Nr. 49 Erste? Matt 189. Jahrgang Montag, 2r.Zebruar 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die 5cholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sieben poftschecktonto: Zranlfurl am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in «irhen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm tzohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^t- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Scheil-Said, ein Schlüffe! zum Holen Neer. Don unserem E.J.-Korrespondenten Paris, Ende Februar 1939. In Paris ist vor einigen Tagen, für die Oeffent- lichkeit völlig überraschend, Prinz Hussein von Jemen in Begleitung eines Sekretärs eingetroffen. Er kam von London, wohin er sich wenige Tage vorher zur Teilnahme an der eben eröffneten Palästina-Konferenz begeben hatte. Ueber den Zweck der plötzlichen Pariser Reise des Prinzen Hussein ist in der französischen Presse nicht viel gesprochen worden. Es hieß lediglich, daß er einer Anweisung seines Vaters, des Herrschers des Jemen-Staates am Roten Meer, gefolgt sei und daß er sich in Paris mit anderen Persönlichkeiten aus dem Jemen treffen werde. Prinz Hussein hat u. a. Besuche beim Präsidenten der Republik und im französischen Außenministerium gemocht. Verschiedene Anzeichen lassen darauf schließen, daß der Pariser Aufenthalt des Jemen-Thronfolgers mit einer Angelegenheit in Verbindung stcht. die einen Teil des Machtkampfes um die Beherrschung des Roten Meeres bildet. Es geht um den Besitz von Scheik - Said, eines schwer zugänglichen Felsengebirges im Südwesten des Jemen, das an der engsten Stelle der Strgße von Bad - el - Mandeb, dem französischen Somaliland gegenüber, liegt und damit den Zugang zum Roten Meer beherrscht, genau so wie im Norden der Suezkanal die Schlüsselstellung zum Eingang in das Rote Meer vom Mittelmeer aus darstellt. Frankreich erhebt aus alten Verträgen A n - f p r u ch auf den Besitz von Scheik-Saib, Auf vielen Landkarten ist sogar Scheik^Said als französische Besitzung verzeichnet, obwohl seit nahezu siebzig Jahren die französische Flagge dort nicht mehr geweht hat. Das Interesse für Scheik-Said ist in einem Teil der französischen Oeffentlichkeit jedoch seit den Auseinandersetzungen mit Italien über Dschibuti wieder lebendig geworden. Abgeordnete der Rechten hoben die Frage in der letzten außenpolitischen Aussprache vor der Kammer angeschnitten und verlangt, daß Frankreich seine Ansprüche auf Scheik-Said wieder geltend mache, und die „Action Fran- §aise" hat sogar in Maueranschlägen für diese Idee geworben. Es ist natürlich völlig klar, daß Italien einer Festsetzung Frankreichs in Scheik-Said gerade jetzt, wo die Interessen im Roten Meer hart aufeinanderstoßen, nicht ruhig zu sehen könnte: denn >vcheik-Said würde — von einer europäischen Großmacht als Festung ausgebout — für das Rote TZeer das sein, was Gibraltar für das Mittelmeer ift. Ein Artikel im „Messaggero" hat übrigens ganz klar ausgesprochen, daß nach dem italienisch-englischen Vertrag vom 16. April 1938 ebensowenig rme Italien und Großbritannien selbst auch keine s o n st i g e Macht Souveränitätsrechte oder ein sonstiges Privileg, an welcher Stelle der Küste des Roten Meeres es auch sei, erwerben könne. Frankreichs alte Ansprüche auf Scheik-Said gehen auf folgenden Vorgang zurück: Eine Marseiller Schiffahrtsgesellschaft hatte im Jahre 1868 das 165 000 Hektar große Gebiet rings um Scheik-Said von einem örtlichen Machthaber für etwa eine halbe Million Franken „gekauft". Es wurde dort eine Kohlen st ation errichtet. Ein im Jahre 1870 in Konstantinopel abgeschlossener Vertrag zwischen Frankreich und der Türkei, der damals das Jemen-Gebiet nominell noch unterstand, bekräftigte den Kauf. Aber schon wenige Jahre später sprengten türkische Soldaten die von den Franzosen angelegte Kohlenstation von Scheik-Said in die Luft. Frankreich legte auf Scheik-Said dann keinen Wert mehr, denn es hatte inzwischen in Dschibuti seine Basis errichtet, die sich als Etappe für die französischen Verbindungen nach Madagaskar und Indochina besser eignete. Niemand wagte damals, sich in der gefährlichen Nähe des englischen Aden niederzulassen, obwohl Scheik- Said nacheinander verschiedenen Regierungen, u. a. auch denen Deutschlands, Oesterreichs, Italiens und Rußlands, zum Kauf angeboten wurde. Ueber die Pariser Besprechungen des Prinzen Hussein ist bis jetzt absolutes Stillschweigen, auch in der französischen Presse, beobachtet worden. Hat man über Scheik-Said im besonderen gesprochen? Oder geht das diplomatische Spiel noch weiter darüber hinaus, um den diplomatischen Wettkampf um die Einflußzonen an den so wichtigen Ufern des Roten Meeres, in die sich der Jemen und Saudisch- Arabien teilen? Frankreich hat schon immer mit leichter Besorgnis das Vordringen des italienischen Einflusses in diesen dem italienischen Eritrea gegenüber liegenden Gebieten verfolgt, das letztlich auch auf die französische Stellung in Dschibuti Rückwirkungen haben muß. Man kann sich daher vorstellen, daß der Quai d'Orsay seine Gegenminen springen läßt. zem äußerst zurückhaltend gegenüber der Franco- Regierung gezeigt hat, setzt sich heute voll und ganz für die Anerkennung der nationalspanischen Regierung ein und betont mit Nachdruck, haß man von einer rotspanischen „Regierung" überhaupt nicht mehr sprechen könne. General Franco beherrsche Dreiviertel des ganzen spanischen Gebietes. Die ganze rotspanische „Regierung" befinde sich auf der Flucht. Der marxistische Daily Herald freilich läßt seine sowjetspanischen Bundesgenossen noch nicht im Stich und nimmt auch diese Gelegenheit zum Anlaß, um gegenüber Italien in übelste Verleumdungen und Verdächtigungen auszubrechen. Roles Diebsgut wird nach Mexiko geschafft. Paris, 27. Febr. (Europapreß.) Am Sonntagabend war die sowjetspanische Vertretung in der Avenue George-V. in Paris von den Schätzen jcräumt, die die bolschewistischen Machthaber eit dem Beginn des spanischen Krieges dort als ,'ersönliche Sicherheit aufgehäuft hatten. Es handelt ich nach einem Bericht des „Matin" in erster Linie um wertvolle Teppiche, Goldbarren, historische Möbel und Kunstgegen- tände aller Art, unter denen besonders die irchlichen Kleinodien voä großem Werte int). Alle diese Wertgegenstände sind teils in Lastkraftwagen, teils in Sonderwaggons nach Bordeaux gebracht worden. Von dort aus sollen io nach Mexiko geschafft werden, um dort den sowjetspanischen Machthabern zur Begründung einer neuen Existenz zu dienen. Das nächste Schiff, das von Bordeaux aus nach Mittelamerika ausläuft, ist der Dampfer „Flandre". Da dieses Schiff seine Ausreise aber erst am 4. April antritt, nimmt man an, daß die 900-Tonnen-Luxus-Iacht „Danadis" alle diese Kostbarkeiten an Bord nehmen wird. Diese Jacht hat seit mehreren Togen den kleinen Hafen Arcachon in der Nähe von Bordeaux angelaufen. Die Herkunft der Jacht konnte bisher nicht fest- gestellt werden. Die Jacht, die eine fünfzigköpfige Besamung aus Mitgliedern aller möglichen Nationen besitzt, hat auf ihrer letzten Reise ihren N a - nen gewechselt. Man weiß, daß dieses nicht ehr große Schiff, zu dem der Zutritt von der Be- atzung jedem Fremden verwehrt wird, den S o w - etspaniern gehört. Kämpfer und Krämer. Die nicht nur theoretische, sondern auch praktische H i l f e, die Deutschland uah Italien dem Befreiungswerk General Francos geleistet haben, ist von den argwöhnischen Demokratien immer so ausgelegt worden, als ob die autoritären Staaten sich damit auf spanischem Boden festsetzen und die Burgos-Regierung unter ihren Willen zwingen wollten. Der Führer hat diese infame Unterstellung in feiner Reichstagsrede vorn 30. Januar ebenso encrgi(d) zurückgewiesen wie der Duce bei anderer Gelegenheit. Inzwischen konnten sich auch prominente französische Persönlichkeiten auf Grund einer nationalspanischen Einladung davon überzeugen, daß an der Pyrenäengrenze weder Befestigungen errichtet noch deutsche oder italienische Freiwillige gegen Frankreich aufmarschiert sind, wie die internationale Lügenprqsse berichtet hatte. Trotzdem herrscht noch heute in der demokratischen Oeffentlichkeit die Ansicht, daß die Achsenmächte die iberische Halbinsel zur Angriffsbasis gegen die armen, verfolgten Ententeländer machen wollten. Man schließt dort eben von sich auf andere und kann sich gar nicht vorstellen, daß es auf der Welt auch Kräfte und Bewegungen gibt, die au.5 Ide alismus kämpfen. Man will dort nicht begreifen, daß politisches Handeln auch aus anständiger Gesinnung und aus einem Verantwortungsbewußtsein zu entspringen vermag, das weiter blickt als eine liberalistilche Krämerseele. Man ahnt dort noch nicht, daß der opfervolle Einsatz der nationalsozialistischen und faschistischen Kämpfer auch dazu beü getragen hat, das kostbare Leben der „grande nation" vor der bolschewistischen Vernichtung zu. bewahren. Dieser beschränkten und krämerhaften Einstellung entsprachen durchaus die Grundsätze und Methoden, die wir dieser Tage beobachten konnten, als es sich für Paris und London darum handelte, normale diplomatische Beziehungen zur national spanischen Regierung herzustellen. Um dem englischen und französischen Volk den plötzlichen Umschwung der Dinge plausibel zu machen, betonte man ausdrücklich, daß es lediglich die wohlverstandenen eigenen Interessen seien, die eine Annäherung an Franco forderten. Machtpolitische, militärische, wirtschaftliche, finanzielle Belange von Oer italienische Besuch in Warschau. Graf Ciano und Oberst Beck wechseln Trinksprüche auf die traditionelle „Wir wollen den Frieden mit Deutschland." Oer französische Außenminister Bonnet bekennt sich zur Fortsetzung der Politik von München. Paris, 20. Febr. (Europapreß.) Außenminister Bonnet hat am Sonntag in Gourdon (Departement Lot) eine Rede gehalten, in der er sich nut dem Abkommen von München beschäftigte, das von der Kammer fast einstimmig und darüber hinaus von der ö f f e n t l i ch e n M e l n u n g rückhaltlos gebilligt worden fei. Ein europäischer Krieg würde in allen Ländern Tod und Vernichtung bedeutet hoben, ohne den Bestand der Tschecho-Slowakei sichern zu können. Bonnet fuhr fort: „Seit München haben mir alle Anstrengungen gemacht, um zu einer c u ro pi i Id) G n Inh fpannung zu gelangen. Mit Deutschland haben mit die gemeinsame Erklärung vom 6. Dezeinb unterzeichnet. Wir erinnern uns mit Nachdruck ocr Worte des Reichsaußenministers als er m-meiner Gegenwart der Welt durch den Rundfunk versicherte, daß Frankreich und Deutschland überemgekommen seien, den jahrhundertealte.! Grenzstreitigkettenem Ende zu machen. Wie Mimsterprastdent Daladier unter dem Beifall der Kammer erklärt hat wollen alle ehemaligen Frontkämpfer den Frieden mit Deutschland und viele von ihnen würden diesen Frieden mit »Wm Leben bezahlen. Wir hoffen alle, daß die gemeinsame Er^ klärung vom 6. Dezember bie erste Etappe zur HF r st e 11 u n q vertrauensvoller Beziehungen ist, die Frankreich mit Deutschland zu unterhalten und zu entwickeln wünscht." Außenminister Boilnet ging dann auf die englisch-französischen Beziehungen ein und würdigte in warmen Worten die ständig enger werdende Freundschaft zwischen den beiden Ländern. Mit Bezug auf Spanien sagte Bonnet: „Angesichts der Notwendigkeit, daß Frankreich bei der Regierung von Burgos vertreten ist, haben wir Senator Berard nach Spanien zu Verhandlungen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen entsandt. Er hat sich dieses delikaten Auftrags mit großem Verantwortungsbewußtsein und Patriotismus entledigt. Senator Berard, der am Samstagabend nach Frankreich zurückgekehkt ist, hat mich sofort telephonisch über den glücklichen Ausgang seiner Mission unterrichtet." Bonnet versicherte am Schluß seiner Rede: „Frankreich wird nicht dulden, daß man a n sein Imperium r ü hrt, das mit französischem Blut und durch französische Arbeit aufgebaut ist. Frankreich wird dort seine Souveränität aufrechterhalten, wie es auch sein Territorium intakt falten wird. Niemand kann daran zweifeln, oder darf sich hierüber wundern." Azana zurückgetreten. Oer rote „Staatspräsident- hat Paris verlassen. Paris 27. Febr. (DNB.) der „Präsi- denk" des spanischen Bolschewistenausschusses, hat Paris am S°nn't°^b°ndmit d°mst>hrpl°nmtz-n | D^uae nach Genf verla en. Wie Haoas wipen mU beäibt er sich nach Collongesjous- Sa’lenc (Departement chaute-Savoic), wa er cm Villa besitzt. Azana soll noch heute, amtlich) f' sp A l ' i hr'fnnntgeben. Das von uzanu einer Legalität besitze. , oIjs TOrtViSm 'M» jährige verhängnisvolle Tätigkeit an de P S Kulturgüter, der völligen Verelendung Volkskreise und einer brutalen Niederdrückung der Erhebungen in Andalusien ihren Ausdruck. Er habe den Gewalttaten, der Metzelei an Priestern und Geiseln, und der Niederbrennung von Kirchen und Klöstern persönlich beigewohnt und seine Aufgabe sei nur die gewesen, den anderen freie Hand zu lassen. London erivartet heule Anerkennung Francos. London, 27. Febr. (DNB., Funkspruch.) Für die Londoner Morgenblätter steht cs nun endgültig fest, daß Chamberlain heute im Unterhaus den Beschluß der britischen Regierung bekanntgegeben wird, die nationalspanische Regierung anzuerkennen. Gleichzeitig melden die Londoner Blätter, daß Azana bereits z u r ü ck g e t r e t e n sei. Die englischen Blätter sind nun auch zu der Einsicht gekommen, daß die sowjetspanische „Regierung" prab tisch überhaupt keinen Wert mehr besitze. Auch Daily Telegraph, ein Blatt, das sich noch vor kur- Freundschaft beider Länder. Warschau, 26. Febr. (Europapreß.) Der italienische Außenminster Graf C i a n o statte am Samstagnachmittag dem polnischen Außenminister Peck einen Besuch ab, der einer ersten Fühlungnahme der beiden Staatsmänner diente. Am Samstagabend wurde zu Ehren des italienischen Außenministers ein Gala-Empfang veranstaltet, bei dem Graf Ciano und Oberst Beck Trinksprüche wechselten. Oberst Beck hob die polnisch-italienische Freundschaft hervor, die durch die in den schwierigen Zeiten der polnischen Freiheitskämpfe von 1863 gebrachten gemeinsamen Blutopfer ihren Ausdruck gefunden habe. In der Ansprache kam weiter der Wunsch nach Vertiefung der freundschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Regierungen zur Verteidigung der beiderseitigen Interessen und des Verständnisses für die gerechten Interessen anderer Staaten zum Ausdruck. In seiner Antwort hob Graf Ciano ebenfalls hervor, daß die Gemeinschaft der beiderseitigen Ideen und Interessen und die gegenseitigen Besuche polnischer und italienischer Staatsmänner die Grundlage seien, um die beiderseitige Freundschaft in Zukunft noch herzlicher zu gestalten. Der zweite Besuchstag begann mit einer Deut- malsweihe für den Obersten N u l l o , einen Italiener, der im Jahre 1863 in den polnischen Freiheitskämpfen gefallen ist. Das Denkmal ist ein Geschenk der Stadt Bergamo. Der Stadtpräsident von Warschau und der Bürgermeister von Bergamy betonten bei der Denkmalsweihe die polnisch-italienische Freundschaft. Außenminister Graf Ciano begab sich nach der Feier ins Schloß, wo er vom etaatspräfibenten empfangen wurde. In den Nachmittagsstunden besichtigte Graf Ciano mit seiner Gemahlin das Italienische Institut in Warschau. Abends nahm er an einem Empfang in der italienischen Botschaft teil. Im Laufe des Sonntags wurden die politischen Gespräche zwischen den beiden Außenministern fortgesetzt. Beiderseits wird Stillschweigen gewahrt. Nach Presse-Informationen dienten die Gespräche hauptsächlich einem allgemeinen Rundblick über die politische Lage Polen und die Achse. Die Reise, die der italienische Außenminister Graf Ciano mit einem ganzen Stab von Beamten und Journalisten n ad) Warschau unternommen hat, ist nicht von ungefähr gekommen. Nach dem diplomatischen Protokoll stellt sie zwar eine Antwort auf den Besuch dar, den der polnische Außenminister Oberst Beck im Vorjahr der römischen Regierung abgestattet hat, aber es wäre dennoch verfehlt, den jetzigen Gegenbefud) Cianos als einen bloßen Höflichkeitsakt betrachten zu wollen. Vielmehr dürfte es sich um sehr konkrete Dinge handeln, die in dem Aemtern der polnischen Negierung besprochen werden. Die geographisch getrennte und geopolitisch verschiedenartige Lage der beiden Länder könnte bei Fernerstehenden vielleicht den Anschein erwecken, als ob zwischen Rom und Warschau gemeinsame Berührungspunkte oder Interessen nur in geringem Maße bestünden. Daß das Gegenteil der Fall ist, wird nicht nur durch die Herzlichkeit bewiesen, mit der in der Warschauer Oeffentlichkeit gegenwärtig die italienisch-polnische Freundschaft gefeiert wird, sondern auch durch die großen geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahre. Wenn Graf Ciano auch in Warschau als Partner der Achse auftritt, die ja nach dem Willen Mussolinis die vornehmste Grundlage der itaüeni* sehen Außenpolitik bildet, dann ist das in mehr als einer Hinsicht berechtigt. Denn and) die polnische Negierung weiß ganz genau, daß ohne das ent*, schlossene Handeln des Führers in den September* tagen 1938 das Olsagebiet nicht zur Weichselrepublik zurückgekehrt wäre, und sie erinnert sich ebensosehr der Hilfe des Duce, der in seinem „Brief an Run- ciman" eine gerechte Aufteilung des ehemaligem tschecho-slowakischcn Staatsgebietes and) für die übrigen Nachbarvölker, insonderheit für Polen und Ungarn, forderte. So hat sich auch unter polnischem Gesichtswinkel die Achse Berlin—Rom als der stärkste und ausschlaggebendste Machtfaktor in' Europa erwiesen, und zwar nicht in einem nega*. tiven, sondern in einem für Polen förderlichen Sinne. Gleichzeitig aber dürften die maßgebenden Männer in Warschau die zweideutige^ Rolle nicht vergessen haben, die das verbündete Frankreich iiz den entsck)eidenden Wochen des Vorjahres gespielt hat. Denn Frankreid) stand damals ebenso roid England und Sowjetrußland hinter dem Beneschs System und war daher mit verantwortlich für dis Unterdrückung des polnischen Volkstums an der Dffa, Es ist anzunehmen, daße diese Erfahrungen dis wichtigste Grundlage des Warschauer Gesprächs ob* geben und auch die künftige Linie bestimmen werden, auf der sich die Beziehungen zwischen Polen und dem Achsenpartner Italien bewegen. Denn nicht nutz um einer bloßen Rückschau willen, sondern um auch, wie ein Mailänder Blatt schreibt, eine „ausgedehnto und tiefgreifende Prüfung der politischen Lage in Europa vorzunehmen, ist man in Marschau zusam* inengefommen. Die Probleme, die sich den Staats* männern barbieten, sind in der Tat von außer* orbcntlidjer Bebeutung. Da ist das Verhältnis zil ben Staaten bes sübosteuropäischen Raumes zu nennen, ber feit München eine fortschreitenbe Konsoli- bierung erfahren hat Mit Ungarn nerbinbet sowohl Italien wie Polen eine trabitionelle Freundschaft, mährend mit ben ehemaligen Mitgliedstaoten bei Kleinen Entente bie Beziehungen noch nicht in jedem Falle geklärt erscheinen. Da ist aber vor allem auch dqs Verhältnis zu ben bemokratischen Westmächten unb.besonbers zu Frankreich, bas zur Debatte steht. Durch bie Tatsache, daß Frankreid, noch immer auf Polens Bunbesgenossenschaft vocht, während es gleichzeitig Italien als seinen Feind betrachtet, ift bie Problematik genügenb gekennzeichnet. Die ge« meinfamen Interessen, bie Polen übrigens aud) irt ber Kolonial- und Rohstoffrage mit den Achsenmächi ten verbindet, lassen erwarten, daß das Warschauer Treffen für die Schaffung eines gerechten Frieden- günstig sein wirb. H. Evers. Schaffende Deutsche auf Porzellan. Oie Abzeichen der 5. Veichöstraßensammlung. - Am 4. und 5. März sammeln Beamte, Handwerker und Veichslustschutztiund für das WHW. höchster Tragweite und Zukunftsb^deutung ständen auf dem Spiele, und da diese Belange bei den Rotspaniern nicht mehr sicherzustellen seien, müsse man sie bei den Nationalen wahrnehmen. So erklärte die demokratische Presse mit schöner Offenheit, will sagen, mit brutaler Rücksichtslosigkeit. Kein Wort des Lobes für das weltpolitische Verdienst, das sich General Franco mit der Niederschlagung der bolschewistischen Mordbanden erworben hat, kein Wort der Freude darüber, daß die schwergeprüfte spanische Nation nun endlich wieder auf dem Wege der Gesundung lst, kein Wort der Verurteilung für die fowjetrussischen Umtriebe und Einmischungsversuche, überhaupt kein. Zeichen einer inneren Umkehr oder Erkenntnis. Nur kalte Berechnung, notdürftig verkleidet durch einige humanitäre Phrasen und allzu plötzlich entdeckte Freundschaftsgefühle, gemischt mit heuchlerischer Fürsorge und moralischer Bevormundung, diktiert die demokratische Politik gegenüber Spanien. Mag auch dze Welt ob des komischen Anblicks, den der demokratische Eiertanz um die Anerkennungsfrage gewährte, in ein großes Gelächter ausbrechen, Hauptsache ist, daß die Demokratien ihr Schäfchen doch noch ins Trockene bringen. Wenn man sich beispielsweise die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und Spanien etwas näher ansieht, dann versteht man allerdings, warum die Demokratien hier der Schuh drückt und warum sie sich so hartnäckig gegen eine bedingungslose Anerkennung Francos sträubten. Bestand nämlich vor Beginn der nationalspanischen Erhebung ein sehr reger Waren- und Kapitalverkehr zwischen Frankreich und Spanien, so war er jetzt praktisch gleich Null, wenigstens so weit das nationale Gebiet in Frage kommt. Gemäß seinen probolschewistischen Sympathien beschränkte Frankreich den Handel während des ganzen Krieges auf Rotspanien. Die Einbußen, die es dadurch erlitt, wurden um so größer, je kleiner der rote Herrschaftsbereich in Spanien wurde. Die französische Einfuhr aus Spanien sank von 472,7 Millionen Franks im Jahre 1936 auf 315 Millionen Franks in 1937 und 192 Millionen Franks in 1938. Die französische Ausfuhr nach Spanien belief sich auf 288,9 Millionen Franks im Jahre 1936, auf 424,2 Millionen Franks im Jahre 1937 und 389 Millionen Franks im Jahre 1938. Aus diesen Ziffern ergibt sich, daß Frankreich in den letzten Jahren — in erster Linie wohl wegen seiner umfangreichen Waffenlieferungen einen erheblichen Ausfuhrüberschuß erzielt hat. Aber dieser „Gewinn" steht lediglich a u f dem Papier, und zwar in jeglicher Hinsicht. Denn weder ist die politische Rechnung aufgegangen, noch haben die französischen Lieferanten auch nur die geringste Aussicht ihre Außenstände jemals hereinzubekommen. Der Versuch, sich gegebenenfalls an . den geraubten spanischen Kunst- und Goldschätzen schadlos zu halten, dürfte an dem energischen Widerspruch Francos scheitern. So ist also der Katzenjammer in der französischen Wirtschaft und besonders in der Rüstungsindustrie groß, zumal auch Zweifel darüber bestehen, ob selbst nach der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen ein Güteraustausch im alten Umfange überhaupt möglich sein wird. Schon in den letzten Jahren mußte Frankreich auf so bedeutende Einfuhrwaren wie Eisen, Schwefel, Blei, Zink und das rüstungswichtige, unersetzliche Pyrit verzichten, da die betreffenden Erzeugungsgebiete nach und nach in nationalspanische Hand gelangt waren. Nun aber stöhnt man erst recht, weil inzwischen die deutsche und italienische Konkurrenz mit den spanischen Pro- duktionsgesellschaften ins Geschäft gekommen sei und auch die Erzeugnisse liefern, die Spanien sicher aus Frankreich bezog. Dazu kommt die Befürchtung in Paris, daß sich das neue Spanien grundsätzlich des Systems der Tausch- und Kompensationsgeschäfte bedienen werde, das Deutschland und Italien im Verkehr mit den europäischen Südoststaaten wie auch mit einigen überseeischen Ländern bereits zu einer wahren Meisterschaft entwickelt haben. In der Tat, das politisierende Kapital, mit dem einst die Demokratien fremde Völker ihrem Einfluß zu unterwerfen pflegten, hat es heute schwer. Es verspürt niemand mehr Lust, sich für unbekannte Dividendenschlucker abzurackern und von den demokratischen Raubstaaten ausnutzen zu lassen. Diese Erfahrung hat man auch in Frankreich gemacht und ist deshalb ziemlich skepitsch bezüglich einer politischen Anleihe für Nationalspanien. Noch stecken den französischen Geldgebern die 5 Milliarden Franken in den Gliedern, die vor dem Bürgerkrieg in der spanischen Wirtschaft angelegt waren und deren Schicksal durchaus ungewiß ist. Nach einer Verfügung der nationalspanischen Regierung vom vorigen Jahre dürfen beispielsweise Ausländer an der Verwaltung der die Bodenschätze ausbeutenden Gesellschaften nicht beteiligt sein. Da außerdem Frankreich fein Kapital für die eigene Wirtschaft und Rüstung dringend benötigt, ist das Spiel mit den silbernen Kugeln auch von dieser Seite her bedraht. » D1 Die italienische Rückwanderung aus Frankreich. P a r i s , 27. Febr. (Europapreß.) Aus Marseille reiste am Sonntag eine Gruppe von mehreren tausend Italienern, die bisher in diesem großen französischen Mittelmeerhafen ansässig war, nach Italien zurück. Sie folgten damit dem Rufe der italienischen Regierung, die das Aufgehen des Auslands-Jtalienertums in geburtenschwachen fremden Völkern nicht nur verhindern, sondern die in der ganzen Welt lebenden Italiener zur Besiedlung und wirtschaftlichen Erschließung des italienischen kolonialen Imperiums einsetzen will. Wie die französischen Blätter melden, erstreckt sich die Abwanderung nicht nur auf die französische Riviera und die Gebiete um Marseille — wo die italienische Siedlung am dichtesten ist —, sondern auch auf Korsika und selbst auf Paris. In Paris wird der Gedanke erwogen, daß diejenigen Italiener, die nicht geneigt sind, sich der Rückwanderungsbewegung anzuschließen, vor die Notwendigkeit gestellt werden müßten, sich in Frankreich einbürgern zu lassen. Aufstand in Mexiko. Mexiko, 27. Febr. (Europapreß.) Ein Aufstand in dem mexikanischen Bundesstaat S i n a l o a hat ein weit ernsteres Gesicht, als man ursprünglich angenommen hatte. Das 45. mexikanische Infanterie- Regiment, das zunächst gegen die Aufständischen eingesetzt worden war, hat so beträchtliche Verluste erlitten, daß ihm in aller Eile ein Kavallerie-Regiment und sechs Infanterie-Kompanien zur Unterstützung nachgeschickt werden mußten. Ein mexikanischer Bundes-General ist gefallen. Der Versuch der Bundestruppen, der Aufständischen Herr zu werden, gestaltet sich deshalb so schwer, weil die Aufständischen über Kriegsmaterial neue- ster Art verfügen. ■ Berlin, 26. Febr. (DNB.) Don allen Abzeichen, die während des Winterhilfswerkes von den deut- 'chen Volksgenossen als Beweis ihrer Opferwilligkeit getragen werden, erfreuen sich die bunten, zierlichen Porzellanfigürchen der größten Beliebtheit. Waren es in den vergangenen Wintern farbenprächtige Schmetterlinge, zierliche Trachtengruppen oder die Soldaten des Dritten Reiches, die die Rockauf- chläge schmückten, so tritt im Winterhilsswerk 1938/1939 der schaffende deutsche Mensch im Vordergrund. 28,5 Millionen Porzellanfiguren werden am 4. und 5. März 1939 von B e - amten und Handwerkern und Vertretern des Reichsluftschutzbundes den Volksgenossen zum Kauf angeboten werdens Zum ersten Male haben in diesem Jahre auch die Arbeiter ostmärkifcher und sudetendeutscher Porzellanfabriken durch das Winterhilfswerk auf lange Wochen hinaus Arbeit bekommen. Das verhältnismäßig kleine Format der Figuren — ihre Höhe beträgt nur 4,5 Zentimeter — erfordert eine be- Frankfurt a. M., 26.Febr. (LPD.) Die von der Gauamtsleitung Hessen-Nassau des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP., der Kreisleitung der NSDAP., dem Oberbürgermeister und dem Deutschen Hygiene-Museum in Dresden veranstaltete Ausstellung „Ewiges Volk" mit der Sonder- gruppe „Erkenne Dich selbst" wurde durch Kreisleiter Pg. Schwebe! eröffnet. Bei dieser Gelegenheit hielt der Kreisamtsleiter Dr. med. E. Melzner, Gaubeauftragter des Gauamtes für Volksgesundheit, einen Vortrag über die Gesunderhaltung des Volkes durch Reinheit der Rasse und des Blutes und der Gesunderhaltung des einzelnen Menschen. Er ging von dem Werk Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes" aus. Die in diesem Werk aufgestellte Theorie vom Kommen und Vergehen der Völker sei durch den National- ozialismus widerlegt worden. Der Nationalsozialismus habe erkannt, daß die Völker nicht zu sterben brauchen, wenn sie die Lebensgesetze beachten, die ihnen der Schöpfer mitgegeben hat. Nicht Kriege und Seuchen bedingen den Untergang der Völker, sondern die Mißachtung des unanänderlichen Gesetzes des Blutes und der Rasse. Diese Mißachtung bestand in der Rassenvermischung und in der Ablehnung des Kindes. Seit 1914 seien in Deutschland 13 Millionen Kinder nicht geboren worden. Das falle jetzt besonders schwer ins Gewicht, wo das Land auf alle seine Kräfte zurückgreifen müsse. Nicht die sozialen Verhältnisse seien daran schuld gewesen, sondern der Liberalismus und der egoistische Individualismus, nicht etwa eine Physische Schwäche, sondern eine biologische Willensschwäche. Dazu kam noch das Ueberhandnehmen der erbkranken Menschen. Während sich z. B. seit 1870 das deutsche Volk um 50 v. H. vermehrt habe, hätten sich die erbkranken Menschen in Deutschland um 450 v. H. vermehrt, und wenn das so 200 Jahre weitergegangen wäre, hätte es schließlich überhaupt keine gesunden Menschen mehr gegeben. Daraus sind die nötigen Schlüsse zu ziehen: Erhaltung der hochwertigen Rasse und des Blutes, Erhaltung der Gesundheit des Einzelnen und der Wunsch zum Kinde, der Schlüsselpunkt zum Bestand des Volkes. Dabei würde gegenwärtig noch an die materielle Seite des Menschen appelliert; aber damit könnten wir nicht zum Ziele kommen. Das deutsche Volk müsse sich auf sich selbst besinnen. Bei dem Bestreben nach der Erhaltung der Gesundheit des deutschen Menschen müsse die Gesundheitsführung im Betrieb im Vordergrund stehen. Selbstverständlich müßten Krankheiten geheilt werden, abe» besser sei es noch, Krankheiten vorzubeugen. Der Redner schloß mit dem Hinweis auf den jetzt von der HI. aufgenommenen Kamps gegen Alkohol- und Nikotinmißbrauch, auf die demnächst in Frankfurt a. M. stattfindende Reichstagung „Volksgesundheit und Genußgifte" und eine Reihe ähnlicher Tagungen, die dem gleichen Zweck dienen wie die Ausstellimg „Ewiges Volk", eines Tages die vollkommene Gesundheit des Volkes bekanntgeben zu können, die Gesundheit des Leibes, des Geistes und der Seele. Au die Eröffnungsfeier schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung im Haus der Moden auf dem Gespannte Lage in der internationalen Siedlung Schanghais. Schanghai, 27. Febr. (Europapreß.) Die Lage in der internationalen Siedlung hat eine erhebliche Zuspitzung erfahren. Am Sonntagabend erhob die von den Japanern eingesetzte Nankinger Er- neuerungsregierung Vorstellungen bei dem Stadtrat der Internationalen Siedlung und kündigte eine militärische Aktion zur Unterdrückung des Terrors an. Der Stadtrat hatte schon am Samstag auf Forderungen der japanischen Befehlsstellen Maßnahmen gegen das chinesische Mord- und Verschwörerunwesen angekündigt. Den ganzen Sonntag über wurden von der internationalen Polizei und den in Schanghai stationierten fremden Truppen Barrikaden rings um die internationale Zone errichtet. Insbesondere wurden alle Durchgänge zu dem von den Japanern kontrollierten Gebiet gesperrt. In Ausländerkreisen Schanghais erwartet'man von den nächsten Tagen eine entscheidende Wendung, höchstwahrscheinlich ein aktives Eingreifen Japans. Hinzukommt, daß schon seit dem Ende' der Vorwoche Truppen der Nankingregierung an der Grenze der Internationalen Siedlung eingetroffen sind. portorico wird Hauptstühpunkt der amerikanischen Marine im Atlantik. Washington, 25. Februar. (DNB.) Wie aus unterrichteter Quelle bekannt wird, hat die amerikanische Regierung die Absicht, die Insel Portorico zu dem am besten befestigten Flotten- und Flugzeug st ützpunkt auf der atlantischen Seite der Vereinigten Staaten auszubauen. — In der vom Unterhaus angenommenen Wehrvorlage sind bereits 9 Millionen Dollar für den Bau eines U-Boothafens und eines Flugplatzes auf der La-Grande-Jnsel im Hafen von San Juan vorgesehen. Darüber hinaus soll nun Portorico mit beweglichen Küstenbat - sondere Sorgfalt bei der Herstellung, denn jedes einzelne Stück muß dem großen Vorbild auch in den kleinen Dingen getreu nachgebildet sein. Auf die richtige Wiedergabe der Farben wird besonders geachtet. Unter den 20 Figuren, die am 4. und 5. März bei der 5. Reichsstraßensammlung verkauft werden, finden wir den Schmied, den Maurer, den Bergmann, den Sämann, die Schnitterin, einen Bauer mit Sense, den Fischer, den Fleischer, den Schlosser und den Schornsteinfeger, den Konditor und den Kellner, den Maler, den Autobahnarbeiter und den Bauarbeiter, den Hamburger Zimmermann, den Architekten, eine niedliche Winzerin, den Fahrdienstleiter und schließlich den Mann, der fast jeden Tag an unserer Türe steht, den Briefträger. Manch einer, dem an den beiden Sammeltagen die Wahl schwer fallen wird, wird sich dazu entschließen, alle 20 Figuren zu erwerben. Alle, die die Abzeichen des schaffenden Volkes tragen, bezeugen damit ihren Opfersinn und ihre Einsatzbereitschaft für diejenigen, die noch unserer Hilfe bedürfen. Messegelände an. Die Reichswanderschau „Ewiges Volk", die nahezu 3000 qm Fläche bedeckt, wurde auf Veranlassung des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, von den Werkstätten des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden nach großenteils völlig neuen Entwürfen geschaffen. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, dem deutschen Volksgenossen in einprägsamer Form das Wichtigste auf dem Gebiete nationalsozialistischer Gesundheits- und Rassepolitik nahezubringen und als stummer, aber lebendiger Propagandist für eine gesundheitliche Lebensführung Millionen Deutsche zu erfassen. Wer eindringen will in die. gesundheitlichen Probleme unserer Zeit, der wird einen tiefen Einblick erhalten. Besonderen Anklang findet die Ausstellungsgruppe „Erkenne Dich selbst". Auf einer Leistungskarte, die der Besucher erhält, werden die Ergebnisse von zehn verschiedenen Prüfungen genau verzeichnet, das Gewicht, die Größe, der Grundumsatz, der Puls, die Leistung der Lungen, die Körperkraft, die Ermüdungskurve, das Reaktionsvermögen, der Farbsinn und das Sehvermögen. / Knne „Trockenlegung Deutschlands" Aber energische Abwehr von Alkohol- und Tabakmihbrauch. Ndz. Anläßlich der vom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, in Verbindung mit der Reichsstelle gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch und den Gliederungen der Partei unter der Schirmherrschaft von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Frankfurt a. M. vom 5. bis 7. März durchzuführenden II. Reichstagung Volksgesundheit und Genußgifte werden uns von der Neichs- stelle Mitteilungen über Ziel und Aufgabe des Kampfs gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch gemacht. In Deutschland seien 1938 über sieben Milliarden RM. für Alkohol und Tabak ausgegeben worden. Von Jahr zu Jahr sei der Verbrauch dieser Produkte gestiegen. Die Verbrauchszunahme fei begleitet von einer entsprechenden Zunahme der Schäden, die der Mißbrauch von Alkohol und Tabak Hervorrufe. Diefe Entwicklung könne nicht so weitergehen, wenn nicht in unverantwortlicher Weise die Volksgesundheit gefährdet werden solle. Es sei aber weder an eine Abstinenzverpflichtung noch an eine Trockenlegung in Deutschland zu denken. Beides würde für den deutschen Menschen und die deutschen Verhältnisse nicht passen. Die für unsere Verhältnisse notwendige Aufgabenstellung sei in den „12 Forderungen gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch" niedergelegt, die das zuständige Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, zusammen mit dem Reichsgesundheitsamt und der Reichsstelle gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch aufgestellt hckbe. Diese Grundsätze stellten es dem gesunden Erwachsenen frei, mäßig oder enthaltsam zu leben, erwarteten aber von der Jugend, die Abkehr von Alkohol und Tabak. Die Reichstagung solle der Auftakt einer Volksdiskussion über diese Probleme sein. Es müsse erreicht werden, daß in absehbarer Zeit die Zunahme des Verbrauchs an Genußgiften gestoppt werde. teri en schwersten Kalibers, mit mehreren Militärflugplätzen sowie zahlreichen unterirdischen Brenn- stoffvorrattanks und Munitionskammern versehen werden. Neuer palästina-plan. Der englische Negierungsvorschlag von den Zionisten abgelehnt. London, 26. Febr. (DNB.) Die britische Regierung hatte einen neuen Plan für Palästina entworfen, von dem sie hoffte, daß er die Zustimmung sowohl der Araber wie auch der Juden finden werde. Der Plan soll vorsehen, eine Körperschaft in Palästina zu bilden, die aus Juden und palästinensischen Arabern, Vertretern des Mufti wie auch der Nschaschibi-Gruppe bestehen und eine neue Verfassung entwerfen soll. Sollte sich das als möglich Herausstellen, würde man diese verfassunggebende Körperschaft ersuchen, eine Verfassung entsprechend den britischen Traditionen, etwa nach dem Vorbild des Nachkriegs- ägypten, zu entwerfen. Es soll ein gesetzgebender R a t mit a rabischer Mehrheit geschaffen werden. Der jüdischenMinderheit würden bestimmte Garantien eingeräumt werden. Palästina soll in drei Zonen eingeteilt werden, in denen in der ersten der Landverkauf an Juden völlig frei, in der zweiten beschränkt und in der dritten verboten sein solle. Außerdem soll die jüdische Einwanderungsquote von Jahr zu Jahr herabgesetzt werden. Der Vollzugsausschuß der jüdischen A g e n - t u r hat die Vorschläge der britischen Begierung a b g e l e h n t. Die endgültige Entscheidung liegt nun in den Händen des Konferenzausschusses, dem Zionisten und Nichtzionisten angehören. Zu den Vorschlägen wird von zionistischer Seite erklärt, daß sie ein schwerer Schlaa gegen die weitere Entwicklung des jüdischen Nationalheimes in Palästina seien, und rß sie einen Bruch der Balfour- Erklärung des Mandates darftelltsn. Parteiempfang beim Führer. München, 25. Febr. (DNB.) Arn Samstagabend fand in den Räumen des Führer- b a u e s am Königlichen Platz zu München der all- jährliche große Parteiempfang beim Führer' ftatt. Auf diesem traditionellen Empfangsabend der Partei waren der Stellvertreter des Führers, die Reichsleiter mit den führenden Persönlichkeiten der Reichsleitung, die Gauleiter mit ihren Stellvertretern, die Obergruppenführer und Gruppenführer der SA., des NSKK. und des NSFK., die höheren Arbeitsführer und die Gebietsführer der HI. sowie andere führende Persönlichkeiten der NSDAP, mit ihren Frauen Gäste des Führers. Oer amerikanische Geschäftsträger in Berlin gestorben Berlin, 26. Febr. (DNB.) Samstag nacht verstarb plötzlich an einem Herzleiden der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika Pren- tiß B. Gilbert. Der Tod des amerikanischen Diplomaten, der mitten aus der Arbeit herausgerissen wurde, hat in deutschen Kreisen aufrichtige Anteilnahme gefunden. Gilbert genoß in Berlin allgemeine Wertschätzung. Auch auf amtlicher Seite wird ihm ein ehrendes Andenken bewahrt werden, da man immer der Ueberzeugung gewesen ist, daß er seine ganze Kraft für die loyale Erfüllung seiner verantwortungsvollen Aufgabe eingesetzt hat. Das Programm der Zungfcrnreise des KdF.-SchiffeS ,/Rotiert Ley". Berlin, 25. Febr. (DNB.) Das KdF.-Schiff „Robert Ley" steht vor der Vollendung. Arn 23. März wird das Schiff zu einer eintägigen Probefahrt auslaufen. Die erste öffentliche Fahrt am 1. und 2. April geht auf die Nordsee mit Werftarbeitern, die das Schiff gebaut haben. Der Beginn der Jungfernreise ist der 18. April. Die Reise wird die größte und zugleich südlichste Fahrt sein, die bisher „Kraft durch Freude" durchgeführt hat. Außer den bekannten Zielen Madeira, Lissabon kommen noch hinzu die Kanarischen Inseln und Bilbao. Damit wird Nationalspanien in den Aktionsradius der KdF.-Flotte einbezogen, und der deutsche Arbeiter lernt ein neues Stück Welt kennen, das zu den schönsten Reiseländern gehört und dessen Schicksal uns allen seit langem am Herzen liegt. Oeuiscker Schulschiffbesucb in Falmouib. London, 24. Febr. (Europapreß.) Die Besatzung des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein", das in Falmouth eintraf, konnte die bei ihren früheren Besuchen angeknüpften freundschaftlichen Beziehungen erneuern. Die Presse spricht von der „Entente cordiale", die zwischen der Besatzung dieses Schiffes und der Einwohnerschaft von Falmouth bestehe. Der Kommandant stattete dem Bürgermeister einen Besuch ab. Der Bürgermeister erwiderte diesen Besuch mit mehreren Mitgliedern des Stadtrates an Bord der „Schleswig-Holstein". Kadetten besuchten gemeinsam mit Schülern der Oberklassen von Falmouth als Gäste der Stadt eine Filmvorstellung. Für Sonntag ist, wie im Vorjahre, ein gemeinsamer Kirchgang mit einem Gottesdienst in englischer und deutscher Sprache in der Gemeindckirche von Falmouth vorgesehen. Die Behörden und weite Kreise der Be-- völkerung werden daran zusammen mit der Besatzung der „Schleswig-Holstein" teilnehrncn. Kein Militärdienst der Volksdeutschen in der Tschecto Slowakei. Prag, 25. Febr. (Europapreß.) Ein Beschluß der tschecho-slowakischen Zentralregierung, die in der Tschecho-Slowakei lebenden Volksdeutschen vom Militärdienst zu befreien, wurde begründet mit der Tatsache, daß die i m D e u t s ch e n R e i ch l e b ende n T s ch e ch e n gleichfalls nicht zum Militärdienst einberufen werden. Eine Verordnung, in der dieser ganze Fragenbereich endgültig geklärt werden soll, wird für die nächsten Tage angekündigt. Dagegen liegt bis zur Stunde keine amtliche Verlautbarung über einen Beschluß der Regierung vor, daß die beiden Verordnungen außer Kraft gesetzt werden sollen, die unter gewissen Voraussetzungen für d i e Beschäftigung von Volksdeutschen, die ihr Heimatrecht in den abgetretenen Gebieten haben, b e - sondere Bewilligungen vorschreiben. Anschlag auf ein jüdisches Kleidergeschäst in Prag. Prag, 26. Febr. Der litauische Staatspräsident hat aus Anlaß des Unabhängigkeitstages eine Reihe von Straferlassen verfügt für Personen, die von Kriegsgerichten verurteilt wurden. Unter l)en 67 Betroffenen befinden sich elf Memel- länger, denen die Strafe erlassen ist. * Der „Osservatore Romano" veröffentlicht die E i n- Berufung des Konklave zum 1. März. Nach vorhergehenden kirchlichen Feiern begeben sich die Kardinäle in die Sixtinische Kapelle, zu einer formellen Besprechung, worauf am 2. März der erste Wahlgang stattfindet. * Erklärungen des ersten Sekretärs des Gebietskomitees von Odessa, Kolywanow, enthalten die Bestätigung der Gerüchte, die in den letzten Wochen von neuen Ma ssen Hinrichtungen in der Sowjetukraine wissen wollten. Kolywanow erklärte, gewisse feindliche Elemente hätten sich wieder hervorgewagt. Erst in den letzten Wochen seien sie „beseitigt und vernichtet" wo^ei^^ Ndz. Der Reichsfinanzminister hat eine Neuordnung der Unterhalts Zuschüsse und Vergütungen für Beamte im Borbereitungs- und Probedienst erlassen, die außer einer Vereinfachung auch beachtliche Verbesserungen für den Beamtennachwuchs mit sich bringt. Der Minister begründet die Neuordnung mit dem Wunsch, eine Erleichterung der wirtschaftlichen Lage des Beamtennachwuchses herbeizuführen. Gleichzeitig mit der Neuregelung für die Zivilanwärter werden die Bestimmungen über die Vergütungen für die Versorgungsanwärter mit den seither eingetretenen Ergänzungen neu bekanntgemacht. Von besonderer Bedeutung ist die Bestimmung, daß nunmehr jeder Zivilanwärter der regelmäßigen Dienstlaufbahn während des Vorbereitungsdienstes einen Unterhaltszufchuß bekommt. Bisher erhielten vor allem ein beträchtlicher Teil der Gerichts- und der Studienreferendare keinen Unterhaltszufchuß. Es wurde die Bedürftigkeit geprüft und nach Maßgabe der vorhandenen Mittel — die wiederum auf den Nachwuchsbedarf der beteiligten Justiz- und Unterrichtsverwaltung abgestellt waren — verteilt. Jetzt erhält auch jeder Referendar einen Unterhaltszufchuß. Nach der Neuregelung betragen die Unterhaltszufchüsse für die Zivilanwärter monatlich zwischen 95 und 135 RM. für ledige Anwärter, während sie für Verheiratete zwischen 110 und 200 RM. je nach der Laufbahngruppe liegen. Es sind dies, was weiter hervorzuheben ist, besoldungstechnisch sog., Nettobeträge, die also nicht mehr den Vorschriften der Gehaltskürzungsverordnungen, wohl aber natürlich den Steuerbestimmungen unterliegen. .Die Motorisierung Deutschlands erfordert auch ein leistungsfähiges Kraftfahrzeughandwerk. Während bisher in Deutschland insgesamt erst rund 35000 Zugmaschinen in der Landwirtschaft Verwendung finden, wurde auf dem Reichsbauerntag 1938 erklärt, daß eine Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft eine Soll-Produktionszahl von jährlich allein 50000 landwirtschaftlichen Zugmaschinen notwendig macht. Das Landmaschinenhandwerk und das Kraftfahrzeughandwerk werdey dadurch in eine ganz neue Entwicklung förmlich hineingedrängt, die eine gründliche fachtechnische Schulung und Modernisierung der Betriebe bedingt. Die Kraftfahrzeugwerkstätten sind.seit 1937/38 voll beschäftigt, zum Teil überbefchäftigt. Die alljährliche Steigerung des Reparaturanfalles kann auf rund 25 v. H. geschätzt werden. Die früher üblichen stillen Wochen und Monate im Winter gibt es feit dem Winter 1937/38 in den Kraftfahrzeugwerkstätten nicht mehr. Die Beschäftigung ist in den Sommermonaten türmifch und auch in den Wintermonaten voll. Soll das Krastfahrzeughandwerk den ständig steigenden Reparaturanfall, der sich aus der ständig steigenden Zahl von Kraftfahrzeugen ergibt, bewältigen können, so muß die jetzige Kapazität der Werkstätten erheblich erweitert werden. Dazu gehören Werkstattneubauten und -Erweiterungsbauten größten Umfanges. Mit rund 120000 Beschäftigten ist das ^raftfahrzeughand- werk ebenso stark wie die gesamte Kraftfahrzeugindustrie. 9000 Lehrlingen im Jahre 1933 stehen zur Zeit 30000 Lehrlinge gegenüber. Mit der Anzahl der Lehrlinge je Lehrwerkstatt, marschiert das junge Kraftfahrzeughandwerk weitaus an der Spitze sämtlicher deutschen Handwerkszweige. Nachdem der Preisbildungskommissar das Festpreissystem für Jnstandsetzungsarbeiten an Kraftfahrzeugen bereits im vorigen Jahr eingeleitet hatte, sind diese Arheitspreislisten weiter entwickelt worden. Ende des Jahres 1939 werden für sämtliche gängigen, serienmäßig auf dem Markt be- indlichen Kraftrad-, Personenwagen-, Lieferwagen- und Lastwagentypen Arbeitspreislisten einge- ührt sein. Das Preisniveau ist dann generell stabilisiert und kann kontrolliert werden. Das Handwerk verspricht sich davon vor allem eine Stärkung des Vertrauens zwischen Kraftfahrer und Werkstatt. Dem Reichsinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks wurde die Organisation des Abschleppdienstes auf den Reichsautobahnen übertragen. Hierbei wird ein vom Reichsinnungsmeister Stupp Lage des Beamtennachwuchses. Die Unterhaltszuschüsse werden jetzt ohne Antrag und ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Anwärters gewährt, auch während des Erholungsurlaubs und in Krankheitsfällen bis längstens 26 Wochen. Im übrigen sind die Sätze selbst z. T. etwas erhöht worden, vor allem wurden durchweg die Sätze für verheiratete Anwärter verbessert, um bereits in dieser Vorbereitungszeit wenigstens einen Beitrag zur För- derung der Frühehe zu leisten. Ein Unterhaltszuschuß ist zu widerrufen, falls sich der Anwärter der Ablegung der Prüfung schuldhaft entzieht oder sie schuldhaft verzögert. Die Zivilanwärter, die alte Nationalsozialisten sind und die wegen ihrer Verdienste um die Bewegung bevorzugt in den einfachen, mittleren oder gehobenen Dienst einberufen sind, erhalten nach bestimmten Vorschriften erhöhte Unterhaltszuschüsse. Da sich der besondere Nachwuchsmangel bei Technikern auch für die Behörden bemerkbar macht, werden häufig bereits technische Zivilanwärter mit bestimmten Beschäftigungsaufträgen versehen. In solchem Falle erhalten sie, ebenso gegebenenfalls nichttechnische Anwärter, besondereVergütungen, die etwas über den Unterhaltszuschüssen liegen. Für die Versorgungsanwärter ändert sich materiell nichts. Der Erlaß tritt am 1. April 1939 in Kraft. Soweit Betroffenen bisher im Einzelfall höhere Beträge gewährt wurden, können sie ihnen für ihre Person belassen werden. t । entwickeltes Spezialabschleppgerät, das genossenschaftlich betrieben werden soll, eine große Rolle spielen. Der Reichsinnungsmeister ist vom Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrwesen in seinen Beirat berufen worden. Auftragsgemäß hat er einen Bericht über mögliche und notwendige Reformen der Instandsetzung vorgelegt. Leitstern der Reichstagung 1939 des Kraftfahrzeughandwerks war: die deutsche Kraftfahrt — die erste der Welt; das deutsche Kraftfahrzeughandwerk — das Beste der Welt. ■ Der Krafifahrperfonenverkehr Pflichten des Fahrpersonals und der Fahrgäste. Neben den strengen fahrtechnischen und charakterlichen Voraussetzungen, die für den Fahrzeugführer in der neuen Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr festgelegt werden, enthält die Verordnung noch besondere Bestimmungen über die Pflichten des Fahrpersonals wie auch über bas Verhalten der Fahrgäste. Das Fahrpersonal hat sich während des Dienstes rücksichtsvoll, besonnen und höflich zu verhalten. Dem Fahrer ist untersagt, während des Dienstes und der Dienstbereitschaft geistige Getränke zu sich zu nehmen, sich während des Fahrens mit den Fahrgästen zu unterhalten, Fahrten auszuführen, solange er oder ein Mitglied seiner häuslichen Gemeinschaft an einer anzeigepflichtigen Krankheit leidet, im Linien- und Droschkenverkehr während des Fahrens zu rauchen. Die gleichen Bestimmungen, ausgenommen die Unterhaltung mit den Fahrgästen, gelten für Schaffner. Der Fahrer hat vor Beginn jeder Fahrt die WirksamkeitderBremsen durch mindestens eine Probebremsung zu prüfen. Personen, welche die Sicherheit und Ordnung des Betriebes ober die Mitfahrenden gefährden, dürfen nicht befördert werden. Das gilt insbesondere für Betrunkene und für Personen mit ekelerregenden oder ansteckenden Krankheiten, für Personen, die explosionsfähige, leicht entzündliche oder ätzende Stoffe mit sich führen, und schließlich für Personen mit geladenen Schußwaffen, soweit sie zur Mitführung nicht amtlich befugt sind. Den Fahrgästen ist insbesondere untersagt, sich mit dem Fahrer während des Fahrens zu unterhalten, die Türen während des Fahrens eigenmächtig zu öffnen, während des Fahrens auf- oder abzuspringen und ein vom Fahrpersonal als „besetzt" bezeichnetes Fahrzeug zu betreten. Oie Deutsche Fachbuchwerbung wird in Frankfurt eröffnet. NSG. Die Gauhauptstadt Frankfurt o. M setzt die große Reihe bedeutender Reichsoeranstaltungen, die mit Vorliebe in ihre Mauern verlegt werden, mit der Eröffnungskundgebung für die Fachbuchwerbung 1939 fort. Diese in jebem Jahr durchgeführte Aktion verfolgt den Zweck, jeden Volksgenossen mit den besten Fachbüchern seines Berufes bekannt zu machen, durch die er sich weitere berufliche Kenntnisse erwerben kann. In diesem Jahre kommt der Fachbuchwerbung als einem Mittel zur Leistungssteigerung besondere Bedeutung zu. Die große Eröffnungskundgebung für ganz Deutschland, auf der (Bauleiter und Reichsstatthalter Sprenger spricht findet am 2 März im IG.-Hochhaus im Rahmen eines allgemeinen Betriebsappells statt. Außerdem ergreifen Staats- fefretär Hanke, Reichsfachamtsleiter Dipl.-Ing. E^b e n b ö ck und Obergebietsführer Axmann, der Leiter des Reichsberufswettkampfes, das Wort. Nach dieser Eröffnungskundgebung finden in Berlin, Reichenberg, Breslau, Graz, Nürnberg und Köln weitere Hauptoeranstaltungen statt. Die gesamte Fachbuchwerbung dauert oom 1. März bis 30. April. Ausstellung „Deutsches Wohnen 1939". In Leipzig wurde eine Ausstellung des Tischlerhandwerks „Deutsches Wohnen 1 9 3 9" eröffnet. Reichshandwerksmeister Schramm erklärte, die Ausstellung, die gerade auch die handwerkliche Wohnungsgestaltung für den schmalen Geldbeutel zeigt, diene der Leistungssteigerung der Handwerksmeister der heimgestaltenden Berufe und der Aufklärung unserer Verbraucher, die sich jahrzehntelang vielfach von jüdischen Handelsvertretern zu unehrlichem, kitschigem und zum großen Teil nutzlosem Hausrat bereden ließen und denen jetzt die Augen aufgehen, wie man ohne übermäßigen Aufwand ein wirkliches Heim zweckvoll, ehrlich und schön gestalten kann. Obergauführerin El em en, tine zu Castell wies darauf hin, daß noch vor einigen Jahren eine Möbelausstellung uns hätte glauben machen können, mit Sackleinen bespannte Stahlröhren seien die Umgebung für den modernen Menschen. Der Uebergang vom Plüsch zur Sachlichkeit und zum stilisierten Möbel sei jetzt überwunden. Heute habe sich der Geschmack veredelt. Bei den Mädeln der Jahrgänge des BDM.» Werkes „Glaube und Schönheit" stehe das Eigenheim bereits im Mittelpunkt aller Ueberlegungen. Die Mädel würden dazu erzogen, daß sie an kalter Pracht und Serienmöbeln keinen Geschmack mehr finden. Sie sollen dereinst praktisch, zweckmäßig und im besten Sinne gemütlich wohnen. Sparsam mit Ehrungen. Die Neuregelung der Ernennung zu Ehrenmeistern des deutschen Handwerks hat dem Reichshandwerksmeister Veranlassung gegeben, die Frage der Ehrungen im Handwerk grundsätzlich zu behandeln. Danach sind Ehrungen nur vorzunehmen, wenn sie durch besondere Verdien sie gerechtfertigt sind. Ernennungen zu Ehrenmitgliedern einer Innung bedürfen der Zustimmung des Kammerpräsidenten. Die Verleihung des Titels E h r e n m e i ft e r ist erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres zulässig ober wenn der Betreffende in vorbildlicher Weise mindestens 20 Jahre ohne Unterbrechung die Innung geführt hat. Für die Ernennung zu Ehrenmeistern für einen Kammer- oder Wirtschaftsbezirk und ebenso für die Ernennung zu Ehrenmeistern auf fachlicher Grundlage ist die Zustimmung des Reichshandwerksmeisters erforderlich. Zahresiagung der Aeickefilmkammer 193°. Vorn 9. bis 11. März d. I. veranstaltet die Reichsfilmkammer ihre Jahrestagung in Berlin. Im Rahmen der Jahrestagung findet eine Ausstellung „Die Werbung für den deutschen Film" statt, die am 9. März eröffnet wird. Am Abend werden festliche Uraufführungen von mehreren Filmen stattfinden. Die Jahrestagung wird offiziell am 10. März im Sitzungssaal des Reichstages vom Präsidenten der Reichsfilmkammer eröffnet. „Deutsches Krastfahrzeughandwerk-- das beste der Welt." Dann wird der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Hauptamtsleiter Dr. Groß, über die Forderungen sprechen, welche das Rassenpoli- tische Amt an den deutschen Film in bezug auf Rassen- und Bevölkerungspolitik stellt. Anschließend beginnen die Tagungen der Fachgruppen. In der 'Krolloper wird die Kundgebung der Filmschaffenden stattsinden. Es sprechen der Spielleiter Wolfgang Liebeneiner und noch ein bekannter Filmschaffender. Das Schlußwort wird Reichsminister Dr. Goebbels sprechen. Die Tagung wird abgeschlossen durch den am 11. März stattfindenden Filmball. Aus Anlaß der Jahrestagung der Reichsfilmkammer firtbet am Sonntag, 5. März, der Film- vokstag statt. An der Durchführung sind erstmalig auch die Filmtheater der Ostmark und des Sudetengaues beteiligt. In allen Filmtheatern des großdeusichen Reichsgebietes werden außerhalb der normalen Spielzeit Film-Freioeranstaltungen erfolgen. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsaktion der Filmtheater und Verleihfirmen, welche der Verbundenheit von Film und Volk sichtbaren Ausdruck verleiht. Es sind insbesondere die Volksgenossen eingeladen, die dem Film noch zurückhaltend gegenüberstehen oder selten Gelegenheit haben, Filmtheater zu besuchen. Zrontfahrten der HI. In fast zweijähriger Tätigkeit hat der vom Reichsjugendführer geschaffene Langemarck- Ausschuß, der sämtliche Frontkämpferverbände und die studentische Sugenb zum gemeinsamen Einsatz mit der HI. vereinigt, dem Begriff Langemarck in der Jugenderziehung Raum geschaffen. Die Schaffung würdiger Ehrenstätten für die Gefallenen des Weltkrieges und die Toten der Bewegung war eins der ersten Ziele, zu dessen Verwirklichung der Langemarck - Opferpfennig, eine monatliche Spende aller HJ.-Angehörigen, beitrug. Die wichtigste Aufgabe war jedoch die Pflege einer ständigen Verbindung zwischen den Frontkämpfern des Weltkrieges und der Hitler-Jugend. Während im letzten Sommer in den Zeltlagern alte Kämpfer über das nationalsozialistische Kampferlebnis sprachen, werden in den kommenden Sommerlagern und Heimabenden Frontkämpfer vor der HI. erzählen. Die Frontkämpfer werden auch die Fahrten begleiten, die in die ehemaligen Kampfzonen führen. 1938 wurden vier solcher Frontfahrten mit je 30 HJ.-Führern nach Flandern unternommen. In diesem Jahr soll von jedem HI. -Gebiet mindestens eine Frontfahrt durchgeführt werden. Dabei werden die teilnehmenden Frontsoldaten an den Orten, an denen sie einst kämpften, von ihren Erlebnissen sprechen. Die Fahrten bleiben nicht auf Belgien beschränkt, sondern werden auch auf Frankreich und die früheren Kriegsschauplätze Südosteuropas ausgedehnt. Aus aller Welt. Die besten deutschen Stenographen. Den Abschluß des Reichsleistungsschreibens 1938 in Kurzschrift als Gemeinschaftsveranstaltung der Deutschen Arbeitsfront und der Deutschen Stenographenschaft bildete die Austragung der Deutschen K u rz s ch r i f t m e i st e r s ch a f t in Bayreuth. Am Wettbewerb beteiligten sich in der Geschwindigkeit von 300 bis 360 Silben die 66 besten deutschen Kurzschreiber. Der Wettbewerb hatte folgendes Ergebnis: 1. Reichsentscheid des Kurzschriftleistungsschreibens: 1. Reichssieger: Oskar Kämmer (Braunschweig), 2. Georg Paucker (Berlin), 3. Gerhard Hergesell (Rosenberg t. Ostpreußen). 2. Deutsche Kurzschriftmeisterschaft: In die Meisterklasse der Deutschen Stenographenschaft kamen außer den vorgenannten drei Reichssiegern im Reichsentscheid noch 40 deutsche Stenographen der Meisterklasse. Die Sieger aus beiden Wettbewerben werden den Stamm der deutschen Mannschaft für die internationalen Kurzschriftwettbewerbe bilden. Rekordbesuch auf der Autoschau. Einen Rekordbesuch, wie er in der Geschichte des Ausstellungswesens nur selten zu verzeichnen ist, hatte die diesjährige Berliner A u t.o - schau am Kaiserdamm am Sonntag zu verzeichnen. Im ganzen gingen 10 5 0 0 0 Besucher, darunter wieder zahlreiche Ausländer, durch die Drehkreuze. Das sind 6000 Besucher mehr als am zweiten Sonntag der vorjährigen Ausstellung, im ganzen also bereits mehr als 400 000 in diesem Jahr. Kraftfahrzeuge aus allen Gauen Großdeutschlands waren in Berlin und haben ungezählte Tausende von Besuchern zur Autoschau herangeführt. Der Montag ist der letzte Käufertag auf der Autoschau. Ab Dienstag werden die bekannten Volkstage beginnen. Starker Erfolg der Sängerin Erna Sack in Paris. Die deutsche Sopranistin Erna Sack, die vor kurzem bei ihrem Liederabend in Paris große Triumphe feierte, bezauberte auch an ihrem zweiten Abend das französische Publikum durch ihre hohe Kunst. Der Konzertsaal Gaveau war, wie die DKK. mitteilt, vollbesetzt, und die begeisterten Zuhörer erbaten sich von der Sängerin immer neue Wiederholungen und Zugaben. Mit Liedern von Brahms und Reger erntete Erna Sack besonderen Beifall. Deutsche Absage an die finnische Schriftstellerin Salminen. Die finnische Schriftstellerin Sally S a lmi n en, deren Roman „Katrina" in Deutschland eine gute Aufnahme fand, und die sich vor einiger Zeit auf einer Deutschlandreise aufs freundlichste über ihre Eindrücke im Dritten Reich äußerte, sprach sich nach ihrer Rückkehr, offenbar unter dem Druck ihrer Umgebung, in der Zeitung „Aland" in abfälliger und hetzerischer Weise über Deutschland aus. Der Insel-Verlag legt in einem Offenen Brief die seltsame Haltung von Sally Salminen dar und erklärt es als unvereinbar mit den Aufgaben eines Verlegers, dem deutschen Leser weiterhin ihre Werke zu vermitteln. Darmstädter „Meise" — das Olympia Segelflugzeug. In Rom hatte eine aus führenden Männern des Segelflugsportes bestehende Kommission die Auswahl unter den fünf Segelflugzeugen zu treffen, die für die Olympischen Spiele in Helsinki vorgeschlagen waren. Deutschland, Italien und Polen führten ihre Konstruktionen für ein olympisches Einheits-Segelflugzeug vor. Es galt dabei ein Flugzeug zu finden, das größte Flugtüchtigkeit und einfachste Bedienung voraussetzt. Die „DFS Meise" der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug in Darmstadt wurde diesen Anforderungen am meisten gerecht und nach Abschluß der sechstägigen Probeflüge von der internationalen Kommission zum Olympia-Segelflugzeug 1940 bestimmt. Deutsches Flugzeug über dem Mittelmeer verunglückt. Bei einem Fluge über das Mittelmeer ist das deutsche Flugzeug D—ALUS von einem Unfall betroffen worden. Mit dem Verlust des Flugzeuges und feiner Besatzung muß leider gerechnet werden. Blitzschläge in britische Ballonsperren. Die britischen Ballonsperren verloren am Sonntag bei Hebungen zwei Ballone durch Blitzschlag. In Stanmore (Middlessex) stürzte einer der sechs Ballone der Ballonsperre brennend ab, nachdem er von einem Blitz getroffen worden war. Das gleiche Schicksal ereilte einen Ballon bei Hebungen in der Grafschaft Essex. , Vollstreckung eines Todesurteils. Berlin, 25. Febr. (DNB.) Am 25. Februar 1939 ist der am 4. Juli 1913 geborene Friedrich Griesinger hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichtes in Tübingen zum Tode verurteilt worden ist. Griesinger hat mit seinem Taschenmesser seine 20jährige Braut erstochen; zwei Tage vorher hatte er bereits versucht, das Mädchen durch Zudrücken der Kehle zu töten. Bei lebendigem Leibe verbrannt. Ein gräßlicher Unfall ereignete sich in dem Huns- rückdorf Bell. Eine ältere Frau wollte ihre Kleider, die bei der Arbeit naß geworden waren, an einem Ofen im Keller trocknen. Ehe die Frau die Gefahr erkannte, fingen die Kleider plötzlich Feuer. Im Augenblick stand die Unglückliche in hellen Flammen. Bevor Hilfe zur Stelle war, hatte die Frau so schwere Brandwunden erlitten, daß sie bald darapf st a r b. Das Wieslocher Omnibusunglück vor Gericht. Vor der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Heidelberg hatte sich der Hilfsschrankenwärter Heinrich Schell aus Walldorf zu verantworten. Er war beschuldigt, das schwere Ser« kehrsA n g l ü ck verschuldet zu haben, das sich am 4. Oktober 1938 auf dem schienengleichen Hebergang an der Straße Wiesloch—Rot ereignet hatte. Dort war ein Postomnibus mit 21 Insassen von der Loko. rnotive eines Eilgüterzuges erfaßt und zertrümmert worden. Elf Insassen wurden sofort getötet; von den Verletzten starben später weitere zwei. Das schuldhafte Verhalten des Angeklagten wurde darm erblickt, daß er nach Anzeige des Herannahens eines Zuges entgegen feiner Dienstvorschrift die Bahn» schranken nochmals geöffnet hat, um dem Omnibus noch die Vorbeifahrt zu ermöglichen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe van zwei Jahren. Wetterbericht Nach dem Durchzeug eines ausgedehnten Regengebietes, das in unserem Gebiet auf der Linie Danzig—Prag—München liegt, strömten auf der Rückseite kühlere Luftmassen ein, während das wechselhafte und zu Niederschlägen geneigte Wetter anhält. Eine über dem Atlantik gelegene neue Störung wird später erneut Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Vorhersage für Dienstag: Wolkig bis bedeckt, einzelne Niederschläge, in höheren Sagen Schnee, zurückgehende Temperaturen, nachts stellenweise Frost, westliche Winde. Vorhersage für Mittwoch: Unbeftänöiw ges und zu Niederschlägen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 26. Februar: mittags 5,f Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am 27. Februars morgens —0,3 Grad. Maximum 6,2 Grad, Minimum heute nacht —0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Februar: abends 5,3 Grad) am 27. Februar: morgens 3,9 Grad. — Niederfchlägs 0,8 mm. Wintersport-Wetterbericht. Rhön, Wafserkuppe: Nebel, — 1 Grad, Gesamt? schneehohe 20 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee« Schi und Rodel sehr gut. Sch warzwald, Feldberg: Bewölkt, — 4 Grad» Gesamtschneehöhe 80 cm, Neuschnee 15 cm, Pulver, schnee, Skhi und Rodel sehr gut. Hauptschrtftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst, Blum* schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter^ Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. S. 21.1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlfche Hniversitätsdruckerei R-Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Edgar BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5-7. Ruf 4165 u.4156 'Soetnw hört man geme,aber welchen tollich wählen?- QineTageirifchneb beantwortet SehenSie rieh doch einmal die neuen Junker & Ruh Gasherde an PR Ein Paramountfilm in deutscher Sprache mit Doiotfnj Jtamour Slay Milland Der romantische Zauber des Dschungels liegt über diesem herrlichen Film, der eine zarte Liebeshandlung, viel lustige Episoden und dramatische Szenen wirksam vereint Heute Montag Erstaufführung! 1410A Lichtspielhaus Vermietungen LLlNwcy lNM.MM ab 1. März zu vermieten. . lose« Nodheimer Straße 38 vart. (Stellenangebote) langer Kanlmann mit Führerschein Klasse 3 für Reise und Büro gesucht. Schriftliche Bewerbungen unt. 0966 an d. Gieß. Anzeiger erbet. t] Tüchtiges Mädchen für Haushalt bei hohem Lohn gesucht. i4i8D Salon Buchberger Gießen am Bahnhof. 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Ein Film, in dem ewig-menschliche Konflikte span- nend und künstlerisch in mitreißender Weise zu Tüchtige einem Meisterwerk gestaltet wurden Win Baue gut Im Vorprogramm: Ufa-Ton-Woche■ Kulturfilm mit Abermann gesucht. U1?D Täglich 4.00,6.00, 8.30 Uhr, Sonntag 3.00,5.30,830 Uhr Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf! uha PQLRST G । essen. UfCDRE DRUCKSACMI W CnDC Brühl. Gtefl 5528 86221 118424 145798 163398 187118 225684 237068 278630 308322 357209 390472 83608 131838 146336 174000 203668 276434 324030 354688 379939 10000 RM. 5000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 130705 187830 296625 368142 230323 60282 106726 136095 150659 180242 227734 286232 4011 84712 79642 120985 144625 171034 189890 270489 310912 354331 378405 398584 114704 155651 254396 361968 122050 167286 264226 364325 119329 137624 156524 180302 250485 300681 58187 147903 250005 383957 136393 169549 171476 210226 234783 256549 296112 337341 384592 61765 242272 384274 145584 197654 309921 374169 91271 132389 155804 169140 179969 204531 222320 244406 280097 317408 341826 370422 378521 101358 136758 156449 170491 180283 209976 226378 246005 283908 323024 342897 371970 380298 129133 148579 164656 195412 226017 239089 283761 320940 374816 394387 102215 141312 159569 171632 189223 212103 228364 249679 298310 325403 345866 372233 383023 103389 141727 160309 173902 196571 214681 237783 251215 300585 333820 346093 376732 385615 136129 154053 167428 207100 233537 25194 7 287096 330837 383240 67663 197724 323163 4120 40991 80681 60874 163300 283742 11402 99050 173698 358832 106283 145544 162446 177827 197797 215713 238385 253014 301105 338073 362332 377533 393511 141608 188480 298775 368844 84097 134813 148259 175028 207756 278130 332737 362651 383389 36612 79666 • 4874 47166 82215 109795 140279 161118 185603 225331 234856 265986 300569 354986 385541 130362 151839 168390 179849 201733 216387 240791 268147 312088 338301 363775 377660 393734 177174 130310 165057 2181 343282 348113 363240 375496 394685 395058 309 1017 133624 153484 166164 195815 226772 251199 286175 3220hl 381126 105432 108989 114726 159470 167777 178855 195800 196688 294216 326595 364427 366569 387844 394766 4 Gewinne zu 10 000 RM. 54897 383511 4 Gewinne zu 5000 RM. 69515 130338 242459 252260 279037 313309 386958 392747 40 Gewinne zu 1000 RM. 15920 79224 96389 101075 124067 214000 214018 226982 241995 192 Gewinne zu 300 RM. 14236 15802 24238 25131 162 Gewinne zu 300 RM. 19401 21793 23198 25070 296315 316756 323673 359813 ------ 132 Gewinne zu 500 RM. 9230 14168 15736 27180 51228 64341 57368 61170 62469 65747 74869 ----- ----- ----- ------ ------ 119765 2 Gewinne zu 3000 RM. 385925 34 Gewinne zu 2000 RM. 19103 107446 130858 174006 178685 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 10 Gewinn« zu 245562 252193 62 Gewinne zu Fritz Meister SelterSweg 43. Im Gewinnrade verblieben: 2 Getylnne zu se 1 000 000 RM, 2 zu se 200 000, 2 zu je 50 000, 8 zu se 30 000, 6 zu je 20 000, 36 zu je 10 000, 50 zu je 5000, 114 zu se 3000, 312 zu se 2000, 1034 zu je 1000, 1648 zu se 500, 3366 zu se 300 und 72 420 Gewinne zu se 150 RM. 72 Gewinne zu 500 RM. 3087 5331 14800 29047 37911 42495 62827 71814 94095 97053 98057 102017 ' 152831 250677 351205 383078 139559 163538 185660 260494 306440 353009 375618 397116 Paul Wegener • Michael Bohnen Auguste Prasch -Grevenberg Gewinnauszug 5. Klaffe 52. Preußisch-Süddeutsche (278. Prruß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Heinrich George Kristina Söderbaum Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer m den beiden Abteilungen I und H KM9 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Montag, 27. Februar Aus Oer Stadl Gießen. Sprichwörter. 3d) muß es ehrlich gestehen: es war mir, als ich noch ein Kind war, in der Seele zuwider, wenn meine Mutter ihre erziehlicheü Versuche bei mir mit einem Sprichwort unterstützen zu müssen glaubte. Zum Beispiel, wenn man sich „mal" die Ohren nicht gründlich gewaschen oder die Nägel nicht gereinigt hatte, dann hieß es unweigerlich mit einem Blick auf das Kleid: „Oben hui, und unten — Pfui!" Oder wenn ich mich mit meinem Bruder beim Spielen zankte: „Der Klügere gibt nach!" Wie peinlich war es dann, zu entscheiden, was das Klügere war, nämlich nachzugeben oder seinen Willen zu bekommen. Oder wenn es beim Frisieren ziepte und man jammerte — sonst war man natürlich stolz auf seine Locken, die beim Spielen öfters hübsch durcheinander kamen— dann bekam man nur mitleidlos den schönen Spruch zu hören: „Hoffart muß Pein leiden!" Wobei das nie gehörte Wort „Hoffart" besonders ärgerlich war. Aber ich glaube, die Erklärung dafür, warum mir diese schönen Sprichwörter — und wieviel Weisheit steckt in ihnen! — so unangenehm waren, ist auch nur wieder mit einem Sprichwort zu geben: „Der getroffene Hund bellt!" Das ist aber, wie gesagt, lange her. Ich habe nun selber eine Tochter, deren Erziehung mir am Herzen liegt. Und nun erwische ich mich dabei, daß ich es gerade so mache, wie meine Mutter: („Jung gewohnt, alt getan!) mit weise erhobenem Zeigefinger sage ich zum Beispiel meinem Kinde: „Mit dem Alten kann man das Neue erhalten!" Obwohl ich selber auch viel lieber die neuen Schuhe anziehe oder das neue Kleid! Ich komme mir deshalb etwas komisch vor bei diesem Spruch, aber trotzdem ... Als ich aber eines Tages ernst und eindringlich sagte: „Lügen haben kurze Beine!" erntete id) unerwartet ein Gelächter. Das Kind mit seiner regen Phantasie sah wohl in diesem Augenblick kleine Lügenmännchen auf kurzen Beinchen umherspringen. Daß mir in meiner Kinderzeit dieser Spruch, als ich ihn zum erstenmal hörte, aud) so komisch vorkam, war mir noch gut in Erinnerung. Noch ein anderes Mal wurde das Kind unbeabsichtigt erheitert: „Die Strafe folgt auf dem Fuße!", sagte ich, wobei aber der Klaps auf einem ganz anderen Körperteil saß! „Aller Anfang ist schwer" ober „Hebung macht den Meister." Ob das wirklich so ist? Außerdem, -manches geht am Anfang sehr leicht, aber dann — o weh! Auch der schöne Spruch: „Spare in der Zeit, so hast du in der Not", den ich früher öfters hören mußte, hat sich in der Zeit der Geldentwertung leider nicht bewahrheitet. „Durch Schaden wird man klug." Ist das richtig? Ich kenne Menschen, die ihr ganzes Leben nicht davon klug geworden sind. Vor allem aber das Sprichwort „Einmal ist keinmal" ist erlogen. Wer es erfunden hat, ist leichtsinnig oder boshaft gewesen. Sicher ein schlechter Rechner, denn eins bleibt immer eins, und wer einmal in seinem Leben gestohlen hat, kann nie sagen: „Gottlob, ich bin kein Sieb!" So sieht man, daß zwar in unseren Sprichwörtern viel Wahres steckt, daß man sie aber mit Bedacht anwenden sollte. E. L. St vornoiizen. Tageskalender für Montag. Kreishandwerkerschaft: 20 Uhr, Cafe Leib, Vortrag über „Altersversorgung des deutschen Handwerks". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das unsterbliche Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Dschungelprinzessin". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Vortragsabend Ernst kreuzträger in Gießen. Wie bereits mitgeteilt, wird am Dienstag, dem 28. Februar, der Münchener Vortragsmeister Ernst Kreuzträger auf Einladung' des Goethe- Bundes Gießen und des Kaufmännischen Vereine einen heiteren Vortragsabend unter dem Thema „Kunterbunt, eine Stunde deutschen Humors" geben. I Früherkennung und Jrühbekämpfung der Krebskrankheit. Dortrag im Reichsbunt) 0er Kinderreichen in Gießen. In einer Versammlung des Kreisabschnittes Gießen des Reichsbundes der Kinderreichen hielt der Oberarzt der Frauenklinik der Universität Gießen, Professor Dr. R o s s e n b e ck , einen Vortrag über das Thema „Früherkennung, Früherfassung und Frühbekampsung der Krebskrankheiten als vordringliche bevölkerungspolitische und sozialpolitische Probleme". Nach einem Ueberdlick über die bisherigen Leistungen des Nationalsozialismus auf dem Gebiete der Volksgesundheitsführung (Maßnahmen zur Behebung des Geburtenrückganges, Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, Verbot der Rassenmischung) bezeichnete Professor Rossenbeck die Früherkennung, die Früherfassung und die Frühbekämpfung der Krebskrankheiten als weitere vordringliche Probleme einer zielbewußten Volksgesundheitsfiih- rung. Die in den letzten zwei Jahrzehnten wiederholt erörterte, meist aber nie eindeutig klar beantwortete Frage nach der Zunahme der Krebssterblichkeit hat in den letzten Jahren durck) die verdienstvollen Arbeiten von Regierungsrat Haubold im Reichsgesundheitsamt eine weitgehende Klärung erfahren. Danach ist die in zahlreichen Staaten übereinstimmend festgestellte Zunahme des Krebses nicht etwa nur eine durch verbesserte Statistiken usw. vor- aetäuschte Erscheinung, sondern die Zunahme der Krebssterblichkeit muß als eine — wenigstens für die europäischen Staaten — feststehende Tatsache gellen. Die gegenüber den Vorkriegsjahren deutlich feststellbare Zunahme der Krebskranken beruht nicht darauf, daß der einzelne Mensch heute stärker durch Krebs bedroht wäre als früher, sondern es erleben heute sehr viel mehr Menschen den Ausbruch der Krebskrankheit, die in früheren Zeiten in einer jüngeren Lebensaltersstufe irgendwelchen anderen Krankheiten zum Opfer gefallen wären, deren Ausbruch heute durch die weit vorgetriebenen sozialhygienischen Maßnahmen einfach verhütet wird. Damit ist aber keineswegs gesagt, daß der Krebs ausschließlich eine Alterserkrankung ist, sondern der Krebs ist vorwiegend eine Erkrankung der reifen Frauen und Männer, nur ein Viertel bis ein Fünftel der Krebsopfer stirbt als Greis! Damit erweist sich der Krebs als Würger des Mannes als Arbeitskraft und der Frauen als Mütter der Familien (Haubold). Nach einer älteren Statistik von Professor H i n s e l m a n n (Altona) sterben in Deutschland an Krebs jährlich 37 000 Frauen, davon 24 000, »das sind annähernd zwei Drittel, in den besten Lebensjahren, in denen sie unmündige Kinder hinterlassen! So kann und darf es nicht weitergehen! Im Laufe seiner weiteren Ausführungen legte Professor Rossenbeck überzeugend dar, daß jede unbegründete Furcht vor der Krebskrankheit — etwa als vor einem unheilbaren Leiden — völlig fehl am 'Platze ist, da der Krebs in seinen Jrühstadien ebenso heilbar ist, wie jede andere Krankheit, vorausgesetzt, daß er früh genug erkannt und dann aber auch unverzüglich behandelt wird. Die große Heimtücke der Krebskrankheit liegt nur darin begründet, daß sie in ihren Frühstadien — gleichgültig, in welchem Organ, die Krebsgeschwulst fid) angesiedelt hat — feine Schmerzen bereitet. Mit der in Laienkreisen leider noch weit verbreiteten Meinung, man könne bei der Krebserkrankung mit der Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe warten, bis Schmerzen auftreten, muß endlich einmal aufgeräumt werden. Wenn im Verlaufe der Krebserkrankung erst Schmerzen oder anderweitige schwere allgemeine Krankheitszeichen auftreten, wie allgemeiner Kräfteschwund, plötzlick)e und rasch zunehmende Körpergewichtsabnahme, dann ist es in vielen Fällen für eine erfolgreiche Behandlung schon Zu spät! In eingehenden und auch für den medizinisch nicht geschulten Laien gut verständlichen Ausführungen, die durch eine große Zahl von Lichtbildern erläutert wurden, gab Professor Rossenbeck sodann einen Ucberblicf über die — bei den verschiedenen Körperorganen natürlich verschiedenen — Krankheitszeichen der Krebskrankheit, wobei mit besonderem Nachdruck immer wieder hervorgehoben wurde, daß die Früherscheinungen der Krebskrankheit meist so genau mit den Früherscheinungen anderweitiger, völlig harmloser Erkrankungen übereinstimmen, daß der einzelne Volksgenosse oder die einzelne Volksgenossin selbst niemals entscheiden kann, ob es sich um einen beginnenden Krebs oder um eine anderweitige Erkrankung handelt. Diese Entscheidung kann nur der Arzt fällen! Und deshalb ist es wichtig, bei Auftreten der ersten Krankheitszeichen, die aud) nur entfernt an die Möglichkeit einer Krebserkrankung denken lassen, sofort ärztliche Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit einem Ucberblicf über die heute für eine erfolgreiche Krebsbehandlung zur Verfügung stehenden Heilverfahren — Operation und Bestrahlung — schloß Professor Rossenbeck seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Unteroffiziere als Grundlage des soldatischen Beamtentums. Monatsappell des Reichstreubundes in Gießen. Der Standort Gießen des Reichstreubundes hielt am Samstagabend im „Burghof" einen außerordentlich zahlreich besuchten Appell ab, zu dem der Standortführer, Hauptmann d. R. Schwender, eine starke Abordnung der aktiven Kameraden des Standortes unter Führung von Oberstleutnant Caesar, ferner den Versorgungsoffizier, Major v. d. Vense, und den Lehrkörper der Heeressach- schule begrüßen konnte. Nach einem Gedenken für den verstorbenen Leutnant d. R. Bohn sprach Berbandösührer Schwarz, Kaffe! über „Die Entwicklung der Zivilversorgung und den Aufbau des Reichstreubundes". Zunächst sprach der Redner dem Standort Gießen seine Anerkennung für die rege Arbeit aus. Dann ging er, weit zurück- greifenb, auf die Entwicklung der Zivilversorgung des Berufssoldaten ein. Die Kameraden gründeten 1895 den Bund der deutschen Militäranwärter, der bereits nach zehn Jahren 387 Vereine mit rund 33000 Mitgliedern umfaßte. Der Bund machte es sich zur Aufgabe, für die Belange der Kameraden einzutreten und ihnen bessere Anstellungsmöglichkeiten, Berücksichtigung bei der Einstellung bei den Behörden, Anrechnung ihrer Militärzeit auf die Dienstzeit zu verschaffen und selbst für ihre Fortbildung zu sorgen. In der Zeit des Parlamentarismus und der Abneigung gegen den Soldaten waren heftige Kämpfe zu bestehen. Der ausgeschiedene Unteroffizier hatte bis zur Anstellung keine Versorgung, und viele nahmen irgenbroeldje Stellen an, nur damit sie für ihre Familien sorgen konnten. Das wurde sofort anders, als der Nationalsozialismus die Führung übernahm. Durch das Wehr- machtsfürsorgegesetz fanden nicht nur die bisherigen Ansätze einer Versorgung ihre Krönung, sondern der Bund wurde auch als Mitarbeiter der Reichsregie- rung anerkannt. Durch Befehl des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht wurden dem nunmehrigen Reichstreubund neue Aufgaben Hinsichtlid) der Betreuung und Erziehung der Kameraden in nationalsozialistischem Geist übertragen. Weid) große Beachtung im Dritten Reid) dem Unteroffizier als Volks- erzieher zuteil wird, machte der Vortragende an Hand eines Aufsatzes von Ritter von Schramm, der aus dem Unteroffizierstand hervorgegangen ist, im „B. B." verständlich, in dem u. a. aucgeführt wird, daß viele Gauleiter unb böhere SA.- und ^-Führer, Generale, verantwortliche Männer in Industrie und Wirtschaft gleichfalls burd) bie harte Schule bcs preußischen Unteroffiziers gegangen finb. Mit dem Befehl von 1938 fanb bie Arbeit bcs Reichstreu- bunbes bie höchste Anerkennung durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, der den Bund als die einzige Organisation der Berufssoldaten der alten und der neuen Wehrmacht bestimmte und allen aktiven Soldaten die Mitgliedschaft empfahl. Der Unteroffizier von heute soll der soldatische Beamte der Zukunft werden, der die Grundlage für einen von nationalsozialistischer Weltanschauung durchdrungenen Bekiintenstand bilden wird. In ausführlicher Weise schilderte Kam. Schwarz die Möglichkeiten für den Ausstieg und erläuterte die Forderungen, bie an jeben Unteroffizier gestellt werben, der durch bie Heeresfachschule auf feinen späteren Beruf vorbereitet wirb. Aus biefem Grunbe muß strengste Auslese geübt und nur ber tüchtigste unb beste Nachwuchs für ben Berufssolbaten zugelassen werben. Durch straffe Zucht unb grünb- liche Ausbilbung wirb bas Unteroffizierkorps, gestützt auf eine reiche Tradition, roieber bas Rückgrat für bie Wehrmacht unb bie Grunblage für ein Dolfsoerbunbenes Beamtentum werben. Standortführer Schwender ergänzte biefe Ausführungen burd) ben Hinweis auf die Bedeutung ber Arbeit bes Reichstreubundes unb betonte, baß berjenige Berufssolbat, ber bem Befehl des, Führers keine Beachtung schenkt, and), feinen Anspruch haben soll an wirtschaftlicher Sicherstellung, die heute dem Berufssoldaten zugesichert ist. Kamerad Reih, Mitgründer ber Ortsgruppe Gießen bes alten Bun- bes und deren Ehrenführer, erzählte in temperamentvoller Art von den Kämpfen, die die alten Kameraden im Interesse des Unteroffizierstandes auszutragen hatten, unb forberte bie jungen Kame- raben auf, von ben gebotenen Fortbilbungsmöglich- feiten regen Gebrauch zu machen. Seine Worte klangen aus in einem Hurra auf bie Kameradschaft. Oberstleutnant Caesar überbrachte bie Grüße bes Divisions- unb bie des Regimentskommandeurs unb versicherte dem Stanb- ortführer bie Unterstützung ber aktiven Kameraben. So wie es in feinem Bataillon bereits Ehrensache ist, bem Reichstreubunb anzugehören, so solle es überall werben. Nach bem Schluß bes offiziellen Teiles saßan bie alten unb bie aktiven Soldaten noch kameradschaft-, lich beisammen. Oie NeiterprZfung in Gießen. Am gestrigen Sonntag fauben im Universitätsreitinstitut bie Prüfungen für den SA.-Reiterscheiir statt. Hierzu hatten sich etwa 70 SA.- unb NSRK.- Reiter vom Sturm 6/147 unter Sturmführer Schömbs eingefunben, bie durch den SA.-Grup- penreitersührer, Oberführer Wehner, unb OberOberhessischer Kunstverein. Josef Lteib: Oelgematde, Radierungen, Zeichnungen. Dcr Maler und Graphiker Josef Steib, 1898 in München geboren, nach Studienjahren in seiner Vaterstadt und in Düsseldorf und nach weiten Auslandsreisen in Berlin ansässig, ist bei uns nicht mehr unbekannt; er hat vor einigen Jahren schon einmal im Oberhessischen. Kunstverein ausgestellt. Die neue Kollektion, die gestern der Oeffcutlichkeit übergeben wurde, umfaßt Oelgemälde, Aquarelle, Radierungen und 3cid)nungen. Der technischen Vielseitigkeit Steibs entspricht die Mannigfaltigkeit seiner Motive. Man findet in dieser Ausstellung beispielsweise neben einem eleganten Damen-Porträt das Bild eines bäuerlid)cn Sensendenglers, neben kultivierten Blu- menftilleben das Interieur einer Metzgerei mit einer Menge rohen und roten Fleisches, neben heimatlichen Landschaften ein algerisches Hafenbild und eine afrikanische Bazarstraße, neben dem Hüttenwerk und dem Liniensck)iff auf hoher See (Steib war drei Jahre lang als Kriegsfreiwilliger bei der Marine) Tierstudien und Architekturgruppen. Man könnte foldjc Gegenüberstellungen, über den Umkreis der gegenwärtigen Ausstellung hinaus, aus dem großen Oeuvre des Künstlers ohne Mühe ergänzen. Steib ist, wie seine Bilder bezeugen/oen Dingen dieser Weltsichtlid) unbefangen und ohne einengendes Vorurteil aufgeschlossen; seine Gestaltungen, so ver- schieden die untereinander sein mögen, atmen fast alle eine klare, gesunde Natürlichkeit und 9iaturnäf)e, ohne nüchtern zu wirken. Was bei einem Rundgang durch die Ausstellung dem Betrachter üielleid)t am ehesten auffällt, ist die Vorliebe für ein gläsern klares, kühles, Blau, das mehrere Nuancen burdjläuft und in verschiedenen Motiven wiederkehrt: am markantesten wohl in dem repräsentablen, aber aud) etwas kühl anmutenden „Bildnis meiner Frau" unb in ber an ber Rückwanb hängenben großen Bergsee-Lanb- fdjgft; bie sehr geschlossene unb durchdachte Komposition dieses Bildes erhält in der Spiegelung von Wolken und Himmelsfarben im klaren Wasser des Sees eine malerisch ungemein belebende Wirkung. Eine Farbigkeit von anderer Art, wärmer und fülliger, beherrscht die ornamental empfundenen Blume, iftüde („Rote Rosen", „Chrysanthemen", „Lila Tulpen"), weld)e den Beschauer burd) ihre saftige Fülle unb koloristische Leuchtkraft bestechen. Im übrigen glaubt man aus zahlreichen Gemälden Steibs in ber Art der Konturierung noch den Zeid)ner und Graphiker herauszuspüren, dem es um sauber begrenzte Körper und Flächen zu tun ist. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa das „Eifeldorf", aud) der „Algier-Hafen" unb vor allem bie „Sonnenstrahlen", eine farbig unb räumlich sehr sein gegliederte, le- benbige Landschaft, bie, wie uns scheint, zu ben wertvollsten Stücken ber Ausstellung gehört. Daß Steib babei aud).ausgesprochen malerischer Wirkungen fähig ist, mag etwa die ganz merkwürdig kolorierte „Sommerlandschaft" erkennen lassen, übrigens aud) die zartfarbigen Aquarelle rechts und links neben dem afrikanischen Hafenbild. — Die Eindrücke, die man von ben Gemälden gewinnt, werben burd) die in zwei umfänglichen Mappen vereinigten Radierungen und Zeichnungen (worunter fid) aud) Probe-Abzüge und Skizzenblätter finden) aufschlußreich ergänzt und abgerundet. Hans Thyriot. Lortzings „Casanova". Im Reichssendcr Frankfurt. Sonntagabend. Der große Sendesaal des Reichs- seüöers Frankfurt. Weiter getäfelter Raum mit erhöhtem Orchester und Dirigentenpult. Das Podium für die Darsteller. Der Regietisch. Au der rückwärtigen Schmalseite der Regieraum. Allmählich füllt sich der Saal: Solisten, Spielleiter, Kapellmeister, Ansager, Jusvizient, Ord)ester und Chor. Dazu eine Anzahl geladener Gäste, meist Presseleute. Der Zeiger der Uhr springt auf 20.10: mit einem Schlage verstummt alles Hinundherlaufen, jedes Gespräch, das Summen der Stimmen im Orchester. Die Türen werden lautlos gesd)lossen. Auf dem Leuchtschild erscheint das Wort: Ruhe! Ter Sprecher tritt aus Mikrophon und verkündet das Programm: „Casanova", Komische Oper in drei Akten von Alpert Lortzing, für den Rundfunk bearbeitet von Erich M üHer - Ahremberg. * Es ist vor einigen Tagen an dieser Stelle bereits auf die Sendung hingewiesen und in Kürze bemerkt worden, was es mit der merkwürdigen Spezialität der „Rundfunkoper" auf sich hat. Neben den bekannten und beliebten Werkender Opern-Welttiteratur taucht von Zeit zu Zeit im.Sendeprogramm ein wenig oder gar nicht bekanntes Werk auf, das auf der Bühne vielleicht seine Feuerprobe nid)t bestehen würde, in der Rundfunkbearbeitung und Sendung aber seinen ganzen Reiz und überrasd)ende musika- Iifd)e Qualitäten entfalten kann. Die Komische Oper „Casanova" ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. Sie ergänzt das längst bekannte Bild des Komponisten in ebenso liebenswürdiger wie unvermuteter Weife. * Wir wissen nicht, wie viele Hörer gestern abend die Sendung aus Frankfurt gehört haben. Im Senderaum saßen bloß ein paar Dutzend Leute. Sie hatten das merkwürdige Erlebnis, das entstehen zu sehen, was alle andern nur hören konnten. Sie sahen also gewissermaßen eine Oper in Zivil; die Darsteller unterscheiden fid), ohne Schminke und Kostüm, äußerlich in nichts von den Orchestermitgliedern und den Gästen. Sie fingen aud) nicht auswendig, sondern üont Blatt. Sie stehen auf dem Podium zufammen- gebrängf. Sie „spielen" nicht wie auf der Bühne, sie markieren bloß, je nach dem Temperament und dem Rollenfach, ungefähr wie auf einer Theaterprobe markiert wird. Ein Kuß wird bloß in die Luft geschmatzt, eine Ohrfeige in die Hände geklatscht. Außerdem bietet die Sendung die Möglichkeit, eine Rolle auf einen Sänger und einen Sprecher zu verteilen (Casanova). Der Kapellmeister wirkt genau wie im Theater, und der Spielleiter lenkt Tempo, Stim- mung, Einsätze mit ein paar leichten, lockeren Bewegungen der Hand, die sofort verstanden werden. Der Zuschauer im Senderaum fck)ließt die Augen, bildet sich ein, daheim am Apparat zu fitzen und nur zu hören, Und alsbald formt sich in der Phantasie, beschwingt von der Musik, ein heiteres Bild, das bewegte, galante Spiel nm den berühmten Abenteurer und großen Liebhaber, den Chevalier von Seingalt, der megen Totschlags im Zweikampf ins Gefängnis im Fort San Andrea eingeliefert wird, selbst dort aber nach alter Weise sich in Liebeshändel verstrickt und am Ende, nachdem er mancherlei Verwirrung angeftiftet hat, aus dem Kerker entflieht. Galante Briefe, Gondel, Strickleiter und Maske sind die unentbel)rlid)en Requisiten der Fabel. Lortzings Musik ist im Grundton romantisch (die Verwendung von Hörnern erscheint für die Partitur ähnlich d)arakteristisch wie bei Weber), heiter und von quellender Frische der Erfindung. Dabei sind die wid)tigston Gesangspartien, vor allem die des Casanova, die junge Bettina und der falstasfisch ange- liaudjte Kerkermeister Rocco ausgesprochen dankbare Aufgaben. * Tie Titelrolle sang Jakob Sabel mit einer metallisch strahlenden, kraftvollen Höhe, dock) wurde er auch den ausgeprägt lyrischen Partien sehr schmiegsam gered)t. Maria Madien Madsen gab mit schlankem Sopran eine kapriziöse und temperamentvolle Bettina, Hedwig Jungkurth mit gepflegter Gesang- lichkeit die Rosaura. Bernhard Jak sch tat war der humorige Kerkermeister. Die Spielleitung hatte der Bearbeiter Erich Müller-Ahremberg, die musikalische Leitung Otto Frickhoeffer. Es spielte das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. Der Chor des Reichsfenders Frankfurt fang unter Leitung von Günther Bruck)Haus. — Hans Thyriot. Weltrekord im Haifischfang. In der Nähe von Port Lincoln in Südaustralien, einem wahren Paradies für Angler von Großfischen, gelang es G. R. Cowell aus Adelaide, mit Nute und Angel einen Haifisch von Rekordmaßen zu fangen. Er war 4 Meter lang, hatte einen Umfang von 2,10 Meter und wog 580 Kilogramm, während die beim Angeln verwendete Leine nicht dicker als das Blei in einem gewöhnlichen Bleistift war. Von dcm Klub der Großfischangler von Südaustralien wurde der Fang offiziell als Weltrekord anerkannt. Lieber ben Fang erzählte Cowell, daß der Haifisch gegen die Seite des Fischkutters gerannt sei, während er ein als Köder über Bord hängendes Meerschwein zu fassen versuchte. Der Angler stand in diesem Augenblick am Heck des Bootes, das von dem schweren Anprall wild schaukelte. Ein anderer Köder wurde äusgeworfen, den der Haifisch sofort faßte, um mit ihm in größter Geschwindigkeit über 400 Meter vom Boote fortzuschwimmen. Erst dann' begann der heftige Kampf mit dem Haifisch, und es dauerte 45 Minuten, bis dieser Zeichen von Erschöpfung gab. Zehn Minuten später konnte man das Riesentier an bas Boot heranziehen unb auf ben Haken bringen. In einem anberen Falle war ber Haifisch zwar nicht ganz so groß, -aber ber Fang gestaltete sich noch viel schwieriger. Der Haifisch kam längseit des Bootes unb kreuzte in seiner Nähe herum. Be-i ber Klarheit bes Wassers tonnte j^be Bewegung beot- achtet werben. Als ber Köber über Borb geworfen würbe, nahm ihn ber Haifisch ganz dicht bei bem Boot, bann zchwamm er mit erstaunlicher Schnelligkeit etwa 200 Meter fort unb kehrte zum Boot zurück, bas er 12mal umkreiste, wobei bie Angler größte Schwierigkeit hatten, ihr Gerät in Drbnung zu halten. Dazwischen machte ber Fisch immer wieder schnell Vorstöße vom Boot weg. Als er einmal 400 Meter entfernt war, machte er plötzlich einen Sprung, bei bem sich ber eine halbe Tonne wie- genbe Körper klar aus bem Wasser heraushob. Der Kampf bauerte über drei Stunben, und in ber ganzen Zeit schwamm ständig ein noch größerer Haifisch um den anderen herum. B. SJ.-fpor/ Hessische Gchi-Meiffei-schoften. Der 50-kilomeler-Dauerlauf. Bei sehr ungünstiger Schneebeschaffenheit wurden am Samstag die Schi-Meisterschaften des Gaues Hessen mit dem 50-KiIometer-Dauerlauf in Angriff genommen. Es gab ein sehr scharfes Rennen, bei dem sich erwartungsgemäß die 621.= Läufer der Kampfspielgemeinschaft Fulda-Gersfeld auszuzeichnen wußten. Sie belegten die vier ersten Plätze. Sieger wurde Emil Schleicher (621.= Kampfspielgemeinschaft Fulda-Gersfeld) in 4:04,00 Stunden vor Willi Knüttel (SA.-Kampfspielgem. Fulda-Gersfeld) in 4:19,08, Willi Hofmann (SA.- Kampfspielgem. Fulda-Gersfeld) in 4:20,09, A. Stumpf (SA.-Kampfspielgem. Fulda-Gersfeld) in Jeher Schwimmer ein Retter." Tagung des Bezirkes Oberheffen der Auf einer Tagung des Bezirkes Oberhessen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gemeinschaft, die am Sonntag im „Bayrischen Hof" unter starker Beteiligung der Lehrscheininhaber der Wehrmacht stattfand, gab der Technische Leiter der Bezirksgruppe, Kulturinspektor Franz Sauer-Gießen einen Ueberblick über die Entwicklung der Arbeiten in der Bezirksgruppe Oberhessen. Neben der von Tag zu Tag zunehmenden Arbeit ist demnach auch die Zahl der Mithelfer gestiegen. Bisher haben 1595 Schwimmer den Grund- schcin und 236 den Leistungsschcin erworben. Im Jahr 1938 haben allein 247 Schwimmer die Prüfungen für den Grundschcin, 50 die für den Leistungsschcin und 5 für den Lehrschein bestanden. Dieser Aufschwung soll durch vermehrte Aufklärungsarbeit, wofür Kamerad Sauer allen Mithelfern eine große Anzahl im Versammlungsraum ausgelcgter Schriften und Plakate zur Hand gab, noch gesteigert werden. Anschließend gab der Redner einen kurzen Ueberblick über die letzte, anläßlich des 25jährigen Bestehens in Jena stattgefundenen Reichstagung der D.L.R.G. Die neue Satzung bringt u. a. auch eine Namensänderung insofern, als aus der D.R.L.-Gesellschaft eine D.R.L.-Gemeinschaft wurde. Die D.L.R.G., die aus den Reihen der Schwimmer entstanden ist, ist kein Sportverband, sondern eine Wohlfahrtseinrichtung und arbeitet nur mit allen Turnern und Sportlern zusammen. In allen Turn- und Sportvereinen, bei den Kampfformationen der Bewegung, bei der Wehrmacht und in den Schulen wird nach den Richtlinien der D.L.R.G. verfahren. Wie notwendig die Beachtung der Forderung: Jeder Deutsche ein Rettungsschwimmer ist, erläuterte der Redner an Hand eines Berichtes auf dieser Reichstagung, in dem die Zahl der in den Jahren 1935 bis 1938 Ertrunkenen mit 14939, und zwar 12581 männlichen und 2358 weiblichen Volksgenossen, angegeben Erste GauverbaMpiele im Basketball. Rassige Spiele in her Turnhalle hes DfB.-Reichsbahn. 4:33:27,5 und Philipp Füller (Schi-Club Fulda) in 4:36,00. Burgsleiner (Gießen) Zweiter in der Kombination. Aktive und Zuschauer hatten wenig Freude am letzten Tag der hessischen Schimeisterschaften in Gers» feld (Rhön). Strömender Regen störte die einwandfreie Abwicklung- der Titelkampfe empfindlich und machte den Teilnehmern sehr zu schaffen. Die Organisation setzte alles daran, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen: dennoch ließen sich zahl« reiche Stürze und Schibrüche nicht vermeiden. Gaumeister in der alpinen Kombination wurde Ludwig Volke (Wintersportverein Willingen-Waldeck) vor Burgsteiner (4./JR. 116 und Schiklub Gießen). Bei den Frauen holte sich Frl. K u k u t s ch k a vom Schiklub Gießen überlegen den Gaumeister-l titel. wurde. Diese Zahlen beweisen zwar, daß die Zahl der dem „nassen Tode" Verfallenen trotz Erweiterung des Arbeitsbereiches der D.R.L.G. und trotz umfangreicherer schwimmsportlicher Betätigung in den letzten Jahren sehr stark herunter gedrückt werden konnte, aber das Ziel ist die Erhaltung und Förderung des Lebens und die Durchführung vorbeugender Maßnahmen. Deshalb werden Mitarbeiter, aber keine Abzeichenträger gebraucht. Im Bereich des Bezirks ist kein Rettungswachdienst wie etwa am Rhein und Main erforderlich, an denen sich mehrere Rettungsstationen befinden, aber durch die Rettungsschwimmer ist der Bezirk soweit, daß gesagt werden kann: es ist eine Wache da. D.L.R.G.-Mann zu sein, heißt opferfreudig und einsatzbereit zu sein. Wenn auch dicsa Gedanken in Oberhessen sich fortschreitend durchsetzen, so ist es doch noch immer notwendig, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Diese müssen wenigstens 3 Lehrgänge mitmachen und beweisen, daß sic es ernst mit der Erfüllung der ihnen gestellten Aufgaben meinen. Der Vortragende erwähnte dann die Regelung der Prüfungsabnahme für die Wehrmachtsangehörigen und die damit im Zusammenhang stehende Ausrichtung der Richtlinien für die Lehrschcinabnahms bei der Wehrmacht mit der der D.L.R.G. Diesem Zwecke diente auch die praktische Belehrung und Unterweisung in der Prüfungsabnahme durch einen Vertreter des Landesverbandes, die anschließend im Volksbad durchgeführt wurde. Durch die Kameraden des Bezirks Offenbach wurde der Dräger-Bade- tauchretter vorgeführt, der als der einfachste Tauchapparat gilt. Mit diesem Apparat kann man bei einer Wassertiefe von 8 bis 10 Metern bis zu^ Stunde unter Wasser bleiben. Durch das Rote Kreuz Gießen wurden noch anbare Hilfsmittel vorgeführt. leutnant Hergenröder von der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 geprüft wurden. Der Prüfung wohnten auch der NSRK.-Standartenführer, Obersturmbannführer Münker, und der Pferde- oormusterungsofflzier, Major Freiherr Roeder von Diersburg, bei. Gruppenreiterführer Wehner sprach sich anerkennend über die Fortschritte der reiterlichen Ausbildung der Gießener SA.-Reiter aus. Gießener Ortsfachqruppe her Imker. Am gestrigen Sonntagnachmittag hielt die Gießener Ortsfachgruppe der Imker im Hotel Hopfeld ihre gut besuchte Monatsversammlung ab. Ortsfachgruppenoorsitzer Bodenbender erläuterte die Anordnung zur Bestellung der Standoer- treter. Auch für die Gießener Ortsfacharuppe ist ein älterer Stellvertreter des Ortsfachgruppenleiters be- stimnit, die weiteren Standoertreter werden derart ernannt, daß kein Ort und kein Stand unbetreut bleibt. Zu diesem Zwecke wird jede Ortschaft im Bereich der Ortsgruppe einen eigenen Bezirk mit einem Standoertreter darstellen. Die oom Jungvolk den Imkern zur Mithilfe gestellten Pimpfe sollen zu Jungimkern erzogen werden. Der Bienenzucht, der Zucht der Seidenraupe, des Angorakaninchens u. a. werde heute im Rahmen der Erzeugungsschlacht größte Beachtung geschenkt. Der Wert der Honigernte allein betrage rund 60 Millionen Mark. Leider werde der Arbeit des Imkers noch nicht überall das nötige Verständnis entgegengebracht. Hier könne nur Aufklärung helfen, lieber die Arbeit in der Gießener Ortsfachgruppe konnte der Vorsitzer Bodenbender mitteilen, daß sich die Zahl der Mitglieder in letzter Zeit von 234 auf 251 und die der Völker von 1899 auf 2262 erhöht hat. Er dankte allen Mitarbeitern und stellte fest, daß das Ziel jedes einzelnen 20 Völker fein müsse, weil dann die Imkerei erst wirtschaftlich sei. Äuf eine Anfrage über die Spritzungen gegen den Kartoffelkäfer wurde geantwortet, daß, entsprechend den Vorschriften, die Spritzungen erst dann erfolgen, wenn das Unkraut beseitigt ist, dann seien sie für die Bienen nicht schädlich. Studienassessor Maul gab praktische Anregungen für die Anpflanzung weiterer für die Bienennahrung geeigneter Pflanzen. Zum Schluß wurden die Arbeiten an den Völkern in den nächsten Wochen besprochen, wobei u. a. darauf hingewiesen wurde, daß die Völker unbedingt warm verpackt bleiben müssen und daß durch peinlichste Sauberkeit an der Vermehrung der Völker mitgeholfen werden muß. Kriegerappell in Lollar. * Lollar, 26. Febr. Am heutigen Sonntag hielt die Kriegerkameradschaft Lollar ihren Generalappell ab. Der Kameradlchaftsführer, Pg. Taubert, begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden, insbesondere die im letzten Jahr neu hinzugekommenen 38 Kameraden, besonders die jungen Reservisten der letzten beiden Jahre. Er wies auf" die großen Ereignisse des Jahres 1938 hin und betonte die Verbundenheit der Vorkriegs- und Kriegssoldaten mit den Soldaten der jungen Wehrmacht. Der im abgelaufenen Jahr verstorbenen vier Kameraden wurde in ehrender Weise gedacht. Der Jahresbericht ließ erkennen, daß die Mitgliederstärke zu Anfang des Jahres 134 Kameraden betrug; Zugang 38 Kameraden, Abgang durch Tod vier und durch Wegzug drei Kameraden, so daß jetzt ein Bestand von 164 Kameraden zu verzeichnen ist. Die Betätigung der Kameradschaft war in 1938 recht rege. Der von Kamerad Schmitt vorgetragene Kassenbericht ließ einen günstigen Abschluß erkennen. Sodann wurde vom Kameradschaftsführer hinsichtlich des Schießwefens berichtet, sowohl vom Schießen mit Wehrmannbüchsen als auch mit Kleinkaliber. Die Ausführungen wurden durch den später eingetroffenen Kreisschießwart Hanf, der die Grüße des Kreiskriegerführers überbrachte, unterstrichen. Unter „Verschiedenes" wurde der diesjährige Reichskriegertag vorn 3. bis 5. Juni kurz gestreift. Der Heldengedenktag am 12. März wurde besprochen. Die Werbung für die Reichskriegerzeitung, wurde besonders betont. Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt: Ludwig Schmidt, Ludwig Schadeck IV., Hermann Müller, Heinrich Bauer. Zum Schluß sprach der Kameradschaftsführer seiner Führerschaft sowie seinem Beirat für die mühewaltende Mitarbeit besten Dank aus. Der Gruß an den Führer und der Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes brachte den Abschluß des offiziellen Teiles des Appells, dem sich der kameradschaftliche Teil beim Gesang alter Soldatenlieder anschloß. Landkreis Gießen. 5 Alb ach, 27. Febr. Am heutiaen Montag, 27. Februar, feiert der Landwirt Ferd. Balser in guter Gesundheit feinen 7 6. Geburtstag. Herr Balser, dessen ältester Sohn im Weltkrieg gefallen ist, verlor seine Frau vor fünf Jahren und lebt jetzt im Hause seines zweiten Sohnes. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. Wirlschast. Rhein-Mainische Börse. Denig verändert. Frankfurt a. M., 25. Febr. Der. Auftragseingang blieb klein, demzufolge hielt sich auch das Geschäft nach dem sehr stillen Verlauf der Vortage in engsten Grenzen. Am Aktienmarkt war die Entwicklung der Kurse weiterhin etwas uneinheitlich, größere Veränderungen als durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. traten nur vereinzelt ein und beruhten auf Zufall. Im ganzen war die Haltung im Anschluß an die Abendbörse etwas freundlicher. Bei den anfangs etwas niedriger liegenden Papieren stellten sich später teilweise wieder Erholungen ein. Montanwerte fanden etwas Nachfrage und zogen bis 0,65 v. H. an, Verein. Stahl 111 (110,65), Hoesch 109,40 (108,75), Mannesmann 111,25 (111); stärker erhöht Ilse Genuß mit 131,25 (129,75). Maschinenaktien lagen gut behauptet, Autowerte etwas höher, Daimler 134 (133,50), Adlerwerke 107,50 (106,50). JG.-Farben bröckelten um 0,65 v. H. auf 150,40 ab, ferner AEG. auf 119,75 (120,25), Schuckert auf 177,75 (178,25) und Reichsbank auf 180,25 (181). Weiter leicht erholt waren Westdeutsche Kaufhof auf 103,50 (103). Der Renten markt lag ruhig und wenig verändert. Reichsaltbesitz 0,13 mH. nachgebend auf 129,50, Reichsbahn-VA. unv. 123,40, ebenso Kom- munal-Umschuldung mit 93,15. Am Pfandbriefmarkt bröckelten Franks. Hyp. und Meininger Hyp. Liquidation je 0,13 v. H. ab auf 100,90 bzw. 101,13. Stadtanleihen kamen völlig unverändert zur Notiz, auch Industrie-Obligationen wiesen kaum Abweichungen auf. 5proz. Gelsenbenzin 100,50 (100,30), 5proz. Gelsenberg 100,50 (100,40). Im Verlaufe blieb das Geschäft klein, etwas lebhafter war es zeitweise in JG.-Farben, die unter mehrfachen Schwankungen zwischen 150,50 bis 151,50 mit 151,75 nach anfangs 150,40 schloffen. Höher waren ferner Mannesmann mit 111,50 nach 111,25 und Rheinstahl mit 137,65 nach 137,40, sonst erfolgten kaum zweite Notierungen, doch hörte man überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. festere Kurse. Von später notierten Werten sind Bemberg mit 137,75 (136,50), anderseits Conti Gummi mit 213,50 (215) zu erwähnen. Der Freiverkehr lag ruhig bei behaupteten Kursen. Elsäss. Bad. Wolle leicht ermäßigt auf 95,75 bis 97,75. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Briefkasten her Rehaktion. (Nechtsgutochten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) 3. JI. Ehestandsdarlehen werden nach dem Aufgebot und vor der Trauung beim Finanzamt, oder beim Jugendamt der Stadt Gießen beantragt. Darlehen werden bis zu 1000 Mark gegeben. Entscheidend für die Höhe der Summe ist'die wirtschaftliche Lage des Antragstellers. Darlehen werden auch dann gewährt, wenn eine geschiedene Frau geheiratet wird. — Wenn einer der beiden Ehepartner bereits katholisch-kirchlich getraut worden ist, kommt eine Zweite kirchliche Trauung (selbst nach der vom Gericht bestätigten Scheidung) nicht in Betracht. Im einzelnen gibt das Katholische Pfarramt Gießen Auskunft. Der gesetzlichen Form wird mit der standesamtlichen Trauung genügt. _ Nachdem das Basketballspiel innerhalb unserer Sladt durch die tatkräftige Förderung des Gausach- warts für Basketball eine außerordentliche Förderung erfahren hat und schon mancher Ausbildungskursus abgehalten worden war, konnten nun am vergangenen Samstag die ersten Pflicht- spiele gestartet werden. Diese ersten Spiele gestalteten sich bereits zu einem schönen sportlichen Erfolg, der gleichzeitig erkennen liefe, daß die Spieler aus den Vereinen der Stadt wie auch von Heuchelheim das Spiel mit Eifer und Begeisterung aufgenommen haben und Mannschaften stellen können, die sich Kämpfe liefern, denen olles Interesse gebührt. Die Zuschauer, die sich am Samstagabend einfanden, kamen sehr auf ihre Rechnung. Der Abend brachte drei Begegnungen, die schon erkennen liefern, daß es das Spiel in sich hat. Fünf Mannschaften traten an. Leider war es der Spielvereinigung 1900 nicht möglich, anzutreten, die an diesem ersten Kampfabend gegen die Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim hätte antreten sollen. Hoffentlich kommt das Treffen dann beim nächsten Kampfabend, am Freitag, zustande. Vertreten waren zu diesen ersten Punktespielen der Männerturnverein, der VfB.-Reichsbahn, der Turnverein Heuchelheim, iber Polizeisportverein und eine Mannschaft des NSKK., die allerdings außer Konkurrenz teilnimmt. Die erste Begegnung sah die Mannschaften von M t v. und Polizeisportverein im Spiel, seid. Die Männerturner, die schon manches Uebungs- spiel hinter sich haben und jegliche Gelegenheit zum Vas Wöchm Wye. liomnn von Walther kloepffer. (lopytigfef by Earl Diintfct Xicrlag^crlin Wss 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Holls altes Motorrad, diese abscheuliche Ziege, streikte haargenau vor der Orientierungstafel am Ortseingang. Pfarrdorf Seesham, Amtsgericht Höching, Bezirksamt Pfunz, Obbay., stand darauf. Holl stieg geduldig ab und lehnte das Rad an einen Gartenzaun, durch den gelbe Kapuziner und grüne Brennefsel quollen. Dann zog er seine verschallte Lederjacke aus und krempelte die Aermel hoch. Ein kleiner Bull, blond und schmächtig, der ein rotes Marmeladebrot in der Hand hielt, schob heran und guckte angeregt zu. „Dös dürft an den Zündkerzen liegen", sagte er sachverständig und biß in fein Brot. „Meinst?" „Die Zündkerzen san Luder", kaute er und zog die Nase hoch. „Also wollen wir halt mal nachschauen, ob’s die Zündkerzen sind", lächelte Holl und schraubte am Zylinderblock herum. Die Zündkerzen waren cs nicht. „Dann därst's der Vergaser sein", riet der Kleine und leckte sich die Mundwinkel ab. „Der Hupfinger Wastl hat genau ew solches Radl, und bei dem ift's immer der Vergaser. Vielleicht is an Dreck oder Wasser drinnen." „Nachher schauen wir halt den Vergaser nach. Ich tu, was du rätst", erwiderte Holl 'todernst, aber innerlich belustigt. „Ganz richtig, der Vergaser ift’s! Die Düse war verstopft. Du bist ja der reinste Autoschlosser! Wie heißt du denn mit dem Vornamen?" „Reimar-Dieter." „Was? Jetzt so ein schöner Name!" lobte Holl. „Da bist du wohl recht drauf?" „Gar net. Mir stinkt er über den geschwollenen Namen, weil's mich in der Schul' immer derblecken damit. Die Paula nennt mich auch nie so. Die sagt Mannderl zu mir", erklärte der Knirps. „Wer ist denn jetzt das wieder, die Paula?" „Meine Schwester halt. Wenn ‘S von hier wären, täten Sie's kennen. Sie hat die Segelschul' am See drunten. Aber heuer geht ja kein Geschäft wegen dem Hundswetter. Harn's den Wetterbericht nicht gelesen?" Holl mußte verneinen. „In welche Volksschulklasse gehst du denn, Mannderl?" „In die dritte, zum Lehrer Summer. Der ist zünftig, das sagen alle. Ader jetzt haben wir Vakanz", erläuterte das Mannderl und kratzte an seinen verstochenen Beinen herum. „Du, wo ist denn hier die .Neue Poff?" „Gleich am See drunten. Wenn 'S mich hinten aufsitzen lassen, zeig' ich sie Ihnen. Suchen 'S mel- leicht ein Zimmer? Die Paula hält' auch eines zu vermieten, weil heuer das Geschäft gar so schlecht geht. Wir wohnen gleich neben der ,Neuen Poff." „So? Gleich neben dem Hotel? Das wäre nicht übel. Schauens wir's halt an", stimmte Holl bei. Er war mit feiner Reparatur jetzt fertig. „Kannst dich auf den Sozius setzen, aber putze deine Marmeladenfinger nicht an mir ab." Holl trat auf den Starter. Das Mannderl zwängte sich zwischen Holl und den rückwärts aufgeschnallten Koffer und gab die Richtung an. Holl fuhr seine alte Kiste langsam und mit Genuß. Anheimelnd alte Schilder ragten in die Straße — „Zum goldnen Rössl", „Zum letzten Hieb", „Gemischtes Warengeschäft", „Speze- reicn und Landesprodukte". In den kleinen Vorgärten gab es Salat, gelbe Rüben, Phlox und Sonnenblumen. Dazwischen trieben tönerne Zwerge und farbige Glaskugeln ihr Unwesen. Zwei unübersichtliche Kurven, und man erblickte den See, den Dampfersteg, die Badeanstalt. Das war auch schon die „Neue Post", mit einem hübschen Kastaniengarten uorm Haus, gegen den See zu. „25 Zimmer, ff-Hoferlbräubiere, zivile Preise, Pension von 6,50 aufwärts", verkündete eine frisch gemalte Tafel. Vor seinem Hotel stand der Besitzer und Gastwirt Hingerl und studierte sorgenvoll das Barometer. Er klopfte dn bißchen daran herum, aber der goldene Zeiger rührte sich nicht. Als Holl anknatterte, blickte er flüchtig um, sah wieder weg, wegen einem Motorradfahrer riß man sich kein Bein aus. Das Mannderl zupfte Holl an der Jacke: „Da wären wir!" Sie hielten vor einem einstöckigen kleinen Gebäude, das dicht neben dem Hotel lag und früher mal Stallung oder Schlachthaus gewesen fein mochte. Jetzt war unten eine Garage eingebaut und oben etliche Zimmerchen. Holl streifte seine Leder- klappe ab und folgte dem Mannderl über eine schmale Stiege in den Oberstock. Der Bub öffnete eine Tür und sagte: „Das ist das Zimmer!^ Er benahm sich ganz wie ein Erwachsener. „Ein bisserl klein." „Aber Aussicht auf das Gebirge haben 'S. Und billig ist es auch. Wenn 'S länger bleiben, laßt es die Paula Ihnen für eine Mark." Holl beschnupperte mißtrauisch das Bett. Das schien ordentlich zu sein, nur etwas kurz. Das Hotel mit seinen 6,50 Mark kam nicht in Frage. „Rufe deine Schwester her. Wo ist sie denn?" „Die Paula sitzt drüben im Bierstüberl und wartet auf Schüler. Ich hol' sie. Gelt, Sie gehen mir nicht davon? meinte der -kleine Mann mißtrauisch. „Nein, geh' nur. Halt, noch etwas. Erkundige dich so unter der Hand, ob nicht bereits eine Familie Hegemann angekommen ist." Der Mannderl nickte und sauste los. Holl trat ans Fenster. Der See lag träge und dunstverhangen da. Vom jenseitigen Ufer war nichts zu sehen. Und die Berge? Na, die sowieso nicht. Holl zog seine Stummelpfeife und bröselte ein wenig Tabak hinein. Dann holte er seinen Koffer herauf und schob das Motorrad in die Garage. Dabei dachte er optimistisch: wenn ich bei Maxie bin, ist mir das Wetter ziemlich schnuppe.--- Eine Stunde später, als Herr Hingerl gerade wieder bei der Barometernachschau war, fuhr der junge Tinser in einem neiderregenden Wagen vor, einem zweisitzigen offenen Kabriolett.von zartgelber, auffallender Lackierung. Es war ein sehr breites Auto mit ein bißchen Sitzgelegenheit und sehr viel Motor und Hinterteil, mit allen erdenklichen Feinheiten am Armaturenbrett und einem selbstbewußt aufheulenden Bo sch Horn. Tinser hatte diesen Wagen bei irgendeiner internationalen Sternfahrt gewonnen, ihn „Pourquoi pas" — „warum nicht" — getauft und sich auch in den trübsten Abschnitten feines Lebens noch nie von ihm getrennt. Es war für Tinser unmöglich, sich „Pourquoi pas" bei einem Pfandverleiher vorzustellen. Tinser liebte „Pourquoi pas", Herr Hingerl, auf den in der Küche sein vormittägliches Tellerfleisch harrte, stürzte beflissen an den Schlag, schrie nach seinem Personal und gab Anweisungen, die ein wenig widersprechend waren. Dabei ließ er den unerhörten Wagen und den jungen Apoll am Steuer keine Sekunde aus den Augen. Der Ankömmling lachte, zeigte viele weiße Zähne und erkundigte sich nach den bestellten Zimmern. Oh, die seien reserviert, natürlich, selbstverständlich, wie denn nicht! Ob der Herr Geheimrat bald nachkomme? Was der Herr Baron für Wünsche habe? Es war nicht zu leugnen, daß Herr Hingerl, ein Mann mit Glatze und vertraueneinflößendem Bauch, ziemlich aufgeregt war. Acht Jahre besaß er jetzt die „Neue Post", aber so ein Wagen war ihm noch nicht untergekommen. Tinser schwang sich federnd auf das Trittbrett, entledigte sich des Staubmantels und hielt dem Wirt sein Zigarettenetui hin. „Können Sie mir die Zimmer gleich zeigen? Ich bin nämlich als Quartiermacher vorausgeschickt. Wunderbar habt ihr es hier, Leuteln! Diese Luft, diese Luft! Sieht man von den Baikonen aus dis Berge?" . Hingerl murmelte etwas von einem Tief über! Island und entschuldigte sich namens der unhöflichen Berge. „Also Herr Hingerl, ober wie S' heifeen, wegen der Aussicht machen Sie sich keine Gedanken. Die kann man nicht herzaubern. Kommen S'." Er schob seinen Arm unter den des Wirtes und zog ihn gleich mit sich. Es war eine von jenen natürlichen und anmutigen Bewegungen, mit denen er sich die Menschen gewann. Die Zimmer gefielen ihm. Er lobte die Möbel und die Tapete und hörte höflich zu, als ihm Herr Hingerl von jenen 8000 Mark berichtete, die er heuer zwecks Erneuerung in fein Hotel gesteckt hatte. Er gab dem Zimmermädchen Elli einen vertraulichen Klaps auf die Kehrseite und dem Hausdiener, der die Koffer anschleppte, ein paar Zigaretten. Es war ihm das Bedürfnis eint geboren, nett zu allen zu fein, die feine Wege kreu.z- tcn. Er war gut zu den Menschen aus Herzens« Höflichkeit und nicht aus Berechnung. Und das ganze Hotel bis in die Hintergründe der Küche und der DienftbotenEammcrn dachte bas nämliche: was füc ein reijenby- flotter Kerl, dieser Baron! Tinser fmg mit dem Wirt die Treppe miebec hinunter, begutachtete ben Speisesaal, machte Vorschläge für bas Schreibzimmer unb lanbete schließlich im Bierstüberl, wo bie Einheimischen verkehrten. Der kleine, braun getäfelte Raum war leer bis auf einen Tisch, an bem eine junge Frau in weißer Leinenhose saß. Sie trug barüber einen hellen Pullover und blätterte gelangweilt in einer alten Illustrierten. Sie besaß eine gute sportliche Figur, ein nettes Gesicht mit blauen Augen unb hellblonde Haare, die ihr auf die Schulter fielen und nach dem Friseur schrien. Dieses Gesicht hinterließ den Eindruck, als habe fein Träger viel durchgemacht im Leben und fei nur schwer zum Lächeln zu bringen. „Einen Kognak, Herr Hingerl. Darf ich mich art Ihren Tisch setzen, mein Fräulein?" fragte Tinser mit einer Verbeugung. „Bitte", erwiderte die junge Frau kühl und blickte flüchtig von ihrer Zeitung auf. Korrektes kleines Gefrorenes, urteilte Tinser bei sich unb zupfte feine Hofe hoch. Mit ber anbanbeln, gehört zum Schwierigsten, was es gibt. Er zündete sich eine neue Zigarette an und blies den Rauch von sich. (Fortsetzung folgt!) Training ausnützten, waren in diesem Treffen durchaus als Favoriten anzusehen. Außerdem standen in den Reihen der Männerturner durchweg junge und sehr junge Männer, während sich die Polizisten fast ausnahmslos in höherem Alter befanden und an sich berechtigt wären, in einer Altersklasse zu spielen, wenn dafür die Gegner da wären. Trotzdem machten die Männer des Polizeisportoereins gute Figur und bewiesen allen Einsatz. Gegen das fortgeschrittene technische Können, insbesondere über die reifere Technik der Männerturner am Korb konnten sie allerdings nur schwer aufkommen. Das Spiel endete mit 47 :14 Punkten für die Turner. Das zweite Spiel des Abends sah die Mannschaften von VfB. - Reichsbahn und die N S K K. - Mannschaft einander gegenüber. Leider konnte die NSKK.-Mannschaft nicht komplett antreten und hatte nicht ihre besten Kräfte zur Verfügung (die teilweise für die Vereine kämpften). Da die NSKK.-Mannschajt sowieso „außer Konkurrenz" mitspielt, wurde das Spiel als Freundschaftsspiel ausgetragen und wird deshalb für die Punktespiele nicht gewertet. Der Kampf war im allgemeinen ziemlich ausgeglichen, wurde aber doch klar zu Gunsten der VfB.er entschieden, die vor dem Korb geschickter waren als ihre Gegner, die einige Male Pech hatten. Das Spiel endete mit 26 :13 Punkten für die Leute vom Waldsportplatz. Einen sehr spannenden Kampf lieferten sich dann die Mannschaften vom Mtv. Gießen und Heuchelheim. Wenn auch für dieses Spiel den Gästen aus dem Nachbarort keine Siegesaussichten eingeräumt werden konnten, so bewiesen sie doch, daß mit ihnen gerechnet werden muß. Zwar ging das Spiel mit 36:16 Punkten klar an die Männerturner, die Heuchelheimer bewiesen aber, daß sie im Feldspiel sehr gefährlich werden können. Allerdings hätten die Gießener sicherlich klarer gewinnen können, wenn sie an diesem Abend nicht schon das zweite Spiel hätten bestreiten müssen. Den Gästen aus Heuchelheim muß demgegenüber zugutegehalten werden, daß sie bisher erst sehr wenig Uebungsmöglichkeit hatten und sich im Kampf gegen eine andere Mannschaft überhaupt noch nicht erproben konnten. Besonders im Korbwurf waren sie noch reichlich unsicher, während hier gerade die Männerturner eine ganz erstaunliche Ruhe, Sicherheit und Geschicklich- lichkeit an den Tag legten. Die Vereine, die an diesem Abend die zu wertenden Punktekämpfe bestritten, traten mit folgenden Mannschaften an: Polizeisportoerein Gießen: Fischer, Weißmantel, Müller, Streu, Gunia, Erlemann, Berken und Rink. Mtv. Gießen: Krausch K. H., Möckel, Berken- hoff, Rau, Pfeiffer und Engelbach. T v. Heuchelheim: Rinn W., Stahlhut, Rinn Mi., Müller Fr., Ulm, Köppers und Christ. Gespielt wurde jeweils mit sechs Mann. Die Einsetzung von Austauschspielern war möglich. Die Spielzeit. betrug zweimal zwanzig Minuten. Als Schiedsrichter wirkten K. H. Krausch und Gau- fachwart Mohr (Gießen). Der Kampfabend ließ sinnfällig erkennen, daß das Basketballspiel für jeden Sportler (der sich sonst nur auf einer bestimmten Sportart betätigt), ein ausgezeichneter Ergänzungssport ist, der eine sehr glückliche Durcharbeitung und Inanspruchnahme des ganzen Körpers mit sich bringt. Die Kampfmomente wechseln außerordentlich schnell, und jeder einzelne Spieler hat Gelegenheit, viel am Ball zu sein und seine Wendigkeit, eine blitzschnelle Erfassung der gegebenen Chancen und Körperbeherrschung zu beweisen. Erfreulicherweise wurde sehr ritterlich gespielt, so daß keine Ermahnungen gegeben zu werden brauchten. In den Verbandsspielen wird jede Mannschaft gegen jede spielen. Im Kampf um die Gaumeisterschaft wird der Sieger der Gruppe Gießen gegen den Sieger der Gruppe Kassel anzutreten haben. Tag der Werbung für das Frauenturnen. Volk ist die Gemeinschaft von Männern und Frauen, ein starkes Volk baut sich nur aus starken Männern und Frauen auf. Starke Männer und schwache Frauen geben nie und nimmer ein leistungsfähiges Volk. Zum wehrhaften Mann gehört die starke Frau. Das beste Rüstzeug heißt Leistungswille und Leistungsfähigkeit. Beides liegt im rassisch gesunden Menschen als Erbgut. Aber alle natürlichen Anlagen bedürfen der Pflege und der Entwicklung. Mannigfache Wege sind gangbar, um die charakterlich und körperlich starke Frau zu formen. Einen Weg jedoch dürfen wir nicht unbeschritten lassen, den Weg über die turnerisch-sportliche Leistung. Nur er führt zum Gefühl der Sicherheit und Zuverlässigkeit, selbst bei plötzlich auftretenden Hindernissen. Ein erfreuliches und anerkennenswertes Vorbild gaben die deutschen Turnerinnen, die am 26. Februar zu Zehntausenden im Vereinsmannschaftskampf angetreten waren. Das Fachamt Turnen des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen im Kreis 8 führte diesen Wettkampf in Wetzlar durch. Unter Leitung von Kreisfrauen- turnwart Schneider (Wetzlar) wickelte sich der Kampf flott ab. Don den 23 gemeldeten Mannschaften waren 14 zum Kampf angetreten, davon 4 in der Gauklasse und 10 in der Kreisklasse. Der Wettkampf hatte folgendes Ergebnis: Gauklaffe. 1. Mtv. Gießen 100 Punkte 2. To. Dillenburg 1843 97 3. Tv. Heuchelheim I 91 4. Tv. Heuchelheim II 73 „ Kreisklasse. 1. Tv. Wetzlar I 2. Tv. Dillenburg III 3. Tv. Dillenburg II 4. Tv. Wieseck I 5. To. Wieseck II 6. Tv. Ewersbach 7. To. Herborn 8. Tv. Wetzlar II 9. Tv. Alsfeld 10. To. Burg 96 Punkte .94 90 87 82 82 „ 80 79 75 66 Im Anschluß an die Siegerehrung dankte Kreisführer Dr. Schäfer den Turnerinnen für ihre guten Leistungen und den Kampfrichtern für ihre nicht leichte Arbeit. Die Turnerinnen bat er um Mithilfe in der Werbung für den NS.-Reichsbund. Der Wettkampf wurde durch den Kreisführer mit dem Gruß an den Führer geschlossen. Handball des Sonntags. Wenn auch das Wetter wieder einmal einen dicken Strich durch die Rechnung machte, so konnten die Spiele trotzdem weiter gefördert werden. In den beiden Staffeln der Bezirksklasse spitzt sich die Sache immer mehr zu einem Endkampf zu, auf dessen Ausgang man gespannt sein kann. Während das Gießener Lokalderby einen Sieg der Barbara ergab, fiel das Treffen Ockershausen — Mto. aus, weil der angesetzte Schiri nicht zur Stelle war. — Aus der anderen Seite hat Lützellinden trotz Ersatz und obwohl die Mannschaft nicht vollzählig war, ihre derzeitige Stärke erneut durch einen Bombenfieg unter Beweis gestellt. Tv. Wetzlar — To. Lützellinden 3:17 (2:4). W.-Niedergirmes — To. Katzenfurt 5:3 (2:2). Eine Halbzeit lang hatte Lützellinden notwendig, sich zu sammeln. Dann war es allerdings um die Platzbesitzer geschahen. Mit nur neun Mann spielend, liefen die Gäste zu einer wahren Meisterform auf und gewannen wie sie wollten. Niedergirmes hatte Glück, daß Katzenfurt mit reichlichem Ersatz antreten mußte. Das Ergebnis hätte sonst sehr leicht auch anders lauten können. Denn bei den Platzbesitzern vermißte man auch diesmal wieder die unbedingt notwendige Einheit, die allein nur zum Erfolg führen kann. Es hat tatsächlich den Anschein, als sollte es Atz- bach gelingen, zusammen mit Holzheim den Aufstieg in die Bezirksklasse zu erkämpfen. Denn die Mannschaft war auch diesmal wieder in ausgezeichneter Verfassung und sicherte sich auf dem gefährlichen Dillenburger Platz einen knappen aber verdienten Sieg. Der DsB.-R. Gießen verscherzte sich seine Chancen um den Staffelsieg durch eine neue Niederlage, die ihm die eifrige Mannschaft des To. Lich mit 8:3 (2:2) beibrachte. Londorf benötigt nur noch einen Punkt zum Sieg. Handball MSV. »Barbara" gegen Luftwaffe 8:7 (4:5). Das Handballderby auf dem Platz des MSV. brachte einen dramatischen Kampf, in dem es an Spannung nicht fehlte. Von der ersten Minute an war das Spiel aufregend, und noch in den letzten Minuten war der Ausgang ungewiß. Als die Mannschaften in stärkster Ausstellung den Platz betraten, umsäumten viele Zuschauer den Platz. Ueberraschend zahlreich war der Anhang der Flieger. Das Spiel begann unerhört schnell, und schon noch kurzer Zeit hieß es 1:0 für die Artilleristen. Durch einen herrlich geschossenen Strafstoß glich die Luftwaffe aus. Der MSV. ging noch zweimal in Führung, aber die Flieger sorgten jeweils schnell für den Ausgleich. Es waren noch keine 8 Minuten gespielt, da stand es schon 3:3. Die Flieger wurden nun leicht überlegen und drängten die Gegner in die Verteidigung zurück. Durch zwei Deckungsfehler der Barbara-Abwehr kamen sie zu zwei schönen Toren, und erst kurz vor der Pause holten die Artilleristen zum 4:5 auf. Die zweite Halbzeit brachte dann Kampf auf Biegen oder Brechen. Es wurde hart, oft zu hart gespielt. Der MSV. gestaltete nun das Spiel überlegen. Wohl gelang es der Luftwaffe auf 6:4 davonzuziehen, aber dann kam die Zeit der Artillerie. Unaufhörlich rollten ihre Angriffe gegen den gegnerischen Strafraum. Bald stand es 6:6 und immer noch waren die Flieger stark in die Verteidigung gedrängt. Nach jeweils schöner Kombination schoß der MSV. noch zwei prachtvolle Tore, und jetzt schien der Kampf entschieden. Aber man hatte sich im Lager der Barbara-Jünger zu früh gefreut, man hatte nicht mit den Reserven der Luftwaffe gerechnet. Die Flieger setzten nämlich mit einem unerhörten Endspurt ein. Die Artilleristen wurden ganz in die'Verteidigung gedrängt und es sah manchmal kritisch vor ihrem Torraum aus. Die Abwehr stand aber jetzt eisern, und nur durch einen Strafwurf tarnen die Flieger auf 8:7 heran. Ein letzter Angriff der Flieger wurde gestoppt, und bann war der Kamps aus. Unter dem' Jubel ihrer Anhänger verließ die Elf des MSV. „Barbara" als glücklick)er Sieger den Platz. Die Mannschaft des Siegers trat mit folgender Aufstellung an: Freese; Eckrich, Weiler; Marx, Ollhoff, Heimann; Grund, Winden, Richter, Hofmann, Freese. 1900 und M.-R. erneut in Front. Di« Blau-Weißen auf dem dritten Tabellenplatz , 4900-Wetzlar 2:0 (0:0). Der Kampf um die vorderen Plätze in der Tabelle hat gestern dahingehend eine Klärung gebracht, daß Wetzlar und Naunheim durch die erlittenen Niederlagen für die ersten drei Plätze nicht mehr in Frage kommen werden. Um diese Ehre, d. h. um die endgültige Besetzung dieser Stellen wird es vielmehr noch einen harten Kamps zwischen unseren heimischen Vertretern geben. 1900 — Wetzlar 2:0 Bissenberg — VfB.°R. 0:3 Frohnhausen — Naunheim 6:2 Burg — Ehringshausen 2:1. Frohnhausen bestätigte seine derzeitige gute Form durch einen hohen Sieg gegen Naunheim. Burg kam gegen Ehringshausen zu seinem ersten Sieg, der jedoch, um vom Tabellende wegzukommen, nicht ausreicht. Die Voraussetzung, die von dem Ausgang des Spieles für beide Mannschaften abhing, ließ den Kampf in ein Stadium treten, das das ganze Interesse in Anspruch nahm. Der Ausgang hat den Blau- weißen die Hoffnungen erfüllt und für die Wetzlarer den Entscheid, daß in diesem Jahre die Wiedererringung einer der vorderen drei Plätze wohl nicht mehr möglich sein wird. Unter der Leitung von Schneider (Großfel- den) formierten sich folgende Vertretungen: Wetzlar: Dormann, Kratz, Meinhardt, Blech I, Diddlapp, Teske, Zambedrie, Engelmann, Baumann, Zehner, Zidorn. 1900: Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Rensing, Quick, Schäfer, Rost (2/116), Krämer, Hormel (2/116), Kraft, Löbsack. Steckbrief für Flugzeuge und Luftschiffe. Was bedeuten die Buchstaben-Kennzeichen an den Luftfahrzeugen? Wenn in Berichten und Meldungen der Zeitungen von aufsehenerregenden Leistungen eines Flugzeuges die Rede ist, dann kommt es oft vor, daß neben der Typenbezeichnung des Flugzeuges und dem Namen seines Führers auch noch einige auf den ersten Blick völlig unverständlich erscheinende Buchstaben gleichsam als Name des Flugzeuges mit= veröffentlicht werden. So war es beispielsweise, als das Condor-Flugzeug seine großartigen Flüge nach Amerika und zurück sowie seinen Ne- kordflug nach Tokio zurücklegte: das Condor-Flug- zeug D — AGON, so hieß es damals, in phantastischer Zeit nach Tokio geflogen; die D—AGON Gegenstand stürmischer Begeisterung; Japan bestellt mehrere Flugzeuge vom Typ des Condor D—AGON. Was aber bedeuten die Buchstaben D—AGON, die bald als Zusatzbezeichnung zu dem Typennamen des Flugzeuges, bald aber auch als alleinstehende Bezeichnung für bas Flugzeug benutzt werden? Zeichen am Himmel. Jedes Flugzeug weist solche Namensbuchstaben auf. Sie sind 'zu beiden Seiten des Rumpfes sowie auf den Tragflächen deutlich sichtbar angebracht und stellen eine unaodingliche Voraussetzung für die Zulassung des Flugzeuges überhaupt dar. Ganz so geheimnisvoll, wie die Buchstaben auf den ersten Blick erscheinen, sind sie aber nicht. Ohne viel Ueber- legen wird man beispielsweise sehr schnell darauf kommen, daß das D in der Bezeichnung D—AGON, bei der wir einmal bleiben wollen, nichts anderes ist als die Abkürzung für Deutschland. Der erste Buchstabe kennzeichnet stets die Nationalität des betreffenden Flugzeugs. Die Franzosen bezeichnen ihre Flugzeuge als Nationalitätkennzeichen mit einem F, die Engländer mit einem G, die Schweiz mit einem HB, Italien mit einem I, Norwegen mit einem LN, Finnland mit einem OH, Belgien mit einem OO und die Niederlande mit einem PH, um nur diese uns am nächsten liegenden Länder anzuführen. In der Buchstabenkennzeichnung folgen dann jedesmal nach dem oder den beiden ersten die Nationalität anzeigenden Buchstaben ein Gedankenstrich und, wenn wir uns auf die. deutsche Bezeichnung beschränken, vier weitere Buchstaben, von denen besonders der erste Buchstabe sehr aufschlußreich ist, weil er ganz eindeutig verrät, zu welcher Klasse das betreffende Flugzeug gehört. Sechs Buchstaben find hier möglich: Y, E, I, O, U und A. Dabei entspricht der Buchstabe Y der Flugzeugklasse Al; er zeigt also an, daß das betreffende Flugzeug ein einsitziges Flugzeug bis z u 5 0 0 kg Fluggewicht ist. Der Buchstabe E entspricht der Flugzeugklasse A 2 (ein- bis dreisitzige Flugzeuge bis 1000 kg Fluggewicht), der Buchstabe I der Flugzeugklasse B 1 (ein. bis viersitzige Flugzeuge mit 1000 bis 2500 kg Fluggewicht), der Buchstabe O der Flugzeugklasse B 2 (ein- bis acht- sitzige Flugzeuge mit 2500 bis 5000 kg Fluggewicht), während die beiden Buchstaben U und A der Flugzeugklasse C entsprechen (Flugzeuge mit über 5000 kg Fluggewicht), und zwar bedeutet das U, daß das Flugzeug einmotorig, und das A, daß es mehrmotorig ist. Das Kennzeichen D—AGON besagt also, daß es sich um ein deutsches Flugzeug der Klasse C, und zwar um ein mehrmotoriges, handelt. Da unsere Sportflugzeuge meist in der Flugzeugklasse A 2 fallen, zeigt uns die Kennzeichnung D—E... an, daß es sich um ein Sportflugzeug handelt, während die Kennzeichnung mit einem C nach dem Gedankenstrich in der Regel die schweren Derkehrsmaschinen erkennen läßt. Der zweite, dritte und vierte Buchstabe hinter dem Gedankenstrich — also in unserem Beispiel D—AGON die Buchstaben GON — entsprechen jeweils Zahlenreihen, unter denen das Flugzeug in der Luftfahrzeugrolle eingetragen ist. Wenn man auch für diese Eintragungen Buchstaben gewählt hat, so deshalb, weil das Alphabet mehr Zusammenstellungen ermöglicht als die Zahlenreihe 0 bis 9. Daß dabei manchmal auch recht schöne Namen männlicher und weiblicher Art Zustandekommen, wie beispielsweise D — EMIL oder D — ANNA, versteht sich von selbst, doch bedeutet dies keineswegs, wie einmal ein ganz Tüchtiger annahm, daß etwa der Besitzer des Flugzeuges so mit Vornamen heiße. Oer Zulaffungsschein. Wenn die Flugzeuge auch in freier Luft sich bewegen, so sind sie doch an die Bestimmungen der Erde gebunden. Jedes Luftfahrzeug, ganz gleich, ob es ein Flugzeug, ein Luftschiff, ein Segelflugzeug ober ein Freiballon ist, muß einen Zulassungs- schein besitzen, ohne den es nicht fliegen darf. Der Zulassungsschein ist der eigentliche Steckbrief für das Luftfahrzeug: in ihm ist alles Wissenswerte über das Luftfahrzeug mit peinlicher Genauigkeit eingetragen. Bei Flugzeugen wird da verzeichnet die Verwendungs- und Beanspruchungsgruppe, die Gattung (ob Land-, Wasserader Schneeflugzeug), der Lufttüchtigkeitsschein, die Werknummer und das Baujahr, der Hersteller, Motorenanzahl und -Muster, die Anzahl der Behälter für Kraftstoff und für Schmierstoff sowie ihr Gesamtinhalt, die höchstzulässige Geschwindigkeit sowie eine Bemerkung darüber, ob das Flugzeug kunstflugtauglich ist und, gegebenenfalls, in welcher Gruppe. Die Zulassungsscheine für Luftschiffe, Segelflugzeuge und Freiballone sind den Eigentümlichkeiten dieser Luftfahrzeuge entsprechend ausgestaltet. Alle aber enthalten reichlich Raum für Prüfungsvermerke, die in genau festgesetzten Abständen e.ingeholt werden müsse-n. Sonstige Kennzeichen. Außer den bereits gekennzeichneten Buchstaben, die Nationalität und Gattung des Flugzeuges aus» drücken, muß jedes Luftfahrzeug die deutsche Flagge führen, und zwar führen die Flugzeuge und die Segelflugzeuge die Flagge aufgemalt zu beiden Seiten des Seitensteuers, die Luftschiffe zu beiden Seiten der vertikalen Dämpfungsflächen, während die Freiballone eine richtige Flagge fetzen. Außerdem müssen alle Flugzeuge am Rumpf, an den Flügeln und Flügelteilen möglichst auf einem festen Schild Name und Wohnsitz des Herstellers, die Musterbezeichnung, die Werknummer und das Baujahr des betreffenden Teils angeben. Ferner ist auf der Unken Seite des Rumpfes noch kenntlich zu machen: Name und Wohnsitz des Eigentümers, das Rüstgewicht, die Zuladung und bas höchstzuläffige Fluggewicht in Kilogramm, die höchstzulässige Per- sonenzahl einschließlich Besatzung, der Zeitpunkt der letzten Prüfung und der nächsten Nachprüfung. —nn. Der Wille, möglichst schnell eine Entscheidung herbeizuführen, war auf beiden Seiten gleich stark vorhanden, und so kam es dann, daß ein äußerst schnelles Tempo angeschlagen wurde. Hierdurch litt naturgemäß die Spielanlage und damit die Aussicht auf Heranreifen einer klaren Chance. Es konnte also nur dem Zufall überlassen werden, daß hierdurch ein Erfolg zustande kam. Bei der Güte der beiden Hintermannschaften war mit dieser Möglichkeit jedoch nur in sehr geringem Maße zu rechnen. Das Halbzeitresultat beweist dies dann auch, daß sich keiner einer Blöße gab. Nach der Pause trat dann ein schneller Wechsel ein. Die Blauweißen steigerten das Tempo noch. Hierdurch kam eine merkliche Feldüberlegenheit zustande, was auch in der 65. Minute zahlenmäßig zum Ausdruck kam, als Löbsack mit einer Vorlage im Strafraum startete und hach ins hintere Eck einschoß. Einige Chancen folgten schnell hintereinander, zur Verwertung reichte es jedoch nicht. Erst in der 80. Minute gab es eine Aenderung. Bei einer Abwehr sprang dem hinten aushelfenden Baumann der Ball an die Hand, was den Schiedsrichter • veranlaßte, einen Elfmeter zu verhängen, der in diesem Falle sehr hart war. Die Gelegenheit ließ Hormel nicht ungenutzt und verwandelte zum 2:0, das auch das Endergebnis bleiben sollte, da eine Veränderung nicht mehr eintrat. Bei Wetzlar war eine gewisse Nervosität vorhanden, die sich besonders bei den jungen Spielern des Sturmes bemerkbar machte. Ihre Besten waren Diddlapp, Blech I, Meinhardt und Dormann. Bei den Blauweißen haverte es in der ersten Hälfte merklich. Nach der Pause besserte sich dies zwar, überzeugend war es jedoch nicht. Hauptsächlich der Sturm ließ das Verständnis fast vollkommen vermissen. 1900 II — Wehlar II 2:2. Die Reserve der Bauweißen konnte nur zu einem Unentschieden kommen, da die Wetzlarer ihre überraschend erzielte 2:1-Führung so zahlreich verteidigte, daß nur noch der Ausgleich gelang. Biffenberg I — VfB.N. I 0:3 (0:0). Die wenigen Schlachtenbummler, die die Fahrt nach Bissenberg mitmachten, erlebten einen verdienten Sieg, der um so höher einzuschätzen ist, als es dem DfB.-R. gelang, den ersten Sieg in Bisfen- berg zu erringten. Die Grünweißen, die mit Gottschalk, Leutheuser I, Schütter, Krämer, Lukaschewski, Kramer, Berlenbach, Godglück, Drumm, Heß und Gorrissen antraten, waren dem Gegner in technischer Beziehung stark überlegen. Den größten Anteil an dem Sieg hat die Hintermannschaft, die unermüdlich schaffte und die gefährlichen Angriffe des Gegners abstoppte. Die Läuferreihe war sehr gut, nur im Sturm fehlte zuerst das Verständnis mit den einzelnen Spielern. Das Spiel begann mit wuchtigen Angriffen des Gastgebers, der auf eine Entscheidung drängte. Die weiten Vorlagen der Läuferreihe wurden van den schnellen Stürmern ausgenommen, und gar manchmal hatte.Gottschalk Gelegenheit, durch entschlossenes Eingreifen sein Können unter Beweis zu stellen. Die Gastgeber hatten in der ersten Hälfte meist mehr vom Spiel, da das typische kurze Paßspiel der Grünweißen auf dem kleinen Platz zur Erfolglosigkeit verurteilt war. Die Drangperiode des Gegners wurde glücklich überwunden, wobei sich besonders Leutheuser auszeichndte. Der Rest der ersten Spielhälfte brachte verteiltes Spiel. Nach dem Wechsel nahmen die Grünweißen God- glück in die Mitte, Berlenbach stürmte auf Halbrechts, und durch diese Umstellung kam mehr Schwung in die Fünferreihe. Es dauerte aber immerhin 20 Minuten bis der Führungstreffer für die Grünweißen fiel. Kramer schoß einen Freistoß aus vierzig Meter wuchtig unter die Latte. Nun hatten die Grünweißen das Heft in der Hand und drängten den Gegner in die eigene Spielhälfte zurück, so daß Erfolge nicht ausbleiben konnten. In der 30. Minute erhielt Gorrissen eine Vorlage von Heß und schoß überlegt zum zweiten Tore ein. Wenige Minuten später war es Godglück, der von Krämer gut bedient wurde und durch scharfen Schuß den Sieg sicherstellte. Schiedsrichter Weide (Ober-Mörlen) leitete korrekt. Biffenberg II — DfB.-R. II 1:5 (1:1). Einen schönen Sieg erspielte sich die Reserve, die, mit nur zehn Mann antretend, den Gegner üben raschend hoch schlagen konnte. Jugoslawien nur 3:2 geschlagen! 70 000 im Berliner Olympia-Stadion. Das einzige Fußball-Länderspiel, das unsere Nationalvertretung in diesem Jahre in der Heimat bestreiten konnte, hatte am Sonntag 70 000 fußball- begeisterte Menschen ins Berliner Olympia-Stadion gelockt. In einem schnellen, rassigen Kampf siegte unsere Mannschaft nur knapp mit 3:2, nachdem die Jugoslawen bei der Pause noch mit 2:1 geführt hatten. Nur eine ausgezeichnete zweite Spielhälfte sicherte unserer Mannschaft noch den schwer erkämpften Sieg über einen tapferen Gegner, den wir gern wiedersehen wollen. Nach einem Vorspiel zweier brandenburgischer Auswahlmannschaften kamen zuerst die Jugoslawen. Herzlich war der Beifall, der sich bann beim Erscheinen der deutschen Mannschaft noch verstärkte. Die Spielführer Janes und Vujadinowitsch tauschten Blumensträuße aus. Deutschland: Klodt; Janes, Streitle; Kupfer. Tibulfki, Kitzinger; Biallas, Stroh, Gauchel, Hahnemann, Urban. Jugoslawien: Glazer; Doubatsch, Hügel; Ko- kotowitsch, Stewowitsch, Lechner; Perlitsch, Petrowitsch, Weist, Vujadinowitsch, Sipos. 2:1 — für Jugoslawien. Die deutsche Elf spielt mit dem starken Wind im Rücken, Jugoslawien hat Anstoß. Glazer kommt gleich in schwere Bedrängnis: zwei Meter vor seinem Tor kann er im letzten Augenblick Stroh noch den Ball vom Fuß nehmen. Dann blitzen schnelle jugoi slawische Flügelangriffe auf. Janes muß in der 8. Minute zur ersten Ecke ausschlagen. Immer wieder brechen die Jugoslawen vor,'und die deutsche Abwehr muß aufpassen. Janes verwirkt auch den zweiten Eckball. Dann kommt aber ein energischer Zug in das Spiel unserer Elf, die nun eine Viertelstunde lang drängt und die Jugoslawen in ihrer Halste festhält. Janes und Kitzinger können weit aufrücken. Das engmaschige Spiel unserer Stürmer und deren Unentschlossenheit im Schießen lassen aber keine Erfolge zu. Die Zuschauer gehen stark mit. Plötzlich fällt wie aus heiterem Himmel das Führungstor der Jugoslawen. Der linke Flügel ist schnell durchgebrochen, und ein schönes Zusammenspiel mit Perlitsch führt in der 27. Minute durch P e trowitsch , der ein Zaudern Klodts geschickt ausnutzt, zum 1:0. Heller Jubel bei der 'kleinen jugoslawischen Kolonie, die voller Freude ihre bkau- weiß-roten Fähnchen schwenkt. Das Spiel wird nun offener, besonders durch die spurtschnellen Außen des Gegners, der schon zu seiner dritten Ecke kommt. Dann erzwingen Biallas und Gauchel durch verständnisvolle Zusammenarbeit den ersten deutschen Eckball, der glänzend hereingegeben wird. U r - ban ist da und schießt aus 12 Meter Entfernung in der 36. Minute zum Ausgleich ein. Die letzten Minuten bis zum Wechsel bringen einen packenden Kampf. Blitzschnell wechseln die Situationen. Hahnemann und Stroh treffen mit ihren Schüssen das Ziel nicht. Vusadinowitsch und Sipos bringen mit ihren unverhofften Durchbrüchen heillose Verwirrung in die deutsche Abwehr. Kupfer wird angeschlagen und muß einige Minuten aussetzen. Als er wieder kommt, stürmen die Jugoslawen erneut. Ihr Mittelstürmer W e l f l bleibt im Zweikampf mit Kodt Sieger und schiebt aus nur einem Meter die Kugel ins Tor. In der 40. Minute 2:1 für Jugoslawien! Nun drängen die Deutschen, aber mehr als die zckeite Ecke erreichten sie trotz aller Anstrengungen nicht. Zweite Halbzeit für die Deutschen. Elanvoll und stürmisch nehmen die Gäste den Kampf nach dem Wechsel auf. Aber nun ist erfreulicherweise auch die Klinge des deutschen Sturmes schärfer geworden. Hahnemann, Stroh und Urban zeigen Proben ihrer Schußkraft. Eine feine Leistung offenbart dann Gauchel, als er sich durch eine geschickte Körpertäuschung von dem ihn bewachenden gegnerischen Mittelläufer löst und mit langen Schritten allein über das Feld eilt. Aus 16 Meter Entfernung feuert er los, aber Glazer hält den Bombenschuß. Die deutsche Elf greift an. In der neunten Minute gibt es einen Strafstoß. Sieben Jugoslawen bauen eine „Mauer" vor ihrem Tor auf, aber der von Janes mit unheimlicher Gewalt getretene Ball findet doch seinen Weg und schlägt neben dem rechten Torpfosten ins Netz. Zum zweiten Male ist der Ausgleich erzwungen. Die Zuschauer spenden lebhaften Beifall für diese famose Leistung. Die Jugoslawen kommen zur vierten und bald darauf zur fünften Ecke. Es ist erstaunlich, wie beide Mannschaften in diesem spannenden Kampf das Tempo mithalten. Die Deutschen sind geschlossener, technisch reifer und überlegter im Aufbau. Fast eine Viertelstunde wird jedoch benötigt, um zum ersten Male das Führungstor herauszuholen. Gauchel ist in der 24. Minute vorgestoßen und schießt ein prächtiges Tor, das aber der Schiedsrichter wegen Abseits nicht anerkennt. Eine Minute später heißt es dann aber doch 3:2 für Deutschland. Alle fünf Stürmer stehen vor dem jugoslawischen Tor. Biallas setzt aus spitzem Winkel zum Schuß an und der Rheinländer bringt den hochgeschlagenen Ball auch glücklich ins Ziel. Wenige Minuten später fällt die dritte deutsche Ecke, die von Glazer abgewehrt wird. Der Gegner holt sich den sechsten Eckstoß, wobei sich Kitzinger auszeichnet. Noch einmal stehen die Jugoslawen dicht vor einem weiteren Toroerlust, als der Mittelläufer Stewowitsch klar im Strafraum Hand macht. Rutkowski legt aber den Ball auf die Strafraumlinie. Janes vaßt zu Stroh; der verschießt aber. Die letzten Minuten sehen die deutsche Mannschaft im Angriff, aber am Ergebnis wird nichts mehr geändert. Temperamentvolle Jugoslawen. Die große Ueberraschung in dem temporeichen, dramatischen und rassigen Kampf war die jugoslawische Elf. Als mannschaftliche Einheit erreichten sie zwar die Deutschen nicht, aber durch Temperament, erstaunliche Wendigkeit und Schnelligkeit hielten sie den Kampf durchaus offen. Tie deutsche Elf. Die deutsche Elf konnte bis zur Pause nicht überzeugen. Sie spielte zwar auch hier schon zeitweise klar überlegen, fand aber zu dem Kampfstil der Gäste nicht die richtige taktische Einstellung. Nach der Pause kam der Umschwung. Die deutsche'Mannschaft spielte planvoller, forscher und durchschlagskräftiger. Dor allem zeigte der Sturm jetzt größeren Kampfgeist. ■ tim die Deutsche Schimeisterschast. In der Nacht zum Freitag hatte es in Kitzbühel einen Witterungsumschlag mit Föhneinbruch gegeben, und da auch der Nachtfrost, zum Samstag ausblieb, machte man sich wegen der Durchführung der deutschen Schi-Meisterschaften in den alpinen Wettbewerben einige Sorgen. Aber hilfreiche Hände besserten die wenigen schadhaft gewordenen Teile der Strecken aus. Als am Samstagmorgen vierzehn Frauen und anschließend 55 Männer auf die 4,7 Kilometer lange Meisterschaftsabfahrt geschickt wurden, bot sich ihnen eine sportlich einwandfreie Strecke dar, in der lediglich der Uebergang aus der etwas vereisten Waldstrecke in den Firnschnee der Hänge einige Schwierigkeiten bereitete. Eine bedeutende Rolle spielte dabei natürlich auch die -Wachsfrage. Um die Fahrt auf den Hängen zu bremsen, hatte man sieben Zwangstore ausgebaut. Natürlich Christel Cranz. Bei den Frauen war Christel Cranz auch diesmal wieder eine Klasse für sich. Die Freiburgerin war um 26 Sekunden schneller als Käthe G r a s e g- g e r, die mit 5:08,2 etwas überraschend auf den zweiten Platz vor Lisa Resch kam. Eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte die Wienerin Hilde Walter, die mit 4:13,4 den vierten Platz belegte. Christel Cranz durchraste auf schnellem Schi in schmaler Spur die Strecke so gut wie sturzfrei. Nur zweimal gab es leichte „Tupfer". Lantschner und Jennewein gestürzt. Bei den Männern lief Willy Walch ein famoses Rennen. Wenn man bedenkt, daß die Rekordzeit Thaddäus Schwabls für die 600 Meter kürzere Standardstrecke auf 3:56,0 steht, während Walch 3:58,4 aufwies, so spricht das am besten für die tolle Fahrt des Arlbergers, der in blendender Haltung sturzfrei selbst den Steilhang nahm, wobei es irgendwelches Abschwingen kaum gab. Helmut Lantschner, der Weltmeister und vorjährige deutsche Meister, geriet auf der Seidlalm gegen einen Stein und stürzte. Unten verlor er bei einem weiteren Sturz sogar einen Stock. Josef Jennewein war bis zur Waldeinfahrt etwa drei Sekunden schneller als Walch. Der Sonthofener Kombinations-Weltmeister tat dann aber am Steilhang einen wilden Sturz, der ihn so weit zurückwarf, daß er mit 4:49,4 nicht unter die ersten Dreißig kam. Sturzfrei fuhr noch Rudi Cranz. Uffz. Anton Springl aus Berchtesgaden überraschte durch eine glänzende Zeit, die ihm den dritten Platz und den Wehrmachtstitel einbrachte. Das Rennen verlief röcht spannend, und die zahlreichen Zuschauer auf den Tribünen des Schistadions, wo auch Generaloberst von Brauchitsch, der Oberbefehlshaber des Heeres, und Reichssport- sührer von Tschammer und Osten Platz genommen hatten, kargten nicht mit Beifall. Die Kombinationssi'eger. Die im alpinen Schisport führenden Gebiete Schwarzwald und Vorarlberg teilten sich in die zwei Kombinationstitel der Deutschen Schimeisterschaften in Kitzbühel. Die dreifache Weltmeisterin Christel Cranz (Freiburg) sicherte sich nach der Abfahrt überlegen auch den Torlauf und damit ebenfalls die Meisterschaft im zusammengesetzten Wettbewerb. Bei den Männern kam Willy Walch (Arlberg) nach vielen Ansätzen zum Endsieg vor dem Gewinner des Torlaufes Rudi Cranz. Der Verteidiger aller drei Titel der Männer, Helmuth Lantschner, belegte nur den fünften Platz. Wehrmachtsmeister im Torlauf und in der Kombination wurde der Jäger Taddäus S ch w a b l Christel Cranz unübertrefflich. Der Torlauf wurde nahe dem Kitzbüheler Schistadion ausgetragen. Die 800 Meter lange Strecke überbrückte 180 Meter Höhenunterschied und war besonders im oberen Teil recht knifflich abqesteckt. Den Beginn machten die Frauen. Liesel Schwarz (Berchtesgaden) hatte nicht genügend Fahrt. Sie wurde bald von der stark nach vorne gekommenen Wienerin Hilde Walter übertroffen. Schnell und schneidig kam Lisa Resch (Partenkirchen) den Hang herunter. Sie stürzte aber nach dem letzten Tor kurz vor dem Ziel. Sehr schön und sicher lief die wieder genesene Käthe Grasegger (Partenkirchen). In zügiger Fahrt unterbot sie als Erste die 80-Sekunden- Grenze. Alle stellte natürlich Christel Cranz in den Schatten. Die Freiburgerin wand sich blitzschnell durch den Flaqgenwald und stellte mit 74,8 Sekunden die beste Zeit des ersten Durchganges auf. Im zweiten Lauf war Christel um 3/ln Sekunden besser, ihre Zeit wurde nur von den besten der Münner- klasse erreicht! Rudi Cranz bei den Rlännern. Anschließend gab es einen harten Kampf zwischen den Weltbesten Rudi Cranz (Freiburg), Kombinations-Weltmeister Josef Jennewein (Sonthofen), Willi Walch (Arlberg) und dem Titelverteidiger Helmuth Lantschner. Als Vierter ging Rudi Cranz auf die Strecke und lief mit 69,8 Stunden die Bestzeit des ersten Durchganges. Eine halbe Sekunde langsamer war Willi Walch. Helmuth Lantschner erzielte 71,5 Sekunden. Zum Schluß kam Weltmeister Josef Jennewein mit 69,9 Sekunden heraus. Im zweiten Durchgang steigerte sich Rudi Cranz auf 68,8, und diese Zeit hielt dann allen Angriffen der anderen stand und sicherte dem Freiburger den Torlauftitel. Walch stürzte über eine Mulde, war aber dennoch nur 1,4 Sekunden langsamer als in feinem ersten Lauf. Pepi Jennewein behauptete sich mit seinen 71,6 Sekungen als Torlauf-Zweiter vor Walch. Cranz wurde Torlaufmeister von Jennewein, Walch und Lantschner. Welch sicherte sich den Kombinationstitel gegen Cranz, Albert Pfeifer, Roman Wörndle und Helmuth Lantschner. Die Siegerehrung. Im reich mit Fahnen geschmückten Kitzbühel marschierten die Formationen und Wettkämpfer auf. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten sprach zu ihnen, dann wurden die Preise verteilt, die von den Siegern unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer entgegengenommen wurden. Ausklang der IV. w-Mnlersviele. Tiroler Lugend voran. Aus den Kampfstätten der 4. Winterspiele der HI. herrschte am Samstag Hochbetrieb. Bereits am Vormittag wurde auf der verkürzten Standardstrecke und am Horn bei Garmisch-Partenkirchen der alpine Mehrkampf in Abfahrt und Torlauf entschieden. Leider machte es der später aufkommende starke Wind unmöglich, den Sprunglauf durchzuführen, der deshalb auf den Sonntag verlegt wurde. Um so heißer entbrannten die Kämpfe auf dem Eis, wo unser Eishockey- und Kunstlaufnachwuchs eifrig am Werke war. Als kleine Meister der Abfahrt erwiesen sich die Tiroler Hitlerjungen und -mädel. Schon recht standfest und sicher jagten sie die verkürzte Standardstrecke herunter und erzielten auf schnellem Schnee, der nur am frühen Morgen etwas zu hart war, gute Zeiten. HJ.-Jugendmeister wurde der Tiroler Kreiser in 3:22,2 mit deutlichem Abstand vor seinem Landsmann Rudi Ri § zler und dem Salzburger B r e i t f u ß. Tirol stellte auch die besten Läuferinnen. Allerdings hatten die schon mehrfach hervorgetretenen Hochlandmädel Guggemos und A m o r t das Pech, zu stürzen. So war den Tirolerinnen der Weg zum Sieg erleichtert. Ueberraschend besiegte dann Anneliese P r o x a u f ihre ältere Schwester Rosemarie und wurde in 4:44,2 Deutsche Jugendmeisterin*im Abfahrtslauf. Im Torlauf starteten die Mittelgebirgsgruppen. Die Strecke war 300 Meter lang und wies bei einem Gefälle von 90 Meter 22 Flaggentore auf. Den ersten Läufern machte der anfänglich noch verharschte Schnee einige Mihe. Dennoch gab es gute Zeiten. Sieger wurde Seidel (Sachsen). Deutsche Jugendmeisterschaften im alpinen Schilauf. Mit den alpinen Wettbewerben wurden am Wochenende die 4. Winterkampfspiele der HI. in i Garmisch-Partenkirchen beendet. Oben am Horn spielten sich erbitterte Kämpfe ab. Der Tiroler Kreiser fügte seinem Abfahrtssieg auch noch einen Erfolg im Torlauf an und wurde so überlegen deutscher Jugendmeister in der Kombination Abfahrt- und Torlauf. Beim BDM. glückte es der Freiburgerin Hildesuse Gärtner, üyrch zwei schnelle Läufe durch die Flaggentore den Innsbrucker Geschwistern Anneliese und Rosemarie Proxauf noch die alpine Meisterschaft abzujagen. Der Sprunglauf der beiden HJ.-Klassen auf der Kleinen Olympiaschanze endete mit einer Ueberraschung. Die Mittelgebirgsgebiete Thüringen, Sudetenland und Schlesien verwiesen mit ihren Jungen die Vertreter der alpinen Gebiete, wie Hochland, Alpenland, Kärnten und Steiermark auf die Plätze. Den Sieg in der Klasse A errang A. Laus-- mann (Sudetenland) und in der 6-Klasse war Eng er le (Thüringen) erfolgreich. Die Schlußfeier. Bei der Schlußfeier scharten sich die Wettkämpfer nocheinmal um den Reichsjugendführer. Baldur von Schirach sprach über das Ziel der Winterkampfspiele und über die guten Leistungen, die die Jungen und Mädel in diesem Jahr gezeigt haben. Er erklärte, er sei glücklich, heute auf diesen Erfolg erzieherischer Arbeit zurückblicken zu können. Was der Führer einst vor vielen Jahren auf dem Gebiete der nationalsozialistischen Jugenderziehung gesagt habe, gehe heute seiner Verwirklichung entgegen. Für ihn als Erzieher sei cs beglückend, daß das Maß persönlicher Tapferkeit, das einst Auslesegrundsatz der Führerschaft der NSDAP, in der Kampfzeit war, sich in der wintersportlichen Arbeit der HI. wieder als Auslesegrundsatz erweise. Nur der Tapfere sei berechtigt, in der Führung des Volkes zu wirken, und der Sport sei die große Erziehungsschule der Tapferen. Ausstheibvngskämpse im Ringe»! Zahlreiche Zuschauer bekamen ausgezeichneten Sport zu sehen. Schon der Einmarsch der vierzehn Ringer war ein eindrucksvolles Bild. Gaufachwart L e h m e r (Kassel) entbot den Gruß des Gauführers und übergab dann dem Kampfgericht die Leitung der Kämpfe. Ergebnisse der Kämpfe. Bantamgewicht: Seifried,„Hessen-Preußen" Kassel (früher Hochemmerich), mehrfacher Niederrheinmeister, gegen den vielfachen Gaumeister von Hessen, Schuchmann, Alsfeld. Ein äußerst hartnäckiges Gefecht. Seifried ist leicht im Vorteil und wird einstimmig Punktsieger. Dann besiegt Seifried den bekannten Konrad Müller, „Reichsbahn" Hanau, durch einen fabelhaften Ueberstürzer. Und zum Schluß kam Konrad Müller gegen den famosen Schuchmann durch Eindrücken der Brücke auf die Schultern. Federgewicht: Ein spannender. Kampf entwickelt sich zwischen dem Gaumeister Lecke, „Reichsbahn" Kassel, und Wissel, Hanau. Wissel ist ein wahrer Meister des Doppelnelsons und bringt Lecke öfters damit in Gefahr. Sieger des schönen Kampfes wird Wissel nach Punkten. Leichtgewicht: Fritz Müller, „Reichsbahn" Hanau, ist gegen Schubert, Elgershausen, stets im Angriff. Als Müller einen Schleudergriff ansetzt, verletzt sich Schubert am Arm und muß aufgeben. Glücklicherweise ist die Verletzung nur unbedeutend. — Dann ist Fritz Müller gegen Schott, Aisfeld, stets der Tonangebende und bringt Schott auch in Gefahr. Der Hanauer hat aber das Pech und legt sich bei Ausführung eines Armzuges selbst. Weltergewicht: In dieser Klasse gibt es kuriose Ergebnisse, denn zuerst besiegt Arends, „Reichsbahn" Kassel, den Hanauer Lamprecht, dann wird Klotz, Gießen, überzeugender Punktsieger gegen Arends. Und zum Schluß wird Lamprecht gegen Klotz Sieger durch Selbstwurf des Gießeners. Arends wird Sieger durch das bessere Fehlpunkt-' Verhältnis. Als erstes Paar kämpft Lamprecht, Hanau 1860, gegen den starken Arends, Kassel. Lamprecht ist leicht im Vorteil, doch in der Bodenrunde siegt der Kasseler durch Ausreißer. Dann liefert Klotz (Gießen) dem schweren Kasseler ein bewegtes Treffen. Der Kasseler greift wild an. Plötzlich zieht Klotz einen blitzschnellen Hüftschwung, wodurch Arends leider außerhalb der Matte auf die Schultern kam. In der Bodenrunde erzielt der Kasseler keine Wertung, während Klotz nach dem Wechsel durch drei Ueberstürzer in Vorteil kommt, den er bis zum Schluß hält. Punktsieger Klotz! Im letzten Kampf kommt Lamprecht (Hanau) dadurch zum Sieg, daß der im Rückstand befindliche Klotz eine Entscheidung erzwingen will und sich dabei selbst legt. Mittelgewicht: Nelde („Reichsbahn" Hanau) und Hahn (H.-Pr. Kassel) lieferten sich einen harten Kampf, aus dem der Hanauer als Punktsieger hervorgeht. Dann kämpfen Truppführer im RÄD. Robert Becker (Gieken) gegen Hahn (Kassel). B '"r, der leider keine Möglichkeit zum Training hatte, kommt glatt über die Zeit und überläßt dem Kasseler nur einen knappen Punktsieg. Im Schlußkampf muß dann der bedeutend leichtere Gießener Becker gegen den bekannten Nelde (Hanau) eine Schulterniederlage durch Hüftschwung' hinnehmen. Die Mannschaft des Gaues Hessen lautet vom Bantam bis Schwergewicht wie folgt: Sei fried („Hessen-Preußen" Kassel), Wissel („Reichsbahn" Hanau), Schott (VsK. Alsfeld). Arends („Reichs- bahn" Kassel), Nelde („Reichsbahn" Hanau), Haas („Reichsbahn" Hanau) und Kräcker (Hanau 1860). Diese Mannschaft tritt am kommenden Samstag gegen den Gau Mittelrhein in Hanau an. Dieser stützt sich auf folaende Vertretung: Meerscheid (Köln- Mülheim 92), Pulheim, Schmitz und Nettesheim (alle „Reichsbahn" Köln), Molitor, Westpfal und Erfen.(Mülheim 92). Unsere liebe Mutter Gießen, den 25. Februar 1939. Ackilh} 0965 OLBÄS Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Gnmd» preis von 5 Pf. MrdieTUilllmetcr» teile veröffentlicht KFäölerhaodoog in der fflänsbnrg, In tiefer Trauer: Walter Kempff Liesel Kempff Ilse Koch, geb. Kempff Professor Dr. Friedrich Koch Margarete Kempff, geb. Schäfer und zwei Enkelkinder. Bücherregale zu verkaufen urCicheu.Tanne, 2,80 m hoch, 1,90 b;w. 1,20 m br. Slhtfd, Senckenbergstr.15 P. 0903 Die Beerdigung findet Dienstag, 28. Februar, 15.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. - Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Verkäufe la Zuchthäsinnen ZU verkauf. li42vv Wieseck GießcnerStraßc | Empfehlungen | Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat ' Darnm: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den BießenerAnzeigei ____Krämpfe____ Fallsucht "" Es gibt ein Mittel, mit dem man dem Leiden wirklich energisch entgegentreten kann: .Epilepsan’ Nr. I-IV. Fragen Sie Ihren Arzt. Nur i.Apoth.erh.Aufklär.Druck- schrift d. Dr.Curt Schacfer.Fabr. pharm. Präp., Leipzig N 21/553. Adele Kempff, geb. Boetel ist heute im Alter von 68 Jahren von uns gegangen. Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein Dienstag, 28. Februar 1939, abends 8 Uhr, Neue Aula Vortragsabend des bekanntenVortragsmeisters Ernst Kreuzträger /✓Kunterbunt" 13030 eine Stunde deutschen Humors Mitglieder Eintritt frei, Nichtmitglicder RM. 1.__. Ml Verschiedenes Zeugen gesucht Habe Mittwoch, den 1. 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