Br. 121 Erster Matt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für | mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Tert- anzeigen von70mm Breite bO Rpf.,Platzvorschrif1 nach vorh.Dereinbg.25°/, mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen:, Vereins«, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint tägltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezngrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühlsche llniverfitSKdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraste 7 189. Z-Hrgang $teitag, 26. Mai 1959 Giessener Anzeiger Ungarn vor der ersten geheimen Wahl. Don unserem Boe.-Korrespondenten. B u d a p e st, Mai. Pfingsten, das liebliche Fest, wird in Ungarn durch Wahlen zum Abgeordnetenhaus verschönt. Aber die äußeren Anzeichen deuten nicht auf großen Wahllärm. Zu allem Ueberfluß hat die ungarische Regierung die letzten acht Tage vor Pfingsten als „st u mm e Woche" erklärt, um der Wahlagitation Zügel anzulegen. Schon heute können 14 Regierungskandidaten als gewählt angesehen werden, weil ihnen kein Gegenkandidat gegenübergestellt wurde. Unter diesen vorausgewählten Abaeordneten nennen wir den Innenminister Kerestesz-Fifcher, den Unterrichtsminister Vornan und den früheren Ministerpräsidenten und bisherigen Präsidenten des Abgeordnetenhauses Koloman von D a r a n y i. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Wahlen keine erhebliche lieber« raschung bringen. Wir heben einige Einzelheiten hervor: Zum erstenmal wählt ganz Ungarn nach dem geheimen Wahlrecht, das bisher nur in einigen wenigen Städten galt. Keine Neuwahlen finden in Oberungarn statt, also in dem Gebiet, das nach Auflösung der Benesch-Tschecho- Slowakei an Ungarn gekommen war. Die seinerzeit in das Prager Parlament gewählten ober- ungarischen Abgeordneten werden dem neuen ungarischen Abgeordnetenhaus ebenso angehören, wie sie in dem letzten halben Jahr in dem bisherigen Abgeordnetenhaus faßen. Da der ungarische Bauer künftig zur geheimen Wahl in die Wahlzelle gehen wird, glaubt d i e Opposition, die eine alte Forderung endlich erfüllt sieht, daß nun ihr Weizen zu blühen beginne. Zu Vorausberechnungen haben die Politiker in den ad)t Tagen vor Pfingsten Muße gefunden: Niemand darf mehr öffentlich reden noch Versammlungen abhalten, noch in Plakaten sich aus tob en — man nennt das behördlich die „stumme Woche". In einem stimmen nun alle optimistischen und pessimistischen Voranschläge überein: die offizielle R e - gierungspartei „Ungarisches Leben" dürfte als stärkste Gruppe ins neue Parlament einziehen, dank den wohlerwogenen Sicherungen, die ins Wahlgesetz eingebaut wurden: Privilegien für Alter, Bildung, längere Ortsanfässigkeit usw. Gewisse bevorzugte Wählerschichten, die „konsolidierten" Elemente, geben sogar zwei Stimmen ab. Die alte Regierungspartei, die 1935 noch unter dem verstorbenen Ministerpräsidenten Julius von G ö m d ö s startete, hat sich inzwischen in hohem Maße zersetzt, was überdies gleicherweise auch von den Oppositionsparteien gilt. Der gegenwärtige Ministerpräsident, Graf T e l e k i, bemüht sich, möglichst viele neue Abgeordnete wählen zu lassen, um die alten parlamentarisch-parteipolitischen Gruppierungen innerhalb der Regierungspartei aufzulösen; einen ähnlichen Versuch hatte auch schon Julius von Gömbös mit seiner „Reform-Generation" von 1935 unternommen, ohne doch die in Ungarn beheimatete „Kasino - Politik" entscheidend durchbrechen zu können. Fraglich bleibt, ob die Regierungspartei die absolute Mehrheit erringt oder gezwungen sein wird, in entscheidenden Fragen später mit einer der beiden Oppositionsgruppen zusammenzugehen, welchen man die meisten Aussichten verspricht, die Vorteile des geheimen Stimmrechts abzuschöpfen. Das find die „Kleinen Landwirte" und die „Pfeilkreuzler", die ftühe- ren „Hungaristen". Wie an Pfingsten die Pfeil- kreuzler abschneiden, hält das Land eigentlich am stärksten in Spannung. Die ungarische Außenpolitik stand auch in der leidenschaftlichen Wahlpropaganda kaum zur kritischen Aussprache. Die Minister betonten in ihren zahlreichen Wahlreden immer wieder die Treue zur Achse Berlin—Rom und ihre Dankbarkeit gegenüber dem Führer und dem Duce in herzlichen Worten. Weniger aber, um die Achsenpolitik erst noch zu popularisieren — ihre Erfolge für Ungarn in territorialer Beziehung liegen zu deutlich vor aller Augen. So steht die erste geheime Wahl zum ungarischen Reichstag durchaus im Zeichen innenpolitisch er Auseinandersetzungen, deren Hauptprobleme allerdings auch über die ungarischen Staatsgrenzen hinweg berechtigte Aufmerksamkeit wachhalten dürfen. Da ist zunächst die Iudenfrage, scheinbar gelöst durch das Iuden- gesetz, das noch kurz vor her Auflösung des alten Reichstages Anfang Mai unter Dach gebracht wurde. Es ist der fast allgemein gebilligte Ausdruck dessen, was man zur Zeit in Ungarn als „christliche" Innenpolitik bezeichnet. Seine praktische Zukunftswirkung allerdings beurteilen die Parteien verschieden. Grundsätzlich skeptisch äußert sich die radikale Rechte, der das Gesetz von vornherein nicht weit genug ging. Aber selbst aus dem Regierungslager hört man interessante Zweifel. So meinte kein gerangerer als der frühere Mi- n'sterpräfident Imredy in einer Wahlrede, das Judengesetz sei nur ein „Nußschale". Wenn die christliche Jugend Ungarns nicht die wirtschaftlichen Berufe ergreife, sondern nach wie vor ihre Blicke auf die Pension richte, so werde das Gesetz die erwarteten Erfolge nicht bringen. — Damit sind deutlich die E r z i e h u n g s - und A u s b i l d u n g s - a u f g a b en umriffen, die den kommenden Reichstag beschäftigen müssen. . Den zweiten Prüfstein künftiger Jnnenpolltik, an dem sich die Wege der Abgeordnetenkandldaten scheiden, bildet die Bodenreform, die Frage, was mit den riesigen Adelslatifundien geschieht, die sich in Ungarn länger als anderswo aus ber Feudalzeit konservieren konnten. Von der Lösung dieser schwerwiegenden Aufgabe hängt vorzüglich ab, ob und in welchem Grade die ungarische Land- wirtschast dem eigenen Bedarf und dem des mitteleuropäischen Marktes wertvolle und begehrte Erzeugnisse in noch größerem Umfang als bisher zur Verfügung stellen kann. Schließlich leugnet auch in Ungarn niemand die internationale Bedeutung der Dolksgruppen- fragen, die mit der Rückgewinnung des „Oberlandes" und der Eingliederung der Karpatho» Ukraine in den ungarischen Staat ihr Gewicht verstärkten. Neue Formen des Zusammenlebens von Staatsvolk und Minderheiten müssen gefunden werden, die Magyarisierungspolitik der Vorkriegszeit ist als abwegig erkannt. Die Parteien geizten in ihrer Wahlpropaganda auch nicht mit Versprechungen. Heute aber handelt es sich nicht mehr um Brüssel, 25. Mai. Seit Tagen sind die Straßen Brüssels mit Blumen und Girlanden festlich geschmückt, seit Tagen ist die eintönige Halle des Nordbahnhofs mit Fahnentüchern verkleidet und in ein großes, festliches Zelt verwandelt. In den Schaufenstern der Geschäfte aber kann man überall das Bild der. Königin Wilhelmine von Holland sehen. Achtundzwanzig Jahre sind vergangen, seitdem sie zuletzt im Juli 1911 offiziell in Brüssel war. Damals ging an ihrer Seite der verunglückte König Albert, heute begleitet sie sein Sohn Leopold, dessen vorjähriger Staatsbesuch im Haag die holländische Königin heute erwidert. Mögen aber nun auch noch so viele Erinnerungen an die so lange vergangene Vorkriegszeit die Königin bewegt haben, als sie jetzt im alten Rathaus an der berühmten Grande Place von demselben Bürgermeister begrüßt wurde, der sie damals bewillkommnet hatte, — die Herzlichkeit der Aufnahme kann damals nicht größer gewesen fein. Die durch fast ein Jahrhundert andauernden und gerade in der Nachkriegszeit noch einmal aufleben- den Spannungen zwischen Belgien und Holland sind gewichen. Das aber, was die beiden Nachbarländer heute zusammenführt und sie die Gegensätze sonstiger Interessen vergessen läßt, ist die Gemeinsamkeit ihrer politischen Lage. Beide Staaten haben großes Kolonialgebiet. Beide Staaten befinden sich in einer geographisch exponierten Lage, die sie die gegenwärtigen europäischen Spannungen mit besonderer Aufmerksamkeit beobachten läßt. Beide Staaten haben sich in dem Wunsch, sich gegen jede Möglichkeit zu sichern, Genf ab» und den nordischen Ländern zugewandt, die sich bemühen, durch gemeinsame Maßnahmen ihre gemeinsame wirtschaftliche Lage wieder zu verbessern. Wie sehr dieser Wunsch nach einer Zusammenarbeit aller kleineren europäischen Staaten bei Belgien und bei Holland vorhanden ist, ging aus den Tischreden König Leopolds und der Königin Wilhelmine in gleich starkem Maße soeben wieder hervor. Da doch Belgien und Holland nicht über die anderen, wohl aber über sich selbst bestimmen fön» Dr. Li., London, 26. Mai. Die Entwicklung im Fernen Osten wird in London mit Aufmerksamkeit verfolgt. Die Andeutung eines Sprechers der japanischen Marine in Schanghai, daß Japan die Verhängung einer Blockade über die gesamte chinesische Küste plane, wird als Ankündigung einer völlig neuen Entwicklung im Fernen Osten bezeichnet. Sollte die Blockade wirklich durchgeführt werden, so erklärt man in London, „würde es in England kaum möglich fein, von Gegenmaßnahmen abzusehen . Angesichts der weitgehenden Verpflichtungen, die England in der letzten Zeit in Europa eingegangen ist, spürt man in London wenig Neigung, sich auch im Fernen Osten noch weiter zu binden. Es besteht daher die Auffassung, England werde auf eine Blockade zunächst nicht mit politischen oder militärischen, sondern mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen antworten. Im übrigen glaubt man in London, das Schwergewicht einer Aktion gegen Japan würde den Vereinigten Staaten zufallen. Die Blockade der chinesischen Küste würde Präsident Roosevelt veranlassen, seine Einstellung zum fernöstlichen Konflikt grundlegend zu ändern. Der Oberbefehlshaber der britischen China-Station, Sir Percy Noble, hat am Donnerstagoor- mittag bei den japanischen Marinebehörden in Schanghai Protest erhoben wegen des Anhal- tens des englischen 1 6 0 0 0 - T o n n e n - Dampfers „Ranpur a". Der Dampfer war Mittwoch vor Hongkong von einem japanischen Kriegsschiff angehalten worden. Er hatte etwa 200 Passagiere an Bord, deren Papiere von den japanischen Marinebehörden überprüft wurden. In „Zugeständnisse", um Erhaltung und Ausbau des völkischen Bestandes der Volksgruppen schlechthin, sondern um die Beteiligung ihrer geschlossenen Lebensgemeinschaften an Rechten und Aufgaben des Staates. Daß die liberal-demokratische und marxistische Linke ihren ohnehin geringfügigen Kandidaten- Einsatz nur mit weiteren Nieten durchbringen dürfte, bedeutet nur mehr wenig angesichts der Reichweite der geschilderten Aufgaben. Die Befreiung der Arbeiterschaft vom Terror der marxistischen Gewerkschaften ist ohnehin unaufhaltsam und in vollem Gang. Die eigentliche Kraftprobe bei den Pfingst- wahlen vollzieht sich indes zwischen der „traditionsgebundenen" älteren und der radikalen jüng.eren Rechten. Wo wird der sicherlich zu erwartende „Ruck nach rechts" Haltmachen, d. h. wofür wird sich der ungarische Bauer an Pfingsten frei entscheiden? nen, müssen sie den festen Willen zur Zusammenarbeit bei sich zunächst einmal in die Tat um« setzen. Dazu ist denn auch mit dem Anfang April zwischen Belgien und Holland geschlossenen Hafen- a b f o m m e n ein guter Anfang gemacht. Setzt sich doch dieses Abkommen zum Ziel, den sehr kostspieligen und unfruchtbaren Konkurrenz st reit zwischen Rotterdam und Antwerpen aus ein erträgliches und vernünftiges Maß zurückzuführen. Zu diesem Zweck einigte man sich über die beiderseitigen Taxen und Tarife, bei denen man sich durch Staatszuschüsse gegenseitig immer wieder zu schlagen bemüht hatte. Wird also heute auch in den Hasen- und Kanalfragen von beiden Seiten erfolgreich zusammengearbeitet, so kann das Zu- sammengehen der beiden Länder auf wirtschaftlichem Gebiet doch nicht zu der so oft befürworteten belgisch - luxemburgisch - holländischen Zollunion, auf politischem Gebiet nicht zu dem belgisch-holländischen Militärpakt führen, der gerade in der letzten Zeit wieder dann und wann verlangt wurde. Für eine Zollunion sind die wirtschaftlichen Wünsche der in regen Handelsbeziehungen miteinander stehenden Länder zu verschieden (Belgien braucht den Frechandel, während Holland einen gewissen Protektionismus bevorzugt). Ein Militärbündnis wird aber aus den verschiedensten Gründen abgelehnt. Denn sowohl im Kommando als auch in der Strategie liegen die Dinge bei Holland und Belgien jeweils ganz anders. Dor allem aber würde solch ein Militärpakt gegen die beiderseitige Politik der Unabhängigkeit verstoßen. Das hat man in Brüssel ebenso wie im Haag von maßgebender Seite aus sehr unzweideutig denen zu verstehen gegeben, die die von der anderen Seite des Kanals gemachten Einflüsterungen mit lauter Stimme wiederholten, ohne sich darüber klar zu werden, daß nur eine loyale und aufrichtige Unabhängigkeitspolitik das Recht hat, von den Großmächten respektiert zu werden. Für die Aufrichtigkeit dieser Politik aber sollten diese Tage des Besuches der Königin Wilhelmine in Belgien von neuem ein Zeugnis ablegen. seinem Protest weist Sir Percy Noble darauf hin, daß das Anhalten ausländischer und nicht in den chinesisch-japanischen Konflikt verwickelter Schifte nur dann üblich sei, wenn der Derdach naheläge, daß diese Schiffe Kriegsmaterial nach China brächten. Der Oberbefehlshaber ersucht die japanischen Behörden um eine Versicherung, daß sich ein ähnlicher Fall nicht wieder ereignen würde. Die Morgenblätter verzeichnen in großer Aufmachung, daß die Japaner sich geweigert haben, ihre Truppen aus Kulangsu zurückzuziehen. Am Donnerstagnachmittag hätten sie eine Blockade über Kulangsu verhängt. Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte, daß Japan das Recht habe, über d i e ganze chinesische Küstenschiffahrt eine Blockade zu verhängen bzw. die Kontrolle auszuüben. „Daily Herald" meldet, daß die britischen Marinebehörden als Gegenmaßnahme den Einsatz von Begleitschiffen für die Handelsschiffahrt erwogen hätten. „News Chronicle" schreibt, bisher sei die Absicht einer Blockade nicht notifiziert. Sollte dies noch erfolgen, so sei mit einer scharfen Reaktion zu rechnen. Japan habe China nicht den Krieg erklärt und könne daher nicht beanspruchen, eine Blockade zu verhängen. In Hongkong hat sich der britische Botschafter in China, Sir Archibald Clarke Kerr, am Donnerstagabend auf dem britischen Kreuzer „Cornwall" nach Schanghai eingeschifft. In A m o y unterbrach er seine Reife, um mit dem Oberkommandierenden der britischen China- Station, Admiral Sir Percy Noble, die Lage in Kulangsu zu besprechen. Es verlautet, der Botschafter beabsichtige, einen weiteren Vermittlungs- jchritt zu unternehmen. Hochwasser-Lügen. Von unserer Berliner Schriftleitung. v _ Berlin, 25. Mai. In der Schweiz und am Oberrhein hat es wochenlang geregnet. Kein Wunder, daß der Rheinstrom gestiegen ist und die Schiffahrt teilweise eingestellt wurde. Flugs bemächtigt sich die Lügenpresse der Demokratien des Hochwassers und behauptet d e r deutsche Westwall „ersaufe", ja er soll nach den Behauptungen einiger Sender schon so gut wie erledigt und gar geräumt fein! Wir geben im Wortlaut eine dieser albernen Meldungen wieder, mit denen sich die „Times" in diesem Fall bedenkenlos in die Reihe der verlogenen Hetzblätter begibt; ihre Meldung ist bezeichnenderweise aus Straßburg datiert und besagt: „Ein Teil der Siegfried-Linie ist überflutet worden, und die Deutschen waren zu ihrem Verlassen gezwungen (!)... Die Maginot-Linie liegt auf höherem Niveau und ist völlig außerhalb des-. Wasserbereiches." Aber dieser Schlager wird noch geschlagen von dem englischen Rundfunk, der die deutsche Befestigungslinie kurzerhand gleich 50 Kilometer breit unter Wasser setzt! Da die oberrheinische Ebene nur 30 bis 50 Kilometer breit ist, müßte also das Hochwasser nach diesen englischen Lügenberichten schon bis in die Berge des Schwarzwaldes gestiegen fein; es müßte also schon Mannheim, Karlsruhe, Straßburg* und andere Städte samt Hunderten von Ortschaften überflutet haben. Für alle Fälle fügt auch der englische Sender hinzu, das französische Ufer liege höher. Man merkt dem ganzen Lügengeschwätz an, wie sehr bei ihm wieder einmal der Wunsch der Vater des Gedankens ist, um den tatsächlichen Wert und die Stärke des Westwalles herabzusetzen. Natürlich darf der Straßburger Sender nicht fehlen. Er weiß zu versichern, das Rheinwasser habe große Teile des deutschen Westwalles unbrauchbar gemacht; die Ingenieure hätten nicht, gewußt, daß solche Hochwassergefahren vorhanden seien. Selbstverständlich wissen die Straßburger Lügenfabrikanten ganz genau, daß gerade die deutsche Arbeit in der Stromverwaltung des Oberrheins feit vielen Jahrzehnten vorbildliche Arbeit leistet. Im übrigen haben beispielsweise ja auch die Befestigungen von Kehl und am Idsteiner Klotz schon während des Weltkrieges niemals ihre Bedeutung und ihren Wert durch noch so große Hochwasser eingebüßt. Aber der Straßburger Sender weiß noch etwas viel schlimmeres: der deutsche Beton sei von so schlechter Qualität, daß nach dem Abfluß des Wassers die Bunker nicht bezogen werden können! Kann die „Baseler National-Zeitung" in diesem Chor fehlen? Sie behauptet frech, alle Truppen seien aus dem Westwall zurückgezogen und die Bunker von Sgnd- masfen verstopft. Es bleibt nur noch hinzuzufügen, daß man sich in Warschau besonders über bas „Ersaufen" des Westwalles freut und mit Ausdrücken der Genugtuung nicht spart. Wir müssen leider auf die Gefahr, allen diesen Herrschaften eine Enttäuschung zu bereiten, feststellen, daß fein einziger deutscher fünfer überschwemmt wurde. Wohl aber konnte man von deutscher Seite her beobachten, wie jenseits der Grenze französische Soldaten die Deckungen ihrer Befestigungen ersteigen mußten, um sich vor dem in ihre Unterstände laufenden Wasser in Sicherheit zu bringen. Kein einziger Spaten ist auf deutscher Seite weggeschwommen, fein einziger Zementsack „aufgeweicht". Dies zur sachlichen Auf- flärung. Im übrigen ist gerade anhand dieser lächerlichen Lügenhetze interessant, festzustellen, welche wichtige Rolle der deutsche Westwall in den lieber« legungen der Einfreisungsmächte spielt. Bisher hat man ihn mit der Behauptung zu bagatellisieren versucht, die Deutschen könnten niemals in einem Jahre das bauen, wozu Franfreich 10 Jahre gebraucht habe. Wenn das so wäre, bann bestände ja fein Grund, über die angebliche Ueberflutung der deutschen Befestigungswerke dergleichen dumme Meldungen in die Welt zu setzen. Unterdessen fühlt sich die deutsche Besatzung in diesen modernsten Werken der Welt mit ihren vorbildlichen hygienischen Einrichtungen außerordentlich wohl. Mit bett deutschen Freiwilligen kommen spanische Generale nach Deutschland. Vigo, 26. Mai. (DNB.) Die letzten noch an Land befindlichen Freiwilligen brachten vor ihrer Einschiffung ihren spanischen Freunden einen Fackelzug, den sie unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung mit einem Zapfen st reich ab» chlossen. General Gil $ufte überbrachte ihnen die Abschiedsgrüße der spanischen Armee. In der Morgenfrühe des Freitags erfolgt die Abfahrt der letzten Schifte. Mehrere spanische Generale werden auf deutsche Einladung den Rücktransport der beut» chen Freiwilligen begleiten und einige Zeit in Deutschland verbringen. Am Donnerstag trafen in Vigo ein die Generale Pague, Solchaga, Garcia, Camillo Alonso und Martinez Campos. Außer die- en werden noch verschiedene spanische Schriftleiter, geführt vom Chef des Presseamtes, Gimenez Ro« ado, nach Deutschland mitreifen. Düsseldorf ehrt Albert Leo Schlageter Düsseldorf, 26. Mai (DNB. Funkspruch). Zum 16. Male führt sich heute der Tag, an dem Albert Leo S ch l a g e t e r auf der Golzheimer Heide fein Leben für Deutschland opferte. In der Gefängniszelle, die für die Oeffentlichfeit nicht zugänglich ist, legte Gauleiter Florian, begleitet von dem Standort ältesten von Düsseldorf, Generalmajor Witth, dem Führerkorps der Partei und ihrer Gliederungen und Schlageters Bruder Otto einen Kranz nieder. Eine Besichtigung der vom Grenzen der holländisch-belgischen Zusammenarbeit. Don unserem Hls.-Korrespondenten. London befürchtet die Blockade der chinesischen Küste. Oer britische Botschafter in Amoy. Kanada, Land des Weizens. Das englische Königspaar will mit dem Besuch Kanadas als des größten sich selbstverwaltenden britischen Staates „jenseits der Meere" seine Verbundenheit mit dem ganzen überseeischen Weltreich bekunden. Kanada ist als geographischer Begriff fast so groß wie Europa, aber nur von etwa 11 Millionen Einwohnern bewohnt. Es umfaßt auch weite Eiswüsten im Norden. Aber die überaus fruchtbare Provinz Quebec mit der gleichnamigen Hauptstadt im Südosten ist dreimal so groß wie Deutschland, aber nur von 2,8 Millionen Einwohnern besiedelt; und die volkreichste und wirtschaftlich höchstentwickelte kanadische Landschaft, Ontario, ist rund doppelt so groß wie Deutschland, zählt ungefähr 3,3 Millionen Einwohner oder ganze drei Menschen aus einen Quadratkilometer. Daran schließen stich aber erst die eigentlichen Weizenstaaten, nämlich Manitoba, Saskatschewan und Alberta, worauf das gewaltige alpenähnliche Felsengebirge und schließlich die Provinz B r i - tisch-Kolumbien am Stillen Ozean mit der Hauptstadt Vancouver kommen. Dieses weite und reiche Land ist nicht unbedingt glücklich. Die Farmer leiden schwer unter der Unverkäuflichkeit ihres Weizens, obwohl er höchstwertig ist. Sie haben einen erstklassigen Weizenboden und ein erstklassiges Weizenklima. Schnee- reiche Winter bergen die jungen Saaten trotz Der oft grimmigen Kälte. Das Frühjahr und der Sommer sind aber sehr heiß, was dem Weizen behagt, und zugleich genügend niederschlagsreich. Die Viehzucht ist hochentwickelt, allein auch die Butter ist schwer 4u verkaufen, so daß neuerdings an die Arbeitslosen, die — soweit sie verzeichnet sind — 5 v. H. der Bevölkerung ausmachen, Butter umsonst abgegeben wird. Italien forstet auf. Von unserem R. G.-Korrespondenten. Rom, Mai 1939. Die Pionierarbeit des faschistischen Italien hat ihre weithin sichtbaren Zeichen, die selbst dem flüchtigen Reisenden auffallen. Sie kennt aber auch Arbeit, die im verborgenen geleistet wird, deren Erfolg erst späteren Geschlechtern fühlbar werden wird. Dazu gehört die Wiederaufforstung der italienischen Hügel- und Berglandschaft, deren Oberfläche größer ist als die der Ebene. Furchtbarer Raubbau ist in vergangenen Jahrhunderten mit dem Walde getrieben worden. Landschaften, die einst von mächtigen Wäldern bedeckt waren, liegen heute baumlos, sonnenverbrannt, steinübersät da. Die „Versteinerung" des italienischen Berglandes ist die Hauptursache der sogar heute noch andauernden, wenn auch in ständigem Rückgang begriffenen Abwanderung, die im Laufe der Zeiten Hunderttausend«, jo Millionen Menschen außer Landes getrieben hot. Mehr noch: dieses zum Skelett gewordene Bergland hat die Wasser der Schneeschmelze nicht mehr zu halten vermocht, die ganze Ebenen versumpfen ließen, Malariastätten bereiteten unb jenes soziale Elend schufen, das bis vor kurzem in weiten Gegenden Italiens herrschte. Der Faschismus hat auch hier mit aller Macht den Hebel angesetzt. Um die Bedeutung der Aufforstungsarbeiten recht erkennen zu können, ist es zunächst nötig zu wissen, was hierzulande unter der vielgebrauchten Bezeichnung „vollständige Bodenverbesserung" zu verstehen ist. Es genügt eben nicht, Sümpfe im Flachland trocken zu legen, wie es in den Pontinifchen Sümpfen geschehen ist, sondern cs heißt zugleich, oben im Gebirge die Wasser zu leiten, damit sie nicht — sinnlos zu Tal stürzend r- alles wieder vernichten, was Menschenhand unten geschaffen hat. Der beste Wasserwirt aber ist der Wald, dessen Boden die Niederschläge aufsaugt, hält und mit natürlicher Sparsamkeit an die Ebene weitergibt. Diesen Wald aber gilt es in Italien erst wieder zu schaffen. Und dieser Aufgabe unterzieht sich die Faschistische Forstmiliz, ein Korps, das aus rund dreitausend besonders ausgebildeten Männern besteht, unter deren Leitung ein Heer von Landarbeitern schafft. Rund 100 000 Hektar find seit Bestehen des neuen Regimes angepflanzt worden. Mit welch harter Mühe, davon kann der durch Waldreichtum verwöhnte Nordländer sich gar keine rechten Begriffe machen. Das muß man mit eigenen Augen gesehen haben. Die Berghänge sind oft überhaupt nicht mehr imstande, ein Samenkorn aufzunehmen. Dann ist es notwendig, Pflanzen zur Stelle zu schaffen und mit ihrem Erdreich in den Boden einzusetzen. Am schlimmsten sind jene leopardenartig Wenig bekannt ist gemeinhin, daß Kanadas Bevölkerung zu einem guten Viertel aus Franzosen besteht, die an dem überlieferten katholischen Glauben fefthalten, in Sprache und Sitte sehr konservativ sind und sich auch gegen die zunehmende jüdische Einwanderung kräftig sperren. Die wichtigste Industrie- und Hafenstadt des Landes Montreal zeigt schon durch ihren Namen den ftanzösischen Ursprung an; der Name bedeutet nichts anderes als „Königsberg". Die erste Kolonisation Kanadas seit etwa 1600 ging von Frankreich aus und erst mit dem Frieden von Paris im Jahr 1763 erwarben die Engländer nach schweren Kolonialkämpfen dieses Land und den Großteil von Ostindien aus französischem Besitz. Das war der Siebenjährige Krieg zwischen England und Frankreich, der dem Siebenjährigen Krieg zwischen Friedrich dem Großen und Maria Theresia parallel ging, so zwar, daß Enaland der Verbündete Friedrichs des Großen und Frankreich der Bundesgenosse Maria Theresias gewesen ist. An der Kolonisation Kanadas haben Deutsche neben Skandinaviern einen ganz hervorragenden Anteil. Noch heute werden in Kanada 300 000 deutschstämmige Einwohner gezählt; die wirkliche Zahl ist viel größer, da sehr viele Deutsch-Oester- reicher und Sudetendeutsche sich ebenfalls in Kanada ein« neue Heimat gründeten und auf der an- deren Seite infolge der beispiellosen Greuelhetze während des Weltkrieges viele Einzelpersonen, wie ganze Dörfer und Städte ihre ursprünglichen Namen ändern mußten. Wirtschaftlich und damit auch politisch gewinnt das amerikanische Finanzkapital in demselben Maße Einfluß, als sich England selbst durch seine konfuse Europa-Politik ausschaltet. gefleckten Hänge, wo neben spärlichen Grüntupfen der nackte Stein zutage tritt. Dem Setzen der Pflanzen geht hier die unendlich mühevolle Ent- steinulw des Bodens voraus. Wie eine von zahllosen Brustwehren durchzogene Gefechtsstelsung erscheint das aufbereitete Gelände. Teils von massiven Mauern, teils von Buschgeflecht gesichert, werden Terrassen gebildet, wo die jungen Pflanzungen gegen Steinrutsch geschützt sind. Aber selbst diese harte Arbeit hat noch ihre Vorläufer in der Regulierung des Wildwassers, das auf den kahlen Hängen ordnungslos zu Tal stürzt. Dabei kann nicht die Rede davon fein, daß nun alsbald Wald entsteht und in zehn bis zwanzig Jahren die ganze Landschaft verändert erscheinen wird. Was hier wächst, wird es zunächst nicht weiter bringen als zu Ansätzen eines Buschwaldes. An stämmigen Hochwald zu denken, wird vielleicht einmal zukünftigen Geschlechtern gegeben sein. Um so höher aber ist der moralische Wert dieser erst auf fernere Zukunft eingestellten Pionierarbeit einzusetzen. Rund 46 Millionen Lire werden jährlich dafür ausgegeben, eine Summe, die das Sechsfache dessen darstellt, was im ersten Jahr des faschistischen Regimes aufgewandt wurde. Der Hauptteil davon geht zu Lasten des Staates, da dos aufgeforstete Gelände meist Gemeindeland, und zwar der allerärmsten Gemeinden ist. Neben den kahlen Landstrichen kennt die italienische Landschaft natürlich auch schattige Waldgegenden, z. B. im Appennin in dem berühmten „Vallombrosa" — Schattental — bei Florenz. Dort befindet sich der Sitz der ersten Jorstako- d e m i e des Landes, dort vollzieht sich Forstkultur ganz nach nordischen Begriffen. Da sieht man neben Riesentannen und Fichten in wohlgehegten Baumschulen die jungen Pflänzchen, die einem so harten Daseinskampf entgegensehen. 233 Hektar umfassen die staatlichen Baumschulen, außer noch ,zahlreichen „fliegenden" Anlagen in der Nachbarschaft der jeweiligen Arbeiten. In den H o ch a l p e n über Turin, in den Abruzzen Mittelitaliens und am vielbesungenen Kap der Circe am Meere südlich von Rom besitzt Italien drei wundervolle Naturschutzgebiete. Um mit einer netten Geschichte zu schließen: Die Bewohner eines Abruzzenortes wurden jüngst durch eine riesige braune Bärin erschreckt, die anscheinend einen Ausflug aus dem Nationalpark unternommen hatte. Das Tier lagerte sich aber ruhig und — starb. Es stellte sich heraus, daß es sehr alt gewesen war. Oftenbar hat es seinen letzten Weg zu einem Dankbesuch bei der Forstmiliz gestalten wol- len. Vorstand des Düsseldorfer Gefängnisses zusammen- aestellten Schlageter - Gedächtnis - Ausstellung, die Originalbriefe Schlageters und viele Erinnerungsstücke birgt, schloß sich an. Um die gleiche nächtliche Stunde — kurz nach 3.30 Uhr — zu der Schlageter vor 16 Jahren aus dem Tor des Gefängnisses hinausgeführt wurde, begann der Schweige- marsch über den mit Fahnen und Girlanden geschmückten historischen Weg zum Schlageter- kreuz an der Mahnstätte, die schon von Tausenden umsäumf wurde. Unter den gesenkten Fahnen der Wehrmacht und der Parteigliederungen begab sich Gauleiter Florian zur Kranzniederlegung in die Gruft und zeichnete ein Bild vom heldischen Leben und Sterben Schlageters. Moskau und die Aalandsinseln. England deckt Moskaus Griff nach der Ostsee. Schweden und Finnland haben sich über die B e - festigung der Aalands-Jnseln geeinigt — Sowjetrußland erhebt ganz plötzlich und mit starker Verspätung Widerspruch. Wir sprachen schon wiederholt von den Aalands-Jnseln, einer Gruppe von nicht weniger als 6554 Inseln und Inselchen („Schären"), die zwischen Mittelschweden und Finnland so liegen, daß sie einmal den 93er» Finnland ^ESTLAND Qj Cä £ kehr vom Bottnischen Meerbusen, dem nördlichsten Teil der Ostsee, mit der übrigen Ostsee und ferner auch den Ausgang der 'Finnischen Bucht beherr- schen. Die Moskauer „Prawda" unterstreicht jetzt mit Nachdruck die Sowjet-Forderung, daß der „V ö l - k e r b u n d" keinesfalls fein« Zustimmung zu der Befestigung gebe. Und jetzt kommt eine Sensation: England hatte sich schon vor Monaten mit dieser Befestigung einverstanden erklärt, aber — was erst jetzt in eine breitere Oeffentkichkeit drinat — ditzse Zustimmung an die Bestimmung geknüpft, daß auch Moskau sein Einverständnis erkläre. Don rechtswegen hat Moskau zu dem Thema nichts zu sagen, weil es nicht zu den Garantie- Mächten gehört; und die Befesttgung der Aalands-Jnseln richtet sich unzweifelhaft gegen die Sowjet-Drohungen, Ostseeinseln als U-Boot- oder Luftstützpunkte mit Beschlag zu belegen. England hat also durch seinen Vorbehalt den Griff der Sowjets nach Nordeuropa gedeckt und erst ermöglicht. Die Sowjetrussen haben jetzt in aller Form i n Finnland über Ausmaß und Art der Befesti- gungen, Truppenstärke, Einsatz von See- und Luftstreitkräften im Norden und im Süden der Inselgruppe usw. Auskunft verlangt. Finnland hat diese neugierig-zudringlichen Fragen a b g e - lehnt. Ein Vertrauter Stalins namens Schdanow hat schon vor Jahren erklärt, daß die Rote Armee einmal durch das Ostsee-Fenster Sowsettußlands blicken könnte, um zu sehen, was es dort gebe. Die Einmischung Moskaus ist also rein offensiver Art. ReistHore-Selisha nach Moskau? Ein neuer englischer Vorschlag für den Russenpakt. London, 26. Mai. (Europapreß.) Den Darstellungen der englischen Morgenpresse vom Freitag über den Stand der englisch-französisch-sowjetrussischen Pattverhandlungen ist zu entnehmen, daß demnächst eine neue englische Note mit Vorschlägen in Moskau überreicht werden soll. Der „Daily Telegraph" meint, diese sollten auch jenen kleinen Staaten Rechnung tragen, die von der sow- jettussischen Garantie nichts wissen wollen. Der „Daily Telegraph" spricht deshalb von einem „Dertragsdach", unter das sich nach "freiem Ermessen jedes einzelne Land begeben könne. „News Ehronicle" berichtet, von der Absicht einer Reise des englischen Kriegsministers Hore-Belisha nach Moskau. Die Reife solle einer Fühlungnahme Hore-Belifhas mit dem sowjetrussischen Kriegskommissar Woroschilow dienen. „Daily Expreß" meldet aus Warschau, daß Polen gegen das Bündnis nichts einzuwenden habe, insofern man sich aber darauf einige, daß die rote Armee im Kriegsfälle nicht durch Polen marschieren werde. Weiter erzählt das englische Blatt unter Be- rufung auf Pariser militärische Kreise, daß Polen damit begonnen habe, seine Garnisonen von der Sowjetgrenze nach dem Korridor und der slowakischen Grenze ju verlegen, da Warschau „für den Fall eines deutschen Angriffs auf Polen" zu 'einer militärischen Verständigung mit Moskau gekommen fei. Oie Aufrüstung der Schweiz Bern, 25. Mai. (Europapreß.) Der Ausschuß des Ständerates hat einen Kredit von 19 0 Mil- klonen Franken für den weiteren Ausbau der schweizerischen Landesverteidigung genehmigt. Bundesrat Minger verwies darauf, daß insgesamt ein Bettag von 350 Millionen Franken vorgesehen fei. Es fei also damit zu rechnen, daß ein weiterer Kredit von 160 Millionen Franken angefordert werde. Wenn es die internationale Lage notwendig mache, sei unter Umständen noch mit darüber hinausgehenden Kreditforderungen zu rechnen. Zusammen mit den bereits früher bewilligten Ausgaben für die militärische Aufrüstung beliefen sich die Gesamtausgaben für die Landesverteidigung jetzt auf e i n e Milliarde Fran- ken. Dieser Betrag komme den Ausgaben gleich, die seinerzeit für die Mobilmachung in den Jahren 1914 bis 1918 aufgewendet wurden. Ob dies« Ausgaben genügten, werde die Zukunft, zeigen. Angesichts dieser Sachlage rücke die Notwendigkeit der Erhebung eines außerordentlichen einmaligen Wehropfers näher. Steigende Autarkie Italiens. Rom, 25. Mai. (Europapreß.) Die italienische Ausfuhr stellte sich in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres auf 2595,8 Millionen Lire gegen 2560,4 Millionen Lire in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Einfuhr betrug in demselben Zeitraum 3146,5 Millionen Lire gegen 4031,4 Millionen in der Dergleichszeit des Vorjahres. Dem» nach ergibt sich ein verminderter Einfuhrüberschuß von 550,7 Millionen Lire gegen 1471 Millionen in den ersten vier Monaten des Jahres 1938. Dieser beträchtliche Rückgang des Einfuhrüberschusses, der durch eine Verminderung der Einfuhr um 884,9 Millionen Lire unter gleichzeitiger Steigerung der Ausfuhr um 35,4 Millionen Lire erzielt wurde, ist ein Beweis für die steigende Autarkie Italiens und für sein Bestreben, den Ausgleich der Handelsbilanz auf dem schnellsten Wege herbeizuführen. 16 Milliarden Lire für die italienische Rüstung. Rom, 25. Mai. (Europapreß.) Zur Verstärkung der Schlagkraft des italienischen Heeres wurden, wie aus dem letzten Finanz-Exvosö des Finanzministers Thaon di Revel Hervorgeht, vor kurzem außerordentliche Mehrausgaben von insgesamt 9500 Millionen Lire, verteilt auf den Haushalt, bewilligt, Außerdem wurden 5191 Millionen für Flotten bauten in den nächsten sechs Jahren, und 1130 Millionen für Neubauten, Aus - rüftung und Munition der Luftwaffe in den nächsten fünf Jahren bereitgefteüt. Insgesamt sehen somit rund 16 Milliarden Lire (rund 2 Mil- Barben Mark) für neue Rüstungsausgaben bereit. Graf Eiano an v. Ribbentrop. Berlin, 25. Mai. (DNB.) Beim Ueberschreitcn der Reichsgrenze hat der königlich-italienische Minister des Aeuheren G r a f C i a n o an den Reichs- Minister des Auswärttgen von Ribbentrop das nachstehende Telegramm gerichtet: „Nach meiner Rückkehr nach Italien möchte ich Ihnen, Exzellenz, meine Dankbarkeit für den auf so herzlicher Freund- chast beruhenden Empfang zum Ausdruck bringen, der mir von Ihnen, von Ihrer Regierung und von der Berliner Bevölkerung zuteil wurde. Die Erinnerung an die beiden läge, die ich in Deutschland verbracht habe, werde ich stets in meinem Herzen bewahren, denn sie sind mit dem historischen Akt verknüpft, der die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands und des faschistischen Italiens miteinander verbunden hat. Ich bitte Sie, mich bei dem Führer bestens zu empfehlen und ihm in meinem Namen meine wärmsten Wünsche zu übermitteln. Wollen Sie bitte auch Frau von Ribbentrop meine tiefgefühlte Verehrung und meinen herzlichen Dank für ihre liebenswürdige Gastfreundschaft aussprechen. Ihnen, mein lieber Freund, meine herzlichsten Grüße und Wünsche. Galeazzo Ciano." Hewenmal-Weihe an der Piave Mailand, 25. Mai. (Europapreß.) Durch den Bundesführer des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Dr. Eulen, wurde das Helden- Ehrenmal für die deutschen Gefallenen des Weltkrieges an der Piave in Quero feierlich cin- geweiht und dem deutschen Botschafter in Rom in Obhut übergeben. Neber hundert Mitglieder des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorg« waren am Mittwochoormittag in Trient eingetroffen, unter ihnen der Reichsstattbalter von Bayern, General Ritter von Epp, Admiral von Trotha, Minister Glaise-Horstenau sowie Vertreter der Wehrmacht und der NSDAP. In Trient wurde ihnen ein herzlicher Empfang bereitet. Die Delegation begab sich dann zu den Schlachtfeldern auf dem Col Maor. Auf diesem Berg, auf dem sich ein deutscher Artillerie-Beobachtungsstand befunden hatte, wurde ein gewaltiges Denkmal zur Erinnerung an die auf dem Friedhof bestatteten 3000 deutschen Gefallenen eingeweiht. Der aus mächtigen Porphyrguadem bestehende Bau ist von einer Art Bastion umgeben, die einen weiten Rundblick auf das Tal der Piave und auf den Monte Tomba gewährt. Hier trafen die deutschen Besucher mit Botschafter von Mackenfen, Landesgruppenleiter Ettel und dem italienischen Kommissar für Kriegsgräberfürforge, General C e t, zusammen. Präsident Dr. Eulen, Botschafter von Mackensen und General Cei gedachten der Gefallenen des Weltkrieges und der jetzt zwischen Deutschland und Italien vom Führer und dem Duce ins Leben gerufenen engen Brüderschaft und unzertrennlichen Solidarität. Am Nachmittag folgte die Einweihung der Helden-Ehrenmale von Feltre und Tol- m e i n , die dem Andenken von Tausenden gefallener Helden der deutschen und österreichisch-ungarischen Armee gewidmet sind, die zu Füßen der Ehrenmale ruhen. Treuekundgebung der italienischen Arbeiter in Tunis. Rom, 25. Mai. (DNB.) Die seit Zwei ober mehr Generationen in Tunis lebenden italienischen Arbeiter und Handwerker haben eine von vielen Tausenden unterschriebene Kundgebung an Mussolini gerichtet. Sie bestätigen darin erneut dem Duce ihre Treue gegenüber dem faschistischen Italien und ihre volle Zustimmung zur Po» litik des gerechten Friedens. Gleichzeitig bringen sie ihre unbeugsame Entschlossenheit zum Ausdruck, in jedem Augenblick und unter allen Umständen ihre Pflicht zu erfüllen. „Diese Treuekundgebung bildet", wie „Giornale d'Jtalia" betont, „eine spontane Initiative der unverfälschten und gesunden Masse unserer authentischen Kolonie. Die- fes machtvolle und unerschütterliche Bekenntnis einfacher Arbeiter, die zäh an ihrer Nationalität festhalten, läßt die W i e d e r h e r st e 11 u n g der von ihnen feit über 50 Jahren geforderten Rechte noch berechtigter und zwingender erscheinend" Alles und neues Augsburg. Die Eröffnung des neuen Theaters in Augsburg durch den Führer wie auch die neuliche Erinnerung an das soziale Wirken der Fugger lenkt die Aufmerksamkeit auf das alte Augsburg, das gerade in unseren Tagen nach einem wechselvollen Schicksal und einer oft glorreichen Geschichte einen neuen, schnellen Aufschwung gewerb- lich-industrieller Art erlebt. Zu ihm paßt das neue Theater: Wir haben gelernt, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt; für dieses Nicht-Brot zu sorgen. ist eben die Aufgabe des neuen Baues. Aber es darf erinnert werden, daß Augsburg 15 Jahre vor Christus von Drufus als Vorort der römischen Provinz Raetia secunda gegründet worden ist; sein Name lautete bis in das Mittelalter hinein Augustpurk und erinnert an den großen römischen Kaiser Augustus. Die Augsburger Konfession und der Augsburger Religionsfrieden deuten in landaängi- ger Sprache neben den Namen Fugger und Welser die Bedeutung der Stadt am Anfang der Neuzeit an. Die alte, noch aus der Fugger- uni> Welferzeit herrührende Textilindustrie ist schon seit Jahrzehnten durch eine lebhafte Erzeugung von Kraft-, Werk- itnb landwirtschaftlichen Maschinen ergänzt. Dagegen ist die Fabrikation von Bronze-Äaren, Laubsägen, Uhrfedern, Zahnrädern z. T. alten Ursprungs; sie lieferte für die neuangesiedelten Flugzeugsabriken Qualitätsarbeiter mit sicherer Hand und sicherem Auge. Sicherung des Wohnfriedens In der Zeitschrift dem Amtes „Haus und Heim" der DAF. heißt es: Es wäre verkehrt, die Schuld an gewissen unerfreulichen Zuständen in vielen Miethäusern in erster Linie oder gar allein dem Hauseigentümer zu geben. Auch die durch die Mieterfchutzgesetzgebung zum Teil zu sicher gewordenen Mieter hätten nicht immer das notwendige Verständnis für die pflegliche Behandlung ihrer Wohnung aufgebracht. Solange nicht die Möglichkeit bestehe, im wünschenswerten Umfange Neubauten zu errichten, müßten wir uns mit dem Vorhandenen einrichten, und Mieter und Vermieter müßten gemeinsam um die Schonung des Wirtschaftsgutes Hausbesitz besorgt sein. Es handle sich hier um eine Erziehungsaufgabe, die das Amt „Haus und Heim" übernommen habe. Was früher der private Hauseigentümer als selbstverständliche Pflicht im Interesse seines Hauses und seiner Mieter betrachtete, die Auswahl der Mieter und die Ausmerzung störender Elemente, müsse heute von der für die Menschenführung allein zuständigen Partei und ihren Organisationen erreicht werden. Erfahrungen haben gezeigt, daß der im letzten Jahrzehnt in Augsburg geschaffene Neubauwohnraum meist infolge mangelnder hauswirtschaftlicher Voraussetzungen in erschreckend kurzer Zeit herunter- gewirtschaftet wurde. 200 demnächst fertig werdende Wohnungen in Augsburg werden erstmalig von der Betreuungsarbeit der DAF. erfaßt. Jede mit einer dieser Wohnungen bedachte Familie wird von einer. Beauftragten in ihrer bisherigen Wohnung besucht und geht von die- ‘ fern Tage an in die ständige Betreuung der Walte- rin über. Aus dieser Arbeit im Gau Schwaben sollen die Folgerungen für die anderen Gaue gezogen werden. Kleine politische Nachrichten. Der Staatssekretär der Luftfahrt ©eneraloberft Milch hat unter Führung des Staatssekretärs im italienischen Luftfahrtministerium, General Dalle, die Fliegerstadt Guidonia besichtigt. Die großen und hochmodern eingerichteten Versuchsanlagen und die Prüfungsmethoden aller Art sowie die Dorführungsflüge, darunter solche mit den neuesten italienischen Flugzeugen, haben einen umfassenden Einblick in die Leistungsfähigkeit der italienischen Luftwaffe vermittelt. * Im Hause des Deutschen Handwerks in Berlineröffnete der rumänische Gesandte Crutzescu im Bei- ein zahlreicher Vertreter des Staates und der Partei die erste rumänische Verkehrs- und Touri st en-Ausstellung, die — ebenso wie die kürzlich in Bukarest aufgebaute deutsche Der» kehrsausstellung für Rumänien t- den deutschen Volksgenossen einen Ueberblick über die Schönheiten Rumäniens, die Sitten und Gebräuche und die Bodenschätze zeigen soll. * Der Führer hat den Ministerialrat im Reichsfinanzministerium, Walter Bayerhof fer, zum Ministerialdirigenten ernannt. Ministerialdirigent Bayerhoffer bleibt weiterhin Mitglied des Reichsbankdirektoriums. Im Reichsfinanzministerium leitet er das Generalbüro für allgemeine Finanz- und Kreditfragen. * Der Präsident der Reichsschrifttumskammer hat im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volks- aufflärung und Propaganda den Schriftsteller Gerhard Schumann zum Leiter der Gruppe Schrift- Maschinenfabrik ist. Eine weitere Fo Der Groß-euische Giudenteniag Auf einer Kundgebung der nationalsozialistischen Unbändige Kraft - günstiger Preis SUPER SEILSCHAFT SUPER ESSO empfiehlt sich für alle Fahrer, die ungewöhnliche Ansprüche stellen oder deren Motore zum Klopfen neigen. »Volksgesundheit und Werbung. Durchlaßscheinen an Diplomaten und Pressevertreter. Sie tragen jetzt eine andere Unterschrift. en Völker zu- ------“) in den gro- DEVT SCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM- GE 2 Pfennig billiger.»« genau so hochklopffest genau so wirtschaftlich»»«genau so zuverlässig wie das frtthere ESSO Neue Tarifordnung für Gas. Saushaltstarif und Gewerbetarif. - Abgestufte Zonenkreise nach Bezugsgrößen. - Einführung bis spätestens 1. April 1941. 3n der größten Landmafchinensabrik Europas Schlepper-Industrie und Dierjahresplan. Eine weitere Forderung war die Verminderung des Maschinengewichts und auf der anderen Seite die Steigerung der Leistungsfähigkeit und Erhöhung der Betriebssicherheit. Außerdem aber mußte noch eine Verbilligung der Maschinen durch- geführt werden. Wieweit das gelungen ist, ergibt sich aus einem einzigen Zahlenbeispiel: 1924 kostete em eisenbereifter 12-P8-Acker-Bulldogg-Schlepper 6675 Mark, während man heute für die geringere Summe von 6422 Mark sechs Maschinen erhält: eine Dreschmaschine, einen Dollölbad-Kartoffelroder, einen Bauern-Zapfwellenbinber, einen Heurechen, einen Heuwender und noch einen ackerlustbereiften 20-PS» Bauern-Bulldogg-Schlepper mit Zapfwelle und An- baumahbalken! steller, und den Schriftleiter K. O. Fr. Metzner zum Leiter der Abteilung Soziale und wirtschaftliche Fragen in der Reichsschrifttumskammer ernannt. In Cartagena traf der deutsche Frachter „Captania" ein, der als weitere Spende für das soziale Hilfswerk in Cartagena 400 Tonnen Weizen und Hafer überbrachte. Dos englische Königspaar hat auf feiner Kanada- Reise am Mittwochabend Winnipeg verlassen Das nächste Ziel des Herrscherpaares ist B r a n d o n in der Provinz Manitoba. Australien und Indien hoben Gold im Werte von über drechunderttausend Pfund Sterling nach England verschifft. Die Gold- sendungen trafen an Bord des Dampfers ,'Strath- naver" in Southampton ein und wurden nach London weiter befördert. Das Hohelied der Arbeit. Em Gang durch die Lanz-Werke, die aus kleinsten Anfängen heraus und mit einer Gefolgschaft von zwei Mann zu einem weltbekannten Werk wurden, vermittelt einen nachhaltigen Eindruck von den vielseitigen Anforderungen, die gerade der Bau der Landmaschinen stellt. Hier wird alles selbst her- gestellt, was für den Bau der verschiedenen Landmaschinen notwendig ist. In der Gießerei und Schmiede erhalten die Werkstoffe die Rohform, in den mechanischen Werkstätten erfahren sie die Fein- bearbeltung, um dann einbaufertig gemacht zu wer- den. Glühender Stahl, stiebende Funken, dröhnende Hammer und zischende Oefen geben der Schmiede das Gesicht. Hier arbeiten gewaltige Gesenkhämmer mit Hammeraewichten bis 1500 Kilogramm, Pref- en Preßorücken bis 500 Tonnen und hydrau- lische Anlagen mit 200 Atmosphären Druck. Und so geht es fort, bis dann schließlich der moderne, tust- bereifte Schlepper mit dem weltbekannten Glühkopfmotor oder die Dreschmaschine, die Strohpresse und die Erntemaschine fertiggestellt sind. Alle diese Maschinen und Geräte aber haben nur den einen Zweck: die Einbringung der Ernte zu erleichtern, zu beschleunigen und zu sichern. Mit ihnen wird der Bauer zur rechten Zeit einsatzbereit, und trotz der fehlenden Arbeitskräfte kann er so die großen Arbeitsspitzen der Erntezeit sicher bewäl- tigen. -So dient die Landmaschinenindustrie unmit- telbar der Sicherung der Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes, eine Aufgabe, welche die ungeheuren Arbeitsleistungen rechtfertigt. W. Roßmann. 3m Vierjahresplan werden an den deut- schen Bauern gan^ erhebliche Anforderungen gestellt, die nur dann erfüllt werden können, wenn ihm hochleistungsfähige Maschinen in genügender Zahl zur Verfügung gestellt werden. Die zunächst wichtigsten und wirk- samsten Helfer sind die Schlepper mit den eigens dafür geschaffenen Anbaugeräten und Folgemaschinen. Aus Grund eines Besuchs, den unser Mitarbeiter auf Einladung des Reichsnährstandes der größten Landmaschi- nenfabrik Europas, den Lanz-Werken in Mannheim, machen konnte, soll hier einmal etwas über die besonderen Schwierigkeiten der Landmaschinenfabrikation dargelegt werden. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat nunmehr die angekündigte Verordnung über die Bildung allgemeiner Tarifpreise für die V e r f orgung mit Gas erlassen, um der Preisbildung in der Gaswirtschaft eine einheitliche Linie zugrunde zu legen. Die Hauptoerordnung bestimmt, daß die Gasversorgungsunternchmen allgemeine Tarifpreise für Haushaltsabnehmer und für gewerbliche Abneh - m e r bilden müssen, und zwar in der Form des Zonentarife s. Die Zonen sind nach A b - nahmemengen in Kubikmeter festzusctzen, wobei der Preis der nächstfo la enden Zone niedriger sein muß als der der vorhergehenden Zone ' Für den Haushaltbedarf sollen drei Zonen vorgesehen werden, eine vierte Zone kann gebildet werden. Bezugsaröße für die Abnahmemengen der Zonen ist die Raumzahl. Als Raum ist jeder bewohnbare Raum und jede vorhandene Küche anzusetzen. Die Festsetzung der Abnahmemenge der ersten Zone für die einzelnen Wohnungs- großen istnachdersteigendenRaumzahl äu stasfeln. Bei Wohnungen mit mehr als icdjs Räumen kann die Abnahmemenge der ersten Zone unabhängig von der Raum- zahl festgesetzt werden. Die Abnahmemenge der zweiten Zone darf die der ersten nicht übersteigen. Die Preise der Zonen müssen zueinander im Verhältnis 9:6:4 stehen, soweit der Preis der ersten Zone 18 Pf. oder mehr beträgt. Ein für die Abnehmer günstigeres Verhältnis kann gewählt wer- den. Grund-, Messer-, Zähler-, Verrechnungsgebüh- N« Frage der Zulassung der Frau ,um Studium keine Frage mehr. Dort, wo die Frau wirklich befähigt sei, solle sie am geistigen Leben ^teil nehmen. Es gebe heute nur eine wichtige Frage: Wo bekommen wir die geistigen Kräfte her, die mit unserer Zeit und in unserer Zeit fertig werden. Heute stehe alle Arbeit unter dem Leitsatz, daß wir in einer kurzen Zeit ?T?< formen müßten. Zn dieser Ar- beit sollten die deutschen Studentinnen mitten dar- innen stehen. Der Begriff der mütterlichen Frau und des ritterlichen Mannes sei nicht zu trennen. 1 Lebendige Wissenschaft. 3n Breslau trat die Kaiser - Wilhelm . Gesellschaft zur Förderung der Wis. e n s ch a f te n xu ihrer 28. Hauptversammlung zu- sammen. Der geschäftsführende Vorstand, Dr. Tel- mehr als 7 Millionen Bewegungen ausführen, und zwar wenige Zentimeter über dem Erdboden, wo die zu schneidenden Stengel hart, zäh, feucht und mit Erde behaftet sind. Man sieht, die Anforderungen an Landmaschinen finö recht außergewöhnlich. So verwendet man als Material auch häufig einen Stahl, der wenigstens 7000 Kilogramm Festigkeit je Quadratzentimeter aufweist, durch Vergüten aber auf eine noch höhere Festigkeit gebracht wird. Die Verwendung dieser hochwertigen Werkstoffe ^^ sorgfältigste Arbeit in jeder Hinsicht erfordere a • t y ! ikalische Prüfungen wechseln mit chemischen Untersuchungen ab. Hand in Hond damit geht die Suche nach neuen Werk- [toHen, öic hinsichtlich ihrer Verschleißfestigkeit die Naturstoffe noch Übertreffen. So entstand'der Perlitguß, der das Ergebnis einer langen Arbeit der Laboratorien und Gießerei einer deutschen Land- Berlin, 25. Mai. (DNB.) Auf einer Kundgebung des Werberates der deutschen Wirtschaft in der Aula der Berliner Universität, an der neben Vertretern des Reichspropaganda- und des Innenministeriums nahezu 3000 Vertreter der deutschen Wirtschaft, der Gesundheitsbehörden und der Aerzteschast, sowie zahlreiche Werbefachleute teilnahmen, sprachen Reichsgesundheitsführer Staatsrat Dr. Conti, der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Reiter und der Präsi- dent des Werberates der deutschen Wirtschaft Professor Dr. Hunke in grundlegenden Ausführungen über das Thema Volksgesundheit und Werbung. Diese erste derartige Kundgebung des Werberates ist hauptsächlich deshalb veranlaßt worden, weil zur Zeit die hier zur Erörterung gelangten Fragen fl?oF.nnh»rIn2!?t!nM?-erx 6ei£e in d" Oeffentlich- l „Landtechnik spart Arbeitskräfte und steigert die m Ln ^in0 ? rbe" und nunmehr auch nach Leistung!" - das ist eine Erkenntnis, die Ijcute im 3 emer endgültigen KlarstelluNg Zelchen des Vierjahresplans allgemein aeianaten. verbreitet ist. Zu verwirklichen ist sie aber erst durch einen vermehrten Einsatz von Maschinen und Geräten, die, mit dürren Worten ausgedrückt, überall dort erscheinen müssen, wo sie irgendeine Arbeit besser als der Mensch verrichten können und wo keine Menschen für Arbeit mehr zur Verfügung stehen. Aus dieser Forderung ergibt sich auch die besondere Aufgabe der Landmaschinen-Industrie: Landmaschinen, und hier besonders den S ch l e p - per als die Grund- und Ausgangsmaschine, herzustellen, die außer Stabilität auch noch durch eine lange Lebensdauer, durch größte Preiswürdigkeit und durch Verwendungsvielseitigkeit sich auszeichnen. W u r z b u r g, 25. Mai. (DNB.) Auf dem Groß- deutschen Studententag hielt der Chef der schnellen Truppen, General Guderian, einen Vortrag. Wehrhaftigkeit und Studententum gehörten seit langem eng zusammen. 16 000 Studenten blieben im Weltkrieg auf dem Felde der Ehre. Die heutige akademische Jugend wird ihrer Wehrpflicht mit demselben Schwung und demselben Geist der Freiwilligkeit genügen wie die Jugend von Langemarck. Die Leiterin des Amtes Studentinnen der Reichs, studentenfübrung, Dr. Aenne Ke11enhoff, er- läuterte anschließend die Berechtigung des Frauenstudiums, während der Leiter des Wirtschafts- und Sozialamtes, Dr. Hans Franz, die nationalsozialistische Auslese und die Erziehungsgrundlage behandelte, die auch für die Hochschule und Universität Geltung habe. Der Beauftragte des Lange- marck-Studiums, Dr. G e r l i n , berichtete über Sinn und Wesen seines Aufgabengebietes, das einen entscheidenden Schritt zur Verwirklichung einer völkischen Hochschule darstelle und dem Aufbau einer wirklichen Führungsauslese der Nation diene. Der Leiter des Reichsstudentenwerkes, Dr. Streit behandelte das Stipendienwesen und die 2>ic Moskauer Kremlwache, die seit Iah- ren aus GPU.-Formationen besteht, hat in aller n£uen ®ommanbanten erhalten. Das, äugen yin Verschwinden des bisherigen ersah man aus den | gelangten. ren dürfen nur erhoben werden, wenn sie bisher erhoben worden sind. Sie dürfen im Durchschnitt J^w^me^r als 50 Pf. monatlich erbringen. Werden Gebühren nicht erhoben, so kann den Abnehmern, _ auf ihren tatsächlichen Verbrauch Größte Anforderungen E seste Abnahmemenge in Rechnung ge- M * stellt werden, die aber 30 v. H. der Abnahmemenge QU dls Werkstoffe. »*'i S.'«b °bnahm« noch dem Gew-rb-toris abgerechnet wer- zurL-kl-gt - also foft^inmÜl rund umdi- Er7e' 194ieltinnAuffihrenre'6 lpatcftens April opporot 4 5 ao 0 o Bindu n'g ° n auosührem Jede nzusuyren. IMer Bindungen, die in einer Sekunde vor sich gehen muß, ist eine Folge vieler Einzelvorgänge, die von dem sinnreich erdachten Knüpfapparat, einem Meisterwerk der Technik, genau und sicher ausge- fuhrt werden müssen, und zwar in einer staubigen eine Unmenge von Verschleißkörpern mit sich führcn- t^aat 6trstellte der Seauf. I ©d^eppei»^^ mu^m'^enn ^bie ä ^chsKulen der Reichsstudentenführung, Messerwelle in der Minute 600 Umdrehungen macht öipmonn, fest, daß die Arbeit der Fochschl.spn! . y 1' dieselben Fortschritte wie die allgemeine Entwick- lung de- deutschen Stlchententum- aufätige. D-r-in mit der deutschen Jugend für -in- o«. amte Jugend der jungen Völker zu- ' ♦ gation Droi A^r a k?"Vn^ lapanischen Dele- Trägerin der nationalsozial?stischen Sache zu machen KÄS™ WÄ S L S: S Ä»JSS?S Ws S£ ü bereits bei dem Käme- sonders fraulicher 3ua am festesten fi«; ^mv^aez^/^^ Erde" in dem^§F?au eine^solche"eiw | bereit, im | mütige Geschlossenheit bewies. — Deshalb sei auch s Lle-erlebende schildem dieLl-Boots-Katastrophe in LlGA. schow, erstattete den Geschäftsbericht. Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahr ihre Arbeiten tatkräftig fortgesetzt. Besonders gefördert wurden die Arbeiten, - die mithelfen sollen, im Rahmen des Vierjahresplanes dem deutschen Volk seine wirtschaftliche Freiheit zu sichern. Für diese Aufgaben wurden zum Teil große Anlagen neu geschaffen. In Heidelberg wurde eine neue Atomzertrümmerungsanlage mit einer Spannung bis zu einer Million Volt errichtet. Unter den biologisch-chemischen Instituten befaßten sich einige mit medizinischen Problemen wie Hormonforschung, Krebsbekämpfung u.a. Das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Anthropologie in Dahlem setzte seine weltberühmten Beobachtungen auf dem Gebiet der Erb- und Rassenlehre vor allem mit Forschungen über Rassekreuzungen fort. Die geisteswissenschaftlichen Institute erweiterten zum Teil ihre Aufgabengebiete. Das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Kunst- und Kulturgeschichte in Rom wurde in das deutsch-italienische Kulturabkommen eingegliedert. Dr. Telschow konnte dann den Beschluß mitteilen, zwei neue Institute zu errichten, und zwar ein K.W.-Jnsti- tut für Forstpflanzenzüchtung in Freiburg i. Br. und ein Institut für Erhaltung der Wildformen der Kulturpflanzen in Graz. Aus aller Wett. Das Riesenfeuer in Estland durch Brandstiftung entstanden. Der Riesenbrand in der estländischen Stadt Petschory (Petschur) ist, wie die polizeilichen Feststellungen ergaben, durch Brandstiftung des Handwerkers Alexander T e r e f ch i n entstanden. Der Täter konnte verhaftet werden; er war stark berarrscht. Zwischen Tereschin und seiner Mutter war es zu einem heftigen Wortwechsel gekommen. In seiner Wut lief Tereschin auf den Hof des Grundstücks und begab sich in die Scheune. Kurze Zeit darauf sahen Vorübergehende aus der Scheune Rauchwolken aufsteigen. Man vermutet, daß Tereschin die Brandstiftung aus Rache verübt ha?; er sollte zusammen mit seinem Bruder Erbe des Grundstücks werden. Von der Regierung wurden umfassende Hilfsmaßnahmen getroffen. Zwei Personen kamen ums Leben und 1500 Menschen sind obdachlos geworden. — Ein weiteres Großfeuer brach im Ort Se re Nitz am Nordrand des Peipussees aus, dem dreizehn Häuser zum Opfer sielen. — Ein drittes Großfeuer in der Nähe von Reval zerstörte acht Arbeiterhäuser und machte 300 Arbeiter obdachlos. Neues deutsches Höchstleistungsflugzeug. Hamburg, 25. Mai. (DNB.) Die Hamburger Werft von Blohm & Voß, deren schiffsbautechnische Leistungen Weltruf besitzen, gliederte 1933 ihrem Betriebe eine Abteilung für Flugzeugbau an, deren Leitung dem Chefkonstrukteur Dr.-Jng. Richard Vogt übertragen wurde. Unter seiner Leitung und nach seinen Plänen konnten von 1934 bis 1939 sieben verschiedene ein--, zwei-, drei- und viermotorige Baumuster herausgebracht werden, und zwar drei für Landflugzeuge und vier für Seeflugzeuge. Chefkonstrukteur Dr. Vogt erklärte in einer Unterredung auf die Frage nach seinen weiteren Plänen u. a.: „Selbstverständlich sind noch andere interessante Typen im Bau und in der Entwicklung. Die ersten großen Zivilslugzeuge, die unter meiner Leitung gebaut wurden, die Type Ha 139 und Ha Die Ueberlebenden des U-Bootes „ S q u a l u s " sind nun zum Teil in der Lage, die grauenvollen Stunden zu schildern, die sie in Dunkelheit bei starker Kälte auf dem Grunde des Meeres verbracht hatten, ohne die Hoffnung auf Rettung aufzugeben, obwohl sie wußten, daß die Kameraden im abgeschlossenen und wassergefüllten Heckteil des Schiffes bereits tot waren. Der Kommandant des Bootes, Leutnant N a q u i n , erzählte, daß das Wasser bald nach dem Untertauchen des Bootes eingedrungen sei. Er habe sofort versucht, alle Ballasttanks entleeren zu lassen, allein das Boot habe sich sehr schnell in einem steilen Winkel aufgestellt und sei auf den Meeresgrund gesunken. Nach seiner Ansicht sei die Mannschaft im Heckteil sofort e r - trunken. Der Kommandant schilderte dann die Herstellung einer Telephonverbindung durch die vom U-Boot an die Oberfläche geschossene Boje, die neben dem U-Boot-Hebeschiff „Falcon" aufgetaucht sei, die spätere Unterbrechung der Verbindung durch das Zerreißen des Bojentaues und ihre Wiederherstellung. Wie bereits berichtet, verdanken die Ueberlebenden ihre Rettung dem Umstand, daß ein Besatzungsmitglied nach dem Eindringen des Wassers mit übermenschlicher Kraft die Schotten zum Heck geschlossen hatte. Die Schließung der Schotten erfolgte durch den Obermaat M a'n e ß , der erzählte, daß das Wasser infolge der steilen Lage des Schiffes so rasch auch in andere Abteilungen eindrang, 139b, „Nordmeer", „Nordwind" und „Nordstern" haben ihre Brauchbarkeit erwiesen. Ebenso kühn wie der Schritt war, der zu diesem viermotorigen 17-Tonnen-Fracht- und Postflugzeug führte, war der, ein Flugzeug zu schaffen, das neben dem Vielfachen an Post und Fracht auch eine größere Anzahl von Passagieren über den Atlantik befördern kann. Mit der Type BV 222 haben wir ein sechsmotoriges 40 - bis 4 5- Tonnen-Großflugzeug geschaffen, das bei einer Reichweite von 7000 Kilometer in ungefähr 20 Flugstunden die Strecke Lissabon—Neuyork, auf der es eingesetzt werden soll, mit Sicherheit bewältigen kann. Während die Ha 139 im Nordatlantik- lug die Azoren als Ausgangspunkt hatte, wird die BV 222 in direktem Fluge von Lissabon nach Neuyork fliegen,- ohne die Azoren zu berühren. Die Maschine wird voraussichtlich in der 'ersten Hälfte des nächsten Jahre betriebsfertig sein. Daß ihre Innenausstattung und Einrichtung allen modernen Ansprüchen gerecht wird", so schloß Dr. Vogt, „ist selbstverständlich. Sie wird neben ge- ttennten Schlafplätzen auch großzügig eingerichtete Wirtschafts- und Aufenthaltsräume aufweisen." Neue deutsche Höchstleistungen im Segelflug. Der NSFK.-Obersturmführer Schmidt flog am 24. d. M. mit seinem Segelflugzeug „Reiher" von Trebbin, Kreis Teltow (Ssgelflugschule), nach Mün- chen-Holzkirchen. Das sind 500 Kilometer und bedeutet einen internationalen Rekord i m Zielstreckenflug, da Schmidt seinen Landungsort vor dem Start angegeben hatte. — Der NSFK.-Hauptsturmführer Bergens führte mit einem Segelflugzeug „Minimoa" einen Streckenlug von Rhinow (Westhavelland) nach Viefersried, 20 Kilometer südwestlich von Augsburg durch. Das daß die Schotten geschlossen werden mußten, obwohl man wußte, daß im Heck teil noch zahlreiche Mannschaften waren. Fünf von ihnen konnten sich buchstäblich in letzter Sekunde retten: als er in schwerster Anstrengung die Schließung bereits durchführte, hörte er Zurufe, die ihn erregt aufforderten, die Schotte noch einen Augenblick offenzulassen. Er ließ die Türen wieder zurückgleiten, und durch die Luken krochen im hereinstürzenden Wasser fünf Mann. Unmittelbar darauf mußte er jedoch die Schotten schließen und zuschrauben. Maneß erklärte, daß die im Heckteil zurückgebliebenen Leute um diese Zeit vermutlich schon tot waren. Abgesehen davon hätte er unter allen Umständen die Schotten schließen müssen, weil laut Vorschrift bei solchen Katastrophen alle Abteilungen abgeschlossen werden müßten. * Die Marineleitung veranlaßte am Donnerstagmittag die Wiederaufnahme des Bergungswerkes. Marinetaucher wurden in Taucherglocken zum U-Boot herabgelassen, um das Schiff zunächst nach den 26 Besatzungsmitgliedern zu durchsuchen, die höchstwahrscheinlich umgekommen sind. Falls sich die Annahme bestätigt, daß alle 26 Mann nicht mehr am Leben weilen, ist man noch unschlüssig, ob die Leichen sofort geborgen oder erst mit dem Schiff gehoben werden sollen, das man durch Druckluft wieder flottzumachen beabsichtigt. sind 530 Kilometer. Dieser Flug ist eine neue deutsche Höchstleistung im Segelflugzeug. — Der NSFK.-Sturmbannführer Z u m b a r s e n führte einen Streckenflug von Trebbin nach Nürnberg (350 Kilometer) durch. Den gleichen Streckenflug machte der NSFK.-Standartenführer Kunz, während der NSFK.-Sturmführer Klietz aus dem Segelflugzeug „Kranich" einen Streckenflug über 440 Kilometer durchführte. Der vorlragskünstler Gustav Iacöby f. Der bekannte rheinische Humorist und Vortrags- künstler Gustav Jacoby, ein geborener Wiesbadener, ist im Alter von 43 Jahren in einem Wiesbadener Krankenhaufe nach längerem Leiden geworben. Jacoby hat wiederholt auch am Gießener Stadttheater mit großem Erfolg gastiert. Rehberg-llraufsührung in Darmstadt. Generalintendant Franz Everth hat für die kommende Spielzeit Hans Rehbergs „Preußische Komödie" zusammen mit einem bisher unveröffentlichten neuen Werk des Dichters zur alleinigen Uraufführung für das Hessische Landestheater in Darmstadt erworben. Wieder Stierkämpfe in Madrid. Zum ersten Male seit 1936 fanden in der Plaza bc Toros in Madrid wieder Sti erkämpfe statt. Die 26 000 Zuschauer fassende Arena war bis auf den letzten Platz besetzt. Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Falange sowie höhere Offiziere wohnten dieser Veranstaltung bei. Die berühmten spanischen Matadoren Marzial L a l a n d a, Barrera und Domingo Ortega lieferten aufregende Kämpfe, in denen sieben Stiere getötet wurden. Die gesamten Einnahmen werden dem • Generalissimus Franco für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Ein Auto vom Zuge ersaßt. Auf einem unbeschrankten Bahnübergang neben dem Bahnhof Versmoll (Wests.) ereignete sich ein Unglück. Ein Kraftwagen aus Versmoll wurde von einem Perfonenzuge erfaßt, mitgeschleift und völlig zerttümmert. Der Fahrer, sein dreijähriger «ohn und ein gleichaltriger Junge, das einzige Kind seiner Eltern, wurden tot zwischen den Schienen aufgefunden. Der Wagen näherte sich dem Bahnübergang in dem Augenblick, als gerade ein Per- sonenzug abgelassen wurde. Der Wachbeamte gab mit der roten Fähne Warnzeichen, doch konnte der Fahrer seinen Wagen erst mitten auf den Schienen zum Halten bringen. Man rief ihm zu, weiterzufahren, doch war es dafür bereits zu spät. Büchertisch. — Gasweiser für Architekten und Gaseinrichter. Don Oberbaurat Walter Bau- s e r und Professor i. R., Architekt Ernst Wagner. Herausgegeben von der Zentrale für Gas- und Wafferverwendung, Berlin W 30. Preis 2,30 Mark. — (417) — Ein schmales, 'reich illustriertes Bändchen, das dem Zwecke dient, die neuen Aufgaben des Gases in der Wohnbauwirtschaft darzustellen und den Architekten, Gaseinrichtern und Bauherren zu zeigen, wie man heute eine zweckmäßige Gaseinrichtung für Wohnhausbauten plant und ausführt. Wetterbericht Nachdem es am Donnerstag in unserem Gebiet zu verbreiteten Niederschlägen gekommen war, macht sich zur Zeit wieder eine Umgestaltung der Großwetterlage bemerkbar. Dabei wird sich das über England liegende Hochdruckgebiet mehr auf das Festland hin entwickeln, wobei auch für uns Wetterbesserung zu erwarten ist. Welche Ausmaße diese annimmt, ist noch nicht anzugeben. Vorhersage für Samstag: Wolkig bis aufheiternd und nur noch vereinzelt auftretende Niederschläge, Mittagstemperaturen bis zu etwa 20 Grad ansteigend, Winde um Nord. Vorhersage für Sonntag: Im wesentlichen freundliches, wenn auch nicht durchaus beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 25. Mai: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 10,5 Grad; am 26. Mai: morgens 10,5 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Mai: abends 12,7 Grad; am 26. Mai: morgens 12,0 Grad. — Niederschläge 4,9 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriflleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts» druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gießen, den 26. Mai 1939. 38 16 t1 3843C 32623 Statt Karten Die Beerdigung findet am 1. Pfingstfeiertag, nachmittags 3 Uhr statt. 385QD Gießen, den 25. Mai 1939. Der Oberbürgermeister. I. D.: Nicolaus. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Christine Burk, geb. Backhaus und Kinder. Climbach, den 25. Mal 1939. Bekanntmachung. Belr.: Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Nach der siebenten Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers vom 4. 5. 1939 (R.G.B. vom 8. Mai 1939 S. 882) sind gemäß § 2 die Nutzungsberechtigten, die Kartoffel- und Tomatenstöcke an» gepflanzt haben, verpflichtet, diese nach Kartoffelkäfern von Zeit zu Zeit sorgfältig abzusuchen. Es wird den Nutzungsberechtigten zur Pflicht gemacht, die Bestimmungen der Verordnung genau zu beachten. Wer den gesetzlichen Bestimmungen zuwider handelt, hat Strafe nach § 18 dieser Verordnung zu gewärtigen. Todes »Anzeige. Heute mittag V/2 Uhr verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Herr Heinrich Burk Landwirt und Wagner meister im 71. Lebensjahre. Keine BiähUBoen mehr! Blahungs- und Verdauungspulder Floradix. Frei von Chemikalien. Nicht abführend. Vorz. erprobtes Mittel bei Gefühl des Dollseins in der Maaengegend, Spannung und Beengung im Leibe, Luft- ausstoven, Atemnot, Beklemmung, Herzklopfen. Schlechte Verdauung wird behoben, übermähtge Gasbildung verhind., Blähungen auf nat. Wege aus d. Körper geschafft. 1.H0 RM. 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Mai. um 11.30 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. erfolgreichen Wirkens, Gänzlich unerwartet, in der Vollkraft seines verschied unser Alterskamerad Herr Dr. Karl E. Ruckeishausen. Ein vorbildlicher und lieber Alterskamerad ist von uns gegangen. Wir werden ihn nie vergessen und in Ehren halten, Die Fünfziger des Jahrganges 1889 -1939. Braun. Plötzlich und unerwartet verschied unsre liebe Schwester. Schwägerin. Tante und Großtante rräulein Katharina Veite im 67. Lebensjahr. [ Vermietungen | [Stellenangebote] Geräumige 2-Zim.Mg. mit Bad, Gas, Heizung u. Zubehör für 50 RM. zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 3838 D an den Gieß. Anz. Geräumige,Helle 2-Zim.Wohng. u. Küche (Stadtmitte) ver 1. 6. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02628 a.d.G.A. Große 2-Zimmer-lfoliD. in gutem Hause, lOMinuten nördlich der Stadt, an ruhige Mieter zum 15. 6. zu verm.Preis35.-. Schr. Ang. unt. 02626 a.d.G.A. 13IIÄ mit Küche zu sofort oder 15. Juni zu vermieten. 3852D | Mietgesuche | Zum 1. 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Nr.12l Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag. 2b. Mai (939 Aus der Stadt Gießen. Kinderspiele. Wenn man in diesen Tagen über die Straßen geht, sieht man überall spielende Kinder. Ihr fröhlicher Lärm sagt uns, wie glücklich sie sind, dem Zimmer entronnen zu sein, daß sie springen, toben und jauchzen können. Es war wohl immer dasselbe, jedes Frühjahr! Aber etwas hat sich geändert: die Art der Spiele. Vor nur liegt ein dickes Buch aus dem Jahre 1865: „Spiele und Belustigungen für Mädchen im Zim- mer und im Freien". Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis verrät, was die auf den beigefügten Bildern Dargestellten, sittsamen kleinen Mädchen mit weißen Strümpfen und schwarzen Stiefelchen, im weilen gebauschten Röckchen, unter dem das Höschen hervorschaute, gespielt haben. Da finden wir außer Brettspielen (Domino, Lotto, Dame, Puff) „Spiele mit dem kleinen Schwesterchen", Papier- und Papp- orbeiten, Gesellschafts- und Pfänderspiele, auch physikalische Belustigungen (Feuer zu essen, Geld-, Vermehrung durch Wasser, der Zauberbrief u. a.). Auch weibliche Handarbeiten, „insoweit sie zu Spielen und zur angenehmen Unterhaltung dienen", sind beschrieben. Für Spiele im Freien werden vor allem die Ballspiele aufgeführt, aber auch die Gärtnerei wird gepriesen: „Es flieht wol in der ganzen Welt kaum ein anderes Vergnügen, das Gesundheit, Belehrung und Erholung in demselben Grade gleichzeitig gewährte. Die frische Luft macht die kleine Gärtnerin stark und rosig, das Wachsen der Blumen, die wundersamen, reizenden Gestalten und Farben derselben und ihr lieblicher Duft bieten eine nie versiegende Quelle der Freude." Bei den Bewegungsspielen finden wir „Topf- schlagen", „Nette sich,' wer kann", „Hier back ich, hier brau ich", „Katze und Maus", „Blindekuh", „Bäckchen, Bäckchen schiele nicht" und viele andere. Beim „Haschen" waren folgende Auszählreime beliebt: „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, meine Mutter, die kocht Rüben, meine Mutter, die kocht Speck, ich oder du bleibst weg!" — Nirgends kommt wohl der Unterschied zwischen damals und heute mehr zum Ausdruck, als wenn wir diese Reime mit einem heutigen vergleichen: A, B, büß, dicke Moppel muß, dicke Moppel kann nicht laufen, muß sich erst ein Auto kaufen. A, B, büß, dicke Moppel muß!" Tintenfaß und Lernen sind heute nicht mehr die Hauptsache, sondern ein — Auto! Und wenn man weiter die Kinderspiele beobachtet, so findet man, daß Technik und Verkehr die Art der Spiele weitgehend gewandelt und bestimmt haben. Bälle und Klicker sieht man nur selten, auch Kreisel- und Reifspiel ist fast verschwunden: die Fahrstraße ist für die Kinder verboten. Aber Roller, Wipproller, Dreirad, Holländer und Rollschuhe, alles das wird von den Kindern bevorzugt. Sie lernen spielend die Verkehrsregeln, üben sich in Schnelligkeit und im Lenken und ertüchtigen sich so für die Anforderungen, die das heutige Leben an sie stellt. E. L. St. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis nach 22 Uhr „Seltsamer Fünf- uhr-Tee". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Frau am Steuer". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Karthagos Fall". Skadlthcater Gießen. Heute abend zum letzten Mal „Seltsamer 5-Hhr- Tee", Lustspiel in 3 Akten von Fritz Koselka. Spielleitung: Dr. Hannes Razum, Bühnenbild: Karl Löffler. Abschiedsvorstellung für Gisela Vollert, Erich Weiland, Kurt Haars und Hans Schlick. (Sport und Wehrsport in der SA. Seltener Schmetterling „Schwalbenschwanz" n a l s o z i a l i st i s ch e n Idee. Der Mensch als Träger und Gestalter des Lebens, der durch sein Handeln erst dem gesamten Staats- und Volksleben Inhalt, Form und Ausdruck gibt, steht im Mittelpunkt dieser Idee. Unsere Weltanschauung will keine Sportnationalsozialiften oder Beamten-, Bauern- und Arbeiternationalsozialisten erziehen, sondern Menschen, deren Leben unter der Idee des Führers steht und deren Handeln im Berufs- und Privatleben zu jeder Stunde und bei jeder Entscheidung geleitet und bestimmt wird von den Grundsätzen der national- sozialisti'schen Weltanschauung. Wenn diese an sich für einen Nationalsozialisten selbstverständlichen Tatsachen herausgestellt werden, dann nur deshalb, um damit jenen Meinungen die Grundlage zu rauben, die in SA. - Sport und Wehrsport „revolutionäre Erscheinungen", die aus einer übertrieben disziplinierten Haltung geboren seien, sehen wollten und wollen. Wer so die nationalsozialistische Weltanschauung in sich aufgenommen hat, für den war die Schaffung des SA.- Wehrabzeichens als praktische Auswirkung bzw. äußeres sichtbares Zeichen des SA.-Sportes und SA.-Wehrsportes eine Ueberraschung. Die wahrhaft körperliche Ertüchtigung, der SÄ.-Sport und -Wehrsport haben deshalb ihre eigentliche Geburtsstunde auch schon vorder Machtübernahme. In einem Aufruf der Gründung der Turn- und Sportverbände innerhalb der Partei im Jahre 1920 sagt der Führer: „Die NSDAP, hat im Nahmen ihrer Organisation eine eigene Turn- und Sportabteilung gegründet. Sie soll die jungen Parteigenossen besonders zusammenschließen, um als eiserne Organisation ihre Kraft der Gesamtbewegung als Sturmblock zur Verfügung zu stellen. Sie soll Trägerin des Wehrgedankens eines freien Volkes werden ... Sie soll aber vor allem in den Herzen der jungen Anhänger den unbändigen Willen zur Tat erziehen, ihnen einhämmern und 'einbrennen, daß nicht die Geschichte Männer macht, sondern Männer die Geschichte." Und daß der Mensch, der wahllos sich den Sklavenketten fügt, das Sklavenjvch verdient. In seinem Buch „Mein Kampf" sagt der Führer: „Man gebe der deutschen Nation sechs Millionen sportlich tadellos trainierte Körper, alle von fanatischer Vaterlandsliebe durchflUiht und zu höchstem Angriffsgeist erzogen, und ein nationaler Staat wird aus ihnen, wenn notwendig, in nicht einmal zwei Jahren eine Armee geschaffen haben, wenigstens insofern ein Grund- tock vorhanden ist." Menschensormung im Sinne des Nationalsozialismus ist die ewige Ausgabe der SA. Es.geht im SA.-Sport und -Wehrsport nicht darum, Spitzenleistungen einer bestimmten körperlichen Hebung zu fordern, sondern auf der Grundlage der B r e i t e n a r b e i t den letzten Mann zu packen, und es geht weiterhin darum, Männer zu schaffen, die sich in eine Einheit von ßeiftung, Weltanschauung, Wehrkraft u n d Charakter stellen. Leibesübungen sind wesentliche Faktoren der Lebensäußerungen nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und sind damit von der Politik nicht zu trennen. Was hier für den einzelnen und damit für die Gesamtheit des Volkes geschieht, sind Handlungen und Arbeiten im Rahmen der nationalsozialistischen Staatsformung und damit Politik. Der Begriff Sport hat damit wieder seinen tatsächlichen Wert zurückerhalten und inhalt- ' lich wieder das geworden, was er einst war: ' Dienst am Volk! l Leitender Gedanke unserer heutigen Körper- । ertüchtigung ist die Liebe zum Vaterland. Sport ! und Leibesübungen dürfen nicht Interessengemeinschaften dienen, sondern müssen sich dem Ziel des allgemeinen politischen Aufstiegs unterordnen. Darum sieht die SA. niemals ihre Aufgabe darin, die wehrhafte körperliche Ertüchtigung als ein Vorrecht für sich zu betrachten, sondern den Gedanken, verbunden mit der praktischen Ausführung, der wehrhaften Körperertüchtigung in das gesamte Volk zu tragen. Mit der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung mit dem Ziel der Leistungssteigerung und der Höchstleistung auf öen Gebieten rein sportlicher Lebensäußerung und anderseits der körperlichen Ertüchtigung des einzelnen Mannes, ausgerichtet im Geist und in der praktischen Durchführung auf die Wehrhaftmachung und Erhaltung der Wehrkraft des einzelnen sowohl als auch der Mannschaft, haben wir somit auf dem Gebiet der körperlichen Ertüchtigung zwei Arbeits- richtungen.- Die SA. schafft als weltanschauliche Grund- läge den Wehrwillen und mit den entsprechenden Formen der körperlichen Ertüchtigung die Wehrkraft. Das feststehende Ziel des SA.- Sportes und Wehrsportes ist es somit, Menschen zu erziehen, die sowohl körperlich wehrhaft wie auch geistig wehrwillig sind. Vergleicht man die Bedingungen sportlicher Art, die für das SA.-Wehrabzeichen erfüllt werden müssen, mit den geforderten Leistungen z. B. zum Reichssportabzeichen, so erkennt man die klare Forderung, die der Stabschef der SA. einmal mit folgenden Worten skizzierte: „Der deutsche Mensch der Zukunft soll nicht mehr in der Lage sein, als 18- bis 25jäl)rigcr Höchstleistungen aufzustellen, um durch, bei der sich im Indern der Hülle die Raupe in den Schmetterling umwandelt. Nach einigen Wochen regt sich dann Leben in der toten Hülle, sie wird zersprengt, und der Schmetterling schlüpft aus, um neuen sonnigen Tagen entgegenzufliegen. Der Schwalbenschwanz tritt im Jahre in zwei Generationen auf. Beide Generationen unterscheiden sich an Große und Farbe. Die Winter- bzw. Frühjahrsgeneration ist groß und blaß-gelb gefärbt, während die Sommergeneration kleiner ist, aber viel mtenfmere Farben hat. Versuche zeigten, daß Schmetterlinge in kühler Temperatur größer und farbloser sind, während umgekehrt die Wärme Did Tiere kleiner werden, aber an Farbkräftigkeit zu- nehmen läßt. Die beiden abgebildeten Schwalbenschwänze entstammen beide der Wintergeneration. (Aufnahmen s2s Auer, Gießen). 'H. B. A. Die wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings locken einen unserer schönsten heimischen Schmetterlinge, den seltenen Schwalbenschwanz (Papilio machaon L.) aus seinem Verstecke, in dem er seinen Winterschlaf verbracht hat. Taumelnd läßt er sich vom Winde zu den Blumen tragen, um hier von dem köstlichen Nektar zu schlürfen, den die ersten Blumen ihm darbieten. Er ist sehr scheu, und während er sich in den warmen Sonnenslrahleif mit ausgebreiteten Flügeln badet, lauert er auf den ersten Schatten, um auf und davon zu fliegen. Bald finden sich Männchen und Weibchen, umgaukeln sich und feiern auf irgendeiner Blume Hochzeit. Es dauert nicht mehr lange, und das Weibchen hat seine mütterlichen Pflichten zu besorgen. Es sucht Doldenblütler, sog. Umbelliferen auf, zu denen die Möhren, Petersilie und der Fenchel gehören, und legt auf diesen Pflanzen die Eier ab. Reges Leben beginnt dann in den winzigen Eiern, aus denen bald kleine Räupchen ausschlüpfen, die sich schnell vergrößern. Dicker und Dicker werden sie, bis ihnen ihr Rock zu eng wird und platzt. Diesen Vorgang nennt man Häutung, den die Raupe dreimal mitmachen muß. Dann hat der Vielfraß feine vollständige Größe erreicht und verläßt nun seinen Wirt, die Futterpflanze, um sich an alten Zaunpfäylen und Mauern zu verpuppen. Die Puppe macht nun eine scheinbare Ruhezeit dann dem Sport verlorenzugehen. Nein, wir wollen, daß jedermann bis ins hohe Alter imstande ist, seine körperliche Straft und Leistungsfähigkeit zum Nutzen für das gesamte deutsche Volk zu erhalten." Und hier ist nun entscheidend, daß die SA. nicht nur eben Sport treibt, sondern daß sie eine allge - meine Leistungsbilanz erstrebt. Das Ziel ist die Beherrschung des Körpers durch den Willen, Erziehung zum Kampfgeist, zu Mut, zur Härte, zum Ertragen von Strapazen, zu Selbstvertrauen, Entschlußkraft und damit zur Einsatzbereitschaft. SA.-Sport und Wehrsport sind heute sck)on zu einem fest umrissenen Begriff gerooröen.- Ahrc Zusammenfassung mit der Krönung im Sela nbefport erfolgt in den drei Leistungsqrup- pen des SA.-Wehrabzeichens, das heute die Grundlage der vor- und nachmilitärischen Erziehung ist. Durch die Arbeit für das SA -Wehrab- Zeichen haben die politischen Soldaten des Führers und mit ihnen jene, die sich durch die Tat zur wehrhaft-körperlichen Ertüchtigung bekennen, im deutschen Volk eine starke Festung der körperlichen Tüchtigkeit, des wehrhaften Willens und der natib- nalsozialistischen Einsatzbereitschaft erbaut Erweitert und ausgebaut wird diese Festung fortan durch die -tatfadje, daß gemäß der Proklamation des Führers vom 19. Januar 1939 alle wehrwürdigen, wehrtüchtigen und ehrenvoll aus dem Wehrdienst ausscheidenden deutschen Männer diese wehrhaft- körperliche Ertüchtigung in den Wehrmannschaften Der SA. erfahren, sofern sie nicht zu anderen Gliederungen der Partei gehören. SA.-Sport und Wehrsport fordern den Typ des W e h r k ä m p f e r s. Die vielseitigen und harten Hebungen stellen nicht nur an das körperliche Lei- Seitdem der Nationalsozialismus als Weltanschauung gepredigt wird, ist nicht etwa die Forderung nach einer äußerlich neuen Staatsform in Öen Vordergrund getreten, sondern die Forderung einer Neuformung des deutschen Menschen nach dey Grundsätzen der natio- „Karthagos Fall." Lichtspielhaus. Der Film „Karthagos Fall" wurde auf der Bien-, nale in Venedig mit der Coppa Mussolini ausgezeichnet, einem der vornehmsten Preise, die in diesem internationalen Wettbewerb vergeben werden; wenn man sich vor Augen hält, welche Bedeutung der imperiale Gedanke in der gesamten Politik des heutigen Italien spielt, wird eine so hohe Einschätzung des Werkes unschwer begreiflich. Was in dem Schauspiel „Der Untergang Karthagos" des deutschen Dramatikers Eberhard Wolfgang Möller unternommen wurde, gestaltet der italienische Film auf feine Weise und mit seinen Mitteln: vielleicht nicht mit so unmittelbar und aktuell empfundener Beziehung auf die Gegenwart wie bei Möller, aber doch, besonders auch in der Schlußszene, sehr deutlich spürbar. Die historischen Grundlagen Dürften dem Beschauer in großen Zügen bekannt sein: es handelt sich um den Entscheidungskampf zwischen Nom und Karthago um Herrschaft und Lebensraum am Mittelmeer. Dieser Kampf entschied zugleich über Sein und Nichtsein der beiden Völker, und der Film hat Wert Darauf gelegt, zu zeigen, daß sich hier nicht allem zwei Völker, zwei Staaten, Zwei große Feldherren und zwei der bedeutendsten Militärmächte des Alterturys gegenüberstanden, sondern auch zwei im Wesen tief verschiedene Weltanschauungen und Rassen. Der Film bringt die Auseinandersetzung am Wendepunkt, in Der Entscheidung. Die Vernichtungsschlacht bei Cannae (216 vor Christus) ist geschlagen. Hannibals Alpenzug hat das römische Imperium in den Grundfesten erschüttert und bedroht feinen Lebensnerv. Da, als das Vaterland in höchster Gefahr ist, raffen sich Senat und Volk von Rom zu einer letzten gewaltigen Kraftanstrengung auf: unter Scipio, dem die Geschichte den ehrenvollen Beinamen Africanus verliehen hat, zwingt es bei Zama (202 v. Chr.) Die karthagische Macht in Die Knie und entscheidet Den Krieg endgültig mit dem Siege Italiens. Diese Schlacht ist der dramatische Gipfelpunkt der Bilder- folge, die Der Spielleiter Carmine Gallone mit außerordentlichen Mitteln und mit einem Aufwande an Menschen und Material in Szene gesetzt hat, wie ma'h dergleichen bisher nur in Den (freilich künstlerisch schwächeren und weltanschaulich un- charakteristischen) großen Historienfilmen Der ame- kanischen ProDuktion erlebt hat. Für Die Aufnahmen sind beträchtliche Teile Der italienischen Wehrmacht zur Verfügung gestellt roorDen. Es waren hier unter anDerem beteiligt 12 000 Mann italienische Truppen, 8000 Mann Komparserie, 4000 Reitpferde und 60 Elefanten (für die berühmte und gefürchtete Angriffsfront der Karthager) —: schon an diesen Zahlen mag man ermessen, in welchen Ausmaßen hier gearbeitet wurde. Der monumentale Stil Der Inszenierung zeigt sich auch etwa in Den Architekturen oder in Der Einführung gewaltiger, nach antiken Vorbildern hergestellter Kriegs- Maschinen und Ruderschiffe, die einen imposanten Eindruck machen und ein höchst malerisches Bild ergeben; ähnliche Eindrücke hinterlassen Die großen Dolksszenen oder etwa die stürmisch bewegte, entscheidende Sitzung des Senats zu Rom. Den Höhepunkt bildet, auch regiemä^ßig, Die Darstellung Der FelDschlacht bei Zama. Gallone braucht enorme Räume für Die Entfaltung der gegliederten Massen; er baut sich und seinen Kameraleuten ein ganzes ontikes Schlachtfeld auf mit Den starren Angriffsfronten Der gegnerischen Heere, er läßt Die Reiterei hüben und Drüben in wilden Attacken gegeneinander über die weite Ebene brausen, und er setzt eine mächtige Phalanx turmbewehrter Kriegselefan- ten gegen Die Rechen Der römischen Legionen in Bewegung, die Den morDerischen Stoß mit erprobter Taktik auffangen und um seine vernichtenDe Wirkung bringen ... 2Iu5 Dem beträchtlichen Aufgebot auch an Einzel- Darstellern ragen Annibale Ninchi, Der seinem Vornamen zum Trotz nicht den Karthager, sondern den Scipio spielt, und Camillo P i I o 11 o als Han- nibal hervor: beide sind in äußerer Erscheinung, Haltuna und Sprache geschickt charakterisiert und in einen lebhaften Kontrast zu einander gestellt: der Beschauer soll spüren und empfindet es auch, daß sich in Den beiden Heerführern in Der Tat Die Repräsentanten zweier Völker, zweier Kontinente, Rassen und Weltanschauungen gegenüberstehen; Ninchis Scipio wirkt bei aller militärischen Straffheit und Diktatorischen Klarheit der EntscheiDung auch als Exponent eines Kulturvolkes, ruhig, bestimmt unD gelassen; Pilottos einäugiger Hannibal erscheint Daneben viel primitiver, stellenweise barbarisch, eine Holofernes-Gestalt mit gefährlichen Ausbrüchen ungezügelter Wildheit. Aehnliche Gegen- bilder entwickeln im weiblichen Typus hüben und drüben Francesca Brgggiotti als Die geschmeidige Aethiopierin Sophonisbe unD Isa MiranDa als Die schöne und eDIc Römerin Velia. Fosco G i a- djetti (Massinissa), Marcello (Bier Da (Syphax) unD Memo Benassi (Cato) sollen ferner genannt ein. Das Drehbuch schrieb Der Spielleiter Gallone zusammen mit Camillo Mariani del'Angu- illara und Sebastiano Lucia ni; an Der Kamera; Ubalöo 21 rata unö Anchise Brizzi. Der Film wurde von Der E, N. I. C. (Ente Nazionale Industrie Cinematografische) in Rom hergestellt. — (Tobis-Degeto.) * 3m Beiprogramm sieht man Die neue Tobis- Wochenschau unD einen französischen Kulturfilm ..Dom im Meer" mit sehr guten Architekturaufnahmen. Hans Thyriot. Tiere vor dem Spiegel. Wie benimmt sich Das Tier, wenn es sein Spiegelbild sieht? Am ehesten werden ja Haustiere sich mit dieser merkwürdigen Erscheinung, Die ihnen Da an Der WanD ihr Ebenbild vorzaubert, auseinanderzufetzen suchen. Ein Tierfreund, Der Versuche mit Tieren anstellte, stand vor Der überraschenden Tatsache, daß „des Menschen bester Freund", Der Hund, bei einem Blick in Den Spiegel vollkommen teilnahmslos bleibt; er bleibt gehorsam vor Dem Spiegel sitzen unD blickt seinen Herrn fragend an: zu Dem Vild finDet er feine Beziehung. Ganz anders verhalt sich ein zahmer Vogel, zum Beispiel ein kleiner Sittichpapagei. Er sitzt einige Augenblicke still vor dem nicht zu dicht an der Wand stehenden Spiegel unö gibt bann den schmelzenden Lockton von sich, mit dem er sonst um einen Leckerbissen bittet. Bedächtig geht er Darauf um Den Spiegel herum, kommt hinter ihm wieder hervor unD betrachtet, rechts und links schreitend, sein Konterfei im Glase. Zweifellos erkennt er sein Ebenbild, aber keineswegs sich selbst in diesem Bilde. Er ist der Ansicht, daß ein anderer Papagei ihn neckt, indem er sich hinter der blinkenden Wand verbirgt. Aehnlich, nur noch temperamentvoller verhält sich ein kleines Rhesusäffchen. Da es klüger als der Vogel, vermutet Das Aeffchen, Daß Der' kleine Kollege hinter Dem Spiegel mit ihm Verstecken spiele und jedesmal schnell ausreiße, wenn er selbst behut- am hinter Den Spiegel schleicht. Um Diesen Spaßmacher Doch zu erwischen, bleibt er vor Dem Glase itzen und langt Dann schnell mit Dem Arm hinter Den Spiegel. Wenn er Dann immer roieDer ins Leere greift, stößt Jvcko weinerliche Töne aus und rüttelt wütend an dem Spiegelrahmen. Ein Kaninchen, ein Zahmes Meerschweinchen, auch ein zahmer Iltis bleiben ganz teilnahmslos vor dem Spiegel; aber ein junger Hahn stellt sich nach kurzem Hineinblicken in Kampfstellung davor, um den Nebenbuhler zu vertreiben, und eine Katze beobachtet ihr Spiegelbild lange, worauf sie unfid>er und offenbar voller Zweifel über diese Erscheinung Davonläuft. Ist Der HunD so viel Dümmer als Die anderen Tiere? Das ist unDenkbar. Wenn Der Besitzer Des HunDes fein Jackett teilweise über Den Spiegel hangt, Dann interessiert Den Hund die Sache schon sehr viel mehr, und wenn sich sein Herr Daneben- stellt, wird er immer lebhafter. Diese Beobachtung führt zur Erklärung Der merkwürdigen Tatsache. Der Hund wird Durd; das Jackett, Das Den Eigen- gerud) seines Herrn trägt, auf Den Spiegel aufmerksam. Er sieht nämlich viel weniger mit' Den Augen als „mit Der Nase". Die verschiedenen Tiere reagieren auf Das Spiegelbild, je nachDem es „Augen- tiere" ober „Nasentiere" sind. Ihr BefremDen vor dem Spiegel richtet sich nad) der Sehfähigkeit. Ein Tier wie Der Hund, Das Die Dinge hauptsächlich durch Den Geruch erkennt, kann von Dem geruchlosen Spiegel keine befonDeren EinDrücke erhalten, während Die scharf sehenDen Tiere von der merkwürdigen Erscheinung sofort gepackt werden 3eiffd>riffen. — Haben Frauen Mut? Ja- und Nein-Stimmen zur Beantwortung dieser Frage halten fick) meist die Waage. Geht man aber Dem Problem auf Den GrunD, so kommt man zu einem eindeutigen „3a", und darum ist, wie Die neue „Sirene" berichtet. Die Mitarbeit Der Frau im zivilen Luftschutz so wertvoll, ja unentbehrlich? Wie das Heft klarstellt. Daß Mut eigentlich Die UeberroinDung Der Angst bedeutet, daß also Die ängstlichste Frau durchaus mutig werden kann und meist auch wird, das ist nicht nur für Luftschutz-Freunde interessant. Die neue „Sirene" bringt daneben aufschlußreiche Bildberichte über den Luftschutz und verwandte Themen. Sochschulnachrichten. Professor Dr. Erich Botzenhardt wurde mit der Vertretung des durch den Tod von Professor Dr. Hasenclever freigewordenen Lehrstuhles ür mittlere und neuere Geschichte an Der Hniversi- tät Göttingen beauftragt. Dem ao. Professor Dr. Martin Lohmann an der Hniversität Kiel wurde unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Hniversität Freiburg i. Br. übertragen. Es wurden ernannt: der Honorarprofessor Dr. Karl Frik an Der Hniversität Berlin zum Ordinarius für Röntgenologie in Berlin; Der ao. Professor Dr. H. Chaoul an Der Universität Berlin zum Ordinarius für Röntgenologie in Berlin; Der o. Professor Rudolf Tomaschek an der Technischen Hochschule Dresden zum Ordinarius für Experimentalphysik an Der Technischen Hochschule München. stungsoermögen, sondern auch an die seelischen, geistigen und charakterlichen Fähigkeiten des einzelnen stärkste Anforderungen. Diese Leistung des einzelnen findet ihre Krönung im Einsatz in der Mannschaft. Der gemeinsame Wille zur Erreichung des befohlenen Zieles mit der bedingungslosen Ein- und Untetorbnung des eigenen Jchs unter den einen Befehl, das Dertrautsein von Führer zu Mann und umgekehrt, die kameradschaftliche Hilfeleistung untereinander und die gegenseitige Unterstützung bei Erfüllung besonderer Hebungen garantieren erst den Erfolg. So ist es zu verstehen, daß die SA. größtes Augenmerk auf den Mannschaftsdienst legt. Dem Wettkampfgedanken wird selbstverständlich hohe Bedeutung beigemessen. Er fördert die Leistung des einzelnen Gebietes und einzelnen Mannes und erreicht damit die Leistungssteigerung. Als Probe der Leistungsfähigkeit in der wehrhaft- körperlichen Ertüchtigung und des ständigen Einsatzwillens und der ständigen Einsatzfähigkeit gelten die jedes Jahr zur Durchführung gelangenden Reichs- wettkämpfe der SA. und als Abschluß- manöver die R S. - K a m p f f p i e l e, die an jedem Reichsparteitag in Nürnberg durchgeführt werden, deren Trägerin die SA. ist. Bor diesen großen Leistungsschauen liegen die Wettkämpfe der SA. - Gruppen, Brigaden und Stan« barten. Und so wie im gesamten Großdeutschen Reich, unter ihnen erstmals die Männer der Sudeten - SA. und Memel ■ SA., die Wettkämpfer zur Leistungsprobe antreten, so freien die oberhessischen SA. rNänner der Standarte 116 am 3. und 4. Juni im Rahmen der Standartensporttage in Gießen an, um Proben ihres könnens abzugeben. Wenn wir auch solche Tage, in denen die SA. ihren Gestaltungswillen zeigt, Sportkampftage nennen, so sind sie doch in dieser Art der Durchführung keine reinen Sporttage, sondern sie sind überhaupt der Tag der SA., der diese in ihren kulturellen, weltanschaulichen, sportlichen, überhaupt SA.-mäßigen Aufgaben zeigt. Daß hierbei natürlich dem praktischen Wettkampf die größte Rolle zu- erkannt wird, ist ganz natürlich, da die SA. im Kampf geboren ist, sich durch Wettkampf erhalten muß und nur im Kampf die Auslese in der SA. selbst geschaffen werden kann. Ueber ein halbes Tausend Wettkämpfer werden in Mannschafts- und Einzelkämpfen ihre Kräfte im friedlichen Wettstreit messen. Wenn an diesen Tagen Gießen im Zeichen der Sturmabteilungen Adolf Hitlers steht, bann wollen wir SA -Männer Zeugnis davon oblegen, daß die sportlich-technischen Fähigkeiten und bas wehrsportliche Können, dos in Jahren intensivster Kleinarbeit erreicht wurde, die Voraussetzung zur Erfüllung der durch die erweiterte Aufgabenstellung gewiesenen Arbeit schuf. So ist der diesjährige Standarleusporttag eine Leistungsschau, die beweist, daß das, pxiö im Geiste der Führererlasse seit Jahren zielbewußt erarbeitet wurde, die Grundlage für die Er- füllung der Aufgaben der SA. ist. Er soll weiterhin Zeugnis davon ablegen, daß die Leibesübungen roieber auf völkische Grundlage gestellt sind, daß die erzieherischen Werte des SA.-Sportes der gesamten Volkskraft zugute kommen, baß der Deutsche, gestählt durch den SA.-Sport und SA.-Wehrsport, gipfelnd in den Bedingungen zum Erwerb des SA.-Wehradzeichens, 'feinen Körper wieder so geformt hat, wie es unserer seelischen und völkischen Einstellung entspricht. Und so steht als oberstes Gebot den Standartensport- tagen der SA.-Standarte 116 der Wahlspruch voran: „Der Dienst am Volk!" Gießener Segelfliesernachwuchs in der JU?ön. An dem aroßen reichsoffenen Modellflugwettbewerb des RS.-Fliegerkorps, der während der Pfingstfeiertage auf der Wasserkuppe stattfindet, beteiligen sich auch 9 junge Gießener Segelflieger mit ihren selbstgebauten Modellen. Unter diesen Modellen, die nach festliegenden Plänen gebaut worden sind, befindet sich auch eine eigene Konstruktion. Hoffentlich ist es unserem Gießener Segelfliegernachwuchs vergönnt, einige Erfolge mit nach Hopse zu bringen! Stadiporlosatz nach liefert und Klein-Linden. Mit der Eingemeindung von Wieseck und Klein-Linden in die Stadt Gießen ist auch die Frage aufgetaucht, welcher P o r t o s a tz für Brief- und Kartensendungen durch die Reichspost von nun ab im Postverkehr zwischen Gießen und den beiden Vororten Gültigkeit hat. Auf unsere Anfrage bei der maßgebenden Stelle des Postamts Gießen wird uns erklärt, daß mit der Eingemein* düng von Wieseck und Klein-Linden in die Stadt Gießen auch für diese beiden Vororte der Stabt- p o r t o s a tz Geltung erlangte. Danach kostet nunmehr ein Brief von Gießen nach Wieseck bzw. Klein- Linben nicht mehr 12 Pfennig, sondern 8 Pfennig, eine Postkarte nicht mehr 6 Pfennig, sondern 5 Pfennig. Bei dieser Gebührenermäßigung wird nun wohl das Briefeschreiben von hier nach diesen Vororten mehr Freude machen als bisher. Uedrigens verschwindet mit dieser Regelung auch ein Kuriosum, das bisher bei den beteiligten Personen mancherlei Verwunderung und bei den benachteiligten Volksgenossen allerlei Aerger aus- gelöst hatte. Wer nämlich in der Zeit vor der Eingemeindung einen Brief von Gießen an einen Empfänger in einem unmittelbar vor der Gießener Gemarkungsgrenze liegenden Hause von Wieseck schrieb, der mußte 12 Pfennig Porto bezahlen, auch wenn dieses Haus entfernungsmäßig nach der Stadt zu viel näher lag als beispielsweise ein auf Gießener Gemarkungsgrund viel weiter hinausgebautes Haus an der äußeren Marburger Straße. Kurios war es auch, daß z. B. ein Brief von Gießen an den Bewohner der Karlsruhe, die vor der Eingemeindung zu Wiqseck gehörte, mit 12 Pfennig frankiert werben mußte, während ein Brief an einen Bewohner eines Hauses auf der gegenüber der Karlsruhe gelegenen Gießener Seite (sog. Rinnshousen) nur 8 Pfennig kostete. Dabei lag zwischen diesen beiden Haus- gruppen nichts weiter als nur die Landstraße, allerdings auch — die Gemarkungsgrenze. Und diese Grenze hatte den Unterschied von 4 Pfennig bei jedem Brief zur Folge! Heute, nach der Eingemeindung, ist dieser „Stein des Anstoßes" nun auch Lokalgeschichte geworden. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers die Veröffentlichung des Romans „(Eine Frau mit Herz" von Hedda Lindner beendet haben, beginnen mir in der heute erscheinenden Nummer unseres Blattes mit dem Abdruck eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht geringeren Erfolg bei allen unseren Leserinnen und Lesern versprechen dürfen. Wir freuen uns, heute einen Autor oorstellen und einführen zu können, der bisher bet uns noch nicht zu Worte- gekommen ist und dessen Erfolge auf dem Gebiete des Zeitungsromans zu den schönsten Erwartungen berechtigen. Unser neuer Roman heißt „Ein Mann wie tausend andere" Don Konrad Trani. und ist eine Geschichte voller Spannung und Abenteuer, angefüllt mit merkwürdigen Begebenheiten und alle^sei menschlichen Schicksalen absonderlicher Art. Man kann das, was hier erzählt wird, vielleicht am einfachsten als die Geschichte eines Kriminalfalles bezeichnen, aber man wird im Laufe der Ereignisse auch bemerken, daß die Aufklärung eines lange Zeit rätselhaften Tatbestandes nicht das Letzte und Entscheidende in diesem Roman ist: was ihn in einem besonderen Sinne erst zum Roman macht, ist die mit dem Kriminalfall verbundene Verknüpfung menschlicher Schicksale und auch die Art, wie das angelegt und durchgeführt wird; Konrad Trani versteht frisch und lebendig, mit Humor und Temperament zu erzählen und die Anteilnahme des Lesers von Anfang an für seine Geschichte zu gewinnen. So dürfen wir gewiß sein, mit dem heute einsetzenden Roman ollen unseren Freunden in Stadt und Land eine genußreiche, von Tag zu Tag mit Spannung erwartete Lektüre zu bieten. Ladenschluß in ländlichen Gebieten., Lpd. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — veröffentlicht eine Anordnung über den Ladenschluß in den ländlichen Gebieten. Offene Verkaufsstellen in den ländlichen Gebieten dürfen in den Monaten April bis einschließlich September widerruflich wie folgt offen gehalten werden: In Orten mit weniger als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung dürfen die 23er= kaufsstellen bis 21 Uhr geöffnet bleiben. Der Landrat bestimmt, welche Orte als solche mit vorwiegend ländlicher Bevölkerung anzusehen sind. In der .Seit von 19 bis 21 Uhr dürfen weder Arbeiter und Angestellte, noch Lehrlinge beschäftigt werden. Ausgenommen sind die Filialleiter. Für Orte mit mehr als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung, ober für Orte unter 3000 Einwohnern mit nicht überwiegend ländlicher Bevölkerung ist im Einzelfalle die Notwendigkeit einer Ausnahme von den allgemeinen Vorschriften vom Landrat (Dberbürgermeifter für Vororte mit überwiegend ländlichem Charakter) zu prüfen. Ueber die Ausnahme entscheidet der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — auf Antrag des Landesrates ober Oberbürgermeisters. Rowdys zerstörten Ruhebänke am Wiesecker Wald. In den letzten Tagen mußten die zuständigen stellen der Forstbehörde und des Naturschutzes die bedauerliche Feststellung machen, daß die von Wanderoereinen und gemeinnützigen Stellen errichteten Ruhebänke für Spaziergänger am Rande des Wiesecker Waldes zum Teil zerstört, zum Teil so raffiniert beschädigt wurden, daß sie unbrauchbar sind bzw. beim Niedersetzen von Personen zusam- menbrechen müssen, wodurch die Gesundheit von Menschen in Gefahr kommt. Es ist eine Schande, daß Bubenhände derartige Einrichtungen zum Besten der Allgemeinheit nicht ungeschoren lassen, sondern sich in niedriger Zerstörungslust daran zum Schaden der Gemeinschaft ergehen. Hoffentlich gelingt es den alsbald eingeleiteten Nachforschungen, den oder die Täter zu ermitteln und einer strengen Bestrafung zuzuführen. Wer sich in solcher Weise an dem Gut der Gemeinschaft vergeht, hat damit von vornherein jegliche Nachsicht verwirkt. Gießen-Klein-Linden. ' Am gestrigen Donnerstag fand man hier einen 34 Jahre alten Mann tot in seiner Wohnung auf. Der Verstorbene hatte schon seit fünf Tagen tot in seinem Bette gelegen, da feine Ehefrau seit einiger Zeit wegen schwerer Krankheit aus der Wohnung des Ehepaares abwesend war und sich zur Zeit in ihrem Elternhause aufhält. Der bedauernswerte Mann, der ebenfalls schwer krank war, hatte seinem Leben durch Vergiften ein Ende bereitet. Als bie Hausnachbarschaft auf das Fehlen des Mannes aufmerksam wurde, benachrichtigte sie die Polizei, die bei ihrem Eindringen in die Wohnung den Mann tot vorfand. Die ärztliche Feststellung ergab, daß das Ableben schon vor etwa fünf Tagen erfolgt ist. Vorsicht beim Sammeln vonMaipilzen. Von der Landesstelle für Pilz- und Haus- schwamm-Beratung und dem Mykologischen Institut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, wird uns geschrieben: Meist im Mai und Juni erscheint an grasigen Wald- und Wegrändern, auf Wiesen und ähnlichen Plätzen der eßbare M a i p i l z. Sein Hut wird kaum breiter als zehn Zentimeter. Alle Teile des Pilzes: der Hut, die Blätter auf der Hutunterseite und der Stil sind weißlich bis rahmgelblich. Auffallend ist der Geruch nach Mehl. Man hüte sich jedoch vor Verwechslung des Maipilzes mit Rih- pilzen, insbesondere mit dem lebensgefährlichen ziegelroten Rißpilz. Im Merkblatt bes Reichsgesundheitsamtes wird . mit Recht auf diese Verwechslungsmöglichkeit hingewiesen. Der ziegelrote Rißpilz, der schon wiederholt Menschen ums Leben brachte, wäcyst ebenfalls im Frühsommer auf grasigen Plätzen. Er bleibt meist kleiner als der Maipilz, kommt aber ebenfalls mit weißlicher ober gelblicher Färbung aus dem Boden, ganz ähnlich wie der Maipilz, und wird später, insbesondere beim Liegen bes Pilzes, mehr ober weniger ziegelrötlich. Sein Hut reißt vom Ranbe her rissig ein. Daher der Name. Im Gegensatz zum angenehmen Mehlduft des Maipilzes hat er einen viel strengeren Geruch, der gerade für den ziegelroten Rißpilz charakteristisch ist. Im Gegensatz zu den weißlichen Blättchen des Maipilzes werden die Blätter auf der Hutunterseite des Rißpilzes bald mehr oder weniger bräunlich, ähnlich wie beim Egerling (Champignon). Vor derartigen gefährlichen Verwechslungen, die tatsächlich schon oorge- fommen sind, muß ebenfalls gewarnt werden. Der Champignon hat angenehmen Duft und einen charakteristischen Schleier bzw. Ring am Stiel, die so- wohl dem Rißpilz als auch dem Maipilz fehlen. Vergiftungen durch den Rißpilz äußern sich durch Schweißausbruch, Uedelkeit, Erbrechen, Sehstörun- aen, Schüttelfrost usw. Wie bei jeder Vergiftung, ist sofort für gründliche Entleerung von Magen und Darm zu sorgen, auch ist der Arzt sofort zu Rate zu ziehen. In jedem Zweifelsfall wende man sich vor dem Genuß der Pilze an die nächste Pilzberatungsstelle ober an die obengenannte Beratungsstelle in Darm- ftabt. * ** Zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Der Oberbürgermeister weist in einer Bekanntmachung darauf hin, daß nach den gesetzlichen Verordnungen zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers jedermann, der Kartoffeln ober Tomaten an- gepflanzt hat, verpflichtet ist, die Kartoffel- und Tomatenstauden von Zeit zu Zeit sorgfältig nach Kartoffelkäfern abzusuchen. Schwurgericht Gießen. Der Paul Ernst Koch in Frankfurt a. M. hatte sich gestern wegen gewerbsmäßiger Abtreibung zu verantworten. Er hat im Jahre 1934 bei einer verheirateten Frau in Vilbel gegen Entgelt unerlaubte Eingriffe gemacht. U. a. ist er wegen vollendeter und versuchter Abtreibung bereits vorbestraft. Der Angeklagte legte nach hartnäckigem Leugnen in der Voruntersuchung ein Geständnis ab. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte aus, Straftaten, die gegen das keimende Leden unternommen würden, feien besonders verwerflich und würden nicht nur das Leben der Mutter gefährden, sondern auch die Volksgesundheit und die Dolkskraft schädigen. Der Angeklagte habe sich der gewerbsmäßigen Abtreibung im Sinne des § 218, Absatz 4, StGB, schuldig gemacht. Der Anklagevertreter beantragte eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Jahren. Der Verteidiger führte aus, der Angeklagte sei geständig. Der Eingriff sei erfolgt, weil der Ehemann an offener T. B. leide, es könne nicht im Interesse der Volksgemeinschaft liegen, wenn kranke Menschen Nachkommen hätten. Er beantragte, von einer Zuchthausstrafe abzusehen. Das Gericht sprach den Angeklagten der gewerbsmäßigen Abtreibung schuldig und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe non drei Jahren und sechs Monaten, abzüglich sechs Monate Untersuchungshaft, und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von zehn Jahren. Strafmildernd kam das Geständnis, straferschwerend kamen die einschlägigen Vorstrafen in Betracht. 7 Jahre Zuchthaus für den Ueberfall im Zuwelengeschäft. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Mai. Das Son- dergericht verhandelte am Donnerstag gegen den 24jährigen, des Mordversuchs und des Raubs angeklagten unbestraften Bruno Pis- dach, der am Morgen des 10. Mai die Inhaberin eines Juwelengeschäftes auf der Kaiserstraße überfallen und mit einem Eisenstück am Kopf und im Gesicht verletzt hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Totschlags und versuchten besonders schweren Raubs zu 7 ülnfflannroittaufcnöanöm Roman von Konrad Trani (Copyright by Carl Ouncker Verlag, 23erltn W35 (Nachdruck verboten.) I. Der Tag — der Tag, der die Stadt in Aufruhr brachte — begann wie jeder andere unauffällige, gewöhnliche Novembertag. Die Geschäfte waren offen, und die Frauen machten ihre Einkäufe. Die Kinder waren schon in der Schule, die Büros in vollem Arbeitsgang. Gegen neun Uhr entschlossen sich auch die Banken, ihre Pforten und Schalter zu öffnen. Das Bankhaus Josef Voigt & Sohn lag in einer stillen Seitengasse. Eine alte angesehene Firma hat es nicht nötig, sich in dem Trubel der Hauptstraßen gemein zu machen. Fünf Schritte um die Ecke moch- ten sich die Leute stoßen und drängen. Voigt & Sohn konnten in Ruhe warten, wer zu ihnen fand. Voigt junior, er war heute bereits ein Herr zu Anfang der Fünfzig mit einem graumelierten Spitzbart, erinnerte sich genau der Zeit, daß es große Kämpfe mit dem Vater gekostet hatte, bis er gestattet hatte, daß an der Ecke eine bescheidene Kupfertafel mit der Aufschrift: „Joses Voigt & Sohn, Bank- und Wechselhäus" angebracht worden war. An diesem Novembertag bog zehn Minuten vor neun, genau so wie an jedem anderen Morgen, ein älterer Herr um die Ecke in die Frauengasse ein, hinter ihm ein junger Mann mit einer Stahlkassette in der Hand. Der junge Herr gähnte verstohlen, aber herzhaft. (Er war in der vergangenen Nacht tanzen gewesen und viel zu spät schlafen gegangen. „Fritz, geben Sie mir die Schlüssel", sagte der Kassierer. „Bitte, Herr Wernig", kam beflissen die Antwort. Die Stahlgitter vor der Eingangstür und der einfachen Auslage wurden zurückgeschoben, und die beiden traten ein. Es war alles m bester Ordnung. Fünf Minuten später kam der Beamte, der die Post abgeholt hatte. Vier Kollegen und eine junge Beamtin, blond, hübsch und heiter, traten ihm fast auf die Fersen. Nachdem die mehr oder weniger vergnügten Guten - Morgen - Wünsche verklungen waren, verteilten sie stch hinter Schalter und Schreibtifche. Buchseiten knisterten. Eine Schreib- maschine klapperte mit einer Rechenmaschine um die Wette. Das Telephon klingelte. Und als der Chef, Herr Josef Voigt junior, ein Viertel nach neun eintrat, war die Arbeit in vollem Gang. (Es kamen eine Reihe von Kunden. Einige von ihnen traten an den Schreibtisch heran, der durch einen dunklen Samtvorhang von dem übrigen Bankraum ein wenig abgesondert war. Alle die Voigts hatten es für überflüssig befunden, fick ein eigenes Chefzimmer zu gönnen. Mitten im Geschäft wollten sie sitzen. Dor sich die Angestellten und die Kundschaft, hinter sich, dicht dahinter, der Zugang zu der Stahlkammer. Auf die neue Stahlkammer war Herr Voigt besonders stolz. Er hatte sie erst vor einigen Jahren einbauen lassen, und sie war garantiert einbruchs- und feuersicher. Sie hatte einen einzigen winügen Nachteil: es dauerte eklig lange, bis Die Kombination eingestellt und das halbe Dutzend Schlösser geöffnet war. Herr Voigt hatte darum die Gewohnheit angenommen, die Tür der Stahlkammer nicht zu schließen, sondern angelehnt zu lassen, wenn er vor seinem Schreibtisch saß. Ein Ueberfall? Lächerlich! An ihm kam niemand unbemerkt vorbei. Und drinnen in der Stahlkammer lag das Geld und die Papiere ja auch nicht frei herum, bloß zum Zugreifen. Da mußten wieder Schlüssel gezogen und in Schlössern gedreht werden. Es mochte gegen halb elf Uf)t gewesen fein, als ein alter Klient des Bankhauses den Chef zu sprechen wünschte. Ein Beamter trat zu dem Schreibtisch, zog den Vorhang ein wenig zurück. Falls der Chef oie Morgenzeitung las, so mußte die Kundschaft das nicht merken ... Der Platz war leer. Ein rascher Blick streifte die Tür zur Stahlkammer. Die Tür war zu. Da drinnen war er also nicht. „Herr Wernig, wissen Sie, wo der Herr Chef ist?" flüsterte der Beamte dem Kassierer ins Ohr. Buschige graue Augenbrauen zogen sich erstaunt hoch. „Ist er nicht da? Ich hcrde ihn nicht fortgehen sehen. Ein paar Minuten ruhiges Zuwarten. Daß ihn niemand gesehen, als er zu dem Garderobezimmer oder in den Waschraum ging? Dann wurde Herr Wernig ungeduldig. Er machte sich selber auf die Suche. Der Chef war nicht zu finden. Hut, Mantel und Stock lagen und hingen ordentlich in seinem Garderobeschrank. „Vielleicht hat er einen Weg zu machen", regte Fritz an. Herr Voigt geht ohne Hut und Mantel nicht einmal vor die Tür, geschweige denn zu einem Ge- schöftsfreund!" knurrte Wernig. „Und außerdem hätte er es mir gesagt und mir die Schlüssel übergeben!" „Er kann beim Friseur fein", meinte Fräulein Lauer, deren Schreibmaschine schon feit fünf Minuten st il lst and. „Das fiele auch nur Ihnen ein, — während der Arbeitszeit sich verschönern zu lassen", knurrte Wer- nig. Es war ja alles Unsinn. Der Chef war da. Vor ein paar Minuten war er noch dagewesen. Die Erde konnte ihn nicht verschlungen haben. Niemand hatte ihn weggehen sehen. Acht Menschen hatten sich in dem Bankraum aufgehalten — oder zumindest siebeneinhalb, wenn man das Spatzenhirn Fräulein Lauers nur mit fünfzig Prozent bewertete — und keiner sollte bemerkt haben, daß Voigt fortgegangen war? Lauter schone und richtige Erwägungen, die nur einen Fehler hatten: daß 'der Chef eben doch nicht anwesend und nicht zu finden war. . „Ich komme ein andermal wieder", meinte gutmütig der Klient, „es eilt mir nicht." Da sah er die erschrockenen Augen des alten Kassiers, bemerkte, daß die Arbeit unterbrochen war und die Beamten unschlüssig und erregt beieinander standen. „Was ist denn los?" Fritz, der Jüngste, war auf bie Straße getreten und sah sich forschend um. Dann lief er auf den Wachmann zu, der an der Ecke stand. „Sie kennen doch Herrn Voigt, Herr Inspektor? Haben Sie ihn etwa in der letzten Viertelstunde vorbeikommen sehen?" „Nein", sagte der Wachmann und wollte weitergehen. Dan wandte er sich um. „Was ist denn los?" „Der Chef ist verschwunden", sagte Fritz und kratzte sich nachdenklich den Scheitel. Da machte der Wachmann kehrt und ging rasch die paar Schritte die Frauengasse hinunter. Vor der Eingangstür zum Bankhaus Voigt stand schon eine kleine Gruppe Menschen. Wie die hatten merken können, daß da drinnen etwas Ungewöhnliches vorging, war Friß ein Rätsel. Der Wachmann wunderte sich nicht. Er kannte den sechsten Sinn von Kindern und Nichtstuern aus bitterer Erfahrung. Der Wachbeamte trat ein und sperrte sicherheits- halber hinter fick die Gingangstür. Dann ließ er sich den Fall erklären. Alle Vermutungen, die er aussprach, wurden prompt widerlegt. „Kann er nicht in der Stahlkammer sein, obwohl sie zu ist?" fragte er endlich. „Sie jagen doch, daß die Tür manchmal nur angelehnt ist." „Ja, wenn der Chef auf feinem Platz fitzt. Wenn er nur für eine haloe Minute zu einem andern Schreibtisch tritt, versperrt er sie!" „Kann nicht die Tür der Stahlkammer hinter ihm ins Schloß gefallen fein?" erkundigte sich geduldig der Wachmann. „Nein! (Eine Stahlkammertür fällt nicht zu. Sie muß zugedrückt werden ... Und wenn sie zuge- fallen märe, wäre es ein Unglück. Der Chef trägt die Schlüssel bei sich — und von innen ist sie nicht (Mifaufperren", sagte der alle Kassier. Er war blaß geworden. „Gibt es keinen Duplikatschlüssel?" wollte der Wachmann wissen. Stummes Kopfschütteln. Endlich die zögernde Frage der jungen, hübschen Beamtin: „Wenn er da drin ist, der Chef ... hat er dann Licht und Luft?" „Licht schon — aber Luft nicht lange", sagte Fritz erschrocken. Der Wachmann legte sein Ohr dicht an die Stahltür. Er hörte nichts, nicht den leisesten Laut — aber irgendetwas in seinem Herzen sagte ihm, daß hinter dielen Stahlplatten ehi hilfloser Mensch schrie. Aua) Wachleute müssen sich manchmal auf ihren sechsten Sinn verlassen. „Können Sie einen Ingenieur und ^inen Mechaniker der Erzeugerfirma herbeischaffen?" fragte der Wachmann. „Rasch? Wir müssen nach Berlin telephonieren. Und wenn die Leute sich ein Flugzeug nehmen ... Bis sie soweit sind ... Und regelrechte Reserve- schlüssel haben die ja auch nicht ..." „Wie groß ist der Raum?" unterbrach der Wach- mann das Gestammel. „Ein Meter und ein halber zu etwa drei würde ich schätzen", antwortete Herr Wernig. „Und die Höhe?" „Nicht mehr als zwei zwanzig bis dreißig." „Wie lange kann Herr Voigt schon drin sein?" fragte der Wachmann. „Eine halbe Stunde", vermutete der Kassier. „Auch mehr ..." Nun kamen alle andern zum Wort. Sie redeten durcheinander, die Angaben widersprachen sich. Vielleicht war schon eine Stunde vergangen ... Wer konnte es genau sagen? „Dann haben wir keine Zeit", entschied der Wachmann. „Rufen Sie den Herzog an, aber trab! Der ist der beste Schlosser in der Stadt. Der Meiller soll leibst kommen, egal, was er tut und wo er ist!" Blaß und erschrocken warteten sie. „Was soll der Schlosser Herzog mit einem Kombinationsschloß anfangen?" fragte schüchtern Fritz. „So einfach scheint mir das nicht .. „Die Kombination kenne ich", sagte Wernig, „wir ändern sie alle abend bei Geschäftsschluß." (Fortsetzung folgt.) Natmschuhtagung in Wetzlar den Ehemann. Erfolgreiche Stenografen Note Wirtschaft Aus der engeren Heimat bei Rbein-Mainische Börse. Aktien meist schwächer. gut: Margot Drescher, Gießen, E. Abteilung 240 Silben. sehr gut: Dora Kern, Gießen, E. Richtigschreiben. Tag in der Rhön. 22.30 bis Wochenende. Note hervorragend: Hedwig Pfeffer, Gießen, E; Karl Heinz Möller, Gießen, E. Note sehr gut: Minna Sommerlad, Gießen; Sinnt Derzbach, Gießen. Note Note hervorragend: Marie Gümpel, Großen-Linden: Margit Gilbert, Gießen; Ersta Kowalczyk, Gießen; Margot Drescher, Gießen. Note sehr gut: Konrad Georg Emmerich, Gießen; Hedwig Pfeffer, Gießen; Elsbeth Karnbach, Gießen; Willy Arnold, Gießen; Ilse Wurm, Gießen; Elisabeth Ganß, Gießen; Inge Möller, Gießen; Minna Sommerlad, Gießen; Ilse Petri, Gießen; Rudolf Wagner, Gießen - Klein-Linden; Hilde Siebert, Gießen; Adelheid Bosold, Gießen; Hanskurt Wittelberger, Gießen; Dora Kern, Gießen; Willy Schäfer, Gießen - Wieseck; Karl Bender, Gießen; Karl Hafner, Gießen; Richard Arnold, Gießen; Frieda Lehrmund, Gießen; Anni Derzbach, Gießen; Gretel Senßfelder, Gießen; Luise Tenniger, Gießen; Karl Heinz Möller, Gießen; Walter Reuter, Gießen-Wieseck; Ludwig Hellmold, Gießen. Note gut: Heinz Brückmann, Gießen; Willi Adolph. Gießen; Marianne Höhne, Gießen: Else Schember, Gießen; Werner Deibel, Gießen-Wieseck; Erika Hendvkch, Gießen; Heinrich Wenzel, Hörns- heim; Gertrud Ziegler, Gießen; Walter Martin, Hochelheim: Gertrud Kuhl, Gießen; Karl Schieferstein, Gießen; Alfred Leyerer, Gießen-Wieseck; Heinrich Kappes, Gießen; Ursel Hartmann, Gießen; Franz Erker, Gießen; Lydia Marx, Gießen; Elfriede Weber, Gießen; Erich Körber, Gießen. Der weitere Verlauf des Abends war mit froher Geselligkeit bei Musik und Tanz ausgefüllt. Die Ortsgruppen Wieseck und Großen-Linden gehören von jetzt ab zu der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft. Lchweinemarkt in Grünberg. in^n-®.r?rL£)er9, 251 ^ai. Aufgetrieben waren 191 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: 6 Wochen alte Ferkel 25 bis 28 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 30 bis 34 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 34 bis 3?,, Infolge der schlechten Witterungsverhält- msfe war der Marktverkauf schleppend; es verblieb dadurch Ueberstand. Schweinemorkt in Buhbach. * B u tz b a ch, 25. Mai. Der heutige Schweine- m a r k t war mit 246 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis 20 RM., 6 bis 7 Wochen alte Tiere 20 bis 25 RM., 7 bis 8 Wochen alte 25 bis 29 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief flott, es verblieb geringer Ueberstand. Frankfurter Schlochtviehmarkt. Frankfurt a. M. , 25. Mai. Auftrieb: 1349 Rinder (gegen 1139 am 17. 5.), davon 236 (198) Ochsen, 262 (184) Bullen, 585 (544) Kühe 266 (213) Färsen ;571 (390) Kälber, 49 (21) Schafe und Hämmel, 439 (1060) Schweine. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (44,50 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (39,50 bis 42,50), c) 37,50 (37,50); Bullen a) 43 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (40,50); Kühe a)» 41,50 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 38 bis 40 50 (38,50 bis 40,50), c) 27 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 17 bis 25 (17 bis 25); Färsen a) 44,50 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (41 bis 41,50), c) 33 bis 36,50 (36 bis 36,50); Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40); Hämmel bl) 50 (—), b2) 47 bis 49 (—), c) 44 (—), Schafe a) 40 bis 42 (-), b) 39 (-), c) 2tZ bis 30 (-) Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50) 2b)' 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50). d) 49,50 (49,50); S°uen gl) 57,50 (57,50. — Marktoerlauf: Rinder, Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Die nächsten Viehmärkte. finden am 31. Mai und 1. Juni statt. Nundfunkprogramm Samstag, 27. Mal. Abteilung 160 Silben. Note hervorragend: Karl Schieferstein, Gießen, E. Note sehr gut: Ludwig Hellmold, Gießen. Abteilung 180 Silben. Note sehr gut: Hilde Siebert, Gießen, E; Ilse Wurm, Gießen, E. Abteilung 200 Silben. quem die Universitätsstädte Gießen und Marburg sowie deren nähere und weitere Umgebung über diese Strecke erreichen. Auch in landschaftlicher Hinsicht empfiehlt es sich, die Strecke mehr als bisher zu benutzen. Fährt doch die Eisenbahnlinie durch das herrliche Ohmtal. So ist es auch zu verstehen, daß Wanderlustige und Sommerfrischler alljährlich in großer Zahl von dem reizvollen Ohmtal an- gelockt werden. Geschichtlich ist dieses Tal auch nicht unbekannt. So wurde beispielsweise in dem Städtchen Amöneburg im Jahre 1762 der Waffenstillstand nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges zwischen Herzog Ferdinand von Braunschweig und den französischen Marschällen d'Estrells und Soubise abgeschlossen. Ein im Hofe der Brücker-Mühle errichteter mächtiger Gedenkstein erinnert noch an die große Vergangenheit. Seaelfluazeuglandung bei Laubach. ch L a u b o ch , 26. Mai. Auch bei unserer Stadt landete (ebenso wie gestern im „Gießener Anzeiger" von Dillingen und Watzenborn-Steinberg berichtet werden konnte) ein Segelflugzeug. Die Landung, die auf einem Acker geschah, vollzog sich glatt. Das Flugzeug war bei einem Wettbewerb der NSFK.-Gruppe 9 (Weser-Elbe) gestartet. Todessturz mit bem Motorrad. * Büdinaen, 25. Mai. Der Firmenvertreter Keller aus Frankfurt a. M, der sich für eine Werkzeugfirma geschäftlich mit dem Motorrad unterwegs befand, stürzte auf der Landstraße zwischen Lieblos und Büdingen so unglücklich mit der Maschine, daß er mit einem schweren Schä - delbruch besinnungslos liegen blieb. Straßenpassanten sorgten für seine Ueberführung in das hiesige Krankenhaus, wo er am Abend an seiner schweren Verletzung starb. Landkreis Gießen. 8 Alten-Buseck, 23. Mai. Die hiesige NS.- Frauenschaft und das Frauenwerk hatten am Muttertag ihre Mitglieder und alle Frauen des Ortes über 60 Jahre zu einer schlichten Feier ein- geladen. In dem mit Blumen und Fahnen reich geschmückten Saale von Einhäuser hatten sich über 200 Frauen eingefunden. Ortsgruppenleiter Kahl begrüßt« die Gäste und ehrte in herzlichen Worten die Frau und Mutter im Dritten Reich. Anschließend überreichte er dann die Chrentreuze an kinderreiche Mütter über 70 Jahre. Es wurden ausgezeichnet: mit dem goldenen Ebrenzeichen: Luise Marscheck. Mit dem silbernen Ehrenzeichen: Elise Rau, Christine Hofmann und Elise Becker. Mit dem bronzenen Ehrenzeichen: Marie Kahl, Katharine Seuling, Katharine Hahn, Katharine Reuter । und Elisabeth Ringel. Die Feier wurde umrahmt von Lied- und Gedichtvorträgen. Nach dem Ge- i denken an unseren Führer beschloß Ortsgruppen- i leiter Kahl die offizielle Feier. Bei Kaffee und । Kuchen verlebte man dann noch einige frohe : Stunden, Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Es handele sich um eine verwerfliche, ruchlose Tat eines jungen Mannes, der die Not kennen lernte und Hang zu gutem Leben hatte. Das Gericht verneinte das lieber» leoungsmoment. Mildernd kam die Jugend, die offenbare Reue und das Geständnis in Betracht, sttaferschwerend die große Roheit und Energie,' mit der die Tat ausgeführt wurde, bei der es dem Angeklagten nicht darauf ankam, um geringen Wertes willen einen Menschen niederzuschlagen. 60000 Mark Geldstrafe für Steuerbetrug in Großformat. LPD. Worms, 25. Mai. Der August Stauf in Worms und feine Ehefrau waren vor dem Bezirksschöffengericht wegen umfangreichen Steuerbetrugs angeklagt. Sie hatten in den Jahren 1925 bis 1936 etwa die Hälfte ihres Vermögens bzw. ein Mehreinkommen von 150 000 RM. 5 Uhr: Frühmusik. 5,50: Bauer, merk' auf! 6r Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kmderland: „Lauter Pfingströschen". „Was Bärbel nicht lernt". 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausgeführt vom Musikkorps der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig. 9.30: Gaunachrichten. 11.40: Ruf ms Land. 12: Mittagskonzert I. Es spielen die Wiener Sinfoniker. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags-, Konzert IT. Es spielt das Kleine Orchester des Reichs- stnders Wien. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stünd, djen nach Tisch. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen« aufnahmen.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Stimmen aus dem Alltag. 15.30: Pimpf«, wie sie kerner kennt ... Eine lustige Rundfunkfolge. 16: Frohsinn und Rhythmusl 18: Des Abends, wenn kein Dienst mehr drückt ... „Deutsche Fliegermusik". 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film int Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: Tanz im Maien. Es spielt das Große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Segelflugmodelle am ersten 24; Froher Tanz zum Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno- arafengesellschaft vereinigte ihre Mitglieder und Freunde auf der „Karlsruhe" zu einem frohen geselligen Abend, der, wie immer, zahlreich besucht war. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Bekanntgabe der erfolgreichen Wettschreiber, die in dem Frühjahrs-Leistungsschreiben die besten Ergebnisse erzielt hatten. Ortsoereinsführer Werner entbot den Besuchern den Willkommengruß des Vorstandes und sprach dann den erfolgreichen Stenografen volle Anerkennung aus. Er erwähnte weiter, daß das Kreis-Leistungsschreiben am 10. und 11. Juni in Schotten stattfindet. Hierauf gab er das Ergebnis des Frühjahrs-Leistungsschreibens bekannt. (E = Ehrenpreis): Schnellschreiben. Abteilung 60 Silben. Note hervorragend: Erika Kowalczyk, Gießen, E; Elfriede Weber, Gießen; Marga Mo- Haupt, Gießen; Inge Müller, Gießen, E. Note sehr gut: Karl Haffner, Gießen. Note gut: Lydia Reuschling, Gießen; Frieda Lehrmund, Gießen; Else Schember, Gießen. Abteilung 80 Silben. Note hervorragend: Elsbeth Karnbach, Gießen, E; Hans Drückmann, Gießen. Note sehr gut: Margit Gilbert, Gießen, E; Lydia Marx, Gießen; Erich Körber, Gießen. Note gut: Elisabeth Ganß, Gießen; Gretel Senßselder, Gießen; Ursula Hartmann, Gießen. Abteilung 100 Silben. Note hervorragend: Luise Tenniger- Gießen, E; Werner Deibel, Gießen-Wieseck, E. Note sehr gut: Franz Erker, Gießen; Hans- kurt Wittelsberger, Gießen; Willi Adolph, Gießen. Abteilung 120 Silben. Note hervorragend: Ilse Petri, Gießen, E; Willi Schäfer, Gießen-Wieseck, E; Alfred Leyerer, Gießen-Wieseck; Heinrich Kappes, Gießen. Note sehr gut: Irmgard Zöller, Gießen; Walter Marttn, Hochelheim. Abteilung 140 Silben. Note hervorragend: Willi Arnold, Gießen, E; Rudolf Wagner, Gießen-Klein-Linden, E; Walter Reuter, Gießen-Wieseck. Note sehr gut: Marie Gümbel, Großen- Linden, E; Richard Arnold, Gießen; Adelheid Dosold, Gießen; Marianne Höhne, Gießen; Gertrud Ziegler, Gießen. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse entbehrte jeder Anregung und nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Angebot lag kaum vor, andererseits bestand vor den Feiertagen naturgemäß auch keine Unternehmungslust. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse weiterhin ungleichmäßig bei geringen Veränderungen. Montanwerte bröckelten noch vorwiegend ab, ohne aber den schon ermäßigten Berliner Stand zu unterschreiten. Verein. Stahl 100,65 (101), Mannesmann 105,75 (106), Buderus 98 (98,25), Hoefch 108,25 (108,50), Deutsche Erdöl 122,25 (122,50) dagegen Klöckner 116,75 (116,40), Rheinstahl unv' 130. Von heimischen Werten waren JG.-Farben weiter gehalten mit 149,50, ebenso Scheideanstalt mit 201, Metallgesellschaft mit 113,25 (113) und DDM. mit 172 sowie Holzmann mit 156, aber Adlerwerke 101,50 (101,75). Don Einheitspapieren Zogen Henninger Bräu 1 v. H. an auf 119,50. Am Rentenmarkt fiefcen 6 v. H. JG.-Farben 0,25 v. H. nach auf 124, Reichst,ahn-DA. 0,13 v. H. hoher mit 121,75. Im Verkehr von Bant zu Bank bröckelten Steuergutscheine I. weiter ab auf 103,45 (103,55), während Serie II. halbamtlich mit 98,75 (98,65) bewertet wurden, ferner Kommunal-Um- schuldung mit unv. 93,70. Morgen findet keine Abendbörse statt. des Obstbaues bedeuten, sollen und müssen beseitigt werden. An ihrer Stelle soll man schöne und seltene junge Bäume und Baumgruppen vorsorglich jetzt schon in Schutz nehmen, so daß, wenn die alten einmal abgelebt sein werden, die Heimat immer noch andere ehrwürdige Dünkte hat, die dem Auge wohltun und im Herzen die Heimatliebe erwachen lassen, als den sichersten Damm gegen Landflucht und anderes Imstichlassen des angestammten Bodens. So weitet sich der Blick aus der Enge des einzelnen zu einer Gesamtschau; denn Naturschutz ist die Sache des ganzen Volkes. Jedermann, der nicht im Auto oder O-Zug so ohne weiteres in die Ferien fahren kann, sondern in dem Lande, in dem er sein Brot verdient, auch seine Erholung suchen muß, gilt es, die Schönheiten der heimatlichen Landschaft zu erhalten. Keinesfalls sollen die Schuhbestimmungen etwa der Vögel nun geistlos und wirtschaftswidrlg angewandt werden. Man wird die Amseln und Stare, aus scheuen Waldvögeln Dorf- und Stadtbewohner geworden, durch Entziehung von Nist- Gelegenheit und Abschuß zurückdrängen und statt ihrer die Erdbeerkulturen und Kirschbäume schützen. Einen besonderen Teil der Tagung nahm der Lichtbildervortrag über die N a t u r'd e n k m a l e des Kreises Wetzlar ein, bis jetzt 118 Eintragungen in bas Naturschutzbuch und 102 Einzeichnungen in die Landschaftsschutzkarte; darunter der „schönste alte Baum Mitteldeutschlands", die tausendjährige Linde zu Bermoll, die in ihrer knorrigen Verwachsenheit das Urbild der vielen einzeln und in Gruppen stehenden ehr- würdigen Daumgestalten des Kreises ist, oder etwa der jungen, unter Schutz gestellten Linde im Talgrund bei Erda. Da steht die Brunnen- linde im Wiesengrunde bei Bellersdorf, mitten im schloßbehüteten alten Kleeberg die vom Adelsfräulein von Rabenau gepflanzte Dorflinde, und bei Ebersgöns die Struwwelpeterlinde. Auch Merkwürdigkeiten kommen vor; so heißt ein und derselbe Baum zwischen den beiden Dörfern in Ehringshausen Schusterbuche, in Leun Hoch z e itsbuche. Hier blüht noch der Märzenbecher im Felsgeröll, dort die Akelei oder eine große Kolonie würdevoller Königskerzen. Heimat... Am Nachmittag fuhren die Tagungsteilnehmer im Autobus zu den verschiedenen Naturschutzdenkmälern des Kreises Wetzlar, um persönlich in Augenschein ZU nehmen, was die Heimat an Schönem und Erhaltenswertem in reicher Fülle zu bieten hat. Don der Lustschutzarbeii in Lich. 3) Lich, 22. Mai. Im Rahmen der Luftschutzwerbewoche fanden auch in unserer Stadt zwei Veranstaltungen statt. Luftschutzführer S a m e s hielt vor der NS.-Frauenschaft einen Lichtbildervortrag über „Die Frau im Luftschutz". Ferner hatte die Gemeindegruppe Lich des RLB. zu einer Großkundgebung auf dem Adlerplatz aufgerufen, die von der Einwohnerschaft stark besucht war. Nach einem Musikstück des Musikzuges der Hitler-Jugend zeigte die HI. an praktischen Beispielen den Wert und die Notwendigkeit der Gasmaske. Durch Vorführung von Mannschaftskämpfen mit aufgesetzter Gasmaske widerlegten die Jungens gleichzeitig eindeutig die Ansicht von der hemmenden Wirkung der Gasmaske für den Menschen in der Bewegung. Die Luftschutzgemeinschaft zeigte anschließend das Löschen eines Brandherdes, dis Be- Handlung eines Verunglückten sowie Meldeübungen mit aufgesetzter Gasmaske. Erläutert und geleitet wurden die Vorführungen von Luftschutzführer Hild. Nach den Hebungen sprach Luttschutzober- führer Meckel über Sinn und Zweck der Luftschutzarbeit und forderte die noch abseits stehenden Volksgenossen zum Eintritt sowie zur tätigen Mitarbeit im RLB. auf, um so mitzuhelfen, das große Ziel, die vollständige Luftschutzbereitschaft, so rasch wie möglich zu erreichen. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Datsherrensihung in Butzbach. -- B u tz b a ch , 24. Mai. In der gestrigen Ratsherrnsitzung lag eine ausgedehnte Tagesordnung vor. Zunächst drehte es sich um die Polizeiverordnung über den Fahrzeugverkehr in unserer Stadt. Vorgesehen war, einige Park- und Durchfahrtsoerbote aufzuheben. Nach eingehender Aussprache beschloß man, es bei dem seitherigen Zustande zu belassen, wonach das Parkverbot in der Weiseler Straße und Wetzlarer Straße sowie das Halteverbot' in der Kasernenftraße bestehen bleiben soll. Die Professor-Werner-Straße bleibt vor wie nach für den Durchgangsverkehr gesperrt, bis eine neuzeitliche Behandlung der Sttaßenoberfläche statt- gefunden hat. Sodann wurde das Prüfungsergebnis der städtischen Rechnung für das Rechnungsjahr 1936 bekanntgegeben, wonach dem Bürgermeister Entlastung erteilt wurde. Zum Schluß wurden zwei Konzessionsgesuche abgelehnt, da die Bedürfnisfrage nicht gegeben ist. Iahrplonverbefferung auf der Ohmialbahn. —Homberg, 23. Mai. Die Reichsbahndirektion Frankfurt hat auf die Eingaben des Verkehrsamtes Homberg, Oberhessen, den Fahrplan der die Eisenbahnlinien Gießen—Fulda und Frankfurt — Gießen — Kassel verbindenden Strecke Burg — Nieder - Gemünden — Kirchhain verbessert und verdichtet. Man kann nun be- Frankfurt a. M., 25. Mai. Die Börse blieb, wie vor den Feiertagen kaum anders erwartet außerordentlich still und lustlos. An den Aktienmärkten kam verschiedentlich etwas Ware aus Mattstellungen zum Ultimo heran, während andererseits Käufe und Aufnahmen nur zögernd erfolgten. Wenngleich die Entwicklung weiterhin uneinheitlich war überwogen doch eher Rückgänge kleinen Ausmaßes. Teilweise gingen sie allerdings über 1 v. H. hinaus. Von Monranwerten büßten Verein. Stahl 0,40 v. H. ein auf 101, Rheinstahl 0,65 v. H. auf 130,65 und Hoesch 0,25 v. H. auf 108,50, Mannesmann mit 105,75 und Klöckner mit 116 sowie Harpener mit 130,75 lagen behauptet Weiterhin unverändert blieben auch JG.-Farben m'it 149,50, ferner Rütgerswerke mit 132,25 bei 7,2 v. H. Netto-Dividendenabgang. Elektroaktien kamen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. schwächer an, Lahmeycr verloren 1,25 v. H. auf 109,25 und Schuckert 1 v. H. auf 178,50. Maschinenaktien und Bauwerte konnten sich behaupten. Etwas höher waren Adlerwerke mit 101,75 (101) und Conti Gummi mit 214 (213,50). Arn Rentenmarkt ergaben sich bei kleinem Geschäft nur wenig Abweichungen. Reichsaltbesitz unv. 132,15 Geld, 5 v. H. Gelsenberg 0,40 v. H. erholt auf 99,65. Im Freioerkehr Kommunal-Um- chuldung bei unv. 93,70 eher gefragt, späte Schuldbücher 0,13 v. H. ermäßigt auf 99,40 und im Tele- onverkehr I. Steuer Gutscheine weiter rückläufig auf 103,55 (103,85). Serie II. blieben halbamtlich bei 98,65. Reichsbahn-VA. 0,25 v. H. niedriger mit 121,65. Don Industrie-Obligationen 6 v. H. JG.- Farben 124,25 (123,75), die übrigen wenig abweichend. Staats- und Stadtanleihen sowie Pfandbriefe lagen sehr still und unverändert. Im Frei verkehr schwächten sich Rastatter Waggon weiter ab auf 54 bis 56 (57 Brief). Tages- Feld unv. 2,50 v. H. auf 4 0 0 0 0 RM. Geldstrafe gegen bie Frau und 20 000 RM. Geldst rafe gegen — Albach , 26. Mai. Frau Elisa Gerhard, geb. Arnold, Witwe des Johann Gerhard, kann heute ihren 7 7. Geburtstag feiern. Der Ge- sundheitszustand der Frau ist erträglich. Unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. s. Lang-Göns, 25. Mai. Am 27. Mai kann unsere Mitbürgerin Anna Elisabeth Wagner Wwe., geb. Velten, Pinggasse, bei guter körperlicher und geistiger Frische ihren 8 0. Geburtstag begehen. Wir wünschen viel Glück für den weiteren Lebensabend. * L a ng - Göns , 25. Mai. Zu unserem Bericht über die Mütter-Ehrung seien hier die Namen der Geehrten angeführt: Anna Elisabeth Beppler Wwe., Anna Bieker Wwe., Marie Dem, Helene Gatzert, Kath. Herbe! Wwe., Kath. Herbel, Kath. Heß, Christine Hofmann, Marie Kromp Wwe^ Kath. Müller, Kath. Rudolph, Christine Spelkus, Christine Stoll, Marie Stoll Wwe., Kath. Velten Wwe., Marie Velten, Kath. Velten. * Hungen, 26. Mai. Der 47 Jahre alte Karl Sch neider von V i l l i n g e n , der hier bei einer Firma beschäftigt ist, die Betonwaren herstellt, stürzte hier bei feiner Arbeit von einem niedrigen Gerüst ab und erlitt eine Gehirnerschütterung, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. ± Laubach, 26. Mai. Am heutigen Freitag können Friseurmeister Wilhelm Kraus und Frau in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Wir beglückwünschen das Jubelpaar. nicht versteuert. Aus diese Weise ist dem Staat und der Volksgemeinschaft für ihre wichtigen Aufgaben eine Summe von 40 000 RM. an Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuern vorenthalten worden. Ein Beamter des Finanzamtes deckte den Betrug auf. Die beiden Angeklagten „find sich keiner Schuld" bewußt. Während der Ehemann den Unwissenden spielt, gibt die Frau zu, daß sie „die Steuer gemacht habe". Sie erklärt, daß sie einmal 15 000 RM. und dann sogar 20 000 RM. hinter dem Rücken ihres Mannes auf die Seite geschafft habe! Der Vertreter des Finanzamtes warf den Angeklagten krassen Eigennutz vor. Wegen dieses großen Steuerbetrugs beantragte der Staatsanwalt gegen die Ehefrau eine Geldstrafe von 60 000 RM. und gegen den Ehemann von.20 000 RM., gegen diesen außer- dem drei Monate Gefängnis. Das Urteil lautete * Wetzlar, 24. Mai. Stehen Wirtschaft und Naturschutz einander feindlich gegenüber oder ergänzen sie fick im höheren Sinne zum Wohle unseres Volkes? Unter dieser Devise könnte die Tagung der Kreis stelle für Naturschutz ZU Wetzlar, einer der ältesten öffentlichen Einrichtungen dieser Art in unserer Gegend, gestanden haben; denn sämtliche Vorträge und Aussprachen kreisten, ausaesprochen oder unausgesprochen, irgendwie um diese Kernfrage. Werden die ideellen Bestrebungen einer heimatschützlerischen Bewegung gegenüber den gebieterischen Belangen und Forderungen einer mächtigen Wirtschaft zur Geltung kommen oder nicht? Die Handhabe für einen wirkungsvollen Naturschutz gibt das Reichsnaturschutzgesetz vom 26.6.1935 mit seinen Durchführungsbestimmungen, die erstmalige Zusammenfassung aller früheren Einzelbestimmungen auf dem Gebiet. Seine Absicht besteht nicht nur in der Erhaltung einzelner Landschaftsbestandteile, wie alter Bäume, die vor der Fällung und bemerkenswerter Felsgruppen, die vor dem Zugriff von Steinbruchbetrieben gesichert werden müssen, sondern ganze Landschaftsteile sollen m ihrem ursprünglichen Charakter erhalten bleiben. Wie wir sie von unseren Vorfahren übernahmen, wollen wir die Heimat unseren Nachkommen hinterlassen, die nicht nur zwischen Schutthalten und ausgebeuteten Erdlöchem wohnen sollen. Nicht einer Entwicklung entgegenstemmen will sich der Naturschutz, sondern sich auf ihre zukünftige Ge- taltung durch Menschenhand im voraus einen Ein- luh sichern, der genügen wird, um eine gewissen- ofe Verschandelung nicht zuzulassen. Zu diesem Zwecke werden besonders schöne und eigenartige Landschaften in ihrer Ganzheit in die Landschafts- schütz karte eingetragen. So das ganze bereits stark übersetzte Gebiet des Mittelrheins. Was vom Spie- gel des Stroms bis hinauf zu den Berglinien beider Ufer sichtbar ist, wird dem Zugriff der Natur- schutzbehörde verfallen; das gleiche geschieht mit den landschaftlich schönsten Teilen der Lahn, um den Nuß in feiner reizvollen Eigenart und Ursprünglichkeit bet einer zu erwartenden Kanalisierung bestmöglich erhalten zu können. ' Weitere Einzelprobleme wirft die Gegenüberstel- lung von Naturschutz und Landwirtschaft auf. Auch da wäre es verkehrt, zu glauben, daß das Geheimnis der Erhaltung des Ueberkommenen nun in der Stützung des Abgelebten bestände. Ganz im Gegenteil: Baumruinen, die nur eine Gefährdung §JL-’Sport 505 km Zielstreckenflug. Jteue deutsche Segelslugrekorde. Mit einer Reihe von großartigen Leistungen warteten die Männer der Gruppe 4 des NS.-Flieaer- korps auf. Einen bisher einmaligen Zeilstreckenflug führte Obersturmführer Schmidt mit seinem Segelflugzeug „Reiher" D/4—800 durch, der von seinem Startplatz Trebbin bis zu seinem vorher angegebenen Zielort München-Holzkirchen eine Strecke von rund 505 Kilometer abflog. Einen zweiten neuen deutschen Rekord im reinen Streckenflug stellte Hauptsturmführer Bergens auf. Er legte von der Segelslugschule Rhinow bis zu seiner Landung in Tiefenried (20 Kilometer südöstlich von Augsburg) auf seiner „Minimoa" D/4—795 rund 530 Kilometer zurück. Am zweiten Tage haben die märkischen Segelflieger noch weitere hervorragende Streckenflüge durchgeführt. Sturmführer Klietz kam auf seinem „Kranich" von Trebbin nach Sulzbach auf rund 440 Flugkilometer. 350 Kilometer erreichte Standartenführer Kunz auf dem Olympiasegelflugzeug „Meise" und Sturmbannführer Zumbarsen auf seiner „Mü 13", die beide gemeinsam von Trebbin nach Nürnberg flogen. Auslosung für den Davis-Pokalkampf Deutschland — Schweden. Der Davispokalkampf zwischen Deutschland und Schweden wickelt sich an den Pfingsttagen in Berlin nach folgendem Plan ab: Samstag: Menzel (D.) gegen Hultman (Sch.); Henkel(D.) — Schröder (Sch.); Sonntag: Doppelspiel; Gegner noch nicht genannt; Montag: Henzel — Schröder; Henkel gegen Hultman. DfB.-KeichsbahnI. - SA. Auswahlelf 7:1 (0:0). Dieses Abendspiel war ein voller Erfolg für die Grün-Weißen, denn man sah wirklich ein schönes Spiel, das die Zuschauer begeisterte. Die Grün- Weißen liefen zu großer Form auf, der Ball wanderte von Mann zu Mann, nur in der ersten Spielhälfte sah man herzlich wenig Torschüsse. Die Mannschaft spielte hervorragend, alle Spieler setzten sich voll ein. Die SA.-Spieler hatten verschiedene Einzelkönner in ihren Reihen, jedoch klappte das Zusammenspiel nicht wie es sollte. Nach der Pause wurden drei Spieler ausgewechselt, die etwas mehr Schwung in das Spiel hineinbrachten. Vom Anstoß kamen die Grün-Weißen vor das Tor der Gäste, doch wurde dieser Angriff abgewehrt, der Gegenstoß landete bei Heeg, dem Torwart der Grün-Weißen. VfB.-Reichsbahn fand sich überraschend schnell und drängte. Die SA.-Männer wurden völlig in ihre eigene Spielhälfte zurückgedrängt und hatten zu kämpfen, um sich der vielen Angriffe zu erwehren. Wiederholt glaubte man schon den Ball im Tor, ober der Torwart hielt. Verschiedene Ecken waren die einzige Ausbeute der Grün-Weißen. Auf der Gegenseite wurden die Durchbrüche gefährlich, aber die Hintermannschaft klärte sicher. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Durch das Mitwirken von Heß wurde das Spiel dann lebhafter, auch sorgten die neuen Spieler der SA. dafür, daß das Tempo forciert wurde. Nach einer weiteren Ecke für die Grün-Weißen war es Heß, der in der 52. Minute den ersten Treffer anbringen konnte. Schon der Anstoß der Gäste ergab in der nächsten Minute durch schönes Kopftor den Gleichstand. Die Flügelstürmer der Grün-Weißen wurden nun mehr eingesetzt. In der 64. Minute war es Möhl, der durch vorbildlichen Einsatz das Führungstor schoß. Ein Fehlschlag von Leutheuser ergab eine brenzliche Situation, Heeg faustete den Ball in höchster Not. Dann waren die Grün-Weißen drückend überlegen und ein scharfer Schuß von Heß, der im Tore landete, wurde vorher mit der Hand aufgehalten. Den Elfmeter verwandelte Schlitz mit unheimlichem Schuß. Drei Minuten später war es Lehrmund, der durch scharfen Schuß auf 4:1 erhöhen konnte. Heß spielte sich schön durch und erzielte kurz darauf das fünfte Tor. Eine feine Kombination von Schlitz und Godglück schloß letzterer mit einem scharfen Schuß ab, nach dem sich der gute Torwart vergeblich streckte. Fünf Minuten vor Schluß war es wieder Godglück, der den sechsten Treffer anbrachte und zwei Minuten danach verwandelte er einen Kopfball von Lehrmund zum letzten Tore. Lauterbach I — Großen-Buseck I 0:3. Am Sonntag unternahm die Fußballabteilung der Sportgemeinde 1938 Großen-Buseck einen Ausflug nach Lauterbach, um «egen die dortige 1. Mannschaft ein Freundschaftsspiel auszutragen. Eine große Anzahl Schlachtenbummler begleitete die Mannschaft. Die Busecker, die mit Wagner; Brück, Dambmann; Gans, Harbach II, Boller; Eisenacher, Hochstein, Horbach I, Need, Melior ins Spiel kamen, zeigten sich als gleichwertiger Gegner. Schöne Kombinationen sah man auf beiden Seiten. Die Busecker waren trotz Gegenwind stets gefährlich, so daß die Hintermannschaft der Gastgeber mehrmals ihr Können unter Beweis stellen mußte. Sie konnte aber nicht verhindern, daß nach etwa 20 Minuten durch Harbach I der Führungstreffer fiel. In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig am Spielgeschehen. Man sah die Schwarz-Gelben immer wieder in Front. Dies wurde auch durch einen zweiten Treffer von Harbach I belohnt. Noch einmal war Buseck erfolgreich durch Harbach I und verließ als sicherer Sieger den Platz. Am 1. Pfingstfeiertag empfängt die Sportgemeinde 1938 Großen-Buseck zu einem zweitägigen Besuch den Sportverein Gundersheim bei Worms. Es gilt für die Schwarz-Gelben, eine dort erlittene Niederlage wieder wettzumachen. Diel Festtags-Fußball im Gau Hessen. Eine lebhafte Spieltätigkeit entfalten Hessens Fußballvereine an den Pfingsttagen, besonders die Vereine der Hanauer Kante. Kewa Wachenbuchen spielt gegen Kickers Obertshausen und Spvg. 1900 Gießen, die bekannte Niederrhein-Gauligaelf von Westende Hamborn spielt an beiden Festtagen in Somborn (einmal gegen SV. 09 und einmal gegen eine Auswahl des Kreises Freigericht!), wo man Jubiläum feiert, und der VfB. Großauheim hat sich als Ersatz für den zu teuren 1. SV. Jena die Frankfurter Sportfreunde verpflichtet. Auf Reisen sind Altmeister Hanau 93 und Dunlop Hanau. Die 93er treten in Gau Mitte gegen SV. 01 Gotha und SV. Sömmerda an, während die Dunlop-Elf auf ihrer Rheinlandreise auf Krupp Rheinhausen und Krupp Essen treffen wird. In den Kämpfen um den Aufstieg tritt auch an den Pfingsttagen keine Unterbrechung ein. Alle acht Mannschaften stehen am ersten Festtag im Kampf, und zwar treffen sich in der Gruppe Nord Rb. FSV. Bebra — FV. Breidenbach und Borussia Fulda —« Tura Kassel und in der Gruppe Süd Teutonia Watzenborn-Steinberg — TSV. 1860 Hanau und SC. Wirges — Phönix Bad Vilbel. — Von besonderer Bedeutung sind vor allem die Begegnungen in Fulda und Watzenborn. Äereinsmeisterschostsschießen des Schützenvereins Laubach. Der Schützenverein Laubach nahm unter zahlreicher Beteiligung auf den Schießständen am Hellenberg seine Tätigkeit wieder auf. Die erzielten Erfolge waren gut. Die ersten Preisträger waren: Wanderbecher (100 Meter): Fritz Kircher; Meisterscheibe (100 Meter): Karl Pitz, 35 Ringe; Tagesehrenscheibe (100 Meter): Karl Pitz; Blättchenscheibe (100 Meter): Eduard Göbel II.; auf Klein kali der (50 Meter) Meisterscheibe: Otto H ö g y, 34 Ringe; Ehrenscheibe der Deutschen Sporthilf^: Otto H ö g y. Außerdem errang der gleiche Schütze die Vereinsmeisterschaft mit 140 Ringen. Kurze Sportnotizen. Eine neue Freiluft-Radrennbahn soll nun endlich in der Reichshauptstadt entstehen, womit ein langgehegter Wunsch der Berliner Radsportfreunde seine Erfüllung findet. Beim P o l i z e i - S p o r t f e st in Berlin zu Gunsten der Winterhilfe am Mittwochnachmittag erfocht der bekannt Athlet Trippe (Berlin) drei Siege. Er stieß die Kugel 16,16 Meter, warf den Diskus 46,96 Meter und sprang 1,85 Meter hoch. Feste der Leibesübungen in Oberheffen. In den meisten Kreisen unseres NSRL.-Gaues Hessen werden, da ein Gaufest in diesem Jahre nicht durchgeführt wird, in diesem Sommer N S R L. - K r e i s f e st e gefeiert, an denen sich alle Fachgebiete mit Wettkämpfen und werbenden Darbietungen beteiligen. In allen drei NSRL.^Kreisen, die von unseren oberhessischen politischen Kreisen zusammen mit den angrenzenden preußischen Gebieten gebildet werden, sind oberhessische Städte in diesem Jahre die Festorte für die großen Kreistressen des NSRL. Der Kreis 11: Friedberg (politische Kreise Friedberg, 'Büdingen-Schotten, Obertaunus, Usingen) eröffnet die Reihe der festlichen Veranstaltungen mit feinem Kreisfest, das am 22. und 23. Juli in der Vogelsbergstadt Scho 11en aus Anlaß der 80-Jahr- feier des dortigen Turn- und Gesangvereins begangen wird. Die Weihe eines Iahngedenksteins in Schotten ist damit verbunden. Die alte Burgenstadt Schlitz ist der Festort für den Kreis 4: Rhön (politische Kreise Lauterbach, Fulda, Schlüchtern), der am 5. und 6. August daselbst gastliche Aufnahme finden wird. Die Turner und Sportler unseres heimatlichen NSRL. - Kreises 8: Gießen (politische Kreise Gießen. Alsfeld, Wetzlar, Dillenburg) werden am 20.August in der alten Turnerstadt (Brünberg den festlichen Tag einer großen NSRL.-Gemein- schäft begehen. Die drei oberhessischen Festorte sind als Feststätten der Leibesübung gut gewählt. Manches Gaufest der alten Hessenturner wurde in früheren Jahrzehnten in ihren Mauern gefeiert, und ein gastlicher Ruf geht ihnen seit dieser Zeit voraus. Zu den drei oberhessischen Kreisfesten kommen als überfachliche festliche Veranstaltungen unserer engeren Heimat noch die beiden so beliebten oberhessi- schen Bergfeste: das Weidig - Bergfest auf dem Schrenzer bei Butzbach am 17. und 18. Juni und das Hoherodskopf-Bergfest am 27.August.-Die beiden gauoffenen Bergtreffen werden vom NSRL.-Kreis Friedberg ausgerichtet, erfreuen sich sehr starken Besuchs aber auch aus den NSRL.-Kreisen Gießen und Rhön. Statt Karten? Ihre Verlobung geben bekannt Emmy Oebus Siegfried Siefert (Lbelstraße 23 Gnauthffraße 15 Gießen, Pfingsten 1939 ________________________ 02620 Ihre Vermählung geben bekannt Or. Wilhelm Schäfer ör. Elisabeth Schäfer geborene Götze Gießen Wilhelmshaven Goethestraße 44 Schleuseninsel 26. Mai 1939 3837 D Trauringe echt Goid Seltersweg 47 732d föurg Gleibe rg Am 1. Pfingstfeiertag 1939, nachmittags und abends txTOßcS £uftn affen -Jfonzcrt ausgeführt vom Musikkorps der Fliegerhorst - Kommandantur Gießen Leitung: Musikmeister PFARRE Beginn 15.30 Uhr Omnibusverbindung ab Oswaldsgarten: 14.30 17.30 15.15 18.30 16.00 20.00 Eintritt RM. 0.30 ab Burg Gleiberg: 17.00 21.10 18.10 23.30 19.00 3839D Für die uns zu unserer Silbernen Hochzeit übersandten Glück- und Segenswünsche sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank Wilhelm Scheid und Frau Minna, geb. Lacher Gießen (Krofdorf. Str. 26), den 26. 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