Donnerstag, 2?. April M9 M.Jahrgang M. 98 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8Z,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzetgen von 76mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Vereinbg.25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-. Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. 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Ist das Recht der Einmischung in die inneren Ange« legertheiten des Landes abgeleitet werden könnte. Als die Regierungen Frankreichs, Englands und der Vereinigten Staaten in einer Note vom 4. Dez. 1917 eine solche Garantie anregten, antwortete der Bundesrat u. a.: „Die Eidgenossenschaft nimmt für sich allein das Recht in Anspruch, darüber zu entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen es ihr angezeigt erscheinen würde, die Hilfe fremder Staaten anzurufen." Schließt die Neutralität jede Beteiligung an Bündnissen aus, so würde der Eintritt in eine auch Sowjetrußland umfassende Mächtegruppe den politischen Richtlinien der Negierung widersprechen. In einer am 18. April oer* öffe'ntlichten Mitteilung stellt der Bundesrat fest, daß sich an seinem Standpunkt, die Wiederher^ stellung normaler diplomatischer Beziehungen zwi« scheu der Schweiz und Sowjetrußland abzuleh - n c n, nichts geändert habe. Es bestehe keine Gewiß«, heit, „daß die Regierung der Sowjetunion wie alle anderen Regierungen, mit denen die Schweiz diplomatische Beziehungen unterhält, darauf verzichten würde, sich in innerpolitische Angelegenheiten em- zumischen. Der 18. Kongreß der Kommunistischen Partei, der vom 9. bis 21. März in Moskau tagte und einmal mehr die Identität der Negierung der Sowjetunion mit der Komintern erwiesen hat, tut deutlich dar, daß damit nicht zu rechnen ift" Trotz der Lügenhetze englischer und französischer Zürich, 24. April. Ministerpräsident Chamberlain erklärte am 18. April im Unterhaus, England habe keine Verpflichtungen zum Schutze der schweizerischen Unabhängigkeit übernommen. Das Dementi übergeht freilich die Tatsache, daß die Einbeziehung der Eidgenossenschaft in ein deutschfeindliches Bündnissystem beabsichtigt war, aber angesichts der Absage aus Bern sich als u n - durchführbar erwies. Ain 23. bzw. 24. Marz berichtete die in- und ausländische Presse über ein englisch-französisches Hilfeleistungsabkommen, das im Falle eines Angriffs auf die Schweiz wirksam Chamberlains Erklärung wurde vor einem überfüllten Haufe und dichtbesctzten Tribünen abgegeben. Es fiel auf, daß in der Diplomatenloge keine ausländischen Missionschefs, dagegen eine Neihe von M.i litärattaches vertreten waren. Chamberlain, der in gedämpftem Tone, aber sichtlich mit tiefer innerer Bewegung sprach, wurde von den Regierungsbänken mit anhaltenden Beifallsrufen begrüßt. Die Kernpunkte seiner Ankündigung lösten Beifall im Regierungslager aus, während die Opposition wahrend des größeren Teiles der Rede schwieg. Nur in drei Fällen wurde der Ministerpräsident unterbrochen, nämlich, als er von der von Baldwin übernommenen Verpflichtung, während der Lebensdauer dieses Parlaments in Friedenszeiten keine Wehrpflicht einzuführen, sprach, als er den gegenwärtigen Zustand als keinen wahren friedlichen Zustand bezeichnete und als er die Erfassung der Kriegsgewinnler ankündigte. Es nahm jedoch nur ein Teil der Arbeiterabgeordneten an den Unterbrechungen des Ministerpräsidenten teil, während andere offenbar sich von jeder Kundgebung gegen Chamberlain zurückhielten. Mit großer Spannung wurde tine Zwischenfrage des unabhängigen Arbeiterabgeordneten M a x t o n im Hause ausgenommen, was denn eigentlich in den letzten drei Tagen geschehen sei, um einen so plötzlichen und so roeitreid)enöen Kurswechsel der Regierung zu veranlassen. Als hierauf Chamberlain keine Antwort gab, tönte ihm aus der Arbeiterpartei der Zuruf entgegen: „Treten -sie zurück!" In den Wandelgängen des Parlaments werden hinsichtlich ihrer Bedeutung für .die unmittelbare Zukunft die B e st i m m u n g e n über eine stille Mobilmachung als der wichtigste Teil der neuen Gesetzgebung angesehen, da bis zum Wirksamwerden der Dienstpflicht längere Zeit vergehen muß. Die Stimmung in der Arbeiterpartei ist, wie schon die Haltung mancher Abgeordneten im Sitzungssaal erkennen ließ, g e t e i l t Die Opposition der Liberalen Partei ist gleichfalls nur bedingt, es wurde bemerkt, daß Lloyd Georg, wie eine seiner Zwischenfragen an den Ministerpräsidenten erkennen ließ, den an- gekündigten Maßnahmen anscheinend nicht ablehnend gegenübersteht, sonder sogar noch weiter- werden sollte. Der «als einseitiges Schutzversprechen getarnte Versuch, das neutrale Land in die demokratisch-bolschewistischen Einkreisungsmanover em- zuschalten, wurde selbst von Zeitungen abgelelM, die eine Politik der Westorientierung befürworten. Denn es konnte fein Zweifel darüber bestehen, daß diese Schutzgarantie nur eine Brücke sein sollte zu politischer und militärischer Abhängigkeit von der „demokratischen Allianz". Die Eidgenossenschaft kann aber weder einzelne Staaten und Staatengruppen als Schutzherren anerkennen, noch an Bündnissen teilnehmen, ohne den Grundsatz der strikten Neutralität preiszugeben. Sie erblickt in Ministerpräsident Chamberlain gab am Mittwoch- < nachmittag im Unterhaus die erwartete Erklärung Über die Einführung der militärischen Dienstpflicht in England ab. Der erste Gesetzentwurf tragt den Namen: „Reserve- und H l l f s st r c 11 - kräfte-Gesetz" und soll den König in die Lage versetzen, durch Verordnung die verschiedenen Wehrmachtszweige zu bevollmächtigen, jede Art von 3 a I) r e 5 11 a H e n oder Reserve bzw. Hilfsstreitkräften zu den Waffen e i n z u b e r u f e n. Das Gesetz soll einen zeitweiligen Charakter haben und wird in den nächsten Wochen dem Parlament vorgelegt werden. Gleichzeitig wird ein weiteres Gesetz 'eingebracht, wonach alle .Männer tm Alter d'o n 20 bis 21 Jahren zur Militär i s ch e n A u s b i l d u n g c i n b c r u f e n werden können. Im Kriegsfälle find die Wehrdienstpflichtigen auch zum Dienst außer Landes verpflichtet. Die Einberufenen sollen eine sechsmonatige Ausbildung erhalten; nach deren Beendigung werden sie entlassen und sollen Gelegenheit haben,' für die Zeitdauer von dreieinhalb Jahren in die Territorial-Armee oder in eine Sonder-Reserve des stehenden Heeres einzutreten. Zur Begründung dieser Gesetze führte Chamberlain u. a. aus, eine lleberprüfung der Verteidigungsbereitschaft des Landes habe gezeigt, daß das gegenwärtige Verfahren für die Mobilisierung der .Streitkräfte seinem Charakter nach veraltet und ganz ungeeignet für moderne Bedingungen fei; obgleich sich die Dienstpflicht zunächst nur auf das Heer, nicht auf die Luftwaffe oder die Manne beziehe, könnten diejenigen, die vor Erreichung des 2<>. Lebensjahres der Hilfsluftwaffe oder der freiwilligen Marinereferve beiträten, ihrer Dienstpflicht in diesen Waffen genügen. Von besonderem Interesse ist die Feststellung Chamberlains, daß Dienstpflichtige, die aus „Gewifsensgründen" sich gegen den Dienst mit der Waffe sträubten, befreit werden könnten, sofern sie sich verpflichten, dem Staat auf anderem Gebiet zu dienen. Ferner betonte Chamberlain, daß die Einführung der Dienstpflicht das Freiwilligensystem als Grundlage der drei Wehr- rnachtszweige unberührt lasse. . Der Ministerpräsident kam auf die von Baldwin und auch von ihm selbst gemachte Zusicherung zu sprechen, daß die Dienstpflicht in Friedenszeiten während der Dauer dieses-Parlaments nicht eingeführt werde. Chamberlain versuchte den jetzigen Kurswechsel damit zu begründen, daß man sich zwar gegenwärtig nicht im Krieg befinde, daß aber anderseits nach Auffassung der englischen Regierung nicht von Friedenszeiten in dem Sinne gesprochen werden könne, in dem dieser Ausdruck „in fairer Weise" gebraucht werde. Schließlich kam der Ministerpräsident auf die „Dienstpflicht d es Reichtums" zu sprechen. Die letztere sei bereits in hohem Maße durch die von Jahr zu Jahr erhöhten Steuern, besonders auf hohe Einkommen und hohe Nachlässe durchgeführt. Chamberlain verwies dabei auf die entsprechenden Erhöhungen in dem am Dienstag veröffentlichten Haushalt. Im übrigen erwähnte der Ministerpräsident dann noch Maßnahmen gegen Rüstungs- und Kriegsgewinnler. Danach beabsichtige die Regierung, m Kürze besondere Gesetze zur Begrenzung der Rüstungsgewinne vorzuschlagen. - Chamberlain gab schließlich noch die Zahl der auf Grund des Dienstpflichtgefetzes jährlich einzube- rufenben Rekruten mit 310 000 an. Davon werde jedoch „ein gewisser Teil" durch Reklamierungen in Wegfall kommen. Die Dauer der Gesetze ist zunächst auf drei Jahre berechnet, kann jedoch abgekürzt werden, falls dies die allgemeinen Ver- gerade jetzt in der „Times" ein Volkswirt, der für die letzt,ährig'e Entwicklung und für die Abwertung der englischen Währung die ideelle Verantwortung trägt, der Cambridger Professor John Maynard Keynes, dürr und derb sagt, man müsse aus dem Stadium der liberalen in eine vom Staate gelenkte Wirtschaft kommen, man müsse die Arbeitslosigkeit in' England durch Mittel bannen, die in Deutschalnd schon seit 1933 angewendet wurden, man müsse sich hüten, zu behaupten, das Geld sei der alleinige Wertmesser, denn 'in Wirklichkeit sei esdieAr'bei t. Alles das sind Wahrheiten, die im nationalsozialisischen Deutschland schon lange er- । fannt worden sind, bisher aber von England nur Entscheidung das feierlich gegebene, erst noch vor vier Wochen bestätigte Versprechen gebrach e n habe, wonach England in Friedenszeiten keine allgemeine Wehrpflicht einführen würde. Cham- bc'rlain erwiderte, er sei überzeugt, daß die gegenwärtigen Umstände „nicht als Friedens- z u ft a n d bezeichnet werden könnten '. — Der Oppositionsliberale Sinclair beHagte sich darüber, daß die Opposition nicht vorher unterrichtet worden fei. Als ein unabhängiger Abgeordneter fragte, ob die Regierung eine Volks- ab ft immun g oder Neuwahlen abhalten wolle, schüttelte' Chamberlain den Kopf. Auf mehrfaches Drängen, daß die Aussprache über Donnerstag hinaus ausgedehnt werden solle, erklärte der Ministerpräsident, daß „noch andere wichtige Dinge zu regeln seien". Die kurze Aussprache schloß mit der Feststellung eines radikalen Abgeordneten, daß der Ministerpräsident, nachdem er Stuck für Stück die Politik Churchills angenommen habe, wenn er anständig wäre, zurücktreten und Churchill Platz machen solle. hältnisse nach Auffassung der Regierung erlauben. Eine Verlängerung der Gesetze ist um jeweils em Jahr möglich, jedoch nur, wenn beide Häuser des Parlaments ihre Zustimmung dazu geben. Der Ministerpräsident schloß seine Rede mit der Feststellung, daß sich die Vorschläge der Regierung aus der Folge der Ereignisse ergeben hätten. Alle in den letzten Wochen auf dem Gebiet der Landesverteidigung ergriffenen Maßnahmen dienten dem Ziel England 'die Möglichkeit zu geben, daß es die' Verpflichtungen a u s f u h r e n könne, die es übernommen habe, in dem Glauben, daß durch diesen Weg der Friede Europas am besten gesichert werden könne. Großbritannien sei durch die Ansicht beeindruckt, daß nichts einen so liefen Eindruck auf die Welt machen würde als die Bekundung der Entschlossenheit Großbritanniens, jedem Versuch auf allgemeine Weltherrschaft Widerstand zu leisten durch die Annahme des Grund- atzes der Militärdienstpflicht. In der Aussprache stellte der Leiter der Opposition, Attlee, fest, daß die Regierung mit dieser Chamberlain verkündet das Wehrpflichtgeseh im Unterhaus. Die Unabhängigkeit der Schweiz Von unserem D. S.-Korrespondenten. Heute beläuft sich die öffentliche Verschuldung Großbritanniens nach dem „Econo- mist" auf 6,453 Milliarden Pfund, mit der Schuld an die USA. auf 7,5, nach amtlicher Schatzung' sogar auf 8,163 Milliarden Pfund. Das sind, in deutscher Währung, 95 238 Milliarden Mark. Die gesamten Ausgaben des Weltkrieges beliefen sich für England nur auf 11 Milliarden Pfund, wovon 36 v.H. durch Steuern und 66 v. H. durch öffentliche Anleihen aufgebracht wurden. Dabei war die E i n - ifti mmen b efteu er un g verhältnismäßig niedrig. Sie betrug vor dem Kriege 1 Schilling für das Pfund. Im Jahre 1937, als der damalige Schatzkanzler und jetzige Premierminister Chamberlain sein Budget für 1937/38 in Höhe von 862,84 Millionen Pfund einbrachte, wurde sie auf 5 Schilling erhöht. Im Vorjahre, als sich die Ausrüstungslasten bereits stärker bemerkbar machten, wurde sie auf 5,6 Schilling heraufgeschraubt bei einem Budget von 952 Millionen Pfund. Gleichzeitig wurden die Teezölle erhöht, und die Benzin- und Schwerolsteuer stieg um 12Vt v.H. Heute beträgt der ordentliche Haushalt für 1939/40 942 Millionen Pfund, da die rückläufige Konjunktur die erwarteten Steuerbeträge nicht eingehen ließ. Aber zur Deckung der Fehlbeträge des letzten Jahres werden neue und sehr spürbare Belastungen des Verbrauchs ausgeschrieben. Zwar hat man die E i n k o m m e n st e ü e r , abgesehen von den großen Einkommen, unangetastet gelassen, denn der Brite muß bereits jetzt mehr als ein Viertel seines Einkommens auf den Altar der britifd)cn Aufrüstung legen gegenüber einem Zwanzigstel in früheren Zeiten, dafür wird die E r b s ch a j t s st e u e r , um deren Einführung 1906 Lloyd George als Schatz- kanzler einen verzweifelten Kampf bei einem Fehlbetrag von nicht Änmal 1,5 Millionen Pfund führte, bei Objekten von mehr als 10 000 Pfund Wert um 10 Prozent erhöht, obgleich sie schon an und für sich außerordentlich hoch ist (sie erreid)t bei großen Vermögen schon jetzt die Hälfte des Nachlasses) und im Jahresdurchschnitt rund 80 Millionen Pfund erbringt. Weiter werden der Autofahrer und die Motorenindustrie hart getroffen, denn die Auto- steuer steigt ab 1. Januar 1940 von 15 auf 2a i Schilling je Pferdestärke. Für den in England sehr ' beliebten Kleinwagen beträgt die Erhöhung — also I nicht etwa die Gesamtsteuer — 40 bis 50 RM., i für einen dreißigpferdigen Wagen 170 RM. Filme i und Platten werden zum ersten Male besteuert und zwar mit 2 Pence für den üblichen Rollst ich Weiter werden der Tabak zoll und die Zuckerabgabe erhöht. Dagegen wurde die Vergnügungssteuer und die Steuer für pharmazeutische Präparate ermäßigt. Zu decken wären damit insgesamt 24 Millionen Pfund _ Wenn also der jetzige Schatzkanzler Sir John Simon aud) kräftige Steuererhöhungen vermied und sie für kommende Jahre in Aussicht stellte, so konnte er doch bei den Rüstungsausgaben nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß sie, die zumeist aus Anleihen gedeckt werden, nod) schneller wachsen würden, und zwar in astronomischen Ziffern. Gewiß ist das jetzige Budget noch nicht stark von den Rüstungsausgaben beiästet worden. Von den 580 Mill. Pfund, die sie verschlingen, wurden nicht weniger als 350 Millionen dem Konto der Ru- f ffungstrebite entnommen, sie belasten also das Budget direkt nicht, aber darüber hinaus war es erforderlich, für die nachträglichen und zusätzlichen Bewilligungen eine Deckung zu schaffen, und zwar für den zivilen Luftschutz und für die Verdoppelung der Territorialarmee sowie der Subsidien für die Schiffahrt, insgesamt also für rund 50 Millionen Pfund. Wahrend im letzten Jahr für Rüstungen nur 400 Millionen Pfund ausgegeben wurden, belaufen sich diese Ausgaben jetzt auf 630 Millionen, und eine weitere Steigerung ist unausbleiblich, wenn erst das nur zögernd und unter dem Druck englischer Vachllen- staaten erfolgte Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht zur Einführung gelangen wird, ^ur diesen Fall, das ist jetzt schon klar, ist der ganze Staatshaushalt über den Haufen geworfen! Man schätzt das englische Nationaleinkommen aus jährlich etwa 5000 Mill. Pfund. Davon verschlingt der ordentliche und der Rüstungshaushalt Ehrlich 1322 Millionen, also runb ein V i e r t e l des Volkseinkommens. Nun war die eiste Wehr anleihe in England unzweifelhaft em Fiasko, und trotz aller Hetze gegen Deutschland ist auch die zweite Tranche der Wehranleihe nicht gerade ein überwältigender Erfolg gewesen, obgleich .. diese Emission bedeutend besser ausgestattet war als die erste. Insgesamt hat England bis jetzt in den zwei Anleihen 197 Millionen Pfund gezeichnet, und zwar innerhalb von zwei Jahren. Für das kommende Finanzjahr aber sollen 380 Millionen Pfund Wehranleihe gezeichnet werden. Der Kapitalmarkt hatte nachdem er etwa im Februar eine Lähmung überwunden hatte, sich aud) auf diese neue Riesen- anleibc vorbereitet, aber die von Englands Regierung im März erzeugte Kriegspsychose brachte einen -mpsiEchen Rückschlag, cm- Abwanderung d°- Goldes nach den USA. und eine Einengung dev Ka- pitalmarktes derart, daß in den letzten Wochen m London überhaupt nicht der Versuch unternommen werden konnte, auch nur kleinere Anleihen auszu- legen. Daher wird das neue Budget nicht als der Regierungsklugheit letzter Schluß betrachtet. Sogar die „Times" prophezeit, daß eines Tages Preissteigerungen eintreten würden. . Der Brite, der noch 1937 stolz auf Jem ausgeglichenes Budget und sich etwas darauf zugute tat, daß feine Mitbestimmung über die Besteuerung und die Verwendung öffentlicher Mittel — geraöc dcs- gehende Dienstpflichten begrüßt haben Mürbe. Der Antrag der Regierung. Der Ent fchließun gsantrag, den Chamberlain im Unterhaus in der am Donnerstag beginnenden Aussprache über die Wehrpflicht em- bringen wird, lautet: „Das Unterhaus billigt den Vorschlag der Regierung, so bald als möglich e i n System zwangsweiser militärischer Ausbildung, wie am 26. April angekündigt, einzuführen. Es betrachtet ein solches System als notwendig für die Sicherheit des Landens und die Erfüllung der kürzlich gewissen Ländern in Europa gegebenen Zusagen und es begrüßt die Tatsache, daß die Regierung mit diesem Vorschlag neue gesetzgebende Vollmachten verbindet, um die Profite von Firmen, die hauptsächlich mit der Rüstungserzeugung beschäftigt find, z u b e - grenzen, und weiter die Zusicherungen damit verbindet, daß im Kriegsfälle Maßnahmen ergriffen werden sollen, um Gewinnlertum zu bestrafen und Zuwachs zu Einzelvermögen auf Grund der durch den Krieg geschaffenen Bedingungen zu verhindern." Die Labour pariy gegen die Wehrdienstvorlage. Die Labour Party hat beschlossen, folgenden G c - gen an trag zum Antrag der Regierung auf Einführung der Wehrpflicht einzubringen: „Das Haus ist bereit, alle notwendigen Schritte für die Sicherheit der Nation und die Erfüllung ihrer internationaler Verpflichtungen zu ergreifen, b e - dauert aber, daß die Regierung unter Bruch ihres Versprechens das Freiwilligenprinzip aufgibt, das sich für die Bereitstellung der notwendigen Verteidigungskräfte als ausreichend erwiesen hat. Das Haus ist der Ansicht, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen sck)lecht aus- ged a d) t und — ganz abgesehen davon, daß die Wirksamkeit der Verteidigung materiell nickst erhöht wird — die Uneinigkeit fördert und die nativ« aalen Anstrengungen schwächt und daß sie weiter ein Beweis dafür ist, daß die Geschäftsführung der Negierung in dieser kritischen Zeit das Vertrauen des Landes ober des Hauses nicht verdient. Halb wurde ja der Parlamentarismus eingeführt — ! kräftig den Daumen auf den Beutel hielt, muß 1 jetzt erleben, daß dieses Budgetrecht für die Katz ist. Er sieht sogar im regierungstreuen „Daily Telegraph" weitere Budgeterhöhungen im Laufe des kommenden Finanzjahres angekündigt. Mit anderen Worten: Das von dkm Ministerkabinett dem Unter- hgufe aufgezwungene Budget wird nod) immer als Hort der englifdjen Freiheit betrachtet, obwohl diese Freiheit zur leeren Form hinabgesunken ist. Trotz den Haßausbrüchen gegen Deutschland kommt man doch nicht darum herum, dessen bessere Wirtschaftspolitik wenn auch stümperhaft zu imitieren, wie es auch in Frankreich durch Neynaud demokratisch- « ;.Sa. diktatorisch versucht wird. Es ist bezeichnend, daß j als böse Ketzerei angekreidet wurden. Am Freitag 12 Uhr spricht der Führer. Gemeinschaftsempfänge in den Betrieben. Ladengeschäfte von 12 bis 13.30 tibr geschloffen. Blätter, die immer wieder von deutschen Angriffs- absichten gegen die Schweiz faseln, hält die Schweiz an der Politik der sclbstgcwollten Isolierung fest. Neutralitätspolitische Gesichtspunkte bestimmen auch die Stellungnahme des Bundesrats zu der sogenannten „F r i e d e n s a k t i o n" Roosevelts. Zu den Ländern, deren Grenzen von Deutschland und Italien garantiert werden sollen, gehört auch die Eidgenossenschaft. Roosevelt kann oder will sich nicht mehr daran erinnern, daß beide Staaten unmißverständlich die Neutralität der Schweiz und die Unantastbarkeit ihres Gebietes anerkannt haben. Sollte er aber den praktischen Wert der wiederholt abgegebenen Zusicherungen bezweifeln, so muß auf eine kürzliche Verlautbarung des Bundesrats hingewiesen werden. Ein kommunistischer Nationalrat richtete an die Regierung eine „Kleine Anfrage" über die deutschen Erklärungen zur Frage der schweizerischen Neutralität und Unabhängigkeit. Die oberste Landesbehörde antwortete kurz und bündig: „Es widerspricht dem Landesinteresse, wenn die Tragweite von Erklärungen über unsere Neutralität und Unabhängigkeit herabgemindert wird. Der Bundesrat glaubt nicht, auf eine Anfrage antwortet zu sollen, die diesen Zweck verfolgt." Als absurd bezeichnet man in po- litiscken Kreisen die Anregung Roosevelts, daß nach erfolgter Zustimmung der Achsenmächte auck) die anderen Staaten „Nichtangriffszusicherungen abgeben, etwa die Schweiz und Liechtenstein. Die Eidgenossenschaft lehnt einseitige Schutzoer-, sprechen ebenso ab wie die Beteiligung an gegenseitigen Garantieabkommen. Bereits im Jahre 1922 erklärte die Berner Regierung, als ihr der Entwurf zu einem Garantiepakt zwischen den Mitgliedern der Genfer Liga vorgelegt wurde, daß „sie wegen der völkerrechtlichen Sonderstellung der Schweiz nichtinderLage sei, einem Garantieabkommen beizutreten". Don vorbehaltlosen Zustimmungsäußerungen in der Linkspresse abgesehen, übersehen die meisten Zeitungen nicht die großen, vielleicht unüberwindlichen Schwierigkeiten, die der Verwirklichung des Roosevelt-Planes entgegenstehen. Diese Schwierigkeiten liegen z. T. in der umstrittenen Persönlichkeit des amerikanischen Präsidenten, z. T. in der Botschaft selbst, „der wesentliche Voraussetzungen eines wirklich erfolgversprechenden Friedensappells fehlen." Stark beachtet werden die deutschen Pressestimmen zur Aktion Roosevelts. Im ablehnenden Echo des nördlichen Nachbarlandes sieht man einen Grund mehr, die Politik der strikten Neutralität aufrechtzuerhalten und sie gegen alle „ausländischen Zumutungen" zu verteidigen. Oie Palästina-Araber an Nooseveli Theorie und Praxis in der Botschaft des Präsidenten. Rom, 26. April. (Europapreß.) Nach einer Meldung des „Giornale d'Jtalia" aus Beirut haben die verschiedenen arabischen Verteidigungsausschüsse in Palästina Telegramme an den Präsidenten Roosevelt gerichtet, in denen sie erklären, sie hätten mit Interesse von der Botschaft des Präsidenten Kenntnis genommen. In dieser Botschaft sei unter den schutzbedürftigen kleinen Staaten a u ch P a l ä st'i n a aufgeführt worden. Die Araber in Palästina müßten allerdings feststellen, daß Roosevelt seinen Einfluß zur Unter st ützung ihrer englisch-zio- nistischen Unterdrücker einsetze. Die Araber erwarteten daher von Roosevelt, daß er seine Handlungen in Uebereinstimmung mit den in seiner Botschaft vertretenen Grundsätzen und mit den von ihm angeblich verteidigten Lebensrechten der schwachen Völker bringe und den englisch-jüdischen Urhebern des ungerechten und barbarischen Angriffs gegen die Araber seine Unterstützung entziehe. Oie katastrophale Lage der nordamerikonischen Landwirtschaft Washington, 26. April. (Europapreß.) Die Subventionen für die amerikanische Landwirtschaft werden im kommenden Finanzjahr eine Milliarde Dollar überschreiten. Ihre Volprecht Riedesel Freiherr zu Eisenbach f. Für die Darmstädter Jugend der 1880er Jahre war es immer eine besondere Freude, bei den Gedenktagen des Großherzoglichen Hauses alle die fremden Offiziere in ihren farbenprächtigen Uniformen zu sehen. Die Engländer in ihren roten Röcken, die weißgekleideten Oesterreicher, die Russen im dunkeln Grün. Den größten Eindruck aber machten doch die Bulgaren mit chren weißen Pelzmützen: waren sie doch die Mannen des Fürsten Alexander, für den die Darmstädter Jungen alle schwärmten, und um den sein herrlicher Sieg bei Sliwnitza einen hellen Ruhmesglanz leuchten ließ. Einer der letzten dieser früheren bulgarischen Offiziere ist am Sonntag, dem 23. April, in die Ewigkeit abgerusen worden, Volprecht Riedesel Freiherr zu Eisenbach. Sein Leben, das fast 87 Jahre umfaßt, umschließt ein bedeutsames Stück deutscher Geschichte. Als 18jähriger Jüngling trat er im Juli 1870 in das Hessische Leib-Eyevauleaers- Regiment ein und kämpfte im deutsch-französischen Krieg. Mit 62 Jahren zog er 1914 nach Frankreich als Delegierter des Roten Kreuzes. Seine drei Söhne standen im Heere, um das Vaterland zu schützen. Zwei von ihnen, der älteste und der jüngste, fielen im Kampf für Deutschlands Ehre und Freiheit. Er sah Deutschlands tiefste Erniedrigung. In den letzten Jahren seines Lebens aber durfte er erleben, wie sich sein geliebtes Volk und Vaterland erhob, wie es unter Adolf Hitlers Führung seine Ehre und seine Wehr wiedergewann, wie aus dem verachteten Spielball der demokratischen Völker das Dritte Reich, wie Großdeutschland wurde. Nie hat er auch in den Heilen der tiefsten Schmach den Glauben an eine schönere Zukunft aufgegeben: davor bewahrte ihn sein fester Gottesglaube und seine kerndeutsche Gesinnung. Ein Zwischenspiel in diesem reichen Leben bedeuteten die sieben Jahre „Bulgarien". Als Freiherr Riedesel als junger Offizier beim Hessischen Leib- Dragoner-Negiment Nr. 24 stand, kam der junge Prinz Alexander von Battenberg, der fünf Jahre jünger war, in dasselbe Regiment. Die beiden jungen Offiziere schlossen herzliche Freundschaft. Prinz Alexander wurde zum Regiment Garde du Corps nach Potsdam versetzt und wollte seinen Freund mit sich ziehen. Da wurde er in eine ganz andere Lebensbahn geworfen: die Nationalversammlung des eben von den Türken befreiten bulgarischen Volkes wählte ihn zum Fürsten. Alexander bat Notwendigkeit ergibt sich aus dem katastrophalen Zustand, in den die amerikanische Landwirtschaft durch die Politik des Präsidenten Roosevelt hinein- manövriert worden ist. Außer der vom Repräsentantenhaus bereits angenommenen Vorlage zur Auszahlung von 500 Millionen Dollar an die Landwirtschaft hat der Senatsausschuß die Bereitstellung von weiteren 400 Millionen Dollar für Ausgleichszahlungen und Ausfuhrbeihilfen beschlossen. Hierzu sollen noch andere indirekte Subventionen kommen, die den Betrag von hundert Millionen Dollar üoer- steigen werden. Aeues Ausrüstungsdekret Roosevelts. Verjüngung des amerikanischen Lffizierkorps. Washington, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Roosevelt unterzeichnete heute das neueste Auf- rustungsgesetz, das 5 49 Millionen Dollar für die Armee oorsieht. Sofort nach Jnkraft- ireten des Gesetzes bestellte das Kriegsministerium 5 17 Kampfflugzeuge, deren Gesamtkosten 50Millionen Dollar übersteigen. Kriegsminister Woodring kündigte ferner die Untersuchung der 12500 amerikanischen Offiziere vom Hauptmann aufwärts auf ihre körperliche Tüchtigkeit hin an. Viele der älteren Offiziere, so erklärte Woodring, müßten ausscheiden, denn er wolle die Wehrmacht „beleben und zulänglich" machen. Die Gouverneure sämtlicher Staaten seien gebeten worden, auch das Offizierkorps der Nationalgarde einer körperlichen Prüfung zu unterziehen. Zahlreiche Offiziere seien für den Frontdienst viel zu alt. Oer Führer empfing den jugoslawischen Außenminister. Berlin, 26. April. (DNB.) Der Führer empfing heute den in Berlin anwesenden Königlich jugoslawischen Außenminister Dr. Cincar-Marko- witsch zu einer längeren Aussprache, die im Beisein des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, und des Königlich jugoslawischen Gesandten Dr. A n d r i c stattfand. Vorher gab Außenminister von Ribbentrop seinem jugoslawischen Gast ein F r ü h st ü ck im kleinen Kreise in Dahlem. — Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring empfing am Mittwochnachmittag den jugoslawischen Außenminister zu einer mehr als zweistündigen Unterredung über die aktuellen Fragen der deutsch-jugoslawischen Zusammenarbeit. * Außenminister Ci n c a r - M a r k o w i ts ch erklärte der Presse u. a.: Ich bin sehr glücklich, daß mir jetzt als jugoslawischer Außenminister Gelegenheit geboten ist, erneut den persönlichen Kontakt sowohl mit den prominenten Vertretern der deutschen Außenpolitik als auch mit anderen führenden Persönlichkeiten des Reiches wieder aufzunehmen, umso mehr, weil ich bis vor kurzem das Glück hatte, Jugoslawien im Deutschen Reich zu vertreten, während dessen ich Gelegenheit hatte, den wundervollen Aufschwung, welchen Deutschland auf allen Gebieten unter der weisen und entschlossenen Leitung seines großen Führers vollbrachte, zu bewundern. Zwischen dem Deutschen Reich und Jugoslawien bestehen und entwickeln sich auf das günstigste weiter die Beziehungen vollen Vertrauens, die sowohl auf guter Nachbarschaft und auf gegenseitiger Achtung, als auck) auf beiderseitigem Interesse basiert sind. Dayer gibt es keine Frage, welche nicht in vertrauensvollstem Geiste erörtert werden könnte, um der Vertiefung unserer freundschaftlichen Beziehungen und dem Friedenswerke in diesem Teile Europas zu dienen. Die jugoslawische Regierung, die alle ihre Kräfte für die Erhaltung des Friedens und für das Wohlergehen des Volkes einsetzt, legt diesen Beziehungen den größten Wert bei und wird sie auf das Sorgfältigste pflegen. seinen Freund, mit ihm zu kommen. Gern willigte dieser ein. Er war des jungen Fürstentums erster Hofmarschall, der unter sehr schwierigen Bedingungen die Hofhaltung einrichten mußte: er baute das Palais zu Sofia, das Sommerschloß bei Warna. Er nahm als Flügeladjutant seines fürstlichen Freundes Anteil an der Aufstellung und Erziehung des jungen Heeres, das zunächst nur russische Offiziere als Erzieher kannte. Er teilte die Sorgen des Fürsten, der bulgarische Politik treiben wollte, nicht russische, wie sein Onkel und Pate, Kaiser Alexander II., es sich gedacht hatte. Als im September 1885 die Ostrumelier, denen der Berliner Kongreß die Zugehörigkeit zu den Stammes genossen in Bulgarien verweigert hatte, ihren türkischen Statthalter verjagten, eilte Riedesel mit seinem Fürsten nach Philippopel: mit ihnen das ganze junge Heer, da man einen Widerstand von der Türkei befürchtete. Als aber nach zwei Monaten Serbien dem neuen Nachbarn den Krieg erklärte, weil es ihm die Vergrößerung nicht gönnte, wandte sich das ganze Heer in Gewaltmärschen zur Westgrenze. Am fünften Tage nach der Kriegserklärung begann die dreitägige Schlacht bei Sliwnitza: die Serben wurden in blutigem Ringen aufs Haupt geschlagen. Wenige ^sage darauf erlitten sie eine neue Niederlage bei Pirot im eignen Lande. Es war ein wunderlicher Krieg gewesen: der Zar hatte alle seine Offiziere aus dem bulgarischen Heere abberufen: Freiherr Riedesel war mit feinen 33 Jahren der älteste Offtzier des Heeres! Im Getümmel der Schlacht hielt er bei dem Fürsten, in dessen Ge- wlge zog er am 26. Dezember in die jubelnde Hauptstadt ein. Acht Monate später — Riedesel weilte gerade auf Urlaub in der deutschen Heimat — drangen, von an gestachelt, Verschwörer in das Palais des Fürsten und brachten ihn außer Landes. Riedesel, schon auf der Rückkehr nach Bulgarien, erhielt . betrübende Nachricht, verhandelte mit dem König Karol von Rumänien und vereinigte sich dann in Lemberg mit dem fürstlichen Freunde. Bald stellte es sich heraus, daß das bulgarische Volk nicht hinter den Verrätern gestanden hatte. Wenige Tage spater waren Alexander und sein Freund wieder in Bulgarien. Doch nur kurze Zeit: Zar Alexander gab seinem Neffen die deutliche Anweisung, daß Rußland dessen Rückkehr auf den Thron nicht wünsche. So mußte er der Regierung entsagen: aber noch heute weiß der Bulgare von dem Heldenfürsten, der ihr Reich neu gründete, und von dessen Freunde und Helfer, Volprecht Riedesel Freiherrn zu l Eisenbach. Eduard Edwin Becker, Berlin, 25.April. (DNB.) Der Reichsmmisler für Bolksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, gibt im Einvernehmen mit dem Reichswirl- schaftsminifter und dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung folgendes bekannt: Der Führer antwortet Roosevelt? Am 28. April 1939, mittags 12 Ahr, spricht der Führer vor den Abgeordneten des Großdeutschen Reichstages und damit zum deutschen Volk und zur Welt. Alle Deutschen werden Zeugen der Rede des Führers am Lautsprecher sein. Gemeinschaftsempsänge in den Betrieben in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr werden Betriebsführer und Gefolgschaft beim Empfang der Führer-Rede vereinen. Um allen schaffenden Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Führer-Rede zu hören, werden die Ladengeschäfte während dieser Zeit geschlossen. Die deutsche Jugend hört die Führer-Rede im Rah- Einkehr in Eregtingen. Von Werner Schumann. Ohne das Wunder des Marien-Aktars von Tilman Riemenschneider wäre das württembergische Ackerbürgerstädtchen Creglingen an der Tauber nur ein beliebiger Punkt auf der Landkarte Frankens. So aber hat seit vierhundert Jahren der Glanz eines seltenen Kunstwerks, das die schon gelegene Herrgottskirche birgt, seinen Namen weltberühmt gemacht.' Allein sträfliche Unwissenheit konnte den Fremden, der bocksbeutelselig durch Frankens Kirchen, Schlösser und Weinstuben pilgerte, an dieser geweihten Stätte vorüberführen, ihm eine höhere Berauschtheit vorenthalten. Allein, wir wissen, daß jene in der Minderheit sind. Aller Tage ist hier Wallfahrt, Sommers wie Winters, Jahr um Jahr, immer wartet vor dem Friedhof eine lange Autoreihe, schweigt und staunt in dem schlichten Land- kirchlein eine ergriffene Menge vor der Herrlichkeit des sieben Meter hohen, unbemalten Altars, den um 1500 der Bildschnitzer aus Osterode zum höheren Preise Gottes erschuf. Die göttlichen Dinge mag denn jeder auf seine Weise erleben und auslegen. Doch hier offenbart sich uns mehr. In diesem Schrein, auf diesen Reliefs glimmt die Flamme des deutschen Antlitzes. Und jene fränkischen und württembergischen Bauern, die wir auf den holperigen Straßen draußen in Ochsenfurt oder in Uffenheim getroffen hatten, wir entdecken sie hier wieder in ApoLtelgestalt, nur daß ihre verwetterten und zerfurchten Gesichter überhaucht sind von gotischer Inbrunst. Ja, es scheint uns, als habe die feurige Kraft der Trauben Frankens vor den Werkstätten seiner Bildhauer und Madonnenschnitzer, als habe sie vor den Türen der Kirchen nicht halt machen können! Das gesegnete Land entläßt uns eben nie ganz aus den irdischen Bezirken. Nicht zufällig erfreuen sich noch beute die Klöster riesigen Weinberg-Besitzes und stattlicher Kellereien. Nur eines verstimmt immer wieder: der Geschäftsbetrieb an den Kirchentüren. Erst die Eintrittskarte gibt uns den Weg zu der reifften und höchsten Schöpfung Riemenschneiders frei, und ein automatischer Schalter sorgt dafür, daß für das Licht, das auf das traumhaft schöne Werk fällt, in Minuten-Abständen ein Groschen entrichtet wird. So ist es eine Andacht mit unleidlichen, stille - mordenden Unterbrechungen, weil immer einer unterwegs ist, seinen Obolus für bas bißchen Licht in den Automaten zu werfen. In solcher Feierstunde, wenn mir der geheimen Schauer vor dem, men einer Schulveranslaltung. Wer im Betrieb, zu Hause ober beim Nachbarn nicht die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören, dem wirb in Sälen, Gaststätten, Theatern unb Lichtspieltheatern dazu Gelegenheit gegeben. Die Gau- und kreispropaganbaleitungen der NSÄAP. haben hierfür alle Vorbereitungen getroffen. * Reichserziehungsminister R u st hat ungeordnet, baß der Unterricht an Riefern Tage von 12 Uhr ab ausfä111 unb bafür sämtliche Lehrer unb älteren Schüler zum gemein fdjafl- lichen Empfang ber Führerrebe zu versammeln sind. In ben Volksschulen nehmen bie Schüler unb Schülerinnen besZ. und 8. Schuljahres, in ’ ben mittleren unb höheren Schulen Idie Schüler unb Schülerinnen von ber dritten Klaffe einschließlich ab am Gemeinschaftsempfang teil. hochgetürmten Lobgesang aus Holz wirklich teilhaftig werden wollen, ist es wohl richtiger, auf jede künstliche Beleuchtung zu verzichten und aus dem Dämmerlicht ohne Eile die unnachahmlichen Gebärden und krausen Gewänder langsam heraus- wachsen zu lassen, bis sie in aller Magie unser innerer Besitz sind. Möge dem künftigen Besucher auch, wenn er aus der kleinen Herrgottskirche wieder ins Freie tritt, Glockenklang und Gesang entgegentönen und ihn einen Augenblick unbewegt stille sein lassen, auf daß es sich noch nach Jahr und Tag in ihm melde: das Heimweh nach Franken. Gloria-Palast: „Liebe streng verboten.^ Der Betrachter kann angesichts dieses Films nichts Besseres tun, als die markantesten Sätze der erfreulich ausführlichen Inhaltsangabe im Programmheft zu zitieren. Die markantesten Sätze lauten: die Liebe ist eine Himmelsmacht — die Mark und die Ostmark liegen sich paarweise in den Armen. Das ist, bildlich gesprochen, die Bilanz eines Schwankes, in welchem ein paar typische Berliner auf ein paar typische Wiener losgelassen werden, in dem es von sprachlichen Mißverständnissen, landschaftlich begründeten Temperamentsausbrüchen unb Situationswitzen nur so wimmelt. Die Einzelheiten wiederzugeben, kann nicht die Aufgabe dieses kleinen Berichtes fein: es genügt, ben Titel anzuführen, die Schauplätze zu bezeichnen und die Handlung da einzureihen, wo sie zuständig ist. Es ist, alles in allem, unter ber Spielleitung von Heinz H e l b i g, ein großartiges Durcheinanber entstanden, das zuletzt auf die bereits mitgeteilte Weise, die ja an keinerlei Sprachgrenzen unb Lanbschaften gebunden ist, die allgemein übliche, friedliche Losung erfährt. (Die Liede, auch die verbotene, ist eine Himmelsmacht.) Mark unb Ostmark werben von Grethe Weiser und Hans Moser mustergültig repräsentiert. Beim Turmbau zu Babel muß es seinerzeit ähnlich zugegangen fein. Ein munteres Liebespaar sind Carola Hohn unb Wolf Albach- Retty. Don den Wienern wären noch Julie Serba, Karl Schonbock unb Rubolf Carl, von den Berlinern Paul Westermeier zu pennen. — (Adler-Film). Im Beiprogramm gibt die neue Ufa-Wochenschau einen interessanten Bildbericht vom Geburtstage des Führers und von der großen Parade m Berlin. Außerdem ein Kulturfilm mit hübschen Kinderbildern und ein Vorspann zu dem Lustspiel „Ein hoffnungsloser Fall" mit Jenny Jugo. Haus Iliyjoti Englands Oeffentlichkeit geteilter Meinung. London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Das große Thema ber Londoner Morgenblätter ist selbstverständlich die Einführung ber Wehrpflicht. Seiten über Seiten ber Blätter find angefüllt mit den Berichten über Zweck, Anlässe und Auswirkungen dieser in England heftig umstrittenen Maßnahme. Die regierungsfreundlichen Blätter sind vor allem bestrebt, jene Stimmen zu entkräften, die auf die geringe Tragweite und den weitgehenden propagandistischen Zweck des Regierungsbeschlusses Hinweisen. So erklärt die „Tinzes", man habe solange aezögert, mitten in ber großen Aufgabe der kolossalen Aufrüstung einen Umschwung einzuführen, weil man befürchtet habe, baß sie Englanb zeitweilig eher schwächer als stärker machen würbe. Jetzt aber sei man davon überzeugt, baß ein Systemwechsel n o t m e n b i g sei, wenn England seinen Verpflichtungen nachkommen wolle. Vielleicht habe Englanb nur langsam verstauben, daß zwischen ben Kriegsmethoben von heutzutage und denen von 1914 der Unterschied ebenso groß sei wie zwischen 1914 und den Zeiten Marlboroughs. In schärfstem Tone schreibt jedoch das Labour- blatt Daily Herold, bie Regierung habe nicht einmal, sondern viermal bas gegebene Ver- sprechen, in Friedenszeiten keine Wehrpflicht einzuführen, gebroche n. Das Versprechen sei nach dem „Einmarsch in die Tschechei" und nach ber britischen Garantie an Polen gegeben worden. Man müsse sich jetzt fragen, ob man den Worten der Regierung überhaupt noch glauben könne. Die ganze Angelegenheit sei „e h r l o s" nicht nur für Chamberlain, sondern für bie gesamte Regierung. Das liberale News Chronicle eyklärt, die Maßnahmen ber Regierung seien derart klein, ',Haß sie weber Mussolini, noch vor allem Hitler irgend etwas anhaben konnten". Man habe nahezu den Eindruck, daß die Regierung die Zwangsmaßnahmen um des Zwanges willen eingeführt habe. Nichts sei gestern im Unterhaus gesagt worden, was England davon überzeugen könne, daß militärische Erwägungen die Einführung der Militärdienstpflicht erforderlich gemacht hätten. Man könne nur fürchten, daß das Vorgehen der Regierung eher ein Zeichen der Sch w ä ch e als ber Stärke sein konnte. Für den konservativen „Daily Expreß" fteilt die Regierungsankündigung eine „halbe Maßnahme^ und eine „kümmerliche Angelegenheit" dar. Das Blatt sagt: „Bei diesem Tempo werden wir fünf Jahre brauchen, um eine Armee von einer Million Mann aufzubauen. Wir können nicht fünf Jahre warten! Wir brauchen einen Plan auf viel breiterer Grundlage, der junge Leute aller Altersklassen umfaßt, damit wir eine Million aus gebildeter Leute in zwei Jahren haben. Wenn die Maschinerie für die Ausbildung nicht vorhanden ist, so müssen wir sie eben schaffen. Falls bie Waffen für diese Million noch nicht hergestellt find, so muß sie eben Mr. Bur - g i n (der neue Beschaffungsminister. D. Schriftltg.) besorgen!" Rekruten-„Vegeisterung" Massenandrang zum freiwilligen Dienst als letzte Rettung vor der Wehrpflicht. London, 27. April (DNB. Funkspruch). Mit welcher Begeisterung die 20jährigen Engländer bie Einführung ber allgemeinen Dienstpflicht aufgenommen haben/ geht daraus hervor, baß sie gleich nach Bekanntwerben der Nachricht bie letzte Möglichkeit ausnutzen, sich dieser neuen Wehrpflicht zu entziehen. Der Nachrichtendienst des britischen Rundfunks gab am Mittwoch bekannt, daß diejenigen Zwanzigjährigen, bie sich bis Mitternacht in ben Rekrutierunas- büros ber Territorialarmee zum freiwilligen Dienst gemeldet hätten, nicht zur Ableistung der halbjährigen Dienstpflicht herangezogen würben. Darauf herrschte in kürzester Zeit in allen Rekrutierungsbüros ein beängstigendes Gedränge. Sämtliche Rekrutierungsbeamte mußten herbeigeholt werben, da die Behörden auf diese plötzliche „Begeisterung" für den freiwilligen Dienst nicht vorbereitet waren. Bis Mitternacht hatten bie Rekrutierungsbüros schwer zu arbeiten; zum ersten Male hatten keine Sorgen, ihre Listen zu füllen. Und taufende von jungen Engländern hatten die Gewißheit, einer ihnen höchst unangenehmen Verpflichtung noch die angenehmste unb bequemste Seite abgewonnen zu haben. Sie bleiben Zivilisten, machen ihre Uebungen und haben außerdem noch das „Prinzip der Freiwilligkeit" gerettet. Wieviel Rekruten hat England? Die Kopfstärke der Jahrgänge, die nach den bisher bekannten Plänen über bie neue englische Wehrpflicht militärisch ausgebildet werden sollen, beträgt im Durchschnitt 300 000 Mann. Die große Frage ist aber, wie weit diese Rekruten auch tatsächlich als tauglich angesehen werden und fernerhin, wieviele von ihnen als „unabkömmlich" reklamiert werben. Mit der Tauglichkeit des englischen Solbaten-Materials steht es nicht besonders gut. Wir haben darüber nur die Zahlen verfügbar, bie sich aus der Musterung der freiwilligen Soldner für die reguläre Armee, die Marine uni ' p)il D-l ri lick hei gr' eir ■1 ru vö V ba 2l> 21 bi: ioi ge em W üph . selb jani II ftär her |: hin vor fie § vl p d I« r I b A n fi e t t c l I ( 1 er. ®«I« hi, “ fön, "»»«h '«• j» nstüij. H. fleotbnel, 9p ü o i| 'che £th. 'ichasl. versaiy. Wen bit $d)u|. schulen Bitten bempsang ,// itDienst Pflicht. uch). Mit ander die aufge. sie gleich e letzte ' neuen achrichten- Mittwoch 1, die sich ?runos. M frei- : zur Ab- W30WI it in allen des Gele mußten auf diese gen Dienst hatten die zum ersten Listen zu lern hatten ngenehim bequemste Zivilisten, röem noch eiÄah. e Äurbil. .sie eben ■hon noch tr. Bur. rchristltg.) W? I den bis- englische >en sollen, Dir groß« t auch tob n und fer« bkömm- rauglichkeit t es nicht die Zahlen der freimil- die Marine «Ilich » er, auf F d aus dem glichen im heraus- togie unser >enn et aj Freie In«, en und' » lasse"' w ihm meld«. er-oien. Films nichts i bet erfreu' Programm' Me lautem Wrk den Armem «*5 O z von K Sxx otetie- J von MI es 'bel,Kt' eM MM WM Wohnungsbeschaffung für kinderreiche Familien als aarten bis zur Hochschule eine orga= und unmittelb nische Einheit bilden. Alle Zweige des deut-'Staat steht. Dünaen ooWändig aus "dem Weg geht. Vielleicht Kittefmeergeschwaders lausen am 5. Mai Kret^ fieber wegung, die engeren Mitarbeiter des Stellvertreters des Führers und viele andere Parteigenossen ihre Glückwünsche persönlich überbracht. Rudolf Heß lud die bei ihm erschienenen Parteigenossen und Parteigenossinnen zu einem gemeinsamen Mittagessen ein.. Die beiden englischen 31 OOO-Tonnen-Schlachtschiffe „Malaya" und „Barcharn" trafen am Mittwoch in dem griechischen Hafen Navarino (Peloponnes) ein. Andere Einheiten des britischen Schatzkanzler Sir John Simon betritt das Unter« haus’mit dem berühmten roten Köfferchen, das den Staatshaushaltsvoranschlag enthält. — (Scherl-M.) und G e i ft., _ . . 4. Die deutsche Schule muß vom Kinder- Ausnahmen von der dreijährigen Lehrzeit. gegen die säumigen Unternehmer an. Kleine politische Nachrichten. In Berlin traf der Gouverneur von Rom, F ü r ft Colonna, mit seiner Gemahlin ein. Er wird auf Einladung von Oberbürgermeister und Stadt- präfibent Dr. Lippert als Ehrengast der Reichshauptstadt eine Reihe städtischer Einrichtungen besichtigen. * Das KdF.-Flotten-Flaggschiff „Robert Ley" hat das Ziel seiner Jungfernfahrt erreicht und gegen 8 Uhr Bordzeit vor Santa Cr.uz de Tenerife Anker geworfen. * Der deutsche Kreuzer „Leipzig" wird nach einer Meldung aus Gibraltar Donnerstag i n Tanger erwartet, wo auch ein britischer und ein französischer Zerstörer vor Anker liegen. und die kleine Insel Spotsai an. von wo aus sie ihre Flottenübungen durchführen * Die belgische Kammer nahm die Regierungserklärung und das Ermächtigungsgesetz mit 104 gegen 84 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen an und sprach damit dem katholisch-liberalen Kabinett Pierlot ihr Vertrauen aus. Der Abschnitt, der die Regierung ermächtigt, alle erforderlichen Maßnahmen für die belgische Landesverteidigung zu treffen, wurde mit 178 gegen 15 Stimmen der flämischen Nationalisten angenommen. Der Führer gratuliert Rudolf Heß. vertieften Studiums zu geben. 6. Die Einheitlichkeit des Schulwesens verlangt, ' daß alle Maßnahmen und Weisungen von einer zentralen Stelle ausgehen. Die Schule muß deshalb eine Schule des Reiches und nicht eine Schule der Gemeinde fein. 7. Voraussetzung für die organische Einheit des Schulwesens ist die Geschlossenheit des Erzieher st andes, der von einheitlichem Willen und unerschütterlichem Glauben an die nationalsozialistische Sendung getragen wird. 8. Die Geschlossenheit der deutschen Erzieherschaft nimmt ihren Ausgang von einer Lehrerbildung, die die große Bedeutung und die gemeinsamen völkischen Aufgaben aller Schulzweige widerspiegelt und die jeder anderen für richtunggebende und kulturtragende Berufe gleichwertig ist . 9. Die Einsatzfreudigkeit der Erzieherschaft muß durch eine ausreichende Lehrerbesol- düng gewährleistet werden, die der Leistung und der Stellung des Lehrers im Volksganzen entspricht. 10. Der deutsche Erzieher kann seinen völkischen Auftrag nur erfüllen, wenn er als Reichs- b e a m’t e r von der Finanzpolitik der Gemeinden unabhängig ist und in einem uneingeschränkten und unmittelbaren Treueverhältnis zum schen Schulwesens haben in sich und unter sich Teile eines geschlossenen Ganzen zu erscheinen. 5. Die deutsche Schule muß eine Schule des samten deutschen Volkes werden. Für die Wahl Schule hat allein bi e Begabung entschei- benb zu sein. Der nationalsozialistische Staat ist verpflichtet, auch b e n Kinbern ärmster Eltern die Möglichkeit eines erweiterten und Berlin, 26. April (DNB.) Der Führer stattete heute a'benb Rudolf HeßinseinerW o h- nung einen Besuch ab, um ihm persönlich seine herzlichsten Glückwünsche zum 45. Geburtstag Die Gestattung der deuischen Schule Zehn Leitsätze des 7iS.-Lehrerbundes. unb Luftwaffe, sowie aus der Musterung der Frei- ; willigen für die Miliz (Territorial-Armee) ergeben. Danach wird mit einem „A u s s ch u ß" von 60 v. H des bisherigen Rekruten-Materials gerechnet. Diese Ziffer hat in den öffentlichen Erörterungen Englands über das Gesundheitswesen in den letzten Jahren schon oft eine große Rolle gespielt. Sport ist in England mehr eme Sache der oberen Zehntausend unb der Berufsspieler, während sich in den bescheideneren Bevölkerungskreisen die Leidenschaft an den Sportmetten im umgekehrten Verhältnis zur unmittelbaren Sport-Beteiligung entwickelt hat. Auch die gesundheitlichen Verheerungen der starken Arbeitslosigkeit spielen eine Rolle. Allerdings dürften die bisherigen Musterungen von dem Gedanken getragen worden sein, mehr ein ausgesuchtes als ein durchschnittliches Material an künftigen Soldaten festzustellen. Die zweite Frage ist, wie die Unabkömmlichkeitsbestimmungen festgelegt werden. Bei der vor drei Monaten eingeleiteien großen Werbeaktion für Freiwilligen- Meldung wurde der Kreis der „Unabkömmlichen' von vornherein so weit gezogen, daß in England selbst darüber Witze gerissen wurden. Erst neulich fanden wir eine drastische Anspielung auf diese Zustände in der „Times". Praktisch kommen die bisherigen Unabkömmlichkeitsbestimmungen darauf hinaus, daß sehr große Teile der Arbeiterschaft von vornherein vom Wehrdienst befreit werden, da sie für die Rüstungsindustrie benötigt werden. Humor um das englische Vudgei Budget heißt Staatshaushalt. Der Name kommt von dem englisch-französischen Ausdruck für Map- fi e oder Köfferchen. Auch heute noch ist es üblich, daß der englische Schatzkanzler (Finanzmimster) seinen Vorschlag des Staatshaushaltes in einem roten Handköfferchen vor sich legt, bevor er Berlin, 27. April. (DNB.) Der Reichskommissar für die Preisbildung hat eine Verordnung erlassen, um kinderreichen Familien die Beschaffung preiswerter Wohnungen zu erleichtern Bei der Vermietung von Wohnungen werden nach allgemeinen Feststellungen kinderreiche Familien gegenüber Familien ohne Kinder immer noch benachteiligt. Die ablehnende Haltung des Hausbesitzers beruht auf einer falschen Rücksichtnahme auf andere Mieter des Hauses, teils auf der Scheu vor Unbequemlichkeiten und auch gewissen finanziellen Mehraufwendungen (verstärkte Ab- Nutzung der Wohnung, erhöhtes Wassergeld usw). Nachdem das Preiserhöhungsverbot den früher gelegentlich vereinbarten M i e t s z u sch l a g bei der Vermietung einer Wohnung an kinderreiche Familien verboten hat, haben sich diese Mißstände unleugbar verschärft. Im übrigen muß anerkannt werden, daß sich der größte Teil der deutschen Hausbesitzer seiner sozialen Verpflichtungen stets bewußt gewesen ist. Es liegt deshalb auch im Interesse der deutichen Hausbesitzer, daß die Mißstände, die vielfach zu unberechtigten Angriffen auf den Hausbesitz in seiner Gesamtheit geführt haben, so schnell wie möglich Ndz. Zum Abschluß der Jubiläumstagung des NS.-Lehrerbündes in Hof stellte der für die Abteilung Erziehung und Unterricht maßgebende Abteilungsleiter Hans Stricker für die Arbeit an der Weitergestaltung der Schule folgende zehn Leitsätze des NSLB.' w 1. Die deutsche Schule steht im Dienste des Volkes, der Partei und des Staates. Sie hat einen politischen Auftrag zu erfüllen, indem sie die Jugend einführt in die ewigen Wahrheiten der nationalsozialistischen Weltanschauung und sie zu einer kompromißlosen nationalsozialistischen Lebensführung erzieht. Sie hat einen Auftrag der deutschen Wirtschaft zu erfüllen, indem sie der Jugend solides Können-vermittelt und sie dadurch zu Höchstleistungen in allen Berufen ertüchtigt. Sie hat einen kulturellen Auftrag zu erfüllen, indem sie das kommende Geschlecht befähigt, am kulturellen Leben und Schaffen des deutschen Volkes teilzunehmen. Dabei sind die Besonderheiten der weiblichen Erziehung zu beachten. 2. Die deutsche Schule muß alle geeigneten Formen der Gemeinschaftserziehung aus- fchöpfen, weil sie für die Volksgemeinschaft erzieht. In einer deutschen Gemeinschaftsschule sind daher alle Klassen- und Konfessionsunterschiede zu überwinden. , ... 3 Die deutsche Schule kann sich nicht auf die Wisfensübermittlung beschränken. Erziehung und Unterricht in der Schule sind bestimmt durch eine untrennbare Einheit von Körper, Seele werden könne. Unbefriedigende Lustverteidigungs- Anleihe in Polen. Warschau, 26. April. (Europapreß.) Für die polnische Luftverteidigungsanleihe wurden bisher zwar über 300 Millionen Zloty (rund 150 Millionen Mark) gezeichnet, jedoch sind nur 80 Millionen statt des vorgeschriebenen Drittels bar e r - legt worden. Da der Zeichnungstermin am 5. Mai abläuft, so ist man in Finanzkreisen besorgt, daß die Realisierung der Zeichnungsbeträge, die für militärische Zwecke dringend gebraucht werden, großen Schwierigkeiten begegnet. Einige Warschauer Blätter äußern sich über das bisherige Ergebnis sehr unbefriedigt. Das Warschauer Blatt „Goniec" schreibt u. a.: „Der Staat hat es oorgezogen, mit einem Appell zur Zeichnung an die Oeffentlichkrit hervorzutreten. Unter den besitzenden Kreisen ist jedoch Zurückhaltung festzustellen. Es erheben sich Stimmen, die eine Aufsicht der Arbeiter über die Beteiligung der Unternehmen und Hausbesitzer verlangen'. Diese Pläne würden aber eine Bolschewisie- rung Polens fordern." Das Blatt kündigt aber dafür eine rücksichtslose Zwangsmaßnahme des Staates dem Unterhaus die einzelnen Zahlen mitteilt. Daß die Veröffentlichung des, Staatshaushaltes in England noch heute als ein besonders großes Ereignis empfunden wird, geht darauf zurück, daß die englischen Steuern und besonders die Einkommensteuer sehr beweglich gehalten sind, so daß also jeder Mehr- bzw. Minderbedarf sich in einem Steuerzuschlag ober Steuerabschlag ausdrückt. Von dem jetzt veröffentlichten Staatshaushalt mit feinen neuen großen Steueranforderungen heben wir nur einige Einzelheiten allgemeineren Interesses hervor: ursprünglich war vorgeschlagen, Kosmetika, also Verschönerungsmittel für die holde Damenwelt zu besteuern. Der Verbrauch an Verschönerungsmitteln ist in England enorm, da die Verstädterung des Lebens viel stärker als auf dem Kontinent vorgeschritten ist und die Damenwelt der Großstädte geradezu pionierhast den Lippenstift und das Pu- derdöschen Dorantrei'bt, womit wir nicht sagen wollen, daß die berühmte „ländliche Unschuld^ diesen denen die Aufsicht bei der Preisgestaltung für Mieten übertragen ist, zu der Anordnung ermächtigt, daß jeder Hausbesitzer eine angemessene Zahl von Wohnungen an kinderreiche Familien zu vermieten hat. Die Auswahl der kinderreichen Familien steht dem Hausbesitzer frei. Es handelt sich also nicht etwa um eine Wiedereinführung der früheren Woh- nungszwangswirtschaft. Wenn der Hausbesitzer keine geeignete Familie findet, kann er bei der zuständigen Behörde die Benennung einer solchen kinderreichen Familie oder die Freigabe der Wohnung beantragen. Die Freigabe der Wohnung kann dann auch zugunsten einer anderweitigen, den Zielen der Bevölkerungspolitik entsprechenden Vermietung erfolgen. Einem Vermieter, der eine Wohnung entgegen dieser Verordnung nicht an eine kinderreiche Familie vermietet, kann die Zahlung eines Geldbetrages bis 5000 Mark auferlegt werden. Die Be- träge’finb zur Verbilligung von Neubauwohnungen, die für kinderreiche Familien bestimmt find, zu verwenden. Damit werden die Schwierigkeiten, denen kinderreiche Familien bisher bei der Beschallung von Wohnungen begegneten, wirksam beseitigt, ohne daß ein großer Verwaltungsapparat eingeschaltet und ohne daß grundsätzlich in das freie Derfügungs- Z71 AUSGEWOGENES VOLLFORMAT 2. TABAK EDELSTER o ' & X ____ beseitigt werden. u— —/•— o, Deshalb werden jetzt die Stadt- und Landkreise, recht des Vermieters eingegriffen wird. hat zum Verzicht auf dieses Steuerobjekt die Furcht . vor der Lächerlichkeit beigetragen, da es an den Fingern einer einzigen Hand abzuzählen war, daß 1 sich die ganze Karikaturistenailde die Finanzierung der Rüstungsausgaben mit Lippenstift und Puder- doschen nicht entgehen lassen würde. Gasencus Besuch in London. Keine zweiseitige Garantie. London, 26. April. (Europapreß.) Das Außenministerium veröffentlicht eine amtliche Erklärung über den Besuch des rumänischen Außenminifiers G a f e n c u in London. Darin heißt es, der Besuch habe eine willkommene Gelegenheit zum Meinungsaustausch zwischen dem rumänischen Außenminister, Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax gegeben. Die Zusammenkünfte hätten sich d u r ch ä u ß e r st e Offenheit und Herzlichkeit auf beiden Seiten ausgezeichnet und dazu gedient, die G e - meinf amteit der Anschauungen zu betonen, die zwischen beiden Regierungen über schwebende Fragen bestehe. Der Abschluß der rumänisch-englischen Besprechungen findet in der Londoner Presse nur ein sehr schwaches Echo. „Times" schreibt, die rumänische Regierung befürchte anscheinend, daß durch einen übereilten Pakt die antisowjetrussische Stimmung im Lande w a ch s e n tonne. Nichtsdestoweniger sei eine Verständigung mit Sowjetrußland „wünschenswert" und sollte auch erreicht werden können. Großbritannien und Frankreich sollten mit all ihrer „Leistungsfähigkeit" den Bedürfnissen der industriell weniger ausgerüsteten Länder entgegenkommen, niemand stelle freilich die natürliche Tendenz des deutschen Handels, sich im Donauraum auszudehnen, in Abrede. „Daily Expreß" schreibt, Gafencu habe in London ttargemacht, daß die britische Garantie an Rumänien n i ch t gegenseitig gestaltet werden könne. Rumänien beabsichtige nicht, eine Garantie zu geben, die als ein Beitrag zur Einkreisung Deutschlands ausgelegt Das Reichswirtschaftsministerium hat für die folgenden industriellen Lehrberufe eine dreieinhalb- jährige Lehrzeit genehmigt: Werkzeugmacher, Schiffszimmerer, Metallflugzeugbauer, Fernmeldemonteure, Feinoptiker und Kleinuhrenmacher. Für die Zulassung derjenigen Lehrlinge, die infolge besonderen n 45. Geburtstag Fleißes ober besonderer Begabung das Lehrziel auszusprechen. Vorher hatten im Laufe des Tages vor dieser Ze i t erreichen, bleibt es bei den d i e F ü h r e r der Gliederungen der B eallgemeinen Vorschriften. __ ach Die fünf Eigenschaften, die die 1* yL Güte einer Zigarette bestimmen, 1(H*Un 11611 sind in der Eckstein No.5 vereint Wir feiern den 1. Mai. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau schreibt: Der nationale Feiertag des deutschen Volkes, der 1. Mai, ist insbesondere der Tag der deutschen Betrieb sgemein- schäften. An diesem Tag sollen einmal außerhalb des Alltags all die Schaffenden des Betriebes, gleich an welchem Platz sie stehen, sich zusammenfinden, um ein Fe st der Gemeinschaft zu begehen. An diesem Tage soll jede Betriebsgemein- schaft fühlen, daß sie in das große Ganze der deutschen Volksgemeinschaft hineingestellt ist. An diesem Tage soll sich zeigen, daß der Gedanke der Gemeinschaft, der Gedanke der unbedingten Zusammen- Am 1. Mai Flaggen heraus! Berlin, 26. April. (DNB.) Aus Anlaß des nationalen Feiertages des deutschen Volkes fordert der Reichsminisier für Volks'auf- klärung und Propaganda die Bevölkerung auf, ihre Wohnungen und Häuser mit den Fahnen des Reiches zu beflaggen. gehört gleit aller Schaffenden Wirklichkeit ist. Wir feiern deshalb diesen Tag nicht zu Hause, nicht in unserem engen Familienkreise, sondern zusammen mit unseren Arbeits- kameraden, mit denen wir im Alltag Seite an Seite marschieren. Kaum ein anderer Tag ist besser dazu angetan, alle etwa noch vorhandenen Vorurteile und vielleicht auch Gegensätze zu beseitigen, die mancher glaubt, nicht überwinden zu können. Der Führer hat dem 1. Mai wieder seinen Sinn gegeben als einem Tag der Lebensfreude, aber auch als einem Tag der Sammlung aller Kräfte, um die vermeintlichen Unterschiede immer mehr aus unserem Denken zu verbannen. Erst, dann, wenn uns dies gelungen ist, können wir sagen, daß wir die Idee des 1. Mai erfüllt haben. Hier ruht noch eine große und schöne Aufgabe 6^et)er Betriebs gemeinschaft, damit dieser Tag nicht Jahr für Jahr um deswillen begangen wird, weil es nun einmal so Brauch ist. Es muß vielmehr das Bestreben aller Beteiligten sein, besonders an diesem Tag zu beweisen, daß man mi't ganzem Herze n d a b e i ist und den Sinn der Betriebsgemeinschaft verstanden hat. Der Verlauf des 1. Mai im Nationalsozialistische Propaganda. Reichsminister Or. Goebbels sprach auf der Ordensburg Vogelsang. Vogelsang, 26. April. (DNB.) Auf der Ordensburg Vogelsang entrollte Reichspropagandaleiter Reichsminister Dr. Goebbels vor den Gau- und Kreispropagandaleitern der Partei und den Gau- und Kreiswaltern der Deutschen Arbeitsfront in klaren Umrissen ein Bild vom Wesen nationalsozialistischer Propaganda. Er ging aus von den Aufgaben, die die Kampfzeit stellte, und zeigte, wie die Aufgaben der stets aktiven und stets vorwärts- stoßenden Propaganda nach der Machtübernahme genau so groß und so wichtig geblieben seien wie vorher. Denn es gehe nicht darum, etwa heute die Macht zu sichern, sondern um das Ziel selbst: eine nationalsozialistische Zukunft. Die Merkmale nationalsozialistischer Propaganda hätten sich nicht geändert: Es komme daraus an, immer einheitlich nur ganz wenige Kardinalprobleme ins Blickfeld aller zu stellen. Gute Propaganda müsse klar sein. Sie müsse die Dinge vereinfachen und durchschlagend sein. Dr. Goebbels wies darauf hin, daß es nicht immer möglich sei, das gesamte Volk von vornherein über die Tragweite einzelner Probleme und die Absichten der Staatsführung voll ins Bild zu setzen. In solchen Zeiten müsse die Staatsführung dann auf den Vorrat von Vertrauen zurückgreifen, der im Volke vorhanden sei. Ein kleiner Kern fana-. tischer Anhänger müsse dann die Masse des Volkes durch die Kraft ihres Glaubens mitreißen können, auch wenn zeitweilig die Einsicht und die tiefergehende Erkenntnis fehlten. Die neue Großmacht Propaganda könne deshalb niemals eine Sache der Bürokratie oder der Routine sein, sondern die alten Kampfblocks der Bewegung würden immer ihre besten und treuesten Trager bleiben. Niemals lasse sich in Schulen erlernen, was nur das Leben selbst lehren könne. Den alten Propagandisten gelte deshalb auch sein besonderer Dank für ihre Treue und für ihren glühenden, fanatischen, nie ermüdenden Einsatz. * Reichsminrster Dr. Goebbels, der Schirmherr der Hebbel-Woche in Bochum, stattete am Mittwochabend der Stadt Bochum einen kurzen Besuch ab. Bei seiner Fahrt durch die Stadt wurde er von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Dr. Goebbels wohnte am Abend im Stadttheater einer Aufführung von „Gygesund sein R u h g" bei. In feiner Begleitung befanden sich der Reichsdramaturg Ministerialdirigent Dr. Rainer-Schlösser und der Leiter der Reichsschrifttumsabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialdirigent Berndt. Betrieb soll sozusagen eine Prüfung dafür sein, ob die im vergangenen Jahre von Betriebsführer, Betriebsobmann und Vertrauensrat beschrittenen Wege die richtigen waren. Die Gestaltung der Feier des Betriebs' kann daher nicht sorgfältig genug sein, nicht um nach außen etwas zu zeigen, sondern um im Innern Befriedigung und Ausdruck des Willens zur Gemeinschaft zu geben. Begehen in diesem Sinne die hessen-nassauischen Betriebe den 1. Mai, dann legen sie ein wahres Bekenntnis ab zu der wieder gewonnenen Gemeinschaft aller Deutschen und zu dem unbeugsamen Willen zur Beseitigung auch der letzten auf diesem Wege noch bestehenden Hindernisse. Der.nationale Feiertag des deutschen Volkes erhält damit einen ganz großen und tiefen Sinn. „Neugründung Europas." Ein Vortrag Alfred Rosenbergs in Köln. K ö l n , 26. April. (DNB.) Neichsleiter Alfred Rosenberg, der am Dienstag zu den Propagandisten der Bewegung auf Burg Vogelsang gesprochen und nach einer Grenzlandfahrt in Aachen geweilt hatte, traf am Mittwochmittag in der Hansestadt Köln ein. Am Nachmittag ehrte die Hansestadt Köln Rosenberg durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Zu der Feier im historischen Hansesaal des Rathauses hatten sich zahlreiche Ehrengäste aus Partei, Staat, Wehrmacht, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst, an ihrer Spitze Gauleiter Grohe eingefunden. Dor einem großen Kreis führender Persönlich, feiten sprach dann Alfred Rosenberg in der Aula der Kölner Universität. Während die erste. Sendung der Bewegung dadurch gekennzeichnet gerne«! sen sei, daß man sich über Weg und Ziele un« (eres Schicksales ljabe klar werden müssen, so ständen wir heute in der Etappe eines Versuches, eine Neugrün.dung Europas zu beschleunigen. Diese Neugründung sei heute schon werdende Geschichte. Wenn Deutschland auch nicht das Ziel verfolge, die Grundgedanken der nationalsozialistischen Bewegung anderen Völkern aufzuoktroyieren, so gebe es doch eine Anzahl von Weltproblemen, vor die nicht nur das deutsche Dost allein, sondern auch die anderen Völker gestellt seien. Rosenberg ging dann näher auf die Entwicklung Europas in den letzten 400 Jahren ein, während der sich Mitteleuropa in politischen Kämpfen zerfleischt habe und während der sich die westlichen Demokratien, Staaten also, die a n der Peripherie Europas lägen, eine über-! ragende Stellung in diesem Erdteil gesichert hätten^ In unserer Zeit aber beginne sich eine Wand-, lung zu vollziehen, und es sei klar zu erkennen, daß sich das Herz Europas nach Deutschland verlagere, das zusammen mit dem befreundeten Italien sich bemühe, Europa mit dem Geist einer modernen Zeit zu durchbluten und ihm neues Leben zu geben. Damit sei auch der ewige Kampf zwischen Germanen und Romanen verschwunden und habe einer schöpferischen Zusammenarbeit Platz gemacht. Die Auffas« sung beider Staaten bestehe darin, daß die Ordnung des europäischen Kontinents nur ausgehen könne von der Beseitigung der bolschewistischen Gefahr, einem Ziele, dem Deutschland und Italien nach besten Kräften dienten. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und die Silber; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (in Urlaub), i. V.: H. L. Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerer R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr« mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Statt Karten. Für die beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene überaus große Teilnahme sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren besten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Schäfer, Schneidermeister Karl Artz Wwe. Lang-Göns, den 27. April 1939. 02144 Die Beisetzung von Oberleutnant Rolf Dickore findet am Samstag, dem 29. April, vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 3075t) Tapeten - Neuheiten Große Auswahl. - Verlangen Sie unverbindlich meine neueste Musterkarte. 1973A Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Sohn Gartenstraße 10. Telefon 3636. Wmiliesi-Ws S; 6 ^2 Zimmer, Bad,Zentralheizung/ Wmtergarten.Garage, gr.Obstyar- ten (Bauplatz), bei 10-15000 RM. Anzahlung sofort zu verkaufen. Eilangebote unter 3069D an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Der Gastwirt Heinrich Decherl in Gießen, Neuen Bäue 5 („Zum kühlen Grund"), ist gemäß § 396 der Reichsabgabenordnung wegen 1. fortgesetzter Hinterziehung der Umsatzsteuer für 1935 bis 1938 mit einer Geldstrafe von . . . 1150,— NM^ 2. fortgesetzter Hinterziehung der Einkommensteuer für 1936 und 1937, begangen in Tateinheit mit Hinterziehung der Gewerbesteuer für 1936 und 1937 und der Bürgersteuer für 1937 und 1938 mit einer Geldstrafe von . 1350,— „ 2500,— RM. durch Strafbescheid rechtskräftig bestraft worden. Diese Bekanntmachung erfolgt auf seine Kosten. Gießen, 24. April 1939. 3081V _______________Das Finanzamt. Bekanntmachung. Aus Anlaß der Führerrede wird am Freitag, dem 28. April 1939, die Müllabfuhr in die Vormittagsstunden verlegt. Die Eimer sind ab 8 Uhr bereitzustellen. 3082D Gießen, den 26. April 1939. Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. J.A.: Gravert. Wellensittich entflogen. Abzugeben 102146 Bleichstraße 10. Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 MM- Ifluf i Mnimining Donnerstag« 20.15—32 I hr Stadttheater Heute !«■■■■ 20-22.30 Uhr Außer Miete! Zu kl. Preisen! Zum letzten Male Minna von Barnhelm Lustspiel von Lessing. Preise: RM. 0.40-2.10. I W 20-22.30 Uhr 29. Freitag- Miete 1 Zum letzten Male Der Vetter aus Dingsda Operette von Künneke. Preise: lsonD RM. 0.90-3.60. Donnerstag, ?7.April (939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 98 Zweites Blatt Feierliche Einweihung des Heeresstandorl-Lazaretts Gießen dem Gruppenarzt 6, Generalarzt Dr. N e m u s t l sollet Tätigkeit, sie beftimmen oen wang ver Mcichinen, sie sorgen dafür, daß die gefesselte Straft Oberfeldarzt Lazaretts, Höchstleistung vollbringt. 1 Lange. die Bilden ' stifte L Lied der Arbeit verstummt. Doch dann * N 1150,- ^8 bauan’t e Neu- und Erweiterungsbauten für die U niversität Gießen in Angriff genommen ihm der Kommandierende General des IX. Armeekorps, General der Artillerie D o l l nt a n n. Rechts unten: Der Schlüssel für das Lazarett. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) der dos hützt tlech- ist in ]ben. ■gen ühl! ttef ihr. Un- hinter I tz iu-r und Verkäuferinnen ihre Kunden bedienen. >eiL)mnibusführer kann nicht darauf ochthaben, er In feiner Uebernahme-Anfprache betonte Oberfeldarzt Dr. Strenger, daß er sich voll dessen bewußt sei, was diese Uebernahme für ihn selbst und für seine Mitarbeiter bedeute, toie bedeute die heilige Verpflichtung, jederzeit die ganze Kraft und das ganze Können einzusetzcn für das Wohl der anoertautcn, in ihrer Gesundheit geschädigten Kameraden. Dann sagte er allen denen, die ihre Arbeitskraft in den Dienst dieses stolzen Werkes stellten, herzlichen Dank. (5r dankte dem Baumeister W i e t h für den Einsatz seiner eisernen Energie und seiner hervorragenden Fachkenntnisse, seinen Mitarbeitern für nimmermüden Eifer, er dankte dem Heercs- verwaltungsamt im Oberkommando des Heeres, der Wehrkreisverwaltung Kassel, dem Heeresbauamt und seinem früheren Leiter Regierungsbaurat E i s e n h a r d t, der Heeresstandortverwaltung, besonders auch dem Oberbürgermeister unserer Stadt, den Unternehmerfirmen, den Künstlern und vor allem den Arbeitern der Faust. Er dankte ferner dem Heeres-Sanitäts-Jnspekteur, Generaloberstabsarzt Professor Dr. Waldmann, für die Möglichkeit. daß er. der Redner, selbst aktiv Jjabe Mitarbeiten können. In Dankbarkeit und Freude gedachte er ferner des Entgegenkommens des Ober- für das Wirken an dieser modernen und zeitgemäßen Stätte, schloß Oberstarzt Dr. Wolke- witz seine Ansprache. Mit dem Gedenken des Führers und dem Gesang der Lieder der Nation fand die würdige Feiner ihren Abschluß. Gang durch das Lazarett. Im Anschluß an die Feier nahmen sämtliche Gäste an der Führung durch das Lazarett teil und nahmen mit großem Interesse die Fülle der Ein- Dr. Strenger, mittelbar links ^Herrlich erfrischend gründlich reinigend und dabei den Zahnschmelz schonend. Sroße Tube 40 21, kleine Tube 25 2/. Das Modell für den Erweiterungsbau der Msdizinischen Klinik. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Ml mann5 Aufgabe fei, die ganze Kraft für das Wohl der anvertrauten kranken Kameraden einzusetzen. Mit Worten des Dankes für bisherige vorbildliche Mitarbeit und mit besten Wünschen für eine zukünftige segensreiche Tätigkeit, sowie mit einem Gedenken des Führers schloß er seine Ansprache. Sodann wurde am Eingangstor, wie auch an den Fahnenmasten, auf den Dächern die Reichskriegs- fahne gehißt. Empfang der Gäste. Arn frühen Nachmittag und pünktlich zur vorgesehenen Zeit trafen die zahlreichen Gäste ein, die durch ihr Erscheinen ihr lebhaftes Interesse an dieser zeitgemäßen und humanen Einrichtung der Wehrmacht bekundeten. Neben den hohen Offizieren der Wehrmacht, neben den Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen, fanden sich viele Gäste aus dem Kreise der staatlichen und kommunalen Behörden ein. Zahlreiche Dozenten aus dem Kreise der Landesuniversität nahmen Anteil. Oberfeldarzt Dr. Strenger, der Chefarzt des Heeresstandortlazaretts hieß sie zunächst in der edel gestalteten Eingangshalle willkommen. Oie $eier. Die Feier der Einweihung des Heeresstandortlaza- retts fand in der prächtig mit frischem Grün und vielen Blumen geschmückten Feierhalle statt, die von den Gästen bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach einem feierlichen Musikvortrag des Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 (Leitung: Stabsmusikmeister Krieg) hieß der Chefarzt, Oberfeldarzt Dr. Strenger die Begrüßungsansprache. Sein besonderer Gruß galt dem Kommandierenden General des IX. Armeekorps, General der Artillerie D o l l m a n n , dem Korpsarzt des IX. Armeekorps, i; Gmunal im Jahre aber kommt der Tag, an dem tue das Lied der Arbeit verstummt. Doch dann (ittlmgcn die Geigen der Freude, und sie jubeln i ml jauchzen nur deshalb, weil sie dem Lied der Slirli-it zum festlichen Ehrentag singen. H. W. Sch. gleichen Form er ft e I) en, in der er s i ch im Modell d a r b i e t et. Unser Bild zeigt das Modell! Die Grundsteinlegung für diesen Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik wird in feierlicher Form Mitte Mai stattfinden. Neben den Vorarbeiten für den Erweiterungsbau der Medizinischen Klinik wurden auch die ersten Arbeiten für die Verwirklichung der An-, U m - und Erweiterungsbauten für die Chirurgische Veterinärklinik begonnen. Auch bei diesem Vorhaben handelt es sich um ein größeres Projekt. Das jetzige Gebäude der Chirurgischen Veterinärklinik wird um ein Stockwerk erhöht. Es entstehen ein Hörsaal und mehrere Sammlungsräume. Außerdem wird im unmittelbaren Anschluß an den Hauptbau ein Stallanbau erstellt, wie er sich noch seinem Umfang ans den gegenwärtigen und zu erwartenden Bedürfnifsen ergibt. Außerdem werden einige Wohnungen erstellt Die Neubauten, die Um- und Erweiterungsbauten, die nun in den nächsten Monaten entstehen, werden sicherlich dazu beitragen, unserer Universität zu weiterem Ansehen — weit über den Kreis unserer hessischen Heimat hinaus — zu verhelfen. Zu unseren Bildern: Nebenstehend: Die Gäste besichtigen von einer Terrasse aus die großartigen architektonischen Linien des Lazarettbaues. Im Vordergrund der Chefarzt des ln Gefahr, allen nach lis Lied der Arbeit summt in den gewaltigen Uri ten der Ueberlandleitungen, es singt in dem Grolnbcn Feuer unter großen Kesselanlagen, es cssklngt aus dem eintönigen Lärmen der Feldbe- c icbt tungsmaschinen, und es ist auch dort vernehm- l qi wo in der Stille des Büros die Schreibfeder i b< Mktenbogen gleitet. Es ist ein Lied, das bald l in und anfeuernd klingt, bald leise wie ein gluck- jeuhr Wiesenbach rauscht, und doch plötzlich wieder Lire wollen Akkorde einer lebensfrohen Weise an- jjftyqt. Aber bei aller Vielfältigkeit des Ausdrucks 1 intiber Tonlage bleibt die Grundmelodie dieselbe: (15 it ein ehernes Lied, wie es seinesgleichen nicht II® RI i yi SN le ®e(t. e>ne üb5t, eyii unterdessen der Omnibusfahrer mit sicherer bit «uber^ W seinen riesigen Wagen. Er kommt vorbei an Mlhnriot* i siitiBertitätten, in denen geschickte Hande den Zei- haft: EM l ieiitift führen, vorbei an den Büros, aus denen icuner fö K.is®e!IaPper der Schreibmaschinen dringt vorbei leiflenleiterc jen prächtigen Läden, in denen gewandte Ver- yetueuer.. , ......y. nni>n ihre Kunden bedienen. Döhnend hallt auch bas Lied der Arbeit aus ter Fabrik. Es ist ein gleichmäßiger, herrischer Gern, zu dem die nimmermüden Maschinen den Takt iiyben. Hastig drehen sich die Wellen der Trans- lifl-men, weithin vernehmlich stampfen die Preßen, jhiiinf ächzen die Kräne unter fchwirrenden Lasten. j|or Prüfstand her aber brummt und stöhnt es m (ffosnöer Weise. Alle Kameraden in der Fabrik sind voller Tätigkeit, sie bestimmen den Gang der >lt der An! J tebS5IßiTri'feine'mä(4tn"e''unb>uert seine'Fahrgäste °r„tw°rtu„gsbewusst ihren Zielen entgegen. Und Ma H H1"*1'* finh ^ra^nbabnfubrer und Lokomotiv- jelDerfaufs! J t der reitag „02.30^ ' M*et S rr tz tz I tz rr § I Ij MW" Südseite des Bettenbaues entwickelt sich die Haupt- anlage mit einer Zieranlage vor dem Vettenbau. Technische Einrichtungen. Das Gebäude wurde mit den neuesten Anlagen ausgestattet, um allen Ansprüchen zu genügen. In der Bäderabteilung befinden sich medizinische Bäder, Schwefel-, Licht-, Darm- und elektrische Bäder, Inhalatorium, Wechsel- und Massagebäder mit den erforderlichen Ruhe- und Auskleideräumen, Zandcr- saal mit Bewegungsapparaten. Ein umfassender Raum nimmt die Röntgenabteilung mit ihren Laboratorien ein. Die Operationsabteilung enthält zwei große Operationsräume mit den dazu gehörigen Vorbereitungsräumen, Sterilisierraum, Untersuchungsraum, Zystoskopierraum, Gipsraum und Wäschedesinfettionsraum. Eine besondere Abteilung bildet die Apotheke mit Arzneimittelraum, einem Dampflaboratorium und Dcstilieranlage, Verbandmittelzimmer und Vorratsräume. Sorgfältigst ausgestattete Behandlungs- und Untersuchungsräume sind für alle Abteilungen eingerichtet. Im Kellergeschoß befindet sich die Trans- sormatorenstation mit einer Rotsttomanlage, die Derteilungseinrichtungen für Heizung und Wasserversorgung und eine Hochdruckdampfanlage. Fernthermometeranlage, Aerzte- und Krankenrufanlag« zur Kontrolle und Ueberwachung sowie Radio-Anlagen für alle Räume vervollständigen die Ausstattung. Wohnungen. Aerzte und Personal sind in den zur Verfügung stehenden Wohngebäuden und in den einzelnen Gebäuden selbst untergebracht. Im Lazarett selbst ist das Sanitätspersonal untergebracht, ebenso die Schwestern. Es können neben den Familien im Lazarett normalerweise 40 Personen unterkommen. künstlerische Ausschmückung. Mit besonderer Sorgfalt wurde die künstlerische Ausgestaltung des Lazaretts bearbeitet. Den Eingang des Hauptgebäudes schmückt eine mit Steinornamenten verzierte Bogenhalle mit dem Hoheitszeichen darüber. Die Haupteingangshalle ist mit Lahnmarmor verkleidet und hat als besonderen Schmuck einen Brunnen erhalten, in dessen Nische die Bronzefigur eines Jünglings steht mit einer Fackel als Genius der Genefuna. Der Entwurf stammt von Professor V a r n e s i (Frankfurt a. M.). Die Fenster der Eingangshalle sind mit getönter Bleiverglasung ausgestattet und haben feine Zeichnungen von Heilpflanzen. (Entwurf von Kunstmaler Lammeyer, Frankfurt a. M.) Der Feierraum ist in besonderer Weise durch den Kunstmaler Oskar Martin (Amorbach/Holzhausen bei Nußdorf, Inn) mit einem eindrucksvollen Fresko, das die gesamte Wandfläche bedeckt, gestaltet worden. Das Wandbild stellt den Kreislauf des Lebens dar. Der gesamte Raum ist aus das Fresko abgestimmt durch die Vertäfelung und einen schmiedeeisernen Kronleuchter, der von dem Bilhauer Krämer entworfen und durch seinen Vater Kunstschmied Krämer (Hanau) ausgeführt wurde. Der 24flammige Leuchter wird durch die astronomischen Tierkreiszeichen geschmückt. Die Vertäfelung und die Möbel des Offiziers-Besprechungsraumes sind aus poliertem Nußbaumholz. Zwei Tafelbilder von dem Kunstmaler Lammeyer (Frankfurt a. M.), deren eines eine Darstellung der Ruine der Medizinschule des Hippokrates auf der Insel Eos bei Rhodos darstellt, schmücken diesen Raum. Eine Büste des Führers von dem Bildhauer Georg Krämer (Frankfurt a. M.) und ein 18flammiger Metallkronleuchter vollenden die Ausstattung. Die übrige künstlerische Ausgestaltung der Tages- und Aufenthaltsräume für Kranke und Personal ist mit Bildschmuck durchgeführt. Die Stein- brüstungen der Liegetxerrassen im 1. und 2. Obergeschoß der Südseite sind mit Heilpflanzenornamenten verziert, entworfen von Professor Schmidt- Kaestner in Kassel und Bildhauer Krämer (Frankfurt a. M.). Das Leichenhaus ist mit einem schmiedeeisernen Tor, nach einem Entwurf von Professor V a r n e f i und Ausführung von Kunstschmied Krämer (Hanau), versehen. Ebenso einige Zier- und Fenstergitter. Die Glasfenster des Aufbahrungsraumes find mit figürlichem Schmuck in Bleiverglasung nach Entwürfen von Kunstmaler Poppe (Frankfurt a. M.) ausgestaltet. Holzbildhauer Berle (Gießen) lieferte einen Entwurf für einen Beleuchtungskörper, Fackel und Kranz. Zwei Portale am Be-amtenwohnhaus sind nach Ent- Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 13 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ein wundervoller Gedanke von Ihnen, mich hier herauszubringen", sagte Dina entzückt, als sie durch den Winterwald gingen. „Man hat in der Stadt wirklich keine Ahnung davon, wie schön es draußen ist." „Besonders heute im Rauhreif. Aber auch sonst — wenn ich mich in Biringen frei machen kann, fahre ich immer in die Berge. Der Schnee hat mir Drüben am meisten gefehlt/ „Das kann ich mir denken. Sommer ist wunderbar, aber immer Sommer —" „Immer Sommer ist genau so unerträglich wie es ein Winter ohne Ende sein würde. Am schlirnrn- sten ist drüben die Feuchtigkeit bei der Hitze, die alles verdirbt, was nicht in tropensicheren Behältnissen aufbewahrt wird. Man wird trotz aller Gegenmaßnahmen ensetzlich schlaff dadurch. Was hätte ich manchmal für eine frische, scharfe Kälte wie heute gegeben — und für einen Anblick wie diesen!" Sie waren tn einen schmalen Pfad eingebogen, über den sich die bereiften Bäume wie silberne Bogen spannten; wo die schräg einfallende Sonne die Zweige traf, funkelte und blitzte es, daß man geblendet die Augen schließen mußte. „Wie im Märchenwald!" sagte Dina hingerissen. „Gleich wird die Schneekönigin erscheinen, um unter diesem silbernen Baldachin in ihr Reich einzuziehen." „Im goldenen Schlitten, gezogen von weißen Renntieren mit goldenen Geweihen", sprach er lächelnd weiter. „Sie sehen, ich habe meinen Andersen auch noch nicht vergessen", lachte er auf ihr erstauntes Gesicht. „Das von der Schneekönigin war sogar mein Lieblingsmärchen, als ich noch an Märchen glaubte." „Ich glaube an Märchen. Jetzt wieder. Ich habe es doch selbst erlebt, das Märchen vom Aschenbrödel." „Zu jedem richttgen Märchen gehört aber auch ein Prinz", sagte er halb scherzhaft. „Dann allerdings. An den Märchenprinzen glaube ich auch nicht mehr." Ihre Stimme war plötzlich hart geworden. 82 Betriebe wurden neu mit dem Gaudiplom ausgezeichnet. NSG. Am Mittwochnachmittag verlieh Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in einer feierlichen Sitzung der Arbeitskammer Hessen-Nassau im Büraersaal in Frankfurt a. M. 82 Betrieben das Gaudiplom für hervorragende Leistungen neu und bestätigte die 51 im Vorjahr verliehenen Gau- diplome. Vor der Verleihung gab Gauobmann Becker einen großartigen Leistungsbericht über den II. Leistungskampf der deutschen Betriebe im Gau Hessen-Nassau. Zu Beginn der festlichen Sitzung der Gauarbeitskammer, an der zahlreiche Gäste aus Partei, Staat und Behörden sowie die Betriebsführer und Betriebsobmänner der auszuzeichnenden Betriebe teil* nahmen, umriß Gauobmann Becker die Aufgabe des Leistungskampfes der deutschen Betriebe, die deutsche Wirtschaft und das Betriebsleben in unserer Weltanschauung auszurichten. Dabei bezeichnete er den Leistungskampf und den Reichsberufswettkampf als die beiden großen Säulen der Neugestaltung aus nationalsozialistischem Geiste. Er meldete dann dem Gauleiter den Abschluß des Leistungskampfes 1938/39 und gab dabei einen großartigen Bericht über die Erfolge, die in dem II. Leistungskampf im Gau Hessen-Nassau auf den verschiedenen Gebieten erzielt wurden. Sodann sprach Gauleiter Sprenger. Er erinnerte daran, daß unser Gau bereits im letzten Jahre vier Musterbetriebe, 51 Betriebe mit dem Gaudiploch und 33 Betriebe mit einem Leistungsabzeichen aufzuweisen hatte. In diesem Jahre können 82 Betriebe neu mit dem Gaudiplom ausgezeichnet werden, so daß wir mit wirklicher Befriedigung auf die bisherigen Erfolge im Leistungskampf blicken können. Für die, die nun im Besitze einer Auszeichnung sind, gilt es, die Anerkennung i m - mer wieder neu z u verdienen. Die Betriebe aber, die bisher noch nicht ausgezeichnet werden konnten, müssen ihre Anstrengungen verdoppeln. Das Ziel dieses großen Kampfes ist, daß die ganze deutsche Wirtschaft Musterbetrieb wird. Ich richte daher den Appell an alle, Träger des Leistungskampfgedankens zu werden und durch ihn das Gesicht des neuen Deutschlands zu formen helfen. Anschließend überreichte der Gauleiter den Betriebsführern und Betriebsobmännern der ausgezeichneten Betriebe die Gaudiplome und die Bestätigungsurkunden für die vorjährigen Diplome. Die Musterbetriebe in Gießen und Oberhessen. Aus Gießen und Oberhessen wurden folgende Betriebe ausgezeichnet: Gustav Geisse, Lebensmittelhandlung, Gießen, Seltersweg. Walzenmühle Assenheim, Assenheim, Kreis Wet- terau. Wilhelm Neumann, Säge- und Hobelwerk- Zimmergeschäft und Holzhandlung, Schotten i. Ober- hessen. ' H. L. Wißner, Dampfsägewerk-Zimmergeschäft und Holzhandlung, Londorf i. Oberhessen. Bezirkssparkasse Alsfeld, Alsfeld i. Oberhessen. Bezirkssparkasse „Mathildenstist", Friedberg i. H. Johannes Nickel, Hartbasaltwerke, Ober-Wid- dersheim, Kreis Büdingen. William-C.-Kerckhoff-Jnstitut, Bad-Nauheim. Georg Baumgärtner, Leinenweberei, Schlitz. wurf und Ausführung von Bildhauer Bourcarde (Gießen). Die Gartenanlage stammt im Entwurf von Dipl.-Gartengestalter Z ö p p i ch (Frankfurt am Main). Heimische Handwerker stark beteiligt. Den vielen Firmen und Handwerkern Gießens sowie der näheren und weiteren Umgebung, die an diesem Lazarettbau tätig waren und im einzelnen wegen der großen Zahl an dieser Stelle nicht genannt werden können, soll hiermit im gesamten für ihre besondere Leistung Dank gesagt fein. Die Bauleitung des Heeresbauamtes führte für fast die gesamte Bauzeit Regierungs-Baurat E i f e n h a r d t als Amtsvorftand und betreute die außerordentlich große und verantwortliche Ausführung auch unter seinem Nachfolger Regierungs-Bauassessor Teubner. In Baumeister Wieth erstand der Lazarettabteilung des HBA. ein unermüdlicher und unersetzlicher Leiter. Vornotizen. Tageskatender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Minna von Barnhelm". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebe streng verboten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstr.): „Ein Walzer für Dich". — Im großen Hörsaal der Universität, 20.15 Uhr, Tonsilm-Vortrag über 100 Jahre Photographie. Stadttheater Gießen. Heute abend, um 20 Uhr, findet die letzte Vorstellung des klastischen Lustspiels „Minna von Barnhelm" ‘ von G. E. Lessing statt. Die Spielleitung hat Hannes Razum. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Oie Aufgaben der Kindergruppen des Deutschen Frauentverkes. Gfs. Aus verschiedenen Anfragen ersehen wir, daß die Zwecke der Kindergruppen noch nicht allen klar geworden sind. Besorgte Eltern fragen, ob die Kinder denn dort schon arbeiten müßten! Das Deutsche Frauenwerk hat die Kindergruppen gegründet, um die 6 bis 10jährigen Schulkinder spielenderweise aus die sie später im BDM. und Jungvolk erwartenden Pflichten vorzubereiten. Es sei nochmals betont, spielenderweise Einmal in der Woche kommen die Kinder zwei Stunden zusammen. Sie dürfen malen, basteln, Lieder fingen, eine fröhliche Turnstunde wird eingelegt, auch von unserem großen Führer, seiner Einstellung zu den Kindern und dem Nationalsozialismus bekommen sie in einer für sie leichtverständlichen Weise erzählt. Die deutschen Märchen sollen auch hier wieder für sie erstehen. Und nun im Sommer wird die Leiterin jede schöne Stunde benützen, mit ihren kleinen Schützlingen ins Freie zu wandern. Also keine Sorge, daß den Kindern irgendeine Belastung auferlegt wird! Die Eltern tun nur gut daran, den Kindern ein paar fröhliche Ermahnungen mit auf den Weg zu geben, daß die Kleinen nicht den Leiterinnen ihre gewiß nicht allzu leichte Arbeit unnötig erschweren. Der Schulungsabend der Jugendgruppen im April. Gfs. Der letzte Schulungsabend der Gießener Jugendgruppen war ausgefüllt durch einen außerordentlich interessanten Vortrag von Dr. Jentsch üher Erb- und Rassenpflege. Er sprach dann noch ausführlich über Ehestandsdarlehen. Es erfolgte bann eine rege Aussprache über die angeschnittenen Themen. Dies war für die nächsten Monate der letzte Schulungsabend der Jugendgruppen. Es folgen nun Bastelabende, die ihren Abschluß Ende Juni mit einer Leistungsschau und anschließendem ftöhlichem Sommerfest finden. Gießener IDodjennyirFlpreife. * Gießen , 27. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Weißkraut, kg 13 bis 15, Rotkraut 18, Karotten 16 bis 18, Spinat 16 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 10, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 40 bis 65, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, neue, V» kg 18 Pf., alte, % kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Hähne 85 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 25 bis 30, Salatgurken 80 Pf. bi« 1,20 Mark. Lauch 5 bis 12 Pf., Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60, Er sah sie von der Seite an. Da war wieder der bittere Zug, der ihm bei der ersten Begegnung auf gefallen war. Sie mußte eine schwere Enttäuschung erlebt haben, und es war ungeschickt von ihm, sie daran zu erinnern. „Märchen sagen: Es war einmal. Die Wirklichkeit sagt: es ist. Man soll dem „Es war einmal" nicht zu viele Rechte einräumen." Sie verstand ihn und lächelte trübe. „Das ist Nicht so einfach. Männer können es wohl eher, Männer sind Tatsachenmenschen, Frauen hängen mehr an Stimmungen — und an Erinnerungen", fügte sie leise hinzu. Also stimmte es, sie trug eine Erinnerung mit sich herum, unter der sie litt. Daher der bittere Zug. Natürlich hängt es mit ihrer Scheidung zusammen. Wenn ich nur eine Ahnung hätte, wer ihr Mann war, überlegte er. Aber vor allem muß ich sie wieder auf andere Gedanken bringen. „Wird es Ihnen auch nicht zu anstrengend in dem hohen Schnee? Dann kürzen wir hier nach rechts ab." „Nein, gar nicht!" beteuerte sie eifrig, dankbar für feine Rücksichtnahme. Aber wo ist Schnurze!?" fragte sie besorgt. Sie riefen und pfiffen, und endlich kam ein weißer Ball zwischen den Tannen herausgeschossen, nur an der kleinen roten Zunge, die hechelnd heraushing, ernannte man in dem schneebedeckten Etwas einen äußerst vergnügten kleinen Hund. „Wo bleibst du denn, du Herumtreiber?" sagte Holk vorwurfsvoll. „Du mußt doch aufpaffen, wo wir gehen." Schnurze! wedelt mit seinem Stummelfchwänz- chen. „Das müßt ihr doch einsehen", sagten seine blanken Augen, „daß ich nicht immer auf euch achten kann — hier im Walde, wo es so viel Herrliches zu riechen gibt." Und als er merkte, daß die Menschen ihn verstanden — Hunde merken das immer —, stieß er, übermütigen^ pustend, seine schwarze Nase tief in den Schnee, daß eine weiße Wolke um ihn aufstob. Beide lachten über den drolligen kleinen Kerl. „Ich muß gut auf ihn aufpaffen", sagte Holk. „Meine Mutter hängt sehr an ihm." „Das kann ich verstehen", antwortete Dina lebhaft. „Ich will später unbedingt auch einen Hund haben." Sie waren um eine Ecke gebogen und standen nun ziemlich unvermittelt am Fuße eines kleinen Abhanges. Jemand rief laut „Bahn frei!", und Holk konnte Dina gerade noch zur Seite reißen, da sauste auch schon ein Rodelschlitten an ihnen vorbei und kam nach einigen Metern zum Stehen. Das Wollpaket darauf erwies sich als eine wohlgerundete Dame, die sich anschickte, schnaufend und vergnügt ihren Schlitten wieder bergaufzuziehen. „Fein geht es heute!" sagte sie wohlwollend, als sie an den beiden vorbeistampfte. Ihre Rückseite war durch den beim Abfahren aufgeroirbelten Schnee weiß bereift. „Die Schneekonigin!" sagte Holk ernsthaft. Dina mußte lachen, achtete nicht auf den Weg und glitt auf einer vereisten Stelle aus. Noch ehe sie fallen konnte, hatte Holk sie im Arm. „Das ist die Rache der Schneekonigin', sagte sie vorwurfsvoll, als sie ihr Gleichgewicht wiederhatte. „Wie unfreundlich von der Dame, Sie für meine Sünden büßen zu lassen!" Er schob wie selbstverständlich seinen Arm unter den ihren, als sie weiter- gingen, und sie ließ es ebenso selbstverständlich geschehen. So wanderten sie zusammen durch den verschneiten Wald, waren auf eine seltsame Weise miteinander vertraut, als hätten sie sich von jeher gekannt. Sie sprachen nicht mehr viel. Sie ließen sich ein- fpinnen vom Zauber der Winterlandschaft, horchten auf den knirschenden Laut des Schnees unter ihren Schritten, auf das leise Knistern in den Bäumen, wenn ein Zweig sich seiner Last entledigte und der Schnee als weiße Wolke herniederkam, auf die fröhlichen Rufe der Sportler, die von irgendwoher durch die Stille hallten, halb aufgefogen von dem dicken weißen Winterteppich. Sie achteten auf keine Zeit, fühlten keine Müdigkeit, sie hätten immer so weiterwandern können ... Die Gebäude des Observatoriums tauchten auf, Dina stieß einen tiefen Seufzer aus. „Wir sind ja schon da, schade", sagte sie unwillkürlich. Er drückte ganz leicht ihren Arm, ehe er sie losließ. „Hoffentlich hat es Sie nicht zu sehr angestrengt?" „Ängestrengt? Mich! Ich konnte noch stundenlang weiterlaufen", sagte sie lebhaft. „Es war herrlich!" „Das war es", stimmte er ebenso lebhaft zu. „Aber für heute ist es doch genug. Außerdem wird es dunkel. Ich denke, wir nehmen jetzt die Straßenbahn zurück in die Stadt" Am zweiten Feiertage sind die Lokale besser besucht als am ersten. Aber sie fanden doch noch eine behagliche Ecke in einem kleineren Cafö, wo sie sich ungestört unterhalten konnten. „Wie mein Gesicht glüht", Dina puderte sich verstohlen die Nasenspitze. „Ich glaube, ich bin rot — wie ein Schlußlicht." . Nicht ganz", beruhigte er. Außerdem steht Ihnen die frische Farbe sehr gut." llebertragung der Führerrede in Gießener Gaststätten. Der morgige Freitag wird unsere gesamte deutsche Volksgemeinschaft vor den Rundfunkgeräten sehe^ Um 12 Uhr wird Deutschland und die Welt die Antwort, die der Führer Adolf Hitler dem tya- sidenten der Vereinigten Staaten Roosevelts geben hat, hören. Auch in unserer Stadt sind bereite alle Vorkehrungen getroffen. Die Ladengeschäft werden in der Zeit von 12 dis 13.30 Uhr geschlosst fein, damit jedermann Gelegenheit hat, den Führer- zu hören. In den Betrieben wird ein Gemeinschaft empfang durchgeführt werden. Für die Jugend st det die Rundfunkübertragung in den Schulen ffaii,. Um aber auch tatsächlich allen Volksgenossen bir Gelegenheit zu geben, den Führer zu hören, hab^. sich die Gießener Gaststätten selbstverständlich bereit. erklärt, ihre Räume und Rundfunkgeräte zur Verfügung zu stellen. Innerhalb der Stadt Gießen anfri in den Bereichen der verschiedenen Ortsgruppe sind es folgende Gaststätten: Ortsgruppe 2H i H e : „Württemberger Hof. Bahnhofstraße; „Stadl Mainz", kreuzplah: Gast, stätte „Zum Löwen", Neuenweg. Ortsgruppe Nord: Restaurant „Pulver mühle", Rodheimer Straße 11; „Zum Gambrinus' Wehsteingasse 10; Gaststätte „Zum Aquarium" walltorslrahe 5; „Frankfurter Hof", Lindenplah Restaurant „Krämer" Marburger Straße 25. Ortsgruppe Ost: Restaurant „Germania' Kaiserallee; „Schühenhaus", Grünberger Straße. Ortsgruppe Süd: In sämtlichen Lokalen innerhalb der Ortsgruppe. Die Zugendkunbgebung am 1. Mai Die Durchführung der Jugendkundgebung q 1. Mai liegt wiederum in den Händen der Hitln> Jugend. Verantwortlich für die Gestaltung b« Kundgebung in jedem Standort ist der Standorts^ rer der HI., der in engster Zusammenarbeit mi dem Ortspropagandaleiter der NSDAP, seine Don b er ei hing trifft. Die Uebertragungsjeiten sind folgende 8.30 Uhr: Beginn der Uebertragung, Eintreffen de- Neichsjugendführers und des Reichspropa, gandaleiters. 8.35 Uhr: Meldung durch Obergebietsführer An mann, bann Ansprachen des Reichsjugendfch rers und des Reichspropagandaleiters. 8.50 Uhr: Eintreffen des Führers. Der Führer spricht zur Jugend Großdeutsch lands! 9.15 Uhr: Ende der Kundgebung. Die Standortführer der HI. sind dafür üeranb wörtlich, daß die Standorte um 8.20 Uhr zur Kundgebung angetreten stehen. Tödlicher Lerkehrsunfall an der 6(fc Ludwigstraße-Wilhelmstraße. Gestern vormittag gegen 7 Uhr ereignete sich am der Kreuzung Ludwigstraße/Wilhelmstraße ein Der-' kehrsunfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der bei der Reichspost angeftellti: 23jährige Arthur Schon aus der Ebelstraße wollt,? mit seinem schweren Motorrad zur Post fahren. An der Ecke Ludwigstraße fuhr er mit großer Wucht gegen ein Auto, das im gleichen Augenblick in den Richtung zum Studentenhaus die Kreuzung passiert- Der Verunglückte erlitt bei dem Zusammen^ schwere Gesichts- und Schädelverletzungen, öerer Folgen er unmittelbar nach seiner Ginlieferung im die Chirurgische Klinik erlag. Das Motorrad wurde! bei dem Zusammenstoß vollständig zerstört. Der Verunglückte war erst vor kurzer Zeit aus Spaniern zurückgekommen, wo er unter den Fahnen Francon gegen den Bolschewismus kämpfte. ---- 4L flk wirktschmerzstillend- ii Amol Karmelitergeist ab 80 Pf. in allen Apotheken u. Drogeriem „Ist dies Kompliment auch wieder Dienst anrn Kunden?" neckte sie. ,^Ich bewundere Ihr Gedächtnis. Nein, heute nicht», heute bin ich ganz privat." „Dann besten Dank. Nehmen Sie Zucker?" „Ein Stück bitte." „Milch? „Auch etwa, danke schon." , „Der Kuchen ist gut", stellte Dina fest, „ich Ham einen Mordshunger." „Darf ich Ihnen noch etwas bestellen?" „Schnurzel, wie denkst du darüber? Wollen wir Herrchen ruinieren?" Schnurzel legte seinen feucht«'' kleinen Bart auf ihr Knie und sah hingebungsvoll zu ihr auf. Augenscheinlich hatte er keine HeM' mungen in dieser Hinsicht, vorausgesetzt, daß weiter" hin so ehrlich mit ihm geteilt mirröe. Holk bestellte. „Haben Sie schon weitere Pläne^ „Nur für die nächste Zeit. Ich muß nochmal nj* Luzern und will im Anschluß daran nach Arost Es soll sehr gutes Schigelände haben." ,/Das hat es", bestätigte er. „Sie kennen es?" „Seit meiner frühesten Jugend. Mein Vater wo!' Konsul in Bern", fugte er hinzu. „Ach. Dann natürlich. Eigentlich weiß ich 9°° nichts von Ihnen", meinte sie nach einer Pause. „Allzuviel ist von mir auch nicht zu berichte^ Mein Vater war, wie gesagt, im KonsulatsdiensÜ, er starb, während ich in Kolumbien war; nui|W Mutter zog wieder nach Potsdam, ihrer HeimM ftabt, und meine einzige Schwester ist in Hollam verheiratet." „Ist sie jünger?" „Drei Jahre. Sie hat zwei Jungen und Mädel. Famose Kerlchen, aber unbändig wild, roenr sie auf Ferien in Potsdam waren, ist meine alt:> | Dame hinterher völlig abgekämpft", lachte er. Mal' merkte, baß er an den Kindern hing. „Es muß hübsch sein, einen größeren Bruder 3r- haben", meinte Dina träumerisch. „Ich war imm£< allein. Eine kleine Schwester starb so früh, daß w gar nichts von ihr weiß, und eine verheiratete Co»' fine ist eigentlich meine einzige nähere Verwandte ,Las kann aber auch sehr nett sein. Ich havc einen Detter, mit dem stehe ich wie mit einen Bruder." „Es kann — möglich", gab Dina zu. „Aber metm: Cousine und ich sind sehr verschieden, wir niemals viel Kontakt gehabt, auch als Kinder n'd) ■ Sie ist eine sehr schone Frau", fügte sie neidl0' hinzu. (Fortsetzung folgt.) Die K s J039 ist? "de Z-S Meter Mangel ° und gab w.» Milder M Di Gails Wei to®i wn «oorben. Kamerad Lkameradi t front w 1 3 Tage tr i KomM N hörige i zHabl bei üMängl I- g.fiompc i( henorge fi ches und ß hatte es ü nehmen sl-er ffinbi Khotte, gal -chnisreiit uvpn ihr 1 zu ihrer ÜSR. 138 ’ M ein! i Jtompan 5 Eine M g einen § I Den N j froher ( ♦* D I Aut der | Feier d ö bereits (] find die ! Die Ar • Dange. ' 5.50 U | Morgens, ! Es spielt tnanbos ! Mutter Epieljest I 10: Sdji I Weiftet. ! Äon den 11.40: S lieber i dem Reich, ! Seiten. ( hnus de i ^es Re Mikrop für bei Wer fr 18.30:! Achter piegel. llusfüh Hers ft der bX *22.15: und m d l SJtxfport Wirtschaft Trohdtt feft, .* nach dem berühmten Doppel-Lösungsverfahren Mobiloel ist hergestellt feindlichen und nichts Besseres Mobiloel «GOYZf für Ihren Motor! bafür m hrzur^ un)i Unterhaltung. zstilleni beleben! eken u. Ot»F ier T* rin, W Zu-terk um Hebung n der h Mung Standes lenarbtii k- (einej Die Gesunderhaltung unserer Jugend ist unsere wichtigste Aufgabe! Meldet der NSV. Freiptähe für kinderlandverfchickung! > her 8 Irak ignete raße ein! Menschs ost angr. rlstraße d >st fahren großer 5 mbßd in mg p$ lsatMn .nyn, > nlieserus torrab t zerstob aus Tpc hnen Fm ich folg- iintreffrr Reichspi tsführer d)sjugeii iters. „reiner Schmierstoff", frei von allen motorrückstandbildenden Bestandteilen. Es gibt ‘150 Uhr: Bauer, merk' auf! 6: Morgenlied. — ~ """ "OA “-"“orrert. Bestes Oel zu verwenden ist kein Luxus, sondern ein Gebot ,jer Vernunft zur AVerterhaltung der kostbaren Kraftfahrzeuge. T^undfunkprogramm Freitag, 28. April. Rein äl ß i«9 it. "M ',S liitH M W "huleni genofln )°ten, i üblich k i,e jntl D'etzq Otf5gtt berget! ipldl); | j Sambtii Nau, Cinbeti] «fee 25. n®etitiGi r 5lrch hen £oi Wettschießen SA. Brigadestab — SA.-Reiterstandarte. Auf Aufforderung der SA.-Reiterstandarte 147 sand Mittwochnachmittag auf den Schießständen des Schützenhauses ein KK-Wettschießen zwischen dem Stab der SA.-Brigade 147 und der SA.-Reiterstandarte 147 statt. Der Stab der Brigade trat mit folgender Mannschaft an: Brigadeführer Schwarz, Standartenführe Lutter, Sturmhauptführcr Bogt, Ooertruppführer Nicolaus, Obertruppführer Solms, Obertruppführer Schmitt, Obertruppführer Heuser, Derw.-Truppführer Zeller, Truppführer Hedrich und Bern.-Oberscharführer Schuhmann. Die SA.-Reiterstandarte 147 wurde vertreten durch: Obersturmbannführer Münker, San.-Sturm- führer Rathcke, San.-Sturmführer Euler, Sturmführer Pauly, Obertruppführer Fischer, San.-Ober- truppführer Rietschel, Truppführer Lettow, Trupp- Zetrügerischer Stoffhändler gesucht. Geschädigte sollen sich melden. !D" Kriminalpolizei teilt mit: Ende März W ist in Gießen ein betrügerischer Stoffhandlcr Ci (-treten. Der Täter fuhr mit einem Personen- k'csMaaen vor und bot seine Stoffe als „echt englisch oder „italienisch" an. Er sicherte insbesondere 6,116 Größe von 3,30 Meter auf 1,60 Meter zu. 'i| Wirklichkeit waren die Stoffe aber nur 3,10 r auf 1 40 Meter und wiesen viele Fehler und sRj ael auf. Der Täter sprach nur gebrochen deutsch inb gab an, Italiener zu (ein. Zur Ermittlung des 5ot .s werden Geschädigte ersucht, bei der Krirninal- lißiei Anzeige zu erstatten und die von einer An- ■ i!y ausländischer Stoffhändler vorhandenen Licht- 1 ilbir einzufehen. * 4 Dienstjubiläum. Berwaltungsassistent ‘Bilelm Gilbert, Gießen, Crednerstraße, tätig Lei der Verwaltung der klinischen Universitäts- sinijlten Gießen, feiert am heutigen 27. April das ; utläum einer 25jährigen Dienstzeit. Herr Gilbert «rn^ßt bei seinen Vorgesetzten und auch bei seinen hrb itsfameraben sowie bei der ganzen Gefolgschaft i ns beste Ansehen und ist allgemein geschätzt. *' Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage jl'i die Arbeiter Theodor Burk aus Gleiberg jbto” Heinrich Wallbott aus Garbenteich bei i:en GÜrlfchen Tonwerken ihr 25jähriges Arbeits- jil'iäirm. Herr Burk ist als Sortierer und Herr ^Ba, bott als Pressenarbeiter in diesem Betriebe lMdäftigt. Sie haben sich während dieser Zeit die 'Miedenheit und Achtung der Betriebsführung er- i Minen. Mit allen Mitarbeitern pflegen ste gute Noi eradschaft. Durch die Firma und ihre Arbeits- ■tti'raben, wie auch durch die Deutsche Arbeits- Toi, werden die Jubilars an ihrem Ehrentage ent- occhend gefeiert. „ , „ „ n . - Kompanietreffen der 6/390. Dieser Ue trafen sich auf Einladung des ehemaligen !o panieführers, Studienrat Schad, 80 Ange- ibme der ehern. 6/390 im Burghof. Die große la1' der Erschienenen beweist den Geist und die ilwänqlichkeit seiner Soldaten. Auch die aktive ). fompanie 116, aus der die 6. Kompanie 390 icnorgegangen war, war durch ihren Kompanie- l»e und mehrere Unteroffiziere vertreten: ferner tat» es sich der Kreisführer des NSRKB. nicht leimen lassen, der Feier beizuwohnen. Nachdem Di Einberufer die Gäste und Kameraden begrüßt tat», gab er einen kurzen Ueberblick auf die er= .!igisreiche Geschichte der Kompanie im Weltkrieg, iDi ihrer Ausstellung im August 1916 bis u ihrer Ueberführung als 10. Kompanie in das n 138 und ihrer Auflösung im Dezember 1918. N eindrucksvollen Worten gedachte der ehemalige ^Mpaniesührer der Gefallenen der Kompanie. Liü' Abordnung legte vor Beginn der Feierstunde finm Kranz am Ehrenmal des JR. 116 nieder. Dc Nachmittag verbrachten die Kameraden in |ioier Stimmung auf der .Karlsruhe". ! D i e Vorarbeiten für den 1. Mai. tlu dem Trieb werden die Vorbereitungen für die r des 1. Mai getroffen. An der Dolkshalle sind ; »ttiiits die Fahnenmasten aufgestellt. Auf dem Trieb in1 die ersten Wagen der Schausteller angefahren. Dii Arbeiten zur Aufstellung der Zelte sind im Iaige. 'fl- ir. jie UV Alt SA.-Kampfspielgemeinschast rr 6 — 2. Komp. 3K 116 7:14 (0: 8). Am Mittwochnachmittag stand die Handballmann- schaft der SA.-Kampfspielgemeinschaft der SA.- Standarte 116 der Handballelf der 2. Komp, des IN. 116 zu einem Rückspiel auf dem 1900er Platz gegenüber. Es kam zu einem sehr schönen und fairen, aber auch sehr schnellen Spiel, das die Soldaten für sich entscheiden konnten. Die SA.-Männer fanden sich gut zusammen und glänzten durch eine tadellose Kombination, aber der Sturm hatte sehr viel Pech. Zunächst sah es aus, als sollte die SA. zu einem guten, Ergebnis kommen, da sie stets im Angriff war und den Gegner bedrängte, aber mit dem Führungstor der Soldaten änderte sich die Situation. Durch ihren Mittelstürmer (dem sie neben dem Tormann ihren Erfolg verdankten), der sich wieder als Freiwurfspezialist hervortat, konnten sie ihren Vorsprung erhöhen. Erst nach der Halbzeit gelang es den SA.-Männern, den sicheren Tor- man der Soldaten zu schlagen und als sie erstmals zu einem Gegentor gekommen waren, vermochten sie auch den Ansturm der Soldaten aufzuhalten und das 14:7-Endergebnis zu erzwingen. VACUUM O t l CHAI X • HA M BUR G Farbenaktien an Anpassung an Berliner Schluß 0,50 v. H. schwächer mit 149,25 gehandelt. Mannesmann mit 106,50 unverändert, 93er. Stahlwerke konnten sich mit 103,75 knapp behaupten. Sonst waren keine nennenswerten Veränderungen bemerkbar. Scheideanstalt 2026, VDM. 173 ö, Ges- sürel 136 G, Junghans 96,25 G, von Jndustrieob- ligationen wurden Farbeubonds mit 122,13 auf letzter Basis gesucht. Schweinemarkt in Schotten. C Schotten, 27. April. Aufgetrieben waren etwa 200 Schweine. Der Handel ging flott. Die Preise bewegten sich für 6 bis 7 Wochen alte Schweine bei 28 bis 32 Mark, 8 bis 9 Wochen 34 bis 38 Mark, 10 bis 12 Wochen 40 bis 42 Mark. Einleger kosteten 75 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1312 Rinder (224 Ochsen, 241 Bullen, 612 Kühe, 235 Färsen), 442 Kälber, 22 Härnrnel, 35 Schafe, 764 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50.bis 46,50 Mark, Bullen 39 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 34,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Härnrnel 32 bis 50' Schafe 28 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zu- geteilt; Härnrnel und Schafe mittel. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 26. April. Die Börse eröffnete in weiter freundlicher Grundstirnmung. Das Geschäft bewegte sich nach Erledigung einiger Kundschaftsaufträge in engsten Grenzen bei meist etwas erhöhtem Kursniveau im Rahmen von 0,50 bis 1 v. H. Am Aktienmarkt kamen Erstnotierungen allerdings nur (ehr wenige zustande. Am Elektromarkt gewannen Lahmeyer 0,25 v. H. auf 111,25, Gesfürel und RWE. 0,50 v. H. niedriger notiert. Am Montanmarkt lag eine Erftnotiz nur für Mannesmann mit 106,90 (plus 0,65 v. H.) und Hoesch mit 108,25 (—0,50 v. H.) vor. Autowerte weiter leicht gebessert, so Adlerwerke Kleyer um 0,50 v. H. auf 108,75, BMW. zogen etwas starker um 1,25 v. H. auf 147,75 an. Chemische Werte unverändert, JG.-Farbenindustrie auf Vortagskurs mit 149,75 gut gehalten. Ferner von Einzelwerten Conti Gummi um 1,50 v. H. auf 215, Holzmann um 1 v. H. auf 147,50, Rheinmetall um 1 v. H. auf 133,50, Rütgerswerke um 0,90 v. H. auf 142,40 erhöht, aber Reichsbank um 1 v. H. auf 178 ermäßigt. Der Rentenmarkt hatte weiterhin ruhiges Geschäft. Altbesitz gewannen 0,25 v. H. auf 131,90, für Kommunal-Umschulduna setzt heute die Notiz wegen der bevorstehenden Auslosung aus. Rentenbank-Ablösung sowie Späte Schuldbücher unverändert. Reichsbankvorzüge zogen um 0,25 v. H. auf 124,25 an. Stadtanleihen- hatten ruhiges Geschäft und unveränderte Kurse. Don Industrie-Obligationen Farbenbonds um 0,13 auf 122,13 ermäßigt, Voigt & Haesfner um 0,13 v. H. höher notiert. Goldpfand- briefe, Kommunal-Obligationen und Liquidations- Pfandbriefe unverändert. Im Verlause konnte sich die freundliche Grund- ftimmung erhalten. Don den später zur Notiz gelangten Papieren gewannen Demag 0,25 v. H., Eßlinger Maschinen 1 v. H., Zellstoff Aschaffenburg und Bemberg je 0,50 v. H., AEG. und Metall- i gesellschaft um je 0,25 v. H. gebessert. Im Freioerkehr lag das Geschäft still bei meist unveränderten Kursen, Rastatter Waggon hörte flen?" r? Wol^ feinen > hmqcbir et keine >ht,d°p De. geiter« f .6 an en." Aus der engeren Heimat. Zweite Wilderer-Nazzia im Oillkreis. LPD. Herborn, 26. April. In Herbornseelbach wurde eine große Anzahl von Personen festgenorn- men, die im dringenden Verdacht jahrelanger Wildereien stehen. Mehrere von ihnen haben bereits ein Teilgeständnis abgelegt, aus dem zu ersehen ist, daß in Herbornseelbach sehr stark gewildert wurde. Es wurde geschossen und geschlingt. Ferner sind bereits Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß auch andere Verbrechen geschehen sind. Erfreulicherweise werden die Polizeibeamten bei ihren Ermittlungen durch die Volksgenossen in Herbornseelbach sehr unterstützt, die sich schon lange mit Abscheu von dem volksschädigenden Treiben einiger Personen abgewandt haben. Der Kreisjägermeister in Herborn hat für sachdienliche ^Angaben, die zur Ueberführung der Wilderer dienen, eine Belohnung ausgesetzt. Landkreis Giesien 5 Steinbach, 27. April. Am morgigen Freitag, 28. April, feiert der frühere Zimmermann Hemrich Keßler V. seinen 79. Geburtstag. Der alte Herr, der 1935 die goldene Hochzeit feiern konnte, erfreut sich noch einer guten Gesundheit, so daß er noch fleißig in der Landwirtschaft mit- helfen kann. (Herzliche Glückwünsche!) = Ruppertsburg, 26. April. Die hiesige landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Wagner ihre 26. ordentliche Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wilhelm Lein, leitete die Tagung. Eingangs gedachte er der im letzten Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder Jakob Geis und Wilhelm M e u e r. Sodann erstattete der Leiter der Genossenschaft, Friedrich Geiß II., den Geschäftsbericht, der Zeugnis von einer lebhaften Geschäftstätigkeit ablegte. Besonders der Absatz in Getreide hatte eine Steigerung zu verzeichnen. Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit 73. Die Verlesung der Rechnung durch den Rechner Hch. Bocher zeigte ein günstiges Ergebnis. Bei der nun folgenden Wahl wurden das satzungsgemäß ausscheidende Vorstandsmitglied Fr. Fritz und das Aufsichtsratsmitglied Wilh. Friedrich einstimmig wiedergewählt. führer Müller, Oberscharführer Becke und Sturm- mann Betz. Als Bedingung wurden ausgetragen: 5 Schuß liegend freihändig, 5 Schuß liegend aufgelegt. Im Endergebnis führte die SA.-Reiterstandarte 147 mit 28 Ringen vor der Brigade 147. Bester Einzelschüße war Sturmmann B e tz (Stab der SA.-Reiterstandarte 147). Das Ergebnis soll und wird ein Ansporn sein zur öfteren Durchführung solcher KK.-Wettschießen. »Großdeutschlondrinq" bei Dresden. Deutschlands neueste Autorennstrecke vor der Vollendung. Mit den ständig aesteigerten Geschwindigkeiten der neuzeitlichen Kraftfahrzeuge fliegen auch die Anforderungen an jene Straßen und Autobahnen, auf denen diese Giganten auf ihre Höchstleistung erprobt werden können. Diesem Gesichtspunkt entsprang der Plan der modernsten R e n n st r e ck e des deutschen Kraftfahrsports, die im Elbgebirge bei Hohenstein im Entstehen begriffen ist. Korpsführer Hühnlein überzeugte sich von dem Stand der Arbeiten, die noch in diesem Jahre abgeschlossen werden. Schon jetzt läßt sich erkennen, daß mit dieser gewaltigen Rundbahn ein Werk geschaffen wird, das auf lange Jahre hinaus den Bedürfnissen des deutschen Krastfahrsports und damit der Motorisierung ganz allgemein gerecht wird. Das gewaltige Projett entsprang der Initiative der NSKK.-Motorgruppe Sachsen und fand die tatkräftige Unterstützung des sächsischen Gauleiters M u t s ch rn a n n. Im Gegensatz zum Nürburgring liegt die neue Rennstrecke überaus günstig für den bei großen Autorennen zu erwartenden Zuschauerbesuch. Sie hat aus allen Richtungen des Reiches gute Anfahrts- ftraßen, insbesondere auch für den Verkehr aus der Reichshauptftadt. Für die Unterbringung der auto- sportbegeisterten Massen wurden aus entsprechende ; Vorkehrungen geschaffen, befinden sich doch an der neuen Rennstrecke Plätze für rund eine Million Zuschauer. In Anbetracht dessen, daß das : große Werk in der Zeit der Entstehung des Groß- : deutschen Reiches geschaffen wurde, wird die neue - Rennstrecke den Namen „Großdeutschland- - ring" tragen. man mit 57,50 (56,75) v. H. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse geschäflslos. Die Abendbörse verlief geschäftslvs. Soweit Notierungen vorgenommen wurden, waren sie meist nominell. Die Grundstirnmung war jedoch freundlich, und soweit Kursänderungen eintraten, lagen sie um 0,50 v. H. und darunter. So wurden JG.- kreis Büdingen. + Schotten, 26. April. Das Ernährungshilfswerk hat in unserer Stadt eine Schweinemast eingerichtet. Durch Sammlung der Abfälle kommt eine Menge Futter zusammen, daß bis 50 Schweine gefüttert werden können. Durch Hmzu- nahme weiterer Schweineställe wird mit Hilfe der Stadt das Ernährungshilfswerk weiter ausgebaut und die Zahl der zu mästenden Schweine wesentlich erhöht. = Bad Salzhausen, 26. April. Die letzten Vorbereitungen zur Eröffnung des allgemeinen Badebetriebes am 2. Mai sind getroffen. Schon seit voriger Woche stehen Badehaus und Jnhalitions- räume an einzelnen Tagen der Oeffentlichkeit zur Verfügung. Der Geländeteil der ehemaligen Kasta- nienallee, deren Bäume im Nachwinter gefällt wurden, ist nun planiert, sowie ein zu beiden Seiten mit Platanen eingefaßter Fußweg von zwei Meter Breite durch die Mitte angelegt, an den sich zu beiden Seiten Grasstreifen mit Staudenanlagen und Blumenbeeten anreihen. Diese Anlagen verstärken in Verbindung mit den hier befindlichen teilweise erhöhten Vorgarten den gefälligen Eindruck. — Die frühere Rothsche Hofreite ist vom Staat käuflich übernommen worden. Durch Beseitigung der Wirtschaftsgebäude wurde bettächtlicher Platz für neue Wohnungsbauten gewonnen. Nach dem neuerdings festgelegten Ortsbebauungsplan ist auf diesem Oe- ländeteil eine Straße parallel zur Niddaer Straße vorgesehen. — Das Kaufmanns-Erholungsheim wird am 29. Avril eröffnet. An diesem Tage nimmt eine starke Gefolgschaft eines großen rheinischen Unternehmens hier auf etliche Tage Aufenthalt. Im Innern des Heimes find kürzlich umfangreiche Verbesserungen ausgeführt worden. Kreis Lauterbach. LPD Lauterbach, 26. April. In dem Vogels- berqborf Rebgeshain brach im Glockenturm der Schule auf noch ungeklärte Weife Feuer aus. das aber bemerkt wurde, ehe es große Ausdehnung annehmen konnte. Der Feuerwehr gelang es, den Brand zu lokalisieren, so daß nur ber Turm und ein Teil des Dachstockes abbrannte. Die Lehrerwohnung wurde durch Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen._________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Krgenfprud).. — Gymnastik. 6.30: Frühko s5 spielt das Stabsmusikkorps des Luftgaulvm- wib05 I. 7; Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Bllter turnt und spielt mit bem Kind: „Unsere =reclfeftung". 8.40: Froher Klana zur Werkpause. 0 Schulfunk. Eine Schulklasse besucht ben Burger- milier. 10.30: Aus bie Platz- — gerhg — Sosl Bn ben Wettkampfbestimmungen der Leichtathletik. 11.10- Ruf ins Land. 12: R e i ch s s e n du n g: ^Übertragung der Führerrede vor Reichstag des Großdeutschen 1 iches. 14: Nachrichten. 14.10: Nette Kleimg- frten. (Schallplatten.) 16: Zwei Stunden im Rhyth- nitri ber Freude. Ausführung: Das kleine Orchester Reichssenders Frankfurt. 17 bis 1710: Das H'°rophon unterwegs. 18: Sport der Woche und ßi den Sonntag. 18.15: Hier spricht der Jurist: haftet für abhanden gekommene Garderobe? ÄW: Volkstum und Heimat. Albert Bauer — ein Sinter aus dem Hunsrück". Hörfolge. 1915: Tages- Mel. 20: Nachrichten. 20.15: Romantische Musik. Anführung: Das große Orchester des Relchssen- tns Frankfurt. 21: Aus dem Volkstumsleben m lei deutschen Sprachinsel Zips. 22: Nachrichten. 2'15: Bilderbuch der Woche. 22.30 bis 24: Tanz SA -Führer und Reserveoffizier. Berlin, 26.April. (DNB.) Im Führerorgan der SA. veröffentlicht Major Martin vom Oberkommando der Wehrmacht einen Artikel „SA.-FÜH- rer und Reserveoffizier". In ihm heißt es: Der SA. war eine Zeit der äußerlichen Zurückhaltung und der Beschränkung auf in der Oeffentlichkeit weniger bekannte Ziele gegeben. Es ist aber eine Tatsache, daß gerade in den Zeiten einer nach außen hin sichtbaren und nach innen hin fühlbaren Beschränkung der Aufgaben sich klar die Leistungen und Werte wirklicher Führerperson- lichkeiten herausheben. Wer sich in diesen letzten Jahren der Entwicklungsgeschichte der SA. als höherer, mittlerer und unterer SA.-Führer b e - währt hat, auf den kann diese Organisation auch in Zukunft mit Recht und Vertrauen bauen. Diese Führerschicht, die als Persönlichkeiten auch in ihrer Wirkung auf die Geführten erprobt ist, wird sich auch bei der Erziehung der Wehrmannschaft bewähren. Von der Wehrmacht wird ebenso wie von der Obersten SA.-Führung gefordert werden, daß derjenige, der mit der Erziehung einer Wehrmann- fchaft betraut ist, auch über wirkliche militärische Kenntnisse verfügt. Als Jdealzu- stand ist zu bezeichnen, wenn der mit der Ausbildung einer entsprechenden Gliederung einer Wehrmannschaft betraute SA.-Führer gleichzeitig einen entsprechenden Rang als Reserveoffizier bekleidet, der ihn über die in der Wehrmannschaft zusammengefaßten Männer stellt. Idealisten mögen sich hierbei vielleicht hinter der Utopie verschanzen, daß es bei der ideellen Einstellung des deutschen Volkes doch wohl möglich sein müßte, vor die Einheit einer Wehrmannschaft einen sonst bewährten ober in militärischen Dingen wenig bewanderten SA.-Führer zu stellen. Der gute Wille der Gefolgschaft könnte ja dann über manches hinwegsehen und schließlich käme es auch hierbei aüf „allgemeine Führerqualitäten" an. Wir wollen uns hier unter allen Umständen vor Schlagworten hüten. Jede Armee, auch die deutsche, rechnet in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nie schlechtweg mit Jdealgestalten darstellenden Führern und Geführten. Sie rechnet mit Reibungen und Mißverständnissen, sie rechnet mit menschlichen Schwächen. Deshalb gibt es in der Wehrmacht die Disziplinarstrafordnung und die Beschwerdeordnung. Deshalb sind auch alle Maßnahmen, die sich irgendwie auf das Verhältnis zwischen Führung und Geführten in der Wehrmacht auswirken, einer ständigen Beobachtung, ja, man kann sagen, einer mißtrauischen Kontrolle unterworfen. Beim 4O'km= Marsch zerbrechen Phrasen und Schlagworte, und zwar sehr viele; im Feuerorkan der modernen Angriffsschlacht gehen auch die letzten dahin. Deshalb ist es notwendig, auch bei der kommenden Ausbildung der Wehrmannschaften Schwierigkeiten vor- auszusehen und sie durch geeignete Maßnahmen zu beseitigen. Es müssen also dem Führer die Voraussetzungen für eine Einwirkungsmöglichkeit, die in erster Linie im Grade seiner Persönlichkeitswerte liegen müssen, gegeben sein. Diese Voraussetzungen sind aber wie im militärischen Leben die einwandfreie Persönlichkeit und das bessere Wissen und Können um das, was gelehrt werden soll. Die Forderung, daß der Ausbilder einer Wehrmannschaft außerdem über ein b e s ße r e s militärisches Wissen und Können als der Geführte verfügen muß, ist deshalb unabänderlich. Jede Konzession schadet nur. In der Zukunft wird es sich daraus folgerichtig entwickeln daß der SA.- Führer mittlerer und höherer Dienstgrade selbstverständlich Reserveoffizier, der der unteren Dienstgrade Unteroffizier des Beurlaubtenstandes ist. Schwierigkeiten dürfte es hierbei später nicht geben. Die Grundforderung, die die SA. an die Führerqualitäten stellt, entspricht genau den Grundsätzen der Wehrmacht. Es ist also nicht einzusehen, warum die Erlangung eines entsprechenden Dienstgrades im Beurlaubtenstande der Wehrmacht für'in der SA. bewährte Kräfte Schwierigkeiten bereiten sollte. Größer sind jedoch die Schwierigkeiten, die sich in der Uebergangszeit ergeben. Die starke Beanspruchung in der SA. hat manchen Führern und Unterführern die Gelegenheit genommen, ihre Teilnahme an den Reserveübungen der Wehrmacht so zu fordern, wie es wünschenswert ist. Das jedoch ist ein Problem, das von der SA. und Wehrmacht durch Uebergangsmaß nahmen gelöst werden kann und 'wird. In Deutschland sind letzten Endes schon weit schwierigere Fragen glücklich erledigt worden. Ohne Zweifel wird der Reserveoffizier, der m seinem Hauptberuf SA.-Führer und Ausbildungs- lciter einer feinem Dienstgrad entsprechenden Wehr- mannschaft ist, ein erhebliches Mehr an militärischem Wissen und Können und Erfahrungen der Menschenführung haben, als alle übrigen Reserveoffiziere. Er wird daher der Schrittmacher für die Qualität des Reserveoffizierkorps sein. Durch seine Eigenschaften wird er — im Einzelfall vielleicht unmerkbar, in der Gesamtheit aber doch fühlbar — eine Leistungssteigerung des gesamten Reserveoffi- zierskorps der Wehrmacht bewirken. Besonders werden die Forderungen an den Reserveoffizier höherer D i e n st g r a d e, der zur Führung höherer Verbände berufen ist, e r - heblich erhöht werden können. Der SA.-Führer und Reserveoffizier wird eben durch seine Haupttätigkeit in der SA.-Führung einen erheblichen Vorsprung in der Kenntnis der Mentalität der für den Waffendienst in Frage kommenden Männer haben. Durch Austausch von Erfahrungen, durch die natürliche Fühlungnahme während des Dienstes in der Wehrmacht und bei gegebenen Anlässen wird er hier d em aktiven Offizier manche Anregung und Erfahrung übermitteln können. Im ganzen ergibt sich hieraus die Folgerung, daß auch auf dem Gebiete der Führer- ausbiidun'g die Beauftragung der SA. mit der Durchführung der vor- und nachmilitärischen Erziehung und Ausbildung eine erhebliche Stärkung unserer Wehrkraft darstellt. Das wollen SA. und Wehrmacht." Probleme des Arbeitseinsatzes Die neue Arbeitsbuchverordnung. pflichtung zur zusätzlichen Berufsausbildung für die Krankenhäuser, Heilanstalten usw. zu schaffen. Aus aller Welt. qunq" der Hüter der Maginot-Lime v ö l l i g u n ° gefährliche Bilder zutage. — Der Sultan durfte darauf mit seinem Gefolge die Weiterfahrt antreten, vorsichtshalber wurde nun aber seine Ankunft in den verschiedenen stanzösischen Ortschaften im voraus telephonisch bekanntgegeben. Zwei USA.-5IugieugE abgestür,!. - vier T->Ic In East Braintree im Staate Massachusetts (USA.) stürzten während eines Geschwaderfluges zwei Flugzeuge ab. Die vier Insassen wurden getötet. Der Geschwaderflug wurde anläßlich des Stapellaufes eines Flugzeugmutterschiffes der Kriegsmarine veranstaltet. Der Absturz der Flugzeuge erfolgte aus einer Höhe von 700 Meter. Internationaler Gesellenaustausch. Nachdem bereits vor einiger Zeit in Berlin 35 dänische, 30 schwedische, 10 norwegische, 8 finnische und 4 luxemburgische H a n d w e r k s b u r s ch e n a l s Austauschgesellen eingetroffen sind und die gleiche Zahl deutscher Handwerksburschen nach diesen Ländern auswanderten, um für sechs Monate bis zu einem Jahre in diesen Ländern ihre handwerklichen Kenntnisse zu bereichern, fand nun in Frankfurt, der Stadt des Deutschen Handwerks, die Verabschiedung von 50 deutschen Handwerksgesellen statt, von denen 20 nach Ungarn, 10 nach Jugoslawien, 10 nach der Schweiz und 10 nach Bulgarien tippeln, während gleichzeitig die gleiche Anzahl ausländischer Handwerksburschen aus diesen Ländern in Frankfurt im Rahmen einer Feierstunde auf deutschem Boden begrüßt wurden. Landeshandwerksmeister Sanier gab dem Wunsche Ausdruck, daß die ausländischen Handwerksgesellen aufgeschlossenen Herzens in sich aufnehmen, was Deutschland ihnen zu bieten habe und ermahnte die deutschen Gesellen, im Auslande immer eingedenk zu sein, daß sie Sendboten der deutschen Nation seien. Der Leiter des Deutschen Handwerks, S e h n e r t, betonte dann, daß der Handwerker, der es zu etwas bringen will, nicht nur seine engere Heimat und seine Werkstatt kennen darf, sondern daß er die Welt kennenlernen muß. Er müsse andere Sitten, Arten und Gebräuche ver. stehen und andere Arbeitsmethoden erfassen lernen, um als Meister wertvolle Arbeit zu leisten. Man sei dazu übergegangen, das Gesellenwandern zu organisieren, mit dem Ziele, dem wandernden Ge° selten einen festenArbeitsplatzzu geben, damit Kräfte nicht brach liegen, was bei den heutigen Verhältnissen in Deutschland, wo jeder starke Arm gebraucht werde, nicht angängig sei. Die ausländischen Gesellen möchten sich wohlfühlen in Deutschland und hier alles das sehen, was sie vielleicht als besondere deutsche Eigenart in ihrem Laude nicht vorfänden. Der Sekretär der Landeszentrale der ungarischen,Gewerbekorporationen Dr. Stefan von Tahy dankte auch im Namen der übrigen ausländischen Handwerksgesellen für den herzlichen Empfang. Wetterbericht Das am Mittwoch über Frankreich gelegene flache Tiefdruckgebiet hat sich unter erheblicher Verstärkung rasch nach Deutschland verlagert. Dabei kommt von Süden zuströmende Warmluft an der hier lagernden Kaltluft zum Aufgleiten und gab zu außerordentlich verbreiteten und länger dauernden Niederschlägen Anlaß, die im Gebirge teilweise aus Schnee bestanden. Der Zustrom verhältnismäßig kalter Luft aus nördlicher Richtung hält an, doch kann wieder mit häufigerer Aufheiterung gerechnet werden. Vorhersage für Freitag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur noch vereinzelten Niederschlagsschauern. Bei Luftzufuhr aus Nord für die Jahreszeit noch immer recht kühl und nachts sehr frisch. Vorhersage für Samstag: Bei Luftzufuhr aus Nord häufig aufgeheitert, doch leicht unbeständig und recht kühl. Lufttemperaturen am 26. April: mittags 12,4 Grad Celsius abends 6,8 Grad; am 27. April: morgens 3,8 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefs am 26. April: abends 11,1 Grad; am 27. April, morgens 8,8 Grad. — Niederschläge 6,2 mm. — Sonnenscheindauer 5,8 Stunden. Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Helling. Ein Dame-Turm-Endspiel. f 0____h 8 7 6 5 4 8 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c b ab c b e f g h hl-st 4. Ke1-d2 DglXd4-st 5. Kd2-el. (Nach 5. Kd2—c2 Sd5—b4+ verliert die weiße Dame ihre Deckung.) 5. ... Dd4—H44-. 6. Kel—d2 Te8—d8!, und Weiß ist gegen die schwarzen Abzugsangrisfa machtlos. Lösung der Schachaufgabe „Türme auf offenen Linien". Weiß: Ke4, Tc2, Thl, LH4, Sdl, Ba4, b4, d5, f3. g4 (10). Schwarz: Kg6, Tech Tc7, Lf6, Se4, Bach b7, dch f4, H6 (10). Schwarz gewinnt. — 1... Oe4—b2+! Durch Weglenkung des weißen Turmes können die schwarzen Türme auf der c* und Linie eindringen. Mit 1. ... Te8—e8-st? 2. Ke4Xf4 Lf6—e5 -st. 3. Kf4—e4 würde Schwarz nichts Besonderes erreichen.) 2. Te2Xd2 Te7—c4+ 3. Ke4—d3 Te4—d4-i- 4. Kd3—e2 Te8—e8-st 5. Ke2— fl (oder 5. Sdl—e-3 Te8Xe3-st 6. Ke2—dl Td4Xk>4, gleichfalls mit Gewinnstellung für Schwarz) 5 ... IM Xi) 2 6. Sdl—f2 Lf6XH4 7. TH1XH4 Td2Xd5, und Schwarz gewinnt durch sein Uebergewicht. Keine Ausweitung der Frauenarbeit um jeden Preis. Staatssekretär Dr. Syrup veröffentlicht im Maiheft der „Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" einen Aussatz über „Gegenwartsfragen des Arbeitseinsatzes", der feine besondere Bedeutung durch die neue Arbeitsbuch Verordnung erhält. Sie wurde nötig für die Regelung des Arbeitseinsatzes in der Landwirtschaft. Was zur Verhinderung der Landflucht auf die Dauer neben allen anderen Hilfsmaßnahmen Not tue, fei eine Rangordnung der Aufgaben, die auf die Landwirtschaft und ihre staatspolitisch besonders wichtige Stellung in jeder Weise Rücksicht nimmt. Diese Erkenntnis .müsse binnen kurzem Gemeingut aller beteiligten Stellen werden, wenn Schlimmes verhütet werden solle. Viel allerdings wäre schon gewonnen, wenn die gewerbliche Wirtschaft in all ihren Zweigen ihre Schicksalsverbundenheit mit der Landwirtschaft dadurch bekundete, daß sie die E i n st e l l u n g vom Lande stammender Arbeitskräfte grundsätzlich a b l e h n t e. Auch zur Frage der Frauenarbeit äußert sich Staatssekretär Dr. Syrup sehr eindeutig. Die Parole dürfe niemals lauten: Ausweitung der Frauenarbeit um jeden Preis. Das wäre auf die Dauer gesehen biologisch nicht zu verantworten. Man müsse sich bei allen Maßnahmen, die man zur Regelung des weiblichen Arbeitseinsatzes trifft, durchaus der Grenzen bewußt fein, die vor allem aus bevölkerungspolitischen Gründen der Ausweitung der Frauenarbeit, vornehmlich im gewerblichen Sektor, gesteckt sind. Der Mangel an Krankenschwestern werde sich künftig bei der bereits eingetretenen Ueberalterung der Schwestern noch wesentlich steigern, wenn es nicht gelingt, in großer Anzahl junge Nachwuchskräfte gerade diesem Beruf zuzuführen. Der Soziale Hilfsdienst der Reichs- frauenfübrung und die NSV. leisten hier bereits starke Hilfe. In weit stärkerem Maße als bisher müßten jedoch A u s b i 1 d u n g s in ö g l i ch k e i t e n gef dya ff en werden; denn was habe eine noch fo große Bereitwilligkeit der weiblichen Jugend für diese Berufe für einen Sinn, wenn es nn genügenden Ausbildungsmöglichkeiten fehle. Gegebenenfalls müsse daran gedacht werden, eine Ver- Die 72. Jugendherberge des Rhein-TNain-Gebietes. NSG. In Gelnhausen weihte der Landesverband Rhein-Main im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen eine neue Jugendherberge ein. Die neue Jugendherberge ist durch Umbau aus einem Haus entstanden, das 1914 von einem Geln- häuser Einwohner erbaut wurde und der Stadt für die Jugend zur Verfügung gestellt wurde. In den Systemjahren wurde das Gebäude aber anderweitig verwendet. Erft der Nationalsozialismus machte es möglich, das Haus seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen. Das Gebäude ist zu einer vorbildlichen Äugendherberge ausgebaut worden, die sich würdig in den Kranz der rhein- mainischen Jugendherbergen einreiht. Insgesamt verfügt die neue Jugendherberge über 88 Betten. Im Erdgeschoß befinden sich die Küche und der Eßraum; im ersten Stock sind die Aufenthaltsräume und Schulungsräume sowie Schlaf- und Wasch- räume für Jungen untergebracht, während der zweite Stock die Schlaf- und Waschräume für Mädchen enthält. Durch die neue Jugendherberge wird der wanderfreudigen Jugend und den Erwachsenen die Möglichkeit gegeben, den Spessart und die westlichen Ausläufer des Vogelsberges mit ihren geschichtlichen Stätten zu erschließen. Der Sultan von Johore in französischem polizeigefängnis. Wie der „Paris Midi" berichtet, ist der Sultan von Johore, der an der Geburtstagsfeier des Führers in Berlin als Privatmann tcilgcnoinmen hat, auf feiner Rückreise i m Elsaßals „opion in deutschen Dien ft en" von der stanzösischen Sicherheitspolizei verhaftet morden. Der Sultan, der aus feinem großen Privatvermögen Großbritannien einen der neuesten Kreuzer ^Malaya", und Geldgeschenke in Höhe von fünf Milliarden Franks gemacht hat, entschloß sich, auf seiner Rückreise von Deutschland nach England einen Abstecher durchdas Elsaß zu machen. Dabei beging er die „Unvorsichtigkeit", in kleinen historischen elsässischen Städtchen Photoaufnahmen zu machen, wodurch er die Aufmerksamkeit der französischen Sicherheitsbeamten auf sich lenkte. Er wurde verhaftet und nach Straßburg ins Po- lizeigefängnis gebracht, bis von England her feine Identität bestätigt wurde. Die Filme, die die Polizei sofort entwickeln ließ, brachten „zur Beruhi- Die obenstehende Stellung kam vor in einem Vereinswettkampf zwischen van Doesburgh (Weiß) und Dr. Euwe (Schwarz). Weiß ist am Zuge. Auf den naheliegenden Zug Td7—d8 würde Schwarz mit Tc2Xf2-st antworten können. Es gibt jedoch einen Weg, der zwangsläufig zur Eroberung der schwarzen Dame führt. Wie muß Weiß spielen? Elegante Entscheidung. M 8 7 6 5 4 8 2 1 8 7 6 5 4 8 2 1 a b e d e f g h a b c d e f g h ■ ö ■kfrSI I . MM 8 M Oie Narrenkappe. Genaue Zett. Im Hafen von Heidar Pascha, der kleinasiatischen Anfangsstation der Anatolischen Eisenbahn, stand im Westkrieg ein Asker, ein türkischer Soldat, bei einer kleinen Kanone und langweilte sich. Als es 12 Uhr mittags war, machte er Bumm. Da kam ein deutscher Effendi — ein Leutnant, des Wegs und — wißbegierig wie alle Leutnants — fragte er den Asker: „Woher weißt du eigentlich, mann es 12 Uhc mittags ist?" „Ich schaue auf meine Uhr", antwortete der. „Aber deine Uhr kann doch falsch gehen." „Jok, Effendi — nein, Herr — im Ort wohnt ein Uhrmacher, ein Schweizer, schon seit vielen Jahren, der stellt mir alle Tage meine Uhr." Der wißbegierige Leutnant begab sich weiter, kam auch zufällig'bei dem Schweizer Uhrenmacher vorbei. „Tag! Wohl nicht viel los hier, was?" „Ach nein, ach nein", klagte der Uhrmacher, „dec Krieg ist schlimm — niemand kommt. Das einzige, was' ich zu tun habe, ist, jeden Mittag meine Uhren nach dem Kanonenschuß zu stellen." Das Amphitheater von Verona. In der 15. Partie des Wettkampfes zwischen Eliskases und Bogoljubow kam es nach den Zügen 1. M Sf6 2. c4 cß 3. Sf3 d5 4. e3 g6 5. Sc3 Lg7 6. Db3 0—0 7. Ld2 eß 8. Ld3 Sbd7 9. 0—0 Sb6 10. Tadl dc4: 11. Lc4: Sc4: 12. Dc4: Sd7 13. e4 e5 14. Lg5 De8 15. LH4 ed4: 16. Sd4: Se5 17. Db3 b6 18. f4 Sg4 19. Tfel Lb7 20. H3 Sf6 21. c5 Sd5 22. Sd5: ed5: 23. Lf6 Tac8 zur abgebildeten Stellung. Eliskases, der die weißen Steine führte, erzwang durch einen schönen Zug einen unmittelbaren Sieg. Wie spielte er? Lösung der Schachaufgabe „Energische Verfolgung". Weiß: Kf2, Ddl, Tal, Tel, Lei, Ba2, b2, M, f3 (9). Schwarz: Kg8, Daß, Te8, Sd5, Se2, Ba7, b7, f7, g7, H6 (10). Schwarz gewinnt. — 1... Daß— hß! (Mit der Drohung Ddß—1)24- und DH2—gl matt) 2. TelXe2 (Auch nach 2. f3—f4 Sd5Xf4 gibt es keine Rettung für Weiß) 2. ... Ddß—H24- 3. Ks2—el (Oder 3. Äs2—fl DH2—hl-st) 3... DH2— Jedes Denkmal ist hilflos gegen feine Betrachters Eine wahre Passion erleidet das 290 nach EhristuS von Diokletian in Verona erbaute Amphitheater. Keinen Tag kann es ruhig in der südlichen Sonne dösen. Fremdenführer bringen Fremde und Frei»« de bringen Reden. Jüngst besuchte Anton Haurin, ein Abbruche Unternehmer, mit seiner Frau das Amphitheater. Er hatte sich seine erste Jtalienreise sauer genug verdient. Keinen Tag gönnte er sich daheim Ruhe. Wo Häuser abzureißen waren, machte Haurin die billigsten Preise. Dadurch verdiente er ein gutes Stück Geld. Und fuhr nach Italien. Lange standen Anton Haurin und seine Frait vor der Arena. „Eine große Sache, Anton, was?" sagte die Frau bewundernd. Anton dachte eine Weile nach; dann sagte eri „Ich kalkuliere gerade — in zwei, drei Wochen hätte ichs weg." Wenn besuch jeigfdie dfausfrau gern ihre JGoch-undßackkünsre. Jch möchte Jluien dabei helfen. <53eachten Sie meine fing eigen mit näß- liehen Winken für das blocken und die 51 ereitu t ig leckerer Süßspeisen'. Wie man aus einem CTcig urrn 3A bis 1 kgJTlehi 3 feine Qebäcke sogleich hersteUen kann, seigrJIuien das bunte51 ilderbUttt.ßlfenn 53esuch kommC. erhältlich bei Jhreni hebens m l ttelhändler, sonst gern kostenlos iron fDr.Clugust Oetker, JlieLefetcL