Ur. 198 Erstes Blatt 189. Jahrgang Keitag, 25. August 1939 I Polens militärische Vorbereitungen völlig offensiv LZ n li )N» Gegensatz zu den wilden Kriegstiraden der pol- nischen preffe. Drei weitere Jahrgänge mobilisiert. London, 24. Aug. (DRV.) Reuter berichtet aus Warschau, datz drei weitere klassen polnischer Reservisten einberufen worden seien. Der polnische Ministerpräsident hat die Rückberufung aller Staatsbeamten aus dem Urlaub angeordnet. Der Anfang des neuen Schuljahres, der auf den 4. Dezember festgesetzt war, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. N! r r n SJoii n imj N Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach oorh. Dereinbg. 25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts, u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ltzih ijt» Tag für die beiden Völker: Der Führer und Stalin haben sich für die Freundschaft entschieden. Der Nichtangriffspakt und Konsultationspakt, den Herr Molotow und ich gestern abend unterzeichneten, ist ein festes und unverrückbares Fundament, auf dem die beiden Staaten ouibauen und zu einer engen Zusammenarbeit kommen werden. Es ist dies vielleicht einer der bedeutsamsten Wendepunkte in der Geschichte zweier Völker. Man hat versucht, Deutschland und Rußland einzukreisen, und gerade aus dieser Einkreisung ist nun die d e u t s ch - russische Verständigung entstanden." Noch seiner Auffassung befragt, welchen Eindruck dieser Pakt in Japan machen werde, erklärte Herr von Ribbentrop: ,Lch bin überzeugt, daß dieser Vertrag für die russisch-japanischen Beziehungen wie auch für die deutsch-japanische Freundschaft s i ch gut auswirken wird." Der Reichsaußenminister traf um 18.45 Uhr mit dem Condor-Flugzeug „Grenzmark" auf dem Flughafen Tempelhof ein. Zu seiner Be- grüßung hatten sich Mitglieder des Auswärtigen Amtes, der persönlichen Stabes und der Dienststelle Ribbentrops eingefunden. Ferner war der Königlich Italienische Botschafter in Berlin, A t t o l i c o , mit Botschaftsrat Graf Magistrati erschienen. Der Reichsaußenminister begab sich zum Führer, der inzwischen von Berchtesgaden kommend, in Berlin eingetroffen war, zur Berichterstattung. selbst ist charakteristisch. Während man noch vor einigen Tagen damit rechnen mutzte, wenn man deutsch sprach, keine Antwort zu bekommen, oder womöglich angepöbelt zu werden, wurde einem heute in den Restaurants, in den Hotels und auf dem Flughafen zuvorkommend auf deutsch geantwortet. Wan sagte zwar „man wäre bereit“, aber jedes Gespräch endete doch mit der merkbaren Hoffnung, daß vielleicht „auf irgendeine Weise" der Krieg doch noch vermieden werden könnte. Das Verhalten der polnischen Bevölkerung bildet also einen merkwürdigen a 5 der Der Führer traf am Donnerstagabend in der Reichshauptstadt ein. Am Flughafen begrüßte ihn u. a. auch der italienische Botschafter in Berlin A tto lico. In der Mitte der italienische Botschaftsrat Graf Magi st rat i. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) Der Reichsaußenminister dankte dem Gauleiter und sagte: Meine Herren! Der Führer hat mich nach Moskau gesandt. Das war für manchen in Deutschland eine Ueberraschun- Nationalsozialisten wir wissen alle: Führer macht, ist richtig! Und das hat sich auch diesmal wieder erwiesen. Da hat der Führer wieder einmal blitzschnell gehandelt und hat Rußlandaus dieser Einkreisungs- front he raus geb roch en. Das ist immerhin das Resultat dieses Besuches, dieser 24 Stunden, dieses Aufenthalts des ersten deutschen Ministers, der Moskau besucht hat. Wir wissen, daß wir zur Zeit wieder in einer ernsten Zeit leben. Aber wie Ihr Gauleiter soeben ausgedrückt hat: „3d) weiß, daß diese Provinz Ostpreußen klar, treu und zuversichtlich zum Führer stehen mirb, komme, was da kommen mag. Es ist ganz sicher — das wissen wir alle — und wir können das unbändige Vertrauen in den Führer hoben: Er wird auch diese Krise wieder meistern, wie er schon so manche Krise gemeistert hat. Dor seinem Abflug aus Moskau hatte Ribbentrop erklärt: „Deutschland und Rußland ist es früher immer schlecht gegangen, wenn sie Feinde waren, aber gut, wenn sie Freunde waren. Gestern war ein s ch i ck s a l h a s t e r M T' «• M Wl' lifyn tifyn Wil' röite i, m dör- M e uii bieten, ahn. , 29 W ) 3t) j M, en vH geta sondlN ne lieh! an erbicc' an M eW 16 6* ,Bfl Zwischenlandung in Königsberg. Ostpreußen dankt dem Führer. Königsberg, 24. Aug. (DNB.) Auf dem Königsberger Flughafen traf am Donnerstag gegen 15.20 Uhr Reichsaußenminister v. Ribbentrop mit dem Sonderflugzeug „Grenzmark" von Moskau kommend ein. Im Landeshaus fand eine feierliche Begrüßung durch den Gauleiter und Oberpräsidenten Erich Koch statt. Der Gauleiter sagte u. a., daß gerade in der vom Mutterlande abgetrennten Provinz Ostpreußen -die hohe Bedeutung dieses außerordentlichen Erfolges erkannt werde. Wenn Sie zum Führer kommen, dann sagen Sie ihm, daß die Provinz Ostpreußen wie in der Vergangenheit so auch jetzt und in aller Zukunft unbeirrbar ihren Weg, gemäß dem Befehl des Führers, gehen wird. Ich darf Sie nochmals auf das herzlichste willkommen heißen und ihnen gleichzeitig für alle jetzt unterschriebenen und noch kommenden Dokumente einen würdigen A u f - bewahrungsschrein aus Bern st ein überreichen. B r e s l a u, 25. August. (DNB.) Seit Donnerstagmorgen ist der Flüchtlingsstrom nach Beuthen und Hindenburg auch an der Grünen Grenze Oberschlesiens vollständig abgeschnitten. Die wenigen Flüchtlinge, die es unter Lebensgefahr wagten, noch herüber zu kommen, berichten durchweg von übereilten Kriegsvorbereitungen und einer Häufung polnischer Truppen unmittelbar im Schutze der Wälder. Dieselben Eindrücke gewinnt man auch besonders am Beuthener Zollamt—Königshütter Landstraße; dort kann man auch ohne Fernglas den Ausbau der vor etwa drei Wochen in Angriff genommenen Bunker auf der Höhe an der Ecke von Hohenlinde deutlich feststellen. Besonders lebhaft waren militärische Bewegungen zum Carnallsfreudeschacht, der sich an einem besonders übersichtlichen Grenzeck befindet. Auch die letzten Flüchtlinge berichten, daß in ihren Heimatorten Bismarckhütte und S ch w i e n t o ch l o w i tz in der Nacht zum Donnerstag • selbst heeresuntaugliche nicht gemusterte Männer im Alter bis zu 50 Jahren aus Öen Bette-n geholt wurden. Militärkommandos forderten sie auf, ohne Verzug Lastautos zu besteigen, worauf die Männer vielfach nur mit Hemd und Hofe bekleidet nach unbekannten Sammelstellen meist Fabriken, Schulhöfen und Kasernen gebracht wurden. Dort sind sie eingekleidet und in polnische Formationen gesteckt worden. Der Zugverkehr im ostoberschlesischen Jndu- striereoier wurde am Donnerstag nur mit beträchtlichen Verspätungen durchgeführt. Die Züge sind überfüllt und bleiben vielfach vor den Bahnhöfen stehen, da Militärtransporte nach verschiedenen Richtungen zur Grenze gehen. Auch im Auto- busoerkehr hat sich vollständige Verwirrung eingestellt. Kattowitz gleicht einem durcheinanderwirbelnden Ameisenhaufen. Die Besorgnisse der deutschen Geschäftswelt in Kattowitz hat sich in den letzten Tagen aufs höchste gesteigert. Bekannt ist, daß Aufständische bereits in einer Reihe von Ortschaften einen Plan für die restlose Zertrümmerung deutschen Eigentums aufgestellt haben. Darum sind sehr viele Auslagen deutscher Geschäfte, besonders in den Hauptstraßen von Kattowitz geräumt und die Schaufenster durch Schutzläden gesichert. Polizeilicher Schutz wurde restlos versagt. Man muß leider damit rechnen, daß die Ausschreitungen gegen die völlig eingeschüchterte deutsche Volksgruppe in Ost- Oberschlesien geräde unter dem Eindruck der Mobilmachung noch schlimmere Formen annehmen wird. Aervöse Kriegsvorbereiiungen auch in Ostoberschlesien. Heeresuntaugliche nachts aus den Betten geholt. jen 1 V jreif. ; Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dr«L und Verlag: vrShlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Warschau, 24. Aug. (DNB.) Die militärischen Vorbereitungen der Polen haben jetzt offensiven Charakter angenommen. Die Kriegspsychose innerhalb der polnischen Armee ist auf dem Höhepunkt angelangt. Die polnische Presse trommelt zum Angriffskrieg. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß Polen schon in den nächsten Stunden einen Hand st reich unternimmt und gegen Danzig vorgeht. Die Saat der westlichen Kriegshetze ist aufgegangen, und während die Warschauer Regierungsstellen noch unter dem lähmenden Eindruck der Unterzeichnung des deutsch-russischen Richtangriffs- und Konsultativpaktes stehen, wartet das Wilitär stündlich auf den Befehl zum Losschlagen. Unter diesen Umständen ist es durchaus wahrscheinlich, daß die Truppe im blinden vertrauen auf die Kriegshilfe der westlichen Demokratien, die Heroen verliert. Die Warschauer Regierung, die mit dem Abschluß des englisch-polnischen Beistandpaktes die Voraussetzung für die von Tag zu Tag gesteigerte Kriegspsychose schuf, ist zur Stunde nicht mehr Herr über die Entschlüsse der I Armee. Aus ganz Polen laufen unablässig Alarmnachrichten ein, die zuverlässig darauf schließen lassen, daß in vielen Teilen des Landes die Standortkommandos sich nicht mehr den Warschauer Anordnungen fügen, sondern entschlossen sind, auf eigene Faust zu marschieren. In überstürzter Eile werden Truppen- k: n z e n t r a t i o n e n , insbesondere im nördlichen Pommerellen vorgenommen und 5;festigungswerke errichtet. In Kattowitz gehen i Reservisteneinberufungen weiter, tjrd) die Stadt rollen den ganzen Tag wieder rDtonfterfe Abteilungen polnischen Militärs i n Nchtung auf die deutsche Grenze. In Kr Stadt selbst sind jetzt sämtliche Wagen r?q uir i e r t. Alle Lokomotiven stehen, so- ceit sie nicht schon für Truppentransporte eingesetzt norben sind, vor den Remisen unter Dampf. Grenzabschnitt Könitz (Posen), insbesondere dir Linie Rakel — Tuschew, arbeitet polnisches Militär fieberhaft an Befestigungsbauten. Z-.nerhalb der dortigen Seenkette werden alle osfe- nn Stellen aufs schwerste verbarrikadiert, de galizisch-ukrainischen Bautruppen sind durch lkguläre polnische Truppen ersetzt. Im Gebiet von Lchrisf (südlich Posen) müssen alle Bauern Tag für kg Gespanne ft eilen. Das Wongrowitzer t" eieck wird in aller Eile befestigt. Die W ä l - di r im Gebiet Wongrowitz und Rogasen sind vill von polnischem Militär. Vor a'.em werden aus allen Teilen Polens große Trup- pinverbände an die Danziger Grenze lt: nsportiert. Der ganze übrige Verkehr stockt. In d'm Gebiet von Bentfchen und Birnbaum sind vsitere Tankfallen und MG-Nester ein- goaut, Brücken und Wegkreuzungen zur Sprengung vorbereitet worden. Um Ostrowo sind starke Rbonierabteilungen konzentriert und alle verfügbaren Arbeitskräfte. Pferde und Fuhrwerke |ir Verstärkung der dortigen Befestigungen ein- :e etzt. Das Betreten großer Gebiete ist für die Lnvatdevölkerung verboten. Zwischen Neutromischel der Reichsgrenze ' bei Tirschtiegel wurden -traßensperren errichtet, die einen Meter i-»er dem Erdboden lagen, und Panzerkanonen eingebaut. kopslosewobilmachung mposen Gedrückte Stimmung und ein wildes Durcheinander. Posen, 24. Aug. (DRB.) Posen selbst stand e°te im Zeichen einer fieberhaften Üd b i l m a d) u n g. 3n überstürzter hast wurden lk R e s e r v i st e n der verschiedenen Jahrgänge cn- den Wohnungen und aus den Werkstätten huch Polizisten, Radfahrer und Meldegänger ge- lolF. Aeberall fah man einzelne Leute und kleinere Kipps mit kleinen Lebensmittelpakelen zu den !ommelplähen marschieren. Die Stimmung der Be- til: erung war sichtlich gedrückt. In der Stadt $oien wurden alte Hotels für Einquartierung tkshlagnahmt, was bei den zahlreichen jüdischen lkechäflsreisenden eine Panik hervorrief. Auf dem Imljof drängte man sich an den Schaltern und en wirres Durcheinander herrschte in der a mhossvorhalle, wo ganze Familen mit Kisten, 5ii?en und Betten auf Abfertigung warteten. 3n kr Stadt selbst waren die Lebensmittelge- H3fte überfüllt, und es wurde wahllos e! auft, um sich für alle Fälle zu sichern. Rur eil Wühe konnten die Banken die in Waffen sehenden Sparer auszahlen. Der höhe- itßf der Verwirrung wurde erreicht, als die Wili- c ehörden Kraftwagen beschlagnahmten, um ihre llppenkransporke durchzuführen. her Slimmungsumfchwung bei der Bevölkerung liier» s Unter engllsch-polnischer Verantwortung. Wer die dreimalige Beschießung zweier deutscher Verkehrs- und eines Dänziger Sportflugzeuges als Höhepunkt der polnischen HerausforderungspolitiL gegen Deutschland angesehen hatte, mußte wenige Stunden später einsehen, daß er sich getäuscht hatte. Polen, das nun schon monatelang eine Million Mann unter Waffen hält, und dadurch seine Finanzen völlig ruiniert, hat Donnerstag eine so weitgehende Mobilmachung durchgeführt, daß sogar waffenunfähige Männer vor der Gendarmerie in die Kaserne geholt werden. Die Tätigkeit der Verkehrsflugzeuge steht nach den Bestimmungen des Völkerrechtes unter besonderem Schutz. Wer dagegen verstößt, stellt sich außerhalb der Reihe zivilisierter Staaten. Beide Aktionen aber, die Beschießungen der deutschen Flugzeuge und die allgemeine polnische Mobilmachung, die der Erneuerung der englischen Blankovollmacht auf dem Fuße folgten, zeigen klar, daß Polen unter allen Umständen den casus belli, den Kriegsfall herbeiführen will und dabei selbst das Odium der ersten Schüsse nicht scheut. Wir stellen dazu in dieser Stunde noch einmal fest, daß die volle Verantwortung sowohl für diese Maßnahmen und alle daraus entstehenden Folgen als auch für die bestialischen Ausschrei, hingen gegen Deutsche in vollem Maße auf Polen und darüber hinaus in erster Linie auf England fällt. Diese Verantwortung ist umso, größer, als gerade die bedeutsamen weltpolitischen Vorgänge der letzten beiden Tage für Polen wie für Eng- land eine neue ernfte Warnung hätten fein müssen. Wenn Polen zudem mit der stupiden Eng- ftirnigfeit und Kurzsichtigkeit seiner politischen Tradition sämtliche Fehler der alten Benesch-Tschechei jetzt gegenüber einer Macht von dem Range und der Stärke Großdeutschlands wiederholt, dann wird es sich auch über öie Folgen nicht wundern können. Selbst Deutschlands Geduld und Friedensliebe darf niemand auf die Dauer ungestraft in derart schamloser Weise auf die Probe stellen! Drohender polnischer Angriff auf Danzig. Danzig, 24. Aug. (DRB.) Danzig ist von einer gemischten polnischen Division im Süden und Westen umschlossen worden. Zu dieser Division gehören das 3nfanterie- Regiment 52 aus Zlotow, 3nfanterie-Regiment 55 aus Lissa, 3nfanterie-Regiment 65 und Artillerie- Regiment 16 aus Graudenz. Durch diese Zusammenziehung einer kriegsstarken polnischen Division unmittelbar an der Grenze des Danziger Gebietes ist die Gefahr eines unmittelbar Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechonschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 I mit dem der Ver- n e H der der Danzig Freien Gauleiter F o r st e r. — (Scherl-Bilderdienst-M.) hin. Forster hatte nun als einziges Ziel: Danzig mußte nationalsozialistisch werden. Die polnischen Provokationen erschwerten zwar in zunehmendem Maße die Arbeit, aber jede Kreis- oder Volkstagswahl brachte neue Stimmen für die Partei. Im Mai 1933 gewann sie 52 v. S). aller Stimmen und damit die Mehrheit im Volkstag. Als der Führer am Abend des Danziger Wahltages im Braunen Haus vom Siege durch den Rundfunk hörte, sagte er zu seinen Kameraden: „Der Forster, das ist ein junger Kerl. Aber ich sagte doch gleich, er wird die Sache schon machen. Am 7. April erhielt die NSDAP. 94 v. H. aller Stimmen. Albert Forster war während dieser ganzen Zeit der Führer der nationalsozialistischen Fraktion in Danzig. Seine bedeutungsvolle Stellung während der jüngsten Entwicklung ist bekannt. Danzig, 24. Aug. (DRV.) Amtlich. Auf Grund des Gesetzes zur Behebung der Tlof von Volk und Staat vom 24. 6. 1933 und des Gesetzes zur Verlängerung dieses Gesetzes vom 5. 5. 1937 wird folgendes mit Gesetzeskraft verordnet: Artikel I. — Der Gauleiter von ist das Staatsoberhaupt der Stadt Danzig. Artikel II. — Die Verordnung tritt 23.8.1939 in Kraft. Danzig, 23. August 1939. Der Senat der Freien Stadt Danzig, (gez.) Greifer, Huth, Mers-Kester, Hoppenrath, Voeck, Rettelsky, Großmann, Schimmel. Moskau zum Nichtangriffspakt. Festlegung des Gleichgewichts in der internationalen Lage. —London, 24.August. (DKB.) wie die Abendblätter berichten, hat Rumänien Polen milgeteilt, daß im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Polen Rumänien die st r i k t e st e R e u t r a l i l ä 1 bewahren werde. König Karol soll eine schnelle Angleichung der Politik Rumäniens an die neue, durch den Abschluß des Richtangriffspaktes zwischen Deutschland und Rußland geschaffene Lage beabsichtigen. Man rechnet mit deren Spitze er an der Winterschlacht in der Cham* pagne 1915, an der Offensive über Narew und Nie« men, dann an der Aisne-Champagne-Schlacht im Westen, an der Flandernschlacht von 1917 und oj1 der Schlacht bei Cambrai (November 1917) teil* nahm. Nach dem Kriege übernahm er das Ober* kommando an Rhein und.Ruhr. Beson* ders wichtig wurde diese Stellung, als im Marz 1920 die Niederkämpfung des im Anschluß an den Kapp-Putsch ausgebrochenen roten Aufruhrs im Ruhrrevier notwendig wurde. Dieser Aus* gäbe unterzog sich Watter mit größtem Erfolg. 19^> schied er dann aus dem aktiven Dienst aus. Der Führer hat an Freifrau von Walter folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Zu dem schweren Der* lust, der Sie und ihre Familie durch den Tod 3ored Herrn Gemahls, des Generals Freiherrn von Wat* ter betroffen hat, spreche ich Ihnen meine Herz« liche Anteilnahme aus. Ich werde dem lM Krieg und Frieden um das deutsche Volk Hochoer* dienten Mann ein ehrendes Gedenken bewahren. Der Führer ordnete an, daß die Beisetzung des nerals als Staatsbegräbnis erfolgt. Vertrag ist durchdrungen von dem Bestreben, Konflikte zu vermeiden und die friedlichen und sachlichen Beziehungen zwischen beiden Seiten zu festigen. Es besteht kein Zweifel, daß der abgeschlossene Nichtangriffspakt die Gespanntheit liquidieren wird, die in den Beziehungen zwischen Deutschland und der UdSSR, vorhanden war. Der Vertrag ist geschlossen in dem Augenblick, da die außenpolitische Lage eine große Zuspitzung und Spannung erreicht. Der friedliche Art, den der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der UdSSR, darstellt, wird unzweifelhaft zur Erleichterung der Spannung in der außenpolitischen Lage dienen und helfen, diese Spannung zu lösen. Die Unterzeichnung dieses Vertrages ist unzweifelhaft eine Tatsache von wichtigster außenpolitischer Bedeutung, da der Vertrag nicht nur ein Instrument des Friedens dar- stellt, das berufen ist, die gutnachbarlichen friedlichen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland zu festigen, sondern auch der allgemeinen Festigung des Friedens dient. In ähnlichem Sinne äußert sich auch die „I s - w e ft i i a". „Die Herstellung der friedlichen gutnachbarlichen Beziehungen", schreibt das Blatt, „die sich noch dazu aufweitewirtschaftlicheVer- bindungen stützen, zwischen zwei so mächtigen Staaten wie Sowjetrußland und Deutschland, muß eine Beruhigung in die allgemeine, außerordentlich gespannte internationale Lage bringen und zur Festigung des Friedens beitragen. Der Vertrag moralisiert vollkommen die Beziehungen zwischen zwei großen Mächten und dient schon allein dadurch der Festigung des Gleichgewichts in der internationalen Lage und der ganzen Welt. Er macht der Feindseligkeit in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion ein Ende, einer Feindseligkeit, die die Feinde beider Seiten zu entfachen und zu schüren versuchten. In dem eben abgeschlossenen Nichtangriffsvertrag sowie in dem Handelskreditabkommen vom 19. August sind die notwendigen Vorbedingungen enthalten für das Aufmorgen sehr geschädigt worden, jedoch bleibe I wenigstens die Freund scha ft zwischen Großbritannien und Frankreich gerettet. Ebenso bleibe die Freunds cha ft mit Polen bestehen, so daß die Lage für Großbritan-1 nien nicht schlechter geworden sei. Der Abgeordnete! wiederholte die alberne Phrase, daß man keine! Feindschaft gegen das deutsche Volk habe, obwohl er zugab, daß das deutsche Volk durch den blutigen! von England veranlaßten Terror gegen die Deut-! schen unerhört verletzt wird. Der liberale Abgeordnete Sinclair erklärte, man sdlle endlich! Einigkeit demonstrieren. Abgeordneter Sans» bury sagte, wenn er der Premier wäre, würde er sofort zu Stalin fliegen. Der Abgeordnete Eden, Fachmann für „erfolgreiche" Außenpolitik, erklärte, mit der Unterzeichnung des Paktes mit Rußland habe die deutsche Regierung den schwersten Fehler gemacht. Der konservative Abgeordnete Arnery fragte, welche Schritte die Regierung! bezüglich der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht getan habe. Der Konser- vative Mac Millan meinte: Im Falle eines Krieges würde die strategische Lage Englands viel schwieriger sein als 1914. Auf die langsam spitzer werdenden Reden der Parlamentarier erhob sich Chamberlain mit der Bitte, wenigstens für einen Augenblick zu der Atmosphäre des Vertrauens zurückzukehren. Die Lage fei sehr ernst. Man müsse unbedingt der Welt zeigen, daß man in diesen Zielen einig sei. Chamberlain drängte die Abgeordneten, die Zeit nicht mit Reden zu verlieren. Die von 10. Feldartilleriebrigade rückte er mit V. Armeekorps in den Weltkrieg. 1915 wurde rr Kommandeur einer neuen Infanteriedivision, an blühen der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern der Sowjetunion und dem deutschen Volke." d e rl a i n s wenden. Die beste Art, den Frieden zu verteidigen, bestehe in der R e s p e k t i er u n g d er Wahrheit. Chamberlain habe der Sache des Friedens nicht gedient, wenn er behauptete, daß England durch sein Eintreten für Polen "das Gesetz der Welt" und den „Willen der gesamten Menschheit verteidige. Ein erneuter Versuch Roosevelts, sich zu Gunsten der Demokratien in die europäische Politik einzumischen, wie mit seiner berüchtigten Botschaft von April 1939, muß als im Keim gescheitert betrachtet werden. Der amerikanische Botschafter in Rom meldete sich im Auftrag des Präsidenten zur Audienz beim König-Kaiser auf dessen Sommersitz Sankt Anna bei Turin, um ihm eine mündliche Botschaft des amerikanischen Präsidenten zu überbringen verließ aber bereits am Nachmittag wieder die königliche Residenz. Die neue Botschaft Roost- velts stößt in politischen Kreisen auf kalte Gleichgültigkeit. Das Schicksal des amerikanischen Botschafters teilten auch die Botschafter Großbritanniens und Frankreichs, die im Auftrag ihrer Regierungen am Mittwochabend eine diplomatische Parallelaktion zu der von Henderson in Berchtesgaden im Palazzo Chigi zu unternehmen versuchten. Rumänische Absage an polen. Nie serbisch-kroatische Einigung perfekt. Bor einer Neubildung der Regierung Zwetkowitsch. Belgrad, 25. August. (Europapreß.) Amtlich wird bestätigt, daß Ministerprästdent Zwetko- witsch und der Kroatenführer Dr. Matschek bei Prinzregent Paul eine Audienz hatten, in deren Verlauf der Prinzregent namens des Regentschaftsrates die Vorschläge über die Losung der kroatischen Frage unterzeichnet hat. Da- mit ist die serbisch-kroatische Verständigung zu- tandegekommen, für die die Kroaten seit zwanzig Jahren gekämpft haben und für die Ministerpräsi- dent Zwetkowitsch fünf Monate hindurch Verhandlungen mit dem Kroatenführer Dr. Matschek geführt hat. Die Nachricht von der erzielten Ver- ständigung wurde in Agram durch Sonderausgaben der Blätter bekanntgegeben. Sie hat überall große Genugtuung hervorgerufen. Minister- Präsident Zwetkowitsch erklärte Pressevertretern: „Die Verständigung ist verwirklicht. Meine Mission ist daher mit Erfolg beendet. Ich glaube, bafc, die Verständigung von allen mit Zustimmung ausgenommen werden wird und daß dadurch die Verschärfung der Beziehungen zwischen Belgrad und Agram völlig beseitigt wird." Man erwartet für Freitag die Bildung der neuen Regierung Zwetkowitsch, der voraussichtlich Matschek und noch zwei weitere Mitglieder seiner Partei angehören werden, ferner als Vertreter der selbständigen Demokraten-Partei, die mit Matschek in Koalition steht, der frühere Minister Budisavljewitsch, während der Vizepräsident der Partei, August Koschutitsch, voraussichtlich zum Banus von Kroatien ernannt werde. Zur Lage. Wie die Pressestelle des Danziger Senats mit* teilt läuft das Schulschiff der deutschen Kriegs- marine „Schleswig-Holstein" am Freitag um 8 Uhr zu einem Besuch der freien Stadt in den Danziger Hafen ein und wird im Hafenkanal Neufahrwasser festmachen. Mussolini hat den neuen Botschafter für Spanien, General Sombara, zu einer Unterredung empfangen. Ferner die Generalstabschefs des Krieges, der Marine und der Luftwaffe, die er für die im spanischen Feldzug erworbenen Verdienste mit dem Militärkreuz von Savoyen aus- zeichnte. * Die englischen Militärbehörden haben die Räu- mungGibraltarsdurchalleAusländer angeordnet. Diese Maßnahme ist innerhalb 48 Stunden durchzuführen. * Der türkische Außenminister Saracoglu hatte eine längere Unterredung mit dem sowjetrussi* schen Botschafter über den Abschluß des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes und feine europäischen Rückwirkungen. Der Außenminister empfing ferner den Gesandten Rumäniens. Staatspräsident Jnönsi berief den Ministerpräsidenten und den Außenminister zu sich in seinen Sommersitz am Marmarameer, um sich über die Lage berieten zu lassen. z . In Abwesenheit des Ministerpräsidenten de Geer und des Außenministers d an Klef fens fand am Mittwoch spät abenbs eine Sondersitzung des holländischen Kabinetts statt. Die Sitzung dauerte bis nach Mitternacht. General Freiherr von Matter gestorben Berlin, 24. Aug. (DNB.) In Lichterfelde ist Generalleutnant a. D. Oskar Freiherr von Walter, nach längerem Leiden im 78. Lebensjahr gestorben. Als Sproß einer württembergischen Soldatenfamilie 1861 in Ludwigsburg geboren, erhielt er eine militärische Erziehung im preußischen Kadettenkorps. 1879 trat er als Leutnant in das Feldartillerieregiment 13 in Ulm ein, als Kommandeur Forderung auf ein Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der K r i e g s k a b i." e t t könne man borf) nicht in Sowjetunion und Außenkommissar, der mit Ribben- diesem Augenblick in aller Öffentlichkeit besprechen. deutsch-russischen Nichtanarittsvakt in Mos- Chamberlain bat das Haus um seine Stimmung Vuun® zum Abschluß der außenpolitischen Aussprache. Aber r U unierzeicyneie. ^cherl-LU0er0iensi-M.) schon erhob sich der Labour-Abgeordnete Beran Moskau, 24. Aug. (DNB.) Die Moskauer und fragte, ob die Regierung es nicht für möglich Presse veröffentlicht in größter Aufmachung den halte, mit Sowjetrußland zu i r g e n d - deutsch-russischen Nichtangriffs- und Konsultativ- einer Abmachung zu kommen, da die Verd Pakt. Die „Prawda" bringt bereits eine Wür- wirklichung der englischen Garantie für Polen sich digung des Vertrages und eine Photographie, die ohne die Hilfe Rußlands seh r! Stalin und Molotow mit Ribbentrop und Dr. Gaus schwierig gestalten würde. Beran wies darauf'darstellt. Im Leitartikel der „Prawda" heißt es, der beoorffebenbeti tz and streiche s auf diel hin, daß Großbritannien und Frankreich ohne °>n Areie Stad, in größte Aähe gerückt. Abkommen mit nut ,I°hr Polen ohne einen Vertrag mit Rußland eine Ga- upanwenain rantie zu geben, sei ein schwerer Fehler gewesen. vor dem Unterbaue. LSÄt1‘ÄSÄ'Ä’ C6ne » für die Erfordernisse der Lage. öffentliche Sicherheit zu fördern, das Reich zu ver- London, 24. August. (DNB.) Dao Unterhaus t-idigen die M°n«ich° Vrdnun^ausrechtzuerhaUen trat heut- $u feiner, die Ferien unterbrechenden und I e d - n K 8 ä( fi„ von England Sftzung zusammen Chamberlain legte zu- ren Ben U "3nnenmini(ter Sir Samuel nächst nahe d a s V e r t -1 d t g u n g s gef - tz für unterne>> ^ß man bei der Anwendung einen Notfall noch heute in beiden Hausern anzu-Noare ip ), v - maßvoll tole- nchm-n. Der Ministerpräsident gab dann seine er- Seine Unter- wartete Erklärung ab, eine Zusammenstellung der am öttentlicben'Meinuna solle Platz grei- fe« Wochen unt? Monaten von engüscher Seite druckung°der «r- ^^^^N ^^auptungen, die internationale sei Das Gesetz werde auch nichts am Streik- Lage habe sich weiter verschlechtert bis zur G - ändern. Dann brachte Chamberlain den Antrag sah r ein es Krieges. Die deutsche Regierung Vertagung des Hauses auf Donnerstag, habe erklärt, daß Danzig nicht zum ®e9e”’kem 31. August, ein. Chamberlain erklärte, das stand einer Konferenz 0ber eines werde aber wahrscheinlich noch vor dem Kompromisses gemacht werben tonne Sie W Unberufen werden. Das Haus stimmte habe mit der Danziger Frage die Korridor- 1 frage verbunden und sie habe die gesamte dem Antrag z . Politik und Haltung der polnischen Regierung DntllifmP wegen der angeblichen (!) Mißhandlung von Deut- * schen anqepackt. Angesichts dieser — Herrn Cham- fett» H hnttlhPHfllrt berfain kalt lassenden — Schilderungen von und fUl IUUI» menschlichen Schandtagen, welche eine deutsche Kam- 5Rom# 25.August. (DNB. Funkspruch.) „Danzig pagne ähnlich der Sudetenknse (si darstellten, J^e I ^nischen Truppen umzingelt", so lauten die Polen große Ruhe und S e 1 b st b e y e r r - ^)auptjcu[aq3eilen der römischen Morgenblätter, die schung gehabt. Angesichts der 9 r 0 ö ™ *11' übereinftimmenb die Gefahr eines polnischen Hand- tanschen Bereitschaft Deutschlands Deiches auf Danzig als das entscheidende bitte die britische Regierung das Parlament um oie^,.,^ augenblicklichen Lagei , Zustimmung zu neuen Verteidi gungsmaß- K ^uch auf das entschiedenste j Umbesetzungen innerhalb des rumänischen kab ■ nojmen . . { g c g e n die Verdrehungskünste Cham- netts. Chamberlein behandelte dann den sowjetrus- v y fifch-deutschen Pakt: Ich wünsch- ..dem » UL LMLEsM Der Gaule,ier von Danz.g Staatsoberhaupt der Freien Stadt, zösischen Regierung vorher zu erkennen gegeben. Die Diskussionen zwischen den Missionen in Moskau seien schon lange im Gange gewesen ehe diese Bombe einschlug. Heute sei es „zum mindesten höchst beunruhigend", daß die ©orojetunion gleichzeitig heimlich mit Deutschland über einen Pakt verhandelte, der allem Anschein nach mit den Zielen der Einkreisung unvereinbar sei. Chamberlain beabsichtige nicht, irgend ein endgültiges Ur, teil über diesen „Zwischenfall" (??!) abzugeben. Man müsse erst mit der französischen Regierung beraten. Angesichts der deutschen Hoffnungen auf aine Beseitigung der Gefahr eines Krieges fei es britische Pflicht, über die Erfüllung s ' ** m ~ “ pflichtungen Polen gegenü Illusionen zuzulassen. . Nach ausfallend lahmer Verteidigung einer Friedensliebe, welche in dem Versailler Verbrechen begann, Mordüberfälle, Schändungen, Feuerüberfälle auf Beamte, Bürger, Verkehrsflugzeuge gucheißt Wert Forster, auf den das Interesse der Wett und jede Abwehr solcher Schandtaten eines Staa- nun erneut gerichtet wird, wurde in Fürth in tes zweiten Ranges durch die herausgeforderte Bayern am 26. Juli 1902 geboren. Mit 21 Jahren Großmacht als Gewalt und Bedrohung hinstellt, übernahm er die Führung der NSDAP, in feiner forderte Chamberlain nochmals Vorbereitung Heimatstadt. Als nach dem Hitlerprozeß im Fe- zur „Verteidigung" Englands und nach bruar und März 1924 die Partei verboten wurde, britischer Ansicht des armen verfolgten P 01 e n. trat er der Großdeutschen Volksgemeinschaft bei, Chamberlain wies darauf hin, daß eine Der- einer getarnten nationalsozialistischen Organisation, teidigungsmaßnahme auch auf dem Gebiete der Es gelang ihm für die Zeit, bis der Führer wieder- Finanzen getroffen worden fei, indem man kam, die Männer zufammenzuhalten und sie in der nämlich den Diskontsatz von 2 auf 4 v.H. Tarnung eines Gesangvereins ober Mandolinenklubs erhöht habe. Nach einem Bericht über den Besuch zusammenzuhalten. Auch als Journalist betätigte des britischen Botschafters Hendersoner sich. Julius S tt e i ch e r, der auf den leiden- b e im Führer meinte der Premierminister, daß schaftlichen Ortsgruppenleiter aufmerksam geworden die bekannte Antwort die britische Stellungnahme war, machte ihn zeitweise zum Vertreter des vollständig mißverstehe. England versuche nicht „Stürmer" in Fürth. Während dieser Zeit hatte eine besondere Position in Osteuropa zu verlangen Farster seine erste Begegnung mit dem und verlange auch nicht, daß Deutschland nationale Führer. Vom Schicksal der Arbeitslosigkeit blieb Interessen opfern soll. Man könne aber nicht zu- Forster nicht verschont. Auf Drängen der jüdischen stimmen — Chamberlain hatte tatsächlich den Mut, Kundschaft muhte ihn die Bank, in der er arbeitete, angesichts der englischen Ermunterung für die pol- entlassen. 1928 stellte der Deutschnationale Handnische Blutgier und Zerstörungswut dies auszu- lungsgehilfenverband Forster in Nürnberg als führen —daß nationale Interessen nur durch Blut-1 Zahlstellenbeamten ein. Dort im DHV. gründete er vergießen oder Zerstörung gesichert werden tonnen, bie erste Betriebszelle. Die nun folgende langjäh- Chamberlain rekapitulierte hierauf vergangene rige Praxis im DHV. machte ihn zum geeigneten Reden britischer Staatsmänner über Englands an- Mann, um im Mai 1933 den Vorsitz der Ange- gebliche Bereitschaft, die ^Herstellung der inter- stelltenverbände zu übernehmen. nationalen Ordnung zu erörtern, blieb aber kon- Als es sich bäum hanbelte, bie Stabt Danzig trete Beweise dafür schuldig, daß die britische Re- vor dem Zusammenbruch durch das Parteiensystem gierung bereit ist, den Wahnsinn von Versailles zu zu bewahren, schickte der Führer am 15. Dttober revidieren. Er habe sein Bestes versucht usw. usw. 1930 Forster mit unbeschränkten Vollmachten dort- Nach der Rede des Ministerpräsidenten Chamber-1 Iain erhebt sich für die Oppositton der Labour- Abgeordnete Greenwood und teilte u. a. mit, die Einkreisung sei durch die Nachrichten von heute Die Schlacht bei Tannenberg vom 23. bis 31. August 1914. Ein Erinnerungsblatt an die Heldentaten deutscher Truppen. Von Major a. D. von Kaiser. Ein Beginn und Verlauf der Tannenbergschlacht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Stichtage zu Beginn der Schlacht Generalfeldmarschall vonHindenburg uni) sein Chef des Stabes General Ludendorff während der Schlacht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) und nach aus ihrer westlichen Rückzugsrichtung in scharf südlicher Richtung abgedreht werden konnten. Damit marschierten sie direkt in den Rücken der von Neidenburg auf Allenstein vorgehenden Narew-Armee, hatten aber selbst die Njernen- Armee im eigenen Rücken. In der Front sollte die Narew-Armee vom verstärkten 20. Reservekorps, dem auch die 3. Reservedivision noch zugeteilt wurde, so lange aufgehalten werden, bis die beiden Umfassungskorps und das noch im Bahntransport begriffene I. AK. zum Eingreifen bereit sein würden. Als diese Voraussetzung am 25. August abends erfüllt war, wurde vom Armeeoberkommando der Entschluß gefaßt, am 26.August die Schlacht- entfcheidung herbeizuführen. wenden. ,, , Tatsächlich brachte aber der 26. August noch an keiner Stelle eine Entscheidung. Das I. griff, da es noch nicht vollständig versammelt war, erst sehr spät an und konnte bis zum Abend das stark besetzte Usdau nicht mehr nehmen. Auch das verstärkte XX. AK. errang keine wesentlichen Erfolge. Das XVIII. AK. und das I. Ref.-Korps im Norden Mackensen, die sich von der nur ganz langsam folgenden Njemen-Armee losgelöst hatten, in scharf südlicher Richtung im Anmarsch gegen den Rücken der Narew-Armee. Sie hatten die Gegend von Seeburg und Bischof st ein nordöstlich Allenstein erreicht. Ihnen gegenüber war das rechte Flügelkorps der Narew-Armee von Süden her im Anmarsch auf Bischofsburg, außerdem die russische 4. Kav.-Div. aus Sens- b u r g weiter östlich. 'n dieser Lage beschloß General von Prittwitz, ■ Ins Land östlich der Weichsel zu räumen und le Weichsellinie zu halten. Um die Narew- t-ermee möglichst lange aufzuhalten, sollten das ■ 1 AK. und die 3. Reservedivision nach Süden zur Verstärkung der Armeeabteilung Scholtz befördert r erben. Der Entschluß, hinter die Weichsel zurückzugehen, dar offenbar unter der Voraussetzung gefaßt wor- Irn. daß die Entscheidung im Westen !nld fallen würde und daß dann die 8. Armee m ingeschwächter Kampfkraft zusammen mit den von Besten eintreffenden Verstärkungen O st p r e u ß e n Mrückerobern würde. Auf solcher Grundlage ift der Rückzug hinter die Weichsel bei Friedens- t iegsspielen unter dem Grafen Schliessen oft genug | iurchgespielt worden, kann also — rein strategisch ^trachtet — nicht als falsch bezeichnet werden. Iber in der Wirklichkeit des Krieges nahm sich die Preisgabe ganz Ostpreußens und eines Teiles «on Wesipreußen doch anders aus als in der Iriegswissenschaftlichen Theorie. Die zu erwarten- Isen furchtbaren Leiden der Bevölkerung der besoffenen Gebiete, vielleicht auch die Erwägung, daß Ine Preisgabe unserer besten Agrarprovinzen die s-rnährung von Volk und Heer in Frage, stellen linnte, schließlich auch der berechtigte Zweifel, ob i e Weichsellinie gegenüber der gewaltigen russi- foen Uebermacht bei einer Verzögerung der Entscheidung im Westen lange genug zu halten wäre, fi*B bei der Obersten Heeresleitung in Koblenz den Ilimtschluß reifen, in dieser schicksalsschweren Lage d'ch noch den Versuch zur Rettung Ostpreußens zu machen. Dazu bedurfte es n eu er T’änner an der Spitze der 8.Armee. Die Wahi VvA auf den bereits im Ruhestande befindlichen General von Hindenburg als Oberbefehls- |f)cber und auf General Ludendorff als fernen dnef des Stabes. Letzterer galt als einer der fabig- ltn Generalstabsoffiziere des deutschen Heeres und bitte bereits bei der Eroberung von Lutttch fein ü' erragendes Können und seine gewaltige Tatkraft u- ter Beweis gestellt. Am 23. August nachmittags änfen die neuen Führer in Marienburg beim Ober- lkmmando der 8. Armee ein. Schon von Westen aus hatte Ludendorsf durch Ermittlung des Großen Hauptquartiers befehlen I lesen, daß der Rückmarsch der Nordaruppe der i ÜZlrmee sofort einzustellen fei. Der wettere lkntschluß, den Ludendorff faßte und der von Hin- bmburg gebilliat wurde, auch das I. Reservekorps li d das XVII. AK. von der Armee Rennenkampf -»«gzuführen und mit der südlichen Gruppe zu rinem Schlage gegen die a e ® ’ Mrrm e e zu vereinen, während den 24 sehr starren ihfanterie - Divisionen und mehreren Sa Dauerte« DVisionen Rennenkamvis gegenüber nur die Haupt- rtterve der Festung Königsberg, die 2. Landwebr- Rrigabe und die 1. Kavallerie-Division belassen wurden, war, wie Ludendorff selbst in seiner Schrift „Tannenberg" betont, ein Entschluß von unerhörter Kühnheit, aber die einzige Möglichkeit, Ostpreußen noch zu retten. Ob dieser Entschluß überhaupt durchzusühren war, hing ganz davon ab, ob Rennenkampf weiter nur zögernd folgen ober schnell vormarschieren würde. Im letzteren Falle war ber geplante Flankenabmarsch der beiben Armeekorps nach Süden eine Unmöglichkeit. Aber die beutschen Führer rechneten mit ber bekannten Schwerfälligkeit ber russischen Führung, die gerade Rennenkampf schon zur Genüge im russisch-japanischen Kriege gezeigt hatte. Und sie behielten recht Rennenkampf folgte nur ganz langsam, so baß die beiden Armeekorps in den nächsten Tagen nach Für den 26. August frühmorgens war der Beginn des entscheidenden Angriffs von Hindenburg und Ludendorff geplant. General von Scholtz sollte mit dem XX. AK. „bis zum letzten Mann seine Stellung gegen etwaige weitere russische Angriffe halten. Das I. AK. des Generals vo n Francois das rechts vom XX.AK. eingesetzt wurde, sollte, da die deutschen Kräfte zur vollständigen Umfassung des linken Flügels der Narew- Armee nicht ausreichten, in die bereits erwähnte Lücke bei 11 sb au hineinstoßen, das von Süden anmarschierende I. russische AK. unter Umfassung seines Nordflügels über Sold au energisch zuruck- wersen und bann seine Hauptkraste nach Osten Die Schlacht. Am 25. August abends war die Lage —•_ im großen betrachtet — folgende: Das verstärkte XX.AK. unter General von Scholtz, aus 3Vr shen Landen erklangen und verkündeten, daß in Ostpreußen bei Tannenberg eine gewaltige Schlacht ^schlagen, eine ganze russische Armee fast vollkommen vernichtet und das deutsche Land im Osten zrm größten Teil von dem eingebrungenen Feinde nieder befreit sei. Mitten aus dem Rückzug Herms, bedrängt von zwei feindlichen Armeen, war jas geniale Feldherrnpaar Hindenburg - Ludenborff zrm Gegenangriff übergegangen und hatte in unmittelbarer Nähe der einen weit überlegenen ruf- sichen Armee die andere durch Operationen von hum vorstellbarer Kühnheit fast vollständig verrichtet. Das gleiche Tannenberg, bei dem vor 500 fahren das Heer ber beutschen Orbensritter von hm anbrängenben Polenheer burch Verrat in den tgenen Reihen geschlagen wurde, war nunmehr um Schauplatz eines deutschen Sieges über die J: uff en von weltgeschichtlicher Bedeutung, zu einem veit in die Zukunft weifenden Markstein in dem palten Daseinskämpfe des Deutschtums im Osten, p einem Symbol der Unbesiegbarkeit echten beut» >hen Soldatentums geworden. Die Schlacht von Tannenberg kann in ihrer rotten strategischen und taktischen Bedeutung nur jann richtig begriffen, in der psychologischen Wer- tmg der Leistung von Führung und Truppen c^recht beurteilt werden, wenn die gesamte Kriegslage, aus der heraus sie entstanden ist, ins klar vor Augen steht. Da die Hauptentscheibung im Westen gemäß bem bekannten Schlieffen- jlan angestrebt würbe, für besten Durchführung lieben Armeen angefetzt wurden, stand in- blge ber burch eine unzulängliche Wehrpolitik vor bm Kriege verursachten zahlenmäßigen Schwäche tes beutschen Heeres für ben gesamten £ ft e n außer Festungs- und Grenzschutztruppen r ur d i e 8. Armee zur Verfügung, die zur Verteidigung des zunächst am stärksten bedrohten Ostpreußen eingesetzt wurde. Der größte Teil üeser Armee — das I. und XVII. Armeekorps, !os I. Reseroekorps, die 3. Reservedivision und die I|. Kavalleriedivision — mürbe nörblich ber schwach «setzten Seenfette Iohannisburg — Ifngerb ur g zur Verteidigung gegen einen von I'ften zu erroartenben russischen Angriff, ber Rest - das auf 3Vz Divisionen verstärkte XX. AK. — in ber Gegend südlich Allenstein zur Üerteidigung gegen einen von Süden her möglichen ussischen Anmarsch bereitgestellt. Der nördliche Armeeteil griff am 20. August b e i Gumbinnen die weit überlegene russische jjemen ° Armee unter Rennenkampf an, kmnte aber trotz anfänglicher Fortschritte keinen e Meidenden Erfolg erringen. Darum brach ber töerbefehlshaber ber 8. Armee, Generaloberst von jrittwitz unb Gaffron, ben Kampf ab uib trat ben Rückzug in westlicher Richtung an. Gleichzeitig mit bem Vormarsch ber Njemen-Armee in Narben hatte im Süden die russische Narew- ‘1 rmee unter Samsonow mit weit überlegenen Staffen bas verstärkte XX. AK. unter General on Scholtz angegriffen und unter heftigen Kämpfen langsam auf Gilgenburg südwestlich Lllensfein zurückgedrängt. Der Weitermarsch dieser Mssischen Armeen zu beiden Seiten ber Seensperre Dar mit ziemliche Sicherheit anzunehmen. Groß Dar die Gefahr, daß die in nördlicher Richtung wrbringenbe Narew - Armee der Norbgruppe ber 1 Armee in ben Rücken kommen würde. über Neidenburg, also gegen die rückwärtigen Teile der Narew-Armee, vorführen. Gleichzeitig hatten die von Norden her zur Umfassung an- gesetzten beiden Armee» korps das ihnen ent- qegengeworfene russische VI. AK. und die 4. Kav.- Div. zu schlagen. Es kam auf möglichst tatkräftige Führung der Operationen an um durch eine schnelle Enffcheidung gegen die Narew-Armee die schwere Gefahr, die von der tttje- men-Armee drohte adzu» schlugen zwar das VI. russische AK. auf Bischofs- burg zurück, errangen aber feinen entscheidenden Sieg. Im wesentlichen war also die Lage die gleiche rrüe am Vortage geblieben, ein kostbarer Tag war verlorengegangen, eine schwere Sorge für die Führung. Am 27. August wurde der allgemeine Angriff am frühen Morgen fortgesetzt. Das I. AK. warf an diesem Tage zusammen mit der aus dem XX. AK. herausgezogenen Abteilung Schmettau die Rusten aus Usdau heraus und in Richtung Sold au zurück, ohne aber den befohlenen Vorstoß auf Neiden bürg durchzuführen. Das stark erschöpfte XX. AK. kam auch an diesem Tage nicht vorwäitts. Weiter nördlich war die Land- weyr-Division v o n d e r G o l z, die aus Schleswig- Holstein herangeführt war, östlich Osterode bereitgestellt worden, um den Frontalangriff des linken Flügels des XX. AK. au f H o h e n ft e i n durch umfassenden Angriff von Norden her zu unterstützen. Im Norden erreichte am Abend des 27. August das I. Res.-Korps Wartenburg nordöstlich des vom XIII. russischen AK. besetzten Allenstein, während das XVII. AK. Mackensens das russische VI. AK. abermals geschlagen hatte, so daß es sich in vollem Rückzüge auf Orteisburg befand. Waren noch am 27. die Erwartungen der Führung nicht annähernd erfüllt, so stand doch die Schlachtentscheidung für den 28. bevor. Auch dieser Schlachttag brachte zunächst schwere Enttäuschungen. Zwar wurde Neidenburg vom I.AK. genommen, und damit der taktis ch e Durchbruch vollendet, aber auf dem rechten Flügel des XX. AK. erlitt die 41. Jnf.-Div. bei ihrem Angriff auf Waplitz östlich Tannenberg im Nebel einen schweren Mißerfolg, fo daß hier eine ernste Krise zu befürchten war, falls der' Feiick) mit voller Kraft zum Gegenangriff überging. Er blieb aber genau so untätig wie die Njemen-Armee, die noch immer stehen blieb. Erst nachmittags trat eine Wendung zum Besseren ein. Am Nordflügel des XX. AK. waren die 3. Res.-Div. in fortschreitendem Angriff gegen Hohenstein begriffen, auch die Landwehr-Div. von ber Goltz drang in diesen russischen Stützpunkt ein. Später griff hier auch das XIII. russische AK. von Allenstein her ein und bedrängte die Landwehr-Div. von Divisionen bestehend, hatte in den letzten Tagen schwere Kämpfe gegen mindestens sechs russische Divisionen der Narew-Armee zu bestehen gehabt. Es stand jetzt mit der allgemeinen Front nach O st e n in der Linie nördlich Usdau-Hohen- tein, mit stark zurück gebogenen Flügeln. Gegen einen rechten Flügel war von Süden her das rus- ische I. AK. im Anmarsch und hatte Usdau erreicht, war aber von ben frontal von Osten her angreifenden russischen Armeekorps durch eine große Lücke getrennt. Das deutsche, mit Eisenbahntransport herangeführte I. AK. unter General von Francois, das rechts von der Gruppe Scholtz eingesetzt werden sollte, war erst mit Teilen nordwestlich Usdau aufmarschiert. Von Norden her waren das I. Res.-Korps unter General von Below unb bas XVII. AK. unter General von - Dierteljahrhunbert ist seit jenem ewig benk- pürbigen Tage vergangen, ba alle Glocken in beut» JXUenttem tlaukfiOofi WittigvMldo MGht Tannenbergs Maigaoien 'Gt KukOn "TT Dietrrebswalde • 1 XKe* fcren'#Skottau •Nerdenburg feWiersbÄu . / zz„" U x W Ä General Samsonow, der Führer der Narew- Armee, der nach dem Zusammenbruch seiner Truppen im Walde bei Augustowo Selbstmord verübte. — (Scherl-Archiv-M.) der Goltz schwer, ohne jedoch an dem deutschen Sieg an diesem wichtigen Schwerpunkt der Schlacht noch etwas ändern zu können. Gleichzeitig hatte das I. Res.-Korps die Gegend südöstlich Allenstein erreicht und damit dem XIII. russischen AK. den Rückzug abgeschnitten, während das in Richtung auf Passenheim und Ortelsburg angesetzte XVII. AK. bei weiterem Vormarsch im Verein mit dem I. AK., das mit Teilen von Neidenburg auf Willenberg weitermarschierte, den Ring um die übrigen Teile der Narew-Armee schließen mußte. Dem am 28. erfochtenen Siege, ber sorgfältig vorbereiteten Einkreisung, folgte am 29. die fast völlige Vernichtung der Narew-Armee. Drei russische Armeekorps saßen in der Falle zwischen dem XX. AK. im Westen, dem I. AK., der von Hohenstein nach Südosten durchgebrochenen 3. Res.- Div. und der Abteilung Schmettau im Süden in der Linie Neidenburg—Willenberg, dem XVII. AK. im Osten bei Passenheim und Ortelsburg unb dem I. Res.-Korps im Norden bei Allenstein unb südlich. Freilich war der Ring bei der zahlenmäßigen Schwäche der deutschen Truppen nur sehr dünn, und es kam sowohl am 29. wie auch noch am 30. an manchen Stellen zu sehr heftigen Kämpfen mit den durch bas unübersichtliche Waldgelände zurückflutenden Russen, die erfolglos durchzubrechen versuchten. Etwa 2 V2 russische Armeekorps mußten die Waffen strecken und sich gefangen geben. Der Oberbefehlshaber Samsonow erschoß sich. Im ganzen betrugen die russischen VeÄuste 30 000 Tote und 92 000 Gefangene, ferner .£■£' i t /-väv General von Rennenkampf, ber Führer ber russischen Njemen-Armee, bie als erste in Ostpreußen eingebrochen war und wenige Tage nach der Schlacht bei Tannenberg durch die Schlacht an den Masurischen Seen geschlagen wurde. — (Scherl-Archiv-M.) wurden 350 Geschütze, viele Tausende von Pferden und Fahrzeugen und unzähliges anderes Kriegsmaterial erbeutet. Einer der größten Vernichtungssiege der Weltgeschichte war unter erschwerenden Umständen errungen worden, dank der unvergleichlichen Führung durch Hindenburg und seinen genialen Generalstabschef Ludendorff, dank der Tapferkeit der deutschen Truppen, die seit Wochen in schwersten, zum Teil unglücklichen Kämpfen gestanden hatten, schließlich auch dank der Unfähigkeit ber russischen Führung. Daß Rennenkampf mit seiner Njemen- Armee ruhig stehen blieb unb es geschehen ließ, baß bie von ihm bei Gumbinnen geschlagenen und zurückgehenden deutschen Armeekorps gegen die nur zwei bis drei Tagemärsche entfernte Narew-Armee geführt wurden und diese in viertägiger Schlacht vernichtend schlugen, ist etwas so Unbegreifliches, daß man geneigt ist, darin das Walten einer höheren Dorfeyung zu erblicken. Im übrigen war es selbstverständlich, daß nun nach der Vernichtung der Narew-Armee sofort ein neuer Schlag gegen bie Njemen-Armee vorbereitet werden mußte. Strategische Folgen. General ßubenborff sagt in seinem Werk „Meine Kriegserinnerungen" über Tannenberg: „Durchbruch unb Umfassung, kühner Siegeswille und einsichtige Beschränkung hatten diesen Sieg zuwege gebracht. Trotz unserer Unterlegenheit im Osten war es gelungen, auf dem Schlachtfelde den feindlichen annähernd gleich starke Kräfte zu vereinigen. Ich dachte an General Graf von Schlieffen und dankte diesem Lehrmeister ... Mir blieb keinen Augenblick Zeit, mich zu entspannen. Ich mußte die Gruppierung der Armee für ben weiteren Feldzug ammen - Aus dem Reich 5712V Reichsbahn-Fahrpreisermäßigung im Umkreis von 100 Kilometer um Wiesbaden. t m ge- lionen auf 22,22 Milliarden RM. In der Berichtszeit haben damit die Gesamteinlagen erstmals den Anfang des russischen bruchs, den vollständigen Ausfall russischer Unterstützung für die Entente gegen das schwer kämpfende deutsche Westheer und damit die Möglichkeit, vier Jahre lang das Vaterland frei vom Feinde zu halten. Ohne Tannenberg hätten sich vielleicht die feindlichen Heere von Ost und West in Berlin die Hände gereicht, und Deutschlands Grenzpfähle ständen heute im Osten an der Oder und im Westen vorbereiten. Es war eine ungemein schwere Aufgabe, die eine Schlacht zu Ende zu schlagen und die nächste vorzubereiten." Diese nächste «schlacht, die „Schlacht an den Masurischen Seen", hängt strategisch so eng mit der von Tannenberg zusammen, daß sie unbedingt mit in den Rahmen des großen Geschehens von Tannenberg hineingehört. Auf der Trennung der beiden feindlichen Armeen, der Njemen-Armee und der Narew-Armee, durch die Masurische Seenkette hatte der operative Gedanke des Armeeoberkommandos Hindenburg - Ludendorff beruht, z u e r st die eine, dann die andere Armee zu schlagen. War bei Tannenberg die Vernichtung der Njemen- Armee durch eine unübertreffliche Umfassungsoperation, verbunden mit taktischem Durchbruch gelungen, so sollte jetzt der Njemen-Armee ein ähnliches Schicksal bereitet werden. Rennenkampf war auch nach der Schlacht von Tannenberg im wesentlichen in seinen Stellungen zwischen Pregel und dem Mauersee stehen geblieben. Alle Kräfte der 8. Armee wurden nun zum Angriff gegen diese Stellung zusammengefaßt. Obwohl der 8. Armee aus dem Westen noch zwei weitere Armeekorps, das Garde-Reserve-Korps und das XI. Armeekorps sowie eine Kavallerie-Division zur Verfügung gestellt waren, war sie mit 15 bis 16 Divisionen der Njemen-Armee mit ihren 24 Divisionen bei weitem unterlegen. Außerdem waren bei Ossowjetz und Augustowo mehrere Tagemärsche hinter dem linken feindlichen Flügel noch 4 bis 6 feindliche Divisionen in der Versammlung begriffen, die eine schwere Gefahr für den deutschen rechten Flügel bedeuteten. Am 7. September begann der deutsche Angriff mit 4 Armeekorps, dem Garde-Reservekorps, I. Re- servekorps, XI. AK. und XX. AK., in der Front Wehlau — ©erbauen — Nordenburg — Angerburg, während das XVII. AK. und zwei Kavallerie- Divisionen zur Umfassung des linken feindlichen Flügels bei Lötzen und das I. AK. sowie die 3. Reservedivision noch mehr südlich über Nikolaiken und Johannisburg zur weiter ausholenden Umfassung und Sicherung gegen die gemeldeten russischen Verstärkungen angesetzt wurden. Der Angriff in der Front verlief zunächst nicht günstig, da die russischen Stellungen sehr stark und die deutsche An- griffsfront mit 50 Kilometer Länae nur sehr schwach besetzt war. Besonders das XX. Armeekorps, das schon bei Tannenberg die schwerste Last zu tragen hatte, hatte auch jetzt wieder sehr schwere und verlustreiche Kämpfe zu bestehen. Auch der deutsche Umfassungsflügel bei Lötz en kam unter sehr schweren Kämpfen nur langsam vorwärts und hatte erst Erfolg, als am 9. abends hier auch das in Eilmärschen von Süden her herangezogene I. AK. in den Kampf eingrisf. Wohl infolge dieser fortschreitenden Umfassung seines linken Flügels fing der Russe in der Nacht vom 9. zum 10. September an, seine bisher hartnäckig verteidigten Stellungen in der Front zu räumen. Infolge dieses frühzeitigen Rückzuges und der zahlenmäßigen Schwäche der deutschen Truppen kam eine großzügige Operation des deutschen Umfassungsflügels gegen die russische Rückzugsstraße Wirballen—Kowno nicht mehr recht zur Geltung. Es kam nur zu einem frontalen und flankierenden Nachdrängen, bei dem die deutschen Truppen unter stetigen Kämpfen in vier Tagen über 100 Kilometer zurücklegten, eine glänzende Leistung. Gleichzeitig hatte die südlichste deutsche Umfassungsgruppe bei Bi al la überlegene feindliche Verstärkungen geschlagen und dann in heftigen Kämpfen Augustowo und Suwalki genommen. Am 13. September war die Schlacht im wesentlichen beendet. Die Njemen-Armee war durch die scharfe Verfolgung derart in Unordnung gebracht, daß sie in völlig aufgelöstem Zustande über den Njemen getrieben wurde und für längere Zeit nicht mehr kampffähig war. Der ungeheure Erfolg von Tannenberg hat die Schlacht an den Masurischen Seen so überschattet, daß sie oft nicht in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt worden ist. TatsächDie Einlagen bei den Sparkassen sind auch 2. Vierteljahr 1939 wiederum beträchtlich v stiegen, wie sich aus dem Bericht des Statistischen Reichsamts für das alte Reichsgebiet ergibt. Die Spareinlagen erhöhten sich um 295 Mill. RM. auf 18,86 Milliarden, die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen üm 86,6 Millionen auf 3,36 Milliarden und die Gesamteinlagen um 381,6 Mildiesseits des Rheins. . Auf dem Schlachtfeld von Tannenberg hat somit die Geschichte in dem vielhundertjährigen Ringen des Grenzlanddeutschtums eindeutig und klar z u - gunsten deutscher Kraft und deutscher Kultur entschieden. Wenn trotzdem dies weltgeschichtliche Urteil durch Ueberlieferung alten deutschen Kulturlandes an das nur durch Tannenberg wiedererstandene Polen , durch Losreißung des hundertprozentig deutschen Danzig und Abtrennung Ostpreußens vom Reiche in sinnloser Weise verfälscht ist, so war das nur einem Deutschland gegenüber möglich, das den Glauben an sich selbst verloren hatte. Das heutige deutsche Volk aber ist ein anderes als das von 1919, in ihm ist der Geist der Tannenberg-Kämpfer wieder lebendig geworden, und sein Führer ist fest entschlossen, Deutschlands Recht im Osten wiederherzustellen. Das mögen Deutschlands Gegner in aller Welt bedenken. lich aber ist auch diese Schlacht mit außerordentlicher Kühnheit gegen sehr große Ueberlegenheit geschlagen worden und hat mit einem entscheidenden Siege geendet, wenn sich der Feind auch durch seinen eiligen Rückzug der völligen Vernichtung entzog. Trotzdem wurden 45 000 Gefangene gemacht und vor allem — Ostpreußen war wieder frei. Man wird der Tannenberg-Schlacht — lm weiteren Sinne gehört die Schlacht an den Masurischen Seen dazu — aber nicht gerecht, wollte man nur ihre unmittelbare Wirkung, die Befreiung Ostpreußens und die Entlastung des ganzen deutschen Ostens von der Russengefahr — in Rechnung stellen Ihre Bedeutung geht sehr viel weiter. Ohne Tannenberg wäre die tatkräftige Unterstützung der in Galizien von den überlegenen russischen Heeren geschlagenen österreichischen Kräfte durch die Truppen der 8. Armee und der große Durchbruchsieg bei Gorlice unmöglich gewesen. Ohne das Festhalten des Landes östlich der Weichsel wäre nach der unglücklichen Marneschlacht Deutschlands Lage sehr bald unhaltbar geworden, nicht nur in rein militärischer Hinsicht, sondern auch weil unsere Ernährung durch den Verlust unserer besten Agrarprovinzen außerordentlich schwierig geworden wäre. Tannenberg bedeutete u n sie r e Operationsfreiheit im Osten und den denen Schulen ist die größte Aufmerksamkeit entgegenzubringen. In vielen Fällen genügen die hygienischen Einrichtungen dieser Schulen bei weitem nicht den heutigen Ansprüchen. Auch die Beheizung läßt vielfach zu wünschen übrig. Abgesehen von einer aus früherer Zeit stammenden weit über spartanische Einfachheit hinausgehenden Inneneinrichtung fehlt es vielerorts an der klaren Geschmacksrichtung bei der inneren Ausgestaltung der Schulräume sowie an der liebevollen Pflege der äußeren Umgebung Eine besondere Sorgfalt sollte man auf die Gemeinschaftsräume verwenden. Diese sind mit modernen Lichtanlagen, mit Rundfunk- und Filmanlagen auszustatten. Auch die Frage der Schulhofbefestiguüg gehört in den Rahmen dieser Betrachtung. Hier ist die Forderung nach einem Bodenbelag zu stellen, der einmal den Ansprüchen in bezug auf die Leibeserziehung, zum anderen aber auch der Staubbekämpfung Rechnung trägt. Vor allem lohnt sich, auch dem Bildschmuck in den Klassenräumen größere Aufmerksamkeit zu schenken. Das Bild muß künstlerisch wertvoll sein. Wichtig ist die Beschränkung der Zahl der Bilder. Schon aus Gründen der Konzentration darf ein Schulraum weder eine Gemäldegalerie noch ein Bilderladen sein. Zur Schulgestaltung gehört auch die Bereitstellung von Schauräumen. Wichtig ist auch das äußere Bild der Schule. Rasenstreifen und kleine Blumenbeete üben eine gute Wirkung aus. An jeder Schule muß ein Walter für „Schönheit der Arbeit" bestimmt werden, der sich seine Weisungen in einer Arbeitsgemeinschaft holt, die von künstlerisch veranlagten Lehrern geleitet wird .Darüber hinaus wird der Schulleiter durch Werbeabende seine Schulgemeinde zur Mitarbeit auffordern. Sparkasseneinlagen erstmals über 22 Milliarden. Nie Fleischversorgung. Der Reichsinnungsmeister des Fleischerhandwerks, Willy Schmidt, sagte auf dem Niedersächsischen Obermeistertag in Hannover, die Dersorgungslage am Fleischmarkt sei dadurch gekennzeichnet, daß auf der einen Seite durch die erfolgreiche Arbeitsbeschaffung der Bedarf an Fleisch und Fleischwaren st i e g, während anderseits die Auswirkungen der Seuche und der Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande zu vorübergehenden Verknappungen beim Rindfleisch geführt hätte. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache sei es ein erfreulicher Erfolg, daß sich die Saisonzuschläge auf den Ausmästungsgrad der Schweine aünftig ausgewirkt hätten, so daß jetzt die Schlachtschweine einigermaßen den Anforderungen und Bedürfnissen der Betriebe entsprächen. In einigen Wochen werde der Weideabtrieb auch wieder eine Verbesserung in der Versorgung mit Rindfleisch bringen und im übrigen werde man im Herbst mit einer stärkeren An lieferung an Schlachtschweinen rechnen können. Für das Fleischerhandwerk sei das Gebot der Stunde eine gerechte Verteilung. Es komme darauf an, daß die Bevölkerung mit genügend Frischfleisch versorgt werde. Darum müsse zu dessen Gunsten die Herstellung von Delikatessen zurücktreten. Im allgemeinen kenne jeder Fleischermeister aus der Geschäftspraxis seine Stammkundschaft, und es sei nicht mehr als recht und billig, daß er diese in er ft er Linie bedient. Gesunde und schöne Schulen. Der Begriff „Schönheit der Arbeit" hat sich rasch Bahn gebrochen. Es ist einleuchtend, daß an dieser Entwicklung auch die Schulen nicht Darüber« gehen können. Auch diese sind Arbeitsstätten, ja sie sind es in einer Weise, daß ihnen, so führt Gauamtsleiter Ebel (Düsseldorf) in der „NS.-Ge- meinde" aus, die größte Aufmerksamkeit derGemeinden — als dem Schulunterhaltungs- Beginn des Jahres sind den Sparkassen — ohne die 1938 aufgelaufenen, aber erst 1939 gutgeschrie- denen Zinsen — bereits wieder mehr als 1,2 Milliarden RM. neue Einlagen zu« geflossen. Kleine politische Nachrichten. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller traf in Nürnberg ein, um sich heute an Ort und Stelle über die Vorbereitungen der Reichsbahn zum Reichsparteitag zu unterrichten. Im Anschluß daran besichtigte der Minister in Begleitung des Oberbürgermeisters und Professor Brugmanns das Reichsparteitagsgelände. * Reichsfinanzminifter Graf Schwerin von Krosigk ist vom Duce im Palazzo Venezia empfangen worden. Er hatte mit ihm 20 Minuten lang eine sehr herzlich gehaltene Aussprache. Zu- vor hatte der Reichsfinanzminister Parteisekretär Minister S t a r a c e im Parteihaus aufgesucht, mit dem er ebenfalls in längerer Unterredung verweilte. Der Gouverneur von Rom, Für st Piero Co- lonna ist im Alter von 48 Jahren gestorben. Fürst Colonna litt an einer krebsartigen Ge- schwillst in der Nähe der Wirbelsäule. Im Kriege Hal er sich als Major der Gebirgsartillerie ausge- zeichnet und war schwer verwundet worden, bereits im Februar 1921 trat er der Faschistischen Partei bei. 1930 wurde der Fürst Präsident der Provinz Rom und im November 1936 Gouverneur von Rom, das seine moderne Ausgestaltung zu einem großen Teil seinem rastlosen Schaffensgeist verdankt. * Die Gesellschaft für kulturelle Beziehungen der Sowjetunion mit dem Auslande (Doks) in Mos« kau gab zu Ehren der zur Landwirtschaft, lichen Ausstellung in Moskau eingetroffenen deutschen Abordnung einen Empfang. Ihm wohnten bei: Ministerialdirektor Moritz, Professor Meier, Graf Groche, Volkskommissar für Ackerbau Moiesejew , der Akademiker M i s k e n , der Sekretär der landwirtschaftlichen „Lenin"-A'kodemie Tschmora, sowie Vertreter des Volkskommissariats des Aeußeren. Wetterbericht Im wesentlichen bleibt das nord- und westeuropäische Hochdruckgebiet für die Witterung Deutsch- lands bestimmend. Besonders im Westen und im Süden des Reiches sind jedoch verschiedene leichte Störungen gewittriger Natur nicht ausgeschlossen. Vorhersage für Samstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, vereinzelt auftretende gewittrige Störungen, tagsüber ziemlich warm. Winde meist um Ost. Vorhersage für Sonntag: Im wesentlichen freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 24. August: mittags 27,4 Grad Celsius, abends 19,8 Grad; am 25. August: morgens 17,3 Grad. Maximum 29,3 Grad, Minimum heute nacht 14,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. August: abends 24,2 Grad; am 25. August: morgens 18,9 Grad. — Sonnenschein- dauer 9,5 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Po litt k und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für bett Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universüats. druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mo- natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllusttierten 15 Pf. mehr. Einzel- Verkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. träger — geschenkt werden muß. Die größten Schäden aus der Vergangenheit sind seit der Machtübernahme schon ausgemerzt worden. Zahlreiche Schulneu- und erroeiterungsbauten zeigen den Willen der Gemeinden, der Forderung nach gesunden und freundlichen Schulen Rechnung zu tragen. Aber vieles muß auf diesem Gebiete v... v----- - , » .. noch geleistet werden. Auch den bereits vorhan- Betrag von 22 Milliarden RM. überschritten. Seit DAS GROSS-EREIGNIS DES JAHRES IM GAU HESSEN-NASSAU Ausstellung „Wille und Tat“ I -----VOM 25. AUGUST BIS 10. SEPTEMBER H In 18 Hallen, auf 25000 qm Ausstellungsgelände - Täglich geöffnet von 10-19 Uhr - Vorverkaufskarten bei allen KdF.-Dienststellen und KdF.-Betriebswarten Weilburg (Lahn) Besucht das herrlich gelegene SciMterrassen-Calt Täglich nachmittags und abends Konzert in der anschließenden Orangerie. Eigene Konditorei, ostm $nb. W.Cüörtz, Hotel Traube. Aus Kindern werden einmal Leute! Solch eine Schmusbacke war Klein-Inge damals - 1939. Das werden Sie der „Groß Inge“ einmal in 20 Jahren lächelnd zeigen können, wenn Sie es heute knipsen oder filmen. Ihr Fachberater in Photo- und Kinotragen I Photo — Kino 67ieA Krenzplatx 9 Quf 2135 Telefon 3293. 572QÄ auch tagsüb.nlsv Bahnhontr. 47.1 bei Brühl, Schulstr.7 Fachdrogerie-Bahnhofstr.lj/ Bäckergeselle zum 3. 9. oder auch später ges. Bäckerei Bende, Crednerstraße 34 Ehrliche, nicht zu junge hapÄ Heute und morgen verkaufe ich eine größere Anzahl weine amerikanische Leghorn-Junghennen 10 Wochen RM. 3.40 11 Wochen RM. 3.60 12 Wochen RM. 3.80 Gießener Zoo, Settersweg 6 bsgehiliiD für 3 Wochen, vormittags, als Aushilfe gesucht. BahDb(Me46ll |» und alle EE Luhschutz- Sanitäls- artikel _ 5718 A °V° f! farrizman/} t KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und aeleiea. | Vermietungen | 7 Zimmer II. Stock, 2 Balkons, Bad, Heizung, zu vermieten. 04069 An der Johanneekirche 4 Eine M-ZimiD.-WoliD. 1 mit Küche und Bad, Neubau, ruhige Lage in Umgebung von Gießen, zu vermieten. 5710D Wo'? sagt dieGe- schäftsst.d.G.A. Junges Mädchen als Halbtagshilfe gesucht. 572i d Schlesische Straße 25. für SHitfje und U8m. . 4 J- MausborO 1 meuternder gesucht, evtl.Aush., | Verkäufe | Großerßarten (Lahnnähe) mit vielen Obstbäumen u. Wochenendhaus zu verkaufen oder verpachten, evtl.ge- teilt.Schr.Ang.u. 04074 a.d.G.A. Gut erhaltener Meraap zu verkaufen. Bekanntmachung. Grummetgrasversieigerung der Stadt Gießen. Montag, den 28. August 1939, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen öffentlich versteigert werden, und zwar: 5711A Um 8.30 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck sowie der Wiesen am Bügeeck und Schinderseck. Mm 9.15 Uhr (Zusammenkunft an der Anneröder Straße) von den Wiesen im Utersbrunnen. Um 10 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration „Zur Stadt Lich , Licher Straße 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Ohleberg, am Weiher, von den Wiesen im Wiesecktal an der Eselswiese, drei Wiesen beim Schlack)thof sowie eine Wiese in der Schwarzlach und eine Wiese am Lutherberg. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. Gießen, den 22. August 1939. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dog t. Wegen Erkrankung mein.Mäd- chen suche ich zuverläss. Ersatz evtl. Tagesbille. Frau 5703D । Helene Krüger, Löberftraße 22. Stellengesuche] Anfänger- 8MMW WIMM Schr. Ang. unt. 04078 a. d.G.A. (Laden) ^>79 Verlobungs-Anzeigen | Mietgesuche"] l-21eere Zimmer bis 1. oder 15. 9. gesucht. ^chr. Ang. unt. 04077 a.d.G.A. [Stellenangebote Für kleinen Geschäfts-Haushalt nach Bad-Nauheim ehrliches, fleißiges 6702D Mädchen bei gutem Lohn und vollem Familienanschluß gesucht zum 1.9. oder 15. 9. Näheres Bad-Nauheim, Hauptstraße 5. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Or. med. Alfred Becker Renata Becker, geb. Roihermundi Marburg /L, llniv.-Ohrenllinik Frankfurt a. M. Gießen, Keplerstraße 9 Lnierlindau 43 26. August 1939 / CSELTERSWKtf dVaeck" Ueber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Berinühler Verlages, Derlin- ßid)terfelbe. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Lietzener Buchhändler c'S“ ausführlich-» bebilderte Werbeblatt freunde ^er Natur sind Freunde guter Buwer^ Kaufgesuche Ali-Gold auch Silbergeld, kauft ständig Erich Beyer Juwelier Iowas Bahnhofstraßel Telefon 4041. Genehm.-Befehl. Nr. II 59393. Spex. ümarbeiten v. alt. Trauringen Gleichstrom-Motor 1—3 PS, in gut. Zustande zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 04084 a. d. G. A. [Verschiedenes Auto an Selbstfahrer zu vermiet. ■ - ebenfalls zu r I stellen. ien Jt 19^ V es nicht auf. teilte not«.! den den das !Ü 12V Ot lluil> ite K M Hit ot -k L iramatische Konflikte stürzte. . < Dann gibt es noch eine Familie tn diesem Harne. Der magere Alte hatte den Wein zu sehr geliebt. Denn vierzehn Tage vor dem Tag, da er in den Wald ging, um an dem starken Ast einer Buche fein L-eben zu beenden, hatte er in der Wirtsstube noch '»in Glas erhoben und das Lied vom Wein zum stztenrnol gesungen: vom Wein, der gut sei und es »inem Vater schon angetan habe, nun aber auch bei Hm anfange. So dringlich diese Arbeiten aber auch sind, und so eifrig sonst das Tempo der Ernte vorangetrieben wird, so wird es doch noch in der Erntezeit einmal einen Tag geben, an dem in der ganzen Provinz alle Arbeit ruhen wird. Das ist der Tag von Tannenberg, an dem am Reichsehrenmal Ostpreußens Befreiung gefeiert wird. Weit im Umkreis von Hohenstein sind die Felder jetzt schon ab- geerntet. Run ist natürlich die Frucht hier nicht schneller gereift als in anderen Teilen der Provinz, aber man braucht diese Flächen zur Vorbereitung der großen Kundgebung, zur Unterbringung der Besuchermassen und vor allem auch für den Aufmarsch der Feldparade.. Um auf jeden Fall zu verhindern, daß dabei Ernte- und Flurschäden entstehen, sind schon im vergangenen Jahre mit den in Frage kommenden Landwirten Verträge abgeschlossen worden, die sie verpflichteten, auf diesen Feldern nur früh reifende Fruchtsorten zu pflanzen. So ist jetzt schon auf einem dieser bereits ab geernteten Felder die B a r a ck e n st a d t im Bau, die Tausende von Gästen aus dem ganzen Reich aufnehmen wird. Diese Besucher, die von jenseits des Korridors kommen, werden mehrere Tage hier bleiben. Da die Zahl der Korridorzüge begrenzt ist, können die Sonderzüge nur in großen Abständen durchgeführt werden, so daß die Teilnehmer „von [ter des mittelalterlichen Hauses, das fast nur aus gebuckelter Wand besteht: sie spiegeln ^nachts in ihrer Schwärze den fliegenden Bronze-Schein der fernen Laterne. An dieser Stelle ist es am schönsten im Winter. Da hängen von dem herb verlaufenden Schindeldachrand die Eiszapfen in einer Art kurzem Fransenoorhang nieder, und es funkelt von ihnen wie von einem weißen Edelsteinfeuer. Dahinter wohnt die Wirtin, die lange Witwe mar. Oft, wenn ich abends meine Spaziergänge machte, sah ich ihr Fenster offen stehen und unseren mächtigen Schutzmann davor lehnen, der vor langer Zeit seine Frau verloren hatte. Das ganze Dorf sprach über diese Angelegenheit. Die erwachsenen Kinder der Wirtin, Sohn und Tochter, wollten nicht, daß die Mutter ihn heirate, weil ihnen dadurch das Erbteil entginge, und so gab es viele Jahre einen erbitterten Familienzwist. Wer von den Besuchern, die nachts in beschwingter Weinlaune vom Hof dieses Hauses die Stufen zur Straße emporstiegen, ahnte wohl, daß Mutter und Kinder hier so schlecht aufeinander zu sprechen waren? Schließlich hieß es, der Schutzmann hätte vor'dem Notar unterschrieben, daß er nichts vom Besitz der Wirtin begehre. Nun sehen also die beiden gemeinsam an den Abenden aus dem Fenster, als glückliche Eheleute, Mann und Frau. ... Welche Chronik des Lebens ergäbe es, wollte man von der ganzen Dorfstraße erzählen: von der Straße, die schöne alte Giebelhäuser und funkelnde Eiszapfen am Dächerrand und Rosen hinter Gartenmäuerchen hat und deren stark gewundenes, lichtes Band zwischen Weinhügeln dem Wald zugeht. 3n der heutigen Hummer der Familienblätter beginnen wir mit dem Abdruck des neuen Romans „herz, wo liegst du im Quartier?“ von K u r l h e y n i ck e. Es ist das jüngste Werk eines namhaften zeitgenössischen Dichters, eine sehr anmutige, heitere und spannende Liebesgeschichte in Frankreich während des Krieges 1870. Königsberg, im August 1939. Auf allen Feldern Ostpreußens sieht man in diesen Tagen und Wochen, in denen sich die Erntearbeit unter der glühenden. Sonne zusammendrängt, die schlanken, jugendlichen Gestalten, die mit ganzem Eifer sich bemühen, in ihren Leistungen nicht hinter den geschulten Landarbeiterkräften zurückzubleiben. Es sind Studentinnen und Studenten, die von allen deutschen Hochschulen stein und selbst im kleinsten Dors wehen die Fahnen des Großdeutschen Reiches. Alle Bahnhöfe haben festlichen Schmuck angelegt. Die Tribünenbauten sind vollendet, alle Vorkehrungen für die Unterbringung und Verpflegung der Massen bis in Letzte beendet. Etwa 100 Meter vor dem Ehrenmal ist das Rednerpodium aufgestellt. In der Nähe des Dorfes Wilken wird nach dem Staatsakt d i e Parade stattfinden. Hier sind Tribünenbauten von 6400 Meter Länge errichtet, die allein 40 000 Zuschauer aufnehmen können. Neben den Kämpfern des Weltkrieges wird die junge Wehrmacht des Großdeutschen Reiches und die Hitler-Jugend stehen. Das Gebiet I Ostland der HI. fuhrt einen Rad- marsch durch, der allein 20 000 Hitlerjungen nach Tannenberg bringt. ri ui m »k v. hs te* > .btt fc.4 nach dem Osten gekommen sind, weil die Notwendigkeit der Ernährungssicherung sie in diese landwirtschaftlich besonders wichtige Provinz rief. Auch ihr Einsatz hat noch nicht völlig genügt, alle Schwierigkeiten zu überwinden, denn man darf nicht vergessen, daß hier oben im Nordosten, so strahlend Sommer und Nachsommer meistens sind, doch sehr früh schon herbstliche Nebel und Kälte eintreten können, so daß dann Gefahr für wichtige Teile der Ernte bestünde. Um auf jeden Fall einer solchen Möglichkeit trotz des Mangels an Arbeitskräften vorzubeugen, ist jetzt die gesamte Bevölkerung der Provinz durch eine Polizeiverordnung verpflichtet worden, auf einen entsprechenden Aufruf hin sich i Erntearbeiten zur Verfügung zu Oorfstraße zwischen Weinhügeln Don Robert Braun. Gloria-Palast: „Das Mel". In Wien, wo der Schauspieler Hans Moser zu HaUse ist, nennt man einen Menschen solcher Gemütsart eine „Z'widerwurzn"; ziemlich schwierig auszusprechen, wenn man nicht aus Wien ist, aber sehr treffend. Im übrigen Reichsgebiet lautet die Kennzeichnung kürzer und allgemeiner verständlich: ein Ekel. Zum Glück kommt es ziemlich selten vor, mindestens in so ausgeprägter und gräßlicher Form wie hier. Ein Mensch namens Karl Sträubler, Spediteur und Weingroßhändler: er ist der Schrecken seiner Mitwelt, der Tyrann seiner Familie, eine Nervenzerreißprobe für den Vorsitzenden des Gerichtes. Ihn ärgert das Kreischen der Straßenbahn: ihn bringen die Zibeben im Gugelhupf zur Raserei (die Rosinen nämlich, die er im Kuchen nicht finden kann) — er sperrt bas Televhon in den Koffer, damit seine Tochter nicht mit dem jungen Mann sprechen kann, den sie liebt; er stößt seine Kegelbrüder vor den Kopf und kündigt ihnen bas Haus; er läßt sich Angelhaken in bie Manteltasche nähen, weil er glaubt, es habe ihm einer feine • Meerschaumspitze baraus gestohlen. (Natürlich hat er bei nächster Gelegenheit selber die Angel in der Hand.) So ein Mensch. Das kann natürlich auf die Dauer nicht gut gehen. Das endet vor Gericht und im Gefängnis. Dor Gericht aber reckt sich das Ekel erst zu seiner ganzen Scheußlichkeit auf, und in dieser Szene erreicht der Komiker Moser eine beinahe erschreckende Steigerung grotesken Humors, indem er, übrigens diesmal jederzeit verständlich und gar nicht nuschelnd, einen mißgeschaffenen Charakter in völliger Folgerichtigkeit demaskiert. Das Ekel erweist sich nebenbei auch als ein Pechvogel außergewöhnlichen Formats, und es hat beinah etwas Versöhnliches, wenn man gewahr wird, daß ihm in Mosers Darstellung auch freundlichere Züge nicht völlig fehlen, obgleich gewiß mancher die im Gefängnis vollzogene Wandlung und eine schöne Dauer der rührenden Familienszene zum Schluß leise bezweifeln wird. Moser beherrscht die Szene so sehr, daß das übrige, von Hans Deppe geführte Ensemble mehr oder minder als Chor wirkt, der mit verteilten Rollen jenem die Stichworte und den Explosivstoff zu liefern hat. Immerhin tun sich Josefine Dora, Fritz Kämpers, Ernst Waldow und die beiden Liebespaare — Herma Relin und Hans Holt; Else v. Mülle n d o ff f und Kurt Meise 1 — unter manchen andern hervor. — (Tobis.) Im Vorprogramm gibt es neben der Wochenschau einen hübschen Kulturfilm, der in Wort und Bild die hohe Intelligenz und vielseitige Verwendb^- des deutschen Schäferhundes schildert Hans Thynot. be K Mt. ton Äv W. iri® bt kW nriffij Zeitschriften. — Heft 7/8 der von Dr. C. Hitzerokh m Marburg herausgegebenen Heimatzeitschrift „H e s s e n 1 a n d" wird ein geleitet durch einen Rückblick „100 Jahre Marburger Geschichtsverein" von Walter Kürschner. An Hand von Abbildungen gibt Kurt Scharlau eine „Landschaftliche Charakteristik des Amöneburger Beckens", während Heinrich Diefenbach in einem Aufsatz „Königshöfe im Umlande der Amöneburg" einige Nebenergebnisse einer größeren Arbeit über die Territorialgeschichte des Kreises Marburg vorlegt; die Abhandlung ist mit Aufnahmen und Lage- plänen illustriert. Sehr amüsant zu lesen, auch kulturgeschichtlich aufschlußreich ist der Beitrag „Von Professoren und Studenten unserer Landesuniversität" von Carl Vogt. Erwin Schallenberg zeigt an schönen Türen, Toren und Portalen in Marburg Bilder althessischer Baukunst und Baulust. Endlich sei noch eine Sammlung „Humor der Stände und Berufe in hessischen Töpfer- und Hausinschriften" von Dr. R. Pissin erwähnt. europa — alle! — behandeln können, ohne daß dritte Mächte, die weder in Osteuropa liegen noch dort irgendwelche „Interessen" zu vertreten haben, sich einmengen oder gar sabotierend eingreifen könnten. Darüber hinaus braucht man nur noch auf die sehr aufschlußreichen Erklärungen des Reichsaußenministers von Ribbentrop zu verweisen. Es liegt in der Tat sehr nahe, daß der neue Pakt sehr nützliche Auswirkungen auch auf die weiteren Beziehungen zwischen Deutschland und Japan, ja im Verlauf der Entwicklung auch auf die Beziehungen zwischen Japan und Sowjetrußland haben dürfte. Wir haben in den vergangenen Monaten an Hand der Außenpolitik der Einkreisungsmächte wiederholt die Rückständigkeit und Zeitfremdheit jener Politik aufgezeigt. Der kaum begreifliche Grad dieser Zeitfremdheit zeichnete sich ja in der westeuropäischen Oeffentlichkeit sogar noch nach der Unterzeichnung des deutsch-russischen Paktes ab. Demgegenüber steht nun diese entscheidende Zeitenwende in Osteuropa, deren politische Bedeutung gar nicht überschätzt werden kann! Der langen Reihe seiner Befriedungswerke hat der Führer ein neues, ausschlaggebendes hinzugefügt. B. R. Friedrich dem Großen, das Bündnis vom 27. Februar 1813, den Rückoersicherungsvertrag Bismarcks vom 18. Juni 1887, den Vertrag von Rapallo von 1922 und schließlich den Berliner Vertrag vom 24. April 1926, der ja auch in der Präambel des neuen Paktes ausdrücklich als Ausgangspunkt bezeichnet wird. In der Tat, es ist so, und die Geschichte erweist es zur Genüge, daß Deutschland und Rußland immer dann st a r k waren, wenn sie miteinander arbeiteten. Man wird nicht übersehen dürfen, daß der Wunsch nach einem schnellen, vernünftigen und praktisch nützlichen Abschluß auch in Moskau so stark gewesen 'ist, daß die Unterzeichnung gerade jetzt, in diesem heiklen Augenblick, möglich wurde und daß darüber hinaus der Vertrag schon mit dem Augenblick seiner Unterzeichnung auch wirksam wurde, ein Vorgang, der für die unzeitgemäßen parlamentarisch-demokratischen Begriffe der Einkreisungsfachleute kaum begreiflich ist. Ohne in müßige Kombinationen westeuropäischer Art zu verfallen, wird man ferner ebensowenig übersehen dürfen, daß der neue Pakt eine sichere Gewähr dafür bietet, daß Großdeutschland und Sowjetrußland alle schwebenden Fragen in O st - Aus aller Wett. Ein übler Scherz. Auf höchst bedenkliche Weise erhielt ein junges Mädchen in Koblenz, das einem Arbeitskameraden 5 Mark geliehen hatte, das Geldstück zurück: der junge Mann legte es der Gläubigerin vor der Frühstückspause zwischen ihr Butterbrot, „um einen Spaß zu machen". Das Mädchen biß ahnungslos in ihr Brot, das Fünfmarkstück geriet in den Hals, blieb stecken und verursachte überaus heftige Schmerzen. In letzter Minute gelang es dem Mädchen dem Erstickungstode zu entgehen, indem sie das Geldstück hinunterwürgte. Nach einer Operation konnte ihr der Arzt das ausgeliehene Geld auf normale Weise zurückgeben. Blitzschlag äschert neun Scheunen ein. In Hollstadt bei Bad Neustadt setzte ein Blitz eine Scheune in Brand. Die Flammen griffen rasch um sich und erfaßten acht weitere Scheunen, die samt den Nebengebäuden völlig eingeäschert wurden. Auch zwei Wohnhäuser wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Dem Feuer fiel die gesamte Getreide- und Futterernte zum Opfer. Auch Schweine und Federvieh kamen in den Flammen um, dagegen konnte das Großvieh gerettet werden. Wende in Osteuropa. In einem Zeitraum von weniger als 12 Stunden, Isa noch nicht einmal einem halben Tag ist zwischen 'eutschland und Sowjetrußland in dem „Deutsch- iussischen Koysultativ- und Nichtangriffspakt" ein ierlragsmert zu Ende geführt und unterzeichnet lorben, das nicht weniger als einen völligen Um- chwung, eine Wende in der politischen Konstella- ion der Welt bedeutet. Seine politische Tragweite iir die Gegenwart zu kennzeichnen, ist nicht schwer; ,ine Auswirkungen für die Zukunft schon heute „deuten zu. wollen, wäre so voreilig wie unange- racht. Nehmen wir gleich das Wichtigste voraus. Der „tscheidende und für die Gegenwartslage schlag- lästigste Punkt des Vertrages ist naturgemäß I r t i f e l 4, der besagt, daß sich keiner der beiden ertragschließenden Partner an irgendeiner Qädjtegruppe beteiligt, die gegen den „deren Partner „mittelbar oder u n - n i 11 e I b a r" gerichtet ist. Das heißt also, daß ie fast dreivierteljährigen Versuche, die Sowjet- nion als stärkste Ostmacht der Einkreisung gegen leutschland einzufügen, für jetzt und voraussichtlich lle Zukunft zunichte gemacht sind! In der Erkenntnis der ungeheuren' Bedeutung dieses Tatbestandes chrieb ja auch ein führendes japanisches Blatt ii)on unmittelbar nach der Ankündigung des Paktes chr richtig, das ganze Unternehmen sei „ein Meisterstück der Politik Adolf Hitlers". In ebenso lästiger Erkenntnis bauen England und Frankreich !>re Militärmissionen in Moskau bereits ab. Es ist n der Tat eine Situation von höchstem satyrischem !eiz gewesen, daß diese Militärmissionen sich in en letzten beiden Tagen die deprimierende Langeweile mit Museumsbesuchen zu vertreiben suchten, nährend unmittelbar nebenan, im Nachbarhaus, be- eits der deutsche Reichsaußenminister sich zur icihrt in den Kreml zur Unterzeichnung des Der- 'eilena in* i# -5 fOW rages anschickte. Kaum weniger wichtig aber als jener Artikel 4, er die Allianzbildung der Westmächte mit Sowjet- ußland ausschließt und überdies dem franzö- sch-sowjetrusstschen Pakt von 1935 seine Gefähr- chkeit nimmt, ist der Artikel 3, der einen fort- jufenDen, d. h. dauernden Meinungsausau s ch zwischen den briDen Mächten in allen enjemgen Fragen sichert, die bie gemeinsamen mleressen Großdeutschlands und Sowjetrußlands ietrifft. Damit ist praktisch auch für die Zukunft illen Bemühungen der Einkreisungsmächte um die Gewinnung Sowjetrußlands ein Riegel vorgeschoben. Es liegt eine völlige Verkennung der Sachlage >arin, wenn sich die Westmächte jetzt iU ihrer Ver- meiflung damit zu trösten suchen, daß ja der Deutsch-Russische Konsultativ- und Nichtangriffspakt puc, „andere Abmachungen" nicht ausschließe oder laß es die Gepflogenheit der Sowjets fei, in jedem Saft eine „Eventualklausel" einzubauen, der ihnen im entscheidenden Augenblick völlige Handlungs- ceiheit läßt. Wir entnehmen daraus nicht ohne Hiles inneres Vergnügen die Tatsache, daß man ch im Westen solche Pakte wohl hat aufhängen rssen müssen, und verweisen im übrigen auf den fällig eindeutigen Wortlaut des Ver- fagstextes, der bei aller Knappheit die absolut Kare Sprache eines Vertragsinstrumentes hat, wie f,e das nationalsozialistische Deutschland anders überhaupt nicht unterzeichnen würde. Die immer wieder verblüffende Schnelligkeit der großen außenpolitischen Aktionen tritt gerade bei diesem Vertragswert wieder besonders augenfällig hervor. Diese Schnelligkeit zusammen mit ber lang* triftigen Dauer des Vertrages und der Möglichkeit einer weiteren Fortführung besagen wirklich genug 1 darüber, mit welcher Bereitwilligkeit und welchem achlich fundierten Ernst die beiden Regierungen !■ inmitten einer verbrecherischen Kriegshetze der Ein- :reifungsfront sich auf den Weg zuruckbegeben, der >urch die jahrhundertealten Beziehungen vorgezeich- let war: Wir nennen hier kurz nur noef) einmal bas Abkommen von 1762 zwischen Peter III. und Ostpreußen rüstet für Tannenberg Von unserem Dr. St.-Korrespondenten. Wie kenne ich sie gut, die Straße Zwischen Weinhügeln, die dem Wald zugeht. Zwischen Giebelhäusern gibt es ein altes Mäuerchen, ein Stück Blumengarten umgrenzt. Ost lehne ich nn Sommer daran und sehe in die Roseno ist lye, i>ie dahinter wachsen: jedes Jahr, vom Ium bis Oktober, verglühen sie ihr unerschöpfliches Leben. Mn einem Stock kommen sie alle in einem Hellen Scharlach hervor, an einem andern aber D^r.Vc."2n iic von Purpur in Honiggold, was am schönsten ichtdar wird, wenn das Licht der nahen Laterne an den Atzenden nur einzelnes aus dem Dunkel hebt. Manchmal bleibt ein Paar davor stehen, das sben singend aus einem der Weinhäuser gekommen st, atmet den Duft und zieht weiter. Das sind die Rosen, aber mit den Leuten Die »a wohnen, steht es anders. Da ist die alte Frau, "ie ihr verkrüppeltes Enkelkind jeden Tag bestichte, en Jungen, der, obzwar er schon achtzehn viahre rit war, so hilflos zurückgebliebene Füße hat daß r in einem Wägelchen Platz fand. Die Frau führte hn in den einsamen Hof und saß dann schweigend leben ihm. Er rauchte eine Zigarette, zeigte hm . nd wieder auf die Schwalben, besprach rurz Das Wetter mit der Großmutter. Viele Stunden blieb iie Alte geduldig an seiner Seite, strickte etwas, i erfolgte den Vogelflug. Sie ahnte wohl, datz ihr Enkelkind die Rotschwänzchen des nächsten rulp I ngs nicht mehr sehen, daß er nicht mehr lange aas Wetter prophezeien würde. Ihr Sohn, der auch hinter den Rosen wohnt, - rbeitet im Weingarten. Er ist ein kleiner Mensch Nit dem Gesicht eines Piraten, und die Hosen hat ir immer so hochgebunden, daß sie bei seinen weiten Schritten in ihrer Ausgefranstheit* über den hageren j Serien schlenkern. Man würde kaum glauoen, Daß ' ir auf die Frauen des Dorfes einen nicht unbe- rächtlichen Eindruck macht, ja, daß er em Don Suan ist, da er ein benachbartes Hausierpaar m drüben" schon mehrere Tage hier verweilen müssen. Darüber, daß diese Gäste länger hier verweilen, ist man in Ostpreußen nicht betrübt. Das gibt wieder einmal Gelegenheit, die berühmte o st p r e u ß i s ch e Gastlichkeit zu bewähren, die sich dadurch aus- zeichnet, daß sie jeden einzelnen ganz nach Wünschen und Neigungen zu empfangen und zu behandeln weiß. Daß für die Besucher des Tannenberg-Tages, die ja zum großen Teil Mitkämp - f e r der Schlacht sind, alles aufgeboten wird, um ihnen diese Tage freundlich zu gestalten, ist eine Selbstverständlichkeit. Der Aufmarsch der aus der Provinz Ostpreußen selbst erwarteten 150 000 Teilnehmer beim Staatsakt in Tannenberg wird in mancher Hinsicht ein - neues und ungewohntes Bild bieten, denn hier in Ostpreußen spielt Das Pferd noch eine ganz andere Rolle als im übrigen Reich. Warum also sollte man das Pferd nicht auch für den An- und Abtransport der Gäste dienstbar machen, wenn auf viele Kilometer im Umkreis nahezu jeder Pferd ! und Wagen hat, Dagegen die Kraftwagen hier noch •- verhältnismäßig dünn verteilt find? Also werden j am 27. August aus einem bestimmten Umkreis um i Hohenstein herum die Gäste zumeist m i t P f e r d e- j g e f p a n n kommen, für die vorsorglich besonders i schattige Parkplätze eingerichtet worden sind. Und I da nun einmal das Pferd jedem Ostpreußen ans ; Herz gewachsen ist, werden Reiter und Pferde auch > bei Der großen Feldparade am Abschluß Der 1 Veranstaltung stark im Vordergrund stehen. Die wohnliche und mit allen Annehmlichkeiten aus gestattete Baracken st adt, die vor allem mit Hilfe Des Reichsarbeitsdienstes für die Gäste von jenseits Des Korridors aufgebaut wird, hat eine ganz besonders bevorzugte Lage. Von ihr aus hat man den schönsten Blick auf Das Reichsehrenmal, das hier geradezu aus Der Landschaft herauswächst. So haben die Besucher Die ganzen Tage hindurch die Erinnerung an die Tage der Schlacht vor Augen. Erinnerung und Leben, Gestern, Heute und Morgen wachsen hier vor dem Reichsehrenmal, beim Besuch Der grünversunkenen Heldenfriedhöfe im Bewußtsein Der nahen Grenze zusammen. Sie ersten Sonderzüge eingetroffen. H o h e n ft e i n, 24. August. (DNB.) Die ersten Sonderzüge laufen in Hohenstein ein. Schon sieht man viel Tausende von Kameraden in den schmucken blauen Uniformen des NS.-Reichskrieger- bundes. Von Marienburg bis Allenstein und Hohen- l 4800 Mark beträgt - neben vielen anderen — der 1. Preis im großen FEX-Preisausschreiben, das am 10. Sept, zu Ende geht. Verlangen Sie bei Ihrem Kaufmann oder von Sunlicht Berlin einen Prospekt und beantworten Sie unsere Preisfrage: „Was sagen Sie zu FEX?“ aUcattyxi gä nur 28 Pf- das zeitgemäße Sunlicht- Feinwascnmittel: es reinigt verblüffend, schont u. verschöntl chri nem U N eure* lch h in in- eicht offen -viel loltij N efenh 27.1 * imiffl 10® ; ar cheiü' Das gewaltsame Ende schien in dieser Familie schon üblich zu sein. Sein Sohn wieder, der mächtige Straßenbahnschaffner, der eine freundliche Frau und ein kleines Mädchen sein eigen nennen konnte, war ihm diesen Weg vor einem Jahr schon vorausgegangen. Ich sah ihn an einem Frühlingstag ein neues Gattertor in sein Mäuerchen einpassen; der schwere Mann mit dem roten Gesicht kniete in der Türöffnung und hämmerte die Bohlen ein, und ein paar Tage später hieß es, er sei geradewegs in den Strom gegangen, der eine Gehstunde von hier entfernt in breitem Bogen um die Hügel fließt. So also sieht es aus mit den Leuten hinter den Rosensträuchern, Deren Blüten Jahr um Jahr em so zauberisches Leben verschwenden ... Außer diesem Hause gibt es viele andere. Jedes einzelne ist zum Malen schön, hat einen Birnbaum oder alten Flieder und Holunder oder wird hoch überschattet vom Wipfel einer Kastanie. Oder es trägt ein unversehrtes Schindeldach, macht sich freundlich bemerkbar durch ein Stuckornament Zwischen den Fenstern. Sieht man aber dahinter au das Leben der Leute, die hier wohnen, so erfahrt man meistens traurige Geschichten. Am Eingang des engsten Teils steht ein geräumiges Giebelhaus, das im Feld feines ftemernen Tor-Wappens drei von einem Kreuz gekrönte Bienenkörbe fuhrt. Ein alter, einsamer 'Maler bewohnt es, der viele Jahre dafür ge°p,ert hatte, dieses Gebäude, das einst die Meierei eines Slotters aeiefen ist, aus seiner Verschüttung, zu befreien. Das war ihm wunderbar gelungen, »eine Zimmer sind nun erfüllt von gotischen Spitzbogen, von behaglichen Nischen, Erkern und den Reiten mittelalterlicher Fresken. Und er oerliebte sich |o sehr in diese von ihm entdeckten Schatze, datz er fast immer zu Hause bleibt. Nichts oer|tort chn so ehr, ctts wenn er erfährt, es wurde da etwas Altes im Dorfe verändert. Das Leben gibt 'hm freilich genug Anlaß zu solchem Aergeri immer,ort wird fa etwas verändert. So weitz Niemand von den vielen Fremden, die dieses Haus anstaunen, am Geländer des Baches sitzen und es -bezeichnen oder die es photographieren, datz hinter diesen Mauern ein Verbitterter sitzt, der den Strom der Fei au - haiten mochte. Begenet man einmal dem unter- fehlen, langsam und sest ausschreitenden Mann in einem dunklen Rock, so blickt er schon von weitem mürrisch zu Badem verschanzt hinter seiner schwarz fpiegelnben Maler-Brille. Im engsten Straßenteil gibt es natürlich ferne , Gärten. Auf einer uralten Mauer findet man wohl . Grasbüschet, Storchschnabel, Klatschmohn aber dies 1 hat Der WinD eingesetzt. Trotzdem ist so viel Schönes beisammen. Da find Die ebenerDigen 3en- Die Kulturarbeit der Hitler-Lugenals Erziehungsaufgabe. Leranstaltungsringe für die Stadt- und die Landjugend. Neben der sportlichen und weltanschaulichen Schulung nimmt die kulturelle Arbeit in der Hitler- Jugend einen breiten Raum ein. Gerade Gießen ist aus diesem Gebiet den meisten Städten voraus, da der Theaterring der Hitler-Jugend in Gießen, der nun seit zwei Jahren besteht, einer der ersten im ganzen Reich war. In diesem Jahre wird nun der bisher bestehende Theater- ring zu einem Veranstaltunasring erweitert, indem er sich nicht nur auf das Theater beschränkt, sondern alle kulturellen Möglichkeiten der Stadt Gießen zu nutzen versucht. So werden unsere Jungen und Mädel außer sieben Theatervorstellungen noch einem Musik- abend des Konzertvereins und zwei oder drei Filmvorstellungen besuchen. Weiterhin laufen zur Zeit noch Verhandlungen mit dem Goethe-Bund im Hinblick auf den Besuch von Dichterabenden. An Theatervorstellungen sind vorgesehen: eine Oper („Die lustigen Weiber von Windsor"), eine Operette („Der Zigeunerbaron"), drei Dramen („Agnes Bernauer", „Maria Stuart" und „Prinz von Preußen") und drei Lustspiele („Für die Katz" von Hinrichs, „Der eingebildete Kranke" und „Erzwungene Heirat" van Moliere). Der Veranstaltungsring wird am 2. Oktober mit der Vorstellung „Agnes Bernauer" beginnen. Damit die gesamte, kulturell interessierte Jugend im Veranstaltungsring erfaßt werden kann, darf die Teilnahme nicht von der finanziellen Lage des Jungen abhängen. Es konnten durch das Entgegenkommen aller beteiligten Körperschaften die Eintrittspreise sehr gering gehalten werden. Die Mitglieder zahlen pro Jahr einen Unkostenbeitrag von 0,20 RM., für die Theatervorstellung 0,70 RM. und für eine Filmvorführung 0,40 RM. Wie in den Vorjahren zahlen sie für die Morgenfeiern des Stadttheaters auf allen Plätzen 0,25 RM. Außer den sieben Pflichtvorstellungen kann jede Mittwoch- vorstellung zum Eintrittspreis von 0,85 RM. besucht werden. Durch reichseinheitliche Regelung bekommen die Mitglieder des HJ.-Veranstaltungsringes 50 v. H. Ermäßigung zu allen Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Zum ersten Male wird in diesem Jahre der Versuch unternommen, auch das Land in die kulturelle Arbeit einzubeziehen. Da wegen ungünstiger Zugverbindung im Winter keine Anfahrtsmöglichkeiten bestehen, waren die meisten Jungens und Mädels vom Lande von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Bannführung versucht nun, durch Gründung eines zweiten Veranstaltungsringes diesem Mißstand abzuhelfen. Die Vorstellungen dieses Land-Deranstal- tungsringes finden Sonntag nachmittag um 14.30 Uhr statt. Es werden drei Theatervorstellungen gegeben, und zwar Lessings „Agnes Bernauer", Hinrichs „Für die Katz" und ein Moliere-Abend mit „Erzwungenen Heirat" und „Der eingebildete Kranke". Der Veranstaltungsring auf dem Land wird durch Vorträge in Verbindung mit dem Volksbildungswerk der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" erweitert werden. Der südliche Teil des Bannes 116 wird eine ähnliche Organisation im Sommer kennenlernen, indem dort ein Veranstaltungsring mit dem Sitz in Bad-Nauheim gegründet wird. Die gesamte Arbeit ist getragen von dem Wunsche, die Jugend in ein nahes Verhältnis zu den Werken der Dichtung, der Musik und des Films zu bringen und sie so die edlen Gestaltungskräfte im Leben unseres Volkes kennenlernen zu lassen. Die Arbeit in den Veranstaltungsringen stellt einen wesentlichen Teil der Bildungsaufgabe der Hitler-Jugend dar. Reichsparteitag des Friedens. Zeigten bereits die letzten Parteitage, daß das Nationalsozialistische Fliegerkorps, gemäß seiner Aufgabenstellung, nicht nur als Formation im Vorbeimarsch vor dem Führer und bei den NS.-Kampf- spielen vertreten ist, sondern auch fliegerisch in Erscheinung tritt, so wird der diesjährige Parteitag des Friedens diese Tatsache in noch größerem Rahmen Herausstellen. In Norddeutschland, im Fluggelände Trebbin, sind die bekanntesten Flugzeugführer des NS.-Fliegerkorps zusammengezogen, um das fliege- rische Programm, mit dem diesmal das NS.-Fliegerkorps in Nürnberg aufwarten will, einzuüben. Lösten bereits beim letztenmal die drei Hochleistungssegelflugzeuge mit ihrem Kunstflugprogramm und der anschließenden genauen Landung vor der Führertribüne lebhaften Beifall aus, so soll in diesem Jahre das Programm noch erheblich erweitert werden. Von der NSFK.-Gruppe 11 ist deshalb NSFK.-Obertrupp- führer Jochem Kühn (Darmstadt) nach Trebbin kommandiert worden, um als gewissenhafter Schlepp- Pilot zum Gelingen der Schaunummern beizutragen. Aber nicht nur in der Luft, auch auf dem Boden muß sich ein Flugzeugführer bewähren können. Aus dem gejamten Bereich der Gruppe 11 (Hessen- Schützt die Er Es ist kaum ein Tag in den Sommermonaten, an dem nicht Meldungen über teilweise beträchtliche Brandschäden auf dem flachen Lande bei den Versicherungsgesellschaften einlaufen — Jahr für Jahr geht der dringende Appell an das deutsche Landvolk, größeres Augenmerk auf die Brandverhütung und den Ernteschutz zu richten, und doch ist unverändert die traurige Feststellung zu machen, daß alljährlich riesenhafte Werte dem Feuer zum Opfer fallen. Von den rund 400 Millionen Reichsmark, die insgesamt an Sachwerten im Altreich im Laufe eines Jahres durch Brand vernichtet werden, fallen allein ungefähr 250 Millionen Reichsmark auf das Land, und was allein an Nahrungsmitteln dem Verlust anheimfällt, würde laufend den ständigen Bedarf von rund 200 000 Volksgenossen decken können. Nicht nur riesige Erntevorräte an Getreide und Westmark) des NS>Fliegerkorps nehmen etwa 130 Marschteilnehmer an dem Parteitag in Nürnberg teil. Drei bewährte Stürme: 2/72 Bad Kreuznach, 8/75 Diez an der Lahn und 5/77 Rüsselsheim am Main, sind für die Entgegennahme ihrer Stürmfahnen vorgesehen. Nachdem bei den Reichswettkämpfen des NS.-Fliegerkorps in Düsseldorf die NSFK.-Gruppe 11 auf wehrsportlichem Gebiet gute Leistungen erzielen konnte, stellt sie nun für die NS.-Kampfspiele anläßlich des Parteitages zwei Mannschaften. Im Mannschaftsorientierungslauf (NSFK.-Sturm- führer $unge, NSFK.-Scharführer Neubert, Rotten- 'führer Schmitt und NSFK.-Mann Leichter vom NSFK.-Sturm 1/75 Frankfurt a. M., ist eine Strecke über 6 km mit 4 Kontrollpunkten zu laufen, aus der außerdem verschiedene Bedingungen zu ersül- lien sind. In der 4X100-m-Staffel wird die NSFK.- Gruppe 11 durch NSFK.-Truppführer Scheer vom Sturm 5/72 Bad Kreuznach, Oberscharführer Eisenhauer vom Stabe der Gruppe 11 und die NSFÄ.- M ärmer Schluer vom Sturm 1/77 Darmstadt und Reichenbach von 2/77 Offenbach vertreten. nie vor Dran-? Heu werden jährlich ein Raub der Flammen, sondern auch eine große Anzahl von Nutz- und Schlacht- tieren. Wenn auch der gesamte Schaden, der dadurch dem deutschen Viehbestand zugefügt wird, noch nicht zahlenmäßig erfaßt ist, so lassen doch die Berichte einzelner Feueroersicherungsanstalten erkennen, in welch beträchtlicher Zahl Vieh dem Feuer zum Opfer fällt. Um es vor Brandgefahren zu schützen, müssen vor allem die elektrischen Anlagen in den Ställen in Ordnung sein. Scheunen und Ställe dürfen niemals mit offenem Licht betreten werden, und Rauchen ist dort strengstens verboten. Da 86 v. H. aller Blitzeinschläge das Land treffen, muß auch für den nötigen Blitzschutz gesorgt werden. Dazu genügt es nicht, die Ställe mit Blitzableitern zu versehen, sondern alle Eisenteile in ihnen ebenfalls an den Blitzableiter anzuschließen und sorgAus der Stadl Gießen. Wieder daheim... Der O-Zug eilt pfeilschnell durch die Landschaft, in der die Farben des Spätsommers wirksam sind. Die Sonne gibt diesen Farben eine erstaunliche Leuchtkraft, und du stehst am Abteilfenster und läßt die bunten Bilder träumerisch an dir vorübergleiten. Gestern noch saßest du in dem hübschen kleinen Kaffeegarten deines Urlaubsortes und schriebest die letzten Karten aus der Sommerfrische. Dann hast du noch einen ausgiebigen Bummel durch die reizvolle Gegend gemacht, aber als heute früh das Weck- zeichen kam, da war es gleichzeitig das Schlußsignal für den schönen Ferienaufenthalt. Leider! Und nun schaust du also aus dem Abteilfenster und denkst an die Tage zurück, in denen du völlig unbeschwert das Glück der freien Zeit genießen konntest. Deine Gesichtsfarbe ist einigermaßen gebräunt, kein Wunder, du hast dich auch redlich darum bemüht. Wenn sie dich morgen im Büro Wiedersehen, werden sie dir zweifellos Komplimente machen, und du wirst das Wetter mächtig herausstreichen und nachdenklich sagen: „Ja, Kinder, es war eine pradjb volle Zeit!" Merkwürdig, wie die Gedanken sich so rasch schon wieder mit der alltäglichen Umwelt beschäftigen. Dabei ist dir noch gar nicht zumute, als wäre es mit dem Urlaub schon völlig zu Ende. Aber jetzt tauchen seitwärts vom Schienenstrang bereits vertrautere Bilder auf. Drüben ist der Ort, in dem du im Frühjahr mal einen Wochenendaufenthalt verbracht hast. Und gleich kommt auch die letzte Station, wo der O-Zug noch einmal hält, ehe er dem heimatlichen Bahnhof zustrebt. Ja, bas, ist zweifellos schon die heimatliche Landschaft, völlig unverändert und sehr verschönt von dem Sonnenschein des spätsommerlichen Tages. Nur kurze Zeit bist du fortgewesen, aber jetzt kommt es dir vor, als sei inzwischen eine Unendlichkeit verstrichen. Ob im Büro alles noch feinen Gang geht? Ob auch schon der große Auftrag eingegangen ist, um den du dich seinerzeit noch sehr bemüht hast? Eigentümlich, da sind sie schon wieder, die Gedanken an die Berufsarbeit. Es ist, als kämen sie gleichsam mit der Landschaft auf dich zu. Donnernd fährt der Zug in die Bahnhofshalle ein. Ein wenig erregt nimmst du deinen Koffer zur Hand und springst auf den Bahnsteig. Schnuppernd ziehst du die Luit ein. Heimatluft, kein Zweifel. Drüben fährt der Zeitungsoerkäufer und preist seine Blätter an, von denen du einige kauftest, als du frohgemut die Reise antratest. An der Sperre gibst du deine Urlaubskarte hin, die Trennung ist ein bißchen schmerzlich, aber sie muß sein. Und dann stehst du also auf dem heimatlichen Pflaster. Du bist tatsächlich wieder daheim. Etwas benommen blickst du in das Straßenaewühl, der Wechsel kommt doch ein wenig plötzlich, aber das hat nichts auf sich. Wenn der morgige Tag erst vergangen ist, sieht die Umwelt schon wieder alltäglich aus, und in wenigen Tagen wird die Ferienfahrt nur noch eine angenehme, beglückende Erinnerung sein. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Ekel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Geliebte". Hitler-Jugend Bann 116. INarine-Gefolgfchaft. Samstag, 26. August, 15 Uhr, tritt die gesamte Marine-Gesolgschast am Heim an. Dienst: Umzug in das neue Heim an der Lahn. Junggenossen, die später Geschäftsschluß haben, müssen später kommen. Handwagen sind mitzubringen. Am Samstag, um 16.15 Uhr, treten die Laubachfahrer zur Fahrt in die Bannführerschule am Bahnhof an. Sonntag, 27. August, 9 Uhr, tritt die Gefolgschaft zum Umzug in das neue Heim in der Roonstraße an. Handwagen und Gartengeräte sind mitzubringen. MGenleillWsk Ä Kraft öiint) Srenöe w > Betr.: Sonderzug nach Berlin. Dom 6. bis 10. 10. 1939 wird eine Sonderfahrt nach Berlin durchgeführt. Der Fahrpreis einschließlich zwei Uebernachtungen beträgt 19,— RM. Auskunft und Anmeldung in unserer Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60. 5713D Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau f. Sa. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Selbstverständlich! Sicher! Ich habe natürlich längst in meinem Bett gelegen. Ich kam spät aus Glasgow zurück, war von der langen Fahrt sehr müde und ging sofort schlafen. Was sollte ich auch sonst getan haben? Ich hatte nur eine Verständigungsprobe und bin darauf sofort abgefahren. Ich war bereits gegen zehn Uhr in London und todmüde dazu. Was soll man da tun, als ins Bett zu gehen?" ereifert sich Holgerson. „Ich möchte nur vermeiden, daß ich irgendwie in einen Prozeß verwickelt werde. Wir Künstler schätzen solche Reklame nicht immer!" „Das begreife ich vollkommen. Sie haben die kritische Nacht in Ihrem Bett verbracht. Nach menschlichem Ermessen ist damit die ganze Angelegenheit für Sie erledigt. Machen Sie sich keine Kopfschmerzen darüber." Pembroke kritzelt hastig ein paar Notizen in feinen Schreibblock. Dann erhebt er sich und verabschiedet sich mit einigen herzlichen Entschuldigungen. Lange sieht ihm Holgerson nach. Jene Nacht hat er keineswegs in seinem Bett verbracht. Verteufelt! Wenn dieser Spürhund dahinterkäme! Der kalte Schweiß tritt ihm auf die Stirn. Mit nervösen Fingern stößt er seine Zigarette in den Aschenbecher. Wenn man nur wüßte, was man tun kann? Vor allem Geld ... so viel bares Geld aus dem Werk herausziehen, als sich nur ermöglichen läßt ... und dann fort ... fort ... irgendwohin ... wo ihn niemand kennt, wo ihn niemand entdecken kann. Blaß und verfallen sieht Asbjörn Holgerson aus, als er langsam durch die Straßen geht. Er schaut nicht nach rechts und nicht nach links ... es ist ihm diesmal gleichgültig, ob man ihn erkennt und bewundernde Blicke hinter ihm hersendet ... er schaut nicht einmal in den Papierhandlungen nach, ob unter den Künstlerphotos auch das seine zu finden ist . . . Er ahnt nicht, daß zur gleichen Stunde Mr. Pembroke bereits ein nachdenkliches Telephongespräch führt. Mit seinem Freunde, dem Inspektor Linkerton. 12. Das Testament. Die Testamentseröffnung bringt weiter keine Ueberraschung. Der Verstorbene läßt seinen Besitz den beiden Stieftöchtern zu gleichen Teilen zukommen. Gleichzeitig schlägt er seinen Bruder zum Leiter der Werke vor. Dr. Kleiber, der Seniorchef der bekannten Anwaltsfirma „Kleiber and Son", hat das karge Dokument verlesen, dann räuspert er sich in der Stille, die entstanden ist, putzt umständlich seine Brille und setzt dann folgendes hinzu: „An der Ordnungsmäßigkeit des Testaments ist nicht zu zweifeln. Alle Bedingungen, die das Gesetz vorschreibt, sind erfüllt. Ich fühle mich allerdings verpflichtet. Ihnen zu erklären, daß das Testament in seiner vorliegenden Form nicht mehr dem- eigentlichen Willen des Erblassers entspricht." Holgerson lacht kurz auf und wirft ein, daß das wohl eine rein private Vermutung des Anwalts sei. „Gewiß!" bestätigt der sehr höflich. „Es ist nur eine private Ansicht. Leider. Aber ich möchte sie Ihnen nicht vorenthalten. Zweiundzwanzig Jahre ließ der Verstorbene seine sämtlichen Rechtsgeschäfte durch mein Haus erledigen. Wir haben hier in meinem Hause und auch in dem feinen manche Stunde gemeinsam verbracht. Ich weiß, welche Gedanken ihn bewegten. Dieses Testament ist vor gut zehn Jahren entstanden. In jener Zeit waren Sie, meine Damen, noch junge Mädchen, die eben als erwachsen ZU bezeichnen waren. Ihr Vater hat sie beide sehr gern gehabt ... obwohl er eigentlich nur Ihr Stiefvater war!" „Unerhört, diese Fragen zu streifen. Mister Kleiber! Das gehört auf keinen Fall hierher!" „Es gehört hierher, Mister Holgerson. Zu jener Zeit hat der Verstorbene wohl ein Testament gewacht, aber er hat kaum ernstlich mit feinem Ableben gerechnet. In den letzten zwei Jahren dagegen waren feine Gedanken oft in die Zeit gerichtet, die nach ihm kommen würde, und die Frage „Was wird aus meiner Lebensarbeit, a-s meinem Werk?" hat ihm viel Kopfzerbrechen bereiter Sie schien ihm erst gelöst, als er Doktor Hellmers kennenlernte. Doktor Hellmers ist hier nicht anwesend. Er nimmt an der Erbschaft nicht teil. Hätte Sir John wenige Wochen länger gelebt, so hätte man die Leitung der Werke wohl in die Hände seines engsten Mitarbeiters, eben des Herrn Doktor Hellmers gelegt. Das war der wirkliche letzte Wille des Verstorbenen. Er hat zu mir oft davon gesprochen, es war feine feste Ueberzeugung, daß er in diesem Manne seinen geeigneten Nachfolger gefunden hatte. Leider hat der Tod ihn ereilt, ehe er seinen wirklichen Willen zu Papier bringen konnte." Der greife Anwalt räuspert sich, und diese Pause benutzt Holgerson, um spöttisch einzuwerfen, daß das ja alles Theorien feien, die hier nicht zur Debatte stünden. ,^Jst das auch die Meinung der anderen Herrschaften?" Elaire zuckt die Achseln, ihr ist das alles gleichgültig, und in ihrer kurzen, drastischen Art gibt sie das denn auch zu verstehen. William Perkins dagegen wiegt bedächtig den Kopf und meint, daß er keinen Grund zur Beunruhigung sähe. Selbstverständlich werde Doktor Hellmers auch weiterhin der technische Leiter bleiben, er wüßte keinen besseren Mann dafür. Vivie wirst ihm einen dankbaren Blick zu, der ihm beweist, daß auch sie so denkt. „Ich möchte Vaters eigentlichen letzten Willen respektieren", sagt sie, „ich freue mich, daß Onkel William der gleichen Meinung ist." „Nun, dann war meine private Meinung doch nicht so ganz umsonst zum Ausdruck gebracht!" schließt der Anwalt die Besprechung zufrieden ab. "Und ich glaube Ihnen versichern zu können, daß es nicht nur den Werken zum Vorteil gereicht, sondern auch Ihnen persönlich. Die Früchte der Arbeit dieses Mannes fallen ja Ihnen, meine Damen, in den Schoß." Auf dem Heimwege macht Holgerson seiner Frau heftige Vorwürfe. Er ist gar nicht damit einverstanden, daß eigentlich alles beim alten bleiben soll. „Warum muß ein Fremder uns vorschreiben, was. fällig zu erben. Besondere Schutzmaßnahmen sind auch an den Weiden zu treffen, „wo die Eisendrähte der Koppeln durch geerdete Querdrähte verbunden werden müssen und auf jeder Weide ein mit einer Blitzableiteranlage versehener Zufluchtschuppen sich befinden sollte." Auch Selbstentzündung, Kurzschluß, Funkenflug von Kraftmaschinen, schadhafte Feuerstellen können nur zu leicht zum Gefahrenherd werden und erfordern daher sorgfältige Ueberwachung. Wir sind uns klar darüber, daß gerade auf dem flachen Lande die Brandursachen im Vergleich zu den Städten sehr vielseitig sind. Aber gerade aus diesem Grunde muß die Aufmerksamkeit des deutschen Landvolkes dem Ernteschutz gegenüber noch größer werden. In diesem Zusammenhang sagt man auch gewiß nichts Neues, daß an der weitaus überwiegenden Zahl der Brände und der Schäden dem Menschen selbst die Schuld zufällt, der in oft sorglosem Leichtsinn das Unglück heraufbeschwört. Vor allen Dingen sind es aber noch die Kinderbrandstiftungen, die bisher das größte Unheil anrichteten. Gerade in der Erntezeit, die die Kräfte der Erwachsenen beanspruchen, bietet sich den oft unbeaufsichtigten Kindern Gelegenheit zu gefahrvollen Spielereien. So zählte man bisher noch rund 5000 Kinderbrandstiftungen, die zum weitaus größten Teil auf dem Lande zu verzeichnen waren. Wie aber gerade hier durch geeignete Maßnahmen eine Eindämmung dieser Brandstiftungen erzielt werden kann, das beweist die NSV. in ihrer Dorftätigkeit durch die Errichtung von „Erntekindergärten", die dadurch einen wertvollen Beitrag zur Verhütung der unheilvollen Kinderbrandstiftungen leistet. So wie in diesem Falle, werden sich durch noch stärkere Aufklärung und Ueberwachung auch andere Ge- fahrenmomente einschränken lassen. Denn es gilt, die deutsche Ernte, das tägliche Brot, vor dem „roten Hahn" zu schützen. Musterung 1939. Seit fünf Wochen ist die planmäßige und alljährlich übliche Musterung der Jahrgänge 1919 und 1920 im Gange. Die Musterungen in den Kreisen Lauterbach und Alsfeld sind bereits abgeschlossen. Gegenwärtig finden sich die Wehrpflichtigen aus dem Landkreis Gießen zur Musterung im „Burghof" in Gießen ein. Diele junge Männer aus der näheren Umgebung kommen in geschlossener Marschgruppe, oder auf geschmückten Leiterwagen an und sind guter Dinge. Nach den Klängen der Ziehharmonika wird manches Lied gesungen. Die Musterung der Wehrpflichtigen aus dem Stadtkreis Gießen fand bereits vor fünf Wochen statt. Wie wir vom Musterungsoffizier, Oberstleutnant Kühne, hören, ist bei den jungen Wehrpflichtigen lebhafte Wehrfreudigkeit festzustellen. Als weitere erfreuliche Erscheinung fällt auf, daß die Landjugend in körperlicher und geistiger Hinsicht gegenüber früheren Jahren einen erheblichen Fortschritt aufzuweisen hat. Diese Fortschritte sind, so hören wir weiter, zweifellos darauf zurückzuführen, daß die Wehrpflichtigen, die durch die Hitler-Jugend, durch die SA., wie auch durch den Arbeitsdienst gingen, schon eine Erziehungsarbeit und körperliche Förderung erfahren haben, und werden jetzt bei den ärztlichen Untersuchungen bestätigt. Mit besonderer Freude teilt der Musterungsoffizier mit, daß der Gang der Musterung durch die frische Art des Auftretens der Wehrpflichtigen, durch die klaren Antworten ufw. sehr gefördert wird. Als sehr zweckmäßig hat sich im Laufe der vergangenen Wochen das geschlossene Auftreten ganzer Arbetts- bienftabteilungen zur Aushebung erwiesen. Diele junge Männer kommen mit klaren Wünschen im Hinblick auf die Zuteilung zu bieier ober jener Waffe. Diesen Wünschen wird — im Rahmen der Möglichkeiten — gerne entsprochen. Lehrlinge für Ostern 1940 sind bis 1. Oktober zu beantragen. Der Reichsarbeitsminister hat neue Richtlinien für die Einstellungsgenehmigung von Lehrlingen erlassen. Danach muß der Betrieb, der einen Lehrling einstellen will, einen Antrag auf Genehmigung von Lehrstellen unmittelbar an das Arbeitsamt richten. Eine Durchschrift ist, wie der Reichsstand des deutschen Handwerks weiter mitteilt, bei der zuständigen Innung einzureichen. Lehrstellen, die zu Ostern 1940 besetzt werden sollen, müssen bereits bis zum 1. Oktober dieses Jahres beim zuständigen Arbeitsamt beantragt sein. Auf die Einhaltung dieses Termins wird besonderer Wert gelegt. Eine wir zu tun und zu lassen haben? W i r sind die Erben, wir haben zu bestimmen, was geschieht! Es ist schlimm genug, daß uns außer Claire auch dieser Onkel aus Schweden dreinreden kann. Na ja, Claire hat von Geschäften keine Ahnung, und Schweden ist weit, aber dieser Hellmers bleibt hier sitzen und wird uns dauernd im Wege stehen." „Ich verstehe deine Aufregung einfach nicht, Asbjörn", schüttelt Vivie den Kopf. „Eigentlich sollten wir doch dankbar sein, einen tüchtigen Mann im Werk zu haben! Oder traust du dir zu, solches Unternehmen zu leiten?" „Ich zweifle nicht im mindesten daran!" knurrt er mißmutig, und seine schlechte Laune bessert sich während des ganzen Tages nicht. Am Abend fährt er in die City zurück, weil ihn die Probenarbeit ruft. 13. M r. Holgerson wird unruhig. Lärmende Tanzmusik. Männer im Abendanzug ober im Sakko, gerade, wie es ihnen gefällt. Die Frauen fast alle in weitausgeschnittenen freigebigen Kleidern. Rauchschwaden, Stimmengewirr, Klingen der Gläser, fröhliche Zurufe. Dazwischen schwarz- befrackte Kellner, die sich mühsam durch die brodelnde Menge zwängen. Und alles das gehüllt in rotes Licht unsichtbarer Leuchtkörper: Hochbetrieb in der „Greenhorn-Bar" ... Hier gibt sich ein Stelldichein, was am Abend erst beginnt, lebendig zu werden. Hier zählen nur die Stunden von Mitternacht bis in den hellen Morgen. Asbjörn Holgerson schiebt sich durch die tanzende Menge, er wird bald hier, bald dort angerufen; mit zerstreutem Lächeln antwortet er, ohne einzuhalten. Endlich hat er die Bar erreicht. Das blonde Mädchen, das dort mit der Würde einer wahrhaften Lady residiert, bekommt blanke Augen, als er sich schwer auf einen Hocker schiebt. Im Augenblick ist sie nur für ihn da, läßt alle anderen Gäste stehen. Sie liebt Holgerson, obgleich er nie auch nur einen Blick an sie gewendet hat. „Einen Whisky!" Gedankenlos gießt er das Glas in sich hinein, ein zweites, drittes folgt. Noch immer stiert er vor sich hin. Schweigend sitzt er und trinkt — trinkt. (Fortsetzung folgt.) * Die Mftenschast im Dienst des Fremdenverkehrs Bedeutung und Zweck des neuen Frankfurter Forschungsinstituts. tun! i Veh! ■X. ereiti Kd ich- Baupreise und Landflucht ich illf W N- inD N. ib, *- Die große hü !l bfi jerete nbigf' altm! pflaumen in reichlicher Fülle. Dieser Sommer hat uns eine gute Beeren-- und Nemüseernte beschert. Nun schenkt er uns zum Ab- tyieb noch eine Frucht, mit der wir sonst eigentlich Hehr im Herbst rechnen, die Pflaume. Die unerwartete Wärme hat sie in vielen Gebieten vor der Zeit zum Reifen gebracht. Bereits jetzt kommen icaher alle Arten, große und kleine, rote, gelbe und t efblaue Pflaumen in großen Mengen auf den Marit. Eine Aufforderung zum Kauf ist wohl kaum 'wtwendig. Wir freuen uns, anstelle des jetzt zu nde gegangenen Beerenobstes schon wieder reich- che Obstmengen vorzufinden. Zu den niedrigen Dreisen, die wir für die diesmal allgemein gute Beschaffenheit der Pflaumen bezahlen, nehmen wir 'e gern und ohne besondere Aufforderung nut nach Muse. Die rohen Pflaumen mit ihrem Saft und Bohlgeschmack bilden zu jeder Mahlzeit eine gute Erfrischung. Mittags gibt es. Pflaumensuppe, Kloße rver Ouarknudeln mit Pflaumen, abends werden Süßspeisen aus Sago, deutschem Puddingmehl, £uarf oder Haferflocken zusammen mit Pflaumen- k inpatt auf den Tisch gebracht. Sonntags gibt es eien Obstsalat mit Pflaumen und nachmittags sslaumenkuchen. Manche Hausfrau wird auch gern 'silaumenmus einkochen, das als Brotaufstrich be- j-nders begehrt ist. So helfen wir mit, die Fülle o:n Pflaumen, die jetzt mit einem Male gereift if. und sich nicht lange hält, zu verbrauchen, und zeigen damit, daß wir unsere Speisekarte schnell urb gern umzustellen vermögen. Gondergericht in Gießen. Es ging jedoch zurück, do er sich nach der Machtübernahme durch die NSDAP, mit Juden einließ und mit diesen Geschäfte machte. Es tarn zum Konkurs. Nach Aufgabe seines Geschäfts vertrieb er als Reisevertreter pharmazeutische Artikel. Er nahm, besonders in der Umgegend von Gießen, eine Reche von Aufträgen entgegen, ließ sich die Kaufsumme geben und verbrauchte das Geld für sich, ohne für Lieferung der Waren zu sorgen. Wenn die Kunden Bedenken hatten, vor Lieferung zu zahlen, dann zerstreute er diese Bedenken dadurch, daß er sich bei dem einen als ^-Sturmführer, bei dem anderen als Parteigenosse ausgab. Auch spielte er sich, wenn es ihm vorteilhaft erschien, als strenggläubiger Katholik und ehemaliger Zentrumsfreund auf. Die Ehefrau M. war ihrem Mann beim Abschluß der Geschäfte behilflich. Der Ehemann M. gab sich auch nach dem Ausschluß aus der Partei als Mitglied aus und trug das Parteiabzeichen. Die Beweisaufnahme ergab die Schuld der im wesentlichen geständigen Angeklagten. Sie gaben an, in Notlage gehandelt zu haben. Der an gesagte Ehemann wurde wegen Betrugs in Tateinheit mit Vergehen gegen das Heimtückengesetz zu einer Gesamtgefängnisstrafe von fünf Monaten, die Ehefrau zu einer Geldstrafe von 50 RM., ersatzweise 10 Tage Gefängnis, verurteilt. In einem Fall wurde der Ehemann des Vergchens gegen das Heimtückengesetz nicht schuldig erkannt und steige- sprachen. Strafmildernd wurde die seitherige Un» bestraftheit der Angeklagten und ihr Versuch, den Schaden zu ersetzen, berücksichtigt. das Heimtückenaesetz beschuldigt. Er hatte in einer Wirtschaft große"Reden geführt und dabei hetzerische Aeußerungen über führende Männer des Staates getan. Es wurde festgestellt/ daß der Angeklagte bei Begehung der Tat total betrunken war. Wegen Volltrunkenheit und Vergehens gegen das Heimtückengesetz wurde er zu einer Geldstrafe von 100 Reichsmark verurteilt. Der H. M. in Montabaur hatte sich wegen Vergehens gegen das Heimtückengesetz und Betrugs, seine Ehefrau I. M. wegen Betrugs zu verantworten. Der Ehemann hatte ein Friseurgeschäft. "Vor dem Sondergericht hatte sich der E. Sch. in Eießen wegen Betrugs und Vergehens gegen das ^imtückengesetz zu verantworten. Seines person- li'hen Vorteils wegen hatte sich der Angeklagte als (-Mann nir<5ni(*nph?n lind unter der Angabe, er stich M 24. August. Am der Reichsgruppe Frankfurt a. M. haben. Die Preisstoppverordnung reichte nicht aus, um diese Entwicklung zu hemmen, weil die Löhne, die einen wesentlichen Bestandteil der Baukosten ausmachen, weiter stiegen. Der Bauer mußte sogar zusehen, wie seine Arbeiter, durch hohe Löhne verlockt, besonders in die Bauwirtschaft abwanderten. Man wird von der Baupreisverordnung erwarten dürfen, daß sie weitere Preissteigerungen, soweit sie nicht auf etwa notwendig werdende Umstellungen auf teuere Baustoffe oder ähnliche Gründe zurückzuführen sind, künftig verhindern wird, zumal der Reichskommissar für die Preisbildung eine scharfe Ueberwachung der Baupreise angekündigt hat. Vor allem wird es aber die Landwirtschaft begrüßen, daß das Baugewerbe sich in Zukunft in seinen Lohnangeboten in einem Rahmen zu halten hat, der dem Bauern als Bauherrn angemessene Preise sichert, anderseits aber den Landarbeitern durch übersteigerte Locklähne nicht mehr die Freude an ihrer Berufsarbeit nehmen kann und sie zur Landflucht verleitet. Erkenntnis, daß die Wissenschaft das Kraftreservoir der Praxis ist, auf das auch H, Mr !W W i« |5QE **« ■ LPD. Frankfurt a. M., Donnerstagvormittag ist das von Fremdenverkehr und der Stadt Verkehrs ist der eigentliche Zweck der neuen Forschungsgemeinschaft in Frankfurt. Es gibt zwar bis jetzt keine scharf abgegrenzte Wissenschaft des Fremdenverkehrs, vielmehr ergeben sich die wissenschaftlichen Themen dieser neuen Forschung aus der täglichen Praxis, aus vielleicht einmaliger Situation der Etnwickelung und aus nach Umfang oder Einzelwert besonders wichtigen Ermittlungen. Die neue Forschung muß dabei in ihren Methoden und in der Art der Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse frei sein, denn eine politische Wissenschaft soll ja nicht nur Feststellungen treffen, sondern auch unmittelbare Vorschläge machen und Nutzanwendung ermöglichen. Die Statistik wird da- Uei in erster Linie angewandt werden können, gerade weil sich der Fremdenverkehr nicht als Leistung eines Betriebes oder bestimmter Betriebsgruppen darstellt, sondern eine ständig fließende Wechselwirkung zwischen Erzeugung und Verbrauch, Dienstleistung und Gebrauch, Bedarfsweckung und Bedarfsdeckung ist. Wenn so auch gewichtige Imponderabilien neben realen Ursachen, volkswirt- M Aus der engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Die Landwirtsehefrau Lina Korell aus Köddingen mußte mit einer schweren Blutvergiftung und Infektion in die Chirurgische Klinik gebracht werden. 24 Stunden nach ihrer Einlieferung verstarb die bedauernswerte Frau. — Die 56jährige Landwirtsehefrau Maria Böck, ebenfalls aus Köddingen, zog sich bei der Arbeit einen Bruch des rechten Armes zu. — Der 14jährige Schuler Albert Schäfer aus Albach wurde beim Futterholen von einem Wagen überfahren und erlitt erhebliche Brust- und Rippenquetschungen sowie Verletzungen an beiden Beinen. — Die 16jährige —and- wirtstochter Katharine Jung aus Watzenborn- Steinberg glitt beim Abladen von Getreide auf der Bodentreppe aus und zog sich im Sturz einen Unterschenkelbruch zu. — Der Zimmermann Heinrich Linker aus Wetterfeld verunglückte ebenfalls beim Fruchtabladen. Der 66jährige Mann schlug dabei mit dem Oberkörper auf die Wagendeichsel auf und erlitt Brust- und Rippenprellungen. — Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurg gische Klinik in Gießen ausgenommen. Landkreis Gießen. □ Leihgestern, 24. August. Die 37jährige Ehefrau Emma Arnold von hier stürzte am Mittwochnachmittag so unglücklich in ihrem Hofe, daß sie einen schweren Knöchelbruch davon- trug, der ihre Ueberführung in die Gießener Klinik notwendig machte. cx) Langsdorf, 24. August. Unsere Getreideernte ist vollendet und unter Dach und Fach geborgen. Der Hafer hätte noch einige Tage ' in der Sonne stehen dürfen, aber der Landwirt wollte ihn nicht der Gefahr aussetzen, nochmals durchnäßt zu werden. Soviel man bisher schätzen kann, handelt es sich diesmal um eine gute Ernte, (flt- inni$ \# W ert ß jeilö5 gemeinsam errichtete Institut „Hermann- Esser - Forschungsgemeinschaft für Fremdenverkehr" mit einer Feier im Bürgersaal des. Römers, der Staatssekretär Esser und Gauleiter Sprenger beiwohnten, feierlich eröffnet worden. M] ros I O’-Ij tiitill Ä eirÄi Ml 'Ml 'M? . Sc! Mi q| All rotes I ich hUiil h«i M M M W d ib ft hi! K । diese dkist n M Billige Elektrogeräte für die Landwirtschaft Entlastung der Landfrau. Lpd. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat nut der neuen Baupreisverordnung einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Laae der Landwirtschaft geleistet. Die Baupreisverordnung zwingt die Unternehmer, ihre Preise auf Grund der Tariflöhne und der notwendigen Unkosten zu kalkulieren und den Gewinn, der auch das Unternehmerwagnis einfchließt, in angemessenen Grenzen zu halten. Insbesondere kann der Bauunternehmer künftig grundsätzlich keine Nachforderungen mehr stellen; lediglich für einige besonders bestimmte Fälle sind Ausnahmen zugelassen. Diese Neuregelung bringt somit für alle Bauherren erhebliche Vorteile mit sich. Anderseits dürfen aber auch diese künftig keine höheren Preise bezahlen, als nach der Baupreisverordnung zulässig ist. Mit Recht hat die Landwirtschaft darüber geklagt, daß in den letzten Jahren steigende Baukosten d'e aus Gründen der Erzeugungsschlacht notwendige Rationalisierung der Betriebe durch Neubauten und auch die Instandhaltung der Gebäude erschwert 20 { Tbc: Järr: hei. Hu, ob? nicht rechtzeitig erfolgte Beantragung hat zur tfolge, daß die betroffenen Betriebe bei der Zuweisung von Lehrlingen nur dann berücksichtigt werden können, wenn nach der erfolgten Zuteilung buf die rechtzeitigen Anträge noch Jugendliche zur Verfügung stehen. Die Anträge sind auf vorgeschrie- Kbenem Formular zu stellen, das je nach der ört- Ichen Regelung vom Arbeitsamt oder der Innung i;w. Kreishandwerkerschaft bezogen werden kann. I Die an die zuständige Innung einzureichende Durch- ichrift des Antrages wird von der Innung begutachtet. Das Gutachten äußert sich über die Eignung »es antragstellenden Betriebes für die Berufsausbildung. Wenn jemand Jugendliche einstellen will, !»ie nicht vom Arbeitsamt zugewtesen find, muß er dies besonders beantragen. Sie MW Ä MeilsWt erschwerend dagegen, daß er als ein Mann der sich schon frühzeitig zum Nationalsozialismus bekannte, Us AÄen der Partei durch sein Verhalten schwer geschädigt hat, in Betracht. . . Der H H. aus Hattenrod war beschuldigt, m der Oeffentlichkeit Behauptungen aufgestellt zu haben, die geeignet waren, das Ansehen des Staates zu schädigen Die Schuld des Angeklagten kannte nicht einwandfrei festgestellt werden Der Angeklagte wurde daher mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen. t , Der F. St. in Gießen war des Vergehens gegen ibont' llt.t gebi« M W'1 eF y tri > f-Mann ausgegeben und unter der Angabe er le zu einem -Sonderdienst kommandiert gewesen, ö:m seinem Arbeitgeber die versäumten Arbelts- itinben bezahlen lassen. Die Verhandlung, die teil- lüfe unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, eigab die Schuld des Angeklagten. Der Angeklagte lurbe wegen Vergehens gegen das Heimtücken- zssetz in Tateinheit mit Betrug, unter Freisprechung ir. übrigen, zu einer Gesamtgefängnisstrafe von »'Monaten verurteilt. Von der erlittenen Unter« M O-llUCLC wcivt.ll I icy gunwu;|. yc* । igtn),I .'er angedeuteten Richtung zwingen müssen, bald ■dies: t . cber durch erhöhte Frische und Leistungsfähigkeit seien stark genug, um die Größe des Vertrauens zu kennzeichnen, die unser ganzes Volk in diesen Tagen dem Führer der Nation entgegenbringe. Diese Tage hätten erneut bewiesen, daß unsere Politik nur von dem Grundsatz beherrscht sei: „Was nützt es unserem Volke". Er hoffe, daß auch das neue Institut dazu beitragen werde, das Ziel des Führers zu verwirklichen, Deutschland zum schönsten Reiseland der Erde, zu einem Schmuckkästchen zu machen und zu einer Heimstätte, die durch nichts in der Welt übertroffen werden könne. Das Sieg-Heil auf den Führer, den Garanten des Friedens, wie ihn Hermann Esser bezeichnete, fand brausenden Beifall der Versammlung, die begeistert die Lieder der Nation anstimmte. Zuvor hatte der Hauptgeschäftsführer der Reichsgruppe Fremdenverkehr, Dr. Alfred Ringer (Berlin), eingehend die Bedeutung und den Zweck des neuen Forschungsinstituts bargelegt, das den Fremdenverkehr und die Fremdenverkehrswirtschaft durch wirtschaftswissenschaftliche Methoden erfassen, erforschen und fördern soll. Dabei sei die wissenschaftliche Klarstellung der wirtschaftlichen Voraussetzungen und Auswirkungen des Fremdenverkehrs Hauptzweck. Die Forschungsgemeinschaft werde für sämtliche Fremdenverkehrsträger eine ständige Beratungsstelle und Auskunssorganisation sein und so eine einheitliche, umfassende und gegenseitige Unterrichtung und Zusammenarbeit aller für den Fremdenverkehr arbeitenden Stellen erreicht. 3Xeue Beitragsmarken. Ab 1. Oktober 1939 werden von der Deutschen Arbeitsfront neue Beitragsmarken ausgegeben. Die bisherigen Beitragsmarken werden ab diesem Zeitpunkt mfeer Kurs gesetzt. DAF.-Mitglieder, in deren Mit- stiedsbüchern sich Beitragsrückstände befinden, werben aufgefordert, diese bis zum 1..Oktober 1939 mit )en zur Zeit noch gültigen Beitragsmarken auszu- steichen. Nach dem 1. Oktober 1939 ist eine Nachzahlung von Rückständen, die vor dem 1. Oktober liegen, ücht mehr möglich. Die Mitgliedschaft vor der Beitragslücke gilt vielmehr dann als erloschen. Jedes Nitglied merke sich: Beitragsrückstände, die vor dem II. Oktober 1939 liegen, können nur mit alten Beitragsmarken, die nur bis 1. Oktober 1939 erhältlich । wb, ausgeglichen werben. Für bie Nachprüfung auf fticfftänbe ist bas Mitglieb selbst veramwortlich. Je- boch empfiehlt es sich, in Betrieben, in denen die Mitgliedsbücher eingezogen sind, diese durch das Lohnbüro ganz allgemein auf Beitragsrückstände überprüfen zu lassen. Bei Unklarheiten wende man ich an die zuständige DAF.-Dienststelle. 5715V Gießen-Klein-Linden. Am kommenden Sonntag feiert der Vortort Klöin-Linden sein diesjähriges Kirmesfest. Die Kir- neSburfchen sind mit Eifer an der Arbeit, um dem Jeft zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. In den zemeindebackhäusern und bei den Bäckern werden schastliche Lieberlegungen und kulturelle Situationen für bie Entwickelung bes Fremdenverkehrs beitragen, so ist fein Ergebnis doch ein rein wirtschaft liches. Frembenoerkehrsforschung hat also in erster Linie abgeleitete Wirtschaftsprobleme zu behandeln. Neben ber Statistik, bie bie zentrale Wissenschaft der Fremdenverkehrswirtschaft sein wirb, spielen natürlich auch für Sonbergebiete bie Naturwissenschaften, bie Ernährungslehre, bie Heilkunbe, aherr auch bie Geisteswissenschaften ihre Rolle. Ungeachtet ber wissenschaftlichen Eigengesetzlichkeit dieser Wissenschaften werden sie in Zukunft noch weit mehr in den Dienst auch ber eigentlichen Fremden- verkehrsforschung gestellt, um so ber Fremdenverkehrspolitik förderlich unb nützlich zu sein. Die Forschungsgemeinschaft wirb für sämtliche Frembenverkehrsträger eine ständige Beratungsstelle und Auskunstsorganisation sein, bie sich um praktische unb lebensnahe Hilfe unb Unterstützung bemühen wirb. Eine einheitliche, umfassende, gegenseitige Unterrichtung unb Zusammenarbeit aller für ben Frembenverkehr arbeitenben Stellen wird so erreicht. Eine wichtige Aufgabe des Instituts wird es auch sein, burch genaue Beobachtung ber Intensität bes Frembenverkchrs gewissermaßen bie Voraussetzungen für eine Frembenverkehrslen« (un g zu gewinnen. Diese neue Forschungsmethobe, die sich auf einer Beobachtung der Konjunktur, ber Frequenz und einer Erforschung des Marktes aufbaut, wirb unter Umständen, wenn ber Versuch gelingt, zu einmaligen Ergebnissen von ganz besonderem Wert führen können. Die Forschungsgemeinschaft soll nicht ein isoliertes wissenschaftliches Institut, sondern für alle dem Fremdenverkehr dienenden Arbeitseinrichtungen eine Art wissenschaftliche Austauschstelle sein. Die geplanten Veröffentlichungen in der Form von Schriftenreihen, regelmäßig erscheinenden Mitteilungen, besonderen Preisausschreibungen unb speziellen Forschungsaufträgen werden ber äußere Ausdruck dieser Aufgabe ber Gemeinschaft sein. Als erster Vanb der Schriftenreihe wird noch in diesem Jahre eine Geschichte bes Fremdenverkehrs erscheinen. Die Vielseitigkeit der Fremdenverkehrswirtschaft unb bes gesamten Frembenverkehrswesens stellt habet bem Institut einen weit gespannten Rahmen für seine Arbeit, denn „Fremdenverkehr" durchbringt bie brei großen Gebiete unseres völkischen Lebens: Politik, Kultur und Wirtschaft, so daß das Wort eigentlich viel zu eng ist für ben weitgespannten Rahmen. Der letzte Sinn des deutschen Fremdenverkehrs ist es ja auch, dem gesamten deutschen Volk seine Schaffenskraft, seine Gesundheit und seine Lebensfreude zu erhalten unb zu fördern, seine Leistungen zu pflegen unb zu steigern, wie dem Ausländer ein Bild von ber Größe der deutschen Kultur und der Kraft des beutschen Willens gegeben werben soll. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs begrüßte bie Gäste. Sein befonberer Dank galt Staatssekretär Hermann Esser, nicht nur für bie von ihm gewährte tatkräftige Unterstützung bei ber Schaffung bes Instituts, fonbern auch für seine hervorragenben Verbienste auf bem Gebiet ber Hebung bes allgemeinen beutschen Reiseverkehrs. Der Dank gipfelte in ber Ueberreichung des Ehrenringes ber Stabt Frankfurt nebst einer Ehren- urkunbe. Staatsseketär Hermann Esser gab nach herzlichen Dankesworten für ihm erwiesene Ehrung unter stürmischem Beifall ber Ueberzeugung Aus- bruck, baß bie Schaffung einer wissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft in biefen Tagen ber politischen Hochspannung einzig in ber ganzen Welt bastehe. Er glaube nicht, baß man sich in ber übrigen europäischen Welt zu einer ähnlichen Veran- taltung versammeln könne ober wolle. Gerabe bie letzten Tage hätten ber Welt bewiesen, baß Deutsch- lanb auf sicherer Grunblage baue. Keine Worte Lpb. Der Reichskommissar für bie Preisbildung hat in ber Verorbnung über die Senkung ber Preise ber von ber Landwirtschaft benötigten Elektrogeräte unb -motore die Elektrizitätswirtschaft mit einer Umlage von jährlich 35 Millionen RM. belegt Die« fer Betrag dient dazu, eine entsprechende Menge von elektrischen Geräten für bie Lanbwirtschaft unentgeltlich zu beschaffen. Lediglich die Transport-, Anschluß- und Zubehörkosten (Kochtopfe) muß ber Bauer selbst bezahlen. Von dem Umfang dieser Aktion kann man sich ein Bild machen, wenn man berücksichtigt, daß die aufzubringende Summe etwa 10 v. H. ber gesamten jährlichen Investitionen ber Lanbwirtschaft ausmacht. Zur Verfügung gefteUt merben ba ur Elek- troherde, Heißwasserspeicher, Futterdämpfer, Back- °^Äus biefer Aufzählung ergibt, daß ber Erfolg dieser Aktion überwiegend der Landfrau zugutekommen soll. Die Landfrau bedarf dringend einer Entlastung, weil sie die Folgen des ^b^ltermangels in erster Linie zu spüren bekommen hat. Sie hat m steigendem Maße zu der S°us°rbeU aud) auf bem Hofe übernehmen unb schließlich gar noch auf dem Feld mitarbeiten müffen. Sie ßanbfrau bebarf schon besmegen befonbers ber Entlastung, weil es von ihr abhängt ob ^.r Mangel an schaffenden Händen überwunden wird oder nicht Die Kinder des Landvolks sind die Trager ber anb- wirtschaftlichen Arbeit ber Zukunft. Ohne einen j ibn wenig umlernen, selbst auf bie „Gefahr" hin, !nß sie ihr mühsam erworbenes Rheuma — ein . sbermaß von Fleisch führt zu starker Harnsaure- itbung — roieber los werden. jichungshast' würbe ein Monat auf bie Strafe an= «^rechnet. Strafmilbernb kam bas "ausgezeichnete Erhalten des Angeklagten als Frontsolbat, straf- irlty stlohnt werben. Die Jahreszeit kommt ber Notwenbigkeit eines färteren Verbrauches vitaminreicher Kost in er« fculichem Maße entgegen. Die Marktbestänbe sinb tr.it Obst und Gemüse geradezu überfüllt. Die etwas silwächere Auswahl an Fleisch wird unter diesen ' limftänben leicht in Kauf genommen werden fön« T2rt. Die Gründe hierfür sind im übrigen verschie- | feuer Art. Hingewiesen sei u. a. auf die Notwendig- !iit, die Lücken in unseren Milchviehbeständen, die i^e Maul- und Klauenseuche gerissen hatte, möglichst chnell wieder zu schließen, damit Butter und svn- tfige Molkereierzeugnisse in ben erforberlichen Mengen hervorgebracht werben können. Mit bem Ab- «chlachten von Rinbern unb Kälbern muß also vor- nchtig verfahren werben. Weiter ist zu berücksich« igen, baß bie Landwirtschaft im Augenblick zu Karf mit bem Einbringen bes Getreibes beschäftigt st, als baß sie sich in größerem Umfange bem ! 3erlaben bes Viehs mibmen könnte. Die Rolle, bie Fleisch im Speisezettel bes mober« ‘■en Menschen verbient — nämlich als Beikost zu i i-ichlichen Gemüse- unb Kartoffelgerichten, kann es mch weiter spielen. Schlemmer aber bürfen getrost lie Backöfen in den Tagen bis zur Kirmes nicht nehr kalt werden. Karussells und Vergnugungs- i-iSen werden bereits aufgeschlagen. Warme Tage - weniger Fleisch nötig. In den jetzigen Hochsommertagen wächst der •Ippetit auf frisches Obst und ' Gemüse, während dt= und eiweißreiche Kost entbehrlicher wird. Ein Znoerbildeter Organismus — leider haben fehleraste Eßgewohnheiten das Gefühl hierfür häufig nehr oder weniger verschwinden lassen — stellt chon von sich aus die entsprechenden Forderungen, ändere werden sich zunächst zu einer Umstellung in reichen Kindersegen kann die Landflucht nicht überwunden werden. Je mehr bie ßanbfrau wieder von ber Mitarbeit auf bem Felde unb bei ber Arbeit auf bem Hofe entlastet wird, um so eher kann sie sich ihrer eigentlichen Aufgabe, Hausfrau und Mutter zu fein, widmen. Die Maßnahmen des Reichskommiffars für die Preisbildung sollen die Erreichuna dieses Zieles erleichtern, indem sie bem Bauern Geräte zur Verfügung stellen, burch deren Betrieb er seine Frau entlasten kann. Hinzukommt, daß ber Reichskommissar für bie Preisbilbung schon burch die voraufgegangene Preisregelung für elektrischen Strom bie Kosten jeder zusätzlichen Stromabnahme gegenüber dem bisherigen Stand erheblich herabgesetzt hat. Es lohnt sich also jetzt für bie Landwirtschaft, elektrische Geräte anzuschließen und zu benutzen. Der Strompreis setzt sich bekanntlich aus bem Grunbpreis — einer festen Gebühr — unb bem Arbeitspreis, ber auf bie Kilowattftunbe berechnet wird, zusammen. Die Arbeitspreise sind erheblich verbilligt worden, so daß bie Mehrabnahme von Strom, befonbers wenn man für Heißwasserspeicher unb Futterbämpfer ben Nachtstrom benutzt, wesentlich billiger stellt als nach ben alten Tarifen. Diese Verbilligungen sind für ben Landwirt nicht unbeachtlich. Das eigentliche Ziel aber bleibt nach wie vor: Einsparung von Zeit unb Arbeit ber Lanb- frau im Dienste für Familie und Hof. Das neue Forschungsinstitut für den Fremdenverkehr Eröffnung durch Staatssekretär Hermann Ester. die politische Führung nicht verzichten kann, hat zum Einsatz b er Wissenschaft im Dienst berFremdenverkehrswirtschast geführt. Dabei muß zugleich auch eine neue Form ber Zu- ammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ge- unben werden. Unter diesem Gesichtspunkt deutet owohl die kürzlich erfolgte Gründung ber Reichsgruppe Fremdenverkehr, wie die jetzt von ihr in Angriff genommene Zusammenarbeit mit der Wis- enschaft auf die zunehmende Verschmelzung politi- cher, wirtschaftlicher und kultureller Momente im Lebensbereich bes Volkes hin. Die wirtschaftliche Bebeutung des Fremdenverkehrs wirb ja entscheidend von einer ganzen Reihe anderer wirtschaftlicher Faktoren bestimmt. Schon beshalb ist ber Fremdenverkehr und bie Fremben- verkehrswirtschast burch wirtschaftswissenschaftliche Methoden zu erfassen, zu erforschen und zu färben. Die wissenschaftliche Klarstellung der wirtschaftlichen Doraussetzungen und Auswirkungen bes Fremden- die zwar die Rekorderträge des Vorjahres nicht aufzuweisen hat, aber doch wesentlich über dem Durchschnitt liegt. Ein besonders gutes Ergebnis wird beim Hafer erwartet, da feine Entwicklung ausnehmend günstig gewesen ist. Er war in guten Lagen mannshoch gewachsen! Kaum ist das Getreide eingefahren, so beginnt bereits die Grummeternte. In trockenen Wiesen ist nicht viel zu erwarten, aber in feuchten Gründen ist reichliches Futter gewachsen. Grundstücke, Aecker und Wiesen, die in der Nähe des Waldes liegen, haben in diesem Fahre sehr unter dem Fraß der Engerlinge zu leiden; in etlichen Wiesen fällt dadurch die Grummeternte ganz aus, auf, manchen Dickwurzäckern ist große Strecken nichts stehen geblieben vor diesen gefräßigen Larven. Dagegen ist es trotz häufigen Suchens bis jetzt noch nicht gelungen, den gefürchteten Kartoffelkäfer zu entdecken. Wir find mit diesem Mißerfolg der Abwehrattton sehr einverstanden! Familientragödie in Bad Homburg. Der Ehemann toi, die Frau schwerverletzt aufgefunden. LPD. Bad Homburg v. d. H., 24. August. In dem Hause Haingasse 27 spielte sich in der Nacht zumDonnerstag eine furchtbare Tat ab, die in ihren Einzelheiten noch nicht geklärt ist. In den frühen Morgenstunden fand die Polizei die Eheleute Merkel in ihrer Wohnung blutüberströmt auf. Der Mann, der schwere Verletzungen aufwies, lag, nur mit dem Hemd bekleidet, in der Küche, mit dem Gesicht zu Boden; er war bereits tot Die Frau fand man im Bette liegend vor. Auch sie wies schwere Verletzungen auf. Nach ihren Angaben soll es sich um ein Eifersuchtsdrama handeln, bei dem dcr Mann die Frau zu erwürgen versuchte. In ihrer Abwehr hat dann die Frau offenbar ihren Mann getötet und einen Selbstmordversuch begangen. Zur Zeit ist die Mordkommission des Frankfurter Polizeipräsidiums noch mit der Vernehmung der Frau beschäftigt. G.Jl.-fpovt Deutsche Iuqend-Meistericbasten. Vorentscheidungen im Hockey und Wasserball. Bei prachtvollem Sommerwetter konnten die deutschen Jugend-Meisterschaften in Chemnitz am Donnerstagvormittag im Hockey und Wasserball bis zu den Entscheidungen gefördert werden. Im Wasserball trennten sich in Gruppe 1 Düsseldorf und Westfalen 1:1 (0:0), aber Düsseldorf wurde mit dem besseren Torverhältnis Gruppensieger. Das Gebiet Württemberg kam hier durch einen 10:0- (5:O-)Sieg über Wien auf den dritten Platz. In der zweiten Gruppe siegte Berlin überlegen mit 7:1 über Ruhr-Niederrhein und kam dadurch ungeschlagen zum Gruppensieg. Im Hockey gewann Berlin das Wiederholungsspiel gegen Sachsen mit 2:1 und muß nun mit Nordsee um den (Eintritt in die Schlußrunde kämpfen. Düsseldorf erreichte das Endspiel durch einen 6:1-Sieg über das Gebiet Hochland, das am Vortag den Vorjahrssieger Niedersachsen ausschaltete. — Im Tennis wurden in den Einzelwettbewerben jeweils die „letzten 16" ermittelt, gleichzeitig wurden die Doppelsiege in Angriff genommen. Ueberlegener Sieg deutscher Reiter. Mit dem Preis der Nationen, dem traditionellen Mannschaftskampf um den wertvollen Wanderpreis des Führers, erreichte das internationale Reitturnier in Aachen am Donnerstag feinen sportlichen Höhepunkt. Vor 20 000 begeisterten Zuschauern gab es in dem schweren Jagdspringen einen stolzen deutschen Triumph, wie er mit solcher Ueberlegenheit noch bei keinem internationalen Turnier erkämpft wurde. Mit nur neun Fehlern siegten Major M o m m auf Alckstmist (5), Rittmeister Brinck - mann auf Oberst (4) und Oberleutnant Weide- mann, der auf Alant in beiden Umgängen fehlerlos blieb und zugleich der beste Einzelreiter war. Rumänien folgte, klar abgeschlagen, mit 87 Fehlern vor der Schweiz mit 9672, den nur mit drei Reitern gestarteten Ungarn mit 122V2 und Belgien mit 140 Fehlern. Lettland als sechster Teilnehmer schied nach zwei Stürzen vorzeitig aus. Fuhball im Gau Hessen. hessen-Niederrhein in Kassel. Kassels große Turn- und Sportwoche bringt am (Eröffnungstag, am Samstag, einen Fuß- dall-Gaukampf zwischen Hessen und Niederrhein, bei dem auf beiden Seiten neben bekannten Spielern auch zahlreiche Nachwuchskräfte eingesetzt werden. Zuletzt sah man im vergangenen Oktober eine Niederrhein-Auswahl in Kassel, die damals gegen Hessens Vertretung 6:0 gewann. Die Gastgeber haben also allerhand gutzumachen. Folgende Mannschaften sind vorgesehen: N i e d e r r h e i n : Dercksen (Oberhausen); Winnesberg (Essen) — Albrecht (Krefeld); Hoffmann (Düsseldorf) — Stephan (Essen) — Menge! (Düsseldorf); Biallas (Duisburg) — Mebus — Grund- mann (beide Benrath) — Heibach (Düsseldorf) — Günther (Duisburg). Hessen: Zimmer (Kassel); Pape (Kassel) — Lippert (Gießen); Stiehl (Hersfeld) — Herz — Straßer (beide Fulda); Lämmerzahl (Hersfeld) — Leuschner — Wicke (beide Kassel) — Schaffer! (Hersfeld) — Rüppel (Kassel). Wegen des Gauspiels gegen Niederrhein in Kassel können in Hessen nur zwei Punktespiele ausgetragen werden. Der VfB. Friedberg wird es selbst auf eigenem Gelände schwer haben, gegen den Altmeister Hanau 93 zu bestehen, aber daß auch bei den 93ern noch nicht alles in bester Ordnung ist, bewies ja der letzte Kampf gegen Freiburg, der mit 2:6 verloren ging. Der aufgestiegene TSV. 1860 Hanau könnte in seinem Heimspiel gegen den VfB. Großauheim schon für eine Ueberraschung sorgen, jedenfalls trauen mir den 60ern einen Punktgewinn zu. * Lich I. — VfB. Rcichsbahn Gießen I. Am Sonntag trägt die Erste der Rasenspieler ihr erstes Spiel nach der Sommerpause auf eigenem Platze aus, und zwar empfängt sie die Bezirksklassenelf von VfB.-Reichsbahn Gießen. In der letzten Woche vor der Sperre fand in Gießen das Vorspiel statt, das die Licher nach sehr gutem Spiel mit einem Unentschieden beenden konnten. Uebcr den Ausgang des Kampfes etwas zu sagen, ist schwer. Wenn den Gästen auch für die Zukunft einige gute Spieler fehlen werden, so werden sie trotzdem wieder eine schlagkräftige Elf auf die Beine stellen. Ausfälle bei der Motorrad-Sechstagefahrt. Bei der Motorrad-Sechstagefahrt forderte am Donnerstag die vierte Teilstrecke, die über 460 km durch Tirol führte, wieder zahlreiche Opfer. Rund 15 Fahrer dürsten ausgefallen fein, darüber hinaus gab es viele Strafpunkte. Im Kampf der Nationalmannschaften um die Internationale Trophäe ist nur noch Deutschland strafpunktfrei, da am Donnerstag Englands Seitenwagenfahrer Flook wegen Zeitüberschreitung vier Strafpunkte hinnehnz;en mußte. Italiens Strafpunktzahl erhöhte sich auf 27. Bestandene Lebensrettungs - Prüfung. Der im hiesigen Schwimmbad von Lehrer Emst Jung von hier abgehaltene Kursus zur Erringung des Grundscheines der Deutschen Lebensrettungsgemeinschaft (DLRG.) fand dieser Tage sein Ende. Ächt junge Männer aus unserem Vorort nahmen an dem Kursus mit Erfolg teil. Am Mittwochabend konnten ihnen die Urkunden und die neuen Abzeichen der DLRG. überreicht werden. Folgende jungen Leute kamen in den Besitz der Abzeichen: Willi Volk, Willi Bieker, Willi B ö ck i n g , Walter Bepler, Heini Stein, Erwin Seng, Albert Singel und Hans Germer. Die Silldenienwelispieie Men 1039. Ungarischer Sieg im Degen-Einzelkampf. Der Donnerstag war bei den Studentenweltspielen in Wien ein Großkampftag, denn nun griffen auch die Leichtathleten in die Ereignisse ein. (Eine weitere Entscheidung fiel im Fechten. Im Degen-Cinzelkampf setzten sich endlich die Ungarn durch, die bisher in den Mannschaftswettbewerben wenig zeigten. Sieger wurde H e n n y e y , der sieben von neun Gefechten gewann. Er wurde nur von dem Schweden Forsell geschlagen und hatte gegen Picchi (Italien) ein Double erzielt. Erst mit großem Äbstand folgten (Eantone (Italien), Forsell (Schweden) und Rerrich (Ungarn) mit je fünf Siegen. Piehner unterlag. Am Vormittag wurde auch der Kampf um den dritten Platz im Tennis-Einzel der Studenten aus- getragen. Ferenczy (Ungarn) siegte sicher 6:4, 2:6, 6:1, 8:6 über den Deutschen Pietzner. IHüllcc führt im Fünfkampf. Vor einer ansehnlichen Zuschauermenge wurden im Praterstadion bereits am Vormittag die leichtathletischen Wettbewerbe mit den Vorentscheidungen im 1OO-Meter- und 11O-Meter-Hürdenlauf sowie mit den ersten drei Uebungen des studentischen Fünfkampfes in Angriff genommen. In den Laufwett- bemerben waren die Teilnehmer einander ziemlich ebenbürtig. Im ersten Vorlauf über 100 Meter blieb der Deutsche Mellerowicz leicht in 10,8 vor Taniguchi (Japan) siegreich, den zweiten gewann der Italiener Monacei in 10,8 vor Dr. Sir (Ungarn) und Schnitt (Deutschland). Im dritten Lauf setzte sich der Japaner Pazawa in 10,9 durch und schließlich war noch der Deutsche B o e n e ck e überlegen in 11,2 Sekunden erfolgreich. Beim darauffolgenden llO-Meter-Hürdenlauf schied der Ungar Szabo vorzeitig aus. Er riß eine Hürde und kam aus dem Tritt. Sieger des ersten Vorlaufes wurde Ober- w e g e r (Italien) in 15,3 vor Kawamura (Japan) 15,4 und Weder (Deutschland) 15,5. Verhalten gewann der Schwede Lundberg sein Rennen in 15,1 vor Ahrens (Deutschland) mit 15,7. — Im Zwischenlauf über 100 Meter verwies Dr. S i r den anfangs führenden Mellerowicz in 10,8 auf den zweiten Platz. (Einen harten Zweikampf lieferten sich im anderen Zwischenlauf Tanaguchi und Monacci, den schließlich der Japaner in 10,8 mit einer zehntel Sekunde Vorsprung gewann. Boenecke wurde Dritter. — Die ersten Uebungen des Fünfkampfes standen ganz im Zeichen des Deutschen Mehrkamvimei- fters Fritz Müller (Hamburg). Er erwies sich im Weitsprung mit 6,87 Meter als Bester. Im Speerwerfen erzielte der Deutsche Heintze mit 61,23 Meter die größte Weite vor Müller mit 58,47. Der 200- Meter-Lauf brachte schließlich im zweiten Rennen eine ganz überragende Leistung Müllers, der auf der Außenbahn die glänzende Zeit von 21,7 heraus- hclte. Lüttke hatte vorher seinen Lauf mit 22,6 gewonnen. Müller lag somit nach drei Uebungen überlegen in Front. Eanepele siegt im Tennis-Einzel. Im Studenten-Einzel kam am Donnerstag der italienische Davispokalspieler Eanepele zu dem erwarteten Siege über den Deutschen Dr. Egert, der eigentlich nur im ersten Satz ernsthafteren Widerstand leisten konnte. Eanepele gewann glatt 6:4, 6:1, 6:1. Im Gemischten Doppel kam das hervorragend eingespielte ungarische Paar Szilvassy - Ferenczy durch einen 6:2, 6.3-Erfolg über die Deutschen von Sprenger-Denker zum Turniersieg. Deutscher Doppelerfolg im Segelflug. Der letzte Zielflug zum Hohen Kolbling wurde wieder von den beiden Deutschen Fl in sch in der Bestzeit von 40 Minuten und Meyer zu Bentrup in 60 Minuten sowie dem Ungarn Bollmann bewältigt. Flinsch errang damit schon seinen dritten Tageserfolg und wurde Gesamtsieger mit 300 Punkten vor Meyer zu Bentrup mit 256 und dem Ungarn Bollmann mit 82 Punkten. Weltbestleistung INüllers im Fünfkampf. Das überragende (Ereignis des ersten Tages der Leichtathletik-Kämpfe war die Leistung des deutschen Mehrkampfmeisters Fritz Müller im Fünfkampf. Der Hamburger erzielte mit 3868 Punkten in fünf Uebungen eine bisher noch von keinem Mehrkämpfer der Welt erreichte Punktzahl. Er gewann am Nachmittag vor 2000 Zuschauern auch die beiden letzten Wettbewerbe. Im Diskuswerfen siegte Müller mit 40,32 m vor Bukasina (Italien) mit 39,56 m. Den 5OOO-m-Lauf brachte Müller in der für einen Mehrkämpfer sehr guten Zeit von 4:20,9 an sich. In der Gesamtwertung kamen mit Lüttge (3273) und Heintze (3225) zwei weitere Deutsche auf die Ehrenplätze. Ungarn auch Weltmeister auf Säbel. In Anwesenheit von Reichsminister Rust und Italiens Kultusminister Bottai wurde die Mannschaftsmeisterschaft im Säbelfechten entschieden. Ungarn holte sich den Endsieg mit zwei Erfolgen vor Italien mit einem und Deutschland mit 0 Siegen. Es brummt in den Borkenbergen. Reichswettbewerb für Motorflugmodette. - Oie besten Modellbauer GroßSeutlchlands am Start. In den letzten Wochen hat die deutsche Luftfahrt die Welt durch eine Reihe von Rekorden überrascht, die einen Beweis für den überlegenen und hohen Stand unserer Flugzeugindustrie gaben. Wenn man weiß, daß die deutsche' Flugzeugindustrie — ebenso wie die italienische — zahlreiche Konstruktionsbüros und nicht weniger praktische Versuchsanstalten für jeden Teil der 'im Bau befindlichen Flugzeuge besitzt, wenn man ferner berücksichtigt, daß ein Gremium einschlägig geschulter Forscher nur im Dienste der atmosphärischen, aerodynamischen und technischen Luftfahrtforschung tätig ist, so nimmt es. kaum noch Wunder, wenn bei einer derartig konzentrischen Zusammenarbeit die Luftfahrt der Achsenmächte mit einem Vielfachen an Rekorden gegenüber dem gesamten Ausland aufwarten konnte. Aber es'wäre falsch, diesen Führungserfolg der Luftfahrt der Achsenmächte nur in der Präzisionsarbeit der Konstruktionsbüros und der Versuchsanstalten zu sehen, obschon diese den kaum erfüllbar scheinenden Auftragszettel der Luftwaffe genau durchgeführt haben. Gewiß werden die meisten unmittelbaren Fortschritte des jeweiligen Flugzeugtyps in den Konstruktionsbüros der Industrie selbst entwickelt. Es ist klar, daß der technische Konstrukteur, der Aerodynamiker oder der nur auf theoretischer Basis operierende Flugwissenschaftler aus seiner bisherigen Arbeit die schöpferischen Gedankengänge einer neuen und weiteren Verbesserung des Typs entnimmt. Aber es gibt noch einen Faktor der erfinderischen Richtung, der mehr und mehr in den letzten Jahren in den Vordergrund tritt und dessen mitunter kindlich anmutende Versuche man mit allen Mitteln unterstützt: das sind die verschiedenen Wettbewerbe des Flugzeugmodell- baues der Heranwachsenden Jugend! Früher wurde der begabte junge Konstrukteur höchstens durch einen Zufall entdeckt, er war auf Gönner und Förderer angewiesen, um an den Platz gestellt zu werden, wo er die Voraussetzung zu praktischen Versuchen sand. Heute dagegen ist die gesamte Jugend vom 10. Lebensjahr in der Lage, „Konstrukteur und Flugwissenschaftler" zu sein. Sie braucht ihr Können nicht vor Geldmagnaten, sondern kann es vor Fachleuten aus der Praxis und der nationalen Verteidigung erweisen. Man sieht in den Basteleien nicht mehr wie früher nutzlose Spielereien, sondern die sich in praktischen Versuchen durchbrechende Begabung, die ja nach dem Alter mehr ober weniger reifes Können aufweist. Früher erkannte man, wenn es gut ging, nur den 25- bis 3Ojährigen begabten Flugzeugbautechniker, Tausende wurden übersehen; heute erkennt man schon den schulpflichtigen Jungen und seine so wichtigen Talente. Der Reichswettbewerb für Motor- flugmödelle in den Borkenbergen (Westfalen- Nord), der vom 25. bis 28. August unter Anwesenheit von Korpsführer Christiansen und seines gesamten Mitarbeiterstabes ausgetragen wird, ist eine der wichtigsten und für die Nachwuchsheranziehung der Luftfahrt bisher erfolgreichsten Veranstaltungen des Fliegerkorps. Aus allen deutschen Gauen, aus jeder Standarte und jedem Sturm des NS.-Fliegerkorps kommen die besten Modellbauer zum Wettbewerb. In diesen Tagen sind die Heidehügel der Borkenberge, die auch Reichs- segelfluggelä'nde darstellen, ein Meer schwirrender und leise brummender Modellflugzeuge mit Motor« antrieb. (Es handelt sich dabei um Flugzeugmodelle, die relativ klein sind, doch konstruktionstechnisch den Motorflugzeugen entsprechen und nichts mit dey in der Öffentlichkeit mehr bekannten Segelflugzeug. Modellen zu tun haben. Wer Gelegenheit hat, einem derartigen Wettbewerb der Motorflugmodelle beizuwohnen, erlebt ein Schauspiel, das sich man. eher nicht hat träumen lassen. Es ist ja nicht die eigentliche Absicht, Modelle zu bauen, die den großen Verkehrsflugzeugen wie einer Ju 90, Ju 52 ober einem „Condor" nachgeahmt find, sondern die Aufgabe dieses Reichswettbewer.bs ist es, neue Einfälle konstruktionstechnisch durchzuführen, Einfälle, die zwar von Heranwachsenden Jungen stammen, die aber in vielen Fällen zeigen, wie sich der Junge gedanklich in den Bau eines Flugzeuges hineingefühlt hat und wie er bestrebt war, diese oder jene bis jetzt alltägliche Formung durch eine neue, bessere zu ersetzen. Es gleiten Flugzeug« modelle durch die Luft von einer für den Laien, zuschauer oft unverständlichen Linienführung. Man sieht manche neue und ungewöhnliche Anordnung der Tragflächen, der Schwanzflossen und anderer Teile des Motorflugzeuges, die jetzt eine praktische Bewährung finden sollen. Insbesondere sieht man den Versuchen auf dem Gebiete einer neuen Tragflächenformung mit besonderem Interesse entgegen, da gerade ihre Linienführung bei den zukünftigen Blitzflugzeugen von 700 bis 1000 Kilometerstunden aus aerodynamischen und Festigkeitsgründen neue Formungen verlangt. Das (Ergebnis dieser Wettbewerbe, bei denen jede Modellkonstruktion genau geprüft wird, findet im engsten Wettbewerb eine neue Beurteilung, und aus dem fachmännischen Urteil dieses Ausschusses ergibt sich endgültig, ob der betreffende Modellbauer und seine zum Ausdruck kommende Idee in ein Konstruktionsbüro ein zieht, das das Modell zum normalen Flugzeug ausbaut. Aus diesen Äuslesemethoden der Flugzeugindustrie und dem planmäßig gelenkten Einsatz von Nachwuchsbegabten ersehen wir die kontinuierliche und zielbewußte Gemeinschaftsarbeit der großen deutschen Flugzeugindustrien und des NS.-Fliegerkorps. Der Erfolg dieses Systems hat sich nicht nur in den letzten Jahren in hervor« ragenden Werkerzeugnissen und daraus sich ab. leitenden Rekorden bewiesen. Auch in der jetzt serienmäßig erfolgenden Produktion von Rekord« maschinen zeigt sich die hervorragende Qualität der neuen Flugzeugtypen, so daß sie in den 'Bestand der Luftwaffe und der Verkehrsluftfahrt aufgenommen worden sind. Namentlich hat auch der Fernluftverkehr zu Wasser und zu Lande durch die Neukonstruktionen der letzten Jahre alle Grundbedingungen für einen sofort einsetzbaren Weltluft- Personendienst erhalten. Wenn die jungen Modellbauer aus dem Altreich, aus der Ostmark und dem Sudetenland sich auf der „westfälischen Rhön", den Borkenbergen, treffen, so kann man überzeugt sein, daß nicht nur wieder eine große Anzahl neuartiger Modelle zu sehen ist, sondern daß auch der Flugzeugbau wieder ver- schiedene neue Anregungen und damit manchen jungen Nachwuchskonstrukteur als Lehrling in seinen Werkhallen empfangen kann. n. S. Wirtschaft. Verordnung über denMöbelfernverkehr mit Kraftfahrzeugen. Fwd. Die Verordnung über den Möbelfernverkehr mit Kraftfahrzeugen vom 17. September 1936 ist auf Grund der in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen in neuer Fassung veröffentlicht worden. Im Zusammenhang damit sind in einem Runderlaß die bestehenden Sperrbestimmungen für die Zulassung neuer Unternehmer zum Mobelfern- oerkehr wesentlich gelockert worden. Unternehmer, die im Besitz von Möbelfernverkehrsfahrzeugen sind und der Fachuntergruppe Fernumzüge in der Fachgruppe Möbeltransport angehören, können ohne weiteres eine Genehmigung beantragen. Unternehmer, die Mitglieder der Fachuntergruppe Nahumzüge sind, können ebenfalls die Genehmigung erhalten wenn sie vier Jahre Möbeltransport betrieben haben. Es ist zu erroarien, daß ähnlich wie im allgemeinen Güterfernverkehr nun auch im Möbelfernverkehr eine große Zahl neuer Unternehmer die Genehmigung für den Möbelfernverkehr mit Kraftfahrzeugen erhalten werden. Damit ist den seit langem bestehenden Motorisierungswünschen des Gewerbes in weitestem Umfange nachgekommen. Gchweinezählung am 4. September. Die nächste vierteljährliche Schweine- und Zwi- schen'zählung findet am 4. September 1939 statt. Sie wird verbunden mit der Ermittlung der in den Monaten Juni, Juli und August 1939 geborenen Kälber und der nicht beschauten Hausschlachtungen von Schaf- und. Ziegenlämmern unter drei Monaten. Die Ergebnisse sollen wieder die Grundlage wichtiger Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft bilden, weshalb vollständige und richtige Angaben im Interesse der landwirtschaftlichen Erzeuger sowie der Allgemeinheit der Landwirtschaft liegen. Rbein -Mainische Börse. Miilagsbörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 24. Aug. Die Börse trat nach den lebhaften und festen Vortagen heute etwas kurzer. Aufträge der Kundschaft lagen zwar weiter vor, sie haben sich jedoch verringert, während der Berufshandel eher noch Abgaben tätigte. Indessen erhielt sich eine absolut feste und zuversichtliche Grundtendenz. Am Aktienmarkt war die Entwicklung uneinheitlich, wobei leichte Abschwächungen überwogen. Durch größere Umsätze fielen am Montanmarkt Verein. Stahl mit 99,75 bis 99,50 bis 99,75 (100,13) und erneut Laurahütte mit 20,75 bis 20,25 bis 20,90 (20,75) auf. JG.-Farben gingen auf 153 bis 152,75 (153,50), von den Hauptwerten ferner AEG. auf 115 bis 114,75 (115,25), Rheinstahl auf 124,75 (125,50), Mannesmann auf 104,40 (105) und etwas stärker Hoefch auf 105,25 (107,75) zurück. Zu erwähnen sind noch u. a. ©esfürcl mit 128 (129,50), Conti Gummi mit 222,50 (224), Rheinmetall mit 120,90 (122), Demag mit 142,75 (144)Ä anderseits Holzmann mit 157,50 (156), Löwenbräu München mit 193,25 (191) und Aschaffenburger Zellstoff mit 92,40 (91,50). Der Rentenmarkt lag weiterhin ungewöhnlich ruhig. Verschiedentlich kam auch hier etwas Ware heraus, die Kurse wurden jedoch nur wenig beeinflußt. Von Industrie-Anleihen 5proz. Gelsenkirchen Berg 98,50 (98,75), 5proz. Mittelstahl 98,25 (98,65), 5proz. Hoefch 99 (99,25) und nach Pause 5proz. Eisenbahn-Bank 88,50 (90), anderseits 4,5- proz. Voigt & Haeffner 94,40 (94). Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen waren kaum verändert, Reichsaltbesitz 0,13 v. H. niedriger mit 132. Abendbörse knapp behauptet. Bei zunehmender Zurückhaltung ergab sich an der Abendbörse überwiegend eine weiter leichte Rückbildung der Aktienkurse, da Realisationen gegenüber noch eingegangenen Kaufaufträgen das Uebergewicht hatten. Auch zeigte die Geschäftstätig' feit eine weitere Schrumpfung. Während sich die durchschnittlichen Abschwächungen bei Prozentbruchteilen bewegten, verloren JG.-Farben O,65proz. auf 152,40, Nheinmetall 0,90 v. H. auf 120, Felten 0,75 v. H. auf 141,50 und Laurahütte in Anpassung an Berlin 1,13 v. H. auf 18,90. Im übrigen gingen u. a. Verein. Stahl auf 99 (99,75), Buderus auf 97,50 (97,90), Adlerwerke auf 98 (98,50), BMW. auf 134,50 (135), Demag auf 142,25 (142,75), Deutsche Erdöl auf 122 (122,50) und Westdeutsche Kaufhof auf 97,50 (97,90) zurück. Etwas höher gefragt wurden MAN. mit 147,50 (147) und Metallgesellschaft mit 110,25 (110). Behauptet blieben u. a. ÄEG. mit 115,50, Mannesmann mit 104,25, Rheinstahl mit 124,50, Hoesch mit 105,25, Gesfürel mit 128 und Lahmeyer mit 112,50. Von Renten gingen 4,5« proz. Bayr. Hyp. Gold R 7 mit unv. 100 und 5proz. Mülheimer Berg mit unv. 98 um. 6proz. JG.-Farben stellten sich auf 119,50 und Reichsbahn-M- ebenfalls unv. auf 122,65. Steuergutscheine Serie 1 hatten zu 98,85 etwas Umsatz. Frankfurter SdUachtoiebmarft. Frankfurt a. M., 24. Aug. Auftrieb: Rinder 828 (gegen 706 am 17. August), darunter 105 (79) Ochsen, 143 (145) Bullen, 400 (329) Kühe, 180 (153) Färsen. Kälber 609 (489), Schafe 35 (64)' Schweine 711 (691). Notiert wurden je 50 Kiw' qramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 b|d 46,50 (46 bis 46,50), b) 42,50 (39,50 bis 42,50), c) 37,50 (29,50 bis 37,50), d) 29 (—). Bullen a) 44,50 (44 bis 44,50), b) 40,50 (40,50), c) 20 bis 35,50 (35,50). Kühe a) 43 bis 44,50 (44 dis 44,50), b) 38,50 bis 40,50 (39 bis 40,50), c) 3U bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 23 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 45 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 40,59 (41,50), c) 36,50 (34,50 bis 36,50), d) 28 (28). Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (57 bis 59), c) 44 bis 50 (48 bis 50), d) .30 bis 4U (40). Hämmel a2) 50 bis 51 (-), b2) 44 bis 49 (44 bis 46), c) 39 (39). Schafe a) 40 bis 42 (4» bis 42), b) 39 (39), c) 25 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (60- c) 56 (56), d) 53 (53), Sauen gl) 61 (61). Mar t verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteu' Hämmel und ödjofe flott.