Nr. 25 Erstes Blatt 189. Jahrgang Freitag,27.Zanuar 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -r.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« poftscheckionto: Franlfurt am Main 11688 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Barcelonas Bevölkerung umjubelt ihre Befreier. Die Einkreisung vollendet. DieBesetzungderStadtPlanmätzig vollzogen Paris. 26. Jan. (Europapreß.) Nach den wetter aus nalionalspanifcher Quelle einireffenden Meldungen war etwa um 13 Uhr (WEZ.) die Einkreisung Barcelonas beendet, nachdem die nationalspanischen Truppen vor allem zwei wichtige Positionen beseht hatten, nämlich die bekannte Festung Montjuich in unmittelbarer Nähe der Stadt, im Westen an der Küste, sowie den Hügel Tibidabo im Nordwesten der Stadt. An der Einkreisung beteiligten sich u. a. matotfa- uische Abteilungen, das Navarra-Korps und eine Division des gemischten spanisch-italienischen Korps. Die im Süden stehenden Truppen drangen nach Eroberung des Forts Montjuich in das ausgedehnte Gelände ein, wo im Jahre 1929 die große Weltausstellung abgehalten wurde. Dann rückten sie in Richtung auf den in der Stadmitte gelegenen größten Platz Barcelonas, die Plaza Lfpana, vor, während eine andere Abteilung nach dem Hafen abfchwenkle. Dort wurden zunächst die verschiedenen Küstenbatlerien genommen, die von den Bolschewisten längs der Hauptstraße Barcelonas, dem Paseo Colon, ausgestellt worden waren. Gleichzeitig drangen nationale Tanks in das Hafenviertel ein. Westlich von Barcelona besetzten die nationalen Truppen nach der Eroberung des Vorortes Pedralves das Stadtviertel Ostafrancha und erreichten längs der Eisenbahnlinie Barcelona — Madrid die ersten Häuser von Sans. Nördlich anschließend erreichten nationale Abteilungen das Stadion von Lorts. 3m Norden von Barcelona marschierten die Nationalen nach Besetzung des hochgelegenen Vorortes Vallvidriera in die Innenstadt hinab und betraten den Stadtteil S a r r i a. Die Abteilungen, die den die Stadt beherrschenden Berg Tibidabo erobert hakten, stiegen in das nördliche Villenviertel und in den malerischen Stadtteil Vallcarca ab. Der Glnzua in Barcelona. Saragossa, 26. Jan. (Europapreß. Eigene Meldung unseres Sonderberichterstatters) Die na- tionalspanische Armee, die vor den Toren Barcelonas auf den Befehl zum Einmarjch wartete, war in den letzten Stunden vor dem Einmarsch von einer Stimmung erfaßt, die nicht nach den üblichen Begriffen der Kriegführung zu beurteilen ist. Für die Soldaten Francos geht es ja auch nicht darum, eine feindliche Stadt zu erobern, sondern sie vertreiben aus der eigenen Stadt Feinde, die nach der Vorstellung des einfachen Mannes in der nationalen Armee Ungläubige und Barbaren sind. In der Nacht zum Donnerstag beherrschte eine gespannte Erwartung nicht nur die Truppen an der Front, sondern auch das ganze nationalspamsche Hinterland. Die nationalspanische Artillerie hat in der Nacht keinen Schuß auf Barcelona abgegeben. Die nationalspanische Heeresleitung versuchte überhaupt alles, um Zerstörungen zu verhindern. Viele Männer aus Barcelona selbst und aus anderen Gebieten Kataloniens sind unter den Truppen Francos, die nun in die größte Stadt Spaniens einmarschierten, das wichtigste Industrie- und Hendelszentrum der iberischen Halbinsel. Auf allen Straßen, die nach Barcelona führen, fahren nicht nur die Lebensmittelkolonnen der Nationalspanier, mit Fahnen, Girlanden und den Bildern Francos geschmückt, auch Privatfahrzeuge aller Art, die Lebensmittel für Verwandte, Freunde oder auch unbekannte hungernde Barcelonas. Die Truppen haben von drei Seiten her die Stadt betreten. Aus Sicherheitsgründen fuhren Tanks voraus. Aber kein Schuß fiel. Zuerst waren die Straßen noch ziemlich verlassen, als die Der Großdeutsche Reichstag zum 30 Januar einberufen. Berlin, 26.3atu (DNB.) Reichsiagspräsidenk Generalfeldmarschall Göring hak den Reichstag zu Montag, 30. 3anuat, 20 Uhr pünktlich in den Sitzungssaal des Krollgebäudes in Berlin zufam- menberufen. Auf der Tagesordnung steht: 1. Konstituierung des Reichstages. 2. Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Der zum 30. Januar einberufene Reichstag ist der erste großdeutsche Reichstag im Reich Adolf Hitlers. Zum erstenmal nehmen die vom Lande Oesterreich gewählten 73 Abgeordneten und die von den Sudetendeutschen entsandten 41 Abgeordneten an einer Reichstagssihung teil. Mit der Gesamtzahl von 855 Abgeordneten ist es auch zahlenmäßig der größte Reichstag unserer Geschichte. Mehr als 99 v. h. des deutschen Volkes haben bei seiner Wahl sich mit ihrem 3a zum Führer Adotf Hitler bekannt, eine „Mehrheit", die praktisch die Einstimmigkeit des ganzen Volkes darstellt und die überhaupt noch nie ein Staatsmann und Führer eines großen Volkes auf sich vereinigen konnte. Das Problem der Unterbringung der 855 im Kroll-Reichstag hat sich durch eine geschickte Ausnutzung auch des letzten Raumes des Abgeordnetenparketts lösen lassen. ♦ Wenn der Reichstag vom Führer berufen wird, so soll das ganze Volk die Regierungserklärung hören, die dort verkündet wird. Es ist daher erfreulich, daß der Beginn der Tagung wieder auf eine Stunde gelegt ist, die es den Werktätigen ermöglicht, am Lautsprecher Zeuge einer historischen Kundgebung zu sein. Vor genau zwei Jahren hatte der Führer in einer fast dreistündigen Rede den Rechenschaftsbericht über vier Jahre nationalsozialistischer Staatsführung erstattet. Im Jahre 1938 trat der Reichstag am 20. Februar 1938 zusammen. Im Hintergrund stand die Aussprache, die am 12. Februar zwischen dem Führer und dem damaligen österreichischen Bundeskanzler auf dem Obersalzberg stattgefunden hatte. Schon am 18. März war der Reichstag wieder in der Krolloper versammelt. Oesterreich war ein Bestandteil des Großdeutschen Reiches geworden. Die Mitglieder seiner Landesregierung saßen auf den Bänken der Regierungsvertreter. Der Führer rief die ganze Nation zum feierlichen Bekenntnis auf. 75 Millionen Groß- dcutfchlands sollten einen neuen Reichstag wählen. Diese Reichstagswahl hat dann am 10. April 1938 über 99 Prozent der gültigen Stimmen hinter die Politik des Führers geschart. Noch bevor aber der erste großdeutsche Reichstag zusammentrat, sollten große Entscheidungen von weltgeschichtlicher Bedeutung fallen. Am 30. September wurde durch das Münchener Abkommen das sudetendeutsche Gebiet mit 3V2 Millionen Volksgenossen Bestandteil des Großdeutschen Reiches. Am 4. Dezember traten die sudetendeutschen Wähler an die Urnen und wählten ihre Vertreter in das Haus des gesamtdeutschen Volkes. Dadurch stieg die Zahl der Abgeordneten auf über 850. Nun, am diesjährigen Jahrestage der nationalsozialistischen Machtergreifung, versammelt sich erstmals der großdeutsche Reichstag. B. R. ersten Truppen das Stadtinnere betraten. Aber bald kamen die Einwohner, die in den letzten Wochen gelernt hatten, fast vollkommen verborgen zu leben, aus den Schutzräumen, Kellern und Häusern langsam hervor und begegnen den Truppen Francos sofort mit Vertrauen. Erst allmählich löst sich die Spannung und wandelt sich in überschwängliche Begeisterung gegenüber den siegreichen Befreiern. Nach und nach legen Straßen und Plätze Blumen- und Teppichschmuck an. Auch Madonnenbilder werden in Schaufenster und Fenster gestellt. Die befreite Bevölkerung versammelt sich zu Freudenkundgebungen. Mit der Verteilung der Lebensmittel wurde sofort begonnen, hinter den Truppen fuhren schwerbeladene Lastwagen, die viele Tonnen Fleisch und Gemüse sowie Brot und Mehl unter die Bevölkerung verteilten. Im Stadtinnern spielten sich Freudenszenen ab. Die Einwohner^ umarmten und küßten die Soldaten. Auf dem größten Platz der Stadt, der Placa Cataluna, rief eine nach vielen Tausenden zählende Menge immer wieder im Sprechchor: „Wir wollen Franco sehen". 3m befreiten Barcelona. Bilbao, 27. Jan. (DNB. Funkspruch). In den gestrigen Abendstunden ist die jetzt von der sow- jettschen Herrschaft befreite katalanische Hauptstadt, wie der Frontberichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros meldet, ein einzigartiges Bild freudiger Bewegung wie feit Jahren nicht mehr. Kein Mensch dachte an Schlafen. Auf allen Plätzen der Stadt hielt die Bevölkerung, die jetzt wieder aufatmen kann, gemeinsam mit ihren Befreiern Volksfeste ab. Dichte Menschen- mafsen bewegten sich trotz schlechtem Wetter unausgesetzt durch die Straßen und gaben ihrer ungeheuren Freude lebhaften Ausdruck. Die nationalen Heerführer haben in Ansprachen besonders hervorgehoben, daß der Empfang der nationalen Truppen noch in keiner Stadt so herzlich gewesen sei wie gerade in Barcelona, womit die Sinnlosigkeit des Märchens vom Separatismus Kataloniens einwandfrei bewiesen sei. Gerade hier seien die nationalspanischen Truppen als Befreier und Boten einer besseren Zukunft begrüßt worden. Wie noch bekannt wird, war den nationalen Truppen ein Befehl General Francos mitgeteilt worden, feinen einzigen Schuß Artillerie auf die Stadt abzufeuern. Seit Montag ist über der Stadt keine einzige Bombe abgeworfen worden. Die einzigen Schüsse des gestrigen Tages waren 21 Salutschüsse im Augenblick des hissens der Nationalfahne. Nationale Flugstaffeln umkreisten ständig in geringer höhe das Zentrum der Stadt, ohne einen Schuß abzugeben. Sie dienten zumeist als Beobachter und zur Befehlsübermittlung. Seitdem die roten Bonzen vor zwei Tagen die Stadt verlassen hatten, war sie völlig in d e n h ä n - den des Untermenschentums. Kein anständiger Bürger wagte mehr die Straßen zu betreten. Der Pöbel plünderte rücksichtslos, wo er nur konnte. Bei dieser Gelegenheit wurden reiche Vorräte an Lebensmitteln entdeckt, die die roten Häuptlinge für ihre Milizen bereitgestellt hatten, während sie das Volk ver- hungen ließen. Heber 2000 politische G e- f a n g e n e, die von den Sowjetbonzen wegen ihrer nationalen Gesinnung verurteilt worden waren und in den Kerkern schmachteten, wurden befreit. Allerdings haben die Sowjetbonzen noch rechtzeitig 8 0 0 weitere Gefangene nach Figueras in der Blick auf den Hafen und einen Teil der Stadt Barcelona. — (Scherl-M.) -ii Nähe der französischen Grenze verschleppt. Diese Stadt ist vorläufig das Hauptquartier der geflüchteten roten Bonzen, die dorthin alle Wertgegenstände geschafft haben, deren sie während zwei Jahren habhaft werden konnten. Im Hafen von Barcelona haben die Roten vor ihrem überstürzten Abzug mehrere Schiffe versenkt, um die Einfahrt der nationalen Schiffe zu erschweren. Es ist den Nationaltruppen gelungen, eine große Anzahl von roten Schiffen, die, reich mit Beute beloben, in Richtung Frankreich auslaufen wollten, rechtzeitig festzuhalten. Vor ihrem Abzug aus Barcelona haben die Sowjetbonzen das Hotel „Colon" am Katalonien-Platz ange« zündet. Dieses Hotel war zunächst der Sitz des ersten Sowjetbotschafters und diente später als Hauptquartier der Agenten Moskaus und der spanischen Marxistenbonzen. Da den Roten keine Zeit mehr blieb, ihr dort aufgestapeltes Aktenmaterial in Sicherheit zu bringen, steckten sie das Hotel kurzerhand in Brand. Von der befreiten Bevölkerung wurde jedoch rasch ein Feuerlöschdienst organisiert, der das Feuer eindämmen konnte. In B-arcelona wird eine Zentralleitung aller zivilen und militärischen Behörden geschaffen werden, mit der General Alvarez Arenas, der bisher Unterstaatssekretär für die öffentliche Sicherheit war, beauftragt wurde. Alle Gesetze Nationalspaniens erhalten für Barcelona sofortige Wirkung. Der katalanische Großindustrielle Miguel Mateu P l a, der von General Franko zum Bürgermeister von Barcelona ernannt worden ist, hat sofort nach dem Einzug der Truppen seine Amtsgeschäfte übernommen. Ein großer Teil der städtischen Polizei, mit einigen Offizieren an der Spitze, ist im Rathaus erschienen, um sich dem neuen Bürgermeister zur Verfügung zu stellen. — Zur gleichen Zeit, als der neue Bürgermeister von Barcelona in das Rathaus der Stadt einzog, wurde sein Sommersitz, das sechs Kilometer nördlich von Figueras liegende Schloß P e r a \ a b a , zum neuen Sitz der geflohenen fowjetfpanifchen Machthaber bestimmt. Die rosen Bonzen fliehen über die Grenze. Paris, 26. Jan. (Europapreß.) Aus Perpignan hier eingetroffene Melbungen besagen, baß ein Teil der politischen Machthaber Sowjetspaniens bereits nach Frankreich geflüchtet 'st. So ist der frühere Chef des Valencia-Ausschusses, Largo Caballero, in Le Perthus eingetroffen und hat erklärt, er werde nach Paris Weiterreisen. In seiner Begleitung befand sich der ehemalige Vertreter Sowjetspaniens in Paris, Araquistain. Der jetzige, sowjetspanische Außenkommissar, d e l Vayo, ist in Perpignan eingetroffen und hat dort eine Wohnung gesucht Auch Negrin befand sich am Donnerstagnachmittag in Perpignan. Der „Präsident" der katalanischen Generalidad, Companys, und seine Mitarbeiter haben in dem kleinen katalanischen Orte Olot, zwanzig Kilometer von der französischen Grenze, Unterkunft gefunden. Auch der „Präsident" Rotspaniens, Az a na, soll sich nach Frankreich begeben haben. Azana nahm auf seiner Flucht Gepäckstücke im Gewicht von 75 Kilogramm mit, in denen sich große Mengen Schmuckstücke, Edelsteine und mehrere Goldbarren befunden haben sollen. Rom feiert den Fall Barcelonas. Der Duce spricht. — Ein neues Kapitel in der Geschichte des neuen Europa. Rom, 26. Jan. (Europapreß.) Die durch Rundfunk und Sonderausgaben der Blätter verbreitete Nachricht von der Einnahme Barcelonas hat in ganz Italien große Begeisterung hervorgerufen. Die Häuser wurden beflaggt, und die Faschisten zogen mit Fahnen und unter Hochrufen auf Franco und Mussffolini durch d'e Straßen der Städte und veranstalteten Jubelkundgebungen auf den öffentlichen Plätzen. In Rom zog bereits in den Nachmittagsstunden eine große Menschenmenge auf die Piazza Venezia, um dem Duce eine herzliche Kundgebung zu bereiten. Die Menge sang immer wieder vaterländische Lieder und brach wiederholt in stürmische Ovationen für Italien, das nationale Spanien und die siegreichen italienischen Legionäre aus. Da die Kundgeber immer stürmischer verlangten, der Duce möge sich auf dem Balkon des Palazzo Venezia zeigen, erschien denn auch Mussolini in den Nachmittagsstunden, um eine kurze Ansprache an die Bevölkerung zu richten. Der Duce erklärte: „Euer Jubel ist wahrhaft berechtigt. Er klingt zusammen mit dem Jubel aller Städte Spaniens, die nun von der Infamie der Roten befreit sind und mit dem Jubel des Antibolschewismus der ganzen Welt. Der herrliche Sieg von Barcelona ist ein neues Kapitel in der Geschichte des neuen Europas, das wir schaffen. Von den wundervollen Truppen Francos und unseren tapferen Lechonären ist nicht nur die „Regierung" Negrin geschlagen worden. Viele andere unserer Feinde liegen in diesem Augenblick im Staub. Das Losungswort der Roten war: „Sie werden nicht durchkommen". Aber w i r sind durchgekommen, und ich sage euch, wir werden auch weiterhin durchkommen." Die Rede wurde mit minutenlangem stürmischen Beifall aufgenommen. Mussolini mußte sich noch wiederholt auf dem Balkon zeigen. Der „Corriere della Sera" schreibt, die Unter st ützung durch die italienischen Freiwilligen, die umsichtige und tatkräftige Haltung der italienischen Regierung und der zähe Glaube des italienischen Volkes an General Franco gestatteten es, alle BMStUr* bo&HiieiTt E. F. Paris, 26. Januar. Die durch den jeder antrag abgelehnt rung den vorläufigen Betrag von 50 00 0 Pefos überreicht. Die h a p a g stellte, ihren neuen Dampfer „TUonferraf“ der Regierung zum Transport von Aerzten, Medikamenten und Lebensmitteln in das Lrdbebengebiet zur Verfügung. Auch die L u f t- Hansa hat der Regierung ein Flugzeug überlassen. Eine große Anzahl von deutschen Volksgenossen haben sich mit dem stellvertretenden Landesgruppenleiter an der Spitze und in Begleitung mehrerer deutscher Aerzte auf dem Flugwege nach Concepcion begeben, um den Betroffenen Hilfe und Unterstützung angedeihen zu lassen. Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen in den Erdbebengebieten sind noch unterbrochen, weshalb man sich über das gesamte Ausmaß des Unglücks noch kein vollständiges Bild machen kann. In Concepcion find auch viele deutsche Geschäftshäuser eingestürzt. Die deutsche Kolonie von Santiago Hal ihr Hospital und private Unterkünfte den Verletzten und Rotleidenden zur Verfügung gestellt. Das über Chile hereingebrochene ungeheure Unglück trifft alle Kreise des Volkes schwer. 3m ganzen Lande haben umfangreiche Sammlungen unter Beteiligung des Polizeikorps eingesetzt. Die Behörden haben Vorkehrungen getroffen, um ein Aufkommen von Epidemien zu verhindern. der Verletzten 40 000. Lin großer Teil der Bevölkerung ist in bitterste Rot gekommen. Der deutsche Botschafter, der stellvertretende Landes- gruppenleiter, der Konsul und die Leiter der deutschen Kolonie haben an die deutschen Volksgenossen einen Aufruf gerichtet, durch Geldspenden, Kleidung und Lebensmittel die Rot der von dem Erdbeben Betroffenen zu lindern. Das Winterhilfswerk von Chile hat der Regie- Frankreich hält an der Nichteinmischung fest Vertrauensvotum für Daladier findet große Mehrheit in der Kammer. Verteidigung (193 Millionen Schweizer Franken) und der A r b e i t s b e f ch a f f u n g (202i Millionen Schweizer Franken) für die Periode 1939/41 sehe in der Hauptsache die Weiterführung des bisherigen Arbeitsbeschaffungssystems vor. Als besondere Maßnahmen erwähnte der Redner den Aus- b a u d e r A l p e n st r a ß e n , die Unterstützung von Bodenoerbesserungen, Flußregulierungen usw., ferner die Förderung der Ausfuhr, der Fremdenindustrie und des Gewerbes. 20000 Todesopfer der Erdbebenkatastrophe in Chile. Zahlreiche deutsche Geschäftshäuser in Concepcion eingestürzt. - Umfangreiche Hilfsaktion eingeleitet. Der Führer hat an den Präsidenten von Chile aus Anlaß der Erdbebenkatastrophe nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: ,Lu dem schafter von Moltke zu einem Empfang geladen, an ! dem weitere zahlreiche Persönlichkeiten des politi- 1 schen, wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Lebens Warschaus mit ihren Damen teilnahmen. Rumäniens innerpolitische Lage. B u k a r e st, 26. Jan. (Europapreß.) Wie die erst ' jetzt amtlich bekanntgegebenen Einzelheiten über eine 1 am 7. Januar aufgedeckte Verschwörung beweisen, gibt es in Rumänien immer noch geheime Gruppen, > die der Eisernen Garde nahestehen. Nach dem amtlichen Bericht wurde am 7. Januar in einer mechanischen Werkstätte eine Einrichtung zur her- Stellung von Flammenwerfern und Bomben entdeckt. Rach Verhaftung des Eigentümers der Werkstätte tonnte ermittelt werden, daß es sich um eine aus 26 Mitgliedern bestehende Gruppe von Mitgliedern der Eisernen Garde handelte, die anscheinend die Führung der nod) vorhandenen Reste der Codreanu- Bewegung übernommen hatte und die wichtigsten öffentlichen Gebäude, die Kraftwerke, Rundfunksender, Post- und Polizeidirektionen, sprengen bzw. in Brand stecken wollten. Es stellte sich — immer nach dem amtlichen Bericht — heraus, daß die Sprengstoffe von dem Leutnant Dumitrescu aus militärischen Lagern entwendet worden waren. Der Leutnant beging vor seiner Verhaftung Selbstmord. 25 Zivilisten wurden verhaftet, bei denen es sich fast ausschließlich um Intellektuelle (Rechtsanwälte, Aerzte, Ingenieure und Studenten) handelt. Der Generalrat der Front der nationalen Wiedergeburt hielt im Festsaal des Senats seine konstituierende Sitzung ab. 120 Mitglieder de» Generalrates waren zugegen. Dreißia Mitglieder sind noch nicht' ernannt worden. Ministerpräsident Patriarch Myron Chri- st e a gab einen geschichtlichen Rückblick und hob insbesondere die Ereignisse hervor, die den König zur Schaffung der Front der nationalen Wiedergeburt bewogen hätten. Dann sprachen Vertreter der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und der Arbeiterschaft sowie je ein Abgeordneter Siebenbürgens und Bessarabiens. Der letzte Redner war der frühere deutsche Abgeordnete Hans H e d - rich, der im Namen der deutschen Volksgruppe sprach. Oie Schweizer Neutralität. Das Arbeitsbeschaffungs-Programm. B e r n , 26. Jan. (Europapreß.) Der Vorsteher des eidgenössischen Volkswirtschafts-Departements, Bundesrat Ob recht, sprach über das Arbeitsbe- fchaffungsprogramm des Bundesrats und wies dabei auf die schwierige internationale Lage hin. Die Integrität der Schweiz sei w e - de L b ed ro.h tt no ch gefährdet. Der Bundes- nahezu einstimmig gebilligt worden, obwohl auch damals schon der Anteil bekannt gewesen sei, den Italien am spanischen Bürgerkrieg genommen habe. Unter diesen Umständen habe die französische Regierung wie auch ihre Vorgängerinnen die Politik der Nichteinmischung aufrechterhalten und werde sie auch weiterhin aufrechterhalten. Es sei ausschließlich die Sache der Spanier, ihre Streitigkeiten unter sich zum Austrag zu bringen. (Beifall aus den meisten Bänken.) Bonnet erinnerte weiter an die von Italien England gegenüber eingegangenen Verpflichtung, seine Truppen aus Spanien nach Beendigung des Bürgerkrieges zuruckzu- ziehen. Außerdem sei Lord Halifax gebeten worden, einen neuen Schritt dieser Art bei Italien zu unternehmen. Frankreich werde den kommenden Schwierigkeiten mit Ruhe und Kaltblütigkeit begegnen. Die Völker beurteile man nach ihrem Opfergeist und nach ihrer Produktionskraft. Seit dem vergangenen September habe die Wiederaufrichtung Frankreichs begonnen. Wenn in diesem Jahre harte Notwendigkeiten an Frankreich herantreten würden, so sei es bereit, sie auf sich zu nehmen. Das Vertrauensvotum. Die Rede Bonnets hatte auf die Abgeordneten der Kammer sichtlich großen Eindruck gemacht, wenn auch die Linke bei der Versicherung des absoluten Neutralitätswillens gegenüber Spanien Unruhe zeigte. Die Kammer hat nun über folgende von den Radikalsozialisten eingebrachte und von der Regierung gebilligte Tagesordnung abzustimmen: „Die Kammer, die die ' Erklärung der Regierung billigt, vertraut ihrer Wachsamkeit zur Wahrung der Integrität des Imperiums und der imperialen Verbindungswege, lehnt jeden Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über." Kurz nach 21 Uhr trat Ministerpräsident Daladier an das Rednerpult, um in einer eindringlichen Ansprache seine Auffassung über die Lage zusammenzufassen und die Kammer 3ur einmütigen Annahme des radikalsozialen Entschließungsentwurfes aufzufordern. Leon Blum erklärte, daß es ihm unmöglich sei, auf den von den Sozialdemokraten eingebrachten Zusatz zu verzichten, der die Achtung der Nichteinmischungspolitik knirch olle Staaten verlangt. Daladier erwiderte, daß er die Vertrauensfrage zur unveränderten Annahme des radikalsozialen Entschließungsentwurfes stelle. Die Kammer nahm dann mit 3 6 0 gegen 2 3 4 Stimmen den Satz der Entschließung an, Nachmittagssitzung der Kammer, in der Außenminister Bonnet seine mit größter Spannung erwartete Rede hielt, bot das Schauspiel großer Tage. Schon lange vor Beginn der Sitzung Daren die Tribünen für das Publikum und die rat sei zu der Auffassung gelangt, daß der Versuch, der alten angestammten Neutralität der Schweiz eine andere Auffassung zu geben als sie bisher all- gemein anerkannt gewesen sei, ein unglückliches Interfangen bedeuten würde, das nur geeignet sein könne, die guten internationalen Beziehungen zu trüben. Andererseits komme der kleinen Schweiz nicht die Rolle zu, über Politik und Wirtschaft der großen Staaten zu Gericht zu sitzen. Die neue Vorlage des Bundesrats für Zwecke der Landes- schweren Erdbebenunglück, von dem die chilenische Nation in so tragischem Ausmaße heimgesucht wurde, spreche ich Eurer Exzellenz im Namen des deutschen Volkes und in meinem eigenen mein tiefempfundenes Mitgefühl aus." eingraufigetSiMerSerftörmifl Santiago de Chile, 27. Jan. (Europa- preß-Funkfpruch). Nur allmählich ergibt sich ein ungefähres Bild von den furchtbaren Folgen, die das Erdbeben hatte. Das Militär arbeitet fieber- haft an der Bergung der Verunglückten und Leichen. Mehrere Soldaten und Offiziere find bei ihrem Rettungswerk durch einstürzenoe Trümmer- reste ums Leben gekommen. Pionier- und Inge- nieurabteilungen versuchen, die Landstraßen und die Nachrichtenverbindungen notdürftig wiederherzustellen. Neben Concepcion wurden besonders die Städte Chillan u»id San Carlos schwer betroffen. Chillan hatte 48 000 Einwohner. Davon kamen nach den ersten Feststellungen 10 000 ums Leben. Biele Tausende wurden verletzt. Die Stadt ist buchstäblich vernichtet. Die Ueberlebenden irren halb wahnsinnig durch die Ruinen der Stadt und suchen nach Angehörigen. Die Trümmer, aus denen bisher nur ein geringer Teil der Leichen geborgen werden konnte, bieten ein grausige^ Bild. Da Lebensmittel fehlen und Wassermangel herrscht, befürchtet man den Ausbruch von Seuchen. Die Zahl des Todesopfer ist deshalb so außerordentlich hoch, weil die Einwohner in der Nacht im Schlaf vorn Beben überrascht wurden. Mit Bewunderung spricht man von der Heldentat eines fünfzehnjährigen jungen Mannes, der im Elektrizitätswerk von Chillan Wache hielt. Bei den ersten Anzeichen des Erdbebens war er zunächst auf die Straße gestürzt, dann aber in den Schalterraum zurückgekehrt, um den Strom abzustellen und so Kurzschlüsse und Feuer zu verhindern. Dem jungen Mann gelang seine Absicht, doch wurde er bei einem weiteren Erdstoß von einstürzenden Mauern erschlagen. In Concepcion sind zahlreiche große Gebäude, die erst in den letzten Jahren errichtet worden waren, eingestürzt. Auch das große Hospital stürzte ein. Dabei tarnen zahlreiche Insassen ums Leben. Verschiedentlich kam es auch zu Bränden. Der Materialschaden wird sich erst später abschätzen lassen. Die Gesamtzahl der Todesopfer ist ebenfalls noch nicht zuverlässig feststellbar. Es wird von 2 0 0 0 0 bis 30000Toten gesprochen. Sämtliche ausländischen Diplomaten haben der chilenischen Regierung das I Beileid ihres Landes ausgesprochen und Hilfe angeboten. Bresse überfüllt. In den Wandelgängen bewegten ich Hunderte von Abgeordneten und Journalisten. In den Gesprächen kannte man nur ein Thema, den Fall Barcelonas. Obgleich diese Nachricht nicht unerwartet gekommen war, war sie doch eine große Sensation. Man konnte die Ansicht hören, durch den Fall der katalanischen Hauptstadt werde die Stellung Bonnets gegenüber der Ovposi- tion wesentlich erleichtert. Die Frage einer offenen Einmischung Frankreichs in Katalonien existiert dadurch selbst für zahlreiche marxistische, insbesondere sozialdemokratische Abgeordnete nicht mehr. Zu Be» wird. Zu dieser Abstimmung hatte die Regierung die Vertrauensfrage gestellt. Dann nahm das Haus mit 374 gegen 228 Stimmen auch den Gesamtwortlaut des radikalsozialen Entschließungsentwurfs an. Die neun Tage währende außenpolitische Aussprache hat damit ihren Abschluß gefunden. Daladiers letzter Appell. Daladier hatte vor der Adsttmmung in seiner Schlußansprache erklärt: „Ich will nicht mit heftigen Worten auf die Forderungen antworten, die in einem benachbarten Lande ausgesprochen worden sind. Frankreich ist ein ruhiges, starkes Land, das durch solche Drohunaen nicht beleidigt wird. Ich habe es nicht nötig. Die Sympathie für das italienische Volk eigens zu betonen." Kammerpräsident H e r r i o t unterbrach den Ministerpräsidenten, um zu sagen, daß die Kammer sich diesen Worten einmütig anschließe. Zu den Kommunisten gewandt fuhr Daladier dann fort: „Ich war als Soldat Zeuge des Mutes dieser Soldaten. Ich bedauere die Angriffe aewisser französifcher Zeitungen." Sodann erklärte der Ministerpräsident: „Frankreich kann nicht dulden und wird nicht dulden, unter welchen Umständen dies auch sei, daß seine territoriale Souveränität, sinn der Sitzung ging das Gerücht um, die Sozia» ! istische Partei habe darauf verzichtet, eine zusätzliche Tagesordnung mit der Forderung nach Deffnung der französischen Grenze nach Sowjetspanien einzubringen. Morgen wird im Elysöe ein Ministerrat tattfinhen, der ausschließlich der spanischen und der >amit zusammenhängenden Mittelmeerfrage gewidmet sein wird. Die französische Regierung hofft, bis zum Sonntag einen eingehenden Bericht des am Donnerstag nach Figueras zurückkehrenden franzö- ischen Botschafters Jules Henry über die weite- teren Absichten der sowjetspanischen Behörden nach dem Fall Barcelonas zu erhalten. Auch die Frage der Entsendung eines französischen Botschafters nach Burgos, die nun immer brennender wird, wird sicherlich erneut erörtert werden. Außenminister Sonnet leitete seine Rede in der Kammer mit der Feststellung ein, daß in keinem Augenblick feit dem Ende des Weltkrieges die internationale Lage ernster gewesen sei als im vergangenen Jahre. Der spanische Krieg, der fernöstliche Konflikt, die tschecho- slowakische und die Mittelmeerfrage, Zusammenstöße in Mitteleuropa, all dies gehe auf Den Zusam- rnenbruchdes Sicherheitssystems zurück, in das die Nationen seit 1919 ihren Glauben und ihre Hoffnung gesetzt hätten. „Wir hatten unsere Politik auf die kollektive Sicherheit gegründet. Wir hatten versucht, die internationale Gerechtigkeit der Völker zu organisieren. Eines Tages sahen wir uns einem geschwächten Völkerbund und einem desorganisierten Europa gegenüber. Bonnet ging dann auf die Entwicklung ein, die zu dem Abkommen von München geführt hatte. Die Kritiker vergäßen all die Ereignisse, die München nötig gemacht hätten, nämlich die Rheinlandräumung, den 7. März 1936, die Wiederaufrüstung Deutschlands und den Anschluß Oester- reich». Alle diese Ereignisse habe Frankreich hinge- ' nommen, ohne sich ihnen zu widersetzen. Die Kammer habe diese Polittk mit 550 Stimmen gebilligt, i Inzwischen habe sich nichts ereignet, was zu einer Aenderung dieser Haltung berechtige. Die franko- ■ fische und die englische Demokratie hätten den glei- , chen Friedenswunsch. Sie verlangten von niemand , etwas, wünschten jedoch, ihren Besitzstand aufrecht- zuerhalten. Niemals sei die Entente zwischen Großbritannien und Frankreich herzlicher gewesen als heute. Im Falle von Verwicklungen würden alle Kräfte Großbritanniens zur Verfügung Frankreichs und alle Kräfte Frankreichs zur Verfügung Groh- britanniens stehen. Es sei daher natürlich, daß > Frankreich wünsche, die britische Nation möge ihre ■ militärische Macht auf einen Höchststand bringen, > ebenso wie Großbritannien wünsche, daß dies Frank- ) reich tue. : Bonnet ging dann auf das Zustandekommen der - deutsch-französischen Erklärung vom . 6. Dezember ein und stellte die Frage, ob ein (einer Verantwortung bewußter Mensch sich habe weigern können, dieses Abkommen zu unterzeichnen. Habe Frankreich dadurch irgendeines seiner Interessen preisgegeben? Haben nicht alle Männer, die nacheinander in Frankreich an der Macht waren, in ihren Reden erklärt, daß sie die erste Gelegenheit zu einer Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland ergreifen würden? Und zu der Stunde, da diese Annäherung möglich erschien, hätten wir sie dann nicht annehmen sollen? Wir sind der Ansicht, daß die gemeinsame Erklärung eine erste Etappe darstelle und daß sie die Aussichten einer künftigen vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern eröffnen muß. Unsere geographische Lage bringt es mit sich, daß mir Deutschland als Nachbarn haben. Selbst wenn Frankreich morgen einen neuen Krieg mit Deutschland haben sollte, wäre es nach dem Kriege verpflichtet, wieder mit Deutschland Beziehungen aufzunehmen. Wären dann diese Beziehungen leichter nach einem neuen Krieg, der wiederum Millionen von Opfern fordern, neue Ruinen aufhäufen und den Haß für neue Generationen beleben würde? Ich bezweifle das. Wenn man die deutsch-französische Erklärung einer Abstimmung durch das französische Volk unterziehen würde, so würde diese Abstimmung zu einer Billigung des Abkommens mit einer überwältigenden Mehrheit führen. Zu dem Verhältnis zu Italien übergehend, sagte Bonnet, Frankreich habe keine Gelegenheit versäumt, seine Beziehungen zu Jtal-ien zu ver- bessern. Als England im vergangenen Jahre seine Verhandlungen mit der italienischen Regierung über ein Mittelmeerstatut aufnahm, habe die französische Regierung den Wunsch aus. gedrückt, an diesen Verhandlungen teilzuneh- men. Die italienische Regierung habe jedoch die Einschaltung Frankreichs erst nach dem Abschluß des italienisch-englischen Abkommens gewünscht. Bonnet ging Dann auf die Kündigung des italienisch-französischen Abkommens von 1935 und die von Italien dabei geltend gemachten Gründe ein. Seit 1935 habe sich die politische Atmosphäre durch die Sanktionen und die Errichtung des italienischen Imperiums geändert. Deshalb habe die italienische Regerung den Wunsch ausgedrückt, daß die G e ° samtheit der zwischen den beiden Regierungen schwebenden Fragen erneut geprüft werde. Frankreich habe Darauf geantwortet, daß es Die Gesichtspunkte der italienischen Regierung nicht teilen könne, schon deshalb, weil das Abkommen von 1935 zum Teil durchgeführt worden fei. Der französische Standpunkt werde auch von Eng- land geteilt. Chamberlain und Lord Halifax hätten auch in Rom mit größter Loyalität diesen Standpunkt vertreten. Das italienisch - französische Problem sei von da cm in Rom nicht mehr erwähnt worden. Frankreich werde nicht dulden, daß man an sein Imperium rühre und werde dort feine Souveränität intakt halten, wie es auch das Terri- torium des Imperiums aufrechterhallen werde. Die jüngste Reise Daladiers habe gezeigt, daß das französische Volk diesen Standpunkt teile. Bonnet erwähnte Die Wirtschaftsverhandlungen mit Rumänien, Jugoslawien unD Bulgarien. Darin liege Der Beweis für Den Willen Der französischen Regierung, sich nicht an Diesen LänDern zu Des- • interessieren. Der Außenminister betonte, daß mit Sowjetrußland Die Fühlungnahme weiter aufrecht > erhalten worden fei unD das gleiche auch für Polen 1 gelte. Polen habe immer wieder Die Versicherung 1 gegeben. Daß Die französische Freundschaft eine der s wesentlichen Grundlagen seiner Polittk sei. Zu Der spanischen Frage erklärte Bonnet, ■ ZU Beginn Des spanischen Konflikts habe Frankreich in Uebereinftimmung mit England feinen Willen ' bekundet, in Spanien eine Polittk 6er Nichtein - i m i f d) u n g zu verfolv-n. Diese Polittk sei von ’ den früheren Dolksfrontr egierungen Ribbentrops Besuch inWarschau Warschau, 26. Jan. (DNB.) Reichsaußenmini- fter von Ribbentrop legte am Grabmal des Unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Der Feier, zu Der eine Ehrenkompanie angetreten war, wohh- ten der polnische Kriegsminister unD Vertreter des Außenministeriums bei. Vorher hatte Der Reichs- oußenminister dem Ministerpräsidenten S k 1 a D - -kowski und Marschall Rydz-Smigly einen Besuch abgestattet. Nach Der KranznieDerlegung begab er sich auf Das Schloß, wo er vom Staatspräsidenten Moscicki empfangen wurde. Der Staatspräsident gab ein Frühstück, an dem Die gesamte Regierung teilnahm. Reichsaußenminister von Ribbenttop begab sich dann auf Den Heldenfriedhof Powonski, auf Dem Tausende von deutschen im Weltkrieg gefallene Soldaten ihre letzte Ruhestätte gesunden haben. An dem schlichten Grabstein legte der Minister einen Lorbeerkranz mit Dem Hoheitszeichen Des Reiches nieder. Dann begab sich der Reichsaußen- minifter ins Palais Blanc, wo er den polnischen Ministerpräsidenten General Skladkowski sowie Die Botschafter Italiens und Japans und Den Gesandten Ungarns empfing. Später stattete er Dem polnischen Außenminister Oberst Beck einen Besuch ab. Abends weilten der Reichsaußenminister und Frau von Ribbenttop inderdeutschenBotschaft. Von polnischer Seite waren u. a. erschienen der Außenminister Oberst Beck, Dizeministerpräsident Kwiatkowski, mehrere andere Minister, Der Chef des Generalstabes General Stachiewicz, Der Stadtpräsiden von Warschau, außerdem der italienische und der japanische Botschafter und der ungarische Gesandte mit ihren Damen. Anschließend hatte Bot- Santiago d e Chile, 27. 3an. (D71B. Funk- fpruch.) Soweit sich bisher übersehen laßt, betragt Die Gesamtzahl Der Toten Der Erdbebenkatastrophe etwa 20 000 und die Krisen und HinDernisse zu überwinden und zum entscheidenden Schlag auszuholen. Auch ein durch Lieferungen aus Frankreich gegebenenfalls noch möglicher letzter Widerstand längs der Pyrenäen- grenze werde nur von kurzer Dauer sein. Im Gebiet von Madrid bis Valencia könne die Aufrechterhaltung des Widerstandes auch nur eine Frage der Zeit, sein. Frankreich habe m Spanien eine harte Lektion erhalten. Es müsse sie anerkennen und die Folgerungen daraus ziehen. Auch in den Pyrenäen und bei Monresa gute Fortschritte. Saragoffa, 27. Jan. (DNB. FunkspruM Der nationale Heeresbericht meldet, daß Der Vormarsch im Pyrenäen-Abschnitt weiter- qeht, wo die Heeresgruppen Urgel und Arragon Reste der bolschewistischen Milizen vernichteten. Im Mittelabschnitt eroberte Das Maestrazgo-Korps Den Ort San Vicente de Castellet südlich Manresa und hat damit die feindlichen Abteilungen innerhalb des etwa 300 Quadratkilometer umfassenden Raumes zwischen Manresa, Jgualada und Tarrasa einge» schlossen, so daß ihnen die Flucht nach der Grenze abgeschnitten ist. Auch an der Estremadura-Front, wo die Roten in letzter Zeit zu einer Entlastungsoffensioe angesetzt hatten, waren die Truppen Francos erfolgreich. Im Abschnitt M o n t e r u b i o konnten sie im Gegenangriff ihre Stellungen vorverlegen und dem Feind erhebliche Verluste zufügen. Francos Dank an die italienischen Legionöre. R o m , 26. Jan. (DNB.) Kurz vor dem Einzug der nationalspanischen Truppen in Barcelona hat General Franco an Den DberfttommanDierenDen Der italienischen Legionäre, General (Bambara, ein Telegramm folgenDen Inhalts zur Weiterlei- tung an den Duce gerichtet: „Ich bin für das hervorragende Verhalten der italienischen Legionärs» truppen dankbar, die in Barcelona mit ihren spanischen Kameraden Den Siegeslorbeer erhalten werden. Gez.: Franco." ARGEN KNIEN WAM *3 Jadiaqk □ V.vt* dcahuano f K tos Angeles Collupuli । Angolj? iräi5Ör\J> v/x SANTIAGO • ' -^^wTfemuco Grüne Woche Berlin 1939 // n Don unserem Li-Sonderberichterstatter. Staatsbegräbnis auf dem Jnvalidenfried- das Auf MO folgt Hof. Ihnen Tag für Tag ein rasches, hautschonendes undjparsames Rasieren. 2x2 Minuten-Gesichts- Massage wie auch für ihL regelmäßiges Bgd^ Der überaus feinblasige Schaum der mit Olivenöl hergestellten Palmolive-Rasierseife ermöglicht Schöne Frauen benutzen die mit Palmen- u. Olivenöl hergestellte Palmolive-Seife für ihre tägliche Aus aller Wett. Neubau des Präsidiums des Deutschen Roten Kreuzes. fchen Roten Kreuzes. Der geschäftsführende Präsident, ^-Brigadeführer Dr. Grawitz, wies in seiner Feierrede daraus hin, dieses in etwa einem Jahr sich erhebende Gebäude werde in seiner schlichten und würdigen Bauform den Willen des neuen deutschen Roten Kreuzes im Reiche Adolf Hitlers verdeutlichen. Nachdem Dr. G r a w i tz den Wortlaut der Urkunde verlesen und dem Dokument je eine Fahne und einen Wimpel des neuen vom Führer verliehenen Ehrenzeichens beigefügt hatte, wurde die Kassette in das Fundament eingemauert. Anschließend wurde das Modell des Bauwerkes gezeigt, das eine Gesamtlänge von etwa 240 Meter bei einer Höhe von 15 Meter in dreigeschossiger Bauweise mit einem Säulenportal aufweisen wird. Bereits am I.Juli 1939 wird das Präsidium von Berlin nach Babelsberg übersiedeln und zunächst Unterkunft in den Hauptlägern des Deutschen Roten Kreuzes finden. Auf der Baustelle des Deutschen Roten Kreuzes in Babelsberg wurde der Grundstein gelegt für den Neubau des Präsidiums des Deut- Agrarpoliiik und Außenhandel Darrs spricht in München. Eine brasilianische Luftwafsenkom- Mission ist auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, mit dem Dampfer „General S. Martin" angekommen und wird am 27.Januar in Berlin eintreffen. Rationalisierung in der Rundfunkwirtschast. Berlin, 26. Januar. (DNB.) Auf einer Veranstaltung der Deutschen Akademie sprach der Präsident der Reichsrundfunkkammor, Reichsamtsleiter Hans K r i e g l e r, über Rundfunkgestaltung und Rundfunkwirtschaft. Er erinnerte an die Rekord- Umsätze des laufenden Rundfunkjahres, die gegenüber den früheren Jahren eine Steigerung des Geräteabsatzes um 55 bis 70 v. H. ergeben dürften. Durch die neuen Volks- gerate konnte ein Mehrbedarf von etwa 700 000 Geräten im Kalenderjahr 1938 mühelos befriedigt werden. Es sei aber auch eine Steigerung der Markenempfänger zu verzeichnen gewesen. Da eine große Zahl der ersten Käufer von Volksempfängern nunmehr zu höherwertigen Geräten, insbesondere zu Superhets, übergegangen sei. Die Produktion der Markengeräte habe im Zeichen einer umfassenden Rationalisierung zu stehen, bei der alle Forderungen der staatlichen Wirtschaftslenkung ihre Berücksichtigung finden müßten. Dementsprechend habe die Industrie durch eine weit- gehende Typisierung der Rundfunkapparate und Normung der Einzelteile zu einer Verbilligung, besonders der Supergeräte, beizutragen. Diese Maßnahmen würden weiter zur Einspa- rung von R oh st offen und Devisen, Nach einer Unterbrechung von zwei Jahren sind me diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Nordamerika und dem Iran wieder aufgenommen worden. Die iranische Gesandtschaft in Washington wurde vor Mei Jahren geschlossen, da der damalige iranische Gesandte in Maryland mit einem Polizisten wegen eines angeblichen Derkehrsverftoßes in Streit geraten war und sich die zuständigen Regierungsstellen weigerten, als Vermittler aufzutreten. sein nordafrikanisches oder koloniales Imperium und seine Verbindungswege zu der Metropole und dem Imperium angetastet werden." Diese Worte wurden wieder mit stürmischem Beifall ausgenommen, und Herriot unterstrich in einer Zwischenbemerkung die Versicherung, die Daladier fast wortwörtlich noch einmal wiederholte, mit der Hinzufügung, daß Frankreich keinen Fußbreit Boden aufgeben werde. „Ich erkenne ebenso wie Sie den Ernst der gegenwärtigen Umstände. Wenn ein Opfer unerläßlich ist für die Erhaltung unserer Freiheit und unseres Imperiums, muß dieses Opfer gebracht werden. Finden Sie meine Erklärung unnötig?" Die Kammer antwortete einmütig mit dem Ruf „Nein!" Sodann bat Daladier die Kammer, für die von dem radikalsozialistischen Fraktionsvorsitzenden Chichery eingebrachte Tagesordnung zu stimmen. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat Professor Dr. h. c Richard Wossidlo in Waren (Mecklen- bürg) in besonderer Anerkennung seiner Verdienste um die niederdeutsche Heimatkunst zu seinem 80. Geburtstag telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt. • An einer Arbeitstagung in Berlin nahmen die Hauptamtschefs unö Amtschefs von ff und Polizei, die Führer sowie die Derwaltungs- und R. u. S.-Führer der ff-Oberabschnitte und die Inspekteure der Ordnungspolizei und Sicherheitspolizei teil. Die Hauptamtschefs und eine Reihe von Amtschefs und Hauptabteilungsleitern sprachen über ihre Sachgebiete. Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei Himmler gab Richtlinien für den kommenden Akb ei ts ab schnitt. für den verstorbenen General von Eberhardt ein Staatsbegräbnis angeordnet. Die Trauerfeier findet Freitag, 27. Januar, um 14 Uhr, in der Kirche des Jnvalidenhaufes statt. Anschließend er- Munchen, 26.Jan. (DNB.) Der 6.Lehrgang der Kommission für Wirtschaftspolitik nahm feinen Fortgang durch einen Vortrag des Reichsstatthalters Gauleiter Kaufs mann aus Hamburg über das Verhältnis von Partei und Wirtschaft. Er ging davon aus, daß eine KrisenfestiAUNg durch Industrialisierung auch bei solchen Städten erreicht werden muß, die früher nur auf Handel und Schiffahrt eingestellt waren. So soll auch Hamburg von jeder weltwirtschaftlichen Wechsellage unabhängig gemacht werden. Die Zeiten hemmungsloser Individualität kommen auf dem Gebiete des Außenhandels wohl niemals wieder. Die Steuerung nach klaren volks- wirtschaftlichen Gesichtspunkten bleibt eine Notwendigkeit. Neue Wege der Sauwirtschaft. Generalinspektor Dr.-Jng. Todt erklärter Wäh- rend der Umsatz der gesamten Bauwirtschaft bis 1*932 auf 2,3 Milliarden zurückgegangen ist, sind 1938 im deutschen Bauwesen 11,5 Milliarden Reichs- mark umgesetzt worden. Damit hat die Bauwirtschaft im Augenblick die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht. Die Aufgaben für die Bauwirtschaft steigen aber weiterhm, so daß alles geschehen muß, um ihre Leistungsfähig- feit dennoch auszudehnen. Zu den dringenden weiteren Aufgaben gehören Erweiterungen unserer Produktionsstätten, Ausbau der Verkehrswege und Verkehrsmittel, Wohnungsbauten, Wehrmachtsbauten, Sicherung der Grenzen und Baudenkmäler, die spätere Generationen einmal an unsere Zeit erinnern sollen. Zur weiteren Leistungssteigerung in der Bauwirtschaft sind erforderlich: 1. Ein stärkerer Maschineneinsatz. 2. Darüber hinaus muß die Bauindustrie zu rationellerem Arbeiten erzogen werden. Auf den Baustellen wird heute noch stark improvisiert. Hier wird eine Erziehungsarbeit einsetzen, zu der auch die Vereinfachung und Typisierung von Maschinen gehört. 3. Straffere Disziplin der Bauherrn, bei denen sich der nationalsozialistische Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" stärker als bisher durchsetzen muß. 4. Eine schärfere Ueberwachungder Preis- und Lohngestaltung. 5. Eine gewisse Rangordnung in der Bauwirtschaft. Es muß nicht alles im Jahre 1939 gebaut werden. Selbstverständlich soll gebaut werden, was aus den materiellen Bedürfnissen des Volkes zu bauen ist. Wir müssen auch an die Mahnmale denken, die dem deutschen Volke den Glauben an seine Größe erhalten und es an die gewaltige Zeit Adolf Hit- lers erinnern sollten. Diese großen Mahnmale müssen entstehen, solange Adolf Hitler, der große Führer unseres Volkes und geniale Architekt, unter den Deutschen weilt. Wenn man mitunter hört, daß demgegenüber nicht genügend Wohnungen gebaut würden, so ist jenen Spießbürgern oder Meckerern der Gegenwart vorzuhalten, daß zum deutschen Volke auch die kommenden Generationen gehören, die dankbar für die großen Werke sein werden, die in unserer Zeit entstanden sind. Reichsleiter Darrs legte dar, welchen Beitrag unsere Agrarpolitik zur Schaffung einer neuen Wirtschaftsordnung leisten könne bM. geleistet habe. Er hob hervor, daß grundsätzlich der Standpunkt oertreten worden fei, unsere innere Organisation und Wirtschaftsordnung so aufzubauen, daß der liberale Jntereffenstrelt Industrie — Landwirtschaft in Dingen des Außenhandels grundsätzlich überwunden werden müsse. Das Reichsnährstandsgesetz verfolgte das Ziel, durch die innere Marktordnung die außen politische Handlungsfreiheit wiederzugewinnen. Deutschland könne heute unbekümmert jede Menge Ware, die der mnere Markt zusätzlich brauche, durch Handelsverträge her- einnehmen. Im Schwerpunkt des wltteleuropalschen Raumes liege Großdeutschland. Es werden sich um diesen mitteleuropäischen „Ordnungsblock wie von selbst auch andere Staaten mit wohlaus- geglichenen und stetigen Wirtschaftsbeziehungen her- umkristallisieren, womit die Grundlage für eine wahre neue europäische Ordnung geschallen werde. Mit der Schließung des „mitteleuropäischen Raumes" strebe er keine „Autarkie dieses gro. feeren Raumes an, genau so wenig wie er je ern|£ lich eine strenge und völlige Abschließung Deutschlands von der übrigen Welt verlangt habe^Deutsch-. Berlin, 27. Januar. Da die „Grüne Woche" im vergangenen Jahr der Maul- und Klauenseuche zum Opfer fiel, ist der Andrang zu der großen landwirtschaftlichen Schau dieses Jahres, die von heute (Freitag) an zehn Tage lang sämtliche 12 Hallen einschließlich der vor zwei Jahren noch unvollendeten Masurenhalle im Aus- tellungsgelände am Funkturm mit Beschlag belegen wird, besonders groß. Zudem ist es die erste großdeutsche Grüne Woche. Die Beteiligung aus dem ganzen Reich und vor allem auch aus der Ostmark und dem Sudetengau stellen alles bisher Daaewefene in den Schatten. Wie stets, so gibt auch Die kommende Grüne Woche 1939 nicht nur dem Landwirt eine umfassende Uebersickt über das Neueste auf dem Gebiete der Technik, sondern durch zahlreiche Sonder-, Lehr- uni) Leistungsschauen wird auch den Städtern das Verständnis landwirtschaftlicher Belange und der Bedeutung des landwirtschaftlichen Faktors leicht gemacht. So hat der Reichsnährstand rings um die „EhrenHalle des deutschen Bauern" die aktuellsten Themen seiner Politik zur Darstellung gebracht. In der Sonderschau „Die b l u t s- mäßige Bedeutung des Bauerntums" erfährt Der Besucher, daß Der Anteil des Landvolkes an Der Gesamtbevölkerung von 60,8 v. H. im Jahre 1875 auf 21 v. H. im Jahre 1933 gesunken ist. 800 000 vollwertige Kräfte fehlen heute bereits auf dem Lande, und sie sind, wie die Schau „Erzeu- gunasfteigerung in der Landwirtschaft" nachweist, nicht allein Durch Technisierung zu ersetzen. Die Folgen der Hungerblockade, die in Deutschland dank Der „Humanität Der großen Demokratien" 800 000 Menschen vernichtete, werden auch Den Gleichgültigsten aufschrecken und von Der Tragweite des Kampfes um die Erttagssteigerung überzeugen. Daß hier in den letzten Jahren schon Großes geleistet worden ist, um Den Rückgang Der landwirtschaftlich genutzten Fläche von 908 Hektar auf 440 Hektar je 1000 Einwohner auszugleichen, wird anschaulich berichtet. Hinter Der Ehrenhalle breitet sich links und rechts, in riesigen Dioramen mit den modernsten Mitteln der Ausstellungstechnik hingezaubert deutsches Land aller Gaue aus, unter blauem Himmel in weitgedehnten Feldern, auf denen gelbe Luvine blüht. Traktorenkolosie sind aufgefahren. Der Besucher erlebt hier plastisch den technischen Fortschritt des Maschineneinsatzes von den primitivsten Mitteln vergangener Zeiten bis zum modernen Traktor. Sinngemäß schließt sich der Reichsarbeits- dienst als Mitkämpfer für die deutsche Ernährungsfreiheit und Erweiterung deutschen Lebensraumes an. Auf 2000 Quadratmeter berichtet er von einer vielseitigen Tätigkeit. Ein Beihof zu einem Arbeitsdienstlager mit Wacholdersträuchern, Tannen, Kiefern und Birken ist in der Halle aufgebaut. Ein breiter Steinpsad führt zu Bienenstöcken, Tauben- Zu Ausbildungskursen für die Jahresklasse 1901 sind in Italien 60 000 Mann zum 1. Februar einberufen. * Sir Stafford Crips, der innerhalb Der eng- Irschen Arbeiterpartei den linken Flügel vertrat, ist vorn Vollzugsrat wegen seiner Dol'ksfront-Bestte- düngen aus Der Partei ausgeschlossen war- Den. Kunst und Wissenschaft. „Kunstdenkmäler im Land Hessen." Zum Vorsitzenden Der Kommission für die Veröffentlichung Des Werkes „K u n st d e n k m ä l e r im LandHessen" wurde bis auf weiteres Oberbaurat i.R. Diesenbach, Darmstadt, bestellt. Direktor Dr. Dinther 85 Jahre alt. Dr. phil. und Dr. ing. h. c. Adolf Winther feiert am 27. Januar in voller Rüstigkeit seinen 85. Geburtstag. I n Gießen geboren, studierte er an der Universität seiner Heimatstadt Chemie und trat 1882 in die Chemische und Anilinfarbenfabriken von Kalle & Co. in Biebrich ein. Nach längerer wissenschaftlicher Betätigung übernahm er 1906 die Leitung des Werkes Offenbach der Chemischen Fabriken Griesheim-Elektton. Nach ihrem Uebergang in die JG.-Farbeninduftrie schied er 1926 aus. Durch seine Tätigkeit auf dem Gebiete der organischen Chemie wurden in der Erzeugung wichtiger Benzol- und Naphthalinprodukte und Farbstoffe der deutschen Teerfarbenindustrie bedeutende Dienste von dauerndem Werte geleistet. Auch ist sein Werk: „Zusammenstellung der Patente auf Dem Gebiete der organischen Chemie 1877—1905" zur Orientierung über Die Leistungen auf Den verschiedenen Arbeitsgebieten von Wichtigkeit für Die chemische Industrie und Wissenschaft geworden. — Für feine Verdienste wurde ihm 1924 von der Technischen Hochschule in Darmstadt die Würde eines Dr. ing. h. c. verliehen. Dr. Bircher-Benner. Der bekannte Schweizer Arzt Dr. Bircher-Benner, dessen Ernährungslehren auch in Deutschland weite Verbreitung gefunden haben, ist im Alter von 72 Jahren in Zürich gestorben. Wilhelm Backhaus konzertiert mit stürmischem Erfolge in Turin. Wilhelm Backhaus errang mit einem Konzert im Konservatorium von Turin vor den Mitgliedern des faschistischen Studentenverbandes einen glänzenden Erfolg. Der deutsche Klavieroirtuose spielte mit feiner vollendeten Meisterschaft Stücke von Bach, Schumann, Beethoven und Chopin. Vor allem wurde die Klarheit seines Stiles und Die technische Beherrschung Des Instrumentes gerühmt. Die Beifallsstürme zwangen Den Künstler zu mehreren ebenfalls stark bejubelten Zugaben. zur Einfparung von Arbeitskräften durch Vereinfachung der Arbeitsmethoden führen, auch bei der Herstellung der Gehäuse, indem man in Zukunft dem Pre fest off gegenüber dem Holz Den Vorzug au geben habe. Auch für die Röhrenherstellung fei eine weitgehende Typisierung und Normung im Interesse der Preissenkung notwendig. Um Die gewonnenen Teilnehmer zu beständigen Anhängern des Rundfunks zu machen, fei zunächst eine vorbildliche Programmgestaltung Voraussetzung, die nach Den Richtlinien künstlerischer Unterhaltung und unterhaltender Kunst arbeiten müsse. Dazu sei ferner notwendig, die Sicherung eines störungsfreien Rundfunkempfangs. Die Notwendigkeit einer gesetzlichen Rege- hing Der Rundfunkentstörung bekäme aktuelle Be- Deutung. General von Eberhardt t. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Am 24. Januar ist General Der Infanterie Magnus v. Eberhardt, einer Der verdientesten deutschen Truppenführer des Weltkrieges, im Alter von 83 Jahren gestorben. Er entstammte einer alten preußischen Soldaten- familie und machte bereits vor dem Kriege eine glänzende militärische Laufbahn bis zum Gouverneur der Festung Straßburg. Im Felde kommandierte General von Eberhardt Reservekorps an Der Ost- und Westfront. Mit feinem Namen ist insbesondere Die Erstürmung Des Kemmelber- ges im Frühjahr 1918 verbunden. Für diese Waffentat erhielt er das Eichenlaub zum Orden Pour le merite mit Dem er bereits ein Jahr vorher ausgezeichnet worden war. Im Jahre 1918 kommandierte General von Eberhardt zeitweilig Die 7. Armee. Am 8. November 1918 wurde er zum Oberbefehlshaber Der 1. Armee ernannt, die er nur noch in die Heimat zurückführen konnte. — Der Führer und Oberste Befehlshaber Der Wehrmacht hat schlügen, Kaninchen- und Schafställen in Blockbauweise. In Kleintierställen werden Arbeitsmaiden zur Kleintierhaltung geschult. Eine der großen Sehenswürdigkeiten der Ausstellung bildet unbestritten das in der Masurenhalle aufgebaute Stubaital, ein Diorama mit dem Stubaiferner und dem Zuckerhüttl im Hintergrund, das auf 2000 Quadratmeter eine naturgetreue o ft - märkische Alm- und Bergbauwirtschaft mit Hausmühle und Harfe, mit Seilaufzug und weidenden Kühen, Pferden und Ziegen und dem ganzen täglichen Treiben auf Dem Berghof vor Augen führt. In einem Kleinkino erzählen Kulturfilme vom Leben der Bergbauern. Eine ganze Reihe von Darstellungen unterrichten über ihre Sitten und Gebräuche, ihre Erzeugnisse und Heimarbeiten. Sehr interessant ist ein Ueberblick über die ostmärkische Bauerngeschichte, über die verschiedenen im Blute erstickten Bauernerhebungen, über die Aufhebung der Leibeigenschaft Durch Joseph II. im Jahre 1781 und den Einsatz Der Bergbauern im Weltkrieg. Die Kärntner haben mit 44 Gefallenen auf 1000 Einwohner Die stärksten Verluste erlitten. Der Besucher, Der sich müde und hungrig gelaufen hat, läßt sich in „Rundfunkhausen" nieder und ergötzt sich an den Klängen und dem Gesang der beliebtesten Kapellen und Solisten der deutschen Reichssender. Die gesamte Halle 6 ist in ein Gebirgsdorf verwandelt. Besonders der bäuerliche Besucher wird hier Gelegenheit haben, den Rundfunkbetrieb einmal aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Der eine Flügel der Masurenhalle ist den Gänsen, Kaninchen und Hunden vorbehalten. Dom 27. bis 31. Januar werden 3000 Gänse, Hühner und Tauben vom Verein „Cypria", der das „Grüne Band" der „Cypria" vergibt, versammelt. Zum ersten Male wird eine besondere Abteilung „Leistung und Schönheit" durchgeführt. Auch eine E i e r s cy a u findet statt. Ferner ist Wichtiges über das neuzeitliche Füttern des Geflügels zu erfahren. Während die Kaninchen Dauer- gäfte sind, wird das große Bellkonzert der Rassehunde am 4. und 5. Februar zu hören sein als Auftakt für eine Reihe von Vorführungen und für den Wettbewerb. In diesem Jahre wird zum ersten Male die Anwartschaft zum „Internationalen Schönheits-Championat" vergeben. Glänzend ist auch der Rahmen der bisher größten „Grünen Woche". Außer der Wintertagung des Reichsnährstandes in der Philharmo- nie und mehreren Sondertagungen wird nicht zuletzt das mit großer Spannung erwartete Internationale Reit- und Fahrturnier" in der Deutschlandhalle mit seiner hervorragenden Besetzung dazu beitragen, daß die Reichshauptstadt .zehn Tage lang im Zeichen der doppelten Aehre, das auf allen grün-gelben Plakaten sichtbaren Symbols der Grünen Woche, stehen wird. land bleibe bemüht, nut allen Ländern Der Erde einen gesunde n Güteraustaus ch zu psle- gen. Einfuhr und Ausfuhr könnten aufeinander abgestimmt und miteinander verkoppelt werden. Man komm« damit zurück auf jene Sicherung Der Bezugsquellen und Absatzmärkte, wie sie in vorkapitalistischer Zeit gang und gäbe gewesen seien. Es er- chien auch widernatürlich, für ein im Auslande auf der Grundlage von Sklavenoder Kulilöhnen erzeugtes landwirtschaftliches Produkt denselben Preis anzulegen wie für dasselbe Produkt, wenn es z. B. von jugoslawischen oder ungarischen Bauern auf der Grundlage eines viel höheren Kultur st andes er- zeugt worden fei. Deutschland sei von diesem Wahn- sinn bewußt abgegangen und sei bei feinen Einkäufen zu einer Elastizität in Der Preis- ftufung entsprechend dem Kulturstandard des betreffenden Landes gekommen. Ueberall dort, wo Deutschland diese neuen Grundsätze der Ordnung habe anwenden können, sei eine erhebliche Ausgestaltung Der Handelsbeziehungen möglich gewesen. Hierzu gehöre einmal Italien, teilweise auch Südamerika, in erster Linie aber Mitteleuropa und der weitere S ü d o st e n. Die Erfolge Der Ausfuhrwirtschaft, die hier hätten errungen werden können, beruhten vor allem Darauf, daß Deutschland in Der Lage gewesen sei, diesen Ländern in steigendem Umfange ihre Erzeugnisse, namentlich Rohstoffe und Lebensrnittel, abzunehmen. Es möge nun eine Einstellung dahingehend geben, daß Deutschland feine gesamte Lebensmittelversorgung in Den südosteuropäischen Raum hineinverlegen und die Kräfte Der deutschen Landwirtschaft für andere Aufgaben verwenden könne. Der Süd- osten fei aber weder in der Lage, Deutschland in absehbarer Zeit ernähren zu können, noch könnte sich Deutschland Den Luxus leisten, seinen wertvollen Boden in Parks und Grünlandschaften umzuwandeln, von den volksbiologischen Konsequenzen ganz zu schweigen. Deutschland habe noch bedeutenden Raum für eine zusätzliche Einfuhr von Lebensmitteln. Die Umstellung und die fortlaufende Ausgestaltung Der Handelsbeziehungen biete Der deutschen Industrie große Aussichten. Die industrielle Durchdringung jenes Wirtschaftsraumes werde wiederum einen Teil zur weiteren Ausgewogenheit und sozialen Hebung beitragen, also durchaus im Sinne jener Völker und ihrer Regierungen liegen. Reichsleiter DarrL hob dies noch einmal besonders hervor, um sich ganz klar von imperialistischen Absichten zu distanzieren. Die neue Ordnung, in Der Deutschland Herz und Hirn bilde, könne nur auf Der ehrlichen Zusammenarbeit Der Völker beruhen, niemals auf Beherrschung und Ausnutzung, Die das Wesen Des alten Imperialismus und Kapitalismus gewesen sei. 1 Stück 304 SStückQS'S Mit Bakel ite-Halter 554 Körperschule - Basketball - Polizeigriffe Aus dem Ausbildungs- und Uebungsdienst der Polizei. Der unmittelbar bevorstehende „Tag der deutschen Polizei" lenkt nachhaltiger als sonst in Dienst und Alltag das allgemeine Interesse auf die Hüter unserer Ordnung und Sicherheit. Und dabei könnte die Meinung aufkommen, daß die Polizei im Grunde nichts weiter tut, als mit den Händen auf dem Rücken in der Stadt spazieren zu gehen, bei einem Verkehrsunfall das Notizbuch zu zucken, Kreide zu streuen, um die Bremsspuren zu markieren, und im übrigen nach dem Rechten sehen, wo es gerade not tut. Doch oft ist die Perspektive des Außenstehenden falsch oder geht an Tatsachen vorbei. Im Hinblick auf den Tag der deutschen Polizei gab uns die Polizeidirektion Gießen Gelegenheit, einen Dienst kennenzulernen, der sich nicht in den Straßen der Stadt vollziehen kann. Es ist jener Dienst, der dafür sorgt, daß die Polizei stets ihren Aufgaben gewachsen sein kann, daß sie stets und für jegliche Aufgabe, die ihr zufallen könnte, einsatzbereit ist und daß sie außerdem in ihrer Gesamtheit eine Truppe darstellt, die auch, wenn es sein muß, für größere Aktionen in durchaus militärischer Form eingesetzt werden kann. Bei unseren Gießener Polizeibeamten handelt es sich meist um Männer, die nicht nur zwei Jahre Militärdienst abgeleistet haben, sondern um solche, die zum Teil schon sehr lange die Uniform tragen, die Soldaten im besten Sinne darstellen. Damit sie allen Forderungen gerecht werden können, stehen sie in regelmäßiger Schulung und Hebung. Es wird dafür gesorgt, daß die körperliche Elastizität erhalten bleibt. So wird also in jeder Woche Körperschule betrieben. Durch Hebungen der verschiedensten Art werden die Gelenke locker und die Muskeln spann- kräftig erhalten. Ein Mann der angetretenen Mannschaft tritt vor die Front, zeigt die Hebungen, kommandiert und wie ein Mann führen die Kameraden die Hebungen aus. Aber nicht immer der gleiche Hnterführer steht vor der Gruppe der Kameraden, vielmehr ist im Laufe der Zeit der Hebungsbetrieb schon so geführt worden, daß fast jeder der Kameraden das Kommando für diese Körperschule übernehmen und die Hebungen vorbildlich vormachen kann. Neben der Körperschule ist das Kaippfspiel nicht vernachlässigt. Seit einigen Wochen spielen die Polizisten Basketball. Sie tun es mit ebenso großem Eifer, wie auch mit großer Freude und haben bereits einen beachtlichen Leistungsstand erreicht. Im Februar dieses Jahres, wenn die Gau-Punktekämpfe im Basketball ausgetragen werden, wird auch der Polizeisportverein Gießen mit einer Mannschaft eingreifen, die sich sehen lassen kann. Gegenwärtig wird eifrig in der Turnhalle des VfB.-Reichsbahn am Aulweg geübt. An diesem Spiel beteiligen sich aber nicht nur jene Polizeibeamten, die den Polizeisportverein in den Rundenspielen vertreten wollen, vielmehr nehmen auch die älteren Kameraden stärksten Anteil und im Kampf Mannschaft gegen Mannschaft wird auch aller Ehrgeiz um den Sieg aufgebracht. Wir sahen einige Spiele der Polizisten und konnten feststellen, daß es die Gießener Polizei ohne weiteres mit den Aktiven der anderen Leibesübungen treibenden Vereine aufnehmen kann. Ein Ausbildungs- und Hebungsdienst ganz spezieller Art ist der Waffendienst. Damit ist natürlich in erster Linie die Ausbildung und Hebung mit der Waffe, mit Karabiner und Pistole, gemeint, dazu gehört aber auch jene Technik des waffenlosen Angriffs, mit deren Hilfe die Polizei all denen zu Leibe geht, die im Falle einer Verhaftung Widerstand leisten wollen — und doch abgeführt werden müssen. Hnd hier kennt die Polizei eine Technik, die dem Judo (dem Jiu-Jitsu) zwar verwandt ist, aber doch von der Polizei besonders entwickelt wurde. Diese Technik der waffenlosen Heberwältigung ist so weit vorgeschritten, daß sie bei ihrer Anwendung dem Widerstrebenden keine Möglichkeit läßt, seinen Willen durchzusetzen. Der Verbrecher also, der sich mit einem unserer Gießener Polizeibeamten in einen Kampf Mann gegen Mann einläßt, wird bald den Kürzeren ziehen. Von der Gewalt und dem absoluten Zwang, die hinter diesen Polizeigriffen stehen, kann man sich erst dann einen Begriff machen, wenn man sie in praktischer Vorführung am eigenen Körper erlebt hat. Polizeihauptmann Hei- nacker und Leutnant Fischer ließen es an dieser praktischen Vorführung nicht fehlen und brachten damit den Vertretern der Presse die vollkommene Heberzeugung von der Wirkung dieser Polizei- griffe bei. Schließlich bringen die Stunden der Hebungen auch immer wieder einmal das rein formale Exerzieren, das die Polizeibeamten in einer Exaktheit vorführen, die die vollkommene Körperbeherrschung, wie auch die Beherrschung des Karabiners erkennen lassen. Die Hebungen in ihrer Gesamtheit sind das sichere Mittel, unserer Polizei die Einsatzbereitschaft zu verschaffen, derer sie für ihren Dienst bedarf. Daß dieser Dienst ausschließlich für die Volksgemeinschaft getan wird, dürste sicherlich jedermann bewußt sein. Denn niemals ist die Polizei ein Feind, sondern immer ein Freund der Bevölkerung in ihrer Gesamtheit. Von jenen einzelnen abgesehen, die allen Grund haben, sich vor der Polizei zu verbergen, weil ihr Gewissen und ihr Handeln dem Geist der Volksgemeinschaft entgegenstehen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. 0 Leihgestern, 26. Jan. Der hiesige G e - sang verein „L i e d e r k r a n z" hielt seine ordentliche Hauptversammlung im Vereinslokal „Zum Löwen" ab. Der Vereinsführer gedachte zunächst des im 91. Lebensjahre verstorbenen ältesten Ehrenmitgliedes Johann Gg. Häuser, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann gab er einen Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr, dessen Höhepunkt die Feier des 75jährigen Bestehens am 24. Juli, verbunden mit einem Sängerfest, war, das glänzend verlief. Unter der bewährten Stabführung seines Chorleiters, Reallehrer Blaß (Gießen), wird der Verein sich weiterhin die Pflege des deutschen Liedes angelegen sein lassen. Der Abschluß der vom Rechner oorgetragenen Jahresrechnung kann als gut bezeichnet werden. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Dann trug die Sängerschar ihren inaktiven Mitgliedern noch einige Chöre vor. Kreis Büdingen. (D Schotten, 27. Jan. In Anerkennung ihrer Verdienste um das Rote Kreuz wurden durch Verleihung der Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes ausgezeichnet: Dekan Widmann, ehemals Vorsitzender des früheren Kreismännervereins vom Deutschen Roten Kreuz, Frau Hanna Widmann, ehemals Vorsitzende des früheren Kreisvereins Schotten des Alice- Frauenvereins, Pfarrer Römer, ehemals Vorsitzender des früheren Zweigvereins Schotten vom Roten Kreuz, Frau Lina Römer, ehemals Rechnerin des früheren Zweigvereins Schotten des einstigen Alice-Frauenoereins, und Kreisfürsorgerin Schwester Ella Puth, ehemalige Kreisgruppenleiterin der weiblichen Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes. 0 Nidda , 24. Jan. Der R e i ch s'k o l o n i a l- bunt) veranstaltete im hiesigen Ortsverband einen stark besuchten Vortragsabend über Südwestafrika. Der Redner des Abends, Pg. E. Schneider (Gießen), der als Schutztruppler dort etwa sechs Jahre lebte, sprach in fesselnder Weise an Hand zahlreicher Lichtbilder. Der Vorttag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. = Bad Salzhausen, 24. Jan. Nachdem vor etlichen Wochen dem Park durch Auslichten einzelner Baumgruppen ein gefälligeres Aussehen verliehen wurde, ist nun auch die aus etwa 35 Bäumen bestehende Kastanien-Allee entlang der Straße nach Geiß-Nidda niedergelegt worden. Die teilweise ziemlich morsch gewordenen, sehr hohen Bäume, die vor etwa 80 bis 100 Jahren gepflanzt wurden, bildeten eine Gefahr für die Passanten und die gegenüberliegenden Häuser. Der Untergrund der einstigen Allee wird nach Anbringung einer Trockenmauer an der östlichen Straßenseite horizontal gelegt und mit einer vier Meter breiten Weganlage für Fußgänger, sowie zwei seitlichen Rasenanlagen mit Blumenbeeten non je zwei Meter Breite versehen. Ein größeres kreisförmiges Blumenbeet wird am Südende den Abschluß bilden. < Babenhausen I, 26. Jan. Der Bürgermeister hatte zu einet Einwohnerversammlung eingeladen, in der über die Bodenbestandserhebung gesprochen wurde. Anschließend gab der Ortsbauernführer Aufschluß über das weibliche Landdienstjahr und forderte die Bauern, die eine Helferin haben müßten, zur Anmeldung auf. Die Abgabe von L o s h o l z soll in diesem Jahre wieder stattfinden. Eine Anmeldeliste wurde zur Einzeichnung der Ortsbüraer aufgelegt. A Steinberg, 26. Januar. Die schon vor der Kälte in Angriff genommene Wasserleitung zu den Neubauten ist nun fertiggestellt. Kreis Vehlar. (D Gleiberg, 26. Jan. Der einzige Verein unserer kleinen Devggemeinde ist der Gesangverein „Hermanus". Er kann in diesem Jahr auf sechs Jahrzehnte Gesangspflege zurückblicken, die ihn zu einem maßgeblichen dörflichen Kulturfaktor entwickelte, an dem die gesamte Bevölkerung Anteil nimmt. Das betonte der Vereinsführer Wilhelm Medenbach in der Jahres- hauvtversammlung. Das abqelaufene Vereinsjahr zeigte die (Sänger bei fleißiger Tätigkeit in den 49 Uebungsstunden. Ein erfreulicher finanzieller Stand konnte vorgetragen werden. Unter den Mitgliedern befinden sich noch zwei Mitbegründer des Vereins, nämlich Karl G ö b 1 e r und Karl Bender. Die Sänger Karl Hofmann, Karl Lust und Ludwig Müller können auf eine fünfzigjährige aktive Mitwirkung zurückblicken. Die Versammlung endete nach alter Sängerweise mit Vorträgen einiger Lieder. Rundfunkprogramm Samstag, 28. Januat. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frübkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: „Ich hab ihm jedes Wort geglaubt". Eine Warnung an die Besitzerinnen von Sparkassenbüchern. 10: Heimkehr zum Reich. Dom Kampf Juli 1934 bis heute. Zusammengestellt von Sepp Keller. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: In Sachen »Tag der Wehrmacht findet erst Mitte März statt. Wie der Standortoffizier der 9. Division uns mit« teilt, macht sich infolge anderer Planungen der NSV. eine Verlegung des „Tages der Wehrmacht" notwendig. Diese Veranstaltung unserer Soldaten wird nicht am 25. und 26. Fe« bruar, sondern erst am 19. März durchgeführt. Die Verlegung gilt auch für den Standort Gießen. „Scharfsinn". Auflösung unseres Schallplatten-Preis« rätfels vom 7.1.1939. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Stimmen aus dem Alltag: „Bitte, nehmen Sie mich mit!" 15.30: Unsere Jungmädel fingen lustige Lieder. 16: „Sperlings bunte Bühne . 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. 19.15: Tagesspiegel. Zum Tag der deutschen Polizei. 19.40: Reichsführer ff Himmler spricht zum „Tag der deutschen Polizei". 20: Nachrichten. 20.15: Gibt's Schöneres im Leben, als andern Freude geben! Wetterbericht Die Verlagerung des zuletzt vorgestoßenen Atlantikwirbels nach Deutschland hat seinen Einfluß auf unser Wetter verstärkt, so daß es am Freitag zu weiteren Niederschlägen (auch m den Niederungen meist als Schnee) kommen wird. Bei aufkommender Ostströmung kann mit langsam fortschreitender Abkühlung gerechnet werden. Vorhersage für Samstag: Zunächst meist bewölkt, später zeitweise aufheiternd, noch unbeständig, aber abnehmende Niederschlagsneigung, vorerst östliche Winde, Temperaturen im Flachland um Null Grad, im Gebirge Dauerfrost. Vorhersage für Sonntag: Wolkig bis aufheiternd, meist trocken, vielerorts leichter Frost. Lufttemperaturen am 26. Januar: mittags 2,5 Grad Celsius, abends —0,2 Grad; am 27. Januar: morgens —0,2 Grad. Maximum 2,5 Grad, Mini« mum heute nacht —1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Januar: abends 3,9 Grad; am 27. Januar: morgens 3,1 Grad. — Niederschläge 1,9 mm (Schnee und Regen). — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Mniersport-Ivetlerberichl. Vogelsberg. Hoherodskopf: Leichter Schnee« fall, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 8 cm, Neuschnee 2 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel mäßig. Rhön. Wasserkuppe: Schneefall, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 20 cm, Neuschnee 4 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Sauerland. Wmterberg: Schneefall, — 2 Grad, Gesamtschneehöhe 10 cm, Neuschnee 4 cm, Pulverschnee, Schi mäßig, Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, — 6 Grad, Gesamtschneehöhe 100 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Alpen. Oberstdorf: Bedeckt, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 24 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut., Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wichelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst 93lum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Silber; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterr Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Hniversitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der 3Hu« ftrierten-15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Landwehrvereinigung ehem.116er Wir betrauern das Ableben unseres lieben Kameraden Heinrich Dietz. Beerdigung: Samstag, 28. Januar 1939, um 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Beteiligung der Kameraden Ehrensache. Der Führerrat. _________________________________________571D MeineAnzeigea im Gießener Anzeiger worden von Tausenden beachtet und aelelen |Vermietungen"] Schönes mö6l. Simmet mit 2 Betten u. Küchenbenutzg. zum 1. Februar tu vermieten.»«? Wo? sagt die Ge- srhqftsst^d^G. A. | Mietgesuch7] IW. Zimmer in ruhiger Lage, ver 1. Februar Besucht. Schrift!; Angeb. mitPrersangabe unter 572D au den Gieß. Anz. Keine Zeugnisse in Urschrift Madern nm Heugnts- abididften dem Br- werbungchchrelden bei. legen: - Lichtbilder unoivewerbungsunte» tgen müssen zur Wet- Meldung oon Bertustea aus der lstückfeite ist» «en unb Anschrist bei Bewettert trauen l Zuverlässigen Wllalre sucht 563D Heinrich Hochftätter Blockstraße 5. 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Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, datz neben der Hausliste eine Firmen- liste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung tragt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz sie diese Sonderlifte sofort und vollftändig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Vereins- und Kassen-Borftände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die Realie BIRKENWASSER’« ZUR HAARPFLEGE i” 3ettllfent5trflowle auch seidene, werden schnell, fast wie neu, wieder hergestellt. Füßlinge nicht abschneiden. LssD Strickerei Beck Äeustadt 45 Kein Laden Sonntag, 29. Januar, 17 Uhr 33. Musikalische Abendfeier in der Johanneskirche tahostr. / Lammstr. 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