Nr. 120 Erstes Via« 189. Jahrgang Donnerstag, 25. Mai 1939 Erscheint tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monals-Vezugsorels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschluffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfilSIsdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Sefchäftrftelle: Schuiftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- a, behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die türkisch-englische Allianz und der Valkanbund Von unserem Or. He-Korrespondenien. Bukarest, Mai. Von der Zusammenkunft Gafencus mit dem jugoslawischen Außenminister Cincar-Marko- w itsch auf einem Donaudampfer bei Turn-Seve- rin, die so plötzlich beschlossen wurde, sagt das amtliche Kommunique, sie habe einen freundschaftlichen Und informativen Charakter (caracter prietenesc si informativ.) Wir bestreiten das keineswegs. Aber ebenso sehr ist ihr Hauptzweck ein offenes Geheimnis: Erörterung der durch das englisch-türkische Militärbündnis für die Balkanstaaten geschaffenen neuen Lage. Kemal Atatürk hat nach dem Zusammenbruch des Ottomanischen Reiches im Weltkrieg die Türkei nicht zuletzt durch eine vorbildliche Neutralitätspolitik gerettet und neu aufbauen können. Ministerpräsident Refile Saydam hat das Abgehen von dieser Neutralitätspolitik damit begründet, daß die letzten Ereignisse im Mittel meer die Türkei dazu gezwungen hätten, und maßgebende türkische Kreise haben durchblicken lassen, daß die englisch-türkische Militärallianz nicht gegen Deutschland, sondern „nur gegen das im östlichen Mittelmecr vordringende Italien" gerichtet sei. Jener berühmte demokratische „Friedensblock", dem die Türkei sich angeschlossen hat, scheint doch allzu sehr nach dem Grundsatz getauft zu sein, daß — um Tallcyrand abzuwandeln — Namen dazu da sind, das innere Wesen zu verschleiern. Es wirkt heute mehr als merkwürdig, wenn Winston Churchill z. B. die Notwendigkeit der englisch-türkischen Allianz für die Türkei mit dem Hinweis auf 1911 begründet. Damals haben die Engländer die Türken trotz ihrer Hilferufe im Stich gelassen und zugesehen, wie die Italiener Tripolis (Libyen) eroberten. Der griechisch-türkische Feldzug nach dem Weltkrieg ist ein zweites Beispiel für die Hilfsbereitschaft", die die Engländer der Türkei angeblich so ost in der Vergangenheit angedeihen ließen. In diesem Falle unterstützten sie nämlich die Griechen gegen die Türkei, und nur dank der überragenden Tüchtigkeit Atatürks und seiner Mitarbeiter konnte der Feldzug für die Türken gewonnen werden. Und schließlich braucht man nur etwas weiter zurückzugehen und an den griechischen Unabhängigkeitskampf zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zu erinnern, in dem (Eng» land nicht so sehr, wie es behauptete, des Christentums und der Freiheit willen, sondern in erster Linie aus Furcht vor russischen Hegern o n i e a b s i ch t e n die Griechen gegen die Türken unterstützte. In Wirklichkeit geht es Großbritannien auch jetzt gar nicht so sehr darum, der Türkei zu helfen, als vielmehr in ihr einen Gendarmen für die Bewachung der englischen Interessen an den Meerengen und einen weiteren Partner der Einkreisungsfront zu finden. England kann jetzt für Schwierigkeiten, die ihm im Konfliktsfall am Suez-Kanal, in West-Aegypten, im Südosten des Sudan oder in Palästina erwachsen könnten, die für Kämpfe in- heißen Gegenden sehr erprobte türkische Armee gebrauchen. Der englische 16-Mil- lionen-Pfund-Kredit für Ankara war dabei nur das Lockmittel. Es ist auch klar, daß Frankreich diese englisch-türkische Freundschaft unterstützt und ihr wahrscheinlich demnächst ein französisch-türkisches Bündnis folgen läßt. Und wenn es wahr ist, daß Frankreich in Kürze Hatay (Sandschak Alexan- drette) — über das es eigentlich nicht verfügen kann, da der Sandschak zum syrischen Mandat gehört — an d i e Türkei abtritt, dann zahlt es damit nur wieder einmal den Kaufpreis für eine englische Erwerbung. Wie diese Militärallianz iv Wirklichkeit gedacht ist, geht ganz unoerhüllt aus einem Artikel Winston Churchills hervor, in dem es heißt, im Kriegsfälle könne unter den neugeschaffxnen Umständen Getreide aus Südrußland auf die Weltmärkte — gemeint sind natürlich nur die Märkte der Einkreisungsfront — gebracht und umgekehrt dank der Vorherrschaft Frankreichs und Englands im Mittelmeer Munition und Rohstoffe in die russischen Schwarzmeerhäfen gebracht werden. Damit nicht genug, beschwört Churchill Bulgarien, doch jene dritte und unwiderbringliche Gelegenheit, ein Bündnis m i t R u ßland und der Türkei zu haben, nicht wie 1913 und 1915 ungenutzt verstreichen zu lassen, sondern ebenfalls der „Friedensfront" beizutreten. Um der Scylla der angeblichen italienischen Gefahr zu entgehen, ist die Türkei der englischen Charybdis in die Arme gelaufen. Um ihre „Unabhängigkeit" zu wahren, ist sie der Polizist eines Staates geworden, der kein Anlieger der Meerenge ist. Während also England im Frieden gewonnen hat, was es im Weltkriege trotz aller Anstrengungen nicht erreichen konnte, hat die Türkei dabei ihre Neutralität verloren und außerdem den Balkonbund in Gefahr gebracht. Wenn auch Ministerpräsident Refile Saydam in seiner Rede vor der türkischen Nationalversammlung sagte: „Im Schoße des Balkanbundes, eines Organismus, der dem Frieden gewidmet ist, hat der Platz der Türkei gar keine Veränderung durch die Tatsache erfahren, daß sie eine Haltung zuverlässigerer Zusammenarbeit am Werke des Friedens eingenommen hat", und wenn auch ein großes rumänisches Blatt wie der „Universul" im ersten Augenblick meinte, die neuen Verpflichtungen der Türkei aus dem Abkommen mit England stünden in keinem Widerspruch zu den Verpflichtungen der Türkei aus dem Balkanpakt, jo ist man inzwischen doch, wie die Gafencu-Reise zeigt, anderen Sinnes geworden. Wenn ein Mitgliedsstaat des Balkanbundes aus seiner Neutralität heraustritt und sich einseitig zugunsten einer dritten Macht festlegt, dann sind damit die Ziele des Bundes — Friede, Sicherheit und Unabhängigkeit — für alle übrigen Mitglieder gefährdet. Friede und Sicherheit im Mittelmeer waren bei dem bisherigen Zustand viel besser gewahrt. Das Gleichgewicht der internationalen Kräfte, das die Türkei an den Meerengen neuerdings aufrechterhalten soll, ist ein unsicheres Schaukelbrett, dem sich die übrigen Mitglieder des Balkanbundes nicht einfach anvertrauen möchten. Auch die Behauptung Churchills, die Garantie, die Großbritannien und Frankreich Rumänien gegen jeden Angriff gegeben haben, habe nur effektiv werden tönen, wenn die Türkei den britischen Kriegsschiffen und notfalls auch den französischen und britischen Truppen die Durchfahrt durch das Schwarze Meer gestatte, hat demgegenüber wenig Zugkraft. Folgerungen für den Balkan. Budapest, 24. Mai. (Europapreß.) Unter der Ueberschrist „Die Rolle der Balkanländer" beschäf- Vigo, 25. Mai. (DNB.) Während des ganzen Mittwoch trafen Züge mit deutschen Freiwilligen ein, die aus dem Bahnhof von einer riesigen Volksmenge erwartet wurden. Mit klingendem Spiel marschierten die Freiwilligen durch die Stadt zum Hafen. Das erste Transportschiff mit etwa 900 Mann an Bord verließ bereits den Hafen in Richtung Hamburg. Die Abfahrt der restlichen Schiffe wird heute erwartet. Die deutsche Kolonie von Vigo bereitete den heimreisenden Freiwilligen einen herzlichen Abschied. Aus der unübersehbaren Menschenmenge, die den Hafen umsäumte und die Freiwilligen stürmisch grüßte, erschollen immer wieder Rufe wie „Arriba Alemania" und „Heil Hitler". Die deutschen Freiwilligen in Spanien haben der spanischen Sozialhilfe 4500 vollständige Bekleidungsausrü st ungen, bestehend aus Mänteln und Anzügen, zum Geschenk gemacht. Die Sozialhilfe hat dem Befehlshaber der deutschen Freiwilligen, Generalmajor Freiherrn von Richthofen, für das Geschenk, das den N e uy or k, 24. Mai. (DNB.) Wie aus Portsmouth gemeldet wird, werden die Rettungsversuche an dem mit 62 Mann Besatzung gesunkenen amerikanischen U - Boot „Squalus" durch eine Reihe von Hindernissen immer weiter verzögert. Am Dienstag riß die Telephonverbindung, die oon den Tauchern hergestellt worden war. Eine große Welle warf das über der Unfallstelle liegende U-Boot „Sculpin", mit dem die Verbindung bestand, zur Seite, und das Kabel konnte den Zug nicht tragen, es brach. Erst fünf Stunden später gelang es den Rettungsschiffen, die genaue Position des gesunkenen „Squalus" wiederzufinden. Das letzte durch Klopfzeichen aufgenommene Lebenszeichen aus dem Innern des „Squalus" lautete „Zu st and befriedigend, aber kalt". — „Squalus" ist das größte und modernste Unterseeboot der Vereinigten Staaten. Es wurde für fünf Millionen Dollar erbaut und erst im März in Dienst gestellt. Das 1450-Tonnen-Boot sollte am 13. Juni seine formelle Versuchsfahrt unternehmen. Inzwischen wurde festgestellt, daß die Ursache des Unglücks nicht ein versehentlich offen- gelassenes Ventil ist, sondern ein mechanischer Defekt an dem 35 Zentimeter breiten Haupt eines Induktionsventils am Oelmotor. Das schadhafte Ventil entwickelte bei der Tauchübung ein Leck. Ein am Vormittag auf das Deck des gesunkenen ll-Vooles hinabgestiegener Taucher ermillette durch Klopfzeichen, daß im Vorderschiff nur noch 3 3 211 a n n als lebend gemeldet wurden. Titan befürchtet danach, daß mindestens 26 Mann in den anderen Abteilungen durch das eingedrungene IBaf- fer umgekommen find. Die Gesamtzahl der Ein- geschlosienen betrug anscheinend 59 und nicht 62, wie anfänglich gemeldet worden war. Die Eingeschlossenen teilten durch Klopfzeichen mit, daß es ihnen den Umständen angemessen gehe und daß sie vorläufig genug Lebensmittel hätten. Sie feien jedoch vöttig hilflos und könnten nichts tun, um zu ihrer Rettung beizutragen. Von ruhiger See begünstigt begann am Mittwoch mittag die von Tauchern auf das Unterseeboot aufgesetzte und befestigte Rettungsglocke mit sieben Ueberleben- den aus 72 Meter Meerestiefe ihren Aufstieg an tigt sich der „Pester Lloyd", das Blatt des ungarischen Außenministeriums, mit der Begegnung der Außenminister Rumäniens und Jugoslawiens. Die große Diskretion, mit der diese Begegnung behandelt würde, könnte ein Zeichen fehlenden Einverständnisses in wichtigen Fragen sein, vor allem in bezug aus den Abschluß des englisch-türkischen Beistandspaktes. In Belgrad habe man die Nachricht von der Einbeziehung in das westliche Garantiesystem mit großem U n - behagen ausgenommen und darin eine Schwächung, wenn nicht gerade eine Verletzung des Balkanpaktes empfunden. Rumänien dagegen erwarte von dieser neuen Abmachung ein leichteres Funktionieren der englischen Garantie. Jugoslawien sei darauf bedacht, mittelbar nicht in Konflikte hineingezogen zu werden, während Rumänien gegen die Einflußnahme fremder Mächte auf die Balkanpolitik anscheinend nicht Stellung zu nehmen gedenke. Hieraus folgert das Blatt, daß durch die englisch-türkischen Abmachugen die innere Festigstkeit und Wirksamkeit des Balkanbundes beeinträchtigt worden sei. Ein Hauptzweck des Balkanbundes bestehe darin, die Rivalitäten der Großmächte vom Balkan fernzuhalten. Dies fei heute nicht mehr der Fall. Die einzelnen Balkanstaaten .hätten aus der neuen Lage die Konsequenzen abzuleiten, die sie für sich am vorteilhaftesten fänden. Bedürftigen Spaniens zugutekommt, herzlich gedankt. Generaloberst Milch in Rom. Rom, 25. Mai (DNB.) Staatssekretär Generaloberst Milch traf am Mittwochmorgen im Flugzeug in Rom ein, wo er von Staatssekretär General Valle, zahlreichen hohen Offizieren der italienischen Luftwaffe und vom deutschen Luftfahrtattache General von Bülow empfangen wurde. Am Nackirnittag hatte er im Luftfahrtministerium eine anderthalbstündige Unterredung mit Staatssekretär General Valle. Abends fand im Fliegerhaus zu feinen Ehren ein Essen statt, bei dem General Dalle und Generaloberst Milch herzlich gehaltene Trinksprüche auf die Luftwaffe der verbündeten Völker ausbrachten. In Begleitung des Staatssekretärs Milch befinden sich der ehemalige deutsche Luftattache in Rom, Oberstleutnant des Generalstabes Hoffmann von Waldau, ferner Oberstleutnant Polte, Hauptmann d. G. Schlich-, fing und einige andere Offiziere der Luftwaffe. die Oberfläche. Damit wurden zum ersten TNale in der amerikanischen TNarinegefchichte Menschen aus derartiger Meerestiefe gerettet. Sofort nach Rettung der ersten sieben lleberlebenden wurde die Rettungskammer abermals hinabgelassen. Sie brachte diesmal weitere neun Mann ans Tageslicht. Alle Geretteten konnten ohne Hilfe der Rettungskammer entsteigen. Beim dritten Versuch gelang es, durch die Rettungskammer abermals weitere neun lleberlebende ans Tageslicht zu bringen. Die letzten acht lleberlebenden rour- geborgen, nachdem die neun Tonnen schwere Ret tungsglocke vier Stunden lang in 50 Me- ter geschwebt hatte, weil sich das hebelau verfangen hatte. Während dieser Zeit war es den Tauchern nach mehreren vergeblichen Versuchen geglückt, den in der Glocke eng zusammengepferchten und kur; vor der erhofften Rettung erneut vom Erstickungstode bedrohten Marinesoldaten Luft zuzuführen. Rach langen, für die Eingeschlossenen qualvollen Minuten gelang es endlich, vom U-Voot- hebeschiff „Falcon" aus zwei Schleusen in die Glocke einzuführen. Dadurch konnte ein zweites Unglück verhütet werden. — Der am Rettungswerk beteiligte Kreuzer „Brooklyn" erhielt vom U-Voot- hebeschiff „Falcon" die Meldung, daß sich die Nachricht bestätigt, derzufolge etwa 30 Mann bcs 21- Bootes bereits tot seien. ^Sämtliche 33 lleberlebenden sind im Schiffshospital des Kreuzers „Brooklyn" untergebracht. Die Aerzte glauben, daß alle mit dem Leben davonkommen werden, wenn auch einige in furchtbarem Zustand darniederliegen. Das Gesicht des einzigen vernehmungsfähigen Ueber- lebenben, des Obermaaten Bland, war, als er die Katastrophe vor dem inzwischen eingesetzten aus hohen Seeoffizieren bestehenden Untersuchungsausschuß beschrieb, purpurrot angelaufen. Bland, der 31 Stunden in dem gesunkenen „Squalus" eingeschlossen war, hatte Mühe zu sprechen. Er erzählte, daß das durch ein defektes Ventil hereinstürzende Wasser erst eine Minute nach Tauchbeginn bemerkt wurde. Viele verdankten ihr Leben heute der übermenschlichen Kraft eines Mannschaftsmitgliedes, OerGrenzwall im Osten Die letzte Besichtigungsfahrt des Führers durch die Westbefestigungen hat erneut die Stärke des deutschen W e st w a l l s der Welt deutlich vor Augen geführt. Aber auch der Osten des Reiches, an dessen Grenze gerade jetzt der polnische Nachbar vernehmlich mit dem Säbel rasselt, ist ausreichend gesichert. Das geht aus zwei Aufsätzen hervor, die der Oberstleutnant des Generalstabes v. Wedel und der Kommandeur der Pionierschule I Oberst Dittmar über die ßanbesbe« festigungen im Osten in der Zeitschrift „Die Wehrmacht" veröffentlichen. Es heißt darin: Als nach dem Weltkriege Deutschland weite Landstriche im Osten an Polen abtreten muhte, wurden naturgemäß auch die Festungen dieser Gebiete mit übergeben. Posen, Thorn, ©raubens und viele andere fielen damit für die Verteidigung der deutschen Ostgrenze künftig aus. Etwa 1000 Kilometer deutscher Grenze, oon der Natur ungeschützt, lagen auch militärisch ungeschützt dem Zugriff feindlicher Gewalten offen. Schlesien lag damals als schmaler, ungeschützter Streifen zwischen Polen und der Tschecho-Slowakei, Berlin ohne Schutz 150 Kilometer von der Reichsgrenze. O st preußen, das vom Reich getrennte Stammland Preußens, lag nach Süden und Westen hin ebenfalls offen. Im ganzen war Deutschland dem Zugriff von Osten her schutzlos preis- gegeben. Schon bald nach dem Weltkrieg war die Heeresleitung bemüht, hier in bescheidenen Grenzen Abhilfe zu schaffen und Befestigungen anzulegen. Verrat im eigenen Lande und darauf die Forderung der Entente ließen die Anfänge der Jahre 1925/26 wieder zerstören. 1927 endlich wird im Pariser Abkommen eine Linie festgelegt, hinter der man uns die Anlage von Befestigungen gnädigst erlaubt. Diese Linie verläuft in Schlesien hinter der Oder, in Pommern etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt. In Ostpreußen durfte nur ein ganz kleiner Raum im Kem des Landes befestigt werden, das sogenannte Heilsberger Dreieck. Don 1928 ab beginnt nun, selbstverständlich im Rahmen der damaligen, absolut beschränkten Möglichkeiten, die Befestigung der Ostgrenzen und Ostpreußens. Bis 1933 kann immerhin schon eine gewisse Stärkung der Abwehrkraft festgestellt werden. In den Jahren seither ist selbstverständlich in erhöhtem Tempo und vergrößertem Umfange weitergebaut worden. In Schlesien unter Ausnutzung der Oder, in Pommern in Anlehnung an die' zahlreichen Seenabschnitte sichern heute ausgedehnte Befestigungen den schlesischen Raum mit Breslau bzw. das pommersche Land sowie den Unterlauf der Oder mit Stettin. Zwischen den beiden genannten Abschnitten schützen starke Anlagen an derGrenze bas die Stahltür zwischen dem überfluteten Mann- schaftsraum und dem Vorderschiff schloß. Unter den Geretteten befinden sich auch der Kommandant der „Squalus", Naquin, der das Schiff als letzter verließ, sowie drei von den fünf Offizieren. Zwei der drei Zivilisten, die an Bord waren, kamen um, ebenso der Olympiakämpfer Patterson. — Die Taucher sollen jetzt sämtliche Luken der „Squalus" öffnen, um die Leichen der 26 Ertrunkenen zu bergen und womöglich die Ursache der Katastrophe festzustellen. , In allen U-Booten befinden sich für die Besatzungen Rettungsgeräte. Bei Deffnung der Luke schwimmt man mit dem Sauerstoffgerät aus dem Boot heraus an die Oberfläche. Unser Bild zeigt eine Hebung englischer Matrosen mit dem Gerät, r-? (tzcherl-B ilderdienft-M.) Die Spanien-Freiwilligen ans der Heimfahrt. Oer erste Transport verließ Vigo. 33 Bann ans dem gesunkenen amerikanischen Ll-Voot gerettet. Man rechnet mit etwa 30 Todesopfern. — Erster Bericht eines Lleberlebenden. ostwärts Berlin die Reichshauptftabt gegen den Zugriff von Osten. Auch Ostpreußen genießt den besonderen Schutz einer starken Landesbefestigung. Es ist selbstverständlich, baß im System der ostpreußischen Landesbefestigung die Hauptstadt Königsberg eine besondere Rolle spielt. Die Rolle, die Königsberg 1914 spielte, der Einfluß, den die zur „F e - st u n o Samland" mit den „sturmfreien Gräben" von Pregel und Dehne erweiterte Festung beim Russeneinbruch spielte, als sie trotz ihrer geringen Besatzung dem Vormarsch der Armee Rennenkampf schwere Bleigewichte anhängte und durch ihr bloßes Vorhandensein dem deutschen Oscheer unter Hindenburg die Zeit zum siegreichen Durchkämpfen der Dernichtungsschlacht bei Tannenberg zu sichern vermochte, ist bekannt. Eine Festung im Umsang der „Festung Samland" vom Jahre 1914 würde heute ihren Aufgaben nicht mehr genügen können. So war es eine der ersten Aufgaben der Heeresleitung, die schon 1932 begonnen wurde, die Festung Königsberg zu einem befestigten Raum großer Ausdehnung zu erweitern, der sich zu beiden Seiten an die Haffe anlehnt und wie die alte Feste Königsberg über den stark befestigten, mit neuen weitreichenden Batterien bestückten Hafen P illau seine Verbindung mit dem Reich nimmt., Die neue West-, Süd- und Ostfront von Königsberg ist als „Heilsberg-Stellung" und als erstes größeres Befestigungswerk der Nachkriegszeit seinerzeit auch weiteren Kreisen bekannt geworden. Ueber mehr als 200 Kilometer dehnt sich die Stellung, vielfach hinter starken Geländeabschnitten wie Passarge, Alle und den kaum überschreitbaren Niederungen der Deime, häufig durch die Lage in ausgedehnten Forsten der gegnerischen Beobachtung entzogen, andererseits die entscheidenden Höhepunkte überall einbeziehend und damit auch für Angriffe auf dem befestigten Raum heraus günstige Voraussetzungen schaffend. Die unübersichtliche, kulissenreiche Landschaft des Ermlandes und Natangens bietet überall hervorragende Möglichkeiten getarnter Aufstellung aller Abwehrwaffen, die auch einem mit starken Angriffsmitteln ausgestatteten Gegner es unendlich schwer machen, die tiefgestaffelten, einander planmäßig ergänzenden Kampfanlagen auszuschalten. Bildet des befestigte Raum von Königsberg die Zitadelle der Festung Ostpreußen, so stellen die vor- Seschobenen befestigten Räume sozusagen die lußenforts dar. Wichtigstes und stärkstes unter ihnen ist die erweiterte Festung Lötz en. Das Gewirr von Seen, das stch um Lötzen erstreckt, mit Seinen wenigen ausgesprochenen Engen, bildet für Feindkräfte, die von Osten und Süden in Ost- preußen einfallen, eine nahezu vollkommene Trennung, die das Zusammenwirken von Teilkräften, die dieses Gebiet zu umgehen fuchen, außerordentlich erschwert. Weit vor die Seenpässe vorgeschobene Befestigungen Schließen ein ausgedehntes Gebiet ein, dessen langgestreckte Flanken eine starke Bedrohung jedes Gegners bilden, der an der Festung vorbeizu- stoßen Strebt, wobei die sicheren Verbindungen durch die Seenengen hindurch als treffliche innere Linie die im Bereich von Lötzen operierenden Kräfte an jeder Stelle zu vereinigen gestatten. Berückfichtigt man, daß das Dorgelände der befestigten Gebiete und das zwischen ihnen liegende Gelände bis tief in das Landesinnere mit vorbereiteten Sperren in großer Dichte durchsetzt ist, die alle Bewegungen aufs stärkste erschweren und schnelle Operationen des Gegners auf ostpreußischen Boden nahezu ausschließen, so wird klar, welch außerordentliche Stärke unserer Abwehr schon durch die Eigenart der Landschaft gegeben ist, die mit ihren Wäldern und Seen und dem hierdurch stark eingeschränkten Wegenetz die Schaffung solcher Bewegungshindernisse in besonderem Maße begünstigt. Der studentische Reichsberufs- wettkampf. Würzburg, 24. Mai. (DNB.) In Anwesenheit von Vertretern der Partei und chrer Gliederungen, der Wehrmacht und der Behörden eröffnete Reichsstudentenführer Dr. Scheel den studentischen Reichsberufswettkampf. Der studentische Leistungskampf, so sagte Dr. Scheel, ist die Krönung unfern Erziehungsarbeit. Er stellt uns mitten hinein in das große Ringen unseres Volkes um seine Selbsterhal- tung und um die Verbesserung feiner Lebensbedingungen. In diesem Ringen verkörpert auch das deutsche Studententum Werte, die das deutsche Volk dringend braucht und die ihm sonst niemand geben kann. Ich freue mich über den ausgezeichneten Erfolg des abgeschlossenen Leistungskampfes. Ueber den neu gestellten Aufgaben steht als zentraler Gedankt der Einsatz der deutschen Wissenschaften an all' den Punkten unseres völkischen Lebens, wo die Not am größten und eine rasche Abhilfe am dringendsten ist. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dabei heute der Bearbeitung und Klärung aller Fragen, die den deutschen Osten betreffen. Der Reichsstudentenführer gab dann die Themen des 5. studentischen Leistungskampfes bekannt. Hauptamtsleiter ©eigner sprach darauf über den Wettkampfgedanken in der deutschen Sozialpolitik. Es werde durch den Nationalsozialismus der Tat gelingen, daß an die Stelle der Belitz- ariftofratie die Leistungsaristokratie gesetzt werde. Alle Kräfte auf dem Gebiete des Körperlichen, Seelischen und Verstandesmäßigen müßten mobilisiert werden. Wie im Bereich des allgemeinen Berufswettkampfes die Betriebe die Einheiten feien, so seien diese Einheiten auf dem Gebiete der Hochschule die Arbeitsgemeinschaften. Der Wetkampfgedanken verwirkliche das nationalsozialistische Hochziel. Der Sozialismus fei die härteste Pflichterfüllung. Der japanische Botschafter besichtigt die rhein-mainische Wirtschaft. NSG. Am Mittwoch machte der japanische Botschafter, Generalleutnant Oshima, eine wirt- fchaftskundliche Fahrt durch das Rhein-Main-Gebiet. Die Fahrt führte von der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. zunächst nach Wetzlar, wo die Seife« Werke besichtigt wurden. Dann wurden die Kur- anlagen von Bad-Nauheim und das dortige Herzforschungsinstitut aufgesucht. Nach dem anschließenden Besuch des Verwaltungsgebäudes der IG. in Frankfurt a. M. folgte eine Führung durch das Werk Höchst der IG. Den Abschluß der Besichtigung bildete der Besuch der Opelwerke in Rüsselsheim. Am Abend hatte der Botschafter Gelegenheit, sich auf einer erweiterten Beiratsfifeung der WirtschaftS - kammer 5) e f f e n in Wiesbaden mit maßgebenden Wirtschaftsführern des Bezirks über eine Erweiterung der Beziehungen zwischen der japanischen und der rhein-mainifchen Wirtschaft auszusprechen. Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Vorträge Oer freie Durchgangsverkehr durch den Korridor Provokationen. Don unserer Berliner Schristleiiung. E. S. Berlin, 24. Mai. Der polnische Chauvinismus hat die Erschießung des Deutschen Grübner auf Danziger Gebiet auf dem Gewissen, die mit einer Militärpfftole aus einem Diplomatenauto erfolgte. Während noch der Danziger Senat die Note mit der Forderung nach Genugtuung und nach Abberufung der Schuldigen Beamten aufsetzte, ereignete sich der Feuerüberfall an der Grenz st elle Ließau - Brückenkopf D i r f ch a u. Auch hier wäre es zu einem Morde gekommen, wenn nicht der deutfche Kraft- ahrer sich bei den Schüfsen sofort zu Boden geworfen hätte. Der neue Feuerüberfall ereignete sich an einer der wenigen Durchgangs- trotzen durch den Korridor. Hiernach bleibt alfo nur die Feststellung übrig, daß auf polnischer Seite für die Sicherheit bei der Benutzung dieser Durchgangsstraßen keinerlei Gewähr mehr besteht! Damit gibt es also zur Zeit keine Sichere Landoerbindung mehr zwischen dem Reich und Ostpreußen. Die Polen haben, wie erinnerlich, nach der Reichs- tggsrebe des Führers überall die Behauptung verbreitet, Deutschland habe gar keinen Stichhaltigen Grund, sich über die Beeinträchtigung der Korridoroerbindungen zu beklagen, und dadurch werde auch eine Forderung nach einer Aenderung des durch Derfailles geschaffenen Zustandes hinfällig. Nachdem der Feuerüberfall von Ließau bereits als der dritte derartige Vorgang festgestellt werden mußte, braucht man kein Wort weiter darüber zu verlieren, welche Schwerwiegenden und Stichhaltigen Gründe die Polen Selbst für den deutschen Standpunkt gefchaffen haben. Man wird in Warschau gut tun, sich endlich daran zu erinnern, daß Polen von maßgeblicher deutscher Seite noch vor kurzem in der allerernstesten Form verwarnt worden ist. Im übrigen liegt der Tatbestand eines Vertragsbruches vor, wenn Polen die Sicherheit des Transitverkehrs nicht mehr pflichtgemäß garantieren kann oder will. Damit rft zweifellos eine Lage geschaffen, in der vertragsmäßige Rechte Deutschlands aufs schwerste beeinträchtigt oder gar annulliert werden. Dieser Zuftand kann unmöglich von Dauer sein. Die in bedrohlichem Ausmaß sich häufenden Zwischenfälle sind das Ergebnis einer Nervenkrise, die in Polen dadurch entstanden ist, daß die demokratischen Einkreiser dem „autoritär" regierten Polen durch ihren Garantiepakt einen Blanco-Scheck ausgestellt haben. Mit diesem ausgeftattet, kann es sich der polnische Chauvinismus leisten, mit der brennenden Lunte an das offene Pulverfaß zu gehen. Ob es den Engländern und den Franzosen, die den polnischen Chauvinisten den Blanco-Scheck in die Hand gedrückt haben, Nicht heute angst und bange werden muß ob der Gefahren, die von Polen heraufbeschworen werden, ift eine Frage für sich. Wie weit aber die Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den westlichen Demokratien Schon gekommen ift, wird dadurch belegt, daß felbft die englische RuNdfunk-Nachrichten-Gesellschaft, von der Presse ganz zu schweigen, nur die polnischen Meldungen über den Vorgang bei Kalthof gebracht hat. Das alles sieht nach amtlicher Regie aus mit der Rückwirkung, daß die Polen auf den Blanco-Scheck noch viel mehr hinaufschreiben, als bisher Schon. Sind sich die westlichen Demokratien über die ungeheure Verantwortung klar, die fie damit übernehmen? Vor zwanzig Jahren waren Posen und Westpreußen wirtschaftlich und sozial blühende Provinzen — eine Entwicklung, die genau zu der Zeit eingesetzt hatte, als diese damals fast menschen- in Krage gestellt. leeren und wüsten Gebiete wieder zu Preußen und Deutschland tarnen. Heute, nach zwanzig Jahren entdecken die Polen mit einem Male, daß Danzig ein Weichselhafen ist, obschon gerade die Polen in diesen zwanzig Jahren die Weichsel als Strom in einer Weise haben versacken lassen, wie das selbst unter russischer Verwaltung nicht der Fall gewesen ist. Die westlichen Demokratien werden die Problematik des Korridors und Danzigs vielleicht erst dann verstehen und begreifen, wenn die Schweiz einen französischen Nordseehafen zugewiesen erhalt, mit dem sie durch einen Korridor quer durch ganz Frankreich verbunden wird. Ohne diesen Anschauungsunterricht scheint es weder in Frankreich noch in England ein Verständnis für das Problem an der Weichselmündung zu geben. Danzia, 24. Mai. (DNB.) Ein (Eibinger Last- kraftVagenführer, der von Ostpreußen durch den Korridor nach dem Reich fuhr, ift auf Danziger Gebiet an der Grenzstelle Lieffau—Brückenkopf Dirschau von polnischen Beamten beschossen worden. Der Kraftwagenführer stand mit seinem Lastzug vor dem Danziger Zollhaus und erledigte dort zunächst die Danziger Grenzformalitäten. Danach begab er sich zu Fuß zur polnischen Grenzstelle, um die dortigen Formalitäten zu erledigen. Noch auf Danziger Gebiet wurde er ohne Wortwechsel von einer polnischen Grenz- person beschossen. Es fielen mehrere Schüsse. Der Chauffeur warf sich sofort zu Boden. Dem herbeieilenden Danziger Zollbeamten gelang es, den Chauffeur in Sicherheit zu bringen. Kurz nach Mitternacht überschritten zwei polnische Soldaten mit auf gepflanztem Seitengewehr bin Danzig-polnische Grenze bei Kohling. Sie kamen bis an den Schlagbaum des Danziger Zollhauses. Unerwartet rat ein Danziger Zollbeamter aus dem Hause und gebot den polnischen Soldaten Daraufhin flüchteten die beiden Soldaten unter Hinterlassung eines Fahrrades auf polnisches Gebiet. Der Präsident des Senats hat schärfsten Proteft gegen diese neue unerhörte Verletzung des Danziger Gebietes eingelegt. Der Präsident weist darauf hin, daß es nur der straffen Disziplin der Danziger Beamten und der Danziger Bevölkerung zu verdanken fei, wenn durch die Provokationen von beamteten Personen der Republik Polen kein weiteres Unheil geschehen ist und fordert, daß die polnische Regierung dafür sorge, daß endlich wieder Ruhe und Ordnung an der polnischen Grenze eintrete und daß die polnische Regierung dem allmählich an Hysterie grenzenden gefährlichen Verhalten ihrer Beamten Einhalt tue, bevor unabsehbarer Schaden geschehe. Die Mordtat von Kalthof. Danziger Protestnoten an Polen. Danzig, 24.Mai. (DNB.) Die Danziger Regierung hat der diplomatischen Vertretung der Republik Polen zwei Noten überreicht, in denen an Hand der polizeilichen Ermittlungen über die Vorfälle i n K a l t h o f die polnische Schilderung der Zwischenfälle sowie die daraus gefolgerten Rückwirkungen und Forderungen Polens an die Danziger Regierung energisch zurückgewiesen werden. Darüber hinaus wird die Erwartung ausgesprochen. Porte peinlich überrascht. Paris, 25. Mai (DNB.) Die französische Früh, presse widmet dem Danzig-polnischen Zwischensall breiten Raum. Man unterstreicht, daß e s nicht im wahren Interesse Pole n s läge, Unruhen dieser Art zu provozieren. Für die Warschauer Regierung könne es doch nur vorteilhaft sein, wenn ihre Beamten ohne die geringste Ungeschicklichkeit „wie in der Vergangenheit" die Zollkontrolle ausüben. Man habe den Eindruck, daß die Grenzzwischenfälle geradezu die deutsche Politik fördern. Der Ton der deutschen Presseangriffe gegen Polen, so meint das „Journal", weise dieselben Züge auf wie gelegentlich der Ereignisse, die zur Auflösung der Tschecho-Slowakei führten. daß Legationsrat Perkowski, Zollinspektor Swida und Rat Dr. Sziller, die durch den Zwischenfall der Ermordung des Danziger Staatsangehörigen Grübner auf das schwerste kompromittiert worden sind, von ihren Posten abberufen werden, da der Danziger Regierung nicht zugemutet werden könne, mit diesen Herren weiterhin zusammenzuarbeiten. Die Genannten, die diplomatische Vorrechte genießen, hatten sich am Sonntagabend ohne jeden Anlaß schwer bewaffnet mit Armeepistolen nach Kalthof begeben. Sie haben eine dieser Armeepistolen ihrem Kraftfahrer üb erlaffen und sich so zu Mithelfern der Untat gemacht. Ihre selbstverständliche Pflicht wäre es gewesen, sich nach der Tat um den Verwundeten! zu kümmern, den Täter festnehmen zu lassen und sich sodann der Polizei zur Aufklärung des la In bestandes zur Verfügung zu stellen. Stattdessen haben sie sich der Begünstigung des Verbrechens schuldig gemacht, indem sie den Täter kurz hinter der Station Kalthof auf einer eigens aus Dirschau angeforderten Lokomotive auf polnisches Gebiet in Sicherheit bringen ließen. DieTrauerseier sürMxGrübner Danzig, 25. Mai. (DNB.) In Kalthof fand die Trauerfeier für den von Polen ermordeten Danziger Staatsangehörigen Max Grübner statt. Max Grub- ner, der älteste Parteigenosse der Ortsgruppe Kalthof, Ivar im Gemeinschaftshaus der Ortsgruppe unter Blumen und Kränzen aufgebahrt. Die Hakenkreuzfahne deckte feinen Sarg. Nach den Klängen des Beethoo'fchen Trauermarsches hielt Senatspräsident Greiser dem toten deutschen Volksgenossen und treuen Parteigenossen die Totenrede. Sein Tod sei nicht nur der Opfertod für die Lebenden, sondern das Fanal in e n t scheidungs s ch werer Stunde, in einer Zeit, in der harte Gegensätze an blutender Grenze auf eine Entscheidung harrten. Bei den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen. Gauleiter Forster trat bann an den ©arg. Mit erhobenem Arm grüßte er den Toten: „Parteigenosse Grübner! Im Auftrage deines Führers, des Führers unseres Volkes, habe ich an deiner Bahre einen Kranz niedergelegt." Zur Beisetzung wurde der Tote nach Marienburg übergeführt, da die Grenzziehung von Versailles den Marienburger Ortsteil Kalthof von feinem Friedhof getrennt hat. 1000 Mann aller Gliederungen der Partei gaben dem Toten das Geleit. Reue Zwischenfälle an der polnischen Grenze veranlassen Danzig zu scharfem Protest. von Professor A r a k i über „Das Wirtschafts- Problem Japans" und von Professor Dr. L ü e r über „Struktur und Weltbeziehungen der Rhein- Mainischen Wirtschaft". Menschenführung und Personalpolitik. NSG. In Frankfurt a. M. fand eine Arbeitstagung des Gaupersonalamtes der Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP, statt. Gauleiter Sprenger faßte alle Grundsätze zusammen, nach denen die Menschenführung auf allen Gebieten, auf die die NSDAP. Einfluß nimmt, im Gau Hessen- Nassau zu erfolgen hat. Dor allem betonte er die besondere Schlüsselstellung der Personalämter und ging auf die Wichtigkeit der Auslese des Führernachwuchses ein. Gaupersonalamtsleiter Heyse forderte, daß keine Personalangelegenheit in Partei und Staat ohne Wissen und Willen des zuständigen Hoheitsträgers entschieden werden darf. Die Auswahl der Politischen Leiter, durch die dafür Sorge getragen wird, daß der richtige Mann auf den richtigen Platz gestellt wird, behandelte er an praktischen Beispielen und betonte, daß an er ft erstelle dieser Auslese immerderCha- ratter zu stehen hat, daß sich Wissen vermitteln läßt, aber der Wille und die Aufnahmefähigkeit hierfür vorhanden sein müssen. Die innere organische Gestaltung der Partei liegt fest und hat einen einheitlichen Rahmen. Sie mit lebendigem Geiste zu erfüllen, ist die Aufgabe der einzelnen Politischen Leiter. Don ihrer Einsatzfreudigkeit, aber auch von ihrer Menschenkenntnis, wird es abhängen, welche Aktionsfähigkeit und Bedeutung dieses Amt in feinem Rahmen Hal. Zusammenarbeit 6er deutschen und italienischen Lugend. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Nachdem Deutschland und Italien ihre Freundschaft in einem Vündnispakt besiegelt haben, tritt auch die Jugend der beiden Dölker an die Öffentlichkeit mit einem neuen Ar- beitsprogramrit für das Jahr 1939. Einen Besuch, der weite Teile des Großdeutschen Reiches erfaßt, werden Anfang Juli 100 Jungfaschiften mit Fahrrädern mit einem 30 Mann starken Fanfarenzug der deutschen Jugend abstatten. Am Brenner werden die Jungfaschisten von einer deutschen Abordnung empfangen, und beide Gruppen fahren bann geschlossen mit ihren Räbern burch Deutschland nach Berlin weiter, nach Hamburg und von dort aus wieder mit der Bahn nach Italien zurück. Die deutschen Begleiter nehmen anschließend an einem Lager der italienischen Jugend bei Rom teil. Im Adolf- Hitler-Marsch zum Reichsparteitag nach Nürnberg marschieren dieses Jahr zum ersten Male auch Fahnen-Abordnungen der OIL. (Gioventü Italiana del Littorio). Am Reichsparteitag selbst nimmt eine Abordnung von 30 Offizieren der GIL. teil. Führer und Führerinnen der nationalsozialistischen Jugend werden in zwei Gruppen nach Italien fahren, und zwar eine Abordnung von Gebietsführern und Amtschefs der RIF. und 30 Obergauführerinnen. 3um Studium italienischer Kunststätten wird eine 60 Mann starke Abordnung von HJ.-Führem im September eine Reise durch Italien unternehmen, um anschließend die deutsche Jugend im großen italienischen Jugendlager „Campo Dux" und „Campo Roma" zu vertreten. Auch der Austausch von Orchestern, Musikzügen und Spielscharen rft festgelegt worden. Während Anfang Oktober das Orchester der „Academia Fascista" auf dem Forum Mussolini mit 120 Jungen in Berlin, Köln, Hamburg und Frankfurt auftritt, werden zur selben Zeit ein Musikzug und eine Singschar der HI. ihr Können in verschiedenen italienischen Städten zeigen. Für 1940 sind vor allem sporttiche Austausch- veraNstaltungen vorgesehen. Graf von der Gchulenburg in Treffow beigeseht. ^-Standarte „Mecklenburg" nach ihm benannt. T r e s s o w , 24. Mai. (DNB.) Nach dem Staatsakt in Potsdam wurde am Mittwoch Friedrich Graf von der Schulenburg in feiner mecklenburgischen Heimat beige setzt. Vor dem Schloß Tressow nahmen ein Ehrenbataillon der ff-Totenkopfstandarte „Brandenburg" sowie Ehrenabordnungen des Artillerie- Regiments 12, Rostock, und des NS.-Reichskrieger- bundes Aufstellung. Unter dumpfem Trommelschlag und dem Gesang des ff-Treueliedes wurde der Sarg auf die Lafette gefetzt. Durch ein Spalier von ff-Männern faroegte sich der Trauerzug durch den Schloßpark zu der Familiengrabstätte. Neben den Familienangehörigen schritten hinter dem Sarg Gauleiter und Reichsstatthalter Hildebrandt, Reichsführer ff Himmler, Generaloberst von Bock, General R a d o w i tz als Vertreter des NS. - Reichskriegerbundes, SA. <= Obergruppenführer Prinz August Wilhelm, Reichssportführer von Tschammer und Osten, zahlreiche Der- treter der Generalität der alten Armee und der neuen Wehrmacht sowie Vertreter des Staates und der Partei und ihren Gliederungen. Unter den Klängen des Niederländischen Dankgebetes trugen ff-Führer den Sarg an bas Grab. Nach der Einsegnung durch den Geistlichen wurde der'Sarg unter den Klängen von Preußens Gloria und drei Ehrensalven in die Gruft hinabgelassen. Darauf ergriff Generaloberst von Bock bas Wort, um den Verstorbenen als einen Offizier und einen Herrn in des Wortes bester und schönster Bedeutung zu feiern. Gauleiter und Reichsstatthalter Hildebrandt erklärte in seiner Ansprache, was der Gau Mecklenburg durch den Bekennermut und politischen Einsatz des Verstorbenen gewonnen habe, werde einst unsere Gau-Geschichte feststellen. Reichsführer ff Himmler betonte den Stolz der Schutz- staffel darauf, daß dieser große Feldherr des Weltkrieges, der auch ein tapferer Kämpfer des neuen Deutschlands war, in den Reihen der ff marschiert sei. Er hat uns allen vorgelebt, daß Altes und Neues, baß alles, was für Deutschland lebt und gex kämpft hat, zusammengehört, weil es deutsch ist. Der Reichsführer ff gab bann die Verfügung des Führers bekannt, wonach die Standarte „Mecklenburg" der ff in Zukunft den Namen „Friedrich Graf von der Schule nburg" führen wird. Der Reichsführer schloß auf besonderen Wunsch des Verstorbenen mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Während die Ehrenkompanie das Gewehr präsentierte, fand die Trauerfeier mit dem Gesang der nationalen Lieder ihren Abschluß. Der Ingenieuroffizier. Eine neue Offizierslaufbahn des Heeres. Der Aufbau der Wehrmacht hat in unvorhergesehenem Maße zum stärk st en Einsatz der Technik, insbesondere der Motorisierung unt) des Festungsbaues geführt. Zwangsläufig entstand hierdurch in kürzester Zeit em Truppeninge- nier-Korps, das sich aus Fachleuten aus der Industrie ergänzte. Für den ersten Ausbau dieses Korps wurden die Iruppeningeneure als Wehr- macht sbeamte übernommen. Die Truppeningenieure sind inzwischen mit den Truppenteilen völlig verwachsen und so ein Bestandteil der Truppe geworden. Aus diesem Grund und aus den Erfahrungen der drei Einsätze der Wehrmacht seit Frühjahr 1938 ergab sich die Notwendigkeit bet völligen militäris chen Einreihung dieser Beamten. Daher hat der Führer die Gründung einer Offizierslaufbahn (Jng.) an* geordnet und befohlen, daß die bisher beamteten Truppeningenieure zu den Ingenieuroffi» zieren überge führt werden, soweit sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Damit ist eine neue Offizierslaufbahn im Heere geschaffen. Außer den bereits im Heere vorhandenen Truppeningenieuren können Abiturienten, die in jeder Hinsicht für den Offiziersberuf tauglich sind und technisches Interesse haben, diese Laufbahn einschlagen. Sie werden als Osfizieran- roärter nach Ableistung eines Teiles der Wehrpflicht zur weiteren Ausbildung zur wehrte ch- nijcheu Fakultät kommandiert, w* Dringt Moskau durch? Oie Verhandlungen um den Ruffenpakt. schloffen. Dem Theaterarchitekten Professor Bau m« garten (Berlin), dem Neugestalter des Deutschen Opernhauses und Schöpfers des Weftmark-Theatsrs, ist es gelungen, technisch und architektonisch aus dem alten Theater einen Kunsttempel zu machen, der Zeugnis von der Kraft nationalsozialistischer Kunst- gestaltung ablegt. Am Mittwochabend wurde das Haus mit einer Festvorstellung von Wagners „Lohengrin" in Gegenwart des Führers eröffnet. Eingehend besichtigte der Führer das neue Theater, das in seiner neuen Gestalt mit der erweiterten Front, den neuen Aufgängen und Gesellschaftsräumen, dem neügestalteten Zuschauerraum und dem gewaltig vergrößerten Bühnenraum, mit den neuzeitlichen technischen Anlagen in die erste Reihe der modernen Theaterbauten Großdeutschlands tritt. Der Reichsminffter für Dolksaufklärung. und Propaganda hat angeordnet, daß der Badenweiler Marsch nur bei Veranstaltungen, an denen der Führer teilnimmt, und nur in seiner Anwesenheit öffentlich gespielt werden darf. ♦ Bon Neapel sind sieben Truppentransportschiffe . und von Genua der Uebersee-Dampfer „Duilio" nach Kunst und Wissenschaft. Old Shatterhand und Winnetou in der Sächsischen Schweiz. Auf der romantischen Felsenbühne des Kurorts Rathen in der Sächsischen Schweiz werden am 26. Mai die „Karl-May-Spiele 1939" eröffnet, die unter der Schirmherrschaft von Reichsstatthalter Mutschmann stehen. Die Aufführungen, in deren Mittelpunkt die Winnetou-Handlung steht, werden bis Ende August dauern. Die szenische Wirkung des Spiels erhält durch die starke Verwendung von Pferden, Büffeln usw. eine außerordentliche Ergänzung. Die Rolle des Old Shatterhand ist mit dem durch verschiedene Filme, u. a. „13 Mann und eine Kanone", bekannt gewordenen Schauspieler Hans Kettler besetzt, während der Winnetou durch Herbert Dir moser von den Sächsischen Staatstheatern verkörpert wird. Die Rolle des Medizinmannes ist mit dem Indianer Oskomon vom Stamme der Pakemas besetzt worden. Cadiz ausgelaufen, um die italienischen Legionäre aus Spanien heimzuholen. Die Schiffe sollen in den ersten Tagen des Juni mit zwanzigtausend Mann in Neapel wieder eintreffen. ♦ Gemäß einer Vereinbarung zwischen dem Reichsnährstand und dem faschistischen Bauernverband wird laufend ein Austau sch deut sch er und italienischer Bauernsöhne stattfinden. Am 30. Mai wird die erste Gruppe italienischer Bauernsöhne nach Deutschland reisen, während gleichzeitig deutsche Bauernsöhne nach Italien kommen werden. Li. London, 25. Mai. Ministerpräsident Chamberlain erklärte im Unterhaus: „Das Haus weiß, daß der Außenminister in Genf die bis dahin in London geführten Gespräche mit dem sowjetrussischen Botschafter fortsetzen konnte. Ich habe allen Grund, zu hoffen, daß als Ergebnis von Vorschlägen, welche die englische Regierung jetzt zu den hauptsächlichsten Fragen machen kann, sich ein umfassendes Abkommen erreichen lassen wird. Es sind noch weitere Punkte aufklärungsbedürftig, aber ich nehme nicht an, daß dies zu irgendwelchen ernsten Schwierigkeiten Anlaß geben wird." 1 Aus dem Wirrwarr von Erklärungen politischer Kreise und den Auslassungen der Presse läßt sich kein klares Bild über den Stand der Dinge gewinnen. Gewisse Anzeichen lassen darauf schließen, daß sowohl London und Paris den Moskauer Forderungen weiter nachgegeben haben und nunmehr bereit sind, einen Dreierpaktauf der Grundlage der Moskauer Forderungen einzugehen. In ausländischen Diplomatenkreisen war man der Auffassung, die Genfer Kulissengespräche hätten dazu beigetragen, eine Uebereinstimmung der englischen und französischen Auffassungen zu erzielen. Man habe gemeinsam neue Vorschläge ausgearbeitet, die bereits vom englischen Kabinett beraten worden seien und nach Moskau übermittelt wären. Ueber das Wesen des gegenseitigen Nichtangriffspaktes erfährt man folgendes: England, Frankreich und .Sowjetrußland verpflichten sich, jedem der drei Unterzeichner zu Hilfe zu kommen, falls eine der drei Nationen das Opfer eines Angriffs werden sollte. Die Unterstützung sieht den Einsatz der militärischen Kräfte der drei Nationen vor und soll schon in Kürze — wie man aus Reichsjugendführer Baldur von Schirach verabschiedete dreißig höhere BDM. -Führerin n e n, die unter der Führung der Reichsreferentin Dr. Jutta Rüdiger auf Einladung des Parteisekretärs und Chefs der „Gioventü dell’ Littoro", Starace, nach Rom fahren. Der Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! begibt sich auf Einladung Mussolinis zu einem kurzen Besuch nach Italien. Er wird in Rom vom Duce empfangen und auf Einladung des Staatssekretärs Tassinari die Städte Littoria und Sabaudia mit den meliorierten Pontinischen Sümp- en besuchen. * Am zweiten Tage des Staatsbesuches der Königin W i l h e l m i n a der Niederlande in Belgien fand ein Empfang im Brüsseler Rathaus statt. Die Königin betonte, wie sehr angesichts der internationalen Lage Holland und Belgien auf eine Zusammenarbeit angewiesen seien. — Anschließend besuchte die Königin die Gruft, in der König Albert und die Königin Astrid begraben liegen. Oer Führer bei der Eröffnung des neugestatteten Augsburger Stadttheaters. Augsburg, 24. Mai. (DNB.) Anfang 1937 gab der Führer dem Oberbürgermeister von Augsburg den Auftrag zur N e u g e st a l t u n g des Stadttheaters, die nach den vom Führer selbst entworfenen Plänen sofort in Angriff genommen wurde. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit ist nun die Erneuerung des Augsburger Stadtcheaters abge- enden dort ein vollständiges Hochschulstudium mit der Diplomingenieurprüfung der einschlägigen Fachrichtung, werden dann zwei weitere Jahre als Fähnriche und Oberfähnriche zur Sonderausbildung zu verschiedenen Dienststellen des Heeres kommandiert und nach Ablegung der zweiten Staatsprüfung zum Offizier (Jng.) aewählt. Die Beförderungsaussichten in dieser Laufbahn sind günstig. Studierende des Jngenieurwesens (Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieur- uitd Vermessungswesen) oder für eine gewisse Ueber- gangszeit auch bereits geprüfte Diplomingenieure, die im Jngenieurberuf tätig sind, können sich jederzeit für diese Laufbahn melden bei der Inspektion des allgemeinen technischen Trup- pendienstes, Berlin W 35, Lützowufer 13. Verschärfung der Lage im Fernen Osten. Die Kulangsu-Berhandlungen abgebrochen London, 25. Mai. (Europapreß.) Nach Berichten aus Honkong sind die von den englischen, französischen und amerikanischen Marinekommandanten mit den japanischen Marinebehörden geführten Verhandlungen wegen der Zurückziehung der auf der Insel K u l a n g s u, der internationalen Niederlassung von A m o y, gelandeten Truppen, ergebnislos abgebrochen worden, weil der Chef der englischen China-Station, Admiral Sir Percy Noble, als Bedinguna für eine Verständigung die Zurückziehung sämtlicher japanischer Landungstruppen aus Kulangfu gefordert hatte. Das japanische Marinekommando hat nach dem Scheitern der Verhandlungen eine Blockade über Kulangfu verhängt. In der internationalen Niederlassung von Kulangfu erwartet man die Landung weiterer japanischer Marinetruppen. Die japa- msche Presse rechtfertigt das Eingreifen der japanischen Landungstruppen in Kulangsu mit den örtlichen Verhältnissen und der allgemeinen Lage; die Haltung Englands und Amerikas wird von den japanischen Zeitungen scharf verurteilt. In einer Erklärung des japanischen Auswärtigen Amts wird mitgeteilt, wenn sich die Ankunft mehrerer ehemaliger französischer Offiziere in T s ch u n g k i n g, dem Sitz der Tschiangkaischek- Regierung, bewahrheite, so stelle das einen u n - freundlichen A k t gegenüber Japan dar. Japan müsse sich gegebenenfalls Gegenmaßnahmen Vorbehalten. Graf Ciano überreichte Mussolini die Pakturkunde. Rom, 24.Mai (DNB.) Der italienische Außenminister Graf Ciano, der sich unmittelbar nach seiner Ankunft in Rom in den Palazzo Venezia begab, überreichte Mussolini die Urkunde des deutsch-italienischen Bündnispaktes. Wie vor dem Bahnhof, kam es auch auf der Piazza Venezia zu stürmischen Kundgebungen für das deutsch-italienische Bündnis, die immer stärkere Formen annahmen, bis schließlich der Duce auf dem Balkon erschien und der begeisterten Menge mit dem römischen Gruß für ihre ununterbrochenen Ovationen dankte. Der König und Kaiser hat Außenminister Graf Ciano in einem Telegramm seine freudige Genugtuung und Anerkennung über seine tatkräftige und erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen. Kleine politische Nachrichten. Der Leiter der Reichsbahnzentrale und Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros in Santiago, Voigt, ist kürzlich in rücksichtsloser Form aus Chile ausgewiesen worden, der erste derartige Fall in der mehr als hundertjährigen Geschichte der deutsch-chilenischen Freundschaft. Es ist zu hoffen, daß eine genaue Nachprüfung dazu führen wird, Mittel und Wege zu finden, um die drohende Trübung der freundschaftlichen Verbundenheit des deutschen und des chilenischen Volkes abzuwenden. seinen Katakomben und seinen Schätzen von großem materiellem und kulturgeschichtlichem Wert, durch das Petschur über die Grenzen Estlands hinaus bekanntgeworden ist, wurde glücklicherweise von dem Feuer verschont. Nach den letzten Meldungen sind etwa 2000 Einwohner der Stadt obdachlos geworden. Zwei Personen fanden den Tod, während acht v e r - l e tz t wurden. Zur Versorgung der notleidender, Bevölkerung werden große Lebensmittelvorräts herbeigeschasft, die durch das Schutzkorps zur Verteilung gelangen. Es sind bereits eine große Zahl von Spenden für die Opfer der Katastrophe eilige« gangen. Nach dreizehn Jahren abgeurteitt. 2 Iahre Zuchthaus wegen vorsätzlicher Brandstiftung« Lpd. Marburg, 24. Mai. Der 47jährige Hein« rich Schmidt aus Breidenbach (Kr. Biedenkopf), der seit Januar dieses Jahres auch wegen Wilddiebereiverdachtes in Untersuchungshaft sitzt, wurde beschuldigt, in der Nacht vom 8« zum 9. September 1926 sein Wohnhaus vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Schon damals geriet Sch. in Brandstiftungsverdacht, da er sich nicht an den Löscharbeiten beteiligte, sondern in erster Linie Möbel und Hausrat zu retten versuchte. Das Haus, von dem infolge raschen Eingreifens der Ortsfeuerwehr nur der Dachstuhl ausbrannte, war mit 10 000 Mark versichert Außerdem hatte Sch. sein Mobiliar mit 10 000 Mark und auch das Warenlager hoch versichert. Am Abend des 8. September hat Sch. vor dem Schlafengehen eine Kerze auf den Fußboden des Dachflurs angezündet und war entschlossen, das Haus durch Feuer zu vernichten. Das Gericht erkannte wegen vorsätzlicher Brandstiftung auf 2 Jahre Zuchthaus und 2 Jahre Ehrverlust. Der Verurteilte nahm die Strafe sofort an. Neue Bahnstrecke auf dem Westerwald. Lpd. Dieser Tage wurde im Westerwald eine neue Reichsbahnstrecke in Betrieb genommen. Sie ist eine Teilstrecke der Neubaustrecke Hai- aer—Gusternhain und verbindet die Orte Raben- scheid und Breitscheid im Dillkreis. Dazwischen liegt noch der Haltepunkt Medenbach. Die neue Strecke ist eingleisig und regelspurig. Sie untersteht dem Betriebsamt Betzdorf und dem Maschinen- und Verkehrsamt Gießen. Die Züge auf der neuen Strecke haben in Haiger Anschluß an die Züge Gießen-Köln. Lustschutzausbildung der 13= bi« 14-Iührigen. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen Reichs« luftschutzbund und Reichsjugendführung werden alle Jungen und Mädels im Alter von 13 bis 14 Jahren, also der letzte Jahrgang des Deutschen Jungvolks und des Jungmädelbundes, beginnend mit dem 1. November 1939 in jedem Jahr in Sonder- lehrgängen im Selbstschutz ausgebildet. Zu dieser Jugendausbildung sollen die zusätzlich benötigten Lehrkräfte von der Hitler-Jugend selbst gestellt werden. Es wird die Aufstellung von ungefähr 12 000 Lehrkräften erforderlich. Das Alter der Luftschutzlehrer soll nicht unter 20 Jahren liegen. In den Sommerlagern der HI. und des BDM. werden Unterweisungen im Luftschutz stattfinden. unterrichteten Kreisen erfährt, durch die Aufnahme militärischer Besprechungen vorbereitet werden. Die Stellung der von England und Frankreich garantierten Staaten, wie Polen und Rumänien, wird dahingehend umrissen, daß im Falle eines Angriffs auf diese garantierten Staaten und im Falle einer damit verbundenen militärischen Unterstützung durch England und Frankreich, für diese Staaten d i e Hilfe Sowjetrußlands „automatisch verfügbar" sein würde. Offensichtlich will man in dieser Frage den Regierungen der garantierten Mächte die Entscheidung darüber überlassen, ob eine sowjetrussische Unterstützung erwünscht ist oder nicht. — Nach den bisher laut gewordenen Andeutungen fallen die bal- tischenStaaten nicht unter die Abmachungen des Dreier-Paktes. An zuständiger Stelle äußert man sich noch nicht Über die Frage, ob das yuto- matische Inkrafttreten des englischen und franzö- sischen Beistandes im Falle eines Angriffs auf Sowjetrußland auch auf die fernöstlichen Grenzen Sowjetrußlands Anwendung findet. Die „Daily Mail" schreibt, die noch zu klärenden Meinungsverschiedenheiten zwischen England und der Sowjetunion dürften durchaus nicht so geringfügiger Natur sein, wie von interessierter Seite angegeben werde. Das Blatt rechnet nicht mit einem Paktabschluß vor Ablauf von zehn Tagen. „News Chronicle" will wissen, daß der gestrige Kabinetts- beschluß einstimmig gefaßt worden sei; er bedeute die völlige Annahme des sowjetrussischen Standpunktes zu dem Begriff eines dreiseitigen gegenseitigen Beistandspaktes und die Auf- gäbe der früheren Vorbehalte des Kabinetts. Die noch offenstehenden Punkte bezögen sich auf die britische Garantie für Polen, Rumämen, die Türkei und Griechenland. Aus aller Wett. Verheerende Feuersbrunst in einer estländischen Stadt. Ein Brand von einem Ausmaß, wie ihn Est- land wohl noch nicht erlebt hat wütete am Mittwoch in der im südösllichen Zipfel Estlands gelegenen Kreisstadt Petschur. Das Feuer kam in einem zur Aufbewahrung von Lumpen dienenden Holz- schuppen auf und griff, von der langandauernden Trockenperiode und von stürmischem Wind begünstigt, mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich. Im Laufe einer Stunde stand das ganze Stadtzentrum in Flammen. Zur Bekämpfung des Brandes wurden aus ganz Süd-Estland Feuerwehr ren herbeigerufen. Leider wurden die Löscharbeiten durch Wassermangel erschwert. Um 13 Uhr MEZ. gelang es schließlich, des Feuers in der Stadt Herr zu werden, nachdem über 200 Häuser, d. h. etwa die Hälfte der Stadt, in Schutt und Asche gelegt worden waren. Unter den nieder- gebrannten Häusern befinden sich das Elektrizitätswerk, das Gebäude der Stadtverwaltung, zwei Banken, die Städtische Apotheke, zwei Gasthäuser, das Kino sowie Lagerräume mit reichen Warenvorräten. Vier Straßen wurden vollkommen zerstört. Dom Winde wurden die Funken weit fortgetragen, wodurch zwei Dörfer in der Umgebung in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dort wütete das Feuer noch um 18 Uhr MEZ. Das bei der Stadt gelegene aus dem 15. Jahrhundert stammende Kloster mit Für die hohe Dauerleisiung auf den Reichsautobahnen ist die Verwendung -erstklassiger Schmiermittel eine der elementarsten Voraussetzungen. Mobiloel - nach dem umwälzend neuen Doppel-Lösungsverfahren her- gestellt - wird den so enorm gesteigerten Ansprüchen voll gerecht. Sorglos können Sie den zulässigen Höchstdurchschnitt herausfahren! Mobiloel CT 500000 Kinder unterwegs! Die Aufgaben des Hilfswerks „Mutter und Kind" im Sommer. „Wer darangeht, wirklich das Leben von Mutter und Kind zu schützen, ist der Erfüller allen heldischen Kampfes." AbolfHitler. Seit jeher hat der Nationalsozialismus den Standpunkt vertreten, daß die Familie Urzelle der Volksgemeinschaft ist, und daß deswegen ihre Stärkung als unsere größte Aufgabe angesehen werden muß. Den Müttern, als den ewigen Quellen des Lebens, und den Kinder», als den Trägern unserer nationalen Zukunft, gilt daher unsere besondere Hilfe. Diese Aufgabe läßt sich nunmehr bereits seit einem halben Jahrzehnt das Hilfswerk „M u t - jer und Kind angelegen sein, das zum Mittelpunkt aller Arbeit für die deutsche Mutter gemacht worden ist. Es soll zusätzlich Hilfe überall bringen, wo ee gilt, einer deutschen Mutter in körperlicher, geistiger und seelischer Not beizustehen und einem erbgesunden deutschen Kinde eine gesunde Fortentwicklung zu ermöglichen. Es ist damit wesentlich ein Hilfswerk familienpflegerischer Natur. Das ist — mit wenigen Worten umrissen — die Zielsetzung, die sich dieses in der Welt einzig dastehende Hilfswerk gestellt hat. Wenn wir jetzt,, Rückschau haltend, Uns die Erfolge, die bereits erzielt worden sind, vor Augen führen, dann können wir nur all' denen, die hier in uneigennütziger Weise Ihre Zeit und Arbeitskraft freiwillig zur Verfügung gestellt haben, unsere höchste Anerkennung aussprechen. Dieser Dank gilt darüber hinaus den vielen Millionen Volksgenossen, die dadurch, daß sie die Bestrebungen des Hilfswerks tatkräftig unterstützt haben, einen wesentlichen Anteil an dem Gelingen dieser Einrichtung tragen. Wenn wir uns vor Augen halten, daß bisher rund 2/ Millionen Kindern eine mehrwöchige Erholung in Heimen oder Landpflegeanstalten zuteil wurde, und daß im Monatsdurchschnitt fast eine Million Personen betreut wurden, dann zeigen diese beiden Zahlen wohl zur Genüge den Umfang der geleisteten Arbeit. Besonders wichtig ist in den letzten Jahren auch der Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit geworden. In engster Zusammenarbeit mit Reich und Staat ist es gelungen, die Säuglingssterblichkeit trotz Ansteigens der Geburten von 7,9 auf 6,4 v. H. zu verringern. Bei gleicher Entwicklung wie in der Systemzeit wären fast 200 000 Kinder mehr gestorben, die nunmehr durch die sozialen Maßnahmen des Führers dem Volk erhalten werden konnten. Groß sind die Aufgaben, die auch in Zukunft, und zwar gerade in diesem Sommer, zu erfüllen sind. Bei der Einrichtung neuer Müttererholungs- Heime, von denen die NSV. zur Zeit im Reich 187 besitzt, sollen die Ostmark und dos Sudetenland besondere Berücksichtigung finden. Die hier bereits bestehenden Heime werden wesentlich erweitert, was um so notwendiger ist, als durch die jahrelange Notlage der Mütter und Kinder in diesem nunmehr zum Reich gehörenden Gebieten unendliche Schäden entstanden sind, lieber der Arbeit, die hier zu leisten ist, steht als Leitgedanke das Wort des Führers: „Ich will in wenigen Jahren hier keine rachitischen Kinder mehr sehen." Besonders zu begrüßen ist es, daß die Arbeit von „Mutter und Kind" in noch stärkerem Umfange als bisher auch auf das Land ausgedehnt werden soll. Damit wird der oft von städtischer Seite zum Ausdruck gebrachten Ansicht entgegengetreten, daß die Mütter auf dem Lande sich sämtlich einer weit besseren Gesundheit erfreuten, als es in der Stadt der Fall ist. Wir müssen uns immer vor Augen halten, daß gerade auf dem Lande der Aufgabenkreis einer Hausfrau und Mutter ungleich größer ist als in der Stadt und daß deshalb die umfangreiche Landfrauen-Erholung, bei der der Reichsnährstand seine tatkräftige Mithilfe zugesichert hat, einer besonders dringlichen Forderung entspricht. Von nicht minderer Bedeutung ist auch der Einsatz des Hilfswerks „Mutter und Kind" in den B e - trieben. Gerade angesichts der Tatsache, daß die Frauenarbeit jetzt stärker als in den vergangenen Jahren in Erscheinung tritt, ist der Betreuung der Mütter und Kinder erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dies soll vor allem auch in der Vermehrung der Kindertagesstätten zum Ausdruck kommen. Daß damit Hand in Hand die Schulung der Fachkräfte gehen muß, leuchtet ohne weiteres ein. So ist die Errichtung mehrerer Kindergärtnerinnen- und Ju- gendleiterinnen-Seminare sowie einer Landkinder- pflegerinnen-Schule vorgesehen. Den Hauptteil der Arbeit, die das Hilfswerk „Mutter unb' Kind" in den Sommermonaten zu leisten haben wird, bildet die Kinderverschickung. Seit Monaten sind bereits umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um dieser wohl wichtigsten Einrichtung, die sich in den vergangenen Jahren so überaus bewährt hat, zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Nicht weniger als eine halbe Million Kinder werden in diesem Jahr verschickt werden, von denen der größte Teil in den Genuß eines Landaufenthaltes kommt, während die übrigen in Erholungsheimen Aufnahme finden. Diese gewaltige Zahl stellt die an sich schon großen Leistungen der vergangenen Jahre noch weit in den Schatten und zeigt zur Genüge, was durch planmäßigen und zielbewußten Einsatz erreicht werden kann. Daß neben dem Altreich besonders auch die Ostmark, das Sudetenland und das Memelland Berücksichtigung finden, sei nur nebenbei erwähnt. Einen weiteren Ausbau werden auch die Kindergärten erfahren, in denen zur Ergänzung der Familienerziehung vorschulpflichtige Kinder vom dritten Lebensjahr an tagsüber aufgenommen werden. Im Mittelpunkt der Erziehung steht hier körperliche Ertüchtigung, Entwicklung des Charakters und Stärkung des Wesens. Am Abend wird das Kind der elterlichen Obhut zurückgegeben, da es in erster Linie der Familie gehört. In den Erntekindergärten, deren Errichtung infolge der starken Belastung der Landfrauen und der mangelnden Beaufsichtigung der Landkinder in der Erntezeit notwendig wurde, steht neben den genannten Aufgaben noch die Pflege bäuerlicher Art und Sitte. Im Bedarfsfall ist dem Erntekindergarten eine Erntekinderkrippe angeschlossen, damit auch die kleinsten Kinder die notwendige Pflege und Beaufsichtigung erhalten, ohne ihre Elter» in der notwendigen Ernte« arbeit zu behindern. Dies ist nur ein kleiner Querschnitt durch das um« fangreiche und vielseitige Aufgabengebiet des Hilfs« werks „Mutter und Kind", das im Rahmen der Gesamtheit der NSV. geleistet wird. Die Pläne, die in den Sommermonaten zur Durchführung gelangen, zeigen, daß es auch hier, dem Willen des Führers gemäß, niemals einen Stillstand, sondern immer nur einen Fortschritt gibt. D. S. Wetterbericht Wider Erwarten war auch die in den letzten Tagen erfolgte Umgestaltung der Großwetterlage noch nicht weitgehend genüge um für längere Zeit beständig Schönwetter zu sichern. Bereits am Mittwoch setzte Wetterverschlechterung ein. Damit ist auch die Aufstellung zuverlässiger Wettervorhersagen wieder aufs äußerste erschwert. Vorhersage für Freitag: Noch unbeftän« big, boch Regenneigung wieber abnehmenb unb zeitweise aufheiternb, Mittagstemperaturen zwischen 15 unb 20 Grab, lebhafte Winbe um Norb. Lufttemperaturen am 24. Mai: mittags 20,2 Grad Celsius, abenbs 13,2 Grob; am 25. Mai: morgens 9,0 Grad. Maximum 20,9 Grad, Minimum 8,4 Grad. — Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Mai: abends 16,6 Grad; am 25. Mai: morgens 13,4 Grad. — Niederschläge 8,5 mm. — Sonnenscheindauer 11,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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Mai,939 Man kann die- 26 Trauungen zu Pfingsten. da Zeitschriften. un- wir jetzt auf 2 Arten braun werden) 1 - Allmählich an die Sonne gewöhnen - mit NIVEA-CREMEI 2 Vom ersten Tag an fange in der Sonne bleiben - mit NIVEA-ULTRA-OL« versuchen. Sie werden, wenn Sie dann noch sind, sehen können, wie ein Rettich aussieht." „Da bin ich neugierig", sagte ich. „Schmeckt es Ihnen?" fragte der Mann. — In Wien wurde die Große Deutsche Luftschutz- Ausstellung eröffnet. Dazu bringt „Die Sirene" ein Sonderheft Oesterreich heraus. Ein Geleitwort des Reichsstatthalters Bürckel würdigt die Arbeit des Reichsluftschutzbundes. Schöne Bilderartikel zeigen „Luftschutz rund um den Stephansdom", „Selbstschutz auf dem Grazer Schloßberg, auf einem Bauernhof und in Innsbruck". Andere interessante Aufsätze erzählen von der Landesgruppen-Luftschutz- schule in Grinzing, von einem Besuch in einem Salz- „Wo haben Sie die Rübe denn her?" unterbrach er mich. „Herr", sagte ich, „es ist keine Rübe. Es ist ein Rettich. Ich habe ihn in einem Laden gekauft." „Haben Sie einen Rettich verlangt?" fragte er. „Allerdings. Das heißt", verbesserte ich mich, „vor dem Laden stand ein ganzer Korb voll Rettichen, und da habe ich mir diesen ausgewählt, weil er besonders schön war, ihn aus dem Korb genommen und gefragt, was er kostet." ,^Haben Sie gefragt, was kostet dieser Rettich?" „Ich habe nicht mit Worten gefragt", sagte ich. „Ich hielt den Rettich hoch, und da nannte die Verkäuferin den Preis." Er nickte, dann sagte er: „Sie haben also weder einen Rettich verlangt, noch gefragt: was kostet dieser Retttch. — Woher wollen Sie dann eigentlich wißen, daß das, was Sie gekauft haben, ein Rettich „Aber Herr"> sagte ich, „ich kenne doch Rettiche. Jedes Kind wird Ihnen sagen können, daß das hier ein Rettich ist." .. „Run", sagte er, „ich sage Ihnen, daß es keiner ist, und ich bin ein alter Rettichpflanzer. Ich bin Fachmann sozusagen, wenn ich auch kein Rettichgärtner bin." „Aber was ist es denn dann?" fragte ich verzweifelt. Der Kerl fing nachgerade an, mir meinen Rettich zu verleiden. ,Lch weiß es nicht", sagte er. „Ein Erdgewächs scheint es zu sein. Ich bin sehr vorsichtig im Urteil und äußere mich nur da, wo ein Zweifel ausgeschlossen ist. Infolgedessen kann ich Ihnen nicht sagen, was es ist, ich kann Ihnen nur sagen was es nicht ist, nämlich: ein Rettich ist es nicht. Vielleicht ist es die Wurzel irgendeines Nachtschattengewächses." „Bitte?" sagte ich. Er hatte mir jetzt wahrhaftig die Freude verdorben. Ich saß da und hatte fast den ganzen Rettich gegessen, und jetzt schmeckte er mir nicht mehr. Als ein Mädchen vorbeiging, das die leeren Teller abräumte, gab ich ihr meinen Teller mit dem Rest meines Rettichs mit. Ich dachte verdrossen an Nachtschattengewächse. Ohne jnir helfen zu können, dachte ich plötzlich an Nachtschattengewächse in meinem Magen. Es war blödsinnig, aber ich fing auf einmal'zu überlegen an, ob es möglich sein konnte, daß ich etwas andres gekauft und gegessen hatte als einen Retttch. Dann kam die Frau des Mannes und brachte eine Einkaufstasche mit, aus der sie allerhand hcr- vorholte. Brot, ein Stück Wurst, Käse und etwas ' eher an Präzisionsarbeit gewöhnt waren und schon in den 60er Jahren die Teilfabrikation eingerichtet worden mar, auf denen sich die Vielseitigkeit der Produktion, die rationelle Arbeit und die hohen Leistungen gründen. Nach einer Besichtigung der Produktionsräume des Hauptwerkes trug sich der Botschafter in das Goldene Buch der Stadt Wetzlar ein. Don Wetzlar setzte er dann, seine Fahrt nach Bad-Nauheim fort. Tödlicher Unfall bei Rodheim a. d. D. Verhängnisvolle Schwarzfahrt mit dem Wolarrad des Schwagers. In der vergangenen Nacht gegen 22 Uhr ereignete sich in der scharfen Kurve an der Amtmannsmühle unweit von Rodheim ein schwerer Verkehrs-- Unfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel und ein zweites in schwerste Gefahr gebracht wurde. Der 17jährige Heinrich Wagner von Krumbach, der heimlich den Motorradschlüssel seines Schwagers aus dessen Tasche genommen hatte und ebenso heimlich das Motorrad an sich nahm, um damit zu fahren, machte sich mjt einem Bekannten auf dem Soziussitz auf den Weg nach Rodheim. Hier ließ er seinen Fahrgast absteigen, ließ dann aber einen anderen jungen Mann, den 16jährigen Hans Schneider von hier, zur Mit- ahrt auffitzen und setzte mit ihm die Fahrt in der Richtung nach Gießen fort. Dabei fuhr er in her Kurve unweit der Amtmannsmühle mit großer Wucht gegen einen Baum und erlitt dabei 'einen chweren Schädelbruch. Auch fein Mitfahrer wurde chnier in Mitleidenschaft gezogen und erlitt mutmaßlich ebenfalls einen Sch'ädelbruch. Gegen 23 Uhr wurden beide Verunglückte von Arbeitern, die von Abendstern her in der Richtung nach Rodheim gin- dem Städtmädel immer erinnerlich bleiben, wie das Schwalbennest unter dem Dache und das Rauschen des Brunnens in der Abendstille. Nicht aber nur zuschauen sollen unsere Mädel. Der BDM.-Obergau hat jeder Fahrtengruppe einen Zwei- bis dreitägigen L andeinsatzdienst vermittelt. Beim Kartoffelsetzen waren willige Hände bestens willkommen; an regnerischen Tagen hat die Bäuerin ihre Hilfe gehabt: Flicken und Stopfen können auch die Mädel aus der Stadt, oder es waren Schuhe zu putzen und Kinder zu hüten. Und wie gerne wird beim Kuchenbacken geholfen.' Oie alten Retiichpflanzef. Von Rudolf Schneider-Schelde. „Was essen Sie da?" fragte der Mann in dem Biergarten, wo ich mich niedergelassen hatte, um einen Rettich zu essen. Er saß'an meinem Tisch und sah mir zu, wie ich auspackte, und sah neugierig meinen Rettich an. „Einen Rettich", sagte ich. „Nein", sagte er, „ein Retttch ist das nicht." „Wieso? fragte ich, „wieso ist das fein Rettich; fes ist doch einer, und zwar ein sehr schöner." „Nein", sagte er lächelnd, „Rettiche kenne ich. Ich pflanze selbst Rettiche. Ein Rettich ist das nicht." „Entschuldigen Sie", sagte ich, „ich weiß nicht, was Sie pflanzen, aber ich weiß, daß das hier ein Rettich ist, und wenn das, das Sie pflanzen, nicht so aussieht, wie das hier, dann sind es jedenfalls keine Rettiche." „Sie täuschen sich", sagte der Mann, „ich pflanze feit Jahren Rettiche, obwohl ich fein Gärtner bin, aber ich habe einen Garten, und da pflanze ich seit Jahren Rettiche. Rettiche sehen anders aus, ganz anders als das, was Sie hier hoffentlich ohne Beschädigung Ihrer Gesundheit verzehren wollen." „Wie sehen Rettiche denn aus?" fragte ich humorvoll. „Ich sehe. Sie essen dieses Zeug da auf Rettichart", sagte der Mann, der mir aufmerksam zusah, als ich den Rettich sorgfältig einschnitt und salzte, „aber ein Rettich ist es trotzdem nicht." „Wollen Sie mal versuchen?" fragte ich, als ich fertig war und der Rettich genügend gezogen hatte. „Nein, danke", sagte der Mann, „ich werde nachher einen Rettich essen, den mir meine Frau aus meinem Garten mitbringt, ich möchte lieber nicht Während der Pfingstwoche, und vor allem mittelbar vor und nach den Feiertagen, haben in Gießen eine besondere Heiratsfreudigkeit zu verzeichnen. Insgesamt haben 26 junge Paare die Eheschließung vor. Am gestrigen Mittwoch wurden beim Standesamt vier Trauungen vollzogen, für den morgigen Freitag ist eine Trauung vorgesehen, am Samstag findet beim Standesamt Hochbetrieb statt, denn an diesem Tage allein sind 19 Trauungen angesetzt, am Mittwoch nächster Woche schließlich olgen noch zwei Trauungen. Den jungen Paaren wünschen wir alles Gute für ihren gemeinsamen Lebensweg. Das „aiuto" Leonardos. Wie man vorhergesagt hatte, erregt beim Publikum in der kürzlich eröffneten Leonardo-Ausstellung in Mailand vor allem der Teil das größte Interesse, in dem Leonardo als der große Erfinder und Anreger technischer Errungenschaften gezeigt wird. Nach seinen Zeichnungen sind Modelle ausgeführt, die ihn als den großen Vorläufer der heutigen Techniker zeigen. In einem großen italienischen Werk über die Entwicklung des Automobils widmet der Herausgeber Giovanni Canestrini auch dem Anteil Leonardos an den Problemen der Bewegung von Fahrzeugen eine eingehende Betrachtung, und es ist gerade diese Betätigung des Genies Leonardos, die vor allem die Aufmerksamkeit der Ausstellungs- besucher erregt; mehr noch als vor den Studien über ben Vogelflug und über den Fallschirm bleiben sie oor dem Modell stehen, das allgemein das „Auto Leonardos" genannt wird. Es ist ein sich selbst bewegender Wagen, der'mit Hilfe starker Federn im Inneren in Bewegung gesetzt wird. Dieser sich selbst bewegende Wagen Leonardos, der ein richtiges Dif- erential, eine Transmission mit voneinander abhängigen Rädern und einen Volant aufweist, ist zweifellos die Sensation der Ausstellung, die auch dem einfachsten Besucher das umfassende Genie Leonardos näherbringea wird. C. & »Sechsundsechzig ' als Ehestster. In einem psychologisch sehr feinsinnigen Beitrag, den Professor Dr. Heinrich Z i m m e r im Juniheft von Velh a g-e n & Klasings Monatsheften veröffentlicht, unterzieht der Heidelberger Gelehrte ein paar bekannte Kartenspiele einer Prüfung auf ihren sinnbildlichen Wert. Sehr hübsch erblickt er in der Mariage den Zweck und die Moral des.Sechsundsechzig, das etwas altfränkisch geworden ist. Man soll, so will es das Spiel, und forderte es das Leben, den Mut haben, auf eine standesgemäße, wohlverwandt - harmonische Erfüllung der Ehechance zu warten. „Sechsundsechzig" ist ein gutartig-altmodisches Spiel für Heiratslustige, für Ehekandidaten und enthält eine zeitlos gültige, gesunde Moral; es ist aber auch ein Spiel für Mütter und Tanten, die mit harmlos-fürsorglichem Kuppelsinn die ihnen anvertrauten jungen Leute glücklich in den Ehehafen steuern möchten. Ein liebenswürdiges, unterhaltsames Spiel! Eigentlich ist es recht ein Spiel für Ballmütter einer etwas verschossenen Zeit, in der die Heranwachsenden Kinder sich noch gängeln ließen und nicht selbständig auf Fahrt gingen. Das Leben des Bauern bleibt sich überall gleich: hart und mühevoll ist es, reich an Sorgen un'd Arbeit. Doch dafür kommt auch das ^Lachen und die Fröhlichkeit aus dem tiefsten Herzen. Und zum Frohfein bringen die Mädel allerlei mit: ein neues Lied, die luftige Scharade, ein feines Märchenspiel • ■ - Dorfgemeinschaftsabende, öffentliche Singen, ein fröhlicher Kindernachmittag find von den 'meisten Fahrtengruppen im Programm vorgesehen. Auch die entlegensten Dörfer unseres Gaues sollen etwas hören und spüren vom Gemeinschaftsgeist unserer Jugend. Und damit mögen sie den Dank der Mädel für ihre Gastfreundschaft annehmen. Die Fahrtgruppen des BDM. aber werden mehr nach Hause bringen als ein Fahrtenbuch mit Photos, Bildern und Schilderungen sorgloser Tage. Sie tragen das Erleben bäuerlichen Wesens selbst in die großen Städte hinein. Daß das Verstehen der Jugend Brücken schlage zurück zum Land und seinen Kräften, das wäre der vornehmste Erfolg auch ser Jugendarbeit. „Ausgezeichnet", sagte ich. „Dann ist es ja gut", sagte er, „aber ein Rettich ist es nicht. Es wird wohl irgendeine Rübe fein, vielleicht eine Zuckerrübe." „Lieber Herr", sagte ich so sanft wie möglich, „beruhigen Sie sich:' es ist ein Rettich " „Es ist wohl das erstemal, daß Sie so etwas effen?" fragte er nach einer Weile. „Nein", sagte ich, „ich esse Rettiche feit vielen Jahren, feit meiner Kindheit sozusagen, ich habe schon Hunderte oder Taufende von Rettichen verspeist und —" Aus -er Stadt Gießen, prangende Erde. Leuchtende Schönheit hat der Mai in allen Gärten und Anlagen entzündet. Es ist, als veranstalte die Mutter Erde ein strahlendes Fest, zu dem sie all ihren berückenden Zauber offenbart, der sich in tausend knospenden und blühenden Wundern kundtut. Duft und Farbe wetteifern schier, der prangenden Erde das festliche Kleid zu geben. Hinter meinem Hause steht ein Blütenbaum. Er ist über und über mit schneeigem Weiß bedeckt, und wenn ein Windstoß kommt, weht, er schimmernde Flocken herab. Es ist die köstliche Pracht eine Märchenbaumes, die sich inmitten des Grünen zeigt. Nicht weit davon gedeihen verheißungsvolle Heckenbüsche, auf den schmalen Rabatten jubiliert die Farbe der Blumen. Jeder Blick aus dem Fenster auf diese paradiesische Schönheit ist wie eine tiefe ^AH^ung, die Körper und Seele in gleichem Maße Am schönsten zeigt sich der Schmuck der prangenden Erde in den frühen Morgenstunden, wenn noch die Frische der Nacht auf Blatt und Blüten liegt, und wenn der Wettgesang der Vögel wie ein Preislied auf die Schöpfung erschallt. Dann ruft die Amsel gleich einem Herold in weithin vernehmbaren Tonen, dann schmettern die Finken ihre frohe Weise, und mit ihnen grüßen all die vielen kleinen Sänger den strahlenden jungen Tag. Ein Gang durch den Garten in dieser Morgenstunde wird zum beglückenden Er/eben, das mit feiner nachhaltigen Wirkung den ganzen Werktag verschönt. Auch in den Anlagen verspürt man die Köstlichkeit und den erfrischenden Atem der prangenden Mutter Erde. Welch ein Zauber geht von den blühenden Büschen aus, welche Kraft scheint in dem üppig wachsenden Rasen zu wohnen. Und ist nicht der Starengesang in den hohen Bäumen ein ständiges Triumphlied auf das Leben, das sich ringsumher in der buntesten Vielfältigkeit zeigt? Loch auch am Rande der Stadt, wo die Schrebergärtner ihre kleine Scholle bewirtschaften, ist ein Blühen und Gedeihen, als gelte es, alle Pracht und Herrlichkeit auf einmal zur Schau zu stellen. Ein Spa- giergang durch diese Gärten gleicht einem Streifzug durch das Paradies, in dem die Wunder des Lebens all ihre mannigfachen Reize entfalten. So grüßt uns jetzt die prangende Erde überall, wohin wir auch die Schritte lenken mögen. Selbst in dem einsamen Baum am Straßenrand kommt ihre Schönheit prachtvoll zur Geltung, und wo auch nur ein Blumenstrauß am Fensterbrett steht, leuchtet der Abglanz ihrer ganzen Herrlichkeit. Es ist ein Glück, solche Maientage zu erleben. H. W. Sch. Dornotizen. Tagcskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Spiel im Sommer- toinb". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Karthagos Fall". nHemeinWt M Kraft im Sreiiöe Frühlingsfahrt nach Wiesbaden. Arn ersten Pfingstfeiertag findet eine Omnibusfahrt über/ Usingen, Salbürg und Bad Homburg nach Wiesbaden statt. Fahrpreis 5 Mark! Aus- fwnft und Anmeldung in unserer Fahrkartenver- kaufsstelle Seltersweg 60. 3802D Durchführung des Stadtkreisgesetzes. Der Polizeidirektor in Gießen gibt heute bekannt, daß mit Wirkung vom 15. Mai die nach dem Stadtkreisgesetz und der Durchführungsverordnung auf den staatlichen Polizeiverwalter übergehenden Aufgaben von ihm übernommen worden sind. Danach werden u. a. für den Stadtkreis Gießen Fahrerlaubnisse (Führerscheine) und Zulassungen «non Kraftfahrzeugen (Kraftfahrzeugscheine) künftighin van der Polizeidirektion in Gießen erteilt. neugierig auf den Rettich. Der Mann fing an, ihn auszuwickeln und zeigte ihn mir. Es war eine rote Rübe. „Hier sehen Sie einen Rettich", sagte er. „Es ist eine rote Rübe", sagte ich'lachend. „Bitte?" sagte er. „Natürlich ist ein Rettich rot, wie schon der Name sagt, jeder Rettich ist rot ursprünglich hieß das Wort rötlich, der Rötliche." Ich lachte. „Der Herr hier", sagte der Mann zu feiner Frau, „verzehrte etwas, das er für einen Retttch hielt. 3d) sagte ihm, du würdest einen aus unserem Garten mitbringen." „Wir sind alte Rettichpflanzer", sagte die Frau. „Jedenfalls ist das hier eine rote Rübe", sagte ich, „auch rote Beete genannt." Ich lachte immer noch. "Wir ziehen die Samen selbst", sagte der Mann und fing an, die rote Rübe einzuschneiden, wie man einen Retttch einschneidet, und fing sie zu salzen an. "Dor Jahren haben wir durch gute Freunde, die auch ihre Rettiche selbst zogen, die ersten Samen erhalten; es ist eine besonders feine Sorte." „Aber das kann man doch ungekocht nicht effen" sagte ich lachend. „Rettiche lassen sich nicht kochen", sagte die Frau. „Dieses Jahr", sagte der Mann, sind sie besonders schon und haben einen besonders feinen Geschmack." — Er drückte mit dem Finger die rote Rübe zusammen, so daß ein rötlicher Saft herauslief, und nahm vorsichtig eine Scheibe und steckte sie in den Mund. Auch die Frau nahm eine Scheibe und steckte sie in den Mund. Beide kauten. „Er schmeckt sehr würzig", sagte der Mann, „wollen Sie nicht versuchen?" Ich bedankte mich. Ich sah ihnen zu, wie sie kauten. Sie aßen die ganze rote Rübe auf, und sie war noch nicht einmal gekocht. Ich versuchte ihnen noch ein paarmal klarzumachen, daß es eine rote Rübe war, aber es war nichts zu machen. Sie waren zwei alte Rettichpflanzer. Brücke der Lugend zur bäuerlichen Welt Die Heffen-Aaffau-Kahrt des BDM. Japans Botschafter in Berlin besucht Wehlar. Am gestrigen Mittwoch stattete der japanische Botschafter in Berlin, Generalleutnant Oshima, den optischen Werken Ernst Leitz in Wetzlar einen Besuch ab. Die Reisegesellschaft wurde von dem Vertreter des Gauleiters, Kreisleiter Haus, und Dr. Ernst Leitz begrüßt. Dr. Ernst Leitz richtete an den Botschafter eine Ansprache, in der er u. a. sagte, baß es ihm eine besondere Freude sei, den Vertreter eines Landes zu begrüßen, mit dem die Firma Leitz schon seit Jahrzehnten in geschäftlichen Beziehungen stehe. Dr. Leitz begrüßte dann die übrigen Gäste, insbesondere Kreisleiter Haus als Vertreter des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger. Er sagte hierauf den Besuchern, daß sie sich in einer Firma befinden, die seit beinahe 90 Jahren besteht und die sich aus kleinen Anfängen zu einem Unternehmen von vier Werken, einschließlich des Zweigbetriebes Rastatt, entwickelt hat. Die Fabrikation ist begründet auf Mikroskopen wissenschaftlicher Art, so daß die Firma heute die meisten Mikroskope der Erde fabriziert. Die Herstellung dehnte sich bann auf industrielle Geräte und eine ganze Reihe von Nebenapparaten aus. Das Unternehmen ging bann auch auf bie Mikrophotographie über und kam zur allgemeinen Photographie, zum Kleinbild, der Leica, die heute in aller Welt bekannt ist. Es gelang, dem Kleinbild ben Weg zu ebnen und einen Apparat herzustellen, der die ganze Welt erobert hat. Die Hauptentwicklung kam in den letzten Jahren, als das Kleinbild sich 'durchgesetzt hat. Dr. Leitz wies weiter darauf hin, daß feine Firma besonders befähigt war, das Kleinbild zu entwickeln, weil feine Mitarbeiter von NSG. In zwei Fahrtabschnitten, vom 12. bis 22. Mai und vom 22. bis 31. Mai, führt der BDM. - Obergäu 13 seine diesjährige Hessen-Nassau-Fahrt mit insgesamt 210 Fahrtengruppen von je 20 Mädel durch. Zielgebiete sind: Westerwald und Vogelsberg, Odenwald und Spessart, Rheingau, Taunus und Lahntal. Die Fahrt steht unter dem Motto: „Wir entdecken Hessen-Nassau" und wird durchgeführt unter starker Berücksichtigung heimatkundlicher und bodengebundener Werte. Darüber hinaus hat der BDM.-Obergau im Rahmen dieser Fahrt erstmalig einen zwei- bis dreitägigen Land- einsatzdienst.eingeführt, der die Mädel mit bäuerlicher Arbeit bekannt machen soll. Schon leit langem verwertet der BDM.-Obergau 13, Hessen-Nassau, Volks- und Brauchtum, Heimatkunde und Geschichte unseres Gaues bei seinen Schulungen und Heimabenden. Auf der großen Führerinnentagung in Frankfurt a. M. im April gab die Obergauführerin Else Riese der gesamten Arbeit des Sommers das Leitwort: „Wir entdecken Hessen-Nassau" und legte damit für die Erziehungsarbeit des BDM. eindeutig die Ausrichtung fest: junge Menschen hinzuführen zum Quell unserer Volkskraft — zur Heimat und zur bäuerlichen Welt. Damit vertieft sich auch die Aufgabe der diesjährigen Fahrtenaktion. Hatte sich die'Hessen-Nassau- Fahrt 1938 — zum erstenmal als Fahrt großen Ausmaßes mit 5000 Mädel durchgeführt — damit begnügen müssen, die Mädel ans Beruf und Schule für zehn Tage dem Alltag zu entreißen und ihnen im grünen, blühenden Land den Frühling und das Erlebnis der Gemeinschaft zu schenken, so kann die Hell^n-Nassau-Fahrt 1939 ein Stück weitergehen auf bic i Wege. Im längeren Derweilen an'den einzelnen Orten bietet sie mannigfaltige Möglichkeiten, daß die Mädel, vor allem die aus den Städten, einen Zugang finden zu jener einfachen und urtümlichen Welt, in der der Bauer pflügt und sät, wo die Bäuerin alle Hände voll zu tun l>at und fleißig ist, und in manchen alten Truhen noch Schätze fast vergessener Volkskunst ungenutzt schlummern. Und mit dem Bekanntwerden in dieser Welt verbindet sich wohl für jedes gesund und natürlich empfindende junge Menschenkind die Liebe zu allem, was in Hof und Stall, Scheune und Garten lebendig ist. Das kleine, unbeholfene Kälbchen wird Eingewickeltes in der Größe einer Kinderfaust, ich ... UUH eiliCII vermutete, daß es der Rettich war. Ich war sehr! bergwerk und vieles andere. Bon Hannover nach Oberhessen im Segelflugzeug Am Dienstag gegen 16 Uhr landete dicht bei dem Dorfe Bill in gen bei Hungen ein Segelflugzeug, das an einem Gruppen - Segelflugwettbewerb von Hannover aus teilgenommen hatte. Der Flieger hat bei feinem Flug von Hannover bis nach Villingen eine Strecke von rund 170 Kilometer zurückge- legt. Die Landung vollzog sich glatt. Das Flugzeug wurde gegen Abend auf ein Auto verladen und abtransportiert. Unser nebenstehendes Bild (Aufnahme: Paul) zeigt das Segelflugzeug unmittelbar nach feiner Landung. Ein zweites Segelflugzeug aus diesem Wett-s von Watzen-born-Steinberg und kam bewerb landete am gleichen Nachmittag in der Nähe * ebenfalls glatt zu Boden. Wf: ’ gen, aufgefunden und ihre Verbringung in die Chirurgische Klinik nach Gießen oerarüaßt. Wenige Stunden nach seiner Einlieferung erlag der Lenker des Motorrades, Heinrich Wagner, seinen schweren Verletzungen. Hans Schneider liegt in bedenklichem Zustand darnieder. Die Gendarmerie nahm sofort die notwendigen Ermittlungen auf. Dabei wurde u. a. fest- gestellt, daß der Lenker des Motorrades nicht im Besitze eines Führerscheines war. Nachtblinkübung der SA.-Nachnchtenstürme. Heute abend in der Zeit von 21.15 bis 23 Uhr unternehmen die Nachrichtenstürme der SA.-Stan-, darte 116 (Gießen) und 222 (Friedberg) eine großangelegte Nachtblinkübung. Die Hebung findet im Raume Schiffenberg—Münzenberg—Hausberg (bei Butz dach)—Jo ha nni sb e rg (bei Bad-Nauheim) und vom Turm der Burg Friedberg aus statt. Neue Tarifordnung für den gesamten Groß- und Einzelhandel. Lpd. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, Dr. Schmeller, hat durch eine Tarifordnung die Lohn- und Arbeitsbedingungen sämtlicher Gefolgschaftsmitglieder in den Groß- und Einzelhandelsbetrieben neu geregelt. Bisher ?alt im Wirtschaftsgebiet Hessen eine große Zahl (einerer Tarifverträge, die eine Systematik in der Gestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen vollkommen vermissen ließen. Anderseits waren große Teile des Wirtschaftsgebietes tariflos. Dieser ungeregelte Zustand wird durch die neue Tarifordnung, die an Stelle von unzähligen alten Einzeltarifver- trägen tritt,, beseitigt. Die Tarifordnung enthält Vorschriften über die Arbeitszeit, den Urlaub, Kündigung, die Weiterzahlung des Lohnes bei Arbeitsverhinderung und Todesfall usw., eine Lohn- und Gehaltsregelung und gilt sowohl für kaufmännische Angestellte, als auch für gewerbliche Gefolgschaftsmitglieder. Neu ist die Einführung eines halben freien Tages für diejenigen Gefolgschaftsmitglieder in Einzelhan- Lelsdetrieben, die am Samstagnachmittag nicht ihre Arbeitszeit beenden können. Dieser halbe freie Tag ist mit gewissen Ausnahmefällen alle drei Wochen zu gewähren. Damit ist dem verständlichen Wunsch der Angestellten und Arbeiter im Einzelhandel nach einem freien Nachmittag unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse im Einzelhandel und dem augenblicklichen Mangel an Arbeitskräften wenigstens bis zu einem gewissen Grade Rechnung getragen worden. Die neue Tarifordnung ist im Reichsarbeitsblatt vom 25. Mai 1939 und in den „Amtlichen Mitteilungen" des Reichstteuhänders der Arbeit veröffentlicht und tritt am 1. Juni 1939 in Kraft. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 25. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Hähne 1,— Mark, Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., (Eier, aus!., Klasse S 10H, Wirsing, grün, >2 kg 25 bis 30, Spinat 18 bis 25, Spargel, 1. Sorte 78 bis 80, 2. Sorte 66 bis 70, 3. Sorte 60, 4. Sorte 38, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 16 bis 18, Meerrettich 60, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 10 bis 18, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3.40 bis 4,— Mark, neue, Vi kg 18 Pf., Salat, das Stück 10 bis 25, Salatgurken 80 bis 100, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 15, Rettich, neue, Bündel 12 bis 30, Stück 10 bis 20, Sellerie 10 b. 50, Radieschen, Bd. 10 b. 15 Pf. u. mächt frifche fernt weiche -Haut des RLB., Dienst am Volk, Schaffung einer Volksgemeinschaft usw., völlig. In dieser Volks-, Not- und Schicksalsgemeinschaft dürste künftig keine deutsche Frau mehr fehlen. Zum Schluß seiner Ausführungen gab er noch der Hoffnung Ausdruck, daß der Wille der deutschen Frau zur Erhaltung des Vaterlandes, ihrer eigenen Scholle und ihres eigenen Glückes diese aufgebaute Abwehrfront so stärke, daß der innere Schutz der Heimat durch sie gewcihr- leistet werde. Die deutsche Frau werde damit zum unerschrockenen, tapferen Soldaten der eHimat. praktische Vorführungen. Anschließend führte die Frauensachbearbeiterin auf der Bühne einen Trupp einer Selbsthilfege- meinschast vor. Zu einem solchen Trupp gehören der Luftschutzwart, der Melder, die eingeteilten Haus-Feuerwehren und die Laienhelferinnen. In verständlicher, prakttscher Weise erklärte der Luftschutzwart seine ihm zufallenden Obliegenheiten zur luftschutzbereiten Herrichtung der einzelnen Häuser, dem für das lieberbringen von eiligen Meldungen der Melder beigegeben ist. Auch die Arbeiten der ein geteilten Hausfeuerwehrleute ließen erkennen, daß eine sehr gründliche Ausbildung nötig ist, wenn ihre Arbeit im Ernstfall Erfolg haben- soll. Eine große, aber schöne Ausgabe hat die Laienhelferin, in deren Bereich es fällt, bei Verletzungen die erste Hilfe zu bringen. Weiterhin wurden den Frauen Anleitungen gegeben, wie man im Notfälle schnell und gut verdunkelt, welche Geräte erforderlich sind und wie man sie Herstellen kann. Auch die gefahrlose, kampfstoffsichere Unterbringung von Lebensrnitteln wurde erläutert und noch viele andere Dinge. Der Vortragsabend hat gezeigt, wie wichtig und vielseitig die Aufgaben der deutschen Frau in der Heimat sind. Darum kann dem Schlußwort der Frauenschaftsleiterin der Ortsgruppe Nord nur bei= gepflichtet werden, daß es Pflicht jeder deutschen Frau ist, die Luftschutz-Schulungskurse zu besuchen, denn nur gut geschulte Kräfte sind Helfer in der Not. setz zur Ordnung der nationalen Arbeit eine rechtliche Grundlage bildet. In einem Rückblick von der Einführung dieses Gesetzes, von dem man einstmals annahm, daß es den Tatsachen vorauseile, bis 3um heutigen Tage stellte Professor Dr. Klausing fest, daß jetzt schon eine Ueberholung einiger darin festgelegter Bestimmungen eingetreten fei. Der Vortragende gab dann eine Auslegung der einzelnen Bestimmungen dieses Gesetzes hinsichtlich der Fürsorge für die Gefolgschaft, der Mitarbeiter und des Begriffes der sozialen Ehre, die die Pflichterfüllung im Dienste des Betriebes als Grundlage bestimmt. Der Redner stellte das Prinzip heraus, daß derjenige, dem das Schicksal ein Unternehmen in di-s Hand gegeben hat, sich darüber klar sein muß, die soziale Pflicht der Menschenführung erkennen zu können. Er hob die Stellung des Vertrauensrates hervor und machte verständlich, wie sich einerseits um den Betriebsführer eine Reihe von Mitarbeitern gruppieren, der Betriebsobmann der DAF., der Lehrmeister, die Vorarbeiter usw. und wie anderseits gerade m den größeren Betrieben aus rein organisatorischen und verwaltungsmäßigen Zweckgründen sich ein Mitarbeiter und Führerstab bilden muß, weil der Betriebsführer physisch nicht in der Lage ist, die Aufgaben zu erfüllen, die sich aus der Intensität des Beschäftigungsgrades, der Rattonie- Am 7. Abend der Vortragsreihe „Gegenwartsund Zukunftsfragen der deutschen Wirtschaft", die die DAF. durchführte, sprach der Direktor des Instituts für Rechtstatsachenforschung und angewandtes Wirtschaftsrecht an der Universität Frankfurt a. M., Professor Dr. Klausing, über das Thema „A u f- gaben des Betriebsführers, feiner Vertreter und Gehilfen in der nationalsozial ist ifchen Sozial- und Wirt- schafttsordnun g". Der Vortragende setzte zunächst auseinander, was der Gesetzgeber unter einem Betriebsführer und dessen Vertreter verstanden wissen will und was sich aus der Verwaltungspraxis an Betriebsführern, Vertretern und dessen Gehilfen ergibt. Das Schwergewicht seiner Ausführungen legte er auf die Bezeichnung der Aufgaben unb Verantwortung der Mitarbeiter des Betriebsführers. Zur Begründung für die Notwendigkeit eines solchen Führerstabes lenkte er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf die Geschehnisse der letzten sechs Jahre seit dem ersten Tag der nationalen Arbett zurück. Er erinnerte daran, wie damals durch eine mehr oder minder künstliche Arbeitsbeschaffung der Betrieb aufrechterhalten werden mußte und verwies auf die heutige Lage am Arbeitsmarkt. Neben der heute auf einen rationellen Arbeitseinsatz hinauslaufenden Wandlung zeigte er aber auch die Haltung der arbeitenden Menschen selbst auf. Er konnte überzeugend nachweisen, daß vom Arbeiter bis zum Betriebsführer sich ein Gefühl für die Notwendigkeit einer Gemeinschaftsarbeit eingestellt hat. An Stelle der künstlich hineingetragenen oder natürlichen Einflüsse, die die Spannungen in der Gefolgschaft hervorriefen, ist eine Derantwortlichkeit eingetreten, die treffend in den Urteilen über die Betriebsführung zum Ausdruck kommt. Während ftüher geradezu feindlich von den Betriebsführern gesprochen wurde, macht sich jetzt ein größeres Verständnis für ihre Arbeit und Sorgen breit. Der Redner gab zu, daß nicht alle Wünsche in dieser Hinsicht erfüllt sind, aber er hob die in kurzer Zeit bemerkbaren guten Ansätze hervor, für die das Ge° Im Rahmen der Luftschutzwoche veranstalteten die vier Ortsgruppen der Gießener Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes gestern abend im Caft Leib einen sehr gut besuchten Luftschutz- Werbeabend, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag des LS.-Hauptsührers Schuchard über das Thema: „Die Frau im Dienste des Luftschutzes" stand. Die Frauenschaftsleiterin der Ortsgruppe Mitte begrüßte zunächst die Besucher, besonders den Redner des Abends und die Vertretung der Polizei. Die Frauenschaftsführerin der Ortsgruppe Oft hob in ihren einleitenden Worten hervor, daß schon feit Machtübernahme die deutsche Frau im Dienste des zivilen Selbstschutzes stünde. Wenn auch der Luftschutz heute Gesetz geworden sei, so wäre auch ohnedies die deutsche Frau in die Bereitschaft des Selbstschutzes eingetreten, denn sie sei politisch so geschult, daß sie erkenne, wo und wie sie im Notfall heftend eingreifen müsse. LS.-Hauptführer Schuchard gab einleitend einen Rückblick über die Tätigkeit des RLB. und stellte fest, daß alle Arbeit von Erfolg gewesen sei. Bereits heute stünden über 15 Millionen deutsche Frauen im Dienste des zivilen Luftschutzes, geführt von über einer Million Amtsträger und Amtsträgerinnen, denen über hunderttausend Lehrer und Ausbilder zur Seite stünden. Das Ziel des RLB. fei so groß, daß es die ganze Kraft der deutschen Frau erfordere, es so zu erreichen, wie es vom Führer gewünscht werde. Es müsse unbedingt dazu kommen, daß jede Frau in der Bereitschaft des RLB. tatkräftig mitarbeite, um die Einsatzbereitschaft im Notfälle zu stärken. Niemand wolle den Krieg, aber sollte er Deutschland aufgezwungen werden, dann müsse auch die deuftche Frau im Selbstschutz aerüstet sein, um sich selbst und die Werte der Heimat zu schützen. Luftschutz sei eine ernste Sache, und nicht nur Angelegenheit der Mitglieder des RLB., sondern Luftschutz seiSache des gesamten deutschen Volkes, ganz besonders der deuftchen Frau. Ebenso wie die deutsche Frau im Weltkrieg in den Fabriken, an den Werkbänken und in sonstigen wichtigen Männerberufen stand, so müsse heute die Frau den Schutz des Volkes in der Heimat übernehmen, und zur Hilfe hierbei sei ihr die Jugend zur Seite gestellt. Daher laute heute die Parole: Die Waffe der deutschen Frau ist die Ausbildung im Luftschutz! LS.-Hauptführer Schuchard gab bann Fingerzeige, Mie mit ganz einfachen Mitteln, oft Mit vorhandenen alten Sachen, bei richtiger Anwendung die erforderlichen Luftschutzgeräte angefertigt werden können. Weiterhin sprach er über die Wege zur steten Luftschutzbereitschast, zu der insbesondere die Entrümpelung, die ridjfige Verdunkelung und die nötigen Schutzgeräte gehören. Dies seien alles keine Fragen des Geldbeutels, sondern die richtige und sinngemäße Herrichtung eines luftschutzbereiten Hauses esi lediglich eine Frage der guten Ausbildung der Frau und eine Frage der Geschicklichkeit. Der RLB. fordere den restlosen Einsatz der deutschen Frau, dies setze aber voraus, daß gerade die Frauen,chaft bei diesem Einsatz an der Spitze marschiere. Keine Arbeit der Frau sei wichtiger, als gerade die Arbeit im Dienst zum Schutze des Volkes. Hier gleichen sich die Ziele der Frauenschaft und Aufgaben des Velnebsfiihrers im Dritten Reich Ein Dortrag von Direktor Professor Dr. Klausing. Oie Mitarbeit der Frau im Lustschutz ist nationale Pflicht. Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 35 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Böninger fuhr mit Dina und Holk nach Gutt- ftabt zurück; feine Beamten folgten mit Springer im zweiten Wagen. Während der Fahrt begann Dina über den Schirm zu berichten, aber trotz der Wichtigkeit ihrer Aussage schien der Kommissar nicht ganz bei der Sache zu sein. Er hatte den „Blauen Strahl", und er hatte den Helfer des Chamäleons, das Chamäleon selber aber hatte er noch nicht. Als er von Biringen aus die Ergreifung Springers gemeldet hatte, war die Nachricht aus Chur bereits überfällig, und das erfüllte ihn mit düsteren Vermutungen, die bei seiner Ankunft im Präsidium leider bestätigt wurden. Ob das Chamäleon auf einer Zwischenstation die Bergbahn verlassen oder ob der Mann sich während der Fahrt so gründlich verändert hatte, daß man ihn nicht erkannte, jedenfalls war er entwischt, ohne eine Spur zu hinterlassen. Bäninger machte feiner Enttäuschung gründlich Lust, und der Kriminalafsistent Meineke horte voller Hochachtung das Repertoire von Flüchen, über das fein Vorgesetzter verfügte. Im übrigen teilte er feine Enttäuschung und fluchte leise und nachdrücklich mit. Als der Kommissar sich auf diese Weife erleichtert hatte, verhörte er Springer abermals — und abermals vergeblich. Daß er feinem Auftraggeber irgenwohin Nachricht zu geben hatte, wenn der Schirmtausch geglückt war, stand außer Zweifel, aber feine Angst vor ihm war größer als die vor dem Richter; er war nicht zum Reden zu bringen. Er schien die Entdeckung des Diamanten vorläufig mehr für einen unglücklichen Zufall zu halten und leugnete entschieden, irgend etwas damit zu tun zu haben. Boningers Mitteilung, daß die Sache gemeldet war, betrachtete er als Falle und verlangte höhnisch zu wissen, wer denn solchen Unsinn behauptet hatte. Böninger suchte Holk, der Dina ins Präsidium begleitete, wo sie ihre Aussage zu Protokoll gab. „Holk, bitte nennen Sie mir den Namen Ihres geheimnisvollen Unbekannten! Ich kann nicht länger darauf verzichten." „Muß es wirklich fein?" fragte Holk zögernd. „Es ist meine letzte Chance, den Kerl zum Spre- chen zu bringen. Und sprechen muß er, sonst entgeht uns das Chamäleon doch wieder. Können Sie es verantworten, wenn durch Ihre Diskretion diese Bestie wieder auf die Menschheit losgelassen wird?" Böninger war sehr exnst geworden. „Wenn es so steht, muß ich natürlich den Namen preisgeben." „Kommen Sie mit zu dem Mann. Wenn Sie es ihm selber sagen, wirkt es noch mehr." Als der Verhaftete Mikenys Namen hörte, gab er auf. „Dieser verdammte Musikant", sagte er außer sich. „Wie oft habe ich den Boß vor ihm gewarnt. Der Kerl hat nie richtig mitgemacht." „Ader doch mitgemacht!" sagte Holk voller Ekel, als er auf diese Weise bestätigt bekam, was er seit Mikenys Anruf befürchtet hatte. „Weil er mußte! Jeder muß, wenn der Boß es will!" gab Springer in feinem Stolz auf den Boß unbewußt eine Art Ehrenrettung für Mikeny. jedenfalls entgeht er uns diesmal nicht, dafür wird Mikeny sorgen", erklärte Böninger mit einer Sicherheit, die er durchaus nicht fühlte. „Wenn Sie uns aber Zeit sparen, werde ich mich nachher für Strafmilderung einsetzen, das verspreche ich Ihnen. Also nutzen Sie die Gelegenheit, Mann! Wohin sollten Sie Nachricht geben?" Einen Augenblick noch zögerte Springer, aber dann dachte er an sich selbst und an das Schicksal, das feiner wartete: eine Fürsprache des Kommissars war nicht zu unterschätzen. „Nach Zürich, hauptpostlagernd", gestand er mürrisch. „Weiter wissen Sie nichts?" „Weiter weiß ich nichts", versicherte Springer. Man merkte, daß er diesmal die Wahrheit sagte. „Sie wollten den Mann schützen — Rücksicht auf Frau Wegner?" fragte Böninger, als er mit Holk allein war. „Nicht Frau Wegners wegen. Er selbst bat mich, seinen Namen zu verschweigen. Nur heute — morgen fei es nicht mehr nötig." „Ich verstehe", nickte Böninger. jmmerhin ein anständiger Abgang", setzte er nach einer Weile hinzu. Damit war die Angelegenheit, soweit sie Joe Mikeny betraf, für ihn erledigt. Don dem Augenblick an, in dem Springer sich entschloß, Zürich zu nennen, war die Suche nach dem Chamäleon natürlich vereinfacht. Böninger startete noch abends mit einem Sonderflugzeug zur Unterstützung der schweizerischen Kollegen und zur genauen Berichterstattung. Dennoch ging die Nacht darüber hin, bis man festgestellt hatte, daß nur ein kleines, sehr solides Hotel der Innenstadt als Unterkunft des Gesuchten in Betracht kam. Dort war am Tag vorher ein Mann abgelegen, der sich Mr. Greenwood aus London nannte, Straßenname unleserlich. Greenwoods gab es in London viele, aber die Handschrift zeigte bei näherer Prüfung unverkennbare Aehnlichkeit mit der des Anmelde- zettels, den vor einigen Wochen Mr. Griffln im „Claridge" ausgefüllt hatte. Nachdem man sich hiervon überzeugt hatte, begab man sich rasch ins Hotel — und doch nicht rasch genug. Mr. Greenwood-Griffin war wegen einer gewissen Nervosität, die seine Abgebrühtheit sonst nicht kannte, sehr früh ausgestanden. Don dem Mißlingen seines Planes hatte er keine Ahnung, das Maske- wechseln war nur eine feiner üblichen Vorsichtsmaßregeln gewesen. Trotz der frühen Stunde frühstückten noch zwei Leute außer ihm. Der aufmerksame Kellner hatte den Rundfunk anaedreht. Mr. Grifsin hörte nur mit halbem Ohr hin; er überlegte, auf welchem Wege er nach Empfang der Postkarte, die „viele Grüße von seinem Neffen Jimmy" bringen mußte, Springer folgen sollte. Da fiel ein Name, der ihn die Tasse niedersetzen ließ, als habe er sich verbrüht. Der Ansager berichtete von dem Unglücksfall des berühmten Geigers Mikeny, der sich auf einer Schitour verirrt habe und erfroren sei. Sein Tod versetze unzählige, die sich an seiner Musik erfreut hätten, in aufrichtige Trauer. Mr. Grifsin wußte in derselben Sekunde, daß er die größte Dummheit seines Lebens gemacht hatte, als er sich von seinem Triumphgefuhl hinreihen ließ, Mikeny die Wahrheit über den „Blue Ray" entgegenzuschleudern. Daß er diesen Triumph so teuer bezahlen würde, hätte er nicht geglaubt, nicht geglaubt, daß Mikeny einer Frau wegen den Mut finden würde, den er für sich selbst niemals aufgebracht hätte. Der Stein war verloren, und wenn sie Springer bekamen — woran er nicht zweifelte —, dann dauerte es nicht lange, und er hatte die Spürhunde auf feiner Fährte. Im Bewußtfein der Gefahr verschwand feine Nervosität, und er wurde wieder der kalt überlegende Rechner. Er beendete rasch sein Frühstück — nur nicht abbrechen, das würde auffallen — bezahlte und erhob sich ohne betonte Eile mit der Geschäftigkeit eines Menschen, der seinem Beruf nachgeht. Im Vorübergehen bat er im Büro, seine Rechnung bereit zu halten, und eilte die Treppe hinauf, da der List im Betrieb war. Im Zimmer angelangt, packte er in rasender Geschwindigkeit seinen Koffer, vergewisserte sich, daß die Pistole schußbereit in der Manteltasche steckte, und öffnete die Tür. Ein Blick genügte — es war also doch zu spät! Die Männer, die da scheinbar zufällig auf dem Flur standen, erkannte er auf den ersten Blick als Kriminalbeamte, und die beiden, die jetzt von der Treppe herkamen, waren natürlich die Oberbonzen, die den Triumph genießen wollten, das berühmte Chamäleon endlich gefaßt zu haben. Er hatte die Tür verschlossen und lehnte schwer atmend an der Wand. Sein Blick ging zum Fenster — zweiter Stock und unten Asphalt, auch keine Regenrinne zum Hinabgleiten. Abgesehen davon — solche Anfänger waren die Kerle nicht, die hatten auch unten ihre Leute stehen. Er hörte die Schritte vor feiner Tür Haltmachen. Sie würde nicht viel Widerstand leisten; Doppeltüren gab es in diesem alten Hause nicht. War nicht schon jemand im Zimmer? Er zuckte heftig zusammen: ganz deutlich hatte er eine Stimme gehört, eine wohlbekannte melodische Stimme: „To be hanged on the nack!“ Unwillkürlich faßte er mit der Hand an den Hals, als spüre er schon die würgende Schlinge. Es mochte ftimmen: die Engländer hatten die größte Rechnung stehen. Also hatte der Tote ihn doch besiegt. Zum Satan! Wollte er ihn noch verhöhnen? Schon wieder hörte er seine Stimme: „To be hanged — niemals!" Das harte Klopfen an der Tür fiel mit dem Klang des Schusses von drinnen zusammen. Dann standen die beiden Kommissare vor dem, was von Mr. Griffin übrig war. ,J>at dem Henker die Arbeit erspart", sagte Bö- irinaer finster, als er auf den Toten niederblickte. „Und die Welt von einem der größten Halunken befreit", fügte sein schweizerischer Kollege hinzu. Das war die Leichenrede für das Chamäleon. — Wir gehen noch mal auf den vorherigen Tag zurück, zu den beiden Menschen, die durch eine merkwürdige Verkettung von Umständen in die Bahn dieses Verbrechers geraten waren und das Hindernis wurden, das ihn zu Fall brachte. Es war schon recht spät geworden, als sie endlich Zeit fanden, nun auch an sich und ihre eigene Angelegenheit zu denken. Sie saßen in einer kleinen ruhigen Weinstube, beide erregt und gleichzeitig unsicher in Gedanken an das, was noch zu sagen war. Sie redeten darum zuerst krampfhaft von un- persönlichen Dingen, von Mr. Grifsin und Dönin- gers Aussichten, ihn zu fassen, vom „Blue Ray" und dem Aufsehen, das seine Wiedererlangung machen würde. Natürlich wurden die Ereignisse erst nach der Ergreifung des Chamäleons der Oeffent- lichkeit bekannt gegeben, damit er nicht gewarnt wurde. Aber dann kam eine Frage, die Holk während der ganzen Zeit gefürchtet und bisher mit Geschick umgangen hatte: „Woher wußten Sie, daß man mir den Stein mitgegeben hatte?" Fetzt gab es kein Ausweichen yrehr. „Von Mikeny. Er rief mich von Arosa aus an", sagte er zö^rnd. Ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen. „Mikeny? — Aber wie konnte er es wissen?" „In seiner Stellung erfährt man viel", war die Antwort. „Mikeny hat uns mit Grifsin bekannt gemacht." Sie flüsterte es fast, von jähem Schreck erfaßt. „Es — es kann doch nicht möglich fein, daß er..." „Ein Zufall, weiter nichts , beruhigte Holk wider besseres Wissen. „Ich glaubte allerdings aus Ihrem Kommen schließen zu dürfen, daß Ihr Interesse für ihn..." Sie unterbrach ihn sofort: „Das ist vorbei! Nur — wir sind nicht als Feinde geschieden." Und trotzdem rettete Mikeny sie vor dem Chamäleon, opferte sich selbst für diese Rettung — das sah ihm fo gar nicht ähnlich. „Fhr Entschluß ist sehr — plötzlich gekommen?" sagte er nach einer Pause nachdenklichen Schwei- gens. Dina fühlte, wie ihr Herzschlag aussetzte: jetzt ist der gefürchtete Augenblick da! Jetzt muß sie ihm das Zusammentreffen in ihrem Hotelzimmer schildern! Sie hat hundertmal in Gedanken überlegt,, wie sie es ihm sagen will — nun, da es so weit ist, haftet auch nicht einer dieser wohlvorbereiteten Sätze mehr in ihrem Gedächtnis. „Es ist etwas geschehen, wodurch...", beginnt sie zögernd, dann stürzt sie sich kopfüber hinein. Kein Suchen mehr nach den richtigen Worten; sie spricht, wie es der Augenblick eingibt, und verschweigt auch nicht, welch tiefen Eindruck Mikenys Worte zuerst aus sie gemacht haben. „Und dann küßte er mich, und damit war alles aus: ich konnte die Berührung nicht ertragen!" Ihr Gesicht zieht sich jetzt noch in Abwehr zusammen. „Aber so weit mußte es doch erst kommen", sagte er leise. Sie senkte etwas den Kopf, um die Unruhe zu verbergen, die in ihren Augen aufstieg. „Ich habe wohl gedacht, daß Sie das sagen würden, ihre Stimme schwankte leicht, „und es hat mich die ganze Zeit gequält, daß ich es Ihnen erzählen mußte. Aber bedauern kann ich es dennoch nicht, daß es geschah; ich wäre sonst noch lange nicht zu einer klaren Erkenntnis gekommen." Er sah sie an. „Und warum haben Sie es m'.r erzählt? Ich brauchte es doch nie zu erfahren." Sie wich feinem Blick nicht aus. „Weil ich es Ihnen schuldig bin, und weil — ich will nicht mit einer Unaufrichtigkeit — neu anfangen." Sein Gesicht ist hell geworden, er streckt ihr die Hand entgegen. „Neu anfangen — wir zusammen, Dina?" Sie legte die ihre hinein. Daß es das wirklich gibt, vor Glück meinen zu müssen! denkt sie und lächelt unter Tränen. Als ihre Händ sich losen, ist der erste Schrttt auf dem neuen Pfad getan. Endk SJl.-tfpOTt Von. etwa Wirffchast Aus -er engeren Heimat gergaues Kurhessen. 21.15: Abendkonzert. (Jndu 149,50 weiterhin voll behauptet, außerdem Metall- strie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 22: Nachgesellschaft mit 114 (113,75), DDM. mit 173, Daim- richten. 22.20: Deutscher Studententag 1939 in ler mit 131,75 und Schuckert mit 179,50 sowie Würzburg. Berichte vom Sportfest urrd vom Früh« Reichsbank mit 178^0. Sonst stellten sich u. a, * tingsfest. 22.30 bis 24: Tanz und Unterhaltung. ^Hexenschuss Hauptversammlung -er Hessischen Historischen Kommission in Gießen Professor Dr. Götze gab interessante Auskünfte über das Wachstum und den Reichtum des Sud- heMchen Wörterbuches, des großen Denkmals unserer heimischen Mundart. Der Sekretär regte die Herausgabe einer neuen Reihe von „Quellen zur Geschichte des Bauerntums" an, für die wirtschafts- und bevölkerungsgeschichtliches Material reichlich vorhanden, rechtsg^schichtliches oder in den „Weis- tümern" bereits gesammelt ist; die Durchführung dieser zeitgemäßen und interessanten Arbeit verlangt freilich Mittel, die noch zu beschaffen sind. In der weiteren Aussprache regte D. Dr. Cornelius Freiherr von Heyl (Worms) eine engere Zusammenarbeit mit den Geschichtsvereinen an und gedachte des 350. Jahrestages der Pfalzverwüstung. ner waren zu unv. 116 und Buderus 0,25 v. H. niedriger mit 98,25 sowie Rheinasthl 0,25 v. H. höher mit 131,25 gefragt. JG.-Farben blieben mit buch ist zur Zeit Rheinhessen in Arbeit, in____ zwei Jahren wird der Band Oberhessen begonnen werden können. befreit rasch Togal. Prompt« Echmerzstillung, dadurch to* sche Wiederherstellung deo Im schönen Sitzungssaal des Stadthauses trafen sich gestern die in der Historischen Kommission zu- fammengesaßten Geschichtsforscher unserer Heimat zu ihrer alljährlichen Beratung. Regierungsrat Dr. Zeh (Darmstadt) hieß in Vertretung des Vorsitze»ä>en, Ministerialrats Ringshausen, die Teilnehmer willkommen, dankte der Stadt Gießen für ihre Gastfreundschaft und betonte die Bedeutung der geschichtlichen Tradition im völkischen Staate. Der Sekretär der Kommission, Studienrat Dr. Glöckner (Gießen), berichtete über die Fortschritte in den Arbeiten während des vergangenen Jahres und legte das Programm für das neue Jahr vor: Die Geschichte der Erzkanzler des Reiches, deren Hauptstadt Mainz zu unserer Heimat gehört, wird gefördert in den großen Mainzer Werken, Urkundenbuch, Regesten und Domkapitelprotokollen, wobei Professor Dr. Mayer (Marburg) wichtige Ergebnisse aus dem bald in Druck gehenden zweiten Bande des Urkundenbuches ankündigte. Das gesamte hessische Schrifttum soll die Hessische Bibliographie übersichtlich zusammenfassen, und auch das Werk der Hessischen Biographien, von dem drei Bände und reichliches Material für weiteren Druck vorliegen, soll fortgeführt werden. Arbeitsfähigkeit. Hervorragend bewährt und glänzend begub, achtelt Keine unangenehmen Nebenwirkungen! Machen Sia n^^eut^inen^ersu^ni^ogal^i^aaek^lpoth^M^2^ Rhein-Mainifche Börse. Mittagsbörse uneinheillich. Frankfurt a.M., 24. Mai. Das Börsenge- chäft stockte nahezu vollkommen. Die bevorstehenden Pfingstfeiertage machen sich stark bemerkbar. Aufträge lagen wiederum nur vereinzelt vor, so daß die Kursentwicklung größtenteils vom Zufall ab- hina. Am Aktienmarkt war die Haltung weiterhin etwas uneinheitlich, im allgemeinen traten nur geringe Abweichungen ein. Vorwiegend etwas angeboten und niedriger waren Montanwerte, von denen Verein. Stahl auf 101,50 (102), Mannesmann auf 105,75 (106,13), Rheinstahl auf 131,40 (132,25), Klöckner auf 116 (116,75) und Hoesch auf 108,75 (109) nachließen. Ebenso bröckelten Elektropapiere meist etwas ab, AEG. 113,50 (113,75), Licht & Kraft 128,50 (128,75), Gesfürel 131 (131,75), Lahmeyer 110,50 (111,50). Von Zellstoffaktien gaben Feldmühle nach Pause 1,50 v. H. nach auf 107, auch Aschaffenburger nur knapp gehalten mit 103,75 (104). Verhältnismäßig fest lagen von Bauwerten Berger Tiefbau mit 140 (138,50); ferner kamen Goldschmidt mit 130 (129,50) und Bernd erg mit 135,25 (135) etwas frerndlicher zur Notiz. JG.- F^rben stellten sich bei kleinstem Umsatz auf unv. Am Rentenmarkt richtete sich das Interesse wieder auf die Entwickluna der Steuergutscheine. Serie II. zunächst weiter befestigt auf 98,60 (98,40), später jedo etwa 98,45. Don Bank zu Bank wurden Serie I. mit 104 bis 103,75 (104,20) gehandelt. Kommunal-Umschuldung voll behauptet mit 93,65. Von amtlichen Papieren Reichsaltbesitz kaum verändert mit 132,15 (132,13). Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. ermäßigt auf 121,90. Industrie-Obligationen weiter uneinheitlich, es überwogen kleine Rückgänge; 5 v. H. Hoesch erstmals unter pari rntt 99,75 (100,25). Stadtanleihen und Pfandbriefe waren ast ohne Geschäft. Abendbörse still. Das Abendbörsengeschäst war klein bei im allgemeinen wenig veränderten Kursen. Stellenweise trat jedoch erneut mäßiges Angebot auf, mangels entsprechender Aufnahmeneigung kam es vielfach zu keinen Abschlüssen. Am Montanmartt nannte man Mannesmann mit 105,50 Brief (105,75), Bereinigte Stahl gingen mit 101,40 (101,50) um, Klöck- den, denen der Verein sympathisch gegenüberstehe. Der Rechner Ehr. Volz erstattete anschließend die Rechnungsablage. Die Kasse wurde für mustergültig geführt erklärt. Auf Vorschlag des 2. Vereinsführers wurde der seitherige Vereinsführer einstimmig wiedergewählt. Unter „Verschiedenes" brachte Schrift« wart O. D i e r u f f die Reisesparkasse in Erinnerung, der auch sofort 15 Turner beitraten. Im Ge« denken an den 21. Mai 1923 gab Dietwart Schön anschließend eine eindrucksvolle Schilderung der Erstürmung des Annaberges, die mit großem Beifall aufgenommen wurde. Fußball-Länberkarnpf Deutschland-Irland 1:1. Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist es in Bremen nicht gÄungen, die schwere, vor drei Jahren in Dublin erlittene 2:5-Niederlage gegen Irland wettzumachen. Vor 35 000 Zuschauern endete der dritte Länderkampf zwischen beiden Na- I Bei der Einzelberatung der Haushaltspläne wurden von den Ratsherren keine Einwendungen zu den Ansätzen erhoben. Der Bürgermeister erließ daraufhin die Haushaltssatzung in der oben angegebenen Höhe und stellte diese fest, ebenso die vorgeschlagenen Steuerhebesätze. Don Interesse war dabei noch die Mitteilung, daß die neue städtische Zugmaschine sich sehr gut bewähre, und daß die Umstellung der Müllabfuhr mit einem modernen staubsicheren Müllwagen mit Zugbetrieb vorgesehen ist. Die erforderlichen Mülleimer werden zum Selb kostenpreis abgegeben. Landkreis Gießen. < Klein-Linden, 24. Mai. Der hiesige 65 Jahre alte Landwirt Philipp Langsdorf wurde dieser Tage von seinem Pferd heftig gegen die linke Brustseite getreten, so daß der bedauernswerte Mann eine schwere Brust- und Rippenquetschung erlitt. Der Verunglückte mußte sofort in die Gießener Chirurgische Klinik ausgenommen werden. Er liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Z fi i cf), 19. Mai. Eine schon Jahrzehnte alte Tradition der Sängeroereinigung „ C ä c i l i a ", am zweiten Pfingftfeiertagmorgen die Bevölkerung durch Choroorträge an verschiedenen Plätzen der Stadt zu erfreuen, eine Sitte, die bisher nur durch die Kriegsjahre und die Hundertjahrfeier im vorigen Jahr unterbrochen wurde, schien in diesem Jahr durch die an Pfingsten geplante Sängerfahrt nach Altena und Nachrodt- Obstfeld (Westfalen) „ins Wasser" zu fallen. So entschloß man sich kurzerhand, das Singen auf den Himmelfahrtstag vorzulegen. Der stattliche Chor fand sich morgens unter Leitung von Chorleiter Jlge am Städtischen Krankenhaus ein. Nach dem Vortrag dreier Volkslieder, die von den Kranken dankbar ausgenommen wurden, trug die Sängervereinigung in den einzelnen Stadtteilen ihre Lieder vor und beendete mit einem Beisammensein. Kreis Dehlar. * Krofdorf, 24. Mai. Der in einem Gießener Bergwerk beschäftigte hiesige 48 Jahre alte Bergmann Carl Würtz geriet bei seiner Arbeit unter stürzende Gesteins- und Erdmassen und erlitt dabei eine erhebliche Brustquetschung. Der bedauernswerte Mann muhte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Der Haushaltsplan der Stadt Alsfeld für 1939. △ Alsfeld, 25. Mai. In der gestrigen Ratsherrnsitzung standen der Haushaltsplan der Stadt Alsfeld für 19 3 9 einschl. des Hospitalfonds, sowie der Wirtschaftsplan für das Wasserwerk und der Haushaltsplan für den städtischen Schlachthof zur Beratung. Der Haushaltsplan der Stadt schließt im ordentlichen Teil mit 470 LT3 Mark in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen ab; im außerordentlichen Teil sind keine Vorsehungen enthalten. Die Hebesätze für die gemeindlichen Steuern sind in derselben Höhe wie im vergangenen Jahre in Ansatz gebracht. Sie betragen hinsichtlich der Grundsteuer für die land- und forstwirtschaft- kichen Betriebe 162 v. H., für die Grundstücke 102 v. H.; für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbe kapital 273 v. H.; für die Bürgersteuer 500 v. H. der Reichsfätze; für die Zweigstellensteuer 355 v. H. Der Voranschlag des Hospitalfonds bewegt sich mit 3245,89 Mark in Einnahme und Ausgabe. Der Wirtschaftsplan des städtischen Wasserwerks für das Wirtschaftsjahr 1939 weist in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 52 693 Mark auf, wovon ein Betrag von 18 000 Mark zur Abführung an die allgemeine Verwaltung vorgesehen ist. Der Haushaltsplan des städtischen Schlachthofes ergibt für den Betrieb in Einnahme und Ausgabe die Summe von 26 735,36 Mark. Für die Abteilung Vermögen ist eine Rücklage von 1850 Mark vorgesehen, die allerdings nicht ausreichend ist. Zu Beginn der Beratung gab Bürgermeister Dr. Dölsing einen Ueberblick über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Stadt. Daraus war zu entnehmen, daß die günstige wirtschaftliche Auf- wärtsentwicklung, die durch den Bau der Reichs- autobahn in den letzten drei Jahren verursacht worden war, weiter in der Stadt Alsfeld andauert. Der Haushaltsplan 1939 steht unter der Einwirkung des neuen Finanzausgleichs und insbesondere unter Auswirkung des innerhessischen Lastenausgleichs zwischen dem Land Hessen und seinen Gemeinden und Gemeindeverbänden, wobei sich teilweise sehr erhebliche Verschiebungen in den Ausgaben, namentlich bei den Kreisumlagen, ergeben. Trotzdem fei es möglich gewesen, den Voranschlag auszugleichen. MAN. auf 140,50 (140), Gesfürel auf 132 (131,50), Vemberg auf 135,50 (135,25), Westdt. Kaufhof auf 104,75 (—0,13) und AG. für Verkehr auf unv. 119,75. Don Renten blieben Reichsaltbesitz und Reichsbahn-DA. zu den Mittagskursen von 132,15 bzw. 121,90, ferner im Freiverkehr NF.-Steuergut- scheine II. zu 98,65 und Kommunal-Umschuldung zu 93,70 gefragt. 5 v. H. Gelsenkirchen Berg gingen mit unv. 99,25 und 6 v. H. JG.-Farben 0,13 v. H. leichter mit 123,75 um. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Mai. Alle Preise blieben gegen den Montagsmarkt unverändert. — Tendenz: ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1349 Rinder (darunter 236 Ochsen, 262 Bullen, 585 Kühe, 266 Färsen), 550 Kälber, 20 Hämmel, 30 Schafe, 1040 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,5 bis 46,5 Mk., Bullen 35,5 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 36,5 bis 45,5, Kälber 35 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schafe 30 bis 42, Schweine 49,5 bis 58,5 Mk. — Marktverkauf: Kälber, Rinder und Schweine zugeteilt? Hämmel und Schafe mittel. Rundfunkprogramm Freitag, 26.Mai. 5 Uhr: Frühmufik. 5.50: Bauer merk auf! 6: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Schäfchen auf der Weide". 8.40: Bäderkonzert. Es spielt die Kurkapelle Ueberlingen. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Brückenbau. Ein Hörbild von stozler Arbeit. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Da lacht das Herz! (Jn- dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Zwei Stunden im Rhytmus der Freude. 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne: Paul Hartmann. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: „Alte und neue Welt". Hörfolge um Charles Sealsfield. 19: Dreh' dich, Rädchen! Ausführung: Das Frauenterzett des Reichssenderrs Frankfurt. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Industrie-Schall- üatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Fest konzert zur Hundertjahrfeier des Sän- rung der Arbeitskräfte und der Rohstoffe, der sozialen Forderungen usw. ergeben. In diesem Zusammenhangs erinnerte er an den durch Dr. Ley ausgesprochenen Vergleich des Betriebes mit einer Kompanie, wobei der Betriebsobmann als Mutter der Kompanie anzusprechen ist und in der alle Mann zusammenstehen in einem höheren Auftrage. Wie vorn Offizier das Vorbild gefordert werde so habe auch der Betriebsführer durch Mut, Entschlaf- senheit und Charakterstärke seinen Betrieb in Ordnung zu halten. ♦♦ Beförderungen beim Hauptzoll, amt. Die Zollinspektoren Gustav Ulrich und Rudolf K a u s beim Hauptzollamt Gießen wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 zu Oberzollinspek- toren ernannt ** D i e Geldinstitute unserer Stadt geben heute bekannt, daß ihre sämtlichen Geschäftsräume am Dienstag, 30. Mai (Pfingstdienstag) geschlossen sind. ** Der Verein der Aquarien-- und Terrorienfreunbe Gießen unternahm am Sonntag eine Fahrt nach Frankfurt a. M., um dort den Zoologischen Garten zu besuchen. Das besondere Interesse galt dabei dem Aquarium, das die Gießener Aquarien- und Terrarienfreunde in einer Sonderführung kennenlernen konnten und dadurch einen besonders tiefen Einblick gewannen. Sie erhielten umfassenden Aufschluß über das Leben der einzelnen Tiere, über Zucht und Fütterung usw. Auch die technischen Einrichtungen des Aquariums, die der ständigen Wasserzuführung, der Beheizung usw. dienen, wurden besichtigt. Mit reichen Eindrücken verließen die Besucher das älteste deutsche Aquarium. Sodann wurde auch der übrige Teil des Tiergartens besichtigt. Im Laufe des Nachmittags wurde noch einem zoologischen Fachgeschäft ein Besuch ab- geftattet. Schwurgericht Gießen. Das Schwurgericht Gieß^» begann am gestrigen Mittwoch seine SitzungsperMle. Gestern hatte sich die Erna Tröster aus Gießen wegen Kindestötung zu verantworten. Sie hatte in der Nacht vom 30./31. Oktober 1938 die von ihr geborenen Zwillingskinder gleich nach der Geburt vorsätzlich getötet. Obwohl sie wußte, daß die Entbindung vevorstand, hatte sie keinerlei Vorsorge getroffen. Nach der Geburt hat sie sich vollständig untätig 3m Juli Reichswetttämpfe -er SA. in Berlin. Die Reichswettkämpfe der SA. finden vom 21. bis 23. Juli im Olympiastadion in Berlin statt. Der Drgantfationsftab, der von SA.-Brigadeführer Lehmann, Oberste SA.-Führung München, geführt wird, hat seine Vorbereitungsarbeiten in Berlin bereits begonnen. Bereits vom 5. bis 9.Juli finden in Frankfurt am Main die Reichswettkämpfe im Fechten und im modernen Fünfkampf statt. Dom 27. bis 29. Juli werden die Schießmeisterschaften in Zella-Mehlis ausgetragen, während die Marine-SA. vom. 4. bis 6. August ihre Reichswettkämpfe in Kiel durchführt. Den Auftakt zu den Reichswettkämpfen der SA., die eine umfassende Leistungsschau für die gesamte SA. bar« stellen, bilden die Gruppenwettkämpfe, die von 25 Gruppen von Ende Juni bis Anfang Juli durchgeführt werden. Die SA. wird in ihren Reichswettkämpfen 1939 die Einsatzbereitschaft der in ihr erfaßten deutschen wehrfähigen Männer beweisen. 32. Gießener Ruderregatta. Die 32. Gießener Ruderregatta am 1. und 2. Juli auf der Lahn bringt am ersten Tag dreizehn, am zweiten Tag sechzehn Rennen. Es bieten sich Mannschaften aller Ausbildungsgrade Startmöglichkeiten. Für erstklassige Mannschaften sind der unbeschränkte Einer, der Doppelzweier, zwei Vierer m. St. und zwei große Achter vorbchalten. Alle übrigen Rennen sind ab gestuft. Man rechnet bei dem günstigen Termin mit einer starken Beteiligung, wie man sie in Gießen immer verzeichnen konnte. Vorentscheidung um die Gebiets- meisterschast im Handball. Bann 88 — Bann 116 (Tv. Münzenberg) 9:8 (6:3). Nachdem der Bannmeister im Handball des Bannes 88. Tv. Garbenheim, den Sieger des Bannes 166, Tv. Eddersheim, überlegen von den Spielen ausfchalten konnte, empfing er am vergangenen Sonntag die Mannschaft des Tv. Münzenberg als Meister des Bannes 116 auf eigenem Platze. Durch einen knappen aber auch ebenso glücklichen Sieg über die Münzenberger Jugend wurde Garbenheim Gruppenbester und nimmt nunmehr an den Endspielen auf dem Gebietssportfest teil. Münzenberg hielt sich ausgezeichnet. Wohl gab die erste Halb zett der Platzmannschaft etwas rnchr vom, Spiel, aber dann drehten die Gäste mächttg auf und gewannen die zweite Spielhälfte 5:3. Schorn Zweiter in Kopenhagen. Der deuffche Amateur • Fliegermeister Jean Schorn beteiligte sich zusammen mit dem berliner Gerhard Purann an den Kopenhagener Radrennen. Während Purann, ebenso wie der Holländer Derksen, im Fliegerkampf unplaziert endete, konnte Schorn hinter dem Dänen Brask Andersen den zweiten.Platz belegen. Z8. Jahreshauptversammlung des Turnvereins 1860 Lich. Der Turnverein 1860 Lich hielt bei August His- gen seine 78. Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung erstattete Vereinsführer K. Volz den Bericht über die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahr und die derzeittge finanzielle Lage des Vereins. Dberturrrroart H. Volz führte in seinem Bericht auf, daß wohl der Turnbetrieb im abgelau- enen Jahr besser geworden sei, bei weitem aber noch nicht zufriedenstellend sei. Ferner gab er davon Kenntnis, daß auch in unserer Stadt Bestrebungen im Gange seien, eine große Sportgemeinde zu grün- verhalten. Sie hat ihre Kinder unter der Bettdecke liegen lassen. Außerdem hat sie planmäßig verhindert, daß die Zeugin R. (eine Zimmergenossin) von ihrer Schwangerschaft und Geburt Kenntnis erlangte. Infolge der Untätigkeit der Angeklagten starben die Kinder den Erstickungstod. Ihren Zustand wußte sie fast bis zu ihrer Niederkunft zu verbergen. Die Angeklagte behauptete auf Vorhalt, daß sie die Niederkunft erst 3 bis 4 Wochen später erwartete und aus diesem Grund keinerlei Vorbereitungen getroffen habe. In der Voruntersuchung legte die Angeklagte ein Geständnis ab, das sie jetzt widerrief. Sie bestritt die Absicht der Tötung. Nach der Geburt fei sie infolge Schwäche einge- schlafen und habe nicht für die Kinder sorgen können. Die Angeklagte hat am nächsten Morgen die Kindesleichen in den Kohlenkeller verbracht, wo sie nach einigen Tagen entdeckt wurden. Der Sachverständige hat festgestellt, daß die Kinder gelebt haben, daß aber Spuren von gewaltsamer Tötung, nicht vorhanden waren. Er hält die Angeklagte für voll verantwortlich. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte aus, es sei Pflicht der Angeklagten gewesen, fremde Httfe in Anspruch zu nehmen. Nach der Geburt habe sie jede mütterliche Fürsorge außer Acht gelassen. Die Angeklagte habe auch nicht die geringste Reue gezeigt. Es könnten ihr mildernde Umstände nicht zugebilligt werben. Er beantragte eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Iahten. Der Verteidiger vertrat die Ansicht, daß der Angeklagten der Vorsatz zur Tötung nicht nachgewiesen werden könne. Sie könne nur wegen fahrlässiger Tötung bestraft werden. Das Gericht sprach die Angeklagte der Kindestötung nach § 217 StGB, schuldig und verurteilte sie zu einer Gefängnisstrafe von d rei Jal>ren und sechs Monaten, abzüglich sechs Monate der Untersuchungshaft. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß es dem Gericht nicht leicht gewesen sei, mildernde Umstände zuzubilligen. Die Angeklagte sei nicht vorbestraft. Das Elternhaus habe allem Anschein nach nicht den nötigen Einfluß auf sie gehabt. Straferschwerend komme in Betracht, daß die Angeklagte mit Bedacht und sehr gleichgültig zu Werke gegangen sei. Deshalb sei das Gericht erheblich über die Mindeststrafe hinausgegangen. Der anregenden Versammlung folgte ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Oberbürgermeister Ritter packende Worte sprach über die kulturelle Aufgabe Gießens und die Förderung, welche die Stadt der geisttgen und künstlerischen Arbeit widmet. Professor Dr. Rauch, zugleich als Vertreter des Rektors der Universitä, gedachte der bedeutsamen Stellung Gießens, wo sich Kulturströme aus Prälat D. Dr. Diehl berichtete, daß demnächst I Nord und Süd, Ost und West begegnen, und der erste Band seiner „Schulmeisterbücher" mit der wünschte, daß alle Teilnehmer sich der lebendigen Geschichte der hessischen Schulen und ihrer Lehrtzr Verbundenheit ihrer Forschung mit der Gießener erscheinen kann. Don Hessischen Ortsnamen-!Universität immer bewußt bleiben möchten. Konen in der Bremer Kampfbahn mit einem mageren 1:1 Unentschieden, nachdem ein wundervolles Tor Helmut Schöns vor der Pause eigentlich einen verheißungsvollen Auftakt bedeutet hatte. Nach dem Wechsel aber setzte sich das hohe Spiel der Iren, die außerordentlich zweckmäßig spielten, besser durch und Bradshaw sorgte für den Ausgleich. Ein drittes Unentschieden Reichsauswahl — Protekloratself. Zum vierten und letzten Spiele auf deutschem Boden trat die Protektoratself am Mittwoch in der Dortmunder Kampfbahn „Rote Erde" vor 22 000 Zuschauern gegen eine deutsche Auswahl an, die vorwiegend aus dem aufstrebenden Nachwuchs gebildet wurde. Erft in letzter Minute kamen die Gäste durch Verwandlung eines Foul-Elfmeters zum 2:2-Ausgleich, nachdem auch bis zur, Pause mit 1:1 beide Mannschaften gleichermaßen erfolgreich waren. Ehrenpreis für die besten Wehrmachtsreiter. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchiffch, hat für die erfolgreichsten Reiter der Wehrmacht im Renn- und Turniersport vier Ehrenpreise geftiftet, die für die besten Leistungen im Verlauf des Jahres 1939 vergeben werden. Im Turniersport fallen diese Preise dem erfolgreichsten Regiment überhaupt sowie dem erfolgreichsten Infanterie-Regiment zu; im Rennsport werden das erfolgreichste Regiment und der erfolgreichste Offizier ausgezeichnet. Favoritensieg beim englischen Derby. 500 000 Zuschauer erlebten am Mittwoch wieder in Epsom das Englische Derby. Das ist eine Besucherzahl, wie sie bisher noch kein zweiter Rennplatz der Welt aufzuweisen hat. In Epsom ist sie jedoch beim Kampf um das Blaue Band geradezu eine Selbstverständlichkeit. Diesmal gab es einen ausgesprochenen Favoritensieg. „Blue Peter" unter Jockey E. Smith gewann das wertvollste Rennen Englands in überlegenem Stil mit vier Längen vor Fox Cub (G. Richards) und dem weitere drei Längen zurückliegenden Heliopolis (R. Perryman^ * Hörnsheim, den 25. Mai 1939. Die Beerdigung findet Freitag, den 26. Mai, nachm. 2 Uhr statt Gießen, Marktstraße 4-8 3830D Musterkarte. 19? aA Dienstag (Ptingstdienstag), 30. Mai 1939 geschlossen So wirkt Schneider. Fischer. Gießen, den 24. Mai 1939. 3827V 3815V macht alles wieder neu und Hans Ludwigsplatz-Drogerie, Photohaus r,^DoseRM-.75 2iDoseRM1.4O_ TEXTILHAUS HAUS DER GUTEN j ,lPeVBS& SeifiX.M FOTOUNDKINQ Keineswegs, denn'/, Dose SeifIX enthält mehr und ist trotzdem noch billiger als 2x7, Dose. Darum kaufen Sie am besten stets die große Dose .4 f Kreoz- Dlatz9 Kleine Anzeigen Im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und aeleseu. Tapeten - Neuheiten Große Auswahl. - Verlangen Sie unverbindlich meine neueste Um solche Augenblicke für immer im Bilde festzuhalten, braucht man eine Kleinbild-Kamera, die blitzschnell aufnahmebereit ist! Gute Kleinbild-Kameras gibt es schon um RM. 50.— herum. Neue Kleinbild-Kameras sind: die „Retinette“ von Kodak, der „Robot II“. und die „Tcnax I". Lassen Sie sich unverbindlich beraten bei Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtliche Geschäftsräume am Mil offenen Außen Drei Jungen und ein Mädel enidecken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Baue gut mit Äbermann Bezirkssparkasse Gießen Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Deutsche Bank, Zweigstelle Gießen Dresdner Bank, Filiale Gießen Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H., Gießen Volksbank Gießen e.G.m.b.H. Der A.H.-Verband der ehemal. Burschenschaft Frankonia zu Gießen. Die A.H.schaft der Kameradschaft Fischer, Gießen (jetzt „Ulrich von Hutten"). Die Kameradschaft „Ulrich von Hutten" zu Gießen. Blusenmit hübschen Garnierungen in eleg. 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Karl Emil Ruckeishausen Wirtschaftstreuhänder zu Gießen Frontofüzier der Pioniere Frankonia-Gießen, Frankonia-Berlin (aktiv 09). $ Bekanntmachung. Delr.: Durchführung des Stadtkreisgesetzes v. 9.8.38; hier: Uebergang der Aufgaben nach § 9 der 1. DchfVO. v. 18.10. 38. Mit dem 15. 5.1939 find die gern. § 9 der DchfVO. zum Stadtkreisgesetz auf den staatlichen Polizeiverwalter übergehenden Aufgaben von mir übernommen worden. 11. a. werden Fahrerlaubnisse (Führerscheine) und Zulassungen von Kraftfahrzeugen (Kraftfahrzeugscheine) für den Stadtkreis Gießen nunmehr von hier erteilt. Die Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge befindet sich ab 25. 5.1939 im Gebäude Liebigstraße 18, Zimmer Nr. 16. Für den Publikumsverkehr ist die Zulassungsstelle werktäglich — außer Samstags — in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gießen, den 23. Mai 1939. 3824D Der Polizeidirektor. M. d. F. b.: Hellwege-Emden. Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Sohn Gartenstraße 10. Telefon 3636. 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