Ur, 122 Erstes Blatt 189. Jahrgang Samstag, 2Z./$onnfag,28. Mai 1939 ®ru* und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stetzen. Schristleitung und SeschSflrftelle: Schulftratze 7 Deutscher pfingsigeist Deutsche ist das Genie des Menschengeschlechts. Man Berlin. 26. 2Uai. (DUB.) 2tm 1. 3uni werden Ihre königlichen Hoheiten Prinzregenl Paul und Prinzessin Olga von Jugoslawien auf Einladung des Führers mit dem königlich Jugoslawischen Außenminister Lincar-Marko- witsch zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in Deutschland um 15.30 Uhr auf dem Lehrter Bähnhof in Berlin eintreffen. Der Prinzregent wird auf seiner Reise von dem Hofminister Antic. dem Generaladjutanten Divisionsgeneral hristic Eindrucksvoller als dieses Dementi ist der soeben erschienene Leitartikel der „Time s". Unzweideutig ist hiermit die Astor-Gruppe in d i e Linie d e r unbedingten „E i n k r e i s u n g s - P o l i- 11 r hinübergeschwenkt, „chamberlainscher" sogar als Chamberlain. Wer die Macht der Astor-.. .. . • . r-<,tl- Gruppe kennt, wird nach diesem „Times"-Artikel . lnis. -tisenn zu Pfingsten die grünen Seiden- von bevorstehenden Neukonstruktionen des ®,mPeI der Birken im Frühlingssonnenglanz leuchenglischen Kabinetts nicht überrascht sein. W e n die , und Mutter Natur ihr Prachtgewand angelegt Dame und die Herren der Astor-Gruppe bei ihrem 00,1,1 lcöe,n Deutschen so, als sei seine Um- Husarenritt gegen die amtierende Regierung lan- vergeistigt und voll Freude. eieren, ist noch nicht klar übersichtlich — Churchill „ -0?5 Verhältnis unseres Volkes zur Natur seines Begrüßung wird durch die Luftwaffe gestellt werden. Bon der Aeberseebrücke aus begibt sich Hermann Göring zur Ausstellung „Segen des Meeres", wo 300 Seeleute, die in den letzten Jahren die Transporte nach Spanien durchgeführt hatten, den Gene- ralfeldmarfchatt erwarten. Rach Besichtigung der Ausstellung findet am Karl-Muck-Plah der Bor- beicharfch der Freiwilligen statt. Am Nachmittag werden die Freiwilligen auf der Moorweide Aufstellung nehmen. Hermann Göring wird die Front der Freiwilligen abschreiten und eine Ansprache an sie halten, der eine Gefallenen-Ehrung folgen wird. Nach der Ehrung erfolgt die Ordensverleihung, worauf der Befehlshaber der Freiwilligen dem Generalfeldmarschall antworten wird. Dann begibt sich Hermann Göring in Begleitung des Reichsslatthalters. des Großadmirals Raeder, der Generalobersten und weiterem Gefolge begleitet sein. Der Prinz- regent, die Prinzessin und ihre Begleitung werden während ihres Aufenthaltes in Berlin als Gäste des Führers im neuen Gästehaus des Reiches, dem schloß Bellevue. Wohnung nehmen. Prinzregent Paul wird bei feinem Besuch mit den führenden Männern des Reiches Zusammentreffen und so Gelegenheit zu persönlichen Aussprachen über Fragen gemeinsamer Politik Deutschlands und Jugoslawiens haben. Am Freitag, dem wesen fei. Aber Lady Astor konnte im März dieses Jahres in einem Artikel in der amerikanischen „Saturdüy Evening Post" sehr leicht beweisen, daß diese „faschistische" Verschwörung auf englischem Boden" seit zwei Jahren Lieblingsthema der englischen Linkszeitungen, auf einem Hirnge- spinst beruhte. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Text, anzetgen von70mm ‘Breite b0Nps.,Platzoorschrift nach oorl). Bcreinbg. 25% mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B felbmarfdjall fährt den Schiffen, die die Freiwilligen in die Heimat zurückbringen, auf der Pacht „Hamburg" ein Stück entgegen. Die Pacht wird die Schiffe mit den Freiwilligen in langsamer Fahrt passieren und mif ihnen dann nach Hamburg zurückkehren. Bei der Aeberseebrücke findet d i e Aus - chiffung der Freiwilligen statt. Der General- eldmarschall wird hier den Kommandeur der Freiwilligen begrüßen und der Ausschiffung der ersten Soldaten beiwohnen. Die Ehrenkompanie bei her Für zwei Tage kehrt der Deutsche zurück zur Na- tur und zur Betrachtung seines mit ber Umwelt untrennbar verbundenen Seins. Die Tage der Ausgießung des Geistes find zugleich Feiertage des über unseren Gauen ausgegossenen Segens, und die Wechselwirkung des deutschen Naturgesühls mit der schonen Fülle der Anreicherung der inneren Persönlichkeit gibt jene Vertiefung der Außenwelt, die alles, was dort geschieht, zurückbezieht auf die Natur und ihre Erscheinungen, also auf ein persönliches Ver- „Wehe dem Minister, der die Times nicht verficht!", dieser alte Flcetstreet-Witz gewinnt wieder eine sehr aktuelle Bedeutung. Der soeben erschie- ! m ne Leitartikel „Müde Minister" offenbart unzwei- biutig, daß die „Times" heute in dem Tempo und bin Notwendigkeiten der „Einkreisunaspolitik" „yamberlainscher" ist als Chamberlain. War der Angriff auch bezüglich der Person des Premier- m nisters selbst noch etwas zurückhaltend, wurde otch ihm und Lord Halifax noch eine „Bewäh- Migsfrist" zugebilligt, so ist der Berichterstatter doch geneigt, dem Bonmot einer stets hervorragend formierten Persönlichkeit Wahrscheinlichkeit zuzu- M ssen, das lautete: „D i e ,Halif - Achfe' läuft ri ch t mehr durch Clivede n ..." e Denn die Fäden der Times-Politik werden nicht in der Qu e e n -V ictoria-Street, sondern im Kreise der Familie Astor und ihrer Getreuen gezogen. Der Sekretär des Chefredakteurs Dawfon, Barring-- ton Ward, ein Mann überragender gesellschaftlicher Talente, hat sozusagen die delikate Aufgabe gute des „Verbindungsoffiziers" zwischen der „Ti- mte" und der „Familien-Redaktion".' Zu jedem „arftänbigen" englischen castle gehört eine Spuk- Geschichte — Schloß Cliveden in Buckingham shire, der Landsitz der Familie Astor, kann sich rühmen, daß es in und um ihn nicht .Historisch", sondern seit zwei Jahren „tagespolitisch" spukt. Kein Wunder, denn die Hausherrin von Cliveden ifl ja Lady Astor, die politisch aktivste Frau Taxlands. In ihrer Jugend hieß sie, eine gebürtige Amerikanerin, Nancy Langhorne, „das schönste Mädchen von Virginia". Durch ihre Heirat mit Lord Uitor wurde sie Engländerin, als konservative Kan- Motin des Kreises Plymouth wurde sie als erste . 'sie u insenglische Unterhaus g e wählt. die temperamentvolle, geistreiche, heute 62jährige , .Subi) wird als der Motor der Astor-Gruppe ange- । 'scheu, ihrem Gatten gehört der „Observer", ihrem . 'Schwager die ,/Times’'. Sie hat zwar kürzlich sehr _ ^oihetisch geleugnet, daß sie deshalb über irgend - :nxfc>en publizisttschen Einfluß verfüge, aber alle, < Erschetm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle MonatZ-vezug§prei5: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- nchten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurl am Main 11686 Das Mrionettenspiel der Astor-Gruppe. (Jnterpreß Copyright.) London, im Mai 1939. Den bösesten Witz, der seit einigen Wochen in den Rechen der schärfsten Chamberlain-Opposition kur- le^A' d i e „T i m e s" zur Grundidee eines Leit- flrhfel5 gemacht, dessen Eindeuttgkeit wie eine Bombe in Whitehall wirkte, gemocht: „Während bie englischen Minister Weekend-Urlaub auf dem Lande nehmen — nehmen die Diktatoren Länder über Weekend!" Em unoerhüllter Angriff, der in der liberalen „News Chronicle" oder felbft in dem sogenannten Regierungsblatt „Daily Telegraph" als persönliche Meinung des Autors gewertet werden tonnte, bedeutet in den Spalten der „Times" e i n böses Omen für das Kabinett Ch am - berlani. „Der Tag wird kommen", fo prophezeit bie ^Times , „da Chamberlain einem jünge - r e n Man nePlatzmachen muß ..." Und der Leitartikel gipfelt in der Erkenntnis: „Was man auch von Chamberlain und Halifax persönlich halten mag — es ist eine unwiderlegbare Tatsache, daß nicht alle müden Minister unersetzbar find ..." Ibas Gesetz, nach dem mir unser Wachsen gestalten, und die Ausdruckssorni der Volkheit, die in erneuertem Geist ein völkischer Staat geworden ist Der be- feelte deutsche Verstand ist nicht allein der Schlüssel zur deutschen Mystik und Religion, zur deutschen Kunstgeschichte und Aesthetik, er ist vielmehr auch unö nur aus sich erklärbar, der Schlüssel zur neuen dfn/schen Staatsauffassung, die mit Partei und Volkstum eine untrennbare Dreiheit bildet JBie auf das Werdefest Ostern Pfingsten, das 6est der Erfüllung, folgt, so ist auch diese Dreiheit langsam, aber ganz natürlich, gewachsen. Sie hat öurd) den Führer Gestalt gewonnen und ist aus Dielen Quellen und Rinnsalen ein Strom geworden der hinwegschwemmte, was schlecht und unfruchtbar' was ihm wesensfremd oder feindlich gesinnt war' der aber befruchtend auf das gute Land wirkt so roie d,e deutschen Ströme, Bäche und Wassergue'llen den Erntesegen begründen und unsere Gaue erst wohnlich machen Die gewaltige Dynamik des Deutschtums, der beseelte Verstand, hat in wenigen fahren unter der Führung eines Genies auch Jugoslawischer Staatsbesuch in Berlin Das prinzregenten-paar am 1. Juni in Berlin erwartet. ., ist noch" nicht klar übersichtlich — Churchill I o Verhältnis unseres Volkes zur Natur seines auf keinen Fall. Die seltsamen Gesetze eng- und die Einwirkungen ihrer Eigenart sind 2. Juni, finde! zu Ehren des hohen jugoslawischen Gastes eine Parabe stall. Die Rückreise noch Belgrab ist für Donnerslag, 8. Juni, vorgesehen. Mit besonderer Freude heißt das deutsche Volk Den Regenten des befreundeten Jugoslawiens ' in Der Reichshauptstadt willkommen. Die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien find nicht erst von heute. Wie das deutsche' Heer im -Weltkrieg in den Serben einen ritterlichen Gegner adüengelernt batte, so verfolgte später das deutsche Volk mit größter Bewunderung den staatspolitischen avd wirtschaftlichen Aufstieg des neuen jugoslawischen Reiches unter der zielbewußten Führung feines Königs Alexander, der viel zu früh für [em Bolk am 9. Oktober 1934 in Marsoille das Opfer von Meuchelmördern geworden ist. Für seinen stoch nicht volljährigen Sohn König Peter ll. übernahm damals des Detter des ermordeten Kö- Karageorgewitsch die e. ^nischaft. Prinz Paul, der im 46. Lebensjahr Hebt, hat sich im neuerstandenen Südslawien vor allem charitativen und kulturellen Bestrebungen ge« widmet. Namentlich die bildende Kunst Jugosla- w'ens fand in ihm einen verständnisvollen Förderer. Unter feiner Regentschaft find die engen politischen und wirtlchaftlichen Beziehungen zum Reich, namentlich während der Negierung Stojadinowitsch auf allen Gebieten wesentlich aüsgebaut worden.' Der Außenminister des neuen Kabinetts Cincar- Markowitsch, der früher als Gesandter in Ber- lin Gelegenheit hatte, das neue Reich und seine führenden Manner kennenzulernen, hat den Kurs freundschaftlicher Beziehungen fortgesetzt und besonders gepflegt. So begrüßt Deutschland in dem Prinzen Paul und der Prinzessin Olga, einer geborenen Prinzessin von Griechenland, das Regenten- paar eines eng befreundeten Nachbarlandes und lieht in diesem Besuch wohl mit Recht das Zeug- ms bester politischer und wirtschaftlicher Beziehungen. Lady Astors tennen. lächeln über Dieses Dementi. FiahfL mQnr-arL?cn Weekend-parttes tn Cliveden häufig Persönlichkeiten wie Lord Londonderry, Lord Lotbian, ®Zontagu Norman usw., also Männer sah, Die bis München Anhänger einer Verständigungs- waren, hat sich der Mythos um den „Cli- Deben=eet , einer Art deutschfreundlicher Verschwö- rung auf engli chem Boden, gebildet. Seit Anthony ^^r.Außenminister über seine ver- feblte Abessimen-Politik stürzte, hat die englische u"E^6t behauptet, daß ein sogenann- ter „Clivöden-Set existierte, der hinter den Kulissen «AU? '.'faschistische Politik" eine verhängnisvolle Rolle für England spielte. Insbesondere meinte man, daß Chamberlain bei seinem München- Agreement nicht mehr als eine Marionette in Den Händen dieses mysteriösen „Cliveden-Set" ge- Die „Times" auf dem Kn'egspfa- „England kann keine müden Minister brauchen!" Don unserem 3. Eh. B.-Korrespondenten. Nach Jahrhunderte altem Brauch hat ber jeweilige Leitartikler ber „Times" Anspruch auf eine Flasche Portwein pro Abend. Man darf aber annehmen, daß die sensationelle Kampfansage dieses Leitartikels nicht unter dem Einfluß des guten alten Portweines entstanden ist, sondern ganz im Gegenteil inspiriert wurde von einem Kreise, dessen prominenteste Vertreterin, Lady A st o r, sogar Vorkämpferin ber Anti-Alkoholbewegung ist. Seit John Walter im Jahre 1785 die „Times" gründete, hat dos ehrwürdige Haus in der Queen-Dictoria-Street nicht soviel Erschütterungen erlebt, wie in den letzten zwei Jahren. Oder besser gesagt: alle Schwankungen, Irrtümer und Irrwege ber englischen Po- ti/if in den letzten anderthalb Jahrzehnten sind in öen Spalten der „Times" nicht registriert, sondern inspiriert worden. Seit nach dem Tode des Deutschenfeindes Lord Northcliff e die Astor- Gruppe das Blatt übernommen hat, haben bis zum heutigen Tage bie Persönlichkeiten ber drei maßgebenden Männer nicht gewechselt. Wohl aber ihre Meinungen ... Bis zur Besetzung Prags durch Deutschland waren die drei führenden Köpfe ber „Times" der Herausgeber Major John Jakob Astor, ber Chefredakteur Geoffrey Dawfon und ber Außenpolitiker Kennedy die schärfsten Verfechter einer Verständigungspolitik gegenüber Deutschland. Unter ihrer Heilung war es bekanntlich die „Times", die die öffentliche Meinung Englands für bie München-Politik Chamberlains reif machte. In ihren Spalten erschien im September 1938 unter bem Protest sogar des englischen. Regierungsblattes ber berühmte Leitartikel, ber als erster bie Abtretung bes Sudetengebiete s an Deutschland Vorschlag. Erst wenige Wochen später wurde es breiteren Schichten klar, daß dieser Artikel, von dem man am Tage nach bem Erscheinen „offiziell" abrückte, bie Meinung jenes flreifes wiedergab, der auf die politische Haltung Englands einen entscheidenderen Einfluß ausübt, als Whitehall und das Parlament. MN. 3VCn ,Pä*Cn **»«*1™ [oll man den Deuten einen Mittagsstunden kehrt der Generalfeldmarschall roie- Träumer oder Ideologen schelten ober ihn um seiner ber nach Berlin zurück. Wissenschaftlichkeit und Handgeschicklichkeit bewun- Spanien dankt 1)611 SretiVilllflen | n ist es zugleich der Schulmeister und der s Alt- J. e """^"» geselle des Handwerks für die ganze Welt." Erne Abschiedsredc General Kinde laus . Seit Goltz 1864 diese Worte schrieb, hat manches NN die Verbündeten ^licairttirttändv un Kreislauf der Zeit sich geändert. Die staatliche r »t-iuunoeicii ^licgcruciuaitoc. und auch die persönliche Form der Deutschen ber Madrid, 26. Mai. (DNB.) Der Befehlshaber Gegenwart ist anders geworden, aber zutiefst im Der spanischen Luftwaffe, General Kindelan hielt ?ril71 !1C9C 11 .noch fortwirkend diese deutschen an die aus Spanien scheibenden deutschen und ita- Eigenschaften, bie unter ber Not ber Zeiten den lienischen Fliegeroerbände der Freiwilligen eine Ab- . allerdings losrissen von allzuviel Pl^an- schiedsrebe, in ber er noch einmal des gemeinsamen I wfterel und ihn zur Welt und damit zur Politik in Kampfes gegen den bolschewistischen Zerstörer und - S5.111!10 bekehrten, als sie die Politik nicht nur das internationale Freimaurertum, noch einmal Der Kme rnLCrc1, fünöer,t das Schicksal unserer Nation, ge*ei«famen Gefahren und Siege gedachte, die eine ......r "" unvergängliche Freundschaft zwischen -Spaniern, Deutschen und Italienern besiegelten. Mit aus dem Herzen kommenden Worten bat er die Freiwilligen, bie aufrichtige Dankbarkeit der Spanier für ihre unschätzbare Hilfe mit nach Hause zu nehmen. Zum Schluß gab General Kinde- lan bie Versicherung ab: Wie immer auch bie Zeitkäufe, bie uns die Zukunft vorbehält, fein mögen; wann immer eine ber beiden befreundeten Luftverbände in grausamem Kampfe stehen möge — es sei I gegen wen es sei — das steht fest: Sollte es spanischen Fliegern auch mit dem besten Willen nicht möglich sein, mit praktischer Hilfe zur Stelle zu sein, im Geiste steht die ganze spanische Fliegerei mit glühender Teilnahme an ihrer Seite. ift es aus yun. x_cbens- lauf, Zeugnisabschriften, Bild u. Gehaltsansprüchen erbeten. Wilh. Zimmer, GmbH., Bahnhofstr. 12 02664 für Küche und Haus gesucht. 02579 Walltorstr. 5. Ehrliches,fleißig. Mädchen mit etwas Näb- kenntnissen für bald gesucht.v28S7 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. Fleißiges iWtii für baldmöglichst gesucht. 3930V Studienrat Schmidt, Altenfeldsweg25 MN für sofort ges. Tr. Althoff, Gießen-Wieseck, Eichenröder- weg 28. 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Schürmann, Anzeig.-Mittl., Düsseldorf. s62er= lebt er in Gießen und hat damit die Entwicklung der Stadt, den Wandel ihrer äußeren Gestalt, wie ciud) die mancherlei Wandlungen im Leben innerhalb der Stadt bewußt xniterlebt. In vielen Häusern unserer Stadt geht er, wie es sein Beruf ergibt, aus und ein, in vielen Familien kennt man ihn und weiß seine stets.bereitwillige und geschickte Arbeitskraft zu schätzen, die er sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat. In erstaunlicher Rüstigkeit und Beweglichkeit geht der Jubilar, der nun im 70 Lebensjahr steht, noch jetzt seinem Beruf nach und schon zu früher Morgenstunde macht er sich auf den Weg. Wir besuchten ihn aus Anlaß seines Jubiläums und er erzählte uns gerne von vergangener Zeit, in der es, so sagte er, leichter war, Dienst- mcmn zu sein, als es jetzt der Fall ist. In jener Zeit, da noch nicht das Automobil und die Straßen- Wenn Augen versagen Magnus-Brillen trageni Beitrags- Gesamtanteil des beitrag Der Kreis Gießen steht hinsichtlich der Zahl, wie auch im Hinblick auf die Leistungsfähigkeitder (Selb» u n 1X0 ~ - rengenossenschaften mit an vorder st er Stelle im Verbandsgebiet Hessen- Nassau. Die Gesamtzahl der im Verbandsgebiet Hessen-Nassau bestehenden ländlichen Genossenschaften beläuft sich auf 2800, im ganzen Reich sind es 2,— 2,25 1,50 ein"; 2. „Jägers Abschied"; 3. „Ein Sträußerl dm Hute". ' • ** Das Gesetz 'über die Mietverhältnisse mit Juden macht, wie der Oberbürgermeister heute bekanntgibt, die Anmeldung des von Juden benutzten Wohnraums bis zum 1. Juli erforderlich. Alle Vermieter werden in der Bekanntmachung aufgefordert, diesen Wohnraum unter. Benutzung eines amtlichen Vordrucks im Stadthaus Bergstraße fristgerecht anzumelden. Wilhelm Gelzenleuchter — 40 Lahre Dienstmann. Ein Beruf im Wandel der Zeil. Am 30. Mai kann der in weiten Kreisen bekannte und geschätzte Dienstmann Wilhelm G e l z e n - Als Wochenhilfe werden , . . Schwangerschaftsbeschwerden und bei der Entbindung, ferner Arznei und kleinere Heilmittel, sowie die etwa erforderliche ärztliche Behandlung durch sorgungsbezüge (Pflichtversicherungsgruppe) die junge Mannschaft, der er als Vorbild und Kamerad zur Seite gestanden hat. Dem Freund und Berater, dem er sich in Dankbarkeit verbunden fühlt, galt sein letzter Gruß. Der Sprecher der Kameradschaft „Ulrich von Hutten" entbot den Abschiedsgruß der jungen Mannschaft. Für den Intendanten und das Stadttheater sprach das Mitglied des Stadttheaters Schlick Worte des Dankes für die Förderung und Unterstützung des Stadttheaters und der Hochachtung und Verehrung für den Autor und Menschen Ruckelshausen. Mit dem Lied vom guten Kameraden wurde der Frontoffizier geehrt, der zur großen Armee abberufen wurde. Oeffenttiche Erstimpfung für Kleinkinder. Der Oberbürgermeister fordert heute durch Bekanntmachung zur Erstimpfung der in Gießen (ohne die Stadtteile Klein-Linden und Wieseck) wohnhaften Kleinkinder auf, die im Kalenderjahr 1938 geboren sind, deren Familienname mit den Buchstaben H bis Z anfängt, und die noch nicht erstgeirnpft sind. Eltern und Pflegebefohlene von Kleinkindern mögen die Bekanntmachung beachten. Wohnungsbauten in der oberen Kaiserallee. Zwischen dem Hause Kaiserallee 93 und der Tankstelle Rheinpreußen, anstelle der vor einiger Zeit niebergelegten Baracken, hat eine auswärtige Baufirma mit der Ausführung eines größeren Bauvorhabens für Kleinwohnungen begonnen. Es sollen hier vier dreigeschossige Baugruppen mit insgesamt 66 Wohnungen beschleunigt errichtet werden. Gleichzeitig wird der Straßenteil seinen endgüstigen Abschluß finden und der vordere Teil des ehemaligen Alten Rödger Wegs in Wegfall kommen, dessen oberer Teil nunmehr durch die neuangelegte Fröbel- straße zu erreichen ist. Gießener Dochenmarktpreije. * Gießen, 27. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10. Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 8%, Enteneier 9% bis IO1/*, Tauben 65, Hähne, % kg 100, Suppenhühner 90, Wirsing, grün 25 bis 30, Gelberüben, neue, Bündel 25 bis 30, alte, % kg 15 bis 18, Spinat 20 bis 25, Spargel, 1. Sorte 68 bis 70, 2. Sorte 62 bis 65, >3. Sorte 56 bis 60, 4. Sorte 32 bis 35, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 16 bis 18, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 10 bis 18, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 — Mark, neue, % kg 17 bis 18 Pf., Aepfel 35, Kirschen 50, Salat, das Stück 10 bis 20, Salatgurken 50 bis 80, Oberkohlrabi 15 bis 25, Lauch 5 bis 15, Rettich, Bündel 12 bis 25, Stück 10 bis 20, Radieschen, Bund 10 bis 15 Pf. * * * Maienblasen. Beim heutigen Maienblasen vom Turm der Johannes kirche werden dargeboten: 1. „O, heiliger Geist, kehr' bei uns leudjt er (Dammstraße 421) auf eine 40jährige Tätigkeit als Dienstmanp zurückblicken. Er ist Elternrente, Elternbeihilfe 1,— Hitler-Lugend Bann 116. Fliegergefolgschaft 1/116 Gießen. Heute, 27. Mai, Abfahrt derjenigen Jg., die um 14 Uhr an der Groß-Garage anzutreten haben. Verpflegung ist nur für Samstag mitzunehmen. Sonntag, 28. Mai, Abfahrt der restlichen Jg. um 6.47 Uhr, Ankunft in Kirchhain um 7.54 Uhr. Antreten um 6.30 Uhr am Bahnhof in Sommeruniform. Verpflegung erfolgt auf der Amöneburg durch die DJH. Mitzubringen ist ein Schlafsack. Ueberbracht ung erfolgt in der DJH. BDM.-Ltniergau 116 Gießen. An alle Zlabsmilglieder und IN.-Ringführerinnen. Am Mittwoch, 31. Mai, setze ich eine Besprechung für alle Stabsmitglieder und M.-Ringführerinnen auf der Dienststelle, um 18 Uhr, an. Trauerfeier fürOr. Karl Ruckelshausen Am gestrigen Freitag wurde vr. jur. Karl Ruckelshausen zur letzten Ruhe gebettet. Studenten der Kameradschaft „Ulrich von Hutten" hielten die Ehrenwache an dem Sarge, über den sich die letzten Zeichen der Liebe und Verehrung wölbten. Der Pfarrer brachte noch einmal das zum Ausdruck, was an Charaktereigenschaft, Gemütswerten und besonderen Veranlagungen diesen Mann liebenswert machte und ihm ein ehrendes Andenken sichert. Er zeichnete ein Bild des von tiefer Heimat- liebe erfüllten Mannes und tapferen Offiziers, der in der schwersten Stunde des Vaterlandes freudig sein Leben einsetzte. Außer den beruflichen Erfolgen führte er auch seine künstlerischen Neigungen an, bcrrv schönsten Erfolg er in der Aufführung seines Volksstückes noch erleben durfte. Studienrat Fischer dankte dem Bundesbruder und Waffenkameraden namens des Alt-Herren-Ver- bandes der ehem. Burschenschaft Frankonia Gießen- Berlin und der Alt-Herrenschaft der Kameradschaft Fischer für seine unermüdliche Arbeit bei der Ueber- Icitung der Burschenschaft in die Kameradschaft. Mit Genugtuung sprach er aus, daß es ihm noch vergönnt war, die Anerkennung seiner Arbeit durch die Verleihung des Namens eines der großen Vorkämpfer für die deutsche Einigung, Ulrich von Hutten, zu erleben. Studentenführer Frank sprach mit Hochachtung und Bewunderung von der ersprießlichen Arbeit Ruckeishausens in der Verwaltung der Gießener Studentenschaft. Er würdigte seine Verdienste um gestellt ist. Für die Inanspruchnahme der Krankenhilse ist bei der Krankenkasse oder der von ihr eingerichteten Ausgabestelle ein Krankenschein zu lösen, dessen Gebühr 25 Rpf. beträgt. Von den Kosten der Arzneien und kleineren Heilmittel, die als Krankenpflege gewährt werden, trägt der Versicherte zehn vom Hundert, höchstens jedoch 25 Rpf. für jede Verordnung. Die Krankenscheingebühr und den Arzneikosten- ~ " nach pflichtmäßigem bahn die Straßen unserer Stadt beherrschten, gab es zum Beispiel allein schon vom Bahnhof aus viel Arbeit, denn die Reisenden überließen ihre Koffer und ihr Gepäck gerne dem Dienstmann, der sie dann in die Stadt trug. Wilhelm Gelzenleuchter war ursprünglich als Möbeltransporteur tätig und so fiel es ihm nie schwer, die nicht leichte Arbeit des Koffertragens auf sich zu nehmen. Manche Erinnerung verbindet ihn mit dem großherzoglichen Haus, denn manchen Weg hat er für den verstorbenen Groß- herzog, wie auch für {Jen verunglückten Erbgroß- herzog getan. Bei einigen Umzügen der großher- zoglichen Familie half er ebenfalls. Aber auch in den Kreisen der Gießener Pro- fessoren-Familien, wie auch der Studenten, war er gut bekannt und beliebt. In seinem Heim befindet sich manches schöne Erinnerungsbild. Als Korpsdiener der „Rhenania" war er überall dabei, fei es bei Stiftungsfesten oder bei anderen Gelegenheiten. Manches Erinerungsbild in feiner Stube zeigt ihn im Kreise der Studenten oder der Alten Herren. Manches schöne Geschenk, das ihm aus besonderem Anlaß zuteil wurde, zeugt davon, daß sich Wilhelm Gelzenleuchter nicht nur allen Vertrauens, sondern auch aller Beliebtheit erfreute. Die erstaunliche Rüstigkeit, die dem Jubilar heute noch zu eigen ist, hat er sich nicht zuletzt dadurch -erhalten, daß er lange Zeit im Gießener Ring- und Stemmklub, dem jetzigen „1. Kraft- und Sportklub", aktiv als Ringer und Stemmer tätig war. Auch in der Vereins führung betätigte er sich und genoß auch im Kreise der Mitglieder alle Wertschätzung. Manches Diplom befindet sich in seinem Besitz und spricht von seinen Erfolgen. Der Jubilar ist trotz seines hohen Alters immer noch froh und guter Dinge und weiß sich durck) feine lar froh und guter Dinge und weiß sich durch seine Beweglichkeit, durch seine Arbeitsfreudigkeit, durch seine Vertrautheit mit vielen Gießener Familien, immer wieder Arbeit zu verschaffen und so den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu verdienen. In dem Jubilar und in seinem Beruf dokumentieren sich anschaulich die Wandlungen der Zeitläufte innerhalb der vergangenen 40 Jahre. Schwurgericht Gießen. Der K. F. aus Gießen war des Meineids beschuldigt. Er hatte als Zeuge in einem beim Amtsgericht Wetzlar anhängigen Unterhaltungsprozeß am 6. Mai 1938 vor dem Amtsgericht Gießen, als ersuchtes Gericht, unter Eid ausgesagt, er habe mit der Kindesmutter keine Fahrt im Auto gemacht und nicht mit ihr verkehrt. Er gab jetzt zu, daß er aus 2cham vor seiner Familie und mit Rücksicht auf die Folgen einer wahrheitsgemäßen Aussage gehandelt habe. Der Vertreter der Anklage beantragte, dem Angeklagten den Schutz des § 157, Absatz 1, StGB, zuzubilligen und auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zu erkennen. Der Verteidiger sd)loß sich im wesentlichen den Ausführungen des Anklagever- treters an. Der Angeklagte wurde eines Meineids nach den §§ 154, Absatz 1, und 157, Absatz 1, StGB, schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt. 47 000. Die Landesbauernkaffe Rhein-Main-Neckar als Zentralstelle der Geldgenossenschaften hatte im Jahre 1938 einen Umsatz von 2 Milliarden RM. zu verzeichnen. Die bäuerliche Hauptgenossenschaft Rhein-Main-Neckcrr als Zentrale des ländlichen -genossenschaftlichen Warengeschäfts hatte im Jahre 1938 einen Umsatz von 4,9 Millionen Doppelzentner im Werte von 48 Millionen RM. Die Gefolgschaft bezifferte sich im Bereich des landwirtschaftlichen Genossenschaftsoerbandes auf 106 Personen, bei der Bauernkasse auf 102 und bei der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft auf 436; insgesamt finden also 644 Volksgenossen allein in dem ländlichen genossenschaftlichen Zusammenschluß in Hessen-Nassau Arbeit und Bkot. Daneben wird noch von etlichen tausend Volksgenossen ehrenamtlich an den großen Aufgaben dieser Genossenschaft mitge- arbcftct. * Schon aus diesen kurzen Angaben ist ersichtlich, daß der Gemeinschaftsgedanke des selbstlosen Dienstes für d i e Allgemeinheit bei unserem Landvolk sehr stark ausgeprägt ist und bisher reiche Früchte für die Dorfgemeinschaften gebracht hat. Diese vorbildliche Gesinnung wird von den bewährten Alten in ziel- bewußtem Streben auch auf die junge Generation übertragen, womit die Gewähr gegeben ist, daß bei unserem Landvolk der hohe Gemeinschaftsgedanken des „Einer für alle, all efür einen" zum Wohle des Ganzen lebendig bleiben wird. B. Damit die Kriegerhinterbliebenen und die Hinterbliebenen der Kämpfer für die nationale Erhebung in Krankheitsfällen nicht — wie dies seither viel- ach der Fall gewesen ist — auf die öffentliche Für- orge angewiesen und weiterhin nicht zum Ersatz )er Kosten derartiger Aufwendungen verpflichtet ind, hat der Reichsarbeitsminister am 20-April 1939 eine Verordnung über die Krankenversicherung für Kriegerhinterbliebene erlassen, die am 1.7.1939 in Kraft tritt. Danach sind gegen Krankheit pflichtversichert: Hinterbliebene, die Witwenrente mit Zusatzrente, Witwenbeihilfe, Waisenrente mit Zusatzrente, Waisenbeihilfe, Elternrente oder Elternbeihilfe auf Grund des Reichsversorgungsgesetzes oder des Gesetzes über die Versorgung der Kämpfer für die nationale Erhebung beziehen. Bedürftige Hinterbliebene, die eine Rente oder Beihilfe nicht erhalten, können jedoch der Krankenversicherung freiwillig beitreten, wenn sie eine dementsprechende Erklärung dem Bezirksfürsorgeverband gegenüber ad- geben. Zum freiwilligen Beitritt sind auch Witwen berechtigt, die nach oem Kapitulantenoersorgunas- aesetz einen erhöhten Zuschlag erhalten, ferner Ehe- rauen und andere Personen,'die die unentgeltliche Wartung und Pflege von Pflegezulageempfängern nicht nur vorübergehend übernommen haben. Zur Mitgliedschaft bei der Krankenversicherung für Kriegerhinterbliebene ist nicht verpflichtet und auch nicht berechtigt, wer auf Grund der Reichsoersicherung gegen Krankheit versichert ist. Dies ist nur der Fall, wenn Hinterbliebene apf Grund eines Beschäftigungsverhältnisses versicherungspflichtig sind, dagegen nicht bei freiwilliger Meiterversicherung oder Selbstversicherung. Wer bei einem privaten Versicherungsunternehmen gegen Krankheit versichert ist, wird dadurch von der Versicherungspflicht der KH. nicht befreit. Zuständig für die Versicherung nach dieser Verordnung ist die Allgemeine Ortskrankenkasse, wo eine solche nicht besteht, die Landkrankenkasse, in deren Bezirk die Versicherte ihren Wohnort hat. Die Anmeldung zur Krankenkasse wird durch den Bezirksfürsorgeverband erstattet. Werden Hinter- bliebenenbezüge erst nach dem Inkrafttreten der Verordnung bewilligt, so beginnt die Versicherungspflicht mit dem ersten Tag des Monats, der auf die Zustellung des Bescheids folgt. Die Versicherung der freiwillig Beigetretenen beginnt ebenfalls mit dem ersten Tage des Monats, der auf die Anmeldung bei der Krankenkasse folgt. Alle Hinterbliebenen haben die Verpflichtung, dem Bezirksfürsorgeverband unverzüglich jede Aende- rung in ihren persönlichen Verhältnissen mitzutei- len, die für das Versicherungsverhältnis von Bedeutung ist, insbesondere die Neubewilligung oder den Wegfall von Versorgungsgebührnissen, vor allem von Zusatzrente, den Beginn und die Beendigung eines B es ch ä d i g te nv e rhältnisses, ferner die Begründung oder Beendigung einer Haushaltsgemeinschaft mehrerer Versicherten. Die Beiträge der Pflichtversicherten werden gemeinsam von den Hinterbliebenen und dem Bezirksfürsorgeverband getragen, lieber die Zahlung der Beiträge für die Pflichtversicherten ist bestimmt, daß das Versorgungsamt den Anteil des Versicherten bei Zahlung der Versorgungs gebühr nisse einbehält und an' den Bezirksfürsorgeverband ab führt. Der Bezirksfürsorgeverband überweist dann den famten Beitrag an die Krankenkasse. Kassenärzte gewährt. Sofern die von der Kranken» taffe gebotene Wochenhilfe nicht in Anspruch genommen wird, weil die Entbindung in einem Wöchnerinnenheirn erfolgt, gewährt die Kasse zur Abgeltung dieser Leistung einen Pauschbetrag von 50 RM. Wie in der Krankenversicherung überhaupt, so besteht auch nach der Verordnung über Krankenversicherung für Kriegshinterbliebene die Verpflichtung der Krankenkasse, Leistungen zu gewähren, nur innerhalb ihres Kassenbereichs. Unter Kassen- bereich ist das Gebiet zu verstehen, innerhalb dessen die Kasse regelmäßig die Krankenhilfe gewährt und in dem sie insbesondere durch Verträge mit Aerzten usw. Vorsorge für die Leistungsgewährung getroffen hat. Gegenüber dem Kassenbe -> zirk, der meist auf eine oder mehrere Gemeinden begrenzt ist, ist der Kassenbereich weiter. Erkrankt ein Versicherter außerhalb seines Kassenbereichs, so erhält er auf Erfordern die Leistungen von der Krankenkasse seines Wohnorts. Die Leistungen werden später von der zuständigen Krankenkasse der helfenden Krankenkasse erstattet. Für die Inanspruchnahme der Krankenkasse, für die Voraussetzungen, sowie die Feststellung und Bewilligung der Leistungen und für das Verhalten der Kranken gelten dieselben Vorschriften und Bestimmungen, wie für die übrigen Kassenmitglieder und deren beredjtigte Angehörige. Entsteht zwischen Versicherten und der Krankenkasse Streit über das Versicherung-Verhältnis oder über die Leistungen, so hat auf Antrag der Versicherten oder des berechtigten Bezirksfürsorgeverbands der Leiter der Krankenkasse einen förmlichen Bescheid zu erteilen. Gegen den Bescheid des Leiters der Krankenkasse ist Berufung an bas Ober- versicherungsamt zulässig. Die Bestimmungen gelten einheitlich für das ganze Reichsgebiet. Lediglich für die sudetendeutsch n Gebiete hat sich der Reichsarbeitsminister ihre Inkraftsetzung für einen späteren Zeitpunkt Vorbehalten. Als Hauptversicherte sind alle diejenigen pflicht- und freiwillig versicherten Hinterbliebenen anzusprechen, die Rente oder Beihilfe erhalten, während als Zufatzverficherte in Betracht kommen z. B. Waisen neben der Witwe oder bei einem Elternpaar die Ehefrau. Bilden mehrere versicherte Hinterbliebene einen gemeinsamen Haushalt, so ist in der Regel der Haushaltungsvorstand Hauptoersicherter und jeder weitere Haushaltsangehörige Zusatzversicherter. Wer der Versicherung freiwillig beitritt, hat den Beittag in voller Höhe allein zu tragen. Jedoch sollen die Bezirksfürsorgeverbände den Hinterbliebenen den freiwilligen Beitritt durch Ueber- Irahme des Versicherungsbeitrags oder eines Teiles ermöglichen. Die Leistungen der Krankenkasse bestehen in Krankenhilfe (a) Krankenpflege, b) Krankenhauspflege) und Wochenhilfe. Die Krankenpflege umfaßt ärztliche und fachärztliche Behandlung, Zahnbehandlung (Füllungen in gutem plastischen Material, Zahnziehen, Nervtöten, Behandlung von Mund- und Kieferkrankheiten), ferner Versorgung mit Arznei und mit Brillen, Bruchbändern und anderen kleinen Heilmitteln. Die Krankenpflege ist zeitlich nicht begrenzt. Unter den Aerzten und Fachärzten der zuständigen Krankenkasse haben die Versicherten freie Wahl. Das gleiche gilt hinsichtlich der Zahnärzte und Dentisten. Die Krsmtenhauspflege umfaßt Kur unb Verpflegung im Krankenhaus einschließlich ärztlicher Behandlung in der untersten Verpflegungsklasse. Bei Unterbringung in der 2. Derpflegungsklasse übernimmt die Krankenkasse nur den Anteil der Kosten der untersten Verpflegungsklasse. Die Dauer der Krankenhauspflege beträgt in ein und demselben Krankheitsfall für Hauptversicherte längstens 26 Wochen und für Zusatzversicherte längstens 13 Wochen. Krankenhaus pflege wird dann nicht gewährt, wenn innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung einer gewährten Krankenhauspflege ein neuer Äersicherungsfall eintritt, der durch dieselbe ' nicht behobene Krankheitsursache veranlaßt ist. Die Leistungspflicht der Krankenkasse erstreckt sich nicht auf solche Leiden, die eine unmittelbare Folge angeborener Körperbehinderunq (Verkrüppelung) . sind. Eine Leistungspflicht der Krankenkasse besteht : ferner insoweit nicht,als für besondere Krankheiten (z. B. Tuberkulvse, Krebs, Geschlechtskrankheiten) genossenschaften (Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Eichenrod, Groß-Felda, Storndorf, Hungen, Ostheim usw.) gegründet. Diese Molkereigenossenschaften gehören mit zu den ältesten dieser Art in ganz Deutschland. In Oberhessen bestehen heute 24 Mol- kereigxijossenschaften, im Verbandsgebiet Hessen- Nassau sind es insgesamt 61. Im Jahre 1938 wurden von den Molkereien im Verbandsgebiet insgesamt 254 Millionen Kilogramm Milch erfaßt, gegen 234 Millionen Kilogramm im Jahre 1937. Neben der Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Molkereiprodukten wurde den Molkereien in den letzten Jahren noch die besondere Aufgabe gestellt, vor allem Qualitätserzeugnisse her- zustelleu. Dadurch wurde es möglich, daß die Einfuhr hochwertiger Milch- und Molkereiprodukte aus dem Ausland zum Vorteil der gesamtdeutschen Wirtschaft in den letzten Jahren erheblich zurückgedrängt werden formte. Im Zuge der Marktordnung seit der Machtübernahme wurden im Verlaufe der letzten Jahre besonders noch Vieh-, Eier- und Obstver- wertuntzsgenossenschaften gegründet. Dieses Arbeitsgebiet befindet sich zurzeit noch zu einem erheblichen Teile im Aufbau. Bis jetzt bestehen in Oberhessen 10 Vieh-, 4 Eier- und 2 Obst- verwertungsgenossenschaften. Im Verbandsgebiet Hessen-Nassau zählt man bis jetzt insgesamt 93 solcher Genossenschaften. Von diesem weiteren ge- nossenschaslichen Aufbau kann man für unser Landvolk und auch für die Gesamtheit unserer Volksgemeinschaft noch bedeutende Vorteile erwarten. In den letzten Jahren wurden in steigender Zahl auch Dresch- und'Maschinengenossen - schäften gegründet. Allerdings ist schon seit Jahrzehnten in manchen Dörfern der Zusammenschluß der Bauern in Dreschgemeinschaften festzustellen gewesen, die gemeinsam Dreschsätze anschafften und auf diesem Wege der Gemeinschaftsarbeit vorbildlich waren. In Verbindung mit dem Vierjahresplan werden seit einiger Zeit von zahlreichen Genossenschaften weitere Maschinen zur gemeinsamen Benutzung anaeschaftt, z. B. Getreide-Reinigungsanla- gen, Kartoffel-Dämpfkolonnen, dörfliche Wascheinrichtungen, Bulldoggs usw. Der Vollständigkeit halber sei noch betont, daß in Rheinhessen und im Rheingau die Winzerge- nossenschaften, Pfropfreben- und Rebenaufbau-Genossenschaften für die kleinen Winzer eine bedeutende Rolle spielem * * Krankenversicherung für Kriegshinterbliebene Von Verwaltungsinspektor K. Heß, Stadt. Versicherungsamt. Lustschuh auf Wenn nach einer Mitteilung des Statistischen Reichsamtes die Viehzählung in Deutschland folgende Ergebnisse hatte, so beweisen diese die zwingende Notwendigkeit eines wohlor'gani- fierten Luftschutzes auf dem Lande. Im Altreich waren vorhanden am 3. Dezember 1938: 3,44 Millionen Pferde, 19,91 Millionen Stück Rindvieh, davon 9,96 Millionen Milchkühe', 23,54 Millionen Schweine, 4,81 Millionen Schafe, 2,51 Millionen Ziegen und 97,13 Millionen Federvieh (Hühner, Gänse und Enten). Es kommen noch hinzu 2,56 Millionen Stück Bienen st öcke und 8,04 Millionen Kaninchen, davon 0,23 Millionen Angora-Wollkaninchen. Der Gesamtwert unseres Viehbestandes dürfte auf rund 15 Milliarden Reichsmark zu veranschlagen sein. Unsere Haustiere produzieren jährlich für 2,3 Milliarden Reichsmark Milch, für 3,6 Milliarden Fleisch (einschließlich Federvieh) und für eine halbe Milliarde Eier. Allein der Gesamtwert der deutschen Schlachtviehproduktion (ohne Geflügel) liegt mit einem Wert von 3,3 Milliarden Reichsmark erheblich l)üher, als die in Deutschland jährlich erzeugte Getreidemenge mit mindestens 2 Milliarden Reichsmark und die Kohlenförderung mit rund 2,5 Milliarden Reichsmark. Diese gewaltigen Zahlen rücken die hohe Bedeutung des ländlichen Luftschutzes in ein Helles Licht. Wir ersehen auch, wie stark das Tier als Nahrungsmittel in das Leben unseres Volkes eingreift und wie ausgedehnt sich unsere Gesamtwirtschaft mit der Landwirtschaft und mit den dazugehörigen Betrieben (Molkereien. Metzgereien, Häute- und Fettoerwertung) darauf einstellt. Ziel jedes Volkes, ganz besonders aber des unsrigen, ist es aber, hinsichtlich seines Nahrungsbedarss so unabhängig vom Ausland zu werden,' wie es irgend möglich ist. Es liegt auf der Hand, daß ein Feind im Ernstfall versuchen wird, auch von der Luft her die Ernährung unseres Volkes durch Vernichtung wichtiger Lebensmittel zu erschweren, wenn ihm eine Aushungerung wie 1914/18 auch nicht nrehr gelingen wird. Der Kampf des Feindes gilt dann nicht nur den Tieren und dem Brotgetreide, sondern auch den für die Ernährung unserer Haustiere wichtigen Futtermitteln. Von diesen sind Heu, Stroh und noch andere leicht brennbar und-bieten so lohnende Angriffsziele. Auch sind in einem dichtbesiedelten Landstrich, wie z. B. in Oberhessen, Angriffe aus der Luft wesentlich erfolgversprechender als im weiträumigen Norden oder Osten unseres Vaterlandes, wo auf einen Hektar vielleicht nur der dritte ober fünfte Teil unseres diesbezüglichen Großviehbestandes kommt. Auf dem Lande kommt nach Lage der Verhältnisse als Abwehrmaßnahme im Luftschutz in allererster Linie der Brandschutz in Frage. Brände vernichten Werte und belasten die seelische Widerstandskraft der Bevölkerung, heißt es mit Recht. Hauptsächlich werden drei Arten von Brandbomben verwendet: die Phosphor-, die Elektron- und die Elek- tron-Thermitbrandbombe. Die erstere ist die übelste. Sie entwickelt einen unerträglichen Rauch und stört so die Löscharbeiten außerordentlich. Auch läuft der brennende Phosphor weiter und schafft leicht weitere Brandherde. Gelöscht wird am besten mit Sand, der rechtzeitig bereit zu stellen ist und im Notfall wirklich greifbar sein muß. Die Elektron- Thermitbrandbombe enthält bekanntlich zur besseren Brandwirkung einen. Sauerstoffspender. Löschung nach Möglichkeit durch ausgiebige Wasserstrahlen. Die Brandbomben wiegen zwischen einem und fünf Kilo und treffen bei weitern nicht alle. Nach den bisherigen Erfahrungen und Versuchen gehen mindestens 75 v. H. der abgeworfenen Bomben am Ziel vorbei, und von den treffenden übrigen 25 v. H. zündet auch nur der vierte Teil. Mit der nötigen Ruhe und mit gründlichen Vorbereitungen kann man also der Brandgefahr Herr werden. Zu letzteren gehört das Bereit stellen von Wasser. Dabei ist an die Verwendung der rechtzeitig in Ordnung gebrachten Weiher und Brunnen zu denken, da hie Wasserleitung durch einen Treffer zerstört oder unbrauchbar werden kann. Nicht vergessen werden darf auch die .Entrümpelung des Gehöftes, d. h. die Befreiung von allen überflüssigen oder zur Zeit.nicht gebrauchten Maschinen und Geräten, die meist da aufgestapelt sind, wo sie im Ernstfall erheblich stören, nämlich in der Tenne der mit Getreide, Heu oder Stroh gefüllten Scheune. Man muß an den Brandherd heran können, wenn man schnell und zweckmäßig löschen will. Daß gepreßtes Stroh oder Heu schlechter brennt und daher nach Möglichkeit hergestellt werden sollte, sei nebenbei erwähnt. Keinesfalls fehlen darf eine z u - verlässige Brandwache, aus einem Wachthabenden und einigen Meldern bestehend, die von einem erhöhten Standpunkt aus, z. B. vom Kirchturm her, das Entstehen von Bränden beobachtet und sofort die Feuerwehr alarmiert. Letztere besteht im Ernstfall in der Hauptsache aus Frauen und Jugendlichen und soll sich reHzeitig mit Ruhe und Energie wappnen. Hinsichtlich des Tierluftschutzes ergibt sich die wichtige Frage: Soll man bei Bränden den Stall räumen oder nicht? Hierzu ist ausdrücklich zu sagen, daß nur bei direkter und unmittelbarer Gefährdung eines Stalles zur Räumung geschritten werden soll, also wenn es bedrohlich nahe und wirklich erheblich im eigenen oder Nachbargehöft brennt. Selbstverständlich wird es gut sein, nach Kriegsausbruch alle Stallböden von allen leicht brennbaren Futtervorräten zu räumen und nicht massive Stalldecken durch Aufschütten von Erde und Sand zu verstärken. Aber wie gesagt: nur im wirklichen Notfall den Stall rüu- men! Wer einmal einen Brand erlebt hat, wird wissen, wie aufgeregt die Tiere, sowohl die Rinder, als auch die intelligenteren Pferde, durch den Feuerschein und den Brandgeruch werden. Dieser Aufregung sollen sie zur Vermeidung eines gefährlichen Durcheinanders nur notgedrungen ausgesetzt werden. Aber wie? Nachdrücklichst ist davor zu warnen, alle Tiere im Stall auf einmal losmmachen und ins Gehckft oder auf die Dorfgassen yinauszu- jagen, wenn sie überhaupt hinausgehen. Sie müssen im Notfall einzeln herausgeführt werden. Zu diesem Zwecke sind in jedem Gehöft in ausreichender Zahl Nasenketten, Halftern oder starke, in Halfterform zu verwendende Stricke bereitzuhalten. An den Anbindeketten, den sogenannten Halsketten, kann man keine Tiere führen, da der Kopf nicht genügend festzuhalten ist. Ohne Frage müssen sich aber die Kühe und Rinder schnellstens von ihrer Anbindekette lösen lassen, was nach unseren Erfahrungen leider häufig nicht der Fall ist, so daß im Ernstfall folgenschwere Verzögerungen eintreten würden. Also sehe jeder in dieser Hinsicht nach dem n Lande zwingen e für Brandschutz und Tierlufi Rechten. Beim Herausführen aus einem brandgefährdeten Stall soll man den Tieren feuchte Decken über Au gen und Nase legen oder binden, zum Zwecke der beruhigenden Blendung und des Schutzes vor Rauch und Reizstoffen. Die störrischen Kühe, die sogenannten Stallböcke, sind rückwärts herauszuriegeln. Einsetzbare Nasen- ringe leisten in allen Fällen gute Dienste. Zwei Gründe sind es, welche gewichtig dafür sprechen, bei einem Fliegerangriff unsere Haustiere möglichst im Stall zu belassen. Erstens sind unsere heutigen, massiv gebauten Ställe nahezu spli11er- sich er, und zweitens lassen sie sich mit behelfsmäßigen Mitteln schnell und leicht k a m p f st o f f - dicht machen. Die feindlichen Flieger werden uns ja vermutlich nicht den Gefallen tun, auf dem Lande nur Brandbomben abzuwerfen, sondern sie schmeißen auch Spreng- und Kampfstoffbomben dazwischen, um die Bewohner möglichst vom Löschen abzuhalten und sie außerdem unter die Gasmaske zu zwingen. Wie für die Menschen, so sind auch für das Tier drei Arten von chemischen Kampfstoffen gefährlich, die Nasen- und Nachenreizstoffe (Blaukreuz), die erstickenden Kampfstoffe (Lungengifte, Grünkreuz) und die ätzenden Hautgifte (Gelbkreuz). Von allen diesen Aus der engi 100 Zähre Spar- und Leihkasse Hungen * Hungen, 26. Mai. Am gestrigen Donnerstagvormittag hielt die Spar - und Leihkasse Hungen ihre 100. ordentliche Generalversammlung ab, zu der annähernd 200 Mitglieder erschienen waren. Am Nachmittag fand unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden, Bergverwalter Kirch- Höfer, die Feier des 100jährigen B e - stehens der Kaffe statt, zu der neben den Mit- gliödern auch deren Frauen erschienen waren. Die Partei wurde durch den Ortsgruppenleiter vertreten, der sowohl für die Partei, als auch für die Stadt herzliche Glückwünsche überbrachte. Weiterhin nahmen Vertreter der DAF. aus Gießen an der Feier teil, ferner als Vertreter des Landesbauernführers der Hauptabteilungsleiter III der Landesbauernfchaft, Verbandsleiter Weyrauch, der als Vertreter des Landesbauernführers und zugleich als Vertreter des Revisionsverbandes sprach, die Bedeutung des Genossenschaftswesens im allgemeinen in richtunggebenden Ausführungen behandelte und schließlich herzliche Glückwünsche übermittelte Als Vertreter der Landesbauernkasse sprach deren Direktor Eid mann. Ferner wzilten als Gäste noch Genossenschafts- und Bankenvertreter aus Gießen im Kreise der Feiernden. In Vertretung des erkrankten Direktors Köhler sprach das Vorstandsmitglied Hesse über die Entwicklung der Kasse in den verflossenen 100 Jahren, wobei man u. a. vernahm, daß die Kasse in den langen Jahren ihres Wirkens auf zahlreichen Gebieten auch mit gemeinnützigen Werken in weitem Ausmaß in Erscheinung getreten ist und damit sehr zur Förderung unseres Gemeinwesens 'beigetragen hat. Verbands- leiter Weyrauch überreichte dem Vorsitzenden die Verbands-Ehrenurkunde, während die Kasse allen Mitgliedern, die über 25 Jahre der Kasse angehören, Ehrenurkunden aushändigte. Nach dem/ offiziellen Teil verblieb man noch in schöner Kameradschaft einige Stunden gesellig beisammen. 75 Zahre Spar- und Borschußverein Alien-Buseck. * Alten-Buseck, 26. Mai. Der Spar- und Vorschußverein feierte in Anwesenheit von etwa 300 Mitgliedern und deren Angehörigen sein 75jähriges Bestehen. Der Direktor des Vereins, Lepper, hieß die Gäste und Mitglieder willkommen. Der Vorsitzende des Aussichtsrats, Bürgermeister Kahl, gab einen Rückblick über die Entwicklung des Genossenschaftswesens in Deutschland und der Dorfkasse in Alten-Buseck. Die Kasse hat sich aus kleinsten Anfängen stetig günstig weiterentwickelt und umfaßt heute die ganze Gemeinde. Der Vertreter des Landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbandes, Oberrevisor Hartmann in Gießen, überreichte Direktor Lepper die Verbands-Ehren- urfunbe und dem Rechner Theodor Krämer für 25jährige treue und vorbildliche Mitarbeit ebenfalls eine Urkunde, zugleich mit den Glückwünschen der Verbandsleitung und seinen persönlichen herzlichen Wünschen. Direktor Jolk überbrachte die Glückwünsche der Landesbauernkasse und überreichte dem Direktor ein sinniges Geschenk für den Verein. Bei froher geselliger Unterhaltung mit dem Gesang schöner alter Volkslieder verblieb man bann noch einige Stunden beisammen. Vorsicht bei Torausfahrten. * Grünberg, 26. Mai. Als der Personenkraftwagen eines hiesigen Einwohners heute nachmittag aus der Toreinfahrt des Hauses in der Rosengasse hinausfuhr, kam im gleichen Augenblick ein Personenkraftwagen aus Gießen an dieser Stelle vorbei. Dabei erfaßte das Auto aus Gießen den aus der Toreinfahrt an rollend en Wagen. Zum Glück entstand nur Sachschaden, so daß der Unfall noch verhältnismäßig glimpflich verlies. Immerhin sollte der Vorfall eine erneute Mahnung fein, bei Torausfahrten größte Vorsicht walten zu lassen. Gemeinderat in Scholten. A Schotten, 26. Mai. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit mehreren gemeindlichen Angelegenheiten. Die Siedln n g s v o r h a d e n an der Laubacher Straße — 21 um eg und die dortigen Bauvorhaben wurden besprochen. Seitens der Stadt wird die Wasserleitung, Kanalisation durchgeführt und eine Zufahrtsstraße bald ausgebaut. — Für die Durchführung xbes Rennens „Rund um Schotten" am 9.Juli werden die erforderlichen Ausbauarbeiten an Start und Ziel ebenfalls baldigst in Angriff genommen. Im Städtischen Krankenhaus sind mehrere Derbefserungen und bauliche Veränderungen vorzunehmen, denen der Gemeinderat zustimmte. Eine neue elektrische Kühlanlage soll beschafft werden.— Das Wirtschaftskonzessionsgesuch von Lothar Maletzke, Kurhotel Vogelsberg wird befürwortet. Kommunales aus Schotten 8. Schotten, 26. Mai. Die Vorarbeiten für Las große Rennen „Rund um Schotten" am Notwendigkeit chemischen Kampfstoffen werden unsere Haustiere im Stall kaum belästigt, wenn rechtzeitig — also bei Fliegeralarm — die Vorbeugungsmaßnahmen getroffen werden. Fenster u n'ö Stalltüren sind mit armdicken Strohseilen abzudichten, die man mit alten Lappen umnäht und mit Chlorkalkbrühe getränkt hat. Die Fensterscheiben sind gegen das Zerspringen kreuzweise mit Papierstreifen zu überkleben. Die Stalltüren find durch das Vorsetzen von Mist gegen das Durchschlagen von Splittern zu sichern. 21 Ue 2ib= wehrmittel sind allerdings schon bereitzustellen, sobald der Luftschutz aufgerufen wird. Außerdem kann man die Augen und die Nasenöffnungen der Tiere durch überhängte feuchte Säcke zu schützen suchen, ober ihnen Futterbeutel umhängen, auf deren Boden mit Chlorkalkbrühe getränkte Lappen liegen. Rechtzeitige und gründliche Schutzmaßregeln sind im Kamps gegen chemische Gifte wie gegen Brandgefahren dringend nötig. Auch hier gilt der alte medizinische Grundsatz: Verhüten ist leichter als Heilen! Und wie zum Kriegführen Geld, Geld und nochmals Geld gehört, so gehört zum Luftschutz im allgemeinen, wie zum Luftschutz auf dem Lande auch dreierlei, nämlich Ruhe, Pu he und nochmals Ruhe! ?ren Heimat. 9. Juki sind eifrig im Gange. Es wird eine Para- lellstraße von Betzenrod nach der Abfahrt zum Petershainer Hof erbaut, die es ermöglicht, daß eine Ab- und Zufährt auf .der nordwestlichen Seite ohne Störung der Rennstrecke erfolgen kann. In Rudingshain wird das alte Backhaus niedergelegt, die Rennstrecke an einer Kurve im Dorf mehr begnadet. Mit den Arbeiten am Start und Ziel wird 'begonnen; ein festes massives Zielrichterhaus wird erbaut werden. An Sonntagen kann man schon jetzt das Knattern der Motore einiger Rennfahrer hören, die mit ihrem Trainina schon ab und zu beginnen. — Eine neue Brücke hat die Stadt über die Nidda, dem Bahnhof gegenüber, errichten lassen, die bald für den Verkehr freigegeben wird. Die alte Brücke war bei einem Hochwasser im vergangenen Jahr eingestürzt. Der jetzige Durchlaß ist wesentlich erweitert worden. — In den Anlagen gegenüber dem Postamt hat der hiesige Turnverein einen großen Basaltfindling, der eine Plakette des Turnvaters Jahn trägt, errichten lassen. Auf diesem Platz wurden in den 1850er Jahren, als die Turnerei hier Eingang fand, die ersten Turnübungen abgehalten. Eine geschmackvolle Anlage, Hecke, grüner Rasen wird diesen neuen Platz wesentlich verschönen. — Die hiesige Schweinemastanstalt ist wesentlicht vergrößert worden. Die Stadt hat einen weiteren Stall ausgebaut. Zusammen können jetzt 50 Schweine gemästet werden. Bauernversammlung in Atzboch O 2ltzbach, 24. Mai. In der Gastwirtschaft Tasch fand hier eine gut besuchte Bauernversa m m l u n g statt. Bezirksbauernführer Langsdorf sprach über landwirtschaftliche Tagesfragen, insbesondere über den diesjährigen Arbeitseinsatz für die Frühjahrsbestellung und die Erntearbeiten. Da im Zusammenhang mit der Landflucht die Landarbeiternot in unserem Kreise besonders groß ist, sollen frühzeitig alle Vorarbeiten getroffen werden, damit alle Grundstücke genutzt und später auch die Ernte restlos geborgen werden kann. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes erfolgt in diesem Jahre auf drei verschiedene Arten. Jetzt schon werden, zumeist in größeren Betrieben, Arbeitsdienstmänner gruppenweise eingesetzt. Außerdem kann der Arbeitsdienst noch eingesetzt werden als Gesindeersatz in besonders dringenden Fällen. In diesem Falle 'scheidet der Arbeitsmann aus dem Arbeitsdienst aus und wird bis zum 1. November 1939 von dem Arbeitsamt für diesen Betrieb verpflichtet. Hierbei ist der ortsübliche Tariflohn zu zahlen. Die dritte Art des Arbeitsdienfteinfatzes ist der allgemeine Einsatz zur Erntebergung der nach denselben RichtSonntag, 28. Mai (Pfingstsonntag). 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: „Wie wunderbar, mal nichts zu tun!" Sorgenlos hinein in die Feiertage! 9: Deutsche Meister. Franz Schubert. Einlage: „Was mich nicht bricht, macht mich stärker!" 10: Frühling, das liebliche Fest, ist gekommen, es grünen und blühen Feld und Wald. Eine morgendliche Sendung unserer Jugend. 10.30: Chorgesang. Ausführung: Frauenterzett, Männerchor, und gemischter Chor des Reichssenders Frankfurt. Einlage: Dichter unserer Zeit: Richard Euringer. 11.15: „Ach, du klarblauer Himmel!" Hörfolge mit Texten zeitgenössischer Dichter und Liedern von Franz Schubert, Friedrich Silcher u. a. 12: Von Stuttgart (aus der Reichsgartenschau): Mittagskonzert. Es spielt das Musikkorps des IN. 119. 13: Musik am Mittag. 14: Unser Kasperl für groß und klein. Krach um Kasperle im Hinterhaus. Ein heiteres Spiel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. (Jndustrie-Schallplatten und 'Eigenaufnahmen.) 15.15: Volkstum und Heimat: „Gold überglänzt den Heimatgau, das wollen wir erwandern." Frohes Pfingstwandern mit der NS.- Gemeinschäft „Kraft durch Freude". 16: Nachmittagskonzert. Ausführung: Das Städtische Kurorchester Wiesbaden. Einlage: 17 bis 17.15: Reichsmodellwettbewerb: Modelle fliegen in der Rhön. 18: „Hinaus ins Grüne." „Sah nach der Angel ruhevoll ..." Von der Stippfischerei bis zum Angelweidwerk. 19: Gute Unterhaltung, liebe Hörer! 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Tanz mit Schwung für alt und jung. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Unterhaltung und Tanz. Montag. 29. Mai (Pfingstmontag). 6 Uhr: Hafenkonzert an Bord des Dampfers „Columbus" des Norddeutschen Lloyd. 8.10: Kammermusik für Violine und Klavier. 9: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. (Jndu- strie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 10: Chorgesang anläßlich der 100-Jahr-Feier des Sängergaues Kurhessen. 10.30: Drei Meister der leichten Muse. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11: Unterhaltungskonzert. Ausführung: Das Kleine Orchester des Reichsfenders Frankfurt. 12: Union wie im Vorjahr erfolgt. Der Einsatz von Militär erfolgt erst dann, wenn der Arbeitsdienst restlos eingesetzt ist. Einen zweiten Vortrag hielt Betriebsleiter Seeger von der Molkereigenossenschaft Schöffengrund in Oberwetz über genossenschaftliche Fragen im Rahmen der genossenschaftlichen Milchverwertung. Erfreulich war die Feststellung, daß in Atzbach jetzt täglich etwa 105Ö Liter Milch angeliefert werden, eine Tatsache, die um so mehr zu werten ist, als anfänglich Schwierigkeiten mit der Milchanlieferung bestanden. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung von dem Ortsbauernführer geschlossen. Waldfest bei Ruppertsburg. )—( Ruppertsburg (Kreis Gießen), 24. Mai. Am Sonntag feierten die Waldarbeiter der Graf- Solms-Laubacher Försterei Ruppertsburg in ihrem reizend gelegenen Schutzhaus beim Pflanzgarten ihr diesjähriges Waldfe-st, an dem auch der Forstmeister, Kreisjägermeister O st h e i m , Laubach, und Förster Becker, Friedrichshütte, mit ihren Familien teilnahmen. Die Arbeiterinnen hatten den Platz und das Haus prächtig geschmückt. Ihre Gäste bewirteten sie mit Kuchen und Kaffee. Schleussner Film mit Garantieschein gegen F.ehlbelichlung Nach einem von Förster Becker verfaßten und von zwei Mädels vorgetragenen Begrüßungsgedicht begannen die Darbietungen. Die Dorfkapelle Ruppertsburg, der Gesang alter schöner Volks- und Waldlieder sowie Scherze'erzeugten bald eine frohe Stimmung, so daß es schwer wurde, bei herein- brechender Nacht Schluß zu machen. Bei feenhafter Beleuchtung feierte man bis gegen Mitternacht. Die vielen Einwohner von Ruppertsburg, die dem fröhlichen Treiben zufchauten, schieden mit dem Gedanken: „Hier versteht man es, mit einfachen Mitteln ußd geringen Kosten ein schönes Fest zu feiern." Landkreis Gießen )—( Ruppertsburg, 25. Mai. „Kampf den Schädlingen im Gartenbau!" Das war die 'Parole für den Schulungsabend der Frauen und Mädchen unserer Gemeinde, der vorgestern im hiesigen Gemeinüeabend unter Leitung unserer Ortsbäuerin Frau Marie H o r st stattfand. Der von gründlicher Sachkenntnis zeugende anschauliche Vortrag der Lehrerin Frl. Oechelhäuser von der Landwirtschaftsschule Grünberg fand bei den zahlreich Erschienenen großes Interesse und dankbare Aufnahme. Wie verlautet, sollen weitere aufklärende Vorträge stattfinden. Rhein-Mainrsche Börse. Leichte Besserungen. Frankfurt a. M, 26 Mai. Im letzten Börsenverkehr vor den Feiertagen zeigte sich überraschender Weise 'etwas mehr Geschäft Auf dem ermäßigten Kursstand bestand kleines Kaufinteresse, so daß auch kursmäßig am Aktienmarkt eine leichte Besserung festgestellt werden konnte. Allerdings waren noch nicht alle Märkte frei von einigen Abgaben. So gingen Rheinstahl noch ein wenig zurück auf 129,75 (130) und DDM. verloren erneut 1 v. H. auf 171. Höher setzten dagegen u. a. ein: Hoesch 108,13 (108,25), Mannesmann 106,25 (105,75), Verein. Stahl 101 (100,65), Holzmann 156,50 (156), Berger Tiefbau 140,75 (140), Metallgesellschaft 114,25 (113,25), Nheinmetall 125,75 (125,25), AG. für Verkehr 119 (118,75). Stärker erholt waren Licht und Kraft auf 128,5(^127). IG - Farben weiterhin zwar still aber voll behauptet mit 149,50. Gesfürel glichen einen 0,50prozentigen Rückgang sofort aus mit 131,50 nach 131. Bis zum Schluß der Börse war das Geschäft ruhig, nachdem nach den ersten Notierungen das Interesse nachließ. Auch kursmäßig blieb meist alles unverändert, sehr fest aber Holzmann mit 158,75 nach 156.50. IG.-Färben 0,25 v. H. höher mit 149,75. Bei den später notierten Papieren überwogen Erhöhungen um 0,50 bis 1 v. H., Scheide- anstalt plus 2 v. H. auf 203. Im Freiverkehr gingen nach Pause Verein. Fränk. Schuh mit 78 bis 80 (80 bis 82) um. Tagesgeld weiter erhöht auf 2,75 (2,50) v. H. Mittagskonzert. Es spielt der Musikzug der SA- Standarte 1/119. 13.05: Schloßkonzert. 14: Für unsere Kinder: „Die Glockenblume". Ein Rundfunkmärchen. 14.30: Operetten-Drehbühne. (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 15.15: Klang der Landchaft: Ein Besuch auf der romantischen Sponeck Hörfolge. 16: Kurzweil am Nachmittag. Einlage: 17 bis 17.15: Reichsmodellwettbewerb in der Rhön: Der letzte Tag. 18: Woll'n uns auf die Fahrt begeben, das ist unser schönstes Leben ... Eine Fahrt mit unfern Jungen und Mädeln durch die schönsten Jugendherbergen unserer Heimat. 19: Sportberichte: 1. Gautreffen der Postsportvereine in Freiburg. 2. Reit- und Fahrturnier in Wiesbaden. 19.15: Allerlei zur Unterhaltung. (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.50: Reichsmodellwettbewerb in der Rhön: Die Sieger der Wettbewerbe. 20: Nachrichten. 20.15: „Schön ist die Welt". Operette von Franz Lehar. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: 'Unterhaltungsmusik. Dienstag. 30. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Gymnastik. 6.30: Frühkvnzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause.. Es spielen die Münchner Rundfunkschrammeln. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Schrittmacher der Freude. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Volk und Wirtschaft: Deutsche Wertarbeit in aller Welt. 18.15: Deutsche Hochschulen im Dienste des Vierjahresplanes. 18.30: Schwarzwälder Volksmusik. 1915: Tagesspiegel. 19.30: Was uns allen Freude macht ... Frohe Fahrtenlieder und lustige Fahrtenmusik. 20: Nachrichten. Anschließend: „Hier spricht die Reichsgartenschau". 20.15: „Blutender Stein". Schicksal und Landschaft am Main zwischen Bamberger Reiter, und Mainzer Dom. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35 bis 24: Tanz und Unterhaltung. Shantunette 92 cm breit, solide Ware, in schön. 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Schultes Das blauseidene Strumpfband Lustspiel von Anton Maly Als besondere Einlagen: Meisterjodlerin Sefferl Höser mit bayrischen und tiroler Jodlern, das Tegemseer Musikterzett und Original oberbayrische Schuhplattlertänze Außer Miete - Preise: 0.60,1.—, 1.35,1.85, 2.60, 3.10 RM. 3879D Um auch bti ungünstigem Wetter den Frühling zu genießen, besucht man das herrliche im Grünen, dicht am Lahnufer gelegene Garienlokal „Die Pnlvermühle“ Als Erfrischung alle Getränke, guten Kaffee, hausbackener Kuchen, ebenso sonstige Speisen. — Mittagstisch gut bürgerlich. — Familien vorherige Anmeldung erbeten ssssv Cafe-Restaurant „föergsefienfte“ Pfingstsamstag, 'Sonntag, -movtag Jan% ab SO Uhr 3 Tanzdielen 3239D Am 2. Pfingstfeiertag im Weller von K. Schwarz Wwe.,Trohe ZMiW SliilunSslesi Mannschafts- u. Einzelpreiskegeln Anfang 8 Uhr vormittags Es ladet ein Kegelklub „Alle Neu n" 3872Dj Plingsien z. 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KIM MICH. 3355 a Beiprogramm und Tobis-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonn- und Feiertag 3, 5.30, 8.30 Uhr. P R A N K FURT A . IV X möbelt ab r?k- Einrichtung s h aus ttr.122 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 2L/28. Mai 1939 Reichsautobahn-Landschast lockt zum pfingstausflug. /¥ „ / Ein schöner Rastplatz bei Oppenrod. Die Zeiten, da mit dem Begriff „Neichsautobahn" untrennbar die Vorstellung von Bagger und Feldbahn, von Brückenbau und Betonmischmaschine verbunden mar, sind — zunächst wenigstens — vorbei. Die Reichsautobahn in Oberhessen ist Landschaft geworden, sie ist hineingewachsen in Feld und Wald, ist eän.umgrüntes Band geworden, schwungvoll und elegant. Samtige Rasen sind gewachsen, wo noch vor wenigen Monaten Erdreich wild aufgewühlt war, um neu angepslanzte junge Bäume und Büsche spielt der Wind. Scl)afgarbe und Hahnenfuß, Sauerampfer. Löwenzahn und Wiesenschaumkraut nelgen Halme und Blüten über die Ränder der harten Fahrbahn und überwuchern bald die Kilometertafeln und die Rückstrahlblinker Natur und moderne Technik haben sich verbrüdert! Die Landschaft an der Reichsautobahn ist schön geworden! Ja, an vielen Stellen ist der Schwung der Bahn selbst an die natürliche Landschaft übergegangen. Ueberall da, wo Wald weichen mußte, folgen nun die Linien der gebliebenen Bestände dem Zuge der Bahn, und die Waldsaume schwingen so wie das weiße Band. Das ist neu und schön! Das ist „Reichsautobahn- Landschaft"! Es ist deshalb kein unmöglicher Gedanke, die Neichsautobahn einmal als Ziel eines Pfingstausfluges aufzusuchen .. Wenn man von Gießen kommt — im Kraftfahrzeug vorausgesetzt —, dann muß man sich an den letzten Häusern von Steinbach entscheiden: entweder nach Süden, und damit zum Taunus, oder aber nach Norden über die nordwestlichen Ausläufer des Vogelsberges in der Richtung nach Alsfeld zu fahren! Und dementsprechend muß man die Auffahrt wählen! Wenn man sich schon auf dem weißen Band der Bahn befindet, sehen die zwingenden Verkehrsvorschriften den Willen und die Laune außer Kraft. Umkehren auf der Fahrbahn ist eine Todsünde? Es ist kein Geheimnis, daß die Strecke Alsfeld- Frankfurt a. M. mit zu den schönsten Abschnitten der Reichsautobahn in unserem deutschen Vaterlande zählt. Wenn schönes Wetter dem Reisenden günstig ist, dann offenbaren sich ihm alle Schönheiten, die der Vorsommer in Wald und Feld auszubreit^i hat. Verfolgen wir zunächst die Neichsautobahn in nördlicher Richtung! Rasch bleibt Steinbach breit und behäbig zu linker Hand zurück, und von rechts herüber grüßen die.roten Dächer von Albach. Nach wenigen Kilometern fesselt der eigenartige Kirchturm von Burkhardsfelden, der frei vor hellem Himmel steht, den Blick. Weit dehnt sich das Tal bei Reiskirchen, nahe zur linken Hand sieht man Oppenrod liegen. Noch manches freundliche Dörfchen bietet sich in neuem Blickpunkt von der Reichsautobahn aus, und immer wieder empfindet man den Anblick dieser Dörfck)en als Symbol ländlichen Friedens. Oftmals Viele solcher Ausblicke bieten sich bei einer Fahrt auf der Reichsautobahn. (Aufnahmen [5j: Neuner, Gießener Anzeiger.) ■ - ' ’wX Noch blühen die Apfelbäume... leuchten die Häuser hell und freundlich herüber — immer ist das Bild, das sich dem Auge bietet, anders! Schöne deutsche Heimat? Lebhafter auf und ab schwingt nun, von Reiskirchen aus, das Band der Reichsautobahn. Der Wald tritt näher heran und gestattet für die nächste halbe Stunde selten einen weiteren Ausblick. Dafür gibt es andere Schönheiten! Hellgrün stehen mit frischem Laub die Buchen zwischen dunklen Fichten und Tannen, und die Fahrbahn verläuft wie in grünen Schluchten. Bei Neinhardshain gibt der Wald, über das Kirchlein Wirberg hinweg, den Blick zum Vogelsberg frei. Und an dieser Stelle wird die Raststätte gebaut, von deren Dachstuhl gerade eben die Bänder vom Richtfestkranz flattern Dann sind es Felspartien, die sich zum Teil wildromantisch und zu stattlicher Höhe links und rechts der Fahrbahn auftürmen und das Auge fesseln. Schließlich ist es auf der rechten Seite ein Aussichtsturm, der, noch auf einer Halde stehend und um« Ein Aussichtsturm in reizvoller Landschaft unmittelbar über der Reichsautobahn. geben von schönen Baumgruppen, den Wunsch auslöst, hinaufzusteigen und von hoher Worte aus mit den Augen den Verlauf der Neichsautobahn zu verfolgen. — Noch blühen im nördlichen Oberhessen die Apfelbäume. Es ist im einzelnen nicht zu schildern, was sich allenthalben zu beiden Seiten der Neichsautobahn an Schönheiten bietet. Hier öffnet sich ein schönes Tal, von vielgestaltigen Baumbeständen abwechslungsreich ausgefüllt, da und dort stoßen Schneisen auf die Autobahn und gestatten dem Reisenden kurzen Einblick in den Waldesdom, dann wieder begleiten Spazierwege für eine kurze Strecke die große Verkehrsstraße, um sich schließlich im Wald zu verlieren. Auf einer langen Brücke wird das Ohmtal überquert. Ein herrlicher Fernblick öffnet sich bei Ehringshausen. Romrods schöner Kirchturm und das Schloß fesseln den Blick. Bald' sieht man Alsfeld liegen. Auf einer Fahrt von Alsfeld nach Frankfurt a. M. lernt man unsere oberhessische Landschaft in aller ihrer Vielfalt kennen. Eindrucksvoll ist der Wechsel im Landschaftsbild, wenn man im Raume von Steinbach, Garbenteich und Dorf-Gill die stärker bewaldeten Gebiete verläßt und sich, bei gutem Wetter weithin zu übersehen, die Wetterau öffnet. Münzenberg, Butzbach, ganz nahe das Dorf Gambach, und manches andere Dorf gerät in das Blickfeld. Bis dann wieder, westlich von Bad-Nauheim, die weitläufigen Wälder der Taunusberge die Reichsautobahn aufnehmen, auf stattliche Hohe führen, bis sich dann bei Bad Homburg der große und der kleine Feldberg, breit hingelagert und massig, darbieten und immer wieder das Auge zur Bewunderung der großen Linien der Höhenzüge aufsordern. Das alles verdient — insbesondere während zweier geruhsamer und hoffentlich vom Wetter begünstigter Pfingstseiertage — die liebevolle Betrachtung. Viele Parkplätze — angelegt an den schönsten Punkten — machen es leicht, die Fahrt ungefährdet zu unterbrechen und der Ruhe zu pflegen Und während der Fahrt selbst müssen es auch nicht 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit sein, denn wer sich heroisch zu einem 60-Kilometer-Tempo entschließt (der Wagen würde auch n o ch langsamer fahren), hat mehr von einem solchen Psingstausüug in die Landschaft der Neichsautobahn in Oberhessen. N. Mächtige Felsformationen fesseln verschiedentlich im nördlichen Oberhessen den Blick des Reisenden. MM , - fin Wann n»ic taufenö anöcce Roman von Konrad £ranf Copyright by Carl Ouncker Verlag, Serltn W35 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ein Motorrad mit Beiwagen tutete aufgeregt um die Ecke. Der Schlosser Herzog hatte sich wirklich beeilt. Der Schreibtisch wurde weggehoben, um Platz zu schaffen für die Werkzeuge und den breiten Mann. Der Schlossermeister betrachtete eingehend die glatte Stahlfläche, die wie aus einem Block geschnitten schien — und es wurde ihm ungemütlich zumute. „Können Sie die Kombination einstellen?" fragte er. Wernig nickte. Er schob ein Holzpaneel, das an die Stahlkammer angrenzte, zur Seite und drehte an einem kleinen Apparat, der dahinter versteckt war: Maria — der Name der Frau des Chefs. Und Herzog ging an die Arbeit. Zuerst bedachtsam, dann immer zögernder. Der blasse Gehilfe, der dicht hinter ihm kauerte, reichte ihm eine Feile, eine Stahlspindel nach der anderen. „Ich muß es mit Schlössern versuchen", murmelte er. „Mit dem Gebläse brauche ich einen halben Tag." Vor dem Bankhaus staute sich eine dichte Menschenmenge. Was war geschehen? Herr Voigt, der reiche Herr Voigt, war ermordet worden? Die ganze Bank ausgeraubt? Nein, Unsinn! Man sieht ja den Schlosser Herzog wie einen Wilden arbeiten, um die Kasse aufzusperren? Das kleine Kind von Herrn Voigt hat sich in der Stahlkammer versteckt, und die Tür ist zugefallen. Ein Kind erstickt! Ach, Unsinn, Herr Voigt hatmur einen Sohn, und der studiert in England! Seidem die Bank besteht, hat kein Kind die Schwelle überschritten. Eine Bank' ist ja keine Spielschule ... Ein Auto fuhr vor, eine Dame im schwarzen Pelzmantel stieg aus. „Bitte, lassen Sie mich durch", bat sie, und ihre Augen waren voller Tränen. „Ich bin Frau Voigt ... Mein Mann .. Von der Ecke kamen zwei Wachleute gelaufen, um die Menmenge zu zerstreuen. Das Auto samt dem Chauffeur war von gestikulierenden und erregten Menschen umbrandet. Der Chauffeur wollte der Herrin zu Hilfe kommen, er konnte nicht einmal von seinem Sitz herunter. Ein. paar junge Burschen hatten die Trittbretter erobert, hofften von der erhöhten Warte mehr zu sehen, .mehr zu erfahren. Die Leute waren besten Willens, sie wollten Frau Voigt ja Platz machen, aber die andern drängten vor, schoben nach. Neben der Dame mit den schsteebleichen Lippen und den verzweifelten Augen stand ein Mann im grauen Ulster. Instinktiv machte er von seinen Ellbogen kräftig Gebrauch, um der Dame Platz zu schaffen. „Ist ein Unglück geschehen?" fragte er halblaut und weich. Es war jene Stimme, die einen Eisblock schmilzt und zu einer Antwort zwingt. „Nein, bitte nein ... fein Unglück", stammelte die Frau. „Aber sie fürchten, daß mein Mann in der Stahlkammer eingesperrt ist. Und der Schlosser scheint nicht zu wissen ... Mein Mann ... keine Lust ..." Der Herr sah die Dame an, die an ihm vorbci- brängte. Was war das für ein gütiges Gesicht! Und sie meinte. Scharfe Kommandos ertönten. Die Polizei ging daran, Ordnung zu machen. Die Menge wollte sich nicht stören lassen. Der Klumpen ballte sich immer dichter. „Rücken Sie ein wenig zur Seite!" befahl gelassen und heiter der schlanke Herr. „Es geht schon, kleines Fräulein, so schlank wie Sie ... Hoppauf, junger Mann! Wir müssen die Dame da durch- kriegen! Gnädige Frau, bleiben Sie dicht hinter mir!" sagte er zu Frau Voigt. Mit guten Worten und Ellbogenstößen bahnte er den Weg, klopfte energisch gegen die Glasscheibe. Das blasse Gesicht des alten Kassiers sah heraus. „Die Chefin", murmelte er und drehte mit unsicherem Griff den Schlüssel. Der Herr trat hinter ihr in den Bankraum und hielt sich bescheiden im Hintergrund. Wieso und warum der Fremde zu ihnen gehörte, das konnte niemand erklären — aber die Beamten gaben willig Auskunft, wenn sie nicht zum Telephon springen mußten. Die Apparate klingelten ohne Unterbrechung. Kunden, Freunde, Bekannte —, wildfremde Leute riefen an und wollten roijfen, was los fei in der Firma Voigt & Sohn. Dem Schlosser Herzog sland der Schweiß auf der Stirne. Nun plagte er sich seit fast einer halben Stunde — und kein Schloß rührte sich. Wie immer er es anstellte, seine Werkzeuge faßten nicht! Der Fremde hatte eine Zigarette angeraucht und betrachtete nachdenklich den Handwerker, dann warf er einen raschen Blick auf die Dame, die still wie ein Stein neben Wernig stand. Wenn die eingestellte Kombination richtig war ... Er drückte die Zigarette aus und gab sich einen Ruck. „Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mein Glück versuche, Meister?" fragte er höflich. „Sie? Wer sind Sie denn?" fragte verblüfft der Handwerker. Der Wachmann betrachtete den Eindringling mißtrauisch. Er hatte nicht viel übrig für Leute, die sich wichtig machten. Noch weniger für solche, die sich als Spezialisten in Safes und Kassenschränken aus- gaben, ohne hierzu befugt zu fein. „Ich erzeuge selbst Präzisionsapparate und Sicherheitsschlösser", murmelte der Herr. „Vielleicht erkenne ich das System." Selten hatte Meister Herzog so bereitwillig einem Konkurrenten das Feld geräumt. „Bitte, Herr ..." „Ilke, Peter Ilke", sagte der Fremde und kauerte sich bereits nieder, um die Werkzeuge zu betrachten, die herumlagen. Dann zog er seinen Rock aus und legte ihn achtsam über ein Stuhllehne. Leise vor sich hinsummcnd, prüfte er die blitzenden, glitzernden otablfeilen, Stecher und Haken. Die anderen schauten ihm verwundert zu. Sie schienen wie hypnotisiert. Niemand rührte sich. Es war totenstill in dem großen Raum. Nur von draußen klang das aufgeregte Rufen und Fragen. Endlich hatte er sich entschieden. Er nahm den feinsten Nickelhaken und schob ihn in das kreisrunde kleine Loch, zog ihn wieder heraus. Eine blattdünne Stahlfeder wurde eingehend betrachtet, ein neuer Versuch damit gemacht. Und das leise Summen riß nicht ab. Der Haken schob sich nach, wie er den überhaupt da hineinbrachte, das war dem biederen Schlosser ein Rätsel! Fasziniert verfolgten sie die sparsamen Bewegungen der schlanken kräftigen Hände. Es schien, als verschwänden sie in der Stahlplatte, so stark war der Wille zu helfen. Eine Viertelstunde verging, in der niemand sich zu rühren wagte, in der kein Atemzug laut wurde. Ein einziges Mal unterbrach Peter Ilke sein Summen, aber nicht seine Arbeit, und sagte halb, laut: „Es wäre gut, einen Arzt zu rufen." Frau Voigt zitterte an allen Gliedern, nur ihre Augen hafteten starr und unbeweglich an der stähi lernen Tür. Hörte man nicht das wilde Schlagen der Herzen? Nein, nur das leise Knacken von Stahl gegen Stahl. Auf einmal sprang der Fremde auf, drehte an dem Knauf und zog rasch die Türe auf. Während er sich vorneigte und einen Bewußtlosen, er waC blau im Gesicht und rang nach Atem, heraus bob, sagte er nachdenklich: „Eigentlich eine Schleuder- arbeit für den Batzen Geld, den der Kram gekostet haben muß. Ich würde mich schämen ..." Dann sank Frau Voigt weinend neben dem Gatten in die Knie, Peter Ilke riß weit die Tür und das Auslagenfenster auf. Und ein Arzt drängte sich durch die Beamten. „Danke, danke tausendmal", stotterte die Fram „Sie haben ihm das Leben gerettet ... Gott hak Sie uns geschickt ..." „Ach nein", sagte Peter Ilke und lachte. Auf einmal sah er viel jünger aus. „Was Peter am packt, das klappt!" 2. Herr Voigt wurde von feiner Gattin und berrt Arzt in die Wohnung geschafft. Das Bankhaus schloß für diesen einen Tag feine Pforten. Dis Beamten waren viel zu aufgeregt, um arbeiten ziH können — und wären auch beim besten Willen zci keiner Arbeit gekommen, da die ganze Stadt das? Bedürfnis fühlte, sich nach dem Kurs der seltsamstes Währungen zu erkundigen — und so nebenbei zu! erfragen, wie es eigentlich zu dem Anschlag gegent Josef Voigt gekommen märe ... Als das Auto vor dem Haufe hielt, als Henk Voigt die Treppe in fein Schlafzimmer hinauf« geschafft worden mar, stellte sich heraus, daß int Wohnzimmer bereits zmei Besucher warteten. Eur Kriminalbeamter und ein Reporter. (Fortsetzung folgt.) SJl.-tfport Handball der Zeiertage im ASRL.-Kreis VIII. Der Spielbetrieb in diesem Jahre an beiden Feiertagen ist nicht allzu stark ausgefallen. Wohl dürfte das Kreisspiel gegen den Kreis Marburg am 2. Feiertag in Allendorf ein Grund für die schwache Beteiligung sein. 1. Feiertag: Atzbach I — Offenbach I. Atzbach hat sich für den ersten Feiertag einen größeren Gegner verpflichtet. Man wird gespannt sein, wie sich die Atz- bacher gegen diese Mansnchaft halten können. Schon verschiedentlich konnten die Gäste in unserem Kreise weilen und haben auch hier den besten Eindruck hinterlassen. Niedergirmes I — SV. Rhenania Würselen I. Eine für uns unbekannte Mannschaft weilt in Niedergirmes. Eine Vorhersage für den Ausgang dieses Freundschaftsspieles ist durchaus unmöglich, da man nicht weiß, mit welcher Mannschaft die Gäste auswarten werden. Dutenhofen I — $) o ch e lheim I. Dutenhofen hat für beide Feiertage Spiele auf eigenem Platze abgeschlossen. Hochelheim konnte erst am vergangenen Sonntage seine derzeitige Spielstärke mit einem Turniersieg unter Beweis stellen und wird auch zweiselos, in Dutenhofen eine gute Figur abgeben. Die Platzmannschaft sollte daher das Treffen nicht zu leicht nehmen. Münchholzhausen I — Lützellinden I. Dieses Spiel sollte einen spannenden Verlauf nehmen. Schon oft standen sich beide Mannschaften mit abwechselnden Erfolgen gegenüber. Nach langer Spielpause gelang es Münchholzhausen wieder eine Mannschaft ins Leben zu rufen, die aber trotzdem zweifellos stark genug sein sollte, den Gästen einen ebenbürtigen Gegner abzugeben. Lang-Göns — Hörnsheim. Auch Lang- Göns hat sehr lange pausiert. Um so mehr ist es für diese Mannschaft anzuerkennen, wenn man sich gleich einen Gegner verpflichtet, dessen Name für Leistungen spricht. Zweifellos werden die Lang- Gönser einen schweren Stand haben. 2. Feiertag: Dutenhofen I — Offenbach I. Offenbach weilt am 2. Feiertag in Dutenhofen. Man wird gespannt sein, wie die Gäste am Vortage in Atzbach abschneiden werden. Dutenhofen wird zweifellos den Gästen viel zusetzen und bemüht sein, ein ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. Beuern Igd. — 1 9 0 0 I g d. Gießen. Die 1900-Jungens fahren am 2. Feiertag nach Beuern und werden dort ein Freundschaftsspiel austragen. Wir glauben bestimmt, daß den Leistungen entsprechend die größere Spielerfahrung der Gießener für den Ausgang ausschlaggebend sein wird. Handball: Klein-Linden (3gb.) — Beuern. Am 1. Pfingstseiertag treffen sich in Klein-Linden beide Mannschaften zum Freundschaftsspiel. Beuern stellt eine spielfrohe Mannschaft, die schon öfters ihr Können bewies. Die Klein-Lindener werden sich gewaltig anstrengen müssen. Kreis VIII Gießen - Kreis VH Mrburg. Die Handball gemeinde des Kreises Gießen braucht sich über ein abwechslungsreiches Spielprogramm in diesem Jahre wirklich nicht zu beklagen. Zunächst waren es die Pflichtspiele, die außerordentlich spannend verliefen; daneben hat die erstmalig durchge- ührte Pokalrunde lebhaftes Interesse erweckt; chließlich konnte mit einer Reihe von Auswahl- vielen gegen benachbarte Kreise eine nicht unwesentliche Belebung erzielt werden. Eine Reihe von Werbeturnieren ließ deutlich das gesteigerte Interesse aller Kreise erkennen. — Doch damit noch nicht genug. Auch die verwöhntesten Anhänger sollen noch auf ihre Kosten kommen. Am 25. Juni wird der Gau Hessen gegen den Gau Mittelrhein in Gießen spielen. Zwischendurch gibt es em weiteres Uebungsspiel der Elf des Kreises Gießen, und zwar am 2. Pfingstfeiertaa in Allendorf (Lahn). Wir haben bisher gegen die eifrigen Marburger von den vielen zum Austrag gekommenen Spielen nur einen kleinen Prozentsatz gewinnen können. Diesmal sollte es, wenn man die zur Aufstellung gekommenen Spieler durchsieht, anders kommen. Denn die Mannschaft des Kreises 'Gießen, in der abermals eine Reihe junger Nachwuchskräfte berücksichtigt wurde, sollte in der Lage sein, die augenblickliche Starke der heimischen Handballer zu repräsentieren. Da ist zunächst Altmann im Tor, der schon oft seine Klasse unter Beweis stellen konnte. Mit E. Luh und Jung stehen zwei erfahrene Verteidiger zur Verfügung, die in ihren Abwehraktionen sicherlich durch die Läuferreihe, die kaum besser gestellt werden kann, unterstützt wird (Michel, Allendörfer und Ulm). Das Glanzstück der Elf sollte auch diesmal wieder der Sturm sein, der in der Besetzung Will, Viehmann, Schäfer, Jakobi und Weber für eine Anzahl Tore sicher ist. An der Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaststeile ist nicht zu zweifeln, weil es sich zwar um Einzelkönner aus verschiedenen Vereinen handelt, die aber auch in der Mannschaft wissen, worum es geht. Entscheidung im Aufstieg zur Gauklasse. Um den Aufstieg in die Gauklasse sollte normalerweise am Sonntag die Entscheidung fallen, wenn nicht die eine oder andere Mannschaft abermals für eine Ueberraschung sorgt. An und für sich ist die Frage nach dem Aufstieg wieder vollkommen offen, nachdem Kirch-Göns am letzten Sonntag verloren hat. Gewinnt diesmal .Hörnsheim und sollte es möglich sein, daß auch Hanau in Kirch-Göns die Oberhand behält, so stehen sich beide Gegner gleich. Das gleiche gilt auch, wenn Hörnsheim mit seiner Anfechtung des Rück|pieles gegen Kirch-Göns Glück hat. Das alles aber sind Vermutungen, die sich zwar anstellen, selten aber verwirklichen lassen. „Barbara" wird naturgemäß ihren Ehrgeiz darin sehen, nach dem Spitzenreiter nunmehr auch den Tabellenzweiten zu schlagen. Ob damit Hörnsheim allerdings so ohne weiteres zufrieden sein wird, möchten wir bezweifeln, weil ja gerade von diesem Spiel sehr viel abhängen wird. Uebrigens hat Hörnsheim noch einmal seine stärkste Vertretung zur Stelle, so daß es dieses Plus schon auswerten • wird. Spielen ihre ausgezeichnete Form unter Beweis stellten. Die Einheimischen treten zwar dem großen Gegner mit gemischten Gefühlen gegenüber, da sie Textor, Schäfer und Väth ersetzen müssen. Diese Lücken sind aber sehr gut ausgefullt, so daß man schönen Fußball auf dem Sportplatz an der Rmds- mühle zu sehen bekommen sollte.. Die Spielveremi- gung wird durch folgende Elf. vertreten: Krick; Drücket, Velten; Faber, Brunotte, Spehrer; Martini, Arnold, Häuser, Funk und K. Laux. Die 2. Mannschaft der Spielvereinigung empfangt vor dem Spiel der „Ersten" die Reserve von Oberursel und hat wohl keine Chance, die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen. Spiele für den 1. Feiertag stehen vor dem Abschluß. Heenes — Sportgemeinde Steinbach. Am 2. Pfingstseiertag fährt die 1. Mannschaft der Sportgemeinde Steinbach zu einem Freundschaftsspiel nach Heenes über Hersfeld. Das Vorspiel in Steinbach konnte der Gastgeber knapp mit 3:1 gewinnen. Da die Elf von Heenes eine gleichwertige Mannschaft ist und den Vorteil des eigenen Platzes hat, wird es Steinbach schwer fallen, einen Sieg mit nach Hause zu nehmen. eich I. — Burgsolms I. (1. Feiertag) Für die beiden Feiertage haben sich die Rasen- spieler, nachdem das Rückspiel in Mühlheim (Main) verschoben werden mußte, zwei spielstarke Mannschaften nach Lich verpflichtet. Am ersten Feiertag empfangen die Grün-Weißen Burgsolms I. lieber die Gäste viel zu sagen, erübrigt sich, da die Hiesigen die Gäste schon im letzten Jahr anläßlich der Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse als eine kampfstarke Mannschaft kennen lernten, die beide Male die Grün-Weißen schlagen konnte. Wenn es auch damals den Gästen nicht gelang, die Aufstiegsspiele erfolgreich zu beenden, so gelang der Elf doch dieses Jahr der große Wurf. Die großartigen Leistungen, die die Burgsolmser in diesen Spielen zeigten, lassen für das bevorstehende Freuädschaftstreffen einen großen Kampf erwarten. Lich I. — Klein-Linden I. (2. Feiertag) Am zweiten Feiertag erwarten die Rasenspieler die Erste von Klein-Linden, die gleich den Grün- Weißen die Verbandsspiele mit einem vorderen Tabellenplatz beenden konnte. Die von den Gästen in letzter Zeit erzielten Ergebnisse lassen auch hier ein interessantes Treffen voraussagen. Beide Vereine werden ebenfalls ihre Jugendmannschaften mitbringen, so daß den Jugendlichen der Nasenspieler einmal Gelegenheit gegeben ist, gegen starke Gegner ihr Können unter Beweis zu stellen. Garbenleich I.—Detriebsmannschaft Voschwerke Frankfurt a. 7N. I. Für den zweiten Feiertag hat sich die erste Mannschaft der Sportgemeinde Garbenteich die gleiche der Boschwerke Frankfurt a. M. verpflichtet. Der Mannschaft aus Frankfurt geht ein guter Ruf voraus, Unterlagen sie erst vor 14 Tagen gegen die spielstarke Bezirksliga-Elf von Massenheim nur mit 3:2 Toren. Garbenteich hat auch seine stärkste Waffe zur Stelle und wird dem Gegner den Sieg nicht leicht machen. Man rechnet mit einem interessanten Kampf, dessen Ausgang nicht vorauszusagen ist. Die Mannschaften treten in folgenden Aufstellungen ah: . Frankfurt: Beckert; Gering, Raufenbarth; Mollock, Kraft, Meier; Ächtender, Kirchheim, Stelzer, Balzer, Strörer. Garbenteich: Stumpf O.; Stern, Mohr; Stumpf K., Weigel, Stumpf E.; Becker $)., Stumpf W., Kling, Becker L., Panzer. VfB.-R.-Jugendfuhball. Die 1. Jugend folgt einer Einladung nach Her-. born-Burg, um dort an einem Jugendturnier teilzu-' nehmen. Dieses Turnier nimmt die beiden Feiertage in Anspruch. Stärkster Gegner ist die 1. Jugend- mannschäft von „Fortuna" Düsseldorf, die auch wahrscheinlich dieses Turnier gewinnen sollte. Wei- Bec Hpliker am Bahnhof ß Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse tere gute Gegner sind: Ballspielclub Köln, Tuspo. 1919 W.-Dohwintel bei Köln, Sportverein Eibelshausen bei Köln, Sinn, und andere Vereine. Die Grünweißen werden sich daher mächtig anstrengen müssen. Die Mannschaft wird in ihrer besten Besetzung antreten. Wenn es auch nicht zu einem Siege reichen sollte, so hofft man doch auf einen guten Platz. Die 2. Jugend tritt am 1. Feiertag in Göbelnrod an, um dort gegen die 1. Jugend zu spielen. Wenn auch diese Jugendmannschaft am Sonntag auf dem Waldsportplatz von der 1. Jugend mit 8:0 geschlagen wurde, so dürfte es für die 2. Jugend doch kaum zu einem Siege reichen. Die Gastgeber stellen eine körperlich starke Mannschaft ins Feld. Arn 2. Feiertag trifft die 2. Jugend auf Oppen« rod. Jin Vorspiel blieben die Grünweißen in Gießen nach recht gutem Spiel mit 4:0 Sieger. Jahreshauptversammlung im Turnverein Wißmar. Der Turnverein Wißmar hielt im Vereinslvkal Wolf feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Hermann begrüßte die Mitglieder und gedachte dann der verstorbenen Kameraden des vergangenen Jahres. Der Kassenbericht wies einen kleinen Ueberschuß auf. Die sportliche Tätigkeit war im vergangenen Jahre nicht so lebhaft, wie es wünschenswert wäre. Turnbetrieb wurde nicht aufrechterhalten. Auch das Handballspiel wurde nicht gepflegt. Die Abteilung Fußball entfaltete dafür eine umso regere Tätigkeit. Durch Eintritt neuer Lehrkräfte erhofft man sich nun eine Hebung des Turnbetriebs. Im Verlauf der Versammlung wurde der seitherige Vereinsführer Hermann wiederge- wählt. Kassierer Z o tz m a n n schied aus. Der Vereinsführer dankte ihm für seine Tätigkeit und berief den Kameraden W. Feldmann als Rechner in den Vorstand. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet die jKameraden A. Klinkel, K. Stroh, W. Frey, K. Win- 1 ter, W. Klar, K. Drommershausen und H.'Mandlerv Berge, Menschen und Wirtschaft der Ostmark. Eine Ausstellung am Kaiserdamm in Berlin. Von unserer Berliner Schrifileiiung. Wdaü an den Pfingst-Feiertagen. 1860 Hanau in Steinberg. Ein wichtiger Kampf um den Aufstieg zur Gauklasse. Mit größter Spannung sicht der gesamte Sportkreis Gießen diesem Treffen entgegen. Das Spiel bedeutet eine Vorentscheidung für den Aufstieg. Gewinnt Hanau, dann steht der Meister so gut wie sicher fest Sollte es jedoch den „Teutonen" gelingen, die Oberhand zu behalten, dann ist die Lage noch vollkommen offen. Die Gäste aus Hanau verfügen über eine erstklassige Elf. Technisches Können, gepaart mit äußerstem Einsatz und Entschlossenheit verleihen der Esf die Kraft, um auch gegen schwerste Gegner mit Erfolg zu bestehen. Glanzpunkte der an sich so einheitlichen Elf sind der linke Verteidiger und der Linksaußen. Für die „Teutonen" steht also morgen alles auf dem Spiel. Diese Tatsache sollte eigentlich jedem einzelnen die Erkenntnis bringen, alles Können und Körpereinsatz in die Waagschale zu werfen. Es gilt, die letzte Gelegenheit auszunutzen. Nachdem die Umstellung der Mannschaft sich gegen Worms und in Vilbel so glänzend bewährt hat, hofft man auch, daß dies morgen wieder der Fall ist. Abwehr und Läuferreihe werden wohl die schwerste Arbeit zu verrichten haben. Ein großes Pensum wird wieder Heinzemann zu leisten haben, der den gefährlichen und überhaupt besten Stürmer zu halten hat. Bei der augenblicklichen Form des Steinberger rechten Läufers dürfte dem Gästc- Linksaußen jedoch nicht allzu viel Entfaltungsmöglichkeit geboten werden. Im Sturm der „Teutonen" wird es in der Hauptsache darauf ankommen, wie sich das gegenseitige Verstehen gestaltet. Klappt es, dann dürfte auch die an sich erstklassige Gästeabwehr manchmal vor eine schwere Aufgabe gestellt werden. Der Kampf muß als offen angesehen werden. Die Tagesform wird entscheiden und damit der einen ober anderen Elf den Weg zum Aufstieg ebnen. Der gesamte Sportkreis würde es jedoch begrüßen, wenn endlich einmal ein Vertreter unseres heimischen Bezirkes in die Gauklasse aufrücken würde. tim die Gebietsmeiskerschost im Fußball Sv. Langendiebach (Bannmeister Hanau) gegen Spvgg. 1900 Gießen (Bannmeisler Gießen). Gleich zu Beginn der Spiele um die Gebietsmeisterschaft des Gebietes Hessen-Nassau treffen die Blau-Weißen auf einen der stärksten Gegner. Die Langendiebacher, die Vereinen wie Hanau 93 das Nachsehen gaben, spielen einen sehr schnellen und einen technisch schönen Fußball. Die Blau-Weißen dagegen setzen ihren ungeheuren Kampfgeist und nicht zuletzt setzen auch sie ihre technischen Feinheiten entgegen, die manchen Zuschauer der letzten Spiele begeistern konnten. Langendiebach hat den Vorteil des eigenen Platzes, und ihr fußballbegeistertes Publikum wird - ihnen zur Seite stehen, während die Blau-Weißen auf ihre erst kürzlich errungenen Ergebnisse bauen und dadurch mit dem vollsten Einsatz kämpfen werden. Wie der Kampf ausgehen wird, ist nicht voraus- zusagen. Am ersten Pfingstseiertag tritt die 2. Jugend eine Reise nach Ober-Widdersheim an, um gegen die dortige 1. Jugendmannschaft ein Freundschaftsspiel auszutragen. Die Elf wird alles versuchen, um zu einem Siege zu gelangen, der allerdings bei den körperlich haushohen Gastgebern erst erkämpft werden muß. Die 3. Jugendmannschaft hat sich für beide Feiertage zwei gute Gegner verpflichtet, Rodheim und Großen-Buseck! Der Zweck beider Spiele ist, den Jüngsten der Blau-Weißen die nötige Spielerfahrung beizubringen. In Rodheim dürfte ein Sieg leichter fallen als in Großen-Buseck, denn Großen- Buseck ist ein Gegner, der bis zur letzten Minute um den Sieg kämpft und die längere Spielerfahrung hat. „Kewa" Wachenbuchen - 1900. 1900 kommt am 2. Pfingstfeiertag einer Rücksviel- verpflichtung in Wachenbuchen nach. Welche Aufgabe den Blauweißen hier bevorsteht, braucht wohl nicht näher aufgeführt zu werden, denn durch die Zugehörigkeit zur Gauliga ist die Leistungsfähigkeit der Vereinigten klar ausgezeichnet. Der Umstand, daß in diesem Jahre sich der Abstieg eingestellt hat, ist dabei nicht ausschlaggebend, wofür der Beweis spricht, daß sich „Kewa" bis jetzt im Pokalwettbe- merb erfolgreich durchsetzen kannst. Hierzu gehört wohl mehr als eine einmalige Leistung. Die Blau- weißen müssen jedenfalls mit allem Ernst bei der Sache sein. An eine Wiederholung des Vorspielsieges ist dabei nicht zu denken. Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung wird wohl Fischer, Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Quick, Schäfer, Schellhaas 2/116), Rensing, Löbsack, Hormel (2/116), Heuser lauten, Heuchelheim — Rodheim a. d. B. Die 1. Mannschaft empfängt Rodheim am ersten Feiertag und wird alles daransetzen, die am Vorsonntage auf dem Rodheimer Waldsportplatz erlittene Niederlage wieder wett zu machen. Die Blauen treten in folgender Aufstellung an: Müller, Schmidt E., Mandler A., Hofmann O., Waldschmidt A., Weller W., Freitag Fr., Schmidt W., Christ A., Henkelmann L., Steine! Hans. Spvgg. 1926 Leihgestern I — FC. 04 Oberursel Liga. Für den 2. Feiertag hat sich die Spielvereinigüng die Ligaelf des FC. 04 Oberursel zum fälligen Rückspiel verpflichtet. Das Vorspiel endete unentschieden 1:1. Die Gäste, die an Pfingsten mit ihrem vorzüglichen Mittelstürmer Leipold antreten, spielen einen ausgezeichneten Fußball, müssen sich aber trotzdem anstrengen, wenn sie einen Sieg mit nach Hause nehmen wollen, da die Blau-Weißen in den letzten Berlin, 26. Mdi. (DNB.) Die Ostmark veranstaltet unter der Schirmherrschaft Hermann Görings eine Schau, die in der Masurenhalle in Anwesenheit der Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk und Dr. Seyß- Jnquart, der Staatssekretäre Keppler, Pfundtner, Dr. Syrup und Dr. Stuckart sowie zahlreicher weiterer Ehrengäste eröffnet wurde. Die große Ausstellung „Berge, Menschen und Wirtschaft der Ostmark" — sie umfaßt einen Raum von 25 000 Quadratmeter in den Ausstellungshallen am Berliner Funkturm — ist entstanden aus einer kleineren Ausstellung, die die bildenden Künstler der Ostmark schon zu den Zeiten des alten Systems geplant hatten. Sie wollten die Werke lebender Künstler in Berlin zeigen und so eine Verbindung wieder anknüpfen, die jahrelang durch eine unnatürliche Politik unterbrochen worden war. Nachdem die Ostmark durch die weltgeschichtliche Tat des Führers wieder zum Reiche heimgekehrt ist, ist diese Kunstausstellung, die eine Demonstration sein sollte, nun der Keim dieser großen und umfassenden Schau geworden, in der die Ostmark ihr Werden und Wesen der Reichshauptstadt darstellt. Wie aber hat man es vermocht, so verschiedenartige Gebiete wie Kultur und Industrie, Landschaft und Forstwirtschaft, Handwerk und Wissenschaft dem Besucher ausstellungsmäßig nahezubringen? Trachten und Brauchtum haben sich in der Ostmark dank der natürlichen Geschlossenheit der Gebiete ursprünglicher erhalten als ctroa in Norddeutschland; davon kündet ein Saal, dessen Wände mit Darstellungen der Hochzeitsbräuche, der Perchtenumzüge, des Erntesegens bedeckt sind, während daneben die Masken und Trachten aufgestellt sind, die bei diesen Gelegenheiten getragen wurden, und das seltsam geformte Gebäck ausgelegt ist, das man zu solchen Festen herstellt. Eine jahrhundertealte Weinpresse aus altersschwarzem Holz trägt den Duft echter Bodenständigkeit in den Raum. Wem ist gegenwärtig, welche Erfindungen und Entdeckungen die Welt den Ostmärkern verdankt? Der Baumeister Fischer von Erlach stellte 1723 die erste Dampfmaschine außerhalb Englands auf, Josef Resset erfand die Schiffsschraube, der Tiroler Mitterhofer die Schreibmaschine, Madersperger aus Kufstein die Nähmaschine, Wilhelm Kretz baute eins der ersten Flugzeuge, das Gasglühlicht Auer von Welsbachs ist weltbekannt geworden, und so gibt es noch zahllose Persönlichkeiten, die der Zivilisation um ein Stück vorwärtsgeholfen haben: sie sind alle vertreten durch Bildnisse, durch ihre ersten Maschinen, durch ihre Veröffentlichungen und Manuskripte, also durch solche Dinge, an denen sie selbst gearbeitet haben — man empfindet den starken Reiz des Originalen, wie er auch von den Geräten im Münchener Deutschen Museum ausstrahlt. Der geographische Raum, der bisher Oesterreich hieß, hat seit dem März 1938 den ehrenvollen Namen Ostmark erhalten, weil mit dem Begriff der „Mark" der des Grenzwalls und Bollwerks verbunden ist. Wie die östliche Mark ihre natürliche Aufgabe, Wall gen Osten zu sein, durch die Jahrhunderte erfüllt hat, zeigt ein Saal, der einem Zeughause gleicht. Wunderschöne Rüstungen und kostbar geschmiedete Renaissance-Panzer erinnern an die großen F e l d h e r r e n, die ihr Leden für die deutsche Sendung der Ostmark einsetzten; erinnern an die Türkenkriege, an deutsche Kolonisten im Donauraum, an den Tiroler Freiheitskampf Andreas Hofers, an die Schlacht von Aspern, an die Kämpfe also, die der südöstliche Raum für das Deutschtum siegreich bestanden hat, und sinngemäß endet diese ruhmvolle geschichtliche Entwicklung mit der Büste des Führers; sie steht in einem tempelartigen Aufbau, dessen Wände mit Panoramen von Braunau und Linz, in Glasmosaik ausgeführt, geschmückt sind. Alle diese einzelnen Zusammenstellungen, die sich ungezwungen zu einem großen Eindruck verflechten, sind eingebettet in den unendlichen Reichtum der ost märkisch en Landschaft zwischen Bodensee und Neusiedlersee. die hier auf Gemälden oder gewaltigen, die Wände bedeckenden Photomontagen in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit sich offenbart und mit immer neuen und überraschenden Erscheinungen an den Besucher herantritt. Zugleich auch entfalten sich die herrlich st en Blüten der Baukunst, die Dome und Kirchen, die Klöster und Stifte, dis Schlösser und Gärten, und zumal der Norddeutsche empfindet neidvoll das Helle, heiße Licht der südlichen Sonne, die auf den weißen Mauern' der Barockbauten liegt, und wird wieder ergriffen vom Zauber dieser Landschaft, deren Wesen Musik ist. Mozart, Haydn, Schubert, Gluck, Strauß, Lanner, Bruckner — daß sie in dieser Landschaft geschaffen haben, davon künden heute wieder ihre Instrumente, Partituren, Theaterzettel. Und was Wien für die deutsche Theatergeschichte bedeutet hat, davon erzählt eine Nische mit Erinnerungen an die alte Wiener Theaterkultur, an Friedrich Hebbel und an Grillparzer, an Nestroy und Ferdinand Raimund. „Wiener Spezialitäten" enthalten jene Hallen, in denen die Wiener Firmen allerlei kunstgewerbliche und modische Dinge „für d i e Damen" ausgestellt haben. Zu diesen Spezialitäten gehören auch das neue Wiener Caf6 und das Weinschlötzchen am Terrassengarten, auf dessen grüner Fläche Tanzvorführungen und gymnastische Uebungen gezeigt werden. Das alles rundet sich, im Ganzen betrachtet, zu einer Schau, in der sich auf dem breiten Fundamente des Landschaftlichen ein groß geschautes Bild der Ostmark und ihrer Menschen erhebt. Der Besucher wird hier nicht nur „einiges Interessante" zu sehen haben — er wird diese Ausstellung mit einer sehr klaren Erkenntnis der schicksalsvollen Notwendigkeit verlassen, daß das alte Oesterreich, dessen Entwicklung der unseren so oft zuwiderlief, nun endlich für immer seinen Weg mit dem großen deutschen Reich vereinigen mußte. —n. Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen den Wanderfahrten — und gerade darum auch Leuchten auf der Höhe um Dom und Michaelsberg. inneres Verhältnis DER GASHERD nßs Paul Läufer Gießen Wagengasse KÜCHE« Nur die beste Drucksache MÖBEL n Sie bei sie nützen. Deshalb ist die billigste l Herausgabe der besten Druowsache i eie Der neue formschöne ”»1111' 11111111 iiiiiiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiii Gas-GemeinschaftGießen RM. 3,— in Leinen gebunden IllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillUIIIIII ficjrion Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als wir den pfingstlichen deutscheste Zunge. Wie im Wesen seiner Bamberg etwas hinter Der Strom macht hier auf meine Mägde will ich in denselben Tagen meinem Geist ausgießen..." Die andern aber ten: sie sind voll des süßen Weines. Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut 3rühl*sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf 2251 miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Fachmännische Beratung durch die Mitglieder der und von sag- Banz gegenüber, im Mittelalter eine berühmte Pflegestätte der Wissenschaften, wurde bereits im 11. Jahrhundert gegründet, wenn auch seine heutige Form aus späteren Jahrhunderten geworden ist. Ebenso wie Vierzehnheiligen vorwiegend Barockbau, ist die zum Schloßkomplex gehörige hochragende Kirche das Werk eines Mitgliedes der durch ihre Prager Kirchenbauten weltberühmt gewordenen Baumeisterfamilie der Dientzenhofer: Leonhard Dientzenhofer. Und wenn über den alten Mauern und Türmen von BanF im blauen Himmel ein leichter Wolkenschleier vom Sonnenglanz durchstrahlt verschwebt, unten an der pappelbesäumten Straße ein Prozessionszug dahinwandert, dann fühlt man bis ins Innerste die ganze frohandächtige Stimmung eines Pfingsttages am Main. Noch Heller, noch farbenfroher scheint das Bild der frühsommerlichen Mainlandschaft ein Stück weiter westwärts des Zuflusses der Regnitz, vor allem da, wo der Main seinen Bogen -mm den Steigerwald zu Ende geführt hat und sich nun wieder in einer Kurve nordwestwärts bewegt. Allenthalben steht da in tausend vieldeutbaren Barocksiguren der Apostel Petrus an den Ufern des freundlichen Stromes, hebt — indes ein kleiner Singvogel sich auf seine bemooste Stirn setzt — den Zeigefinger und kündet wie bei jener ersten Pfingsten vor nun fast zweitausend Jahren: „Und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, und eure Die Geschickte einer Wildente Don Werner Hagen Berdauungs- regler „Simonsbrot" Kriiuterhaus Jung, Gießen. der ganzen fränkischen Rollschränke „M 71“ BM. ffir mltößefäcL 14Ü.- Elche, 224 hoch. 125 breit, 39 tief Prosp. auf Wunsch! Holzwarenfabrik E.H. Müller Gießen, Tel. 2332. inneren Zurückhaltung liegt der eigentlichen Mainlinie, gleichsam einen Knick, um aufzunehmen. Bamberg ist Pfingsten die gleiche verlängerte Gültigkeitsdauer wie die Festtagskarten der Reichsbahn. Abendfahrten nach Bingen ohne Schiffswechsel werden an Pfingstsamstag und den beiden Feiertagen aus» geführt, Sonntags und Montags mit Musik. Irühlingskuren in Bad GalUcklirf. Bad Salzschlirf bei Fulda hat in den letzten Jahren mit seinen Frühlingskuren gegen Gichtgelenkleiden, Rheuma, Ischias, Neuralgie, Stoffwechsel- leiden und Herzbeschwerden günstige Erfolge erzielen können. Die klimatischen Vorzüge des alten Heilbades in Kurhessens Bergen und die geschützte Photo-Kino Kreuzplatz 9 ****uiesserl Fri edri‘chstr.7 Lieferant aller Kassen der Reben in ihren frommen Klausen guten Beistand geleistet. „Lacrimae Christi", ,Liebfrauenmilch" und manch anderen frommen Namen gaben die Klosterherren dem Trank, den die Bistümer an Rhein und Mosel, in Hessen und in der Palz in so treue Pflege nahmen. Und wenn man an den Steinwein denkt, dessen Rebenberge die zauberhaften Barockstädte des Maintals umwogen, so sieht man wohl, daß er mit Teil hat am Segen der Erde, die nun wieder dem Sommer und der Sichel und den Händen der Traubenpflückerinnen entgegenreift. Wenn man dann in Würzburg am Mainufer Laube an Laube die Reihe der Weinschänken sieht, wirklich, man braucht nicht erst bis zu seinem Grab zu wallfahren, man glaubt gern, daß hier der sinnenfroheste unserer Minnesänger, Herr Walter von der Vogelweide, gern seine Tage beschloß und daß' ihm gewiß nicht „waszers statt Wein" hier kredenzt morgen ist. Auf gut deutsch kann man hier Träume und Gesichte haben und das Wunder der pfingstlich bezauberten Natur bis in die sternhelle Märchennacht mit ganzem Herzen bewundern. Welch ein gewaltiges Bauwerk aber ist diese Stadt selbst. Wenn man ins Innere der Straßen kommt, die alle ein wenig barock, bergauf und bergab und in Biegungen um Dom, Universität und die beschöfliche Residenz führen, die hier als das stilreinste Barockschloß Deutschlands bezeichnet wird, ist man immer 'mehr erstaunt und ergriffen von der Größe und dem Gesetz, das hier zum Ganzen wirkte. Renaissance — Barock vor allem — und dann Rokoko. Dieses Rokoko, das ein merkwürdiges Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Aeltesten sollen Träume haben, und auf meine Knechte D i e Gelchichl. einer C i i eile Don Werner Heinen Wandert man dann zu anderen Orten am Main, so wird alles wie zu einem großen Jubilieren. Vier zehnheiligen, der Staffelberg und Schloß Banz: das ist wohl ein Trio der beliebtesten Ziele des Wanderers in dem vielgerühm- ten oberen Maingebiete. In der Nähe des Städtchens Ljchtenfels, da wo der Thüringer Wald, der Frankenwald und der Fränkische Jura gegeneinander stoßen, erheben sich der Felsenbau des Staffelberges und die beiden gewaltigen Barockbauten. Vom Staffelberg hat Victor v o n S ch e f f e l bekanntlich ein begeistertes Lied gesungen; Vierzehnheiligen gilt als die Meisterschöpfung des großen Barockarchitekten Balthasar Neumann und ist so Wallfahrtsort auch der Kunstbeflissenen aller Zeiten seither; Schloß Tafeln Wellplatten USW. [8to4D E.Carlö Lollar-Gießen. 70Zunghenneri weise amerik. 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