Nr. 73 Erstes Matt Annahme von Anzeige» für die Miltagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Test- anzeigen von 70mm Brette bORpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags vellagen: Die Illustrierte Gießener Famttienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat» Bezugspreis: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitätLdruckerei R.La«ge in Siehe«. Schristleitung «nd Geschäftsstelle: Schulstrahe T 189. Zahrgang Montag. 27. März 1939 Eichener Anzeiger // Well zu erschüttern. Adolf Hitler." Das kann nur zum Wohle unserer beiden Völker und zur friedlichen Entwicklung der europäischen I Kultur auf neuen Grundlagen erfolgen." Der erste Widerhall im Ausland Paris, 26. März. Tie Rede Mussolinis ist in Paris mit großer Spannung erwartet worden, bereits eine Stunde später ist sie über die Rundfunksender ziemlich ausführlich, Teile daraus sogar im Originalwvrtlaut, durch Schallplatten wiedcrgegeben worden. In politisch interessierten Kreisen meint man, Mussolini habe die italienischen Forderungen in der Reihenfolge Tunis, Dschibuti, Suez-Kanal festgelegt. Tie scharfe Kritik, die der Duce an dem von den französischen Ministern bisher ausgesprochenen „Nein" gegenüber den italienischen Forderungen geübt habe, schließe die Möglichkeit einer zumindest inoffiziellen Fühlungnahme zwischen den beiden Ländern nicht aus. Tie Form, in der Mussolini seine Forderungen vorgetragen habe, bedeute nicht ohne weiteres, daß den Angeln zu heben und gleichzeitig die Gefahren der bolschewistischen Weltanschauung zu beseitigen. heiligen Rechte anerkannt sind. (Stürmischer Beifall.) 2. Die Zeit der „Extratouren" ist endgültig vorbei! Schon daran erinnern zu wollen, ist für uns und alle Italiener eine Beleidigung. (Stürmischer Beifall.) Die Versuche, die Achse Rom- Berlin aus den Angeln zu heben oder anzubohren, sind kindisch. (Stürmischer Beifall, stürmische Hitler-Rufe.) Die Achse ist nicht nur eine Beziehung zwischen zwei Staaten, sondern die Begegnung zweier Revolutionen, die im krassen Gegensatz zu allen Weltanschauungen der Gegenwart stehen. Darin liegt die Kraft der Achse Rom — Berlin und ihre Dauer begründet. Aber da es immer fUüngel gibt, die oberflächlich denken und die Vernunft ausschalten, erkläre ich auf das Allerbestimmtefte, daß das, was sich in Mitteleuropa zugetragen hat, m i t Naturnotwendigkeit elntreten mußte. verhandlungsbereit sei. Wenn er aufs neue die Solidarität der Berlin-Rom-Achse bestätigt habe, dann könne man nur sagen, daß niemand daran gezweifelt habe. Auch der marxistische „Daily herald" findet, die Rede des Duce habe die internationale Lage nicht verschlechtert, ja vielleicht sogar etwas verbessert. Gewisse Leute in England und Frankreich glaubten immer noch, daß man Mussolini vom deutschen Partner abtrennen könne. Das sei ein gefährlicher Irrtum. Mussolini habe gestern erneut mit Nachdruck seine Loyalität gegenüber der Achse bekannt. — „Daily Mail" schreibt, Mussolini habe gestern deutlich klargemacht, daß die Forderungen auf friedlichem Wege bereinigt werden könnten. England dürfte aber dabei nicht übersehen, daß die beiden Enden der Achse fest zusammenhielten. die italienischen Forderungen einen territorialen Charakter hätten. Es werde Sache einer genauen Prüfung sein, die Stelle der Rede zu klären, in der es heißt, Italien werde erst dann eine Initiative für die Erhaltung des Frie de ns ergreifen können, wenn seine Forderungen erfüllt seien. Am Quai d'Orsay legt man eine vorsichtig abwartende Haltung an den Tag. Man ist der Ansicht, Mussolinis Rede bedeute eine angenehme Enttäuschung, da sie zumindest keinen Faustschlag auf den Tisch darstelle. Die Stellen, die sich auf die italienischen Forderungen gegenüber Frankreich beziehen, findet man nicht genügend präzisiert. Die Stellungnahme des Duce entspreche fast genau derjenigen, die der König in seiner jüngsten Thronrede entwickelt habe. Dasselbe gelte auch für die Definierung des italienischen (Stürmischer Beifall.) Ich erkläre, daß, wenn die großen Demokratien heute bittere Tränen über das vorzeitige und unwürdige Ende ihrer Lieblingskreatur weinen, dies ein ausgezeichneter Grund für uns ist, dieses mehr oder weniger aufrichtige Geflenne nicht mitzumachen. Ich füge hinzu, daß, wenn man dieses Problem vom moralischen Standpunkt aus betrachten will, niemand, aber auch gar niemand das Recht hak, den ersten Stein zu werfen, wie das die alte und neue Geschichte in Europa in überreichem Maße beweist. Ich erkläre, daß, wenn ein Volk, das über so viele Wänner und über so ungeheure Waffenarsenale verfügt, nicht einer einzigen Gäste fähig ist, es reif, ja überrei^für fein neues Schicksal ist. Ich erkläre weiter, daß, wenn die g e < plante Koalition gegen die autoritären Regime Zustandekommen sollte, diese Regime die Herausforderung annehmen und zur sofortigen Gegenwehr und zum sofortigen Gegenangriff in allen Teilen der Welt übergehen würden. (Stürmischer Beifall.) 3. In meiner Rede von Genua sprach ich von der Barrikade,dieJtalienvonFrankreich trenne. (Pfeif- und Zischkonzert.) Diese Barrikade kann nunmehr als ziemlich weggeräumt betrachtet werden, und in einigen Tagen, vielleicht schon in einigen Stunden werden die st o l z e n Truppen des nationalen Spaniens zum letzten Streich ausholen und in jenes Madrid einziehen, wo die Linksparteien das Grab des Faschismus erwarteten, das aber jetzt zum Grab des Kommunismus wird. (Stürmische Franco!-Rufe.) Wir verlangen nicht den Urteilspruch der Welt, wir wollen aber, daß die Welt informiert sei; es sei denn! In unserer Rote vom 17. Dezember 1938 waren die Probleme Italiens gegenüber Frankreich fest umrissen. Es handelt sich um Probleme kolonialen Charakters. Diese Probleme haben die Namen: Tunis, Djibuti, Suez-Kanal. (Stürmischer Beifall.) Der französischen Regierung steht es vollkommen frei, auch nur eine einfache Aussprache über dieses Problem abzulehnen, wie sie es bisher durch ihre allzuoft wiederholten und vielleicht allzu kategorischen „Niemals" getan hat. (Pfeifkonzert.) Aber sie wird sich dann nicht beklagen dürfen, wenn der Graben, der gegenwärtig die beiden Länder trennt, so tief wird, daß es eine ungeheure, wenn nicht unmögliche Ausgabe wird, ihn wieder aufzufüllen. Wie sich auch die Ereignisse gestalten werden, wir wünschen, daß man nicht mehr von jenen Brüderschaften, Schwesternschaften, Vetternschaften und anderen entfernten Verwandten spricht, da die Beziehungen zwischen den Staaten auf Wacht beruhen und dieses Wachtverhältnis der für die Politik entscheidende Faktor ist. Line Koalition gegen die autoritären Regime ist eine Herausforderung, die mit Sofortigem Gegenangriff beantwortet wird. 4 Geographisch, geschichtlich, politisch, militärisch ist das Mittelmeer ein vitaler Raum für Italien (karrte Rufe: mare nostrum!). Und wenn wir vom Mittelmeer sprechen, so schließen wir darin natürlich auch den Golf der Adria ein, in dem die Interessen Italiens vorherrschen, aber . gegenüber den Slawen nicht exklusiv sind, weshalb seit zwei Jahren dort der Friede herrscht. 5. Letzte aber grundlegende Voraussetzung: Mau muß rüsten! Das ist die Losung! Mehr Geschütze, mehr Schiffe, mehr Flugzeuge um jeden Preip und mit allen Mitteln (Zurufe: Jawohl), auch wenn man mit allem, was man unter bürgerlichem Leben versteht, reinen Tisch machen müßte. Wenn man stark ist, ist man den Freunden lieb und wird von den Feinden gefürchtet. Seit Menschengedenken gellt durch die Geschichte der Schrei: Wehe dem Wehrlosen! (Stürmischer, tosender Beifall.) Das ruhmreiche Schwarzhemd, so schloß der Duce, mit dem wir gekämpft haben und kämpfen werden, hat heute ein kleines Abzeichen erhalten, auf das ihr besonders stolz sein müßt, ein Abzeichen von roter Farbe, rot wie jenes Blut, das von uns und anderen vergossen worden ist und das wir bereit sind, stets für die Interessen Italiens und des Faschismus zu vergießen. Heute ist euer großer Tag. Mit euerem Mut, mit euerem Opfersinn, mit euerem Glauben habt ihr dem Rad der Geschichte einen machtvollen Schwung gegeben. Heute frage ich euch: Wollt ihr ein bequemes Leben? (Nein'). Wollt ihr Belohnungen? (Nein!) Wollt ihr Ehren? (Nein!) Gibt es für euch ein Unmöglich! (Nein!) Was sind euere drei Losungworte? (Aus der Menge erschallt es im Sprechchor: Glauben! Gehorchen! Kämpfen!) Gut so, Kameraden! In diesen drei Worten war und ist und roitb immerdar fein das Geheimnis jeglichen Sieges. Der Führer an den Duce. Berlin, 25. Wärz. (DNV.) Der Führer hal an den königlich Italienischen Regierungschef Benito Wuffolini folgendes Telegramm gesandt: „Zum 20. Jahrestage der Gründung der fafchisti- fchen Kampfbünde gedenke'ich Ihrer als des siegreichen Schöpfers des stolzen neuen Italien in herzlicher und treuer Freundschaft. Von den gleichen Idealen erfüllt stehl das deutsche Volk mit dem kampferprobten italienisches Volk Schulter an Schulter in der Abwehr aller von Haß und Verständnislosigkeit getragenen Versuche, den berechtigten Lebenswillen unserer beiden Völker einzudämmen und den Frieden der Die Antwort des Duce. Rom, 26. März. (DNB.) Auf das Glückwunschtelegramm des Führers hat Mussolini geantwortet: „Ich danke Ihnen für die Botschaft und das Telegramm, das Sie mir anläßlich der Feier des 20jäh- rigen Bestehens des Faschismus übermittelt haben. Eine neue Lebensauffassung vereint unsere beiden revolutionären Bewegungen, die dazu bestimmt sind, die reaktionäre und konservative Position der alten Welt aus Der Eindruck in London. abs. London, 26. März. Die Rede Mussolinis ist in London am Sonntagmittag in Sonderausgaben bekanntgegeben worden. Ministerpräsident Chamberlain ließ sich den Wortlaut durch einen Sonderkurier nach Chequers bringen, wo er das Wochenende verlebte. In politisch interessierten Kreisen versieht man vorerst jede Stellungnahme mit einem Vorbehalt. Es ist in London aufgefallen, daß das Wort England trotz des englisch-italienischen Abkommens vom Duce nicht ein einziges Mal ausgesprochen wurde. Man fühlt- sich lediglich unmittelbar angesprochen in dem Satz: „Das Mittelmcer ist ein lebenswichtiger Raum für Italien, und zwar aus geographischen, geschichtlichen, militärischen und politischen Gründen." Man erinnert daran, daß Mussolini früher einmal zugegeben habe, das Mittelmeer sei für England ein Weg, wenn auch für Italien das Leben. Gut unterrichtete Kreise wollen schon heute wissen, diese Stelle der Rede Mussolinis werde unter Umständen Gegenstand einer englischen Bitte um Aufklärung werden. Im italienisch-französischen Verhältnis meint man, seien die Dinge offen geblieben. Mit der Beseitigung der „Barrikade" zwischen Italien und Frankreich glaubt man im übrigen auf Verhandlungen zwischen Rom und Paris hoffen zu können. Man will aus verschiedenen Andeutungen des Duce Anzeichen dafür sehen, daß Rom auf eine französische Initiative warte. So geht der erste Eindruck in London dahin, die Rede war nicht übermäßig scharf, sie hat die Lage in Europa nicht direkt geändert, sie lag auf der Linie der Achse Berlin — Rom und bietet Anhaltspunkte für die nach wie vor bestehende Deskussionsbereitschaft Italiens mit Frankreich. In der Erklärung Mussolinis, daß Italien eine lange Periode des Friedens wünsche, glaubt man ein Anzeichen dafür erblicken zu können, daß Italien keine Gelegenheit oer- Der Redner. Von unserem R. (9.-Korrespondenten. Rom, 26. März. Während der ganzen Nacht zum Sonntag zogen !vie Schwarzhemden, die zur Feier des 20. Jahrestages der Gründung der faschistischen Kampfbünde «us ganz Italien in die Hauptstadt des Imperiums lamen, in Rom ein. Der kalte Sturm, der schon so ange das Wetter in diesem Frühjahr bestimmt, «lies die ganze Nacht, und Regenschauer prasselten lieber. Es war genau so wie einst, als die Schwarz- nemben ihren weltgeschichtlichen Marsch auf Rom m Oktober 1922 antraten. Durch Sturm und Regen marschierten die Kolon- • en zum Stadion des Forums Musso. iini, begleitet von einer zähen Jugend, die seit lagen in Feldlagern auf den umliegenden Höhen iefes Tages wartete. Am Sonntagoormittag hatte a*r Himmel ein Einsehen; die Sonne brach hervor, .um ersten Male konnte die Menge über die neu= "baute schöne Brücke, die die Stadtteile jenseits des ibers mit der Uferfeite des Stadions verbindet, in ns mit den Statuen der italienischen Provinzen -«schmückte Marmor-Stadion einziehen. In Erwar- ing des Ducc wurden die Abordnungen der deutschen NSDAP, mit Dr. Ley an der Spitze iirmifd) gefeiert, lieber 75000 Mitglieder der faschi- ischen Kampfbünde füllten das Stadion. Der Duce war, als er die Tribüne, von der 'Senge immer wieder stürmisch begrüßt, bestieg, der Äussolini aus den Tagen des Jahres 1922. Wieder bunten die Zuhörer die große Rednergabe des säumen werde, an einem dauerhaften Frieden mitzuwirken. Die Rede sei trotz der gewohnten Präzision in der Substanz nicht aggressiv gewesen. Die Rede habe keinerlei Drohung oder Ultimatum enthalten; auch seien keine gesteigerten Forderungen gestellt worden. Die Rede des Duce wird von der Londoner Presse als überraschend versöhnlich in Ton und Inhalt hingestellt. Für eine gute Diplomatie - könnte die Rede des Duce tatsächlich ein Wendepunkt in der europäischen Lage werden. Mussolini habe gestern zum mindesten einen neuen Startpunkt geschaffen. Es sei sehr gut möglich, daß nach Beendigung des spanischen Krieges Verhandlungen '.wischen Paris und Rom beginnen könnten. „Daily Telegraph" glaubt, daß Mussolini »Kein Fanstschlag ans den Asch." Das erste pariser Echo der Muffolini-^ede. Von unserem E ^..-Korrespondenten. DieEreigmsseinMtteleuropaivarenemeAalumoüvendigkeil" Mussolini erklärt: „Oie Versuche, die Achse Berlin-Rom anzubohren, sind kindisch". Duce bewundern: Erst eine kurze sachliche Einführung in das Thema, dann, nach einer kleinen Pause erhebt sich by^ Stimme wie eine plötzlich abgeschossene Rakete und sagt einen prägnanten Satz, der die Menge aufschreien läßt. Jetzt ist der Kontakt herge- stellt; die Menge folgt ihm in atemloser Stille und bricht nur von Zeit zu Zeit in tosende Beifallsrufe aus! Am Ende der Rede fein fades Abklingen, sondern ein markanter Schlußsatz, der in die stürmischen Jubel rufe der Menge und schließlich in die Lieder der Revolution übergeht. Sprach Mussolini heute ganz als Faschist, so sprach er doch auch als der überlegene Staatsmann. Er hielt nicht hinter dem Berg mit seiner Meinung über den Geist der Demokratie, und oftmals unterbrechen Entrüstungsstürme und tausendfaches Pfeifen seine Bemerkungen. Aber wo es auf die staatsmännische Sprache ankam, da klang die Rede präzis, eindeutig und gemessen. Diese Stellen lauteten: Dschibuti, Suezkanal, Tunis! Er hat es Frankreich freigestellt, ob es verhandeln will oder nicht. Aber es weiß nach der Rede, daß es keinen Sinn hat, die Probleme totzuschweigen und die Antwort auf die italienische Note oam Dezember weiter hinauszuschieben. Im Publikum wird die Rede vielfach als letzter Versuch gedeutet, Frankreich zum Sprechen zu bringen. Nicht so sehr aus Sympathie für die lateinische Nation, sondern mit Rücksicht auf die allgemeinen Interessen Europas und der Welt. Als Mussolini von der Achse Berlin — Rom und dann von Spanien sprach, wandten sich Abertausende von Augen zur deutschen und spanischen Abordnung an seiner Seite. Den befreundeten Ländern wurden begeisterte Huldigungen dargeb rächt. Die Rede des Duce. wer Duce führte aus: „Kameraden der Kampf- jit! Alte treue Kämpfer der ersten und aller Stun- t t! In tiefer Bewegung richte ich heute nach 20 Uhren seit der Gründung der faschistischen Kampf- binde das Wort an euch und sehe euch dabei tief ii die Augen. Vor meiner Erinnerung stehen die oHen Tage, die wir gemeinsam erlebten, frohe, Inurige, stürmische, dramatische, aber immer unvergeßliche. Am 23. März 1919 haben wir die stwarze Fahne der faschistischen Revolution entrollt uiio damit die europäische Wi edererneue- r ng angekündigt. Um diese Fahnen scharten Ht die Veteranen aus den Schützengräben und die Zigend von damals, um das Volk von den oer- jmenben Zersetzungstheorien des Bolschewismus ir)o den verhängnisvollen Einflüssen der Welt von iU9 zu befreien. Für diese Fahne fielen kämpfend ii Helden im wahrsten römischen Sinn des Wor- Tausende von Kameraden in den Straßen und u den Plätzen Italiens, in Afrika und in Spanien, immer in unfercn Herzen lebendig bleiben wer- k. lich laste anderen die Aufgabe, die Bilanz u aller Mühe und Arbeit der vergangenen 20 eure zu ziehen. Diese Bilanz ist gigantisch und ■aiu bestimmt, für Jahrhunderte zu bestehen. Man iiMcht nur das Italien von 1919 — unruhig, -i iiweit, vom Bolschewismus angefault gleich einem ^hegten, nicht aber siegreichen Lande — zu ver- ccichen mit dem Italien von heute, das ge-' IhWen, kriegstüchtig, diszipliniert und imperial Man darf aber wohl heute daran erinnern, rii oft von dem demoplutokratischen Lager in sich inner wieder überstürzenden Lügenw^llen (Zischen lü Pfeifen) dem bereits heute in alle Winde zer- ’teifen stumpfsinnigen Herdenvieh vorausgesagt mÄe, daß das faschistische Italien demnächst, ja Mittelbar vor seinem ganz sicheren Untergang ’ib,:, weil es in Afrika und später in Spanien oer-- fct sei und deshalb notwendig eine Anleihe danche, die — wie Mussolini mit ironischem Ton- fillhinzufügte — n atür li ch nur von Eng- Irib kommen könnte (ironische Zurufs Diese unb Mttche Dinge zeigen nur zu beutlich, daß das ffäüstifche Italien im Zeitalter des Rundfunks eben- s jmbefannt ist, wie der entlegenste Winkel des Edualls. H Eins verdient festgehalten zu werden. Für uns die: ist es wichtig, was wir tun werden. Und »n werden es tun, denn mein Wille kennt fein Miuernis unb euere Begeisterung unb euer Opfer- Hin sind unoeränbert gleichgeblieben. Wir lassen I it$ i unb werden uns von der Kriegspsychose, die i kieMischung von Hysterie unb Furcht ist, nicht an- | st km lassen. Unser Kurs i ft f e ft g e l e g t. Um fiel SGrunbsätze sind klar. Ihr werbet sie jetzt mit i k gebotenen Aufmerksamkeit anhören: !. (Obwohl wir ben ewigen Frieden als eine Ka- tlcrpplje für die menschliche Kreatur betrachten, sind iEt Doch der Ansicht, daß eine lange Frie- 1) ns s e i t notwendig ist, um die Entwicklung 8 k europäischen Kultur zu retten. Aber trotzdem i er kn wir, obwohl unlängst dazu aufgefordert, £!ei Initiative ergreifen, bevor nicht unsere LebenSraumes im Mittelmeer. Unter diesen Umständen sei es sehr schwer, vom französischen Standpunkt aus eine klare Meinung zu dem strittigen Fragenkomplex zu äußern. Die Pariser Abendblätter stellen fast einheitlich in Riesenüberschriften die drei Namen „Tunis", „Dschibuti" und „Suez" voran, die der Duce in seiner Rede als die noch zwischen den beiden Ländern schwebenden Probleme genannt hat. Der „Paris Soir" fügt jedoch hinzu: „Aber der Duce hat nicht erläutert, ob es sich um territoriale Forderungen handelt. Er verlange keineswegs die sofortige Auslieferung dieser Gebiete. Genau wie der König macht er nur eine Anspielung auf die italienische Note vom 17. Dezember. Diese Note aber enthielt keine territorialen Forderungen. — Im großen und ganzen ist es", so stellt das Blatt fest, „eine unvollständige Rede. Es handelt sich um ein Programm, von dem man bisher nur den Titel des Stückes kennt." Der „Jntransigeant" schreibt: „Kein Faustschlag auf den Tisch! Aber wir wissen noch nicht, was die italienische Regierung mit den drei aufgezählten Problemen genau erhalten möchte. Wenn es sich nur darum handelt, einen Modus vivendi im Mittelmeer zu erreichen, dann können wir die Frage prüfen, nachdem wir die Grenzen festgesetzt haben, die zu überschreiten uns die Sorge um unsere Ehr? und um unsere Souveränität untersagt." Mussolini habe, so schreibt das Blatt zum Schluß, den Ton und 'die Wendungen, die der König von Italien in seiner jüngsten Rede gebraucht ha», nicht stark überschritten. Das müsse man als Zeichen deuten, daß der Friede nicht unmöglich fei. Der „Temps" bedauert, daß der Duce erklärt habe, man möge ihm nicht mehr mit einem Verwandtschaftsgrad zwischen Frankreich und Italien kommen. Das Blatt sagt, eine derartige Sprache könne nicht gerade eine für Verhandlungen günstige Atmosphäre schaffen. „Frankreich hat sich", so fährt baS Blatt fort, „niemals einer internationalen Diskussion widersetzt, es hat nur den Forderungen, die die Integrität seines Gebietes sowie die souveränen Rechte über sein Imperium, besonders in Tunis, berührt haben würden, ein /Niemals' entgegengesetzt. Man wird mit seinem Urteil abwarten müssen, bis man die italienischen Forderungen genau kennt." Der „Petit Parisien" glaubt aus der Rede eine Aufforderung zu französischen-italienischen Verhandlungen Über Tunis, Dschibuti und Suez herauslesen zu können, allerdings unter der Bedingung, daß Frankreich den ersten Schritt unternehme und die allerheiligsten Rechte Italiens anerkenne. Eine solche Initiative Frankreichs lehnt das Blatt jedoch ab und hält dem entgegen, daß das Mittelmeer für Frankreich ebenso einen Lebensraum wie für Italien darstelle. Der „Petit Journal" hält demgegenüber die Tür zu einer französisch-italienischen Aussprache weit geöffnet. Verhandlungen mit Italien seien also, wenn zwar sehr schwierig, so doch möglich. „Journal" ist mit einem Unterton der Erleichterung der Ansicht, man solle sich nicht darüber aufregen, daß der Duce von Tunis,Dschibuti und Suez gesprochen habe. Man solle vielmehr zufrieden sein, daß der Duce „die N atur dieser Probleme" nicht näher umschrieben habe. Die Achse unzerbrechlich. Eine Unterredung mit Generalfeldmarschall Göring. Mailand, 25. März. (DNB.) Generalfeld mar- schall Göring erklärte Vertretern des „Popolv d'Italia" in San Remo, sein Aufenthalt werde auch dazu bienen, dem Gerede der demokratischen Presse die Spitze abMbrechen, die versuche, mit einer imaginären Haltungsänderung Deutschlands gegenüber Italien Spekulation zu treiben. Die letzten politischen Ereignisse hätten die unerschütterliche Realität bekräftigt, daß die Achse unzerbrechlich sei. Deutschland werde stets an derSeite Italiens stehen, was auch immer geschehen möge. Die Machtstärkung Deutschlands sei auch eine Machtstärkung Italiens und umgekehrt. Die beiden Völker seien sich dieser Tatsache voll bewußt. Das demokratische Geschrei von Paris und London, vor allem jenes aus London, lasse uns vollkommen ruhig, denn ein bekanntes Sprichwort sage: Ein bellender Hund beißt nicht. Der Versuch Englands, so viele Völker als nur möglich zur Bekämpfung der Festtgkeit der Achse aufzuwiegeln, wundert uns auch nicht. Wir hoffen, daß diese Völker intelligent genug sind und die Geschichte kennen, um sich zu erinnern, daß Gnglanb immer Dumme gesucht hat, die geneigt waren, für es zu kämpfen. Die letzten Ereignisse Haden das erneut bestätigt. W i r aber setzen unseren Marsch geradeaus fort mit dem einen Ziel: Friede und Gerechtig- f ei t für die Völker. Die innerpoliiische Lage in England. London, 27. März. (Europapreß.) „Daily Mail" behauptet, während des Wochenendes hätten die Besprechungen über eine Regierungserweiterung ihren Fortgang genommen. Chamberlains Stellung als Premierminister dürfte von einer Um - besetzung im Kabinett kaum bettoffen sein, wenngleich bestimmte Politiker für seine Ersetzung durch Lord Halifax einträten. Schatzkanzler Sir John Simon sei die mächtigste Kraft innerhalb des Kabinetts, die sich nicht nur gegen außenpolitische Abenteuer, sondern auch unter allen Umständen gegen d i e Einführung der Dienstpflicht in Friedenszeiten ausgesprochen habe., weil eine solche Maßnahme dem Ausland das Schauspiel der Uneinigkeit innerhalb des englischen Volkes vor Augen führen werde. Bolle Einigung über den deutsch-niederländischen Warenverkehr. Berlin, 25. März. (DNB.) Die seit dem 13. März 1939 in Berlin zwischen einer deutschen und einer niederländischen Delegation in freundschaftlichem Geist geführten Verhandlungen über die Regelung des deutsch-niederländischen Warenverkehrs haben am 25. März 1939 zu einer vollen Einigung geführt. Beide Teile sind von dem Bestreben ausgegangen, zu einer Ausgestaltung des beiderseitigen Warenverkehrs unter Würdigung der wirtschaftlichen Bedürfnisse beider Länder beizutragen. Der neue Vertrag tritt am 1. April 1939 in Kraft. Er ist im beiderseitigen Vertrauen auf die Stetigkeit der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden im Gegensatz zu früheren kurzfristigen Abkommen erstmals für längere Dauer, nämlich bis zum 31. Dezember 1940, abgeschlossen. Gleichzeitig haben die deutsch-niederländischen Regierungsausschüsse die Zahlungswertgrenzen des 2. Vierteljahres 1939 für die Einfuhr aus den Niederlanden und Niederländisch-Jndien nach Deutschland festgesetzt. Fortschritte der nationalen Offensive in Andalusien. Paris, 26. März. (DNB.) Aus Nationalspanien verlautet, daß die Verhandlungen zwischen Vertretern des roten „Verteidigungsrates" in Madrid und Vertretern des Generals Franco über b i e Uebergabe von Madrid zu keinem Ergebnis geführt haben. Der Verteidigungsrat soll sich außerstande erklärt haben, große kommunistische und anarchistische Gruppen zur Uebergabe und damit zur Beendigung des Blutvergießens zu bewegen. Das Hauptquartier der nationalspanischen Truppen erklärte Darauf, Nationalspanien hält alle Angebote aufrecht, in denen es großzügig Verzeihung versprochen hat. Der erzwungene bisherige Waffendienst in der Sowjetarmee stellt an sich noch kein Verbrechen bar. Wir wollen aber nur Verbrecher von den Gerichten aburteilen lassen. Dagegen ist ein weiterer militärischer Widerstand verbrecherisch, weil er nichts anderes als unnützes Blutvergießen bedeutet. Die Erfordernisse des Krieges machen eine letzte große Offensive notwendig, die unwiderstehlich sein wird. Daher wird die Bevölkerung in der sowjetspanischen Zone aufgefordert, keinen Widerstand zu leisten, sondern sich zu ergeben! Die neue nationalspanische Offensive setzte nicht, wie man erwartet hatte, im Abschnitt von Madrid ein, sondern ging im A b - schnitt von Cordoba vor sich. Die Andalusienfront umfaßt den Abschnitt zwischen der Sierra Morena und der Sierra Nevada einschließlich eines Küstenstreifens in einer Gesamtlänge von etwa 350 Kilometer. Die nationale Offensive, die von dem Befehlshaber der Südarmee, Genera Q u e i p o de Llano, geleitet wird, macht nach den letzten Nachrichten gute Fortschritte. Die motorisierten Kolonnen stießen teilweise über 40 Kilometer tief vor. Ein Gebiet von mehr als 700 Quadratkilometer wurde besetzt. Dabei wurde der bedeutende Ort Pozy- blanco im Kohlengebiet erobert (40 Kilometer südlich von Almaden). Insgesamt wurden 40 Ortschaften besetzt, Darunter Santa Eufemia. Zehntausend Bolschewisten konnten gefangen genommen werden. Verschiedene rote Einheiten hißten beim Nahen Der nationalen Truppen Die weiße Fahne. Nur an einigen Stellen versuchten die Roten Widerstand zu leisten, der jedoch ohne Schwierigkeit überwunden werden konnte. Die nationalen Truppen stehen 35 Kilometer vor der Provinzhauptstadt Jaen, die von den Sowjetspaniern zu einem bedeutenden militärischen Stützpunkt ausgebaut worden ist. Erneute Verhandlungen mit Madrid ergebnislos abgebrochen Paris, 27. März. (Europapreß.) Meldungen über die Lage in Madrid besagen, daß einerseits die Lage Der Roten derart ist, daß Der endgültige Zusammenbruch nicht mehr aufgehalten werden Fann. Andererseits versteifen sich die roten Anführer auf einen angesichts der vorzüglichen Ausgangsstellung'en Francos aussichtslosen Wiederstandsversuch. Erneute vom.Miaja-Ausschuß mit Franco eingeleitele Verhandlungen sind in der Nacht zum Montag e r - g e b n i 5 I o 5 abgebrochen worden. Die Madrider Junta hatte eine Frist von 25 Tagen für die Uebergabe gefordert mit der Begründung, daß die Personen, die Spanien vor Dem Einzug Der nationalen Truppen zu verlassen wünschten, hierfür genügend Zeit erhalten müßten. Außerdem wurde verlangt, daß die ttalienischen Freiwilligen und Die marokkanischen Truppen aus Spanien zurückgezogen würden. Die Regierung von Burgos verlangte indessen Die sofortige Uebergabe, die am 25. März zwischen 15 und 18 Uhr hätte stattfinden sollen. Madrid verlangte daraufhin einen Aufschub. Am Sonntagabend um 18 Uhr erklärte Burgos, daß Die Verhandlungen abgebrochen seien. Die beiden Vertreter der Madrider Junta in Burgos erhielten Die Anweisung, nach Madrid zurückzukehren. Die Madrider Junta erklärte durch ihren Sekretär del Rio, der Derteidigungsausschuß habe Abwehrmaßnahmen gegen die Offensive Der national- spanischen Truppen ergriffen. Gefallenenehrung in Prag. Empfang für General Blaskowitz im Prager Rathaus. Prag, 26. März. (DNB.) Unter starker Beteiligung Der Prager deutschen und tschechischen Bevölkerung fand am Sonntagmittag eine feierliche Kranzniederlegung am Grabe des U n - bekannten Soldaten im Altstädter Rathaus durch Den Oberbefehlshaber Der Heeresgruppe 3, General Der Infanterie Blaskowitz," statt. Das Rathaus unD Der Altstädter Ring waren reich mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Schon lange vor Beginn Der Feier hatte sich auf Dem Ring unD Den anliegenden Straßen eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Kurz nach 12 Uhr traf General Blaskowitz mit seinem Stabe auf dem Altstädter Ring ein, wo er Die Front einer Ehrenkompanie abschritt und vor dem Gedenkstein am Altstädter Rathaus einen großen Lorbeerkranz nie- Derlegte. Vor dem Ehrenmal hielten Offiziere Der deutschen Wehrmacht mit gezogenem Degen Wache. Grüßend standen die deutschen und tschechischen Offiziere sowie die Ehrengäste vor Dem Ehrenmal. Unter Den Ehrengästen sah man neben zahlreichen höheren Offizieren Der Wehrmacht den Oberbefehlshaber der Polizeieinsatzgruppe, Oberst Quem er, als Vertreter Der tschechischen Regierung Armeegeneral S i r o v y unD Brigadegeneral Fiala , als Vertreter der Stadt Prag Primator Dr. K l a p k a und seinen Stellvertreter Professor P f i tz n e r. Der Oberbefehlshaber begab sich dann in das Rathaus, um in Der Krypta, in der 6 deutsche Offiziere Ehrenwache hielten, einen zweiten Kranz niederzulegen. Nach einer kurzen Besichtigung Der historischen Räume Des alten Rathauses begab sich General Blaskowitz in Den Primatorensaal, wo er von Den Vertretern der Stadt begrüßt wurde. Der Saal war mit einem Führerbild und Dem Bild des tschechischen Präsidenten Dr. Hacha geschmückt. Oberbürgermeister K l a p k a hieß General Blaskowitz als Inhaber der vollziehenden Gewalt willkommen. Sein Stellvertreter, Professor P f i tz n e r, unterstrich in einer deutschen Ansprache die vorbildliche Haltung der deutschen Truppen, Die durch ihr mustergültiges Auftreten die erste grundlegende Vorarbeit für die deutsch-tschechische Verständigung geleistet hätten. Der Oberbefehlshaber dankte für die freundliche Aufnahme und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich Die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Tschechen nutzbringend für beide Völker gestalten möge. Dann trug er sich in das Goldene Buch Der Stadt Prag ein mit Den Worten: „Möge Prag — in Erfüllung seiner historischen Aufgabe einer großen Zeit entgegengehen!" Der Oberbürgermeister überreichte Dem General als Ehrengeschenk Der Stadt eine Bronzestatue von Dvorak, die Prag versinnbildlicht, und eine Mappe mit Reproduktionen der schönsten Bilder von dem tschechischen Maler Scheselik. Die „Narodni Noviny" schreiben zu Der Feier: „Dieser Akt ist eine Höflichkeit von außerordentlicher Bedeutung, die einen starken Einfluß auf die weiteren Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen haben wird. Die Proklamation des Führers, die Erklärungen, daß das tschechische Volk nicht germanisiert werde, und Der symbolische Akt General Blaskowitz' finD Beweise Dafür, daß das tschechische Volk auch im Rahmen des Dritten Reiches eine Stellung einnehmen wird, die es auf Grund seines kulturellen und wirtschaftlichen Lebens verdient. Der Ausschuß der nationalen Gemeinschaft. Prag, 25. März. (DNB.) Der „Ausschuß Der Nationalen Gemeinschaft", Der vom Präsidenten Dr. Hacha mit der Bildung einer tschechischen Einheitspartei beauftragt ist, legte in die Hand des Vorsitzenden den Eid ab, Volk und Heimat zu dienen, und gab weiter die Erklärung ab, keiner Freimaurerorganisation anzugehören und keinerlei Befehle von derartigen Verbänden entgegenzunehmen. Der Ausschuß beschloß, der Regierung vorzuschlagen, alle politischen Parteien aufzulösen,' das Abgeordnetenhaus und den Senat zu liquidieren, bis zum 15. April eine Konskription des jüdischen Vermögens vorzunehmen sowie die jüdischen Unternehmer zu verpflichten, ihre Betriebe ordnungsgemäß weiterzuführen. Im Falle diesen Anordnungen nicht nachgekommen wird, soll die Regierung Aufsichtsorgane einsetzen. Jegliche Uebertragung jüdischen Eigentums soll verboten werden. Das Heer im Dritten Reich. Generaloberst von Brauckttsch auf der Ordensburg Sonthofen. Sonthofen, 26. März. (DNB.) Auf der Arbeitstagung Der Kreisleiter unD Gauamtsleiter auf Der Ordensburg Sonthofen sprach am Sonntag Der Oberbefehlshabers des yeeres, (Beneralobeiit von Brauchitsch, über die Bedeutung unD die Aufgaben des Heeres im Rahmen Der Wehrmacht, über Den Aufbau und Die Organisation Des Heeres, über das Offizierkorps und über Das Verhältnis und Die Zusammenarbeit zwischen Partei und Heer. In Zusammenhang mit Der Frage des Unteroffizierersatzes beschäftigte en sich ausführlich mit der I n f a n t e r i e. „Die Infanterie entscheidet mit der Tat jedes einzelnen, unD deshalb gehören zu ihr ganze Kerle! Der Begriff des Kämpfers ist wieder in den Kreis unserer Gedanken und seelischen Empfindungen gerückt. Damit sind die ideellen inneren Werte den äußeren wieder vorangestellt. Das Ideal aber des Kämpfers war und wird stets bleiben der Infanterist, der nichts aus sich machen will, Der bescheiden ist und Der befehlsgetreu auch Den schwersten Dienst, ohne mit Der Wimper zu zucken, versieht. Lehren wir die Jugend dieses Ideals!" Grundlegend waren seine Ausführungen über Die Forderungen, die er an den Offizier des neuen Heeres stellt: „Ich verlange, daß jeder, Der das Glück hat, als Offizier am Aufbau des Dritten Reiches mitzuarbeiten, ein Charakter und eine P e nlichkeit ist. Lautere Gesinnung, Entschlußkraft und Verantwortungsfreudigkeit volle Hingabe an Dienst und Beruf, strengste Pflichtauf- sassung, Bescheidenheit, Gewissenhaftigkeit, glühende Vaterlandsliebe, unbedingter Gehorsam gegenüber dem Führer und den militärischen Vorgesetzten müssen jeden Offizier auszeichnen. Das sind die Tugenden, die den deutschen Offizier zum Vorbild nicht nur für seine Untergebenen, sondern für alle Volksgenossen machen, und ihn zum Erzieher des Volkes befähigen. Diese Erziehungsarbeit beschränkt sich nicht nur auf das rein Militärische unD Charakterliche, sondern auch auf Die politische Einstellung des Soldaten. Waffe unD Weltanschauung bedingen Die Schlagkraft Der Wehrmacht. Der Oberbefehlshaber gab Richtlinien für die praktische Zusammenarbeit zwischen den Führern und Dienststellen der Partei und Denen Des Heeres. Er forderte eine weitere Vertiefung Der gegenseitigen Beziehungen, wobei Die gemeinsame nationalsozialistische Weltanschauung die Grundlage des gegenseitigen Vertrauens bilde. Gerade die letzten Ereignisse hätten gezeigt, wie wichtig diese enge Zusammenarbeit ist und daß, wenn in diesem Sinne die Arbeit beider Organisationen fortgesetzt wird, Die Zukunft »Der Deutschen Nation gesichert ist. Eine Rede Alfred Rosenbergs. Reichsleiter Rosenberg entwarf sodann em umfassendes Bild Der europäischen Geschichte und Der sie treibenden Strömungen. Gerade heute hätten wir Die Pflicht, zurückzudenken an das große germanische Mittelalter, an die Zeit der Größe und Macht des Deutschen Reiches. Aber auch an Die Zeit Der Völkerwanderung, Denn heute wie damals drohe im Osten Die Gefahr Der Zerstörung Deutschen Aufbauwerkes. Die Demokratien begingen Verrat am Abendland, wenn sie heute -versuchten, den jüdisch-asiatischen Bol'schew'-mus gegen das Herz Europas zu mobilisieren. „Wir sind kein Konfessionsstaat meh r", so erklärte Rosenberg dann, „sondern Der erste wirkliche deutsche Nationalstaat, der durch Die nationalsozialistische Idee geboren wurde und nur durch diese Idee erhalten werden kann." Es genüge nicht, wenn wir im deut-, schen Volk Die Demokratie und Den Marxismus überwunden haben, sondern auch andere ideologische Reste müßten dem Zeitalter des Natio- nalfozialismus weichen. Wenn wir Die Gefahren des Kampfes um Die Macht überwunden hätten, so müßten mir auch Die Gefahren des Sieges überwinden. Hier könne nur Der Geist absoluter Treue und einer harten Kameradschaft als Der ewigen Gesetze Der Bewegung, Die Zukunft Der Nationalsozialistischen Partei und Damit Des deutschen Volkes garantieren. Der Führer in München. Jubelnder Empfang in der Hauptstadt der Bewegung. München, 26. März. (DNB.) Schon seit Den frühen Morgenstunden Des Sonntag stand München im Zeichen der Ankunft des Führers. Alle Straßen prangten im festlichen Fahnenschmuck, Tannengrün, Girlanden unD Lorbeer erhöhten Das festliche Bild. Punkt 11 Uhr lief Der Sonderzug in die Halle. Den Führer begrüßten der Reichsstatthalter in Bayern, das Führerkorps des Traditionsgaues und Die Spitzen von Staat und Wehrmacht. Der Jubel der Massen erfüllt die Luft als der Führer die Fronten der Ehrenformationen abschritt und seinen Kraftwagen besteigt zur Fahrt durch die Stadt. Der Führer grüßt nach allen Seiten und dankt für die ergreifenden Kundgebungen Der Münchener Bevölkerung auf Der ganzen Fahrt zu seiner Wohnung am Prinzregentenplatz. Hier hat eine Kompanie der -Verfügungstruppe Aufstellung genommen. Der Reichsstatthalter unD Der Gauleiter geleiten Den Führer in sein Heim. Aber noch lange nicht ist Die Begeisterung und Die Freude verebbt. Neue Erfolge des WHW. Die sechste Eintopfsammlung nnd der „Tag der Wehrmacht". Berlin, 25. März. (DNB.) Das Ergebnis der 6. Eintopfsammlung im Monat März 1939 beweist wiederum, daß sich die Opferfreudigkeit des deutschen Volkes immer noch mehr steigert. Im A l t r e i ch wurden 6 967 113,17 RM. gesammelt, was gegenüber der gleichen Eintopfsammlung des Vorjahres eine Steigerung von 851380,26 RM = 13,92 o. H. ergibt. Je Haushalt wurden im Altreich 38,53 Rpf. gesammelt. Noch opferfreudiger erwies sich die deutsche O st m a r k, die mit einem Ergebnis von 831 120,45 RM. je Haushalt ein Aufkommen von 44,51 Rpf. zu verzeichnen hat. Im Sudetenland wurden 223 835,21 RM. = 26,58 Rpf. je Haushalt gesammelt. Insgesamt erbrachte die Eintopfsammlung im März 1939 in Großdeutschland einen Betrag von 8 022 068,83 RM., was einem Durchschnittsaufkommen je Haushalt von 38,59 Rpf. ent- schricht. Das vorläufige Ergebnis des „Tages der Wehrmacht" für das Winterhilfswerk beläuft sich auf 4,7 Millionen R M., die an den Reichs- beauffragten des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes abgeführt werden konnten. Neichsarzieführer Nr. Wagner gestorben. M ü n ch e n, 25. März. (DNB.) Am Samstagfrüh 6 Uhr ist in München an den Folgen einer heimtückischen Krankheit, die er sich in Ausübung seines Dienstes für die Bewegung zugezogen hatte, her Hauptdienstleiter Der NSDAP. Rcichsärzle sichrer Dr. Gerhard Wagner, im 51. Lebensjahre gestorben. Der Führer hat an Die Witwe folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Nehmen Sie zu dem schmerzlichen Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Mannes erlitten haben, mein tiefgefühltes Beileid entgegen." Reichsorgantz'ationsleiter Dr. Ley sogt in einem Nachruf: Das Hinscheiden dieses großen Menschen und in der GesunDheitsführung Des Dritten Reiches zielbewußten ärztlichen Vorkämpfers bedeutet auch für mich einen um so schwereren 23er lüft, als ich in Den besonders wichtigen Aufgaben im Parteigenossen Dr. med. Gerhard Wagner einen entschlossenen und kühnen Meggen o s f e n gefunden hatte. In Der Alten Garde des Führers gehörte er zu den Treuesten. Der Abschied von ihm ist schwer. * Der verstorbene Reichsärzteführer war 1888 in Neu-Heidick (Oberschlesien) geboren worden. Das medizinischen Staatsexamen legte er in München ab. Während der 4 Kriegsjahre tat er im 18. Bäuerischen Infanterie-Regiment als Arzt an Der Front Dienst. Nach dem Kriege trat er in Das Freikorps Epp ein und ging später in das Freikorps „Oberland", mit Dem' er an Den Kämpfen um Oberschlesien beteiligt war. Wagner ist M i t b e g r ü n D e r e * N S. Deutschen Aerztebundes und seit 1932 Dessen Leiter. Als einem der ältesten ärztlichen Mitkämpfer Der nationalsozialistischen Bewegung verlieh ihm der Führer das Goldene Ehrenzeichen. Der Initiative Dr. Wagners verdankt die Deutsche Aerzteschaft vor allem die neue Reiche örzteordnung. Neben der Ausrichtung der deutschen Aerzteschaft' auf die Aufgaben der nationalsozialistischen Gesundheitsführung sowie der Reinigung des Aerztestandes vom jüdischen Element ist namentlich auch Der Ausbau der ärztlichen Fortbildung und Die Schaffung einer angemessenen sozialen Fürsorge für Die Aerzteschaft fein Werk. Dr. Wagner war fiauptDienftleiter für Die VolksgesunDheit in der Reichsleitung Der NSDAP. unD Leiter des vow Hauptamt für Volksgesundheit ins Leben gerufenen Arbeitskreises für die GesunDheitsführung des deutschen Volkes. (Generalleutnant £eeb KommandierenderGeneraldesXI AK Lpd. Frankfurt a. M., 26. März. An Nelle Des mit dem 31. März 1939 aus Dem aktiven Wehrdienst ausscheidenden Generals Der Artillerie Ulek hat der Führer und Oberste Befehlshaber Der Wehrmacht den Generalleutnant ß,e e b , Kommanoeu Der 15. Division (Frankfurt a. M.) mit Wirkung oo-n 1. April 1939 zum Kommandierenden General Des XI. Armeekorps (Hannover) nannt. * General Leeb wurde 1881 in Passau A^ren Nach Dem Besuch Des Kadettenkorps trat er 1901 w* Fahnenjunker in das 4. Bayerische i5€lt>arnH« Regiment. Seit 1911 gehörte er Der Kriegsaka^nm an, als Oberleutnant und Adjutant zag er rnsJy _ 1915 erfolgte seine Beförderung Zum Hauptm und Verwendung in verschiedenen Generayl stellungen. 1919 nahm er an Dem Abwehrkanr? gegen die Rateherrschast in Bayern teil und w Der Bau des Westwalles. von 1921 bis 1924 Batteriechef im 7. Bayerischen Feldartillerie-Regiment. Dann gehörte er dem Gene- ralstab der 7. Division an und wurde am 11.1.1933 Leiter des Beschaffungswesens im Heereswaffenvmt. Am 1. Juli 1935 wurde er Generalmajor und am 1. August 1937 Generalleutnant. Schwere Verfehlungen in katholischen Anstalten. Aufdeckung schwerer Mißstände in Klöstern und Konvikten der Diözese Limburg. Der N S. -- G a u d i e n st Hessen-Nassau teilt mit: Auf Grund glaubwürdiger Angaben aus der Bevölkerung mußte kürzlich von der Staatspolizei- Pelle Frankfurt a. M. das Franziskaner- Klofter in Kelkheim und in der Folge auch Die der Erziehung katholischer Jugend dienenden bischöflichen Konvikte in Montabaur irnd Hadamar sowie das Studienheim der Franziskaner in Hadamar einer Ueber- vrüfung unterzogen werden. In K e l k h e i m wurde festgestellt, daß die Patres jinb Brüder in einem derartigen lieber» l u ß lebten, .der zum großen Teil durch die Al- nosen der gläubigen Bevölkerung zustandegekom- ?iwn ist, daß Lebensmittel in größeren Mengen der Verwesung anheimgefallen waren. Bei >en angehamsterten Lebensmitteln handelt es sich m erster Linie gerade um solche Dinge, deren Be- chaffung für die weltliche Bevölkerung nicht immer Ihne Schwierigkeiten und zeitweiser Verknappung lurchgeführt werden konnte. So waren es b e s o n - ers Butter, Fett, Speck und Eier, die mit einer unglaublichen Geschäftigkeit angesammelt »orden waren. Ferner wurden große Vorräte an durchaus unklösterlichen Genußmitteln vorgefunden, »o waren in den Räumen des Klosteroorstehers zu ressen persönlicher Verfügung allein 15 Kisten Z i - Barren und 30 Flaschen feiner Liköre, Ächnäpse und Weine vorhanden. Trotz der daraus ersichtlichen außerordentlich gün- igen Wirtschaftslage schämte sich die Klosterleitung icht, sich auch noch in reichlichem Maße durch । a 5 WH W. versorgen zu lassen. Die von dem 2HW. erhaltenen Speisekartoffeln wurden an die Schweine, das auf sonstige Weise erlangte hoch- l"ertiae Getreide an die ausschließlich zur Eier- und Aeischversorgung der wenigen Klosterinsassen be- immte zahlreiche Hühnerschar verfüttert. Die offen« hnr als grundsätzlicher Wahlspruch gedachte Auf- Drift in mehreren Klausuren: „Hoch die Arbeit, bimit niemand dran kann", bezog sich nach den »Wellungen nicht auf die Tätigkeit der Kloster- s'sassen in politischer Hinsicht, da sich ergeben hat, !-ß die Patres ihre seelsorgerische Tätigkeit in jelen Fällen dazu mißbraucht haben, vor allem in lstzpredigten ihre ablehnende Haltung dem national- kzialiftischen Staat gegenüber kundzutun. : Standen in Kelkheim die sittlichen Mißstände troas im Hintergrund — von einem einwandfreien ! l'ben in dieser Richtung kann auch hier nicht ge- firodyen werden —, so spotten die in den bischöflichen Erziehungsan st alten und in dem (itudienheim der Franziskaner in Hada- ri a r angetroffenen Verhältnisse- jeder Beschreibung. Ire Verfehlungen, die sich vorwiegend auf homo- j 'ueller Grundlage bewegen, zeigen ein Bild sitt- lcher Verwahrlosung, das um so schlimmer ist, als euch Geistliche darin verwickelt sind. Mehrere Priester, die entweder ihre Aufsichtspflicht t'Htz Kenntnis der Dinge gröblichst verletzt hatten ö»r selbst beteiligt sind, mußten fest genommen »i rden. Die Untersuchung durch die Lt a a t s a n w a l t s ch a f t ist bereits im Gange. Oer neue Gaukriegerverband. ^Lpd. Frankfurt a.M., 25. März. Mit dem ! April wird die Gliederung des NS.-Reichskrieger- h.inbes in der Weise geregelt, daß jeder Lan° d-skriegerverband einen oder meh - rite Gaue der Partei umfaßt. Die bisherige ^Zeichnung „Landeskriegerverband" wird geändert ir, „Gaukrieaeroerband (Gaukriegerführung, Gau- kl 2gerführer). Die Einteilung in Gebietskriegerver- bcnbe fällt zum gleichen Zeitpunkt fort. Es gehören tnrnach zum Gauk^iegerverband Fulda- Süe r r a die Gaue Thüringen, Kurhessen, Hessen- Wi f fa u; zum Gaukriegerverband Rhein die Gaue Dolenz-Trier und Saarpslalz; zum Gaukriegerver- 1 kiib Main die Gaue Main-Franken und Franken; ! zun Gaukriegeroerband Südwest die Gaue Baden ilii Württemberg-Hvhenzollern. Deutsch-slowakisches Verrechnungsabkommen. ! Merlin, 25. März. (DNB.) Während der An- Asenheit der slowakischen Minister D u r c a n s k y ; jiii Tuka zum Abschluß des deutsch-slowakischen kiiÜbertrages wurden auch die Deutschland und iie Slowakei gemeinsam interessierenden wirt- s itiaftlichen und finanziellen Fragen dchirochen. Der Abschluß einer Zoll- und WÜh - ! lum gsunion zwischen Deutschland und der Slo- utiei wurden nicht ins Auge gefaßt. Dagegen hat Mtschland sich bereiterklärt, der slowakischen Re- • gcmng bei dem Aufbau der slowakischen Wirtschaft m! des slowakischen Geldwesens mit Rat Imd Tat 31 Seite zu stehen. Um die alsbaldige Auf- nachme des Warenverkehrs zwischen den ttüsen Staaten sicherzustellen, wurde ein Derrech - rum gsabkommen unterzeichnet. Die deutsche Secierung hat sich bereiterklärt, dieEinfuhr s l o - m!jischer Waren nach Deutschland nach Möglichkeit zi -rl eicht ern und diese Einfuhr-bis auf wei- terc 5 in dem von der slowakischen Regierung ge- I m schien Umfange zuzulassen. Gleichzeitig wurden Drabredungen zur Regelung der Zahlungen zwi- ssei dem Protektorat Böhmen und Mähren > uiii der Slowakei getroffen, um auch für den Wa- , rmustaufd) zwischen diesen beiden Gebieten eine fifere Grundlage zu schaffen. Um die wirtschaftliche 2i;aiffung an die neuen Verhältnisse für die ein« zkim Teile der früheren Tschecho-Slowakei nach Mlichkeit zu erleichtern, wird für den Warenver- Ni, zwischen den sudetendeutschen Gebieten : ui) dem Protektorat Böhmen und Mähren । «Metts und der Slowakei anderseits bis auf wei- i Mte- Zollfreiheit gewährt. Ergehen der Japaner in Mittelchina. Schanghai, 27. März. (Europapreß.) Das j iäidlle Vorgehen der Japaner aus der Gegend des ^yung-Sees heraus hat am Sonntag als wichtigste ,15rjt das Eindringen der mechanisierten japa- iufern Vorhuten in die Vorstädte von Nan- llshmng gebracht, der Hauptstadt Kiangsis und 1 Husttstützpunkt der Chinesen in Mittelchina. Die in Ui'cn Teil Chinas stehenden Truppen Tschiangkai- f id(E:■ werden auf rund 400 000 Mann geschätzt. Die $ Shaner hoffen den Erfolg von Nantschang soweit Die nachstehenden Ausführungen des Generalinspektors Dr.-Jng. Fritz Todt über Bau und Wert unserer Westbefestigungen entnehmen wir mit freundlicher Genehmigung einem Aufsatz dem soeben erschienenen ersten Heft der neuen reich illustrierten Zeitschrift für alle Zweige des Bauwesens „Derbent« s ch e Baumeiste r". Die Bauwirtschaft hat im Jahre 1938 eine besondere Belastung durch den Bau der Westbe- festigungen erfahren. Die Politik hat auch in diesem Fall wieder der Wirtschaft die Aufgaben gestellt. Daß im Lause der Monate aus dem Nichts das stärkste FestungsbandderWelt ent- standen ist, verdanken wir ausschließlich der Energie und dem treiben den Willen des Führers, der in allen Einzelheiten bis zur Gestaltung der Stände, bis zum Entwurf der Ausgänge', Scharten und Türen, bis zur Festsetzung der Betonstärke und Armierung alles in diesen Wochen angeordnet, ja selb st zahlreiche Skizzen und Zeichnungen geliefert hat und beinahe täglich Besprechungen ober Ferngespräche über diese Fragen mit feinem Beauftragten führte. Der Arbeitseinsatz war ein gewaltiger. Alles in allem waren es knapp eine halbe Million Menschen, die in biesen vier Monaten an ben Grenzen im Westen arbeiteten. Zu diesem Arbeitseinsatz kam ein gewaltiger Geräte- und Materialeinsatz. Ich nenne nur einige Zahlen: Bon den 9000 im Baugewerbe und in der Bauindustrie verwendeten Betonmaschinen sind 3000 drüben im Westen angesetzt gewesen. An Holz wurden über 300 000 Kubikmeter Schnittholz in den Westwall eingebaut. Die Löhne sind manchmal kritisiert worden. Gewiß, der Mann hat gut verdient, aber er mußte auch 12 bis 16 Stunden arbeiten. Trotzdem haben es die Frauen zu Hause nicht immer empfunden und ge= NSG. Immer noch begegnet man hier und da der Ansicht, daß die Heranziehung der älteren Jahrgänge zur Kurzausbildung in der Wehrmacht überflüssig sei. Die einen glauben, daß sie in ihrem Beruf nicht entbehrt werden können, die anderen sind der Me-inung, daß sie den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr gewachsen seien. Es soll deshalb hier einmal klar gemacht werden, weshalb überhaupt die Kurzausbildung für die älteren Jahrgänge eingeführt wurde. Mit der im Versailler Vertrag geforderten Abrüstung sollte Deutschland waffenlos und damit kampfunfähig gemacht werden. Aber wir haben es erlebt, daß dieser Ausfall dank der Tatkraft und Entschlossenheit des Führers in wenigen Jahren nicht nur aufgeholt wurde, sondern wir haben uns ben Fortschritt ber mobernen Technik auch in der Ausrüstung zu nutzen gemacht, und wir können heute stolz auf unsere modernen Angriffs- und Abwehrwaffen jein. Ganz anbers liegen die Dinge bei der uns nach dem unglücklichen Kriegsausgang aufgezwungenen Verminderung der unter Waffen stehenden Soldaten. Mit der Beschränkung des Gehenden Heeres auf 100 000 Mann glaubten unsere ehemaligen Kriegsgegner die deutsche Nation am meisten schwächen zu können. Hier hat die Erfahrung gelehrt, daß man uns mit dieser Maßnahme wirklich vor eine schwer zu lösende Aufgabe gestellt hatte. Denn mas nützen die modernsten Kriegswaffen, wenn es an Soldaten fehlt, die diese zu handhaben verstehen? Welche Lücken hier aufzufüllen waren, das kam uns erst in den Tagen so recht zum Bewußtsein, als der Führer wieder die allgemeine Wehrpflicht einführte und gleichzeitig die Aufrüstung im verstärkten Maße einsetzte. Hier standen jene, die unter Hergabe der letzten Kraft den Weltkrieg miterlebt hatten. Unbesiegt und nur auf Geheiß einiger weniger Volksverderber hatten sie die Waffen aus der Hand gelegt. Dort standen die jungen Rekruten, erstmalig wieder dazu berufen, den Ehrendienst für Volk und Vaterland abzuleisten. Aber zwischen den Vaterlandsoerteibigern vom Weltkriege her und den Soldaten, die durch die Schule der neuen Wehrmacht 'gegangen waren, klaffte eine gewaltige Lück'e in der Landesverteidigung. Es fehlten zahlreiche Jahr- merkt, daß der Mann mehr verdiente, denn nicht alle haben genügend Geld nach Hause geschickt. Dabei hat sich Deutschland sehr unterschiedlich verhalten. Die Erzgebirgler haben am meisten nach Hause gesandt, die Rheinländer und Hamburger haben bei der Arbeit etwas mehr Durst bekommen, und zu Hause beschwerten sich die Frauen, daß sie nicht genügend Geld bekämen. Wir haben ein Plakat angeschlagen, die Männer sollen mehr sparen. Das hat nicht viel genützt. Geholfen hat bann roieber die Partei über bie Frauenorganisation. Die Reichs- srauenführerin, Frau S ch o l tz - K l i n ck , hat ben Frauen in ber Pfalz drüben beigebracht, daß sie den einquartierten Männern nahelegen müssen, ihre Frauen zu Hause nicht zu vergessen. Diese Maßnahme von Frau Scholtz-Klinck hatte den überall sichtbaren Erfolg, daß die Männer wieder mehr Geld nach Hause schickten. Der erste Stand war schon Anfang Juni, der zehnte Stand am 25. Juli, der 100. am 12. August, der 1000. am 1. September betoniert, und in den kritischen Tagen, Ende September, waren so viele Stände fertig, daß auf der Gegenseite die Zahl der zu ihrem Beschuß nötigen Kaliber nicht mehr ausreichte, um mehr als etwa ein Drittel niebertämpfen zu können. Das Rennen zwischen der Zahl ber Kaliber unb ber Betonstänbe war Ende September gewonnen. Besonbere Anforberungen mußten an ben Nachschub gestellt werben. Insgesamt hat die Deutsche Reichsbahn bis zum 20. Dezember über 500 000 Eisenbahnwaggons nach dem Westen verladen; zum Abtransport der mit der Bahn ankommenden Güter waren 15 000 Lastkraftwagen eingesetzt. Die Lastkraftwagen übernahmen in der späteren Zeit, als die Eisenbahn für Truppentransporte benötigt wurde, ben Ersatzverkehr, unb man muß immer roieber anerkennen, baß ber Lastkraftwagen nicht nur ein Gelegenheitsfahrzeug war. gänge an ausgebildeten Refervisten, auf die im Ernstfall zurückgegriffen werden muß. Da aber die Landesverteidigung gerade heute niemals nur einen Teil der Nation angeht, vielmehr jeder wehr- und waffenfähige Deutsche in der Lage sein muß, notfalls sein bedrohtes Vaterland zu schützen, blieb gar kein anderer Ausweg, als zur Kurzausbildung der Ungedienten zu schreiten. Schon diese Tatsache sollte eigentlich genügen, jeden zur Kurzausbildung Herangezogenen davon zu überzeugen, daß diese Maßnahme eine dringende Notwendigkeit ist. Wer seine Heimat, sein Volk und Vaterland liebt, wird sich auch dazu bereitfinben müssen, sich in Not und Gefahr dafür einzusetzen, und wenn es sein muß, auch sein Leben dafür zu opfern, so wie es der Treueio von jedem Soldaten allezeit verlangt hat. Es darf darüber kein Zweifel bestehen, daß Disziplin und Manneszucht nach wie vor die Grundpfeiler der neuen Wehrmacht sind. Aber es werden keine Anforderungen an den Sowaten gestellt, die über sein Leistungsvermögen hinausgehen. Daneben find durch den Bau von neuen, jeder Hygiene Rechnung tragenden Kasernen usw. gesunde und zweckmäßige Unterkünfte geschaffen. Großer Wert wird auf einen stark ausgeprägten Kameradschaftsgeist gelegt, denn gerade die unerschütterliche Kameradentreue ist es aeroefen, die in den langen Kriegsjahren zahllose Heldentaten verbringen ließen. Und der Dienst endlich ist in seiner heutigen Gestaltung so abwechslungsreich und vielseitig, daß die Kurzausbildung so recht dazu angetan ist, manchen einseitig auf feinen Beruf eingestellten jüngeren Menschen davon zu überzeugen, daß jedem Deutschen, wohin ihn auch das Schicksal gestellt haben mag, eine soldatische Aufgabe aufgetragen ist. Es ist verständlich, daß der zum Kurzdienen herangezogene Mann manchmal mit inneren Hemmungen dem an ihn ergangenen Rufe Folge leistet, wenn er über Ziel und Zweck und die Art der Ausbildung falsche Vorstellungen hat. Diese anfänglichen Hemmungen werden aber schnell überwunden sein, wenn er einmal mit dem inneren und äußeren Dienst vertraut geworden ist, wenn er zu der Erkenntnis gekommen ist, daß der Waffendienst als Ehrendienst an Volk und Land gewertet wird. Auch der diesjährigen Hauptversammlung kommt eine weit über die Grenzen des Reiches reichende Bedeutung zu. Eine erste wissenschaftliche Sitzung wird sich mit den Krankheitserregern der bazillären Ruhr befassen. Weitere Beratungen gelten dem Eigenleben der kleinen Feinde von Mensch, Tier und Pflanze in den vom Menschen angelegten Kulturen und den Kampfstoffen gegen die Krankheitserreger. Der Chefdramaturg der Tobis gestorben. Edlef Koppen, der Chefdramatura der Tobis, ist kurz vor der Vollendung seines 46. Lebensjahres in der Gießener Universitätsklinik gestorben. Koppen, der vom Journalismus herkam und sich auch schriftstellerisch betätigte, hat seine verantwortungsvolle Arbeit bei der Tobis mit feinem künstlerischem Gefühl und mit dem unentbehrlichen Sinn für Realitäten geleitet. Als Stoffsucher und Anreger hat er sich um die künstlerische Filmproduktion in Deutschland große Verdienste erworben. Schweres Explosionsunglück in England. In einer Dynamitfabrik in Faversham (Grafschaft Kent) ereignete sich ein schweres Explosionsunglück, dem nach den bisherigen Feststellungen drei Menschenleben zum Opfer fielen. Zehn Per- Die Qualitats-Zahnpaste Chlorodont reinigt die Zähne ebenso gründlich wie schonend I fönen sind lebensgefährlich verletzt worden. Die Fabrik, in ber Explosivstoffe und Sprengkörper für Bergwerke hergestellt werden, ist fast völlig in Trümmer gelegt worden. In ben umliegenben Häusern würben bie Fensterscheiben zerstört. Der Bevölkerung hat sich eine panikartige Stimmung bemächtigt. Nach einer halbamtlichen Mitteilung steht die Zahl der Opfer noch nicht endgültig fest, da es noch nicht möglich war, das Trümmerfeld einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. An der Unglücksstätte sind auch mehrere Beamte von Scotland Pard eingetroffen, um bie Hintergründe des Explosionsunglücks aufzudecken. 30 Todesopfer des Lawinenunglücks in den Pyrenäen. Das Lawinenunglück beim Jsour-See im Pyrenäengebiet nimmt immer größeren Umfang an. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich aus 30. 26 davon sind Italiener. Da bie Verbindungen unterbrochen find, mußte man vorläufig darauf verzichten, bie Leichen von dem 1600 Meter hoch gelegenen See zu Tal zu bringen. In dem Gebiet südlich von Lourdes unb Tarbes gehen stündlich neue Lawinen nieder, so baß die Lage vielfach kritisch geworden ist. Der plötzlich aufgetretene Föhnsturm hat in dem Gebirgsmafsiv, wo in ben letzten Tagen riesige Schneemassen niedergegangen waren, schwere Verheerungen angerichtet. Die Straßen sind durch bie Lawinenstürze unterbrochen. Telephon- und Starkstromleitungsmasten wurden umgelegt. In Tarbes herrscht große Besorgnis wegen des Schicksal des Dorfes Bareges, das durch eine Lawine von der Umwelt ständig abgeschnitten ist. Seit drei Tagen sind in Jgnoure in 1700 Meter Hohe 40 Arbeiter von jedem Verkehr abgeschnitten. Man befürchtet, baß ihre Lebensmittelvorräte aufgebraucht sind und will ihnen durch ein Flugzeug neue Vorräte zukommen lassen. Schweres Flugzeugunglück in USA. Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich bei Oklahoma. Ein Verkehrsflugzeug des Doug- las-Typs stürzte sechs Minuten, nachdem es den Hafen von Oklahoma verlassen hatte, ab. Don den Zwölf Insassen konnten sich nur der Pilot, ein weiteres Mitglied ber Besatzung und zwei Fluggäste im letzten Augenblick aus dem Fenster stürzen, wurden dabei jedoch schwer verletzt. Man nimmt an, daß die übrigen acht Personen, soweit sie nicht bereits beim Aufprall den Tod fanden, verbrannt sind. Bucker „Student" flog Rekord. Auf ber Strecke Bremen—Schwessin (Pommern)— Bremen flog das mit nur einem 50-?S-Zündapp- Motor ausgerüstete Kleinflugzeug „Student" der Bücker - Flugzeugwerke Rangsdorf bei Berlin unter Führung des Flguzeugführers Werner A h ! - feld mit einem Fluggast an Bord eine neue internationale Bestleistung und brachte den bisher vom Ausland gehaltenen Geschwindigkeitsrekord in der Klasse der Leichtflugzeuge an Deutschland. Heber eine Flugstrecke von 1000 Kilometer, die der „Student" in insgesamt 5 Stunden 48 Minuten zurück- legte, wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 171,95 km/st erreicht und somit der bisher mit 144,148 km/st gehaltene Rekord um fast 30 Kilometer überboten. Motorboot im Sturm gestrandet. An der Küste von Palästina strandete während eines heftigen Sturmes ein Motorboot mit drei jungen Amerikanern, die sich auf einer Weltreise befanden. Ein Insasse ertrank, die beiden anderen konnten von Arabern gerettet werden. Die Amerikaner hatten im Juni des vergangenen Jahres von Baltimore aus die Fahrt angetreten. Dor sieben Tagen waren sie von Athen nach Zypern abgefahren, sie konnten die Insel jedoch infolge des Unwetters nicht erreichen und wurden dann vom Sturm an die Küste von Palästina verschlagen. Flugzeugzufammenstoß über dem indischen Urwald. 50 Kilometer nördlich von Karachi stieß über dem Urwald ein Flugzeug der Indischen Luftfahrtgesellschaft mit einem anderen Flugzeug zusammen. Die Insassen beider Maschinen, zwei Inder und ein Amerikaner, fanden dabei den Tod. Der eine Verunglückte ist einer der bekanntesten indischen Flieger, der im vorigen Jahr die Goldene Fliegermedaille des Vizekönigs von Indien erhalten hat. Beide Flugzeuge wurden völlig zertrümmert. Schwere Ueberfchwemmungen in Südafrika. Schwere Wolkenbrüche führten in Südafrika zu einem unverhältnismäßig starken Anschwellen des Flusses Umzimkulu. Der Fluß überschwemmte weite Landstrecken. In der Stadt gleichen Namens verursachte die Ueberschwemmung eine Panik unter der Bevölkerung. Mitten in der Nacht mußten die Bewohner vor den Fluten flüchten. Die Zahl der Opfer hat noch nicht genau festgestellt werden können. Nach den bisherigen Berichten sind mindestens 20 Eingeborene ertrunken. Hunderte von Stück Vieh sind gleichfalls in den Fluten umgekommen. Ebenso entstanden große Ueberschwemmungen im Bezirk von Malu. Der Sachschaden ist beträchtlich. Die Stadt Umzimkulu ausnutzen zu können, daß die zwischen Mittelchina und der Küste operierenden chinesischen Freischärlerverbände aus Mangel an Zufuhren ihre Tätigkeit einftellen müssen. Am Tschientang-Fluß, südlich von Hangtschau, wurde heftig gekämpft. — Die japanische Kriegsmarine bombardierte Plätze an der chinesischen Südküste. Kleine politische Nachrichten. Die R e i ch s m a r k ist für das Memelgebiet gesetzliches Zahlungsmittel. Der Umrechnungskurs ist: Ein Litt = 40 Reichspfennige. * Nach Ausscheiden von Dr. K o e l b l aus dem Präsidium der Deutschen Akademie hat der Senat Ministerpräsidenten Siebert einstimmig zum Präsidenten der Deutschen Akademie gewählt. * Einer Einladung des Generals Franco Folge leistend bat der ReOchskriegerführer ff- Gruppenführer General der Infanterie Reinhard eine Reife nach Spanien angetreten. Nach einem Besuch des deutschen Botschafters in San Sebastian wird sich General Reinhard nach Burgos begeben, um von dort aus einzelne Frontstellungen zu besichtigen. ' ♦ Die drei KdF. - Schiffe „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Oze-ana" liefen auf ihrer Heimfahrt von Italien am Sonntagfrüh Lissabon an. Die 2500 KdF.-Urlauber, die. ihre Heim- ahrt in Lissabon zu einem zweitägigen Aufenthalt unterbrechen, werden herzlich willkommen geheißen. Aus aller Wett. Große Waffersporlausstellung Berlin. Die Große Wassers portaus st ell^ing ist eröffnet worden. Der Gauführer im NSRL., ff- Brigadeführer Breithaupt, erklärte, auch 'n diesem Jahre wieder stellt sich der NS.-Reichsbund ür Leibesübungen mit seinen Wassersport treibenden Fachämtern und Verbänden gemeinsam mit der Industrie in den Dienst des Gedankens, die Segnungen des Wassersports mit seiner Naturverbundenheit möglichst weiten Kreisen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Brigadeführer Breithaupt würdigte die Arbeit der bedeutenden Zweige des deutschen Wassersportes. Der Segleroerband ist mit 30 000 Mitgliedern und 9000 Fahrzeugen heute die größte segelsportliche Organisation der Welt, während das Fachamt Kanusport im NSRL. 50 000 Mitglieder hat. Unsere Ruderer führen feit 1936 die Nationen der Welt in ihrem Sport an. Studentenführerlager in Vogelsang beendet Das Reichslager der Studentenführer auf der Ordensburg Vogelsang ist, nach der Meldung der NSK., nach achttägiger Dauer beendet. Ueber 800 studentische Kameradschaftsführer hörten die Vorträge und Referate der führenden Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht, vertieften in Arbeitsgemeinschaften das Gehörte, trieben Leibesübungen und pflegten das Gemeinschaftssingen. In umfassender Weise wurde den Kameradschaftsführern, die in den kommenden Semestern an irgendeiner Hochoder Fachschule des Reiches eine studentische Mannschaft zu führen haben, das Rüstzeug für ihre künftige Arbeit mitgegeben. Ausstellung „Haushalt leicht gemacht". NSG. In Frankfurt a. M. wird in den nächsten Tagen in den Römerhallen eine Wanderaus- st e 11 u n g, „H a u s h a 11 l e i ch t g e m a ch t" , des Deutschen Frauenwerkes Gau Hessen-Nassau gezeigt, die bei den Hausfrauen großes Interesse finden wird. Die Ausstellung wird im Laufe des Frühlings noch in verschiedenen anderen Städten des Gaues gezeigt. Das Deutsche Frauenwerk hat es sich in Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand zur Aufgabe gemacht, durch die Ausstellung der Hausfrau neue Anregungen zu geben. Ein Ausstellungskino bringt interessante Filme, und die Sonderschau „Koche gut und richtig" zeigt Gerichte, die nach einem gut ausgewählten, ständig wechselnden Küchenplan täglich praktisch vorgeführt werden. Die deutschen Mikrobiologen tagen in Wien. Die Deutsche Vereinigung für Mikrobiologie hält ihre erste großdeutsche Tagung vom 26. bis 30. März 1939 in Wien ab. Seit den Tagen Robert Kochs u d Emil von Behrings stehen die deuischen Dakicrienforscher in vorderster Front gegen die Infektionskrankheiten aller Art. Warum Kurzausbildung bei der Wehrmacht? Von Hpim. ((£) plachner, Kassel. liegt in Natal ungefähr hundert Kilometer südlich von Durban an der Mündung des gleichnamigen Flusses. Dreifacher Honigmond. Drei Paare sind in Tönisheide im Rheinland gleichzeitig in den Honigmond getreten, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes. Es sind nämlich die drei Söhne der Familie honig, die zu gleicher Stunde beim Standesbeamten erschienen, um mit ihren Auserwählten den Bund für das Leben zu schließen. Die Einwohner der Stadt nahmen an diesem einzigartigen Familienfest regen Anteil. Die älteste Frau Frankreichs gestorben. Im Alter von 10 8 I a h r e n ist die älteste Frau Frankreichs, Madame be (Sainte Opportune, in ihrem Schloß in St. Quentin-des-Jsles gestorben. Bis zu ihrem 105. Lebensjahre war sie noch außerordentlich rüstig und leitete mehrere Wohltätigkeitsvereinigungen. Frau de Samte Opportune war Ritter der Ehrenlegion. Die höchste Schwebebahn der Welt. Die höchste Schwebebahn der Welt ist jetzt vom italienischen Kronprinzen und von Verkehrsminister Benni eröffnet worden. Die Schwebebahn, die von Breuil am Fuße des Matterhorns auf das Monte-Rosa-Plateau beim Theodul- paß an der italienisch-schweizerischen Grenze in eine höhe von 2500 Meter führt, ist mit einer Zwischenstation über 6 Kilometer lang und erschließt eine wundervolle hochgebirgs- und Gletscherwelt dem Wintersport, der hier bis in den Sommer hinein betrieben werden kann. Die eisgekühlten Diebe. Schreckliche Augenblicke durchlebten vier Diebe, die in das städtische Schlachthaus in Bromberg eingebrochen waren. Nachdem kurz vor Arbeitsschluß alle Fleischvorräte in die Kühlhalle gebracht worden waren, schlichen sie sich in den Raum ein und legten sich große Stücke Fleisch zurecht, die sie am nächsten Morgen herausschaffen wollten. Sie gaben sich ihrer Arbeit mit solchem Eifer hin, daß sie darüber eingeschlossen wurden. Inzwischen wurden die Kältemaschinen in Betrieb gesetzt, und die Temperatur in der Kühlhalle begann sich gewaltig zu senken. Den Dieben blieb nichts anderes übrig, als die Wächter zu alarmieren, die die an allen Gliedern schlotternden Einbrecher festnahmen. Wetterbericht Das über dem Adriatischen Meer gelegene Tiefdrucksystem bedingt jetzt in zunehmendem Maße Einfluß auf das Wetter Mitteleuropas. Auf feiner Vorderseite werden mildere.Meeresluftmassen nach dem Donauraum und weiter nördlich wärmere Luft- maffen, die dem russischen Festland entstammen, nach Deutschland verfrachtet. Diese kommen an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten, so daß erweiterte Niederschläge die Folge find. Auch in den höheren Mittelgebirgslagen wird es meist zu Regen kommen. Vorhersage für Dienstag: Meist stärker bewölkt, erneute Niederschlagstätigkeit Lufttemperaturen am 26. März: mittags 2,0 Groh Celsius, abends 1,1 Grad; am 27. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 3,2 Grad: Minimum heute nacht 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe 26. März: abends 3,7 Grad, am 27. März: morgens 2,8 Grad._____________________________: Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlfche Universitats. druckerei R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießern Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vorn 1. September 1937 gültig. Unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Leo Ww, geb. Bertram ist am Freitag, 24. März 1939, im 76. Lebensjahr sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna von Münchow Ww., geb. Bertram Johanna Möller Ww., geb. Bertram Auguste Keller Ww., geb. Leo Familie Aug. Schwab. Gießen (Hindenburgwall 3), Tauberbischofsheim, Köln, 27. März 1939. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 28. März, 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt 01528 Am 24. März 1939 verstarb mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Heinrich Lötz im Alter von 82 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Elisabeth Lotz Ww. Heinrich Lotz und Frau Alice Lotz Ludwig Lotz und Frau 6 Enkel und 5 Urenkel. Gießen (Asterweg 22 p), Trier, den 26. März 1939. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. __________________________________________________________21870 TüchtigeFnseuse sowie tüchtiger Herren - Friseur zu Ostern oder nach Ostern gesucht. Kost und Logis iin Hause. Bewerbung mit Gehaltsansvruch zu richt, an Edwin Jung, Damen- u. Herren-Friseurmeister, Baum- holder (Nabe 1, Poststraße 4. 2184D Swangsvevsteigevung Dienstag, 28.März, nachm. 2 Uhr, sollen imBerkaufslokalHartmetr, Neuenweg 28, bzw.anOrtmStelle (Bekanntg. in ob.Lokal) zwangsweise gegen sofort Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Standuhr, 1 Photo- apvarat, 1 Nähmaschine, 1 Schau- bek-Album mit Briesinarken, eine Schreibmaschine, Ichin.Buchrolle, 1 Schausenster-Ausstellungs-Ein- richtung, 1 Heimbügler, 1 Schneidernähmaschine, Anzugsstoff, ein Fahrrad, 1 Lvchstanze. 2101D Bestimmt wird versteigert: 1 Gasbadeofen. Scharmann,Gerichtsvollz., Gießen Wiesenstrabe 2. Telefon 3108. Reichsbeamtcr sucht sofort oder später UMohii mit Bad u. Zubehör. Mietvr. 50-70 Mk. Schr. Angebote unter 01529 an den Gießen. Anzeig. [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift Madern nm Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen - Lichtbilder unoBewerbungsunter- >»gen müssen zur Vermeidung von Verlusten ans der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers traaeal Jung., fleißiger' Miirdi für meine Bäckerei gesucht. 2i82v Bäckerei Weil Steinstraße 70. hat die Hausfrau: zur Schuhpflege nimmt man Erdal Tüchtiges Mädchen welches die Führung des Haushaltes ein.allein- stehenden Herrn übernimmt, so wie Gartenarb. versteht,zum als- bald.Eintrittges. Fendt, Bürgermeister g. D., Hungen, rimv Tüchtiges Mädchen zum 1. oder 15. April gesucht. Lohn 35 RM. Studcnten- kameradschafts- haus [2180D Wetzl. Weg 35. Friseurmeister Witw.,39 Jahre, sucht für sofort tüchtige Frise Kost u.Wohnung im Hause. Guter Lohn zugesichert, spätere Heirat nicht ausgeschl. Schriftliche Angebote mit Bild U.2185D an den Gießen. Anzeig. 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K re1,Straße 13 II. über Schuhpflege reden, meinen sie Erdal Höhere Privat schule Gießen Am Dienstag, dem 28. März 1939, bezieht die Höhere Privatschule ihre neuen Räume im Leihßesterner Wefi Nr. 16 (Studentenheim). Ab 29. März 1939 findet die Sprechstunde von 11% bis 13 Uhr im Leihgesterner Weg Nr. 16 statt. Fernruf 2129. 2188V Willy Forst’s 2I89A Bel Ami Eine blendende Filmkomödie nach d. weit Lr.7Z Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 27. Marz (Y39 Festlicher Abend beim Goethe-Bund. Aus der Stadt Gießen. Großer Hausputz. Wenn im Frühjahr die Sonne zum ersten Male |: recht warm und hell ins Zimmer scheint und y.endwo in einer Ecke ein Stäubchen sitzt, dann |%t die Hausfrau den Entschluß: Nächste Woche lanmt die Frühjahrsreinigung! Das ist das erste | c* Ereignis, das uns die Ankunft des Früh- j,gs ganz sicher anzeigt. ! IDie Kinder sind dann überall im Wege. Die j Lutter läuft von Zimmer zu Zimmer und schilt: ! .Macht euch hinaus auf die Straße, ich kann euch । M nicht brauchen!" Dann beginnt der Hausputz! Aschenbecher fehlen, die Zeitungen liegen nicht n!hr auf dem Ständer, die Hausschuhe sind nicht irlhr auf ihrem gewohnten Platz, und der Haus- , h 'r setzt zu einer Rede an. Da sieht er die ge- i irhfrnöe Handbewegung seiner Eheliebsten, und er |— schweigt. i Die Wohnung hat das Aussehen, als ob ein 11-nzug bevorstünde. An der Wand hängt kein Bild : die Fenstervorhänge fehlen, Ruhestühle und Ssias stehen im Vorplatz, mit einem Wort: die jtznze Wohnung ist so ungemütlich wie nur möglich. 9br die Hausfrau fühlt sich wohl. Sie schreitet d'.rch die Räume wie ein Feldhauptmann, erteilt 1 Wehle, greift überall selber zu und kennt die Ihren iaim noch. Ueberall riecht es nach Seife, überall ist irgend etwas naß. illnb zur Zeit des Mittagessens müssen sich alle in einer kärglichen Mahlzeit begnügen. Kaum daß si die Familie setzen kann. Die Türen stehen offen, nipends ist es schön warm,, überall stehen Besen, Sirubber. Staubsauger und Büchsen mit Bohner- rvtchs. Am Schreibtisch kann der Hausherr nicht [bin. Der Tisch ist abgerückt worden, und die Pioiere sind in Unordnung. Seufzend räumt er das FL. Vielleicht findet er an seinem Stammtisch ein rtngcs Plätzchen und kann dort über die Freuden de Frühlings nachdenken ... oa, ist es nicht so? Aber muß es denn so sein? ö" geben gern zu, daß diese Reinigung vorgenom- jmri werden muß. Aber muß es denn auf einmal ^Hetzen? Kann die Hausfrau diese Arbeit nicht rcco und nach vornehmen? Bei uns ist das schon je: Jahren so eingeführt. Wir merken kaum noch ?tin5 davon. Wenn wir mittags heimkommen, ist !>o Wohnzimmer schon „fertig". Am nächsten Tage kmmt ein anderes Zimmer an die Reihe. So geht Zweiter, und wenn die Woche herum ist, glänzt in blitzt alles in unserer Wohnung. Da hat nicht tu die Hausfrau ihre Freude, sondern auch alle iiteren Familienangehörigen. N. Fund von Mammut Knochen bei Friedberg. 'ws Geologische und Paläontologische Institut : dkiMnioersität Gießen teilt uns folgendes mit: km der Gewann „Bei der Warthe" nordöstlich ZrMerg wurden am 23. März bei Bauarbeiten »oi einem Arbeiter Knochen gefunden. Der Fund ®uOe sofort den zuständigen Stellen gemeldet, so Dafinach Zustimmung des Denkmalpflegers noch am | eit in Tage die sachgemäße Bergung durch Mitglie- il^Les Geologischen Instituts der Universität Giess «n vorgenommen werden konnte. Die Knochen l ai i 4,50 Meter unter der Oberfläche im Löß auf «inn ■ dünnen Kiesschicht, dürften daher zeitlich in l l it setzte Vereisung fallen. Es handelt sich dabei um !l