestimmt. Dr. Diem, der bewährte Organisator der Berliner Olympischen Spiele 1936 wird Generalsekretär des Komitees sein. Es war eine freudige Ueberrafchung und ein Vorgang ohne Beispiel, daß das .Internationale Olympische Komitee in seiner Londoner Tagung den Beschluß, aßte, die Winterspiele 1940 noch einmal in Garmisch-Partenkirchen zu veranstalten, nachdem verschiedene andere große Wintersportplätze erklärt halten, in der Kürze der Zeit eine Garantie für ihre Durchführung nicht übernehmen zu können.. In diesem Beschluß, den die Vertreter von 35 Nationen einstimmig gefaßt haben, lag nicht nur eine hohe Anerkennung für die organisatorischen Fähigkeiten des deutschen Sports, sondern darin darf auch eine Absage an die politische Hetze erblickt werden, die überall in der Welt gegen Deutschland betrieben wird. Für den deutschen Fremdenverkehr im nächsten Winter eröffnen sich dadurch erfreuliche Aussichten, denn die Winterspiele vom 2. bis 11. Februar werden nicht nur nach München und nach Garmisch, sondern auch in das benachbarte Tirol Zehntausende von Gästen aus dem In- und Ausland führen. Der Gedanke, einen Teil der Urlaubszeit in den Winter zu verlegen, erhält durch diese großen Veranstaltungen einen neuen und starken Austrieb. Auch die Fe st spiele von Oberammergau werden im Mittelpunkt des internationalen Reiseverkehrs im nächsten Winter Die Olympischen Winterspiele. I Opfer der Einkreisung. Großzügige Vorbereitungen in Garmisch. nw« Son unterer Berliner Sch«ung. Rcstandteil rcliaiölen Brauchtums völlig unein - Sandschaks von Alexandrette bietet dafür ein o c \ d) r ä n f t zuge 1 assen sind und vom amt- neues, instruktives Beispiel. Kaum, daß die Tinte Icben Fremdenverkehr a e f ö r d e r t werden. trocken ist, mit welcher der Abtretungsvertrag als Man .ft fid) auf deutscher Sette nallkammen --- ^Ugfetzun^des urtjW« * ffl-jnhe, darüber, das, 1940 tn " E' 2 “'^ (elfen Begriff davon. was ihnen mehr geboten werden must als etwa eine ■ d) I* der demokratischen Einkreiser blüht, holnng der Winterspiele von 19Zw'rd der W-lk unke der Regierung er sä' ämfssä &«a es ÄS - ÄÄlÄtli^en.^ Jf M^UchN « &Ä K Äm”anqDÄ^ mi‘ °"gltsch-sr°nMscher Hilfe z-ik.gen mutz, auch in diesem Winter zu seinem vollen Recht ge- Steht so die Türkei einerseits in Gefahr, sich Jta- langt. Trotz der Kürze der Zeit werden g r o f3 e (ien6 Wohlwollen und Freundschaft vollkommen zu Erweiterungsbauten stattfinden. Die Tri- verscherzen, so sieht sie sich andererseits aud) durch bünen werden für 12 000 Zuschauer Raum fassen, b^ neuen demokratischen „Freunde" in eine Rolle statt wie bisher für 8000. Das Olympia-Haus qe-brängt, die den nationalen Ansprüchen und Ge- wird vergrößert werden, die E i s f ch n e 11 - L a u f - dieses Volkes in keiner Weise entspricht. Zwar bahn wird 400 Meter lang, es wird ein Hallen - b,c Türkei als Kaufpreis für ihre Schützenhilfe fcbwimmbad im Räume von 50 Meter Sänge bcn Sandschak von Alexandrette erhalten, aber dar- und 40 Meter Breite geschaffen, das auch im <5om= ijbGr hinausgehende Forderungen auf Djesireh usw. wer dem Luftkurort zugutekommt. Die Verkehrs- wurden abgeschlagen. Aud) mit einer selbständigen Verhältnisse werden weiter verbessert, für gute und jsi e5 nun für die Regierung von Ankara preiswerte Unterbringung wird Sorge getragen, vorbei. Wie die Türkei ihre Rüstung vervoll- 1936 haben an einem'einzigen Tage 120 000 Beju- ständigen, wie sie ihren Krieg führen soll, das alles cher ihren Weg nach Garmisch-Partenkirchen gefum roirb forfan nicht mehr in Ankara, sondern in P a - den, künftig wird für noch größere Zahlen Raum ri5 urtb London beschlossen und festgelegt. Die und Verpflegung gesichert. Alle Voraussetzungen ersten Vorsd)riften sind bereits in der französischen sind geschaffen, um die Winterspiele zu einem Presse nachzulesen. So heißt es im offiziellen „Petit großen Friedensfest zu gestalten. Parisien", selbstverständlich werde die Turke, nun- -------- wehr ihre bisherige Orientierung in der Seerüstung vollkommen ändern müssen, so heißt es in der „Epogue", daß Frankreich „logisd)erweise" das Einheitskommando vom Taurus bis zum Suezkanal und vom östlichen Mittelmeer bis zum , , .. Persischen Golf, das heißt also auch über tue Uebernafime in den öffentlichen Dee,ehr auf derStrecke Äerl.n -Hamburg geplant tü rty chen S^-ikrafk muffe, im „Oeuvre", daß sich die türkische Regierung m der Sandschak-Frage von einer Brutalität gezeigt habe, die dem franzö'sisd)en Ansehen einen schweren Schlag »8. $Ss S". i.! k'l,U® 01 'N “’ö* “’s Ihnen «fe.blüht. ^•«egieruti, ^^ninöd), ■ -öeionberg r^ra|iQ, tDnen wich le ernstesten 'n- die bQ5 °«! d"n 'ugen mutz, ^sich^ta- "vmmen zu 1 °uch durch 1 eine Rolle en und Te. xrichl-Zwar ^chuhenhilse n. aber bar öjeliref) usw. lelbstänbiaen von Ankara 1 n g vervoll- das alles 'em inPa. Gelegt. Die iranzöiischen Zellen „Petit Türkei nun» r Seerüstung i es in ber irweise" b a; •U5 bis' zum leer bis zum i über die bmen müsse, chulbigung - ierung in ber gezeigt habe, weren Schlag ünen predigten zlich 1 * * * S * * geseierte mit anhoren, n zu dürfen. 15 Blut seiner \ ber Heimat, britijdjen ch den Äe» en Ober« uezkanal ren n angenehme; britischen Ein- Aber letztlich selber dir 's Wissen dem Kneaspolitikei -n. Denn daß nÄrlid)en «mnnöDtr an Öruden einen - MchWr ta wM M» H.Ev. iendung reifen, >m starken un- ren gelieb- banken. Telm pfer, freudig q braucht den männliche rat. .r, d°h e.ne großes ®e Zeit für uni" s Bich- * ebe das deutsch' auf W- 1 itandes und W Getreide- »" , igen, daß '" j'g । in&gefamt8 * * * * * *' { onnen mehr« lagerten bei i.gj ir Ä0 ufern mehr- Unte ihr U"Jo t0 für die oe*‘ d 'L'.l(b non - mS n'n, >nnn°" (W« L,A «* ,m IS % e15 J LÄ London hofft auf eine Einigung mit Japan erhöhten Preise werden auch bereits für d i e Oelsaaten des Erntejahres 19 3 9 den Erzeugern gezahlt werden. Die neuen deutschen Orden und Ehrenzeichen. Die „Deutsche Kriegsopferversorgung" veröffentlicht einen Aufsatz von Ministerialdirektor Dr. Doehle von der Präsidialkanzlei des Führers über die deutschen Orden und Ehrenzeichen. Der kurzsichtigen Ordensfeindlichkeit der Weimarer Republik .wurde durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen ein Ende bereitet und grundsätzlich die Verleihung von Orden und Ehrenzeichen 'durch die Annahme ausländischer Auszeichnungen wieder zugelassen. Das Recht zur Verleihung von Orden und Ehrenzeichen steht heute । ausschließlich d e m Führer zu. Die Reihe der st a a t l i ch e n Auszeichnungen er- iöffnet das noch von dem verstorbenen Reichspräsi- ldenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gestif- ltete Ehrenkreuz des Weltkrieges, von -dem im Altreich 8 041 414 Stück verliehen wurden, darunter 6 202 883 Frontkämpferkreuze. Die Ver- Ileihung ist jetzt auf die übrigen Gebiete Groß- ldeutschlands erstreckt worden. Es folgten 1936, vom Mhrer gestiftet, das Deutsche" Olympia- »Ehrenzeichen und die Olympia-Erinnerungs- mnedaille, 1937 dos Ehrenzeichen des Deutschen R a - ttionalpreises für Kun st und Wissen- ss ch a f t, ferner der nur zur Verleihung an Ausländer bestimmte Verdien st orden vom ^Deutschen Adler, 1938 die Treubien st - rehrenzeicken und die Dienstauszeich- m u n g e n , ferner das Luftschutzehrenzeichen, das Jeuerwehrehrenzeichen, das Grubenwehrehrenzeichen sowie die Erinnerungsmedaillen an den 13. März mind den 1. Oktober 1938. Zu Weihnachten 1938 stiftete der Führer das Ehrenkreuz der deutsch e n Mutter. Es folgen als letztgestiftete Ehren- szeichen die Medaille zur' Erinnerung an die Heim- Lehr des Memellandes, das Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege und das Spanienkreuz. Von früheren staatlichen Auszeichnungen, die im Dritten Meich weiter verliehen werden, ist die Rettungs- medai11ezu einer Reichsauszeichnung geworden. Unter den Ehrenzeichen der Bewegung stehen an erster Stelle das Goldene Parteiabzeichen und der Blutorden, weiter sind zu nennen das Coburger, das Nürnberger und das Braunschweiger Abzeichen, die Traditiönsgauabzeichen und das Goldene HJ.-Abzeichen. Für alle Ordensangelegenheiten im Reich ist eine zentrale Instanz geschaffen, die Drdenskanzlei, deren Geschäfte der Staatsminister mnd Chef der Präsidialkanzlei des Führers führt. Großdeutlcher Baugewerbetag. Vom 21. bis 24. Juni fand in Wien der erste »Großteutsche Baugewerbetag statt. Zur Haupt- litagung kam Dr. Todt nach Wien, um als Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirt- schaft zu sprechen. Das Wichtigste im Bauschaffen sei die kulturelle L e i st u n g, sie sei nicht ibloß Aufgabe des Architekten, sie müßte maßgeblich «rgänst werden durch handwerklich meisterhafte Ausführung. Das deutsche Baugewerbe müsse daher iflein Hauptmerk auf handwerklich gute Arbeit bei gediegener sorgfältiger Ausführung richten. Dies fei mud) möglich bei sparsamstem Materialeinsatz. Die Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung und der Wereitstellung von Arbeitskräften seien bekannt. Deutschland sei schon mit größeren Schwierigkeiten ifertig geworden. Es werde auch mit diesen Schwierigkeiten fertig werden. Durch weitere Mitarbeit ‘ «ei den Maßnahmen zur Leistungssteigerung, durch taubere handwerksmäßige Arbeit, durch systematische Machwuchsschulung, vor allem aber durch den fana- itischen Glauben an Deutschland und an Adolf Hitler Lverde das gesteckte große Ziel erreicht werden. Gruppensiedlunq. Auf einer Tagung der Siedtungsbehörden und Siedlungsträger wurde das neue Gruppensiedlungs- .ierfahren behandelt. Man versteht darunter den Einsatz von Neubauern, die vor der Uebernahme Shrer Höfe unter Führung eines Gruppensiedlungs- Leiters das neue Dorf in gemeinschaftlicher Arbeit njnb in nationalsozialistischen Lebensformen auf- ?oauen. Während der Dauer der Zwischenbewirtschaf- jung erhält der Neubauer den Landarbeiterlohn. Schon ein halbes Jahr vorher arbeitet also der Meubauer auf dem Boden, den er später einmal I sein eigen/nennen wird. Auch zur Formung der Dorfgemeinschaft trägt diese Siedlungsart wesentlich oei. Fehlschläge bei der Auswahl lassen sich durch nas Gruppensiedlungsoerfahren fast ganz vermeiden. ! Qn Schlesien ist jetzt mach verschiedenen Vorläufern -n anderen Gauen mit bestem Erfolg ein großes Gruppensiedlungsverfahren beendet worden. Es soll Nori von 1940 ab generell durchgeführt werden. Vereinheitlichung der Prüfungsgebühren. Im Zuge der Vereinheitlichung der Prüfungsordnungen im Bereich der Wissenschaftsverwal- .ung hatte der Reichserziehungsminister auch die Prüfungsgebühren für die akademischen Prüfungen reichseinheitlich neu festgesetzt. Dabei wurde ! gestimmt, daß van den Prüfungsgebührnissen ein Anteil von 50 o. H. an d i e Staatskasse >b zu führ en ist. Die neuen Bestimmungen über die Nebentätigkeit der Beamten haben eine Prüfung der Frage des Fortfalls der Kürzung ter Prüfungsgebühren erforderlich gemacht. Der preußische Knanzminister hat sich damit einver- itanden erklärt, daß vom Rechnungsjahr 1939 ab trie Prüfungsgebühren bei der Wissenschaftsverwaltung mit Ausnahme ber Promotionsgebühr i n »oller Höhe für Prüfungsvergü- jungen und sächliche Ausgaben verwendet werden. Der Reichserziehungsminister hat mese Maßnahme auch auf die übrigen Länder ausgedehnt. Keine Straßenmusikanten mehr? Die Zähl der Straßenmusikanten ist merklich mrückgegangen. Jetzt wird bekannt, daß die Wan- rermusikanten aus dem Musikantendorf Hundes- a g e n im Eichsfeld bis auf ganz wenige alte Musiker in ben Reichswerken „Hermann •Boring" Arbeit gefunden haben und ihre „Haus- nbuftrie" des Musizierens nicht weiter betreiben Sonnen — eine Hausindustrie, die sie freilich nicht n allzu^ enger Verbindung mit der heimatlichen Scholle, sondern vielmehr in einem rüstigen Wan- terleben ausübten. Es gibt mehrere Gegenden in Deutschland, die ' ständig Musikantentrupps gestellt i-aben. So z. B. auch einzelne Dörfer des Erzgebirges. Dabei ist es interessant, daß sich immer mrzelne Dörfer auf die Spezialität des Musizierens Dr. Li. London, 27. Juni. In einer Erklärung über die Lage in Tientsin gab Ministerpräsident Chamberlain im Unterhaus dem Bedauern darüber Ausdruck, daß eine Reihe von weiteren „U n w Ü r d i g k e i t e n" gegenüber britischen Untertanen vorgekommen' sei. Der britische Botschafter in Toki-o verhandle, mit dem japanischen Außenminister über die Lage. Die Regierung bestehe weiter darauf, daß eine derartige Behandlung britischer Staatsangehöriger durch das örtliche japanische Militär aufhören müsse. Er wolle aber nichts sagen, was -bie Aussichten eines befriedigenden Ergebnisses der Unterhaltungen mit der japanischen Regierung beeinträchtigen könnte. Der rühere Außenminister Eden machte daraus aufmerksam, daß „die Zusagen der Regierung in Tokio nicht immer in dem gewünschten Maße gehalten worden seien". Chamberlain stimmte dem zu und teilte zugleich klar, daß die Hoffnungen auf eine Einigung, bii er vorher ausgesprochen hatte, sich nicht auf eine Besserung in der örtlichen Situation in Tientsin, sondern auf die in Tokio mit der japanischen Regierung eingeleiteten-Besprechungen beziehe. Als mehrere Abgeordnete, darunter der kon- ervatioe Sir John Wardlaw Milne, auf ein f cf) ä r° eres Vorgehen der Regierung drängten und die Frage wirtschaftlicher Repressalien gegen Japan auswarfen, erklärte Chamberlain: „Wir haben alle diese Erwägungen im Sinne, ich hoffe jedoch, daß, um die Lage zu erleichtern, mein ehrenwerter Freund soviel Geduld üben wird wie möglich." Die englische Öffentlichkeit blickt weiter mit großer Sorge auf die Vorgänge in Tientsin und Swatau. Die Erklärung der Schanghaier Marinetellen, daß notfalls britische Handelsschiffe durch Kriegsschiffe nach Swatau eskortiert werden würden, wird selbst hier mit wenig Vertrauen ausgenommen. Die Blätter müssen zugeben, daß infolge der japanischen Bestimmungen zwei britische Handelsdampfer am Montag Swatau wieder verlassen mußten, ohne ihre Ladung zu löschen oder Passagiere zu landen. Die Blockade Swataus bedeutet eine ernste Gefährdung für die Ver- sorgunaHongkongs, da Hongkongs Lebens- mittelbel'ieferung in der Hauptsache über Swatau geht. Vernon Bartlett hofft, daß die Japaner die Blockade Tientsins aufheben würden, ist sich aber klar darüber, daß dies nur unter Bedingungen geschehen würde. Es würde nicht überraschen, wenn innerhalb der nächsten Tage ein Vorwand dafür gefunden würde, die vier Chinesen chinesischen Gerichten, damit also den Japanern, zu übergeben. Dieser Schritt würde wahrscheinlich von einem Abkommen begleitet sein, das den Japanern mehr Möglichkeit gebe, dabei mitzureden, verlegt haben genau so, wie andere Einzeldörfer oder jedenfalls nur landschaftlich sehr eng gebundene Gemeinschaften mehrerer Dörfer einige ganz besondere Spezialitäten treiben. So gibt es in Schlesien ein Dorf, das sich seit altersher mit der Herstellung von Leitern beschäftigt und in Brandenburg ein Dorf, das Holz-Pantinen verfertigt. Auch in den volksdeutschen Siedlungen im Ausland finden sich solche Erscheinungen. Die Gottscheer im heutigen Südslawien sind z. B. als Hausierer bekannt und werden auf dem Tag des Deutschtums im Ausland an diesem Wochenende in Eger in ihren charakteristischen Trachten vertreten fein. Wandel im Vergebungswesen. Zu dem Erlaß des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen über eine Neuregelung der Vergebung von öffentlichen Aufträgen im Autobahn- und Straßenbau gibt Ministerialrat Panzeram vom Rechnungshof des Deutschen Reiches in der „Straße" einen Kommentar. Bisher galt bei Vergebungen der mehr oder weniger öffentliche Wettbewerb. Die außergewöhnliche Vergrößerung des Auftragsvolumens der öffentlichen Hand einerseits, der Gerätemangel', die Stoffverknappung und der Mangel an Arbeitskräften, besonders an Facharbeitern andererseits engten- den Wettbewerb ein und legten es nahe,, andere Methoden der Auswahl des zuschlagwürdigen Angebots als bisher zu finden. Es sei erforderlich, daß, um zu einem angemessenen Preis zu kommen, an Stelle des nicht mehr voll möglichen Spiels des Wettbewerbs eine andere Methode gesetzt wird. Sie bestehe darin, daß die verlangte Leistung möglichst wie bisher ausgeschrieben, der angemessene Preis aber in gegenseitigem Benehmen zwischen Bauherrn und Unternehmer festgelegt werden soll. Die de- schränkte Ausschreibung wird als zweckmäßigste Dergebungsform bezeichnet, solange die beteiligten Unternehmer maßvolle Preise nehmen und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmer und Bauherrn besteht. Die öffentliche Ausschreibung wird daneben als notwendig bezeichnet, um neuen Unternehmerpersönlichkeiten den Eintritt in den Bieterkreis zu ermöglichen. Die freihändige Veraebung soll angewendet werden, wenn dem Bauherrn der angemessene Preis bei gleichartigen Arbeiten bekannt ist und sonstige Umstände für diese Vergebungsform sprechen. Ausdrücklich wird bemerkt, daß auch bei beschränktem Wettbewerb und freihändiger Vergebung nach wie vor unter den zuverlässigen und leistungsfähigen Unternehmern möglichst gewechselt werden müsse. Die Motor-HZ. wird erweitert. Das Amt für körperliche Ertüchtigung der Reichsjugendführung berichtet im Jugend-Pressedienst über die Entwicklung der Motor-HI. und den geplanten weiteren Ausbau. Die Organisation umfaßte Ende des letzten Jahres 92 Motor-HJ.-Stämme mit 705 Gefolgschaften, 2698 Scharen und 7552 Kameradschaften. Von einer anfänglichen Mitgliederstärke von 3000 Jungen hat es die Motor-HJ. auf die geplante Sollstärke von 100 000 Jungen gebracht. Dieser Stand erfuhr inzwischen durch die lieber« Weisung von 30 000 Pimpfen im April eine weitere Erhöhung. Bis zum Jahre 1942 will die Motor- HJ. eine Stärke von 250 000 Mitgliedern erreicht haben. Die stärkste Mitgliederzahl weist das HJ- (Bebiet Sachsen auf, das Schlesien überflügelt hat. Die technische Ausbildung der Motor-HJ. erfolgt in 350 eigenen und 500 vorn NSKK. zur Verfügung gestellten Werkstätten. Die Motor-HJ. verfügte Ende 1938 über 328 eigene, 3270 Privatkrastfahrzeuge ihrer Angehörigen und rund 2000 vorn NSKK. bereitgestellte Fahrzeuge. Dieser Tage erst wurde das er st e Motor-HJ. -Heim Deutschlands in Schweinfurt seiner Bestimmung übergeben. 21 000 Angehörige der Motor-HJ. haben im letzten welcher Chinese in Zukunft die britische Niederlassung betreten dürfe und welcher nicht. Bartlett behauptet, daß in vagen Formen der außenpolitische Kabinettsausschuß auch wieder die Frage wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen gegen Japan erörtert habe, falls Japan seine Aktion nicht einstelle. Aber es liege kein Anzeichen dafür vor, daß man bereit sei, den einzigen Schritt zu tun, der Japan entmutigen würde, seine bisherige Politik sortzusetzen, und der gleichzeitig Tschiangkaischek helfen würde, Englands schlacht zu schlagen, nämlich die chinesische Währung weiter zu stützen. Die „Times" stellt fest, daß eine 23 e r 1) a n b = I u n g s 6 a f i s gesucht werden müsse'. Wenn die Schuld der vier Chinesen bewiesen werden könne, die die Japaner der Mitwirkung an einem Mord bezichtigen, so würden sie selbstverständlich sofort ausgeliefert werden. Aber aus dieser ersten Frage habe sich eine zweite viel größere entwickelt, als die japanischen Kommandierenden in Tientsin forderten, daß Großbritannien seine Hilfe an Tschiangkaischek ein st eilen und mit Japan zusammen an dessen Niederlage arbeiten sollte. In dieser Frage gebe es „keinen Kompro - m i ß". Japan wehrt sich gegen britische Verleumdungen. Tientsin, 26. Juni. (Europapreß.) Der japanische Generalkonsul in Tientsin hat an den englischen Generalkonsul ein Schreiben gerichtet, in dem er gegen die Berichterstattung englischer Zeitungen über die Lage in Tientsin Einspruch erhebt. Unbedeutende Zwischenfälle seien aufgebauscht unh Behauptungen über „unwürdige Behandlung" von englischen Staatsangehörigen frei erfunden worden. Ferner stellt der japanische Generalkonsul fest, daß die englischen Staatsangehörigen eine a n - maßende Haltung eingenommen und a b - sichtlich Streitigkeiten herbeigeführt hätten. Wie „Tokio Asahi Schimbun" meldet, hat auch Außenminister Arita den britischen Botschafter Craigie dahin unterrichtet, daß genaue Nachprüfungen die Haltlosigkeit der britischen Proteste über angebliche unwürdige Behandlung englischer Staatsangehöriger und die Lebensmittelblockade erwiesen hätten. Die Zeitung 'betont, daß die japanischen Lokalbehörden in Tientsin die Personenkontrolle unterschiedslos für Angehörige aller Nationen durchgeführt hatten. Es sei kennzeichnend für Englands feindliche Haltung gegenüber Japan, daß England entgegen diesen Tatsachen böswillig Lügen- melbungen in die Welt setze. Jahr den Führerschein erworben, gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der erworbenen Führerscheine mehr als verdoppelt. Tracht für Dotkspflegerinnen der 7KSD. Im Rahmen der von der NSV. zu erfüllenden Aufgaben für die Gesunderhaltung und Lebensförderung des deutschen Volkes sind die Dvlks- Pflegerinnen von besonderer Bedeutung. Etwa 1200 Volkspflegerinnen arbeiten größtenteils in der Familienhilife, im Rahmen des Hilfswerks „Mutter und Kind" oder auf dem Gebiet der Jugendhilfe. Um sie besonders herauszustellen, hat das Hauptamt für Volkswohlfahrt für sie eine besondere Diensttracht geschaffen. Sie besteht aus einem dunkelbraunen Jackenkleid und einem Abzeichen auf dem Jackenaufschlag mit der Aufschrift „Dolkspflegerin der NSV." Damit dieses Jackenkleid nicht den Charakter einer Uniform erhält, können Hemdblusen in beliebiger Farbe und ein dunkelbrauner sportlicher Filzhut nach eigener Wahl dazu getragen werden. General Valle aus einer Erprobungsstelle der Lustwaffe. Berlin, 26. Juni. (DNB.) Der itlaieniische Staatssekretär der Luftfahrt ßuftarmeegeneral Valle weilte auf einer Erprobungsstelle der deutschen ßuftmaffe, wo ihm die n e u e ft e n deutschen Flugzeug must er vorgeführt wurden. Er besichtigte sodann die Institute und ßabora- torien, in denen er durch kurze Vorträge in die technischen Einzelheiten der Geräte eingeführt wurde. Eindrucksvolle Vorführung von Kampfflugzeugen mit Bombenwurf verschiedener Kaliber schlossen sich an. Nach einem Frühstück im Kasino wurden dem italienischen Gast auf dem Flugplatz Sicherheitsgeräte und Landebeleuchtungen vorgeführt. Dann wurden die neuesten Flugzeugmuster im Fluge gezeigt, wobei besonders hervorragende Steigeleistungen der Jagdeinsttzer und die außerordentliche Mendigkeit und die Tauglichkeit der neuesten Kampfflugzeugmuster das Erstaunen der italienischen Fachleute hervorriefen. Kleine politische Nachrichten. Der Vater des italienischen Außenministers Graf Constanco Ciano, Präsident der Kammer der Korporationen und Inhaber der goldnen Tapferkeitsmedaille, ist in seinem Heimatort Borgo a Moriano bei Lucca hn Alter von 63 Jahren gestorben. * Der Führer empfing im Führerbau in München den in gleicher Eigenschaft nach Chile versetzten argentinischen Botschafter in Berlin Dr. Eduardo ßa b o u g l e zur Verabschiedung. Bei der sich anschließenden längeren Unterhaltung überreichte ihm der Führer mit herzlichen Worten der Anerkennung seiner langjähria-en Tätigkeit als Vertreter seines Landes in Deutschland sein Bild mit eigenhändiger Widmung. Reichsminister Dr. Goebbels traf von Winterberg kommend, mit dem Flugzeug in Aachen ein. Er besichtigte eine Reihe von Stellungen des Westwalles in der Umgebung von Aachen und ließ sich die einzelnen Anlagen und Werke eingehend erklären. Die an den neuen Anlagen beschäftigten Arbeiter bekundeten durch stürmische Zurufe ihre Freude darüber, daß der Minister in ihr Arbeitsgebiet gekommen war. ♦ Das Segelschulschiff „Kommodore Johnsen", das sich auf der Heimreise von Australien nach dem Kontinent befindet, hat laut Funkspruch am 25. Juni 32 Grad Nord und 36 Grad West passiert. An Bord befindet sich alles wohl. * Montag nachmittag traf der Chef des Generalstabes des deutschen Heeres General ber Artillerie Halder in Reval ein, um den Besuch zu erwidern, den der estnische Generalstab'>chef Generalleutnant Reek vor einiger Zeit in Deutschland gemacht hatte. General Halder legte zunächst auf dem Militärfriedhof Kränze nieder. Nachmittags fand ein Empfang beim Oberbefehlshaber der estnischen Armee, General L a i b o n e r , statt und am Abend gab ber estnische Generalstabschef Generalleutnant Reek ein Essen, an bem neben Außenminister Selter die In- spekteure der verschiedenen Waffengattungen der estnischen Armee, der estnische Gesandte in Berlin und der deutsche Gesandte in Reval und andere teilnahmen. * Der bisherige Gouverneur von Gibraltar, Sir Edmund Jronside, hat die Heimfahrt nach England im Kraftwagen angetreten. Er wird quer durch Spanien fahren und eine Besprechung mit Franco haben. Sir Edmund Jronside wird .nach seiner Rückkehr nach London den Posten eines Generalinspekteurs der überseeischen Truppen übernehmen. Aus aller Wett. Ist bas watteau-Vild „£*3nbiffetenf“ -vernichtet? Der Diebstahl des Watteau-Bildes „L'Jndifferent" aus dem Pariser Louvre vor einigen Wochen hat nach Meldungen aus London eine interessante Einzelheit ergeben. Die Leitung des französischen Staatsmuseums soll nämlich wenige Stunden nach ber Entdeckung des Diebstahls einen anonymen Brief erhalten haben, in dem ber Schreiber zugibt, das Bild gestohlen unb vernichtet zu Ein wichtiger Vorzug: Chlorodont schont den Zahnschmelz! haben. Zur Begründung seiner Tat gibt er an, daß er sie aus Rache für den von ihm vor Jahren verlorenen Prozeß gegen die französische Regierung begangen habe. Das kostbare Bild habe er in der Nähe von Angers im Departement Maine et Loire in die Maine versenkt. Die Leitung des Louvre ist überzeugt davon, daß es sich um ben Täter handelt und daß die polizeilichen Nachforschungen zu feiner Verhaftung führen werden. Der Brief ist mit der Unterschrift „Ein Amateur- Künstler" versehen. Die 5ernorienfierung von Störchen. Wie die Vogelwarte Rossitten mitteilt, sind im Rahmen der Forschungen, die seit einer Reihe von Jahren über die noch so rätselhafte Fernorientierung der Vogel angestellt werden, in diesen Tagen auch von der polnischen Biologischen Station in Pinsk eine Anzahl Storche im Flugzeug nach England verschickt und dort in der Grafschaft Surrey freigelassen worden. Es handelt sich um einen ergänzenden Versuch zu der im vorigen Sommer erfolgten Freilassung polnischer Störche bei Berlin, die wenige Tage später wieder in ihren h e im a t - lichen Nestern eintrafen. Es ist damit zu rechnen, daß die jetzt in England aufgelassenen Störche, die durch Färbung des Gefieders"besonbers gekennzeichnet sind, über Deutschland zurück- fliegen. Wegen der allgemeinen Bedeutung dieser Versuche wird gebetet, Beobachtungen an die Vogelwarte Rossitten (Kurische Nehrung) zu melden. 4. Beichskleingärtnertag in Wien. Vom 28. Juni bis 2. Juli findet in Wien der 4. Reichskleingärtnertag statt. Die Tagung' wird mit einer Begrüßungsansprache des Reichsbundleiters Stadtrat Kaiser über „Leistungen unb Aufgaben des Reichsbundes" eröffnet werden. Nachdem sich dann Wissenschaftler und Fachleute mit den wich-, tigften Fragen des Gartenbaues, der Schädlingsbekämpfung, der Kleintierhaltung, des Vogelschutzes sowie der Obst- und Gemüseverwertung befaßt haben werden, spricht am 30. Juni Präsident Karl Detter über die wirtschaftliche Bedeutung der Kleintierhaltung. Weiter werden Fragen der Volks- gesundheit und der Volksernährung durch Dr. Rudolf Ramm und Prof. Dr. med. Martin Vogel behandelt. Am 3. Tage sprechen Staatssekretär Professor Gottfried Feber, weiter ber Hauptreferent im Deutschen Gemeindetag, Dr. Wedig von S ch m e l i n g unb Ministerialrat Dr. A. Löste n. Den Abschluß hübet eine Kunbgebung, auf ber Reichskommissar B ü r ck e l, Reichsminister S e ( b t e unb in Vertretung von Reichsernährungsminister Darre Landesbauernführer Reinthaller sprechen werben. Deutscher Aerztetag in Berlin. Am 2 3. und 24. September 1939 findet »n Berlin der Deutsche Aerztetag statt. Es ist dies der erste Deutsche Aerztetag nach ber Machtübernahme und zugleich auch ber erste großbeutsche Aerztetag. Tagungsort ist der Berliner Sportpalast. Internationaler Aerztekongreß in Lüttich. ' In Lüttich wurde der 13. Internationale Aerste- kongreß,. der unter dem Vorsitz von Professor R e - naux (Brüssel) steht, eröffnet. Der belgische Minister für Gesundheitswesen, Iaspar, begrüßte die 1300 Teilnehmer, die aus den europäischen Ländern und Amerika erschienen sind. 3ubiläumsfagung der deutschen Neusprachler in Frankfurt. Einige hundert Neusprgchler aus dem ganzen Reich sind in Frankfurt zur 25. Tagung der deutschen Neusprachler zusammengekommen. Die Tagung wirb vom Reichssachae-diet Neuere Sprachen im NSLB. veranstaltet. 2us Vertreter des Oberbürgermeisters begrüßte Stadtrat Dr. Keller die Teilnehmer im Bürgersaal des Rathauses. Der Rektor der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Professor Dr. P l a tz h o f f, wies darauf hin, daß die Lehrer an ber höheren Schule unb an der Universität am höchsten Gut unseres Volkes, an der Jugend, arbeiteten. Dieser Arbeit werde der Erfolg nicht versagt bleiben, wenn sie wurzele in der nationalsozialistischen Weltanschauung unb getragen sei von gegenseitigem Vertrauen. Im Namen ber Neusprachler dankte ter Reichssachbearbeiter im NSLB., Stadtschulrat Dr. Fischer (Hannover) für die herzliche Begrüßung. Auch die Frankfurter Tagung solle mit dazu beitragen, eine Brücke zu schlagen zu ben anderen Völkern: einer der Grundgedanken ber Tagung sei deshalb die Stellung des Neusprachlers Im Dienst bet* Völkerverständigung. Bei der (Erfüllung dieser Aufgabe^ könne auf die Mitarbeit der Hochschulen nicht verzichtet werden; engste Zusammenarbeit zwischen höheren Schulen und Hochschulen sei deshalb eine Selbstverständlichkeit. Die Sühne für die Vorfälle in vachod. Am 10. Juni nachts haben zwei schwer angetrunkene Polizeibeamte in Nachod nach anderen groben Ausschreitungen einen Polizeibeamten des Protektorates erschossen. Sie wurden deshalb am 26. Juni von der Strafkammer des deutschen Landesgerichts in Prag zu je fünfzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Dammbruch'Kataflrophe in Belgien. In der Nähe von H a s s e l t, der Hauptstadt der belgischen Provinz Limburg, ist am Montagnachmittag der Damm des König-Albert- Kanals in einer Lange von fünfzig Meter geborsten. Die Wassermassen drangen zuerst in das Flußbett des Döner; doch bald war es gefüllt. Immer neue Wassermassen überfluteten Wiesen und Felder in weitem Umkreis. Zwei Häuser wurden weggerissen. Ein Ingenieur und drei Arbeiter, die sich in dem einen Hause aufhielten, konnten sich nur mit Mühe retten. Ein weiterer Ingenieur ist ertrunken. Nach Bekanntwerden des Unglücks wurde die Schleuse von Godscheide sofort geschlossen. Eine vier Kilometer lange Strecke des Kanals, der am 30. Juni durch König Leopold eingeweiht werden sollte, ist außer Betrieb gesetzt worden. Gendarmerie und Militär sind für die Rettungsarbeiten auf geboten worden. Motorrad vom Zuge erfaßt. Aus dem Bahnübergang zwischen Barssel und Ocholt in Oldenburg wurde ein Motorrad vom Zuge erfaßt und in den Graben geschleudert. Der Fahrer sowie der Mitfahrer, die das Herannahen des Zuges trotz Läutesignale nicht beachteten, wurden bei dem Sturz getötet. Mit dem Motorrad in die Zuschauermenge. Bei einem Motorradrennen in Belgien raste ein Motorrad mit Seitenwagen in großer Geschwindigkeit in die Zuschauermenge. Vier Zuschauer wurden getötet. Die beiden Rennfahrer mußten schwer verletzt abtransportiert werden. 20 Tote bei einem Erdbeben in Peru. Der Süden Perus wurde von einem heftigen Erdbeben heimgesucht. Besonders stark hat der Bezirk von Pomacanchi gelitten. Bisher wurden 20 Tote und 50 zum Teil Schwerverletzte ausgesunden. Das Ausmaß des angerichteten Sachschadens konnte bisher noch nicht geschätzt werden. und klare Linienführung und wurde am stärksten, wo die motorischen Kräfte zugunsten eines gefuhls- mäßigen Ausdrucks zurücktraten. Aus dem Programm des letzten Kammerkonzertes fei in erster Linie die Sonate für Violoncello und Klavier von Kasimir von Paszthory (Deutschland) erwähnt, für die der Komponist am Flügel und der Cellist Ludwig Hoelscher sich leidenschaftlich einsetzten. Das Werk besticht durch seine musikalisch- geistige Reife und ausgeglichene Vitalität, die trotz weitgespannter Linien immer übersichtlich und klar blieb. Aus einer echten Musizierfreude stammt eine liebenswürdige „Kammermusik für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Streichquintett" op. 31 von dem Deutschen Egon Kornauth. In einem repräsentativen Chorkonzert, das ganz den ausländischen Gästen überlassen war, hörte man Werke aus England, Italien, Island und Belgien. Ein „Stabat mater“ von dem Italiener Mario Labroca rührt in seiner klanglichen Einfachheit an tiefste seelische Bezirke. Starke nationale Zuge wurden in der „Island-Kantate" von Jon Leifs (Island) ausgedeckt. Chorisch sehr geschlossen erschien die „Aussöhnung" nach Goethes Text v»n dem temperamentvollen Belgier Lieven Duvosel, der mit musikalisch-geistiger Großlinigkeit der Lebensweite des Goetheschkn Vorwurfs gerecht wurde. Mit malerisch-exotischen Farben illustriert der Engländer Constant Lambert in seinem Chorwerk „The Rio grande“ eine fremdartig bunte Welt. Den Abschluß des Musikfestes bildete ein Opern- abend, an dem das jüngste Werk des greifen Präsidenten des Internationalen Rates, Richard Strauß „Daphne" aufgeführt wurde. Das späte Werk ist übergossen von dem milden Glanz und dem tiefen Zauber der Verklärung, mit der ein genialer Geist und Gestalter noch einmal die Fülle seines nneren Reichtums aus vollen Händen verschenkt hat. Die Ausführung des Frankfurter Opernhauses gab dem Werk eine würdige Gestalt. Im Anschluß daran ging als deutsche Uraufführung das Ballett „La Rasiere du Village“ von dem Franzosen Henri Tomafi in Szene. Die ungewöhnliche rhythmische Kraft der Musik fand in der Tanzaestaltung Inge Hertings klare Deutung. — Um die Aufführung der Werke machten sich verdient das Opernhaus- und Museumsorchester unter Franz Konwitfchny, das Orchester des Reichssenders Frankfurt unter Otto Frickhoeffer, das Beronel-Ouartett, das Zernick-Quartett, die größten Frankfurter Chorvereine und eine Reihe ausgezeichneter Solisten. x Adolph Meuer. „Wilhelm Teil" auf der Loreley. RSG. Nachdem zur Sommersonnwende die Festspiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau a u f der Loreley ihrer Bestimmung übergeben worden war, wurde am Sonntagabend zum ersten Male auf ihr das Freiheitsspiel „Wilhelm Teil" von Friedrich Schiller von den^Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. aufgesührt. Schon lange vor Beginn der Aufführung strömten Tausende von Besuchern, die aus allen Teilen des Gaues mit der Reichsbahn, Omnibussen und Kraftwagen und -rädern nach St. Goarshausen gekommen waren, Musik der Völker. Das Internationale Musikfest in Frankfurt am Main. Don unserem Sonderberichterstatter. Das Musikfest des Ständigen Rates für d i e internationale Zusammenarbeit der Komponisten, das sich in Frankfurt a. M. über eine volle Woche erstreckte, ist beendet. In den Kreis dieser großen internationalen Musik- schau waren einbezogen Orchestermusik, Kammermusik, Chormusik und die Oper. Den stärksten Eindruck hinterließen die Orchesterwerke. Das erfreulichste Erlebnis des zweiten Orchesterkonzertes war der Einblick in das Schaffen der beiden jüngsten Komponisten des Festes, des Deutschen Gerhard Maaß und des Schweizers Heinrich Sutermeister. Sowohl Maaß wie Suter- meister können unmittelbar packen durch eine gesunde, in jedem Sinne positive Schöpferkraft. Gerhard Maaß' „Feiermusik für Orchester" entstammt dem Erlebnis eines erhebenden Gemeinschaftsgefühls und gestaltet den Inbegriff des Feierlichen so zwingend, daß es sich unmittelbar überträgt. Der neunundzwanzigsährige Schweizer Heinrich Sutermeister zwingt in vier knappe, übersichtlich gebaute Sätze seines „Divertimento für Streichorchester" den Ausdruck eines starken, zur Gestaltung drängenden Schöpfungswillens. Die 1. Symphonie des Griechen Petro Petri dis ist von einer monumentalen symphonischen Idee beherrscht, die aber bewußt auf eine streng durchgeführte Gliederung verzichtet. Mit dem „Konzert "für Klavier und Orchester" G-dur — von Pvonne Lefebvre, der ausgezeichneten französischen Pianistin glanzvoll bargeboten — entbot der Ständige Rat dem vor zwei Jahren verstorbenen Maurice Ravel Gruß und Huldigung. In einem letzten Orchesterkonzert bestätigte sich der Gesamteindruck, der sich aus den Bestrebungen der meisten aufgeführten Komponisten herausfinden ließ: die klare Besinnung auf die Werke vergangener Jahrhunderte, glücklich in Beziehung gesetzt zu den Wesenheiten der Gegenwart, so am glücklichsten in der „Partita für Orchester" von Johann Nepomuk David (Deutschland), der in fünf ausgedehnten Sätzen zeitnahen Geist mit alter Form glücklich verbindet. Julius Weismanns Konzert für Violine mit Orcheftcrbegleitung op. 08 besticht durch Wohllaut und Fülle des Satzes. Adriano Lualdis „Samnium" - Suite nach Bauernmotiven wirkt durch geschickte Gegensätzlichkeit des Stimmungsmäßigen und Rhythmischen. Auch die Kammermusik vermeidet Problematik und hält sich an bewährte Formen. So ist aus dem zweiten Kammermusik-Konzert, in dem zwei groß- linige Werke eine Fülle kleinformatiger umrahmten, vor allem das Klavier-Quintett es-moll op. 26 von (Ern ft von Dohnanyi (Ungarn), zu nennen. Es ist der Niederschlag einer unmittelbaren schöpferischen Notwendigkeit, aus der heraus die melodische und gedankliche Substanz mühelos in klare Form gebracht ist. Das zweite Hauptwerk des Abends, das Streichquartett in a-moll von Max Dänisch bestach durch seine abgerundete Form Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy. riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fn W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V. Heinrich Ludwig Neunsr; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- •ßinnß LL6I laquisjdag x moa v -Ufi 3ll4I vom Rheintal hinauf auf den Loreleyfels. Als zum vierten Male die Fanfaren verklungen waren und die Konturen der Rheinberge in der hereinbrechen, den Nacht schon leicht verschwammen, saßen die Besucher Kopf an Kops. Die Aufführung wurde zu einem Erlebnis, das jeden Volksgenossen packte. Den unvergleichlichen Hintergrund für das Freiheitsspiel gab die herrliche Landschaft am Rhein. Vor Beginn der Ausführung richtete der Stell- vertretende Gauleiter ,ßi n b e r eine Ansprache an die Besucher, in der er sagte, alle wahren Künstler seien aus dem Volke heraus geboren und zum Volke zurückgekehrt. Jahrhunderte hindurch sei das Reich fremden kulturellen Einftüsfen ausgesetzt gewesen. Diese Zeiten seien vorüber. Wie sich an der Grenze ein Festungswall entlang ziehe, so müßten deutscher Kulturwille und deutsches Kulturschaffen einen neuen Wall gegen jeden Versuch' geistiger Knechtschaft bil- den. Neben dem großen Schaffen unserer Zeit müßten wir aber auch den Weg zu den alten deutschen Meistern finden. Diesem Ziele diene die Festspiel- und Feierstätte, die zur Pfleye großer und erhabe- ner Kunst gebaut worden fei. IBdferbericbf Nachdem es am Montag und in der Nacht zum Dienstag in unserem Gebiet noch vielerorts zu zeitweise gewittrigen und örtlich sehr ergiebigen Regen, fällen gekommen war, macht sich zur Zeit in einem nachfolgenden Hochdruckgebiet von Westen her fortschreitende Besserung geltend. Wohl entwickelt sich von Irland ein neuer Tiefdruckwirbel, der auch auf unser Wetter nicht ohne Einfluß bleiben wird, doch kann im ganzen mit freundlicherem Wetterablauf als seither gerechnet werden. Vorhersage,für Mittwoch: Vielfach heiter und trocken, nachts frisch, doch tagsüber wieder wärmer als seither, Winde meist um Süd, später Bewölkungszunahme. Vorhersage für Donnerstag: Nach vorübergehender Unbeständigkeit im wesentlichen freundlicheres und ziemlich warmes Wetter. Lufttemperaturen am 26. Juni: mittags 16 Grad Celsius, abends 13,9 Grad; am 27. Juni: morgens 12,4 Grad. Maximum 17,1 Grad, Minimum heute nacht 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juni: abends 17,3 Grad; am 27. Juni: morgens 14,6 Grad. — Niederschläge 0,9 mm. — Sonn enscheindauer 1,6 Stunden. Am Donnerstag, dem 29. Juni 1939 \ sind die Schalter und Nebenstellen unserer Kasse geschlossen Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadt- u. Landkreis Gießen 4535D alle lästig. Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- spross, ufro. entf. u.Gar.kür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechsfand.jetzt mittwochs.Gießen Am Riegelplad 32, S-BVoühr dnrehg. Für die uns anläßlich unserer Vermählung in sö überaus reichem Maße überbrachten Glückwünsche unb Geschenke sagen wir auf diesem Dege herzlichen Dank Otto Kimpel und Frau Martha, geb. Runge Gießen (sicher Straße 57), im Funl 1939 03176 Do« Tischleindeckdich untrer Tage. 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Heilpflanzen am Wegesrand. Es gibt heuer sehr viele Kamillen, zum Leidwesen der Bauern: denn wenn sie in solchen Massen erscheinen, so werden sie leicht zu einem lästigen Unkraut und erdrücken das Getreide. Wenn wir aber Schulkindern begegnen, die mit mächtigen Kamillen- sträußen bewaffnet nach Hause eilen, dann freuen wir uns. Es ist gut, daß diese Gottesgabe gesammelt und getrocknet wird. Wir wissen doch, daß der Verbrauch von getrockneten Kamillen in Deutschland jährlich rund 800 000 Kilogramm beträgt. Das entspricht einem Wert von über 1,5 Millionen Reichsmark. Dabei wurden seither noch 90 v. H. aus dem Ausland eingeführt. Die Sammeltätigkeit der Kinder ist also nicht nur für sie selber gewinnbringend, sondern sie hilft auch Devisen sparen, ganz abgesehen davon, daß wir in den Wintermonaten froh sind, wenn Kamillen im Hause sind. Der Verbrauch von Heilkräutern ist ungeheuer groß. Wenn wir lesen, daß in Deutschland von Lindenblüten, Brombeer- und Himbeerblättern nahezu eine halbe Million Kilogramm in den Apotheken und Drogerien umgesetzt werden, dann können wir ermessen, welche Schätze uns die Natur schenkt. Wir müssen nur unsere Augen öffnen und auf Wanderungen und Spaziergängen die Heilpflanzen sammeln, wenigstens für den eignen Bedarf. Mit dem Abpflücken allein ist es freilich nicht getan. Die gesammelten Blüten und Blätter müssen ordentlich ausgelegt und getrocknet werden, niemals aber in der heißen Sonne. Beim Trocknen können wir die Erfahrung machen, daß mächtige Bündel von Pflanzen und Blüten sehr zusammenschrumpfen. Im allgemeinen gehen vier Fünftel des Gewichtes verloren. In leichten Mullsäckchen oder auch in Gläsern bewahren wir die Heilkräuter auf. Unzählig sind die Heilpflanzen, die wir am Wegesrande finden. Auf den Wert des Hol-unders wurde schon hingewiesen. Nun blühen auch die Linden. Ihre Blüten geben ebenfalls einen guten Tee. Daneben aber wachsen noch so viele Pflänzchen, die wir nicht übersehen sollten. In den Gräben, die Wasser-führen, finden wir die wilde Pfefferminze. Schon von weitem strömt ihr Duft uns zu. Wir pflücken die weichen, zarten Stengel mit ollen Blättern und sorgen dafür, daß mir einen großen Vorrat haben. Das Jahr ist lang. Wie oft gibt es Magenschmcrzen, Darmerkrankungen. Da' hilft immer der angenehm schmeckende Pfefferminztee. Der Geschmack ist so gewürzig, daß viele Leute zum chinesischen Tee ein paar getrocknete Minzenblätter zufügen. Au- den trockensten Wegen gedeiht noch der Wegerich. Wir sammeln seine Blätter und erhalten dann in dem Tee — vermischt mit 'Bienenhonig — ein gutes und beliebtes Linderungsmittel bei bösem Husten. An trockenen Wegrändern wächst auch dos Hirtentäschel. Bei inneren Erkrankungen, auch bei Nasenbluten, tut ein Tee von ihm gute Dienste. Bekannt ist Mich die Schafgarbe. Schon im Altertum wurde die Pflanze geschätzt. Bei allen Erkältungskrankheiten hilft ein Tee von Schafgarbsnblü- ten. Ebenso nehmen wir Schafgarbenblüten bei Geschwüren und offenen Wunden. Die Wegwarte mit ihren hellblauen Blüten ist uns auch willkommen. Wir können die ganze Pflanze brauchen, Blätter, Blüten und Wurzeln. Ein Tee von der Wegwarte regt die Eßlust an, stärkt und kräftigt. Weniger bekannt ist der kleine Odermennig. Er wächst noch auf ganz trockenem Boden. Die Blüten sind gelb, die ganze Pflanze ist stark behaart. Bei Erkältungskrankheiten hilft ein Tee von seinen Blättern. Wir benutzen ihn auch zum Gurgeln bei Halsentzündungen. Die Heilwirkung des Odermennigs kommt in der Hauptsache von seinem hoben Gehalt an Kieselsäure. Auch der Ackerschachtelhalm enthält viel Kieselsäure. Ein Tee vom Die „Iugendrechtliche Arbeitsgemeinschaft" am hiesigen Landgericht unternahm dieser Tage zusammen mit den jugendrechtlichen Arbeitsgemeinschaften in Mainz und Darmstadt eine Studienfahrt nach Heilbronn, um dort das Iugendgesängnis eingehend zu besichtigen. An der Fahrt nahmen etwa 50 Personen teil und zwar Richter, Staatsanwälte, Mitglieder der Jugendämter aus Städten und Kreisen, ferner Mitglieder der Sozialämter und Kameraden aus dem Kreise der Hitler-Jugend. An der Fahrt beteiligte sich auch Generalstaatsanwalt Dr. Eckert (Darmstadt). Die Besichtigung der Iugendstrafanstalt Heilbronn (eine der größten Anstalten in Deutschland) nahm mehrere Stunden in Anspruch und ließ die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in den Jugend- trafvollzug gewinnen. Mit großem Interesse be- ichtigte man die zahlreichen Werkstätten, in denen ■ne Jugendlichen die verschiedenartigsten Berufe erlernen können. Für die Ausbildungsarbeit stehen der Anstalt bewährte Werkmeister zur Verfügung, die dafür sorgen, daß die Zeit des Aufenthaltes der Jugendlichen in dieser Zellenstrafanstalt keine verlorene ist und die Jugendlichen nach ihrer Entlassung wieder vollwertige Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft werden können. Saft des Schachtelhalmes (der auch Zinnkraut genannt wird, weil man früher die zinnenen Teller damit reinigte) wirkt bei Blasen- und Nierenleiden. Wir erwähnen von den vielen Heilpflanzen noch den Thymian, die Hauhechel, das wilde Stiefmütterchen, den Rainfarn, den Augentrost, das Tausendgüldenkraut u. a. m. Wer will alle Nomen nennen? Wir wollen sie nicht vergessen, sie sammeln und ihnen einen Platz in der Hausapotheke anweisen. Wir werden es nicht bereuen. H. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Im Kampf gegen den Weltfeind". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Peter spielt mit dem Feuer". „Kulturelle Ausgaben im deutschen Handwerk." Die Kreishandwerkerschaft' veranstaltet in der Gemeinschaft mit der Deutschen Arbeitsfront am Mittwoch, 28. Juni, 20.30 Uhr, im „Hotel Hindenburg" einen Lichtbildervortrag, dem das Thema „Kulturelle Aufgaben des Deutschen Handwerks" zugrunde liegt. Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge sind dazu eingeloden. „Welleislehre und Geologie." Ueber dieses Thema spricht am kommenden Freitag, 30. Juni, 20.30 Uhr, im Hörsaal des Geologischen Instituts (Braugasse 7) Prof. Dr. Hummel in einem von dem NSD.-Dozentenbund, der Volksbildungsstätte Gießen und der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde gemeinsam veranstalteten Vortragsabend. Bei freiem Eintritt ist jedermann herzlich eingeladen. Der musikalische (Spielfreie her A(S.-Frauenschast. Die Abteilung „Kultur, Erziehung und Schulung" des Deutschen Frauenwerkes hat es sich zur Aufgabe gemocht, auch das unter das Gebiet Kultur fallende Bereich der Musik zu erlassen und anzugliedern. Da man sich eine Veranstaltung oder Feierstunde in der NS.-Frauenschaft nicht mehr ohne-musikalische Darbietung denken kann, wurde der Spielkreis des Deutschen Frauenwerkes ge- Mit Interesse hört man davon, daß zu der Zellenstrafanstalt das große landwirtschaftliche Gut „Hochrain" gehört, das den Weinbau, Getreidebau, Kartoffelbau, Viehzucht usw. betreibt und den Jugendlichen viel Gelegenheit gibt, sich auch in der Landarbeit zu bewähren. Die Anstalt steht unter der Leitung von Strafanstaltsdirektor S ch m i d t h ä u s e r, der das Gefängnis mit Energie und großer Sachkenntnis zu einer Einrichtung entwickelt hat, die den Strafvollzug in einem positiven Sinne gewährleistet. Die Besichtigung der Anstalt hinterließ bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck. Zuchthaus Rockenberg jetzt Iugendgesängnis. Im Zusammenhang mit dieser Besichtigung dürfte es von besonderem Interesse sein, zu hören, daß seit kurzer Zeit das Zuchthaus Rockenberg als Zuchthaus für Erwachsene nicht m e h r besteht, sondern gegenwärtig im Aufbau und in der Umwandlung zu einem I u g e n d g e f ä n g - n i 5 begriffen ist. Die Anregungen und Eindrücke von zeitgemäßem Jugendstrafvollzug, die die Gießener Fahrtteilnehmer in Heilbronn gewinnen konnten, werden nunmehr in unserem engsten Heimatgebiet praktische Auswirkung finden können. bildet. Dor etwa % Jahren fanden sich hier in Gießen die musikausübenden Mitglieder der NS- Frauenschast und des Deutschen Frauenwerkes zusammen zu regelmäßigen Uebungsstunden, und seither erfreut nun dieses kleine Orchester, das aus Streichmusik und einem Klaviertrio besteht, bei allen größeren Feierstunden und besonderen Gelegenheiten die Frauen des Deutschen Frauen- werkes und die geladenen Gäste durch Darbietung vorzüglicher Musik. So wurde die Feierstunde der Werbung für das Deutsche Frauenmerk in der Uni« versitätsaula besonders eindrucksvoll durch das Orchester gestaltet. Vergangene 'Woche wurde der Abend der Ortsgruppe Süd durch Darbietungen des Orchesters bereichert. Dann bot das Orchester Noch zusammen mit dem Singkreis der Ortsgruppe Süd das Lied aus den Hitler-Iugend-Singblättern: „Der Somer ist gekommen." Schon die Namen der Komponisten bieten jeweils einen Wertmesser für die Ernsthaftigkeit und Güte des Spielkreises der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes. Möchten sich recht viele musikalische Mitglieder des Deutschen Frauenwerkes zu dem Spiel- oder Singkreis melden; sie geben ja nicht nur, sondern sie nehmen auch, und zwar durch neue Anregungen die hier in ihr Gesichtsfeld treten. Gfs. Verbreiterung der Licher Straße begonnen ... Nachdem in der vergangenen Woche in der Anlage an der Licher Straße eine neue Baubude aufgestellt worden war, konnte man unschwer darauf schließen, daß nun auch die Arbeiten zum Zweck der Verbreiterung der Licher Straße in Angriff genommen werden sollten. Am gestrigen Montag nun fanden sich Arbeiter in verhältnismäßig stattlicher Anzahl ein, und begannen damit, den breiten Fußweg auf der rechten Straßenseite aufzureißen und Erdreich obzuheben. Der Raum, der damit gewonnen wird, soll zu einem Teil der Fahrbahn, zum anderen Teil dem Radfahrerweg zugute kommen. Das Erdreich, das beim Aushub des bisherigen Bürgersteiges onfällt, wird zur Verbreiterung der Licher Straße im Abschnitt Memeler Straße bis Waldrand verwandt. Unfer neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes den Abdruck des Romans „Ein Mann wis taufend andere" von Konrad Trani zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer des Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder starken und einhelligen Erfolg in allen Schichten unseres Leserkreises versprechen dürfen. Wir stellen heute^ einen neuen Autor vor, der früher in unseren Spalten noch nicht zu Worte gekommen ist, dessen Romane sich aber steigender Beliebtheit erfreuen und auch mehrfach mit Erfolg verfilmt worden sind. Der neue Roman, mit dem wir in dieser Nummer beginnen, heißt „Grobgarage Alter Westen" von Harald Baumgarten, er spielt in Berlin, und zwar m einem Umkreise, der gemeinhin selten im modernen Roman dargestellt wird, in einer großen Autogarage nämlich, wo Tag und Nacht eine Menge höchst perfrbiebener Wagen parken und nach den Regeln der Kunst betreut werden. Wichtiger als diese Autos sind.natürlich ihre ebenso verschiedenen Besitzer, die bräunt-fchützt K47U TVc Crem«-23,-45,-90 Haut -Oel -70, 1.20 sich ein flüchtiges Stelldichein geben: so entsteht ein farbenreicher Ausschnitt aus dem heftig pulsierenden Leben einer großen Stadt, und aus der Ueberschnerdung und Verknüpfung der unterschiedlichsten und merkwürdigsten menschlichen Schicksale entwickelt sich ein überaus fesselnder und immer spannender werdender Kriminal- und Liebesroman, in welchem nicht nur die Garage als Sammel-. und Schnittpunkt des brandenden Alltags der Stadt, sondern unter anderem auch das Filmatelier eine erhebliche Rolle spielt. Der lebendig und unterhaltsam geschriebene Roman wird, dessen sind mir gewiß, allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine willkommene, von Tag zu Tag erwartungsvoll begrüßte Lektüre sein. Appell der Gießener Technischen Nothilfe. Oie Gießener Technische Nothilfe hielt im „Frankfurter Hof" einen Appell ab, der vom Chef der Technischen Nothilfe angesetzt war und ollen Kameraden einen klaren Ueberblicf über Geschichte, Wesen, Ausbau und zukünftige Aufgaben der Technischen Nothilfe vermittelte. Der Ortsführer gab in einem umfassenden Vortrag zunächst eine Darstellung der Geschichte der Technischen Nothilfe, die nach Beendigung des Weltkrieges ins Leben gerufen wurde, zunächst als Technische Abteilung der Garde-Kaval- lerie-Schützen-Division bestand und die Aufgabe hatte, die lebenswichtigen Betriebe gegen die Beherrschung durch das rote Untermenschentum zu sichern. Der Redner schilderte dann kurz den Ein- Besuch in Memlings Heimatstadt. Von $. M. Huebner. In diesen Tagen fand in Brügge (Belgien) die Eröffnung der Jubiläums- Ausstellung für den Maler Hans Memling statt, ein bedeutsames Kunstereignis, an dem wir dadurch besonders beteiligt sind, daß Memling gebürtiger Deutscher war und daß viele deutsche Museen mit Leihgaben an der Ausstellung teilnehmen werden. Der Name Hans Memlings wird während dieses Sommers in vieler Munde sein. Man wird in Zeitungen und Zeitschriften seine Gemälde abbilden, ein in Belgien hergestellter Film wird diese Gemälde in den Lichtspielhäusern Europas und Amerikas vor die weitesten Betrachterkreise bringen, es werden zu seiner Ehre Festmahlzeiten veranstaltet und Preisreden gehalten werden: Dies alles, weil vom Juni bis September dieses Jahres eine Gedächtnis - Ausstellung für ihn statt- findet, die größte, die jemals unternommen wurde, und zwar "in Brügge, der flämischen Stadt in Belgien, wo er gelebt und gewirkt hat, zu hohem Ansehen gelangt und schließlich gestorben ist. Brügge feiert mit dieser Ausstellung den 5 0 0. Geburts - tag des Malers, feiert damit aber gleichzeitig fein* eigene ruhmreiche Stadtvergangenheit, denn Memling hat wie wenige andere Maler den Namen der Stadt Brügge für alle Zeiten berühmt gemacht, er, der zu feinen Lebzeiten als der bedeutendste Maler der Christenheit galt. Sonderbare Schickfalsverknüpfung! Sonderbar insofern, als Memling ja gar kein Sohp der Stadt seines Wirkens und nicht einmal ein Sohn der Erde Flanderns war, vielmehr von durchaus fremder Abstammung, ein Gast und Zugereister, dessen Wiege recht fern von Brügge, recht fern von den flachen Niederungen längs der Nordseeküste gestanden hatte, in Deutschland nämlich, im Gebiete des Mittelrheins. Der Ort, wo er geboren wurde, liegt im Gebiete des ehemaligen geistlichen Kurfürstentums Mainz; es ist Seligenstadt am Main, zwischen Hanau und Aschaffenburg, das Städtlein, das zu den ältesten Stätten der deutschen ftultur gehört und von glorreichen Namen der weltlichen und geistigen Geschichte Deutschlands überglänzt wird. Weil einen nun aber die merkwürdige Lebensgleichung zwischen dem Deutschen Hans Memling und der flandrischen Stadt Brügge nachdenklich stimmt und weil es einem vorkommt, diese Gleichung wolle ini geheimsten vielleicht doch nicht völlig aufgehen, so bricht man noch Seligenstadt auf und trifft dort an einem Tage ein, wo die Einwohner die alljährliche Feier zum Gedächtnis ihrer christlichen Schutzheiligen abhalten. Die Stadt bietet ein Bild des fanften Friedens, unveränderlich durch die Jahrtausende hindurch, so daß es zu Memlings Zeiten nicht anders als heute war. Die Petrus- und Marzellinusprozefsion: sicherlich ist sie eine der tiefsten Kindheitseindrücke des Malers Memling gewesen und hat auch durch die viel prunkvolleren und an Teilnehmerzahl viel reicheren Prozessionen, die er später in dem prachtliebenden Brügge sah, nicht aus seinem Gedächtnis gelöscht werden können. Und dann das Sädtchen selber jnit seinen Giebelbauten, Türmen, Mauerresten einer kaiserlichen Pfalz, das große Wohnhaus an der Aschaffenburger Straße, das wir, die ausgetretenen Treppen empor, bis unter den Dachfirst durchstöbern, von den verwitterten Mauern, den ineinander geschachtelten Bäumen ahnungsvoll angerührt, dieses mächtig- behäbige Anwesen, darin Hans Memling, der Knabe, aufwuchs als der Sohn von Hanman Memling und seiner Frau Luka Stirn, dies alles sollte er vergessen haben? Mit nichten. Denn auf seinen Gemälden lebt ja fort, was den feinsten Zauber dieser Stadt ausmacht. Wie das geistliche Bild der Prozession, so ist auch dieses gegenständliche Bild der Landschaft ein Unvergängliches, und indem wir nun durch die alten Gassen wandern, geführt von bereitwilligen und wohlunterrichteten Einwohnern, und dieses andere Unvergängliche ruhig auf uns einroirfen lassen, meinen wir, dem sanftesten der altniederländischen Maler weitaus näher zu kommen, als es uns in Flandern, in Brügge, gelingen mag, wo im St. Iensspital seit alters neben anderen Gemälden sein Meisterwerk des Ursula - Schreins aufbewahrt wird. Wir kommen dem seelischen Nährund Brutboden nahe, aus dem sich die Leistung dieses Malers herausbildete, jener zutiefst liegenden Schicht seiner Persönlichkeit, die man Jahrhunderte hindurch gar nicht bemerkte, sintemalen man nicht wußte, woher Hans Memling eigentlich stammte. Bis es dem Brügger Archivar R. A. Parmen- t i c r vor wenigen Monaten gelang, Seligenstadt als Herkunfts- und Geburtsort des Künstlers einwandfrei festzustellen, und zwar auf Grund einer alten Eintragung in das Bürgerregister von Brügge. Damit haben wir einen wertvollen Zugang zum Wesen des Malers und seiner Kunst gewonnen, und keiner, der sich mit Memling und feiner Kunst beschäftigt hat, wird es in Zukunft verabsäumen dürfen, seine Nachforschungen am Beginnpunkte seines Lebenswegs, in Seligenstadt, anzufangen. Weshalb aber verließ der Jüngling seine Vaterstadt, wo er offenbar den ersten Malunterricht genossen hatte? Merkwürdige Gerüchte über diesen Ausbruch aus der Vaterstadt, über die dunkle Zeit des Schweifens, bevor er in Brügge auftauchte und sich hier endgültig seßhaft machte, sind im Umläufe, Gerüchte, die von tollen und keineswegs unschuldigen Abenteuern munkeln: sollte an ihnen dennoch etwas Wahres fein? Vielleicht litt dieser sich so ruhsam gebende Maler? geift an einer tiefen Lebenswunde, möglich, daß der reine, abgeklärte Zustand seiner gemalten Madonnen, Kirchenheiligen und weltlichen Zeitgenossen durchaus nicht die Widerspiegelung seines eigenen Zustands, vielmehr eine bloß erstrebte Haltung darstellte? Gewiß, aus dem Landschaftsbild feiner Heimatstadt atmet Frieden und Wohllaut — weshalb aber kehrte der Künstler in diesen Frieden, in dieses ihm durch die Geburt geschenkte Glück der .Herkunft niemals wieder zurück? Memling, der Schlichte, der Eindeutige, wird rätselhaft, wenn man vom Ausgangspunkte her feinen Lebensweg betrachtet. Man fühlt dann, daß er vielleicht, i ec-fi Id) gesehen, gar nicht so weit von jenem größten Meister und Rätselaufgeber der deutschen Malerei, von Mathias Grünewald (Gothard Nithard), entfernt steht, der gleichfalls in dem traumseligen Städtchen Seligenstadt lebte, hier rang und sich hier vollendete. Welche Tiere sind unzähmbar? Dem Menschen ist es gelungen, fast alle Arten von Tieren zu zähmen, sogar solche, die dem natürlichen Gefühl ganz und gar unzähmbar vorkommen. So gibt es z. B. am Viktoria-Nyanza- See in Ostafrika ein riesiges, zahmes Krokodil, das auf einen Ruf herbeikommt und aus den Händen eines Eingeborenen Fische nimmt. Wenn das Reptil satt ist, packt der Negerjunge es am Schwänze und fährt mit ihm Schubkarren in den See hinein. Als eins der scheuesten Tiere gilt das australische Schnabeltier. Dennoch ist es einem Farmer in Diktorialand, Robert Eadie, gelungen, ein solches Tier vollständig zu zähmen. Es folgt ihm überall hin, liebt es, gekitzelt zu werden, und spielt wie ein Kätzchen mit einem alten Lappen. Tausende von Besuchern kommen auf die Farm, um das Wundertier zu sehen. Es gibt zahme Fische, Insekten, Reptilien aller Art, und doch bleiben gewisse Tiere, die sich als vollständig unzähmbar erwiesen haben. Das bekannteste unter ihnen ist die Wildkatze, und Zwar gerade die europäische Wildkatze, was um so seltsamer ist, als ein so naher Verwandter von ihr wie der südafrikanische Luchs wenigstens bis zu einem gewissen Grade gezähmt werden konnte. Auch die amerikanische Wildkatze hat allen Bemühungen, sie zu zähmen, bisher erfolgreich widerstanden. Sogar Junge, die sehr früh aus dem Bau genommen und in der Gefangenschaft aufgezogen werden, behalten ihre Wildheit. Von allen Katzenarten die wildeste ist ein ziemlich seltenes Geschöpf, die Fossa, die auf Madagaskar heimisch ist. Die Eingeborenen fürchten sie mehr als alle anderen Tiere, denn ihre Wildheit übertrifft die des Leoparden. Auch die verschiedenen wilden Hunde sind fast sämtlich unzähmbar. Zu ihnen gehört der indische wilde Hund und der gefleckte Wildhund Südafrikas. Der gefürchtete Dingo Australiens konnte gezähmt werden, aber man nimmt an, daß dieses Tier von verwilderten Haushunden abstammt. Er ist der Schrecken der Schafhirten und hat sich in gewissen Gegenden Austra- -liens zu einer wahren Landplage entwickelt. In den letzten Jahren allerdings ist seine Zahl zurückgegangen. Don den Wölfen lassen manche sich dis zu einem gewissen Grade zahmen, aber nicht die patagonische Art. Ein weiteres Tier, dem der Mensch niemals sein Vertrauen schenken kann, ist die Hyäne. Zeitschriften. — Die im Verlag F. Bruckmann, München, erscheinende Monatsschrift „Die Kunst" bringt in ihrem Juniheft Abbildungen des „delphischen Wagenlenkers", einer über 2000 Jahre alten Bronze- ftatue, die Adolf Greifenhagen zu einer Betrachtung über griechische Schönheit und klassische Kunst anregt. lieber die Delacroix-Ausstellung in Zürich referiert Eduard Briner an Hand ausgezeichneter Reproduktionen. Ulrich Christoffel schildert den Werdegang des Münchner Bildhauers Eugen Mayer- Fasfold, dessen „Diana", „Flora" oder „Sitzendes Mädchen" die anmutig bewegte Linienführung des Künstlers, die als eine gewisse Nachwirkung des Barock heute noch in München lebendig geblieben ist, zeigen. In einem Aufsatz über die „Hannoversche Malerei der Gegenwart" zeigt Karl Fischoeder den Zusammenhang zwischen der niedersächsischen Landschaft und den aus ihr hervorgegangenen Malern. Mit drei bedeutenden finnischen Bildhauern macht Friedrich Ege bekannt. Schließlich lieft man in dem Werkdruckbogen noch einen Bericht über „Spanische Museen im Bürgerkrieg". Im zweiten Teil zeigt Architekt Breitling der Landschaft besonders angepaßte Bauten, das Haus Biedermann in Tübingen und das reizvolle kleine Wochenendhaus des Architekten, das gut in der Neckarlandschaft steht. „Deutsches Wohnen" heißt ein Artikel von Architekt Fried- rich Pütz, Berlin, der Anmerkungen zur Jahresschau des deutschen Tischlerhandwerks in Leipzig gibt. Abbildungen der verschiedensten Zimmereinrichtungen zeigen einfache und durch schöne Linien und gute Proportionen wohltuend wirkende Möbel. Wie ein überalterter Garten wohltuend gewandelt werden kann, läßt M. H. Schilling an einer beispielhaft gelösten Aufgabe des Gartengestalters Aldinger, Stuttgart, erkennen. Erfinderische Natur. UMS Dasein die jetzt dein Marmor kann es Opekta. an. Wenn daheim in dieser Minute zu regnen anfing noch Ottilie einen Schirm mit- eiligst nach Hause und besuchten gibt am „Pompeji", Hafenstadt in haben wir alles gespart." Da es aber in und weder Otto hatten, liefen sie weih ich schon. Aber da müssen nr.r wo der Mann wohnt!" ist fein Mann, Otto." Pompeji?" „Ja. Das doch wissen, „Pompeji „Nein?" „Nein." „Das sind doch andere alte Sachen, Otto! Die sind aus Stein." „Aus was für Stein?" „Aus Marmor." „Marmor! Marmor läßt sich hören! Wir haben wegen! „Sicher deswegen, Otto." „Und in diesem Kampanien liegt Pompeji?" „Ja." „Was gibt es denn da zu sehen?" „Alte Sachen, Otto." Otto guckte schief. „Alte Sachen? Alte Sachen habe ich ich alte Sachen sehen will, gucke ich meinen Kleiderschrank." weder Pompeji noch Sorrent. Sie kamen auch am nächsten Tag nicht dazu, denn sie verfitzten sich beim Frühstück in eine so dicke Debatte, ob man den Vesuv besser mit Schirm oder besser ohne Schirm besteigen solle, daß es bereits dämmerte, als sie zu dem Resultat kamen: wer will, mag einen Schirm mitnehmen. „Augenblick bitte!", unterbrach Otto, „wieso denn Kampanien? Wir sind doch hier in Italien?" „Das hieß früher so", belehrte Ottilie. „Was? Italien hieß früher Kampanien?" „Ja." „Komisch! Wenn ich daheim erzähle, ich habe eine Kampanienreise gemacht, waß keiner, wo ich war. Gut, daß mir photographiert haben! Wieso hat denn das früher anders geheißen als jetzt?" Ottilie zuckte die Schultern. „Woher soll ich das wissen? Ich habe doch früher auch Müller geheißen, und jetzt heiße ich Gölle." „Ja du! Weil du mich geheiratet hast! Mit Muller ist das, übrigens die gleiche Schose wie mit Kampanien. Wenn man sagt, man war bei Müller, weiß keiner, bei welchem Müller. Vielleicht des- doch daheim ein Bild über dem Bett: und Psyche —" „Das heißt doch Amor, Otto!" „Gott, wegen dem einen M! Weit „Warum nicht? Stehen die Häuser dort alle leer?" „Natürlich." „Da möchte ich nun erst recht wissen, warum du da hin willst? Kein Mensch daheim? Wo sind denn die alle?" „Zu einer Frau gehe ich aber nicht in dem Auszug." „Pompeji ist auch keine Frau, Otto. Pompeji ist eine Stadt " Otto nickte bedächtig: „Aha! Dachte ich es mir doch fast. Wer wohnt denn dort, den du kennst?" „Niemand." „Niemand? Da brauchen wir doch auch nicht hin, was wollen wir denn dort?" » Ottilie seufzte: „In Pompeji wohnt überhaupt kein Mensch/ Otto und Ottilie. Don 3- S- Röüler. Otto und Ottilie standen auf dem Vesuv. Der Vesuv rauchte. „Prächtig!", lobte Otto. „Einmalig!", nickte Ottilie, Dann fügte sie noch hinzu: „Gibt es hier oben keine (Stodnägel? „Fraglich." „Ungeschickt! Die Leute würden ein Bomben- geschäft machen." Dann photographierte Otto noch seine Ottilie vor dem Vesuv, neben dem Vesuv, auf dem Vesuv, und Ottilie knipste Otto in den gleichen Posen, wobei sich Ott« vergeblich nach einer Palme umsah, die er gern mit auf dem Bild gehabt hätte. Und als dies geschehen war, packte Ottilie ihre Siebensachen und sagte aufatmend: „Das wäre auch geschasst! Jetzt kommt Pompeji!" „Wer komml?^ „Pompeji!" „Wo kommt er?" Ottilie schüttelte ärgerlich den Kops. „Pompeji kommt doch nicht her — mir gehen doch hin!" „Zu Pompeji?" „3a." „Wo wohnt er?" „Otto!- Otto!", sagte Ottilie und wunderte sich, „erinnerst du dich nicht mehr, daß ich daheim sagte: wenn wir den Vesuv gesehen haben, besuchen mir da nicht rneg sein." Ottilie ließ den Mut nicht sinken. „Pompeji ist etwas ganz anderes, Otto. Da sind alte Häuser und alte Figuren in besonders schönen Proportionen —" „In was?", unterbrach Otto. erzählst du mir, wie es bei dir war. und ich erzähle dir, wie es bei mir war. Auf diese Weise gesehen und einen ganzen Tag Klinik aufgenommen werden. ** Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadt- und Landkreis Gießen bekannt, daß ihre Schalter und Nebenstellen Donnerstag, 29.Juni,.geschlossen sind. Ottilie holte den Bädecker hervor. las sie vor, „einst eine blühende Kampanien —" Außerordentlich erfindungsreich ist die Natur, einem jeden Geschöpf im Kampf Mittel zu verschaffen, durch die es sich behaupten kann. Es handelt sich bei diesen Mitteln vor allem um die Befriedigung des Nahrungsbedarfs und um den Schutz vor Feinden. Wie seltsam sie oft ausgestaltet sind, zeigt Dr. M. Eisentraut im Juliheft von „V e l h a g e n und Klasings M o - n a t s h e s t e n" an einer großen Fülle von Beispielen, von denen die folgenden besonders auf- „3n schönen Proportionen." „Siehstel, sagte Otto erfreut, „das hängt also doch mit dem Bild im Schlafzimmer zusammen. Da sind auch schöne Proportionen zu sehen. Als mein Freund Gustav jüngst bei uns war, hat er zu mir gesagt: Gucke mal, Otto, was die für schöne.Proportionen hat! Und das ist dort zu sehen?" „Otto! Otto! Du bringst mich nach ins Grab!" Otto wurde zärtlich. „Aber nicht doch, Ottilie! Ich gucke ja auf das Bild gar nicht hin." „Wer spricht denn vom Bild, Otto, wir reden doch von Pompeji. Pompeji ist eine untergegangene Stadt — eines schönen Tages ist der Vesuv ausgebrochen und hat die ganze Stadt mit glühender Lava übergossen. Das hast du doch in der Schule gelernt, Otto!" lieber Ottos Gesicht lief ein seliges Erkennen. „Ach das Pompeji ist das? Ja dann! Aber da brauche ich nicht erst hin, das kenne ich schon." „Wieso kennst du denn das, Otto?" „Das habe ich schon vor vier Jahren gesehen." „Aber Otto! Du warst doch noch nie in Italien?" „Nein. Ader im Kino habe ich es gesehen. Die letzten Tage von Pompeji. Da waren aber noch Leute dort! Wo sind denn die jetzt alle?" „Erstarrt! In Lava. Und die siehst du in Pompeji, ganz natürlich, als märe es gestern geschehen. Da liegt auch noch damals gebackenes Brot und frische Brötchen, zweitausend Jahre alt, steinhart, habet sehen sie aus wie frisch —" „Ottilie!", rief Otto, „so ein Brötchen habe ich heute zum Frühstück bekommen! Das sah auch aus wie frisch! Und deswegen soll ich erst nach Pompeji? Nein, Ottilie, da geh du ruhig alleine, ich gehe inzwischen mal schnell nach Sorrent rein und schaue mir den Busen von Neapel an. Und dann des Moseltales offenbarte. In Kochern verlebte man einige Stunden eines zwanglosen Aufenthaltes, die von'vielen dazu benutzt wurden, der Burg Kochern einen Besuch abzustatten. Zu abendlicher Stunde wurde in bester Stimmung zur Rückfahrt aufgebrochen. Die Leitung und Organisation der Fahrt lag in Händen von Ludwig Benner, Wieseck. ** Unfälle. In unserer Stadt erlitt der aus Frankfurt-Niederrad stammende 31 Jahre alte Kraftfahrer Karl Orthwein einen Unfall. Bei der Fahrt durch Gießen stürzte er vier Meter hoch von einem Lastwagen ab. Er zog sich dabei einen schweren Beckenbruch zu und mußte sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — Ein Kaufmann aus dem Wetzlarer Weg erlitt bei einem Autounfall einen Schulterbruch und mpßte ebenfalls in die satz an verschiedenen Brennpunkten des politischen Geschehens und der Streikunruhen und kennzeichnete die Ueberleitung der ehemaligen „Technischen Abteilung" in die „Technische Nothilfe" und die Untermauerung der Organisation durch gesetzliche Verfügungen. Der Redner wies weiter darauf hm, wie sich in der TN. vaterländische Gesinnung, unbeirrbarer zäher Wille, deutsche Tatkraft, festes Zu- sammenstehen und Ausharren in Zeiten der Not bewiesen habe. Der Redner schilderte aber auch, wie wenig populär die NN. in den Jahren vor 1933 gewesen sei, wie schwer es gewesen sei, sich zur TN. zu bekennen, ihrem Ruse zum Einsatz Folge zu leisten. Belästigungen, Verleumdungen, Beleidigun- gen und Körperverletzungen seien an der Tagesordnung gewesen. Dann erläuterte der Vortragende die Situation, wie sie sich nach der Machtübernahme durch den Führer ergab und neue Richtlinien herausgegeben wurden, in denen die TN. als „Machtmittel des Staates" anerkannt worden sei. Im Zuge der Neugründung der deutschen Polizei sei die TN. dem Reichsführer -- und Chef der deutschen Polizei unterstellt worden-, sie sei berufen, zu wichtigen öffentlichen Hilfeleistungen technischer Art, zur Sicherstellung staäts- und lebenswichtiger Einrichtungen, sowie zu Hilfeleistungen im Luftschutz und bei Kota- strophen. Die TN. sei unerläßliches Glied in den Maßnahmen zum Schutz der Heimat, schlagkräftiges Instrument der Polizei und als technische Hilfspoli- zei gesetzlich anerkannt. Der Dienst in der Techm- scheu Nothilfe sei, so schloß der Vortragende, wertvoller Dienst an der Volksgemeinschaft, und die Reichsregierung habe durch Gesetz beschlossen, die Technische Nothilfe wirksam und jederzeit schlagkräftig zu erhalten. .Schotten, 26. Juni. Auf dem Hoherods- köpf fand am vergangenen Samstag eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft für Derwal. tungsfragen der kleineren und mittleren hessi. schen Städte statt, die sehr gut besucht war. Vertreter der Hessischen Landesregierung, der Gemeinderechnungskammer, der Landesdienststellen Hessen-Nassau und Thüringen vom Deutschen Gemeindetag nahmen an den Beratungen teil. Direktor Göb von der Landesdienststelle Hessen-Nassau erstattete ein Referat über die derzeitigen kommunalen Probleme. Besonders eingehend wurden die Fragen des Finanzausgleichs und dessen Rückwirkungen auf die Gemeindefinanzen behandelt. Zu diesem Gegenstand nahmen die Vertreter der Hessischen Landesregierung und viele Bürgermeister eingehend Stellung. Das Versicherungswesen der Gemeinden, Fragen der Energiewirtschaft und eine Reihe wichtiger Gemeindeangelegenheiten wurde be- handelt. Die Schönheit unseres Vogelsbergs wurde von allen Teilnehmern, die zum Teil zum ersten Male unser Gebirge sahen, rühmend anerkannt. Man besichtigte noch verschiedene Sehenswürdigkeiten im Vogelsberg und stattete auch dem Heimatmuseum in Schotten einen Besuch ab. Tödlicher Sturz. * Großen-Linden, 27. Juni. Der etwa 50- jährige Landwirt und Ortsbauernführer Wilhelm Wenzel von hier kam am vergangenen Sonntag schwer zu Schaden. Bei einem unglücklichen Sturz zog er sich einen Schädelbasisbruch zu und mußte zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der bedauernswerte Mann erlag heute morgen den erlittenen Verletzungen. und warum die Jugend eigener Heime bedürfe. Mit der Jugend, so sagte er, sei es wie mit einer kinderreichen Familie, in der sich die Kinder unter der Aufsicht der Eltern auch allein erziehen. — Nachdem die Urkunde in eine Kapsel eingelötet war, nahm der Kreisleiter die Grundsteinlegung vor und sprach dabei den Wunsch aus, daß dies neue Heim Generationen hindurch als Erziehungsstätte zum Segen des Volkes und zum Nutzen der Gemeinde dienen möge. Unfälle auf dem Lande. Der 23 Jahre alte Schlosser Wilhelm Roth aus Hattenrod (Kreis Gießen) kam, als er sich mit seinem Motorrad unterwegs zu seiner Ärbeitsstätte befand, unglücklich zu Fall und erlitt einen Unter- schenkelbruch. — Ebenfalls durch einen Sturz vom Motorrad kam der 17jährige Schlosserlehrling $)ucrn Bork aus Hörnsheim schwer zu Schaden. Er erlitt einen Schädelbruch, sowie erhebliche Weichteiloerletzungen am rechten Oberschenkel. — Die 36jährige Landwirtsehefrau Marie Wilhelm aus Saasen (Kreis Alsfeld) zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Unterarmbruch zu. — Der 34jährige Sägewerksmeister Heinrich Fuhr in Homberg (Ohm) verunglückte dieser Tage beim Abladen von Stämmen. Er geriet- mit dem linken Fuß unter einen 'Stamm und brach das Fußgelenk. Die Verunglückten wurden zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht. Landkreis Gießen <> Holzheim, 26. Juni. Die Zelle H o l z - heim der NSDÄP. ist dieser Tage zu einer selbständigen Ortsgruppe erhoben worden. Zum Ortsgruppenleiter wurde der bisherige beeren, Johannis-, Stachel. und Him- beeren in großem Umfang angelegt worden, die sich sehr gut enwickelt hat und das Interesse für Beerenobst stark fördert. Auf dem großen städtischen Kirschbaumstück war die diesjährige Kischenernte sehr reichlich und die Nachfrage nach dieser wohlschmeckenden ersten Frucht des Jahres sehr groß. k. Schotten, 26. Juni. Die Verkehrsverhältnisse im Vogelsberg rund um Schotten werden dadurch verbessert, daß die Reichspost die Postkraftwagenstrecke von Schotten über Feldkrücken—Kölzenhain— Petershainerhof—Götzen und zurück weiterführen wird über die Orte Babenhausen II, Wohnfeld und Altenhain. Dadurch bekommen die letztgenannten Orte eine bequeme, lang ersehnte Verbindung mit der Stadt Schotten. Kreis Alsfeld. c. Flensungen, 26. Juni. Dieser Tage fand hier ein Feldrundgang unter Leitung von Dr. Dienst von der Landwirtschaftsschule in Grünberg statt. Vor dem Rundgang wies Dr. Dienst auf die Bedeutung der Silos, sowie der neuen Jauchegruben und Miststätten hin, die bereits bei einigen Landwirten und Bauern vorhanden sind. Besonders betonte er, daß die gewährten Reichszuschüsse sehr beträchtlich seien und jedenfalls nur noch bis zum 31. März 1940 gewährt würden, so daß zu empseh-' len sei, den Bau dieser Anlagen bald ins Auge zu fassen. Man könne sagen, daß diese neuzeitlichen Anlagen für den Bauern eine Erleichterung bedeuteten und wertvoll seien für viele Generationen. Dr. Dienst sprach ferner noch über Helle und gesunhe Viehstallungen, über Weidekoppeln usw. Anschließend begann der Feldrundgang, bei dem der Anbau von Eß- und Futterkartoffeln behandelt wurde. Weiter wurden noch die verschiedensten Gras- und Getreidearten durchgesprochen. Den Bauern und Landwirten wurde gesagt, daß die landwirtschaftliche Beratungsstelle Grünberg jederzeit kostenlos für alle wichtigen Fragen zur Verfügung stehe. Reger Gchießbetrieb HI.-Heim-Ärundsteinlegung in Obbornhofen. im Kreiskriegerverband Gießen. # Obbornhofen, 26. Juni. Am gestrigen Sonntag wurde hier der Grundstein für das HI.- Heim gelegt, das schon im Bau begriffen ist. Vor der Baustelle unter den Linden waren HI., BDM., SA., Arbeitsdienst und der Kriegerverein aufmarschiert. Von der Gebietsführung der HI. waren der Referent Trautmann und die Architekten Dipl.-Jng. Wagner, Wiesbaden (pon dem der Plan stammt), und W. Dubois, Lampertheim (der die Ausführungen überwacht), erschienen. Nachdem der Musikzug der HI. zur Eröffnung gespielt hotte, begrüßte der Ortsgruppenleiter Müller den Kreisleiter und den Bannführer. Bürgermeister Kammer sagte, daß'hier unter den Linden, wo die Gemeinde immer zu ihren Festen zusammengekommen sei und wo sich in nächster Zeit die Sportplätze befinden, das Heim erbaut werden solle. Der Platz nehme sich besonders schön aus, weil man von hier aus das Horlofftal und die ganze Wetterau vor sich habe. Jungbannführer T a e s - ler bezeichnete diesen Platz als den schönsten in der ganzen Wetterau und dankte neben dem Streis» lei ter ganz besonders Bürgermeister Kammer, weil dieses Heim einmal weithin die Wetterau beherr- schen wird. Hierauf hielt Kreisleiter Backhaus eine Ansprache, in der er ausführte, warum die Jugend und das Volk geschult werden müsse Am vergangenen Sonntag war an sechs Wettkampforten ein größerer Teil Kriegerkameradschaften zur Äustragung der alljährlichen Wettkämpfe im Schießen vereinigt. Es war dabei — gegenüber dem Vorjahre — festzustellen, daß fast alle Kameradschaften mehr Schützen in den Wettkampf schicken, so daß zu erwarten steht, daß der Kreisverband mit etwa 2000 Schützen an die erste Stelle im Gaugebiet rückt. Auch die Leistungen zeigen eine beachtliche Auswärts beweaung, so daß auch das Durchschnittsergebnis ebenfalls einen outen Nenner zeitigen wird. Erfreulich ist die Tatsache, daß sehr viele alte Kameraden bei der Sache sind und dem Befehl des Führers, sich durch Schießübungen wehrhaft zu erhalten, folgen. In einigen Kameradschaften wurden solche Kameraden gesehen, die 70, 74 und 78 Jahre alt sind. Ganz besonders ist zu erwähnen, daß diesmal auch die ab 1. Oktober 1938 eingsgliederten Kameradschaften an dem Wettkampfschießen eine gute Beteiligung aufzuweisen batten. Der Betrieb der G i e- ßener Kameradschaften am 18. Juni auf den Ständen des Schützenhauses war zeitweise über Erwarten stark. In kommenden Jahren wird man deshalb mehrere Wettkampftage einlegen. Am 18. und am 25. Juni fanden unter Leitung des Kreis- schießwartes Hanf Wettkämpfe folgender örtlicher Kameradschaften statt: Burkhardsfelden mit Oppenrod, Saasen, Beltershain, Ettingshausen, Annerod und Albach, Grünberg — Leitung Kam. Schütz —, Lauter, Queckborn und Stockhausen mit Lardenbach. Äuf dem schönen Stand in Laubach trafen Laubach, Gonterskirchen, Ruppertsburg und Freienseen zusammen. Diese auch neu in den Kreisverband Gießen einbezogenen Kameradschaften begrüßten es herzlich, daß der Wettkampf unter der Leitung von Kreisschießwart Hanf (Gießen) durchgeführt wurde. Daß dieses Schießen mehr und mehr Interesse bei den Kameradschaften findet, ist damit bewiesen, daß die gemeldeten Schützen restlos antraten und sogar noch Nachnenungen am Schießtag erfolgten. Für die beste Beteiligung und beste Leistung stehen wertvolle Gewehre als Ehrenpreise zur Verfügung. Daß auch die Stadtverwaltung großes Interesse an diesen Wettkämpfen zeigt, hat sie damit bekundet, daß sie Gewehre als „Wanderpreis der Stadt Gießen" dem Kreisverband zur Verfügung gestellt hat. In Ober-Wessingen errang Kamerad Wilh. Lotz (Nieder-Bessingen) im vorgerückten Alter die Ehrennadel mit 135 Ringen. Am kommenden Sonntag, 2. Juli, werden die Wettkämpfe in Hausen, Lick;, Langsdorf, Hungen, Utphe, Bellersheim und Muschenheim fortgesetzt. GROSSGARAGE ■Öltet Weiten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 1. Berlin verschluckt einen Wagen. Die Bogenlampen blitzten auf. Die Luft bekam einen Schein. von Perlmutter. Wenn man, wie jetzt Werner Vallendar, den Kurfürstendamm um diese Abendstunde hinunterfuhr, schien das rote, grüne und blaue Licht aus den Geschäften wie Kaskaden eines Wasserfalles zu fließen und ein vibrierendes Leben zu verströmen, in dem man sich wohlfühlte wie in einer warmen Woge. Vallendar hob den Fuß ein wenig vom Gaspedal. Er sah, während der große Wagen lautlos über den spiegelnden Asphalt glitt, aufmerksam nach rechts und links. Er atmete sie förmlich ein, die ganze Straße, die Menschen, die von allen Seiten auf sie zueilten, sich ihr vermählten und sich von ihr trennten. Er hob den Kopf und sah die Bäume an, die in der Mitte standen: manche waren schon ganz ohne Blätter und einzelne wie Titanen, die der Zeit trotzten, noch im herlekinsfavbenen Kleide des Herbstes. lieber sein braungebranntes Gesicht, in dem die blaugrauen Augen vor Freude blitzten, zog ein beglücktes Lächeln. Wieder in Berlin! dachte er. Wieder zu Hause! Mensch, Werner — du fährst über den Kurfürstendamm! Dor ein paar Tagen standest du noch im heißen trockenen Wüstensand vor den Pyramiden und hattest Sehnsucht! Ja, zum Teufel, richtige Sehnsucht! Und nun ift die Sehnsucht erfüllt, nun bist du wieder da! Was für ein Gefühl! Und morgen geht's wieder los in Babelsberg. Ah, da steht mein Name! Werner Vallendar — ganz groß dort über dem Portal des Riesenkinos. Dort funfelt und spritzt er hoch in bunten Leucht- buchstaben — und hier sitze ich in meinem Wagen und — Stopp! Rotes Licht... Der Wagen glitt an den Bordstein, Ecke Kurfürstendamm und Joachims- thaler Straße. Werner Vallendar lehnte sich zurück. Er hatte den großflächigen Ulster aufgeknöpft. Um den Hals schlang sich ein kühner Schal, den er m letzter Minute einem braunbeinigen Hausierer auf dem Kai in Alexandria abaekaust hatte. Einen Hut trug er nie. Sein dichtes dunkelblondes Haar ließ er gern vom Winde durchwühlen. Es sah seltsam aus zu dem tiefen Braun der Wüstensonne. Wagen surrten heran, bremsten und hielten. Er legte die Hätide aufs Steuerrad und sah sich um. Hallo — was war denn das? Ein kleiner alter Wagen glitt dicht neben den feinen. Ein ulkiger Wagen: Zweisitzer, offen wie seiner, aber schlecht im Lack, altmodisch in der Form. Doch das, was da im Wagen saß — alle Wetter noch einmal! — das war weder schlecht im Lack noch altmodisch — nein, weder in der Form noch sonst irgendwie. Das war ein entzückendes Mädchen in einem blauen Schneiderkostüm, das oben am Hals ein weißes Blüschen freiließ. Und auf dem Kopf mit den hasel- nußbraunen gelockten Haaren saß ein winziges blaues Mützchen, das in der Mitte ein Ausrufungszeichen hatte. Ein richtiges Ausrufungszeichen, das Beachtung zu fordern schien: Seht her — hier bin ich! Schade, ihr Gesicht konnte Vallendar nicht sehen, denn ihr kleiner Wagen stand ein paar Schritte näher der Kreuzung. Aber er wollte einen Scherz machen; dann würde sie sich umdrehen, und dann würde man weitersehen... Ach, es war ja alles nur dieser Ueberschuß von Kraft, dieser Ueberfchuß von Lebensfreude, der ihm im Blute qirlte, daß er etwas anstellen mußte, damit die tausend Teufelchen des Wohlbehagens einen Ausweg fänden. „Fräulein! Wollen Sie mich nicht ins Schlepptau nehmen?" Seine Stimme war volltönend, war geschult und hatte einen edlen Klang. Sie war ein köstliches Instrument, auf dem er spielen konnte; er konnte sie klagen und meinen, jauchzen und lachen lassen. „Hallo — Fräulein!" Sie hatte es gehört. Sie wandte sich um. Er hatte es gewußt. Jetzt würde sie in sein Gesicht sehen — in dieses strahlende, glückhaftfrohe Jungengesicht, und dann würde sie erröten und sagen: „Ach, Herr Vallendar —!" Natürlich! Wer kennte mich nicht — mich, Werner Vallendar? Tatsächlich — jetzt hatte sie ihn im Blick. So mußte sie aussehen! frohlockte es in ihm. Ganz genau so! Haselnußaugen. Sie paßten zu dem haselnuhbraunen Haar. Feingeschnittene, hochgezogene Brauen, die ihrem Gesicht etwas Kriegerisches verliehen. Etwas, das mahnte: Halt! Abstand, junger Mann! Sie hatte eine sAmalrückige Nase und einen schmalen, nicht allzu Heinen Mund. Und wie sie jetzt die Lippen öffnete, um etwas zu sprechen, etwas Abweisendes auf seinen frechen Antrag, da blitzte eine Reihe weißer, fester Zähne. Er ließ die Hände vom Steuer und hob die Arme — wollte sie ihr so ein wenig entgegenstrecken, damit sie gleich merkte, es sei alles nur -ein frohes Umarmen des Lebens, gar keine gewöhnliche Frechheit. Da weiteten sich die Augen des Mädchens jäh erschrocken. Es war ein Schreck, der wie eine Wolke über das Gesicht flog und es erblassen machte. Fest schloß sich ihr Mund; sie schaute an ihm vor- bei auf die Straße, und plötzlich stieß sie einen leisen Schrei aus. Es war wie ein weher, beklommener Schrei. , Und Vallendar, der ein jo. seines Gehör für alle Abstufungen hatte, erkannte unwillkürlich, daß irgendetwas in dieser Sekunde das Mädchen in tiefster Seele erschreckt hatte... Was? Sein Heiner Scherz? Unsinn! Etwas dort drüben auf dem Bür- gerftetg? Vallendar wandte den Kopf, spähte in das Gewühl der Fußgänger. Dort geschah doch nichts Besonderes. Was war denn nur? Sein Blick flog hin und her. In dem Augenblick hatte das Licht gewechselt, und ehe er den ersten Gang eingeschaltet hatte, machte.der kleine Wagen einen förmlichen Sprung über die Kreuzung und jagte weiter. Donnerwetter! dachte Vallendar. Was war denn das? Sein Wagen stieß vor. Ader er mußte bremsen. Eine gewaltige Limousine schob sich vor ihn. Er konnte nicht an ihr vorbei. Ein dicker Bus zog gemächlich seines Weges. Jetzt — endlich! Vollgas an dem dicken Onkel vorbei. Straße hinab. Kreuzung. Rotes Licht... Stopp! Der Wagen war weg — war eben noch hinüber- qefommen. Vallendar sah ihn in einem weiten Bogen um die Kirche rennen, und nun bog er ab. Tauentzien wahrscheinlich. Himmeldonnerwetter! Brannte dann ewig Rot? Na, endlich Grün! Rum um die Kirche... 'Ißatjen von allen Seiten. Flimmern der Scheinwerfer. Tuten, Gleiten und tanzende Winker. Der kleine Wagen war weg. Berlin hatte ihn verschluckt... Der Schauspieler Werner Vallendar umkreiste die Kirche. Was war denn eigentlich los? Was hatte er denn? Was interessierte ihn so? Ein kleines Mädchen, ein reizendes kleines Mädchen... Soll eine ganze Menge davon in Berlin geben. Und er hatte es doch nicht nötig, sich deswegen zu beunruhigen? Aber sie hatte aufgeschrien. Ach — die Augen waren es! Die' schreckhaft geweiteten Augen und das wehe Lächeln! Nun aber Schluß! Ein Heines Erlebnis. Es lag wohl nur an ihm, wenn er es wichtig nahm. Es war die Stimmung. Es war dieser seine herbstliche Nebel, der alle Umrisse zu verwischen begann, der alles in den Hauch einer seltsamen Romantik tauchte. Jetzt fahre ich in die Garage, nahm er sich vor, und stelle den Wagen ein! Bald kommt Margit. Margit will um acht bei mir zu Abend essen, eie wird vollgepfropft sein mit lauter Neuigkeiten. Aber plötzlich war es ihm, als habe er sich während der drei Wochen in Aegypten gar nicht nach Margit gesehnt. Nein. Sie war fern. Er konnte sich Margit gar nicht mehr vorstellen. Das Bild des Mädchens mit den Haselnußaugen stand vor seinen Äugen. Schluß! Linker Winker — eingebogen! So, da drüben blitzten Lichter, auf, formten Worte: „Groß- Gesundheitsbetreuung spart Betnebsunkosten. NSG. Die Deutsche Arbeitsfront hat einmal alt Hand eines Einzelbeispiels berechnet, welche Betriebsunkosten durch Krankheit entstehen, und dabei ein dem Durchschnitt der Erkrankungen in den deutschen Betrieben entsprechendes Beispiel gewählt. Es liegt die Annahme eines Betrebes mit 10 000 Gefolgsleuten zugrunde. Im Jahre 1937 entfielen dort auf 100 Arbeiter 48 Krankheitsfälle, die mit Arbeitsunfähigkeit verbunden waren. Für jeden Krankheitsfall sind nun entweder auf Grund einer Tarifordnung oder einer Betriebsordnung iir fast allen Betrieben Krankengeldzuschüsse während einer Dauer von 6 bis 12 Tagen zu zahlen. Legt man als Durchschnitt neun Tage zugrunde und nimmt einen durchschnittlichen Grundlohn von 6,50 Reichsmark täglich bei den Erkrankten an, so kommt man zu folgender Berechnung: Der Krankengeldzuschuß ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Krankengeld in Höhe dec Hälfte des Grundlahnes und 9Ö v. H. des Lohnes, beträgt also in unserem Fall 5,85 bis 3,25 RM. = 2,60 RM. Das ergibt, daß füv neun Tage ein Betrag von 23,40 RM. und in 4800 Krankheitsfällen von 112 320 RM. zuzuzahlen ist. Es liegt auf der Hand, daß, wenn es gelänge, durch geeignete sozialpolitische Maßnahmen die Zahl der Krankheitsfälle oder die Dauer der Krankheit zu mindern, damit unmittelbar eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes erreicht würde. Angenommen, allein die Dauer der Krankheit würde so herabgedrückt, daß statt für neun Tage nur für acht Tage Krankengeldzuschuß zu zahlen wäre, bann würden die Anforderungen des Betriebs mit 10 000 Gefolgsleuten an Kran- kengeldzuschuß um 12 480 RM. jährlich geringer sein. Die "Möglichkeit, eine Krankheitsdauer zu mindern, ist vielseitig. Hierher gehören die Reihenuntersuchungen als Gesundheitsinventur der Betriebe, der Einsatz von Betriebsärzten, Untersuchungen der Jugendlichen, bei Einstellungen usw. Im Leistungskampf der deutschen Betriebe prüfen die Betriebsführer jährlich, was es in ihrem Betriebe zur Pflege der Gesundheit ihrer Gefolgschaft noch zu tun gibt. Aus der Erkenntnis ihrer sozialen Pflicht und der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit werden die betriebe des Rhein-Main- Gebietes auch in diesem Jahr dieser Aufgabe auf dem Wege zur Leistungssteigerung ihr ganz besonderes Augenmerk zu wenden. Da zögert man nicht, sondern macht mit beim großen FEX- Preisausschreiben. Verlangen Sie bei Ihrem Kaufmann einen Prospekt und beantworten Sie — lieber heut' als morgen — die Frage: „Was sagen Sie zu FEX?“ Zum schonenden Waschen alles Feinen und Farbigen geschaffen! Paket nur 28 Pf. III von SUNLICHT BERLIN SW, o kann Sngel in ber -elften Minute auf 7:2 Dcrgrofiern. Alle Gegenangriffe der Landmannlchaft bleiben erfolglos, der Torwart arbeitet gut und lagt m der zweiten SpieMlfte nur einen Ersolj, der Gaste zu. Ein schöner Schuß von Iughard beschließt ras Spiel mit einem verdienten Sieg für Die gastgebende Mannschaft. Kreismeisterschasts-Borrunoe im Faust- baii der Altersklasse I. TB. Wehlar Rundensieger. Vou den fünf gemeldeten Mannschaften trat leider 1846 Gießen nicht an, so daß die Runde, jeder gegen jeden, auf zwei Spielfeldern rasch abgewickelt werden konnte. Es war gut, daß Der tennisplatzartige Sportplatz der Wetzlarer Artillerle- kaserne zur Verfügung stand, da so der ferne Landregen das Spiel in keiner Weise durch aufgeweichten Böden oder nasses Gras beeinträchtigte. Man sah in allen Mannschaften recht gute Emzelleistungen, hie aber nur bei den Wetzlarern auch zu einem guten Zusammenspiel zusammengefaßt wurden. Man merkte, daß die nötige Hebung und Spielerfahrung fehlte, die aber in den kommenden Wochen nod) erarbeitet werden kann. Das erste Spiel sah Nauborn und Polizei Gießen als Gegner. Nack) kurzem Einspiel auf beiden Seiten stellte sich Nauborn als die bessere Mannschaft heraus Der Kenner der einzelnen Mannschaften mußte nun sehen, daß der Vorrundensieg zwischen Wetzlar und Nauborn entschieden werden mußte In der zweiten Spielserie stand sich stdoch zunächst Gießen und Wetzlar und Nauborn und Niedergirmes gegen, über. Die beiden favorisierten Mannschaften gewannen auch diese Spiele Hierauf .lleserten sich Wetzlar und Nauborn ein scharfes öptel, Da* auch, wie die langen fehlerlosen Ballsenen zeigten, ein beachtenswertes Können aufwies. Man mutzte aus beiden Seiten, um was cs ging, und |o ritz stly jeder Spieler zusammen. Das Spiel mit der geringen Fehlerzahl des Tages endete zugunsten Wetzlars. Zugleich gewann Niedergirmes gegen Gießen mit großer Punktdifterenz. Das letzte Sp el glaubte nun Wetzlar gegen Niedergirmes leicht sur sich entl'dieiton zu können; doch durch em taktisch richtiges Anspielen des Wetzlarer Lemenspielers brachten die Niedergirmeser die Wetzlarer Funs ziemlich aus dem Konzept. Nach hälftigem Punkt- gleichstand gewann jedoch die Wetzlarer Mannschaft dank ihrer etwas größeren Ballsicherheit. Die Ergebnisse. Nur noch einmal kann Der Rechtsaußen einTenDen, und ein flacher Schuß von Engel bringt den Halb. unv. 121,65. Von Ste-uergutscheinen gingen im Verkehr von Bank zu Bank Serie I. verhältnismäßig lebhaft mit 103,20 bis 103,25 (103,10) um, Serie II. hörte man mit 97,85 bis 97,90. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26.Juni. Die restlichen Spitzenmengen von Weizen aus Hessen-Nassau wurden von den Mühlen glatt aufgenommen. Für das noch vorhandene größere Angebot 'in Roggen hat sich die RsG. zur Abnahme bereit erklärt. Futter- weizen wurde in kleinen Mengen umgesetzt, wogegen Futterroggen weiter schwer verkäuflich ist. Für das kleiner gewordene Haferangebot zeigten die Heeresverpflegungsämter Interesse. Das Weizen- mehlgeschäst erfuhr zum Monatsende, die übliche Behebung, während Roggenmehl ruhig liegt, insbesondere ostdeutsche Herkünfte. Am Futtermittel- markt bleiben Mühlennacherzeugnisse knapp und gesucht, ebenso Oelkuchen. Mischfutter, insbesondere Amrdfutter, fand bessere Nachfrage. Außerdem waren Schnitzel zur Herbstkampagne gefragt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 213, WH 215, W12 216, W 13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 199, 9112 200, R 14 202, R 15 203, R 16 205, R 17 206, R 18 207, R 19 209 Großhandelspreife der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte und Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 19 30,05, W 20 Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Röggenmehl Type - 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. .Weizen- futtermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlen- feftpreis ab Mühlenftation. Rvggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich, alt 5,40, neu 4,80, Wiesenheu, gut, gesund trocken 6,40 bzw. 5,50, Kleeheu, do. 7,40 bis 7,80 bzw. 6,00 bis 6,20, Luzernecheu, do. 7,80 bis 8,20 bzw. 6.60 bis 6,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt, 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerftestroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 801 Kälber, 100 Hämmel, 90 Schafe, 4400 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 32 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. 43:24 34:30 38.23 38:25 33:22 44:27 Die Ergebnisse zeigen, daß kein allzu großer Unterschied in der Spielstarke der Mannschaften vor- Händen ist. Das Ergebnis Der Rückrunde, die m Drei Wochen von der Gießener Polizei ausgerich- tet wird, kann infolgedessen ein völlig anderes Bild » lftf Sol Sei! Sie Hed n «Diu Oh« * M voll info unü Ans vH F 1 Ml Gta eine mon bis lich, auf übel GW Läiü Sees decl genc meh feint zosei die mbb A vah um inn die we DO! ein Ho W nis sin de Ir er ai si- si tf C e t ( ( 1 J ( 5 i c 9 € 3 3 3 1 ( t 5 H m -c au tei tn< af: (Bi sie di D tl e1 h to eil Dl fü 9 r< bi sc ü Ü e b 5i di w dc bq Ä C D 8« Ni Ql 7; C bi h I. I