Mittwoch, 2b. April 1939 189. Jahrgang Nr. 97 Erstes Blatt ErfcheMt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatt-Vezugspreir: Mit 4 BeUagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Liehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Untverfitätrdruckerei «.Lange in Siegen. Schristieiiung und Geschäflrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.» für Test- anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,P!ahvorschrist nach vorh.Vereinbg.25°/, mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein* Ipaltige Gelegenheitsanzei- gcn 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 8 K W F * W E A . i v iMW W W MLM Das Gewissen der Partei 25. Avril. (DNB.) Am Dicnstagnach- I benachbarten Ländern auch weiter fartzusetzen, der Königlich Jugoslawische Außen» i|i der Vertiefung des g e g e n s e i t i g c n die Brüche würde es seine , ^lottenoorherrschaft zum Vorteil jer Vereinigten Staaten und Japan verlieren. Es wäre deshalb ein schwerer Fehler Englands, wenn es erneut versuchen wollte, den aufgeblähten Roose- veltschen Ballon zum Start zu bringen oder an der Unser Bild berichtet von der Ankunft des jugoslawischen Außenministers Dr, Alexander L i n c a r ° M a r k o w i t s ch auf dem Berliner Zentralflughafen Tempclhof, wo der Reichs» Minister des Auswärtigen von Ribbentrop seinen Gast begrüßte. Weiter links Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker vom Auswärtigen Amt mit dem neuen jugo» slawischen Gesandten in Berlin, Andric (in Zivil). — (Scherl-Bilderdicnst-M.) aufrichtigste wünscht und worüber sie bisher schon so viel sichtbare Beweise gegeben hat. Der herzliche Empfang, der mir von dein Momente an, wo ich den Boden Deutschlands betrat, zuteil wurde, befestigt in mir den Glauben, daß unsere Aussprache von besonderem Nutzen für das deutsche und das jugoslawische Volk sein werden. Einkreisungspolitik in Europa festzuhalten. Die „Gazetta del Popolo" erklärt, die großen Demokratien glaubten, die Welt in ihrer Hand zu haben, aber als sie versuchten, die Schere zu einer direkten Drohung Deutschlands und Italiens zu schließen, mußten sie schleunigst ihren Ton ändern. Polen sei zu wenig, um damit eine Einkreisungspolitik zu verwirklichen. Die Zusammenkunft von Venedig habe die letzten noch übriggebliebenen Illusionen über die Möglichkeit der Einkreisungspläne entschwinden lasten. Aufforderungen für „Mäßigung", begleitet von „Drohungen", die obligatorische Wehrpflicht in England einzuführen, würden feiten und führt dies auf den Wechsel in der englischen Außenpolitik sowie auf die in Europa gewährten Garantien zurück. Damit greift das Blatt eine Auslegung auf, die in der letzten Zeit immer wieder aufzutauchen pflegte und deren Sinn gewesen ist, daß nicht nur Frankreich, sondern auch die von England garantierten Staaten ihren politischen Einfluß nach der Richtung auf Einführung der Dienstpflicht I)in in London geltend gemacht haben. Heute vormittag wird das Kabinett früher als üblich zu einer neuen Sitzung zusammentreten, um zu beraten, in welcher Form der Beschluß dem Parlament bekanntgegeben werden soll. Die Leiter der Opposition und der Parteien sind bereits eingeladen worden, sich im Anschluß an die Kabinettssitzung in die Downingstreet Nummer 10 zu Chamberlain zu begeben. Ziemlich offen ist noch die Frage, welche Haltung die Labourpartei und die Gewerkschaften einnehmen werden. Auf der einen Seite weist alles darauf hin, daß die Vorsitzenden dieser Gruppen mit der Einführung der Wehrpflicht sich nicht einverstanden erklären werden, was aus der gestrigen Entschließung des Vollzugsausschusses der Labourpartei deutlich hervorgeht. Auf der anderen Seite scheint die Regierung trotz allem zu hoffen, Mittel und Wege zu finden, um der Opposition den „Vertragsbruch" schmackhafter zu machen. Kein Eindruck in Ställen Mailand, 26. April (DNB. Funkspruch.) Der „Corriere della Sera" schreibt, die Einschüchterungs- Berlin, 25. April. (DNB.) Der Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, gibt im Einvernehmen mit dem Reichswirt- schaftsminister und dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung folgendes bekannt: Der Führer antwortet Roosevelt! Am 28. April 1939, mittags 12 Uhr, spricht der Führer vor den Abgeordneten des Groß- deutschen Reichstages und damit zum deutschen Volk und zur Welt Alle Deutschen werden Zeugen der Rede des Führers am Lautsprecher sein. Gemein schastsempsänge in den Betrieben in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr werden Betriebssichrer und Gefolgschaft beim Empfang der Führer-Rede vereinen. Um allen schaffenden Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Führer-Rede zu hören, werden die Ladengeschäfte während dieser Zeit geschlossen. Die deutsche Jugend hört die Führer-Rede im Rohmen einer Schulveranstaltung. Mer im Betrieb, zu hause oder beim Nachbarn nicht die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören, dem wird in Sälen, Gaststätten, Theatern und Lichtspieltheatern dazu Gelegenheit gegeben. Die Gau- und Kreispropagandaleitungen der NSDAP, haben hierfür alle Vorbereitungen getroffen. ♦ Reichserziehungsminister R u st hat angeordnct, daß der Unterricht an diesem Tage von 12 Uhr ab aussältt und dafür sämtliche Lehrer und älteren Schüler zum gemeinschast- t i ch e n Empfang der Führerrede zu versammeln sind. In den Volksschulen nehmen die Schüler und Schülerinnen d e s 7. u n d 8. Sch u I- jahres, in den mittleren und höheren Schulen die Schüler und Schülerinnen von der drille n Klasse einschließlich ab am Gemeinschaflvempfang leit. Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England. Das Kabinett beschließt die Einziehung gewiffer Jahrgänge zum aktiven Militärdienst r e u nd s ch a f t l i ch e n V e r st ä n d n i s s e s zwi- chen dem deutschen und dem jugoslawischen Volke, owolft in ihrem eigenen Interesse, als auch im Interesse des Friedens, welchen die königlich-jugoslawische Regierung mit allen seinen Nachbarn auss Am Freitag 12 Llhr spricht der Führer Gemeinschaftsempfänge in den Betrieben. Ladengeschäfte von 12 bis 13.30 tibr geschloffen. Oer jugoslawische Außenminister in Berlin Festigung und Vertiefung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft. weder den Ton noch den Inhalt der Rede des Führers irgendwie beeinflussen. Das Gcdo In Paris. Paris, 26. April (Europaprcß). Von sranzö- sischer Seite aus hat der Druck auf die englische Regierung, mit der Einführung der Wehrpflicht so rasch wie möglich Ernst zu machen, in keiner Weise nachgelassen. Die französischen Blätter sind mit Artikeln angefüllt, in denen die Notwendigkeit nachgewiesen wird, daß England sich bereithalten müsse, nicht nur mit Geld und Gütern, sondern a u ch in i t Menschen in einem etwaigen Konflikt eingreifen zu können. Die französischen Blätter zeigen einen lebhaften Unwillen über den bisher von der englischen Arbeiterpartei gegen die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht ausgeübten Widerstand Der Gedanke, daß nur die jungen Männer von 18, 19 und 20 Jahren jenseits des Aermelkanalss eingezogen werden, beruhigt die Pariser Leitartikler nicht. Immer wieder wird darauf hingewiesen, daß England schon zu Beginn eines etwaigen Krieges so viele Truppen an die Front schicken müsse, wie es am Ausgang des letzten Krieges gehabt habe. Eine Zeitung vergleicht daher die letzten britischen Maßnahmen mit einem Regenschirm, der zwar mit SpanngUedern versehen, nicht' aber mit wasserdichtem Stoff überzogen sei. Berlin, L„. -r.... x------- - mittag traf der Königlich Jugoslawische Außenminister Dr. Alexander (Linear- Ma rkowit s ch, einer Einladung des Reichsministers des Auswärtigen v. Ribbentrop folgend, in Berlin ein. Reichs» außenminister v. Ribbentrop empfing Dienstagnach- mittaq Dr. (Eincar Markowitsch zu einer längeren Aussprache über die Deutschland und Jugoslawien berührenden Fragen. Die Unterredung wurde i n einem s r e u nd s ch a s t l i ch e n Gc i st e geführt und ergab eine weitgehende Uedereinst immun g der Auffassungen über die beide Länder berührenden Fragen. Dienstag abend war der jugoslawische Außenminister Gast v. Ribbentrops bei einem Abendessen im Hotel Esplanade. Reichsaußenminister v. Ribbentrop würdigte in einer kurzen Ansprache die Zeit, in der Linear Markowitsch sich als Gesandter in pläne der Demokratien seien zu einem kläglichen Mißerfolg verurteilt. Es sei unnütz, sich der neuen englischen Dienstpflicht als Drohung gegen die Staaten der Achse zu bedienen. Die englische Dienst- vflicht würde es im Konfliktfalle niemals verhindern, daß Frankreich das Hauptschlachtfeld Europas werde, und England wisse ganz genau, daß, wenn cs sich in einen großen europäischen Konflikt einmenge, sein Imperium in e n würde. Im besten Falle Berlin für die Festigung und Vertiefung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft eingesetzt habe, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die offene Aussprache, zu der sich nunmehr Gelegenheit ergebe, dazu beitragen werde, die vielfältigen Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet in vertrauensvoller Zusammenarbeit weiter auszubauen. Diese Zusammenarbeit, die durch die neu gewonnene Nachbarschaft glücklich u n t e r st ü tz t werde, sei die beste Gewähr für eine weitere fruchtbare Gestaltung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen beiden Ländern. Der jugoslawische Außenminister sagte in seiner Antwort: ,Hch erinnere mich immer sehr gerne der Zusammenarbeit sowie des Entgegenkommens und Verständnisses, welche Sie mir während meiner Mission in Berlin bezeigten, und ich bin glücklich, daß mir jetzt Gelegenheit geboten wird, als jugoslawischer Außenminister mit Ew. Exzellenz über Fragen, welche unseren beiden benachbarten Länder interessieren, einen Gedankenaustausch durch führ en zu können. Ich kann Ew. Exzellenz versichern, daß es auch unser aufrichtiger Wunsch ist, die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden abs. London, 26. April. Das englische Kabinett trat am Dienstagabend im 'Parlamentsgebäude überraschend zu einer Vollsitzung unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Chamberlain zusammen. In den Wandel- qängen des Parlaments neigte man zu der Annahme, daß die Frage der Einführung der Wehrpflicht Gegenstand der Besprechungen gewesen sei. Die Londoner Abendblätter bringen übereinstimmende Berichte, wonach die Einführung einer allgemeinen Militärdienstpflicht möglicherweise bereits am Mittwoch vom Miniskrpräsidenten angekündigt werde. Die Blätter sprechen von einer „Wehrpflicht des Reichtums" und lasten dabei durchblicken, diese Maßnahmen sollten zu einer verstärkten Heranziehung der vermögenden Kreise für die Landesverteidigung dienen und dazu beitragen, den Widerstand der Labour Party gegen die Wehrpflicht zu mildern, deren Nationalrat auf einer Versammlung am Dienstag erneut schweren Bedenken gegen die Einführung der Wehrpflicht Ausdruck gegeben hat. Das Freiwilligensystem reiche aus, um die neuen außenpolitischen Verpflichtungen Englands zu erfüllen. Die Labour Party sei der Auffassung, die Wehrpflicht werde nur inneren Streit und eine Störung des Wirtschaftslebens verursachen. wie man aus Kreisen, die der englischen Regierung nahestehen, erfährt, hat auf der Ka> binettssihung am Dienstag über die Einführung der Wehrpflicht voll ständige Einigkeit bestanden. Die Wehrpflicht wird sich a u f a 1 t e lllännet i m Alter von 18 bis 25 Jahren erstrecken. Obwohl unmittelbar zwei Millionen Männer erfaßt würden, beabsichtigt die Regierung zunächst nur 750 000 Männer auszuheben, und zwar die Jahrgänge von 18 bis 21 Jahren. Diese sollen nach Ableistung einer drei- bis viermonatigen Dienstzeit in der aktiven regulären Armee in die Territorialarmee überführt werden. Dort wird ihre Ausbildung an einem Tage jeder Woche und in einmal jährlich stattfindenden Hebungen fortgesetzt werden. Diese Hebungen werden sich über zwei bis vier Wochen erstrecken. Eine Vortage über die Wehrpflicht wird dem Parlament in dieser Woche bereits vorgelegt wer- den. Es ist offensichtlich, daß der Beschluß des Kabinetts eine Ueberraschung darstcllt, obwohl in den letzten Tagen von einer solchen Maßnahme oft die Rede war, denn die ersten Ausgaben der Morgenblätter nehmen in ihren Leitartikeln noch keinen Bezug auf diese einschneidende Neuordnung. Als einziges Blatt äußert sich die „Daily M a i l". Das Blatt verweist auf die Abkehr von der Tradition der freiwilligen Dienstleistung in Friedens- Am 26. April feiert der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, seinen -15. Geburtstag. Wenn wir dieses Tages gedenken, dann tun wir das deshalb, weil Rudolf Heß als einer der ältesten, engsten und getreuesten Mitarbeiter des Führers eine Arbeit leistet, die zwar nach außenhin, gegenüber der breiten Oefsent- lichkeit nicht täglich in Erscheinung tritt, die aber für die gesamte Partei und ihre Gliederungen, und damit für Deutschland, von allergrößter Wichtig feit ist. Rudolf Heß ist Auslandsdeutscher. In Aegypten im Jahre 1894 geboren, nahm er am Weltkrieg als Flieger teil. Bereits 1920 trat er der NSDAP, bei. Von diesem Zeitpunkt an war sein ganzes Leben dem Führer verschrieben, an dessen Kamps er in vorderster Front teilnahm. Keine Großkundgebung mit dem Führer verstrich, bei der Rudolf Heß nicht dabei war und mehr als einmal für den Führer persönlich in die Bresche sprang. So sah ihn auch der 9. November an der Seite Adolf Hitlers aus dem Marsch zur Feldherrnhalle. Siebeneinhalb Monate mußte er — ebenso wie der Führer und seine anderen Getreuen — auf der Festung Landsberg zubringen. Im Jahre 1925, nach der Wiedergründung der Partei, wurde Rudolf Heß Privatsekretär des Führers. Diese verantwortungsvolle Tätig« leit stellte an ihn die höchsten Anforderungen. Jahr um Jahr war sein Lebensweg untrennbar mit dem Führer verknüpft, der als äußeres Zeichen feiner Anerkennung feinen treuen Mitarbeiter ein Jahr vor der Machtübernahme zum Vorsitzenden der politischen Zentralkommission der Partei ernannte Die Machtübernahme stellte Rudolf Heß vor eine neue große und verantwortungsvolle Ausgabe. Die Tatsache, daß nach der Berufung des Führers zum Reichskanzler ein großer Teil seiner Mitarbeiter in wichtige Staatsstellen einrückte, machte es notwendig, einem Mann d i e Stellvertretung in der Parteiführung zu übertragen. Für diese Aufgabe bestimmte der Führer seinen geil ciyn Mitkämpfer Rudolf Heß, dem er die Vollmacht in allen entscheidenden Fragen der Par» tcileitung übertrug. Diese Betreuung war ein äußeres Zeichen und ein Sinnbild zugleich für den im Jahre 1933 stattgefundenen Ucbcrgaiig des rxvolu tionären Kampfes der Partei zum evolutionären Aufbau und Ausbau des, nationalsozialistischen deutschen Volksreiches. Durch das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. November des gleichen Jahres, das die unlösbare Verbundenheit der NSDAP, als Trägerin des deutschen Staatsgedan» Simons neues Steuerbukett zur Finanzierung der englischen Mstungsausgaben. kens mit dem Staat dokumentierte, wurde RiHolf Heß zur Gewährleistung engster Zusammenarbeit der Partei mit allen Stellen des Staates Reichs- m i n i st e r und damit Mitglied der Reichsregie- rung. Mit der gleichen Einsatzbereitschaft wie in der Kampfzeit widmete sich Rudolf Heß dem ihm vom Führer anvertrauten höchst verantwortungsvollen Aufgabenbereich. Seine Dienststelle wurde zum wichtigsten Bindeglied zwischen dem Staatsapparat auf der einen Seite und dem von der Partei verkörperten und vertretenen Volkswillen auf der anderen Seite. Seine nimmermüde Arbeitskraft vermochte es, die Vielzahl der ihm vom Führer übertragenen Aufgaben in vorbildlicher Weise zu erfüllen. Die Tatsache, daß gerade nach der Machtübernahme der Zustrom zur Partei außerordentlich stark wurde, stellte an den gesamten Apparat der Partei die schärfsten Anforderungen. Es galt, die nach Millionen zählende neue Anhängerschaft sinn- und zweckentsprechend in die Partei einzugliedern, es galt, nun auch im Laufe der Zeit aus den Reihen der neuen Parteigenossen eine Auswahl derer zu trcfftn, die ^eignet waren, in längerer oder kürzerer Frist aktiv in Führerstellungen eingesetzt zu werden. Reben der verantwortungsvollen Arbeit, im Bereich der Partei obliegs dem Stellvertreter des Führers eine entscheidende Mitwirkung bei zahlreichen Staatsgeschäften. Auf Anordnung des Führers ist er bei der Gesetzesgestaltung der verschiedenen Reichsbehörden maßgebend beteiligt. Alle Reichs- gcsetze und sämtliche Verordnungs-- und Durchführungsbestimmungen liegen ihm, ehe sie verkündet werden, zur Begutachtung und Stellungnahme vor. Eine entscheidende Mitwirkung fällt ihm ferner bei der personellen Besetzung der Reichsbehörden zu. Darüber hinaus widmet sich der Stellvertreter des Führers maßgeblich auch dem -großen Aufgabengebiet der Betreuung der Ausländsdeutschen. Alljährlich lauschen Hunderttausende von Ausländsdeutschen seiner über die Sender in alle Welt übertragenen Weihnochtsbotschaft. Für sein vielseitiges Aufgabengebiet steht dem Stellvertreter des Führers ein reichgegliederter Stob zur Seite, der unter anderem umfaßt: den Stabsleiter und den engeren Stab, Sachbearbeiter für innere Parteiangelegenheiten, für staatsrechtliche Fragen, für Kunst- sind Kulturfragen, für alle Fragen der Volksgesundheit, für praktische und technische Fragen, für Fragen der Arbeitsbeschaffung, Finanz- und Steuerpolitik, für Schulfragen und für alle Parteiangelegenheiten. Weiter sind zu nennen der Leiter der Auslandsorganisation, der Beauftragte für außenpolitische Fragen, für Fragen der Technik und ihrer Organisation, für alle Hochschul- ongelegenheiten, für den Neubau des Reiches, für Bauwesen, die parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums usw. Schon die Aufzählung dieser verschiedenen Aufgabengebiete läßt die vielseitige Arbeit, die der Stellvertreter des Führers zu leisten hat, deutlich erkennen. Rudolf Heß ist immer der schlichte und bescheidene Mitarbeiter des Führers geblieben. Er, den jemand einmal „das Gewissen der Partei" genannt hat, hat in den sechs Jahren seines hohen 11 nb verantwortungsvollen Amtes als Stellvertreter des Führers auf entscheidendem Posten an allen großen Geschehnissen in dieser Zeit mitgewirkt. Dieser Nationalsozialist, dem heute das gesamte Führerkorps der NSDAP, untersteht, erfreut sich in allen Kreisen des deutschen Volkes aufrichtigster und herzlichster Wertschätzung. Möge Rudolf Heß noch viele Jahre und Jahrzehnte als treuer Mitarbeiter Adolf Hitlers weiter so zum Wohl von Vosk und Bewegung tätig sein, wie in den fast zwei Jahrzehnten, da er in der vordersten Front der Bewegung stand. D. S. Bernhard Köhler gestorben. Berlin, 25. April. (DNB.) In der Nacht zum Dienstag ist der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, nach kurzer, schwerer Krankheit im 56. Lebensjahre verschieden. Sein Tod bedeutet für die Partei und die deutsche Volkswirtschaft einen schweren Verlust. Die Kommission für Wirtschaftspolitik bildet gewissermaßen den wirtschaftspolitischen Stab bei der Reichsleitung der NSDAP. In Bernhard Köhler, der 1933 mit der Leitung betraut wurde, besaß sie sowohl einen kenntnisreichen Fachmann, wie auch einen bewährten Anhänger des Führers. Köhler stammt aus einer Sahchurger Familie, die später in Oberfranken gewerblich tätig war, er selbst ist 1882 in Greiz geboren. Er stand als Offizier im Felde, bald nach Gründung der NSDAP, wurde er deren Mitglied, 1920 war er Schriftleiter beim Völkischen Beobachter. Seit 1931 l)nt Bernhard Köhler an einem grundlegenden Programm für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit mitgearbeitet. Unter feiner Leitung hat noch der Machtergreifung die Kommission für Wirtschaftspolstil eine bahnbrechende Tätigkeit zur Vertiefung natio- nalsozialiitsscher Gedanken in der Wirtschaft entfaltet. Generaloberst von Rundstedt, Ehef desLnfanterie-Rqis 18 Bielefeld, 25. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Generaloberst von Rundstedt zum Chef des Infanterie-Regiments 18 ernannt. Zur' Uebergabe war das Jnf.-Rgt. 18 in der Nähe v o n Bielefeld zu einer Ehrenparade angetreten. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Brau» chitsch, verwies darauf, daß das Jnf.-Rgt. 18 die stolze Tradition zweier hervorragender Regimenter der alten Armee fortsetze. Von einzelnen Waffen- taten dieser Regimenter hob er hervor, daß zwei Kompanien des ehemaligen 7 lothringischen Inf Rgts. 158 am 2. 6. 1916 das Fort Daux der Festung Verdun unter Führung des Leutnants Rackow erstürmten. Aber auch das Jnf.-Rgt. 18 selbst habe stch in der Zeit seines Bestehens schon eine eigene Tradition entwickelt, es gehöre zu den Stammregimentern des ehemaligen deutschen Hunderttausend- monnheeres Generaloberst v. R u n d st e d t gedachte der Toten des Regiments und schloß: „Wir Soldaten wollen stets dessen eingedenk sein, daß gerade wir unserem Führer schlechthin alles zu verdanken haben und daß es daher unsere heilige Pflicht ist, freudig Blutund Leben einzusetzen. wenn der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sich in Zeiten der Not und Gefahr des Vaterlandes gezwungen sehen sollte, zu den Waffen zu greifen." Der finnische Kultusminister besuchte Berliner Schulen. Der finnische Kultusminister H a n n u l o , der aus Einladung von Reichserziehungsminister Rust in abs. London, 25. April. Die mit Spannung erwartete Haushaltsrede des Schatzkanzlers Sir John Simon brachte n e u c direkte und indirekte Steuern, die nach Simons Erklärung von allen Beoölkerungsteilen zur Deckung der erhöhten Rüstungsausgaben erhoben werden sollen. Der Normalsatz der E i n k o m m e n st e u e r wird nicht erhöht, dagegen ein Z u s ch l a g von weiteren 5 Prozent auf Einkommen zwischen zwei- und achttausend Pfund und von weiteren 10 Prozent auf Einkommen über 8000 Pfund erhoben. Erhöht wird ferner die Kraftwagensteuer für Privatkraftwagen von 15 .auf 25 Schilling je <5teuer--PS (entspricht 2- Steuer-?8. nach früherer deutscher Kraftfahrzeugsteuer). Die Grundabgabe auf Tabak wird auf 11 Schilling 6 Pence je Pfund ab 26. April erhöht, die Z u ck e r st e u e r um einen Farthing pro Pfund; eine Verbrauchsabgabe wird auf Filme und Platten englischer Herstellung gelegt. Diese Steuerveränderungen sollen eine Million Pfund pro Jahr ergeben. Gewisse Steuererleichterungen sind vorgesehen und betreffen die Ermäßigung der Vergnügungssteuer und die Aufhebung der medizinischen Stempelabgaben. Der Schatzkanzler betonte, daß die gesamte Finanz- aebarung von dem Rüstungsprogramm beherrscht werde. Das Steueraufkommen in Höhe von 927 250 000 Pfund sei um 17,5 Millionen Pfund hinter dem Voranschlag zurückgeblieben, betrage aber 25 Millionen Pfund mehr als im Vorjahr. Der Ertrag der nationalen Wehrabgabe liege mit 22 Millionen Pfund um 2 Millionen Pfund höher als veranschlagt. Drei Millionen Pfund hätten unvorhergesehen für die Unter» drückungder Unruhen in Palästina auf» gewendet werden müssen. Die nationale Schuld sei um 826 Millionen Pfund gestiegen, worunter auch Kredite an die Türkei und die Tscheche! in Höhe von 10,25 Millionen Pfund fallen. Der Voranschlag für die staatliche Verwaltung einschließlich der Wehrmacht liege um 3 Millionen Pfund niedriger als im Vorjahr, da ein großer Prozentsatz der Rü- stungsausgaben auf dem Anleihewege gedeckt werden. Aus dem Steueraufkommen müßten die Staatsausgaben in Höhe von 922,44 Millionen Pfund aufgebracht werden. Die Gesamtstaatseinnuhme für 1939/40 aus Steuern und Zöllen, auf die der Schatzkanzler im einzelnen ein ging, werde auf der bisherigen Grundlage mit 918 Millionen Pfund veranschlagt (914 Millionen Pfund). Sir John Simon kündigte dann an, daß die Ausgaben für die Landesverteidigung statt wie vorgesehen 580 Millionen Pfund 630 Millionen Pfund betragen würden, zumal d i e Territorial-Armee verdoppelt werden soll. Auch diese Zahlen könnten sich noch erhöhen. Zur Verteilung der 50 Millionen Pfund Zwischen-Steueraufkommen und Anleihen äußerte sich der Schatzkanzler dahin, er halte die Aufbringung allein auf dem Anleiheweg nicht für gerechtfertigt, da cs eine Grenze des Borggeschäftes gebe. Er schlug deshalb vor, von den 50 Millionen Pfund Rüstungsmehrausgaben 20 Millionen Pfund mehr aus Steuermitteln aufzu- bringen, womit der ordentliche Haushalt auf 942 Millionen Pfund steigt. Hauptsache gegen öie Besteuerung der Kraftwagen. Die Automobilsteuer wird von dem „Daily Telegraph" als „fragwürdig" bezeichnet. Die „Daily Mail" schreibt: „Das ist ein heftiger Schlag nicht nur für die Waaenbesitzer, sondern auch für die englische Kraftwagen-Industrie. Dadurch werden die Verkäufe gedrosselt und der Exporthandel im englischen Wagen wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Wieder einmal wird Amerika diejenigen Ueberfeemärfte, in denen wir Absatz hatten, mit seinen Wagen überschwemmen." „News Chronicle" befürchtet einen Rückgang der Ausfuhr durch die Besteuerung der hochpferdigen Wagen, die im Ausland bevorzugt gekauft würden. Auf der arbeiterparteilichen Seite läuft der „Daily Herold" Sturm gegen d i e Tabak- und Zuckerversteuerung; beide seien überaus bedeutsam im Ausgabenetat jeder Familie mit schmalem Einkommen. Das Blatt hegt Zweifel, ab es gelingen werde, die großen Steuerhinterzieher zu fassen, deren Machenschaften Schatzkanzler Sir Jahn Simon einen Riegel vorzuschieben versprach, da sie von den teuersten und besten Anwälten beraten würden. Das Blatt möchte eine echte Besteuerung des Reichtums sehen und nicht eine ungleiche Verteilung der notwendig gewordenen Lasten. Der konservative „Daily Telegraph" sagt: „Es ist ein wenig unliebsam, daß der Kanzler uns nicht sagt, inwieweit er zu der bisher geltenden Idee steht, daß nur die außergewöhnlichen Derteidigungs- ausgaben über das Anleihekonto laufen, während die ständigen Ausgaben aus dem Steueraufkommen stammen müssen." Gasencus Besuch in London. Englische Kreise offenbar nicht befriedigt. London, 26. April. (Europapreß.) Die Verhandlungen der englischen Regierung mit dem rumänischen Außenminister Gafencu sind in der Hauptsache am Dienstag zum Abschluß gebracht worden. Am Mittwoch wird noch eine Zusammenkunft stattfinden, nach der eine amtliche Mitteilung über die Besprechungen erwartet wird. Aus den Andeutungen der Presse wird offenbar, daß b e i weitem nicht solche Ergebnisse erzielt worden sind, wie man sie in London ursprünglich erhofft hatte. Es heißt lediglich, auf beiden Seiten fei „ein sehr günstiger Eindruck" entstanden. Die Unterhaltungen zwischen Außenminister Lord Halifax und Gafencu hätten „zur Klä- rung der Lage ungewöhnlich beigetragen". Es werde von England jede Anstrengung unternommen, Rumäniens Ausbau in materieller und wirtschaftlicher Art zu unterstützen. Seltsame Wirtschasts- grundsätze der LtSA. Die Kritik, die im amerikanischen Volk selbst an der Politik des Präsidenten Roosevelt laut geworden ist, bezieht sich nicht nur auf die Politik im engeren Sinne, sondern auch auf die Wirt-' schaftspolitik, die vor einigen Wochen mit der Verhängung von Zollzufchlägen aegen eine Gruppe von deutschen Waren ihren sichtbaren Anfang nahm. Der ehemalige Mitarbeiter Roosevelts, Johnson, bezeichnet es als mit strenger Neutralität unvereinbar, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika wirtschaftliche Maßregelungen gegen ein Land vornehmen, das bereit und in der Lage ist, amerikanische Erzeugnisse zu kaufen. Er will Zollzuschläge, wie fie das Bundesschatzamt gegen eine Reihe von deutschen Waren verfügt hat, nur im Kriege gelten lassen. Dabei ist der Anlaß, aus dem die Zollzuschläge verhängt wurden, mehr als anderthalb Jahre alt. Die amerikanischen Interessenten haben mit stillschweigender Duldung der Washingtoner Regierung ein System ausgedacht und eingeführt, das praktisch auf einen Naturalaustausch hinausläuft. Auf Umwegen wurden ohne jede Devisenzahlung deutsche Jndustriewaren gegen amerikanische Baumwolle und amerikanisches Kupfer getauscht. Der Außenminister des Präsidenten Roosevelt, Hüll, hat sich stets als Verfechter starrer Grundsätze gezeigt. Er wollte unter keinen Umständen einen Naturalienaustausch anerkennen. Es muß daher in Deutschland erstaunen und Empörung Hervorrufen, wenn jetzt die Washingtoner Regierung Tauschgeschäften ausdrücklich z u ft i mmt, — allerdings Tauschgeschäften nicht mif Deutschland, sondern mit Großbritannien und mit Frankreich. Bereits vor einigen Wochen wurde von jüdischer Seite ein Plan entworfen, demzufolge der britische und französische Wertpapierbesitz in den Vereinigten Staaten gegen amerikanische Lieferungen von Kriegsmaterial verrechnet werden sollte. Damit ist der Beweis geliefert, daß Amerika dem Naturalienaustausch nicht deshalb widerstrebt, weil es ihn für unvraktifch und zeitwidrig hält, sondern weil Deutschland dabei beteiligt ist. Zu den wirtschaftspolitischen Vorwürfen, die von der Washingtoner Regierung gegen bas nationalsozialistische Deutschland erhoben werden, gehört auch der, daß Deutschland sich auf Märkten einzunisten und auszubreiten suche, welche die natürliche Domäne der amerikanischen Union seien. Ein Mitglied der deutschen Botschaft in Washington hat nun in einem Vortrag an der Universität Fordham an Hand ausführlicher statistischer Ziffern nachgewiesen, daß die Bemühungen Deutschlands um 'den südamerikanischen Markt keinen Einbruch in die Macht- und Interessensphären anderer Länder bar» stellen, sondern lediglich den Zweck verfolgen, verlorenes Terrain wiederzugewinnen. Vor dem Kriege nahm Deutschland im Südamerikahandel einen hervorragenden Platz ein; es wurde durch den Krieg und seine Nachwirkungen weitgehend aus dem Geschäft verdrängt und hat erst in den letzten Jahren wieder erheblich aufholen können. Der Vortrag hob hervor, daß sich Südamerika und Deutschland wirtschaftlich besser ergänzen als Südamerika und die Vereinigten Staaten, da die nordamerikanische Union für eine Reihe der wichtigsten Landesprodukte (Baumwolle und Weizen) keinen Bedarf hat, im Gegenteil den Versuch unternimmt, dem argentinischen Getreide In englischen Wirtschaftskreisen wird das neue Steuerbukett Sir John Simons im allgemeinen mit Zustimmung aufgenommen. Man bezeichnet es in Anbetracht der Gesamtlage als wirtschaftsfreundlich. Es wird besonders begrüßt, daß eine allgemeine Einkommen st euer- erhöhung vermieden werden konnte, so daß die Kaufkraft der breiten Schichten nicht betroffen wird. Ferner herrscht Befriedigung darüber, daß eine weitere Sonderbelastung der Wirtschaft nach Art des nationalen Wehrbeitrages vermieden worden ist. Die starke Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer wird zwar vielfach bedauert. In unterrichteten Kreisen vermutet man dahinter nicht in erster Linie reine fiskalische Erwägungen, sondern die Absicht, die Abwanderung englischen Geldes durch Ankauf von großen amerikanischen Wagen, die durch die Steuer besonders betroffen werden, a b z u b r e m s e n. Die Erhöhung der zusätzlichen Einkommensteuer für hohe Einkommen (surtaxe) und der Erbschaftssteuer für große Nachlässe trifft die dünne Schicht der großen Einkommen und Vermögen sehr erheblich. Man sieht in Wirtschaftskreisen darin bereits einen erheblichen Schritt in Richtung auf die sogenannte „Wehrpflicht des Reichtums", die aus innerpolitischen Gründen als Voraussetzung für die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht angesehen wird. Der Präsident des britischen Jndüstriever- bandes, Peter Bennett, sprach sich gleichfalls mit gewissen Einschränkungey vorteilhaft über die Haushaltsoorschläge Sir John Simons aus und erklärte, man muffe ihm zustimmen, daß angesichts der unvermeidlichen Notwendigkeit von Steuererhöhungen der Schatzkanzler wahrscheinlich d i e am wenigsten schädliche Methode gewählt habe. Die rechtsgerichteten Zeitungen wenden sich in der Deutschland weilt, besuchte zwei Berliner Schulen. In der Paulsen-Oberschule für Jungen in Steglitz nahm er an Unterrichtsstunden in Deutsch, Englisch und Geschichte teil und besichtigte eine Zeichen-Ausstellung. Die Spielschar der Schule trug ein kleines Händel-Konzert vor, Bläser und Trommler erfreuten die Gäste mit einem finnischen Marsch. Anschließend wohnte Kultusminister Hannula in der Karin- Göring-Oderschule für Mädchen in Lichterfelde dem Unterricht in Französisch, Biologie und Leibesübungen bei. Nach dem Besuch des Werk- und Kunst-Unterrichtes brachte die Spielschar der Schule ein Stück des jungen Mozart für Klavier und Zitherinstrumente zu Gehör, spielte Blockflöte, der gesamte Chor der Schule sang das Steuermannslied aus dem Fliegenden Holländer. Minister Hannula besichtigte ferner eine Ausstellung von Schüler- arbeiten im Rathaus Steglitz. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, empfing den Kultusminister. Am Mittag gab der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, von Weizsäcker, dem finnischen Gast ein Frühstück im Hotel Adlon. Englands Ausrüstung zur See. abs. London, 26. April. Die britische Admiralität veröffentlicht Einzelheiten über bas Schlachtschiff „ Prince of Wal e s ", das am 3. Mai durch die Schwester des Königs getauft werden wird. Das Schiff ist ein Schwesterschiff zu dem im Januar vorn Stapel gelaufenen ,Mng George V." und hat eine Wasserverdrängung von 35 000 Tonnen. Die Hauptbewaff- nung besteht aus zehn 35,6-cm-Gefchützen, die in drei Türmen untergebracht sind. Weiterhin verfügt das Schiff über sechzehn 14-cm-Geschütze in acht Türmen und eine größere Anzahl kleinerer Ge- chütze, die im wesentlichen für die Flugabwehr be- timmt sind. Das Schiff hat Getriebeturbinen und Oelfeuerung. Seine Geschwindigkeit wird mit 30 Knoten erheblich über der der bisher schnellsten englischen Schlachtschiffe „Nelson" und „Rodney" liegen, die 23 Seemeilen in der Stunde betrug, während die Schlachtkreuzer „Hood", „Renown" und „Repulse" bisher schon 30 Seemeilen in der Stunde laufen. Das Schiff wird mit Katapultvorrichtung zum Abflug der an Bord befindlichen Flugzeuge ausgerüstet sein. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Schutz gegen Luftbomben und Minen gewidmet worden. Die Besatzung wird etwa 1500 Mann stark sein. Der Marinesachverständige des „Daily Telegraph" gibt in feinem Blatt einen Ueberblick über das im Augenblick einer Beschleunigung unter» liegende gegenwärtige englische Flottenbau Programm Im Juni werden zwanzig neue G e» leit schisse von je neunhundert Tonnen auf Kiel gelegt. Es handele sich hier um einen völlig neuen Typ, der einem Vorkriegszerstörer gleichkomme. In zwölf Monaten sollen die neuen Fahrzeuge bei der Kriegsmarine Dienst tun. Beschleunigung wurde auch für die acht (von sechzehn) Z erst ö r e r angeordnet, die unter der Bezeichnung ,.^"-Klasse im Bauprogramm zu finden sind und eine Raumverdrängung von achtzehnhundert Tonnen haben werden. Nach einem Ueberblick über das Gesamtbauoorhaben erklärt das Blatt, monatlich erhalte die Flotte einen Zugang von achtzig neuen Geschützen, hauptsächlich vom Flak-Typ. Zur Bewaffnung von Handelsdampfern stünden in verschiedenen Häfen über zweitausend Geschütze montagebereit. In Kürze würden tausend Handelsdampser durch eine Deckversteifung zur Aufnahme dieser Armierung bereit fein. Vor Ende des Jahres seien mehr als zehntausend Offiziere der Handelsmarine im Gebrauch dieser Geschütze ausgebildet. Seit März 1938 sei der Mannschaftsbestand der Flotte von 112 000 auf 133 000 gebracht worden. In den nächsten Wochen wird eine neue Zerstörerflottille aus acht Schiffen der Javelin-Klasse, zur Flotte stoßen können. Im Sommer sollen die übrigen acht Schiffe folgen. Sie haben alle eine Tonnage von nicht ganz siebzehnhundert Tonnen und sind mit sechs paarweise angeordneten 4,7-Zoll-Geschützen (11,9 cm) sowie zehn Torpedorohrer ausgerüstet, die Geschwindigkeit wird mit 36 Knoten (67 Kilometer in der Stunde) angegeben. stärkt worden, entinischcn agartigver- t, verdächtigt und als „bösartige " binaestellt, ohne daß Gegen die Denlschenhehe in Südamerika Die gleichen Brunnenvergifter wie 1914 om Werk. Vuenos Aires, 25. April. (DNB.) Gegen die anhaltende antideutsche Greuelpropo» ga n d a wendet sich der Vorsitzende des Deutschen Bolksbundes in Argentinien, Dr. Roehmer m der Zeitschrift „Der Bund". Zunächst wird daraus hingewiesen, daß der Deutsche Volks» v und, dem auch viele Argentinier angehören, sich wahrend seines 22jährigen Bestehens niemals u m p o 111 iJ d) e Dinge gekümmert und nur an der Festigung der Freundschaftsbande zwischen den beiden Völkern gearbeitet hat. Angesichts der augenblicklichen Hetze müsse er jedoch warnend bar» auf Hinweisen daß die Dinge nicht so roeitergingen. Die Ziele und Methoden der Hetze seien b i e* g f e i= d) e n w i e 19 1 3/1 4 , nur die angewendeten' Mittel seren setzt noch niederträchtiger und unsauberer und dre Tonart der Skandalpresse noch ekelhoster und verlogener. Die Hetzkampagne falle bezeichnen» der weise rru dem Versuch der angelsächsischen Länder, Deutschland emzukreisen, zusammen und sei seitden letzten deutsch-ar- ..... Wirtschaftsabkommen s ch Leider sei es unverkennbar, daß teilweise die internationale Hetze das Ziel bereits erreicht habe. Verstimmung zwischen einem Teil der zirgentmier und der Deutschen. Tatsächlich würden Deutsche und Deutschstämmige Argentiniens grob» *1 beleidigt, verdächtigt und als „bösartige Verbrecher und Verschwörer" hingestellt, ohne daß die berufenen Stellen dagegen einschritten. Schließ- l:ch muhe jene ibelche zu den ruhigsten, anständigsten und arbeitsamsten Mitbewohnern des Landes gehörten, ein Gefühl der Verbitterung und Enttäuschung ergrei-fen, selbst wenn zahlreiche argentinische Freunde immer wie- öer versicherten, daß die wirklichen Argentinier mit öer Hetze nichts zu tun hätten. Es sei daher wünschenswert, daß nach dem völligen Zusammenbruch der Patagomen-Hetze die argentinische Regierung Maßnahmen ergreife, die den gewerbsmäßigen Brunnenvergiftern, Agenten der Moskauer Internationale und anderen Dunkelmännern, worunter sich nur wemge gebürtige Argentinier befinden dürf- ten, gründlich das Handwerk zu legen «ruf dem brasilianischen Markt Konkurrenz zu machen. Deutschland und früher auch andere europäische Länder haben verschiedentlich an den seltsamen Wirtschaftsgru-ndsätzen der Washingtoner Regierung Kritik üben müssen. In vieler Beziehung gebärdet sich die Bundesregierung zu Washington so, als ob die amerikanische Union noch das unerschlossene und kapitalbedürftige Land von früher wäre. Ein Land, das Fremdkapital an sich ziehen mußte, ist gezwungen, Außenhandelsüberschüsse zu erzielen, um das geliehene Kapital zu verzinsen und zu tilgen. Wenn aber ein Land aufgehört hat, Gegenstand der Erschließung durch andere zu sein und wenn es selbst anderwärts Erschließungspolitit treibt, so darf es nicht darauf bestehen, auch im Außenhandel Heber« schüfst zu erzielen. Es muß im Gegenteil seinen Schuldnern die Möglichkeit bieten, Geld zu verdienen um mit diesem Geld die SchuDen abzutragen. Es muß zu einer einseitigen Anhäufung von Kapital und Gold in den Bereinigten Staaten von Amerika führen, wenn zu den ein- strömenden Zinsen aus geliehenen Kapitalien auch noch einströmende Gelder aus Exportüber« s ch ü s s e n hinzukommen. Hebrigens hat sich gezeigt, daß Goldreichtum und Ziftammenballung großer Vermögen in wenigen Händen alles andere ist als eine Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt. In keinem großen Lande der Erde gibt es so scharfe Gegensätze zwischen maßlosem Reichtum und bitterster Rot wie in den Vereinigten Staaten. Es gehört schon allerhand Selbstgefühl und Blindheit gegenüber den wirklichen Verhältnissen dazu, um vom hohen Pferd herab andere Länder so abzukanzeln, wie es in gewissen amerikanischen Kreisen heute gegenüber Deutschland geschieht. Das deutsche Volk hat mit dem Auftreten der Amerikaner als wirtschaftspolitische Schicksals macher denkbar schlechte Erfahrungen gemacht. Die Behauptung des Staatssekretärs Hüll, daß Deutschland „alle Segnungen des Welthandels und alle internationalen Rohstoffquellen" genießen könne, wenn es sich im Sinne der westlichen Demokratien wohl- verhalten würde, ist in ihren wahren Motiven durchschaut. Man hat in Deutschland aber auch erkannt, daß die Amerikaner nur durch eigenen Schaden klug werden können. , Cr. Die Kriegshetzer werden nervös. Von unserer berliner Schristleitung. Berlin, 26. April. Dor Wochen wurde amtlich gemeldet, daß ein Teil der deutschen Flotte seine planmäßige Hebungsfahrt in die spanischen Gewässer antreten werde. Die englische Presse geriet darüber in eine kleine Aufregung, die sich jetzt auch im Parlament bemerkbar machte. Dazu ist rein sachlich zu sagen: das Deutsche Reich hat es nicht nötig, die EnAänder um Genehmigung zu bitten, wenn seine Kriegsschiffe eine Fahrt in den Atlantischen Ozean antreten. Die deutsche Presse verzichtet ja auch darauf, den Engländern gute Lehren über die zweckmäßigste Form der Landesverteidigung zu erteilen, etwa darüber zu urteilen, ob in England die allgemeine Dienstpflicht notwendig ist oder nicht. Diese Bevormundung englischer Einrichtungen überlassen wir gern den Franzosen. Ebenso überflüssig aber ist es, wenn man sich in London darüber ereifert, daß ein Teil der deutschen Flotte fremde Gewässer aufsucht, um dort Hebungssahrten durchzuführen. Daß spanische und portugiesische Häfen von unseren Schissen angelaufen wurden, ist seit 1926 fast jedes Jahr geschehen, erst der spanische Bürgerkrieg unterbrach diese Gewohnheit, weil er unseren Kriegsschiffen andere Aufgaben zuwies. Die Ostsee und die Nordsee sind für Flottenübungen im größeren Verbände wenig geeignet, daher fördert es die Ausbildung unserer Schiffe, wenn weiträumige Gewässer ausgesucht werden. Wenn unsere Einheiten englische ober französische Häfen dabei besuchen würden, würde das Geschrei der Kriegshetzer in der Londoner Presse noch größer werden, als es ohnehin schon ist. Dagegen werden sich unsere Seeleute freuen, nach langen Hebungsfahrten in ben Häsen b e f r eunb eter Nationen zu erscheinen, die von der englischen Einkreisungspolitik gegen Deutschland nichts wissen wollen. Das Thema von der „Freiheit der Meere" hat durch die jetzige englische Haltung allerdings eine eigenartige Beleuchtung erfahren. Man spielt sich in London als der Herr des Ozeans auf, ohne dessen freundliche Zustimmung kein anderes Kriegsschiff den 'Aermelkanal durchfahren soll. In ähnlicher Weist beteiligt sich der amerikanische | 'Präsident Roosevelt an der Panikmache. Es ift im Erinnerung, daß er Mitte Februar demonstrativ i Die Flottenmanöver verließ, angeblich, weil „beun- uuhigende Nachrichten" aus Europa Vorlagen. Da- j nnals stieg die Nervosität in den Vereinigten Staa- ' tien schon auf ihren Gipfelpunkt. Jetzt hat derselbe ^Präsident Roosevelt seine Beteiligung an geinem Bankett in Neuy ork abgelehnt «mit der Begründung, daß die „außenpolitische Spannung" so groß sei, daß er Washington micht verlassen könne. Der Schnellzug von Washington nach Neuyork braucht 31/3 Stunden, Das Flugzeug etwa 90 Minuten. Fernsprechverdin- Dungen dürfen hinreichend vorhanden sein, so daß Die Absage des Präsidenten nichts anderes ist als ocine Finte, um die Panik im Lande zu steigern. Dieses Spiel ist bisher den Kriegshetzern durchaus ^gelungen. So ist in den Städten Philadelphia und Milwaukee eine große Erregung ausgebrochen, als Dort einige Sprengungen vorgenommen wurden, Die laute Detonationen hervorriefen. Alle Welt glaubte, der Krieg sei erklärt, zumal gerade einige [Heine Truppenabteilungen über die Straße zogen. Ws wäre besser, wenn die amerikanische Regierung Ihren Bürgern darüber Auskunft geben wollte, welchen Zweck die großen Verkäufe von Flugzeugen inn die europäischen Westmächte verfolgen. Vorläufig keine Frankreich- Weisen deutscher Sportler. Berlin, 25. April (DNB.) In die seit Jahren nm Geiste bester sportlicher Freundschaft bestehenden Beziehungen deutscher und französischer Mannschaften ist durch die kürzliche französische Absage verschiedener Begegnungen von Ländermannschaften em Mißton gekommen. Alle Absagen sind auf Veranlassung der ranzösischen Regierung erfolgt, obwohl sich die Kreise des französischen Sports und die iranzösische Sportpresse aufs Stärkste dafür ein- gesetzt haben, daß die vereinbarten Treffen, für die | (»er französische Sport voll einstehen wollte, zum Uustrag kommen. Die französische Regierung glaubte I bedach, die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Durchführung nicht übernehmen zu können. ' Diese Entscheidung der ftanzösischen Regierung mfft den französischen Sport härter als uns. Eine Einmischung in die Auseinandersetzungen zwischen tiiem französischen Sport und seiner Regierung ist mich weder unsere Sache noch unsere Absicht. Deutschland hat jedoch so viele Möglichkeiten zur Austragung internationaler freundschaftlicher ^Begegnungen, daß es weder den Ausbau seines sport- ächen Programms noch auch seine akttven Sports- Lute, für die ja derartige Begegnungen die Krönung ihrer Laufbahn sind, der steten Gefahr so kurzfristiger und kurzsichtiger Absagen aussetzen 1 bann. Der R e i ch s s p o r t f ü h r e r hat sich daher ntschlossen, solange keine deutschen Mannschaften mehr auf französischem Boll lien starten zu lassen, als die französische Regierung dem französischen Sport nicht die Ge- i| währ dafür gibt, daß Abmachungen von ^Begegnungen zwischen deutschen und ftanzösischen Na- 'ionalmannschasten nicht derarttg kurzerhand verboten werden, wie das neuerdings der Fall war. Dabei bleibt ausdrücklich festzuhalten, daß für Begegnungen mit französischen Mannschaften i n Deutschland, wo Ordnung und Sicherheit dieser Spiele unter allen Hmständen garantiert sind, keinerlei Hindernis besteht. Deutschland, das Vorbild. General Moscardo über die künftige Politik Spaniens. Berlin, 25. April (DNB.) Der heldenhafte Verteidiger des Alcazars von Toledo, _ General M o s c a r d o , der als Ehrengast des Führers in diesen Tagen in Berlin weilt, erklärte einem Pressevertreter: Die Politik Spaniens wird durch den Caudillo auf 6er Basis der 26 Punkte der Falange geführt werden. Sie umfassen alles, was von der Tradition übernommen und verwertet werden muß, ohne dabei die Stimme der Jugend auszulöschen, einer Jugend, die mit dem Einsatz ihres Blutes das Verschwinden von all dem fordert, was sich dem nationalen Geist widersetzt. Man kann die Bewunderung, die das neue Deutschland Adolf Hitlers feinen Freunden einflößt, nicht in wenigen Worten genügend zum Ausdruck bringen. Selbst jene Dinge, die auf Grund ihres Charakters oder der geographischen Lage nicht auf das spanische Volk anwendbar sind, erwecken in uns große Bewunderung und Anerkennung. Der organisierte Willen des deutschen Volkes und vor allem jener blinde Glaube an euren genialen Führer, den Gott lange Jahre beschützen möge, gilt uns als Vorbild. Ihr seid das große Beispiel von Disziplin inmitten einer chaotischen Welt." Oer Umschwung in Bolivien. L a P a z (Bolivien), 25. April. (Europapreß.) Die Hmwälzung in Bolivien ist ohne Blutvergießen und ohne Anwendung von Gewalt vor sich gegangen. Staatspräsident Oberstleutnant Busch, hinter dem geschlossen das gesamte Heer steht, hat die Staatsgewalt fest in Händen. Das äußere Bild der bolivianischen Hauptstadt La Paz zeigt sich denn auch nach dem Hmsturz in keiner Weise verändert. Banken, Transportunternehmen, Schulen usw. sind nach wie vor geöffnet, und die öffentliche Ordnung war im Lande nirgendwo auch nur einen Augenblick lang gestört. Aus dem Verhalten der Be- völkerung wird geschlossen, daß diese mit dem Um- schwung einverstanden ist und hinter Staatspräsident Busch steht. , . m flf In einer durch Rundfunk verbreiteten Proklamation richtete Staatspräsident Busch scharfe Worte gegen die politischen Geschäftemacher und die parlamentarische Mißwirtschaft. Kapital und Arbeit müßten sich finden und ihre gegenseitigen Rechte und Pflichten harmonisch ausbalancieren. Er strebe ein System an, so sagte der Staatspräsident weiter, das Bolivien in diesem kritischen Augenblick brauche, um es vor politischen und sozialen Schwierigkeiten sowie aus einer wirtschaftlichen und finanziellen Krise zu retten. Nach den hier vorliegenden Meldungen hat der Hmschwung in Bolivien in allen südamerikanischen Staaten größtes Aufsehen erregt und wird von der Presse allenthalben als ein überraschendes Ereignis bezeichnet. Vor einer Regierungsumbildung in Belgrad. Budapest, 25. April. (Europapreß.) Prinz- regent Paul hat Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten des politischen Lebens begonnen. Es soll sich um die Vorbereitungen zur Bildung einer neuen Regierung handeln, die unter Führung des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Zwetko - witsch sich außer auf die gegenwärtige Regierungsmehrheit auch auf die kroatische Bauern- und Demokraten-Koali t i on stützen solle. Die Einbeziehung der Kroaten in die Regierung werde die Folge der serbisch-kroatischen Verständigung sein, deren Bekanntgabe für Samstag erwartet wird. Gleichzeitig werde auch die Neubildung der Regierung bekanntgegeben werden. Es seien auch Gerüchte im Umlauf, wonach auch die dritte Volksgruppe Jugoslawiens, die slowenische, in das neue Kabinett einbezogen werden solle. Militärische Sicherheitsmaßnahmen Dänemarks. Kopenhagen, 25. April. (DNB.) Jrn Hinblick auf die gegenwärtige internationale Lage hat die dänische Regierung die vier großen Parteien des Reichstages (Sozialdemokraten, Radikale, Konservative, Venstre) davon unterrichtet, daß sie schon jetzt die ausgebildete Mannschaft zum Heer einberufen werde statt erst zu den Herbstmanooern. Auch für die Kriegsmarine werden entsprechende ergänzende Einberufungen vorbereitet. Begründet wird diese Maßnahme darauf, daß die Wintermannschaft jetzt ihre fünfmonatige Ausbildung vollendet habe und entlassen werde. Die neu einberufene Sommermannschaft erlerne erst den Waffendienst. Es bestehe also ein Vakuum in der Verteidigungsbereitschaft Däne- marts. Bei ben Einberufungen zum Heer handele es sich um den Jahrgang 1938, insgesamt etwa 8000 Mann, bei den Einberufungen zur Marine um etwa 1000 Mann verschiedener Jahrgänge. Sechstens: Je williger der Tabak Feuchtigkeit aus der Luft auf nimmt, desto reicher ist er an aromatischen Bestandteilen. Der Fachmann prüft daher seine Tabakproben imfeucht- warmen Luftstrom seiner Klimaanlage. Deswegen pflegt auch der Kenner in eine frisch geöffnete Cigarettenschachtel zu hauchen, um mit der Entwicklung des aromatischen Duftes die Qualität der Cigarette zu prüfen. =*• 44t** kW Auch selbständig Berufstätige erhalten ein Arbeitsbuch. Das Programm -es belgischen Kabinetts. Brüssel, 26.April. (Europapreß.) In der belgischen Kammer gab Ministerpräsident P i e r l o t die Regierungserklärung ab. Im Gegensatz zu dem vor einigen Wochen von der ersten Regierung Pierlot be^anntgegebenen Programm enthält die Regierungserklärung keine genau umrissenen Forderungen, sondern beschränkt sich auf die Feststellung der Notwendigkeit einer verwaltungsmäßigen und finanziellen Reform. Die Regierung verspricht, sich für eine Steigerung der industriellen Aktivität und die Erschließung neuer Märkte einzusetzen, sowie Einschränkungen im Perso- naletat des Staatshaushalts vorzunehmen. Insbesondere sollen die Ausgaben für Pensionen, die im letzten Jahr 22 v. H. der gesamten Staatsausgaben ausgemacht haben. Der« rinaert werden. Die Ausgaben für die Arbeitslosigkeit will man nicht durch eine Derminde- runa der Unterstützungssätze, sondern durch eine Wieoerein-führung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß herabsetzen. Weiter verspricht die Regierung eine gesunde Finanzpolitik, die auf einem ausgeglichenen Haushalt und der augenblicklichen monetären Grundlage aufgebaut werden soll. In außenpolitischer Hinsicht will die Regierung an der bewährten Politik der Unabhängigkeit festhalten. Der militärische Apparat soll in dem Maße ausgebaut werden, das die belgische Sicherheit erfordert und die vorhandenen Geldmittel erlauben. Pierlot forderte von der Kammer Spezialvollmachten, um die Pläne der Regierung für die Verbesserung der Landesverteidigung durchzuführen und den Ausgleich des Staatshaushalts vornehmen zu können. In der Kammer fanden die Ausführungen des Ministerpräsidenten nur bei den Katholiken und den Liberalen, die an der Regierung beteiligt sind, Beifall. Alle äderen Parteien nahmen die Erklärung schweigend zur Kenntnis. Es wurde ein aus siebenundzwanzig Mitgliedern aller Fraktionen bestehender Ausschuß gebildet, der die beantragten Sondervollmachten, die bis zum 1. Dezember dauern sollen, prüfen wird. — Mittwoch ist die Abstimmung über die Erteilung der Vollmachten, an die gleichzeitig das Vertrauensvotum für die Regierung geknüpft ist, zu erwarten. Deutscher Bundsunk-Aachrichtendienst auch in Arabisch und Afrikaans. Berlin, 25. April. (DNB.) Der deutsche Rundfunknachrichtendienst in fremden Sprachen wird ständig weiter ausgebaut. Nachdem seit dem 21. April zu dem englischen Nachrichtendienst über die Reichssender Köln und Hamburg von 20.15 bis 20.30 ein zweiter von 22.15 dis 22.30 getreten ist, beginnen am 25.April Nachrichtensendungen in arabischer Sprache und in Afrikaans. Die Sendungen in arabischer Sprache gehen täglich um 17.45 Uhr MEZ. über die deutschen Kurzwellensender DJX 31,01 Meter gleich 9675 Kilohertz und DJC 49,83 Meter gleich 6020 Kilohertz. Die Sendungen in Afrikaans, der erste Nachrichtendienst in dieser in der Südafrikanischen Union vorherrschenden Sprache von Europa aus, werden täglich um 20 Uhr MEZ. über die deutschen Kurzwellensender DJL 19,85 Meter gleich 15 110 Kilohertz und DJX 31,01 Meter gleich 9675 Kilohertz gegeben. Ein weiterer Ausbau des Rundfunknachrichtendienstes in fremden Sprachen erfolgt nach Bedarf. Zunächst werden Landwirtschaft, Der planvolle Einsatz von Arbeitskräften ist nur möglich, wenn die Behörden ständig einen genauen Ueberblick über alle in der deutschen Wirtschaft selbständig oder unselbständig Tätigen besitzen. Zu diesem Zweck hat der Reichsarbeitsminister die Arbeitsbuchpflicht auch für die selbständigen Berufstätigen (mit Ausnahme der im Gesundheitswesen Tätigen und der Rechtsanwälte), für die Heimarbeiter, Hausgewerbetreibenden und Zwischenmeister sowie für die mithelfenden Familienangehörigen der arbeitsbuchpflichtigen Berufstäti- aen eingeführt. Die Ausnahmen, die bisher für Arbeitskräfte mit einem Monatsgehalt von mehr als 1000 Mark bestanden, sind in Wegfall gekommen. Künftig sollen folgende Personen ein Arbeitsbuch erhalten: 1. Arbeiter und Angestellte (einschließlich der Lehrlinge, Pranktikanten und Volontäre): ausgenommen sind ausländische Saisonarbeiter, ferner Personen, die sonst berufsmäßig Lohnarbeit nicht verrichten, wenn sie nur gelegentlich und kurzfristig beschäftigt werden, schließlich Besatzungen von Seefahrzeugen. 2. Selbständige Berufstätige sowie Heimarbeiter, Hausgewerbetreibende und Zwischenmeister. Der Personenkreis der selbständigen Berufstätigen umfaßt alle zu Erwerbszwecken tätigen Personen (auch Pächter, Teilhaber, Mitinhaber), die das wirtschaftliche Risiko ihrer Tätigkeit selber tragen. Eingeschlossen sind auch solche Personen, die, ohne ein Arbeitsverhältnis einzugehen, sogenannte Werkverträge gegen Entgelt ausführen, auch dann, wenn sie selbst keine Arbeiter oder Angestellten beschäftigen, z. B. freischaffende Künstler, Schriftsteller, Dolmetscher, Privat- Ndz. Die Richtlinien für Billigkeitsmaßnahmen auf dem Gebiet der G r u n b ft e u e r sind vom Reichsfinanzminister gemeinsam mit dem' Reichsinnenminister neu gefaßt worden. Einige Ergänzungen werden von Eigenheimbesitzern und Besitzern von unbebauten Grundstücken begrüßt werden. Die Grenzen für die zumutbaren Belastungserhöhungen aus Anlaß der Umstellung der Grundsteuer betragen jetzt bei einem Hebesatz bis 100 v. H. in Gemeinden bis 25 000 Einwohner 75 v. H., bis eine Million Einwohner 100 v. H., bei einem Hebe- fatz von 100 bis 150 v. H. in den beiden Gemeindegruppen 50 und 70 v. H. Bei einem Hebesatz von 150 bis 200 v. H. beträgt die zumutbare Belastungserhöhung in Gemeinden bis 25 000 Einwohner 35 v. H., bis eine Million Einwohner 50 v. H. Bei einem Hebesatz von 100 bis 250 v. H. sind es 25 und 40 v. H., bei einem Hebesatz über 250 v. H. 20 und 30 v. H. Bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ist stets von einem Satz von 60 v. H. auszugehen. Innerhalb dieser Grenzen ist von einem Steuererlaß wegen Belastungserhöhung in der Regel abzusehen. Ob und inwieweit in Ausnahmefällen Belastungserhöhungen, die unter diesen Grenzen liegen, erlassen werden, liegt im Ermessen der Gemeinden. Die neuen Richtlinien bezeichnen ein solches Entgegenkommen insbesondere als notwendig gegenüber Grundstücken, bei denen im Rechnungs- Handwerk und Heimarbeit erfaßt. lehrer, Handelsvertreter. Ausgenommen von der Arbeitsbuchpfticht find die im Gesundheitswesen hauptberuflich selbständig Tätigen, z. B. Aerzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Heilpraktikanten und Dentisten, Hebammen sowie die Rechtsanwälte. 3. Mithelfende Familienangehörige der arbeitsbuchpflichtigen Berufstätigen, auch wenn sie nicht als Arbeiter und Angestellte _ beschäftigt werden. Z. B. erhalten mithelfende Ehefrauen das Arbeitsbuch, wenn ihre Tätigkeit sich nicht nur auf die bei Ehefrauen übliche Haushaltsführung, Betreuung der Kinder usw. erstreckt, sondern auch in Hilfsdiensten für die selbständige Berufstätigkeit des Ehemannes. Danach erhalten das Arbeitsbuch z. B. Ehefrauen, die in der Landwirtschaft oder im Einzel- handelsgeschäst ihres Ehemannes regelmäßig helfen, und nicht mehr volksschulpflichtige Kinder eines Heimarbeiters, die ihrem Vater bei der Heimarbeit helfen. Es ist beabsichtigt, zunächst die selbständigen Berufstätigen der Landwirtschaft und deren mithelfende Familienangehörigen, sodann die Selbständigen und Familienangehörigen des Handwerks und weiter die Heimarbeiter, Hausgewerbetreibenden und Zwischenmeister mit ihren mithelfenden Familienangehörigen zu erfassen, während die Ausgabe des Arbeitsbuches an die übrigen Berufsgruppen noch zurückgestellt wird. Die Arbeitsämter werden öffentliche Bekanntmachungen erlassen und die Personengruppen, denen das Arbeitsbuch nach der Verordnung vom 22. April 1939 neu auszustellen ist, in einer bestimmten Reihenfolge zur Antragsstellung a u f r u f e n. jahr 1937 wegen Krisenmieten erheblicher Steuererlaß gewährt worden ist, ferner Grundstücken in großstädtischen Randgebieten, die höher bewertet sind als in der Innenstadt, und schließlich gegenüber gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieben kleinen und mittleren Umfangs. Bei eigengenutzten Wohngrundstük- k e n wird die Belastungserhöhung erlassen, wenn sie dem Steuerschuldner nach seiner wirtschaftlichen Lage nicht zugemutet werden kann. Eine unverhältnismäßig hohe Belastung des Steuerschuldners ist allgemein anzunehinen, wenn die Belastung je nach Lage der Verhältnisse 20 bis 30 v. H. der gesamten Einkünfte beansprucht. Auch die Ver- mögenverhältnisse sind bei der Prüfung zu berücksichtigen. Wohl wollende Behandlung wird besonders bei den kleineren und mittleren Einfamilienhäusern empfö'hlen. Im Interesse der Ernährungswirtschaft wird eine weitgehende Begünstigung der Kleingartenlandgrundstücke als erwünscht bezeichnet. Das gleiche gilt bei unbebauten Grundstücken, die der Eigentümer selbst, jedoch nicht des Erwerbs wegen, als Gartenland benutzt. Auch bei anderen un- beberuten Grundstücken kann die Einziehung der vollen Grundsteuer zu einer unerträglichen Belastung des Steuerschuldners führen, besonders dann, wenn der Grundbesitz keine gewinnsüchtige Kapitalanlage bildet und zurzeit zu keinem ange- messenen Preis verkauft oder aus zwingenden Gründen noch nicht bebaut werden kann. In derartigen Fällen haben die Gemeinden die Steuern soweit zu erlassen, daß dem Steuerschuldner nach seiner wirtschaftlichen Lage die Aufbringung der Steuer zugemutet werden kann. — Die neuen Weisungen gelten ab 1. April 1939, können aber mit Ausnahmen der Grenzen für die zumutbaren Belastungserhöhungen auch noch rückwirkend für 1 938 angewendet werden. Jahrgang 1928/29 zu 90,7 v H in -er HI. Berlin, 25. April. (DNB.) Am 50. Geburtstag des Führers wurde der neue Jahrgang 1 9 2 8/29 der zehnjährigen Jungen und Mädel in die Hitler-Jugend ausgenommen. Es handelt sich dabei noch nicht um die Anmeldung auf Grund der Jugenddienstpflicht. Von 551 309 Jugendlichen haben sich 509 083 Jungen, das sind 92,3 Prozent, von 519884 Jugendlichen 462 548 Mädel, das sind 89.0 Prozent, gemeldet. Die Gesamtzahl des Jahrganges beträgt 1 071 193, von denen 971631, also 90,7 Prozent, in die Hitler-Jugend eingetreten sind. In das Jungvolk und den Jungmäoelbund wurden von älteren Jahrgängen zum Geburtstag des Führers 1032 991 Jugendliche ausgenommen. Die hier aus freiwilliger Grundlage erfaßten Jugendlichen gehören allerdings nicht, wie die Jugendlichen, die bis 20. April 1938 eingetreten sind, der Stamm-Hitler-Jugend an. Sie können jedoch nach mindestens einjähriger Bewährung, sofern sie den Voraussetzungen der NsDAP. entsprechen, in die Stamm-HI. aufgenommen werden. Wetterbericht Das über Nordeuropa liegende Tiefdruckgebiet füllt sich rasch auf. Am Dienstag kam es bei uns zu wiederholten Schauern. Auch besteht, vor allem für die nördlicheren Teile des Reiches, die Schauerneigung noch fort. Die Temperaturen sind bei Luftzufuhr aus Nord weiter zurückgegangen und auch nachts, begünstigt durch kräftige Ausstrahlung bei heiterem Himmel, sinken die Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe ab. Das durch die Kaltlustzufuhr über dem Ostatlantik aussteigende Hochdruckgebiet bleibt im wesentlichen wetterbestimmend. Vorhersage für Donnerstag: Vielfach heiter und meist trocken, nachts sehr frisch, tagsüber nur mäßige Erwärmung. Winde von Nord. Lufttemperaturen am 25. April: mittags 10,5 Grad Celsius, abends 9,5 Grad: am 26. April: morgens 6,6 Grad. Maximum 11,5 Grad, Minimum heute nacht 5,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. April: abends 10,2 Grad; am 26. April: morgens 9,2 Grad. — Niederschläge 1,6 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (in Urlaub), i. V.: H. L. Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Reue Mligkeitsmaßnahmen bei der Grundsteuer Aicht nur gegen rheumatische Schmerzen sondern zur wirksamen Bekämpfung der Krankheiten selbst hat sich seit mehr als dreißig Jahren ein Mittel gegen Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß und Gicht bewährt, das einfach und bequem in der Anwendung, billig im Gebrauch und ohne alle schädlichen Nebenwirkungen ist. Es hat vielen Tausenden durch wirkliche und dauernde Hilfe segensreiche Dienste geleistet. Sie sollen dieses Mittel selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet. Aber ehe ich Ihnen über die wohltätige Wirkung des Gichtosint mehr jage, lesen Sie folgende Briefe: Opitz über Bautzen, 13. 2.39. Hiermit möchte ich Ihnen meinen allerbesten Dank aussprechen, daß mir Ihre Gichtosint-Tabletten äußerst gute Dienste getan haben. Habe mich mit meinem Ischiasleiden das ganze Jahr hindurch geplagt. Wo ich nur kann, empfehle ich Ihr Gichtosint. Frau Helene Suchi, Landwirtschafterin. Fuchsmühl b. Wiesau, Oberpf., 5.1. 39. • Ihre Gichtosint-Kur hat einen glänzenden Erfolg gehabt, und ich bin daher, trotzdem ich ohne Stock keinen Schritt gehen konnte, heute wieder ein froher und gesunder Mann. Ich danke Ihnen von Herzen. Josef Ulrich, Kapellmeister. Nürnberg-S., Paulstraße 4/II, 27.2.39. Ich bin bald 77 Jahre und bin jetzt durch die Gichtosint-Tabletten von meinem Leiden befreit, kann wieder gehen und mich bewegen und meinen Arbeiten Nachkommen wie ehedem. Obwohl ich keine Schmerzen mehr habe, lasse ich die Tabletten nicht ausgehen. Sie wirken bei mir langsam, aber sicher. Meine Bekannten sind ganz überrascht. Mit besten Dankesgrüßen Anna Bilsmeier, Haushälterin. * Solche Briefe besitze ich in überaus großer Zahl und alle sind Ausdruck der Anerkennung und Dankbarkeit dafür, daß Gichtosint geholfen hat. Ein gutes Mittel gegen die rheumatischen Schmerzen, die zu Beginn der Trinkkur naturgemäß meist noch empfunden werden, ist die Gichtosint-Salbe. Sie ist eine sehr wirksame Ergänzung der Trinkkur. Sie können kostenlos und portofrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung erhalten, wenn Sie ihre Adresse senden an: Max Dultz, Abt. Gichtosint, Berlin Nr. 235, Friedrichstr. 19. 3040V Gichtosint ist in allen Apotheken zu haben. Im 74. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Gießen (Stephanstraße 36), den 26. April 1939. Gießen (Löberstraße 7)* den 25. April 1939. Die Einäscherung findet auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. Die Beerdigung hat in der Stille stattgefunden. 02120 3041D Ml Sreiioe an üelllM vllllb öerniiliM-Mer ENGROS-LAGER in Heute geschlossen zu verkaufen 02121 Stadttheater Schriftliche Angebote unter 3064 D an den Gießener Anzeiger erbeten Am 24. April entschlief sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante ist nach langer, schwerer Krankheit im 56. Lebensjahre für immer von uns gegangen. MeineJiebe Tochter, unsere herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante NnstmINge Kleinanzeigen werden zum er. mätzisten Grund, oreis von s pf. lm die Millimeter» teilt veröffentlicht Trikotagen und Strümpfen Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. April, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Ernststr. 21 aus statt. Heuchelheim, Dutenhofen, Frohnhausen (Dill), Ibbenbüren, den 25. April 1939. In tiefer Trauer: Friedrich Rausch nebst allen Angehörigen. Frau Elisabeth Block Wwe. geb. Rausch 19.30—22 Uhr 28. Mittwoch-Miete 1 Lilly Sedina vom Staatstheater Wiesbaden a. G. in der vorletzten Vorstellung Der Vetter aus Dingsda Operette von Künneke. Preise: RM. 0.90—3.60. [3011D Frau Elisabeth Mickel geb. Thumann Seltene Natur - urkunden von den Halligen und vom Wattenmeer, di« alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter SäheiWölern u.5eeHBrooll)en Beobachtungen und Natururkunden aus d. Vogelwelt d.d«uts»en Nordseeküste. - Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Natur- aufnahmen.In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Berlangen Sie bitte das ausführlich« Werbrblatt. HugoBermühler Verlag Berlin« Lichterfelde 4 PS- Milrmuolof (Gleichslrom) zu kaufen gesucht M'H.MWnn Motor- Rad 200 od. 250 ccrn, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote m. Preisangabe U.3060D an den Gießener Anzeiger erbet. 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Walltorstr. 75. Aus -em Reiche -er Frau. Frühjahrs- undMntergarderobe as fottert wir tragen? MODEZEICHNERS PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES Tür Linser Fußboden. ersten Reim- PUR SEIDENE SOMMERKLEIDER H Mitteln, einem Wechsel der gewohnten Creme, einem anderen Puder usw., bekämpfen, so nötig er auch sein kann. Die Ernährungsumstellung ist ebenso wichtig: möglichst viel Salate, Tomaten, Gurken, Gemüse, wenig Fleisch, öfters Fischnahrung, die mit ihrem reichen Vitamin- und Lezithmgehalt und ihrer leichten Verdaulichkeit den Körper entlastet und ihm die nötigen Stoffe zuführt. Viel frische Luft, morgens Gymnastik bei offenem Fenster, Körperbürsten mit mittelharter Bürste während einer kühlen Dusche sind wichtige Hilfen bei der Hautpflege. Bei glänzender Haut wechsle Man von der gewohnten Fettcreme zu einer halbfetten Wichtig ist auch die Beschaffenheit des Wassers. Kalkhaltiges Wasser macht man durch^Zusatze weich und somit zur Hautpflege geeignet, solche Zusätze sind: Borax, Benzoetinktur, Kamillentee, Kiele, Zitronensaft. Toilettenessig ist wegen seiner zusammenziehenden Wirkung bei fettiger und großporiger Haut zum Gebrauch zu empfehlen. Ist die Haut fettarm, was sich durch Sprödigkeit und schilfrige Absonderungen zeigt, dann nehme man zur täglichen Waschung eine möglichst überfettete Seife. Manch sehr empfindliche Haut verträgt aber keine Seife. Sie entzündet sich, juckt, wird spröde. Zn Vitamin und schlanke Linie. Im beginnenden Frühjahr merkt gar mancher schon bei geringfügigen Spaziergangen und Wanderungen eine bleierne Schwere in den Gliedern, ein Ziehen in den Waden. Man fühlt sich richtiggehend müde und hat vielleicht auch keinen rechten Appetit. Es wäre zuviel gesagt, daß dies Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sind. Jedoch muß man diesen Alarm des Körpers beachten. Es fehlt Vitamin C. Der winterlichen Ernährung hat es daran gefehlt. Die natürlichen Quellen dieses Vitamins, die frischen Gemüse, die Früchte, waren im Winter knapp. So muß man im Frübjahr nachholen. Das Vitamin C ist von außerordentlicher Wichtigkeit. Man nennt es m der Sprache der Wissenschaft das „antiskorbutische Vitamin". Das Deutsche Frauenwerk schreibt: Ein gepflegtes Aussehen der Fußböden im Haushalt verleiht der ganzen Wohnung und ihrer Einrichtung ein anderes Aussehen. Doch nimmt die Fußbodenpflege einen erheblichen Teil der Arbeitszeit der Hausfrau in Anspruch. Es heißt also dabei wieder, auch diese Arbeit zweckmäßig, mit so wenig Kraftaufwand als möglich, zeit- und geldsparend zu verrichten. Der Hausfrau stehen heute sehr viele Mittel zur Verfügung zur Pflege ihrer Fußböden. Oft weiß sie aber nicht, welches das Richtige i|t. Wir möchten ihr hierzu einige Ratschläge geben, die sie ohne Bedenken annehmen kann. Die Dersuchs- stelle für Hauswirtschaft in Leipzig hat durch langjährige Versuche für alle verschiedenen Fußbvden- arten Reinigungsmittel erprobt, die sich in Bezug auf gründliche, zweckmäßige, geld- und zeitsparende Reinigung als vollkommen erwiesen haben. Ein einfacher roher Holzfußboden (Fichten-, Tannen- und Kiefernholz) wird nut warmer Kern- oder Schmierseifenlösung und Flußoder Seesand und einem Pflanzenschrubber gescheuert. Dann mit klarem Wasser gut nachgespult. Lackierte und lasierte Holzfußböden werden nur mit warmem Wasser aufgewischt. Bei starker Verschmutzung des Bodens nehmen wir eine schwache kalte Kernseifen-Lauge und spülen klar nach. Nachdem die Böden durchaus getrocknet sind, wachst man sie wieder mit einem guten Bohnerwachs ein, poliert sie mit einem wei- - ' -------■**-> blank. Wir Für elegante, seidene Sommerkleider zeigen wir heute drei Modelle, deren Stoffe mit Blüm en, Streifen und kleinen Tupfen bedruckt sind. Das in blau, rot, violett und etwas goldgelb engbedruckte hellgraue Crep-de-Chine = Kleid (links) hat bei einer engen Taillenpartie einen sehr weiteingelesenen Rock und ein gezogenes Blusenteil mit ebenfalls reichgelesenen, halblangen Aermeln. Blaues Samtband, das sich auch an dem hellgrauen Strohhut mit den blau, rot und violetten Blüten wiederholt, ist durch die Brustdrapierung gezogen, im Rücken gekreuzt und vorne zur Schleife gebunden. Aus diagonal gestreiftem Lav a h l e in kis und hellbraun ist das Kleid (Mitte) mit der gelesenen Mittelpartie und den weiten Raglanärmeln. Der braune Streifen ist zum Bündchen und Gürtel mit den großen Schleifen verwendet, Em hellbrauner Strohhut mit grobem, dunkelbraunem Schleier und Federpompons in türkis und dunkelbraun, ergänzt das Kleid. Aus altrosa La vahle mit dunkelblauen, kleinen Tupfen ist das Faltenkleid (rechts) mit den Aufschlägen und dem Krägelchen aus Va- lenciennespitze. Der Gürtel ist aus dunkelblauem Moireband, der Hut aus Panamastroh mit einer Schleife aus dem Kleidmaterial. H. Die Techml als Heiser der Iran. Arbeitserleichterung für den ländlichen Haushalt. Wurde die Technik auch zuerst nur in den Dienst der industriellen und landwirtschaftlichen Betriebe, der großen Verkehrs- und Versorgungsunternch- mungen gestellt, so hilft sie heute auch den Haushaltungen und erfüllt damit ihre bedeutungsvolle Aufgabe, die Arbeit zu erleichtern, zu beschleunigen und vielfach auch zu verbilligen. Schon die Hausfrau in der Stadt ist dankbar für alle Einrichtungen, die ihr die Technik schenkte und ihr manche körperliche Anstrengung und manche Minute Arbeitszeit ersparen. Eine noch wichtigere Rolle spielt die Technik für den ländlichen Haushalt. Auf dem ; Lande hat die Frau ein noch größeres Arbeitsgebiet zu bewältigen. Zn den Hausarbeiten kommen noch die zahllosen kleinen und größeren Arbeiten m den Ställen, im Garten und auf dem Feld. Hier darf die Hausarbeit nur einen Teil der Arbeitskraft beanspruchen, die anderen Arbeiten find, zumal im Sommer, oft viel dringender. Da der Tag nun einmal nur vierundzwanzig Stunden hat und auch noch eine Schlafenszeit bleiben muß, da auch, zumal in kleinen Betrieben, heute längst nicht immer die notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, kommt olles darauf an, die Arbeit so zu rationalisieren, daß die Kräfte der Frau nicht bauernd über das erträgliche Maß hinaus beansprucht werden. Hier setzt die Hilfe der Technik ein. Manche Voraussetzungen hier- ür lassen sich natürlich nicht von heute auf morgen chaffen, große bauliche Veränderungen, Anlagen von Strom und Wasserversorgung, Anschaffung großer Geräte und Maschinen für die Haus- und Gartenarbeit kann nicht jeder Betrieb sofort ermöglichen. Trotzdem können aber viele Arbeitserleichterungen geschaffen werden und sind auch schon durch die tatkräftige Selbsthilfe der Landfrauen durchgeführt worden. Beispielswirtschaften, wie sie z. B. die Landesbauernschaft Rheinland eingerichtet hat, zeigen der Hausfrau, wie sie durch planmäßige Arbeitseinteilung, durch kleine technische Hilfsmittel, vor allem aber durch zweckmäßige Einrichtung der Küche, der Vorratsräume usw. viel unnötige Arbeit sparen kann. Nicht immer kann ein ganzes Haus umgebaut oder erst ein Stall niedergerissen werden, um diese Bauten allen Erfordernissen entsprechend mit günstiger Lage der Räume, elektrisch Licht usw. wieder aufzubauen. Manche kleine bauliche Veränderung oder selbst nur Anbringung von Licht- ober Wasseranschlüssen, ein Umstellen der Küchenmobel u.a. erspart manch unnütze Anstrengung. Auch die Reichs- nährstondsausftellung in Leipzig widmet gerade den oft bisher übersehenen Hilfsmitteln, die ieder Frau möglich find und wenig oder gar nichts kosten, in der Sonder schau der Landfrau eine besonders eingehende Darstellung. Immer mehr an Bedeutung gewinnen heute auch die Gemeinschaftsmaschlnen. Gerade diese maschinellen Hilfsmittel werden den Landfrauen sehr viel Arbeitserleichterungen gewah- ren. Jedenfalls haben es die Landfrauen aus der Praxis ihrer Erfahrung heraus in die Hand genommen, ihren Mitschwestern mit der Zeit die Arbeit soweit als möglich zu erleichtern und sie dadurch zur Erfüllung ihrer für uns alle wichttgen Aufgabe weiterhin zu befähigen. Li. solchem Falle benutze man statt Seife die mild- wirkende Mandelkleie. Auch vorsichtiges Abtupfen mit einem guten Gesichtswasser oder Hautöl ist angebracht. . Bei Hautunreinigkeiten wie Mitesser, Pickel usw. benutze man keine Handtücher, sondern weiche Zellstoffstücke, die man nach Gebrauch vernichtet. Handtücher übertragen Hautunreimgketten von einer Stelle zur andern. Hautfehler dürfen niemals mit einer dicken Puderschicht unsichtbar gemacht werden. Damit verschärft man nur das liebel. Gerade eine gute Hautatmung ist zur Behebung der Störungen von Wichtigkeit. Man sei auch mit Massage vorsichtig, so lange die Haut irgendwie gereizt ist; man begnüge sich mit einem leichten Einklopfen der Creme. Dor dem Wind schütze man die Haut durch Aufträgen von wenig Creme, die aber nur wie ein Hauch auf ber Haut liegen darf, damit die Porenatmung nicht behindert wird. Die meisten kleinen Hautschäden, die im Frühjahr auftreten, verschwinden bald, wenn die Rücksicht auf die entsprechende Ernährung sich mit einer sorgfältigen Hautpflege mit den einfachen Mitteln, wie wir sie genannt haben, und der Zuführung viel frischer Luft verbindet. v. S. Das Deutsche Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft- t Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau, Frankfurt a.M., schreibt: Jetzt wird es Zeit, die Frühjahrs- und Sommersachen zu richten. Bei Sonnenschein oder auch bei trockenem Frühlingswetter hängen wir alle überwinterten Kleidungsstücke an die Luft. Die Knöpfe werden nachgesehen und vielleicht nachgenäht, schadhafte Stellen werden ausgebessert. Haben wir hie und da noch einen Flecken am Mantel oder Anzug entdeckt, wird er schnell beseitigt. Ein gutes Mittel zum Reinigen der Sachen ist eine Salmiaklosung (auf 1 Liter Wasser nimmt man 2 Eßlöffel Salmiakgeist). Nach Möglichkeit benutzt man einen gleichartigen und gleichfarbigen, nicht fransenden Lappen zum Säubern. Die Schmutzstellen werden mit Dem durchtränkten Lappen recht gut abgerieben und zum Schluß mit klarem Wasser nachgerieben. Um sicher zu gehen, daß die Salmiaklösung bei farblassenden Stoffen nicht zu stark ist, machen wir vorher an einer unsichtbaren Stelle des betreffenden Kleidungsstückes eine Probe oder tauchen ein Läppchen gleichen Stoffes in die Salmiaklösung. Gegebenenfalls wird die Lösung dann noch verdünnt. Aber auch unsere Winterkleidung will danach versorgt sein. Wir haben vielleicht leider alle schon einmal die Erfahrung gemacht, wieviel Schaden die kleinen unscheinbaren Motten anrichten können. Daher müssen wollene Sachen mottensicher verpackt werden da sich hierhinein die Motten am liebsten setzen, um ihre Eier abzulegen. Aber auch in unbenutzte Federbetten, Pelzsachen, Teppiche usw. setzen sich die Motten sehr gern fest. Wie schützen wir uns davor? Die Vorbedingung ist, daß die Kleidungsstücke oder dergleichen zum Aufbewahren emwand- frei sauber sind. Kein Staub, kein Fleckchen u|m darf mehr dem Gegenstand anhaften. Wir tun gut daran, ihn zu sonnen und ordentlich zu durchlüften. Beim Verpacken benutzen wir Zeitungspapier. Den Geruch der Druckerschwärze lieben die Motten nicht. Außerdem gibt man noch Mottenzerstörungsmittel zu den Sachen. Mäntel und Kleider werden gut in einem Mottenschrank aufbewahrt. Unten hinein legt man bann die anderen verpackten Gegenstände. Es ist darauf zu achten, daß alles luftdicht verschlossen ist. Möglichst jedes getrennt eingepackte Stuck soll beschriftet sein, damit man nicht unnötig alles aufreißen muß, wenn in der kommenden Zeit einmal etwas benutzt wird. . Aber nicht jeder Haushalt ist im Besitz eines Mot- tenschrankes. Er kann durch einen Koffer ersetzt werben. Die Kleidungsstücke legt man sorgfältig obenauf. In die Knickstellen gibt man Zeitungspapier. Dadurch werden Falten und Bruchstellen vermieden. Für Pelzmäntel und Jacken, aud) für Mantel und Pelzkragen gibt es „Mottensäcke" zu kaufen. Sie sind ebenfalls sehr praktisch und mottensicher. Es genügt durchaus, wenn unsere Kleidung die Mode mitmacht. Modischen Gesichtspunkten unseren Körper zu unterwerfen und geradezu mit Gewalt schlank werden zu wollen, kann höchst gefährlich sein. Es gibt für das Verhältnis von Körpergröße und Durchschnittsgewicht eine Faustregel. Wenn man soviel Kilogramm wiegt, wie man über einen Meter groß ist, hat man das normale Durchschnittsgewicht. Neigt man zu übermäßigem Fett- ansotz und erhöht sich das Körpergewicht sehr über den Durchschnitt, dann ist es ratsam, die Ernah- rungsweise abzuändern und sich körperlich tüchtig zu bewegen. Es empfiehlt sich, die Kohlehydrate (Stärke und Zucker) einzuschränken; ebenso die Zufuhr von Fett und Flüssigkeit und im Zusammenhang damit den Genuß von Kochsalz und scharfem Gewürz. Wer viel Süßigkeiten aller Art ißt ober sehr viel von Reis, Grieß- und Milchspeisen halt, sehr viel Kartoffeln, Hülsenfrüchte, vor allem Linsen und Erbsen oder Karotten zu sich nimmt, unterstützt die Tendenz seines Körpers, dick zu werden. Fette, wie Schmalz, Oel, Speck, fettes Fleisch, Schweinebraten, Gans und Ente, Suppen usw. sind vorzüglich geeignet, das Körpergewicht zu erhöhen. Gut, vor allem im Frühjahr, sind Trockenbrot und Vollkornbrot, Gemüse, vor allem Blattgemüse, Salate und Obst. An Butter sollte man höchstens etwa 25 Gramm am Tage — eine Ration, wie sie heute im allgemeinen jedem einzelnen zur Versu- gun steht — verzehren. Eiweiß in der Form von Eiern — soweit vorhanden —, mageres Fleisch und Fische, fettarme Käse, wie z. B. Quarkkäse, sind vorzügliche Diätspeisen für die „schlanke Linie'. Vor allem aber ist zu beachten, daß man auf keinen Fall übertreiben oder mit Gewalt vorgehen soll. Am besten ist es, den Arzt zu befragen. Sehr gefährlich ist es geradezu, bestimmte Medizinen, nut denen man eine Abmagerungskur vornehmen soll, einzunehmen. Es ist wiederholt in der letzten Zeit festgestellt worden, daß Frauen, die ihren Körper durch gewaltsame Entfettungskuren entkräften, sehr schwer gesunde Kinder zur Welt bringen. V. A. gung die Böden nicht unnötig mit einem Pflanzenschrubber gescheuert werden. Der Anstrich leidet dadurch. Abgetretene Stellen bessert man aus mit gleichfarbigem Bohnerwachs. Geölte Holzfußböden., auch Pttchpine- holz, werden mehrere Male mit einer warmen Sodalösung» geschrubbt, klar ausgewaschen dazwischen, und wenn der Boden vollkommen ttocken ist, wird er mit Leinölfirnis geölt Bei sehr starker Verschmutzung des Bodens hilft man am besten mit Scheuersand nach, falls die Sodalösung allem nicht hilft. Parkettfußböden wollen kein Wasser! Sie werden nur bei sehr starker Verschmutzung abge- spänt. Sonst nehmen wir Terpentinölersatz zur Reinigung. Das Parkett wird mit einem Pflanzenschrubber ober einer Bohnermaschine gescheuert. Das Aufnehmen des gelösten Schmutzes geschieht durch einen weichen Lappen oder Putzwolle. Danach bohnern mir das Parkett mit einem festen Wachs und polieren es blank. Linoleum fußb öd en und ihre Ersatzstoffe reinigen wir am besten auch mit Terpentinölersatz. Nachher mit einem guten Bohnerwachs einwachsen. (Eventuell auffärben mit farbigem Bohnerwachs.) Wir nehmen also wieder keine Seife und Soda zur Reinigung, wie das so gern von den Hausfrauen gemacht wird. Steinboden aus Fliesen wird mit einer warmen Seifen- oder Sodalösung behandelt. Wir scheuern den Steinboden tüchtig und waschen ihn schön klar nach. Aber nur bei sehr starker Verschmutzung etwas müden Sand zur Reinigung verwenden. Rhabarber, Rhabarber! Es gibt wieder Rhabarber! Nach den langen Wintermonaten freuen wir uns doppelt über diese erfrischende und gesunde Frucht. Seine besonderen Vorzüge sind Billigkeit und leichte Möglichkeit der Verarbeitung. Rhabarbergerichte erfordern memg Vorarbeiten, sie können daher auch von solchen Hausfrauen hergestellt werden, denen — wie zum Beispiel berufstätigen Frauen — wenig Zeit zur Verfügung steht. Der früher manchmal beanstandete, verhältnismäßig hohe Zuckerverbrauch durfte heute, da man den hohen Nährwert des Zuckers erkannt hat kaum noch als Nachteil empfunden werden. Rhabarber läßt sich beinahe ebenso vielseitig verwenden wie unsere beliebteste Fistcht, der Apfel. Man verwendet ihn nicht nur bei der Herstellung von Suppen, Kaltschalen, Kompotts, Kuchen, Nachspeisen usw., sondern stellt auch selbständige Gerichte daraus her, die als Hauptgang zu Mittag gereicht werden. Mit Hilfe von Graupen Grieß, Sago DVM, Haferflocken oder dergleichen kann man leicht kalte ober warme Rhabarberspeisen zubereiten die genügend Sättigungswert besitzen und — vielleicht noch mit einer Suppe vorher — ein ausreichendes Mittagessen bilden. Zu diesen Gerichten wird entweder der Rhabarber in der notwendigen Menge Wasser vorgekocht und dann das Dickungsmittel hin- zugeaeben oder man bereitet Rhabarberkompott bzw. Mus und läßt Sago, DPM., Graupen usw. gesondert in Milch garko'chen. Die Speise wird dann als Schlichtgericht zu Tisch gegeben; man kann auch einen Auflauf daraus arbeiten. Besonders zu empfehlen sind Rhabarbergrauben, also Graupen, Die m Rhabarber gargemacht werden; man rechnet Dabei 200 Gramm Graupen auf 500 Gramm Rhabarber. Rhabarberauflauf: 500 Gramm geschälter, in kleine Stücke geschnittener Rhabarber wird in wenig Wasser mit Zucker und Zitronenschale weichgekocht. Zwei Eiweiß schlägt man zu Schnee eben so werden zwei gehäufte Teelöffel Milli m acht Löffeln Wasser aufgelöst und zu Schnee geschlagen. Zwei Eigelb rührt man mit zwei Eßlöffeln Zucker schaumig, fügt einen Löffel Mehl, etwas Vanillezucker, einen Löffel Butter- oder Sauermilch hinzu und un- unterzieht den steif geschlagenen Schnee. Die Halste der Masse in eine gefettete Auflaufform geben, darüber das gut abgetropfte erkaltete Rhabarbermus füllen und mit Dem Rest der Teigmasse bedecken. Bei schwacher Hitze backen lassen und mit Puder- zucker bestreut zu Tisch geben. Hautpflege im Frühjahr. 3m Frühjahr erfordert die Hautpflege besondere Beachtung, mitunter auch eine völlige Umstellung in den bisher gebrauchten Mitteln. Manche Haut reagiert nämlich auf einmal weniger gunsttg auf Dinae die ihr. im Winter angenehm waren. Der Frühling bringt oft eine Ueberempfindttchkei sowoh gegen innere wie auch gegen äußere Einflüsse. Mit der inneren Veränderung des Körpers der nach einer vitaminreichen Nahrung verlangt, um die winterlichen Schäden auszugleichen geht auch eine Veränderung der Haut vor sich, die bei ben verschiedenen Menschen sich ganz verschieden außerb Die kann diese U^nung-n nun nicht nur mit äußeren! achten besonder- daraus, daß ber der Premiere des allgemeinen deutschen Fernsehens. Der Reichspostminister hatte im Sommer die Freiaabe des Fernsehrundfunks für den Bereich des Berliner Fernsehsenders angekündigt. Diese Freigabe wird in aller Kürze erfolgen. Am Fernsehrundfunk kann dann jeder unter ähnlichen Bedingungen wie für den Rundfunk selbst teilnehmen. Während die bisherigen Fernsehsendungen durch die öffentlichen Fernsehstellen und zu Der- suchszwecken mehr als eine Art Generalprobe zu betrachten waren, wird nun die Premiere des allgemeinen deutschen Fernsehens erfolgen. Der Preis der Geräte ist durch die technische Entwicklung soweit herabgesetzt, daß mit einer größeren Zahl von Käufern gerechnet werden kann. Die öffentlichen Fernseh st el- l e n der Reichspost bleiben weiter unentgeltlich geöffnet. Diese Ankündigung im „Postnachrichtenblatt" bedeutet einen wichtigen weiteren Schritt der Fernsehentwicklung überhaupt. Zum erstenmal tritt das Fernsehen aus dem Stadium der Erprobungen heraus in seinen eigentlichen öffentlichen Dienst ein, und zwar ist die Eröffnung noch vor dem ursprünglichen, mit der Berliner Rundfunk-Ausstellung verbundenen Termin vorgesehen. Allerdings wird zunächst noch der überwieaende Teil der Fernsehsundungen von der Fernsehbühne aus erfolgen. Die Beschränkung der Freigabe auf Berlin findet ihre Begründung in der Reichweite, die der Berliner Fernsehsender für einen guten Empfang bietet. Sobald die Fernsehsender auf dem Brocken und dem F e l d b e r g betriebsbereit sind, werden zwei weitere Fernsehkreise freigegeben werden. Die neuen Veichstagsobgeordneten. Berlin, 25. April. (DNB.) Als v o l k s d e u t - scheBertreterdesProtektoratesBöh- men und Mähren wurden auf Vorschlag des Fraktionsführers der NSDAP., Reichsleiter Dr. Frick, folgende Männer in den Großdeutschen Reichstag berufen: 1. Ernst Kundt, Prag; 2. ff* Sturmbannführer Dr. Meckel, Prag; 3. Kommissarischer Kreisleiter in Jglau Dr. S i e g e l; 4. Kreisleiter Ingenieur Foltar, Brünn; 5. Kommissarischer Kreisleiter W e st e n , Budweis. Ihre Berufung soll durch eine spätere Wahl ihre Bestättgung erhalten. Aus dem deutschen Memelgebiet wurden berufen: 1. ^-Oberführer Dr. N e u m a n n, Memel-Mellneraggen; 2. SA.-Sturmbannführer Dr. B e r t u l e i t, Memel. Die Wahl im Memelland erübrigt sich, nachdem die Memelländer erst am 11. Dezember 1938 ihre Stimme abgegeben haben. Kleine politische Nachrichten. NSG. Am Freitag, 5. Mai, wird d i e G a u - bräute - und Gauheimmütterschule des Deutschen Frauenwerkes in Weilburg (Lahn) auf dem Webersberg durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger einaeweiht. Die neue Schule ist die erste dieser Art im Gau Hessen- Nassau und dient der Vorbereitung der Bräute von Angehörigen der Partei und ihrer Gliederungen für ihre künftigen Aufgaben als Frau und Mutter. Darüber hinaus wird sie als Gauheimmütterschule vielen Müttern unseres Gaues Erholung und Entspannung bieten. NSG. Für das Geschenkter S A.- G r u p p e H e s° s e n zum 50. Geburtstage des Führers hat der Führer mit folgendem Telegramm an den Führer der SA-Gruppe Hessen, Obergruppenführer Beckerle, gedankt: „Nehmen Sie für die Freude, die Sie mir mit Ihrer Aufmerksamkeit anläßlich meines Geburtstages bereitet haben, meinen herzlichen Dank entgegen. Adolf Hitler." ♦ Dem Chef der Technischen Nothilfe, ^-Gruppenführer W e i n r e i ch , wurden aus Anlaß der 5. Wiederkehr des Tages seiner Ernennung zum Chef der Technischen Nothilfe neben zahlreichen Glückwünschen aus Kreisen der Partei, der Gliederungen und Verbände vom Reichsminister des Inneren, Dr. Frick, und dem Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei, Himmler, Glückwünsche übersandt. » Die türkische Regierung hat mit der Deutschen Lufthansa eine Vereinbarung über die Eröffnung eines Flugdienstes zwischen Deutschland und der Türkei getroffen. Mit der Aufnahme des Luftverkehrs zwischen Berlin und Istanbul ist schon in nächster Zukunft zu rechnen. In Berlin ist eine litauische Delegation eingetroffen, um mit der deutschen Regierung die deutsch-litauischen Wirtschaftsbeziehungen zu erörtern. Die Verhandlungen über die Einrichtung eines litauischen Freihafens in Memel werden gleichfalls ausgenommen werden. Der französische Botschafter Coulondre hat am Dienstagabend Paris mit dem Nordexpreß verlassen, um seinen Berliner Posten wieder zu übernehmen. In Paris wurde ein Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich über das Stauwerk bei Kembs am Rhein unterzeichnet. Der Vertrag regelt die Festlegung der Grenze und die Ausübung der Hoheitsrechte in Zusammenhang mit dem Betrieb des Stauwehres. ♦ In ganz Spanien wurde heute ein Appell an die Bevölkerung veröffentlicht, in dem zur Spende von Gold und goldenen Schmucksachen für den nationalen Staat aufgefordert wird. Diese Spende in der Stunde des Triumphes, so heißt es, sei notwendig für das Wiederaufbauwerk und zwar als Ersatz für die ungeheuerlichen Diebstähle der Roten. Kunst und Wissenschaft. Olympia der Kunst -1940. Die Ausschreibung für Kun st Wettbewerbe der Olympischen Spiele 1940 in Helsinki ist jetzt erschienen. Es sind folgende Kunstwettbewerbe vorgesehen: I. Baukunst: a) Städtebauliche Entwürfe; b) Architektonische Entwürfe; II. Malerei und Graphik: a)Gemälde in jeder Technik (Oel, Aquarell, Pastell, Fresko usw.) b) Zeichnungen und graphische Erzeuanisse (Holzschnitte, Kupfersttche, Aetzungen, Lithographien); c) Gebrauchsgraphik (Marken, Siegel, Plakate, Urkunden, Diplome); III. Bildhauerei: a) Rundplastiken; b) Reliefs; c) Plaketten und Medaillen; IV. Literatur: a) Lyrische Werke (Hymnen, Kantaten, Oden, Balladen, lyrische Prosa, Essays, Lieder); b) Dramatische Werke (Komödien, Tragödien, Librettos, Schwänke, Hörschpiele, Freiluftspiele, Dialoge); c) Epische Werke (Novellen, Romane, Erzählungen, Epos); V. Musik: a) Gesangskompositionen mit oder ohne Begleitung; b) Kompositionen für ein oder mehrere Instrumente; c) Kompositionen für Orchester. Ausstellung „Lebendige Vorzeit". NSG. Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt wurde die Reichsaus st ellung „Lebendige Vorzeit" durch den Gauwalter des NS.- Lehrerbundes, Ministerialrat Ringshausen, eröffnet. Dozent Dr. Stemmermann (Karlsruhe) gab ein Bild des Kampfes, den die Dorgeschichtsforschung um ihre Anerkennung gegen die alte Wissenschaft zu führen hatte. Nach ihrer nun errungenen Anerkennung trete die Vorgeschichts- forschüng in die zweite Phase ihrer Arbeit, die darin bestehe, den Vorgeschichtsgedanken in den breitesten Schichten unseres Volkes zu verwurzeln. Ministerialrat Ringshausen ging auf die hohen kulturellen Werte unserer Vorgeschichte ein. Die Ausstellung entlarve die Lüge, unsere Ahnen seien Barbaren gewesen, mit der man uns den Stolz und die Ehre habe nehmen wollen. Die Ausstellung sei hervorragend geeignet, den Stolz aus unsere Vorfahren zu wecken, die eine hohe Kultur entwickelt batten. Die Ausstellung vermittelt ein großartiges Bild ältester germanischer und deutscher Kultur, die an den Hausbauten, den Geräten, Waffen usw. zu erkennen ist. Das Deutsche Volksbildungswerk während der Gaukulturwoche. NSG. Im Rahmen der Gaukulturwoche wird das Deutsche Volksbildungswerk in fast allen Kreisen unseres Gaues Feierstunden deutscher Meister gestalten, die in den Dolksbildungs- stätten, in Betrieben und auch in kleinen Dörfern stattfinden. Es werden besonders gewürdigt: Hermann Löns, Albrecht Dürer, die Brüder Grimm, Freiherr vom Stein, Ulrich von Hutten. Als Gau- veranstaltung wird am 8. Mai im Frankfurter Römer die Feierstunde „Brüder Grimm" durchgeführt werden. Professor Dr. E. Geißler (Erlangen) spricht über das Thema „Sprachpflege als Rassenpflicht". Internationales Musikfest in Frankfurt. Vom 15. bis 24. Juni ffndet in Frankfurt a. M. das Internationale Musikfest des „Ständigen Rates für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten" statt. Das letzte Internationale Musikfest wurde im vergangenen Jahr in Brüssel abgehalten. Das Musikfest in Frankfurt verspricht das größte internationale Musikfest zu werden, das bisher abgehalten' wurde. Die Gesamtleitung hat Generalintendant Meißner von den Städtischen Bühnen, die musikalische Leitung ist dem Musikdirektor der Stadt Frankfurt, Franz K o n w i t s ch - ni, übertragen worden. Die hervorragendsten Vertreter des musikalischen Lebens von 19 europäischen Nationen werden erwartet. Reichsarboretum in Frankfurt und Köln. Die Gesellschaft Reichsarboretum, die auf Anregung des Reichsforstmeisters Hermann G ö - ring gegründet wurde, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main, wo am 1. April ein eigenes Verwaltungshaus eröffnet wurde. Präsident der Gesellschaft ist Ministerialdirigent Eberts, Vizepräsident ist der Leiter der Deutschen Dendrolo- gischen Gesellschaft, Rittmeister a. D. von Schroe - ter. Das Reichsarboretum wird aus zwei Hauptanlagen in Frankfurt und Köln und mehreren Teilanlagen bestehen. Die Hauptanlage wird nach pflanzengeographischen Gesichtspunkten angelegt, die Hauptanlage in Köln wird systematisch bepftanzt. Mit der Bepflanzung der Hauptanlagen wird sofort begonnen. Teilanlagen, die vor allem Forschungszwecken dienen sollen, werden in Karlsruhe, Freiburg, Bremen und anderen Städten angelegt. Die Gesellschaft wird alle mit der Gehölzkunde zusammenhängenden Forschungsergebnisse, Büchereien, Holz- und Bildersammlungen einheitlich katalogisieren und für ihre Erhaltung sorgen. Eine Zeitschrift wird über die Arbeiten berichten. Die erste Mitgliederversammlung findet vom 25. bis 27. April 1 in Frankfurt statt. Aus aller Welt. Oeffnung des Eginhard-Sarkophags in Seligenstadt. In Seligenstadt wurde auf Veranlassung der staatlichen Denkmalspflege in der Einhardsbasilika der Marmorsarkophag, der die Gebeine Eginhards enthält, geöffnet. Eginhard war der Geschichtsschreiber und Bevollmächtigte Karls des Großen für das Maingebiet, auf dessen Betreiben neben anderen bedeutsamen Bauwerken der karolingischen Zeit vor allem die heute im wesentlichen noch erhaltene Einhardbasilika in Seligenstadt errichtet wurde. Der Sarkophag stammt aus dem Jahre 1722 und wurde damals auf Bestellung des Abtes Franz I. in Flandern hergestellt. Ursprünglich befanden sich die Gebeine Eginhards in einem früh- gotischen Sarg, der 1722 nach Erbach im Odenwald in das dortige Museum gelangte. Der Marmorsarkophag, der 70 Zentimeter tiefer gelegt wird, um eine offene Gruft zu schaffen, enthält in zwei kleinen schwarzen .Tuchsäckchen die Gebeine Eginhards. Die Vorarbeiten zum „lag des deutschen Handwerks". Der „Tag des deutschen Handwerks 1939" findet vorn 19. bis 21. Mai in Frankfurt am Main statt und wird durch die Verkündung der Reichs- sieger aus dem Handwerkerwettkampf durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eingeleitet. Neben Fach- und Arbeitstagungen steht eine Kundgebung mit Reichswirffchastsmini'ster Dr. F un k und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in der Festhalle am Sonntag, 21. Mai. In diesem Jahre finden auch zum ersten Male eine wissenschaftliche und eine Kulturtagung des Handwerks statt, auf denen betriebswirtschaftliche Fragen und die ideelle Seite des Handwerks herausgestellt werden. Nach Frankfurt sind 6000 Gausieger-Werkstücke zum ReichsentOer Verkehr muß kühn sein! Auf dem Wege zur ZVA. in Köln 1940. Wer die diesjährige Architektur-Ausstellung in München besuchen konnte und staunend Modell auf Modell der Bauten des Dritten Reiches betrachten durfte, der hat auch die zukünftige Anlage des Berliner Zentralflughafens gesehen. Ein Teil dessen, was hier verkleinert steht, ist nun in Berlin schon Wirklichkeit geworden. Der Flughafen ist zu einem wesentlichen Teil fertiggestellt. Nichts vermag uns den großartigen Aufschwung des Verkehrs deutlicher bor Augen zu führen als dieses großzügige Bauwerk. Die Deutsche Lufthansa zog vor zwanzig Jahren erst von hier aus das erste Fädchen zu einem Netz von Flugoerkehrsverbindun- gen, das heute das dichteste der Welt ist. Und sie machte nicht Halt an unseren Grenzen und ist überall zu Hause, überfliegt Wälder und Felder, Städte und Dörfer, Ströme und Flüsse und macht nicht kehrt an den Gestaden der Weltmeere, sondern überkreuzt sie regelmäßig und mit der Sicherheit von Ozeanriesen aus Eisen und Stahl. Jules Verne und die Zeppelin-Reederei Mir fällt ein Buch in die Hände, das im Jahre 1873 erschien, beträchtliches Aufsehen erregte und bald in alle Kultursprachen übersetzt wurde. Sein Verfasser ist der französische Schriftsteller Jules Derne. „Die Reise um die Welt in 80 Tagen" ist der Titel des Buches, und er verrät uns, daß hier von einem Menschen die Rede ist, der in der Rekordzeit von 80 Tagen um die Erdkugel herumkam. — Alter Jules Derne, was würdest du heute für Augen machen! ... Was würdest du sagen, wenn man dir in der Deutschen Zeppelin- Reederei in Berlin, Unter den Linden, einen Prospekt in die Hand drückte und dir sagte: „Sie können morgen vom Weltflughafen in Frankfurt nm Main nach Südamerika starten. Ach so, Sie wollen am Sonntag in acht Tagen wieder in Berlin ober in Paris fein? Das können Sie ja sehr bequem schaffen!" -9Alter Jules Derne, du wärest bestimmt abergläubig geworden,.« Vom IS-kin-Tempo Glephensons zum Fliegenden Kölner. Als am 27. September 1825 zum erstenmal ein mit Personen besetzter Eisenbahnzug verkehrte, als die Strecke Stockton—Darlington eröffnet wurde, brauchte er für die etwa 15 Kilometer lange Strecke 6 5 Minuten. Das war immerhin ein Weltrekord. Was aber würde der geniale Erfinder George Stephenfon sagen, wenn er heute in einem dieselelektrischen Schelltrieb- n> a g e n fahren könnte, der eine Spitzengeschwindigkeit von 2 00 Stundenkilometer erreicht? Unb was würbe dazu bas Medizinalkollegium zu München sagen, das sich sehr energisch gegen die eqte deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth aussprach, weil die Reisenden von ber ungeheuren Geschwindigkeit Kopfschmerzen und Schwinbel bekommen müßten, unb weil bie so rasch am Auge Dorüberfliegenben Bäume auf das Sehvermögen schäbigenb wirkten. Nun, die Bahn wurde trotz solcher Bedenken am I - c?pnpn non denen die 'Lehen werde. * hervorwuchsen. * seines Namens". Juana zerbricht an dem Schicksal, zu dem die Mutter sie zwingt, sie kann die Trennung von dem mit glühender Hingabe geliebten Gemahl nicht verwinden und fällt im Gefängnis in geistige Umnachtung — eine spanische Ophelia: die Begegnung zwischen ihr und Isabella im letzten Akt gehört zu den stärksten Szenen des Dramas, weil man hier die Polarität der beiden Figuren und die ganze unmenschliche Gewalt dessen begreift, was man als Unterordnung des Gefühls'unter die Staatsidee zu bezeichnen pflegt; zumal der Eindruck dieser Szene von der Erinnerung an eine frühere vertieft wird, die erste Begegnung nämlich der Juana mit dem ihr verlobten Herzog Philipp: hier gelang es los hin geb ende Leidenschaft empfinden zu lassen, mit der sich die junge spanische Prinzessin dem Geliebten in die Arme wirft, und man fühlt schon hier, daß Juana zwar die Treulosigkeit Philipps verwinden, aber die Trennung von ihm nicht unversehrt über- Jn Szenen wie diesen, in denen etwas vom lebendigen Atem und Pulsschlag des zeitlos Menschlichen zu empfinden ist, bewährt sich, wie uns scheint, die dichterische Gestaltungskraft Rehbergs stärker und unmittelbarer als in anderen, in denen er sich in historischen Anspielungen ergeht, gespenstische Schatten der Vergangenheit beschwört, den Berg der Felsenburg von Arevalo tönen und stöhnen, Sonne und Mond auf- und untergehen läßt und Sätze formt, deren geheimen Sinn oder Doppelsinn man nur ahnen kann. Dabei ist die Kraft seiner dichterischen Vision schwer zu bestreiten, obgleich sie sich im Gesamteindruck mehr bildhaft-theatralisch als dramatisch äußert, — denn der von einem dämonischen Willen getriebenen Aktion der Isabella fehlt eine innerlich ebenbürtige Gegenkraft; Juana ist eine mehr erleidende und zuletzt erstarrende als handelnde Figur im Schauspiel, wiewohl gerade ihr die menschliche Teilnahme des Lesers und Zuschauers wahrscheinlich schneller und herzlicher zugewandt sein wird als der Königin. (Die Unüberbrückbarkeit der Kluft zwischen beiden kann nicht schärfer empfunden werden als in der Szene, da sich Mutter und Tochter als Königin und Herzogin anreden und so in der Anrede jede menschliche Beziehung und Blutsoer- bundenheit leugnen.) Ausgesprochen bildhaft ist wiederum die Szene geformt, in der Isabella das Paar der Verlobten mit dem Ring ihrer schwarzen Ritter umstellt, die Trennung zu erzwingen und mit gefällten Speeren ihrem Willen Nachdruck und Gehör zu verschaffen. — Das Stück erschien in Gießen als westdeutsche Erstaufführung. In Köln wird, wie wir Horen eine Inszenierung vorbereitet, welche die von Rehberg inzwischen umgearbeitete neue Schlußszene bringen soll. Wir können über diese, uns unbekannte Fassung kein Urteil abgeben; außer Zweifel steht jeden- salls, daß das Schauspiel in der gegenwärtig vorliegenden Form bedeutende Anforderungen stellt: tn ihm überlagern sich ein politisches Schauspiel, ein Familiendrama, eine Liebeshandlung, em Weltanschauungsstück ... oder doch die Ansätze zu alledem. Der Spielleiter, Herr Dr. Razum, war in der Verwirklichung von Rehbergs Jntensionen spürbar bemüht, die sämtlichen Elemente seiner theatralischen Vision freizulegen und in ihren vielfältigen Ueberschneidungen sichtbar zu machen: nicht in der „banalen Helligkeit des Naturalismus", der gewiß gerade diesem "Werk nicht gerecht würde; vielmehr betonte er das mystische Halbdunkel einer katholischen Welt, deren starre Zeremonie von dämonischen Kräften menschlicher Leidenschaft durchbrochen wird. Daß die „Königin Isabella" weniger Drama als Schau-Spiel ist, wurde auch in Razums Jnszeme- auf dem Gebiete der Tuberkulosebekämpfung ist viel Arbeit geleistet worden. Die soziale Arbeit, die bisher durch die Eisenbahnvereine für ihre Mitglieder geleistet worden ist, wird unverändert und kraftvoll auch vom Reichsbahn-Kameradschaf ts- Werk, in dem die bisherigen Eisenbahnvereine auf gegangen sind, geleistet werden. In unerschütterlicher Treue werden die Eisenbahner zum Führer stehen und ihm durch äußerste Pflichterfüllung zu ihrem Teil den Dank abstatten, den ihm das deutsche Volk schuldig ist. lisch-bildhaft empfundener Szenen, von denen die der ersten Begegnung zwischen Juana und Philipp von Burgund ohne Zweifel rein dichterisch den rühen Höhepunkt bildete, ohne alle äußeren, bühnenmäßigen Hilfsmittel und Stimmungsträger allein aus der seelischen Spannung, der Kraft des Gefühls und des innerlich entzündeten Wortes wirkend. Da, rein akustisch und auch dem Sinne nach, für den unvorbereiteten Zuschauer vielleicht nicht jedes Wort verständlich wird, kann Übrigens die Lektüre des Buches vor dem Besuch der Aufführung (auch eine kurze Rekapitulation der spanischen Geschichte) nur von Nutzen sein. Die szenisch-räumliche Einkleidung des Schau« piels bot dem Bühnenbildner, Herrn Löffler, o schwierige wie lohnende Aufgaben: er ordnete die wechselnden Spielfelder um die Dertikalachse eines mächtigen Pfeilers, aus dessen Schatten, überwiegend in flackerndes Helldunkel getaucht, die räumlich ge- chickt gegliederten, sparsam angedeuteten Schauplätze Am vergangenen Samstag konnte der Eisenbahn- Verein Gießen, der die stattliche Anzahl von nahezu 1900 Mitgliedern aufzuweisen hat, in festlicher Form die Feier' seines 40jährigen Bestehens begehen. Im Hinblick auf dieses Jubiläum erscheint es angebracht, einen Blick auf die Geschichte des Vereins zu werfen. Ende des vorigen Jahrhunderts führten Bestrebungen einzelner'deutscher Männer, eine einheitliche Leitung aller deutschen Eisenbahnen zu erzielen, im Jahre 1895 zu einem Teilerfolg,durch die Vereinigung der Eisenbahnen in Preußen und Hessen zu der'damaligen Preußisch-Hessischen Eisenbahn-Gemeinschaft. 'In diese Zeit hinein fällt die Geburtstunde der ersten Eisenbahn-Vereine. Von Kassel ausgehend, verbreitete sich der Gedanke, alle Eisenbahner zur Pflege der Kameradschaft und des Zusammengehörigkeitsgefühls zusammenzuschließen, chnell über das gesamte Gebiet der Preußisch- Hessischen Eisenbahn - Gemeinschaft. Es ist ein bleibendes Verdienst des damaligen Präsidenten Ulrich von der Eisenbahn-Direktion Kassel, in der richtigen Vorausschau seinen Plan verwirklicht zu haben, um den Zusammenschluß der Eisenbahner lombo, der eben von der Entdeckung Indiens zu- ' rückgekehrt ist und dem Königspaare die von der Weltreise mitgebrachten Kostbarkeiten zu Füßen legt; er verschwindet dann, um im Laufe der drei Akte nicht mehr aufzutguchen; seine Erscheinung, sonst im Gefüge des Schauspiels belanglos, diente nur dazu, von Anfang an den Raum des spanischen Königtums in der Vorstellung des Zuschauers imperial zu erweitern und ihm eine Ausdehnung zu verschaffen, vor deren Maßen erst Forderung und Verzicht, Kon- likt und Opfer in ihrem ganzen Umfange begriffen werden. Dies mag ein Beispiel sein für die Art, wie Reh- berg sich des Stosses zu bemächtigen sucht; es geschieht übrigens in einer Sprache, die etwa als eine gehobene Prosa bezeichnet werden kann, die sich manchmal zu rhythmischer Eindringlichkeit steigert, manchmal in heutiger Nüchternheit erstarrt, manchmal auch merkwürdig abgekürzt, barock und mit Geheimnis belastet ans Ohr bringt. * Die Königin Isabella von Kastilien ist die eigentlich treibende Kraft in diesem Schauspiel; sie ahnt die ungeheure Bedeutung der von Kolumbus gemachten Entdeckung, sie ist fanatisch besessen von der Idee des spanischen Weltreiches. Dieser Idee bringt sic das Glück ihres Lebens, das Glück ihres Hauses zum Opfer, denn sie weiß, was es mit dem „dornenreichen Amt der Könige" auf sich hat. Während sie die Ehe ihres Sohnes, des Jnfanten Juan, der sich in einer leidenschaftlichen Liebe auf^hrt und „verbrennt", nicht zu lösen wagt, weil das wider Gott wäre, hat sie nach Juans Tode die Kraft zu trennen, was Gott zusammengefügt hat: die Verbindung ihrer Tochter Juana mit dem Herzog Philipp von Burgund. Das Staatsgefühl, der Gedanke an die Zukunft eines weltumspannenden spanischen ; Reiches gibt Isabella die unmenschliche Kraft und Härte des Handelns. Während Philipp, der schöne, leichtfertige und treulose, Günstling und Eroberer der Frauen, unbeschwert in seine slandrische Heimat , zurückkehrt, wird Juana, die an seiner Seite das ! Glück eines leidenschaftlichen Herzens erfüllt sah, . von ihrer Mutter Isabella im Kerker zurückgehal- , ten, bis sie den heiß ersehnten Erben des Reiches zur Welt bringt: Karl, „nach Karl dem Kühnen von : Burgund", den Kaiser, „der der Fünfte fein wird herbeizuführen. , .... Im Jahre 1899 folgten zahlreiche Angehörige der Reichsbahn der Aufforderung des damaligen Vorstandes der Betriebsinspektion I Gießen, Eisenbahndirektor Schobert, auch in Gießen einen Eisenbahn-Verein ins Leben zu rufen. Nach einer Veröffentlichung im „Gießener Anzeiger" fand die Gründungsversammlung am 23. November 1899 in Steins Garten statt. In dieser Gründungsversammlung wurde der Cisenbahndirektor Schobert zum 1. Vorstand gewählt. Aus den Gründungsakten ist auch der übrige Vorstand ersichtlich. Ihm gehörten an: Regierungs- und Baurat Roth, Eisenbahnbauinspektor Berthold, Verkehrsinspektor Nordmann, Stationskassenrendant Helmers, Lokomotivführer Dotzenrod, Bahnmeister Küpper, Stationsassistent K ö l l n e r , Eisenbahnfekretär B Ium, Weichensteller Belloff, Zugführer Re usch, Werkstättenvorsteher Klose, Stationsgehilfe Christ, Hilfsbremser Zinn, Hilfsbremser Rahm, Güterbodenarbeiter Wilke, Werkstättenvorarbeiter K r a y e, Schlosser Schuhmann, Rottenführer Wagner, Streckenarbeiter Lepper, Hilfsweichensteller ©immer, Hilfsheizer Schaub, Stationsarbeiter Weller und Hilfstelegraphist G e i tz. v . Die Pflege der Geselligkeit und der Kameradschaft, die Fürsorge für die Mitglieder und deren Angehörige, die Schaffung von Wirtschafts- und Selbsthilfe-Einrichtungen waren die Ziele, die sich der Eisenbahn-Verein Gießen gestellt hatte. Im Mittelpunkt der geselligen Veranstaltungen standen die alljährlichen Sommerausflüge, zu denen unter weitgehender Vergünstigung die Eisenbahnverwaltung Sonderzüge zur Verfügung stellte. Aber nicht allein gesellige Veranstaltungen waren — wie ja aus den Zielsetzungen hervorgeht — der Zweck des Eisenbahn-Vereins, vielmehr wurde auch in wirtschaftlicher Beziehung für die Mitglieder gesorgt. Mit dem Aufftieg des Vaterlandes entwickelte sich der Eisenbahn-Verein Gießen immer weiter und : mit Dankbarkeit wird heute der Männer gedacht, die in den Gründungsjahren den Grundstock zu der segensreichen Einrichtung der Eisenbahner-Fürsorge ' legten. _ , , n. . Aus der Geschichte des Eisenbahner-Vereins Gießen Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Der Vetter aus Dingsda". — Gloria-Palast (Reiters®eg): „Liebe streng verboten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ein Walzer für dich". Stadtlheaker Gießen. Heute, 19.30 Uhr, findet die vorletzte Aufführung des großen Operettenerfolges „Der Vetter aus Dingsda" von Eduard Künneke statt. Für die Rolle des Hannchen wurde Frau Lilly Sedina vom Staatstheater Wiesbaden verpflichtet. Die musikalische Leitung hat Joachim Popelka, die Spielleitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 28. Vorstellung der Mittwoch-Miete' statt und endet um 22 Uhr. IM.-Untergau 116 Gießen. Betr.: Jungmädel-Schwimmen. Montags von 6 bis 7 Uhr: Anfängerinnen und Jungmädel von zehn bis zwölf Jahren. Mittwochs von 7 bis 8 Uhr: Fortgeschrittene und Jungmäd'el von zwölf bis vierzehn Jahren. Dienstags: JM.-Leistungsgruppe im NSRL. betreut vom Schwimmverein. Gießener Stadttheater. Hans Rehbcrg: „Die Königin Isabella." Hans Reh berg, dessen Schauspiel „Die Königin Isabella" erst vor wenigen Tagen in einer glanzvollen Inszenierung von Gründgens mit Hermine Körner in der Titelrolle in Berlin uraufgefuhrt wurde, hat seine Sonderstellung unter den zeitgenössischen Dramatikern mit Stücken aus der preußischen Geschichte (wie zuletzt mit dem „Siebenjährigen Krieg") begründet — und zwar nicht so sehr wegen- des Themas an sich, denn die geschichtlichen Gegenstände beherrschen noch immer weithin das stoffliche Reservoir des gegenwärtigen Theaters, sondern weil Rehberg in der Historie, die, vorgeformt und festgeleqt-in ihren Fakten und Daten, als billiger Rohstoff sich darbietet, nicht, wie so viele seinesgleichen, den Anlaß zu einer chronikalisch engen oder unverbindlich-lockeren Bilderbogenfolge dialogisierter Tatsächlichkeiten fand, sondern weil er das überlieferte Bild, das beglaubigte Schema von Figuren und Handlungsablauf, durchdringt und durchleuchtet, um auf den Grund zu gelangen, die menschlichen Voraussetzungen und Beziehungen ans Licht zu holen und deutlich zu machen. Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpslanzen- kunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) führt im Auftrage des Amtes für Roh- und Werkstoffe (Vier- jahresplan) die Sammlung der heimischen roilb= wachsenden Heilkräuter durch. Im Jahre 1938 hat der freiwillige Einsatz der Erzieher im Land Hessen bereits ein nach Menge und Gute beachtliches Ergebnis gezeitigt. In einem an die Kreisfchulämter, Stadtschulaniter und Direktoren der höheren Schulen ergangenen laß hat die hessische Landesregierung ihrem Wunsch nach einer verstärkten Durchführung dieser Vierjahresplanarbeit Ausdruck verliehen. Diese soll dadurch weitestgehend gefördert werden, daß sich m diesem Jahre alle Schulen des Landes im Rahmen der zur Verfügung stehenden Freizeit für die volks- qefundheitlich fo wertvolle Heilkräuterfammlung zur Verfügung stellen. In allen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau sind mit Unterstützung der Gauwal- tung des NS.-Lehrerbundes und des Gauamtes für Volksgesundheit fachkundig geschulte Erzieher als Kreissachbearbeiter der RfH. eingesetzt worden, denen als fachmännische Sammelberater erfahrene Apotheker zur Seite stehen. Im Benehmen mit den Kreissachbearbeitern ist die Sammeltätigkeit der Schulen durchzuführen. Dabei müssen aber Flurschäden unter allen Umständen vermieden und Pflanzen, die unter Naturschutz stehen, sorgfältig geschont werden. Zum 15. November 1939 ist ein Sammelbericht vorzulegen. Die Kreissachbearbeiter des Gaues wurden im vergangenen Jahr an der Gauschule des N-^.-Leh- rerbunbes in Bensheim a. d. B. in einem mehrtägigen, von Gaufachbearbeiter Apotheker R i P - perger (Frankfurt a.M.-Höchst) geleiteten Lehrgang mit den ihnen gestellten Ausgaben vertraut , gemacht. Dieser Tage weilten sie nun wieder zu einer Kurzschulung an der Gauschule, um die bei der vorjährigen Sammeltätigkeit gemachten Erfahrungen auszutauschen und die Richtlinien für die NSG. Am 6. und 7. Mai findet der diesjährige Reichswerbe- und Opfertag für das deutsche Jugend- hcrbergswerk statt, bei dem sieben verschiedene Bauhandwerkszeuge verkauft werden. Die Sammlung dient der Unterhaltung und dem weiteren 2lu5= bau Ü c s Deutschen Jugendherbergs- werks, das 2000 Jugendherbergen fern eigen trennt. Deutschland besitzt damit mehr Jugendherbergen als die ganze übrige Welt zusammen. Für das kommende Jahr ist im Gau Hessen-Nassau, in dem seit 1933 neue Jugendherbergen in Gersfeld, Herchenhain, Wiesbaden, Biedenkopf, Kempten, .Meckarsteinach, Oppenheim, Schlüchtern, Katzenellenbogen, Sandplacken und Emmershäusermühle (bei Bad-Nauheim) errichtet werden konnten, die Freiherr-vom-Stein-Jugendherberge in Nassau und die Nidelungen-Herberge in Worms geplant. Die große Bedeutung und die steigende Beliebtheit der deutschen Jugendherbergen läßt sich daran erkennen, daß im Jahre 1938 in den deutschen Jugendherbergen 8 720 000 Uebernachtungen gezahlt wurden, von denen auf das Gebiet des Landesverbandes. Rhein-Main 408 592 entfallen. Insgesamt stehen dem Jugendherbergswerk 151 732 Betten zur Verfügung. Das Rhein-Main-Gebiet, dessen 72 Jugendherbergen mit 6523 Betten ausgestattet sind, weist insbesondere eine ständig steigende Zahl ausländischer Besucher auf, die vor allem die Jugendherberge Wiesbaden als Ausgangspunkt für ihre Fahrten im Gau Hessen-Nassau benutzen. Das Ziel der Jugendherbergsarbeit im Gau Hessen-Nassau ist, daß den ganzen Gau ein Netz von Jugendherbergen durchzieht, die nicht mehr als 25 bis 30 Kilometer auseinander liegen. gen? . Was Rehberg hier zu-gestalten unternimmt ift nichts Geringeres als der Traum vom spanischen Weltreich, in welchen: die Sonne nicht untergeyt. Er führt, um dies auszumalen, beispielsweise in der Eingangsszene des ersten Aktes die geschichtliche Gestalt des Kolumbus ein, des Don Christel)al Co- Arbeitstagung waren die Notwendigkeit der Heilpflanzensammlung im Rahmen des Dierjahresplans, die volksgesundheitliche Bedeutuna der Heilpflanzen- ammlung, die Beziehungen zwischen Heilpflanzenkunde und Naturschutz, allgemeine und grundsätzliche Fragen des Sammelns, die Aufgaben und Möglichkeiten der Schule in der Heilpflanzensammlung. Im Verlauf der Tagung hielten Vorträge: Professor Dr. S p i l g e r (Darmstadt) über „Heilpflanzenkunde und Schule", Professor Dr. Schumann (Bensheim) über die Praxis des Heilpflanzensammelns, Gausachbearbeiter RfH. Apotheker R i p P e r g e r über „Don der Heilpflanze zum Medikament". Aus der Stadt Gießen. „Kleine Leute übersieht man.. Lpd. Manche Menschen sind sehr ärgerlich, wenn sie übersehen werden. Sie vermuten darin eine Nichtachtung ihrer geschätzten Persönlichkeit. Auf die Entschuldigung: „Ach Verzeihung, ich habe Sie tn Gedanken gar nicht gesehen", antworten sie dann leicht gekränkt mit der Redensart: „Ja, kleine Men- kben übersieht man!" In gewissen Fällen kann das Uebersehen von kleinen Menschen aber zu größerem Unglück führen. Z. B. wenn ein Kraftfahrer mit seinem Auto auf dunkler Landstraße einen Radfahrer übersieht und mit ihm zusammenstößt. Da hilft sehr oft keine bloße Entschuldigung, da geht es zumeist um Gesundheit und Leben. Uebersehen ist hier gleichbedeutend mit Ueberfahren. Während man im allgemeinen Leben und gesellschaftlichen Verkehr — sehr zum Bedauern mancher Menschen — nicht ohne weiteres die Aufmerksamkeit auf sich lenken und „Hier bin ich" schreien kann, ist für den Radfahrer es sogar auf dunkler Straße seine Pflicht, aufzufallen und sich rechtzeitig bemerkbar zu ma- chem.Er soll dafür sorgen, daß er nicht von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen wird. Neuerdings gibt es da ein wunderschönes Hilfsmittel, das verhindert, „kleine Leute" zu übersehen, nämlich die „Tretstrahler". Ihre große Sichtbarkeit, tue Drehbewegung der zurückgeworfenen Lichtstrahlen, kundigen jedem Kraftfahrer aus beträchtlicher Entfernung an, daß vor ihm ein Radfahrer ist. Also, mein Lieber, wenn Sie auffallen und nicht übersehen werden wollen, schaffen Sie sich Tretstrahler an. Sie sind ein sicheres Gegenmittel gegen das Uebersehen von kleinen Menschen. „Wer auffällt, hat mehr vom Leben" — bas Leitwort der „Angeber" erhält so eine tiefe Bedeutung. Alle 30 km eine Jugendherberge. In seinem letzten Schauspiel nun wendet sich Rehberg vom nahen Preußischen ins ferne Spanische, zurück in die Dämmerung eines Mittelalters, m dem sich eben die Umrisse der anbrechenden Neuzeit abzeichnen. In diesem Umkreise bewegt ihn das nämliche Thema wie in der kriegerisch blitzenden Welt des friderizianischen Preußentums: der Zusammenstoß des Individuums mit überpersonlichen Gemalten; genauer: die Unterordnung des Gefühls unter die Staatsidee, die Opferung, wie man schon sagen muß, des Menschlichen an ein Uebermensch- liches, des persönlichen Glückes an die zeitlose Forderung höherer Notwendigkeiten. Das umfchließt, ohne Zweifel, eine bedeutende Fabel für einen Dramatiker/ein kleiftisches Thema, wenn man will, bei dem man an den Prinzen Friedrich von Homburg denken mag; das fchafft auch für Rehberg — wie vor allem, worauf es ja ankommt, für den Lefer und Hörer im Theater — eine lebendigere Beziehung zu der zeitlich und räumlich fernen Welt des alten Spanien, die uns sonst kaum eine tiefere Anteilnahme würde abgewinnen können. Was wären uns, ohne den zeitlosen Konflikt, als dessen Trager sie bei Rehberg erscheinen, die Königin Isabella von Kastilien, ihr Gemahl und Mitregent, der König Ferdinand non Aragon, beider Tochter Juana, tue Königinmutter Uabetla, der Herzog Pchl.pp non Burgund und Flandern, — vod manchen andern, schattenhafteren Figuren im Schauspiel zu schwei- roärticntro'ufkmg des Vereins ein plötzliches Ende. Viele Mitglieder zogen hinaus, um in vorderster Front zu kämpfen, "andere wurden zu den Feldeisenbahn-Formationen eingezogen. Die Zurückgebliebenen beteiligten sich an Sammlungen aller Art. Ein großer Teil des Pereinsvermögens wurde als Kriegsanleihe gezeichnet. Das Vereinsleben ruhte völlig. Nach Beendigung des Krieges, als der Eisenbahn-Verein seine Reihen sichtete, wurde festgestellt, daß 101 Kameraden den Heldentod für das Vaterland gestorben waren. In den Zeiten der Not nach dem Kriege begann ein langsamer Aufstieg des Eisenbahn-Vereins, dem aber durch die fortschreitende Geldentwertung, durch die politischen Wirren und manche Gegensätzlichkeit keine Stetigkeit zu eigen sein konnte. Heber alle Schwierigkeiten hinweg bemühten sich aber die Leiter des Vereins, den Zusammenhalt der Kameraden zu wahren. Es gelang ihnen auch. Mit der Ausrichtung des deutschen Volkes und der Beseitigung der politischen Zerrissenheit in unserem Daterlande durch den Führer Adolf Hitler gestaltete sich die Entwicklung des Vereins weltlich günstiger. Die bisherige Be- Frau Stirl war als Isabella eine rollenmäßig und geistig höchst anspruchsvolle Ausgabe zugefallen: ie hat den großen, durch drei Akte hindurchgehenden Monolog vom Traum des spanischen Weltreiches zu sprechen; sie spielte diese Frau, mit einer kalten, klaren, befehlsgewohnten Stimme, die nur in seltenen Augenblicken vorn aufschießenden Gefühl ver- chleiert wird, als eine Gestalt, in der die Kraft des Willens über die Regung des Herzens, die Königin über die Mutter zuletzt den Sieg behält. Giesela Vollert war die Juana, ein zartes, rührendes, minder handelndes als leidendes Geschöpf, mehr Gegenbild als Gegenspielerin, zuletzt mit einer hohen gebrechlichen Ophelia-Stimme, zu Anfang mit einem leisen Herzton wachen und erwartenden Gefühls, der unter den mancherlei Stimmen in diesem Schauspiel am längsten nachhallte. * Herr Weiland war der Herzog Philipp: jung, blond, höfisch, strahlend und fremd in der starren, unheilträchtigen, spanischen Welt, Herr Schorn ein kranker, vom nahen Ende gezeichneter, von irdischen und außerirdischen Gewalten umgetriebener Jnfant, Herr Schlick, als Gonzalo, in schwarzer AHa- Tracht, ein soldatisch beherrschter, ergebener Diener des königlichen Hauses. Herr C o s s o v e l war bemüht, dem sparsam belichteten König einigen Umriß zu geben und ihn mit Würde neben der überlegenen Erscheinung der Regentin zu behaupten Hilde Kneip gab der vorn Wahnsinn heimgesuchten Königin-Witwe Isabella eine gespenstige Lebendigkeit. Eine gute, klangvoll und klar gesprochene Episode: der Colombo des Herrn Razum. Die Damen Garbe und Schl o e d e r , die Herren v o n Gschmcid 1 er, Geiger (Stimmen der Geister), Erler und Volck feien vom großen Aufgebot noch genannt. — Oie fast dreieinhalbstündige Aufführung fand starken Beifall, Hans Thyriot. mühung des Vereins um die Pflege der Kameradschaft erhielt nun eine schone Bestätigung und die stattliche Zahl von nahezu 1900 Mitgliedern beweist, daß fast alle Gefolgschaftsmitglieder der Reichsbahn in Gießen dem Verein angehören. Durch die Fürforgeeinrichtungen der Eisenbahnvereine war es im Laufe der Jahrzehnte oft möglich, von den Familien der Mitglieder Not und Elend fernzuhalten, viele tausend Kinder der Mit- qitcöcr fanden durch die Forderung des Vereins in Heil- und Kurorten Stärkung und Erholung. Auch SPITZENLEISTUNG Letzte Reiterschein-Prüfung 1939. Am kommenden Sonntag tritt — wiederum nach vorhergegangener gründlicher Ausbildungsarbeit — eine stattliche Schar von Jungreitern, SA.-Reitern und Zivilreitern im Universitäts-Reitinstitut am Brandplatz zur Ablegung der Reiterschein-Prüfung (der letzten dieses Jahres) an. Die Prüfung wird in zwei Abteilungen um 8 und um 10.30 Uhr vorgenommen. Gruppenreiterführer Oberführer W e h - n e r (Frankfurt a. M) wird die Prüfung abnehmen. Am Samstagnachmittag findet eine Vorprüfung zur eigentlichen Reiterfchein-Prüfung statt. Die Bevölkerung, die Interesse am Reitsport hat, ist als Zuschauerschaft willkommen. Auch Wandern mit KdF.! NSG. Als die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in der Deutschen Arbeitsfront ihre vielseitige Tätigkeit aufnahm, wurden zuerst die Urlaubsreisen durchgeführt, die sehr bald ungeahnte Ausmaße in der Zahl der Vielgestaltigkeit annahmen. Das KdF.-Wandern konnte sich nur langsamer entwickeln, weil es seiner Eigenart nach nicht so sehr auf die Erfassung großer Massen eingestellt sein kann. Von Jahr zu Jahr aber wachst die Zahl der wanderlustigen Arbeitskameraden, die erkannt haben, daß gerade auf einer Wanderung zu Fuß ober mit dem Rad, aber auch im Urlaub, die Natur und die Heimat zum stärksten Erlebnis werden kann. So finden sich heute in KdF.-Wandergruppen der Betriebe und Ortswaltun g e n im Gau Hessen-Nassau alle wanderlustigen Menschen zusammmen, um unter der Leitung des KdF.-Wanderwartes regelmäßig Wanderungen zu unternehmen. Alter, Stand und Herkommen spielen auch hier, wie bei allen anderen Veranstaltungen, selbstverständlich keine Rolle, und es sind viele in den Wandergruppen zu finden, die in früherer Zeit überhaupt nicht daran gedacht haben, eme richtige Wanderung mitzumachen. Gerade in Anbetracht der großen Anforderungen, die heute an alle schaffenden Menschen in den Betrieben und Werkstätten gestellt werden, ist die Gestaltung der Freizeit von ausschlaggebender Bedeutung. Das KdF.-Wandern stellt eine hervor- ragende Möglichkeit zur Erhaltung der Gesundheit, Steigerung der Lebensfreude und Pflege der Gemeinschaft dar. Seneraimusterung bei der Marine-Kameradschast Gießen Die Marine-Kameradschaft Gießen' hielt in ihrem Kameradschaftsheim an der Lahn ihre General- Musterung ab. Kamcradschastsführer L i ch oegrützte die Kameraden und gab einen Bericht für das Jahr 1938. Bei der Beurteilung der Mitgliederbewegung ist festzustellen daß der Bestand am Ende des Jahres höher war, als am Beginn. Der Zuwachs besteht vorwiegend aus jüngeren Kameraden. Im Jahre 1938 verstorben die Kameraden Weigel, Braun und Ohr, die letzteren beiden waren Ehrenmitglieder und Mitbegründer der Kameradschaft,-im Jahre 1939 verstarb Kamerad Gg. Keil. Ihrer wurde in einer stillen Minute gedacht. Der Kameradschaftsführer berichtete, daß sich auch im Jahre 1938 gute Beziehungen zu allen Stellen, mit denen die Kameradschaft zu tun hatte, ergaben. In guter Kameradschaft verlief die Verbindung zur Marine-SA. Der Stadtverwaltung wurde im Jahresbericht der Dank der Marine-Kameradschaft ausgesprochen für die Unterstützung durch Herstellung der Uferbefestigung. Es wurde dann an die im Laufe des Jahres 1938 abgehaltenen Veranstaltungen erinnert insbesondere an die Kutterweihe der Ma- rine-HJ. Es wurde versichert, auch in Zukunft der Jugend weitgehende Förderung zuteil werden zu lassen. 15 Kameraden sind im Besitze des SA.- Sportabzeichens. Die im Jahre 1938 mit Filmen der Kriegsmarine begonnenen Vorführungen sollen 1939 fortgesetzt werden. Sodann berichteten der Schriftführer und anschließend der Kassenführer. Die Kassenlage der Marinekameradschaft ist zufriedenstellend. An Hand gedruckter Bilanzen wurde nunmehr vom Vorsitzenden des Wirtschäftsausschusses Kam. Karl Herbert die Vermögenslage der Marine-Kameradschaft besprochen. Der Rechnungsausschuß berichtete sodann über die Prüfung der Wirtschaftskasse und der Kameradschaftskasse und fand beide in Ordnung. Beide Kassentührungen wurden entlastet. Vom Kameradschaftsführer'wurde Kam. Kurt Horeyseck als Rechnungs- und Wirtschaftskassenführer in die Kameradschaftsführung neu berufen. Der langjährige Schießwart Heinrich Benderoth erläuterte die Erfahrungen des Schießjahres 1938. Die Marine- Kameradschaft Gießen konnte als zweiter Sieger bei dem Gaupreisschießen 1938 hervorgehen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Rechnungsausschuß, bestehend aus den Kameraden Herbert, Borger und Mehle r entlassen. Es wurde einstimmig gewählt die Kameraden Herbert, Eichmann und Noeller. In den Wirtschaftsausschuß wurden die Kameraden M ö - ser und Heinemann berufen. Hierauf überreichte der Kameradschaftsführer mit Worten des Dankes für seine bewiesene Treue dem Kameraden Peter Hasselbach das Ehrenabzeichen des Marinebundes für 25jährige Zugehörigkeit. Bei der Besprechung von Böotshausangelegenheiten wurde Kamerad Christian Eckhardt jr. zum Platzwart bestellt. Der Kameradschaftsführer berichtete dann über die Vorbereitungen zur Teilnahme am Großdeutschen Reichskriegertag in Kassel, sowie über den Marinebundestag in Dresden. Am Ende der General-Musterung richtete der Kameradschaftsführer an die Kameraden die Bitte, in Zukunft mehr denn je für den Marinegedanken zu wirken. * ** Ein Vierundsiebzigjähriger. Am heutigen Mittwoch, 26. April, kann Herr Otto G r a a d e, Wetzsteinstraße 20, seinen 74. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann gehört seit langer Zeit zur treuen Leserschaft des Gießener Anzeigers. (Wir beglückwünschen zum Geburtstag!) ** Unfall beim Rangieren. Gestern vormittag ereignete sich hier im Rangierbahnhof ein Unfall, bei dem ein Mann schwer zu Schaden kam. Der Rangierer Peter W e r t h e r aus Wenkbach (bei Niederwalgern), der mit dem Umsetzen dreier Wagen beschäftigt war, stürzte von einem Wagen ab und kam dabei so unglücklich mit dem rechten Arm zwischen Schiene und Räder, das; er schwere Knochenverletzungen erlitt. Der bedauernswerte Mann wurde sofort in die Chirurgische Klinik gebracht, wo ihm der Arm amputiert werden mußte. Der Zustand des Verunglückten ist den Umständen entsprechend leidlich. ** Kaminbrand. Gestern um 15.58 Uhr wurde die Städtische Feuerwehr in die Bismarckstraße gerufen, wo in einem Karnin ein Brand aus- gebrochen war. Balken hatten Feuer gefangen. Die Feuerwehr hatte nach etwa einftündtyer Arbeit die Gefahr beseitigt und konnte wieder einrüden. Aus -en Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. Gegen den W. Schl, in Schadenbach war das Hauptoerfahren vor der Großen Strafkammer eröffnet und seine Unterbringung in eine Heil- oder Pflegeanstalt beantragt worden. Er hat am 16. Sept. 1938 versucht, die K. V. aus Deckenbach auf einer Wiese in der Nähe der Straße Deckenbach—Schadenbach zu notzüchtigen. Erst nach dem Hinzukommen einer Zeugin ließ er von ihr ab. Er hat diese Tat im Zustand der Zurechnungsfähigkeit begangen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erging folgendes Urteil: Der W. Schl, ist in einer Heil- oder Pflegeanstalt unterzubringen. Der A. W. Klein in Friedberg war durch Urteil des Bezirksschösfengerichts Gießen vom 14. März 1939 zu einer Gesamtgefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Er wär beschuldigt, auf einer Geschäftsfahrt in der Hermann-Göring- Straße in Bad-Nauheim beim Ueberholen eines anderen Kraftfahrzeugs mit feinem Kraftwagen infolge nicht vorschriftsmäßigen Fahrens einen Radfahrer, den Landwirt Fr. Sch. aus Nieder-Mörlen, angefahren zu haben, so daß dieser stürzte und sich schwere Verletzungen zuzog. Trotzdem er den Unfall bemerkte und ihn auch sein Beifahrer zum Halten aufforderte, ist der Angeklagte weitergefahren und hat sich um den schwerverletzten Sch. nicht gekümmert. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. In der Berufungsverhandlung wurde die Schuld des Angeklagten einwandfrei festgestellt. Der Verteidiger ' beantragte Freisprechung wegen der dem Angeklagten zur Last gelegten Führerflucht. Im übrigen stellte er die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Im Falle der Verurteilung beantragte er möglichst milde Bestrafung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, die Berufung zu verwerfen. Das Urteil lautete: Der Angeklagte ist schuldig eines Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung in Tateinheit mit einer Übertretung, eines Vergehens der Führerflucht und der unterlassenen Hilfeleistung. Er x wird deshalb zu einer Kesamtgesängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Vezirksschöffengericht Gießen. Der K. W. aus Lang-Göns wurde beschuldigt, in der Nacht zum 17. November 1938 einen anderen vorsätzlich körperlich mißhandelt zu haben. Er hat bei einer Auseinandersetzung in einer Gießener PSirtsä>aft dem H. G. eine Flasche an den Kopf geworfen, wodurch dieser einen Schädelbruch erlitt. Außerdem erlitt G. eine teilweise Lähmung der rechten Hand und Sprachstörungen. Der Verletzte mußte in die Klinik verbracht werden, wo er lange in Behandlung war. In der Nacht zum 26. Dezember 1938 hatte der Angeklagte einen anderen mißhandelt. Er schlug dem H. Br., der mit zwei Freunden auf dem Heimweg war, mit einem Terzerol gegen den Kopf, und zwar hinter das linke Ohr, wodurch Br. eine Wunde erlitt. In der Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß sich der Angeklagte vor Begehung der Straftaten schon recht flegelhaft und herausfordernd benommen hat. Inwieweit die Verletzung des G. zu einer dauernden Beeinträchtigung feines Gesundheitszustandes führt, konnte der Sachverständige nicht angeben, das müsse durch Spezialuntersuchung festgestellt werden, es sei aber anzunehmen, daß sich der derzeitige Zustand erheblich bessert. Wenn der Angkelagte auch ziemlich Alkohol genossen hatte, so mußte ihm doch der Schutz des § 51 versagt versagt werden. Der Angeklagte hat in beiden Fällen in ganz roher und brutaler Weise gehandelt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von zehn Monaten und wegen der Höhe der Strafe Erlaß des Haftbefehls. Der Vertreter des Nebenklägers schloß sich den Ausführungen des Anklagevertreters an. Der Verteidiger beantragt auf eine wesentliche geringere Srafe zu erkennen. Das Urteil lautete: Der Angeklagte ist schuldig der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen und wird zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Gegen den Angeklagten wurde mit Rücksicht auf die Strafhöhe Haftbefehl erlassen. Amtsgericht Gießen Der W. G. aus Hochelheim war beschuldigt, am 2. Januar 1939 in einem Personenzug auf der Strecke Großen-Linden—Gießen eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben. Er stahl im gleichen Abteil aus dem Mantel des mitfahrenden Studenten K., den dieser neben sich auf» gehängt hatte, eine Brieftasche. Der Angeklagte war geständig. Da man Zweifel an seiner vollen Zurechnungsfähigkeit hatte, wurde er inzwischen auf seinen Geisteszustand untersucht. Er wird als vermindert zurechnungsfähig angesehen. Dem Angeklagten wurde der Schutz des §51 zugebilligt und an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen zu einer Geldstrafe von 40 RM. verurteilt. Der Angeklagte R. R. aus Watenstedt machte sich nm 6. August 1938 mit der Verkäuferin L. B. in Gießen bekannt, wobei er sich als Rudi Weber, Schacht- bzw. Baumeister, ausgab und ihr die Ehe versprach. Nachdem sich die B. durch ihn schwanger fühlte, machte er die falschen Angaben und Versprechungen auch gegenüber den Eltern der B, die ihn daraufhin wiederholt beherbergten und beköstigten, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Ferner lieh ihm die B., weil er angab, sein Geld sei auf em Konto in Braunschweig überwiesen, nach und nach etwa 150 RM. Als ihm wiederholt Vorhalt gemacht wurde, daß er verheiratet fei, leugnete er dies hart- Mutter des Angeklagten hat dem Mädchen ebenfalls geklagte war in vollem Umfang geständig. Er war gelegentlich in Gießen in einem Lokal, machte sich mit einer Familie bekannt und durch diese wurde, er mit der B. bekannt. Er ging wiederholt mit ihr aus, es kam zum intimen Verkehr, der nicht ohne Folgen blieb, gab sich einmal'als Konstrukteur, das andere Mal als Baumeister aus, versprach dem Mädchen die Ehe, verlobte sich mit ihr und verschickte Verlobungskarten, trotzdem er verheiratet und Vater von 3 Kindern ist. Dem Mädchen wurde gelegentlich in Gegenwart des Angeklagten von dessen Ehefrau gesagt, daß ihr (der B.) Freund ihr Mann sei, wobei der Angeklagte noch so dreist war, zu behaupten, er kenne diese Frau gar nicht. Die Mutter des Angeklagten hat dem Mädchen ebenfalls Vorhalt gemacht, daß ihr (der B.) Freund verheiratet fei. Der 'Angeklagte ist einschlägig vorbestraft. Der Vertreter der Anklage bezeichnet den Angeklagten als einen moralisch tiefstehenden Menschen, einen hartnäckigen raffinierten Heiratsschwindler und beantragt auf eine Gefängnisstrafe von neun Monaten zu erkennen. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis st rase von neun M o n a - t e n verurteilt. Milderungsgründe tarnen nicht in Betracht. e Drei Angeklagte aus Heuchelheim, die. E. K., E K. und E. H. erhielten Strafbefehle über j e zwei Monate Gefängnis wegen der Beschuldigung, am 25. Juli 1938 oder um diese Zeit in Heuchelheim und Gießen die M. H. in Heuchelheim beleidigt und in Beziehung auf die Tatsachen behauptet oder verbreitet zu haben, die nicht erweislich wahr und geeignet waren, die H. verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigeh. Die E. K. schrieb auf Veranlassung ihrer Tochter E. und der Witwe H. an den Feldwebel B. in Gießen einen Brief, in dem die H. in der gemeinsten Weise beleidigt wurde. Sie wurde durch Anführung von Beispielen eines lockeren und unsittlichen Lebenswandels bezichtigt. Dies alles war geschehen, um den "Verlobten der H., den Feldwebel B„ zu veranlassen, sein Verhältnis mit der H. zu lösen. E. K. hat den Brief an Hand eines Entwurfs, den die H. gefertigt hatte, ihrer Mutter diktiert. Sie hat ihn auch, nachdem sie noch Zusätze gemacht hatte, zur Post gebracht. Gegen die Strafbefehle legten sie Einspruch ein. Die Angeklagten sind geständig. Sie wollten sich angeblich dafür rächen, weil die H. auch sie schlecht gemacht haben soll. In der Verhandlung wurde die H. (die Beleidigte), als in jeder Weise anständig und ordentlich geschildert. Die Tat der Angeklagten erscheint somit als ein ganz gemeiner Racheakt. Da ein Zeuge, auf den der Verteidiger nicht verzichtete, nicht erschienen war, wird die Verhandlung in 14 Tagen fortgesetzt. Rundfunkprogramm Donnerstag, 27. April: 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das kleine Dresdner Orchester. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymmnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausführung: Das Orchester des Reichssenders Königsberg. 10: Schulfunk. Volksliedstngen, Liederblatt 2. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Stippvisite (Jndustrie-Schall- platten und Eigenaufnahmen). 14.45: Für unsere Kinder: Lustig ist's norm Wetterhäuschen. 16: Nachmittagskonzert „Klänge aus deutscher Landschaft". Einlage 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Was geschieht mit den Begabten? Der Sender fragt — Männer aus Partei, Staat und Wirtschaft antworten. 18.30: Ist es draußen Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten ) . Es saßen nur wenig Leute in dem Lokal. Sie aß ohne Appetit und sehr langsam, um die Zeit hinzu- bringen, denn der Tag lag endlos vor ihr. Aber auch die längste Mahlzeit nimmt einmal ein Ende, und so fand sie sich schließlich wieder auf der Straße und ging ziemlich planlos geradeaus, bis sie an einem kleinen Tageskino vorbeikam. In einer plötzlichen Laune ging sie hinein. Eine Zeitlang fesselte sie der englische Film, der in Originalfassung gegeben wurde, weil sie sich bemühte, dem fremdsprachlichen Dialog zu folgen. Doch bann fand sie, daß sie das Schicksal dieser hervorragend frisierten Heldin nicht das geringste anging, stand daher ebenso plötzlich wieder auf und verließ das Kino. Draußen ging sie in einer neuen Richtung weiter. Sie ging nun mit elastischen und bestimmten Schritten wie jemand, der ein festes Ziel vor Augen hat. Und doch war ihr dieses Ziel nicht bewußt gewesen, denn als sie sich mit einem Male der hell- erleuchteten Front des Palasthotels gegenüberfanb, blieb sie wie erstarrt vor Schreck stehen. Es machte einen sehr festlichen und fröhlichen Eindruck, dieses hellerleuchtete Hotel; es war nicht der geringste Grund, es wie etwas Unheimliches, Gefährliches anzustarren. Und ebensowenig hatte das Herz einen Grund, wie ein Hammer hoch im Halse zu schlagen. Die Lichter schienen in eine riesige, funkelnde Wand verwandelt, die vor ihren Augen auf und ab flimmerte, dann ließ das Schwindelgefühl nach. Sie schluckte ein paarmal schwer und ging mit kleinen, vorsichtigen Schritten über die Straße, bis sie vor dem Hoteleingang stand. Eine große Tafel schrie ihr entgegen: Joe Mikeny — zum Tee — heute — viereinhalb Uhr! Wie spät war es jetzt? Sie wandte den Kopf zu der großen Normaluhr auf der anderen Seite der Straße, vier Uhr zwanzig zeigte sie. Da war Joe vermutlich schon drin — ober er kam jeben Augenblick — sehr pünktlich war er ja nie gewesen. Erschreckt machte sie ein paar heftige Schritte zur Seite, als eine Männergestalt im Vorbeigehen sie streifte. Gott sei Dank, es war ein Fremder, der durch die Drehtür verschwand, irgendein Gast, der den berühmten Mikeny spielen hören wollte. Warum sollte sie eigentlich nicht auch ... Der Saal war so groß, daß er sie bestimmt nicht erkennen würde. Wie er wohl aussehen mag? Ob er noch diese elegante Bewegung hat, mit der er den Bogen an- setzte, und noch — noch dieses Lächeln? Wie unter einem Zwange kam sie wieder näher und stand bann dicht vor bet Schwingtür, bie neben ber Drehtür ins Innere führt. Sie sah burch bie Scheibe; ber Page auf ber anberen Seite nahm an, baß sie hereinkommen wollte, und riß zuvorkommend den Flügel auf. Dina schreckte zurück, starrte den Jungen in ber hellblauen Jacke fassungslos an, bann machte sie kehrt und jagte wie gehetzt davon. Kopfschüttelnd sah ihr der Page nach. „Komische Nummer!" brummte er vor sich hin, bann nahm ihn sein Dienst roieber in Anspruch. Dina kam erst richtig zur Besinnung, als sie in den Stuhl sank, ber vor ihrem kleinen Schreibtisch stand. Sie keuchte wie nach schwerer körperlicher Anstrengung; dabei war sie fast den ganzen Weg in einer Droschke gefahren, weil ihre Beine glatt versagt hatten. Das vertraute Zimmer, bie Stille ber leeren Wohnung lösten endlich bie Spannung, unter ber sie gelitten, seit Margit ihr als Abschiebsgruß zugerufen hatte: „Mikeny kommt nach Berlin!" Sie legte bie Arme auf den Tisch, ließ ihren Kopf vom überfallen unb meinte hilflos unb verzweifelt vor sich hin. Ob sie bie ganze Zeit gemeint hatte ober ob sie eingeschlafen mar — jedenfalls als sie den Kopf wieder hob, zeigte bie kleine Uhr auf bem Schreibtisch genau bie sechste Stunde. Sie horchte einen Augenblick, irgendein Geräusch hatte |ie aufge- schreckt — da war es roieber — bas Telephon! STe schob sich schwerfällig mit steifen ©Hebern und ging auf die Diele hinaus, wo das Telephon schon wieder rief. Müde ergriff sie den Hörer unb melbete sich mit ber Nummer, aber ihre zusammengesunkene Gestalt straffte sich, als eine Männerstimme nach Frau Wegener fragte. „Ich bin selbst am Apparat." „Hier ist Holk! Ich wollte ..." „Ich habe Sie sofort an der Stimme erkannt", unterbrach Dina, „und ich freue mich, baß ich Ihnen nun gleich sagen kann, welche Freude Sie mir mit den Blumen gemacht haben. Es ist ein richtiger kleiner Garten in meinem Zimmer. Vielen, vielen Dank!" „Wenn Sie Ihnen Freube machten, haben sie ihren Zweck, erfüllt. Sie sind also tatsächlich allein?" „Ja, aber Ihre Blumen sind eine rounberhübsche Gesellschaft." „Da scheine ich mir ja eine schwere Konkurrenz auf den Hals geladen zu haben, denn ich hoffte, daß Ihr Alleinsein Sie geneigt machen würde, mir ben morgigen Nachmittag zu schenken." „Das ginge vielleicht trotz ber Konkurrenz", sagte Dina unb wußte nicht, wie froh ihre Stimme klang. „Aber müssen Sie sich nicht Ihrer Frau Mutter widmen?" „Meine Mutter hat morgen nachmittag Bridge- kränzchen; dabei bin ich überflüssig. Nun irre ich einsam umher, wenn Sie sich meiner nicht erbarmen." „Und wann unb wo soll ich mich erbarmen?" „Ich roar heute mit meiner Mutte draußen im Wald. Sie in ber Stadt wissen nicht, wie schön dieser verschneite Wald ist. Darum wollte ich eigentlich einen größeren Spaziergang Vorschlägen mit anschließendem Kaffee." „Herrlich!" Man hörte ihrer Stimme an, daß ihre Begeisterung echt roar. „Ich laufe mich gern mal ordentlich aus. Soll ich nach Potsdam kommen?" „Wenn es Ihnen nicht zu unbequem ist? Wir sind von hier aus am raschesten draußen." „Gar nicht unbequem. Die Stadtbahn brauche ich ohnehin, unb ob ich nun zehn Minuten früher ober später aussteige, bas ist schließlich gleichgültig. Wann tomrtien bie Bribgedamen?" „Danach können wir uns nicht richten. Wir müssen mit ber frühen Dunkelheit rechnen." „Das stimmt. Also, wann essen Sie zu Mittag?" „Um ein Uhr." „Gut. Dann werde ich um zwei in Potsbam sein. Ist's recht?" „Großartig. Ich bin an der Bahn." „Mutter", sagte Peter Holk, als er wieder ins Wohnzimmer trat, „kannst du es wohl einrichten, daß wir morgen spätestens um eins essen? Ich — ich habe für ben Nachmittag etwas vor." Seine Mutter sah über die Brille zu ihm hin. Sie sah ben frohen Ausdruck auf seinem Gesicht unb hatte immerhin einiges von bem Gespräch gehört. Sie lächelte freunblich: „Natürlich geht es, mein Jung, ich werde pünktlich sein." Sie war pünklich. Sie war sogar sehr pünktlich, denn als Holk am Bahnhof anlangte, blieben noch sieben Minuten bis zur Ankunft des Zuges. Diese lieben Minuten verwendete er darauf, sich über sich selbst zu wundern. Er, Peter Holk, sechsunddreißig Jahre alt und hoffnungsloser Junggeselle, wie alle Bekannten behaupteten, stand hier unb wartete auf eine Frau, die er ganze dreimal gesehen hatte, und roar so aufgeregt wie ein Primaner vor bem ersten Stelldichein. Dabei roar er in bezug auf Frauen durchaus nicht unerfahren. Wenn jemand so viel herumkommt und leidlich aussieht, ergibt sich das ganz von selbst. Er sah täglich vom Fenster seines Dienstzimmers aus Frauen aus den Flugzeugen steigen, schöne und häßliche, alte und junge, unb nie hatte er mehr als einen flüchtigen Blick für sie gehabt. Unb eines Tages kam eine Frau, weder befonbers schön noch befonbers elegant, und doch war an dieser Frau etwas — er war richtiggehend nervös geworden bei dem Gedanken, sie könnte nicht mehr in der Buchhandlung sein. Nervös — er, dessen Bombenruhe in allen Lagen bei der Scadta geradezu sprichwörtlich war. Und jetzt ist er wieder nervös. Weiter kam er nicht in seinen Betrachtungen, denn der Zug lief ein. Er erkannte sie sofort, ob- wohl sie sich äußerlich sehr verändert hatte. Bisher hatte er sie nur Schwarz gesehen; heute trug sie einen dreiviertellangen Mantel aus grauem Bueno- Breitschwanz, sportlich geschnitten, darunter ein grünes Wollkleid und hohe, hellgraue Russenstiefel. Sie erschien in der flotten Aufmachung |ehr viel jünger, ihr Gesicht war heute frisch, und ihre Augen strahlten ihm freundlich entgegen. „Wen haben wir denn da?- fragte sie, nach der Begrüßung auf einen heftig wedelnden kleinen irischen Terrier deutend, den Holk an der Leine hatte. „Er gehört meiner Mutter und möchte gern die Gelegenheit benutzen, sich auszulaufen, ein verwöhnter junger Mann, der gelegentlich auf den Namen „Schnurzei" hört. Hoffentlich stört er sie nicht." „Im Gegenteil, ich habe Hunde sehr gern", sagte Dina erfreut unb beugte sich zu dem Terrier nieber. Schnurzel beschnüffelte sie eingehend, bann hob er sich auf die Hinterbeine und drückte seine jchnee- nassen Vorderpfoten innig auf ihren Pelz. Das hieß in seiner Sprache:^ Angenommen! „Aber lassen Sie doch!" wehrte sie ab, als Holk den Hund zurücknehmen wollte. „Ich freue mich daß er so rasch Zutrauen gefaßt hat. Wohin führen Sie mich nun?" fragte sie, während sie über den Bahnhofsplatz gingen. „Wollen Sie sich erst ausruhen, oder wollen wir gleich gehen?" fragte er zurück. „Gehen natürlich! Ich habe lange genug in der Bahn gesessen." „Was darf ich Ihnen zumuten — eine Stunde anderthalb —zwei?" „Zwei ohne weiteres. Ich lauf gern." „Dann schlage ich vor, wir nehmen die Straßenbahn bis Rehbrücke unb gehen von dort aus durch den Wald über die Raoensberge zurück. Kaffee trinken wir nachher in der Stadt." (Fortsetzung folgt.) der Volksgemeinschaft gestellt. verliehen. Die durchschnittliche Beteiligung an einer Wanderung betrug 33 Perssonen. Die diesjahng-e Stunden geschaffen. Der „Tag des deutschen Kanusportes" in Gießen kühl und naß, bleibt daheim! Wir machen Spaß! 45 heitere Minuten mit Schallplatten. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. 20: Nachrichten — Grenzecho. 20.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 20:15 Unsere Kolonien: Vorsicht — Giftschlangen! 22.30 bis 24: Volks: und Unterhaltungsmusik. Sternwanderung des VHC. an Himmelfahrt fuprt auf die Stellerskuppe bei Kirchheim in der Nahe von Nieder-Aula in Gemeinschaft mit dem Knüll-- gebirgsverein. Im unterhaltenden Teil des Abends wurden durch den Vortrag von Mundartdichtungen und den Gesang gemeinsamer Lieder einige frohe wiedergewählt. Für das ausgeschiedene Aufsichtsrotsmitglied Balser (Bettenhausen) wurde Edm. Bommersheim (Bettenhausen) und für das weiter ausgeschiedene Mitglied des Aufsichtsrates Sang (Rabertshausen) wurde Paul Becker (Muschenheim) gewählt. Nach der Erledigung des geschäftlichen Teiles sprach Kreisbauernführer Pg. O t t ausführlich über alle uns heute angehenden Fragen und Aufgaben. Nachdem Herr Hofmann (Frankfurt a. M.) noch kurz zu einigen milchwirtschaftlichen Fragen Stellung genommen hatte, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. Landwirtschaftliche Genossenschaften verzeichnen Llmsatzsteigerungen. ab. Professor Hummel (Gießen) sprach an Hand eigener Bilder und Erfahrungen auf seinen Reisen über die Kolonialgebiete Deutsch-Südwest, Ostafrika, Kamerun und Togo. Am Sonntagnachmittag sand unter Leitung von Kreisschießwart Hanf ein Ehrennadel- und Leistungsschießen statt. Da in diesem Jahr der Wettkampf auf unserem Stande ausgetragen werden soll, wird sich die Kameradschaft mit allen Kameraden am Schießen beteiligen. < Allendorf a.d.Lda., 25.April. Unter Leitung des Kreisschießwartes Hanf (Gießen) wurde am Sonntag um die Ehrennadeln des NS.-Reichskriegerbundes geschossen. Obwohl die Beteiligung besser hätte ausfallen können, herrschte reger Betrieb. Die bronzene Ehrennadel errangen: Wilh. Reinhardt, Hrch. Faulstich, Wilh. Formhals, Heinr. Krieb, Christ. Käs. An dem Wettkampfschießen nimmt die Kameradschaft mit 50 bis 60 Schützen teil. c. Alsfeld, 25. April. Das Luftschutzehren. Zeichen wurde am Sonntagvormittag im Rahmen einer Feierstunde Oberstudiendirektor Dr. H a i n e r non dem Ortskreisgruppenführer der Ortskreisgruppe Lauterbach überreicht. Dr. Hainer hat sich als Gründer der Ortsgruppe Alsfeld am 8. November 1933 bis zur Verschmelzung mit der Orts- kreisaruppe Lauterbach am 1. April 1938 besondere Verdienste um den Luftschutz in Alsfeld erworben. Auch heute ist er noch als Luftschutzlehrer der Ge- meindegruppe Alsfeld für den Luftschutz tätig. w Alsfeld, 25.April. Unter der Leitung des Dereinsführers Bürgermeister Dr. D ö l s i n g fand im Gasthaus „Jur Erholung" die Mitgliederver« sammlung des Zweigvereins Alsfeld des VHC. statt. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl unverändert geblieben ist. Der Wandermeister gab in seinem Jahresbericht einen Ueberblick über die Einzelleistungen und die prozentuale Gesamtleistung, im abgelaufenen Wander, fahr. Aufgrund der Ereignisse wurden an 17 Ver. einsmitglieder die goldenen Wanderauszeichnungen Gietzen-Wieseck. Die Landwirtschaftliche Bezugs - und Absatzgenossen sch aft e. G.,m. b. H. W i e s c ck hielt gestern abend bei Gastwirt Heinrich Hölzel 'hre Generalversammlung ab. Der Vorstand des Aussichtsrates Karl Daupert, verlas die Jahresrechnung und die Bilanz, die eine sehr,günstige Entwicklung erkennen ließen. Der Gesamtumsatz der Genossenschaft beträgt RM. 906 000. An Waren wurden im Berichtsjahr für RM. 202 000 umgesetzt, während der kassenmäßige Umsatz RM. 177 000 betrug. Der Reingewinn beträgt nach den vorgenommenen Abschreibungen RM. 5300, von dem eine Dividende von 3 Prozent an die Mitglieder verteilt wird. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung -zuteil. In der anschließenden Aussprache wurden verschiedene Anregungen gegeben, die der Vorstand und Aufsichtsrat in der nächsten Zeit aufgreifen wird. bauung eines HJ.-Heimes wurde dieser Tage begonnen. ... . <> Holzheim, 25. April. Die 67jahngs Frau Margarete Laux, geb. Jäger, kam bei einer Arbeit auf dem Speicher zu Fall und stürzte die Treppe hinab. Die bedauernswerte Frau brach dabei beide Arme und erlitt auch noch anoere Verletzungen. Sie mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Kreis Friedberg. Oie NSB.-Kindergartenarbeit in der Stadt. NSG. NSD.-Kindergarten! Wer denkt da nicht in erster Linie an einen Landkindergarten mit frischen, rotbackigen Bauernbuben und -rnädeln, die sich in fröhlicher Spielgemeinschaft in der Obhut ihrer „Tante" tummeln, während Vater und Mutter beruhigt die Sense zur Hand nehmen können, um den Erntesegen einzubringen. Es gibt aber und^rnuß auch immer einen NSV.-Kindergarten in der Stadt geben, dessen Gesicht natürlich anders sein wird als das in der ländlichen Kindertagestätte. War in den früheren Jahren die Notwendigkeit des Kindergartens in der Stadt bedingt durch schlechte Wohnungsverhältnisse, Arbeitslosigkeit des Vaters, ungünstige soziale Verhältnisse, durch das Fehlen eines Geschwisterkreises oder durch pädagogische Unfähigkeit der Eltern? so hat sich in den letzten Jahren das BUd dahin geändert, daß heute der NSD.-Kindergarten in der Stadt hauptsächlich sich dort einschalten muß, wo die Mutter berufstätig ist und die Kinder mehr oder weniger sich selbst überlassen sind. Mit diesen Kindern, die glücklich sind, daß sie reichlich Spielzeug haben und was ihnen als das Schönste dunkt, jemanden, der Zeit für sie hat, der für sie da ist, spielen nun auch solche Kinder, denen zu Hause alles geboten ist und die es gewohnt find, Mittelpunkt der Familie zu sein. Alle tauchen unter m zu holen. r„ _ . In Gießen hatte der Kreisfachwart für Kanusport alle in den verschiedensten Vereinen dem NS-Reichs- bund für Leibesübungen angehörenden Paddler oufqerufen. Während aber am Himmel schwarze Wolken aufzogen, konnte der Vereinsführer der Paddlergilde Gießen, Dr. E. Schwarzmaier, namens des Kreisfachamtes nur die Unentwegten seines Vereines und eine Zehner-Kanadiermann- schaft der HI. unter der Führung ihres Fachwortes Ottkar Eid mann am Start begrüßen. Mit einer kurzen Ansprache und einem Sieg-Heil auf den Führer und Schirmherrn des deutschen Sportes begann in geschlossener Formation die Auffahrt zur Bodenburg, wo kurze Rast gehalten wurde. Bei der Rückfahrt hotten sich die auf dem Hinwege hort drückenden Seitenwinde gelegt und den peitschenden Regenschauern war ein milder Abendsonnenschein gefolgt. So nahm dieser erste Tag des neuen Paddeljahres in bester Stimmung sein Ende. Das Iahresprogranim der Gießener Paddler. Was bringt das neue Jahr dem Gießener Konu- sportler? Drei Regatten werden veranstaltet, und zwar von der Paddlergilde Gießer^ - Butzbach, 25. April. Die beiden hiesigen Wander vereine, Vogelsberger Höhen-Club und der Taunusbund, führten gestern ihre erste Frühjahrswanderung durch. Bei strahlendem Sonnenschein und klarblauem Himmel unter sehr starker Beteiligung ging der Weg des ersteren Vereins von Bad-Nauheim aus durch den gepflegten Wald noch dem Ockstodter Kirschenberg, der gegenwärtig in herrlichster Blüte seiner ausgedehnten Kirschenanlage einen wundervollen Anblick bietet. Nach Ueberquerung der Reichsautobahn und kurzer Rost im Waldschloßchen, wanderte die Schor nach Friedberg. Die Bohn brachte sie gegen Abend heim. — Der Taunusbund richtete seinen Marsch von Gro- ßen-Linden aus über den Schiffenberg und Annerod nach Wieseck. Auch diese Wanderung hatte zahlreiche Wanderfreunde angelockt. Sie^ verlebten einige frohe Stunden. Kreis Alsfeld. am 14. Mai eine Kreis-Kurzstrecken« r e g a 11 a; am 9. Juli die Gau-Kurz st reckenregatta Holzheim. < Holzheim, 25. April. Dieser Tage fand hier die Generalversammlung der Land wir t- chaftlichen Genossenschaft statt. Sis wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Landwirt Wilhelm Peter Jung, geleitet. Erschienen waren 163 Mitglieder. Bürgermeister Buß erstattete den Geschäftsbericht, dem folgendes zu entnehmen war: Das Jahr 1938 brachte für die Dorftaffe einen weiteren Aufschwung. Der Umsatz betrug 1 575 000 Mark und hat sich gegen das Vorjahr um 324 000 Mark erhöht. Die Spareinlagen betragen 275 000 Mark und erfuhren ebenfalls eine wesentliche Erhöhung. 33 neue Sparbücher konnten ausgegeben werden. Das Kleinsparwesen, Kartengelder und Schulsparkasse erbrachten 6010 Mark neue Spareinlagen. Im Jahre 1938 wurden von der Genossenschaft 1921 Doppelzentner Getreide und 3029 Doppelzentner Kartoffeln erfaßt, der getarnte Absatz betrug 52 000 Mark. Durch die Genossenschaft wurden bezogen: 1637 Doppelzentner Düngemittel, 858 Doppelzentner Futtermittel, Saatgut und Brennstoffe 2300 Doppelzentner, der gesamte Bezug betrug 46 000 RM. Die Genossenschaft besitzfeine Saatgutreinigungsanlage, eine Kartoffeldämpfkolonne und' eine Hederichspritze, diese Maschinen verrichten für unsere Landwirtschaft wichtige Dienste und wurden rege benutzt. Aus dem Vorstand schieden satzungsgemäß Heinrich Georg Görlach, aus dem Äufsichtsrat Wilhelm Peter Jung und Wilhelm Georg Konrad Ohly aus.. Sie wurden sämtlich wiedergewählt. Aus her engeren Heimat. Einbrüche in Daubringen. Mutmaßlich eine Diebesbande am Werk. * D a u b r t n g e n, 26. April. In der vergangenen Nacht wurde in unserem Orte eine Anzahl Diebstähle und Einbrüche verübt. In verschiedenen Garten wurden die zum Trocknen aufgehängten Wäschestücke gestohlen; aus der Milchoerteilungsstelle wurden Bestände an Butter und Käse entwendet, bei einem Einwohner wurden Hühner, bei einem am deren sechs Laibe Brot usw. gestohlen. Mutmaßlich wurde noch bei verschiedenen anderen Volksgenossen eingebrochen, es steht allerdings bis jetzt noch nicht entgültig fest, was den Dieben dabei alles in die Hände "fiel. Die Gendarmerie von Lollar wurde sofort benachrichtigt und nahm bfe notwendigen Ermittlungen auf. Lokomotive eines Personenzuges entgleist. SPD. Bübingen, 25. April. Unterhalb des Bahnhofs Hirzenhain entgleiste die Lokomotive eines Personenzuges, der in Richtung Stockheim fuhr. Der Zug war mit zwei Maschinen bespannt. Die entgleiste Maschine richtete erheblichen Schaden auf dem Bahnkörper an. Der Zugverkehr mußte für einige Zeit gesperrt werden. Personen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt. Landkreis Gießen. eine Gemeinschaft zu bilden. Die Arbeit im Dorfkindergarten hat gegenüber derjenigen im Stadtkindergarten voraus, daß das Dorf, mit ganz kleinen Ausnahmen, Heimat aller Mütter ist. Um. so schwieriger ist die Arbeit der Kindergärtnerinnen unter den Müttern in der Stadt; zumal auch die Stadt so vieles bietet, was die Menschen zerstreut und ablenkt, was auch leider oft die Mütter von ihren nächsten Pflichten am Kind abhält. Verbindendes und vermittelndes Glied muß da, sowie in der ganzen Kinderarbeit, immer das Kind selbst sein, das kostbarste Gut eines Staates, für das letzten Endes jeder Schaffende feine Hände regt. Der Kindergärtnerin in der Großstadt werden also damit ganz besondere Aufgaben im Dienst an der vorträgen. , . , . Neben diesen örtlichen Veranstaltungen bringt das Jahr 1939 wieder zahlreiche Regatten im Gau (Kassel) und den benachbarten Kreisen (Marburg, Hanau). Auch hier findet im Juli endlich die vor drei Jahren an politischen Schwierigkeiten geeiterte Nibelungenfahrt des Reichsfachamtes Kanusport auf der Donau nach Wien statt. 300 auf Ostpreußenfahrt. Die Ostpreußenfahrt, eine der Spitzenoeranstaltungen des nationalen Geländefahrsports, hat für dieses Jahr wieder ein ausgezeichnetes Meldeergebnis aufzuweisen. Rund 300 Nennungen wurden abgegeben von deutschen Spitzenfahrern, her In- t hustrie, dem NSKK-, der Wehrmacht und der Reichs. Grotzen-Buseck. wg. Großen-Buseck, 25.April. Im Saale des Gastwirts Wagner fand die 61. Generalversammlung der Spar- und Leihkasse Große n - B u s e ck statt. Der Vorsitzendes des Aufsichts- raies Karl Bonarius wies auf die politischen Erfolge des vergangenen Jahres und deren Auswirkung auf die Wirtschaft und damit auch auf die Sparkassen hin. Die Geschäftsberichte des Aufsichtsrates, des Vorstandes und des Rechners ergab ein klares Bild von dem auch in diesem Jahre erfolgten Aufschwung der Kasse. Der Mit gliederst and stieg auf 289 an. Der Gesamtumsatz betrug 6,2 Millionen Mark gegenüber 2,5 Millionen im Jahre 1932. Von der Betätigung des Sparsinns zeugt die Ausgabe von 61 neuen Sparbüchern. Die Zahl der Sparer wuchs damit auf 1300 an mit Spareinlagen in Höhe von 420 092,76 Mark. Die Bilanzsumme hat sich von 494 714,54 Mark auf 535 995,43 Mark erhöht. Die flüssigen Mittel sind wesentlich gestiegen: Barreserven, Bankguthaben und Effekten belaufen sich auf 40 000 Mark. Der Kleinsparverkehr wird durch Wochenerhebungen, Schulsparkasse und Ausgabe von Sparbüchsen gepflegt. Die haben der Genossen betragen 53 742,37 Mark, die Haftsummen 173 400 Mark. Der Unkostensatz beträgt 147 v. H. der Bilanzsumme und hegt fomit weit unter dem Reichsdurchschnitt. Der Reingewinn beläuft sich auf 2170,36 Mark und wurde je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrucklage gutgebracht. Die starke Umsatzsteigerung verlangte von den Verwaltungsorganen, besonders von dem Geschäftsführer vermehrte Leistungen, die dankbare Anerkennung fanden. Der Revisionsbencht von 1938 wurde bekanntgegeben. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Zum Schluß stattete der Vor- sitzende des Aufsichtsrates allen Mitarbeitern seinen Dank ab und wies auf den Erfolg der einmütigen Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat hm. Vwlkerei-Genossenschaft Hungen. Handballrückspie!: SA.-Wehrmacht. Am heutigen Mittwochnachmittag stehen sich wiederum, jetzt im Rückspiel, die Handballmann- chaften der SA.-Kampfspielgemeinschaft der SA - Standarte 116 und die Handballelf der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments 116 gegenüber. In diesem Spiel, das diesmal auf dem Platz der Spielver- einigung 1900 stattfindet, wird sich die SA. bemühen, "die Scharte aus dem Vorspiel auszuwetzen. Oie nächsten Kämpfe um die deutsche Fußball-Meisterschaft. Die Endrundenspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft treten jetzt in ein entscheidendes Stadium. Bei sechs von acht Kämpfen des kommenden Sonntags handelt es sich um Rückspiele, lediglich in der Gruppe 4, wo man die ersten Rückspiele bereits vorweggenommen hatte, zählen die Begegnungen in Breslau und Worms noch zur Vorrunde. Das hochinteressante Programm weist im einzelnen olgende Paarungen aus: Gruppe 1: in Hamburg: Hamburger SV. gegen Hindenburg Allenftein; in Bremen: VfL. Osnabrück — Blau-Weiß Berlin. Gruppe 2a: in Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf — Sülz 07. Gruppe 2b: in Schweinfurt: FC.05 Schweinfurt — Warnsdorfer FK. Gruppe 3: in Mannheim: VfR. Mannheim gegen Stuttgarter Kickers; in Wien: Admira Wien gegen SV. 05 Dessau. Gruppe 4: in Breslau: V./R. Gleiwitz gegen * fiungen, 25. April. Di- M°lker-i°K-n°s em schäft Hungen hat am Sonntag bei starkem -besuch ihre 45. ordentliche Generalversammlung im vaale des Darmstädter Hofes abgehalten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fritz Hesse, begrüßte Mitglieder und Gäste. Direktor Schneider gab einen allgemeinen Bericht über das ^bgelaufen Geschäftsjahr, dem zu entnehmen war, daß d e Molkerei auf allen Gebieten des deutschen Molkerei wesens Schritt gehalten hat. Dann erstattete Geschäftsführer . 8 rutig den zahlenmäßigen Geschäftsbericht mit der Jahres- r-chnung. Der Genossenschast sind im W1® von 1360 Einzelanheferern insgesamt 8977,289 kg Milch eingeliefert worden, für die im Jahresdurchschnitt 14,92 Pfennig pro kg frei Molkerei bezahlt worden sind. Dieser Milchpreis lag gegenüber bem Vorjahre roieber um 0,88 Pfennig pro k§ hohen Von-der angelieferten Vollmilch mürben 5493 773 kg verbuttert unb hiervon 239 268 kg Deutfdje Markenbutter gewonnen. Die übrige Vollmilch wurde als Frischmilch abgesetzt sowie zur Käseherstellung Der« ^^Dtt^Jahresrechnung zeigte ebenfalls wieder einen guten und gesustden Abschluß. Die oorgetragenen Zohlen sowie die Abschlußzahlen der Bilanz bewiesen wiederum ein Jahr erfolgreicher Wetterentt Wicklung der Genossenschaft. Die ^resrechnung fand einstimmige Zustimmung. Dem Boestand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Da-. aus- scheidende Vorstandsmitglied Ferd. B o p P heim( sowie die Aufsichtsratsmitglleder Schäfer (Inheiden), Koch (Villingen), L i n b e m e i e r (Obbornhofen) und Eifer Wohnbach) würden < Heuchelheim, 24. April. Die V H C. - Wanderung des hiesigen Zweigvereins fand trotz bes Aprilwetters eine gute Beteiligung. @e« -rabe währenb ber Wanderung, die in .^orbenteich begann, bis zum Ziel war gutes, sonniges Wetter. Von Garbenteich aus führte der Weg durch den grünenden Wald, an den schön gelegenen Menge l^ Häuser Teichen vorbei zum Wettertal. Es bot sich allein ein schöner Blick über das Städtchen Lich bis zu den Höhen des Vogelsberges. Das Ziel war Kloster Arnsburg. Nach der Rast wanderten die Heuchelheimer über den Hardtberg nach Lich. Von Lich aus erfolgte die Heimfahrt. < A l l e n d o r f ( L a h n ), 25. Apnl. Die Kne- gerkameradschaft Allendorf hielt unter der neuen Führung von Lehrer Fader eine Versammlung = Londorf, 25. April. Die Kriegerkameradschaft Londorf hat am Sonmag mit dem Schießdienst begonnen. Kreisschießwart Hanf (Gießen) hatte sich zur Abnahme ber Ehrennadeln an« gemelbet. Es wurden auch mehrere silberne und bronzene Nadeln erschossen.. Zum Wettkampf tritt die Kameradschaft diesmal mit 48 Mann an. 4- Rüddingshausen, 25. April. Die hiesige Kriegerkameradschaft hatte sich ihren Kreisschießwart Hanf zu einem Vortrag über das Schieß- und Versicherungswesen eingeladen, der eine dankbare Zuhörerschaft fand. Anschließend wurde um eine Anzahl kleiner Preise mit der Luftbuchse geschossen. Der Kreisschießwart hob besonders hervor, daß der Schießdienst in Rüddingshausen in Ordnung sei. Für 1939 muß nun fleißig geübt werden, damit der Kameradschaft der Wanderpreis ber besten 8-Mannschaft nicht entführt wird. Z L i ch , 25. April. Zum ersten Male konzertierte ein Musikkorps der Luftwaffe in unserer Stadt und zwar gab das Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur Gießen unter Leitung von Musikmeister Pfarre am Sonntagabend in der Turnhalle ein großes Konzert. Ein abwechslungsreiches Programm, das Märsche, Ouvertüren, Walzer und Potpourris brachte, bot den Zuhörern einige genußreiche Stunden. Nachmittags veranstaltete das Musikkorps auf dem Adlerplatz ein Standartkonzert. Obbornhofen, 25. April. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Hensel ihre Generalversammlung ab. Die Versammlung wurde durch Direktor Bommersheim eröffnet. Rechner Richard Reitz gab die Bilanz bekannt unb las den Geschäftsbericht vor, aus dem hervorging, daß die Genossenschaft im Jahre 1938 gute Erfolge zu verzeichnen hatte. Bilanz und Geschäftsbericht wurden von der Versammlung gutgeheißen.. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. In einer Aussprache wurde beschlossen, in diesem Jahre eine fahrbare Kelteranlage anzuschaffen. Der Vorstand blieb unverändert in seinem Amt. Die Genossenschgst zahlte am Jahresschluß 100 Mitglieder. — Mit der Erder großen Schar, in ber sie ein Glied ber Kinber- gartengemeinschast werben. Verschiebene Wesensarten schleifen sich aneinanber ab. Keines der Kinder braucht dabei seine Eigenart zu verlieren, aber es wird, unmerklich fast, der Grundstock gelegt zu jener Kameradschaft, wie sie die HI., ber Arbeitsdienst unb bie Wehrmacht später als Grunblage zu ihrer Gemeinschaft brauchen. Diese Haupterziehungsaufgabe am deutschen Menschen, bie Erziehung zur Kamerabschast, wird in ber Spielgemeinschaft des NSV.-Kindergartens geboren unb kann auch nir- genbs beutlicher als in ber Stabt hervortreten, wo eine viel bunter zusammengewürfelte kleine Schar zusammenkommt als auf bem Lanbe. Es ist selbstverständlich, daß auch das äußere Gesicht des Kindergartens den gesteigerten Ansprüchen entspricht, die die Stadtbevölkerung an die Umgebung stellt, in ber ihre Kinber leben sollen. Eine ber wichtigsten, aber auch schwierigsten Aufgaben ist es, bie Mütter bzw. Eltern bieser aus so verschiedenen Umgebungen fommenben Kinber einander näher zu bringen unb auch aus ihnen Der 23. April 1939 war im ganzen Großdeutschen Reiche als „Tag bes deutschen Kanusportes" ber Tag des Anpaddelns. In ben Morgenstunben gab ber Leiter bes Reichsfachamtes Kanusport, Dr Eckert, von München aus über ben Runbfunk bie Parole für 1939 aus. Das war bas Zeichen für bie „Zünftigen", ungeachtet des launischen Wetters, der Winde unb Regenschauer, die bie Sonne nur immer kurz zum Vorschein kommen ließen ihre Boote nach langem Winterschlaf aus den fallen unb _ . . , im September im Rahmen des „Tages des deutschen Sportes" die im Vorjahr^zum ersten Male aufgezogenen Gießener Stadtmeister» schäften im Faltboot. r Dazu kommt am 4. Juni eine offene Patron i l l e n f a h r t, für bie diesmal der Marburger Kanu-Club verantwortlich zeichnet. Die Paddlergilde Gießen selbst wirb eine Reihe von Wanderfahrten veranstalten, so z. B. am Himmelfahrtstage eine Fahrt Marburg—Gießen; andere führen lahnabwärts unb auf benachbarte Flüsse. Alle diese Fahrten finden in Gemeinschaft mit ben in ben betreffenden Gebieten unfähigen. Kanusportvereinen statt, um bie Kamerabschast zu festigen. Am 6. Mai tagt die ordentliche Mitglieder- Versammlung des Vereins. Ihr folgt am 14. Mai ein Geselliger Abend mit Film- und Lichtbilder« Schalke 04; in Worms: Wormatta Worms gegen SC. 03 Kassel. Zugendfutzbail im DfB.-AeichSbahn. VfB. R. 1. 3gb. — Leihgestern ^1. 3gd. 8:0 (2:0). Mit Spannung sah man bem Spiel ber beiden Mannschaften entgegen. Leihgestern mußte eine hohe Niederlage auf bem Walbsportplatz entgegennehmen. Die Grün-Weißen erwiesen erneut, daß ihre hohen Siege in letzter Zeit nicht Zufall waren. Aber auch niemand hätte an einen so hohen Sieg gedacht. In der ersten Halbzeit lief das Spiel nicht so, wie man erwartet hatte. Nur zwei Tore brachte der Sturm fertig, obwohl er mit bem Wind spielte. Aber die zweite Halbzeit wurde den Gästen zum Verhängnis. Die Grün-Weißen liefen zu bester Form auf und fchossen noch fünf weitere Dore. Das wohlverdiente Ehrentor blieb den Gästen ner- sagt. . Steinbach I — Saasen I 2:1. Saasens 1. Elf fuhr am Sonntag mit einigem Er- satz nach Steinbach, um mit der dortigen, als spielstark bekannten 1. Mannschaft im FreundsäMsspiel die Kräfte zu messen. Das Spiel war vollkommen ausgeglichen. Beide Tore kamen öfters in Gefahr, aber auf beiben Seiten "waren bie Hintermannschaften auf der Höhe. Mit 0:0 ging es in die Pause. Erst Mitte der zweiten Halbzeit kam Steinbach zum Führungstor. Durch ein Eigentor tarnen die Gaste bann zum billigen Ausgleich. Kurz vor S^uß gelang es ben Platzbesitzern burch ein zweites unhaltbares Tor einen knappen Sieg zu erringen. Wirtschaft GLORlfll Erstaufführung! Heute Mittwoch: Geschäftsverlegung! Fahirad-Bornemann 3065D für Stadtfahrten. 305ßD NORDSET- PQLOST Giessen Wiener Gemütlichkeit und Berliner Urwüchsigkeit sind die Paten dieses neuen, lustigen Gustav - Althoff- Films Ein gutes Abendbrot! Svezial-Reva- raturwerkstätte Gchunk & Ebe Kohlebürsten- u. Bürstenhalter- Fabrik, Giesten-Windhof. Photo - Kreuzplatz N r. 9 3007A Salz- Heringe mit Pellkartoffeln Frankfurt a. M., 25. April. Die Börse eröffnete in durchweg fester Stimmung, wenn auch der Geschäftsumfang keineswegs wesentlich größer geworden ist. Das Interesse konzentrierte sich auf einige Spezialwerte, die Kurserhöhungen um etwa 0,75 bis 1 v. 5). erzielen konnten. Don Montanaktien waren Hoesch unv. 108, während Mannesmann etwa 1 v. 5)., Der. Stahl 1 v. 5). und Rhein- ftahl sogar 1,50 d. 5). (auf 136,50) anzogen. Bon Maschinenwerten lagen Rheinmetall mit 131,75 um 1 d. H. gesteigert, während Demag mit 141 unter Berücksichtigung von 8,7 v. H. Dividendenabschlag ebenfalls rund 0,75 d. 5). gewannen. Unverändert lagen Eßl. Masch. mit 111. Don Chemiewerten würden JG.-Farben zu Beginn um 1 v. H. höher gehandelt, Scheideanstalt etwa 202, dagegen Metallgesellschaft infolge Zufallsorder um 0,90 auf 113,65, Der. Dt. Metall sogar aus gleichem Grunde um 2 v. 5). auf 173 abgeschwächt. Elektroaktien verzeichneten Kursbesserungen um etwa 0,75 v. $)., so Licht und Kraft (133,25) und Gesfürel (136,25). Don den übrigen Papieren wurden Bemberg weiter um 0,75 auf 137,50 gesteigert. — Mit in Auswirkung der von zuständiger Stelle kommenden Aeußerung über den spekulativen Charakter der Kursbewegung der letzten Tage gaben heute Reichsbank zu Beginn 1,25 v. 5). auf 179 nach. Renten hatten das übliche kleine Geschäft bei wen-ig veränderten Notierungen. Kommunalumschuldung wurde mit 93,50 bis 93,55 taxiert. Reichs- bahnvorzüge unv., ebenso Altbesitz. In Stadtanleihen war etwas Geschäft in Frankfurt 1926er und Heidelberg zu letztem Kurs, Pfandbriefe im ge- Hans Moser ■ Grete Weiser Wolf Albach-Retty - Carola Höhn Regie: Heinz Helbig Mmiigroliri MM nsw. 2172V H.GIatlliaar&Sohn Frankf.Straßelö Mühlstraße 18 Telefon3144/3145 Mutti sei friedlich und still, Vati geht doch zu PosMchkl in Fahrs chule Müller Ruf 2674» lr76sO Fabrikationsgeschäft und Großhandlung sucht sofort einen durchaus zuverlässigen und nüchternen fürleichten Lastwagen, der im Umgang mit der Kleinhandelskund- fchaft vertraut ist und bereits eine längere Fahrpraxis hat. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften unt. 2999 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mädchen von 8-11 Uhr oder bis Mittag gesucht. 02133 Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers. lieber 100 Jahre Photographie berichtet ein ümfllnvDortrag am 27. April 1939, 20.15 Uhr, im großen Hörsaal der Universität Eintritt frei. Hierzu ladet Sie freundlichst ein M)2.Mai Neuenweg15 Rat 3638 We für meinen AusWk (2 Personen)tüchtig.,selbständiges, ölleteü MWen Lohn NM. 40.-. Schriftl. Angeb. unter 02128 an den Gieß. Anzeig. Stellenangebote| WkM auf 2 Stunden Freitag morgens Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. An;. (02115 Gießen 3061D Seltersweg 18 / Ruf 2467 Wir suchen einen zuverlässigen und fleißigen MeiM Jhlf. DenRasen schneiden. Spielend leicht geht das mit einem guten Rasenmäher. Sehen Sie sich diesen Helfer und auch den Rasenbesen und Kantenstecher zur richtigen Rasenpflege mal an bei [ml J.B.Häuser I J-B] Gießen,amOswaldsgarten XX (Parkplatz), Ruf 2145-2146 Em tolles Lustspiel mit einer Bombenbesetzung Beiprogramm, Sonder-Wochenschau v. Führer-Geburtstag Täglich 4, 6, 8.30 Uhr 3q42a Sonntags 8, 5.30, 8.30 Uhr rungssumme von 77,06 Millionen Mark (gegenüber 18 598 Anträgen mit einer Bersicherungssumme von 63,37 Millionen Mark im Vormonat und 13 357 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 31,29 Millionen Mark im März 1938). -* Hessische M a r m o r i n d u st r i e. Die Marmorbrüche im Limburger Gebiet (Lahabrüche) waren in den letzten Wochen mit Aufträgen reichlich versehen. Als Auftragsgeberin tritt hier die Partei für die großen Bauten in Nürnberg auf. Auch die marmoroerarbeitende Industrie im Hanauer Land' war weiterhin gut beschäftigt. * Aus der Hartsteinindustrie. Die Handelsgesellschaft der Hartbasaltwerke Bauer-Orten- berg/Hessen ist mit dem Recht der Firmenfortführung auf den bisherigen Prokuristen Christian Eugen Benz in Ortenberg übergegangen. * Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft (DBS.) Nunmehr ist auch bei dieser Bausparkasse mit Genehmigung des Reichsaufsichtsamtes für Privatoersicherung ein neuer Bauspartarif eingeführt worden. Sie vollzieht damit als älteste genossenschaftliche Bausparkasse Deutschlands den Uebergang zu dem durch die Reform eingeführten neuen Mustertarif. Rhein-Mainische Börse. rMltagsbörse befestigt. post. Aus dem Bereich der Motorgruppe Dftlanb nehmen 60 Ausweisfahrer teil. Die Ostpreußenfahrt wird vom 10. bis 12. Mai ausgetragen. DfB.-Reichsbahn Mannschaftssieger in Frankfurt a. M.-Aied. Der VsB.-Reichsbahn Nied-Höchst veranstaltete am vergangenen Sonntag einen reichsoffenen Frühjahrswaldlauf, an dem sich außer den Vereinen Groh-Frankfurts auch der VfB.-Reichsbahn beteiligte, der außer dem dritten Platz in der Einzelwertung den mehr begehrten Mannschaftssieg trotz stärkster Konkurrenz erringen konnte. Da nur in einer aktiven Sonderklasse gestartet wurde, war die Beteiligung sehr groß. Es war eine zirka 6,5 km lange Strecke zu bewältigen. Die Läufer hatten vorn Start weg zunächst zirka 500 m auf einer harten Asphaltstraße zurückzulegen. Dann war im Nieder Wald eine zirka 2,8 km lange Rundstrecke zweimal zu durchlaufen. Der mitunter sehr starke Gegenwind stellte große Anforderungen an die Läufer. Bei dem vorgelegten starken Tempo bildete sich sehr rasch eine aus 6 Mann bestehende Spitzengruppe, in der auch B rö mm e l und Zorn sch vom DfB.-R. lagen und sich an dem Kampf um die Führung beteiligten. Diese Gruppe blieb auch bis ins Ziel verhältnismäßig dicht zu fammen, wobei Brömmel in ausgezeichneter Zeit einen guten dritten Platz und Zörnsch, der auf der harten Wegstrecke durch die Benutzung von Rennschuhen sein Können nicht richtig zur Geltung bringen konnte, den 6. Platz belegen konnte. Steinmeier und Koch kamen auf den 9. und 11. Platz. Diese gute Durschnittsleistung brachte der Mannschaft in der Mannschaftswertung vor dem Flak-Regt. Frankfurt a.M., dem Polizei- Sportverein Frankfurt a. M. und dem FSV. Frankfurt a. M. den ersten Sieg ein. Dieser Erfolg reiht sich würdig an die diesjährige Erfolgserie der Langstreckler des VfB.-Reichsbahn an, die schon in Wiesbaden und Darmstadt vor starker Konkurrenz Mannschaftssieger wurden. Kurze Sportnotizen. Arthur Heina, der den Weltrekord im 400- Meter-Brüstschwimmen in seinem Besitz fyat, will am 7. Mai in Solingen einen Angriff auf den 500- Meter-Weltrekord unternehmen. Hans Stuck, der sich in Rumänien großer Beliebtheit erfreut, ist vom Rumänischen Automobil- Club eingeladen worden, auch in diesem Jahre bei einem der großen rumänischen Rennen zu starten. Zwei deutsche Siege gab es als Auftakt der Europameisterschaften der Ringer im griechisch- römischen Stil in Oslo. Unser Bantamgewichtler Pulheim gewann nach Punkten, während der deutsche Federgewichtsmeister Schmitz entscheidend siegte. Der Meister im Mittelgewicht Ludwig Schweickert hatte in der ersten Runde Freilos gezogen. Die traditionellen Mai-Schirennen, die am 7. Mai die erste deutsche Klasse im Riesen- gebirge zum letzten Male in dieser Kampfzeit an jben Start bringen sollten, mußten wegen Schneemangels abgesagt werden. Als Ersatz führen die Mesengebirg'ler einen Riesentorlauf durch. Oer deutsche Außenhandel im März 1939. FWD. Jrn Außenhandel Großdeutschlands belief sich die Einfuhr auf 504,2, die Ausfuhr auf 480,5 Millionen Mark. Gegenüber dem Februar hat die Einfuhr um 32,7, die Ausfuhr um fast 70 Millionen Mark zugenommen. Der Einfuhrüberschuß ist von 60,5 Millionen Mark im Februar auf 23,7 Millionen Mark im März zurückgegangen. Im Außenhandel des Altreiches einschl. angrenzende sudetendeutsche Gebiete, der im März letztmals gesondert erfaßt wird, ist die Einfuhr von 425,7 auf 453,9 Millionen Mark oder um 6,6 v. H. gestiegen. Die Ausfuhr stieg von 388,3 auf 455,7 Millionen Mark oder um 17 v. H., also weit stärker als saisonmäßig üblich. Die Handelsbilanz des alten Reichsgebietes, die im Februar einen Einfuhrüberschuß von 37,3 Millionen Mark aufwies, schließt im März mit einem Aktivsaldo von 1,8 Millionen Mark ab. Genehmigungspstichi bei Lohnerhöhungen. FWD. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen weist nochmals darauf hin, daß die Zustimmung des Reichstreuhänders der Arbeit zu Lohnerhöhungen vor der Lohnerhöhung einzul)olen ist. Es gehe nicht an, daß Betriebsführer ihren Gefolgschaftsmitgliedern Lohnerhöhungen gewähren, denen der Reichstreuhänder evtl, nachträg-- lich nach eingehender Prüfung seine Zustimmung versagen muß. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehoersteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 10 Ochsen, 4 Bullen, 32 Kühe, 19 Färsen, 113 Kälber, 272 Schweine und ein Schaf aufgetrieben. Preise: Ochsen 38,5 bis 45,5 Pf., Bullen 42,5 bis 43,5 Pf., Kühe 27 bis 43,5 Pf., Färsen 24 bis 45 Pf., Kälber 40 bis 74 Pf., Schafe 52 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 RM., Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM., Klasse d-f (unter 100 kg) 0,97 RM., Klasse gl (fette Specksauen) 1,13 RM., Klasse i (Altschneider) 1,11 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 RM. Marktoerlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt,- alles ausverkauft.. * Steigerung im Antragszugangb ei den Lebensversicherungs - Anstalten. Jrn März 1939 betrug der Antragszugang bei Bekannte deutsche Großfirma sucht für ihre Verkaufs-Organis. tüchtige Vertreter im Alter von 25-50 Jahren, die neues Verkaufsobjekt suchen. - Desgleichen Kaufleute die neuen Wirkungskreis suchen. Wir bieten gewissenhafte Einarbeitung, sofort auszahlbare Höchstprovision und finanzielle Unterstützung während d. Übergangszeit. Kurze Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit erbeten unter 3053 V an die Geschäftsstelle des Gie ß. Anzeigers. Wieseck, Gieß. Str. 73. 1954D Tel.3975. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzeiger gesetzt, Pfalz. Liquid, eine Kleinigkeit fester. Von Jndustrieobligationen wurden Farbenbonds 0,50 vom Hundert höher, 4,50 v. H. Doigt Häffner knapp behauptet. .. Bon Einheitswerten wurden Seilwolff mit 107,50 nach 107,75 bezahlt. Frankfurter Hof rour- den bei einem Umsatz um 2 v. H. auf 63 heraufgesetzt. Tagesgeld sehr leicht und 2 v. H. nach 2,25 vom Hundert am, Vortage. Abendbörse gut behauptet. Die Abendbörse war gegen den Mittagsschluß gut behauptet. Bei kleinem Geschäft — die meisten Kurse hatten nur nominellen Charakter — er- . aaben sich kaum nennenswerte Abänderungen, die zudem in der Mehrzahl zur Anpassung an den Schluß der Berliner Mittagsbörse eintraten. AG. Verkehrswesen lagen mit 120,75 um 0,75 v. H., Buderus mit 106,50 um 1, Deutsche Erdöl um 0,25 v. H., Adler-Kleyer mit 108,50 um 1 v. H., MAN. mit 140,50 um 0,50 v. H. höher. Gut gehalten und eher eine Kleinigkeit fester waren Mannesmann, Metallgesellschaft und Hoesch, abgeschwächt waren dagegen 23er. Stahl um 1, Rhein stahl um 0,50 v. H. gegen den höchsten Tageskurs. Don Jndustrieobligationen wurden Gelsen - Benzin mit 100,13, 5 v. H. Mittelstahl mit 100,40 etwas fester gehandelt, während Farbenbonds 122,25 nach 122,40 lagen. Reichsbahnvorzüge zu unverändert 124 gefragt. Kommunalumschuldung etwa 93,50. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 25. April In der Berichts- woche zeigte der O b st m a r f t weiterhin nicht ausreichendes Angebot an Apfelsinen und Bananen, auch Aepfel und Zitronen waren sehr knapp. Bei lebhaftem Geschäft waren hier die Preise fest. Ein gewisser Ausgleich wird durch die weiterhin reichlichen Zufuhren an einheimischem Rhabarber geschaffen. Am Gemüsemarkt dauern die starken Anlieferungen von Spinat und Radies an, während die übrigen Gemüsearten verhältnismäßig knapp sind. Auch aus dem Ausland kamen nur geringe Zufuhren von Blumenkohl, Kopfsalat und Frühkartoffeln, wobei bei flottem Absatz die Kopfsalatpreise nachgebend sind. Spargeln aus inländischer Ernte gelangen jetzt, wenn auch noch in sehr geringem Umfange, an den Markt. Das Geschäft in Jnlandsgemüse ist lebhaft, für Treibkohlrabi, Gurken, Rettich und Rhabarber find die Preise rückläufig, für die übrigen Sorten Gemüse fest. Frankfurter Sdiladjtmebmarft Frankfurt a. M., 25. April. Auftrieb: Kälber 1040 (1019), Hämmel und Schafe 100 (128), Schweine 5515 (5053). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 30 bis 40 (36 bis 40); Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 46 bis 50 (49 bis 50), b2) Weidemafthämmel 40 bis 44 (44 bis 48), c) 22 bis 38 (32 bis 43), d) — (32 bis 30); Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 34 bis 39 (37 bis 39), c) 24 bis 32 (20 bis 32); Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50), gl) Sauen 57,50 (57,50). Stück 7 u. 9 Pf. 10 Stück 65 u. 85 Pf. 46 Stück große,1eere Stiften abzugeben. 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