Mittwoch,26.ZUN19Z9 189. Jahrgang Hrj72 (Erftcs Blatt Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Texte anzeigen von 70 mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrist nach Dort). Dereinbg.25°/tz mehr. Lrmahigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein» nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzete gen, Bäder-, Unterrichts» tu behördliche AnzeigenSRpf. Mengenabschlüsse Staffel» Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfilStsdruckerei «.Lange in Siehe». 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Presse um etwa 24 Stunden früher gebracht werden konnte, ehe sie von englischer Seite zugegeben wurde, schreibt „Politiken", England weiche im Fernen Osten zurück, weil sonst die Verpflichtungen, die es in Europa übernommen habe, einen immer fragwürdigeren Wert bekämen. Es bestehe ein Zusammenhang zwischen der Last „Garantien", den Verhandlungen in Moskau, Roosevelts Niederlage in Sachen der Neutralitätsgesetzgebung auf der einen Seite und der englisch-japanischen Uebereinkunft auf der anderen Seite. Da die Verhandlungen mit Moskau immer noch ergebnislos seien und vielleicht auch bleiben würden, und da die Vereinigten Staaten sich völlig abgeneigt zeigen, um Englands willen Verpflichtungen in Ost- asien auf sich zu nehmen, sei England nichts anderes übrig geblieben, als dem japanischen Heer Handlungsfreiheit in einem Umfang zuzugestehen, der auch Englands Interessen stark berühre. Eng- Der Generalfeldmarschall wurde überall, wo er sich zeigte, von der Einwohnerschaft und den Badegästen der Inselbevölkerung mit stürmischem Jubel wobei die „Kapitalbremse", wie der Londoner! „Ecnonomist" sie nennt, dahin eingeschaltet wird, daß nur ein Bruchteil zur Anlage von Rüstungsfabriken in Polen selbst Verwendung finden dürfen Die Polen wollen aber auch anderwärts auf eng» lischen Kredit Bestellungen machen, weil sie die Leistungsfähigkeit der englischen Rüstungsindustrie bezweifeln. Der Kredit an Griechenland enthält zudem die Klausel, daß die griechische Regierung für diese Waffenlieferungen 5prozentige Schatzanweisun- gen ausgibt, und die Aufrüstung der Türkei wird ebenfalls vollkommen von England bestritten werden müssen, da in der Türkei selbst keinerlei Rüstungsfabriken bestehen. Abgesehen von allen anderen Fragen und der Enttäuschung der Anleihebegierigen — das Dominion Neuseeland hat bis heute im Gegensatz zu den Vasallenstaaten vergeblich in London um eine Anleihe antichambriert — muß doch selbst in der englischen Industrie die Frage austauchen, ob sie überhaupt die Kapazität besitzt, einmal den eigenen kolossalen Rüstungsbedarf zu decken und dann noch Polen, die Türkei usw. mit allem zu versehen, was zur Kriegsführung notwendig ist, vom Eßgeschirr bis zum Tank, von der Gewehrkugel bis zur schwersten Munition, von den Gewehren bis zu leichten und schweren Geschützen, von den Tanks zu den Flugzeugen. Der Führer auf dem Reichsparteitagsgelände Er hat den schönen Kniff gefunden, die anderen Staaten dann mit Anleihen zu unterstützen, wenn sie versprechen, einmal diese Kredite in bar zurückzuzahlen, die sie nur in Form von Rüstungslieferungen erhalten, und dann, komme was kommen mag, für England ihr Blut gegen die autoritär enMächte zu verspritzen. Aber wenn schon die Auslandskredite der Briten, die merkantiler Natur sind, sich heute nicht mehr so verzinsen, daß die Engländer von ihrem Reichtum durch die Arbeit anderer Nationen bequenrleben können, so sind doch die Auswirkungen dieser politischen Kreditwirtschaft geradezu katastrophal. In London hat man sehr viel versprochen und nachher wenig gehalten. Die englische Anleihe an Polen ist eine reine Kriegsanleihe, denn so viel Geschäftsmann ist der Brite, daß er sich sagt, niemals kann die schwache polnische Republik die Zinsen, geschweige denn die Anleihe bezahlen; das gleiche gilt für die Anleihen an die Türkei und an Griechenland. Während die geldlüsternen Polen ihre leeren Kassen mit einer Anleihe von mindestens 50 Millionen Pfund auffüllen wollten, sollen ihnen nur 16,5 Millionen gegeben werden, und der Streit dreht sich darum, daß England diese Anleihen nur 1 in Form von Rüstungslieferungen gewähren will. Bayreuth, 25. Juli. (DNB.) In Anwesenheit des Führers wurden am Dienstag die B a y - reuther Bühnen fest spiele 1939 mit einer glanzvollen Neuinszenierung von Richard Wagners „Fliegendem Holländer" eröffnet. Bei der Auffahrt zum Festspielhügel wurde der Führer von der die Straßen umsäumenden Bevölkerung begeistert begrüßt. Am Portal des Festspielhauses wurde er von Frau Winnifred Wagner empfangen, die neben dem Führer in der Loge Platz nahm. In dem festlichen Haus sah man weiter als Ehrengäste Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsminister K e r r l, Reichsminister Dr. Seyß - Inquart, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter B o r m a n n , den bayerischen Ministerpräsidenten Ludwig Siebert, sichrer Brückner, Gruppenführer H , land weiche .der starken Verbindung Rom — Berlin — Tokio. „Seine Machtstellung vollständig eingebüßt". Rom, 25.Juli. (Europapreß.) Die Anerkennung der japanischen Forderungen durch Großbritannien wird von der italienischen Presse als eine neue schwere Niederlage der britischen Politik mit sichtlicher Genugtuung verzeichnet. Man verweist darauf, daß Großbritannien durch sein eigenes Verschulden und seine illoyale Haltung im Fernen Osten nunmehr seine Macht- stellung vollständig eingebüßt habe. Dis Ausführungen Chamberlains vor dem Unterhaus seien als ein offenes Eingeständnis der erlittenen Niederlage anzusehen. Weiterhin spricht die italienische Presse von einer Der größte Teil des englischen Kapitals ist am Empire selbst untergebracht. Aber diese -Zinseingänge, die insgesamt sich auf rund 180 bis 200 Millionen Pfund belaufen werden, sind durch- Jn diesen Tagen weilte der Führer wieder in Nürnberg, um sich von dem Stand der Bauarbeiten auf -bem Reichsparteitagsgelände und den Vorbereitungen für den kommenden „Parteitag des Friedens' zu unterrichten. Links vom Führer sieht man ^-Gruppenführer Schaub, rechts die Architekten Prost Brügmann und Ruff. Ganz rechts Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. — (S-cherl-Bilderdienft-M.) Gauleiter Wächtler, Sprenger, Dr. Bai« ner, Dr. Meyer, sowie u. a. den deutschen Botschafter in Rom von Mackensen. Generalfeldmarschall Göring bei der Luftwaffe aus Sylt. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Am Dienstag besichtigte Generalfeldmarschall Göring in Begleitung von Generaloberst Milch, Staatssekretär Körner und dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe Jeschonnek den Flugplatz Munkmarsch und die dort liegenden Verbände der Luftwaffe, ferner den Flugplatz Rantum mit den Großanlagen für Wasserflugzeuge. oder Nordchina, sondern gelte für ganz China, soweit es von japanischen Truppen be- etzt sei, und besonders für Schanghai und Kulangsu Die Ausführungen Chamberlains einerseits und die Erklärungen Craigies, sowie der Inhalt des Memorandums anderseits stehen also in einem denkbar scharfen Gegensatz zueinander. Hat man sich im Unterhaus nur gegenseitig eine Komödie vorgespielt, um vor der Welt die britische Würde zu' wahren? Der Riß geht sehr viel tiefer. Mit einfachen Ableugnungsversuchen kann man die schwere Wunde nicht mehr verbergen, die das Weltreich in diesen Tagen empfangen hat. Gerade in den USA. ist die Meldung von dem Abkommen in Tokio als eine ungeheure Schlappe der englischen Außenpoli - t i k gewertet worden, und der amerikanische Senator Johnson hat öffentlich seiner Freude darüber Ausdruck gegeben, daß diesmal nicht die USA., wie Roosevelt gewünscht, für John Bull die heißen Kastanien geholt und sich dabei verbrannt hätten. Immerhin ist es doch merkwürdig, daß auch die Opposition im englischen Unterhaus über die Loge in den britischen Niederlassungen kein Sterbenswort sagte. Was die britische Regierung mit ihrer plumpen Taktik bezweckt, weshalb sie der Welt das Schauspiel bietet, ihre Ansichten denen ihres Botschafters in Tokio entgegenzusetzen, ist einfach rätselhaft, wie so manche Wege des Herrn Chamberlain. In Japan aber hat diese Londoner Taktik nur zu der Erkenntnis geführt, die schon Shakespeare im 4. Aufzug seines „Heinrich V." aussprach: „Seid kurz mit diesen Englischen!" E. S. „England weicht zurück". Kopenhagen, 25. Juli. (DNB.) Zu der englischen Anerkennung der Handlungsfreiheit des japanischen Heeres in China, die auf Grund der deutschen Berichte aus Tokio auch von der hiesigen raus abhängig vom Aufschwung oder 6infcn des Welthandels und damit auch vom Gang der britischen Schiffahrt. Da der Welthandel z u - sammenschrumpft, sinkt auch die Möglichkeit ©er Schuldnerländer, ihren Zinsendienst voll auf- -recht zu erhalten. Das ist eine schwere Crux. Hinzu Ifommt die Unmöglichkeit, aus den privaten Kapitalanlagen auch mir eine ausreichende Verzinsung zu gewinnen. Während z. B. die südamerikanischen Staaten bereits seit längerer. Zeit den Zinsendienst -für Staatsanleihen eingestellt haben, verzinsten sich Oie industriellen Beteiligungen im Jahre 1937, mlso immerhin in einem Jahr besserer Konjunktur wls 1938, mit 2,9 v. H., die englischen Eisenbahne in Südamerika mit 1,9 v. H. und nur die Schif ssahrts- und Bankaktien warfen immerhin ein Diente von 3,3 v. H. ab, während sie im Jahre 1913 -durchschnittlich 10,1 v. H. betrug! . Die kleine englische Mutterinsel ist ,etz mlso in einer prekären Lage, aber sie wird noch ^verschlimmert durch den Fehlbetrag, den der englische Haushalt aufweist und für dessen. Deckung ©er Brite immer stärker bluten muß. Die öffentliche Verschuldung hatte schon vor den neuen Einkreisungskrediten rund 8,2 Milliarden erreicht, während der ganze Weltkrieg 11 Milliarden Pfund kostete, die zudem in Höhe von 36 v. H. aus Steuern gedeckt wurden. Das gegenwärtige Volks- mahme üielleiu)t der englischen Stahlindustrie. Aber naud) diese wurde nur durch Druck des Staates ge- igroungen, in den letzten Jahren rund 30 Millionen lPfund für die Erneuerung ihrer Anlagen aus- ^ugeben, und zwar drohte die Regierung damit, den .1932 auf 33'/2 v. H. festgesetzten Schutzzoll auf Eisen- und Stahlerzeuanisse aufzuheben, falls sich Vie renitenten Privatbesitzer nicht willfährig zeigten. Biber dieser Vorgang ist vereinzelt, und das Nachlassen der englischen Ausfuhr ist umso katastrophaler, mls gleichzeitig auch der finanzielle Aus- landsbesitz immer ftärfer abbröckelt. Dieser Auslandsbesitz war Englands Stärke. Honsel und Industrie mögen konjunkturellen Wandlungen unterworfen sein. Solange die Dominien uunb fremden Staaten englisches Leihkapital brauchten und verzinsten und englisches Privatkapital Mutzen zog aus der Arbeit der Völker aller Zonen, nvar England tatsächlich Herr dieser ungezählten Millionen, von China über Indien und Afrika bis ^Australien, Amerika und Europa. Hier brachte der Krieg insofern eine Wandlung, als die USA. a l s Schuldner Englands ausfielen. Vorher Hatten die USA. rund 20 v. H. der englischen Anleihen aufgenommen, heute fehlen sie vollkommen. Dazu tarnen die Wirren im Fernost. Englands Kapitalanlagen in China werden auf 10 Milliarden Pfund geschätzt. Heute bringen sie nichts ilnehr ein. Sie sind endgültig verloren, und vcr- pgeblich versuchte die Londoner Regierung, durch -Stützung der Währung Tschiongkaischeks, die jetzt laufgegeben wurde, den Japanern Paroli zu bieten. KSo ist nur ein britisches Vermögen von rund 3,5 l Milliarden Pfund außerhalb des Britenreiches Irbriggeblieben, und zwar sind die Hauptschuldner- Ulländer nach der letzten englischen Statistik, die für 11938 gilt: Kontinentaleuropa Brasilien Englands politische Niederlage in China. Oie Ableugnungsversuche Chamberlains. - Das Echo bei den anderen Weniger Werne Kugeln. Von Eugen Siebert. In feiner berüchtigten Kriegsdrohung vom Hl. Juni 1911 in Mansion House sagte Lloyd George, damals Schatzsekretär, mit Stolz, England sei der Bankier der Welt, und im Weltkriege Prahlte er mit den silbernen Kugeln, denen Deutschland erliegen sollte. Heute versucht England, mit den gleichen Mitteln Soldner st aaten zu werben, die für englische Säckelzwecke verbluten Men. Aber einmal hat sich die Struktur Mittel- junb Südeuropas nicht nur politisch, sondern auch i wirtschaftlich gewandelt und vom liberalistischen Kapitalismus, d.h. der Macht des Geldes englischer Fasson, abgekehrt, und dann ist England -nicht mehr die ausschließliche Handels- und Geld- macht, da der Weltkrieg es vom Throne Mammons gestürzt hat. Das ist entscheidend. Englands Macht liegt in seiner Vergangenheit, jinö man kann unmöglich die Gegenwart oder die Zukunft mit den gleichen Mitteln gewinnen, die in den hinter uns liegenden Zeiten das englische Empire schufen, obwohl die Briten in ihrer Verbissenheit sie wieder anwenden. Der größte Faktor n der englischen Geschichte war seine Flotte, die England die Güter der unterworfenen Welt und namit einen ungeheuren Reichtum sicherte. Englands Verzicht auf der Washingtoner Konferenz, daß feine Motte doppelt so stark sein müsse als die nächstfolgende, war daher ebenso folgenschwer wie der ilUebergang der USA. im Weltkrieg von einem Schuldner- zu einem Gläubigerland, das heute zwei Drittel des gesamten Goldes der Welt gehortet hat Damit aber war, bei gleichzeitigem Verfall der englischen Industrie und der Ausfuhr — man denke nur an das Elend in den englischen Waumwollbezirken, die ehemals die Welt beherrschten — auch die Rolle Englands als Weltbankier gefährdet. Neu aufkommende Industrien schlugen foie britische, die lteste der Welt, deren Ausrüstung roeraltet war uto es auch noch heute ist, mit Aus- einkommen Englands wird auf rund 5 Milliarden Pfund geschätzt, davon gehen aber für den ordentlichen Haushalt und die Rüstungsausgaben rund ein Viertel, 1322 Millionen Pfund, drauf, und heute hat man in London Sorge um d i e Zeichnung der Rüstungsanleihen. Zunächst sollten im Laufe dieses Finanzjahres rund 375 Millionen Pfund erforderlich fein, jetzt wird die Summe schon auf 6—7000 Millionen Pfund geschätzt. Dabei hat England allein im kritischen Halbjahr September 1938 bis 1. März 1939 rund 300 Millionen Pfund Gold vergeblich zur Pfundstützung geopfert, und bereits im März setzte wieder eine neue Kapitalflucht ein, die auch im Ium noch anhielt. Während der englische Steuerzahler rund fünfmal soviel Steuern wie in der Vorkriegszeit zahlen muß, sind auch die indirekten Steuern gewaltig gestiegen. Sie machen rund 45 v. H der Gesamteinnahmen aus, während sie tn Deutschland nur bei 30 v. H. liegen. Der Engländer spürt jetzt die ganze Last und die kritische Lage des Weltreiches am eigenen Geldbeutel, und die Rüstungslast kann er ebensowenig mehr auf andere abwälzen wie die Sorge für seine subsidiären Staaten mit seinen zusammengeschmolzenen silbernen Kugeln bereitzustehen. Es handelt sich diesmal um den britischen Premierminister mit dem zur Sage gewordenen Frie-- densregenschirm, Neville Chamberlain, und den Botschafter Seiner Britischen Majestät in Tokio, Craigie. Im Londoner Unterhaus ver- icherte Chamberlain treuherzig, die Verhandlungen in Tokio hätten sich nicht auf ganz China bezögen, sondern nur auf Tientsin. Wörtlich agte er auf Anfrage, er könne die Versicherung abgeben, daß in den kommenden Verhandlungen nichts angenommen werden könnte, das darauf berechnet fei, eine britische Kreditsperre gegen China zu verhängen. „Die Erörterungen beschränkten sich", o fügte er hinzu, „auf lokale Fragen in Tientsin". Die Frage des Labour-Abgeordneten Hender- o n, ob die britische Großzügigkeit des Entgegen- ’ommens nicht tatsächlich die Anerkennung der japanischen Souveränität in den von japanischen Truppen kontrollierten Gebieten bedeute, oerneime Chamberlain ebenso wie die Frage, ob in der britischen Politik gegenüber China irgendein Wechsel eingetreten sei. „Die Erklärung von Tokio", so meinte der Lenker der britischen Geschicke, „bedeutet keinerlei Wechsel in der britischen Politik China gegenüber." Diese Erklärungen vom britischen Regierungstisch sind derartig widerspruchsvoll, daß man ich an den Kopf faßt. Es hat sich also nichts geändert, es ist nur über Tientsin geredet worden? Weshalb denn das vom britischen Botschafter C r a i g i e und dem japanischen Außenminister A r i t ä unterzeichnete Memorandum, weshalb die Erregung in der englischen Presse in China, weshalb die Beschönigungsversuche der französischen Zeitungen, wie des „Journal des Däbats", des „Temps", des „Figaro", „England habe seine Chinapolitik geändert, um in Europa freie Hand zu bekommen^, natürlich nur, um das Einkreisungs- netz fester zu knüpfen? Der britische Regierungschef hätte sich doch sagen müssen, daß das etwas viel Krach um eine Omelette wäre, wenn feine Darstellung zuträfe. Aber sie trifft nicht z u. Der britische Botschafter in Tokio, Craigie, hat sofort nach Chamberlains Unterhauserklärung versichert, bas Abkommen beschränke sich nicht auf Tientsin Keine Anleihe für Polen? Warschau spricht von Mißerfolg der Anleiheverhandlungen in London. IET t werden könne. KANTON I 8 derselben Putziger Bucht, die heute zu Polen gehört, stießen die polnischen Schiffe ans die ver-i Heu bündele Seemacht der Dänen und Danziger, und das I stand: Bewaffnung 2011 britische Delegation bei den User» Krage ist und bleibt Genfer Liga über den Kriea in Aweideutigkeit. Hierfür umen hat. „Man denkt , so fahrt Artikel der „Time 5" < Handlungen der Ostasien eingenommen 20 2250 2—7,5; 2—4,7 MANDSCHUKUO 14 14 Verdrängung Tonnen 1540 1540 360 365 342 342 33 33 27 28 1100 1100 980 980 980 Geschwindigkeit Seemeilen 14/9 14/9 14/9 flWUWEl RUSSLAND!;^ nehmen. Während so der Türkei ihre Rolle zu geteilt wird, die neutralen Staaten von der britischen Flotte theoretisch in englische Etappenstationen -verwandelt" worden sind, das Ruhgebiet in der Phantasie .vernichtet" ist, wird den Rumänen Angst gemacht. „Der verlockendste Brocken" für Deutschland seien die Erdölgebiete Rumäniens. Deutschland würde im Augenblick eines Krieges von den Rumänen Erdöl anfordern, das sie mit entwerteter Mark" bezahlen würden. Wenn Rumänien Schwierigkeiten machen sollte, so würden „sofort" die deutschen Truppen in Rumänien einmarschieren. Dann aber „würde die englische Flotte sprechen", die über die Tardanellen ins Schwarze Meer gelangt sei. Die polnische Seetraditron ist eigentlich gleich Null. Die Polen haben als kontinentales Volk niemals ein Interesse für die Seefahrt gehabt, außerdem bewohnten sie auch niemals Küstengebiete. Zwar hatte Polen im 14. Jahrhundert staatsrechtlich gesehen einen Zugang zum Meer, ähnlich dem von heute, aber die damalige Begründung einer Flotte durch König Wladis, laus IV. Wasa blieb in der Praxis nur ein kläglicher Versuch. Polen lag damals im Streit mit Danzig. Es ging um die Getreidezölle. Die Polen verlangten von den Danzigern eine Verzollung der Getreideausfuhr, Danzig weigerte sich jedoch, der polnischen Forderung nachzukommen. So entschloß sich also zum ersten und letzten Male in der Geschichte Polens Wladislaus Wasa zum Bau einer Kriegsflotte. Erbauer und Bemannung dieser ersten polnischen Kriegsschiffe waren ausnahmslos Deutsche, die von den Polen angeworben worden waren.Jedoch gleich beim ersten Auslaufen aus klang bringen lasse und erst recht nicht mit der Haltung, die die britische Delegation bei den Der- Danzig bedeute, so versichert die „Times", für Polen die eigene Unabhängigkeit, und diese Ansicht werde voll und ganz von der Regierung und dem Volke Englands geteilt. Es genügt für die Engländer. daß Polen für sich die Dorniger Frage als so vital ansieht, daß es zu den Waffen greift, wenn irgendeine Aenderung in Aussicht steht, um Groß- bntannren zu veranlassen, sich in jedem Augenblick für Polen einzusetzen. Immer wieder wird hier also der Blanco-Scheck erneuert, den London dem polnischen Größenwahn ausgestellt hat. Man erklärt ganz offen, daß man einen Erfolg Deutschlands in ber Danziger Frage nicht wünsche und daß eine Regelung im deutschen Sinne eine Herausforderung 4 schw. MG.; 6 Torp. 7—12; 4—4; 4 schw. MG.; 6 Torp. 4—13; 4—4; 6 Torp. stand dieser Flotte. Im Jahve 1930 erwarb Polen das erste moderne, aus einer französischen Werft erbaute Kriegsschiff» den Zerstörer „Wicher". 1931 und 1932 wurde die Flotte um zwei weitere Zerstörer und drei U-Boote erweitert. Hinzu kamen die nötigen Begleitschiffe. Heute hat die polnische Kriegsflotte folgenden Be- das Blatt fort, „offenbar in London selbst nur mit Unbehagen an die Wirkungen die dieses Abkommen schon in den Vereinigten Staaten haben wird. Man wird sich auch nicht wundern dürfen, wenn die Paktverhandlungen in Moskau von diesem Vorgang beeinflußt werden — selbstverständlich nicht im günstigen Sinne." Anderseits werde die Regierung Tschiangkaischek, durch deren Widerstand die japanische Invasion bisher in der Hoffnung auf eine mehr ober minder wirksame Unterstützung durch England den stärksten Rückhalt fand, sich eine grundsätzliche Aenderung ihrer Haltung überlegen müssen. „Keine Aenderung derVlockade" Japans Armee wartet Englands Taten ab. Peking, 25. Juli (Ostasiendienst des DRB.) Der japanische Standortskommandant in Tientsin erklärte Pressevertretern gegenüber, daß das Uebereinkommen von Tokio keinerlei Ver- anlassung zu Optimismus gebe, da sich seine Wirksamkeit erst bei den kommenden Verhandlungen Herausstellen müsse. Die japanische Armee erwäge daher auch keine Aenderung der Dlockademaßnahmen in Tientsin. In militärischen Kreisen wird weiter darauf hingewiesen, daß die grundsätzliche Einigung nicht die geringste Bedeutung habe, bis England die japanischen Forderung im speziellen Fall von Tientsin angenommen hat. Die Tientsiner Zeitung „Pungpao" meint, der Optimismus über die Einigung von Tokio würde vielleicht berechtigt sein, wenn Der Vertragspartner nicht das hinterhälligeGrohbritannien wäre. 1—10; 2—4; 6 Torp. 1—10; 2—4; 6 Torp. 1—10; 2 schw. MG.; 6 Torp. 1—10; 2 schw. MG.; 6 Torp. 1—10; 2 schw. MG.; 6 Torp. 2—7,5; 2 schw. MG. 2—7,5; 2 schw. MG.; 1 Torp. Die englische Einstellung zur Danziger rage ist und bleibt voller Unaufrichtigkeit und ....... " : kann wieder einmal ein Die „Seemacht" Polens Eine Flotte aus 23 Schiffchen. Bestürzung in Warschau. Warschau, 26. Juli. (DNB.-Funkfpruch.) Der Mißerfolg der polnischen Anleihe. Verhandlungen in London, der am Dienstag im englischen Unterhaus noch besonders unterstrichen wurde, hat in Warschau große Be. stürzung ausgelöst. Man erwartete polnischer- seits ursprünglich eine Anleihe von 40 Millionen Pfund, davon die Hälfte in bar. .Kurier Warfzaw. skj" meldet am Mittwoch, daß der Leiter der pol- nischen Anleihedelegation, Oberst Koc, bereits in den allernächsten Tagen London verlasse und die Weiterführung der Dechandlungen einem seiner Mitarbeiter überlassen werde, der die Bedingungen für r>as kleine Warenkreditabkommen festlegen soll. Die Auskünfte, die Sir John Simon auf die Anfragen über den Stand der Anleiheverhandlun- gen gegeben hat, veröffentlicht die polnische Presse in einer möglichst unauffälligen Aufmachung. „Expreß Poranny" stellt dabei kleinlaut fest, daß Sir John Simon die Aufforderung des Abgeordneten D a l t 0 n, energische Schritte zu. unternehmen, da- mit die Verhandlungen nicht verschleppt würden unbeantwortet gelassen habe. In diplomatischen Kreisen Warschaus vermutet man, daß der Mißerfolg der Anleiheverhand- jungen in einem direkten Zusammenhang mit dem Eindruck stünden, den General Jronside bei seinem Besuch in Polen von der polnischen Wehrmacht empfangen habe. Die Diplomatie vermute die Schuld bei der polnischen Wehrmacht. Zerstörer? „Grom" „Byskawica" „Wicher" „Burza" Minenleger: „Gryf" Unterseeboote: „Orzel" „Sep" (im Bau) „Wilk" „Rys" „Zbik" Torpedoboote! „Mazur" „Kujawiak" Kanonenboote: „Korn. Pilsudski" „Gen. Haller" Verbrecherischer Anschlag gegen den Frieden Europas Bergewalitgung »er neutralen Staaten wir» offen «ngefuntigt So kindisch dieses Geschwätz auch ist, so gefährlich ist es doch; denn es wurde von einem Mann, der vor kurzem noch englischer Minister roar zu einem Polen gesagt. Die Polen aber haben schon längst jedes Unterscheidungsoermögen für Phantasie und Wirklichkeit verloren. Daher stellen diese CHINA ' HANKAU KHUNGKJN6 habe das Recht, überall dort Interessen anzumelden, wo es ihm gefalle. Aber auch P ö len hat kein Recht, sich durch eine deutsche Losung bedroht zu fühlen, nachdem ihm bereits in feierlicher Form die Wahrung seiner wirtschaftlichen Interessen deutscherseits zugesichert wurde Diese Tatsache einfach zu übergehen, verrat, daß die polnischen Absichten auf Danzig ganz andere Ursachen haben. Kr* IBnt y Polen werde zumindest für den Augenblick die Baranleihe nicht bekommen. Der diplo- anattsche Korrespondent des „Daily Herold schreibt von einem Zus amme nb ru ch d er 23 e rh a nd- lungen und erklärt, Oberst Koc werde heutt ßonbon verlassen, es sei denn, daß sich das britische Schatzamt in letzter Minute eines besseren besinne In amtlichen polnischen Kreisen habe man sich geweigert, zu der gestrigen Unterhausrede Sir John Simons Stellung zu nehmen. Nichtamtliche Kreise hätten offen ihre Enttäuschung gezeigt. Kapitulation Gro ßritann ren s aor her, unaufhaltsam vorwärtsmarschierenden dynamifcyen, Kraft Japans, das die Neuordnung Fernen Osten planmäßig und unwiderstehlich betreibe. Man weist auch darauf hin, daß nicht Sowfetrußland Japans Gegenspielerin China gewesen sei, sondern vor allem Großbritannien. Durch London sei Tschiangkaischek zum Widerstand ausge- stachelt worden. Durch das erzwungene Nachgeben Großbritanniens hätten also in erster Lime die gro. ßen Demokratien einen neuen Rua. schlag erlitten. In rückschauenden Dergleichen stellt die italienische Presse fest, daß der neue Mißerfolg der brittschen Politik, den Chamberlain unter vorsichtigen Verschleierungen eingestehen mußte, nichts andere als eine Fortsetzung jener Lime des Zurückweichens sei, die mit Ab esslnien begonnen habe und jetzt über Spanien naä> .Tokio führte. England bezahle so die Kosten seiner absurden Einkreisungspolittk. Englands Nückzug aus Fernost. Ergebnis war die restlose Vernichtung dieser ersten polnischen Kriegsflotte. Das wiedererstandene Polen errichtete schon im Jahre 1918 eine Marine-Sektion im Kriegsmini- fterium, jedoch blieb diese Gründung nur auf dem Papier bestehen. Erst im Sommer 1919 wurde ein ^Departement für Seeangelegenheiten begründet und das sogenannte Seebataillon geschaffen. Das eigentliche Geburtsjahr der polnischen Kriegsflotte ist das 'Jähr 1921. Es entstand eine selbständige Kriegs- rnarine-Leitung. Ein Hydrographisches Schiff, zwei Kanonenboote, vier Minensuchboote und sechs Torpedoboote der ehemaligen deutschen Kriegsflotte waren der Urbestandteil der polnischen Kriegs- marine. Bis 1930 änderte sich nichts an dem Be- Hinzu kommen noch die vier Schnellboote „Czajka". „Rybitwa", „Mewo" und .Zaskolka" mit je 183 Tonnen Wasserverdrängung und einer Bewaffnung von je einem 7,5 cm Geschütz und vier schweren Maschinengewehren. Ferner gehören zur polnischen Kriegsflotte folgende Schul- und Hufs- schiffe: „Willia^ (8720 Tonnen und 10 Seemeilen Geschwindigkeit), ,Zskra" (300 und 7), „Baltyk" (8100), „Pomorzanin" (200 und 12), „Smok" (655 und 12,5), „Lech" (280 und 12), „Sokol" (100 und 10), „Krokus" (55 und 8), „Wando" (55 und 8). Alles zusammengerechnet zählt die polnische Kriegsmarine 23 Schiffe und 7 Hafenboote mit einer Gesamtverdrängung von 27 010 Tonnen. Davon hat die einsatzfähige Kriegsflotte eine Verdrängung von 13 710 Tonnen die Hilfsschiffe von 2200 Tonnen. (Noch dem polnischen See- und Kolonialjahrbuch 1938.) Wie man sieht, ist dos wirklich keine bedrohliche Macht. Ist doch die gesamte polnische Kriegsflotte Artikel der „Time s" als Beweis dienen, der sich den chauvinistischen Standpunkt der Polen uneingeschränkt zu eigen macht, ja diese eigentlich noch mehr zur Unnachgiebigkeit und Unverträglichkeit aufstachelt, anderseits von friedlicher Losung und der Möglichkeit von Verhandlungen spricht, deren Ergebnislosigkeit allerdings von der „Times" selbst zuvor dargestellt wurde. Die englische Oeffentlichkeit soll offenbar nicht wissen, auf wessen Seite die Drohungen und die Bereitschaft zu Gewalttätigkeiten vorliegen, denn sonst hätte die „Times" die polnische Mobilisierung gegenüber Danzig und die geradezu größenwahnsinnigen Forderungen der polnischen Presse auf zahlreiche deut- che Provinzen' nicht übersehen und verschweigen dürfen. Wie aus dem grundsätzlichen Auflatz des Danziger Gauleiters Forster im „Völkischen Beobachter" hervorgeht, ist es Danzig, das vor den Polen auf der Hut fein muß, und das nach zwanzigjähriger Erfahrung wohl weiß, welches Schicksal ihm bevorstehen würde, wenn es den Polen gelänge, ähnlich wie in Wilna, ihre Absicht wahr zu machen und Danzig kurzerhand einzustecken. kaum großer als einer unser schweren Kreuzer, z. B. „Admiral Hipper" mit 10 000 Tonnen. Hinzu kommt noch die ungünstige strategische Lage. Trotzdem sind die Polen sehr stolz auf ihre Flotte und nehmen den Mund sehr voll. Sie vergessen dabei ganz, daß sie in der Ostsee, die sie in ü&’ lichem polnischen Größenwahn das „polnische Meer nennen, nur eine untergeordnete Rolle spielen. M» Gewalt wollen sie eine Seefahrrernation werden, obwohj sie dazu weder von Natur aus, noch aus wirtschaftlichen, politischen und militärischen Grün« den geeignet sind. Ein konttnentales Volk wie die Polen wird eben nicht über Nacht ein Seefahrer' volk. Darüber hätte man sich nach den bisherigen Erfahrungen auch in Polen schon Klarheit vW schaffen können. Aber wie auf vielen anderen bieten sind auch hier nicht die realen Gegeben-' hetten für die Polen entscheidend, sondern die über" spitzten Ambitionen eines Volkes, das seine Lage- und seine Möglichkeiten vollkommen verkennt, i W-rsch-u, 25. Juli, urna9l Genäve": „China ist mit Recht von!'.Feldzugsplan". Leute vom Schlage eines Du f der Haltung Englands enttäuscht. London erkennt! Looper haoen grundllch tiafür 9^f gt. A, zwar die japanischen Eroberungen auf dem asia- land sich in keinerlei "Hoffnung ^hg- Ifichen Kontinent nach nicht de jure oder de facto I W'e fchrieb doch der -hrbar- B ockadefeemann an, es behält sich seine Rechte für den Slugenblicf $ J M ’ $ ö J »r+rnn des Abschlusses der Feindseligkeiten vor." Aber ein- wurde Deutschland emen F^d^svettrag aufge mal würde England das Ergebnis aus dieser Ent- jungen erhalten, gegen hen t>er von s Wicklung bestätigen. Lord Halifax habe es für not- em Kinderspiel gewesen sei. ^iruns wendig gehalten, in Ostasien Ballast abzuwerfen, dieses Eingeständnis, und auch Krlegsphanta- um wenigstens in Europa fester auftreten zu sien eines Duff Cooper werden hier uur 9 können gehängt zur besseren Kenntnis des deutschen Volkes und der Oeffentlichkeit der neutralen Staaten Die „Neue Zürcher Zeitung" stellt gleich- über das wahre Gesicht der englischen „Friedensfalls fest, daß die Schwenkung der brittschen Politik front". eine Art Neutralitätserklärung bedeutet, die sich mit den wiederholten Erklärungen im brittschen Unter» jHöj* nPm Im! ittPtl * haus während der letzten zwei Jahre nicht in Ein- VWlvyi ww» darstelle, die gegen das britifche Empire gerichtet sein würde und gegen all das, wofür Großbrttan "‘s/g’un'b hat in Danzig keinerlei Interessen, und es ist nicht verständlich, warum an dieser Stelle das britische Empire her- ausqefordert werden sollte, es sei denn, daß in London immer noch die veraltete Vorstellung herrschen sollte, brittscher Hegemonieanspruch m Europa Der Schatzkanzler bestättgte im übrigen, daß die Ausfuhrkredit ° Verhandlungen eine Summe von acht Millionen Pfund, rund 95 Millionen RM., beträfen. Warschau solle dadurch in die Lage versetzt werden, in England Kriegsmaterial zu kaufen. Es müßten jedoch bis Kns txny’vnt gehende Vorkehrungen getroffen werden Diese Arbeiten seien noch im Gange. Der Schatzkanzler gab weiter bekannt, England und Frankreich seren auch bereit, Polen beim Ankauf von Munition selbst in anderen Ländern behilflich zu fein. Der Ausfuhrkredit sehe im Gegensatz hierzu jedoch nur Ankäufe in England vor. , Sir John Simon teilte jedoch nicht mit, worin die Schwierigkeiten für die Gewährung der Bar- Anleihe liegen. In London ist es ausgefallen, daß die englische Regierung zum ersten Male ihr Eingehen auf die wesentlichsten polnischen Wunsche zugegeben und bestätigt hat, sie habe gegen die Anlage der englischen Bar-Anleihe in Rüstungsaufträgen an die ausländische Industrie nichts mehr einzuwenden. Bisher hatte sich der Schatzkanzler noch nicht mit den englisch-polnischen Finanzverhandlungen im Parlament auseinandergesetzt. Die Londoner Blätter erklären, gestern hätten noch einmal Verhandlungen über die polnische Forderung stattgefunden, die von England bewilligte 5-Millionen-Pfund-Anleihe in Gold auszuzahlen. Don den brittschen Vertretern sei dies aber endgültig abgelehnt worden. Der diploma- ttsche KorrespondeÄ des „Daily Telegraph" erklärt, '* OZCAI rORMOsA London, 25. Juli (Europapreß). Die Schwierigketten in den englisch-polnischen Verhandlungen um eine Bar-Anleihe für P en haben o starke Verzögerungen zur Folge' gehabt, daß es unmöglich geworden ist, noch vor derVer- aqung des enlischen Parlaments am 4. August die notwendigen gesetzgeberischen Be- chlüsse herbeizuführen. Das geht aus einer Er- ttärung hervor, die der englische Schatzkanzler Sir John Simon am Dienstagnachmittag im Unterhaus machte. Er bedauerte bei dieser Gelegenheit, daß es noch nicht möglich gewesen sei, em Uebereinkommen über die Bedingungen zu inden, unter denen eine Anleihe an Polen gewährt INDO :hina SIAM INDO PEKING« TIENT5 lltl JAPAN I Britt kSlNÖAWf $ Ki f de de S £ '< I F ~ -- ..... ■ - • ' ' • ' ' " < w, • A« <■ . v - ^WW . - V -, Ser c-a. Viktor Lutze, nachstehen- dir Stabschef der S- heit wird auch der Plan, das Brandenburger Tor freizustellen, verwirklicht werden. — (Scherl-M.) roaffMNg inn Tagesbefehl an feine Männer erlassen: „Kameraden! Die Leistungen bei den diesjährigen HHchswettkärnpfen haben bewiesen, daß ihr die ver- angenen Jahre unermüdlich an euch gearbeitet i>:bt. Alle Mannschaften, die als die besten ihrer irschaus Dermc AnleiheverhÄ sammenhai? | 1, den 1 Polen von k | empfangen tyfc ufl) bei der pt } Wetterbesserung ist noch nicht zu rechnen, vielmehr bleiben die Temperaturen auch in den nächsten Tagen unter dem Julidurchschnitt. ’imon auf b 'leiheverhaM polnische P»!> ufmachung. „$■ fest, daß es AbgeordW unternehmen, V verschle^! lssen habe. J Das Wettschwimmen durch die Ostsee abgebrochen. Das am Montag um 23 Uhr in Gjedser gestartete Lang st recken schwimmen durch die Ost« s e e mußte am Dienstag, kurz vor 18 Uhr, abgebrochen werden, nachdem um 15.30 Uhr die chwedische Favoritin Sally Bauer und zwei Stunden später die bekannte dänische Meeres- chwimmerin Jenny Kammersgoard auf ihre Begleitboote genommen worden waren. Da somit alle sieben Teilnehmer wegen des hohen Seeganges und der großen Wasserkälte aufgegeben hatten, wurde die Veranstaltung abgebrochen, nachdem Jenny Kammersgaard als letzte I8V2 Stunden im Wasser war. Morgens lagen um 10.30 Uhr nur noch drei Teilnehmerinnen im Rennen: Sally Bauer weit vor Jenny Kammersgaard und Ella Andersen. Die zurückgelegte Strecke betrug 20 Kilometer, also etwa die Hälfte des Weges Gjedser—Warnemünde. Im einzelnen liegen über das Wettschwimmen noch folgende Mitteilungen vor: Gegen 2 Uhr morgens waren bereits 8 Kilometer zurückgelegt, um 4 Uhr waren 10 Kilometer geschafft. Sally Bauer führte. Gegen 6 Uhr waren 14 Kilometer und damit ein Drittel der Strecke zurückgelegt. Edmund Ohlsen gab auf. Um 8 Uhr gaben Paul Erich Ohlsen und Edith Frederiksen auf. Um 10.30 Uhr gab auch Asta Winkler auf. Schweizer Bergsteiger-Erfolg im Himalaja. Aus Joschimat im Himalaja trifft die Nachricht ein, daß es der Schweizer Bergsteiger-Gruppe Steuri-Zogg-Roch am 5. Juli gelungen ist, erstmals den 7060 Meter hohen Dunaairi- Givfel zu bezwingen. Ein erster Versuch am 22. Juni war durch heftige Schneestürme und Nebel in 6700 Meter Höhe abgeschlagen worden. Dabei stürzte der Expeditionsleiter Roch in eine Gletscher, palte, konnte jedoch von seinen Gefährten unver« ehrt geborgen werden. — Bisher wurden von vier Expeditionen vergebliche Versuche unternommen, den Dunagiri zu bezwingen: 1885 mußte die Expedition des Engländers Graham in 5000 Meter Höhe um« kehren. 1905 kam Dr. Longstaff nur bis auf den Ramanigletfcher. 1933 versuchte die Expedition Oliver ihr Glück, kam aber nur bis auf den unteren Sattel am Südwestgrat. Den letzten Angriff machte E. E. Shipton 1936; in ungefähr 6500 Meter Höhe mußte er ebenfalls umkehren. Vorsicht beim Sonnenbad. Der noch schulpflichtige Sohn einer Koblenzer Fa- milie war kürzlich bei der großen Hitze schwimmen gegangen und hatte sich anscheinend zu lange der Sonne ausgesetzt. Es stellte sich Hirnhautentzündung ein, an deren Folgen der Junge jetzt gestorben ist. Jugoslawisches Dorf niedergebrannt. Das jugoslawische Dorf Belunbranntevoll- kommen nieder, da infolge der langen Hitze- Unser Bildberichterstatter begeitete Gebirgsjäger. ...... Hochgebirgsübung eines Gebirgsjäger-Regiments in > Hochkalter im Wimbachtal beizuwohnen. Der Ausverlorengegangene Einwohner. Der neue Aufstieg des Reichs beginnt mit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus. Die Fläche des Reiches stieg von 469 000 Quadratkilometer in 1933 au 586 000 Quadratkilometer in 1939, die Bevölkerungszahl von 65,2 auf 79,7 Millionen. Die Zahl der männlichen Personen im heutigen Reichsgebiet, ohne Msmelland betrug 1939: 38 812 032, 1933: 37 090 238, die der weiblichen Personen 40 764 726 bzw. 39 352 059. Die Zunahme bei den männlichen Personen beträgt seit 1933 4,6, bei den weiblichen 3,0 v. H. Auf 1000 männliche kommen 1939 = 1050 weibliche Personen, gegenüber 1061 in 1933 und 1073 in 1925 im alten Reichsgebiet. Der durch den Krieg verursachte Frauenüberschuß ist im ganzen weiter zurückgegangen. Die Heranwachsenden Jahrgänge sind bei beiden Geschlechtern wieder normal besetzt. In den Großstädten, also den Gemeinden mit 100 000 und mehr Einwohnern, wurden 23,9 Tagesbefehl des Stabschefs \ F ’ der GA. | « Deutschland an vierter Stelle der Erde Das vorläufige Ergebnis der Volkszählung. Nach den Reichswettkämpfen in Berlin. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Nack Beendigung der Aeichswettkämpfe der SA. in Berlin hat -4; G.; 6 Torp. <; 6 Torp. ,4; 6 Torp. ^4; 6 Torp. ? htTrA m tzi; SÄ 1 baß X; N Kr. ottbon. KW iS "°-bL ’S1 man ji ,5retle Sitte Ä* Aw. unkspruchz \ ' Anleih, * M Dienst! 'londers un|E !.Sr°ber. cte en polnisch, ’ 40 MilliW urier Warszv Leiter der p: : 0 c» bereits i verlassen gen einem fem bie Mingung> ltabkommü Die HI. beim Internationalen Viertagemarsch. Von dem Komitee des Internationalen Viertagemarsches, der seit 29 Jahren in Hol- land durchgeführt wird, und bei dem Militärforma- Honen, Zivilpersonen und Jugendverbände täglich eine Strecke von 40 bis 55 Kilometer zu bewältigen haben, wurde in diesem Jahre auch die Hitler» Jugend eingeladen. Bei dieser Veranstaltung, die vom 25. bis 29. Jult von Nymwegen aus abläuft, vertritt auf Anordnung der Reichsjugendführung das Gebiet Westfalen der HI. mit einer Gruppe von 40 Jungen die nationalsozialistische Jugend und damit Großdeutschland. Der erste Tag führte die deutsche Abordnung über eine Strecke von 40 Kilometer, die von den Jungen einwandfrei zurückgelegt wurde. Alles in allem beteiligen sich an dem Marsch 4000 Teilnehmer von 6 Nationen. Ileberraaender Erfolg der deutschen Fernsehausstellung in Santiago. Die von der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost durchgeführte Fernsehausstellung in Santiago ist nunmehr abgeschlossen. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Die durchschnittliche tägliche Besucherzahl betrug fast 2000. An den letzten beiden Ausstellungstagen war der Andrang so stark, daß der Zugang teilweise gesperrt werden mußte. Unter den zahlreichen hervorragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die die Ausstellung besichtigten, bemerkte man Erziehungsminister Rudi- cindo Ortega und Innenminister Alfonso. Das Statistische Reichsamt gibt jetzt das vorläufige Ergebnis der Volkszählung vom 17. Mai 1939 bekannt, nachdem kürzlich bereits mitgeteilt worden war, daß insgesamt rund 86,5 Millionen Menschen auf dem Gebiet des Großdeutschen Reiches leben. Nach der nun vorliegenden vorläufigen Gesamtübersicht ist die ortsanwesende Bevölkerung des Reichs (ohne Memel- land) durch die Zählung vom 17. Mai 1939 mit 79,577 Millionen ermittelt worden. Rechnet man die rund 153 000 Einwohner des Memellandes, wo die Zähluna demnächst nachgeholt wird, hinzu, so beziffert sich die Gesamtvevölkerung des Deutschen Reiches auf 79,730 Mill., wozu dann noch die 6,8 Millionen Einwohner des Protektorats kämen. Mit fast 80 Millionen Einwohnern ist das Deutsche Reich nach der Sowjetunion — rund 135 Mill, im europäischen Teil — der volksreichste Staat Europas. In weitem Abstand folgen Großbritannien und Nordirland mit rund 47, Italien mit rund 44, Frankreich mit rund 42 und Polen mit rund 35 Millionen. Im Deutschen Reich wohnen rund 15 v. H. der europäischen Bevölkerung. >-4,7 , schweren ^ n M Tonnen- D ML *trn±< SM ronnnen ne annähernd 85 Millionen — lebt innerhalb eines geschlossenen Gebiets in Mitteleuropa. Bemerkenswert ist die vom Statistischen Reichsamt bei Betrachtung der Entwicklung seit 1871 getroffene Feststellung, daß die gesamte unmittelbar oder mittelbar durch den Krieg bedingte Einbuße an Volkskraft sich allein für das alte Reichsgebiet auf annähernd 13 Millionen Menschen belief. Es handelt sich dabei um rund 2 Millionen unmittelbare Kriegsopfer, über V« Million durch die unmenschliche Blockade der Feindmächte und die in ihrem Gefolge auftretende Grippeepidemie gestorbene, rund 3 bis 3,5 Millionen ungeborene Kinder und rund 6,5 Millionen mit den Gebietsabtretungen Vreßbura 26 Juli lDNRl Die llowa- Unter d/^ Staaten der Erde steht, wenn man den , ifch e Reg U tun g hat ?nihrerSitz'u°gom Kolonialbesitz außer. Betracht laßt d as Deut- Lienstaa eine Verordnung erlassen, durch welche fHe ich an v 1 erter ^Stelle nach China dre Zahl der I u d e n , die die ärztliche P r a - mtt ruick 437 Mllwnen, der >vowietunlon mit rund iii 5 ausüben dürfen feftaefebt wurde Der nun I ^71 und den Vereinigten Staaten mit rund 129 erlassenen Regelung zufolge dürfen nur 4 v. H. der Millionen Menschen Bringt man den Äolontalbesitz (isesamtzahl der am 30. Juni 1939 in der Slowakei jn Ansatz, so ruckt das Deutle Reich an die tätigen Aerzte Juden sein. Das bedeutet die Be- ? Stelle. Dann steht das Britische Reich Mit rund Kränkung der Zahl der jüdischen Aerzte auf 52. 525 Millionen Einwohnern an der Spitze, und es ^Welche Bedeutung diese Maßnahme hat, geht folgen China, die Sowietumon, die Vereinigten daraus hervor, daß die Verjudunq des Aerztestan-1 Staaten, Frankreich und Japan. d-s auf dem Gebiete des slowakisthen Staates ein Innerhalb der heutigen Grenzen des Deutschen airadezu erschreckendes Ausmaß angenommen Reiches leben etwa 4/s aller Deutschen. Im ganzen hitte. Nach amtlichen Unterlagen waren am gibt es auf der Erde über 100 Millionen Menschen Iieuer englischer „Oemonstrationsflug. Oer KZtteeinbruch in den Hundstagen. London, 25. Juli. (DNB) 240 britische $ Kälte einbruch, von dem jetzt große 8w m benflugze u g e starteten am Dienstagvor- z. A südlichen Bayern während einer Zeit be- rtttag m mehreren Abteilungen zu einem dritten soffen wurden in der die Menschen eigentlich un- ''^ou.stratlonsflug u b er 8 r a n t - ter ^er Hitze der Hundstage stöhnen müßten, ist r i ch. Wie aus Kings Lynn (Norfolk) gemeldet b^werkenswert wenn auch — wie der Reichs- M. stürzte heute früh m der Nahe dieses Ortes I Wetterdienst m'itteilt - ein empfindlicher Temxe- ini Militärflugzeug ab und verbrannte. Die drei 2n- ! ^tursturz im Juli nicht außergewöhnlich ist. Wäh- Wen fernen ums Leben. rend am Sonntagfrüh die Null-Grad-Grenze noch neue bolländische Kabinett. bei 4000 Meter lag, ging sie am gleichen Tage be- neue youanvnu/r reit5 au| 2600 Meter zuruck. Am Dienstag lag die D e n H a a g, 25. Juli. (DNB.) Die n e u e R e ° Null-Grad-Grenze bereits bei 1800 Meter. Bis auf $ erunq Eolijn ist am Dienstag vereidigt 1500 Meier herab ist in der vergangenen Nacht v>rden. Nach der Vereidigung gab Ministerpräsi- Schnee gefallen, der noch am Morgen Ae Hohen )mt Eolijn in der Zweiten Kammer eine kurze Re- mehrere Zentimeter hoch bedeckte. Das Nebelhorn giirungserklärung ab, nach der die neue Regierung meldete am Dienstagfrüh zwei K a ltegrade , kn Ausgleich im ordentlichen Haushalt und die auf der Zugspitze wurden minus 7 gemessen. 8 schränkung unnöHger Ausgaben anstrebt, um I Im unmittelbaren Alpenvorland, wie Bad Tolz ki Anforderungen, die die Landesverteidigung und und Bad Reichenhall, ist die Temperatur auf sechs &L Bekämpfung der Arbeitslosigkeit stellen, in grö-1 Grad zurückgegangen. In München wurden am k 'em Maße gerecht werden zu können. 1 Dienstagfrüh 9 Grad verzeichnet. Mit einer raschen Nach Mitteilung des amtlichen Straßenwetterdienstes ist die Gr o ß g l o ck n e r st r a ß e zwischen Ferleiten und Heiligenblut durch Schneestürme stark verweht. Der Verkehr ist zwischen Ferleiten und Hochtor unmöglich. Da die Schneestürme anhalten und die Temperatur bis au minus 5 Grad gesunken ist, kann die Straße auf dieser Strecke noch nicht geräumt werden. Zwischen Hochtor und Heiligenolut wird die Groß- glocknerstraße geräumt gnd gestreut. Die Nacht zum Dienstag hat in der Schweiz einen erheblichen Kälteeinbruch bis weithin die Täler hinab mit sich gebracht. Auf der Höhe des Jungfrau-Jochs fiel das Thermometer von minus vier auf zwölf Grad unter Null. In den Lagen über 1800 Meter herrschen Schnee- stürme. — .. U; 6 Torp- a- 6 Torp- ~ , schv-A'. 6 Itö 15:8::l» Viktor Lutze, Stabschef der SA." NSV. und Krankenkassen im Kampf gegen die Tuberkulose. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Im Kampf gegen 1$ Volksseuche Tub er kulose hat die NSV. t Zusammenarbeit mit der Fachgruppe „Printe Krankenversicherung" eine wich- i g e Abmachung getroffen. Danach übernimmt bs private Krankenversicherung als die gesetzliche k'ganisation aller privaten großdeutschen Kranken- rusicherungsunternehmen für die vom Tuber-1 kllosehilfswerk des Hauptamtes für Volkswohlfahrt mfchickten Versicherten, die einen Leistungsanspruch tu die private Krankenversicherung haben, die! losten. Die Leistungen sind nach den Tarifen und iin allgemeinen Versicherungsbedingungen für l-ankenhausaufenthalt ausgerichtet. In Fällen gro- | r Bedürftigkeit empfiehlt die Fachgruppe ihren lnternehmungen, auch über die vertragliche Lei-1 iungspflicht hinaus Beihilfen zu gewähren. Mit dem Abkommen ist ein weiterer erfolgreicher achritt auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung ti-tan worden. Wichtig ist dabei, daß die minder- !»mittelten Volksgenossen jetzt noch isärker in die Betreuung einbezogen iserden, die aus eigenen Mitteln eine Heilstätten- Ichandlung nicht durchführen könnten. King-Hall aus polnisch. iKattowitz, 25. Juli. (DNB) Während der iritische Einkreifungsapostel King-Hall noch mit der; Mosen Abfuhr, die ihm Reichsminister Dr. Goeb-1 Ms erteilte, zu tun hat, versuchen die von England rit Versprechungen ausgehaltenen Polen c ähnlicher Weise einen Keil in die Front der vllksdeutschen Gruppe zu treiben. Seit einiger Zeit russen in Ostoberschlesien beheimatete Volks- dntsche die Feststellung machen, daß B r r e f s e n • bu n g e n aus dem Reich gewaltsam ge°! i'i f n e t und des ursprünglichen Inhalts beraubt tnrben sind. Anstelle der von Bekannten oder Der- tambten abgesandten Briefe enthält der Oriainal- lmschlag eine gewöhnlich vier Seiten lange und mit mer laufenden Nummer versehene Drucksache, die i Form eines Briefes gehalten ist. Die Ueberschrift tes Pamphlets lautet beispielsweise „Freiheitsbries 66" und spricht den unfreiwilligen Empfänger rid) dem King-Hallschen Vorbild mit den Worten er. „Freund und Kamerad". Unter der Maske eines Hebermannes .ergeht sich der infantile Verfasser t$fer Briefe dann in einem unverfänglich sein sol- Imden, dafür aber um so plumperen Angriff auf bis nationalsozialistische Deutschland. Das Gelächter r den Kreisen der Volksdeutschen Ostoberschlesiens oer derartige untaugliche Versuche, Zwiespalt und imeifel zu säen, erhält nur dadurch einen ernstesten Beigeschmack, daß die Empfänger dieser ,Freiheitsbriefe" den Verlust des ihnen unvergleich- Ich wertvolleren Briefinhalts zu beklagen haben. lUumerus clausus für jüdische Aerzie in der Slowakei. periode kein Wasser zum Löschen zur Verfügung war. Zahlreiches Vieh kam in den Flammen um. Den Brand hatte ein spielendes Kind verursacht. Kunst und Wissenschast. „Wilhelm IeU“ auf der Loreley. NSG. Die Festspiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau auf der Loreley wird am 2. und 3. August wieder der Schauplatz der erfolgreichen Freilichtaufführung von Schillers „W i l h e l m Teil" sein. Verschiedene Kreise des Rhein-Main- Gebietes führen an diesen Tagen Omnibusfahrten durch, die nach schönen Stunden im Rheingau und Taunus mit dem Besuch der Festspiele enden. Auch zahlreiche Betriebe haben für ihre Betriebsfahrten und -ausflüge die Loreley als Ziel vorgesehen. 2. Deutsches Haydn-Fest in Bad Lms. Zum zweiten Male veranstaltete die Staatliche Kurverwaltung von Bad Ems zusammen mit deutschen Haydn-Forschern das Deutsche Haydn- F e st. An drei Konzertabenden und einem Opernabend wurden wenig bekannte Werke von Haydn in mustergültigen Aufführungen herausgebracht. In Verbindung mit dem Fest fand eine wissenschaftliche Arbeitssitzung statt, in der die Weiterführung der Emser Haydn-Feste, die Förderung der Haydn- Gesamtausgabe und die Schaffung eines Haydn- Jahrbuches beraten wurden. Das Werk Haydns zck sichten und durch eine kritische Gesamtausgabe dem deutschen Volke zu vermitteln, ist die Aufgabe eines Ausschusses deutscher Musikwissenschaftler. Mit der Gesamtleitung der Herausgabe wurde Dr. Hans Joachim Therstappen (Hamburg) betraut. Ihm zur Seite steht ein Mitarbeiterstab namhafter deutscher Musikwissenschaftler. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. AnzeigenleiterL Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A.Vl. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei, R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs, preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs. preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 ,,, vom 1.September 1937 gültig. Mg dieser ch dichtete jd)on 0 n im Krieg» iimg mir auf bre >r 1919 tmitbt tc len begründet ui fassen. Das eip Kriegsflotte iftbe »lbständme RN W l ote und sechs V hchen KrieasP polnischem Kueö nichts an dem » das erste rn^rs rbaute Kriegs nö r und ürei U* «gen jlotte folgenden < Unser Bildberichterstatter hatte Gelegenheit, einer Hochgebirgs den Berchtesgadener Alpen zwischen Watzmann und Hochkalter z beute der Kamera entnahmen wir diese beiden interessanten Aufnahmen. Links: Die Schwierigkeiten des Aufstiegs. Rechts si^ht man, wie eine Dorpostenstellung der roten Partei auf der Wimbachscharte einen ganzen Talabschnitt beherrscht. — (Scherl°Bilderdienst-M.) gruppen sich in den Ausscheidungskämpfen durchsetzt haben, sind mit Schneid und letzter Einsatz- sirude an ihre Aufgaben herangegangen. Ich spreche dm Wettkämpfern, aber auch euch^allen, die ihr in 1 Die Beugestallung des Pariser Platzes vor dem Brandenburger Tor in Berlin, im Sturmen, Standarten und Gruppen um den ” m , $ eg gekämpft habt, meine besondere Anerkennung I In Kürze wird sich das Gesicht des bekannten Pariser Platzes in Berlin zu Fußen des Brandenburger a.15. Die 11000 Wettkämpfer, die in allen Wett-! Tores emschneidend verändern, und in wenigen Jahren wird das Wahrzeichen der Reichshauptstadt in kampfarten um den Sieg stritten und die damit! nahezu vollständig veränderter Umgebung stehen; denn durch neue sogenannte Bereichserklärungen des Lch alle vertraten, haben durch ihr kameradschaft-1 Generalbauinspektors Professor Speer werden die Häuser (von rechts) Pariser Platz 5a, 6 und 6a dem [jtycs Zusammenstehen, durch ihr Durchhalten, auch! Bau eines Dienstgebäudes einer Obersten Reichsbehörde weichen müssen. Das Gebäude rechts neben dem ri2nn sie verletzt waren, bewiesen, daß ihr, meine I Torhäuschen des Brandenburger Tores wurde bereits früher zum „Bereich" erklärt. Bei tiefer (Megen- Kameraden, auf dem richtigen Wege seid.! F :i ' ‘ ~ 5 cht die guten Einzelleistungen wollen wir, sondern I d? gute Mannschaftsleistung. Sie er» I ' nächst aus unserer Weltanschauung, aus der Brei-1 ? t j: mmenMang von Seele, Körper und W (eist liegt die Wehrkraft unseres Volkes begrün« | h btt. Sie immer zu sichern, ist unsere stolze Aufgabe. C» lebe der Führer, es lebe Großdeutschland! Millionen Menschen oder rund 30 v. H. der Reichsbevölkerung ermittelt. Fast jeder 3. Reichsbewohner lebt also, wie schon 1933, in einer Großstadt. Seit der letzten Zählung sind Bonn, Dessau, Freiburg, -......------------------------------ Rostock und Wilh°lmcha°-n neu in Li- 3.. Juni 1939 von 1350 in der Slowakei tätigen deutschen Volkstums. Der größte Teil davon —! Reihe der Großstädte emgeruckt. Ärzten nicht weniger als 650 Juden. Dabei gelten liich der slowakischen Gesetzgebung vor dem Jahre ÄZ. » «j 1 1:18 getaufte Angehörige der jüdischen Rasse nicht «vlllö OllCi . RM 2.80 . . RM 12.- Gemüse Kaufgesuche"| Gießen, Frankfurt a. M., Hamburg, 26. Juli 1939. > Die Beisetzung hat in aller Stille stattgefunden. 51 OOP gegen Barzalilung: 510sD Watzenborn-Steinberg, den 26. Juli 1939. 4789C 5104D 500 g 0.34 Kabliau ohne Kopf Goldbarsch o. Kopf, geschuppt, 500 g 0.40 Herings-Hai 500 g 0.75 Haberl I Einspaltige Kleinanzeigen Nähe Wartweg i vermiet. koosD 60Schriftliche! Aulweg 112. Angebote unter zu verrniet. 5095D LelePhüü kästen Kabliau-Filet ... Goldbarsch-Filet Reibe- und Schneidemaschine ! reibt, hackt und schneidet 500 g 0.49 500 g 0.54 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigen Dank. In tiefer Trauer: Karl Wallbott I. und Familie nebst allen Angehörigen. 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Das sind die Helfer, die der Hausfrau bei der Küchenarbeit viel Zeit ersparen. Reibekasten mit vier auswechselbaren Reiben und Glas- Bücheriisch. — Harald Hornborg: „Das stärkere Blut". Roman. In,Seinen gebunden 4,80 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (170) — Die finnische Dichtung der Gegenwart ist in Deutschland immer gewichtiger in Erscheinung getreten. Dafür wird wohl entscheidend gewesen sein, daß wir in den uns bekannt gewordenen Werken ein tapferes, freiheitsliebendes Volk kennen lernen von elementarer Naturkraft, die noch unversehrt ist von den entarteten Schwächen der westeuropäischen Zivilisation. Die lebhafte, im 18. Jahrhundert spielende Handlung dieses Werkes schildert im Schicksal des Pfarrers Martin Ryselius das Versagen eines schwachen Mannes und die Bewährung einer starken Frau, deren ungebrochene Natur im Einklang steht mit den Menschen und Mächten der harten,' aber auch kraftvollen finnischen OedZengen gesucht, d.den Zusammenstoß amMontag,24.7. EckeLudwig-und Bismarckstraße gesehen haben. Meld, bitte Lud- wigstraße 35 vt. Tel. 4166. [03652 EinkochapparaleTruchtpressen uZubehör kaufen Sie gutupreiswert Edgar BORRMANN": Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 Bekanntmachung. Betr.: Ehrcnkreuz der Deutschen Mutter. Anträge auf Verleihung des EhrenkreuzeS der Deutschen Mutter können noch gestellt werden, auch von Müttern unter 60 Jahren. Das Ehrenkreuz wird verliehen an Atütter, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, falls die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig sind, und die Mutter der Auszeichnung würdig ist. Antragsvordruck wolle alsbald beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14) in den Sprechstunden werktags von 8 bis 10 Uhr und 15 bis 16 Uhr — mittwochs und samstags nur vormittags — abgeholt werden. Meldeschluß: Montag, 31. Juli 1939. An diesem Tage müssen alle Vordrucke ausgefüllt und von der zu ehrenden Mutter unterschrieben beim Standesamt eingegangen sein, andernfalls Verleihung zum 1. Oktober 1939 (Erntedanktag) nicht mehr vorgeschla« mark Nach einem als Schloßkaplan verbrachten Leben zieht dieser lebensunsichere Pfarrer um der Zweifel willen, ob Hedda-Lisa auch wirklich feine Tochter ist, in die finnische Oedmark. Aber die Natur des Landes ist dem Entfremdeten em verschlossenes Buch, die Menschen sind ihm in ihrer Zügellosigkeit und leidenschaftlichen Kraft unbegreis- lich Er spürt, daß er diesen Menschen nicht ge- wachsen ist und es ergreift ihn eine Lebensangst, die ihn schwach und feige macht und schließlich zu seinem Zusammenbruch führt. Es ist em Buch, das mitten hineinreißt in die gefährlichen Spannungen zwischen Gut und Döse, das aber am Ende uns'doch entläßt mit dem tröstlichen Bewußtsein, daß über alle Not und Verderbnis des Leibes und der Seele immer wieder die gesunde, aus den Wurzeln der Natur ckornmende Kraft des Lebens den Sieg davonträgt. — Gegenlichte r." Roman von Hans Eros, mus F i s ch e r. Geheftet 2,40 RM, Seinen 3,50 RM. 228 Seiten. 8«. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1939. __ (99) __ Den vielseitigen Betrieb in einem eleganten Dergnügungsrestaurant des Berliner We. stens weiß der Verfasser eindrucksvoll darzustellen. Der Roman ist amüsant und unterhaltsam, spannend und wirklichkeitsnah zugleich. Der Leser wird seine Freude haben an der entschlossenen, hübschen Mädchengestalt, die im Vordergrund der interessanten Begebenheiten steht. Sie fuhrt, um einer Untat auf die Spur zu kommen, em ungewöhnliches Doppelleben, sieht sich alsbald in schwierige Situationen verwickelt und kann ihr abenteuerliches Vorhaben dennoch nicht bedauern, da sie hierdurch einen Mann von Herzen liebgewinnt. Gurkenhobel liefert schnell schöne glatte Scheiben. Bohnen - Schneidemaschine, Kirschen-Entkerner, Tomatenmesser, Salatbestecke — alles gut und preiswert ÄßlJ.B. HÄUSER j-b Gießen, am Oswaldsgarten (Parkplatz). Fernr.2145-2146 Ordentliches MA fürKücheu.Haus zum 1. August in Iahresstellung gesucht. 6099D Wetterbericht Durch die Entwicklung eines ausgedehnten Tief, druckwirbels über Ostpreußen und Polen hat über dem Ostseegebiet der Zustrom wieder etwas wärmerer Luftmassen eingesetzt. Diese führen im Verein mit der noch über Mitteleuropa liegenden Kaltlust über Mitteldeutschland zu anhaltenden Regenfällen. Der allgemeine Luftdruckanstieg über dem Festland wird aber zur Abschwächung des Tiefdruckeinflusses führen, so daß mit langsamer Wetterbesserung zu rechnen ist. , _ .. „ Vorhersage für Donnerstag: Zeitwech aufgeheitert, aber noch einzelne leichte Regenfäll-, etwas wärmer, schwache Winde. Lufttemperaturen am 25. Juli: mittags 14,8 Grad Celsius, abends 13,7 Grad; am 26. Juli: morgens 15 Grad, Maximum 16 Gmd, Minimum heute nacht 12 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25' Juli: abends 16,5 Grad; am 26. Juli: morgens 15,3 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. Frau für Büfeii-lluslilife gesucht. 6097D w s«. 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Auch Jean Paul jammert in seinen Briefen über die lästigen Aufenthalte, da ,-der drohende Regen einen Festungsgraben um uns zog" oder „der Kot Laden Neuenweg 25 ev. als Ausstellraum zu vermieten. Auskunft bei G. Feix Neuenweg 25 II. St. 03597 Plötzlich und unerwartet ist nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser unermüdlich stets treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Karl Otter Eisenbahn Sekretär i. R. 1 elektr. Kühlschrank, 150 Fl. Wein, 1 Koffer-Grammophon, Kautschs, 1 Collier, 1 Büfett, Warenschränke, Schreibmaschinen, 1 Partie Briefpapier, Bücherschränke, 1 Diplo- matschreibtisch Tiroans, Klaviere, 1 Kommode, 1 Bett 1 Nähmasch., 1 Motorrad, 1 Glasschrank, 1 Personenwagen, 60 Paar 'Türdrücker, 1 Waschkesselofen, 1 Gasherd, 250 Stück Konservengläser, 150 Tuben Herdputz, 12 Milchtöpfe, 1 Dosenverschlußmaschine, 1 Kupferkessel. Moll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 Telefon 3239 „Man refft ja nicht, um anzukommen, fonbern um zu reisen!" Dieses Wort Goethes unterfchrei- ben selbst heutzutage wohl nicht alle, die nach einer zehn- oder zwölfstündigen Reise einem modernen Schnellzug enffteigen, froh, am Ziel des Urlaubs angekommen zu sein oder wieder zu seinem behaglichen Heim zurückzukehren. Je mehr die moderne Technik die Geschwindigkeiten beschleunigt und die Räume verkürzt, um so mehr, so scheint es, vermindert sich auch unsere Geduld. Das Streben, immer noch schneller zu werden, beherrscht den gesamten modernen Verkehr. Auf bestimmten kurzen und landschaftlich reizvollen Strecken versucht die'Reichs- post ja freilich neuerdings die alte Jdyllik des yvev fens neu heraufzubeschwören und die P o st t u t s ch e wieder verkehren zu lassen. Vielleicht, daß damit jener romantische Zauber des Reisens, den Goethes Ausspruch bezeugt, zurückkehrt. Wenn man steMch manche Schilderungen von Zeitgenossen Goethes und von Reisenden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein lieft, so erhält man den Eindruck, daß jene Reiseidylle doch oft von recht zwei,elhaftem Wert war und daß doch wohl schon ein so heroischer, reicher und über die „Tücken des Objekts so erhabener Geist wie der Goethes dazu gehörte, um an dem Reisen an sich mit den Verkehrsmitteln der alten Zeit Genuß zu finden. Es ist wahr, nachdem schon im 17. Jahrhundert die „K a v a l i e r s t o u r" nach den Niederlanden, England, Frankreich und Italien bei Adligen und vielfach auch wohlhabenden Bürgern unseres Vaterlandes Mode geworden war, brachte das Zeitalter unserer Klassiker und vollends die Romantik eine allgemeine Wanderseligkeit. Wer es sich leisten konnte, unternahm die große „Bildungsreise, wie zum Beispiel der junge S ch o p e n h a u e r mit seinen Eltern, die durch halb Europa führte, der, mit dessen Geldbeutel es nur schmal bestellt war, durchstreifte zu Fuß, den Knotenstock m der Hand das Ränzel auf dem Rücken, einen so großen Teil der Welt als es ihm möglich war. Und vielleicht hatte diese letzte Klasse der Reisenden jene, die „ihr Sach' auf nichts gestellt" hatten, noch am wenigsten von den Reiseplagen auszustehen. Denn neben begeisterten Schilderungen von der Schönheit der Welt besitzen wir doch auch viele Reisebeschreibungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die uns ungeduldigen Schnellreisenden von heute keine Sehnsucht erwecken, wieder auf Art unserer Urgroßvater zu reisen. Der berühmte Philosoph und Physiker Lichtenberg fand, die Toxischen Postwagen seien schon m für die Pferde viel zu tief war". Als König Friedrich Wilhelm III. 1809 von Königsberg nach Berlin zurückkehrte, mußten nach der Erzählung Doyens fast sämtliche Pferde des Landes requiriert werden damit man auf den grundlosen Wegen überhaupt vorwärts kam, denn es gab damals im ganzen ost- lichen Preußen noch keine Chausseen. Keineswegs aber war es damit in anderen Zandern besser bestellt. Der englische Altertums.orscher T h o r e s b y teilt in seinem Tagebuch von der kurzen Reise von London nach Leeds mehr Unglucksfälle und Gefahren mit, als man heute bei einer Fahrt nach dem Eismeer oder der Sahara erlebt. Die Paß- und Zollplackereien allerdings, eine besondere Heimsuchung für die damaliaen Reisenden, waren am schlimmsten in Deutschland, wo jeder der regierenden 300 Fürsten und Herren befondere Steuern erhob. Allein zwischen Dresden und Magdeburg wurden 16 Zollvisitationen vorgenommen, die immer einen langen Aufenthalt erforderten, denn alles Gepäck wurde aus den Wagen herausbefördert. Eine noch größere Qual schuf die Verschiedenheit der Münzen in den einzelnen deutschen Territorien, so daß der Reisende ständig und mit großen Verlusten sein Geld wechseln mußte und durch die Tücken der komplizierten Münzsysteme in völlige Verzweiflung geriet. Auf den einzelnen Reisestatio- nen mußte man mit den Gasthöfen vorlieb nehmen, die man fand, in den meisten zahlte man „eine wahre Bluffteuer durch Ungeziefer" und war wehrlos den prellenden Wirten ausgeliefert. Wenn man schließlich noch dazu nimmt, daß bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Wege ost durch Straßenräuber unsicher gemacht wurden, so kann es uns nicht wundern, daß man damals fein Testament machte und das Abendmahl nahm, bevor man auf eine Reffe ging. c- K- Heute ist es unterwegs bequemer... Postkutschen ohne Nomantik. - Wie man zu Urgroßvaters Zecken reifte. Mansard.- Wohnung 2 Zimmer und Küche sofort zu vermieten. Schriftliche Angebote u. 5094D an den Gießener Anzeiger erbet. Troße, heizbare Garage « c’ - * - Abbruchstelle Bad - Nauhetm.1 ob. Kaiserallee. ihrem Aeußeren symbolisch: „Sie haben die rote Farbe als die Farbe der Marter und einen Ueber- zuq wie der Gehenkte eine Kapuze, damit man öie gräßlichen Gesichter nicht sieht die der Fahrende schneiden muß." Und Ch arn is so schi dert fein Reiseeindrücke daran anschließend: „Ich kann, ohne meine Glaubwürdigkeit zu gefährden auf Lichtenberg verweisen, der die Martermaschme mit dem Fasse des Regulus verglichen hat. Der deutsche Postwagen scheint recht eigentlich für den Botaniker eingerichtet zu sein, indem man nur außerhalb desselben ausdauern kann, und dessen Gang berechnet ist gute Muße zu lassen, vor- und zuruckzugehen. In der Nacht wird auch nichts versäumt, da man sich am Morgen ungefähr auf demselben Punkte wiederfindet, wo man am Abend vorher war. Wenn das nun steil ich auch nicht wörtlich zu nehmen ist, so kam man doch sehr langsam vorwärts. Mit der gewöhnlichen Post brauchte man im Anfang des 19. Jahrhunderts von Berlin bis Breslau vier Tage, bis Königsberg eine Woche. So besagen die Postkursbücher. Aber man konnte sich glücklich schätzen, wenn man in der vorgesehenen Zeit am Ziel war und die Reise nicht durch unfreiwillige Aufenthalte aller Art länger ausgedehnt wurde. Die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Schwester Friedrichs des Großen, erzählt in ihren Denkwürdigkeiten, wie auf der Fahrt nach Bayreuth eines Nachts ihr Wagen hinter Klo- sterzinna umstürzte und sie selbst samt ihrer Hofmeisterin unter die ganze Ladung Koffer zu liegen kam. Es war nun allerdings den beiden Damen wunderbarerweise nichts geschehen, aber die Hofmeisterin brach trotzdem in klägliches Jammern aus, in das sich das fröhliche Gelächter Wilhelminens mischte, der die ganze Situation unwiderstehlich komisch vorkam. Mit vieler Mühe zog man sie endlich unter den Koffern hervor. „Die armen Mädchen klagten und meinten", berichtet die Markgräfin, „und meinten, ich müsse gewiß ein unzeitiges Kindbett haben: man begoß mich mit hunderterlei Riechwasser und wollte mir eine Menge widerliches Zeug eingeben, das ich mir aber fein verbat. Endlich ward der Wagen wieder aufgerichtet, und ich fetzte meinen EßO ^-.Betten« Nmiatzen Nur gute Qualität. Tausende freiw. Anerkennungen. Verkauf anaUe. Katal.fr EisenmöbeltabrikSuiil/Th. Donnerstag, den 27. Juli, nachm. 2 Ubr, versteigere ich an Crt und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal, Neuenweg Nr. 28, dabier), zwangsweise |Stellenangebote| Keine Zeugnisse in Urschrift icnbern nur Zeugnt»- ablchrtsteu dem Be- werbungSIchretben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- %0cn müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers trauen I Junger Hausbars die fürsofort gesucht. L. E. 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Und dann stand sie auf tauchte den Finger in das kleine Weihwasser- beck'en, das an der gläsernen Ausgangstur hing, bekreuzigte sich, blieb stehen, dachte nach. Ihr Gesicht wurde auf einmal wie erhellt. Und nun tauchte s«e noch einmal den Zeigefinger in das geweihte Lasser und schrieb plötzlich, vor sich hinlachelnd, auf die Scheibe: „Alfred". Schrieb es hin mit dem geweihten Wasser. Da stand es nun aus der frommen Der Präsident des L a n d e s ar b ei t s a m t s Hessen und der Leiter der Landesversicherungsan st alt Hessen-Nassau erlassen folgenden gemeinsamen Aufruf: „Der Führer hat in Deutschland die Arbeitslosigkeit beseitigt. In vielen Wirtschaftszweigen fehlt es an Arbeitskräften. Die Erreichung der Ziele des Dierjahresplanes erfordert es dringend, diesem Mangel an Arbeitskräften abzuhelfen. Es ergeht deshalb an alle Rentenempfänger, die zu irgend einer Arbeit noch fähig sind, der Aufruf, sich zur Mitarbeit am Aufbauwerk des Führers zur Der- ügung zu stellen. Die Rentenempfänger haben jetzt Gelegenheit, durch ihre Mitarbeit dem Führer ihren Dank für die Rettung der Invalidenversicherung vor dem Zusammenbruch abzustatten. Es wird ausdrücklich betont, daß der Bezug einer Rente aus der Invalidenversicherung dem Empfänger nicht die Berechtigung nimmt, die ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit gegen Entgelt zu nutzen und damit seine wirtschaftliche Lage zu bessern. Bon allen Rentenempfängern wird daher heute er- Zeder erwirbt die Reichsparteitag-Plakette. Neue Beiftagsmarfen zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939. hierdurch machen wir unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß die Deutsche Arbeitsfront am 1. Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. $ep< lember 1939, auch wenn gestundet, ausgeholt sein, da am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken ungültig werden. Sämtliche Ortswaltungen der Deutschen Arbeits* front und alle Betriebe mit Betriebskassierung wollen dementsprechend eine Ueberprüfung fätnfc licher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rück« lande vorhanden sind und dadurch den Volksgenossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung nicht verloren geht. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, datz bei Beilragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt. Hessische Volkstumsgruppe aus Hamburg zurück. Schließe dich an die Jugend an; nimm teil an ihren Gesprächen und Unterhaltungsspielen; sing mit, wenn sie ein Lied an stimm en von Wein, Weib und Gesang, von Jugendlust und Jugendglück; besuche ihre Sportplätze und Veranstaltungen, um dich an ihren Darbietungen und Freuden zu ergötzen; dann wirst du es zu deinem Wohle merken, ^wieviel der Geist zur Erhaltung des Körpers vermag", wenn der Geist, d. i. dein Denken und Fühlen, dein Wünschen und Wollen bestimmt, dein Tun und Lassen vorschreibt, deinen Körper beherrscht und leitet. Sitzest du aber mit alternden oder alten Leuten zusammen, dann laß kein Gespräch über das Altern aufkommen, keine Krankheitsgeschichten zum Thema der Unterhaltung werden; sorge dafür, daß Frohsinn und Lebensmut die Oberhand gewinnen und behalten, und wenn alles nichts hilft, dann — lies deinen Tischgenossen diese Epistel vor! H. G. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mama Colibri". Das Tragen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. Auf zahlreiche Anfragen über die Trageweise des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter teilt die Präsidialkanzlei des Führers mit, daß das Ehrenkreuz der deutschen Mutter in der verliehenen Ausführung (Großausführung) nur in der vom Führer be- NSG. Den Kreisen und Ortsgruppen NSDAP, gehen in diesen Tagen die Plaketten . den diesjährigen Reichsparteitag, den Reichspartei- tag des Friedens, zu. Die politischen Leiter beginnen nun mit dem Vertrieb der künstlerisch wertvollen Plakette, die von jedem getragen werden soll. Der Reichsparteitag 1939 wird nach dem Willen des Führers zur gewaltigen Friedensdemonstration Deutschlands gegen die Einkreisungsfront. Auch wer in diesem Jahr nicht an den großen Tagen in Nürnberg teilnehmen kann, soll die Plakette mit dem Symbol des Friedens erwerben. „Neue Stellung?" „Immer noch die gleiche." „Aber was m Gottes Namen ;..?" „Ich habe mich verliebt!" Sie schloß wieder die Augen mit diesem überwältigenden Ausdruck einer Traumwandlerin. Ich blieb sprachlos, Natascha hatte ihren Mann in Rußland verloren, aber das war schon viele Jahre her. Ich kannte sie nur als Witwe und Mutter. Es schien mir unvorstellbar, daß sie einen Mann liebe. „Finden Sie mich zu alt dazu?" fragte sie, und ein sehr feiner und wacher Spott zog um ihre Mundwinkel. Nein. Man kann wohl niemals zu alt zum Lieben sein, Natascha. Wollten Sie das nicht soeben sagen?" „3a." . r . „Und ich habe Sie wirklich noch nie so jung gesehen wie heute." , „Das macht das Glück", sagte sie und nickte. „Wird es ... wird es Ihr Leben ändern?" "Vollkommen!" sagte sie, indem sie mich stray- sOchnten Iv Polen hat der etwas fr Men im Hr. senden KcU den Regenfall. dem Festls -lefdruckeinftas 'Verbesserung ^g-Zeitwe ■* Regenfäl "ttags 14,8 @r 6- 3uli: morgr imum heute nc 10 em liefet -0- Äuli; murgr M — Som ►ehe Netz! 500 . 500 gü'4 500 g°^ ork. N "Ä 5 ist Äfe aber en SuJJ.H des tz^lseh, unbe S ;n.sw« J^tiner »J Der ßefJfJ heit, wie gejagt davon. Glücklich, singend lief sie weiter. Und Alfred stand immer noch da. Gegen Abend ging da ein Paar. Sie schon recht alt und er auch. Ach, sie hatten sicherlich schon eine gute, volle Reihe Enkelkinder. Und auf einmal nimmt der Alte übermütig die kleine grauhaarige Frau in den Arm und küßt sie ab wie ein junger. Sie steht verschämt wie ein Mädchen, und er lacht wie ein Jüngling. Und dann kommt wirklich em Junger, auf dem Fahrrad, vorbei. Er ist wohl in der Stadt in einer Fabrik beschäftigt. Sicherlich hat er das alte, küssende Ehepaar gesehen, denn,m Vorbeifahren ruft er: „Ihr sollt euch eigentlich schämen, ihr Alten!" — Auch das ist eine Entdeckung. Und dann kommt der Sternenhimmel. Und nun fährt er zurück, der Kolumbus mit seinen 12 PS. Er hat kein großes Land entdeckt, aber einen Fingerhut voll Empfindsamkeit brachte er doch mit m seine Stube. Hochschulnachrichteri. Der Ordinarius an der Universität M a r b u r g, Geh Medizinalrat Dr. Erwin Kehrer, Direktor der Universitäts-Frauenklinik und Hebammenlehranstalt, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Pros. Kehrer, der im April d. I. fein 65. Lebensiahr voll- endete, ist aus Gießen gebürtig Seine akademische Laufbahn begann er 1904 in Heidelberg und wurde dort 1910 zum ao. Professor ernannt. Noch im gleichen Jahre siedelte er als Ordinarius nach Bern über. 1911 wurde er Direktor der Staatlichen Frauenklinik in Dresden, und 1925 folgte er dem Ruf als Ordinarius nach Marburg, wo er seither gewirkt hat. Kehrer ist Mitherausgeber des Archivs für Gynäkologie und der Zeitschrift für Geburtshilfe und Gynäkologie. Bekannt wurde er besonders durch feine Untersuchungen über die motorischen Funktionen des Uterus, vor allem bei der Geburt, ferner durch seine physikalisch-biologischen Untersuchungen über die Tiefenwirkung des Radiums beim Gebärmutterkrebs, sowie durch seine Verbesserungen der operativen Technik. Er hat aus diesen Forschungsgebieten eine große Zahl von Arbeiten veröffentlicht. . . m f. Der o. Professor an der Universität Berlin, Direktor der Hydrotherapeutischen Universitäts-Anstalt, Dr. Werner Jansen, wurde auf feinen An- trag in den Ruhestand versetzt. Der Ordinarius in der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig. Dr. Hans Dppitofer, wurde auf seinen Antrag entlassen. ....... >cd-° rtlf 3ge 250®v’ ständiger Ortswachen der T7!. Um die Technische Nothilfe in Katastrophenfällen schnellstens zum Einsatz bringen zu können, hat der Chef der TN. den Landesgruppen auf Grund der praktischen Erfahrungen nahegelegt, ständige Ortswachen der TN. einzurichten. Die Ortswachen stellen ein ständige erste Einsatzbereitschaft dar, die je nach der Größe und der Bedeutung der Ortsgruppe verschieden stark ist und über ein Kraftfahrzeug mit Geräteausrüstung verfügen soll. Auf diese Weise wird außerdem gewährleistet, weitere Kräfte der Ortsgruppe schnell zu alarmieren und emzusetzen. Konzert in »Steins Garten" fällt heute aus. In Anbetracht der kühlen und unfreundlichen Witterung fällt das für heute vorgesehene Konzert in Steins Garten ausnahmsweise aus. Gießener Studenten grüßen vom Ernteeinsatz. Von einigen Kameraden der Kameradschaft Admiral Scheer" erhielt der „Gießener Anzeiger heute eine Postkarte mit herzlichen Grüßen vom Ernteeinsatz unserer Gießener Studenten 'm deutschen Osten. Die Kameraden in der Kameradschaft „Admiral Scheer" sind in Florsdorf (Kreis Gor- litz) in der Oberlaufitz eingesetzt. Wir erwidern die Grüße auf diesem Wege. Studenten im Lustschuh. Die seit einem Jahr für den studentischen Aus- qleicbsdienst bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Reichsluftschutzbund und der Reichsstudenten, führung ist durch eine neue Vereinbarung weiter vertieft und als Dauereinrichtung gesichert worden. Zweimal im Jahre werden die vom Reichsarbeits- dienst freigegebenen Studenten und jungen Leute, die sich dem Hochschulstudium widmen wollen, dem i) Laune. ... Gesundheit? Ein imaginärer Begriff für die Wben Leutchen, denn sie sind doch immer alle fünf Das kannst du während der Sitzung aus- g big erfahren. Der eine hat's im Kopf (nur nicht 6:5, was er drin haben soll); der andere in den Fißen (es langt aber nicht zu einem neuen 800- ÄXter-Weltrekord, allein schon vonwegen der Hhneraugen); der dritte auf dem Brüstchen; der n rte, im Rücken (weil er sich die lieben Mttmen- ften immer den Buckel raufklettern läßt); der finfte am Herzen (weil er's nie auf dem richtigen F?ck hat; mal trägt er's auf der Zunge spazieren, wl ist es ihm in die Hosen gerutscht); der sechste ir Magen (kein Wunder; wie oft sagt er doch: en Kerl habe ich auch gefreßen!") usw. usw. 2 r eine hört nichts (nur das Gras wachsen), der öftere riecht nichts (steckt aber seine Nase in jeden Liark), der dritte schmeckt nichts (behauptet steif ii-d fest aber: „Der Wein schmeckt heute wieder jiirf nach dem Korken"), der vierte sieht nichts (iickt aber stets nach den lieben kleinen Mädchen). 60 lernst du menschliche Plagen und Qualen, imfud)ungen und Leiden kennen, die du bis dahin iti)t gekannt hast; zum Schluß aber heißt es: „Ja, j man wird alt ..." — „... und merkt es leider och ..." — „... es geht arg bergab mit uns ..." «Hüte dich aber, in dasselbe Horn zu blasen; denke < den Spruch: „Nichts macht schneller alt, als der hmer vorschwebende Gedanke, daß man älter iird." Zeitlich altern ist eine Naturerscheinung, egen die kein Kraut gewachsen ist, aber das voreilige Altern kannst du vermeiden, indem du das lTperlid)e Altern hinausschiebst. Don den drasti- ft-en Derjüngungskuren des Alterums über die imrchenhaften Jungbrunnen des Mittelalters bis z den umstrittenen Drüsenoperationen der Reu- zii.t gibt es vielerlei Mittel, deren Anwendung das Mern verhindern ober verzögern soll, aber alle d -se Mittel und Mittelchen nützen nichts, wenn der (1-ift nicht mithilft, denn „es ist der Geist, der : sch den Körper baut." Also denk nicht ans Altern, fchle dich jung, und du wirst jung bleiben. Werde ['n „alter Polterer, der aus Neid die jüngeren egegefährten ankläsft ober links liegen läßt", e,ch kein „Phantast, der nur die .gute alte Zett' güten läßt und den Idealen der Gegenwart fremd gzgenübersteht". Richte dich vielmehr, wie ich, nach bim Spruch: Im Kreis der Jugend muß man wetten, Der Jugend Lust und Freuden teilen; Wer das vermag, der wird bewahren Ein junges Herz bei grauen Haaren!__________ stimmten Form am blau-weißen Band um den Hals getragen werden darf. Kleinausführungen sind nur nach den amtlich genehmigten Mustern zulässig. Das Tragen des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter an goldenen, silbernen usw. Halsketten ist weder für die Großausführung, noch für die Kleinaus* führung zulässig. Kolumbus mit 12 PS. Von Max Zungmckel. Das war ein Sonnentag, der ihn sah, wie er in - ein kleines Auto stieg. Er fuhr nicht schnell, ab und zu pfiff er sogar am Steuer vor sich hin. Hatte er ein herrliches Fleckchen erreicht, so stieg er einfach aus, schickte einen langen, beglückenden Blick in die Landschaft und stieg nachdenklich wieder ein. Er hatte ja Zeit, der Kolumbus in seinem kleinen Auto. Jawohl, er machte Entdeckungen. Er war sogar auf Entdeckungen gespannt. Da fährt er an einem Schuhgeschäft vorüber. Nur einen kleinen Blick nach rechts uNd er hat eine Anschrift entdeckt, die ihn vor sich hinlächeln laßt. In großen Lettern gemalt stand da an der Laden- cheibe: „Seien Sie freundlich zu Ihren Fußen! Wirklich, so ein Schlagwort bleibt lange im Kopf hängen. Und wenn man will, kann man es sogar wie eine Schlagerzeile vor sich hinsingen. Ja, wenn man mit Schuhen handelt, muß man sich auch em Netz suchen, darinnen man die Käufer einfängt. Vielleicht ist das auch eine Entdeckung, eine gelbe Blume am Wegrand zu sehen, deren Kelch zu leuchtend goldenen Herbergssonnen für die Bienen wurde. Und drüberhin, hoch im Blauen, em Flugzeug mit silbrig geschupptem Rücken. Also Erde und Himmel in einem einzigen Bild. Gewiß eine empfindsame Entdeckung. Und dann eine Tankstelle. Oben, auf der Benzinpumpe, sitzt eine richtige lebendige Amsel und singt. Unten die Arbeit und oben das Lied. Hernach eine Föhre in der Einsamkeit und Verlorenheit wie eine Macht. Ein altes Stück Leben, das sich quält. Der Sonnenkrug neigte sich über den greifen hageren Baum. Es war, als ob eine unsichtbare Hand dem Baum Mut und Wohlwollen zutrank. Licht tropfte über die hageren Zweige. Und der Baum stand auf einmal da wie in einem Fest der Erinnerung. von 17.30 bis 19 Uhr übernahmen die Tanz- und Singgruppen das Programm und zeigten Ausschnitte aus ihrer Volkstumsarbeit. Die Hessen wurden mit den „Schwaben" und der Volkstumsgruppe Föhr-Amrum, Gau Schleswig-Holstein, auf einer der sechs Bühnen eingesetzt. Abends fand mit einem mächtigen Feuerwerk am Alsterufer die Reichstagung ihren Abschluß, und auch hier wurden allen Dolkstumsgruppen wieder bevorzugte Plätze angewiesen. Zusammenfassend kann gejagt werden, daß bei allen Strapazen und dem oft langen Umherstehen bei der Probe usw., von KdF. alles getan worden war, den Gruppen ihren Aufenthalt in Hamburg so angenehm als möglich zu gestalten. Es war alles glänzend organisiert, Verpflegung und Unterkunft sehr gut, und allen Teilnehmern werden die Tage in Hamburg unvergeßlich bleiben. Am Montagoormittag stand der KdF.-Autobus der Hessen vor dem Quartier zur Abfahrt bereit. Mit Musik und Gesang ging die Fahrt oonstatten, wieder durch die Lüneburger Heide über Hannover, Göttingen, Kassel, Gießen nach Leihgestern, nach Kirch-Göns und Ober-Rosbach. Noch ganz unter dem Einfluß der gewaltigen Aufführung „Volk spielt für's Volk" und von Stolz erfüllt, daß auch die Hessen einen bescheidenen Teil zum Gelingen dieser Aufführung beitragen durften, sammelte sich die hessische Gruppe am Sonntagvormittag am Hauptsammelplatz, um von dort aus mit allen übrigen Dolkstumsgruppen geschlossen zum Adolf-Httler-Platz zu marschieren. Dort konnte die hessische Gruppe zu beiden Seiten und gegenüber der Ehrentribüne des Generalfeldmarschalls Göring und des Reichsorganisationsleiters Dr. L e y Platz nehmen und den Vorbeimarsch des Festzuges sehen, an dem, soweit es Dolkstumsgruppen betraf, nur die ausländischen Gruppen teilnahmen. Der Anmarsch unserer deutschen Dolkstumsgruppen in ihren Trachten zum Adolf-Hitler-Platz mit spielenden Kapellen und seinen singenden Gruppen war schon ein Heiner Festzug für sich, der von den Hamburgern freudig begrüßt wurde. Am Sonntagnachmittag standen wieder alle Gruppen am Hauptsammelplatz zur Abfahrt nach dem großen Volksfest im „Hamburger Zoo" bereit. Es war der letzte Einsatz der Gruppen auf sechs großen Dorführungsbühnen. Die Zeit von 16 bis 17.30 Uhr wurde mit sportlichen Darbietungen ausgefüllt, Begegnung mit Natascha. Von Angela v. Bnhen. ';Jch hatte gerade einen langen, stummen Kampf etn Briefkasten siegreich beendet — siegreich, indem ilO den Brief wieder in die Handtasche zurücklegte, l'-enn weshalb sollte ich zuerst das versöhnende Siiort aussprechen? Konrad hatte Schuld, mochte t auch sehen, wie er es wieder gutmachen wollte! - Also diesen Kamps hatte ich eben beendet, als rir auf dem Bürgersteig die Russin entgegenkam. ?M). hatte sie lange nicht gesehen, daher fiel es mir jrfort auf, daß ihr Gesicht voll^mmen verwandelt tnnr. ;Sie war noch ärmlicher geHe ibet als sonst. Ihr Leußeres bot einen kümmerlichen Anblick an diesem hüllen Tage, an dem jeder dem Frühling irgendein mires, helles Kleidungsstück entgegenbrachte. Na- hofcha trug immer noch das hochgeknöpfte Mäntel- dtm, das sie winters wie sommers anzog, die Kappe ü>er dem dichten, schwarzen Haar war vor Jahren jllbst gestrickt worden, und an den flinken Füßen trug sie Schuhe vost sehr mitgenommenem Aus- j Männer altern, geistig und körperlich, oder fc^er gesagt: körperlich, weil geistig. Nicht alle! z. B. nicht. Wenn man mich fragt: „Wie alt tittt du?", dann sage ich: „Ich beglücke jetzt 70 Jchre die Erde mit meinem Dasein, aber ich bin Ll^wegen noch nicht alt; ich will nicht alt sein, uft deswegen bleibe ich jung und rüstig an Geist ulb Körper!" Leider machen es mir viele Ge- sMchtsgenossen nicht nach. Hast du vielleicht mal 0: einem Abendschoppen-Stammtisch von zeitlich übrigen Wa l dem im Sk Teilung; di- . die Strafe d N nach W I die Strafe ts wird die rechnet Dir Ki rt im Stil'- te 1. fünf| ft ober au'fc j höcMns z • mxte\xunär,-'r \W, 2. jfejrt begmrciW 'änll Lu-^r- u gerichtliche Sm -Zeugnis tflrd! vorstehenden b men $nen &? geteilt muhe, h : : ::: - 2i" z ein Freistaite :aiit PS ** riS^ -l-u Das Recht im täglichen Leben Mer hastet für Anwetterschäden? mit in die Ehe eim gegen die Frau. Die Güterstand lebt, kann den an» ist ein Volksempfänger pfändbar? Arbeilsrechlliche Entscheidungen sonders empfindliche Ehrgefühl verletze, das von den nationalsozialistischen Verbänden noch besonders gepflegt werde. Die Kein (Schadenersatz aus der Kündigungssperre, von dem Leiter des. Sozialamts der Es kommt in der Ehe vor, daß die Frau eine Klage erheben will, z. B. wegen Schadenersatz aus einem ihr zugestoßenen Unfall, und es fragt sich, ob die Ehefrau allein zur Klageerhebung berechtigt ist. Grundsätzlich ist die Prozeßfähigkeit einer Frau dadurch, daß sie Ehefrau ist, nicht beeinflußt. Aber es können sich Einschränkungen ergeben, je nachdem, in welchem Güterstand die Ehegatten leben. Wenn zwei heiraten und nicht einen notariellen oder gerichtlichen Ehevertrag schließen, in dem sie besondere Vereinbarungen treffen, so leben beide im sogenannten gesetzlichen Güterstand. Dies ist bei den weitaus meisten Ehen der Fall. Der Ehemann ist dann berechtigt, das von der Frau mit in die Ehe eingebrachte Gut und auch das, was sie später erwirbt, zu verwalten und zu nutznießen. Der Mann kann jedes Recht, bei dem es sich um das eingebrachte Gut der Frau handelt, im eigenen Namen, also allein und ohne Vollmacht der Frau, ja sogar gegen ihren Willen, gerichtlich geltend machen, obgleich die Frau Eigentümerin des eingebrachten Gutes ist. So gehört auch nach allgemein herrichender Ansicht ein Schadenersatzanspruch aus einem der Ehefrau zugestoßenen Unfall zum eingebrachten Gut. Der Ehemann ist berechtigt, diesen Anspruch im eigenen Namen gerichtlich geltend zu machen. Aber der Ehemann kann eines nicht, er kann nicht ohne Zustimmung der Frau über die Leistung verfügen, d. h. er kann nicht die- Auszahlung der ge- sorderten Geldsumme an sich ohne Zustimmung der Frau verlangen. Ergeht jedoch ein Urteil, daß den Prozehgegner zur Zahlung an den klagenden Ehemann ohne Zustammung der Frau verurteilt, so besteht für den Prozeßgegner die Gefahr, daß er dadurch nicht von seiner Schuld gegen die Frau befreit wird uni) doppelt zahlen muß. Der Zustimmung ist es gleich zu achten, wenn der Mann von vornherein auf Leistung an die Frau klagt. Beide Ehegatten können aber Ansprüche wegen eines der Frau zugestoßenen Unfalls gemeinschaftlich einklagen. In der gemeinschaftlichen Erhebung der Klage kommt zum Ausdruck, daß der Prozeßgegner durch Entrichtung her Leistung an beide Eheleute befreit wird. Es gibt allerdings einzelne Rechte, über die der Ehemann ohne Zustimmung der Frau verfügen kann. Aber dann ist Gegenstand des Rechtsstreits das Recht der Frau selbst, so z. B. Klage auf Rückforderung einer gebrauchten Sache. Dann wirkt das Urteil sowieso für und gegen die Frau. Die bleiben müsse, daß eine solche Züchtigung bei fortgeschrittenem Alter des Lehrlings den Erziehungszweck mindere, weil sie das in diesem Alter be- Züchtigungsrecht des Lehrherrn nur zur Erziehung, nicht als Strafe. Zu dem umstrittenen Züchtigungsrecht des Lehrherrn liegt eine Reichsarbeitsgerichtsentscheidung vor. In einem Handwerksbetrieb war eine Lohntüte abhanden gekommen. Der Meister fragte seinen 17jährigen Lehrling, der, wohl aus der Art der Fragestellung eine Verdächtigung heraushörend, entrüstet verneinte, sogar, auf Grund eines konkreten Vorfalles, seinerseits fragte, ob vielleicht ein Familienangehöriger in Frage käme. Hierauf gab ihm der Meister eine Ohrfeige. Der Lehrling verließ die Lehrstätte und kehrte auch trotz Aufforderung des Meisters nicht mehr zurück. Der Meister klagte nun die für einen solchen Fall im Lehrvertrag vorgesehene Entschädigung von 300 Reichsmark ein, kam damit auch bis zum Landesarbeitsgericht durch, wurde aber vom Reichsarbeitsgericht (RAG. 81/39) abgewiesen, das Zurückverweisung zu erneuter Prüfung beschloß. Obgleich gesetzlich zurzeit das Züchtigungsrecht noch bejaht wird, stellt dos Reichsarbeitsgericht fest, daß die körperliche Züchtigung nur zum Zwecke der Erziehung, nicht aber als Strafe angewendet werden darf. Hieraus folge, daß ein Lehrherr sich bewußt Das prozeßführungsrecht der Ehefrau. räume zu beseitigen habe, nicht aber auch solche Schäden, die durch äußere Einflüsse oder Gewalt verursacht werden. (Vergl. ein Urteil des Landgerichts Berlin: Juristische Wochenschrift 1935, Seite 2591.) Hinsichtlich der Fensterscheiben hat das Landgericht Berlin in diesem Urteil eine Verpflichtung de« Mieters, sie auf seine Kosten zu ersetzen, nur deswegen bejaht, weil der betreffende Mietvertrag eine ausdrückliche besondere Bestimmung darüber auch für Fälle äußerer Gewalt enthielt. Soweit es Wasserschäden anbelangt, die Schönheitsreparaturen notwendig machen (das eingedrungene Wasser hat z B. Tapeten, Wände, den Fußboden oder die Decke beschädigt), so steht das Kammergericht Berlin in seiner Rechtsprechung auf dem Standpunkt, daß Wasserschäden trotz Uebernahme der Schvn- heitsreparaturen durch den Mieter nicht zu seinen Lasten gehen, also daher auf Grund § 536 BGB. dem Vermieter obliegen. Denn die durch die Mieter übernommene Reparaturpflicht erstreckt sich nur auf solche Schäden, die durch gewöhnlichen Verschleiß eintreten. Natürlich haftet aber der Mieter immer, gleichgültig ob er Reparaturpflichten übernommen hat oder nicht, für eingetretene Schäden, wenn ihn ein Verschulden trifft. Ein solches liegt z. B. vor, wenn er während eines Sturmes oder Wolkenbruches die Fenster nicht rechtzeitig geschlossen hat, obwohl er dies nach der Lage der Umstände rechtzeitig hätte tun können. In einem solchen Falle hat der Miete'' fahrlässig, also schuldhaft gehandelt. Er muß daher auch für den Schaden haften. Diese Grundsätze gelten für alle Schäden durch das Unwetter, wenn sie nachweislich auf ein Verschulden des Mieters zurückzuführen sind, was man allerdings immer nur nach sorgfältiger Untersuchung der gesamten Einzelumsätze entscheiden kann. Zst die diene ein Haustier? Gelegentlich eines bis an das Reichsgericht gelangten Rechtsstreites wegen Schadensersatz aus einem Ueberfcill durch einen Bienenschwarm eines auf einem Truppenübungsplatz ausgestellten Bienenstandes aus die Mannschaften und Pferde eines dort in der Nähe in Deckung stehenden Fahrzeuges eines Truppenteils hat das oberste deutsche Gericht zu der Frage, ob die Bienen als Haustiere im Sinne des § 833 des BGB. zu betrachten find oder nicht, fol» genben Standpunkt vertreten: Die Biene kann n i ch t als Haustier im Sinne des § 833 BGB. Satz 2 angesehen werden. Diese Gesetzesbestimmung enthält keine ausdrückliche Angabe darüber, welche Tiere als Haustiere anzusehen seien. Bei der Beratung des Gesetzes vom 30. Mai 1908 im Reichstage sind Anträge, die Biene in der neuen Fassung des § 833 des BGB. ausdrücklich zu erwähnen und als Haustier zu bezeichnen, abgelehnt worden. Da hiernach das Gesetz den Begriff des Haustieres nicht bestimmt, so ist der gewöhnliche Sprachgebrauch entscheidend. Hiernach versteht man unter Haustieren diejenigen Gattungen von zahmen Tieren, die in der Hauswirtschaft zu dauernder Nutzung oder Dienstleistung gezüchtet und gehallen zu werden pflegen und dabei auf Grund von Erziehung und Gewöhnung der Beaufsichtigung uni dem beherrschenden Einfluß des Tierhalters unter* stehen. Bei den Bienen fehlt es vor allem an der Möglichkeit einer derartigen Beaufsichtigung und Beherrschung, wie sie bei Haustieren gegeben ist. Das ist schon in der Entscheidung RGZ. 141, 407 in der Juristischen Wochenschrift 1933, S. 2951, in weichet die Biene ebenfalls nicht als Haustier angesehen worden ist, hervorgehoben worden. Wenn die Revision Gewicht darauf legt, daß der volkswirtschaftliche Nutzen und die Bedeutung der Bienenzucht heute anerkannt sei und die Imkerei den landwirtschaftlichen Betrieben zugerechnet werde, so können diese Umstände doch nicht dazu führen, die Biene als Haustier im Sinne des gewöhnlichen Sprachgebrauchs anzusehen, der auch heute den Begriff nur da anwendet, wo der Tierhalter die Möglichkeit einer Beaufsichtigung und Beherrschung des Tiexes hat, wie sie bei den Bienen nun einmal nicht gegeben ist. Die erneute Prüfung des Begriffs ..Haustier" kann mithin nicht dazu führen, von der seither schon vertretenen Ansicht abzuweichen. (Reichs- gerichtsurteil vom 19. November 1938 in der Juristischen Wochenschrift, 68. Jahrgang, Heft 5, Seite 288)- V Daher ist die Zulässigkeit der Pfändung des hier in Frage stehenden Volksempfängers, den der Schuldner vom Gläubiger unter Eigentumsvorbehalt auf Abzahlung empfangen hat, zu bejahen. (Beschluß des Landgerichts Altona vom 27. Januar 1937 in der Juristischen Wochenschrift, 66. Jahrgang, Heft 26, Seite 1669.) Das Recht auf Rundfunknachrichten in der Gaststätte. Das Oberlaudesgericht Darmstadt hat es in einer Entscheidung als groben Unfug erklärt, wenn in einer Gaststätte Gäste das Abhören der Nachrichten des Rundfunks durch andere Gäste durch Lärmen unmöglich machen (Deutsches Recht S. 379/39). Am 24. September feierten einige junge Leute in einer Gaststätte einen Geburtstag, bei dem es fo lebhaft und laut zuging, daß die anderen Gäste die Rundfunknachrichten um 22 Uhr nicht hören kannten. Die Angeklagten wurden mehrmals während der Durchgabe der Nachrichten vergeblich um Ruhe ersucht. Der Lärm der Tischrunde machte aber däs 2Ib= hören unmöglich. Der Amtsrichter hat die Angeklagten wegen groben Unfugs verurteilt, und das Oberlandesgericht hat sich diesem Urteil angeschlossen. In der Entscheidung heißt es, daß grober Unfug eine grob ungebührliche Handlung ist, durch welche das Publikum belästigt oder gefährdet wird, wenn darin zugleich eine Störung der öffentlichen Ordnung zur Erscheinung kommt. Das Verhalten der Angeklagten könne durchaus als grob ungebührlich bezeichnet werden, besonders mit Rücksicht auf die damals hochgespannte politische Lage. Die Aufforderung, Ruhe zu halten, uiui in And .rächt dieser Lage keine unbillige Zumutung. Du tatsächlichen Feststellungen ließen auch den Schluß zu, daß durch das Verhalten der Angeklagten das Publikum in feiner unbestimmten Allgemeinheit unmittelbar belästigt ober gefährdet wurde. Wohl seien nur einige Zeugen belästigt worden, diese könnten jedoch als Repräsentanten des Publikums angesehen werden, da sie sich nur rein zufällig in der Gaststätte befanden und nicht durch persönliche oder sonstige Beziehungen miteinander verknüpft waren. Schadenersatz bei ungenügender Auskunst. In einem Hanauer Betrieb, der wichtiger Liefe, rungen wegen keine Arbeitskraft entbehren konnte, wurde einer Angestellten ein Urlaub zur Teilnahme an einem BDM.-Lager gewährt. Noch bevor es zur Einberufung kam, wurde der Angestellten mitgeteilt, daß sie wegen Uebersüllung des Lagers nicht eingezogen werde. Die Angestellte setzte hiervon ihre Firma nicht in Kenntnis, sondern fuhr in Erholungsurlaub zu ihrer Großmutter. Als das die Firma erfuhr, wurde die Angestellte fristlos ent lassen. Nunmehr strengte die Entlassene Kündigungs- Widerrufsklage vor dem Arbeitsgericht in Hanau an. Dort tarn ein Vergleich zustande, wonach die Klägerin ihre Klage zurückzog. Die Beklagte ihrer, feits verpflichtete sich, der Klägerin eine Entfchä. bigung zu zahlen und ein Zeugnis des Inhalts auszuftellen, daß die Lösung des Angestelltenoer. hältnisfes in gütlichem Einvernehmen erfolgt fei. Die Angestellte hatte in der Zwischenzeit eine neue Stelle gefunden. Nach der Einstellung zog die neue Firma bei der alten Firma Erkundigungen über die Klägerin ein. Die alte Firma erteilte eine Aus- funft dahingehend, daß die Klägerin fristlos entlassen worden fei, insbesondere deswegen, weil sie sich einen Urlaub erschlichen habe durch das Vor- bringen, sie sei zu einem BDM.-Lager einberufen. Auf Grund dieser Auskunft wurde die Klägerin unter Einhalt der tariflichen Kündigungsfrist wieder entlassen. Sie war danach längere Zeit stellungslos und verklagte die erste Firma auf Schadenersatz. Das Arbeitsgericht in Hanau gab der Klage statt und verurteilte die alte Firma zur Zahlung von 154 RM. Gegen dieses Urteil legte die Firma Berufung beim Landesarbeitsgericht ein, das das Urteil des Arbeitsgerichts in vollem Umfange bestätigte. In der Urteilsbegründung des Landesarbeitsgerichtes heißt es: Das Vorgehen der Beklagten war nicht zu billigen, weil durch den Vergleich vor dem Arbeits- gericht beide Teile nachaegeben hatten. Die Klägerin wollte das Odium der fristlosen Entlassung von sich abwenden und die Beklagte wollte die Mehr- forberung der Klägerin nicht anerkennen. Die Einigung gibt also keinem Recht, sondern sie ist auf der Basis gegenseitiger Verständigung aufgebaut. Die Beklagte durfte daher in ihrer Auskunft nicht allein die fristlose Entlassung erwähnen, sondern hätte auch über den Vergleich und das Zeugnis in ihrer Auskunft sprechen müssen. Sie hat eine unvollständige Auskunft erteilt. Dadurch hat sie gegen Treu und Glauben verstoßen und ist daher schadenersatzpflichtig. 31. Juli kündigen. Besonders wichtig ist ferner daß die Vorschrift des § 570 BGB. „zwingendes Recht enthält, daß also Bestimmungen des Mietvertrages, wonach der Mieter auf dieses vorzeitige Kundl- gungsrecht verzichtet hat, ungültig sind, wie das Landgericht Berlin in dem grundlegenden Urtei vom 3. Juli 1935 (Jur. Wochenschrift 1935 S. 26a9) entschieden hat. Ferner findet die Vorschrift über das Derzeitige Kündigungsrecht der Beamten auch auf hauptamtliche Angestellte der NsDAP. und ihrer Gliederungen Anwendung. Denn hierbei qt das gleiche öffentliche Interesse und praktische Bedürfnis gegeben, das zu der Ausnahmestellung der Beamten im Mietrecht Anlaß gab, wie das Ober- lang. Leben die Ehegatten dagegen in Gütertrennung, die durch gerichtlichen oder notariellen Ehevertrag vereinbart werden muß, fo ist der Ehemann nicht berechtigt, die Schadenersatzansprüche aus einem der Frau zugestoßenen Unfall im eigenen Namen einzuklagen. Bei der Gütertrennung, die in das Güter- rechtsregifter eingetragen werden kann, ist die Verwaltung und Nutznießung des Mannes am ein gebrachten Gut ausgeschlossen. Die in Gütertrennung lebenden Ehegatten stehen sich in vermögensrechtlicher Beziehung so gegenüber, als ob sie nicht verheiratet wären. Die Ehefrau bleibt Herrin ihres Vermögens und bedarf daher zur Führung eines Rechtsstreites nicht der Zustimmung ihres Mannes. Bei der allgemeinen Gütergemeinschaft dagegen, die ebenfalls durch gerichtlichen ober notariellen Ehevertrag vereinbart werben muß, wird alles, was bie Ehegatten beim Eintritt in die Gütergemeinschaft besitzen ober während berfelben erwerben, Gesamtgut beider Ehegatten. Den ehelichen Aufwanb hat bas Gesamtgut zu tragen und nicht der Mann, wie beim gesetzlichen Güterstand. Zum Gesamtgut gehört bann auch der Schaben, den die Frau durch einen Unfall erlitten hat. Der Ehemann ist berechtigt, alle Rechtsstreitigkeiten, bie sich auf das Gesamtgut beziehen, im eigenen Namen zu führen. Sa kann er einen Schabenersatzprozeß der Frau führen. Der Klageantrag ist auf Leistung an ihn zu richten unter der Angabe, daß bas streitige Recht zum Gesamtgut gehört. Das Urteil wirkt in Ansehung des Gesamtgutes für und gegen beibe Eheleute. Die Frau ist aber mit Zustimmung des Mannes berechtigt, Rechtsstreitigkeiten, die sich auf das Gesamtgut beziehen, im eigenen Namen zu führen, denn trotzdem die Verwaltungs- und Der- fügungsbesugnis am Gesamtgut dem Manne zu- steht, ist die Frau in gleicher Weise wie der Mann zur gesamten Hand berechtigt. Es gibt nur eine Ausnahme, bei der es auf die güterrechtlichen Verhältnisse der Eheleute nicht ankommt. War die Frau dem Manne in dessen Hauswesen oder Gewerbe zur Leistung bon Diensten verpflichtet, so kann der Ehemann ohne Zustimmung der Frau auf Schadenersatz gegen den Ersatzpflichtigen klagen, wenn die Frau durch den Unfall so an der Gesundheit geschädigt wurde, daß sie diese Dienste zeitweise nicht mehr leisten konnte. Aus dem eben Dargelegten ist zu ersehen, daß die gesetzliche Regelung nicht so einfach ist, wenn eine Ehefrau einen Rechtsstreit führen will. Vorzeitige Kündigung bei Versetzung. Nach § 570 können Militärpersonen, Beamte, Geistliche und Lehrer an öffentlichen Unterrichtsanftalten im Falle der Versetzung nach einem anderen Orte ihr Mietverhältnis vorzeitig unter Einhaltung der gesetzlichen Frist kündigen. Die Kündigung kann aber — wie das Amt „Haus und Heiim der Deutschen Arbeitsfront mitteilt — vorzeitig nur für den ersten Termin erfolgen, für den sie zulässig ist. Auf Grund § 565 BGB. in Verbindung mit dem Gesetz über die Auflockerung der Kündigungstermine vom 24. März 1938 kann diese vorzeitige Kündigung spätestens am 3. Werktage eines Monats zum Ende des-darauffolgenden übernächsten Monats erfolgen, und zwar zu jedem Monatsende, nicht nur zu einem Kalendervierteljahres- fchluß, wie vor Inkrafttreten des Auflockerungsge- fetzes. Beispiel: Ein Beamter wird am 20. April versetzt. Er kann bis spätestens 3. Mai vorzeitig zum DAF. herausgegebenen Monatshefte für NS.-Sozialpolitik berichten über ein allgemein interessierendes Urteil zur Kündigungssperre, das von erheblicher Bedeutung für den Arbeitseinsatz ist. Ein Lehrling hatte bei seinem Meister das Schlosserhandwerk ausgelernt und wurde nun als Geselle weiterbeschäftigt. Da er in einem anderen Betriebe einen wesentlich höheren Lohn verdienen konnte, kündigte er bas Arbeitsverhältnis bei feinem alten Meister. Der Meister war hiermit nicht einverstanden, da er den Gesellen selbst bringenb für feinen Betrieb benötigte. Das Arbeitsamt, das nach den Anordnungen des Beauftragten für den Dierjahresplan dem Arbeitsplatzwechsel hätte zustimmen müssen, lehnte ab. Darauf strengte der Geselle gegen seinen Meister einen Prozeß auf Schadensersatz an, weil ihm dieser die Möglichkeit genommen habe, mehr zu verdienen. Der Vermieter ist nach § 536 des BGB. verpflichtet, Beschädigungen, die durch Natrereigniffe, also ohne Schuld des Mieters, entstanden sind, oei- ipielsweise Hagelscylag, Fensterscheiben- und sonstige Schäden auf seine Kosten beseitigen zu las en. Denn nach dieser Vorschrift ist es Sache des Vermieters die vermietete Sache (Wohnraume oder sonstige Räume) in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlaßen und sie während der Mielzeit in diesem Zustande Z" erhalten. Der Einwand, es liege bei solchen ^atur- ercioniffen, wie Zertrümmerung von Fenstern durch Hagelschlag, Wasserschäden und dergleichen höhere Gewalt vor, ändert an dieser Verpflichtung des Vermieters grundsätzlich nichts. Anders ist die Rechtslage, wenn Unwetteraus- roirfungen eine Beschädigung von Sachen zur Folge haben, die in Eigentum des Mieters stehen. Ist zum Beispiel in die Räume des Mieters Wasser eingedrungen und sind ihm gehörige Sachen dadurch beschädigt worden, so haftet fein Vermieter für einen solchen Schaden grundsätzlich nicht. Eine Haftung des Vermieters kommt vielmehr nur ausnahmsweise (aber nicht aus § 536 BGB., sandern nach den Grundsätzen über Schadenersatz) m Frage, wenn den Vermieter ein Verschulden trifft. Db em solches vorliegt, hängt natürlich ganz von den Umständen des einzelnen Falles ab. Eine besondere Frage ist die, welche Rechtslage dann gilt, wenn der Mieter vertraglich die Reparaturpflichten übernommen hat. Die Antwort auf diese Frage läßt sich nicht unmittelbar aus der Gesetzgebung, sondern nur aus der Rechtsprechung ab- leiten. Diese steht vielfach auf dem Standpunkt, daß ein Mieter, der die Jnstandsetzungspflichten hinsichtlich der Räume vertraglich übernommen hat, nur sogenannten natürlichen Verschleiß der Miet- Ehesrau, die im gesetzlichen aber auch eine solche Schadenersatzklage allein erheben, jedoch mit Zustimmung ihres Mannes zur Prozeßführung. Die Zustimmung des Mannes muß in der Klage behauptet sein und ist von Amts wegen zu prüfen. Wird die Zustimmung des Mannes nicht beigebracht, so ist die Klage abzuweisen. Ergeht trotzdem ein Urteil ohne Zustimmung des Mannes, so ist das Urteil dem Manne gegenüber in Ansehung des eingebrachten Gutes unwirksam, d. h. das Urteil hat ihm gegenüber keinerlei Wir- landesgericht Karlsruhe mit Urteil vom 9- Oktober 1935 (Jur. Wochenschrift 1935 S. 3400) entschieden ^Schließlich ist besonders zu beachten daß in einer Bekanntmachung im ''Verordnungsblatt der Reichs- leitung der Nationalsozialistischen Deutschen.Arbeiterpartei" Folge 127 die Ansichten die er Gerichte m vollem Umfang anerkannt worden sind, also mit anderen Worten nationalsozialistisches und darum allein maßgebendes Rechtsdenken darstellen Damit ist dem sogar heute noch hin und wieder auftauchenden Meinungsstreit in diesen Fragen, der entsteht, wenn man diese Bekanntmachung nicht kennt, end- gültig ein Ende bereitet. Das Landesarbeitsgericht Magdeburg wies den Kläger ab. In der Begründung heißt es, die ge. nannte Anordnung sei ja gerade erlassen worden, weil sich der Mangel an berufserfahrenen Arbeitern dahin ausgewirkt hatte, daß zahlreiche Betriebe ihren Bedarf an eingearbeiteten Kräften durch Anwerbung geeigneter Arbeiter anderer Betriebe zu decken suchten, wodurch namentlich auch die Hand- merklichen kleineren Betriebe in Schwierigkeiten ge. rieten. Allerdings werde ein Unternehmer zufolge feiner Fürsorgepflicht für das Wohl feiner Gefolgschaftsmitglieder letztere an ihrer Fortbildung und an der Erreichung einer höheren Bezahlung nicht in unbilliger Weife hindern dürfen. Es spreche aber nichts dafür, daß der Kläger sich nicht auch in dem Betrieb des Beklagten vervollkommnen könne. Dem an sich verständlichen Bestreben des Klägers nach Erzielung eines höheren Verdienstes brauche aber nicht unbedingt den Vorrang vor den Belangen des Betriebes eingeräumt zu werden. Es sei kein um billiges Verlangen, daß der Kläger, nachdem er während feitler Lehrzeit dem Beklagten Muhe und Kosten verursacht hat, nunmehr auch feine erworbenen Fähigkeiten zum Nutzen des Betriebes einige Zeit verwende. Es fei auch zu beachten, daß der Kläger erst 19 Jahre alt ist, für niemand zu sorgen und einen auskömmlichen Lohn bezogen hat, der 10 v. H. über dem tarifmäßigen Lohn bemessen mar. Mit der Fmge der Pfändbarkeit bzw. Unpfändbarkeit billiger und einfacher Rundfunkgeräte hat sich die Rechtsprechung in den letzten Jahren eingehend befaßt. Grundsätzlich gelten einfache und billige Rundfunkgeräte eines Schuldners, wozu namentlich die Volksempfänger rechnen, als in den Rahmen einer angemessenen, bescheidenen Lebens- und Haushaltsführung fallend und damit als nach § 811 Ziff. 1 der Zivilprozeßordnung unpfändbar. Von diesem in der Rechtsprechung anerkannten Grundsatz muß jedoch in aller Regel dann eine Ausnahme gemacht werden, wenn der gepfändete Apparat nicht dem Schuldner gehört, sondern Eigentum des Gläubigers ist, der den Apparat unter Eigentumsvorbehalt auf Abzahlung geliefert hat, und der die Pfändung betreibt, um sich wegen seiner Kaufpreisforderung zu befriedigen. Der Gläubiger ist, solange er wegen seiner Kaufpreisforderung unbefriedigt ist, auf Grund seines Eigentumsvorbehaltes befugt, nach Maßgabe des Abzahlungsgesetzes vom 16. Mai 1894 jederzeit die Herausgabe des Gerätes zu verlangen und fo dem Schuldner den Besitz zu entziehen. Unter diesen Umständen verstößt es aber gegen die guten Sitten und gegen Treu und Glauben, wenn ein Schuldner den Besitz des Apparates, den er bei Anstrengung der Herausgabeklage ohne weiteres dem Gläubiger überlassen müßte, vor Anstrengung dieser Klage gegenüber dem Zahlung verlangenden Gläubiger sich zu sichern sucht durch Berufung auf die Unzulässigkeit der Pfändung gemäß § 811 Ziffer 1 der Zivilprozeßordnung. Ein solches Verfahren des Schuldners würde ihm den Besitz des Apparats doch nicht erhalten, sondern nur den Gläubiger zwingen, den mit Aufwand von Kosten und Zeit verknüpften I Weg der Herausgabeklage zu beschreiten. Deshalb | kann der Gläubiger in derartigen Fällen dem Hinweis des Schuldners auf § 811 Ziffer 1 der Zivilprozeßordnung entgegentreten mit dem Einwand der Arglist. Dieser Einwand versagt nur dann, wenn Grund zu der Annahme besteht, daß der Gläubiger zwecks Umgehung der ihm nach dem Abzahlungsgesetz im Falle des Rücktritts obliegenden Pflichten an Stelle der Herausgabeklage die Zahlungsklage nebst Pfändung gewählt bat. Für eine solche Annahme bietet aber der vorliegende Sachverhalt keinen hinreichenden Anhalt.