Nr. 22 (Elftes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, 2b. Januar 1939 Erscheint tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat int Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche Univerfitätrdruckerei R.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrah« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf.. Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Herzliche Trinkspriiche Santiago de Chile. 26. Ian. (DJIB.) Rach den aus der Hauptstadt Chiles vorliegenden Meldungen find die Mittel- und Südzone des Landes nach Mitternacht von starken Erdbeben heim- gefucht worden. Der Hauptherd des Bebens lag bei den Städten Talcahuano, Concepcion, Angol und Talca. Zahlreiche Gebäude find e i n g e st ü r z t. Unter den Ruinen konnte eine ganze Anzahl G e - tötetcr geborgen werden. Die Städte Lhillan und Concepcion find besonders schwer betroffen worden. Allein in Concepcion wurden, offiziellen Angaben zufolge, 1 0 0 0 Menschen getötet und eine große Anzahl verletzt. Die Hälfte der Stabt soll zerstört sein. Rach Berichten von Jliegern, die Lhillan überflogen haben, ist diese Stadt sogar vollkommen vernichtet worden. Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt, jedoch wird sie auf mehrere tausend geschäht. Das Erdbeben ist als das größte Unglück anzusehen, das je über Chile hereingebrochen ist. Rur ganz allmählich werden genauere Zahlen bekannt. Die Städte Lhillan und San Laclos sind dem Erdboden gleich- gemacht. In Lhillan muß mit 5 —10000 T o - t e n gerechnet werden. Präsident A g u i r r e ist mit dem Innenminister in Begleitung von 30 Militärärzten nach dem Unglückszentrum abgefahren. Aus Valparaiso ist ein Kreuzer mit Verbandsstoffen und Lebensrnitteln in See gegangen. 50 Aerzte sind nach Concepcion, San Larlos und Lhillan abgeflogen. Ueber die Unglückszone wurde der Ausnahmezustand verhängt. Lastwagenkolonnen sind mit Lebensrnitteln unterwegs. In der Hauptstadt werden Verhandlungen stattfinden über eine Sonbet- hilfsanleihe im Betrage von 500 Millionen Pesos. "In Lhillan ist, wie jetzt bekannt wird, bei dem Beben auch ein Theater eiugestürzt, in dem sich 300 Personen befanden. Sie wurden alte bis auf fünf verschüttet. Um die Verbreitung von Epidemien zu verhindern, wurden die Toten sofort begraben. beiden Nationen gestatten wird, ihre Lebenskräfte auf schöpferische Arbeit zu konzentrieren, deren sowohl sie selber wie auch die ganze europäische Gemeinschaft bedürfen, sowie einen festen Anhaltspunkt für künftige Geschlechter geben und schon heute den jungen Generationen die Möglichkeit bieten, daß sie im Geiste eines freundschaftlichen Verständnisses für das Nachbarvolk aufwachsen. Die gesunden Grundsätze, von denen sich die Politik unserer beiden Regierungen gegenseitig leiten ließ, werden es gestatten, immer alle auftauchenden Fragen im Geiste der gegenseitigen Achtung und des' Verständnisses für die berechtigten Interessen beider Länder zu prüfen. In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf das Wohl der deutschen Nation und zu Ehren Ihres Führers Adolf Hitler!" worden. Der Führer werde am 30. Januar mit unbändigem Stolz auf die sechs Jahre zurückblicken können, die seit dem Machtantritt vergangen sind. Künftige Geschlechter werden diese sechs Jahre als ein einmaliges historisches Wunder in der Geschichte betrachten. So könnten sich dann auch die Reichsdeutschen draußen mit Stolz und Freude zu ihrem deutschen Vaterland bekennen, dessen Pioniere sie v. Ribbentrop aus: Unser Zusammentreffen an diesem Tage legt Zeugnis dafür ab, daß die historische Friedenstat der beiden großen Führer unserer Völker ihre Probe bestanden hat. Das damals abgeschlossene Abkommen hat in all den Wir- sind. Den Deutschen in Polen käme das Abkommen vom 26. Januar 1934 zwischen Deutschland und Polen zustatten, mit dem unter die Feindschaft der beiden Nationen ein Schlußstrich gesetzt worden ist. Die Deutschen im Auslande könnten stolz auf das Reich sein, das der Führer in den sechs Jahren aus tiefer Ohnmacht zu einem mächtigen Großdeutschen Reich erhoben hat. ren und Spannungen der Regierung fünf Jahre seinen Dienst erwiesen. Es ist auch nach dem Ableben des Schöpfers des neuen polnischen Staates, vor allem in den bewegten Ereignissen des letzten Jahres, das zuverlässige Fundament der deutsch-polnischen Beziehungen gewesen, und hat so nicht nur dem Wohle unserer beiden Völker, sondern auch dem allgemeinen Interesse an der Aufrechterhaltung des europäischen Friedens gedient. Diese glücklichen Erfahrungen weisen der Politik unserer beiden Länder auch für die Zukunft den Weg. Nach dem festen Willen des Führers des deutschen Volkes jft es ein Wesentliches der deutschen Außenpolitik, daß sich die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen auf der Grundlage unseres Abkommens fortschreitend festigen und vertiefen. Der zweite politische Blick und die staatsmännischen Grundsätze, die auf beiden Seiten die bedeutsame Entscheidung des Jahres 1934 bestimmt haben, schließen diese Gewähr in sich, daß im gleichen Gei st e auch alle in der künftigen Entwicklung auftauchenden Fragen zwischen unseren Ländern eine Lösung finden werden, die der Achtung und dem Verständnis für die beiderseitigen berechtigten Interessen Rechnung trägt. So können Polen und Deutschland im vollen Vertrauen auf die sichere Grundlage ihrer gegenseitigen Beziehungen ihrer Zukunft entgegensehen. In diesem Sinne erbebe ich mein Glas auf das Wohl der polnischen Nation und zu Ehren ihres Staatspräsidenten, Seiner Exzellenz Jgnacy Mofzicki. Markt geschehen. In dieser Hinsicht wurden bei den Besprechungen in Belje konkrete Abmachungen getroffen, die größere jugoslawische Staatsbestellungen in italienischen Fabriken für Rüftungszwecke, die Elektrifizierung jugoslawischer Staatsbahnen und den Bau von Autostraßen vorsehen. Diese Staatsbestellungen sollen durch Erhöhung der jugoslawischen Ausfuhr von Erzeugnissen der Landwirtschaft und der H o l z i n d u st r i e bezahlt werden. Bei den Besprechungen in Belje war auch Deutschland ein unsichtbarer Teilnehmer. Denn die Politik, die durch die Besprechungen von Belje eingeleitet werden soll, die Politik des Friedens und der Ordnung im Südosten, ist auch die Politik Deutschlands, das die ersten Grundlagen für eine konstruktive und erfolgreiche Zusammen- Warschau, 25. Jan. (Europapreß.) Reichsaußenminister von Ribbentrop ist am Mittwoch um 16.45 Uhr zu seinem Staatsbesuch in Warschau eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich von polnischer Seite Außenminister Beck mit seiner Gemahlin, der Chef des Protokolls, Lubienfki, der Kabinettschef im Außenministerium, Graf Michael Lubienfki, der Departementsdirektor im Außenministerium, Graf Potocki, sowie höhere Beamte des Außenministeriums eingefunden. Ferner waren der deutsche Geschäftsträger mit den Mitgliedern der deutschen Botschaft, der italienische Botschafter und der ungarische Gesandte erschienen. Der Bahnsteig war von Riefenscheinwerfern taghell erleucht und prangte in reichem Flag- genschmuck. Abwechselnd sah man die Hakenkreuz- slagge und die polnische Fahne die ganze Bahnhofshalle entlang. Den Hintergrund bildete ein großes Transparent mit einem Hakenkreuz. Eine Ehrenkompanie hatte auf dem Bahnhof Aufstellung genommen, die Kapelle stimmte die polnische Nationalhymne an, als Außenminister Beck kurz vor Ankunft des Zuges erschien. Pünktlich um 16.45 Uhr fuhr der Zug mit dem deutschen Gast in die Halle ein. Die deutsche Nationalhymne erklang, und Außenminister Beck schritt dem Reichsaußenminister entgegen. Die Gattin des polnischen Außenministers überreichte der Gemahlin des Reichsaußenministers einen Strguß roter Nelken. Nach der Begrüßung schritt der Reichsaußenminister in Begleitung des polnischen Außenministers die Front der Ehrenkompanie ab. Reichsaußenminister von Ribbentrop begab sich dann in das Palais Blanc, wo er während seines Warschauer Aufenthalts Wohnung nehmen wird. Um 18 Uhr wurde er im WarfchauerDeut- fchen Klub von den versammelten Deutschen herzlich begrüßt. Der stellvertretende Landesgruppenleiter der NSDAP., Pg. Dr. E. Krümmer, geleitete den Gast in den festlich geschmückten Saal, an dessen Stirnseite über der Büste des Führers die Aufschrift: „Wir grüßen unseren Reichsaußenminister" zu lesen war. Der Ortsgruppenleiter Pg. Dr. I a l o w i e tz k i meldete die angetretenen Amtswalter der Landes- und Ortsgruppen, worauf Reichsaußenminister von Ribbentrop in einer Ansprache darauf hinwies, daß er als ehemaliger Auslandsdeutscher genau wisse, wie es den Reichsdeutschen im Auslande ums Herz ist, und wie er sich freut, wenn Besuch aus dem Reich zu ihm kommt. Früher seien die Reichsdeutschen im Auslande in Konfessionen und Parteien gespalten gewesen, heute, seit der Errichtung des Dritten Reiches, fei es auch unter den Reichsdeutschen im Auslande anders ge- Das -euisch-polnifche Einvernehmen. Ribbentrops Besuch in Warschau. — Das Abkommen von 1934 auch heute die Grundlage der gegenseitigen Beziehungen. v. M. Belgrad, 25. Januar 1939. Der viertägige Besuch des italienischen Außenministers Graf Eiano in Belgrad hat die Frage der italienisch-jugoslawischen Beziehungen wieder in den Vordergrund der internationalen Aufmerksamkeit gerückt, aber auch gleichzeitig Gelegenheit zu verschiedenen Kombinationen gegeben. Diese Kombinationen wurden begünstigt durch den Umstand, daß Graf Eiano die ersten drei Tage seines Aufenthaltes in Jugoslawien zusammen mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch auf der Jagd am jugoslawischen Staatsgut Belje verbrachte, wo sie sich der Neugier der Oeffentlichkeit fast völlig entziehen konnten. Das amtliche Kommunique, das nach Abschluß des Besuches der Oeffentlichkeit bekanntgegeben wurde, war in feiner knappen Form auch nicht geeignet, die Neugierde der internationalen Oeffentlichkeit zu befriedigen. Bei der Beurteilung der Ergebnisse des Besuches des italienischen Außenministers in Jugoslawien muß man sich vergegenwärtigen, daß die Beziehungen zwischen Jugoslawien und Italien durch den Belgrader Vertrag vom Jahre 1937 völlig stabilisiert worden sind und die italienisch- jugoslawische Freundschaft in den letzten zwei Jahren allen Prüfungen standgehalten hat. Es ist selbstverständlich, daß die leitenden Außenpolitiker von zwei Staaten, die so eng Zusammenarbeiten, wie Italien und Jugoslawien, öfter das Bedürfnis haben, zusammenzukommen, um internationale Fragen zu besprechen. Dieser Fall ist bei Italien und Jugoslawien noch verständlicher, wenn man weiß, daß den ■ italienischen Außenminister Gras Eiano und den jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch enge persönliche Freundschaft verbindet. . ♦ Stabilisierung des Südasiens Oer italienische Ministerbesuch in Jugoslawien. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. polen als Großmacht. Von Hans Schadewaldt. Aus Anlaß des Besuches, den Reichsaußen« minifter von Ribbentrop in Warschau am 5. Jahrestage der Unterzeichnung des deutsch- polnischen Freundschaftsvertrgges abstatten wird, veröffentlichen wir den nachfolgenden Beitrag. Polen vollzieht feinen politischen Aufbau nach der Staatsideologie seines großen Marschalls Pil- s u d s k i. Dos politische Testament Pilsudskis wird von der heutigen Staatsführung Polens treu gewahrt und hat auf außenpolitischem Gebiet in Oberst Beck einen Vollstrecker, der trotz aller Einwände seiner einst sehr zahlreichen, mit der Greifbarkeit feiner Erfolge aber immer stärker zusammenschrump, fenben Gegner seinen Weg zur Sicherung der Stel« lung Polens im europäischen Mächtesystem macht. Es ist unbestreitbar Oberst Becks Verdienst, daß Polen in geschickter uttd weitsichtiger Ausnutzung der europäischen Konjunkturen bisher alle Krisen überstanden und Polens Ansehen als junge Großmacht planmäßig erhöht hat. Die Verselbständigung der polnischen Außenpolitik war schon Marschall Pilsudski gelungen, als er unter Verzicht auf die französische Militärmission Polens Absetzung von der Bevormundung durch Frankreich durchführte und jene Distanzierung Polens von seinem Bündnis mit Frankreich in die Wege leitete, die Oberst Beck die volle Bewegungsfrei« heit Polens im europäischen Mächtekonzert gewinnen ließ. Gegen die ideologisch und realpolitisch durch ihren jüngst verstorbenen Führer Roman D m o w s k i gegen das Deutsche Reich und die Deutschen überhaupt eingestellte Nationaldemokratie vertrat Marschall Pilsudski immer die Linie einer Verständigung mit Deutschland, um Polen dadurch den Rücken für die Erfüllung seiner osteuropäischen Bollwerkaufgabe frei zu halten. Die polnische Politik ist seit dem denkwürdigen deutschpolnischen Freundschaftsvertrag vom 26. Januar 1934 im Geiste des großen polnischen Staatsschöpfers weitergeführt worden, wenn sie auch auf innerpolitischem Gebiet noch nicht die Klärung der Machtverhältnisse erreicht hat, die eine auf weite Sicht eingestellte Staatssübrung zur Verwirklichung ihrer Ziele im ganzen Volke braucht. Die politischen Wahlen zu den Parlamenten hatten kein klares Bild der innerpolitischen Stärkeverhältnisse erbracht, weil die Opposition durch ihren Wahlboykott dem der Regierung nahestehenden arbeit zwischen den Staaten des Südostens und Deutschlands bzw. der Achse Berlin—Rom gelegt hat. Ausweisungen aus demTeschenerSebiet P r a g , 25. Jan. (Europapreß.) Am Mittwoch kam es im Teschener Gebiet, wie der „Ceske Slovo" meldet, zu neuen Massenausweisungen, von denen diesmal auch die dortige bodenständige Bevölkerung — auch wenn sie polnische Schulen besucht hatte — betroffen wurde. Die Frist zum Verlassen des Landes, die bisher zumeist 24 Stunden betrug, soll nach Aussagen der Ausgewiesenen a u f fünf Stunden, in einzelnen Fällen sogar a u f eine Stunde herabgesetzt worden fein. Die Mährisch-Ostrauer Behörden haben für die Ausgewiesenen 16 Asyle errichtet, in denen bisher 3000 Personen untergebracht wurden. Von polnischer Seite werden die letzten Ausweisungen mit einem neuen Grenz Zwischenfall in der Nähe von Michalkovice begründet. Die tschecho-slowakischen Polizeibehörden behaupten allerdings, es fei deshalb zu dem Grenzzwischenfall gekommen, weil polnische Terroristen die Grenze überschritten und ein Haus beschossen hätten. Erdbebenkatastrophe in Chile. Mehrere Städte dem Erdboden gleickgemocht. — Man rechnet mit Tausenden von Todesopfern. — Auch ein Theater eingestürzt. Im amtlichen Kommunique über die Besprechungen in Belje wird hervorgehoben, daß der italienisch-jugoslawische Vertrag vom Jahre 1937 eines der Grundelemente der Politik beider Länder sei, ober daß die beiden Staatsmänner darüber hinaus die Lage in Europa geprüft haben und entschlossen sind, ihre Zusammenarbeit im Dienste der Konsolidierung des Friedens und der Ordnung in Südosteuropa im Einvernehmen mit allen interessierten Ländern zu vertiefen und fortzusetzen. Diese Mitarbeit soll von italienischer Seite im konstruktiven Geist, der die Achse Rom — Berlin charakterisiert, geführt werden. Diese amtliche Mitteilung läßt erkennen, daß die Besprechungen in Belje auf einer viel breiteren Grundlage geführt worden sind und nicht nur auf die engeren Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien beschränkt waren. Uebrigens wird auch im amtlichen Kommunique fsfigefteUt, daß diese engere politische Zusammenarbeit zwischen Italien und Jugoslawien so ausgezeichnet funktioniere, daß Besprechungen, die sich nur auf italienisch-jugoslawische politische Beziehungen beschränkt hätten, gar nicht notwendig gdwesen wären. Obwohl Ungarn im amtlichen Kommunique nicht erwähnt, sondern nur von Nachbarländern Jugoslawiens gesprochen wurde, ist man überzeugt, daß einer der Hauptgegenstände der politischen Besprechungen in Belje die Frage der ungarisch-jugoslawischen Beziehungen war. Schon seit längerer Zeit besteht in Ungarn, wie auch in Jugoslawien, das Bestreben, die gegenseitigen Beziehungen auf eine freundschaftlichere untf dauerndere Grundlage zu stellen. Die Ereignisse in Mitteleuropa in den letzten Monaten hatten in dieser Hinsicht eine Verzögerung hervorgerufen. Wie man meint, wird jetzt die Entwicklung der Beziehungen zwischen Ungarn und Jugoslawien einen rascheren Verlauf nehmen, so daß schon sehr bald mit einem Besuch des ungarischen Außenministers in Belgrad gerechnet werden könnte, der eine Bekundung der neuen ungarisch - jugoslawischen Freundschaft dar- stellen würde. Die Freundschaft zwischen Ungarn und Jugoslawien soll der Beginn einer neuen Politik fein, die den gesamten Südosten umfassen soll. Die politische Zusammenarbeit zwischen Italien und Jugoslawien soll zuerst auf Jugoslawien und Ungarn und dann auf Ungarn und alle feine Nachbarn ausgedehnt werden. Auf diese Weise soll im ganzen südöstlichen Raum eine Stabilisierung der politischen Verhältnisse im Sinne der Politik der Achse Berlin —Rom erreicht werden. Die Anbahnung einer solchen politischen Zusammenarbeit würde unter allen Staaten des Südostens die notwendige Sicherheit für einen größeren wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erzeugen. * Das amtliche Kommunique über den Besuch des Grafen Eiano in Jugoslawien spricht auch von der Entschlossenheit beider Länder, deren Wirtschaften sich ergänzen, alle Möglichkeiten auszunützen diese wirtschaftlichen Beziehungen zu verstärken. Der Handelsaustausch zwischen Italien und Jugoslawien war in den letzten Jahren nicht befriedigend. Schwierigkeiten ergaben sich aus dem ungünstigen Funktionieren des Zahlungsverkehrs. Das Clearing zwischen Italien und Jugoslawien wies bisher stets einen hohen passiven Saldo für Italien auf. Die Frage der Erhöhung des Handelsverkehrs hängt daher von der Möglichkeit des Abbaues der Clearingfpitze ab. Bei den heute gegebenen Verhältnissen kann dies nur durch ft ä r f e r e n B e z u g italienischerWaren durch den jugoslawischen Der polnische Außenminister und Frau gaben In feiner Erwiderung führte Reichsaußenminister zu Ehren des Reichsaußenministers und Frau von ' ' Ribbentrop ein Essen, bei dem Außenminister Beck folgendes ausführte: Ihr Besuch in Warschau fällt auf den Vorabend des 5. Jahrestages der freundschaftlichen zwischen uns am 26. Januar 1934 unterzeichneten Friedens- erflärung. Es ist das einer der kürzesten und einfachsten internationalen Verträge, der damals abgefchloffn wurde. Nichtsdestoweniger waren dieje wenigen Zeilen der Ausdruck des Mutes, der Voraussicht und des Willens des Reichskanzlers Adolf fntler und des Marschalls Joseph Pilsudski, eines Willens von historischer Bedeutung und historischem Maße. Weder die Alltagssorgen, noch die größten Spannungen der europäischen Politik konnten die Grundsätze erschüttern, die auf Wunsch der hohen Führer unserer Nationen in so einfache Formeln gefaßt wurden, und die Tatsache, daß wir, Herr Reichsminister, heute nach 5 Jahren mit auf denselben Grundlagen verhandeln, können uns sicher viele Regierungen der Welt beneiden. Ich hoffe, daß die aus der großen Entscheidung im Jabre 1934 sich ergebende Richtung es unseren Oie deutsche Polizei. Das Wort „Polizey" bedeutete ursprünglich nichts anderes als „b ie gute Ordnun g". Aber die Ausgaben der Ordnungshüter haben sich im Laufe der geschichtlichen Entwicklung vielfach gewandelt, sie gingen über den anfänglichen Begriff hinaus oder blieben darunter, je nachdem die.Staats» i d e e sich veränderte. Auch heute noch ist die Ein- stellung der deutschen Bevölkerung zur Polizei und ihren einzelnen Organen nicht ganz eindeutig. Zumal in der älteren Generation'lebt teilweise noch der Gedanke fort, als ob die Polizei eine Einrichtung sei, mit der man besser nicht in Berührung komme und vor deren Tätigkeit man sich scheuen müsse. Diese Auffassung dürste im wesentlichen eine Folge der schlechten Erfahrungen sein, die eben nicht allein das Verbrechertum, sondern auch der anständige Teil des deutschen Volkes unter früheren Staatssystemen mit der Polizei gemacht hat. Um diese gewisse innere Fremdheit und gegenseitige Abneigung endgültig zu überwinden, läßt der Nationalsozialismus nichts unversucht. Auch solche Veranstaltungen, wie der Tag der deutschen Polizei, dienen dem angedeuteten Zweck. Welches ist nun aber die Stellung der Polizei im neuen Deutschland? Der Führer selbst hat sich einmal sehr kurz, aber deutlich und erschöpfend darüber ausge- D«'e Dynamik der Der Münchener Lehrgaira der Kommission für Wirtschaftspolitik. München, 25. Ian. (DNB.s Am dritten Tage des Lehrganges der Kommission für Wirtschaftspolitik sprach der Beaustragte für die M a s ch i - nenproduktion Ministerialrat Karl Lange über die Maßnahmen zur Steigerung der Maschinenproduktion, über die Erhöhung der Produktion des Bergbaues, den Ausbau der Werften und der Energieversorgung, die Mechanisierung der Bcm- wirtschatt und die Versorgung der Ostmark mit modernen Maichinen. Im Vordergrund stehe zunächst eine erhebliche Erhöhung der Werkzeug- maschinenvroduktion einschließlich der Zu- licferungsindustrie. Weil wir unsere Wirtschaftskapazität erweitern müssen, und anderseits mit Arbeit, Metall und Kapital hauszuhalten hätten, müßte die äußerste Sparsamkeit anoewen- det werden. Die zukünftige Finanzpolitik werde sich wie bisher jedes Erperimentes enthal- t e n. Das System der Steuerung und Lenkung des Kapitalmarktes und Kapitalstromes werde beibehalten werden, ober es werde fortan „kein Svar- system der Lenkung" sein, sondern sich der Dynamik der Wirtschaft onpassen. Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Bernhard Köhler, ging hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Inlands von dem Grundsatz aus, daß das deutsche Volk ein Bauernvolk sein werde und sein müsse, weil ohne eine gesunde Landwirtschast ein Volk nicht sein kann. Darüber hinaus müsse dos deutsche Volk sich in seinem Verbrauch noch mehr auf die gegebene Leistung seiner Landwirtschaft ein stellen. Eine weitere Aufgabe sei die echte Vermögensbildung des deutschen Volkes. Reichsführer SS. Himmler mit den Worten tat: „Die Polizei hat sich als Organ zum Schutze des Volkes zu fühlen, als Freund und Helfer jedes Volksgenossen". Die Polizei steht also nicht mehr, wie es früher der Fall war, wie ein drohender Halbgott über dem Volk, sondern mitten im Volk. Aus dieser seelischen Umstellung ergibt sich auch eine neue Ausrichtung in rechtlicher Hinsicht, wie sie der Reichsrechtsführer Dr. Frank angedeutet hat: „Der Polizeiakt im einzelnen ist in jedem Falle auch die Durchführung eines Rechtsaktes der Gemeinschaft, ist nie Ausdruck einer reinen Willkürhaltung, sondern immer hineingebaut in den Gesamtablauf einer vorgesetzten rechtlichen Ordnung: Ursprung von Polizei und Recht sind in diesem Sinne identisch?" So vollzog sich in vier Jahren die Umwandlung des Polizeistaates in einen Volksstaat, d. h. in eine Gemeinschaft, in der sich die Funktionen der Polizei ganz natürlich auf ihr eigentliches Gebiet beschränken können. Das äußere Bild unserer Städte und Verkehrsstraßen spiegelt diese Entwicklung deutlich wieder. Der Gummiknüppel ist verschwunden, und wenn eine Polizeimannschast in ihren Lastwagen dahergebraust kommt, dann nicht, um irgendwelche Lebensmittelunruhen oder parteipolitischen Demonstrationen zu unterdrücken, sondern um die nötigen Absperrungen und Verkehrsumleitungen vorzunehmen, wenn die jubelnde Volksmenge den Führer erwartet. Sonst aber tauchen die- uniformierten Gestalten unserer Ordnungshüter nur noch selten im Straßenbild auf, weil das Volk selbst seine innere Disziplin und Sicherheit zurückgewonnen hat. Mit der inneren Reform der Polizei ging die organisatorische Neugestaltung Hand in Hand. Sie fand ihren vorläusigen Abschluß durch einen Führererlaß vom 17. Juni 1936, durch den der Reichsführer SS. Himmler zum Chef der gesamten deutschen Polizei und General D a l u e g e zu seinem Stellvertreter ernannt wurde. Damit war auch in der Spitze die einheitliche Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich erfolgt, nachdem schon durch das Gesetz vom 30. Januar 1934 das Reich die eigene Polizeihoheit erhalten hatte, die es bis dabin tausend Jahre lang nicht besaß. Die deutsche Polizei ist nun fachlich in zwei große Säulen gegliedert: in die Ordnungspolizei und in die Sicherheitspolizei, wobei letztere die Geheime Staatspolizei und.die Kri- minalpolizei umfaßt. Somit ist eine klare innere und äußere Ordnung geschaffen, die wiederum die Voraussetzung für das natürliche Vertrauensverhältnis zwischen dem Volk und seiner Polizei bildet. Ev. Oie Polizeiuniform auf der Postkarte. Für den Tag der deutschen Polizei hat sich unsere Polizei eine besondere Ueberraschung ausgedacht. Da viele Volksgenosien die neue Polizeiuniform wenig kennen, sind von den Dienstzweigen der Ordnungspolizei und der- Sicherheitspolizei farbige Uniformbilder geschaffen und als Versandkarten 'hergestellt worden. Man findet hier in bunten Bildern den Mann der Schutzpolizei in Paradeuniform und die motorisierte Gendarmerie mit ihren neuen weißen Sturzhelmen, daneben den Mann der Wasser- s ch u tz p o l i z e i in der blauen marineähnlichen Uniform, den Verkehrsposten mit weißem Paraderock, Braunhemd und schwarzem Binder, dazu die neue Uniform der jüngsten Volizeisparte, der Feuerschutzpolizei, und sieht überhaupt zum erstenmal, was alles zur Polizei gehört. Berlin jetzt die Früchte ihres Eintretens für die europäische Kultur ernte, worauf Farinacci tn Nürnberg noch näher eingehen werde, Wog der Vorkämpfer des Faschismus feine wiederholt von lebhaften Zustimmungskundgebungen begleiteten Ausführungen. Gauleiter Streicher wies dann auf die Notwendigkeit hin, die Wesensgrundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung immer wieder und gerade auf den Hochschulen der Jugend nahezubringen, damit sie mit- helfen könne, das zu erhalten und in die Zukunst zu tragen, was in den letzten 20 Jahren für Deutschland erobert und gewonnen worden sei. Unaufhörlich sei der Jude als Drahtzieher am Werk und verbreite bewußt Verleumdung über Verleumdung. Es gelte, diesen Verdrehungskünsten und ewigen Störungsversuchen mit der gebotenen Schärfe entgegenzutreten. Mit aller Deutlichkeit wandte sich Streicher auch gegen jene, die immer von Religion sprechen, sich selbst aber niemals praktisch wahrhaft religiös betätigen. Es bestehe ein großer Unterschied zwischen Frommsein und Frömmeln, und die Mutter z. B., die ohne vielleicht in die Kirche zu gehen, aufopferungsvoll und still ihr Leben lang für ihre Kinder arbeite, sei in Wahrheit viel religiöser als mancher politisierende Priester. „Ohne Glauben an göttliches Walten würden wir nicht in ein Deutschland hineingewachsen sein, wie wir es heute vor uns sehen und von dem wir nur sagen können: Es ist mit Gottes Segen entstanden! Es ist von Kamp» fern geschaffen worden, die eine tiefe Religiosität gehabt haben müssen!" Wenn man behauptet, wir seien gegen die Religion, dann beweise das neue Deutschland, in dem jeder nach seinem Glauben leben könne, das völlige Gegenteil. Wenn aber jemand die Kirche gegen sein Volk und die Nation mißbrauche, dann werde in Deutschland dagegen genau so eingeschritten wie das Mussolini in Italien tue. Wer sich mst uns zum Führer und zum neuen ewigen Deutschland bekennt, der hat schon eine Re« ligion in sich. ^Weit über den Erdball hinweg in die Ferne! schauend, wisse das nationalsozialistische Deutschland, daß es so lange keine Freiheit auf der Welt geben werde, als noch Juden auf ihr lebten, die ungehindert nach dem ihnen angeborenen Wesen handeln könnten. Der Jude hetze zu einem Vernichtungskrieg auch gegen die deutsch-italienische Freundschaft. Das Schicksal habe diese beiden Völker zusammengeführt, und wie ihre Staatsmänner, so seien auch die Nationen fest und untrennbar miteinander verbunden. „Die Zukunft gehört nicht den Händlern und den Pharisäern, sie gehört den Kameraden, sie gehört dem neuen Deutschland und dem neuen Italien, sie gehört Adolf Hitler und dem Duce!" Neue Aufgaben der Reichsanstalt Don unserer Berliner Schrifkleiiuna Der 10. Jahresbericht der Reichsan st alt für Arbeitsvermittlung stellt fest, daß die Leistungen dieser Anstalt an das Reich seit 1933/34 rund 2,5 Milliarden RM betragen. Darunter befinden sich 816 Millionen für die Reichswohlfahrtshilfe, 300 Millionen RM ’ür Reichsstraßen und Kanäle, 404 Millionen RM für Wechselfälligkeiten aus dem Arbeitsbeschaffungs? Programm 1932/33, 415 Millionen RM. Darlehen an die Gesellschaft Reichsautobahnen und 369 Millionen RM. unmittelbar an die Reichskasse abgelieferte Ueberschüsse. Dazu treten noch rund 100 Millionen an die Träger der Rentenversicherung und für sdnstige Zweige der Arbeitslosenhilfe. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die noch erhobenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung eine produktive Verwendung finden und damit zu einer Grundlage für den wirtschaftlichen Aufftieg geworden sind, an dem alle Volksgenossen teilnehmen. Wenn der Charakter der Reichsanftalt als Ar« beitslosenversicherung in den Hintergrund getreten ist, so sind ihre Aufgaben f ÜT den Arbeitseinsatz umso bedeutungsvoller geworden. Heute ist nicht mehr die Ar< beitslosenziffer der Gradmesser unseres Wirtschafts« lebens, sondern der Verlauf der Beschäftigte n z i f f e r. Hier ergibt sich, daß im Altreich im Jahre 1937/38 im Monatsdurchschnitt rund 18,7 Millionen Angestellte und Arbeiter beschäftigt waren, diese Ziffer ist um über eine Million größer als beim Stande der Hochkonjunktur im Jahre 1929. Im Jahre 1938 hatten mir Ende Sevtember sogar eine Höchstbeschäftigung von 20,75 Millionen Arbeitern und Angestellten. Dabei wird hervorqe- hoben, daß die Schwankungen der Beschäftigtenzahl in den verschiedenen Jahreszeiten geringer geworden sind. Der Facharbeitermangel veranlaßt die Betriebe, größere Teile ihrer Gefolgschast auch in stilleren Zeiten durchzuhalten. Die staatliche Lenkung des Arbeitseinsatzes hat eine große Anzahl von Maßnahmen notwendig gemacht, die von der Reichsanstalt und ihren Arbeitsämtern zu erledigen waren. Dazu gehört z. B. die Regelung des Arbeitseinsatzes in der Bauwirt- schaft, die Beschränkungen im Wandergewerbe und im Hausierergewerbe, weiter auch die Einführung des weiblichen P f l i ch t j a h r e s. Die Arbeitsämter werden für die A r b e i t s v s r» mittlung noch rege beansprucht. Die Lenkung des Berufsnachwuchses fordert sorgfältige Auslese nach staatspolitischen Gesichtspunkten, ebenso die Hebung der Qualität der Ausbildung. Nach wie vor wird der Mangel an Arbeitskräften für die Landwirt» schäft beklagt, sodaß die Zahl ausländischer Landarbeiter wieder im Steigen ist. Ende März wurden in Deutschland rund 380 000 ausländische Arbeiter beschäftigt, inzwischen ist die Zahl weiter gestiegen. Im Jahre 1939 werden allein 37 000 italienische Landarbeiter nach Deutschland kommen. Die im Jahre 1935 erfolgte Einführung des Arbeitsbuches gestattet schon heute ein umfasiendes Strukturbild des deutschen Arbeitseinsatzes. Dieses wird die Unterlagen für künftige Maßnahmen des Staates auf diesem Gebiete sein. Soeben hat Staatssekretär S y r u p angedeutet, daß im Interesse der Gesamtleistung die Arbeitskräfte stärker an den Betrieb gebunden Lager der nationalen Einigung das Kampffeld überließ und die knapp 60prozentige Wahlbeteiligung keinen Anhaltspunkt für die wirkliche Stimmung der Bevölkerung bot. Als dann die Kommunalwahlen mit stärkstem Einsatz der Oppositionsparteien das viele überraschende Ergebnis der sicheren Verankerung des rechtsoppositio- nellen Nationaldemokratie in den West- Woiwodschaften und die außerordentlich st a r k e Position der Linksparteien durch den jüdischen Zuwachs offenbarten, da zeigte sich, datz die polnische Nation heute noch weder für eine rein autoritäre Staatsführung noch für die Schaffung einer politischen Einheitspartei reif ist,' sondern daß sich wie vor und zu Pilsudskis Zeiten das innerpoli- tische Leben der Republik Polen in scharf gegeneinander eingestellte Parteien und Jnteressentengruppen aufgespaltet ist, zwischen denen das von General Skwarczynski geführte Lager der nationalen Einigung ein nicht leichtes politisches Dasein fuhrt, denn es hatte wenig über die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigt und damit eine viel geringere Anziehungskraft bewiesen, als die Freunde einer überparteilichen und auf mittlerer Lime operierenden Staatspolitik erhofft hatten. Nationaldemokraten, bäuerliche Volksparteiler und Marxisten stehen — Kommunistische Partei ist ver- boten, und wo ihre Akteure auftauchen und gefaßt werden, unterliegen sie schweren Strafen —- in OP - Position zurRegierung Skla d k o w f k t, neben dem sich Marschall Rydz-Smigly und der Vize- Premierminister Kwiatkowski in engster Uebereln- stimmung mit den Wünschen des Staatspräsidenten Moscicki um die Verbreiterung der politischen Grund- läge der Staatsführung nach rechts und links vom Lager der Nationalen Einigung bemühen. Bisher sind zwar alle Versuche dieser tieferen Verankerung der Regierunqspolitik fehlgeschlagen, weil sich die Ovvositionsparteien nicht nur ideologisch allzu streng festaeleqt haben, sondern auch zahlenmäßig über bedeutende Anhängerschaften verfügen, weswegen sie nicht leicht zu Zugeständnissen zu bewegen sind Aber man erwartet jetzt viel von der neuen polt tischen Sammelaktion Kwiatkowskis, dessen kraftvolle Persönlichkeit sich in dem Aufbau Gdingens wie in der Anlegung der zentralen In- dustriegebietes um Sandomir offenbart und dessen übervarteiliche und volitisch großzügige Haltung wie geschaffen für die Meisterung der Aufgaben ist, das innervolitische Leben von dem Varteigegensatz allmählich zu befreien und die Nation auf das eigentliche Staat^ziel einheitlich Und einmütig auszurich- ten: Alle Kraft auf die Sicherung Volens im Innern und nach außen anzusetzen und die Verteidigung des Vaterlandes allen anderen Zielen überzu- orbnen! Ob Kwiatkowski di-se Aufgabe. Orbnung in das innernolitische Leben Volens zu bringen, tn ab» fehbarer Zeit wird losen können, ist eine durchaus offene Frone — daß fein Vorhaben die Unterstützung aller polnischen Patrioten findet, ist gewiß. In Warschau weiß man, daß das innere und äußere Wohl Polens nicht nur von seiner wehrhaften Neutralitätshaltung zwischen Deutschland und der Sowjetunion, gegründet auf der zehnjährigen Friedensversicherung mit dem Deutschen Reich und dem Nichtangriffspakt mit der Sowietunion sowie auf der politischen Zusammenarbeit aller Staaten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, sondern auch von der Befriedung des innerpolnischen Lebens abhängt — zu der Befriedung des innerpolnischen Lebens gehört aber neben der Ueber- windunq d-r gegensätzlichen Parteifronten die positive Mitarbeit der fremden Volksgruppen, die mit über 10 Millionen Köpfen ein Drittel ber Gesamtbevölkerung V o - lens ausmachen. Die volksfremd-n Nationalitäten, voran die Ukrainer und die Deutschen, stellen einen politischen Wirklichkeitsbestand bar, an dessen Eriltenz bi" Revublik Bolen aus außen- wie inn-rpolitischen Grünben nicht leicht vorbeigehen sollte. Wir wollen am 5. Jahrestage bes deutsch-polnischen Friedens- und Freundschaitsvertrages nicht näher auf die selbstherrliche, gegen das bodenverbundene Deutschtum gerichtete Polonisierungspolitik gewisser Nachgeordneter Behörden eingehen, aber die Hoffnung nicht aufgeben, daß man sich in Marschau um ber großen Pinie ber deutfch-nolnischen Verständigungspolitik mitten doch endlich einmol mehr um das kümmert, was entgegen dem Geiste und dem Buchstaben der deutsch-polnifchen Vereinbarungen in Kattawitz und Thorn, in Posen und Teichen geschieht. Die Berchtesgadener Zusammenk"nft hat das freund- nachbarliche Verhältnis B^rlin-Warfchau als trgg- fähiaes Element her Neuachnuna Europas bestätigt: wann werden sich dieser Erkenntnis die kleinen Störenfriede unterordnen, deren Umtriebe die guten deutfch-nolnischen Beziehungen immer wieder beschatten? chen haben wir Sie schon seit langem kennen und schätzen gelernt." — Der Führer empfing nachmittags in Gegenwart von Gauleiter Streicher den Staatsminister Farinacci. Am Mittwochabend hielt der Gau Berlin der NSDAP, im Sportpalast eine Kundgebung ab, auf der Farinacci und Julius Streicher, die beiden Vorkämpfer gegen das Weltjudentum, das Wort ergriffen. Farinacci wies in feiner Rede auf den regen Austauschverkehr zwischen den nationalsozialistischen und den faschistischen Organisationen hin. Die gleichen Ideen, die gegenteilige Achtung vor unserer Tradition, vor unserer Kultur und vor unseren gleichen Interessen und die gleichen Feinde verbänden Italien und Deutschland zu ihrer festen Freundschaft. Nationalsozialismus und Faschismus seien als Träger einer neuen Lebensform daher ausgesprochen antidemokratisch, sreimaurerfeindlich und antikommunistisch eingestellt. Farinacci wandte sich sodann der Judenfrage in Italien, wo der Duce im Jahre 1919 bereits das Raffenproblem in feiner wahren Tragweite fest umriffen habe und der alte Vorkämpfer Dr. Giovanni Preziosi seit 1914 und der Redner selbst seit 1921 das Judentum als den Urheber allen Unheils bekämpfte, zu. „Was wir bis heute noch nicht verstehen können", so führte ber Rebner aus, „ist hierbei bie Haltung ber katholischen Kirche, jener Kirche, bie gerabe eine lange Trabition in ber unerbittlichen, ja manchmal grausamen Verfolgung der Juden und des Judentums aufzuweisen hat. „Warum dieser plötzliche Kurswechsel? Heute habe die Kirche eine größere Sympathie für die judenfreundlichen Staaten als für uns, die wir in Schule und Volk die Moral und in dem Staat wieder Ordnung eingeführt haben. Ueber diese seltsame und arglistige Haltung würden die faschistischen Katholiken schmerzlich berührt sein. Wir sind uns aber darüber klar, baß sich diese politische Einstellung unheilvoll auf bie Kirche auswirken muß. Die Religion darf nicht mehr mit Politik verwechselt werden Von der Kanzel soll das Evangelium gepredigt werden, und ber Pfarrer soll durch das Beispiel auf das himmlische Reich vorbereiten. Alles andere ist Mißbrauch, Verrat und Betrug." Er kehrte auch die durchsichtigen Bemühungen der jüdisch-freimaurerischer Kräfte heraus, die es sich angelegen sein lassen, zwischen Deutschland und Italien Zwietracht zu säen. Die deutsche Haltung im Abessinien-Konflikt habe im italienischen Volk einen tiefen Eindruck hinterlassen, und dies habe stets im gegebenen Augenblick seiner Dankbarkeit durch Taten Ausdruck gegeben. Das gemeinsame Ziel Deutschlands und Italiens fei die Verteidigung der europäischen Kultur gegen die kommunistische Gefahr. Mit dem Hinweis, daß die Achse Rom— Staatsminister Farinacci in Berlin von Gauleiter Julius Streicher empfangen. (Scherf-M.) Goebbels zu einem Frühstück in feinem Mini- terium, an dem auch Italiens Botschafter, Exzellenz Attolico, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, die Staatssekretäre Dr. Dietrich und Hanke, SA.-Oder- gruppenführer von Jagow u. a. teilnahmen. Dr. Goebbels hieß Farinacci als einen ber energisch- ten unb kompromißlosesten geistigen Bannerträger bes Faschismus herzlich willkommen. „Wir wissen als Revolutionäre sehr wohl", so betonte Dr. Goebbels, „welchen großen Wandlungen eine revolutionäre Idee in den verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung unterworfen ist. Aufgabe des wahren Staatsmannes ist es dabei, die Ideologie einer Revolution in stete Uebereinftimmung mit den realen Gegebenheiten des Tages zu bringen. Das erfordert dauernde Kompromisse. Um so erfreulicher ist bann ein Mann, ber in seinem Leben mit möglichst wenig Kompromissen auszukommen weiß. Als einen jol- sprochen. Nach seinem Wort ist bie Polizei bie klarste und prägnanteste Form des Seldsterhal- t u ngs willens eines Volkes. In diesem Satz schon offenbart sich der ganze Unterschied zwischen den polizeilichen Ausgaben einst unb jetzt. Noch vom absolutistischen Zeitalter her, in bem die Aufrechterhaltung ber Ordnung mit hem Schutz ber bynastischen Herrschaft vielfach ibentifiziert war unb in bem ber Polizei beshalb über ihre eigentlichen Aufgaben weit hinausreichenbe Befugnisse erteilt würben, behielten bie „Gendarmen" bis ins 19. unb 20. Jahrhundert hinein ' ben Charakter eines Büttels ber Staatsmacht. Auch nach bem Weltkriegs änberte sich hieran nichts. Ja, vertrat die Polizei im wilhelminischen Kaiserreich immerhin noch bie Staatsinteressen, so wurde sie unter bem Novembersystem fast ausschließlich für bie Machtausübung ber wechselnben Parteiregierungen eingespannt. Von einer inneren Verbunbenheit mit bem Volksganzen konnte nicht mehr bie Rebe sein. Der Gummiknüppel würbe zum Wahrzeichen ber staatlichen Exekutive. Der inneren Ziellosigkeit ent- sprach bas Fehlen jeher äußeren Einheit. Die Polizei unterstand nicht einer zentralen Reichsgewalt, sondern den einzelnen fiänberregierungen, die eifersüchtig darüber wachten, daß dieses Rudiment eines bewaffneten Partikularismus ihnen nicht genommen wurde. Wollte das Reich besondere Aktionen, etwa gegen Kommunistenaufstände unternehmen, sa mußte es sich entweder der Reichswehr bedienen oder bie einzelnen Länder um Polizeihilfe ersuchen. Es läßt sich leicht vorstellen, wie sehr bie Schlagkraft ber Reichsgewalt unter diesen Umständen litt, und es war aeradezu ein Hohn auf die Hoheit des Reiches, daß oiefes noch zur Zahlung regelmäßiger Polizeikostenzuschüsse an bie Länder verpflichtet war. Mit dieser Polizeiordnung, die man mehr eine Unordnung nennen könnte, hat ber nattonalsozia- lsiistche Staat gründlich aufgeräumt Eine neue Sinngebung, die sich aus dem Gedanken der Volkshoheit und der Einheit von Bewegung und Staat ohne weiteres ergab, erfüllte auch die Polizei mit dem Geiste der D o l k s g e m e i n s ch a f t. Man kann diese innere Wandlung wohl nicht besser kennzeichnen, als es der Ches der deutschen Polizei und B e r I i n , 25. Januar. (DNB.) Der italienische Staatsminister Farinacci traf am Mittwochoor- mittag in Berlin ein. Dem alten Mitkämpfer des Duce und Mitbegründer der faschistischen Bewegung wurde ein herzlicher Empfano durch Gauleiter Streicher und Gaupropagandaleiter Wachter sowie höhere Offiziere ber beutschen Wehrmacht zu- teil. Farinacci unb Julius Streicher folgten am Mittag einer Einlabung von Reichsminister Dr. Deutsch-italienische Krönt im Kampf gegen das Weltjudentum Farinaccis Besuch in Berlin. werden sollen: für staatspolitisch wichtige Betriebe dürfte es ohne eine Einschränkung der Freizügigkeit der Arbeitskräfte nicht gehen. Wahrscheinlich wird der Weg beschritten, daß die Lösung eines Arbeitsverhältnisses nur mit der Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes möglich sein wird. Zu gleicher Zeit wird in einem Aufsatz von Hildegard Molitor vom Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront die Frage angeschnitten, in welcher Form die vorhandenen Reserven der weiblichen Arbeitskräfte am besten mobilisiert werden könnten. Es wird angeregt, in solchen Betrieben die Frauenarbeit zu bevorzugen, die keine zu großen körperlichen Anforderungen stellen. Damit werden die männlichen Arbeitskräfte an diesen Stellen frei und können anderwärts geeignetere Arbeit leisten. Alle diese Fragen befinden sich im Fluß, ihre Lösung wird von den Verhältnissen des Einzelbetriebs abhängen. Daß sie aber erörtert werden, weil sie ein ernstes Problem geworden sind, zeigt den Umschwung, der sich in Der Zeit von sechs Jahren in unserem Vaterlande vollzogen hat. Steuerzahler. Interessante Aufschlüsse über den deutschen Steuerzahler ergibt eine Aufgliederung der Ein- kommensteuer-Statistik für 1936, die Regierungsrat Dr. Meuschel in der „ D e u t s ch e n Steuer- Zeitung" vornimmt. Rund 13,3 Millionen Lohnsteuerpflichtige erbrachten danach knapp 1,2 Milliarden Steueraufkommen, rund 2,8 Millionen zur Einkommen st euer Veranlagte über 1,9 Milliarden Steueraufkommen. Um wieviel stärker die höheren Einkommen belastet werden, zeigt die Tatsache, daß > die über 13 Millionen Lohnsteuerpflichti- gen insgesamt ein Einkommen von über 26 Milliarden RM. hatten, während die Veranlagten, die weniger als ein Viertel der Lohn- j steuerpflichtigen ausmachen, ein Einkommen von 14 Milliarden RM. versteuerten. 37 v. S). der Lohnsteuerpflichtigen entfielen auf ein Einkommen b 15 1500 R M., sie brachten 10 v. H. der Lohn- | steuer auf. Auf die Klaffe bis 3 0 0 0 RM. Einkommen kamen 48 v. H. der Steuerpflichtigen, die 46 v.H. der Lohnsteuer zahlten. Zwischen 300 0 und 8000 R M. verdienten nur noch 15 v. S). der Lohnsteuerpflichtigen, die aber 44 v. H. der Lohnsteuer aufbringen mußten. Bei den veranlagten Steuerpflichtigen kamen auf die Höch st gruppe mit einem Einkommen von WOOOO RM. und mehr rund 6000, die fast 1,5 Mil- . liarden RM. Einkommen hatten und allein 450 Millionen RM. Einkommensteuer zählten. Rur vier d. H. der veranlagten Steuerpflichtigen, nämlich £ 119000, umfaßt die Gruppe mit Einkommen non Über 1 6 000 R M. jährlich. Aber I '62 n. H. der Einkommensteuer hat diese Gruppe | aufbringen müssen. Besonders interessant sind die Ermittlungen über den Familienstand. Auch hier zeigt sich wieder, daß bei den höchsten Einkommenträgern die .Kinderzahl am kleinsten ist. Die bei weitem wichtigste Gruppe für die Einkommensteuer der 23er« lanfagten ist die der verheirateten ohne ^Kinder. Sie erbringen allein 39 v. H. der Der» »anlagten Einkommensteuer. 40 v. H. der Veranlag- I iten sind kinderlos verheiratet. Die nächstwichtige «Gruppe hinsichtlich des Steueraufkommens sind die -Steuerpflichtigen mit Kinderer m ä ß i g u n g j ff ür ein und zwei Kinder, die 34 v. H. »des Aufkommens erbringen, mit zwölf v. H. folgen | Dann erst in weitem Abstand die Ledigen. Ein ! Wergleich mit den Lohnsteuerpflichtigen und niedri- Deren Einkommensträgern ergibt, daß auf 100 Ehefrauen bei den steuerbefreiten Lohnsteuerpflichtigen 281 Kinder entfallen Bei den steuerbelasteten Lohnsteuerpflichtigen 101 Kinder und bei den veranlagten Steuerpflichtigen 81 Kinder, für die Kinderermäßigung gewährt wurde. Die normale höhere Schule. Der Reichserziehungsminister hat eine grundsätzliche Regelung getroffen, die den Umfang der höhe- ■ ren Schulen umgrenzt, die in früheren Jahren entstandenen großen Schulsysteme beschränkt und eine Schule mit a ch t Klassen und etwa 260 Schülern als normal bezeichnet. Die höheren Schulen sollen in der Regel nur einen Zug nuffteigenber Klassen (Klassen 1 bis 8) ! tiaben, nur in Sonderfällen zwei Züge, also Parallel- Plaffen, deren Errichtung jedoch bereits die Genehmigung des Ministers voraussetzt. Wenn ein größerer Andrang zur höheren Schule festgestellt wird, soll die Errichtung einer neuen Schule ins Auge gefaßt werden. Für einen nur vorübergehenden Zeitraum, nämlich für zwei Jahre, wird ge- iitattet, daß die hochstzulässige Besetzungsstärke der einzelnen Klassen, die in den Bestimmungen über »ie Schulreform bereits mitgeteilt worden ist, ü b e r- ch r i 11 c n werden kann. Die Klassen 1 und 2 (An- .angsklassen) dürfen danach in den beiden folgenden Schuljahren noch bis zu je 50 Schüler aufnehmen, Ute Klaffen 3, 4 und 5 je bis zu 40 Schüler, und die Klaffen 6, 7 und 8 je bis zu 30 Schüler. Von 1941 nn gelten dann als endgültige Hoch stzah - I en für die Unterstufe 40, für die Mittelstufe 35 «nd für die Oberstufe 25 Schüler. Die Herabsetzung der Klassenstärke, die zur Erreichung der durch die Schulreform gesteckten Ziele der höheren Schule als notmenbifl bezeichnet wird, soll auch in dieser Ueber- x angszeit angestrebt werden. Wehrdienst und private Krankenversickeruna. Roch Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht trat häufig der Fall ein, daß Leute, die eine s noate Krankenversicherung abgeschlossen hatten, nor die Frage gestellt waren, ob sie ihre Versiehe- rung aufgeben oder fortsetzen sollten. Es (►ab in vielen Fällen feine Möglichkeit, den Krankennersicherungsvertrag vorzeitig zu lösen, weil eine Kündigung im allgemeinen nur zum Ende des 23er- scherungsjahres vorgesehen ist. Das Reichsaus- sichtsamt gestattet nun der privaten Kranken- rarsicherung, daß bei Erfüllung der Wehr- oder Ar- b^itsdienstpflicht das Verficherungsverhältnis ruhen Darf. Sowohl die Pflicht des Versicherungsnehmers gar Zahlung der Beiträge als auch die Leistungs- Mcht der Versicherungsunternehmung werden aus» x-fetzt. Sie kann unmittelbar nach Abschluß der Dienstleistung wieder in Kraft gesetzt werden. Die Aussetzung der Versicherung muß vom Versicherten sofort bei Antritt des Wehr- oder Arbeitsdienstes tei der Versicherungsunternehmung schriftlich le an tragt werden. Dem Antrag muß ein Rach- Dreis über den Beginn der Wehr- oder Arbeits- i enstpflicht beigefügt werden, auf Grund dessen die Versicherung dann mit Wirkung vom ersten des nächstfolgenden Monats ausgesetzt wird. Ebenso ruß nach Erfüllung der Dienstpflicht ein entsprechender Antrag auf Wiederinkraftsetzung der Versicherung gestellt werden, und zwar späte- tens binnen vier Wochen nach Beendigung der Dienstpflicht. Rur bei militärischen Uebungen von weniger als vier Wochen Dauer ist eine Aussetzung der Versicherung nicht möglich. Ausbau des Meldewesens. Für das polizeiliche Meldewesen ist im Reichs- Ministerium des Innern ein großzügiger Ausbau in Form einer nach G e d u r t s j a h r g ä n g e n geordneten Kartei sämtlicher Einwohner des Deutschen Reiches geplant. Die Vorarbeiten sind soweit gediehey, daß der Plan einer Volkskartei vor der Verwirklichung steht. Don dieser Dolkskartei werden alle Personen vom vollendeten 5. bis zum vollendeten 70. Lebensjahr ersaßt. Soeben sind Maßiiahmen getroffen worden, um zunächst d i e Schulkinder vom vollendeten 5. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr für die Dolkskartei schon jetzt mit Hilfe der Schulen zu erfassen. Die Schulen erhalten eine entsprechende Anzahl von Dolkskartei- karten, wobei die braunen Karten für die Knaben, die grünen für die Mädchen bestimmt sind Auch die Juden werden von dieser Dolkskartei erfaßt. Die Karten der jüdischen Schüler erhalten in der linken oberen Ecke ein „J". Für die Erfassung der Personen vom vollendeten 14. Lebensjahr ab ist eine gesetzliche Regelung vorgesehen. SA. und Wehrmacht. Oer Auftrag des Führers an die SA. — Stärkung der deutschen Wehrkraft. Berlin, 26.Jan. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht zum Erlaß des Führers über die vor- und nachmilitärische Ausbildung der SA. einen Artikel von Major von Wedel im Oberkommando der Wehrmacht, in dem es heißt: .„Mit freudigem Herzen hat die Wehrmacht von dem Erlaß des Führers Kenntnis genommen, durch den die SA. zum Träger der vor-' und nachmilitärischen Ausbildung bestimmt ist. Gerade wir Soldaten, die wir den Weltkrieg, aber auch den Zusammenbruch von 1918 miterlebten, wissen am besten, daß $um erfolgreichen Soldaten nicht nur die Beherrschung des Waffenhandwerkes gehört, sondern daß den Wert des Soldaten neben der körperlichen und militärischen Ausbildung die sittlichen und seelischen Kräfte bedingen. Eindeutig dient der Hauptwert der aktiven Dienstzelt in der Wehrmacht in diesem Sinne auch der Erziehung zum wahren Soldaten. Hand in Hand hiermit geht die militärische Ausbildung, die Ausbildung mit der Waffe, die Ausbildung fürs Gefecht. Wir wissen aus den geschichtlichen Erfahrungen gerade auch wieder der letzten 25 Jahre, daß selbst die beste Armee der Welt erschüttert werden kann, wenn sie nicht mehr aus weltanschaulicher Grundhaltung heraus kämpft. Der Ratio- nalsozialismus hat aus dieser Erkenntnis die notwendigen Konsequenzen gezogen. Sie gipfeln in der Tatsache, daß für alle Zukunft der deutsche Mensch nicht nur während des aktiven Wehrdienstes, sondern von frühe st er Jugend an bis ins späte Alter im Sinne wehrhafter nationalsozialistischer Volksgemeinschaft erzogen, geprüft und erhalten wird. In dem Ring der Erziehung find der SA. und der Wehrmacht entscheidende Aufgaben gestellt, lieber Schule, Jungvolk und HI. führt der Lebensweg die Masse der deutschen Jugend und die Wehrmannschaften der SA., fofern sie nicht in ff, RSKK. oder RSFK. einrücken. In ihren Reihen wird künftig jeder deutsche Mann, der das 17. Lebensjahr vollendet hat, seiner sittlichen Pflicht gegen Volk und Vaterland nachkommend, sich der vormilitärischen Ausbildung unterziehen und das SA. - Wehrabzeichen erwerben. Wenn die Wehrmacht bisher schon zu schätzen wußte, daß die Masse der Wehrpflichtigen durch SA., ff, HI. usw. wehrfreudia und innerlich auf soldatische Denkweise eingestellt, durch diese Verbände und besonders auch durch den Reichsarbeitsdienst in die militärischen Grundformen eingewiesen, zu den Fahnen kam, so begriff sie um so mehr, daß sie künftig geistig und körperlich noch besser vorgebildete Rekruten erhält, um Dann aus diesen um so bessere Soldaten machen zu können. Die Erziehungs- und auch Die Ausbildungsarbeit ist Der Wehrmacht Damit w e - sen11ich erleichtert. Sie wird diesen Vorteil durch Steigerung und Derbesserungder Waffen- und Gefechtsausbildung zu nutzen wissen. Die Wehrmacht wußte es zu würdigen, daß Die nach ihrer aktiven Dienstzeit AusscheidenDen nicht in Das politische und soldatische Nichts tyinausgingen, sondern ihr Leben lang durch Die Partei und ihre Gliederungen in wehrhaft - nationalsozialistischem Geist erhalten blieben, und daß Der körperlich, geistig und moralisch anerzogene soldatische Wert weiter erhalten werde. Zur Sorge aller verantwortungsbewußten soldatischen Führer aber gehört die Frage, wie mühsam in zweijähriger Dienstzeit Der erworbene Ausbilbungsgang auf möglichst lange Zeit erhalten merDen konnte. Stellen Doch Die aus- geschieDenen Reservistenjahrgänge unsere menschliche Kraftreserve für Den Kriegsfall Dar. Da ist es nun sicherlich nicht gleichgültig, ob Der einzelne schon Drei bis vier Jahre nach seiner Dienstzeit seine militärischen Grundlagen verliert oDer ob er noch nach langen Jahren Soldat bleibt. Diese Sorge bewog die obersten militärischen Führer, insbesondere Den Oberbefehlshaber Des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, in Uebereinflimmung mit Dem Stabschef Der SA. Viktor Lutze, Dem Führer Die nunmehr ungeordnete Lösung vorzuschlagen. Alle ehrenvoll aus Dem aktiven WehrDienst aus- scheibenben unD dienstfähigen Soldaten werden künftig erfaßt und laufend in körperlicher und soldatischer Leistungsfähigkeit erhalten. Reben Dem Erhalten Der körperlichen Rüstigkeit wirD jeDem Gelegenheit gegeben sein, sich auch Die Gewandtheit im Gelände und i m Umgehen mit Dem Gewehr beim Schulschießen zu erholten. Im unmittelbaren Einvernehmen zwischen Den verantwortlichen Stellen Der Wehrmacht unD SA. merDen alle Einzelheiten geregelt merDen. Die SA. hat bereits betont, mie sehr sie Das ihr neu übertragene Aufgabengebiet begrüßt. Die Wehrmacht ihrerseits sieht in Den neuen Maßnahmen Des Führers eine-S tärfungDerDeut« scheu Wehrkraft, eine Sicherung ihrer eigenen Schlagkraft auf lange Sicht. Sie begrüßt Darüber hinaus aber auch die Tatsache, daß d i e BandezmischenSA. undWehrmacht.die schon seit geraumer Zeit geknüpft sind, m i e b e r u m enger merden." Greuelenten. Von unserer Äer iner Schriftleiiunq. Reichspressechef Dr. Dietrich hat in seiner Rede vor Den in Berlin tätigen Vertretern Der AuslanDspresse festgestellt. Daß die Männer der Presse Das oerbinbenbe Element im Leben der Völker bilden. Er hat noch andere ausgezeichnete Formulierungen gebraucht, die den Beifall Der Auslandsjournalisten fanDen. Leider haben mir zur gleichen Zeit eine ganze Reche von AusIanDs- melbungen sammeln müssen Die mieDer einmal Den Gegensatz zwischen Theorie unD Praxis geraDc auf dem Gebiete Der Berichterstattung über Deutsch- lanD erkennen lassen. Gewiß, viele AuslanDsbe* ridjterftatter in Deutschland mißbilligen die gegen uns mit den niederträchtigsten Mitteln betriebene Hetze, aber soweit reicht ihre Kraft doch nicht, ihren Heimatrebaktionen beizubringen, daß der Journalismus auch eine Verpflichtung mit sich bringt, wie sie Dr. Dietrich soeben klar Umrissen hat. So lesen wir jetzt in einer Reihe von ausländischen Zeitungen, daß der 30. Januar alle möglichen politischen Ueberraschungen bringen werde. Das krauseste Zeug wird durcheinander phantasiert, jedes Blatt gibt sich Den Anschein, als beziehe es seine merkwürdigen Informationen direkt aus der Reichskanzlei. Tatsächlich werden diele Gerüchte in irgendwelchen Lügenfabriken geschmiedet und Dann herumgereicht. Keiy Wunder also, wenn man neue deutsche Angriffspläne veröffentlicht, Die auf „echt" frisiert werden, indem man in Kärnten zwei ür den D i e n st in K o - lonialgcbieten zusammengestellte Divisionen in Erscheinung treten läßt. Anderntags hat eines dieser Hetzblätter diese Divisionen wieder von Der Bildfläche verschwinden lassen, weil es doch nicht wagte, gegen ein handfestes deutsches Dementi aufzumucken. Umso emsiger sind andere Organe. Sie sprechen von Mobilmachungsmaßnahmen, von einer Expedition gegen Spanisch-Marokko, von einem bevorstehenden lieberfall auf Die Schweiz unD Die RieDerlanDe, von einem beabsichtigten Raub RieDerlänDisch-Indiens. Und so geht es bunt Durcheinander. Wir könnten der „wahrheitsuchenden" Ausland- landpresse noch ein paar Winke geben, etwa den, daß die verschwundenen Kärntner Divisionen plötzlich in Taucheranzüge gesteckt worden sind, um Das sagenhafte Atlantis, Das irgendwo 'auf Dem Mee- resboben liegen soll, zu besetzen. Aber Das wäre schon Verrctt militärischer Geheimnisse. Wir könnten Dieser Presse aber auch empfehlen, sich von ihren Berichterstattern in Berlin einen eingehen- Den Vortrag über Den Sinn Der ReDe Des Reichspressechefs halten zu lassen, bezweifeln indessen, ob man draußen bereit ist, ein Bekenntnis zu aufbauender Arbeit im Leben Der Völker abzu- legen. Denn das würde für viele mit finanziellen Einbußen verbunden fein, auf die man nicht verzichtet, eben weil man einem Journalismus huldigt, der meilenweit von den Idealen entfernt ist, die jeden Träger dieses Berufes beherrschen sollten. UeberaU ist die denkbar größte Unordnung. Der amerikanische Zerstörer „Bata er" ist' aus Calbetas, einem kleinen Hafen 30 Kilometer nördlich von Barcelona kommend, mit 22 amerikanischen Flüchtlingen an Bord in Marseille eingetroffen. Ein zweiter amerikanischer Zerstörer, Der ebenfalls zahlreiche Flücktliche amerikanischer Staatsangehörigkeit an BorD yat, wirD noch erwartet. 0er Ring um Barcelona schließt sich. Salamanca, 26. Ian. (Europapreß.) Das nationalspanische Hauptquartier melDet: Der Vormarsch Der nationalen Truppen wurde Mittwoch nachmittag im Westen und im Nordwesten von Barcelona fortgesetzt. Trotz des erbitterten Widerstandes des Feindes sind die nationalen Truppen um acht Kilometer vorgedrungen. Sie haben die bedeutende Stadt T a r r a f a, nordwestlich von Barcelona, eingenommen und sind über diesen Ort hinaus in südlicher Richtung üorgeDrun- den. Das navarresische Armeekorps hat den Ort Rubi, südlich von Tarrasa, besetzt, während das marokkanische Armeekorps zwei weitere Brückenköpfe am Llobregatfluß einnahm und überall das linke Ufer des Flusses besetzte. Im Norden Sabadell, Justo ---V" Tarrasa Oipsa •unasrreii VPuDl ä yk -'eSanCugat ^U| Badalona, ’teo'O* 'fy'dafoo') #1 /Z haben die nationalen Truppen ihren Vormarsch rechts und links von S o l s o n a fortgesetzt. Sie sind bereits bis in die Nähe des Flusses Rubi vorge- Drungen und haben im nördlichen Kampfgebiet die Straße von Solsona nach Manrefa bereits weit überschritten. Der nationale Heeresbericht meldet ferner vom Nordabfchnitt Die Eroberung Olianas an Der Hauptstraße LeriDa—französische Grenze sowie Der Ortschaften ©arDo na und C 1 ariana, Die beibe an Der Straße Solsona—Manresa liegen. Im Mittelabschnitt rourDen u. a. SampeDor unD Olesa De Monserrat besetzt. Vom Südab- schnitt muß besonders die Einnahme des wichtigen Knotenpunktes Molins del Rey sowie Der Vororte Barcelonas Esp 1 ugas und Hospitalet verzeichnet werden. Es wurden 1100 Gefangene gemacht, ein Panzerzug erbeutet unD in SampeDor eine betriebsfähige Munitionsfabrik übernommen. Die vier Orte Hospitalet, Esplugas unD CornuDella finD zu einem Heerlager Der Marokko-Truppen geworden. Gegen Mitternacht befahl General 2)ague Den Vormarsch auf das Fort Montjuich. , Während der Ring um Barcelona immer enger gezogen wird, gestaltet sich Die Lage in der Stadt immer ernster. Die letzten im nationalen Lager eingetroffenen Flüchtlinge aus Barcelona berichten, daß die Bevölkerung in und um Barcelona noch immer auf über zwei Millionen geschätzt werde. Sie verfüge feit sieben Tagen kaum noch über Lebensrnittel. Eine große Anzahl Beamter des Sowjetregimes hätten mit ihren Familien Die Stadt im Kraftwagen auf Der freigebliebenen Rückzugsstraße nach Der französischen Grenze zu verlassen. In Barcelona sind sämtliche Läden geschlossen und die Straßen trotz der unter der Bevölkerung herrschenDen Erregung fast menschenleer. Alles ist in Die Luftschutzkeller geflüchtet. Trotz strengster 23erbote bilden sich immer wieder Zusammenrottungen von Frauen, die auf jede nur mögliche Art versuchen, sich Lebensrnittel zu verschaffen; sie werden mit brutaler Gewalt immer wieder auseinanbergetrieben. Die Kriegsgerichte tagen ununterbrochen. Sie verurteilen Hunderte von Einwohnern zum Tode. Die Zeitungen haben ihr regelmäßiges Erscheinen eingestellt. Nur der Rundfunk richtet noch ohne Unterlaß Aufrufe an Die Bevölkerung, „im WiderstanD nicht zu erlahmen unD keinen Zoll Bodens dem Feinde zu überlaffen". In den Morgenstunden des Mittwochs lag Der Hafen von Barcelona in dichtem Pulverqualm. In unaufhörlicher Folge gingen Die Einschläge Der Granaten Der schweren nationalen Artillerie auf Den Kais nieDer, jedesmal riesige Sprengtrichter hmterlaffend. Ein großer Teil der im Hafen von Barcelona liegenden fowjetfpanifchen Handelsdamp- fer und ein Teil der Fischerboote ist Dem Geschoß- hagel zum Opfer gefallen. Das war Die Absicht Der nationalen Heeresleitung, Die verhinDern wollte, Daß sich auf Dem Seewege noch größere Flüchtlings- maffen nach SüDfrankreich begeben konnten. Am Mittag flaute Das Geschützfeuer immer mehr ab, da Die sowjetspanische Artillerie zum Schweigen gebracht unD Das Armeekorps Tague so Dicht an Den Hasen herangerückt war. Daß es diesen bereits mit schweren Maschinengewehren beherrschen konnte. Flüchtlinge an der französischen Grenze. P a r i s, 26. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der französische Botschafter in Sowjetspanien, Jules Henry, hat Barcelona in Begleitung Der Militär- Attaches an BorD Des Zerstörers „Siroco" verlassen unD ist in Port 23 e n D r e eingetroffen. An Bord Des Zerstörers befanden sich zahlreiche französische Flüchtlinge aus Barcelona. An Der französisch-katalanischen Grenze hat sich Die Lage in Den letzten 24 StunDen wenig geändert. Die Flüchtlinge, Die versuchen, sich auf französischen Boden in Sicherheit zu bringen, werden fast durchweg 'von den sowjetspanischen Milizen angel) alten; nur ganz wenigen ist es bisher gelungen, Die Grenze zu überschreiten. Aus ihren Berichten geht hervor, Daß Die Lage in Barcelona unhaltbar geworden ist. Gsrona und Fi- guerasjinDvonFlüchtlingenüberfüUt. Amerika verdient am Rüstungsfieber. Neue französische Flugzeugantäufe. Paris, 25. Ian. (Europapreß.) Der „Paris Midi" berichtet aus Neuyork, daß die französische Regierung im Begriffe stehe, eine große Bestellung von Militärflugzeugen in Den Vereinigten Staaten zu tätigen. Gegenwärtig laufe noch ein im vergangenen Jahre abgeschlossener Vertrag für Die Lieferung von 100 Curtiß-Jaadflugzeugen, von Denen bis jetzt etwa dreißig nach Frankreich geschickt worden seien, während Die restlichen bis zum April geliefert roürDen. Die neuen Verhandlungen beziehen sich auf Die Lieferung von 600 Militärflugzeugen verfchieDener Typen. Verfuchsflüge mit neuartigen amerikanischen Militärflugzeugen, Deren Konstruktion geheimgehalten wirD, sollen große Be- ad)tung gefunDen haben. In Los Angeles soll ein neuartiges, zweimotoriges Douglas-Bombenflugzeug, Das einen Vertreter Des französischen Luftfahrtministeriums namens SchmiDlin an Bord hatte, abge stürzt fein, wobei Der Pilot getötet und SchmiDlin schwer verletzt wurDe. In Buffalo soll ein für Die französische Regierung bestimmtes Curtiß-JagDflugzeug bei Dem Abnahmeflug eine GeschwinDigkeit von 620 StunDenkilometern erreicht haben. Kabineitöwechsel in der Türkei. Ankara, 25. Jan. (DRB.) Die Kammergruppe Der Volkspartei beschloß Die Selbstauflo- f u n g Der türkischen , Rat io naiver- s a m m l u n g, in Der sie über Die absolute Mehrheit verfügt. Das Kabinett Celal Bayar trat zurück. In Der neuen Regierung, Die Der bisherige Innenminister Refik SayDam gebilDet hat, übernahm Der Abg. Faik Oztrak Das Innenministerium. Der bisherige LanDwirtschafts- mimster Faik Kurt oglu schieb aus; an feine Stelle trat Muhlis Erkmem, Der im Kabinett Ismet Jnonüs Das gleiche Ministerium inne- hatte. Meine politische Nachrichten. Der Führer unD Oberste Befehlshaber Der Wehrmacht sprach in Der neuen Reichskanzlei zu Den höheren Befehlshabern Des Heeres, Der Kriegsmarine unD Der Luftwaffe, Die im Anschluß Daran Gäste Des Führers waren. ♦ Am Samstag, Dem 28. Januar, Dem VorabenD Des Tages Der Deutschen Polizei, spricht von 19.40 bis 20 Uhr Der Reichsführer *n unD Chef Der Deutschen Polizei Himmler über alle deutschen Sender mit Ausnahme des Deutschland- senders. In allen Standorten der Polizei werden $u diesem Zeitpunkt die Führer und Männer der oeutschen Polizei v,on ihrem höchsten Ches Die Parole für ihre weitere Arbeit entgegennehmen. ♦ König Boris von Bulgarien hatte im Palazzo Venezia mit Dem Duce eine zweistünDige herzlich verlaufene Unterredung. schen Palmen, Wüstentiere d eben 552 A Rödgen, Düdelsheim, den 25. Januar 1939. (Württbfl.) 1 411D 2 Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 oi um dliiu uruuMJici, DU*uiblr. i. nUT Z2D1 NlÜWkll I Verkäufe 1 I Kaufgesuche I für Küche und 4,.■■■■■■■■■ ' I-----------------1 (Gutgehendes 3 in mir' I von Hamburg i nach Vancouver , Gestern entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Vornehml GeschmackvollI Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache oletet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Zeitgeschichte und modischem Einfall, zwischen Ereignis und Muster, zwischen Farben und Affären lichen Schaden anrichtete. Zahlreiche Dörfer in der Gegend von Chilton waren ohne Licht und Tele- .... _____M. . , ,t zwei Meter hoch lag. In Groß-London wurden rund 3000 Fernsprechleitungen unterbrochen, in Oxfordshire und Buckingham- shire insgesamt 2600. Auch der Flugverkehr erlitt starke Störungen. Eine Schweizer Maschine mit 17 Fahrgästen und eine belgische mit 14 Fahrgästen an Bord mußten auf den Flugplatz von Lympne nationalen" Farbenliste, Motive aus den Glasfenstern spanischer Kathedralen geh^n gedruckt und gewebt durch tausende Meter kostbarster Stoffe und Millionen billigster Stapelware. Eine weltbedeutende Rubensausstellung revolutioniert Farbigkeit und textile Technik für eine ganze Saison: Samt rückt vor, Brabanter und Brüsseler Spitzen werden „dernier cri"! Zusammenhänge zwischen politischem Ereignis und Modefarbe, zwischen Affären und kleinen Mustern, die Mode ein Spiegelbild kultureller Zeitströmungen, inner- und außenpolitischer Machtproben, wirtschaftspolitischer Notwendigkeiten? Wer achtet darauf ...? Die Beerdigung findet am Freitag, dem 27. Januar, nachmittags VA Uhr statt Herbstmode von V-r- im Mittelpunkt der Weltpolitik: prompt beherr- höchst raffinierte Technik überhaupt nicht für möglich. Sie ist auch heute selbst auf den modernsten Webstühlen nur unvollkommen nachzuahmen. Wenn man bedenkt, wie primitiv die Geräte da- Herr Johann Heinrich Bellof im 86. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Bellof XIII. Wwe. Familie Ludwig Bellof Familie Heinrich Inderthal IV, Weibliche Arbeitskräfte für leichte Arbeit zum sofortigen Eintritt gesucht. Großwäscherei Edelweiß . Gießen, 65oD Schützenstt. 12. Für die im Kalenderjahr 1938 beschäftigten Arbeitnehmer, deren Steuerkarte 1938 dem Arbeitgeber nicht vorgelegen hat, und für die vor dem 31. Dezember 1938 ausgeschiedenen Arbeitnehmer, bei denen die Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte 1938 beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis versehentlich nicht ausgestellt worden ist, müssen die Arbeitgeber Lohn- und Wehrsteuer-Ueberweisungsblätter zum gleichen Zeitpunkt an das Finanzamt der Betriebsstätte übersenden. Vordrucke zu Lohn- und Wehrsteuer- Ueberweisungsblättern werden von den Finanzämtern auf Antrag unentgeltlich an die Arbeitgeber abgegeben. Alle Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 1938 in keinem Dienstverhältnis standen, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindliche Steuerkarte 1938 bis zum 15. Februar 1939 bei dem Finanzamt ab- zuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1938 gewohnt haben. Den arbeitslosen Arbeitnehmern geht hierzu noch eine besondere Aufforderung durch das zuständige Arbeitsamt zu. Für Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1938 den Betrag von 8400 RM. überstiegen haben, sind von dem Arbeitgeber außer der Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf der Steuerkarte 1938 besondere Lohnzettel auszuschreiben «und bis zum 31. Januar 1939 an das für den Arbeitnehmer "ach seinem Wohnsitz zuständige Finanzamt einzusenden. Wird der Lohnzettel an die dritte Seite der Steuerkarte 1938 angeklebt, dann erübrigt sich die Ausschreibung der Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte oder des Lohn- und Wehrsteuerüberweisungsblatts. Vordrucke zu Lohnzetteln werden den Arbeitgebern auf Antrag vom Finanzamt kostenlos geliefert. 5450 Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter. ferer Zeitrechnung bis 1750; ihr Wert geht heute in die Millionen. Wer irgendwo in Deutschland seinem Webstuhl etwas Besonderes abfordert, läßt sich hier beraten. Zu Hunderten und Tausenden gehen die Leihmuster in die deutschen Textilbetriebe; Frankreich, Südamerika und viele andere Länder schicken ihre Muster macher in das „deutsche Lyon" und lassen sie in den riesigen Kartotheken mit neun Millionen kleiner Stoffetzen Umschau halten. Es lohnt sich für sie. Sogar Hollywood läßt sich hier gut raten; der Ehrgeiz mancher seiner Regisseure', auch mit der Kleidung des unscheinbarsten Komparsen bis auf den letzten Tüpfel historisch richtig vor der Kamera zu bestehen, macht manche Rückfrage in diese einzigartige Sammlung nötig, die als ständiges Lehr- und Anschauungsmaterial der Mustermacher und Musterzeichner auf die Mode in aller Welt eine geheime, aber entschiedene Wirkung ausübt ... Zwischen Kondor und Puma. Auch ihre ältesten und wertvollsten Bestände, obwohl ausländischer Herkunft, sind dem Forscherfleiß deutscher Gelehrter zu danken. Lange vor dem Weltkrieg brachte die Expedition Reiß und Stübel aus dem peruanischen Gräberfeld von Schaden... 1OOOOO Krawattenmuster jährlich. Nirgends ist wohl die Auslese, die Wahl zwischen Entwurf und Ausführung strenger als hier. Das wurde uns an einem überraschenden Beispiel klargemacht, nämlich an der vielgelästerten Krawatte. Nach den Feststellungen des Krefelder Instituts werden jährlich etwa achtzehn Millionen Papierentwürfe für neue Krawattenmuster von den Musterzeichnern der ganzen Welt hergestellt. Der vierzigste Teil davon, nämlich rund 500 000, werden ausgemustert. Aber nur 100 000 werden ausgeführt! An der Einfallsarmut liegt es also nicht, wenn, wie Mißgelaunte gern behaupten, „ein Schlips ja doch immer wie der andere aussieht"! Hunderttausend verschiedene Muster im Jahr, das dürfte ja eigentlich genügen ... Die wissenschaftlich exakte Forschung der inneren Zusammenhänge modischer Bemusterung geht schließlich auch an den Erfordernissen wirtschaftspolitischer Art, wie sie beispielsweise der Vierjahresplan der Textilindustrie aufgibt, nicht etwa in Gleichgültigkeit vorbei. Im Gegenteil: hier wird geholfen, durch materialgerechte, schöne Muster den neuen Stoffaften den modischen Effekt zu geben. Erst damit werden sie beliebt und „gehen". Nicht nur vom ausländischen, devisenbelasteten Gewebe unabhängig, sondern auch von der vom Ausland diktierten Musterung frei zu werden, das ist die geradezu aktuelle Aufgabe dieser Lehr- und Boispielsammlung großen Stils. „Was Möbel-, Dekorations- und Krawattenstoffe angeht", — sagt man mir — „so sind wir da ein gutes Stück weiter gekommen in den letzten Jahren. Wir haben Aussicht, hier, wie auch anderwärts, tonangebend zu werden ..." Manches dieser alten Muster hat es sich bestimmt nicht träumen lassen, daß es einmal dazu dienen könnte, dem neuesten Erzeugnis moderner Textiltechnik den letzten Schliff und Schick zu geben. Aber es ist ein Glück: alte Muster auf neuen Stoffen entdeckt nur.der geübte Blick des Fachmannes; für uns, die wir sie tragen oder bewundern, kommen dabei immer neuartig wirkende Gewebe und überraschende Effekte heraus. Wichtige Lohn- und Wehrsteuerbestimmungen. l..Die Arbeitgeber haben für jeden am 31. Dezember 1938 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 1938 mit der voll- zogenen Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf der zweiten Seite derselben zu übersenden. Die Uebersendung hat bis zum 15. Februar 1939 an das Finanzamt zu erfolgen, in dessen Bezirk die Steuerkarte 193^ ausgeschrieben worden ist Die Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werden. Moden, Muster, Farben und Affären Neun Millionen Stoffreste spiegeln die Zeiten. Kaufmännischer Lehrling mit mittlerer Reife bzw. Handelsschule für 1. Zlvril gesucht Milli. Gälische Tonwerks ifi. Gleisen mals waren, dann ist diese Leistung nahezu unvorstellbar. Aber nicht nur das Technische verblüfft; das Modische bezaubert uns an diesen alten Funden noch mehr; von der peinlichsten naturalistischen Darstellung bis zur strengsten geometrischen Stilisierung, in ganz starken, geschickt komponierten und harmonisch leuchtenden Farben kehren die Hauptmotive immer wieder: der Kondor als das Wappentier des Inkafürsten, der Puma als Wappentier^der Fürstin ..." Ein Vermögen für einen Hetzen. Die ständige Lehrausstellung der Muster bis 1750 nimmt einige Säle in Anspruch; die mehr ms acht Millionen Muster- der Neuzeit sind in Kartotheken und ungefügen Musterbüchern aufbewahrt. Da hängen, unter den Katalognummern 0 bis 100, die ersten Seidenfunde, original-chinesische Muster und Stängc von Rohseide, wie sie auf Sven Hedins wiederentdeckter „Seidenstraße" gehandelt wurden; da leuchtet von Stoffen koptischen, ägyptischen und hellenistischen Ursprungs das Hakenkreuz. Daneben das Fragment eines byzantinischen Kaisermantels, von meinem Begleiter an der Bemusterung aus der Zeit der Doppelkaiser Konstantinus und Basileus erkannt; ein paar Schritte weiter Goldbrokat aus dem 15. Jahrhundert. „Ein Meter davon ist auch heute nicht unter 500 Mark herzustellen!" — heißt die vielsagende Erklärung. Dahinter alte französische Muster, die den Weltruf ihrer Hauptstadt in Modedingen begründeten. Wir bewundern die symbolreiche Musterung der Chinesen, den ausgewogenen Naturalismus der Japaner, wir stehen vor 400 Jahre altem Silberbrokat. „Wer heute das Geheimnis seiner Präparierung löst, die ihn über 400 Jahre frisch und rein erhalten hat", — sagt mein Begleiter — „hat ein Vermögen verdient. Wir können so etwas einfach nicht mehr hinkriegen!" Und wir kommen an anderen Prachtstücken dieser Sammlung vorbei, die, oft nur wenige Zentimeter groß, kleine Vermögen kosten: 4000 Mark eine peruanische Arbeit, 5000 Mark die Jnkaweberei gegenüber in Gobelintechnik, zehn Zentimeter breit, fünfzig Zentimeter lang. Das sind so Preise und Maße! Es ist für den Kenner ein leichtes, an diesen Tausenden von Stücken die Beziehung zwischen Aus aller Welt. Schwerer Schneesturm über England. lieber Südengland und Wales ging am Mittwoch ein schwerer Schnee st urm nieder, der beträcht- tragen das seit mehr als 20 Jahren erprobte Spranzband D. R. P. 542187 Kein Gummiband, ohne Feder, ohne Schenkel' riemen, trotzdem sehr zuverlässig. Mein Vertreter Istkosten los zu sorechen (auch für Frauen und Kinder) am Samstag, 28. Januar, in Gießen Bahnhol-Hotel. von 8-12 Uhr. [542v Der Erfinder und alleinige Hersteller Hermann Spranz, UnterMen (Eine einzigartige Feri^nfahrt um den halben Erdball läßt uns Gerd Düesberg in seinem Buch*) miterleben. Frisch und lebendig berichtet er, wie er auf Grund einer sonderbaren Einladung aus dem Urwald — mit schmalem Beutel, aber erlebnisfrohem Herzen — ins Land der unendlichen Wälder und der zauber« haften Seen kommt. Fesselnd und eingehend schildert er seine Eindrücke von dem ihm oisher fremden Lande, seinen Städten und seinen Menschen, von unfern Landsleuten in Überfee und schließlich eine erlebnisreiche Jagd in unberührten Wäldern, wo er Elchen und Bären in freier Wildbahn begegnet. — Wer den Reiz ferner Länder, die Schönheit unberührter Natur und die Freiheit abenteuerlichen Fagdlebens liebt, lieft: Zur Wildnis ferner Wälder Eine Ferienfahrt nach Kanada von Gerd Düesberg. j80 Seiten mit 59 Abbildungen in Seinen RM. 4,-. Iu beziehen durch jede Buchhandlung. Werde- blatt kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Vergessen Sie nicht, Ihrer Dame zum Abendkleid einen schönen Fahmer-Schmuck zu schenken 3. Hirz Kunsthandlung, Seltersweg ttliou zu Ostern gesucht Küferei Sommerkorn Bleichstr. 12. von deren Ursprung wir nichts ahnen. Mode geht immer wieder seltsame Wege... G. Zerres.. Adreßbuch der Stabt und des Kreises Metzen 1939 ©ie Hauslisten werden jetzt bei den Hausbesitzern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, dah jeder selbständige Hausbewohner feinen Eintrag eigenhändig oornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. - Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende ®e= nauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, datz neben der Hausliste eine Firmen liste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, dak sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gl-ichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Vereins- und Kassen-Vorstände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die 4 dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste. 54, D Oberhessifcher Adrehbuch-Verlag ==» Schulstratze 7 GtetzeN Fernruf 2251 genauen Zucker % können Sie mit dem „Ergo" in 3 Minuten leicht selbst feststellen. Auskunft kostenlos. J. Pf einer, Amorbach 278 /Bay. Herrenfriseur GesM zu verkaufen. Schriftliche Angebote unt. 0407 an öen Gießener Anzeiger erbet. Umzugshalber Witt* lind Pohlerliir abzugeben. O4os Moltkestr. 31 v. Mättn für tagsüber gesucht. 0415 Bäckerei Lange, Neustadt 37. Erfahrenes 2 Zimmer m. Kochgelegenheit,2f/Werkstatt oder Lager geeignet Preis 25 NM. per Monat Wernerwall, ab 1. Februar zu vermieten. Tchr.Angeb.unt. 0416 a. d. G. A. Gebrauchtes Luftgewehr zu kaufen gesucht, Schr.Angeb.unt 0412 a. d. G.A. | Empfehlungen | Anzugstoffe an Private! Pfeffer u. Salz, grau, gestreift u. blau, Mtr. 8.80, , 10.80, 13.80. Sciöne, feste Ware! Erfia. Erich Raub <>era 205/83 Muster kostenlos! Die Bibliothek der Mustermacher. „Wer in der Mode nur die Mode sieht, ist ein Dummkopf!" Nichts vermag diese Feststellung Balzacs mehr zu bekräftigen als die Erfahrung derjenigen, die seit nahezu sechzig Jahren von Berufs wegen den interessanten Wechselwirkungen und Beziehungen zwischen Ereignis, modischem Muster und Zeitgeschmack nachspüren. Es gibt ein einziges Institut solcher Art in Deutschland: die als „königliche Textilsammlung" im Jahre 1880 gegründete „Preußische Gewebesammlung" in Krefeld, der Stadt, die Friedrich der Große zum Sitz einer weltbekannten Samt- und Seidenindustrie Haus von 8 bis 3 Uhr ver 1. Februar gesuchtem Löbecstr. 11 v. Geburtsanzeigen bei Brühl, fließen (Stellengesuche} Junger Mdi Führerschein I und III sucht Stellung. 5siD Zuschriften erb. an Willy Becker, _ Steinverf, Bieüenkovf/Land Garage Nähe Oswalds- garten gesucht. . Ziegler, Vammstr. 5.0411 gemacht hat. Diese Lehrschau enthält neun Mil Honen Stoffmuster aller Zeiten u n Völker, davon 10000 vom Jahr 5000 vor un- Mit Zimmer am Bahnhof Großen - Linden vreisw.zuverm. Böhme, Oie» Leihgestern, Bahnhofstr. 133. | Mietgesuche | Beamter sucht alsbald 4-5-3immet- Mmm mit Bad und evtl. Ganenant. ^chriftl. Angeb. unt. 0406 an den Gießen. An zeig. 3-Zimmer- Wohnung Stadtmitte - Ost bald gesucht. Lchr.Angeb.unt. 0413 a. ö. G. A. notlanden. Die Fahrgäste wurden im Zug nach London weiter befördert. Eine Maschine der Air France hatte vergeblich versucht, auf dem Flugplatz von Croyden zu langen und mußte schließlich nach Paris zurückfliegen. 2Hit dem Aula gegen einen Trecker. — Vier lote, zwei Schwerverletzte. Kurz hinter Jüterbog auf der Straße nach Luckenwalde ereignete sich ein schweres Autounglück. Ein großer Personenwagen aus Dresden geriet auf einer abschüssigen Strecke der Straße ins Schleudern und pralle mit großer Wucht gegen einen entgegenkommenden Trecker einer Eisenhandlung aus Luckenwalde. Bei dem Zusammenprall wurde der 73jährige Besitzer des Wagens, sein Chauffeur sowie zwei Insassen auf der Stelle getötet. Zwei weitere Fahrgäste wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus nach Jüterbog gebracht. Sondersitzung des 2HO. für die Wehrmacht. Der Mainzer Carneoal-Verein hatte in der Stadthalle die Mainzer Garnison zu einer „närrischen Kontrollversammlung", wie Präsident Müller es bezeichnete, zu Gast. Schon bei dem Eröffnungsstück zog eine blendende Stimmung bei den jungen Va- terlandsverteidigern ein, die spontan das „Mainzer Lied" mit allen Schunkelvariationen fangen. Die Versicherung des Präsidenten, daß Mainz mit seiner Garnison aufs engste verbunden sei, tat ein übriges. So hatten es die Redner nicht schwer, das närrische Panier auch, in den Herzen der Garnisonangehörigen aufzurichten. Wetterbericht Der neue Atlantikwirbel hat seinen Einfluß auf unser Wetter ausgenommen und bereits vielerorts zu Niederschlägen (im Gebirge durchweg als Schnee) Anlaß gegeben. Das Wetter bleibt auch weiterhin unbeständig und zu Niederschlägen geneigt. Vorhersage für Freitag: Unbeständig mit gelegentlicher Aufheiterung, aber auch weiteren Niederschlägen, im Gebirge als Schnee, Temperaturen wieder zurückgehend, lebhafte in Richtung veränderliche Winde. WinlersporlWetlerberichk. Rhön. Wasserkuppe: Bedeckt, —4 Grad, Gesamtschneehöhe 16 cm, Neuschnee 1 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. S a u e r l a n d. Winterberg: Schneefall, — 2 Grad, Gesamtschneehöhe 10 cm, Neuschnee 4 cm, Pulverschnee, Schi mäßig, Rodel gut, Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot- für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig o Muller, zwischen Larven uno Affären wegeno von ^yiuon waren oyne rucht und Bele- auf eine elegante und einleuchtende Art herzu- phonverbindungen. In West-Dorset und Exmoor stellen. Das aber ist nun beileibe nicht selbst wieder'waren verschiedene Städte und Dörfer von der» Krefeld, im Januar. I Ancon seltsame Stoffbündel mit, die mit Trag- mc-fhot hio Mpltnrelle gurten versehen und mit einer Maske geschmückt iDäte? ift iS ®°ren. Im Innern sand man in Hockstellung mu- Uni> ta,^arisnlb*r 45" AM-, S(W "nde ätte/Ä „„äjs"Ä-- auf „Rouge d tspagne yau oie vec mut roHinierfe Technik überhaupt nicht ür möa- eine modische Spielerei, wie man vielleicht meinen | übrigen Welt abgeschnitten, weil der Schnee auf könnte; der ernsthafte Sinn dieser Forschungs- den Straßen fast zwei Meter hoch lag. In arbeit kann eigentlich nicht hoch genug eingeschätzt ra-c-o—4nnn werden. Die Kenntnis der Zusammenhänge lehrt eben nicht nur den Musterzeichner das Zusammenspiel zwischen Zeitströmung und modischem Ausdruck zu finden, sie bewahrt auch den Hersteller vor geschäftlichen Risikos, die um so größer sind, je mehr sie darauf hinausgehen, sich in mißverstandene Opposition zur Zeit zu setzen. Denn — das ist eine übereinstimmende Feststellung: die Mode hat strenge, geradezu unerschütterliche, durch jahrtausendealte Praxis sanktionierte Gesetze. Wer ihnen zuwiderhandelt, hat den 549 0 Nr. 22 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 2b. Zanuar (939 Aus der Stadt Gießen. Umzug-Ahnung. Der Umzug ist beschlossen. Noch ist es lange bis zum letzten März. Aber wenn man es einmal weiß, ist man zu Hause nur noch wie in einem Hotel. Alle Tage kommen Leute und besichtigen die Wohnung, die einem also nur noch halb gehört. Gut, dann will ich auch etwas von der neuen haben, die vorläufig nichts ist außer ein paar Unterschriften auf.einem Vertrag, sehr gültigen und wichtigen Unterschrifte freilich. Es ist Abend, und es regnet ein wenig. Ich gehe in die Straße, die nun bald „meine" Straße sein wird. Es sind viele Bäume in ihr, ein alter Traum wird sich erfüllen. Es gibt viele Vorgärten, und sie sind alle gut gepflegt: das sieht man sogar im Januar. Aus einem großen Zimmer kommt mildes Licht. Das wird mein Zimmer sein. Es ist alles schon so vereinbart. Vielleicht wird mancher späte Heimkehrer, der durch die stille Straße geht, sich sehr wundern über das späte Licht. Denn das ist gewiß, spät in der Nacht wird es oft noch brennen bei mir, und wenn der Mann sehr feine Ohren hat, wird er vielleicht sehr dünn das Tacken der Schreibmaschine hören. Die Straße ist still. Ich freue mich auf sie. Man wird das Rauschen der Sommerregen hören, wenn die Tropfen auf den Balkon fallen. Im Frühling wird der Fliederduft durch die Straße ziehen und später der Ruch der Rosen. Und doch, und doch — * Ist man nicht undankbar gegen die alte Behausung? Die Straßenbahn ging klirrend vorbei, alle paar Minuten. In der Wirtschaft gegenüber sangen den ganzen Sommer bei geöffneten Fenstern die Gesangvereine. (Und manchmal war es sehr schön.) Mitunter knallten auch zwei Autos aufeinander, die Straße ist laut. Aber sie liegt einen Hasensprung weit weg von einem schönen Platze. Dieser .Platz wird mir sehr fehlen. Es war oft wie ein Trost, in Vollmondnächten so gut wie um die Weihnachtszeit, wenn die Lichtertanne dort brannte an den frohen Abenden, wenn Fahnen und Feste den Platz feierlich verwandelten und in den frühen Morgenstunden, wenn die Herbstnebel ibn zart Überspannen. Man kann nicht alles haben. Doch ist es gut, wenn man viel gehabt hat. Zum Vergleich und zur Einsicht, daß es nichts Vollkommenes gibt. r. k. Aornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSD.-Dozentenbund und Volksbildungsstätte der NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 Uhr im Hörsaale des Anatomischen Instituts, Bahnhofstraße 84, Vortrag Professor Dr. Elze „Aus der Werkstatt des Anatomen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Scheidungsreise". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleines Bezirksgericht". — Oberhessischer Kpnstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Günther Ramin in Gießen. Professor Günther Ramin, der bekannte Organist zu St. Tbomae in Leipzig, wird am 2. Februar in der Stadtkirche das fünfte Konzert des Konzertvereins bestreiten. Er wird Orgelwerke von Bach und Reger spielen. „Rumänien, insbesondere das Deutschtum in Siebenbürgen." Am kommenden Samstag, 28. Januar, veranstaltet die Dolksbildungsstätte Gießen zusammen mit dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland in der Aula der Universität einen Lichtbilder-Vor- tragsabend, bei dem Kurt H i e l s ch e r über das genannte Thema sprechen wird. Vortrag von Prof. Temesväry nochmals verschoben. Mit Rücksicht auf die Morgenfeier des Stadttheaters (Huttenfeier) muß der nächste Vortrag von Prof. Temesväry nochmals verschoben werden: er findet nunmehr (endgültig) am Freitag, 3. Februar, 20,15 Uhr. statt. Große Vauausgabe: Heimbauten für die Hl. Kreisleiter Backhaus stellt guten Anfang im Kreise Wetterau fest. Zu der großen Heimbeschaffungsaktion, die bis zum 28. Januar durchgeführt wird, gibt uns Kreisleiter Backhaus, Gießen, folgenden Beitrag: Die Heime der HI. sind Pflegestätten der Kameradschaft. Sie sind Ausdruck der neuen deutschen Gemeinschaft in der Jugend. In ihnen versammeln sich unsere Jungen und Mädel zu den Heimabenden, zur weltanschaulichen und charakterlichen Schulung, zu echter Fröhlichkeit und zum Spiel. Alte Häuser sind nur als Notlösungen zu betrachten, sie entsprechen nicht dem Stilempfinden unserer Zeit. Der Umbau und die innere Neugestaltung alter Häuser zu Hitler-Jugend-Heimen ist außerdem insofern unzweckmäßig, als die aufzubringenden Mittel in keinem Verhältnis zu dem Erreichten stehen. Aus dieser Erkenntnis nahm daher auch die Errichtung von neuen Heimen im Zuge der ersten großen Heimbauaktion im Kreis Wette rau einen guten Anfang. In enger Zusammenarbeit zwischen Parteileitung, Behörden und der Hitler-Jugend wurde an diese schöne und dringende Aufgabe herangegangen. In der klaren Erkenntnis, daß zunächst einmal bahnbrechende Arbeit zu leisten war, ließ der Oberbürgermeister Ritter, Gießen, zu Anfang des Jahres 1938 einen gut gelungenen Architektenwettbewerb für ein HI. - Heim in Gießen ausschreiben. Die Bedeutung dieser Maßnahme geht schon allein daraus hervor, daß als Preisrichter am 3. Mai 1938 u. a. Gauleiter Sprenger, Gebietsführer Brandt und Prof. Lieser erschienen waren. Bei insgesamt 120 eingegangenen Entwürfen konnten drei Preise erteilt und 10 Ankäufe vorgenommen, werden. Bei der recht zahlreichen Beteiligung innerhalb des Gaues war der Zweck, eine Auslese befähigter und für diese Planungen geeigneter Architekten herauszufinden, durchaus gelungen. Es konnte nicht allein ein HI.-Heim in Gießen in Auftrag gegeben, sondern zugleich weitere zahlreiche neue Planungen in Angriff genommen werden. Außer einer gut gelungenen Ausstellung „I u g e n d b a u t in die Zukunft" in Gießen konnten bereits in den Monaten Juni und Juli 1938 die ersten Grundsteinlegungen erfolgen. (Gießen, Heuchelheim und Annerod). Im Bau befindlich ist zur Zeit das Heim in Annerod, das als vorbildlich ongesprochen werden kann. Baureif sind ferner die Planungen von Keimen in Gießen, Heuchelheim, Obbornhofen und Reichelsheim. Weitere Heime sind in der Planung begriffen. Inzwischen ist Oberbürgermeister Ritter als Anerkennung für die Förderung des Heimbaues die HJ.- Heim-Plakette durch den Jugendführer des Deutschen Reiches verliehen worden. Alles in allem gilt es jedoch nicht allein, dringend benötigte Zweckbauten zu schaffen, sondern solche Bauten, die in ihrer künstlerischen und architektonischen Gestaltung die schöpferische Kraft der jungen Gemeinschaft ausdrücken. HI.-Heime müssen deshalb in ihrer ganzen Ausführung und Ausgestaltung einfach, schön, sowie auch dauerhaft und praktisch sein. Ihre richtige Gestaltung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn in den Räumen der HI.-Heime sollen viele Generationen unserer deutschen Jugend erzogen und geformt werden für die ihnen bevorstehenden großen Aufgaben. Es gilt darum, auch in diesem Jahr mitzuhelfen, die Heimbauten der HI. als große Bau- aufgabe der Bewegung voranzutreiben und damit in allen Teilen des Reiches eine neue Weltanschauung in unseren Heimen ihren baulichen Ausdruck finden zu lassen. Der „Tag -er deutschen Polizei". Einsatz für das WHW. in Stadt und Landkreis Gießen. Am kommenden Samstag und Sonntag, dem „Tag der deutschen Polizei" und ihres Einsatzes für das Winterhilfswerk, werden sich die Beamten der Schutzpolizei, Derwaltungspolizei, Kriminalpolizei, Staatspolizei, die Männer der ff, der Technischen Nothilfe und der Feuerlöschpolizei in den Dienst des großen Sammelwerkes stellen. Samstag in Gießen. In Gießen werden am Samstagvormittag die Beamten der Polizei, wie auch die Führer und Männer der einzelnen Verbünd^ mit Listensammlungen die große Aktion für das WHW. einleiten. Die Polizeireiter und die Hundeführer der Polizei werden mit ihren Tieren ebenfalls bereitstehen. Am Samstagnachmittag findet die allgemeine Sammlung durch die Polizeibeamten, die ff, die Technische Nothilfe und die Feuerlöschpolizei statt. Polizeireiter und Hundeführer, sowie der Lautsprecherwagen werden sich an diesem Sammelwerk beteiligen. , Von 16 bis 17 Uhr wird das Musikkorps des Jnf.- Regts. 116 am Selterstor ein Platzkonzert geben. .Ab 21 Uhr wird die Sammlung in den Gaststätten durchgeführt. Sonntag in Gießen. Am Sonntag, 29. Januar, findet Großes Wecken durch den Spielmannszug der SA.-Standarte 116 statt. Abmarsch um 7 Uhr von Oswaldsgarten aus. Der Marsch geht durch die Neustadt, Marktstraße, Marktplatz, Schulstraße, Sonnem'traße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Bleichstraße, Ludwig- straße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Moltkestraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Dammstraße, Werner- wall, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Kaplans- aasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Kanzleiberg zur Polizeidirektion. Um 8 Uhr feierliche Flaggenhissung auf den Dienstgebäuden und an den Wohnungen der am „Tag der deutschen Polizei" beteiligten Angehörigen der Formationetz. Am Vormittag wird die Sammlung für das WHW. fortgesetzt. Von 11 bis 12 Uhr gibt das Musikkorps des Inf.-Regiments 116 vor dem Stadt- theate^ ein Platzkonzert. Um 12.30 Uhr versammeln sich 50 von der NSV. zugewiesene Kinder auf Oswaldsgarten und marschieren von dort aus, einen Polizeireiter und Fanfarenbläser der HI. an der Spitze, über Neustadt, Bahnhofstraße, Honst - Wessel - Wall, Hindenburgwall und Neuen Bäue zum „Burghof", wo um 13 Uhr die Speisung der Kinder stattfindet. Anschließend folgen im „Burghof" Spiele der Kinder unter Anleitung durch Hortnerinnen der NSD., dabei werden den Kindern Schokolade und Kuchen gereicht. Um 15 Uhr beginnt ein Marsch der Polizei, der ff, Technische Nothilfe und der Feuerlöschpolizei durch die Stadt nach Oswaldsgarten. Der Marsch, unter Dorantritt des Musikzuges der SA.-Standarte 116, geht vom Brandplatz durch die Sonnenstraße über Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neustadt zum Oswaldsgarten. Dort finden von 15.30 bis 16.30 Uhr Vorführungen der Feuerlöschpolizei und der Technischen Nothilfe mit Platzkonzert des Musikzuges der SA.- Standarte 116 statt, gleichzeitig auch große Sam, melaktion. Propagandafahrt durch den Landkreis Gießen. Gendarmerie, Feuerlöschpolizei und ff unter, nehmen am nächsten Sonntag, dem „Tag der deutschen Polizei", eine Propagandafahrt durch den Landkreis Gießen. Antreten der Fahrtteilnehmer in Gießen auf Oswaldsgarten pünktlich um 7.30 Uhr. Dann geht die Fahrt nach folgendem Plan vor sich: nach Heuchelheim (Antreten der örtlichen Feuerwehr), Ankunft 7.45 Uhr; Großen-Linden und Leihgestern, Ankunft in Großen-Linden 8.30 Uhr, Watzenborn- Steinberg, 9 Uhr: Lich, 10 Uhr; Hungen, 10.45 Uhr; Laubach 11.45 Uhr, dort gemeinsames Eintopfessen der Fahrtteilnehmer: Grünberg, 14.15 Uhr: Londorf, 15.15 Uhr: Allendorf a. d. Lda., 15.45 Uhr: Lollar 16.30 Uhr. Die Freiwilligen Feuerwehren aus den benachbarten Gemeinden beteiligen sich jeweils an den Durchmärschen der Gießener Fahrtteilnehmer und der örtlichen Feuerwehren durch die Orte. Vollkommen unwahr. Am gestrigen Mittwoch brachten zwei Frankfurter Blätter und ein Nachrichtenbüro in Frankfurt a. M. Berichte über einen schrecklichen Vorgang in einem Eisenbahnabteil. Danach sollte „in einem Bahnhof zwischen Bad - Nauheim und Butzbach" ein fünfjähriges Kind von einem herabstürzenden Gepäckstück getroffen und infolge Genickbruches auf der Stelle getötet worden sein, worauf der Vater des Kindes dem Eigentümer des Gepäcks einen Messerstich beigebracht habe, an dem der Gestochene wenige Minuten später gestorben sei. Unsere Erkundigungen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Gießen, bei der Polizei und bei allen in Betracht kommenden Dienststellen der Reichsbahn haben ergeben, daß jene Nachricht vollkommen unzutreffend ist. Dos Frankfurter Nachrichtenbüro zieht heute früh seine Meldung zurück mit dem Bemerken, daß „weder bei der Reichsbahn, noch bei den zuständigen Polizeistellen etwas von einem derartigen Vorfall bekannt ist. es scheint sich um ein Gerücht zu handeln, das von sonst glaubwürdiger Seite als Tatsachenmeldung weiter, gegeben worden ist." Erstes Leistungssingen im Sängerkreis Gießen. Der Kreisvorstand des Sängerkreises Gießen hielt am Dienstagabend im Hotel Kobel eine Vorstandssitzung ab, die in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung vollzählig besucht war. Kreisführer Müller wies gleich zu Anfang auf die Schwierigkeiten hin, die das erstmals in diesem Jahre durch- Auch am Tage die Haut gut pflegen. Das Gesicht mit Nivea-Creme leicht massieren, das kräftigt die Haut, regt sie an und erfrischt sie. zuführende Leistungssingen bietet. Infolge starker Beteiligung der Vereine sah sich der ißorftanb genötigt, das Leistungssingen in zwei Abteilungen am 7. Mai vormittags in Großen-Linden und nachmittags in Heuchelheim durchzuführen. In beiden Gruppen werden je 20 bzw. 21 Vereine fingen, deren Auswahl und Reihenfolge durch das Los bestimmt wurde. Durch diese Zweiteilung ist für eine rasche, reibungslose Durchführung gesorgt. Dieses Leistungssingen ist für die Sänger ein besonderer Ansporn, denn hierbei werden Leistungen und Chor- disziplin der einzelnen Vereine gegeneinander abgewogen, so daß mit dem Urteil der Wertungsrichter abschließende Prädikate erteilt werden können, Herbert Böhme liest aus eigenen Werken. Dichterstunde der SA.-Standarte 116. Herbert Böhme, unter den Dichtern der Bewegung der jungen Generation zugehörig und Mitglied des Kulturkreises der SA., las, wie schon einmal vor Jahren an gleicher Stelle, gestern abend in einer Veranstaltung der SA.-Standarte 116 in der festlich geschmückten Neuen Aula aus eigenen Werken. Der Abend wurde eingeleitet mit den weihevollen Klängen Wagnerscher Musik, vorgetragen vom Streichorchester des Musikzuges der Standarte, und mit den kernigen Marschrhythmen des Liedes „Führer, wir tragen die Fahne", gesungen vom Sängerchor der Standarte. Hierauf erhob sich Brigade- suhrer Schwarz zu einer kurzen Ansprache, in der er rückblickend der Millionen Kreuze und Gräber rings um die Grenzen Deutschlands gedachte und auch der ungezählten Gräber der SA.-Männer in Deutschland, die für Adolf Hitler starben. Aus dem Geiste der Frontkämpfer sei der SA.-Geist erwachsen, das trotzige „Dennoch!" in einem fünfzehnjährigen Kampfe. Der Redner erinnerte ferner an den Staatsauftrag, den der Führer in diesen Tagen seiner jungen Mannschaft erteilt habe, und der notwendig sei, um Deutschlands Weltgeltung für alle Zeiten zu sichern. Nur wenn der Kampfgeist erhalten bleibe -und das Testament des Führers von Generation zu Generation weitergegeben werde, könne das Reich bestehen. Aus der Bewegung seien auch die Männer hervorgegangen, die in Worte faßten, was den nachfolgenden Geschlechtern bewahrt bleiben muß. Die deutsche Jugend lese heute vor allem die Werke Theodor Körners und der im Weltkriege gefallenen Dichter Walter Flex, Gorch Fock und Hermann Löns. Aus den Reihen der Bewegung fei auch in Horst Wessel der Typ des SA.-Mannes erstanden, und ihm seien viele gefolgt, mit Wort und Tat den Wehrgeist zu stärken für Deutschlands Zukunft, für Deutschland in alle Ewigkeit. — Hierauf begann Herbert Böhme seine Vorlesung. Er sprach zunächst aus dem Buche „Kampf und Bekenntnis" eine Anzahl Gedichte. Die Verse „Unser Bekenntnis" sind eine glühende Verherrlichung der Fahne als des heiligsten Gutes des deutschen Mannes. In dem Gedicht „Langemarck" ist den jungen Gefallenen auf Flanderns Schlachtfeldern und dem ewigen Deutschland ein Ehrenmal gesetzt. Auch das Gedicht „Sturmführer Hans Maikowski" ist als Totenehrung und. Beschwörung eines im Loben und Sterben vorbildlichen Kämpfers der Bewegung empfunden. Aus Böhmes Buch „Das großdeutsche Reich" hörten wir dann drei Briefe österreichischer SA- Kameraden: diese einfachen, aus erlebter Wirklichkeit kommenden Briefe, zum Teil in gebundene Rede gefaßt, und an ein liebes Mädel, an Mutter und Geschwister gerichtet, sind Zeugnisse aus der Kampf- und Notzeit der Bewegung in der Ostmark, Aufschrei, Bekenntnis und letzter Gruß aus Kerkermauern, erfüllt vom unzerstörbaren Glauben an die heilige Sache, von Kampfbereitschaft und Bereitschaft zum Tode für die Idee des größeren Reiches. Nachdem das Streichorchester des Musikzuges der Standarte die wuchtigen und feierlichen Klänge der „Egmont"-Ouvertüre zu Gehör gebracht hatte, las Herbert Böhme aus feinem Buche „Der Kirchgang des Großwendbauern" die Novelle gleichen Namens. In dieser Dorfgeschichte erweist sich der Dichter als ein Erzähler, dem es um die Verkündung der ewigen Kräfte des deutschen Bauerntums zu tun ist. In einer Schilderung, die mit der Szene eines nächtlicherweile im Dorfe ausbrechenden Brandes eine dramatische Spannung und Steigerung auch des inneren Handlungsablaufes erfährt, wird das Ringen eines erdhaft bäuerlichen Menschen um den uralten Glauben seiner Väter und um ein Evangelium des Lichtes mit großer Eindringlichkeit gestaltet. Nach dem prächtigen Chorgesang „Deutschland, du Land der Soldaten" las Herbert Böhme zum Schluß aus seiner Dichtung „Bamberg, dein Reiter reitet durch die Zeit". In dem berühmten Reiterstandbild im Bamberger Dom, dessen Schöpfer wir nicht kennen, sieht Böhme die reinste und allgemeinste Verkörperung deutschen Wesens. In hymnischen Versen umkreist er die Gestalt des Namenlosen, den „Reiter Gottes, dem Frühling verwandt", den „Rufer ins Reich" : Wikinger find feine Ahnen gewesen, und die Stimme der Ahnen ist in feinem Blute lebendig geblieben; indem der Dichter das Bildwerk vor seinem geistigen Auge erstehen läßt, taucht in ihm visionär der große Zug erlauchter Gestalten der deutschen Geschichte und des deutschen Geistes auf, und dieser Zug führt aus den dämmernden Anfängen erwachenden Germanentums bis in die nahe und nächste Gegenwart hinein, bis zu den großen Führergestalten unserer eigenen Zeit, den Vorkämpfern und Fahnenträgern des ewigen Reiches. Mit den gedämpften Klängen des Deutschlandliedes, mit dem Gruß an Führer und Reich und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Feierstunde beschlossen. ^- Hans ThjrioU Gchiheil und Hüffenzauber. Von Per Schwenzen. Die Dorfstation mit ihren Zuckerdächern und ihrer Sportjugend, die auf selbstgezimmerten Brettern durch die Dorfstraße rutscht, sind für uns ein freundliches Vorspiel. Durch den Säulensaal des Hochlandes, Hänge hinan in die baumlose Lichtwelt, da sich der ganze Hang im plötzlichen Sonnenüberfall mit Milliarden Sternen aufzulösen scheint, daß wir geblendet stehen und uns erst durch die blaue ober gelbe Brille wieder in der Planimetrie der Landschaft zurechtfinden. Der Rucksack zieht talabwärts, das Herz treibt aufwärts, wir gräten und schwitzen tapfer zwischen Zuckerhüten und Schneekugeln umher, bis wir das große Sporthotel erreichen. Gut für die Rast, aber nicht für die Bleibe. Wir haben noch ein bißchen mehr vor und wachsen, nach kurzer Konferenz mit dem Portier, unsere Schier um. Ein paar ganz „Zünftige" wissen es natürlich besser als der Portier, wie bei Pulverschnee und minus sechs Grad gewachst werden muß. Wir „Talwanzen" aber sind bescheiden und verzichten auf Geheimrezepte, wir schnallen später sogar die Felle unter, denn der Weg zur Hütte ist steil. Noch eine sanfte Abfahrt in einen muldenartigen Almkessel, dann die verharschte Bergflanke hinan. Da li^gt die Hütte, unverspurt, unverlärmt, wir sind die ersten Ankömmlinge des Tales, dabei geht es schon auf den Spätnachmittag. Bor drei Stunden erst, erzählt der Hüttenwart, sind sechs Leute nach Süden abgefahren — aber der ewige Wind dieser Höhen weht die Spuren schnell wieder zu, dieser Winter will Einsamkeit und wischt den Menschen aus. Da sind diese Hütten, diese festen kleinen Blockhäuser, die oft bis ans Dach verschneit, einen warmen Zufluchtsraum für Schifahrer bereithalten, die wahren Hochburgen des Schisportes. Je mehr diese Vorposten in die weite Alpenwelt hineingestellt werden, desto befahrener, gesicherter und zugänglicher wird diese erhabene Einsamkeit der Alpen — keine Angst, daß der Zauber dieser Einsamkeit gefährdet sei — bis dahin bringen nur Menschen vor, bie diese Stille lieben und sie in harten Tagesmärschen suchen — und die lassen sich immer noch zählen... Die Heimat des Schneeschuhes, Norwegen, ist von einem Netz solcher Sporthütten durchzogen — über riesige Gebiete, durch die Sommers und Winters weder Eisenbahn noch Wege führen, kann ein guter Schiläufer in Tagesfahrten von Hütte zu Hütte, durch das ganze Land tzreijen. __ Ankunft in der Hütte, Waschen mit Schnee, Spie- gclscherbe, Scheitelziehen, dampfende Strümpfe und Hosen auf der Leine, endlose Mahlzeit aus Schwarzbrot, Käse und Kaffee am prasselnden Kamin, lind da kommen auch schon neue Hüttengäste an. Burschen und Mädels, das Stampfen der derben Schistiefel, das Lachen und Rufen knallt hell gegen das dunkle Gebälk. Der Hüttenwart schmeißt Scheite ins Feuer und taucht den fröhlichen Trubel in flammendes Rot. Die Ankömmlinge verteilen sich auf die beiden Schlafsäle für Männlein und Weiblein, um gleich darauf, nach Beschlagnahme eines Bettes ober Strohsackes, in leichterer Kluft wieder aufzutauchen. Ein paar Jungens, die das galante Zeitalter in sturmumtoster Höhe repräsentieren wollen, machen sich draußen noch mit den Hölzern ber Möbels zu schaffen. Und bann geht bas los, bas Nachlaufen ber Spur, bie man eben erst gezogen hat, in Wort unb Scherz. Mit allen Hocken und Wenben unb sonstigen technischen Großtaten, mit allen kleinen Katastrophen und Blamagen, bie unterwegs eintrafen, alles wird hier noch einmal gutartig durchgehechelt unb verulkt. Weise Ratschläge, lauter Protest, Tauschhanbel unb Geberlaune schleudert mit Tabak und Schokolade, eine Mundharmonika erklingt, ein Bursche knallt einen Schuhplattler auf bie Dielen, daß bie Aluminiumbecher flirren. Wir treten vor bie Tür. Tief unten irgendwo, in einem Gemengsel aus Dämpfen und Dünsten lebte vor einigen Tagen noch ein Herr mit allerlei albernen Aengsten und Sorgen, ber im Staube war, sich über einen verspäteten Autobus zu ärgern. Er ist begraben — Friede fei mit ihm — unter Hekatomben reinen Firnschnees liegt er und über seinen triften Leichnam gleitet mein besseres Ich, steht auf blanken Brettern — lehnt jetzt an einer Balkenwand — im Augenblick mit den Eiszinnen gegenüber — dehnt sich im grenzenlosen Glück der Faul, heit... Die Sonne fällt hinter Gipfeln nieder... Die jungen Leute kommen mit Fackeln. Unb wie die roten Lichtzungen und die langen Schatten über den harten Nachtschnee flackern, da geht das Blut auf einmal leicht und schnell, Märchenstimmung perlt lebendig durch die gute Müdigkeit, und die Bretter müssen noch einmal her, um in stiller Nachtfahrt, Fackel nach Fackel, in den Almkessel hinabzugleiten — bis der Mond aus dem Hof der Wolken tritt unb wir bie Fackeln im Schnee löschen, um in blausilbernem Monblicht ben Rückweg anzutreten und enblich unter bie Decke zu kriechen. Jeber Kilometer glüht warm im Herzen nach, unb wir fallen rasch in die Wärme traumlosen Schlafes. ähnlich den früheren Wettstreiten. Der Sinn dieses Leistungssingens ist die Hebung der Vereine hinsichtlich ihrer Leistung, Disziplin und Auswahl des Liedgutes. Das Wertungssingen, an dem sich ebenfalls 20 Vereine beteiligen werden, ist auf den 21. Mai in Rödgen festgelegt worden. Es wird nach den Richtlinien der Vorjahre durchgeführt werden. Bei den Leistungs- und dem Wertungssingen werden auch in diesem Jahre wieder altbewährte Wertungsrichter in Tätigkeit treten und den Vereinen die Punktzahl zuerkennen, die ihnen nach ihren Leistungen ge- bührt. r , . Kreischormeister Blaß, Gießen, sprach dann m großen Zügen über das zu Gehör kommende Liedgut. Es war daraus zu ersehen, daß auch in diesem Zähre wieder nur Chöre von höchster kultureller Stufe gesungen werden. Weiterhin hat der Kreisvorstand Vorsorge getroffen, daß in diesenv Jahre möglichst allen Sangern durch die Teilung »es Leistungssingens die Möglichkeit gegeben wird, sämtliche Chöre zu hören. Sechs Regeln am Postschalter. 1. Suche gleich den richtigen Schalter auf. Hinweisschilder helfen dir dabei. 2. Komme nicht gegen Schluß der Schalterstun- den. Wähle die Vormittags- und die ersten Nachmittagsstunden, wenn deine Sendungen eine besondere Behandlung erfordern (Ausland, Zollpapiere, Ausfuhrgenehmigung, Devisenbestimmungen, Kursberechnungen usw.), sonst stiehlst du den andern die kostbare Zeit. 3. Tritt von rechts an den Schalter hssran. Vorrang hat, wer ein Telegramm einliefert, ein Gespräch anmeldet oder ein Schwerbeschädigter in eigner Angelegenheit mit einem Ausweis der Fürsorgestelle. , r , „ P1 4. Klebe die Marken vor der Einlieferung selbst aus die Sendungen. Bei Briefen, Postanwerfungen und Zählkarten bist du dazu verpflichtet. 5. Bereite den Einlieferungsschein vor. Bei Post- anweisungen und Zahlkarten hängt er am Formblatt an: für andere Fälle hängen sie im Schalter- raum aus. Benutze — auch bei geringem Postverkehr — ein Einlieferungsbuch. Der lose Schein geht leicht verloren. 6. Halte dein Geld abgezählt und georbnet bereit, lege bei gleichzeitiger Ein- und Auszahlung von drei und mehr Postanweisungs- ober Zahlkartenbeträgen sowie beim Einkauf von drei oder mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen eine aufgerechnete Zusammenstellung vor. Gießener wochenmarktpreife. * G i e ß e n, 26. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, Vt kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 10 dis 12, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat, J/io 10 bis 12, Tomaten, % kg 35 bis 40, Zwiebeln 35 bis 60, Meerrettich 20 bis 40, Kartoffeln, Vi kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 45, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. ** 7 5. Geburtstag. Am morgigen 27. Januar begeht der in weiten Kreisen bekannte frühere Wirt und Lebensmittelhändler Ludwig Gräf, Gießen, Wartweg 60 wohnhaft, in voller Frische im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 75. Geburtstag Dem Jubilar, der seit über 40 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers ist, bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar. ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen 27. Januar begeht Frau Therese D m m e r t, Wolfstraße 24 wohnend, in bester Gesundheit ihren 70. Geburtstag. Der Jubilarin auch unseren herzlichen Glückwunsch. ** Lokomotivführer singen mit für das WHW. Wie der Sängerkreis Gießen im DSB. uns mitteilt, kann nach entsprechender Regelung des Dienstes auch der Lokomotivführer-Gesangverein Gießen bei dem Sängerkonzert für das Winterhilfswerk am kommenden Sonntagabend im Katholischen Dereinshaus mitwirken. Die Lokomotivführer-Sänger werden dabei Unteroffizier, ein erstrebenswerter Beruf. Äon Feldwebel Alfred Hartmann, Generalkommando IX. Armeekorps, Kaffel. Die Notwendigkeit einer bis ins Kleinste gehenden Auslese sicherte dem 100000-Mann-Heer ein in jeder Hinsicht vorzügliches Menschenmaterial. Dag es durch diese Auslese besonders schwer wurde, aus der übergroßen Zahl der sich zu dem kleinen 5)eer drängenden begeisterten Freiwilligen in den Kreis derer ausgenommen zu werden, die die Tradition der alten ruhmreichen Armee in eine neue Zukunft trugen, ist verständlich. . Heute gibt es im wesentlichen hierzu zwei Wege: Entweder der Eintritt in die Wehrmacht als Freiwilliger, oder der Eintritt in die Wehrmacht auf Grund der Einberufung. In beiden Fällen ist die aktive Dienstpflicht zu erfüllen. Hier kann sich jeder selbst auf Herz und Nieren prüfen, um festzustellen, ob er die erforderlichen Anlagen und Charaktereigenschaften besitzt, um Unteroffizier werden zu können. In feinem Bestreben hierzu ist ihm selbstverständlich die uneingeschränkte Unterstützung seitens seiner Vorgesetzten sicher. Ein anderer Weg führt über die Heeres-Unteroffizierschulen, an denen Freiwillige unter den bekannten Bedingungen ausgenommen werden. Ein tüchtiger Soldat, der Unteroffizier werden will, kann bereits mit zwei Dienstjahren zum Unteroffizier befördert werden. Damit hat er das Ziel erreicht und gehört nunmehr zum deutschen Unter« Offizierskorps, Die Ehre des Unteroffiziers, als Waffenträger der Nation über die aktive Dienstpflicht hinaus auf weitere 10 Jahre der deutschen Wehrmacht anzugehören, alle Kräfte für das hohe Ziel einzufetzen, immer ein ganzer Kerl, seinen Untergebenen ein nachstrebenswertes, hervorragendes Vorbild soldatischer Tugenden zu fein, das sollte ein Ansporn für unsere mehrfähige Jugend sein. Wie dankbar ist der Beruf des Unteroffiziers. Ueberall sieht er die Erfolge seiner Arbeit. Ob er nun Rekruten ausbildet, ob er als Korporalschafts, sichrer, als Gruppenführer oder als Zugführer Dienst tut. Ueberall öat er Ausbildungsaufgaben zu lösen und Ausbildungsziele zu erreichen, und überall sieht er die ständig wachsende Vertrautheit mit den Waffen der ihm zu treuen Händen übergebenen Männern, das Hineinwachsen in die Kameradschaft der Soldaten. Der Dank für feine Mühen bleibt nicht aus. Beförderungen und Anerkennungen sind erstrebenswerte Ziele, die in keinen nebelhaften Fernen liegen. Die Schwierigkeiten, in der Reichswehr Unteroffizier oder gar Feldwebel zu werden, waren durch den Mangel an freien Stellen so groß, daß viele zu guten Unteroffizieren befähigte Soldaten ihre gesamte Dienstzeit im Mannschaftsstand verbringen mußten. Solche Uebelstände gibt es selbstverständlich heute nicht mehr. Naturgemäß gibt es in einer großen Wehrmacht nicht nur Unteroffiziere, die ihren Dienst in der Front ausüben, sondern es gibt eine große Zahl der verschiedensten Sonderlaufbahnen, die hier auszuzählen über den Rahmen des Themas hinausginge. Diese Sonderlaufbahnen sind erforderlich, da die dem Unteroffizierkorps zufallenden Aufgaben groß, umfangreich und vielseitig sind. Die Vielheit an Waffen und neuzeitlicher Ausrüstung des modernen Heeres bedingt selbstverständlich ein geistig und körperlich hervorragend befähigtes Unteroffizierskorps, das in der Lage ist, die vielen Waffen, ihre Bedienung, Verwendung und ihren Einsatz in dem gegebenen Rahmen restlos zu beherrschen. Dasselbe trifft auf die Ausrüstung zu, die m ihrer Vielheit fast unbegrenzt ist. Freudigen Herzens erfüllt das Unteroffizierkorps seinen Dienst und meistert seine Aufgaben. Mit dep Freude am Erfolg wachsen die Leistungen und der Wille, größere Taten zu vollbringen. Das Gefühl, einem auserlesenen Unteroffizierkorps anzugehören, das berufen ist, als wertvoller und nicht wegzudenkender Bestandteil der Wehrmacht anzugehören, erfüllt uns mit einem Stolz, der nichts mit Ueberheblichkeit zu tun hat. Der Unteroffizier ist auch in der glücklichen Lage, sich ohne Einschränkung seinem Dienst widmen zu können, da er nach der wirtschaftlichen Seite gesehen in jeder Beziehung gesichert ist. Freie Dienstkleidung, ausgezeichnete Verpflegung, freie Wohnung, Heizung, Licht, angemessenes Gehalt und freie Heilfürsorge bewirken, daß dem jungen Unteroffizier keine wirtschaftlichen Sorgen entstehen, die die Dienstfreudigkeit beeinträchtigen. Und ist er verheiratet, so ist er durch ausreichendes Gehalt, das bei Erreichung höherer Dienstgrade steigt, Wohnungsgeld und freie Heilfürsorge auch für seine Familie so gestellt, daß er ein sorgenfreies Leben führen kann. Der ewig wechselnde Dienst, die Verlegung auf Truppenübungsplätze, die Teilnahme an Herbstübungen, Manövern, Scharfschießen u. v.a. sorgen dafür, daß der ganze Dienstbetrieb von gewaltigen Energien durchpulst wird. Don sturem Drill ist nirgends eine Spur zu finden, überall ist Leben, Vielseitigkeit, Tempo, das mitreißt, Geist und Körper in prächtiger Frische erhält, und die eigenen Leistungen steigert. Daß auch einmal der Tag kommt, an dem die 12 Jahre zu Ende sind, ist nicht zu ändern. Der Uebergang ins bürgerliche Leben ist eines Tages angebrochen. Das am 1. Oktober 1938 in Kraft getretene neue Wehrmachtsfürsorge, und -versorgungs- gesetz sichert dem ausscheidenden Unteroffizier eine in jeder Beziehung gesicherte Existenz. Heeresfach- schulen für Verwaltung und Technik vermitteln dem ausscheidenden Unteroffizier vom 9. Dienstjahr ab kostenlos das geistige Rüstzeug, das ihm feinen wei- teren Lebensweg ebnet. Mit der Aushändigung der Militäranwärterurkunde am Tage des Ausscheidens wird fein Treueverhältnis zum Führer auf Lebenszeit ausgedehnt. Bei allen Behörden des Reichs, der Länder, der Gemeinden usw. stehen ihm die Türen offen. Er kann ebenso Heeresbeamter werden, wie er bei besonders hervorragenden Leistungen als Unteroffizier in das aktive Offizierkorps übernom- men werden kann. Daß er beim Ausscheiden Re- serveoffizier wird, ist eine Selbstverständlichkeit, da er bereits mit Vollendung des 10. Dienstjahres, Eignung vorausgesetzt, zum ROA. ernannt wird. Selbstverständlich stehen dem ausscheidenden Unteroffizier auch andere Berufsmöglichkeiten offen. Er kann sich abfinden lassen, oder nach vorheriger Ausbildung Wehrmachtssiedler werden. Wir Unteroffiziere hängen mit ganzer Hingabe und heißem Herzen an unserem Beruf und wissen uns dabei eins mit all den Heranwachsenden, jungen Männern, deren Ideal es ist, auch einmal als Unteroffizier in der Wehrmacht unseres Volkes zu dienen. die Chöre „Deutschland, dir mein Vaterland" von H. Heinrichs und „Alle guten Dinge" von Jac. Schulz zum Vortrag bringen. Es ist dies um so erfreulicher, als es sich bei diesen Sängern um Männer handelt, die Tag und Nacht im Dienst der Allgemeinheit stehen, sich aber doch an diesem Konzert für das WHW. gerne beteiligen wollen. ** Wichtige Lohn, und Wehrsteuerbestimmungen bringt das Finanzamt heute zur öffentlichen Kenntnis. Auf die bedeutsame Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. Große Strafkammer Gießen. In der Nacht zum 3. November 1935 waren in Nieder-Wöllstadt durch Einsteigen in ein umfriedetes Grundstück drei Hasen gestohlen worden. Als Täter kamen ein Einwohner von Nieder - Wöll- stadt und der jetzige Angeklagte Friedrich Hofmann in Verdacht. Durch das Amtsgericht Vilbel erhielt der H. sechs Monate Gefängnis. Nun besorgte er sich einen Zeugen, der bekunden sollte, H. sei zu der fraglichen Zeit überhaupt nicht in Nieder-Wöllstadt, sondern bei seinem Bruder in Ludwigshafen zu Besuch gewesen, und er legte hierauf Berufung ein. In der Berufungsverhandlung vor der Kleinen Strafkammer in Gießen fiel aber der Zeuge um, und die Strafe des Hofmann wurde, da sich her- ausgestellt hatte, daß bei ihm die Voraussetzungen des strafverschärfenden Rückfalls Vorlagen, auf ein Jahr Gefängnis erhöht. Aber auch nach dieser neuerlichen Niederlage gab sich Hofmann nicht geschlagen. Es störte ihn auch nicht, daß gegen die Ehefrau feines früheren Komplicen, die vor Gericht unter ihrem Eid ausgesagt hatte, H. wäre beteiligt gewesen, nun ein Meineidsverfahren anhängig war. Hofmann machte sich vielmehr an den Zeugen R. heran und überredete diesen, einen Brief an die Staatsanwaltschaft zu schreiben und dieser mitzuteilen, er habe Hofmann in der fraglichen Nacht m einem Lokal in Frankfurt gesehen. R. schrieb auch den Brief. Mit diesem neuen Zeugen beantragte Hofmann Wiederaufnahme des Verfahrens und Aussetzung der Strafvollstreckung. Bei einer Vernehmung fiel aber der Zeuae R. aus der ihm zu- gedachten Rolle. Die beiden Anträge des H. wurden abgelehnt. ' . , Aber auch jetzt gab sich der bereits mehrfach vorbestrafte Hofmann nicht zufrieden. Er überredete nun den jetzigen Mitangeklagten H. M., an Eides Statt zu versichern, er habe den Angeklagten H. an dem fraglichen Abend in Frankfurt gesehen. M. gab auch die eidesstattliche Erklärung vor einem Richter des Oberlandesgerichtes Darmstadt ab. Hierauf wurde den beiden früher von dem Angeklagten gestellten Anträgen stattgegeben. Als in der Wiederaufnahmeverhandlung der Mitangeklagte M. feine Aussagen beeiden sollte, gestand er den ganzen Schwindel unter dramatischen Umständen ein. Hofmann erhielt darauf für feinen Einsteigediebstahl im Rückfalle ein Jahr und sechs Monate Gefängnis. Diese Strafe verbüßt er zur Zeit. In der gestrigen Hauptverhandlung hatte sich M. wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Der« sicherung zu verantworten. Aus der Strafhaft vor« geführt, stand Hofmann wegen Anstiftung zur Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versichung (§§ 156, 48 StGB.) und wegen Verleitung zum Meineide in zwei Fällen vor Gericht. M. erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Hofmann erhielt eine Zuchthaus st rase von einem Jahr und sechs Monate. Sezirlsschöffengenchf Gießen. Dor dem Bezirksschöffengericht erschien die Ehe« frau K. R., früher in Butzbach, jetzt in Berlin wohnhaft, unter der Anklage der Untreue. In der! Verhandlung machte der Vertreter der Anklage darauf aufmerksam, daß die Angeklagte auch unter dem Gesichtspunkt des Bettuges bestraft werden könne. Die der Angeklagten vo'rgeworfene ftrafbare Handlung rührte noch aus dem Jahre 1934 her. Soweit die R. sich wegen Bettuges zu verantworten hatte, wurde das Verfahren auf Grund der Amnestie von 1934 eingestellt. Wegen Untreue wurde die Angeklagte mangels ausreichenden Iat<_ fachenbeweifes f r e i g e f p r o ch e n . Rundfunkprogramm Freitag, 27. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: 10: Schulfunk. Die Straßen der Geschichte, die Straßen Adolf Hitlers. Eine Hörfolge. 10.30: Wir spielen Ruaby. Von einem harten, aber schönen Sport. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.50: Dem Opernfreund. Aus Beethovens „Fidelio". 15: Kleines Konzert. 15.30: Frauen meistern ihr Schicksal. Die rechte Totenehrung. 16: Nachmittagskonzert. Einlage von 17 bis 17.10: „Die Mütter von Schorndorf". Kurzerzählung. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Musikalischer Wunschzettel zugunsten des WHW. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Internationale Wintersportwoche Garmisch-Partenkirchen 1939. 18-Kilo- meter-Langlauf und Torlauf für Frauen am Gudi- berg. 20: Nachrichten. 20.15: Kammermusik. Septett von Konradin Kreutzer. 21: Abends im Cafs. Schuß im Iuukhaus. Ein Roman von Maria Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Toll! Da möchte ich doch wohl mal zu ihr gehen und ihr den Kopf zurechtsetzen!" Evelyn sah die Freundin dankbar an. ' »Du kannst so etwas gut und mit soviel Takt, Ellen, cs wäre lieb von dir, wenn du dich um sie bemühtest ..." „Dann werde ich ziemlich berib gehen. Aber du siehst erbärmlich aus, Evelyn! Geh heim! Schlaf!" Evelyn lächelt dünn und fremd. „Wenn ich das könnte", murmelte sie. Sie sitzt da, schmal, blaß, ein wenig vornübergebeugt. Plötz- lich übergießt eine wilde dunkelrote Flutwelle das weiße Gesicht. Erstaunt folgt Ellen dem Blick der großen bunt- len Augen. Durch das Restaurant geht mit schnellen Schritten ein hochgewachsener Mann mit aschblonden, hin und wieder silbrig aufglänzendem Haar, er tritt schnell an den Tisch eines kleinen zierlichen Herrn, der aufspringt, eine verbindliche Antwort gibt, an der linken Seite des Mannes weitergeht, der Tür zu ... „Welch ein Glanz in unsrer Hütte!" sagt spöttisch eine helle Stimme am Nebentisch. Ellen dreht sich um, erkennt eine kleine Hörspielerin. „Der Herr Sendeleiter unter seinen getreuen Sklaven!" Ein am gleichen Tisch sitzender junger Mensch mit dem langen intelligenten Gesicht schüttelt den Kops und sagt gegen die Kleine gewandt, freundlich: „Mein Herzchen, entweder bist du verliebt in ihn oder zu dumm, ihn zu begreifen ...!" „Wüßte nicht, was an dem unsympathischen Kerl zu begreifen ist", sagt eine lässige Stimme, die ungezogen die Vokale dahinwirft, auf die Bemerkung hin. Evelyn erkennt die Stimme, es ist die des überzüchteten Herrn aus dem Auszug heute abend. „Wieder mal große Debatte!" sagt Ellen kopfschüttelnd zu Evelyn. „Wo der Mann sich sehen läßt, gibts brodelnden Aufruhr---" „Also du bleibst noch hier, Ed?" fragt die Freun- bin, unb Evelyn schrickt zusammen, zittert. „Ich weiß nicht ..." murmelt sie. — — „Ich wollte eigentlich hier noch im Haus .. Ellen beobachtete das Mädchen aufmerksam, schüttelt den Kopf, jagt mit leisem Unmut: „Möchte wirklich wissen, was eigentlich in dich gefahren ist?" Sie wirft einen kleinen Scherz dahin, der leicht und spielend wie ein bunter Ball sein soll: „Ich hoffe nicht, mein Mädchen, daß du an der Hauskrankheit hier leidest — — unglückliche Liebe zum unerreichbaren Bortefeld!" Sagt das leichthin und erschrickt hefttg, als sie in das fahle, graue Gesicht des Mädchens sieht. „Mein Gott, Evelyn! Was ist denn nur los? Ich meinte dock nur--ich dachte —!" Die sonst so Gewandte spricht unzusammenhängendes Zeug. Evelyn hebt ein ganz klein wenig den Kopf, eine Bewegung, die ihr unsagbare Mühe macht. Sagt heiser und dunkel: „Sei sehr lieb, Ellen, — — bitte, laß mich allein--" Der Mann, der mit wütender Heftigkeit die Glastür zur Nachrichtenabteilung aufreißt, heißt Herbert Binndt, ist ein athletisch gebauter brauner Kerl mit einem zerfurchten Abenteurergesicht und wirrem braunem Haar. Jetzt fährt er mit beiden Händen verzweifelt durch diese Mähne. Dabei forscht er mit einer großen rollenden Stimme, wirft die Worte dahin, als schleudere er etwas Unliebsames wütend von sich. „Also der loggen ist krank. Na, da bleibt wieder alles an mir hängen, verdammte Schweinewirtschaft nochmal! Ich bin ein Arbeitspferd, ich bin ein Pack- efel, aber ein dämliches Roß — das bin ich auch! 2ch hätte nach der Reportage vom Reitturnier in Der Großen Halle nach Haufe gehen sollen unb fünf heiße Schnäpse trinken, anstatt nochmal in den verdammten Saftladen zu kommen!" Sein Mitarbeiter, ein lang aufgeschossener Mensch mit sorgenvollem Jungsgesicht und einem Packen ^chreibmaschmenblätter in der Hand, öffnete den Mund. Aber der Athlet fuhr mit der Hand durch die Luft, als schneide er alle Einwände ab. „Kommt man mal hierher, ohne daß mans braucht, hat einen Jber Laden wieder am Wickel — — was glauben Sie, mein lieber Jüngling, wann >ch heute aufgestanden bin? Vier Uhr zehn! Für die Wachsaufnahme von der Ballonfahrt! Lausige Kalte da oben — — Und bann den ganzen Tag unterwegs; erst die Einweihung von der neuen •örurfe, bann bas Reitturnier mit seinem Staub unb Lärm, bann 'ne Panne mit diesem Stinktier von l?uItrr^-9ltn9PQ^n "Nb jetzt soll ich noch das Haftchelkind, den loggen vertreten unb die Abend- nachrichten lesen! Ich hab ja überhaupt keine öhmme wehr Er schreit das mit einem herrlichen tiefen, wunderschönen Bah unb trampelt dabei mit seinen mächtigen, tranbeschmierten Ueberlanbftiefeln wütend auf ben Boden. Es ist kein Zweifel: Herr Binndt hat eine Mordswut! Sein Mitarbeiter unb Helfer kennt ihn, läßt ihn ruhig austoben, während er schon die Blätter einordnet und auf. dem Platz des Wütenden sorgsam zurechtlegt. Schließlich sagt er begütigend: „loggen ist ganz plötzlich erkrankt. Sonst hätten mir schon für andere Vertretung gesorgt ..." „Geben Sie den Dreck her!" schreit der Athlet wütend und zerdrückt zwischen seinen Pranken eine mächtige kohlschwarze Brasil, die Funken erlischen mit leisem Knistern in seiner riesigen Hand. Mit heftigem Krach fetzt sich Binndt nieder und beginnt in den Blättern zu wühlen. Sein Mitarbeiter weist vorsichtig auf die große sachliche Uhr an der Wand. 20 Uhr! Der Abenobericht muß gleich — in ein paar Minuten — begonnen werden ... „Ein Berliner Komiker hat in der bunten Stunde einen ganz netten Witz gemacht! sagt er noch vorsichtig, als er merkt, daß die mächtig zuckenden Schultern des breiten Mannes am Schreibtisch sich langsam beruhigen. Der Athlet dreht sich herum. „Heraus damit!" „Er handelt von einem stets wütenden Herrn. Paßt gut auf Sie!" Der Athlet knurrt. Dann schreit er: „Na?" „Also der Komiker kommt zu dem stets wütenden Herrn, kann ihn nicht beruhigen und agt schließlich: „Herr, seien Sie doch nicht so unwir ch! Seien Sie ddch einmal wirsch ...!" Es blieb beängstigend still tm Zimmer. „Gut?" Der Athlet drehte sich langsam um, sah den jungen Menschen kopfschütteln an. Dann sagte er unheimlich ruhig: „Es war eine sehr humane Zeit, als man sowas wie Sie verbrannt hat ..." Dann schrie er: „Raus!!" Der Jüngling verschwand wie von einem Taifun dahingeweht. Nach einer Weile stellte der Athlet das Mikrophon ein. Er hörte die beiden Summtöne des Pausenzeichens. Dann setzte seine tiefe klare Baßstimme mit Wetterberichten und Abendrneldungen ein. Er las ruhia und gleichmäßig, mit tiefer sonorer Stimme, der er überraschenderweise hin und wieder einen Hauch von Herzlichkeit zu geben wußte. Er las dann eine ziemlich lange innenpolitische Meldung ab, der et durch scharfe Akzentuierung und Betonung lebendige Gestalt und wesenhaftes Gepräge gab. Plötzlich fühlte er sich irgendwie beunruhigt, warf einen schnellen Seitenblich auf die Glastür seines Zimmers. Dahinter stand sein Mitarbeiter, das Jungensgesicht vor Erregung verzogen, mit heftig fuchtelnden Bewegungen, die ihn zum Kommen aufforberten--Immer wieder winkte die Hand des jungen Menschen, auf feinem Gesicht stand eine abgrundtiefe Erregung. Plötzlich fühlte sich Binndt von einem heftigen unerklärlichen Schauern angeweht, etwas rascher als sonst, beendete er seine Lesung, hörte noch gewissenhaft, wie die Abendmusik begann, bann aber rannte er zur Tür, faßte den jungen Menschen am Arm. „Sie sind wohl wahnsinnig, Mensch? Was soll das heißen, mitten in der Lesung mir Zeichen zu machen und mich zu verwirren! Verdammte Sauwirtschaft nochmal! Sie denken wohl, ich habe Nerven wie Taustricke, was?" „Binndt!" sagte der junge Mensch, ohne sich über die drohende Haltung des älteren Kollegen zu ärgern. „Binndt, es ist etwas Schreckliches passiert! Grad hier im Haus! Man hat Bortefeld erschossen!" Der Große taumelte zurück und wurde fahl. „Unmöglich? Mein Gott, wie ist das passiert ...?" Die Stimme des jungen Menschen überschlägt sich fast. „Hören Sie zu, Binndt! Ich fahr eben ‘rauf zum zweiten Stock, will noch eben zu Hendrichs, da war ja die Sache mit dem Volksfest, wir wußten doch nicht genau, ob wirs in die Nachrichtenabteilung bringen oder ob mir es in die Zeitschau nehmen sollen---ich komme da an Bortefelds Zimmer vorbei, die Tür ist auf, alle Türen bis zu seinem Zimmer sind überhaupt auf, das wunderte mich, denn das Personal ist doch schon weg, plötzlich höre ich da ein Stöhnen, gehe hinein, da liegt Bortefeld am Schreibtisch, Blut auf dem Anzug, über der Hand, auf dem Schreibtisch, über den Notenblättern ..." Das Gesicht des jungen Menschen ist ganz erloschen. „Tot?" fragt der Athlet mit einer unerhört behutsamen, zarten Stimme, er fühlt sein Herz heftig pochen. Der junge Mensch zuckt die Achseln. „Ich weiß nicht! mumelt er leise. „Jetzt vielleicht schon — — — ich habe alles, was in der Nähe mar, schnell zusammengetrommelt, man hat auch schon den Arzt geholt, er untersucht gerade--- ich glaube, viel Hoffnung ist da nicht--" Der Athlet geht mit raschen unruhigen Schritten auf und ab. „Aber ein Attentat? Meinen Sie, ja? Kein Selbstmord ober so?" „Ich hab nur flüchtig gehört, was der Arzt sagte. Aber er meinte, es sei ein Ueberfall gewesen-- ein richtiger Morbanschlag ..." (Sortierung folgt!) Aus der engeren Heimat. Eröffnungsappell des »Jahres der Gesundheitspflicht». LPD. Frankfurt a. M., 24. Jan. Am Sonntag, 29. Januar, wird der Reichsarzt der HI., Oberbannführer Dr. Hör bemann, für das Gebiet Hessen - Nassau einen Eröffnungsappell des „Jahres der Gesundheitspflicht" durchführen. In dessen Verlauf wird er den im Gesundheitsdienst der HI. tätigen Aerzten und Aerztinnen, Zahnärzten, Apothekern und Apothekerinnen ihre umfangreichen Aufgaben im Rahmen der Gesundheitsaktion aufzeigen. Außerdem spricht der Führer des Gebiets Hessen- Nassau, Gebietsführer Erich Brandt. Der Appell findet im Aerztehaus zu Frankfurt a. M. statt. Neben der Führerschaft der HI. und des BDM. nehmen auch bie, Aerzte sämtlicher Gliederungen der Partei, die Kreisomtsleiter des Amtes für Volksgesundheit und die Kreisärzte daran teil. Ankerturm in Lauterbach erhält ein Museum. NSG. Lauterbach, 25.Jan. Die Stadtver- mattung Lauterbach läßt zur Zeit den Anker- türm, dessen älteste Teile aus dem vierzehnten Jahrhundert stammen und der sein heutiges Aus- sehen im Jahre 1845 erhalten hat, innen und außen wieder herstellen. Er gehört zur ältesten Stadtmauer. Nach der Fertigstellung wird das Lauterbacher Museum einen Sammlungsraum darin einrichten. Faule Eiergeschäfte eines geriffenen Schwindlers. LPD. Wetzlar, 24. Januar. Der 27 Jahre alte Willi P l e t s ch von Wetzlar wurde vom Schöffengericht wegen Diebstahls, Unterschlagung, Betrugs und Untreue sowie Hehlerei zu IV» Jahren Zuchthaus und 100 RM. Geldstrafe verurteilt. Pietsch, der schon ein erhebliches Vorstrafenregister aufweist, verstand es, zahlreiche Landwirte und andere Hühnerhalter um große Mengen von Eiern zu beschwindeln, die er angeblich in feiner „Brutanstalt" durch einen Apparat ausbrüten lassen wollte, um den Eierlieferanten dafür Hühnchen zu geben. Die Hereingefallenen waren aber nur die Eierlieferanten, die von der ganzen Geschichte nichts mehr hörten. Landkreis Gießen. wg. Großen-Buseck, 24. Jan. Der Ge- sangverein „Heiterkeit^-Sängerkranz" hielt in seinem Vereinslokal unter Leitung des Der- einsführers Ludwig Wagner feine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer gab nach Grußworten an feine Sängerkameraden einen Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr. Dabei erinnerte er u. a. an das wiederholte öffentliche Singen des Vereins, an den Ausflug im Juli mit 162 Personen nach dem Heimatort des Vereinsführers (Saasen), an den Besuch des Buchdrucker-Gesangvereins „Gutenberg" zu Darmstadt und an verschiedene geselliae Veranstaltungen. Hierauf berichtete der Schriftführer über den durchschnittlicken Besuch der Singstunden. Eine besondere Ehrung wurde Sanges- 6ruber Wilhelm Weiß zuteil, der in sechs Jahren keine Gesangsstunde versäumt hatte. Den Kassenbericht, der von den Revisoren in bester Ordnung befunden worden war, erstattete der Rechner Ludwig S ch e l d. Dem Rechner und dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Weiter wurde u. a. beschlossen, dem befreundeten Gesangverein „Gutenberg" in Darmstadt im kommenden Mai einen Gegenbesuch abzustatten. * Großen-Buseck, 26. Jan. Heute feiert in körperlicher und geistiger Frische Herr Balthasar Hahn seinen 87. Geburtstag. 45 Jahre war der Jubilar in der Oberhessischen Bahn-Nebenwerk- statt in Gießen als Bohrer beschäftigt. In seinem Hcimatdorfe machte er mehrere Jahre in der Kirche Hilfsdienste bei dem Organisten. Im Dorfe erfreut er sich allgemeiner Beliebtheit. Fast täglich noch macht er seinen Spaziergang durch das Dorf und durch das Feld. An allen Geschehnisfen der Gegenwart nimmt er noch regen Anteil. Herzlichen Glückwunsch zu seinem Ehrentag. A Treis (Lumda), 26. Jan. Die Eheleute Philipp Jungk und Ehefrau Maria, geb. Sauer, dahier, Hauptstraße, können am morgigen 27. Januar das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar ist im 76., die Jubilarin im 73. Lebensjahr. Leider ist die Jubilarin xur Zeit ernstlich erkrankt. Zur Goldenen Hochzeit herzlichen Glückwunsch. Treis (Lumda), 23. Jan. Der Gesangverein „Liederkranz" veranstaltete am Samstagabend im Saale von Heinrich Will einen Liederabend, der in allen Teilen gut gelungen war. Nach dem Sängergruß entbot Dereinsführer H. O p p e r ein herzliches Willkomm. Die von dem Dereinschor vorgetragenen Chöre und Volkslieder unter der Stabführung des Chormeisters K. N i c o- l e i (Großen-Buseck) zeigten gute Schulung und sehr beachtenswertes Können der Sänger. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden einige Mitglieder für Treue und Fleiß im Dienste des deutschen Liedes durch den Vereinsführer geehrt. Für 25jäh- rige aktive Tätigkeit im Verein wurden zu Ehren- Mitgliedern ernannt: Ludwig Göbel und Heinrich Schick, Schmiedemeister. Für 40jährige aktive Tätigkeit überreichte der Vereinsführer dem San- ger Heinrich K e h r IV. eine Führerbüste mit Wid- mung. Im Namen der Geehrten dankte Sänger H. Kehr IV. und gelobte dem Verein auch fernerhin die Treue. Dereinsführer Opper richtete zum Schluß den Appell an die Jugend, sich mehr mit der Pflege des deutschen Liedes zu befassen und ein- zutreten in die Reihen der Sänger. 8 Hattenrod, 23.Jan. Am Samstag hielt der Standort Hattenrod der Hitler-Jugend in Gemeinschaft mit dem Bund Deutscher Mädel (BDM.) einen Elternabend ab. Mit einem Musikstück wurde der Abend eröffnet. Dann folgte ein Theaterstück, in dem den zahlreichen Besuchern ein Ausschnitt aus dem Kampf der Su- detendeutschen vor der Eingliederung in das Deutsche Reich gezeigt wurde. Die Darbietung wurde mit großem Beifall aufgenommen. Es folgten Freiübungen des BDM. und der Hitler-Jugend. Auch wurden noch einige kleine Lustspiele gezeigt. Die Pausen wurden ausgefüllt durch kleine Musikstücke, die von HJ.-Kameraden vorgetragen wurden. In einer Ansprache des Führers des Stammes der Hitler-Jugend, Scharführer M e n g e l (Hattenrod), in der er die Gäste und Eltern willkommen hieß, sprach er von der Bedeutung eines Elternabends. Zum Schluß folgten noch Volkstänze, ausgeführt vom BDM. und der HI. In guter Volksgemeinschaft blieb man dann noch einige Stunden beisammen. + Grünberg, 25. Jan. Die örtliche Leitung der NSV. hat in einer Besprechung mit den Der- einsführern der beiden Gesangvereine, des Musikvereins und des Turnvereins eine Veranstaltung zu Gunsten des WHW. für Samstag, 4. Februar, in der Turnhalle vorgesehen. Um die Veranstaltung recht wirkungsvoll zu gestalten, wird außer Chören der Gesangvereine, Musikvorträgen des Musikvereins und turnerischen Vorführungen des Turnvereins noch ein Lustspiel zur Aufführung gelangen. — Die Witwe Elisabeth Leonhard, geb. ^Hofmann, aus Hungen stammend, vollendet am Freitag, 27.Januar, ihr 80. Lebensjahr. Kreis Alsfeld. -7.— Homberg, 23. Jan. Frau Elisabeth Seim, Witwe, vollendete am 22. Januar ihr 73. Lebensjahr. Pfarrer a. D. August Praetorius wird heute, am 23. Januar, 70 Jahre und der frühere Apotheker Leo Suffert sogar 80 Jahre. Die Hochbetaaten erfreuen sich noch einer ihrem Alter entsprechenden guten Gesundheit. — Der hiesige Wanderverein unternyhm am Sonntag seine erste Wanderung in diesem Jahr. Sie führte nach Büßfeld und zeigte die Beteiligung von 50 Mitgliedern. Während der Rast begrüßte der Wanderführer die stattliche Schar. Er sprach über den Wert des Wanderns und erinnerte daran, daß am 2. Juli die Hauptversammlung des OHGV. in Homberg statt finde. Frl. Elli Kuhl trug ein heiteres Gedicht vor. Unter dem Gesang schöner Weisen und unter humoristischen Vorträgen kam bald eine vorzügliche Stimmung auf. Kreis Wetzlar. d) K r 0 fd 0 r f, 24. Jan. In zwei Gehöften unseres Ortes ist die Maul - und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Allem Anschein nach hat ein von auswärts eingeführter Transport Ferkel die Krankheit eingeschleppt. Die Gemeinde Krofdorf bildet einen Sperrbezirk, über die betreffenden Gehöfte wurde die Stallfperre verhängt. Es sind alle erforderlichen Anordnungen getroffen worden, um die gefährliche Seuche auf ihren Herd zu beschränken. <> Wißmar, 24.Jan. In diesen Tagen hat die Maul- und Klauenseuche leider auch in hiesigen Gehöften Eingang gefunden. Die notwendigen Schutzmaßnahmen wurden sofort veranlaßt. Zur Zeit werden Schutzimpfungen durchge- führt. — Die hiesige Spar- und Darlehenskasse nahm vor etwa 2 Jahren die Verschmelzung mit der Landwrrtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft vor, die sich als sehr zweckmäßig erwiesen und segensreich ausgewirkt hat. Die Mitgliederzahl wuchs von 209 auf 286. Die Einlagen stiegen um 80 v. H. Die kurz- und mittelfristige Darlehenshergabe konnte laufend erfolgen. Der laufende Rechnungsverkehr wurde bedeutend ausgebaut, der Zinsfuß zweimal gesenkt, das Warengeschäft nahm einen erheblichen Aufschwung. Das Geld- und Warengeschäft wurde bisher in getrennt liegenden, gemieteten Räumen betrieben. Diese Räume sind für den heutigen Geschäftsumfang nicht mehr ausreichend. Daher hat eine außerordentliche Generalversammlung beschlossen, Ibas sich in bester Lage befindliche Hausgrundstück Bahnhofstraße 213 käuflich zu erwerben und für die Zwecke der Genossenschaft Herrichten zu lassen. In diesem Gebäude soll nach dem Umbau das Geld- und Warengeschäft (Konsumwaren und landwirtschaftliche Bedarfsartikel) untergebracht werden. Kreis Biedenkopf. A Weidenhausen, 24. Jan. Der Turnverein hielt seine Jahresversammlung in der Wirtschaft Platt ab. Vereinsführer Müller erstattete Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Es wurde eine Abteilung für Fußball neu ausgestellt, so daß allen Sportfreunden Gelegenheit gegeben ist, sich aktiv zu betätigen. △ Hartenrod, 24. Jan. Die NSV. errichtete hier einen Kindergarten. — Die D b ft b a u m- zücht wurde im Heimatgebiet stark gesteigert. Es wurden mehrere hundert Bäume neu gepflanzt. △ Bottenhorn, 24. Jan. Die Kreisverwaltung strebt den Bau einer Straße nach R a - chelshaufen an. Man rechnet demnächst mit dem Baubeginn. Lokal-Geflügelschau in Lollar. * Lollar, 25. Jan. Nachdem die dem Geflügel» und B r i e f t a u b e n z u ch t v e r e i n Lollar übertragene 6. Kreisgeflügelschau des Kreises Gießen zum zweitenmal wegen Maul- und Klauenseuchegefahr abgesagt werden mußte, entschloß sich der Verein, eine Lokalschau abzuhalten. Die Beschickung (167 Tiere standen zur Schau) bewies, mit welcher Hingabe sich die Züchter in Lollar befleißigen, an der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes durch wirtschaftliche Geflügelzucht mitzuarbeiten. Durch Ehrenpreis-Stiftungen der Ge- meinde, sowie der Firmen in Lollar, kam jeder Züchter auf seine Kosten. Als Richter fungierte Herr Nern aus Pohl-Gons. Bei der Qualität der Tiere hatte er kein leichtes Amt, er wurde aber allen Ausstellern gerecht. Den Leistungspreis des Vereins errang der Züchter Hch. Geiß mit 64 Punkten. Abteilung Hühner. Schwarze Hamburger: Karl Frank, Lollar: ein Ehrenpreis, 1 fg. 1., 1 fg. 2., 1 jg. 3.. 5 gut. Plymouth-Rocks geftr.: Heinrich Fuch IV., 1 sg. 1. Z., 1 sg. 1., 1 gut. Wyandotten, weiß: Otto Nuhn, 1 sg. 1., 1 gut. Wyandotten, schwarz: Ludw. Klinkel XIII., 1 Ehrenpreis, 1 sg. 1., 1 sg. 2. Rheinländer, schwarz, Ludwig Spuck, 1 RF.-Ehrenpreis, 3 fg. 1., 1 sg. 2. Fr. Riehm V., 1 Ehrenpreis, 1 sg. 3., 1 gut. Barnevelder, dpplt. gef.: Ludwig Geißler V., 1 fg. 1., zwei gut. Italiener, rebhfbg.: Karl Erbe, 1 Ehrenpreis, 2 sg. 1., 1 gut. Hch. Schupp, 1 gut. Hch. Seipp VII., 1 fg. 2., 1 gut. Kraienkoppe: Ernst Geißler, 1 sg. I.Z., 1 sg. 2. Ostfr. Silbermöven: Wilh. Römer: 1 Ehrenpreis, 1 sg. 1., 1 sg. 2., 2 gut. Hamburger Goldsprenkel: Karl Espich, 1 Ehrenpreis, 1 fg. 1., 1 fg. 2., 2 gut. Silber-Brackel: Joh. Becker, 1 fg. 1.3-, 3 gut. Abteilung Zwerghuhner. Schwarze Wyandotten: Ludw. Klinkel XIII., ein Ehrenpreis, 1 fg. 1. Z., 3 fg. 1., 2 fg. 2., 3 gut. Wyandotten, dunkel: Albert Fuchs, 1 Ehrenpreis, 1 fg. 1., 3 gut. Wyandotten, geftr.:(^eorg von der Au, 2 Ehrenpreise, 1 sg. 1., 2 fg. 2., 1 gut. Heinrich Geiß, 3 fg.